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Freitag, 18. Februar 2011, 13:05 Uhr

Minister Vorübergehend

Einen Doktortitel trägt man zu Recht oder zu Unrecht. Es gibt keine Grauzone. Man kann deshalb auch nicht vorübergehend auf die Führung des Doktorgrades verzichten, wie es Karl Theodor zu Guttenberg jetzt angekündigt hat, so wie man auch nicht vorübergehend auf seine Ehre und Reputation verzichten kann. 

Wie sollte das auch funktionieren? Lässt der Verteidigungsminster jetzt vorübergehend alle Briefbögen und Visitenkarten schwärzen, die Türschilder austauschen, den Internetauftritt ändern? Das ist Nonsens, ein Entlastungsversuch, der ins Groteske abgleitet.

Die Frage ist einzig und allein: Hat zu Guttenberg so viele fremde Texte in seine Doktorarbeit ohne korrekte Quellenangabe aufgenommen, dass insgesamt von einem Plagiat gesprochen werden kann? Oder waren es nur vereinzelte  “Fehler” (so zu Guttenberg) oder nur vereinzelter geistiger Diebstahl? Aber auch das bliebe ein Plagiat, selbst dann, wenn ihm der Doktortitel erhalten bliebe.  

Zu Guttenbergs Entlastungsversuch, vorgetragen vor handverlesenen Journalisten, geht ins Leere. Er hat einen Weg eingeschlagen, den es nicht gibt. Wer die ersten Absätze der Einleitung  einer Doktorarbeit von anderen Autoren ohne Quellenangabe wörtlich übernimmt, hat zumindest seinen akademischen Ruf verspielt. Denn die Einleitung muss zwingend Teil der originären wissenschaftlichen Arbeit sein. Bei einzelnen Texten im Verlaufe der Untersuchung mag das Zitieren ohne Quellenangabe eine lässliche Sünde sein, als “Fehler” durchgehen, nicht aber in der Einleitung. 

Das heisst: selbst dann, wenn zu Guttenberg der Doktortitel nicht aberkannt würde, bliebe er im Kern beschädigt. Seine Glaubwürdigkeit, seine  Ehrlichkeit, seine vielbeschworene geistige Unabhängigkeit haben dramatisch gelitten. Er hat so viel von seinem moralischen Stammkapital verzehrt, dass er der politischen Insolvenz nahe gekommen ist. Daran ändert auch seine Entschuldigung (“Es tut mir aufrichtig leid”) nichts. Wer sich als der andere Politiker inszeniert, der wird auch mit anderen, höheren moralischen Maßstäben gemessen als zum Beispiel ein Franz Josef Strauß.

Das Urteil spricht jetzt die zuständige Universität. Sollte zu Guttenberg der Doktortitel aberkannt werden, dann wäre auch seine politische Karriere beendet. Dann wäre er nur vorübergehend Minster gewesen. Sollte er den Doktortitel behalten, dann wäre der künftige zu Guttenberg ein völlig anderer als der bisherige: Ein sehr normaler, ein fast zu normaler Politiker, kein vermeintlicher Heilsbringer mehr. Und einer, der das schöne Wort Demut entdecken müsste.

Aber das wäre für das politische System ein Vorteil, weil eine Projektionsfläche für die Wähler entfiele, die von ihren Politikern etwas verlangen, was sie nicht erfüllen können. Sie sind ganz normale Menschen, mit Stärken und auch Schwächen. Ein entzauberter, normaler zu Guttenberg würde den Normalzustand der Demokratie wieder herstellen.

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123 Kommentare

1) JMK, Freitag, 18. Februar 2011, 13:13 Uhr

Ich wage die nicht sonderlich provokante Prognose, dass Guttenberg diese Diskussion auf Dauer kein bisschen schadet. Das ist ja das Fatale an der vornehmlich konservativen Klasse, neuerdings angefangen von Koch über Mappus bis Guttenberg. Rechtsstaatlichkeit und Moral einfordern, aber nur bitte von anderen. Da wird gemauschelt und sich vor allem aus der Verantwortung gestohlen. Herr Mappus hat S21 nicht geschadet, der EnBW-Kauf ebenso wenig, die CDU steht mit über 40 Prozent wieder als vermeintlicher Wahlsieger fest. Ebenso wird es Guttenberg ergehen. Dazu ist eine Promotion für viele Menschen so abstrakt, dass Sie ihm dies Fehlverhalten nicht anlasten.

2) Herand Müller-Scholtes, Freitag, 18. Februar 2011, 13:13 Uhr

Genau die Worte, die stimmen! Wenigstens einer spricht heute Klartext! Ein anderer hat es leider noch gar nicht verstanden, was man ihm vorwirft. Und die Böse Presse ausschließen, ja das kennt man ja von anderen Staaten, die momentan im Umbruch zu sein scheinen…

3) JohannRoth, Freitag, 18. Februar 2011, 13:19 Uhr

Es bleibt auch ein Schaden am Image der Universität Bayreuth.
Diese sollte internationale Normen anwenden und zwar ohne Ausnahmen.

4) M.M., Freitag, 18. Februar 2011, 13:22 Uhr

Und ich dachte immer die Bayerische Schulbildung sei auf Wolke 7 schwebend ueber der aller anderen Bundesländern. Eine Täuschung auf breiter Front.

5) kamikaze, Freitag, 18. Februar 2011, 13:25 Uhr

Der Doktortitel des Herrn Guttenberg ist mir genauso egal wie sein Adelsprädikat. Ich möchte, dass er in der Politik bleibt.

6) Linus, Freitag, 18. Februar 2011, 13:36 Uhr

Es gibt zwei Dinge, die in diesem Zusammenhang schockieren:

Die vielfach sichtbare Gleichgültigkeit gegenüber den Verfehlungen zu Guttenbergs. Der Mann macht doch einen guten Job, da ist das doch nicht so schlimm etc. etc.. Besonders aus Kreisen, bei denen man vermutet, sie legten ansonsten gesteigerten Wert auf gewisse Regeln.

Und die unfassbare Dreistigkeit, mit der zu Guttenberg vorgegangen ist. Das er ein eitler, selbstzufriedener Geck ist, lässt sich vielleicht noch verschmerzen, aber wie abgehoben kann man sein, dass man glaubt, das würde nicht auffliegen und eine solche halbherzige Entschuldigung sei auch nur ansatzweise relevant? Unfassbar.

7) Naja, Freitag, 18. Februar 2011, 13:37 Uhr

Zitat: “Bei einzelnen Texten im Verlaufe der Untersuchung mag das Zitieren ohne Quellenangabe eine lässliche Sünde sein, als “Fehler” durchgehen, nicht aber in der Einleitung. ”

NEIN!
Das saubere zitieren gehört zur guten wissenschaftlichen Praxis dazu.
Es gibt dort ebenfalls keine Grauzone, entweder etwas ist zitiert (dann wird dies auch so kenntlich gemacht), oder etwas ist selber “erschaffen”.
Das ist keine lässliche Sünde!

Ich schreibe ja auch nicht Ihren Blog ab, pinsel 2 Sätze Einleitung dazu, ändere die Überschrift ab und verkaufe das Ganze dann als “Najassupertoller Blog”.

8) PeterMöller, Freitag, 18. Februar 2011, 13:37 Uhr

Bei der von jedem selbst überprüfbaren Sachlage würde sich die Universität Bayreuth der Lächerlichkeit preisgeben, wenn sie den Doktortitel nicht entzieht. Von Fehlern kann ja wirklich nicht die Rede sein, wenn jemand die Einleitung seiner Dissertation zusammenkopiert, das ist bewußte Täuschung. Guttenberg ist damit in flagranti erwischt, wie der vorbestrafte Bankräuber, der um Mitternacht mit dem Schweißbrenner vor dem Tresor steht.

9) Christian E., Freitag, 18. Februar 2011, 13:48 Uhr

Volltreffer, Herr Spreng.

Ob nun bereits bei anderen Politikern die Angst umgeht, die eigenen Doktorarbeit könnte unter die Lupe genommen werden? Ich mag zu Guttenberg für einen Luftikus halten, glaube aber nicht, dass er der Einzige ist, der zumindest nachlässig mit seinen Quellen umgegangen ist. Das schrumpft ihn auf Normalmaß zurück – allerdings höchstens für die, die in ihm einen Heilsbringer sehen wollten. Aber, bei aller Kritik, muss ich dennoch zugeben, dass zu Guttenberg intellektueller ist als viele andere deutsche Politiker. Traurig, aber wohl wahr.

Wer sich ein bisschen im akademischen Raum auskennt, weiß, wie häufig bei Seminararbeiten, Abschlussarbeiten und Doktorarbeiten geschummelt wird. Wir haben eine akademische Ausbildung zu einer Aufstiegsvoraussetzung in den “seriöseren” Bereichen von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft erhoben und damit für falsche Anreize gesorgt. Wenn ein akademischer Titel zwingend den Habitus ergänzt, darf sich nicht darüber gewundert werden, wenn es in der eigentlichen akademischen Arbeit an Substanz mangelt. Der Elfenbeinturm sollte den Geeks und Nerds gehören, nicht den Luftikussen.

10) Jost Kremmler, Freitag, 18. Februar 2011, 13:49 Uhr

Eigentlich kann die Universität Bayreuth nicht anders, als zu Guttenberg den Doktortitel abzuerkennen. Denn jeder nachfolgende Doktorand könnte genauso arbeiten und sich auf ihn als Präzedenzfall berufen.

11) Benjamin, Freitag, 18. Februar 2011, 13:49 Uhr

Treffender Kommentar. Ich selbst bin völlig perplex, dass manche die Angelegenheit als Kavaliersdelikt oder gar als politischen Angriff darstellen wollen. Selbst wenn nun die Opposition (zunächst noch zurückhaltend) Konsequenzen fordert – ist das nicht verständlich? Wie hätte denn die Union reagiert, wenn dies umgekehrt der Fall gewesen wäre? Guttenberg demontiert sich aber gerade selbst.

Er verliert sein wichtigstes politisches Kapital – Glaubwürdigkeit. Denn wer in einer Dissertation derart vorgeht und Belege nicht nennt bzw. versteckt, gar ganze Passagen faktisch wörtlich übernimmt, verletzt damit gerade den Kern der wissenschaftlichen Arbeit. Aus eigener Erfahrung weiß ich auch, wie ernst im Normalfall der Promotionsprozess von einer Fakultät genommen wird. Zumal es offen ist, ob Guttenberg dann überhaupt noch neue Erkenntnisse erbracht hat, was für eine erfolgreiche Promotion notwendig ist.

Guttenbergs Verhalten heute muss ich wirklich als Armutszeugnis bezeichnen: vor ausgewählten Kameras verliest er sichtbar nervös (bei Phoenix war der Originalschnitt zu sehen, wo er noch mal anfangen musste – “Das war jetzt doch nicht live?”), während auf der Bundespressekonferenz die Journalisten zu Recht verärgert darüber waren, dass sie dort mit halbgaren Erklärungen (nicht mal in schriftlicher Form) abgespeist wurden. Eine Farce und eine Entzauberung für den Mann, der bisher so vorzüglich die Medienklaviatur zu spielen wusste. Hier ist er selbst verantwortlich und kann sich nicht herausreden, indem er Köpfe rollen lässt. Wenn er wirklich Courage hätte, wäre er in die BPK gegangen, hätte zu offensichtlichen Mängeln Stellung bezogen und sich als das gezeigt, was wir alle sind – als letztendlich normaler Mensch und kein Politmessias. Schade, dass er das nicht geschafft hat.

PS: hier die Rezension in der “Kritischen Justiz”, die alles ins Rollen gebracht hat: http://www.kj.nomos.de/fileadmin/kj/doc/zu_guttenberg.pdf

12) Mela, Freitag, 18. Februar 2011, 13:52 Uhr

Ich denke man sollte nicht nur über Guttenbergs Rolle in diesem Stück sprechen, sondern – was mir von Anfang an gefehlt hat – über die Rolle der verleihenden Uni. Es kam mir schon merkwürdig vor, dass 2007 an einer deutschen Universität Programme die automatisiert nach übernommenen Textpassagen suchen kein Standard gewesen sein sollen. Das halte ich selbst an einer Universität im bayrischen Hinterland für unglaubwürdig.

Dieser Artikel hat mich noch in meiner Annahme bestärkt: http://www.danisch.de/blog/2011/02/17/ist-die-zu-guttenberg-plagiatsaffare-ein-kanzlerkandidaten-mord/

13) A.Unger, Freitag, 18. Februar 2011, 13:56 Uhr

Gestern schon mal geschrieben, aber falsch plaziert:

Unabhängig von Guttenbergs Nicht oder Schon oder Beinahe – mich stört, dass nirgends thematisiert wird (was aber zugegeben eine andere Baustelle ist,) wer hier, auch womit, einen Lehrstuhlinhaber zur Guttenbergschen Entzauberung instrumentalisieren konnte.
Dieser Plagiatsbefund ist ja nicht das Beiprodukt einer größeren Untersuchung zur wissenschaftlich originären Wertigkeit deutscher Dissertationen, sondern doch eindeutig das Ergebnis klandestiner, gezielter Suche in der Vita Guttenberg nach Demontagemöglichkeiten.
Das halte ich für politisch relevanter, und nicht nur stilistisch,, als das Einzelschicksal eines Verteidigungsministers.

14) Homunculus, Freitag, 18. Februar 2011, 13:57 Uhr

Herr zu Guttenberg sollte sich ein Beispiel an Frau Käßmann nehmen, die aus weit unbedeutenderem Anlass allein aus Anstand die Konsequenzen bezüglich ihres moralisch anspruchsvollem Amt gezogen hat.

15) John Dean, Freitag, 18. Februar 2011, 14:03 Uhr

Ich meine, seine Worte “Es tut mir aufrichtig leid” könnten und sollten inzwischen kritisch betrachtet werden. Denn, was genau tut ihm denn leid? Tut es ihm leid, dass er an zahlreichen Stellen seiner Doktorarbeit bewusst (!) den Wortlaut der ursprünglichen Autoren leicht abgeändert hat, damit diese nicht so leicht als Plagiat zu entdecken sind? Tut es ihm leid, dass er diese schlimme Vorgehensweise, die zur Ablehnung sogar jeder (!) Diplomarbeit geführt hätte, so häufig betrieben hat, dass dieses Vorgehen in seiner Doktorarbeit systematisch zu nennen ist? Tut es ihm leid, dass er beim Ertapptwerden zunächst verfolgte Unschuld gespielt hat? Tut es ihm leid, mit seinen fast über 100 falschen Zitationen und Plagiationen jeglichen Anspruch an Wissenschaftlichkeit für seine Doktorarbeit verspielt zu haben??

Nein. Es tut ihm nur leid, falls sich jemand wegen seiner Methoden zur Erschleichung eines Doktortitels “verletzt fühlt”. Das ist in meinen Augen der Hammer. Seine – so darf man es inzwischen formulieren – systematisch auf Täuschung setzende und damit betrügerische Methodik, mit der er seine Doktorarbeit vorangetrieben hat, die tut ihm nicht leid.

Wie gesagt: Die nunmehr aufgefundenen rund 100 unterschlagenen bzw. für eigene Arbeit ausgegebenen Zitationen (immerhin knapp 10 Prozent aller Zitationen in seiner Arbeit) sind in meinen Augen ein eher “kleines” Problem, auch ist es ein vergleichsweise kleineres Problem, dass Guttenberg auf inzwischen knapp 20 Prozent (!) der Seiten seiner Doktorarbeit Zitationen unterschlagen hat bzw. fremden Text ungekennzeichnet übernommen hat, also in einem Ausmaß, das mit Zufall und Schlampigkeit nicht mehr erklärt werden kann. Nein, schlimmer noch, er hat sogar bei einem erheblichen Teil der Textübernahmen den Text gezielt leicht abgeändert. Das kann nur absichtsvoll geschehen sein.

Das ist bewusster Betrug.

Im Übrigen erschreckte mich bei der Pressekonferenz, bei der er den Großteil der Presse feige aussperren ließ, besonders die Stelle, wo in seinem Gesicht ein breites Grinsen aufblitzt, als er sagt: “und ich werde gerne, bis zum Ergebnis dieser Prüfung vorrübergehend, ich betone vorrübergehend, auf das Führen des Titels verzichten, allerdings – nur – bis – dahin – anschließend würde ich ihn wieder führen”.

Und dann grinst er. Dieses Grinsen.

16) Chat Atkins, Freitag, 18. Februar 2011, 14:04 Uhr

Eine wissenschaftliche Arbeit muss “eigenständig” sein, alle verwendeten Quellen müssen “kenntlich gemacht” werden, so verlangt es das universitäre Reglement. Natürlich darf in der Wissenschaft jeder auf den Schultern von Riesen oder auch nur von Vorläufern stehen, aber man muss dann auch sagen, worauf man seine fremdgenerierten Einsichten gründet. Sich dummdreist auf die Schultern anderer Leute zu stellen, um den bloßen Eindruck zu erwecken, man sei selbst ein wissenschaftlicher Riese, das ist mit Sicherheit zumindest eine Anmaßung. Manche Leute möchten eben einen Titel führen, ohne intellektuell dem Anspruch gewachsen zu sein, ihn führen zu dürfen. ‘Blender’ ist meines Erachtens das Wort, das sich hierfür eingebürgert hat, und – einmal aufgedeckt – entsteht die Gefahr, dass dieser Eindruck dann auch auf andere Lebensgebiete bei der Einschätzung eines solchen Charakters abfärbt. Mein Urteil über den Freiherrn (“Keine Leistung muss sich wieder lohnen!”) hat dieser Fall übrigens nur bestärkt …

17) Benjamin, Freitag, 18. Februar 2011, 14:06 Uhr

Nachtrag – hier ist übrigens die Wikiseite, auf der offensichtliche oder vermutlich übernommene Stellen in der Dissertation (die über Libreka teils einsehbar ist) gesammelt werden: http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/Plagiate

18) bvrulez, Freitag, 18. Februar 2011, 14:09 Uhr

die frage ist doch aber auch: wer kramt das jetzt aus und warum? wem hat KT das bein beschmutzt? das würde mich vielmehr interessieren.

19) Atalay, Freitag, 18. Februar 2011, 14:10 Uhr

Ich halte ihn schon für so dreist aber nicht für so dumm, dass er eine solche zusammengebastelte Arbeit selbst erschafft und sie dann auch noch bei einem Verlag publizieren läßt und damit das Entdeckungsrisiko potenziert. Wahrscheinlich hat er einen Ghostwriter beauftragt und die Arbeit dann ungeprüft als eigene abgegeben. Nach erhalt der Bestnote, dachte er sich, na ja, ist doch ganz hübsch, also lass ich es auch noch als Buch in einem Wissenschaftsverlag herausbringen. Dumm gelaufen.

Zwei wesentliche Charakterzüge kommen damit zum Vorschein: Dem Mann sind Grenzen und Regeln wurscht, wenn es ihm um den eigenen Vorteil geht. Es gibt für ihn auch keine Grenzen, wenn es um die Steigerung der eigenen Reputation geht, auch wenn das ganze auf einem akademischen Betrug basiert. Plus eine große portion Selbstüberschätzung.

Vor 2-3 Wochen ist wegen einer vergleichsweise kleinen Dummheit ein brandenburger Minister zurückgetreten. Hier liegt doch, egal wie man es wendet, direkter Vorsatz vor.

Herr Spreng, Sie gehen als sein ehemaliger Fan immer noch zu milde mit ihm um. Der Normalzustand der Demokratie ist nicht ein entzauberter Minister, sondern ein sauberer Minister.

20) Roger Gerhold, Freitag, 18. Februar 2011, 14:12 Uhr

Der Gipfel seiner aufgeblasenen Arroganz war der heutige Auftritt in seiner Privat-PK.
Der Mann hat wirklich nichts gelernt und ist auch nicht bereit zu lernen.
Er brüskiert die Hauptstadtpresse und damit die Öffentlichkeit.
Und er widert mich an, wenn er erzählt, wie er in 7 entbehrungsreichen Jahre…blablabla.
Ich schlage für die Doktorlose Übergangszeit einen Ersatztitel vor:
Triple A – Aufgeblasenes arrogantes ach, denken Sie sich den Rest.

21) Peter Christian Nowak, Freitag, 18. Februar 2011, 14:17 Uhr

@JMK

Da bin ich ähnlicher Meinung. Die Konservativen haben eine besondere Auffassung, was Recht ist. Rechtsstaatlichkeit und Moral wäre in deren Augen ein geradezu unzumutbarer Paradigmenwechsel. Sich aus der Verantwortung zu stehlen ist für solche Leuteohne tägliche Übung, während man beharrlich rechtes Verhalten von seinen Mitbürgern erwartet.
Der Tagesspiegel hat zu Guttenberg vielleicht ganz gut skizziert. Zitat: (…)Mein Schloss, mein Titel, meine Rede. Was ist da eigentlich echt, außer der Pomade? So, wie Guttenberg seine Truppenbesuche inszeniert, so inszeniert er auch sein akademisches Leben. Das fällt ihm leicht, weil er sich selbst mit seinen Titeln und Ämtern verwechselt. Was kann er dafür, wenn die Idioten, die ihm zu Diensten sind, nicht vernünftig zitieren? Was kann er dafür, wenn die Gutachter zu ergeben sind, das zu erkennen? Muss er denn hier alles selbst machen? Schreiben, kämpfen, kommandieren?(…) Zitat Ende.

Die Plagiatsprüfung muss abgewartet werden. Erst dann ist er schuldig.

22) Frankilein66, Freitag, 18. Februar 2011, 14:28 Uhr

Na ja, wenigstens das Vorwort seiner Arbeit scheint er ja komplett selbst verfasst zu haben!

23) gulliver, Freitag, 18. Februar 2011, 14:40 Uhr

Herr Spreng, Sie haben immer noch nicht verstanden, was die Menschen an Guttenberg so faszinierend finden. In ihm lebt die deutsche Sehnsucht nach einem Monarchen auf. Behält er den Dr wird sehr schnell Gras über die Sache wachsen.

24) heisenberg, Freitag, 18. Februar 2011, 14:45 Uhr

Guttenberg wird vom Volk instrumentalisiert, um der Politik zu zeigen, dass die Macht eben doch beim Volk liegt. Die Politik soll hilflos dargestellt werden, egal, wie die Fakten sind.
Genau darum ging es auch in der Sarrazin-Sache.
Im Grunde ist das alles Ausdruck von Enttäuschung über die Politik.

25) rolf, Freitag, 18. Februar 2011, 14:47 Uhr

Ich bin mal gespannt was passieren würde, wenn man die Vergangenheit jedes Bundestagsabgeordneten durchleuchten und analysieren würde. Ich bin mir sicher, dass bei 90% der Abgeordneten Informationen zu Tage gefördert würden, die einen “sofortigen Rücktritt” (wie es die Opposition gerne fordert) rechtfertigen würden.

Zudem muss ich Mela zustimmen: es ist auch merkwürdig, dass dies während der Korrektur “nicht aufgefallen” ist. Ich auch empfehle jeden den Link mal anzuklicken und den Blogeintrag komplett zu lesen. Dort wird ziemlich ungeschönt der Alltag an Universitäten dargestellt. Ich selbst habe in einer Seminararbeit den Fehler gemacht und aus der FAZ zitiert. Dies wurde mir sehr stark angelastet, da “die FAZ nicht wissenschaftlich arbeitet und somit NICHT zitierfähig

26) Thom, Freitag, 18. Februar 2011, 14:59 Uhr

Jede Arbeit von jedem Studenten muß heute digital eingereicht werden, damit sie auf Plagiate überprüft werden kann. Dabei wird ein Abgleich mit der Literatur und zwischen den abgegebenen Arbeiten untereinander vollzogen. Das Programm dafür ist teuer und leider nicht immer sicher. Ich habe teils halbe Seiten gefunden, die aus einschlägigster Literatur wörtlich übernommen wurden, ohne daß das Programm es markiert hätte. Deswegen ist es zumindest nicht restlos ausgeschlossen, daß die Plagiate den Prüfern unbekannt gewesen sind. Nicht unbekannt war ihnen allerdings die dürftige Arbeit selbst, die sie – ohne fachlichen Grund – mit summa cum laude benoteten. Dafür müßte ihnen ihre venia legendi entzogen werden.

27) Sabine Zielke-Esser, Freitag, 18. Februar 2011, 15:05 Uhr

Ich bin Nicht-Akademikerin und wundere mich seit Jahren, wie unser absurdes Bildungssystem Doktoren und Professoren wie geschnitten Brot produziert. Also stelle ich die Frage: ist Guttenberg ein Einzelfall oder nur die Spitze des Eisbergs? Haben wir es mit einer akademischen Maffia zu tun und Herr zu Guttenberg hat das System nun entlarvt? Falls mir jemand antworten möchte, möge er mir bitte konkret erklären, wie z.B. Werner Sinn Professor der Ökonomie werden konnte.

28) Ute, Freitag, 18. Februar 2011, 15:17 Uhr

Interessant ist ja die Formulierung in Guttenbergs Stellungnahme, in der die Tatsachen ignoriert bzw. verzerrt werden: “Sollte sich jemand hierdurch oder durch inkorrektes Setzen und Zitieren oder versäumtes Setzen von Fußnoten bei insgesamt 1.300 Fußnoten und 475 Seiten verletzt fühlen, so tut mir das aufrichtig leid. ”

Wenn er nur Fußnoten _oder_ Anführungszeichen ab und zu falsch zugeordnet oder vergessen hätte, wäre das Ganze evtl. tatsächlich auf Schlamperei, Übermüdung etc. zurückzuführen. Das Problem ist ja aber, daß bei den beanstandeten Passagen (und es werden derer täglich mehr) _sowohl_ die Anführungszeichen _als auch_ die dazugehörigen Fußnoten fehlen. Wer da noch an Zufall oder “Fehler” statt Vorsatz glaubt, wartet an Heiligabend vermutlich auch auf den Weihnachtsmann.

29) Wolfgang, Freitag, 18. Februar 2011, 15:20 Uhr

Schon mal dran gedacht, dass eine plagiierte Doktorarbeit auch als Verstoß gegen das Urheberrecht strafbar sein kann? Ein SPD-Politiker hat diese Erfahrung jüngst gemacht:
http://www.nw-news.de/owl/3341432_Eine_Doktorarbeit_als_Flickenteppich.html
Allerdings ist kaum anzunehmen, dass die CSU ähnlich reagieren würde, falls es soweit kommen sollte.

30) Orlando, Freitag, 18. Februar 2011, 15:20 Uhr

Zu Guttenberg hat wohl abgeschrieben – oder gleich alles schreiben lassen – wer weiß. Das Kleingeld hätte er ja dazu. Das machen wohl nicht wenige Politiker (und nicht nur die) so. Ich finde es eher bezeichnend, dass jemand offenbar so wenig Selbstwertgefühl hat, dass er einen Doktortitel braucht, um jemand zu sein. Und sich dazu ggf. sogar einen erschwindelt. Ich denke, dass es 99% der Wähler scheißegal ist, ob der gute Mann Doktor ist oder nicht. Nicht scheißegal ist es den Bürgern aber, wenn betrogen und vertuscht wird. Denn der (wohl ganz und gar nicht falsche) Eindruck, dass uns “die da oben” nach Strich und Faden verscheißern wird dadurch wieder einmal bestärkt.

Warum kann ein Mann nicht einfach er selber sein? Warum muss Herr zu Guttenberg vorgeben, er habe “Erfahrung in der Führung eines mittelständischen Unternehmen”, eine Aussage, die näherer Prüfung nicht standhält. Warum muss er unbedingt Doktor sein? Ist der Karl Theodor ohne Doktor zu wenig? Fühlt er sich unter den Kollegen Bundestagsabgerordneten minderwertig, weil viele andere einen Doktor haben? Und kann ein unehrlich erworbener Doktor die Minderwertigkeitsgefühle bessern?

Welche Kraft hätte mal ein ehrliches Wort? Eine echte Entschuldigung? Nicht die übliche Politikerentschuldigung. “Ich hab zwar keinen Fehler gemacht, und Recht hab ich auch, aber falls sich wer verletzt fühlen sollte, dann tut es mir aufrichtig leid!”. Nein – “Ich hab abgeschrieben, ich hab schreiben lassen. Das war ein großer Fehler. Ich stelle mein Amt zur Verfügung und entscuhludige mich bei allem Menschen, die ich belogen und betrogen habe. Wenn ich was zu Wiedergutmachung tun kann, dann bin ich gern dazu bereit!” Das hätte Kraft, das wäre ehrlich, und das würde ihn frei machen von allen neuen Lügen und Halbwahrheiten. Aber dazu wird es nicht kommen. Die Elite taugt also wieder einmal nicht als Volbild für uns alle.

31) Ossifratze, Freitag, 18. Februar 2011, 15:22 Uhr

@kamikaze
“Der Doktortitel des Herrn Guttenberg ist mir genauso egal wie sein Adelsprädikat. Ich möchte, dass er in der Politik bleibt.”

Der Doktortitel des Herrn Guttenberg ist mir genauso egal wie sein Adelsprädikat. Ich möchte, dass dieser arrogante Schnösel in der tiefsten Versenkung verschwindet, die sich in der (geistig flachen) deutschen Politiklandschaft finden lässt. Notfalls auch mithilfe dieser Unglaublichkeit.

32) Stefan, Freitag, 18. Februar 2011, 15:24 Uhr

Herr Spreng,

eine Frage zur heutigen PK: Haben Sie eine ähnhliche Situation aus der Vergangenheit vor Augen, die in einem solchen Eklat endete?

33) petshh, Freitag, 18. Februar 2011, 15:25 Uhr

Ah na, was heißt denn hier schwärzen? Briefbögen, Visitenkarten, Broschüren und Flyer müssen natürlich für den vorübergehenden Gebrauch neu gedruckt werden – Adel verpflichtet!

34) Dr. Christian Weilmeier, Freitag, 18. Februar 2011, 15:33 Uhr

Jetzt muss Guttenberg einmal persönlich die Verantwortung übernehmen. Er hat keinen Sündenbock, den er entlassen kann. Wer so hohe moralischen Maßstäbe aufstellt, der muss sich auch an Ihnen messen lassen, sonst ist er ein Heuchler. Für Guttenberg müssen die gleichen Regeln gelten wie für alle anderen.

http://citizenseurope.wordpress.com/2011/02/18/eilmeldung-guttenberg-verzichtet-vorubergehend-auf-fuhrung-des-dr-titels/

http://citizenseurope.wordpress.com/2011/02/17/guttenberg-der-ritter-der-wissenschaft/

35) Monstablogaaaa93, Freitag, 18. Februar 2011, 15:34 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,
ich muss Ihnen beipflichten, dass Herr zu Guttenbergs Erklärungsversuch nicht dem genüge tut, was man allgemein unter ausreichend oder erklärend versteht. Ebenso stimme ich Ihnen zu, dass man in Bezug auf das Tragen eines Doktortitels nicht von einer Grauzone, einem teilweise Tragen oder dem “vorrübergehenden Verzicht ” sprechen darf.
An zu Guttenbergs Stelle hätte ich nicht in meiner ersten Stellungnahme zu diesem Problem direkt darauf verwiesen, dass ich den Titel wieder aufnehmen werde, sollte mir der Titel nicht durch die Universität Bayreuth oder die Promotions-Komission aberkannt werden. Ganz zu schweigen von dem Debakel auf der Bundespressekonferenz heute Vormittag.

Jedoch kann auch ich mich mit JMK’s These identifizieren, dass dieser augenscheinliche Politskandal unserem aktuellen Verteidigungsminister auf lange Sicht keinen “mordsmäßigen” politischen Schaden zufügen wird – zumindest auf Seiten der Wähler. Bitte verzeihen Sie, dass ich trotz des bedauernswerten Todes eines Bundeswehrsoldaten am heutigen Tage in Afghanistan diesen Ausdruck gebrauche. Jedoch ist dieses Wort bewusst gewählt, wird der Plagiats-Vorwurf ihm nämlich meines Erachtens nach nicht das Ende seiner politschen Karriere bedeuten: Dass er etwas von seiner Glaubwürdigkeit einbüßen wird, ist sicherlich anzunehmen, aber ebenso wie die Afghanistan-Debatte und die Wehrreform wird auch hier Herr zu Guttenberg Stehvermögen beweisen und dem Wähler eine nachvollziehbare und zufriedenstellende Story unterbreiten.

Solange Herr zu Guttenberg in der Politik bleibt – egal ob als “heilsbringende Lichtgestalt” oder als der, wie Sie schreiben, “normale[r] zu Guttenberg” mit einem Hauch mehr Demut – hat unsere momentane Gesellschaft die Chance, nicht ganz in der Suppe aus Frust und Politikverdrossenheit unterzugehen. Dem normalen Bürger – allen voran der jungen Generation, der ich entstamme – ist es nämlich nicht so wichtig und auch nicht nachvollziehbar, was eine Promotion wissenschaftlich bedeutet. Politische Popularität und mediale Präsenz zählen hier mehr, wenn es um die Entscheidung beim Wahlgang geht; speziell wenn es sich um die Entscheidung dreht, ob man überhaupt zur Wahl gehen sollte.
Als dynamisches und bekanntes Gesicht der aktuellen Politik unseres Landes trägt damit zu Guttenberg einen großen Teil zu den ca. 78% derjenigen bei, die überhaupt noch zu Wahl gehen.

Hoffentlich findet er wieder Boden unter den Füßen, wenn es auch nur normlaler, menschlicher Boden sein wird. Schließlich haben schon viele Poltiker den Anschein gemacht, ihr gesamtes Potenzial verspielt zu haben und sind trotzdem weiterhin agierend in der politischen Landschaft geblieben.Ddoch nur wenige hatten die Fähigkeit, den Menschen das Produkt Politik so schmackhaft zu machen, wie zu Guttenberg. Und gerade diese Fähigkeit zeichnet einen guten Politker aus, für den ich ihn – trotz der jüngsten Ereignisse – immer noch halte.

Mit freundlichen Grüßen,
Monstablogaaa93

36) Jan, Freitag, 18. Februar 2011, 15:39 Uhr

Meiner Meinung nach zeigt diese Entscheidung Guttenbergs einige interessante Dinge.

1. Er hat plagiiert. Und er hat gewusst, was er tut.
2. Er bedauert nicht, einen Fehler gemacht zu haben. Er bedauert, dass er sich dabei hat erwischen lassen.
3. Er hofft, dass seine lieben Freunde bei der BILD-Zeitung ihn über diesen Skandal hinwegheben, wie sie es bisher immer getan haben.

Und dann macht er das mit Abstand dämlichste, was jemand in seiner Situation tun kann.
Er sperrt alle Medien, bei denen er Angst vor unbotmäßigen Fragen hat, einfach aus.

Bisher habe ich nur an seinem Charakter gezweifelt. Die Zweifel haben sich zerschlagen, meine ursprüngliche Einschätzung hat sich voll und ganz bestätigt.

Dafür zweifle ich jetzt an seiner Intelligenz.
Denn etwas dümmeres als diese “Pressekonferenz” konnte er gar nicht veranstalten.

37) HarryH_III, Freitag, 18. Februar 2011, 15:44 Uhr

Keine Titel ohne Mittel. Mittel verschaffen jeden Titel. – Dies sollte eigentlich seit den 68ern vorüber sein, so dachten bestimmt viele Menschen – bisher.

Wie heißt es so “schön” in der Politik, das Signal ist:
Wenn ihr einer bestimmten Kaste nicht angehört, dann könnt ihr noch so intelligent sein und euch abmühen…
Wenn ihr der bestimmten Kaste angehört, müsst ihr nur dreist sein – und nicht mehr…

38) Michael A. Nueckel, Freitag, 18. Februar 2011, 15:56 Uhr

Die Plagiatsdiskussion (inkl. der Feststellung von aktuell mehr als 70 nicht gekennzeichneten Textpassagen Dritter) ist um eine fachlich-qualitative Diskussion zu ergänzen. Nach meinem Eindruck hat dieser vielbeschäftigte Politiker die Arbeit mit fremder, wenig fachkundiger Hilfe eines Dritten erstellt.

So ist diese Dissertation grottenschlecht. Zu gerne möchte ich das Erstgutachten lesen. Guttenberg verzichtet auf gängige Standards zu Beginn der Arbeit: Untersuchungsgegenstand, Ziel der Untersuchung, Gang der Darstellung, Methode u.a. Und so muß man diese Arbeit als zusammengebasteltes 2-teiliges Werk ansehen, zuerst 370 Seiten Verfassungsentwicklungs-vergleich USA-Europa (Teil A., B.), um dann überraschend in Teil C. nochmals knapp 40 Seiten wurmfortsatzartig einen Gottesbezug-Vergleich der USA mit den Verfassungen Europas zu versuchen. Es fehlt in der vermißten, einleitenden Begründung für diese Untersuchung jedwede Rechtfertigung für das Thema und seine konkreten Schritte. Teil C. sieht wie eine Art Verlegenheitslösung aus, so nach dem Motto: “Paßt schon”. Im Literaturverzeichnis werden die Werke ohne Verlagsort angegeben, wie es richtig zu machen ist, erlernt jeder Jurastudent im ersten Semester anläßlich der Hausarbeit zum ersten kleinen BGB-Schein. In einer wohl nur für Nicht-Juristen typischen Zitierweise werden zuweilen Vorschriften nicht als z.B. Art. 136 II, sondern als 136.2 (um eines von mehreren Beispielen aufzuzeigen) angegeben. Interessanterweise zitiert der Autor sich selbst, indem er Ausarbeitungen des Wiss. Dienstes des BTages in Fußnoten (nicht im Literaturverzeichnis) ungenau erwähnt, die er in Person zuvor in Auftrag gegeben hat (!). Auch wird uralte Literatur verwendet, z.B. Seidl-Hohenveldern, Völkerrecht, 8. Auflage 1994.

Der vorläufige Gifpel des Dilletierens findet sich auf S. 253, 1. Absatz: “… Sie bedürfen, um endgültig in Kraft zu treten, der (völkerrechtlichen) Ratifizierung durch die Mitgliedstaaten nach deren verfassungsrechtlichen Vorschriften. In Deutschland bemisst sich der Ratifizierungsprozess nach Art. 23 GG.” Ohlala, dieser letzte Satz (Art. 23 GG trifft vielmehr Aussagen zur Übertragung von Hoheitsrechten des Bundes auf Internationale Organisationen unter Beteiligung von BTag und BRat) ) reicht aus, um zu Guttenberg die Arbeit um die Ohren zu hauen. Noch besser, die Arbeit wird eingehend auf weitere Schwachstellen untersucht. Der Erstgutachter scheint hier offensichtlich versagt zu haben.

Und sodann müssen endlich die Umstände der Textteilübernahme von fremden Autoren mit denen der vermeintlichen Eigenausführungen insgesamt gewürdigt werden. In toto sollte die Arbeit als ungenügende Auftragsarbeit identifiziert werden können. Warum aber Fischer-Lecarno nicht genauer geprüft hat, verstehe ich nicht. Er hat zwar den ersten Wirkungstreffer erzielt, doch falsch beflissen allzu eilfertig versäumt, einen fullminanten Volltreffer zu erzielen. Da war mehr möglich, sowohl für den Bremer Rezensenten, wie für die Bearbeitung des Guttenberg´schen Dissertationsthemas.

Jetzt aber hat der Minister den Ball elegant nach Bayreuth abgegeben, und wir können den “sanften” Druck auf Uni/Fakultät nur erahnen. Wie auch die Arbeit in 2006 bereits vorlag, um sodann Ende 2008 (lt. kryptischem, selbstverliebten Vorwort) beim Verlag in Berlin abzuliefern. Wie sieht die Bayreuther 2006-er-Ursprungsversion aus 2006?

Vielleicht war ja 2006 noch alles in bester Ordnung?

Ich ahne nicht Gutes. Aus Bayern.

39) DoBe, Freitag, 18. Februar 2011, 16:01 Uhr

Sprengs Kommentar trifft den Nagel auf den Kopf. Was waren die Verdienste zu Guttenbergs, die einen derartig rasanten Aufstieg in der öffentlichen Meinung rechtfertigt hätten? Die glorifizierte Lichtgestalt KT war für mich Ausdruck eines Amoklaufs der öffentlichen Meinung. Heilsbringer mögen in den Religionen ihre Berechtigung haben, in einer Demokratie sollte die gesunde Kritik der Bürger keinen Platz lassen für angebliche Supermänner.
Was jetzt passiert, ist dass da einer schlicht und einfach auf ein menschliches Normalmaß zurückgestutzt wird.

40) hojo, Freitag, 18. Februar 2011, 16:06 Uhr

Und ich prophezeihe Ihnen, dass in 2 Wochen kein Mensch mehr über dieses Thema diskutiert, und in 1 Jahr wird sich auch daran überhaupt niemand mehr erinnern. Wir erleben das doch ständig – angeblich riesige weltbewegende Skandale, die nach max. 3 Wochen überhaupt kein Thema mehr sind. Selbst wirklich sprichwörtlich weltbewegende Themen wie Naturkatastrophen in Haiti oder der Tsunami sind nach einigen Wochen “Schnee von gestern”. Das ganze ist auch eine Nummer zu groß aufgehängt worden, aus welchen Gründen auch immer (sowohl die Opposition als auch Angi ziehen sicherlich Nutzen aus der Entzauberung von KT). KT for (bayerischer Minister)President! ;-)

41) Gerd Reuter, Freitag, 18. Februar 2011, 16:14 Uhr

Recht hat er, der Herr Spreng. Unumstößliches Gesetz in Redaktionen ist, erstens genau zu zitieren und zweitens, die Quelle deutlich zu machen. (Mir ist passiert, dass ich bei einer Berichterstattung über den Ex-BK Kohl vergessen hatte, die Quelle “BILD” zu zitieren, obwohl ich aus eigener Quelle über dieselben Informationen verfügte.) Da war was los!

Mit “Versäumnis” oder “Vergessen” zu argumentieren, wenn eine Einleitung komplett von einem in der FAZ veröffentlichten wissenschaftlichen Beitrag abschrieben wird – und das ist nachweisbar – das ist frech und arrogant. Ob das persönliche Konsequenzen haben muss? – die Wächter von Moral und Ethtik haben sich schon in Kompaniestärke in Stellung gebracht.

42) Venjan, Freitag, 18. Februar 2011, 16:14 Uhr

Irgendwie beschleicht mich der unangenehme Verdacht, dass Guttenberg sich nach der Entziehung des Doktorgrades erst recht als moralisch überlegen betrachtet, weil er nach dieser Affäre doch alle Höhen und Tiefen des Lebens kennengelernt hat und als ertappter, aber nunmehr geläuterter Spitzbube die alltägliche Problemchen des klenen Mannes noch besser nachvollziehen kann.

43) martin, Freitag, 18. Februar 2011, 16:17 Uhr

Ha, so schnell kann das gehen…

Kann Schadenfreude nicht unterbinden.

44) horst scharnhorst, Freitag, 18. Februar 2011, 16:19 Uhr

Ach, die Werte! Wer sich zu ihnen allzu lautstark bekennt, hat selber keine. Wie von Guttenberg (auf seine Webseite ) bis von Hentig (und seine Odenwaldschule). Die Schuld der anderen.

45) Eva, Freitag, 18. Februar 2011, 16:28 Uhr

“Aber das wäre für das politische System ein Vorteil, weil eine Projektionsfläche für die Wähler entfiele …”

Voraussetzung wäre allerdings, dass die Wähler dies auch merkten. Wie in den einschlägigen Foren nachzulesen, geschieht allerdings gerade das Gegenteil:

Er wird mit fragwürdigen Mitteln und an den Haaren herbei gezogenen Argumenten verteidigt, weil man sich eben gerade nicht vom schönen Schein der Projektionsfläche Guttenberg verabschieden will.

46) Maren P., Freitag, 18. Februar 2011, 16:28 Uhr

Sie haben es heute mal wieder auf den Punkt gebracht, Herr Spreng! Grandios! Die heutige dünne Presseerklärung zu Guttenbergs, eskortiert von Bundeswehr-Offizieren, hatte für mich etwas ungemein Lächerliches. Zwei Bilder gingen mir dabei blitzartig durch den Kopf: Zum einen natürlich Barschels Ehrenwort, das ich damals live im NDR gesehen hatte; zum anderen fühlte ich mich aber stark an lateinamerikanische Operettenrepubliken erinnert: große Geste – nix dahinter! Da zeigte der Freiherr weder Stil noch Contenance und wurde seinen eigenen Ansprüchen ganz gewiss nicht gerecht!

Bis gestern Abend gab es im linker Umtriebe unverdächtigen Handelsblatt einen sehr guten Kommentar, der Ihrem in den gedanklichen Ansätzen ähnelte: “Der unvermeidliche Rücktritt”. Heute lässt sich plötzlich die Seite nicht mehr aufrufen! Können Sie mir das bitte erklären, Herr Spreng? Geschieht so etwas auf Anweisung von oben oder in vorauseilendem Gehorsam?

47) stan, Freitag, 18. Februar 2011, 16:30 Uhr

Seien wir doch mal ehrlich: Dass hier ein Ghostwriter im Spiel war, lässt sich eigentlich gar nicht mehr übersehen. Man mag von Guttenberg halten, was man will, aber blöd ist er nicht. Und da jeder noch so minderbemittelte Doktorand weiß, wie schnell ein Plagiat mit diesem Ausmaß auffliegen kann – gerade wenn man in der Öffentlichkeit steht -, gibt es eigentlich nur noch eine Erklärung für diese Sache:

Guttenberg hat einfach eigene wissenchaftliche Mitarbeiter oder Referenten bzw. den wissenschaftlichen Dienst des Bundestages damit beauftragt, zu bestimmten Themen etwas zu schreiben. Die Mitarbeiter wussten möglicherweise gar nicht, dass die Texte zur Veröffentlichung bestimmt sind und dachten wohl, dass Guttenberg sie für interne Zwecke benötigt und haben es daher bewusst an der nötigen Sorgfalt beim Setzen von Fußnoten fehlen lassen. Da Guttenberg aber offensichtlich davon ausgegangen ist, dass die abgegebenen Texte wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, hat sie er zusammenkopiert und daraus eine Dissertation gebastelt.

Dass dieser Vorwurf noch schwerwiegender ist als der bisher im Raum stehende, liegt natürlich auf der Hand. Eine andere Erklärung ist aber dafür kaum denkbar.

48) David, Freitag, 18. Februar 2011, 16:34 Uhr

Stimme Herrn Möller zu:

Will die Uni Bayreuth sich nicht lächerlich machen und ihren Ruf verspielen (“Der hat wohl in Bayreuth promoviert”…), muss sie den Doktortitel aberkennen. Die Faktenlage ist erdrückend. Von einzelnen Fehlern kann nicht die Rede sein. Zahlreiche Textstellen lassen lediglich einen Schluss zu: vorsätzliches Plagiieren.

49) Stefan, Freitag, 18. Februar 2011, 16:51 Uhr

Für die Juristerei ist es übrigens nicht so, dass ein akademischer Titel üblich ist (wie etwa in der Medizin oder Chemie) oder auch nur zum guten Ton gehört. Es gibt Bundesrichter, die nicht promoviert sind. Der Titel ist verzichtbar, wer ihn trotzdem will, sollte eine saubere Arbeit schreiben.

Ich glaube, dass von Guttenberg in weiten Teilen die Arbeit nicht selbst geschrieben hat und jetzt selbst überrascht ist und das Ausmaß des Plagiats noch gar nicht überschauen kann. Wenn er Anstand hätte und sich an den Maßstäben messen würde, die in seinen Augen für andere gelten sollen, würde er zurücktreten. Macht er aber nicht.

Am schlimmsten finde ich, dass er in seiner heutigen Erklärung den Tod eines Soldaten für seine Sache reklamiert. Ekelhaft.

50) PeterK, Freitag, 18. Februar 2011, 17:18 Uhr

Dieses ganze (Medien)Machwerk “Guttenberg” ist nur eine Blase, die jetzt auch noch zu feige ist zu platzen.

51) Peer, Freitag, 18. Februar 2011, 17:31 Uhr

Ich denke er wird -wie Möllemann nach der Briefbogenaffaire – erst einmal verschwinden, um dann in 10 Jahren wieder aufzutauchen.

Man mag von ihm halten was man will, aber wenn sich der Plagiatsvorwurf bestätigt (und so sieht es im Moment aus), dann ist er nicht zu halten. Das ist kein Kavaliersdelikt. Schon deshalb, weil man dann Schülern und Studenten in Zukunft nicht mehr klarmachen kann, warum sie wegen desseöen Verhalten durchfallen. Aber natürlich auch, weil es mehr als eine “Schummelei” ist – es ist wissenschaftlicher Betrug und Wissenschaft funktioniert so nicht.

52) karl, Freitag, 18. Februar 2011, 17:44 Uhr

Ich bin wirklich gespannt wie es ausgeht:

– Entweder Copyberg behält seinen Dr.-Titel: das wäre allerdings ein enormer Imageschaden für die Uni Bayreuth und würde zeigen, dass die CSU/CDU weiterhin mit Oberflächlichkeiten (d. h. der Person Guttenberg) weitermacht, statt auf Inhalt zu setzen (da haben die beiden ja dummerweise nichts massentaugliches)

– Oder die Uni Bayreuth erkennt ihm den Titel ab – dann wäre der Rücktritt fällig. Diese Option ist eigentlich die naheliegendste, da die Menge der nicht zitierten Übernahmen ja erschlagend ist. Eigentlich müsste es so kommen – aber mit ein bisschen Geld und guten Kumpeln kann man ja bekanntlich viel anders regeln.

Btw: Bitte nicht “geistiges Eigentum” als Stichwort verwenden, da das an sich schon pervers ist. Danke.

53) Gregor Keuschnig, Freitag, 18. Februar 2011, 17:46 Uhr

Kaum jemand stellt die Frage nach dem sogenannten Doktorvater, der vor einigen tagen der “Bild” (sic!) ein Interview gab. Der Mann ist Jahrgang 1934, sollte aber, wenn er das Amt schon ausübt, Google kennen – oder es seinlassen. KTzG mag plagiiert haben – die Universität hat es ihm offensichtlich sehr leicht gemacht. Wollte man sich mit dem prominenten Namen schmücken?

54) Horst Schmidt, Freitag, 18. Februar 2011, 18:26 Uhr

Bin fest davon überzeugt, dieser heutige Auftritt war der finale Rettungsschuss für die Bundesrepublik Deutschland und seine politische Restkultur. Gar nicht auszudenken, wenn diese Blendgranate höhere Weihen erlangen sollte.

Wieder einmal wird sich eine alte Weisheit bestätigen..Jeder hinterläßt eine Lücke, die sich von selbst schließt.
Da können die, die diese Person bewusst protegiert haben noch soviel jammern, auch sie werden erkennen – wie so oft in der deutschen Geschichte und mit verheerenden Folgen – müssen, wieder einmal auf ein falsches Pferd gesetzt zu haben.
Was diese Frau aus der ehemaligen DDR diesem Land zumutet, geht auf keine Kuhhaut mehr. Denn sie war und ist es, die diese Typen – denn es ist ja nicht nur Guttenberg – installiert.

Erschreckend ist jauch nicht allein die Tatsache, dass Guttenberg zur lächerlichen Figur mutiert, nein, die Art und Weise wie seine Verteidiger in der Öffentlichkeit agieren, argumentieren und noch ihre möglicherweise vorhandenen Restbestände an moralischen Grundsätzen über Bord werfen oder bereits über Bord geworfen haben.

Also werter Michael Spreng bohren Sie weiter, bringen Sie es auf den Punkt und halten weiter den Finger in die Wunde, selbst wenn diese schon erheblich stinken sollte.

55) Christian, Freitag, 18. Februar 2011, 18:32 Uhr

Er sollte den Mut finden zurückzutreten. da kann er der politischen Kultur dieses verludernden Landes noch einen Dienst tun.

56) Gregor Keuschnig, Freitag, 18. Februar 2011, 18:47 Uhr

@Christian
Die Rücktrittsforderung ist doch lächerlich. Was hat der akademische Grad mit seinem Amt zu tun? Nichts. Hat er sich den Doktortitel als Formalqualifikation für das Amt besorgt? Nein. Wenn es nach Charakterstärken oder -schwächen gegangen wäre, hätte Brandt nie Bundeskanzler sein dürfen – was schade gewesen wäre für das Land. Der Großteil der Häme ist unangemessen. Der Titel “Minister Vorübergehend” ist auch eher gequält – ein Minister in einer Demokratie ist immer “vorübergehend”. Was denn sonst?

57) Nicht-Fisch-nicht-Fleisch, Freitag, 18. Februar 2011, 18:48 Uhr

“Ein entzauberter, normaler zu Guttenberg würde den Normalzustand der Demokratie wieder herstellen.”[Zitat Ende]

Damit wäre ja dann auch allles wieder zum besten bestellt, oder habe ich Sie da falsch verstanden ? Ein Konditionalsatz als Begründung für seine weitere politische Zukunft ist m.M. nach doch etwas dürftig, oder ist diese Demokratie in Ihren Augen wirklich so erbärmlich, dass Guttenberg dann auch weiterhin politisch ernstzunehmen wäre und eine eigene Urteilsfähigkeit besäße um vorgetragene Gedanken auch selbst bewerten zu können?

Guttenberg, ein nun ausgewiesener Dünnbrettbohrer, soll künftig weiterhin Verantwortung tragen, für z.B. die Angehörigen der BW in Afganistan. Also allen Ernstes , das hieße einer alternativlosen Beliebigkeit das Wort reden, die diese Regierung zwar täglich vorbetet, aber dann können wir gleich auf jede Form politischer Kultur verzichten. Eine Entschuldigung vor handverlesenem Publikum, das wars dann schon ?

Guttenberg ist nicht weiter tragbar für eine repräsentative Demokratie , und schon garnicht als Vorgesetzter eines Ministeriums. Wenn eine Republik, wie diese, so eine Selbstbeweihräucherung hinsichtlich ihrer erhabenen Regierungsform betreibt, so haben darin auch gewisse Spielregeln beachtet zu werden. Wo bleibt eigentlich Wulff, das selbsternannte moralische Ermessen dieser so vornehmen Veranstaltung ? (Glatte Fehlanzeige, nur so am Rande.)

Die Parteien sind bekanntlich frei auch Steinewerfer und Krawallmacher in die vordersten Ränge ihres Auftretens zu befördern. So gesehen hat allerdings Guttenberg keine Probleme mehr, auch was Ehrenworte und Pflichten zur Verschwiegenheit betreffen, sind wir ja einiges gewohnt.

Ein Bleiben von Guttenberg im Amt wäre aus meiner Sicht zu begründen, aber das dürfte auch Ihnen nicht leicht fallen. Zumindest sollten Sie sich, Herr Spreng, nicht um Begründungen herummogeln um “glaubwürdig” bleiben zu können. Ihr letzter Satz in dieser causa, ist hoffentlich noch nicht gesagt.

58) sk8erBLN, Freitag, 18. Februar 2011, 18:50 Uhr

Ich sags mal so: Es ist nicht auszuschließen dass “Dr. Strg+c strg+v Googleberg” auch mit dieser Nummer durchkommen wird.

Ich halte es für ganz besonders widerlich wie er für seinen vermeintlichen Befreiungsschlag heute auch noch den Angriff auf Soldaten eines Afghanischen Aussenpostens vorschiebt als “Begründung” für sein vorgezogenes Pressestatement.

Der Hohn und Spott der gerade kübelweise über ihm ausgegossen wird trifft ihn zu Recht. Seien es die vor Ironie und Sarkasmus triefenden Amazon Rezensionen

http://www.amazon.de/product-reviews/3428125347/ref=pr_all_summary_cm_cr_acr_txt?ie=UTF8&showViewpoints=1

…oder auch die hämischen wie treffsicheren Kommentare im SPON Forum.:

“Zitat von Sundance Man sollte ihm schon Zeit geben, seine Dissertation zu lesen und kennen zu lernen, damit er sich angemessen verteidigen kann.

Das gebietet die Fairness.
Selten so gelacht. Er sollte “seine” Arbeit lesen.
[Ironie meets Ironie]”

http://forum.spiegel.de/showpost.php?p=7188729&postcount=3193

Die Reputation der Uni Bayreuth wurde zugleich mit desavouiert, handelt es sich ja nicht um wenige unveränderte Originalzitate die bei der Bewertung durchgeflutscht sind sondern um ganze 118 (Stand 18.2. 17:44 Uhr) Passagen des 400 Seiten “Werkes” (Fußnoten und Inhaltsverzeichnis sind da abgezogen).
siehe
http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/Plagiate

Der Mann war, ist und bleibt ein Blender, der noch dazu aus dem Hause Springer einmal mehr die maximal mögliche Unterstützung erhält. War er ja schließlich mal ein verdienter Mitarbeiter. noch dazu schön konservativ. Anders ist kaum zu erklären weshalb Bild mittags schon behauptet Googleberg habe den Dr. auf seiner Homepage bereits entfernt, obgleich der da selbstredend noch immer behauptet “cum laude” promoviert zu sein.
siehe”Studium der Rechts- und Politikwissenschaften, Prädikatsexamen, Promotion im Jahr 2007 zum jur. (summa cum laude)”
http://www.zuguttenberg.de/person.php ,nachzulesen auch um 18:464 Uhr am 18.2.
wo Bild behauptet:
“Guttenberg hat Doktor-Titel schon von seiner Homepage gelöscht” Artikel vom 18.02.2011 – 12:34 UHR
http://www.bild.de/BILD/politik/2011/02/18/schummel-vorwuerfe-guttenberg-entschuldigt-sich/minister-verzichtet-vorerst-auf-doktor-titel.html

Wer sich ein klein wenig mit Politik befasst, wusste schon immer dass er es mit einem höchst narzistischen Selbstdarsteller zu tun hat, dessen allgemeine Beliebtheit in keinem Verhältnis zu seinen tatsächlichen Leistungen stand. Zugegeben, das beherrscht er virtuos. Die anderen schauen ganz sicher auch nach diesem Skandal bewundernd zu ihm hoch, bemerken nicht, wie er nicht mal davor zurückschreckt tote Soldaten für seine Zwecke zu instrumentalisieren um mal wieder den eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen, Rausschmeißen kann er ja diesmal leider niemanden als Bauernopfer.

Fehlt nur noch dass er sich als der arme Märtyrer inszeniert, sehen wird er sich ganz gewiss bereits jetzt in der Rolle. Zum Glück werden hier die Kanzlerkandidaten nicht direkt gewählt vom Volk, damit bleibt uns recht sicher einiges erspart wenn Merkel abtritt.

Oder evtl. doch nicht? Dem Doktorvater Googlebergs wurde sicher nur zufällig im selben Jahr als Googleberg mit summa cum laude promovierte ein Verdienstorden der CSU verliehen, wie es im von Mela gesetzten Link zu lesen ist….

Andererseits, der Kommentator “hd” hat nicht unrecht wenn er schreibt: ” warum gleich ein Komplott vermuten wenn schlichte Dummheit ausreicht als Erklärung? Herrschaften, der Mann ist Politiker! Da erwarte ich nicht mehr.”

59) FG, Freitag, 18. Februar 2011, 18:59 Uhr

Jeder der einmal eine wissenschaftliche Arbeit verfasst hat, weiss, dass man das Rad der Wissenschaft nicht neu erfinden kann. Auch zu Guttenberg hat mit über 1300 Fußnoten bewiesen, dass er sich auf die Schultern von Riesen gestützt hat. Nun hat er jedoch in seiner Einleitung ein paar übernommene Passagen nicht als diese gekennzeichnet. Naja, dass dieses nicht klug war und in der Wissenschaft auf Unmut stößt ist klar. Ist zu Guttenberg jetzt ein Unmensch und Hochstapler, wie er von Teilen der Medien dargestellt wird? Dieses ist zu bezweifeln. Jedoch zeigt sich auch, dass die Opposition und Teile der Medien nun kräftig an dem Image des Unionspolitikers kratzen. Denn nun steht das höchste Gut jeden Politikers auf dem Spiel und zwar seine Glaubwürdigkeit. Und dabei spielt es eben keine Rolle mehr, dass es sich nur um ein paar Zeilen handelt, die nicht ordnungsgemäß gekennzeichnet wurden. Aber viel erschreckender ist jedoch, dass heute in Afghanistan ein deutscher Soldat getötet wurde und dieses in der deutschen Öffentlichkeit nur am Rande Beachtung findet.

60) eike, Freitag, 18. Februar 2011, 19:08 Uhr

Die heutige “Entschuldigung” unseres Strahlemanns triefte nur so von Selbstmitleids und erinnerte doch sehr stark an die ertappten Dopingsünder im Sport zusätzlich gepaart mit einer gehörigen Portion Arroganz

61) Yila, Freitag, 18. Februar 2011, 19:46 Uhr

Für mich bleibt unerklärlich, wie Guttenbergs Doktorvater, Peter Häberle, äußern kann “Die Arbeit ist kein Plagiat. Sie wurde von mir in zahlreichen Beratungsgesprächen eingehend kontrolliert. Herr zu Guttenberg war einer meiner besten Seminaristen und Doktoranden”. Dies lässt mich sehr um die Qualität der juristischen Fakultät der Universität Bayreuth fürchten. Aber es bleibt ja die Hoffnung, in Bayreuth man hat nur Steigbügelhalter für einen fränkischen Adelssprößling gespielt

62) nurmalso, Freitag, 18. Februar 2011, 19:54 Uhr

da hat der mann schon ein nicht unansehnliches vermögen, eine intakte familie, ein dutzend vornamen und eine politische karriere – und meint dennoch, auch noch einen doktortitel zu brauchen. selbst schuld. den ghostwriter besser bezahlen!

die richtige arschkarte hat nun aber auch die uni bayreuth. die muss jetzt ausbaden, was die promotionskommission inkls. der gutachter nicht mitbekommen haben. entziehen sie ihm die doktorwürde, deinstallieren sie damit wohl ihren aktuell berühmtesten absolventen, lassen sie es ihm durchgehen – kann man keinem studenten mehr etwas von sauberer, wissenschaftlicher arbeit erzählen.

63) JG, Freitag, 18. Februar 2011, 20:36 Uhr

@ Atalay

In Deutschland MÜSSEN Dissertationen in der Regel publiziert werden. Man unterstellt ja, daß es sich um wichtige Beiträge zur Forschung handelt, die natürlich nur dann ihre Wirkung entfalten (also die Wissenschaft voranbringen) können, wenn andere Wissenschaftler Zugriff auf sie haben. “Publizieren” heißt dabei wohl an den meisten deutschen Hochschulen bis heute: drucken. Die Arbeit ins Internet zu stellen, genügt nicht – aus gutem Grund, denn dies ist nun mal ein flüchtiges Medium.

Um die Forschung zu fördern, muß zudem jede Dissertation ein Thema, eine Frage behandeln, das/die – zumindest so – noch nicht wissenschaftlich behandelt worden ist. Es ist ein fester Bestandteil einer Dissertation, diese “Neuartigkeit” darzulegen – mit ausgiebigen Verweisen auf andere wissenschaftliche Arbeiten.

Nebenher ermöglicht die Publikationspflicht der Öffentlichkeit, die Arbeit zu überprüfen – wie es im Falle Guttenberg gerade geschieht. So kann sich jeder selbst ein Bild davon machen, mit welcher Berechtigung da jemand den schönen Doktortitel führt (wenngleich es Nichtfachleuten natürlich schwerfallen dürfte, ein diesbezügliches Urteil zu fällen) Für die ergebenen Anhänger des Ministers kommt diese Überprüfung aber offenkundig einer Majestätsbeleidigung gleich, hinter welcher nur eine finstere Verschwörung vermutet werden kann. Ist diese Nibelungentreue, verbunden mit der Bereitschaft, die Realität nur soweit wahrzunehmen, wie sie einem gefällt, nicht das eigentlich Erschreckende an der ganzen Affäre?

Ach, und übrigens, von wegen “Ghostwriting”: Sich seine Dissertation von jemand anderem schreiben zu lassen, stellt meines Wissens eine strafbare Handlung dar.

64) Florian, Freitag, 18. Februar 2011, 20:50 Uhr

Hätte er wenigstens gesagt, dass er die Quellen nicht zitieren KONNTE, hätte man es ihm abgenommen (“Der ist ein Mensch, der kann es auch nicht. So wie wir. Er ist eben einer von uns.”).
Am Rande gesagt – richtiges korrektes Zitieren ist wirklich schwer (hatte letzte Woche bei einer 1er-Schülerin und -Studentin korrekturlesen, es waren in jeder Zeile bestimmt fünf Fehler!).

Aber zu sagen “Es tut mir aufrichtig leid(, dass ich gestohlen habe)”, zieht überhaupt nicht. Gerade bei der Partei, die das Urheberrecht derart ausweiten will, dass jedes kleine Kind für ein paar Kinderlieder ins Gefängnis sollte.
Aber unser Sonnenkönig äh -freiherr?
Die Partei, welche die Vorratsdatenspeicherung und Stopp-Schilder im “Kampf” gegen “Dateientauscher” und “Raubkopierer” einsetzen wollte, hat einen Plagiatoren der allerschlimmsten Sorte an seiner “Spitze”?

Er hat sich damit untragbar gemacht für den Urheberrechtsstandort Deutschland, genauso für den Bildungsstandort Deutschland.

65) Frankilein66, Freitag, 18. Februar 2011, 20:51 Uhr

@Michael A. Nueckel

Ich glaube, es war exakt so wie Sie es beschrieben haben.

Keiner, der seine fünf Sinne beisammen hat, würde doch in der Einleitung seiner Doktorarbeit auf fremde Texte zurückgreifen.

Er ist in eine selbst gestellte Falle getappt. Ich denke, er wir noch ein paar Tage zappeln und sich winden, aber letztlich ist ein Rücktritt wohl unvermeidlich!

66) Jeremias, Freitag, 18. Februar 2011, 21:50 Uhr

JMK, Freitag, 18. Februar 2011, 13:13 Uhr

Das Fatale an der bundesrepublikanischen Parteienlandschaft ist ja die “ewige Kontinuität”. Sind ja fast “britische”, “US-amerikanische”, “mexikanische” Verhältnisse.

Wenn die Parteienlandschaft mobil und somit veränderlich wie in Italien oder in den Niederlanden wäre, hätte Guttenberg kaum Chancen.

Hier in der Bundesrepublik gibt es ja nur die Wahl zwischen Pest und Cholera.

Und Frau Käßmann war ja die Repräsentanz einer “höher?” moralischen Institution. Eine Droge ist in diesem Amt absolut tödlich. Auch wenn sie “nur” ein Mensch ist. Wer ein solches Amt annimmt, weiß auch, was er diesem Amt schuldig ist. Und eine Alkoholfahrt ist menschenverachtend, weil hier die Wahrscheinlichkeit hoch ist, daß ein unbeteiligter Mensch körperlich zu Schaden kommt. Dafür braucht man nicht studiert oder eine Dissertation geschrieben zu haben.

Jelzin sagte ja als DistriktParteichef,soviel Alkohol wie in dieser Partei, habe er in seinem Leben noch nicht gesehen. Was ihn allerdings nicht daran hinderte als Russlands Präsident, dem ausgiebig zuzusprechen.

Bei meiner DiplomArbeit war man auch kleinlich. Dennoch bin ich froh, daß ich mit dem fast nichts mehr zu tun habe. Ich habe danach die Frau im Prüfungsbüro gefragt, wozu ein Doktor nützlich ist. Antwort: “Wenn Sie Spaß und/oder Geld haben, machen Sie ihn!” Und gab mir eine Broschüre, in der aufgelistet war, wofür ein Doktor den Einstieg erleichtert. Angesichts meiner DiplomArbeit und der Umstände verzichtete ich darauf. Ich habe es nicht bereut.

67) Hagen, Freitag, 18. Februar 2011, 22:24 Uhr

Besonders interessant ist ein Ausschnitt im Bericht der Tagesschau:
während Herr Moritz auf der Bundespressekonferenz einräumt, dass die Journalisten im Verteidigungsministerium “ausgewählt” waren, um die Stellungnahme aufzuzeichnen, heißt es in der Reportage selbst, dass der Verteidigunsminister Journalisten hereingebeten habe, die “zufällig” (!) anwesend waren.
TV-Nachrichten werden immer mehr zum Instrument der Volksverdummung…

68) Thomas Maier, Freitag, 18. Februar 2011, 23:01 Uhr

Sorry, Herr Spreng. Aber ein Guttenberg, der so in der Öffentlichkeit gesehen wird wie all die anderen Clowns und Schnarchnasen, würde die Demokratie nicht wieder gesunden. Gehen etwa mehr oder weniger Leute zum Wählen weil der Guttenberg ein ach so toller Hengst ist/war?

69) Tharben, Samstag, 19. Februar 2011, 00:17 Uhr

Herr Spreng, Sie schreiben: “Sie [Politiker] sind ganz normale Menschen, mit Stärken und auch Schwächen.” Beinahe rühren Sie mich zu Tränen.

Wie menschlich kann es sein, den Arbeitslosen, die sich hundert- und tausendfach bewerben, die Schuld an ihrer Situation zu geben, obwohl jeder Politiker wissen müsste, dass es ein Überangebot an Arbeitskräften gibt?

Ich kann nur jedem ALG2-Empfänger empfehlen, seine großzügigen acht Euro dem Jobcenter mit dem Hinweis zurückzugeben, man habe dies nicht verdient und spende es lieber den notleidende FDP-Mitglieder.

Eine höchst menschliche Regung lässt mich das Klo aufsuchen …

PS: Bitte tun Sie nicht so, als seien Politiker ohne Gewissen menschlich.

70) Manuel Woltmann, Samstag, 19. Februar 2011, 07:57 Uhr

An alle beleidigten Pressevertreter mit und ohne Doktortitel

stellvertretend sei hier @Roger Gerhold genannt. Macht ruhig weiter so und i h r – nicht wie von euch behauptet, die Öffentlichkeit- demontiert einen der wenigen, fähigen Politiker des Landes. Bundeswehrreform, Abschaffung der Wehrpflicht, Halbierung des Verteidigungsministeriums um 50% und dass in knapp 17 Monaten. In der Zeit habt i h r euch erst e u e r neues Büro eingerichtet.

Aber es ist sicher genau e u e r Wunsch, Politiker zu haben, die gegenüber e u c h Demut zeigen und sich nicht selbstständig machen von der öffentlichen Meinung, die in diesem Fall ausschließlich Pressevertretermeinung ist.

I h r Pressevertreter sorgt schon dafür das es auch zukünftig Flachpfeifen in der Politik gibt, denn wer nicht e u r e Spielregeln akzeptiert, ist raus. Das habt ihr eindrucksvoll bei der gestrigen Bundespressekonferenz bewiesen, als der Großteil von e u c h beleidigt aufgestanden ist, weil er/sie merkte, in der falschen Veranstaltung zu sitzen. Nur weiter so und wir werden uns hier in Hamburg in den nächsten 4 Jahren mit so großen Politikerpersönlichkeiten wie Katja Suding FDP Farid Müller Grüne Christoph Ahlhaus CDU schmücken. Vielen Dank dafür.

Dieser Text wird ausdrücklich zur Kopie Freigegeben !
Dr.Manuel Woltmann (Titel geklaut)

71) Yila, Samstag, 19. Februar 2011, 08:10 Uhr

@Thomas Maier
ja, ich halte es für möglich, daß tatsächlich mehr Menschen wegen KTG zur Wahl gehen (gegangen wären, sollte er demnächst weg vom Fenster sein). Auf verschiedenen Internetplattformen habe ich die Reaktionen seiner Anhänger in Kommentaren gelesen. Häufig stieß ich dabei auf ein für mich nicht nachvollziehbares “jetzt erst recht” bzw. “was hat er getan, was so verwerflich sein sollte?”. Die Mär von der Verschwörungstheorie mobilisiert Lemminge ungemein. Und das durch alle Altersklassen. Gerade bei seinen Auftritten bei Jungwählern (man erinnere sich an den AC/DC Tshirt tragenden KTG oder bei einem Auftritt der JU mit Headphones am Plattenteller – mit Krisen-bewälTiger Shirt) hat er sicherlich neues “Wahlvolk” für seine Partei gewonnen. Getobt hat die Menge, hingeschmolzen sind sie, die “Lichtgestalt” nahm Form an und hat sich dank einiger Journalisten und eines Boulevardblattes sowie cleverer medialer Beratung alsbald etablieren können. Viele werden weiterhin zu ihm halten trotz der Plagiatsgeschichte. Wer gibt schon gerne zu, daß er einem Rattenfänger auf den Leim gegangen ist? Manchmal wird mir richtig bange, denn diese blinde Gefolgschaft erinnert mich an ein sehr dunkles Kapitel unserer Geschichte.

72) Manuel Woltmann, Samstag, 19. Februar 2011, 08:14 Uhr

http://watchtelevision.blogspot.com/2011/02/zdf-eklat-der-bundespressekonferenz.html

73) Jeeves, Samstag, 19. Februar 2011, 08:28 Uhr

“Lässt der Verteidigungsminster jetzt vorübergehend alle Briefbögen und Visitenkarten schwärzen, die Türschilder austauschen, den Internetauftritt ändern? ”

Huch? Plagiat!!! Denn genau dies abstruse (!) Szenario hab ich doch gestern in einem Kommentar in der FAZ (oder war’s die SZ?) geschrieben, ha!

74) Doktor Hong, Samstag, 19. Februar 2011, 09:57 Uhr

Unfassbar. Leistungsträger bei der Arbeit.

Ich kann das auch überhaupt nicht verstehen. Wenn man eine Doktorarbeit beginnt, dann hat man doch eine Idee, eine Fragestellung, die man wissenschaftlich untersuchen möchte. Das tut man dann und nach jahrelanger Beschäftigung mit dem Thema ist ein normaler Mensch mit funktionstüchtiger Hirnrinde in der Lage, die Idee seines Forschungsvorhabens darzulegen und die Resultate seiner Forschungstätigkeit zusammenzufassen. Das macht man in der Einleitung. Wie man dazu kommt, den ersten Teil der Einleitung aus einem Zeitungsartikel abzupinnen, ist mir völlig unbegreiflich. Da zu behaupten, es sei einem ein Fehler beim korrekten Zitieren unterlaufen, ist einfach lächerlich.

Ein Argument, das oft zu Gutenbergs Verteidigung vorgebracht wird, ist, dass das jeder tue. Erstens tut das nicht jeder, und zweitens macht es die Sache nicht besser. Wenn ein Dieb sich vor Gericht damit verteidigte, dass andere Leute auch stehlen würden und er die Aufregung nicht verstünde, würde das die Sache besser machen? Das ist doch einfach nur lächerlich.

Wenn man nun einen Bundesminister und potentiell späteren Bundeskanzler mit einer solchen Sache ungeschoren davonkommen lässt, welches Beispiel würde das für alle anderen geben? Was soll man einem Bacheloristen sagen, der einem entgegnet: “Was regen Sie sich so auf, der Gutenberg hat schließlich auch seine Doktorarbeit abgepinnt?”

Wie kann man “Bürgerlichkeit” und “bürgerliche Werte” wie eine Monstranz vor sich hertragen und im Falle Gutenbergs nur unwirsch abwinken? Soll die Verleihung eines Doktorgrades nicht in Anerkennung einer erbrachten Leistung geschehen? Ist das der neue “bürgerliche” Anstand, dass Leistung irrelevant ist, Hauptsache, man lässt sich nicht erwischen?

Und der Doktorvater, was soll der auch sonst sagen? Wenn er Gutenberg in die Pfanne haut, macht er sich selber lächerlich. Eiin kompetenter Wissenschaftler kennt die Literatur seines Fachgebietes. Dazu gehören vielleicht keine Zeitungsartikel, wohl aber Fachpublikationen.

Dass Gutenberg eine gewisse Neigung hat, die Wirklichkeit öffentlichkeitswirksam zu schönen, konnte man durchaus vorher wissen, und das bei Amtsantritt.

http://www.youtube.com/watch?v=lu-DBai3Kok

Die weiteren Beispiele erspare ich mir.

Was die politischen Implikationen angeht, habe ich für die aktuelle Legislaturperiode resigniert. Von diesem Kabinett erwarte ich sowieso nichts anderes, als dass es augenzwinkernd darüber hinweggeht. Mit Schützenhilfe von der BILD und dem Verblödungsfernsehen wird dies auch einer weitestgehend unkritischen Bevölkerung erfolgreich verkauft werden.

Auch dem Verfahren der Uni Bayreuth sehe ich “gelassen” entgegen. Was ist schon wissenschaftliche Integrität oder auch sowas lächerliches wie menschlicher Anstand gegen den Grundsatz, dass sich alte Parteifreunde gegenseitig kein Auge aushacken.

Klar wird überall gemogelt. Eine IT-Consulting-Firma führt einen Dipl.-Inform. (FH) als Dipl.-Inform., Hiwi-Zeiten werden als Berufserfahrung in einer Firma ausgegeben. Alles, damit man höhere Stundensätze verlangen kann. Nur so als Beispiel. Das ist auch nicht korrekt.

Wenn Leute an der Spitze unseres Staates ein solches Beispiel geben, dann ist die Einforderung von “bürgerlichen” Tugenden und Anstand durch nichts mehr zu legitimieren. Was ist daran so schwer zu verstehen? Was?

Quod licet Iovi, non licet bovi?

75) Maren P., Samstag, 19. Februar 2011, 10:08 Uhr

FG schrieb:[…]Und dabei spielt es eben keine Rolle mehr, dass es sich nur um ein paar Zeilen handelt, die nicht ordnungsgemäß gekennzeichnet wurden. Aber viel erschreckender ist jedoch, dass heute in Afghanistan ein deutscher Soldat getötet wurde und dieses in der deutschen Öffentlichkeit nur am Rande Beachtung findet.[…]

Inzwischen dürfte allen klar sein, dass es sich eben nicht nur um ein paar Zeilen, sondern um eine Vielzahl fremden geistigen Eigentums handelt – dem Internet sei Dank. Darunter auch Quellen, die im streng wissenschaftlichen Sinn als nicht zitierfähig gelten. Das stellt nicht nur zu Guttenbergs, sondern selbstverständlich auch der Uni Bayreuth wissenschaftliche Reputation in Frage. Erklärlich wird das eigentlich nur als Teil der altbekannten bayerischen Spezlnwirtschaft, besser bekannt als ‘Amigo-Affären’.

Richtig verwerflich wird zu Guttenbergs Handeln aber durch den Versuch, das in einer Demokratie auf Zeit verliehene Amt des Verteidigungsministers zu seiner persönlichen Entlastung zu instrumentalisieren! ‘Verantwortung verpflichtet’ ist zu Guttenbergs Maxime. Bevor er die für 240.000 Soldaten übernehmen kann, muss er lernen, diese ohne Wenn und Aber für sich selbst zu übernehmen! Er hat es auf die bequeme Tour versucht und ist an sich selbst gescheitert!

Übrigens, es ist ja nicht zu übersehen, dass eines seiner Vorbilder Franz Josef Strauß ist. Der forsche Auftritt, die knappen Sätze, der markige Tonfall. Ein in humanistischer Tradition hochgebildeter Mann, trotz aller Skandale und Affären als Politiker. Gemessen daran, ist zu Guttenberg ein hochwohlgeborenes ‘Bürscherl’, eine billige Kopie! Ich bin sicher, FJS rotiert derzeit verzweifelt in seinem Grab …

76) Roger Gerhold, Samstag, 19. Februar 2011, 10:30 Uhr

Hallo Herr Woltmann,
es bleibt Ihnen unbenommen, die Leistungen des Verteidigungsministers hervorzuheben.
Da kann man ja sicherlich anderer Meinung sein.
Was die beleidigten Journalisten betrifft, die waren durchaus auf der richtigen Veranstaltung.
Die falsche Veranstaltung hat Herr Dr. a.D. zu Guttenberg auf dem Flur des Ministeriums
inszeniert. 90 Sekunden lang eine gestelzte Erklärung abgeben, keine Fragen zulassen.
Ich nenne das feige. Zumal ja kein Zweifel mehr bestehen kann, dass der Mann betrogen hat.
Neueste Meldung SPIEGELONLINE von heute. Auch den Bundestagsdienst hat er eingespannt.
Mir sind “Flachpfeifen” auch nicht recht.
Mediengeile Schaumschläger aber erst recht nicht. Zumal dann, wenn Sie Begriffe wie Ehre
nach Gutdünken auslegen.
P.S. Nicht zu sehr ärgern, wenn die linke Kampfpresse übers Wochenende wieder neue
Enthüllungen präsentiert.

77) jps-mm, Samstag, 19. Februar 2011, 12:44 Uhr

Vermutlich bezahlter Ghostwriter

Es ist auch erstaunlich, in welchen Bereichen die Plagiate auftauchen: u. a. in Abschnitten mit “Beurteilung” und “Stellungnahme” als Überschrift, wo Zitate überhaupt nicht hingehören. Und die “Krönung” ist natürlich der ganze kopierte Block aus der FAZ in der Einleitung!

Dass in den Abschnitten, in denen normalerweise die eigene Meinung des Autors dargelegt wird, die (kopierten) Ansichten von dritten Personen auftauchen, und dass Guttenberg trotz des fast 500 5eiten umfassenden Werkes keinerlei eigene Beurteilung und Stellungnahme vornimmt, lässt nur eine einzige logische Schlussfolgerung zu:
Die gesamte Dissertation ist höchstwahrscheinlich von einem Ghostwriter erstellt worden!

http://www.freitag.de/politik/1107-dr.-lieblingsminister-und-mr.-plagiat

78) jps-mm, Samstag, 19. Februar 2011, 12:45 Uhr

„Die Textduplikate ziehen sich durch die gesamte Arbeit und durch alle inhaltlichen Teile“, hat Fischer-Lescano festgestellt. In einer Rezension für die kommende Ausgabe der Zeitschrift Kritische Justiz stellt der Mitherausgeber dem mit „summa cum laude“ benoteten Verteidigungsminister ein schlechtes Zeugnis aus: Der wissenschaftliche Ertrag der von Peter Häberle und Rudolf Streinz begutachteten Arbeit sei „bescheiden“, die Argumentation „mäandert vor sich hin und zermürbt die Leser“, die Beurteilung durch die renommierten Gutachter sei „mehr als schmeichelhaft“.

http://www.freitag.de/politik/1107-dr.-lieblingsminister-und-mr.-plagiat

79) jps-mm, Samstag, 19. Februar 2011, 12:47 Uhr

CDU/FDP-Koalition: “Nicht selbst geschrieben”

Führende Koalitionskreise gehen nach einem Bericht des “Kölner Stadt-Anzeigers” davon aus, dass Guttenberg seine Doktorarbeit trotz gegenteiliger Beteuerungen “nicht selbst geschrieben hat”.

Diese Vermutung lege sowohl das Ausmaß der plagiierten Stellen als auch die Tatsache nahe, dass die Einleitung des 475-Seiten-Werkes schon mit einem Plagiat beginne, heißt es demnach. Schließlich sei “die Einleitung das Persönlichste überhaupt”.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,746518,00.html

80) sk8erBLN, Samstag, 19. Februar 2011, 12:48 Uhr

@ Doktor Hong, Samstag, 19. Februar 2011, 09:57 Uhr

” Dass Gutenberg eine gewisse Neigung hat, die Wirklichkeit öffentlichkeitswirksam zu schönen, konnte man durchaus vorher wissen, und das bei Amtsantritt.

http://www.youtube.com/watch?v=lu-DBai3Kok

Schönen Dank für diesen Hijnweis.

Mag ja sein dass sich die DPA bei ihren Kunden für die Falschinfo entschuldigt hatte nach der Recherche von Zapp.

Das hält diesen narzistischen Selbstinzenierer in der Tat nicht davon ab, das ominöse Familienunternehmen weiterhin zum dekorieren seines Lebenslaufes einzusetzen, inkl. weltmännischem Touch.
Per 19.2.2011 ist dort noch immer zu lesen:
“Biographie (bis 2002):

Studium der Rechts- und Politikwissenschaften, Prädikatsexamen, Promotion im Jahr 2007 zum jur. (summa cum laude)
Leitung des Familienbetriebes in München und Berlin, berufliche Stationen in Frankfurt und New York
Geschäftsführender Gesellschafter der Guttenberg GmbH, München (bis 2002)

http://www.zuguttenberg.de/person.php

Wie jämmerlich ist das eigentlich? Und weshalb schafft unsere hochverehrte Qualitätspresse nicht sich des Themas “von und zu copy&paste Googleberg ” mal genauer anzunehmen und entblödet sich statt dessen Beiträge zu verfassen wie der Focus
:”Plagiataffäre
Deutsche wollen Guttenberg behalten”
http://www.focus.de/politik/deutschland/plagiatsaffaere-deutsche-wollen-guttenberg-behalten_aid_601406.html

Wie wäre es denn, wenn die Presse mal ihrer ureigensten Aufgabe nachkäme und schafft ordentlich zu recherchieren, dann will den copy&paste Minister und Möchtegerndoktor vermutlich auch niemand mehr. Die toten Soldaten die er gerne vorschiebt, da er glaubt sie würden ihm nützen, am allerwenigsten. Die Presse darf ja gerne ergänzen dass Merkel ihn noch braucht um ein totales Desaster in BW Ende März zu verhindern und deswegen keine Konsequenzen gezogen werden obgleich die überfällig sind.

81) jps-mm, Samstag, 19. Februar 2011, 12:48 Uhr

Plagiat aus Grundkurs-Hausarbeit

In Guttenbergs Dissertation finden sich gleich auf mehreren Seiten Textstellen einer Grundkurs-Hausarbeit aus dem März 2003 – eingereicht im “Proseminar zur Einführung für Studienanfänger”. Der Dozent Prof. Dieter Löcherbach hatte die Hausarbeit anonymisiert als “Beispiel für eine gelungene Hausarbeit” online gestellt – versehen mit dem ausdrücklichen Vermerk: “Bitte beachten Sie auch hier wieder den Urheberschutz”. Dies scheint Guttenberg nicht davon abgehalten zu haben, gleich mehrere Textpassagen aus der Anfänger-Hausarbeit zu übernehmen.

http://www.fr-online.de/politik/guttenbergs-trauerspiel/-/1472596/7204438/-/index.html

82) sk8erBLN, Samstag, 19. Februar 2011, 13:05 Uhr

grins, da habe ich doch glatt die quellenangabe vergessen im Beitrag von 13:01 :))

hier nachgereicht:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,746518,00.html
sowie
http://www.focus.de/politik/deutschland/verteidigung-kopierte-guttenberg-vom-wissenschaftlichen-dienst_aid_601445.html

sk8erBLN, Dein Kommentar wird noch moderiert. Samstag, 19. Februar 2011, 13:01 Uhr
ach ja, wurde hier noch nicht weiter erwähnt, :
Umstrittene Doktorarbeit
Guttenberg kopierte auch von Bundestagsdienst

Neue Vorwürfe gegen Dr. a.D. Karl-Theodor zu Guttenberg: Nach SPIEGEL-Informationen hat der CSU-Abgeordnete auch die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages für seine Doktorarbeit in Anspruch genommen – immerhin stammten die Ausarbeitungen von einem zweifach promovierten Beamten.

So what, der ehrenwerte copy&paste Minister hat ja nur schlappe 10 Seiten des auf Staatskosten Bezahlten Beamten in seine Arbeit einfließen lassen. das macht man halt so, merkt ja keiner dass man den wissenschaftlichen Dienst nicht für die Arbeit als Mandatsträger sondern für den eigenen erschlichenen Doktortitel missbraucht hat.
“”Der Deutsche Bundestag behält sich sämtliche Rechte an den Arbeiten der Wissenschaftlichen Dienste vor. Veröffentlichung und Verbreitung bedürfen grundsätzlich der Zustimmung der Abteilungsleitung”, heißt es in den Richtlinien für die Dienste.”

Tja, manchmal merkt man es es dummer weise doch.

Noch eine kleine “Wasserstandsmeldung” da sich seit meiner Zahlenangabe von gestern viel getan hat, Stand 19.2.2011, 13:00:
Ausweislich der Webseite
http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/Plagiate
sind inzwischen 62,8 % oder 247 Seiten diese summa cum laude arbeit mit fremden Federn geschmückt aufgeflogen.
Ich warte denn mal auf auf den Nachruf für einen ” ehrenwerten” Bundesminister!

83) Peer, Samstag, 19. Februar 2011, 13:47 Uhr

Ja, das mit dem wissenschaftlichen Dienst habe ich auch geschrieben. Es hat wohl schlicht die Zeit gefehlt, um eine Dokotorarbeit zu machen, also hat er abgeschrieben und seine Mitarbeiter forschen lassen.

Das wirklich ärgerliche daran ist, dass das so ungemein dem Bild des machtmissbrauchenden Politikers entspricht, dass das Ansehen der Politik (wenn schon nicht Guttenberg selbst) beschädigt wird.

84) Paul Pretzel, Samstag, 19. Februar 2011, 13:50 Uhr

Dass die Soldaten in AFG mit minderwertiger Ausrüstung in den Einsatz gehen, ist bekannt, aber stört niemanden, auch den Verteidigungsminister nicht. Dass die Fürsorge für traumatisierte Soldaten sehr zu wünschen übrig lässt (ein Soldat würde das anders, kürzer, härter, zutreffender formulieren) ist bekannt, stört aber niemanden, auch den Herrn Verteidigungminister nicht.

Dass Freiherr von und zu Gutttenberg sich seinen Doktortitel erschliichen haben soll, ist auf einmal das grosse Thema, der Tod von Soldaten im Einsatz ist dem gegenüber von geringerem Nachrichtenwert.

Wir erleben die Berlusconisierung, die Postelisierung der Politik.
Wichtig ist das geschickte Auftreten, wichtig ist die Verkörperung von Eigenschaften.
Auf fachliche Qaulifikation, das, was früher ministeriabel geannnt wurde, kommt es nicht an. Die Arbeit tun andere, der Politiker verkauft sein Image. Oder anders, er ist Produkt der Medien.

Politik ist nicht mehr das Bohren dicker Bretter mit dünnen Bohrern, es geht dabei nicht mehr um den Umständen nach angemessene Problemlösungen. Politik wird gerade vom Politischen zum Unterhaltenden transformiert. Die Folge ist eine Entpolitisierung und schleichende aber gründliche Abschaffung der Demokratie.

—-
Gert Postel, von Haus aus Postbote, war ohne Fachausbildung und Befähigungsnachweise zeitweise erfolgreich als Psychiater in öffentlichenEinrichtungen tätig.
Seine Werke sind Grundlektüre für jeden, der mehr scheinen und dadurch mehr sein will, als ier ist.

85) Erika, Samstag, 19. Februar 2011, 14:34 Uhr

@sk8erBLN
Die Veröffentlichungen im Zusammenhang mit der angeblichen Geschäftsführertätigkeit des Herrn zu Guttenberg hatten mich damals richtig wütend gemacht. Herr Jörges vom Stern war auch einer der “ganz guten Freunde” von Herrn zu Guttenberg. Da ich eine e-mail-Adresse von Herrn Jörges nicht finden konnte, hatte ich an die Chefredakton vom Stern geschrieben und darum gebeten, die falschen Aussagen zu berichtigen. Nach mehreren mails, in denen auch ich noch die Information liefern musste, dass es nicht stimmte, wurde mir mitgeteilt, dass sie dies in Zukunft berücksichtigen würden. Eine Richtigstellung ist nie erfolgt. Ich finde dies ziemlich erbärmlich von unseren Journalisten.

86) karel, Samstag, 19. Februar 2011, 15:11 Uhr

Grandios, was Deutschland beschäftigt.
Mit diesen “Lappalien” geben wir uns doch gar nicht erst ab:
http://www.wiwo.de/blogs/chefsache/2011/02/19/umverteilungspumpe/

87) Cato, Samstag, 19. Februar 2011, 17:07 Uhr

Wen kann der Fall VuZ wundern?
Die ganze BRD ist doch auf Schaum aufgebaut!

88) Michael A. Nueckel, Samstag, 19. Februar 2011, 17:26 Uhr

Nachtrag

Selbsteinschätzung des Autors in seinem Vorwort, S. 6, vorletzter Absatz:

„Allzu viele mussten meine verwegene Charakter- und Lebensmelange ertragen und ich bin allen überaus dankbar für unbeugsame Gelassenheit: Gleichwohl: Wirkliche Besserung ist kaum absehbar.“

Berlin, im Winter 2008 Karl-Theodor Frhr. zu Guttenberg

P.S.: Der Erstgutachter Häberle wird im Literaturverzeichnis mit 25 (!) zitierten Beiträgen genannt, der Zweitgutachter Streinz mit 11 Beiträgen (i.ü. ohne seinen Kommentar EUV/EGV, 2003), alsbald folgt der Autor zu Guttenberg mit 10 nichtssagenden Presseartikeln (u.a. Bayernkurrier).

89) gulliver, Samstag, 19. Februar 2011, 17:57 Uhr

Solange die Öffentlichkeit noch hinter Guttenberg steht braucht ihn das alles nicht zu jucken. Und nach neuesten Umfragen tut sie das überdeutlich.

90) Peter Christian Nowak, Samstag, 19. Februar 2011, 18:36 Uhr

In einem SWR-Hörfunk Kommentar bezog Frank Wahrlich eindeutig Stellung für den Baron. Spätestens hier wurde mir klar, daß die Opposition nicht zu früh jubeln sollte: Von einem Rücktritt oder Aberkennung des Titels kann noch lange nicht die Rede sein.
Die Strippenzieher pro Regierung (die für Reputation und Kommunikation zuständigen) sind offensichtlich schwer damit beschäftigt, den politischen Flurschaden zu beseitigen. Da werden alle Register der Kommunikationswissenschaft gezogen. Denn auch der Regierung schwant es, daß es sich bei zu Guttenberg um einen eitlen Geck handelt, der es tatsächlich geschafft hat, eine halbe Nation an der Nase herumzuführen. Diese Erkenntnis allerdings darf beim Wähler nicht Raum greifen, sonst ist für den Baron der Lack ab. Schließlich stehen 2011 wichtige Wahlen an.

Ich bin im Zweifel, ob die Uni Bayreuth die Kraft hat, nach Maßgabe der Gesetze zu handeln. Auch könnte ich mir vorstellen, dass der zuständige Untersuchungsausschuss erheblich unter Druck steht – insbesondere unter politischem.
Hierzu auch: http://www.nachdenkseiten.de/?p=8392#more-8392

91) Peter Christian Nowak, Samstag, 19. Februar 2011, 18:50 Uhr

@ Gregor Keuschnig

Ich frage mich, was schlimmer ist,eine Gesellschaft, die Betrug dann akzeptiert (kriminelles Verhalten), wenn es sich um eines ihrer Idole handelt, oder ein Minister, der möglicherweise ein Betrüger ist…
Vor dem Gesetz sind alle gleich?
Hören sie auf, man kann die halbseidenen Entschuldigungen nicht mehr hören… Guttenberg muß weg, wenn er betrogen hat, ohne Wenn und Aber!

92) Peter Christian Nowak, Samstag, 19. Februar 2011, 18:54 Uhr

Und als Ergänzung noch:
http://www.rp-online.de/politik/deutschland/Guttenberg-hat-fremde-Initialen-entfernt_aid_966444.html

93) Peter Christian Nowak, Samstag, 19. Februar 2011, 19:18 Uhr

@Karel

Sie haben Recht! Hab den Artikel gelesen……

94) G. Forster, Samstag, 19. Februar 2011, 19:47 Uhr

Die Reaktionen mancher Guttenberg-Fans erinnern an die von Kindern, denen man erzählt, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Sie halten sich die Ohren zu.
Das ändert aber nichts am Sachverhalt.

Dass zu Guttenberg mal über seine Eitelkeit stolpern würde, war absehbar. Er hätte keinen Dr.-Titel gebraucht, um Karriere zu machen. Aber er wollte offenbar partout einen – koste es, was es wolle.

Bedenklich ist, dass in dieser Affäre nun die Universität das entscheidende Wort haben soll. Denn die ist befangen. Würde sie den Titel entziehen, müsste sie sich selbst damit miserable Qualitätskontrolle und erstaunlich leichthändige Vergabe von Bestnoten bescheinigen. Stichwort: summa cum laude.

95) Wertkonservativliberaler, Samstag, 19. Februar 2011, 21:35 Uhr

Lieber Herr Spreng (ich schätze Sie sehr),

ein sehr geschickter Versuch, die Causa Guttenberg zu retten. Sie sollten ihn beraten! Er wäre nur schadlos davongekommen, wenn er am Freitag, 18.02., vor der Bundespressekonferenz erschienen wäre, das Plagiieren seiner Dr.-Arbeit eingestanden hätte (“Ja, ich habe Ghostwriter beschäftigt, weil ich töricht genug war, zu meinen, ich bräuchte einen Dr.-Titel”), der Bundeskanzlerin seinen Rücktritt angeboten hätte. – Die hätte den Rücktritt nicht angenommen und alles wäre gut gewesen. Aber so, wie es gelaufen ist, geht es im konservativen Milieu eben nicht durch:

Was mich so beim Nachdenken über die Causa Guttenberg verstärkt am meisten beschäftigt ist aber:

1.)
Wie hält man das durch, eine über weite Teile plagiierte Doktorarbeit veröffentlicht zu haben, mit dem Wissen, das könnte auffliegen?

Wusste er das nicht? Hat er das verdrängt? Wie naiv oder abgebrüht ist das? Ist das die Folge einer “elitären” Sozialisation?

Der Mann ist Stabsunteroffizier der Reserve (irgendetwas auf der Offizierslaufbahn, denn er war Abiturient, ist also schief gelaufen). Er hat das 1. jur. Staatsexamen, aber hat die Prüfung des – wesentlich härter benoteten – 2. jur. Staatsexamens offenbar gescheut.

Und dann wollte er noch die Dr.-Arbeit haben und hat dabei plagiiert, im großen Stil.

Und tänzelt dabei auf der großen Bühne, selbstbewusst, als ob nichts wäre. Was sagt das über diesen Menschen aus? Mich würde da wirklich einmal die Expertise eines forensischen Psychiaters interessieren, der sich mit dem Psycho-Profil von betrügerischem Verhalten auskennt.

2..)
Was läuft da schief mit der “Besten”-Auswahl für hohe Regierungsämter? Ist ein Mitdreißiger, der keinerlei “natürliche” Autorität durch Berufserfahrung erworben hat, geeignet, erst in das Amt des Wirtschaftsministers (Qualifikation = Geschäftsführer einer firmeneigenen GmbH mit drei Mitarbeitern), dann des Verteidigungsministers gehypt zu werden? Um dann Autorität und Führungsstärke dadurch zu simulieren, indem er ranghohe Mitarbeiter vorschnell entlässt oder suspendiert (Kunduz-Affäre, Kapitän Gorch Fock) ? So etwas kann doch nicht funktionieren!

beste Grüße, ein Wertkonservativliberaler und CDU-Wähler, der für seine diss. iur. (summa cum laude) vierundeinhalb Jahre hart geackert hat – ohne Unterstützung des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages!

96) John Dean, Sonntag, 20. Februar 2011, 07:44 Uhr

@Frankilein66
Wer sagt eigentlich, daß er bei der Abfassung seiner Arbeit wirklich alle 5 Sinne am Start hatte? Allein schon die Idee, mit Hilfe eines längeren politischen Aufsatzes, der an vielen Stellen kaum das Nivau eines Schüleraufsatzes übersteigt, einen juristischen, ich betone juristischen, Doktor zu erlangen, ist – ähem – etwas merkwürdig. Klappt vermutlich nur im Fall von Protegierung. Es fehlt geradezu vollständig das wissenschaftliche Erkenntnisziel, er produziert aus teils minderwertiger Sekundärliteratur lediglich eine redundante Tertiärliteratur, nämlich einen Vergleich von Verfassungsentwicklung, den es in der juristischen Fachliteratur (siehe auch seine eigenen, etwas knapp geratenen Belege), bereits vielfach gibt. Seiner vergleichenden Arbeit mangelt es in jeder Hinsicht an Originalität und Tiefe. Beim in der EU-Verfassung fehlenden Gottesbezug bemängelt er beispielsweise, dass dies “nicht modern” sei (warum eigentlich?) und der Geschichte von Europa nicht gerecht werden würde, begründet aber an keiner Stelle, warum eine Verfassung die Aufgabe haben sollte, “der Geschichte gerecht” zu werden bzw. was an einem strengen Gottesbezug denn überhaupt modern sein solle. Und so weiter und so fort. Dann ist es wohl so, dass die Auswahl der zitierten Stellen (jede Menge Zeitungsartikel an Stelle wissenschaftlicher Belege), sowie die Art, wie fremde Zitate in die Arbeit eingearbeitet wurden (nämlich in mehr als 100 Stellen und für einen erheblichen Teil der Doktorarbeit als eigenen Text) für eine totale Fremdheit mit den Techniken wissenschaftlichen Arbeitens sprechen. Auch der dümmste akademische Ghostwriter hätte sich eine derartige Stümpermethodik nicht erlaubt.

Summa cum laude…

(au weia)

97) sk8erBLN, Sonntag, 20. Februar 2011, 11:57 Uhr

@ gulliver, Samstag, 19. Februar 2011, 17:57 Uhr
“Solange die Öffentlichkeit noch hinter Guttenberg steht braucht ihn das alles nicht zu jucken. Und nach neuesten Umfragen tut sie das überdeutlich.”

Sie wissen doch, unter den Blinden ist der Einäugige König. Und es gilt nach wie vor: Das Wahlvolk ist selbst schuld wenn es der Berlusconisierung konsequenzlos zuschaut. Dann hat es ofensichtlich nichts besseres verdient. Und sollte die Uni Bayreuth das schäbige Spielchen mitmachen -ob freiwillig oder weil dazu genötigt-, die Promotionen -zumindest der juristischen Fakultät- sind dann nichts weiter als schlechtes Klopapier. Besser lässt sich die wissenschaftliche Reputation einer Universität kaum zerstören. Das wäre ein hoher Preis den man dafür bezahlt und ich vermute man wird das sorgfältig abwägen. Natürlich ist man in einer äußerst dummen Lage, nicht zuletzt wegen des parallel verliehenen Verdienstordens und der Tatsache dass derjenige der nun prüfen soll das alles selbst verpennt hatte als Beisitzer damals. Ich bin gespannt auf die nun folgenden Verrenkungen.

@ Erika Samstag, 19. Februar 2011, 14:34 Uhr
Die Mailadresse von Herrn Jörges lässt sich wie die fast alle anderen wichtigen leute sehr einfach über Kress ermitteln, das ist kein Geheimnis….
http://kress.de/kresskoepfe/kopf/profil/6426-hans-ulrich-joerges.html
Dort einfach auf VCard herunterladen klicken (rechts und man hat alle Daten. Nur so als Tipp fürs nächste mal. :).

98) orlando, Sonntag, 20. Februar 2011, 12:00 Uhr

Was an der ganzen Sache bezeichnend ist: Es wirft ein Licht auf unsere Gesellschaft und das, was die meisten von uns für wertvoll und erstrebendwert halten. Wir versuchen uns selber vorteilhaft zu verpacken, also als mehr zu scheinen, als wir sind (jünger, klüger, sensibler, sozialer etc.), und wir sind genauso geneigt, anderen ihre Fassade abzukaufen und für die Wahrheit zu halten. Es wird eine Projektion erzeugt, z.B. ein Politiker, der stark, unabhängig, ehrlich, durch und durch anständig ist, der sich für die gute Sache verzehrt, dem nur eines am Herzen liegt, wie kann ich jeden Tag die Welt ein bisschen besser machen. Und der frei von dem ist, was wir jeden Tag fast 24 Stunden lang machen: Die Anerkennung der anderen zu suchen, indem wir versuchen, ihnen ein bestimmtes Bild von uns aufzuprägen.

Wir erhoffen uns was davon, nämlich, dass es uns besser geht, wenn die anderen uns mögen und für toll halten. Dass es uns nützen wird, dass es uns Sicherheit geben wird, und dass uns die Liebe und Anerkeunng von außen glücklich machen wird. Und es ist der worst case (siehe z.B. zu Guttenberg), wenn unsere Fassade bröckelt, wenn unsere kleinen und großen Lügen durchschaut werden. Dann reagieren wir fast immer mit neuen Lügen, leugnen alles und sehen uns als Opfer. Wir verteidigen uns bis zum letzten Blutstropfen. Dabei ist oft Ehrlichkeit das einzige, was uns echt Anerkennung, vor allem auch die eigenen (und nicht ist wertvoller als das) bringen kann. Man muss keine Angst mehr haben, aufzufliegen, weil man aufgehört hat, Theater zu spielen, zu lügen, zu posieren, um Anerkennung zu betteln. Es macht uns frei, wir selber zu sein, das was man so gern authentisch nennt, und es macht den anderen frei, uns nicht zu mögen und nicht das Theater mitspielen zu müssen (ich tu so, als ob ich dich mag, damit du das tust, was ich will, zu meinem Nutzen. Und ich werde wie ein Kaufmann aufrechnen, was ich ihm oder er mir schuldet). Ich denke, es ist eine EInladung an uns alle, nachzuschauen, wo wir den Guttenberg machen, uns rauswinden, betrügen, zu dick auftragen, uns Sachen erschwindeln unter Vorspiegelung falscher Tatsachen. Ich hab innerhalb von Sekunden viele Beispiele in meinem Leben gefunden.

Und ich will zu Guttenberg nicht entschuldigen – im Gegenteil. Wenn er betrogen hat, dann soll er die Konsequenzen tragen. Und es wir passieren, was passieren soll. Vielleicht lernen wir, dass wir mehr hinter dien Fassaden schauen und nicht nur das sehen in den Politiker oder Stars, was wir gerne sehen wollen. Die Wahrheit ist: keiner ist besser als wir. Alle verfolgen ihre eigenen Ziele. Alle sind im Kern unglücklich und schmieren nur Kleister drüber. Und ja aufgeblasener die Worte sind und je mehr das offenbare Glücklichsein zu Schau gestellt wird, um so mehr kann man davon ausgehen, dass es Lügen sind.

99) T.D., Sonntag, 20. Februar 2011, 12:17 Uhr

Das Schlimmste an der Sache ist, dass es dem Freiherrn nicht einmal unangenehm ist, dass er sich einfach des Geistigen Eigentums anderer Autoren bedient, ohne es richtig zu kennzeichen. Dementsprechend kam seine Entschuldigung auch nicht als wirkliches Bedaueren rüber. Es war auch kein Anzeichen der Reue zu spüren. Daher sollte jeder Entschuldigung, die nur als Floskel verwendet wird, folgerichtig als “Guttenberg-Entschuldigung” bezeichnet werden. Eben eine rhetorische Floskel, mit deren Hilfe man sich lästige Nachfragen erspart.

Und noch was. Anscheinend steht zwei Drittel der Bevölkerung hinter zu Guttenberg und möchte keinen Rücktritt. Aber das sind sicherlich die Menschen, die zum einen überhaupt nicht mit dem Anforderungen der wissenschaftlichen Praxis vertraut sind oder zum anderen fleissig Lieder, Filme etc. aus dem Netz laden und dabei auch fleißig das Geistige Eigentum Dritter klauen.

100) dsozet, Sonntag, 20. Februar 2011, 12:23 Uhr

Wer noch bei der Doktorarbeit unwissentlich fehlerhaft arbeitet oder ”kleine” Plagiate als übersehbare Fehler abtut, hat Wissenschaft nicht verstanden und verdient damit auch keine wissenschaftliche Titel. Besonders solch exponierten Menschen wie Guttenberg empfehle ich gute Korrekturleser. Wenigstens die hätten die Fehler merken müssen und Guttenberg darauf hingewiesen, wann der innere Schweinehund zu gross war, um akribisch genug zu arbeiten.
Und als Politiker lohnt es sich ja wohl, genauso akribisch mögliche die Karriere beschmutzende Handlungen zu unterlassen. Vielleicht fehlt Guttenberg genau die nötige Akribie, um seinen politischen Gegnern und Neidern kaum Angriffsfläche zu bieten. Tefflon-Merkel macht’s vor.

101) Kathrin Brunner-Schwer, Sonntag, 20. Februar 2011, 13:05 Uhr

summa um laude oder copy&paste: Sonst hat Deutschland keine Probleme?

102) Sabine Zielke-Esser, Sonntag, 20. Februar 2011, 15:15 Uhr

Haltet Euch nicht allzu lange an Herrn zu Guttenberg fest. Die Kernfrage ist doch: Wie konnte er damit durchkommen, warum ist er erst jetzt aufgeflogen? Ich sehe keinen Unterschied zwischen Gammelfleisch, das uns untergeschoben wird, und getürkten Dissertationen. Kriegen wir noch den Hintern hoch, um am SYSTEM etwas zu ändern?
Werden jetzt alle (vorhandenen und zukünftigen) Doktorarbeiten gescannt? Welche Konsequenzen zieht die Universität Bayreuth? Oder läuft das wieder so wie im letzten Lebensmittelskandal: Wir regen uns auf und essen drei Tage keine Eier.
Oder wie bei der Bayerischen Landesbank? Oder wie bei den Lehman-Papieren? Nach der Finanzkrise 2008 sagte Frau Merkel vor dem Bundestag: „Wir werden hart durchgreifen.“ Mein Gott, sie hat nicht einmal mit Wattebällchen geworfen!

103) djh, Sonntag, 20. Februar 2011, 16:06 Uhr

ich empfinde es als grotesk, dass wir hier über die Anzahl der abgeschriebenen Halbsätze in einer Doktorarbeit diskutieren. Selbst wenn er sich die Doktorarbeit hätte schreiben lassen schadet das der Bundesrepublik nicht! Ich möchte erst gar nicht wissen wie viele Kokain konsumierende Politiker in Berlin in Ihrer Doktorarbeit ähnliche “Fehler” zu verzeichnen haben. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, eine Doktorarbeit sollte alle an Sie gestellten Anforderungen erfüllen!

Man spricht von Rücktritt, lächerlich! Herr Beck versenkt Millionen am Nürburgring und schadet damit dem deutschen Steuerzahler massiv! Da wird ein Projekt aus dem Boden gestampft was von vornherein zu Scheitern verurteilt ist und hier schreit keiner nach Rücktritt!

Haben wir nicht andere Probleme in Deutschland als die Fußnoten in einer Doktorarbeit?

Wo wollen wir denn zukünftig den politischen Nachwuchs noch herbekommen?

Mit freundlichen Grüßen

djh

104) JB, Sonntag, 20. Februar 2011, 16:30 Uhr

Als jemand, der selbst mitten in den Mühen einer Doktorarbeit steckt, interssiert mich dieses Thema zur Zeit besonders. Dass bereits die Einleitung nicht aus eigenen Geistesblitzen stammt, ist mehr als peinlich und lässt anderes vermuten. Unkommentierte Vorlage von Dritten? Dies zuzugeben würde eine unmittelbare Abdankung zur Folge haben … und deshalb wird dies nicht passieren.

Jedoch plädiere ich für Fakten und nicht für Spekulationen. Deshalb: “in dubeo pro reo”. Dass jedoch zumindest die Einleitung in dieser Form keine Eigenleistung darstellt, ist Fakt.

105) Nrwbasti, Sonntag, 20. Februar 2011, 17:15 Uhr

Hallo Herr Spreng,
wieso kann Herr Guttenberg nicht Minister bleiben, wenn er seinen Doktortitel zurück gibt bzw. verliert? Ich finde, man sollte dies nicht miteinander vermischen. Über eine Reaktion Ihrerseits würde ich mich freuen.

Beste Grüße

106) EStz, Sonntag, 20. Februar 2011, 17:26 Uhr

Helmut Kohl hat auf illegale Weise Millionen Wahlkampfspenden eingestrichen und für sich persönlich eingesetzt (für den eigenen Wahlkampf und den der willfährigen Genossen), und gilt vielen noch als Ehrenmann, weil er sein gegebenes Wort nicht hielt und die Bestecher nicht nannte. Guttenberg puzzelt sich seine Doktorarbeit zusammen (oder ließ zusammenpuzzeln), und bleibt im Amt. Gerhard Schröder betrieb den Russen gegenüber willfährige “Enegiepolitik” und lässt sich anschließend auf eine hoch dotierte Position einstellen (nur eine sehr, sehr kleine Auswahl).

Jeder Schüler, der fremde Leistungen als seine eigenen ausgibt, wird je nach Schwere bis zum Schulverweis bestraft; jeder Arbeitnehmer, der in seinem Lebenslauf lügt (wie Guttenberg bei seiner “Berufserfahrung”), kann entlassen werden. Woanders werden Angestellte fristlos gefeuert, weil sie eine beschädigte, vom Filialleiter in den Müll geworfene Packung Klopapier mit nach Hause nahmen. Oder ein Autofahrer wird von einem Gericht verurteilt, weil sein Wagen nach dem Handzeichen eines Grenzbeamten eine Handbreit über den weißen Haltestrich ragte und nicht umgehend um diesen einen Handbreit zurückgesetzt wurde. Irgend etwas stimmt hier nicht mehr.

Ich hab das Gerede so satt, dass Politiker “auch nur Menschen” sind. Wenn dem so ist, sollen sie sich nicht nur so verhalten (was – von mir aus – Lug, Betrug, Bestechlichkeit, Veruntreuung etc einschließt), sondern auch so behandeln lassen. Das bedeutet je nach Vergehen Aberkennung der Ehrentitel, Entlassung, Verlust der Pension, Leistung von Schadensersatz, Gefängnisstrafe etc.

@ Karel: Vielen Dank für den Link (selbst wenn ich mich nach dem Lesen nun wirklich nicht besser fühle). Bitter, wenn man das alles mal so zusammenträgt …

107) Peter Christian Nowak, Sonntag, 20. Februar 2011, 17:52 Uhr

@Wertkonservativerliberaler

°°Was läuft da schief mit der “Besten”-Auswahl für hohe Regierungsämter? Ist ein Mitdreißiger, der keinerlei “natürliche” Autorität durch Berufserfahrung erworben hat, geeignet, erst in das Amt des Wirtschaftsministers (Qualifikation = Geschäftsführer einer firmeneigenen GmbH mit drei Mitarbeitern), dann des Verteidigungsministers gehypt zu werden? Um dann Autorität und Führungsstärke dadurch zu simulieren, indem er ranghohe Mitarbeiter vorschnell entlässt oder suspendiert (Kunduz-Affäre, Kapitän Gorch Fock) ? So etwas kann doch nicht funktionieren!°°

Schief läuft, daß es offenbar nicht möglich ist, fähige und kompetente (Fach)leute für politische Ämter zu begeistern.
Parteiräson und Ideologie geht vor wissenschaftlicher Empirie.

Ernstzunehmende Wissenschaftler hüten sich davor, von karrieregeilen Aparatschiks in den Parteien verbrannt zu werden.
Welch ein glück! So kann auch z.b. ein Brüderle Wirtschaftsminister werden und muß Konkurrenz nicht fürchten.
Für die Verantwortlichen funktioniert Politik phantastisch, wie ich zuweilen in Bundespressekonferenzen erleben darf…nur nutzt die nix der Bevölkerung.

108) mac4ever, Montag, 21. Februar 2011, 00:02 Uhr

Die Beliebtheit dieses Blenders trotz offensichtlichen Betruges gehört für mich in die Ecke des Yellow Press-Adelsinteresses.

109) theo, Montag, 21. Februar 2011, 10:48 Uhr

Wenn die Uni Bayreuth KT mit einem blauen Auge davon kommen lässt, dann dürfte diese Uni in den kommenden Jahren ein massives Problem damit bekommen, irgendwelche Verfehlungen von Studierenden konsequent und wissenschaftsüblich ahnden zu können. Das wäre ein Präzedenzfall, der den Ruf dieser Uni erheblich beschädigen würde. Dann hätte sich die Uni Bayreuth mit eigener Kraft in eine höhere Parteischule verwandelt.

110) Jeff Kelly, Montag, 21. Februar 2011, 12:03 Uhr

Die Uni Bayreuth bezeichnet sich selbst als “Harvard Bayerns”, sie mag zwar im “bayrischen Hinterland” liegen hegt aber Ansprüche eine “Exzellenzuniversität” zu werden und genießt, gerade in Jura bisher einen exzellenten Ruf.

Die werden den Teufel tun und Guttenberg den Titel aberkennen. Der Ruf des Doktorvaters und der an der Prüfungskommission beteiligten Professoren wäre ruiniert und das Dekanat der Uni wissenschaftlich blamiert, das wird niemand zulassen.

Der Vergleich mit Strauß hinkt. Strauß hat nie zu verstecken versucht dass er ein skrupelloser Hund ist. Unter anderem deswegen wird er in Bayern selbst heute noch respektiert.

Meistens beginnen Gespräche über Strauß selbst heute noch mit den Worten: “A’ Hund war er ja scho’, der Strauß, aber…”

111) Minimum, Montag, 21. Februar 2011, 12:27 Uhr

Mich bestürzt, dass gerade Konservative, die doch so viel Wert legen auf Titel, Haltung und Würde, leichtfertig das zweifelsfreie Vergehen des KTzuGuttenberg zu bagatellisieren versuchen. Ihnen kann doch die Doktorwürde nicht so wenig wert sein, dass sie diese lieber beschädigen lassen (und das ist hier der Fall) als einen der ihren zu kritisieren? Ich hatte bislang immer große Hochachtung vor der Leistung, promoviert zu haben. Muss ich umdenken?

Zu der Benotung “summa cum laude” möchte ich zwar der Uni Bayreuth nicht zu nahe treten, aus der Erfahrung vieler Jahre halte ich jedoch für denkbar, dass sie aus dem Ansehen der Person resultiert. Wäre es nicht sinnvoller, derartige Arbeiten anonymisiert zu beurteilen?

112) Jablonski, Montag, 21. Februar 2011, 13:52 Uhr

In einem Artikel zur Causa zu Guttenberg in der Rheinischen Post in der vergangenen Woche stieg der Autor ein mit einem Bild aus einer beliebigen Kabinettssitzung aus den vergangenen Wochen: (sinngemäß wiedergegeben) “Die Sitzung beginnt und es erscheinen Dr. Merkel, Dr. Westerwelle, Dr. Schäuble, Dr. Rösler, Dr. von der Leyen,… – nur Brüderle und Niebel kommen ohne Doktortitel.”

Ich habe den Großteil der 99 vorangegangenen Kommentare ganz und den Rest quer gelesen; in den meisten wird – wie derzeit im Großteil der Presse – über die wissenschaftlichen und moralischen Verfehlungen von zu Guttenberg und über dessen Verlust an Glaubwürdigkeit gesprochen. Nur vergleichsweise wenige (in der Blogosphäre einige mehr) diskutieren den Umstand, dass es “ausgerechnet” zu Guttenberg aus einer großen Riege promovierter A-Politiker “getroffen” hat – ausgerechnet den demoskopisch beliebtesten Minister des Landes. Ganz wertneutral: Das kann nicht ganz ohne Zusammenhang bleiben. Sollte es diesen tatsächlich geben, halte ich die damit verbundenen mindestens moralischen Verfehlungen für wesentlich nachdenkenswerter und bezeichnender für unsere politische Kultur als die Fehler zu Guttenbergs.

Sage ich, der sich in seiner Magisterarbeit mit dem Thema “politisches Bargaining” befasst hat und seitdem nur noch selten nachdenklich wird.

113) Benjamin, Montag, 21. Februar 2011, 14:47 Uhr

Eine Farce war die “Anne Will” Sendung gestern: Hohlmeier spult die zu erwartenden Standardsprüche ab (“Fehler” statt offensichtlichen Fehlverhalten, wenn nicht bewussten Betrug – außer es saß doch ein Ghostwriter parat), Wedel (warum sitzt er dort?) sieht ´schon die frühneuzeitliche Inquisition am Werk, wenn man berechtigte Aufklärung fordert. Jörges, dem ich nicht immer zustimmte, brachte die Sachlage aber auf den Punkt . Es stellt sich bei den ganz offensichtlich übernommenen (etwas anderes beim direkten Textvergleich zu behaupten, ist unredlich und verfälschend) und nicht kenntlich gemachten Stellen die Charakterfrage, denn eine wissenschaftliche Arbeit – das wird jeder bestätigen, der dies mal auf sich genommen hat – ist eine sehr persönliche Angelegenheit. Eine summa cum laude Diss schmückt zudem durchaus. Sollte Bayreuth die Angelegenheit unter den Tisch kehren (“Guttenberg-Bonus” + politischer Druck und die Angst in Bayreuth, sich eine Blöße zu geben), stellt sich nicht nur die Frage nach dem Wert einer Promotion, sondern auch dem Rang von wissenschaftlicher Arbeit und der Unabhängigkeit der Hochschulen in diesem Prozess. Deutlicher als in der Sendung machte dies auch Prof. Freise im anschließenden Chat notwendig – an den Hochschulen wird das so oder so noch nachwirken, da darf man sicher sein.

Hätte sich Guttenberg am Freitag hingestellt und nicht nebulös von Fehlern (die sicherlich passieren können, keine Frage, aber das hier ist ein anderes Kaliber), sondern von Verfehlungen gesprochen, die Verantwortung für mangelhafte Sorgfalt und eine nicht adäquate Arbeitsweise übernommen (samt einer dann fälligen Aberkennung) – das wäre respektabel gewesen. So wird er Stück für Stück demontiert – nicht aufgrund einer angeblichen Kampagne, sondern aufgrund eigener Schuld, weshalb er ja auch Nerven zeigt. Er macht sich, wenn es so weiter geht, zu einer unglaubwürdigen und charakterlich zweifelhaften Figur, trotz seiner Popularität in der Bevölkerung – obwohl er doch auch politisch bisher substantiell nichts vorzuweisen hat. Ich hätte einen Rücktritt im Fall eines glasklaren Bekenntnisses zu seinen Verfehlungen und einem ehrlichen Schuldeingeständnis für nicht zwingend gehalten. Wenn es so weiter geht, wäre es wünschenswert, doch die Union wird ihr bestes Pferd sicher nicht aus dem Verkehr ziehen – aber vielleicht kommt es noch selbst zu Fall.

114) RichardT, Montag, 21. Februar 2011, 14:55 Uhr

ich bin kein Akademiker, deshalb frage ich mich ob denn so eine Doktorarbeit nicht geprüft wird.
Sollte nicht der prüfer auch eine Verantwortung tragen?
Was machen eigentlich die Doktorväter? Nur auch auf dem Titelblatt erscheinen auf daß vom Ruhm des Doktoranden auch etwas auf sie abfällt?

Noch eines ist sehr auffällig, nämlich wie die presse reagiert. Wie wenig und wenn dann meist belustigt wurde über J.Fischers polizistenverprügelei berichtet.
Da hat auch nie einer festgestellt ein Mann mit so einer vergangenheit wäre untragbar.
Nur beim beliebtesten Minister der CDU, da regen sich plötzlich alle auf.

115) Peter Christian Nowak, Montag, 21. Februar 2011, 15:04 Uhr

Vielleicht ist so eine Paradeherkunft, wie sie Karl-Theodor zu Guttenberg vorweisen kann, nicht immer hilfreich für eine geordnete Persönlichkeitsentwicklung – oder mit anderen Worten: Die Herkunft aus einem Adelsgeschlecht kann dazu führen, dass man die Bodenhaftung verliert. Eitelkeit, Verwöhntheit, wirklich nie unter Druck zu stehen, weder unter existentiellem noch unter materiellem, all das können Gründe sein, warum Herr zu Guttenberg sein Ansehen an die Wand gefahren hat. Mitnichten hat er mit einem Absturz ins normale Jämmerliche gerechnet.
Was bleibt sind herabfallendeTrümmer vom Sockel einer hochgeschriebenen Persönlichkeit, irreparable Flecken, die keine Reinigung mit Hilfe des Fleckentferners BILD mehr herausbekommt. Einige in der Bevölkerung mögen sich “Royals” in die Politik gewünscht haben, wenige aber haben die Gefahren erkannt, die sich mit Idolen im Allgemeinen verbinden. Auch das Volk war und ist blind vor Freude, vergibt Vorschusslorbeeren, endlich einen echten, wahrhaftigen, rhetorisch eloquenten, noch dazu adligen Kanzlerkandidaten gefunden zu haben. Und nun wollen sie nicht wahrhaben, daß es sich hierbei um eine stinknormale Person handelt, die nicht besser und nicht schlechter ist, als die schon gehabten.
Das Volk ist so wenig ehrlich, wie es Herr zu Guttenberg ist, weder zu sich, noch zu ihren sogenannten “Werten”, noch gesteht es seinem Idol zu, Ehrlichkeit zu praktizieren. So konnte sich aus zu Guttenberg eine Schimäre des Anstandes und der Rechtschaffenheit entpuppen, ein erwiesener Phantomas in einem Traum. Aus der Traum. Die Enttäuschung darüber ist wohl größer, als das Plagiat. Und das ist schon groß genug.

116) Lord Ganesha, Montag, 21. Februar 2011, 15:32 Uhr

Da kann ich nur staunen, ob des gelungenen Brandings von Hrn v&z Guttenberg – denn objektiv betrachtet ist er ein Politiker wie leider jeder andere auch!
Liest du hier FAZ vom Sonntag:
http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E077FB93A734442E0B1767418E542CFFD~ATpl~Ecommon~Scontent.html

117) Lars, Montag, 21. Februar 2011, 15:38 Uhr

Herr Spreng,
Sie schreiben: “Ein entzauberter, normaler zu Guttenberg würde den Normalzustand der Demokratie wieder herstellen.”
Ich sehe das anders. Die Causa Guttenberg hat schon jetzt Schaden verursacht. Und zwar deshalb, weil der Vorgang allen Stammtisch-Philosophen recht gibt: Die Politiker würden nur ihre Privilegien auskosten, die da oben können machen, was sie wollen, etc…
Stammtisch-Parolen werden wahr. Futter für die Politikverdrossenen. Das beschädigt die Demokratie, nicht erst bei einem möglichen Rücktritt Guttenbergs, sondern schon jetzt. Das ist unumgänglich – Guttenberg selbst würde wahrscheinlich sagen: alternativlos.
Ich habe darüber auch hier gebloggt: http://bit.ly/dK55SN

118) Reinard Schmitz, Montag, 21. Februar 2011, 18:06 Uhr

Ein offensichtlicher Betrüger ist also ein ganz normaler Mensch? Wo leben wir eigentlich.?

119) Feliks_Dzerzhinsky, Montag, 21. Februar 2011, 18:19 Uhr

Man muss aber anerkennen, dass er weite Kreise der Beölkerung hinter sich hat, die deutlich fordern:
Uneingeschränkte Solidarität mit Dr. zu Guttenberg!</

120) EStz, Montag, 21. Februar 2011, 21:32 Uhr

@ Feliks Dzerzhinsky

>>Man muss aber anerkennen, dass er weite Kreise der Beölkerung hinter sich hat.

Traurig, aber wahr.

Wenn zu Guttenberg in seine Doktorarbeit das eine oder andere Zitat benutzt und eingebaut hätte, und die Kennzeichnung wäre einfach nur “vergessen” worden, hätte er durchaus mein stirnrunzelndes Verständnis.

Dass aber diese Zitate nicht nur ungekennzeichnet blieben, sondern auch in ihrer Formulierung so “passend” verändert wurden, dass sie mit schlichten Suchfunktionen als Zitate nicht auf den ersten Blick zu entdecken sind, kann kein Zufall mehr sein – erst recht nicht in dieser Häufung.

Auf frischer Tat ertappt. Ein Lügner ist ein Lügner, und ein Betrüger ist ein Betrüger, auch mit blauen Augen und einer schnittigen Frisur.

Alles andere könnte ich meinen Kindern auch nicht mehr erklären….

121) Benjamin, Montag, 21. Februar 2011, 22:03 Uhr

Er haben fertig?

Der Dr, Guttenberg war jedenfalls einmal: http://www.sueddeutsche.de/politik/plagiatsvorwuerfe-gegen-guttenberg-sag-dem-titel-leise-servus-1.1063178

Das wird jetzt sicherlich in der Union Wellen schlagen – und viele werden sagen: “Warum nicht schon am Freitag?” Mal sehen, ob er sich noch einmal rauswinden kann…

122) Jan, Montag, 21. Februar 2011, 23:02 Uhr

Und Guttenberg verschleiert immer noch… sein scheinbar so ehrlich zerknirschter Auftritt ist wieder eine einzige Lüge.

Er fabuliert wieder von “Fehlern”, die seine Dissertation enthalte, er behauptet, er habe “den Überblick verloren”…
Es geht nicht um Fehler (obwohl sich sicherlich die Frage stellen wird, ob auch sachliche Fehler in seiner Dissertation enthalten sind).
Es geht um teilweise seitenlange Plagiate, die gezielt verschleiert und unkenntlich gemacht wurden.

Wie dieser Mann sich auch jetzt noch vor jedem Anflug von Verantwortung drückt, ist ekelerregend.

Und es ist jetzt schon absehbar, dass er gute Chancen hat, mit diesem feigen, rückgratlosen Lavieren auch noch durchzukommen.

Widerwärtig. Er sollte eine WG mit Berlusconi aufmachen. So etwas wie Moral scheinen beide für etwas unnötiges zu halten.

123) Wismariscaling, Freitag, 22. April 2011, 16:05 Uhr

nu is ja jut

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