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Sonntag, 30. Januar 2011, 13:29 Uhr

Das Ende der Methode Guttenberg

Ein paar Schrammen, aber immer noch der beliebteste deutsche Minister. So die neuesten Umfragen. Der Pakt des Karl Theodor zu Guttenberg mit dem Volk scheint zu halten. Scheint, denn es wäre fatal, wenn sich der Verteidigungsminster jetzt selbstzufrieden zurücklehnen würde nach dem Motto: Alles halb so schlimm.

Denn in den vergangenen zehn Tagen ist die Methode Guttenberg gescheitert, seine Art Politik zu machen und zu zelebrieren, seine Methode, mithilfe der Medien über die Köpfe des Parlaments und seines Apparats hinweg mit den Wählern direkt zu kommunizieren.

Diese Methode hat Tradition: immer wieder versuchen Politiker, aber auch Unternehmensführer, direkt mit dem Volk (oder der Belegschaft)  zu kommunizieren, so zu führen und ihre Position abzusichern. Der Politiker benutzt dafür die Medien, der Unternehmensführer Belegschaftsversammlungen, Intranet und einen guten Draht zum Betriebsrat.

Alles, was dazwischen ist, also Parlament, Parteigremien und der Beamtenapparat (beim Politiker) oder das obere und mittlere Management (beim Unternehmenschef) wird von solchen Führungsfiguren als Lähmschicht angesehen, als Menschen, die sie nur bei der Arbeit behindern und der Durchsetzung ihrer höheren Weisheit im Wege stehen.

So hat auch zu Guttenberg lange Zeit erfolgreich Politik gemacht und dabei Parteiprogramme und Positionen selbst höchstrangiger Politiker (Horst Seehofer) ausgehebelt. Im Ministerium war deshalb alles, was Medienunfrieden und Medienkampagnen bedeuten könnte, Chefsache. Da wurden dann auch mal Entscheidungen ohne Konsultation der Bundeswehrspitze und auch im Gegensatz zu den noch wenige Stunden zuvor geäußerten eigenen Meinungen überfallartig getroffen.

Hauptsache, der Chef erscheint entscheidungsfreudig, erweckt den Eindruck, alles im Griff zu haben, gibt sich den Anschein, er kümmere sich um die  Sorgen der kleinen Leute, lässt sich nicht von der Lähmschicht beinflussen. “Erscheint”, “erweckt den Eindruck”, “gibt sich den Anschein” – genau das ist das Problem von und mit zu Guttenberg. Es geht meist um den Schein. Er ist ohne Zweifel eine der talentiertesten und beindruckendesten politischen Neu-Erscheinungen seit vielen Jahren – aber eben nach wie vor eine ”Erscheinung”.

Diese Methode Guttenberg ist jetzt zusammengebrochen. Der direkte Draht zum Volk scheint zwar, wenn auch beschädigt, noch zu funktionieren, aber die Lähmschicht schlägt jetzt zurück. Die Bundestagsabgeordneten wollen sich nicht länger wie Lakaien abbürsten lassen. Die Kritik reichen bis tief in die Reihen der CDU/CSU hinein. Die Abgeordneten sind es leid, von ihm hochnäsig als von “bemerkenswerter Ahnungslosigkeit” bezeichnet zu werden, wegen der “Qualität ihrer Fragen” vom Minister gerügt zu werden, oder die Empfehlung zu bekommen, “die Zeitung zu lesen”.

Genau das ist das Problem: das Parlament will nicht aus der Zeitung erfahren, was in der Bundeswehr und im Verteidigungsminsterium schief  läuft und was der Minister entschieden hat, sondern vom Minister und seinen Leuten direkt. Der Souverän ist zwar das Volk, aber die Parlamentarier sind seine obersten Repräsentanten, nicht die Administration.

Und der Minister hat seinen eigenen Apparat gegen sich aufgebracht: die Inspekteure, die Offiziere, die Beamten. Sie wollen auch nicht länger als Lähmschicht  betrachtet und von den Spontanentscheidungen des Ministers ausgeschlossen werden. Der Minister hat seinen Nimbus bei der Bundeswehr verloren, da kann er noch so oft den Afghanistan-Krieg korrekterweise ”Krieg” nennen. Das reicht nicht. Nicht nur die Offiziere, sondern auch die einfachen Mannschaften werden zunehmend merken, dass sie entweder als Staffage (zu Guttenbergs Afghanistan-Besuch mit Ehefrau Stefanie) oder als Kanonenfutter (Gorch Fock) missbraucht werden.

Genau diese aber, Parlament und Bundeswehroffziere, braucht zu Guttenberg, um auch künftig erfolgreich zu sein. Das Parlament muss seinen Sparwillen (oder Sparunwillen) mittragen, die Offiziere den gewaltigsten Umbau der Bundeswehr seit ihrer Gründung. Zu Guttenberg braucht also künftig die verachtete Lähmschicht, um politisch überhaupt noch etwas bewegen zu können: den Umbau der Bundeswehr von der Wehrpflicht- zur Freiwilligenarmee, die Strukturreform, den weiteren Teilumzug von Bonn nach Berlin, die Verkleinerung des Ministeriums.

Zu Guttenberg steht vor einer gewaltigen Herausforderung und hat genau diejenigen, die er zur Bewältigung dieser Herausforderung braucht, systematisch gegen sich aufgebracht. Ein taktisches Desaster.  

Und auch die Sache mit den Medien läuft nicht mehr rund. Die “strategische Partnerschaft” (FAZ) zwischen BILD und dem Minister ist identifiziert, die restliche (Mehrheits-)Presse will dieses  Spezial-Bündnis nicht länger akzeptieren und schießt sich darauf ein. Ein kommunikatives Desaster.

Toll gemacht, Herr Minister!

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38 Kommentare

1) FK, Sonntag, 30. Januar 2011, 14:32 Uhr

Schadenfreude, gnihihihihihi…

2) Brett, Sonntag, 30. Januar 2011, 17:41 Uhr

Erstaunlich aber auch, dass es Guttenberg – nahezu leistungslos – überhaupt so weit gebracht hat. Möglicherweise liegt es auch daran, dass er eines der Ministerien inne hat, bei dem ein Minister nicht so sehr zwischen diversen Interessenlagern lavieren muss wie z.B. bei “Arbeit und Soziales” oder Finanzen. Das gibt Spielraum für mediale Inszenierungen als “starker Mann”, “Entschlusskraft” etc.

“Verteidigungsminister” ist ähnlich wie “Außenminister” ein Posten, um sich recht elegant und gut gegenüber der Öffentlichkeit zu präsentieren (insofern hat es Westerwelle doppelt und dreifach versemmelt). Schon in der Vergangenheit waren Verteidigungsminister mit etwas Begabung zu schneidig-bulligem Auftreten immer sehr beliebt beim Volk. Außer Schmidt haben sich auf dem Posten auch Apel, Stoltenberg und Rühe Richtung Kanzleramt ins Gespräch gebracht.
Allerdings scheint Guttenberg – um es militärisch auszudrücken – letztlich etwas kleinkalibrig zu sein. Viel Schneid, wenig dahinter. Daher sind die medialen Manöver derer von Guttenberg immer durchsichtiger. Bis dem letzten klar ist: Der kann ja gar nichts, außer anderen Schuld in die Schuhe zu schieben…

3) marcpool, Sonntag, 30. Januar 2011, 18:30 Uhr

Die Anmerkungen “bemerkenswerter Ahnungslosigkeit und Qualität ihrer Fragen ” zeigt wie dünnhäutig der Herr zu Guttenberg momentan reagiert, und auch welche Überheblichkeit dabei mitschwingt. Auch er ist nicht ” Gott Allwissend ” . Das er sich und sein Ministerium noch nicht dahin gebracht hat, das es anerkannt störungsfrei arbeitet, und das er auch zu akzeptieren hat, das er doch nur ein Teil von gewählten Bürgern ist, die das Parkament ausmachen , und zu deren Information insbesondere ER beitragen muss. Wenn er regieren will wie ein z.B. Ackermann, dann muss er sich in die Wirtschaft bewegen. So ist das nun mal .

4) Matthias, Sonntag, 30. Januar 2011, 19:15 Uhr

vielleicht… ja auch nur vielleicht merken ein paar mehr leute, dass sie bisher sein vermeintliches selbstbewusstsein mit überheblichkeit verwechseln. letzteres kommt immer mehr zum vorschein und selbst das vermeintliche selbstbewusstsein scheint zu schwinden. denn wenn er nicht weiss, was er tun soll, holt er die keule zum rundumschlag aus. wie ein trotziges kind im kindergarten, dem man sein spielzeug wegnehmen will.

5) horst scharnhorst, Sonntag, 30. Januar 2011, 19:18 Uhr

Mann stelle sich diesen Minister im Verteidigungsfall vor! Schon einmal wurde Deutschland von einem politischen Oberbefehlshaber in den Ruin geführt! Guttenberg ist untragbar. Aussehen und nette Frau reicht nicht.

6) André R., Sonntag, 30. Januar 2011, 21:05 Uhr

Nun ist die Gorch Fock aber auch ein repräsentativer Arm seine Hauses, sozusagen das Weichbild der Bundesmarine. Schon mehren sich die Stimmen, die sozusagen das Gotteshaus inmitten der Stadt zugunsten von Tiefgaragen abwracken wollen. Da haben wir das Zweck- und Effizienzdenken, was zur Modernisierung der Bundeswehr sicherlich sehr hilfreich ist. Es führt aber zu einer Zerstörung von militärischen Traditionsbeständen, deren sublime Signifikanz sich dem Minister entzieht. Es führt nicht zuletzt auch zu einer Modernisierung auf Kosten der Identität. Wollten wir die Modernisierung überhaupt haben? Für wessen Zwecke? Noch ist es keinem gelungen die Bevölkerung von dem Struckschen Scherz der Verteidigung Deutschlands am Hindukusch zu überzeugen, dass es im genuinen deutschen Interesse liege, dort präsent zu sein. Mancher Bürger sieht mehr Nutzen für sich in Soldaten zu Pferde wie beim Buckingham Palace statt dem neusten Gerät, Panzerhaubitze und Raketenschild. Ineffizienz ist relativ.

Entscheidungsfreude, Durchgreifen und Unabhängigkeit, alles ganz richtig gemacht in der Darstellung. Seltsamerweise ist das Verhalten aber ganz und gar nicht konservativ. Das Konservative hat er zwar naturgemäß im Image, tatsächlich radikalmodernisiert er, zum Beispiel durch Aussetzen der Wehrpflicht, ein waghalsiger Schritt, und durch radikale Sparmassnahmen, und bricht mit den gewachsenen Strukturen. Der Vergleich mit Schröder und der Sozialdemokratie drängt sich auf. Deshalb ist der Hinweis auf den wachsenen Widerstand im eigenen “ausgebooteten” Hause richtig. Es könnte der Bundeswehr gehen wie der Sozialdemokratie. Das Bild vom Macher ist den Unkenrufen zum Trotz eher gestärkt, und jeder weiss genau, dass man ihn noch stärker kritisieren würde, wenn er nicht diese Schritte unternommen hätte.

Es gilt die Schablonen und Pfade der Kritik aus den Medien zu hinterfragen, die auf solche “Vorfälle” folgen.

7) Doktor Hong, Sonntag, 30. Januar 2011, 23:26 Uhr

Schöne Analyse, aber was genau ist daran denn jetzt überraschend?

Und dass eine Öffentlichkeit, die “Dschungel-Camp” mit Top-Quoten belohnt, außerstande ist, die Substanzlosigkeit der Erscheinung Gutenberg wahrzunehmen, ist doch genauso wenig überraschend.

8) vera boehmer, Sonntag, 30. Januar 2011, 23:26 Uhr

noch glaube ich nicht an das “aus” des kriegsministers. meine vermutung ist, dass ktg machtstrukturen zerschlagen will um “passende höflinge” einzusetzen. und als medialer mensch wird er es verstehen, sich nach dem verblassen der schlechten schlagzeilen wieder ins rechte licht zu rücken.
@brett
ich finde es nicht erstaunlich, dass er es nahezu leistungslos so weit gebracht hat…ist doch inzwischen in d normal…auch das ein verdienst der heutigen medien. wir sind auf dem weg zur gleichschaltung der medien…noch können wir uns über cnn, aljazeera, twitter usw. informieren und das “staatsfernsehen” relativieren. besonders eklig find ich meist das ZentrumDerFreude, investigativ ist für mich was anderes!

9) Robert, Montag, 31. Januar 2011, 04:35 Uhr

Der Minister bräuchte einen Medienberater. Kennen Sie einen?

10) michael, Montag, 31. Januar 2011, 07:15 Uhr

Verteidigungsminister kommen und gehen mehr oder weniger geräuschlos.

11) Sascha Stoltenow, Montag, 31. Januar 2011, 08:35 Uhr

Es ist bemerkenswert, dass das Bild der Gorch Fock derzeit von denen geprägt wird, die an ihr gescheitert sind. Zu Guttenberg wird das zwar nicht passieren. Dennoch hat die Fock auch ihm seine Grenzen aufgezeigt. Sie ist mehr als ein Schiff.

12) Chat Atkins, Montag, 31. Januar 2011, 09:45 Uhr

Naja – was Guttenberg ansatzweise probiert, ist die Methode einer ‘charismatischen Herrschaft’,frei nach Max Weber. Allerdings muss man dann auch der Kerl dazu sein, etwas ‘Volkstribunales’ im Charakter gehört unausweichlich dazu, so wie bei seligen Strauß. Bella Figura und ein paar lateinische Sentenzen genügen auf Dauer jedenfalls nicht …

13) Hao, Montag, 31. Januar 2011, 10:30 Uhr

Ihr Wort in Gottes Ohr.

Der Adel in Deutschland ist abgeschafft.

14) John Dean, Montag, 31. Januar 2011, 11:00 Uhr

Für Minister Guttenberg beginnen nun die Mühen der Ebene. Und sollten sich die “Restmedien” stärker ihrer machtkritischen Funktion bewusst werden und zum Beispiel hinsichtlich der Mittelverwendung bei der gemeinsamen Stiftung mit seiner Gattin unnachgiebig nachhaken, inwieweit hier wirklich etwas Relevantes für das Wohl von Kindern geleistet wird (und nicht nur Gala-Veranstaltungen finanziert…), so könnte sich die Beliebtheit Guttenbergs schnell wieder Normalwerten angleichen. Guttenberg hat große Hoffnungen ausgelöst, steht aber imho immer in der Gefahr, als vorschneller Maulheld oder sogar Lackaffe wahrgenommen zu werden. Sicher, diesem Eindruck konnte er bislang sehr gut entgegen wirken – und mit großen Geschick könnte ihm das auch in der Zukunft gelingen. Auch mag die Familiengeschichte der Guttenbergs, die zu den Steigbügelhaltern des Faschismus in Deutschland zu rechnen ist (u.a. Organisaton und Finanzierung der Gäa) weiterhin unter der Decke bleiben – obgleich hier eine faire Aufarbeitung seitens der Guttenbergs längst überfällig ist.

Aber so oder so gilt:

Guttenbergs Rolle wandelt sich zur Rolle des Getriebenen – nicht zuletzt wird Minister Guttenberg auch zum Getriebenen ebenjener Erwartungen, die er geweckt hat.

15) i don’t care, Montag, 31. Januar 2011, 11:05 Uhr

Für mich als vollkommen unbedarfter – und wenn ich das hier so lese – wohl ziemlich dummer Bürger, macht es derzeit den Eindruck als gäbe es ziemlich viele Neider. Es wird krampfhaft versucht aus kleineren Fehlern eine Staatsaffäre zu gestalten, was aus meiner Sicht ziemlich lächerlich wirkt. Thema Bundeswehr: Oh Schreck! Es finden menschenverachtende Rituale statt. Herzlichen Glückwunsch, diese Erkenntnis hätte ich Ihnen auch schon vor 20 Jahren offenlegen können. Hat man damals gesagt, dass der Verteidigungsminister “seine” Truppe nicht im Griff hätte? Ich kann mich nicht daran erinnern, denn sonst hätte ja man ja auch schon vorher etwas daran ändern können. Den Verteidigungsminister dafür verantwortlich zu machen ist wie: den Finanzminister dafür verantwortlich zu machen, dass es Steuerhinterziehung gibt, oder einen Lehrer, dass ein Schüler seine Hausaufgaben nicht gemacht hat.

Man kann Guttenberg natürlich vorwerfen er sähe für einen Politiker viel zu gut aus und habe auch eine viel zu schöne Frau, das würde ich in der Tat als Verbrechen ansehen. Allerdings sollte man hier nicht nur auf den zu Guttenbergs rumhacken, sondern auch auf Obama. Der nimmt seine Frau auch über all mit hin. Gut er ist der Präsident – sollte Guttenberg Kanzler werden, dürfte er seine Frau also mitnehmen und zeigen wie er wollte?! Lächerlich! Vielleicht sollte man es lieber den Medien vorwerfen, dass sie sich mehr für das Ehepaar zu Guttenberg interessieren als für die Soldaten in Afghanistan.

Er wirft sich auch gerne Medienwirksam in Schale. Nagut, das versuchen andere Politiker auch, nur mit recht wenig Erfolg.

Aber: Was war denn an dem was er bisher REIN an politischen Handlungen so falsch?

Er hätte den Kapitän nicht sofort suspendieren sollen! Opposition: “Da draußen segelt ein Irrer rum, der Minister sollte handeln und nicht Däumchen drehen!”

Er hätte den Kapitän sofort suspendieren sollen! Opposition: “Reiner Aktionismus”

Er hat den Kapitän suspendiert, als er genug Infos hatte. Opposition: “BILD sagt – Minister macht.”

Egal wie er es gemacht hätte, man hätte ihm immer etwas vorwerfen können und die Opposition hätte es getan. Ich weiß zwar nicht in welchem Zusammenhang er sich über die “Qualität ihrer Fragen” beschwert hat, aber selbst meine Wenigkeit bekommt mit, dass Politiker oft meinen sie könnten ihren Gegenüber mit leicht zu durchschauenden Fragen in rhetorische Fallen locken und kommen sich dabei ziemlich klug vor. Und dem normalen Bürger geht es ziemlich auf dem Sack, wenn ein Politiker etwas gesagt hat – wirklich JEDER weiß was gemeint ist, nur dann ein anderer Politiker/Journalist ankommt (der auch weiß was gemeint ist) und es versucht in einer negativen Weise neu zu interpretieren um damit ein bisschen Medienrummel zu betreiben.

16) Colonel Trautman, Montag, 31. Januar 2011, 11:50 Uhr

@Doktor Hong:
Geht´s vielleicht auch ohne arrogant-peinliches Distinktionsgehabe? Mag ja sein, dass Ihnen und dem Rest der selbsternannten Intelligenzia das Dschungelcamp nicht passt, sämtlichen Zuschauern dieses Formates (und damit auch mir persönlich) deshalb die Fähigkeit zur politischen Analyse abzusprechen ist allerdings einfach nur billig und sagt mehr über Sie aus, als Ihnen wahrscheinlich lieb ist.

17) John Dean, Montag, 31. Januar 2011, 12:40 Uhr

@ i dont care

Bislang halte ich das politische Handeln des Minister Guttenberg für einigermaßen klug, jedenfalls für weitgehend nachvollziehbar – inklusive die Suspendierung des Gorch Fock Kapitäns. Sorge bereitet mir allerdings, ähnlich wie Herrn Spreng, seine einseitige Fokussierung auf die Medien, bzw. einen rhethorisch geprägten Politikstil, der sich sogar in eine spezielle Partnerschaft mit der BILD begeben hat. Sorge bereitet mir auch, dass der von ihm voran getriebene Umbau der Bundeswehr in Richtung einer Interventionsarmee geht, welche – so sagt es Guttenberg – Wirtschaftsinteressen dienen solle.

Das ist mir zu modern.

Die gezielte Inszenierung seiner Familie und Frau, bevorzugt in den Rinnsalen der Boulevardpresse und – magazine mishagt mir ebenfalls. So sehr ich Herrn Guttenberg für ein politisches Talent halte, so sehr ich ihm abnehme, für Transparenz und Aufklärung einzustehen, und so sehr ich seine Gabe, ausgetretene Pfade zu verlassen, grundsätzlich begrüße:

Ich würde ihm zu mehr Besonnenheit raten – und auch dazu, seine Medieninszenierungen (inkl. die seiner Frau) künftig deutlich zurückhaltender zu dosieren. Dies auch: aus Respekt von dem Amt, das er bekleidet und bei dem es u.a. darum geht, Schaden von uns abzuwenden und auch vor denen, die z.B. aufgrund der hochfragwürdigen Aktionen wie eines Oberst Klein durch deutsche Waffen ums Leben kamen.

Wie gesagt: Die Bretter sind sehr dick, die er zu bohren hat – mehr Besonnenheit wäre hier nicht verkehrt.

18) Dierke, Montag, 31. Januar 2011, 12:47 Uhr

@ i don`t care

Stimme dem in allen Punkten zu ! Haben wir in Deutschland bzw. Europa im Augenblick keine anderen Sorgen. Der Nahe Osten brennt, Israel fühlt sich verlassen etc. Herr Spreng hat nur ein Thema und das heißt “Guttenberg”. Ich glaube, ich werde seine Annalysen zu KTzG nicht mehr lesen, er bringt ohnehin nichts Neues.

19) Quidquid agis…, Montag, 31. Januar 2011, 12:52 Uhr

Endlich einmal ein Beitrag, der die wahren Verhältnisse hinter den politischen Kulissen aufdeckt. Neid, Missgunst und panische Angst vor einem erfolgreichen Wahlkampf des politischen Gegners veranlassen viele Forenschreiber, ungerechtfertigte und weitgehend überzogene Vorwürfe zu erheben, die zu einem Tribunal aufgebauscht werden, um eigene Interessen zu transportieren… prudenter agas et respice finem!

20) Peter Christian Nowak, Montag, 31. Januar 2011, 13:40 Uhr

@Colonel Trautman

Löst Dschungelcamp bei Ihnen so eine Art Hochgefühl aus, weil sich andere mit Ekel beschmieren und sich das ganze Zeugs noch mit Schmackes reinhauen?

21) Benjamin, Montag, 31. Januar 2011, 13:43 Uhr

Trotz viel Schönrederei – siehe gestern auch wieder bei Anne Will die vom Zuschauer aus gesehen “rechte Seite” – ist die “Methode Guttenberg” ja durchschaut; sie war aber im Prinzip nie verdeckt, das Geben und Nehmen zwischen den Guttenbergs (die schöne Ehefrau war ja immer präsent) und bestimmten Medien (nicht ZEIT und SZ oder auch FAZ, sondern vor allem Springer-Medien und teilweise auch der Spiegel, der auf den Zug aufsprang) haben sich mit Guttenberg offenbar arrangiert. Ob stillschweigend oder in Absprachen spielt hier doch keine Rolle. Der Medienstar Guttenberg war geboren und er sonnte sich offenbar in dem Scheinwerferlicht. Wer will es ihm auch ernsthaft verdenken? Er ist sehr präsentabel, adelig (was man als Medienfaktor in der Klatschpresse nicht unterschätzen darf) und telegen, kann sich artikulieren und ist sicherlich intelligent. Der Adelsfaktor wurde durch die Biographie Annas von Bayern (mehr ein Panegyrikus als eine Lebensbeschreibung, Motto: “er ist halt dazu geboren”) noch einmal besonders in Szene gesetzt. Selbst in der FAZ wurde dies in einer Rezension erkannt und etwas abfällig belächelt. Das ist die eine Seite, die die Medien lieben und die viele Bürger auch als schöne Show offenbar genießen und daher Guttenberg alles zutrauen, außer vielleicht, die Pünktlichkeit der Bahn zu garantieren.

Fakt ist aber, dass Guttenberg substantiell bisher NICHTS erreicht hat. Opel Rettung? Medienwirksames Dementi, dann aber doch schnell verdrückt. Bundeswehr? Viele schöne Worte, einige gute Idee, aber in der Krise erst einmal entlassene oder suspendierte Offiziere. Ministerfehler? Aber nicht doch… Guttenberg hat bisher nirgendwo erkennbare Akzente gesetzt, außer einen Krieg auch als solchen zu bezeichnen. Das ist redlich, mehr aber nicht. Die ambitionierte Bundeswehrreform (die wichtig und richtig ist) ist bisher nur eine mediale Worthülse, die nicht mit Inhalten gefüllt wurde. Dafür hat Guttenberg immer wieder andere Köpfe rollen lassen, wenn etwas schief ging, und sich bei etwaigen Einsparungen offenbar einen Sonderstatus zugestanden. Dass er sogar intern als “Messias” leicht spöttisch bezeichnet worden sein soll, ist nicht nur mit Neid zu erklären, sondern wohl auch mit einer gewissen Skepsis, ob die Erwartungen je erfüllt werden können.

Zur Politik gehört sicherlich die Inszenierung, keine Frage. Das ist auch keine Erfindung der medialen Neuzeit, sondern ist in der Geschichte seit Jahrhunderten bekannt. Guttenberg hat die mediale Inszenierung aber fast perfektioniert und droht nun daran zu scheitern, wenn es ihm nicht endlich gelingt, den Inhalt und nicht die Verpackung ins Zentrum zu stellen. Gerade im Fall eines Verteidigungsministers sollte man meinen, dass Showeinlagen nicht den Hauptteil ausmachen sollten.

Aber dass die Hybris gefährlich sein kann, wussten schon die antiken Griechen – und wer wie zu Guttenberg Platon liest, dürfte auch Thukydides kennen…

22) Jeff Kelly, Montag, 31. Januar 2011, 13:44 Uhr

Diese Inszenierung ist in der CSU leider notwendig. Die CSU ist letztendlich eine Bayernpartei und damit meine ich nicht das, was wir heute als Bundesland Bayern kennen. Die ältesten Seilschaften gründen sich auf Ober- und Niederbayern und alle Ämter werden gerne auch noch heute hauptsächlich von dort besetzt. Alles oberhalb des ‘Weisswurstäquators’ ist da erst einmal nur zweitklassig.

Ich kenne so einige Parteispezeln, die sich ihr Image vom konservativen katholischen Familienvater erst antrainieren mussten und damit auch erst kurz vor der Inangriffnahme ‘höherer Weihen’ in Bayern angefangen haben. Ein anderes Beispiel wäre Markus Söder.

Dabei haben es gerade die Franken doppelt schwer und das man gegen die Altbayern der CSU nicht regieren kann musste auch Günther Beckstein feststellen.

Ansonsten zeigt sich hier ein Charakterzug den viele ‘High Potentials’ (oder die die sich dafür halten) haben. Da man selbst so herausragend ist sind alle anderen um einen herum dumm und da man den anderen überlegen ist (oder es zu sein glaubt) braucht man da auch nicht diplomatisch zu bleiben. Normale Leute hätten wenigstens genug Verstand sich sowas nur zu denken, anstatt es zu sagen oder genug Empathie um zu wissen, wie man mit Mitmenschen umgeht.

Guttenberg zerschlägt jedenfalls bei den Leuten ohne deren Unterstützung er nicht arbeiten kann gerade jede Menge Porzellan. Wenn erst einmal sein eigener Apparat den Gehorsam verweigert wird er so schlau sein können wie er will, es wird ihm aber nichts nützen.

23) Erika, Montag, 31. Januar 2011, 13:59 Uhr

@ I don`t care

Haben Sie die Ausführungen von Herrn Spreng nicht gelesen? Er hat doch sehr gut ausgeführt, was man Herrn zu Guttenberg vorwirft, die menschenverachtenden Rituale sind es nicht.

“Aber: Was war denn an dem was er bisher REIN an politischen Handlungen so falsch?”

Er hätte nur das tun müssen, was er im Parlament angekündigt hat: Eine Kommission die Vorgänge aufklären zu lassen und dann die Konsequenzen zu ziehen. Vorzuwerfen ist ihm, dass er bevor die Kommission überhaupt vor Ort war, nachdem ihn ein Bildreporter über angebliche Mißstände informiert hat, noch am selben Abend den Kommandeur zu entlassen. Inzwischen hat er ja die Suspendierung schon wieder relativiert, “er habe den Kommandeur nur zu seinem Schutz” suspendiert.

Mir als “normalem” Bürger geht es ziemlich auf den “Sack”, wenn man zu Guttenberg einfach blind verteidigt.

24) CB, Montag, 31. Januar 2011, 15:02 Uhr

@John Dean
Punktgenaue Analyse, kann mich nur anschliessen. Gestern bei Anne Will wurden Sie, Herr Spreng, zitiert mit “zG hat ein Bauernopfer gefunden”. Bin ich ganz anderer Meinung, seine Entscheidung wird sich noch als richtig herausstellen.
@Robert:
super, dringend erforderlich und sinnvoll, wann ruft das Büro von zG bei M.H.Spreng an? EILT !

25) v50sau, Montag, 31. Januar 2011, 18:10 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

allein, dass Sie Horst Seehofer als “höchstrangigen” Politiker einschätzen, macht es mir nun doch leicht, Ihren blog nicht so ganz ernst zu nehmen. Schade.
Dass Sie ausserdem die angeblichen Defizite von zu Guttenberg immer wieder schildern müssen, macht die Sache nicht besser.

26) schnuffi, Montag, 31. Januar 2011, 19:01 Uhr

@ horst scharnhorst

Gemäß Artikel 115b GG geht im Verteidugungsfall die Befehls- und Kommandogewalt auf den Bundeskanzer über. Ich weiss jedoch nicht, was da besser ist….

27) Jeeves, Montag, 31. Januar 2011, 19:40 Uhr

Leider im Artikel vergessen: seine peinliche(*) Gattin.
.
(*) wer mit diesem Schundblatt ins Bett steigt, i s t peinlich.

28) Doktor Hong, Dienstag, 01. Februar 2011, 07:20 Uhr

@Colonel Trautma

Schön, dass Sie sich von meinem Kommentar angesprochen fühlen. Schließlich möchte man ja nicht nur die Köpfe, sondern auch die Herzen der Menschen erreichen.

29) Holger, Dienstag, 01. Februar 2011, 08:11 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

vielleicht bräuchten wir einfach noch 2-3 dieser “Methode Guttenberg”-Politiker um einfach wieder selber mehr in die Politik einzusteigen, bzw. um den derzeitigen Klüngel aufzubrechen.

Er mag aus sehr egoistischem Denken heraus handeln, die Wirkung ist aber meinerseits erwünscht.
Als Kanzler möchte ich ihn nicht haben, seine momentane Rolle ist aber gut fürs Volk.

Vielleicht besinnt sich durch zG der ein oder andere Politiker wieder und kehrt zum Volk zurück.

Schöne Grüße

30) 68er, Dienstag, 01. Februar 2011, 11:00 Uhr

Das perverse an unserer Gesellschaft ist ja nicht in erster Linie unser Barönchen mit seinem blonden Föhnchen sondern unsere verkommene Gesellschaft, die diesen politischen Grünschnabel ohne ernsthafte Gegenwehr bei der “Umstrukturierung” der Bundeswehr hat schalten und walten lassen, wie es ihm und seinen Gönnern in den USA in den neoimperialistischen Kram passte.

Erst als die blonde Kadettin aus den Wanten der Gorch Fock via Tagesschau in unsere Wohnzimmer purzelte und die Story – durch Sex und Ekelrituale aufgepeppt – das gewohnte Türschwellen-Niveau von RTL und SAT 1 erreichte, interessierte man sich nicht mehr nur für die Kriegsurlaubsgarderobe des Baron-Freifrau-Kerner-Gespanns.

Aber eine wirkliche politische Diskussion über die deutsche Kriegs- und Außenpolitik findet nicht statt. Tote Zivilisten und Soldaten in Afghanistan sind einfach eklig, darüber spricht der Deutsche eigentlich nicht gerne. Daher gibt es dazu auch so gut wie keine Bilder in den Medien. Das ist quotenschädlich und läuft höchstens mal Nachts im Dritten oder auf Arte.

Wenn die träge Masse unserer Gesellschaft wüsste, was der Bismarcksche Ur-Ur-Schwiegerenkel tatsächlich treibt und alles noch im Sinn hat , würden seine Sympahiewerte wohl schnell wieder sinken. Allerdings auf ein immer noch viel zu hohes Niveau, an dem man ablesen kann, wie “brutal-normal” unsere Berliner Republik mittlerweile wieder geworden ist.

31) i don’t care, Dienstag, 01. Februar 2011, 14:44 Uhr

@Erika:

Ich glaube Sie haben meinen Kommentar nicht verstanden. Man kann jede Entscheidung negativ bewerten, die Frage ist, ob es angemessen ist.
>Er hätte nur das tun müssen, was er im Parlament angekündigt hat: Eine Kommission die Vorgänge
>aufklären zu lassen und dann die Konsequenzen zu ziehen

Für mich ist es nicht wichtig, dass ein Politiker, der aufgrund seiner vorliegenden Informationen eine Entscheidung getroffen hat, diese auch konsequent bis zum Ende durchzieht. Tauchen aktuellere Informationen auf, so ist die Lage stehts neu zu bewerten und getroffene Entscheidungen gegebenen Falls zu revidieren bzw. zu korrigieren.

Und nochmal: Es sind die Medien, die auf die Person zu Guttenberg/Ehefrau anspringen, warum überlassen seriöse Zeitungen den Klatsch und Tratsch nicht den Blättern, deren Zielgruppe… naja… nicht wirklich an der Politik interessiert ist. Es liegt doch wohl nicht daran, dass sie scharf auf eine hohe Auflage sind, die sie so erreichen, da den meisten Deutschen es egal ist, was in Afghanistan passiert, sondern etwas über ihren Baron lesen… Nein das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

32) Finsterwald, Dienstag, 01. Februar 2011, 18:10 Uhr

Interesseant ist immer, dass die gleichen trüben Tassen die Guttenberg (ungefragt) zum Kanzler ernannt hatten, jetzt mit einmal alle wissen wollen, dass von ihm noch nie etwas zu halten war. Auch die Analyse von Spreng ist an uninspirierter Eindimensionalität kaum zu überbieten. Es geht doch eben nicht nur um medialen Schein, warum setzt sich denn keiner einmal wirklich mit Fragen wie Afghanistan, Wehrpflicht oder ähnlichem auseinander? Wenn es nur noch darum geht, wie die Frau aussieht, ob die hier oder Kerner da dabei ist und ob die Anzüge zu eng sind, muss man sich nicht wundern, dass man nicht ernst genommen wird. Kein Wunder dass Stoiber damals verloren hat. Wenn das die Beratungsleistung war…..

33) Horst Schmidt, Mittwoch, 02. Februar 2011, 10:30 Uhr

Nanu, seit Tagen – abgesehen von “Anne Will” – hören und sehen wir nichts mehr von unserem “Harry Potter” der Bundespolitik. Diese schreiende Stille stimmt so nachdenklich und wirft folgende Fragen auf.

Hat sich der “Windschaufler” diese Zurückhaltung selbst auferlegt?
Hat sich “BILD” oder gar der Springer-Verlag dieses vorübergehende Schweigegelübde auferlegt?
Kann man vielleicht von einer konzertierten Aktion sprechen?

Oder ist das nur die berüchtigte Ruhe vor dem Sturm?

Kaum vorstellbar, dass diese “Sternschnuppe” vollends verglüht sein soll.

34) michael, Mittwoch, 02. Februar 2011, 11:54 Uhr

ist bestimmt auffm Feldwebellehrgang

35) theo, Mittwoch, 02. Februar 2011, 17:37 Uhr

Es ist ein Fehler der Opposition, schon jetzt zu versuchen, der Lichtgestalt den Saft abzudrehen. Strategisch wäre es besser, dien Baron noch weiter in Richtung Kanzlerschaft tippeln zu lassen, um ihn dann abzusägen. So oder so wird er über seine eigene Eitelkeit stolpern.

36) Helmut Mederle, Donnerstag, 10. Februar 2011, 10:44 Uhr

Es ist erstaunlich, daß dem jetzigen Verteidigungsminister “die Bundeswehrreform” zugerechnet wird. Dieser Text geht auf einen gewissen Herrn Eichel als Bundesfinanzminister zurück.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,184112,00.html

Und die Kommission “Zukunft der Bundeswehr” unter der Leitung des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker hat ihren Abschlußbericht im Mai 2000 vorgelegt. Was ist sachlich eigentlich so sensationell neu, daß auf einmal das Prädikat “Reformminister” vergeben wird?

37) Dr. Christian Weilmeier, Donnerstag, 10. Februar 2011, 21:16 Uhr

Toller Kommentar. Hab ich auch auf meinem Blog gepostet.

http://citizenseurope.wordpress.com/2011/02/10/die-methode-guttenberg-ist-gescheitert/

Guttenberg versteht sich glänzend abzusetzen von den eher langweiligen Figuren auf der Politikszene. Die Menschen haben die altbackenen Politiker so satt, dass sie in jedem, der sich etwas abhebt, gleich den “Erlöser” sehen. Guttenberg fehlt einfach die inhaltliche Substanz und die Führungsqualität. Wer ihn vor ein paar Jahren in der CSU näher erlebt hat, der weiß wie unverbindlich und rein medienorientiert schon damals seine Mitteilungsblättchen waren. Auf die Dauer kann man auch in der Mediengesellschaft ohne tatsächliche Substanz nicht erfolgreich sein.

38) A.Unger, Donnerstag, 17. Februar 2011, 11:40 Uhr

Apropos Dissertation
Ganz unabhängig davon, ob der Plagiatsverdacht begründet ist oder nicht – im Meer der Dissertationen ließe sich ohnehin so mancher Fund hierzu machen – wäre doch die Frage interessant, wer die plötzliche Überprüfung einer alten Doktorarbeit veranlaßt hat, bei wem das größte Interesse an Guttenbergs Demontage liegt. Cui bono? Berlin oder München?
Anscheinend wird in Guttenbergs Vita zielorientiert geforscht, muß aber vermutlich noch länger gemaulwurft werden, da das ihn tragende Wählersegment an akademischen Unsauberkeiten wohl eher weniger interessiert sein dürfte.
Die klandestin betriebene Art Guttenbergscher Entzauberung sollte aber auch ihre Akteure ans Licht bringen, die sich im aktuellen Fall eines, sozusagen unverdächtigen, Hochschullehrers bedienten.
Wenn meine Vermutung zutrifft, dann könnten, falls aufgedeckt, die unheiligen Mittel zum Rohrkrepierer werden.

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