Kommentare
171
Tagcloud
BILD Bild am Sonntag CDU CDU/CSU Christian Wulff CSU Der Spiegel Die Linke FDP Grüne große Koalition Hartz IV Helmut Schmidt Kohl Linkspartei Merkel Philipp Rösler Schäuble Schröder Schwarz-Gelb Seehofer Sigmar Gabriel SPD Steinbrück Steinmeier Steuersenkungen Stoiber Wahlkampf Westerwelle zu Guttenberg
Montag, 21. Februar 2011, 23:10 Uhr

Guttenbergs Befreiungsschlag

Karl Theodor zu Guttenberg versucht mit einem Befreiungsschlag die Handlungshoheit über sein politisches Schicksal zurückzugewinnen. Nur so ist sein überraschender Verzicht auf seinen Doktor-Titel zu erklären. Erst räumte er nur einzelne Fehler ein, jetzt “peinliche und gravierende”. Erst entschuldigte er sich halbherzig, im Grunde gar nicht, jetzt “von Herzen”. Erst waren die Vorwürfe wegen seiner Dissertation “abstrus”, dann gab er den Titel “vorübergehend” zurück, jetzt der endgültige Verzicht. 

Immer neue und zu viele Plagiatsvorwürfe und sein misslungenes Krisenmanagement in eigener Sache dürften den Ausschlag gegeben haben. Zu Guttenberg wurde zum Getriebenen, war nicht mehr Herr seines politischen Schicksals. Mit seiner Erklärung vor ausgewählten Journalisten hatte er die Universität Bayreuth zum Schicksalsgott bestimmt – ein Fehler, den er jetzt korrigiert. Ihm muss klargeworden sein, dass die Aberkennung der Doktorwürde und damit sein Sturz sonst unabweichlich geworden wären.
 
Der Fall zu Guttenberg ist einer der spannendsten Skandale seit vielen Jahren – so wie er einer der ungewöhnlichsten und charismatischsten Politiker seit vielen Jahren ist. Gelingt es ihm, getragen von ungebrochener Popularität in der Bevölkerung, seinen Kopf aus der sich täglich verengenden Schlinge zu ziehen? Es könnte klappen, auch wenn es vielen nicht passt. Sein Schutzschild ist seine anhaltende und für die CDU/CSU unverzichtbare Popularität.

“Superstar” und “Popstar” wurde er oft genannt und genauso wie ein Popstar hat er Millionen Fans, die an ihrem Idol unbeirrt festhalten. Je heftiger die Vorwürfe, um stärker scharten sich die Fans um ihn: Wir lassen uns unseren Guttenberg nicht kaputtmachen. Das hat wie bei jedem Starkult irrationale Züge, das mag man erschreckend finden, aber es ist ein Faktum. Der Starkult immunisiert zu Guttenberg offenbar gegen die Kritik der Medien und der Opposition und gegen die Neider in den eigenen Reihen. 

Die politische Kultur in Deutschland hat eine neue Entwicklungsstufe genommen. Die Entmachtung der – je nach Standort - öffentlichen oder veröffentlichten Meinung schreitet voran.

Die Entwicklung der Popstars zeigt: Am gefährlichsten wird es für die Idole, wenn ihnen neue Superstars die Fans abspenstig machen. Dann stürzen Showgötter. Diese Gefahr droht zu Guttenberg nicht, denn in der Politik ist weit und breit kein neues Idol in Sicht. Das ist seine Chance.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

171 Kommentare

1) Holzfäller, Montag, 21. Februar 2011, 23:15 Uhr

Das Verzichten auf den Doktortitel in dieser Situation ist in etwa so, wie eine bei einem Einbruch mitgegangene Sache wieder zurückzubringen, weil man sie nicht mehr braucht. Ist man dann straffrei?

Was mich zumindest beruhigt: Gerade die Referenzmedien für die Bildungselite (FAZ, Zeit), bei der Guttenberg mit Sicherheit auch Anklang gesucht hat, sehen ihn in einem eher kritischen Licht. Bleibt zu hoffen, dass deren Leserschaft es ähnlich sieht und sich so allmählich herauskristallisiert, dass hier ein Kanzler des Boulevards aufgebaut werden soll. Ob das der klassische Bürgerliche will?

2) Kukuk, Montag, 21. Februar 2011, 23:17 Uhr

Herr von und zu Guttenberg kann gar nicht auf seinen Doktortitel verzichten. Er kann ihm nur aberkannt werden. Eine Rückgabe oder ein Verzicht ist nicht vorgesehen. Entweder weiß der Mann das nicht, was sich nahtlos an seine Unkenntnis über die Prüfungsordnung der Universität reihen würde, oder er weiß es und glaubt, weiterhin die Menschen täuschen zu können.

3) Benjamin, Montag, 21. Februar 2011, 23:21 Uhr

Solange die Massen (gestützt von BILD) zu ihm halten, hat er tatsächlich gute Chancen, im Amt zu bleiben. Vor allem nun im Wahlkampfjahr, wo Guttenberg die Massen anzieht, die nur ihn sehen wollten und die gefakte Diss mit Abschreiben der Hausaufgaben gleichsetzen und von Hetze sprechen. Er hat zwar politisch immer noch nichts Greifbares erreicht, aber was zählt das schon, wenn der Politmessias ruft, der eine bessere Politikwelt verspricht. Und so einen braucht die Union noch dringend.

Interessant wird es für Seehofer, denn ein durch die Verzweiflungstat und das miserable Krisenmanagement beschädigter Guttenberg nützt ihm noch und kann erstmal nicht gefährlich werden. Medial ist der Superstar aber gescheitert, die Inszenierung von einst wird kaum mehr gelingen – und das ist auch gut so. Jetzt zählt der Inhalt, nicht mehr nur die Verpackung, denn die ist demontiert worden.

Für Guttenberg muss die Lektüre der Diss am Wochenende auch interessant gewesen sein, so als ein ganz fremdes Werk…

4) Benjamin, Montag, 21. Februar 2011, 23:29 Uhr

@Kukuk: sie haben völlig recht, die Prüfung kann durch das Schuldeingeständnis von Guttenberg nicht gestoppt werden. Wahrlich ein Trauerspiel: http://www.ftd.de/politik/deutschland/:plagiatsaffaere-des-ministers-guttenberg-das-anti-vorbild/60015467.html

5) Rudi aus Berlin, Montag, 21. Februar 2011, 23:33 Uhr

Zu Guttenberg wird fallen – es wird ihm gar nichts weiter übrig bleiben, denn seine Gegner in Sachen Wehrpflicht, Sparmaßnahmen wetzen schon die Messer. Jede durchgestochene Info wird den beschädigten Guttenberg Nerven kosten, jedes Gramm mangelhafte Integrität in seinem Dunstkreis wird zur großen Gefahr. Jede Äußerung über Ehre, Moral und Anstand (…blöd als BMfV) wird hämische Kommentare der Medien, Kabarettisten zur Folge haben.

Es bleibt ihm nur eines: RÜCKTRITT, neue Universität, neue Dissertation und dann zurückkehren als der Phoenix aus der Asche.

So ist und bleibt Guttenberg erledigt – und irgendwann lässt ihn selbst das Schmierblatt “BILD” fallen.

6) m.spreng, Montag, 21. Februar 2011, 23:35 Uhr

@Kukuk @Benjamin

Formal richtig, aber den Fans ist es egal, ob der Doktortitel auch noch offiziell aberkannt wird. Sie werden sagen, was wollt ihr denn noch, er hat den Titel doch schon zurückgegeben.

7) Feliks_Dzerzhinsky, Montag, 21. Februar 2011, 23:38 Uhr

“Der Fall zu Guttenberg ist einer der spannendsten Skandale seit vielen Jahren – so wie er einer der ungewöhnlichsten und charismatischsten Politiker seit vielen Jahren ist.” So ätzend es ist, aber man muss schon die Statur eines Clinton haben, um über eine Lewinski zu stürzen. So auch hier.

8) Benjamin, Montag, 21. Februar 2011, 23:41 Uhr

@m.spreng: da liegen Sie sicherlich richtig – was die ganze Affäre aber noch schlimmer macht. Dass damit Guttenberg faktisch zugibt, getäuscht und gelogen zu haben, soll vom schönen Schein übertüncht werden, gewürzt mit viel Politsprech. Er wurde ja auch heute bei der Veranstaltung umjubelt. Schöne neue Politikwelt – im Prinzip also wie immer. :)

9) Venjan, Montag, 21. Februar 2011, 23:51 Uhr

Der Auftritt heute macht einfach nur noch sprachlos. Guttenberg versucht selbst aus dieser Situation noch politisches Kapital zu schlagen. Er will das Thema offensichtlich noch vor der Entscheidung der Uni Bayreuth aus den Medien zu bringen. Dafür verbreitet er allen Ernstes weiter die Mär, dass es nur um kleine Schusseligkeiten bei Fußnoten geht, bei denen er aufgrund der vielfältigen Arbeitsbelastung (wer hat ihn dazu gezwungen?) leider mal den Überblick verloren habe. Dass es um weit über hundert Stellen geht, die auf massiven und vorsätzlichen Betrug hindeuten, soll dabei überspielt werden. Und als wäre das alles noch nicht genug, rekurriert er weiterhin auf seine vermeintliche moralische Überlegenheit.

Guttenbergs Rede heute war eine Beleidigung jedes billig und gerecht denkenden Bürgers. Mich hat noch nie ein Politiker so angewiedert.

10) M.M., Montag, 21. Februar 2011, 23:53 Uhr

Das ist für mich erst der Anfang vom Ende zu Guttenberg’s. Weitere Ungereimtheiten werden in seinem Ministerium folgen. Da bin ich mir ganz sicher. Wer so dreist täuscht den muss man mal intensiver nach der geöffneten Feldpost fragen! Hier stimmt was nicht. Wieso wird Feldpost in Darmstadt geöffnet und CD’s und sticks mit Daten werden konfisziert? Alles Zufall? Was weiss zu Guttenberg dazu ??? Ich glaube dem Minister nicht mehr…

11) Ariane, Dienstag, 22. Februar 2011, 00:25 Uhr

Eventuell kommt es auch weiterhin auf die Uni an, entweder lässt sie sich auf die Guttenberg-Argumentation ein und entzieht – wie von ihm “vorgeschlagen” – den Titel wegen gravierender, handwerklicher Mängel. Das könnte im Übrigen auch Kalkül sein, dass er der Uni hier einen goldenen Weg aufzeigen will.
Oder sie erkennt den Titel wirklich wegen bewusster Täuschung und Plagiat ab.

Ich finds – noch – etwas schwer abzuschätzen, das ist schon ein ordentlicher Dämpfer und ich denke, als verbündete Medien bleibt wirklich nur noch die Boulevardpresse, mit FAZ, Zeit etc hat er es sich wohl endgültig verscherzt – bei vielen Konservativen, die ihn bisher wegen seiner Anständigkeit, Moral, sonstwas gemocht haben, wird er wohl auch kein Bein mehr auf den Boden bringen.

Nicht zu vergessen, wie sich sein Rückhalt in der Truppe weiter gestaltet. Das fand ich in der Rede heute wirklich den absolut unredlichsten Höhepunkt, dass er schon wieder die Toten vom Freitag instrumentalisiert hat, um von seiner Diss abzulenken.

12) Berlin2011, Dienstag, 22. Februar 2011, 00:27 Uhr

Sie liegen richtig, dass sich hier einer der spannendensten Skandale entwickelt (Dimension Dreyfus). Und es scheint längst um die Verteidigung der Republik zu gehen: Guttenberg gibt falsche ehrenwörtliche Erklärung gegenüber seiner Fakultät ab, und die Kanzlerin wiederholte Ehrenerklärungen für Guttenberg: http://berlin2011.wordpress.com/2011/02/21/die-verkommene-republik/

13) Regimekritiker, Dienstag, 22. Februar 2011, 00:30 Uhr

Vor Allem aber wird man klären müssen, warum die Uni Bayreuth nicht nur den Doktortitel verliehen, sondern eine solche Arbeit mit “Summa cum laude” bewertet hat. Günstlingswirtschaft zugunsten der CSU / CSU? Wie viele falsche Doktoren sind noch so unterwegs?

Aus der Sicht der Wissenschaft muss die Angelegenheit daher als ein kaum zu überbietendes Desaster bewertet werden – und für die CDU/CSU wird es hoffentlich auch eines.

14) Wertkonservativliberaler, Dienstag, 22. Februar 2011, 00:35 Uhr

Zu spät!

Guttenberg hat zunächst versucht, die Täuschung aufrechtzuerhalten:

16.02.: die Vorwürfe seien “abstrus”.

18.02.: seine Arbeit sei kein Plagiat; er habe alles sebst in “mühevollster” Kleinarbeit selbst verfertigt.

Tut mir Leid: Es ist jetzt zu spät. Er hätte sich vorher erkundigen sollen. Es sind schon Dr.-Titel aus geringeren Anlässen aberkannt worden. Darüber gibt es gefestigte höchstrichterliche Rechtsprechung.

Guttenberg ist unglaubwürdig geworden. Das wissen Sie auch, Herr Spreng. Er hat seinen konservativen “Markenkern”, mit dem er immer warb, die Geradlinigkeit, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit verraten. Mit der Täuschung bei der Abgabe der Doktor-Arbeit 2006 und vor allem auch der Täuschung danach, am 16. – 18.02.2011. Er wusste jetzt am Wochenende, dass die Uni Bayreuth angesichts der Faktenlage gar nicht anders kann, als ihm den Dr.-Titel zu entziehen.

Guttenberg ist entzaubert. Jedes Wort der Entsagung jetzt (Kelkheim/ Taunus, 21.02.2011) ist zu spät.

Und es ist gut so!

Konservative! Seid sorgfältig bei der Auswahl Eures Führungspersonals! Lasst Euch nicht blenden vor dem kurzfristigen Aspekt der “Obama-Isierung”!

Guckt Euch Eure Leader sorgfältig aus! Welche Qualifikation haben die? Haben sie bereits vor der Politik im Beruf etwas geleistet? Dann bekommt Ihr wieder glaubwürdige Leader.

Guttenberg ist verbrannt. Und zwar aus eigenem Verschulden!

15) John Dean, Dienstag, 22. Februar 2011, 00:46 Uhr

Guttenberg ist mit jemdanden zu vergleichen, der sein Opfer zusammenschlägt und ihm einige Knochen bricht – um am Ende “aus freien Stücken” die Krankenhausrechnung zu bezahlen und dazu meint: “Das ist eine Entschuldigung, die von Herzen kommt“, sowie: “es wurde zu keinem Zeitpunkt bewusst geschlagen“.

16) wschira, Dienstag, 22. Februar 2011, 00:49 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,
ich stimme Ihrem Blog weitgehend zu, möchte aber ausdrücklich auf einen Irrtum hinweisen, dem Sie (und auch andere) erliegen, den aber auch einige andere Foristen kommentiert haben. Den Titel Dr kann Herr vG nicht einfach so zurückgeben, er wurde ihm von einer an gesetzlich vorgegebene Regeln gebunden Prüfungskommission einer Universität verliehen und kann auch nur von dieser Universität wieder aberkannt werden (Gleichwohl muss man auch festhalten, dass diese Prüfungskommission entsetzlich schlecht und oberflächlich gehandelt hat und ein Sammelsurium von Zitaten mit Bestnote beurteilt hat). Es ist nur einmal mehr eine typische Aktion von Herrn vG, erst zuzugeben, was nachgewiesen werden kann und nach Möglichkeit Sündenböcke zu suchen. Diese Zerknirschung von heute Abend und die Angabe, nach genauem Lesen seiner Diss am Wochenende zu der Überzeugung gekommen zu sein, nunmehr den Titel Dr nicht mehr führen zu können (nachdem alles vor ein paar Tagen noch “abstrus” war), ist an Heuchelei nicht mehr zu überbieten. Hat er vor dem Wochenende denn nicht gewusst, was er in seiner Diss alles gepfuscht hat? Aber möglicherweise ist das ja so, wenn nämlich, wie anderenorts vermutet wird, die Arbeit von einem Ghost writer zusammengeschustert wurde:-)

17) nona, Dienstag, 22. Februar 2011, 01:03 Uhr

Anhand des Verlaufs dieses Krisen- und Imagemanagements wird einmal mehr vor allem deutlich, dass Herr zu Guttenberg eine, sagen wir mal, “interessante” Selbstauffassung hat. Kritik an ihm ist in seiner Welt immer erstmal Unsinn, absurd, abstrus. Kritiker sind immer erstmal auf irgend eine Weise “dumm” oder sonstwie unwissend, und wahlweise nicht ernstzunehmen oder ehrabschneidend. Dementsprechend fährt er die Kritiker aggressiv an und weist die Kritik kategorisch zurück, denn nein, er macht ja natürlich nie Fehler und weiss alles, oder zumindest besser als andere. So handelt kein wirklich intelligenter, sozial begabter Mensch. Idealerweise sollte man Kritik immer erstmal mindestens halbwegs ernst nehmen anstatt sie durchweg brüsk zu leugnen oder lässig/gelassen für lächerlich zu erklären, denn sie könnte sich durchaus als fundiert erweisen. Preussisch oder nicht, das wäre ein Gebot der Tugendhaftigkeit, die ihm ja angeblich so eigen ist.

(@Spreng et al: In der Tat kann man seinen Doktor nicht zurückgeben (oder “ruhen lassen”). Allerdings sieht es wohl so aus, dass er (jetzt?) die Uni Bayreuth darum gebeten hat, den Titel zurückzunehmen bzw. abzuerkennen. Das kann er. Allerdings muss sich die Uni nicht daran halten.)

18) Blixten, Dienstag, 22. Februar 2011, 01:29 Uhr

Wenn zu Guttenberg tatsächlich als Minister aus der Affäre herauskommt, dann werden ihn die Karrikaturisten lieben. Seine wirkliche Probe steht aber noch aus – bisher äusserte es sich ja lediglich vor nicht nachfragenden Kameras und klatschendem CDU Publikum.

Meine Lieblingsstelle der Arbeit ist übrigens Seite 359: Nicht nur hat Guttenberg da “vergessen” die Hausarbeit eines Erstsemesterstudenten als Quelle anzugeben, er hat die knappe Zeit, die ihm zur Bearbeitung noch blieb auch dazu genutzt das Zitat zu verändern und der vergessenen Quelle einen Hieb auf Gerhard Schröder in den Mund zu legen: Nach vielen Zeilen wörtlicher Übernahme wurde aus

“…in der Frage der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik, wie z.B. im Fall der Irakkrise, in der die EU keine gemeinsame diplomatische Strategie finden kann.” ganz schnell:

“in der Frage der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (wie etwa im Fall der Irakkrise, in der die Europäischen Union – unter bemerkenswerter Mithilfe des deutschen Bundeskanzlers – keine gemeinsame diplomatische Strategie entwickeln konnte).”

Der Unterschied zwischen “kann” und “konnte” liegt darin, dass das Original von 2003 ist, die Kopie von 2007. Schon effizient der Mann.

19) Doktor Hong, Dienstag, 22. Februar 2011, 01:40 Uhr

Wir werden erleben, wie diese Strategie aufgeht.

Man sieht’s doch an polarisierenden Gestalten wie Bill Clinton und Dubya Bush. Auch wenn Clinton hierzulande sehr beliebt war, so war er in den USA sehr umstritten und hatte unter den jesusliebenden Republikanern erbitterte Feinde.

So gab es eine Kommission unter Kenneth Starr, der sich den ganzen Tag mit nichts anderem beschäftigte, als den Clintons Dreck anzuhängen.

Ebenso gerierte sich Bush als Mann von der Straße (obwohl er aus einer stinkreichen Familie kommt, auf Yale war und sein Vater Präsident war, meine Güte), kaufte sich eine Ranch, ließ sich mit der Motorsäge ablichten und vertickte diese Ranch sofort wieder, als seine Präsidentschaft endete. Alle Verhöhnungen ob seiner Aussetzer oder dass er 1976 wegen DUI (Alkoholfahrt) festgenommen wurde, konnten seinen Wahlsieg nicht verhindern. Mit FOXNews hatte Bush einen mächtigen Alliierten.

Nicht nur fast alle gängigen deutschen Fernsehformate sind aus dem US-Fernsehen abgekupfert, sondern auch die Polit-Entertainment-Strategien und funktionieren hier genauso.

Daher braucht der gemeine Gutenberg-Fan sich keinerlei Sorgen zu machen. BILD, BamS und Glotze werden’s schon richten.

20) Bert Grönheim, Dienstag, 22. Februar 2011, 01:52 Uhr

Ìm Grunde genommen alles schon mal da gewesen, wenn auch mit einem anderen Drehbuch. Was ich spannend finde, ist der Zeitpunkt der Aufdeckung der Manipulationen. Guttenberg trifft in Sachen Gorch Fock eine Entscheidung, kurz danach tauchen die Plagiat-Vorwürfe auf. Zufall? Intrigen spinnen ist seit jeher in jedem Unternehmen eines der am meisten gepflegten Hobbys; nicht etwa Kundengewinnung und Fortentwicklung der Angebote. Wenn künftig jedes Regierungsmitglied und möglicherweise auch die Abgeordneten jederzeit damit rechnen müssen, mit irgendwelchen mehr oder weniger gravierenden, aber vor allem rufschädigenden Vorwürfen konfrontiert zu werden, dürfte dies zu einer weiteren Schwächung des Politikbetriebes beitragen. Ich versuche jedenfalls nach der Devise zu leben: lass dem Anderen seine Leichen im Keller, damit er nicht anfängt, meine auszugraben.

21) Helen, Dienstag, 22. Februar 2011, 02:24 Uhr

Inzwischen wird ja sein gesamtes Leben eifrig durchleuchtet. Und da kommt man zum Eindruck, dass Guttenberg nicht unintelligent ist, das Gymnasium abgeschlossen hat und das erste Staatsexamen, was aber nicht mehr als eine Zwischenprüfung in Magisterstudiengängen ist oder heutzutage ein Bacherlor. Sein eigentliches Leben ist sein Eintritt in die CSU. Ich frage mich, wie sein Aufstieg dort wohl ausgesehen ohne die Gravitas und Beliebtheit ausgesehen hätte, die aus dem Namen von und zu Guttenberg von alleine erwächst. Die Doktorarbeit gilt nicht und seine Erfahrung in der Privatwirtschaft besteht aus zwei Praktika und dem Verwalten des Familienvermögens.

Ich finde das viel zu wenig für einen, der als aufsteigender Star in der Politik und bester aller zukünftigen Bundeskanzler gilt. Das Ende von Opel und die Abschaffung der Wehrpflicht wären selbst für mich offensichtlich gewesen.

Warum nur trauen ihm so viele zu, außerordentliche Leistungen zu vollbringen? Ich sehe übrigens eine erschreckende Ähnlichkeit zum frühen Julius Cäsar. Der hat es als Popular und Gewerkschaftsführer der Berufssoldaten zum Imperium geschafft und war danach nicht mehr zu stoppen.

22) westernworld, Dienstag, 22. Februar 2011, 04:20 Uhr

herr guttenberg und seine fans erinnern mich auf das übelste an berlusconi und seine verehrerschar.

23) armerMoldavier, Dienstag, 22. Februar 2011, 04:24 Uhr

Der Edle kann von sich aus NICHT auf den Titel verzichten.

Nur seine Alma Mater kann ihm den Titel aberkennen, sonst bleibt er Bestandteil seines Namens.

Aber auch dieses Manöver wird ihn nicht retten.
5 Jahre zurück ins zweite Glied und dann neudurchstarten.

Klappt beim deutschen Michel garantiert.

24) Dieter Carstensen, Dienstag, 22. Februar 2011, 06:00 Uhr

Lieber Michel Spreng,

DOKTOR zu Guttenberg müsste eigentlich wissen, dass man einen Doktortitel, weder zurückgeben, noch “ruhen” lassen kann.

Das steht in der Appobationsordnung jeder Universität Deutschlands. Ich habe zwar auch studiert, aber keinen Doktortitel, aber so weit kenne ich mich aus:

Abschreiben bei anderen ohne Quellenangabe ist so ziemlich das Dümmste, was man in Studium machen kann, dass bringen einem die Professoren schon im ersten Semester bei.

Da gibt es kein “Versehen” und keine Ausreden.

Guttenbergs Doktorarbeit gehört aberkannt und wenn der Promotionsausschuss der Uni Bayreuth sauber arbeitet, wird es auch so geschehen.

Worin Sie in Ihrem Kommentar recht haben, ist, ob Guttenberg deswegen vom Thron fallen wird?

Wenn der pomdegestylte Guttenberg stürzt, wird es eng für diese Regierung.

Also wird Kanzlerin Merkel alles daran setzen, diesen, mit Verlaub, verzogenen Adelsspross, der in seinem Leben nie wirklich etwas selber geleistet hat, wie man an seiner “Doktorarbeit” sieht, zu halten.

Die Frage ist, wielnage lässt sich die Bevölkrung diese Regierung noch gefallen?

Ein Franz-Josef Strauß und ein Herbert Wehner hatten wenigstens noch Charakter, da wusste man, woran man wahr, wenn die beiden aufeinander los gingen im Bundestag.

Doktor Franz-Josef Strauss hatte seinen Doktortitel mit Recht erworben, PomadenGutti eben nicht,

Gäbe es noch Anstand in der Politik, würde er zurücktreten und nicht weiter rum lavieren.

Da zeigt sich aber auch die Führungsschwäche von Kanzlerin Merkel. Um sich selber am Ruder zu halten, stützt sie Guttenberg.

Ich nenne das “charakterlos” und Volksverdummung.

M.f,G.

Dieter Carstensen

25) Marc, Dienstag, 22. Februar 2011, 07:35 Uhr

Ich finde ja interessant, wie ein konservativer Politiker die Sache mit den Werten aufgibt. Denn nicht anderes verstehe ich die Abkuppferbergschen Relativierungsversuche.

FAZ.net: Von seinen „drängenden Aufgaben“ in Afghanistan redet Guttenberg jetzt, von verschobenen Maßstäben und toten Soldaten, die zur „Randnotiz“ geworden seien im Angesicht einer Debatte über die „Fußnoten in einer ministeriellen Doktorarbeit“, von einem Land, das aufpassen müsse, dass sich „seine Maßstäbe nicht verschieben“.

Ja, was sagt denn dann der Verteidigungsminister zu seinen Studenten an den beiden Bundeswehruniversitäten, wenn die – nachdem sie beim Schummeln erwischt wurden – auf die Weltlage und Tote in Afghanistan oder an einem anderen Bundeswehreinsatzort verweisen. Und darauf beharren, dass an sie jetzt auch die ministeriellen Maßstäbe angelegt werden müssten. Also weitermachen wie bisher, weil man ja reuig gestanden hat.

26) flippah, Dienstag, 22. Februar 2011, 07:38 Uhr

Ich denke, der größte Fehler von Guttenberg war, dass er die Journalisten gegen sich aufgebracht hat, indem er sie auf der Pressekonferenz düpiert hat. Damit hat er die Zahl der Fürsprecher in den Medien auf ein Minimum reduziert, wahrscheinlich hält nur noch die Bild zu ihm. Die ist zwar mächtig, aber allein genügt sie nicht, ihn zu halten.

27) RichardT, Dienstag, 22. Februar 2011, 07:53 Uhr

Wieso war es kein Problem als rauskam, daß ein Minister in früheren Zeiten Polzisten verdroschen hat?
Dies nur als herausragendes beispiel was man bei Rot Grün alles Dreck am Stecken hat und kein Hahn kräht danach.

28) plumtree, Dienstag, 22. Februar 2011, 08:01 Uhr

Man kommt aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr raus.
Zunächst lügt Guttenberg öffentlich in der Kundus Sache
Dann wird der Kommandant eines Segelschulschiffes entgegen aller Regeln vom Minister persönlich suspendiert – ohne das er sich gegen irgendwelche Vorwürfe zur Wehr setzen kann. Also ein elementarer Verstoss gegen unsere Rechtsordnung.
Anschliessend muss derselbe Minister zugeben, bei seiner Doktorarbeit betrogen zu haben.
Und die BILD Zeitung stützt den Betrüger noch dabei.

Man stelle sich dieses Szenario bei einem beliebigem SPD oder Grünen Minister vor. Der Mann (oder die Frau) würde eine Hexenjagd erleben, die unsere Republik noch nicht erlebt hat. Völlig zu Recht übrigens.

Aber würde sich die BILD nicht sowieso täglich als BLÖD zeigen müsste man sie spätestens ab jetzt boykottieren.
Und Herr zu Guttenberg gehört auf der Stelle abgelöst. Der Mann ist für jeden höheren Job untragbar.

29) carokann, Dienstag, 22. Februar 2011, 08:10 Uhr

Muss man nicht die Frage stellen, warum Guttenberg derartig die Kontrolle über sich verloren hat als er die Arbeit erstellte? Ein gewisser Narzissmus, sich selbst höher zu bewerten als die Realität, ist uns Menschen ja allgemein, aber wenn er sich derartig steigert, könnte es nicht pathologisch sein bis hin zur narzisstischen Persönlichkeitsstörung und daraus resultierendem Führungsverhalten Guttenbergs? Ist es nicht die Verantwortung der Bundeskanzlerin, auch aus Fürsorge für Guttenberg, hier genau hinzuschauen.
Der Auftritt Guttenbergs von Hessen lässt mich schaudern.

30) Wolfgang Schäfer, Dienstag, 22. Februar 2011, 08:46 Uhr

Von einer ehedem maßgeblichen Bonner Politgröße, Vielschreiber seines Zeichens, ist mir bekannt, daß er eines seiner vielen Bücher zunächst – unter Anleitung – komplett von einem Mitarbeiter verfassen ließ, um es lediglich in eine redigierte Endfassung zu bringen.

Das vorausgeschickt ist meine Vermutung, Herr zu Guttenberg hat seine Doktorarbeit schreiben lassen und sie am Ende lediglich auf Plausibilität und gedankliche Schärfe geprüft. Dies unterstellt, muß man wohl sagen: Der Geisterschreiber hat seinen Auftraggeber arg hintergangen. Zu verantworten hat das natürlich Herr zu Guttenberg.

“Superstar” und “Popstar” sei er genannt worden, schreiben Sie. Nun, von wem denn? Doch wohl von Kollegen Ihrer Zunft, Herr Spreng. Nicht von den Leuten, die Sie als seine Fans bezeichnen. In meinem Falle ist es so, daß mir seinerzeit seine Weigerung imponiert hat, Steuermittel zur Rettung von Opel einzusetzen.

31) Nobbi, Dienstag, 22. Februar 2011, 08:52 Uhr

Guttenberg ist ein chronischer Lügner. Allein in der aktuellen Stellungnahme sind mehrere Lügen enthalten. Zum einen tut er so, als hätte er den “Blödsinn” in seiner Arbeit erst beim nochmaligen Durchsehen seiner Arbeit am Wochenende bemerkt und dann spielt er uns auch noch den vorläufigen Verzicht in seinem ersten Statement als Heldentat vor: “Meine Entscheidung war richtig”. Er vergisst natürlich dabei zu sagen, dass er auch deutlich gesagt hatte, denn Doktor-Titel wieder führen zu wollen.

Guttenbergs Rhetorik ist voll von solchen lügenhaften Verdrehungen und Wendungen. Er wird in Zukunft permanent darauf überprüft werden. Ohne diese Lügen ist er aber nichts. Er ist kein Charismatiker sondern ein Hochstapler. Die Bürger sind nicht so dumm, wie sie von vielen gehalten werden. Umfragen sind Schall und Rauch. Guttenbergs Kurve geht ab jetzt steil nach unten und die von Merkel mit ihm.

32) Benedikt, Dienstag, 22. Februar 2011, 08:53 Uhr

Ob das ein Befreiungschlag für Guttenberg ist, kann man bezweifeln. Der Ruf ist jedensfalls für immer Ruiniert. Guttenberg lebt eigenglich nur von der Stützung der Bild Zeitung. Wenn die Bild Zeitung ihn nicht mehr Unterstützt, kann er wieder in den hinteren Reihen platz nehmen. Er ist sozusagen der Minister von Bilds Gnaden. Das führt zu vielen Konflikten mit Parteifreunden und den anderen Medien. Der Lack wird daher weiter von Guttenberg abfallen. Wenn zuviel Lack abfällt, kann ihn nicht mal die Bild mehr Retten.

33) martin, Dienstag, 22. Februar 2011, 09:02 Uhr

Ich fürchte, sie haben recht, werter Herr Spreng.

34) Frankilein66, Dienstag, 22. Februar 2011, 09:05 Uhr

Die CSU sagt: “zu Guttenberg braucht keinen Doktor um Minister zu sein”.

Man braucht überhaupt keinerlei Qualifikation um Minister in Deutschland zu werden. Lesen Sie mal das Interview mit Michael Glos im neuen SPIEGEL!
Insofern ist es wirklich gleichgültig, ob zu Guttenberg nun promoviert hat oder nicht.

Er ist halt doch ein Karl im Glück!

35) rl, Dienstag, 22. Februar 2011, 09:14 Uhr

den hohen Preis für den Befreiungsschlag wird die CDU/CSU zahlen müssen.

So beliebig können den Konservativen Begriffe wie Wahrheit, Ehre und Glaubwürdigkeit dann doch nicht sein, oder !?

Wenn das Schicksal der CDU/CSU mangels vorzeigbaren Personalalternativen tatsächlich an so einer inzwischen schon tragischen “Lichtgestalt” hängt muß der Abgrund schon sehr nah sein. Jede Rede, jede Stellungnahme mit Bezug auf Werte wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zur Spottvorlage anbieten.

Damit beschleunigt sich der Weg in eine bunte Republik aus 15-20%-Parteien

36) T.D., Dienstag, 22. Februar 2011, 09:19 Uhr

“Ich stehe auch zu dem Blödsinn, den ich geschrieben habe.” Dieser Ausspruch macht von KT macht mich sehr ärgerlich. Erstmal wurde seine Arbeit mit der Bestnote bewertet. Wenn er sie nun als Blödsinn betrachtet, haut er damit zuerst seinen Doktorvater in die Pfanne, der die Arbeit ernsthaft bewerten wollte.
Und danach ist es eine Beleidigung eines jeden Promovierten, der selbständig eine wissenschaftliche Arbeit verfasst hat. Im Grunde bringt es nur KT’s Verachtung für den akademischen Betrieb zum Ausdruck.

Viele Mitkommentatoren haben recht. Hier baut sich jemand als Kanzler des Boulevards auf. Die geistige bürgerliche Elite sollte dieses Ansinnen ebenfalls kritisch betrachten.

37) Olaf Schulte, Dienstag, 22. Februar 2011, 09:40 Uhr

Man kann nur inständig hoffen, dass Herr Guttenberg sich ab dieser Woche ausschließlich nur noch um sein Familienvermögen und sein Mandat in Kulmbach kümmert – dort scheint man ihn zu vermissen. Das gestrige “heute-Journal”, die Auftritte Guttenbergs und des nicht sehr gesund wirkenden Herrn Glos haben Überkeit ausgelöst. Es reicht halt nicht aus, wenn ein Bundesminister nur noch von der Jungen Union und der Seniorenunion für kompetent gehalten wird. Er stolpert von einem Möllemannanfall zum nächsten, während Herr Seehofer die günstige Gelegenheit nutzt, auf sich aufmerksam zu machen… auf Kosten des Ministers und der Kanzlerin.

38) Maren P., Dienstag, 22. Februar 2011, 09:44 Uhr

Der Volksmund weiß:”Lächerlichkeit tötet.” Anders als in seiner ganzen Lächerlichkeit nehme ich Minister zu Guttenberg auch nicht mehr wahr. Er kann doch nirgendwo mehr in Ausübung seines Amtes auftreten, wo von ihm Glaubwürdigkeit´und Integrität erwartet werden müssen. Etwa an den Bundeswehr-Universitäten Hamburg und München, bei der Führungsakademie in Hamburg. Denn bitte vergessen Sie nicht: Auch bei seinem Pressestatement vor ausgewählter Journaille hat er im Brustton der Überzeugung gesprochen. … Inzwischen hat sich die Halbwertzeit seiner Ansagen dramatisch verkürzt. Das Ende ist absehbar.

Natürlich weinen einige ihm jetzt echte Tränen nach: Zuvorderst die BILD, deren Geschöpf zu Guttenberg letztlich ist, Allerdings kann man ihn eben nicht beliebig oft glaubwürdig neu erfinden. Zu Guttenberg ist ein Mensch aus Fleisch und Blut und dürfte gerade deshalb eben nicht lebenslang bereit sein, für BILD-Redakteure abhängige Manövriermasse darzustellen. Dann natürlich waren einige CDUCSU-Granden dankbar, dass zu Guttenberg ihnen die Hütte mit Fans vollgemacht hat und ein klitzekleines Stückchen Glamour auch für sie abfiel. Nicht zu vergessen die Leser des größtes Boulevardblattes Europas, die an der täglichen Titelzeile wie am Glaubensbekenntnis hängen. Und Sie natürlich auch, Herr Spreng, der Sie sich noch immer fassungslos fragen, wie einer sein zweifellos vorhandenes politisches Talent so grob fahrlässig verschleudern kann!

39) Jeeves, Dienstag, 22. Februar 2011, 09:51 Uhr

Der zweimal eingeschränkte Superlativ zu einem (auch noch) Allerwelts-Mode-Adjektiv macht diese Aussage zum Unsinn:
“einer der spannendsten Skandale seit vielen Jahren”.
Nun ja, Journalistensprech.
Nee. Es ist ein PEINLICHER Skandal. Nix “spannend”. Peinlich für den Guttenberg, für seine Unterstützer, für die Uni Buy-reuth, und nun auch für seine Chefin, die trotz all der Beweise zu ihm hält. Nur der Himmel weiß, wieso.
Zudem: Herr Spreng, wissen Sie nicht, dass man einen verliehenen Doktortitel weder “ruhen lassen” kann, wie kurz zuvor noch keck angekündigt, noch kann ihn Gutti “zurückgeben”.

40) Christoph, Dienstag, 22. Februar 2011, 10:03 Uhr

Ich würde mal schätzen, wenn zG diese Woche nicht fällt, dann ist er auf dem direkten Weg an die Spitze.

41) Horst Schmidt, Dienstag, 22. Februar 2011, 10:06 Uhr

Gestern waren zwei interessante Auftritte zu beobachten. Beide waren derart bizarr, dass man sich eigentlich nur wundern kann.
Der eine wurde uns aus Libyen übermittelt, der andere aus dem Stammland der “jüdischen Vermächtnisse”.
Nun gut, sie lassen nicht unbedingt qualitativ vergleichen, doch eines läßt sich festhalten. Der aus Libyen war wesentlich kürzer!!
Mein Gott wie tief sinkt die Republik noch. Ein Dank an den Kommentator der “ftd”, der es wenigstens schon in der Einleitung auf den Punkt bringt:

“Das neueste Bekenntnis von Verteidigungsminister Guttenberg beweist: Er hat gelogen. Mit einem Geständnis hätte er Haltung zeigen können. Stattdessen verhöhnt er das Wahlvolk. Hoffentlich wehrt es sich.” von Sven Clausen

Leider wird das Bitten des Sven Clausen nicht erhört werden. Soweit sind wir schon wieder. Übrigens werter Michael Spreng, auch Sie unterschätzen offensichtlich die Gefährlichkeit dieser Blendgranate.

42) Frank Fischer, Dienstag, 22. Februar 2011, 10:14 Uhr

Ein ertappter Promotionsbetrüger ist als Minister untragbar. Punkt. Aus. Ende. Game over.

43) Stephan, Dienstag, 22. Februar 2011, 10:14 Uhr

Hmmm…gefälschter Lebenslauf, gefälschte Dissertation mit Hilfe von Steuergeldern erstellt, die Unwahrheit gesagt im Fall Kunduz, gegen “im Zweifel für den Angeklagten” bei der Gorch Fock verstoßen, es sind in diesem Land schon Mitarbeiter für viel weniger gegangen worden.
Was meint KT was eine Dissertation ist? Eine Mail an Mutti? Wie sollen Doktorandenväter ab jetzt mit Plagiaten umgehen? “Ooch Du, lass mal, ist ja alles halb so wild…”? Es wird mehr und mehr aus einer Bundesrepublik eine Bananenrepublik – und der Boulevard treibt uns dorthin.

44) f.luebberding, Dienstag, 22. Februar 2011, 10:17 Uhr

Haben Sie auch gut geschlafen, Herr Spreng? Popstar? Er ist noch Verteidiguingsminister, kein Schlagersänger. Sie sollten sich gut überlegen, ob Sie die politische Kultur, deren Veränderung Sie konstatieren, nicht durch die eigenen Beiträge mit beschädigen.

45) WL, Dienstag, 22. Februar 2011, 10:18 Uhr

Der Doktortitel wird nach Betrug abgelegt.
Vielleicht aus Angst, dass jemand ein Verfahren eröffnet.

Mal sehen wann der “von und zu” abgelegt wird!

46) Peleo, Dienstag, 22. Februar 2011, 10:40 Uhr

Ein wichtiges Mitglied der Bundesregierung wird des Betrugs und des Lügens überführt, gibt es sogar zu – und 70 Prozent des “Souveräns” halten das für belanglos.

Was bedeutet das für unsere Demokratie? Hat Deutschland noch vor sich, was Italien gerade hinter sich bringt?

47) Orlando, Dienstag, 22. Februar 2011, 10:43 Uhr

Immer noch stehen auch viele Medien zu zu Guttenberg. Und die Strategie ist offensichtlich. Schon seit z.B. in der Passauer Lokalzeitung zu beobachten. Es wird immer nur von Schummeln gesprochen. Es wird betont, dass ja der Doktortitel gar nicht nötig sei für sein Amt. Überhaupt sei das Thema angesichts der Probleme in der Welt doch völlig unwichtig. Es wird von einer Neid- und Hetzkampagne gesprochen, weil man dem Baron seinen Erfolg nicht gönnt. Es werden nur Unionspolitiker zu dem Thema befragt. Lokale Politiker (alle aus dem bürgerlichen Lager) werden gefragt, ob sie denn nie “geschummelt” hätten. Und prompt – Überraschung! – sagt jeder. Klar, man habe auch mal in der Schule abgeschrieben. Es sei doch nur menschliich.

Dass es um alle diese Dinge gar nicht geht und der Sachverhalt damit gezielt verharmlost wird, ist offensichtlich. Es ist eine Kampagne, um den letzten Hoffnungsträger der Union für eine Zeit nach Merkel zu retten. Und es ist ein albernes Spiel. Wenn man gesehen hat, die die gleiche Zeitung die”Porsche-Affäre” um Klaus Ernst oder die Kommunismus-Aussagen von Gesine Lötsch aufgeblasen hat. Da war keine Rede von “schummeln”, da hat es nicht gemenschelt, da wurden vor würtende Leitartikel geschrieben, da wurden Rücktritte gefordert.

Gleiches in der Politik. Die Linken beschimpfen die Rechten und umhekehrt, ja nachdem, wer gerade dran ist mit dem “Skandal”. Und die eigenen Leute verharmlosen und spielen herunter. “Wer ohne Fehler ist, der werfe den ersten Stein” (hat Stoiber gesagt in Bezug auf Guttenberg). Wenn ihm doch solche Bibelzitate auch mal für den poltitischen Gegner eingefallen wären! Und wenn er doch mal bei der Landesbank die christlichen Werte “Demut” und “Bescheidenheit” entdeckt hätte!

Es ist so durchschabar wie unredlich. Sicher wird Frau Maischberger heute mit den “Doktoren Geis und Baring” in eine ähnliche Kerbe schlagen und warnherzig “Milde” für den armen Guttenbarg einfordern. Da kann man sich nur voll Grausen abwenden! Gut, dass gleichzeitig “Neues aus der Anstalt” läuft. Da fällt die Wahl leicht …

48) nurmalso, Dienstag, 22. Februar 2011, 10:43 Uhr

180.000 facebook unterstützter für nicht-mehr-doktor googleberg, tönt bild.
diesen und den anderen googleberg-fanboys da draussen wünsche ich, dass er noch für lange zeit von mutti merkel durch die regierung geschleift wird. wenn um diesen mann tatsächlich eine art starkult aufgebaut wird, dann haben wir wohl dieses regierungspersonal verdient.

den doktor ruhen lassen, ihn zurückgeben …. um wieviel abstruser kann es noch werden?
stört zwar keinen, dass sich der mann einen papierdrachen nach dem anderen baut, um ihn dann wirksam zu erlegen – aber lustig sind diese taktischen manöver schon.

ich denke, mit der uni bayreuth wird man sich gütlich einigen und nach etwas zeit wird sie ganz selbstverständlich in den kreis der elite-unis aufgenommen werden. diese sucht nach graden und titeln treibt noch weitaus seltsamere blüten. oder hat schon mal jemand die dissertation von frau merkel gelesen?

49) Homo politicus, Dienstag, 22. Februar 2011, 10:51 Uhr

Guttenberg macht sich medial zu einer Witzfigur und der sogenannte Befreiungsschlag wird zur Farce; die wissenschaftlichen Mängel waren bereits am Freitag offensichtlich, wo noch ein Befreiungsschlag möglich gewesen wäre. Sicherlich, seine Popularität ist davon zunächst noch wenig beeinträchtigt und die Union schließt die Reihen. Aber der Darling der Medien dürfte Guttenberg nach diesem Desaster nie mehr werden.

Guttenberg scheint generell ein freies Verhältnis zur Wahrheit zu haben: in einer neuen Biographie von zwei FAZ-Autoren werden einige Dinge aufgedeckt – die FAZ als konservatives Leitmedium dürfte auch vor dem bekannten Vorwurf der “linken Medienkampagne” gefeit sein. Ein Vorabbericht der SZ dazu: http://www.sueddeutsche.de/politik/guttenberg-affaere-wie-er-in-seiner-vita-angibt-1.1063173

Auch lesenswert ein neuerer ZEIT-Kommentar: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-02/guttenberg-doktor-gestaendnis?page=all

Für mich hat Guttenberg seine Glaubwürdigkeit völlig verspielt, der schöne Schein allein genügt da nicht. Gerade weil es auch darum geht, wie unsere Soldaten geführt werden sollte man Wert darauf legen, dass an der Spitze des VM jemand steht, der integer ist. Das ist hier m. E. nicht der Fall, die Facebook Fans Guttenbergs wird es nicht stören, doch das zeigt nur das Dilemma der Mediendemokratie auf.

50) Tharben, Dienstag, 22. Februar 2011, 10:57 Uhr

Ob die klassischen Konservativen in der Union das Theater um zu Guttenberg noch lange mitmachen?

Mit “klassische Konservative” meine ich Menschen wie beispielsweise Herrn Spreng. Konservativ bedeutet für diese Menschen nach meinem Empfinden auch: anständiges Benehmen, Wahrnehmen der eigenen Verantwortung, aber durchaus auch ein Gerechtigkeitssinn, nämlich, dass jemand die Früchte seiner Leistung ernten dürfen soll, wenn er sich anstrengt. Diese klassischen Konservativen haben auch durchaus ein soziales Gewissen und sind fähig, grobe Ungerechtigkeiten zu erkennen.

Von diesen Leuten muss es doch noch welche in der Union geben, oder? Werden die nicht in den eigenen Reihen rebellieren? Die muss es doch schütteln bei dem Gedanken, wie zu Guttenberg an seinen Doktor-Titel gekommen ist. Werden die stillhalten? Werden nicht diejenigen, die durch ehrliche, fleißige Arbeit ihren Status erworben haben, dafür sorgen, dass Blender und Hochstapler abgesägt werden?

51) von Freiburg, Dienstag, 22. Februar 2011, 11:11 Uhr

spannend wird sein ob er seine Rethorik an die neue Situation anpassen kann.
Wir wissen nun von seinen lockeren Umgang mit der Wahrheit.
Mit seiner zur Schau getragenen Noblesse passt das irgendwie nicht mehr zusammen.

52) Hans Hütt, Dienstag, 22. Februar 2011, 11:23 Uhr

Ein Aspekt geht in dem rhetorischen Budenzauber zu Guttenbergs immer noch unter: der Rausch an sich selbst, der Selbstbetrug und die Gabe, sein Publikum besoffen zu reden. Auch ohne Rheinriesling. Das einzige, was dabei herauskommt, bei dieser gekrümmten Wettertanne, ist ein Dreimalschwarzerschiffskater.

http://www.reden-fuer-eine-neue-welt.de/?p=6808

53) von Freiburg, Dienstag, 22. Februar 2011, 11:24 Uhr

zu Wolfgang Schäfer, Dienstag, 22. Februar 2011, 08:46 Uhr

die hübscheste Idee zur Identität des Geisterschreibers die ich gelesen habe:
Stephanie war’s!
Profis hätten sicher nicht so dreist plagiert, hätten aber dann Gutti in der Hand gehabt

54) EStz, Dienstag, 22. Februar 2011, 11:43 Uhr

@ RichardT:

>>Wieso war es kein Problem als rauskam, daß ein Minister in früheren Zeiten Polzisten verdroschen hat? Dies nur als herausragendes beispiel was man bei Rot Grün alles Dreck am Stecken hat und kein Hahn kräht danach.

Zum einen hat der Minister aus seiner politischen Herkunft keinen Hehl gemacht, und zum anderen haben sehr viele Hähne ziemlich laut gekräht (“Hahn” gefällt mir).

Dazu hat Rot-Grün deutlich weniger Dreck am Stecken als etwa die CDU (was sicher nicht am besseren Charakter liegt, sondern an mangelnder Gelegenheit aufgrund geringerer Regierungszeiten)

Ansonsten ist das Aufrechnen von Übelkeiten gegeneinander keine sehr sinnvolle Ent-Schul(di)gung.

Zur Guttenbergschen Doktorarbeit empfehle ich diese Lektüre:
http://www.dnews.de/nachrichten/fokke–sokke/796/popup.html

55) Cato, Dienstag, 22. Februar 2011, 11:51 Uhr

Ein Lichtblick in dieser Cadokratie: Größenwahn zahlt sich anscheinend doch NICHT aus!

56) horst scharnhorst, Dienstag, 22. Februar 2011, 12:02 Uhr

Das ist nicht lustig. In seiner Funktion als Verteidigungsminister steht Guttenberg zwei Universitäten vor: in Hamburg und München. Was ist das für ein Beispiel das er setzt? Betrug wird belohnt? Doktorgrade sind nichts wert: denn Merkel hat deren Bedeutung gestern – wie eine Spielsache – in die Ecke geschoben. Aus Protest sollten alle Promovierten Ihre Titel zurückgeben. Die Universitäten sollten ihre Promotionsordnungen außer Kraft setzen. Es ist unglaublich wie die Wissenschaft auf dem Altar der Parteipolitik geopfert wird. Offen gestanden bin ich fassungslos.

57) Hanno Zulla, Dienstag, 22. Februar 2011, 12:12 Uhr

Es wäre tragisch, wenn in der Öffentlichkeit die Plagiatsaffäre gesehen würde als das neidische Aufregen von ein paar linken Elfenbeinturm-Akademikern, die ja gar nicht wissen, was echte Arbeit und wirkliche Leistung ist.

Dass Guttenberg die (echte) Arbeitsweise im wissenschaftlichen Betrieb mit seinem Plagiat entwertet hat und damit den Wert von Bildung in Deutschland an sich, warum wird das nicht verstanden?

Siehe auch http://www.zeit.de/studium/hochschule/2011-02/kommentar-guttenberg-plagiat?page=all

58) karl, Dienstag, 22. Februar 2011, 12:40 Uhr

Kritische Medien? Wo?

Ok, es gibt ein paar, aber die werden eh nur von denkenden Menschen gelesen. Die Schundschriften aus dem Axel-Springer-Verlag, allen voran die Bild, dürfte recht deckungsgleich mit den CSU-Wählern sein :(

59) Dieter Carstensen, Dienstag, 22. Februar 2011, 12:45 Uhr

@Tharben Ihr Kommentar bringt es auf den Punkt.

Unser lieber Michael Spreng ist ein “Wertkonservativer”.

Mit aufrechten, demokratischen konservativen Menschen habe ich überhaupt keine Probleme, auch wenn ich selber eher sozialdemokratisch links denke und dennoch war der langjährige CDU Landtagsabgeordete aus Waldbröl, mein früherer Geschichtslehrer, damals war ich noch als Jugendlicher Vorsitzender der Jungsozialisten in der SPD Waldbröl (1975 . 1978) im Jahr 1999 bei meiner evangelischen Erwachsenentaufe, einer beiden Taufpaten, sozusagen mein Patenonkel.

Wir haben uns trotz unterschiedlicher politischer Auffassungen einander sehr geschätzt, leider ist er vor 2 Jahren verstorben. Aber er hatte seinen Doktortitel mit Anstand und Recht erworben, war eben im Gegensatz zu mir ein strammer Konservativer, aber mit moralisch-humnanistischen Werten.

Bei ihm bekam ich im Geschichtsunterricht, er war ja mein Lehrer 1976, immer eine Eins, auch wenn ihm meine Meinung sicherlich nicht immer gefiel.

Diese Fairniss und Ehrlichkeit scheint in unserer poltischen “Kultur” völlig untergegangen zu sein.

“Gutti” mit seiner pomadengestylten Frisur klebt an seinem Sessel, wie Pattex an den Fingern. Da vermisse ich jeden Anstand, wie z.B. bei meinem Patenonkel.oder Herrn Spreng.

Als gelernter Sozialarbeiter würde ich sagen, alles eine Frage des Charakters und Moral und Anstand haben wenig mit parteipolitischer Ausrichtung zu tun.

60) StefanP, Dienstag, 22. Februar 2011, 13:04 Uhr

Die moralische Fallhöhe von den meisten Internetbloggern dürfte extrem hoch geworden sein. Für öffentliche Ämter ungeeignet ist nach Internet-Meinung zukünftig, wer in seiner Diplom-Arbeit falsche Angaben gemacht hat, wer während seines Studiums betrogen, wer andere für Arbeiten im eigenen Auftrag eingespannt, wer die zumindest subjektiv falschen Entscheidungen getroffen hat. Allerdings sollte so jemand auch keine Publikumsgesellschaft führen.

@Tharben sucht dabei nach den Konservativen, die noch (wie Herr Spreng) das Konservative vertreten: “anständiges Benehmen, Wahrnehmen der eigenen Verantwortung, aber durchaus auch ein Gerechtigkeitssinn, nämlich, dass jemand die Früchte seiner Leistung ernten dürfen soll, wenn er sich anstrengt. Diese klassischen Konservativen haben auch durchaus ein soziales Gewissen und sind fähig, grobe Ungerechtigkeiten zu erkennen.”

Demgemäß ist das Oppositionelle, nämlich das sich als links-progressiv empfindende Spektrum ohne anständiges Benehmen, ohne Verantwortungsbewusstsein und ohne Gerechtigkeitssinn. Fasst man zusammen, wären außerhalb klassisch-konservativer Parteien niemand in der Lage, öffentliche Ämter zu bekleiden.

Was ist das für eine aufgeregte Debatte! Seit Monaten ist Guttenberg in Foren das beliebteste Thema. Der Ehrgeiz, einen Aufsteiger runterzuschreiben, war nun schon lange zu erkennen. Man muss kein Guttenberg-Fan sein (ein etwas irritierender Ausdruck), um das so zu sehen.

Der Großteil der Öffentlichkeit kann dem ohnehin nicht folgen. Was sind die Bestimmungen einer Prüfungsordnung und warum ist kopieren so schlimm, wenn die (illegale) Kopie doch zu unserem Alltag gehört? Politische Zusammenhänge sind enorm kompliziert geworden, so dass sich nur wenige damit beschäftigen mögen. Deswegen simplifizieren wir und suchen uns Personen, die Glaubwürdigkeit verkörpern. Und so ist es wichtig geworden, im politischen Kampf genau diese Glaubwürdigkeit zu erschüttern. Da wird der Verhandler als Marionette dargestellt und der Gegner mit moralischen Etiketten behaftet, wie die eiskalte Machttaktikerin.

Ob der Vorgang (Skandal? Geht’s irgendwann mal wieder ein paar Nummern kleiner?) letztendlich den Markenkern ;-) von zu Guttenberg nachhaltig erschüttern wird, lässt sich heute nicht zuverlässig sagen. Solche Effekte zeigen sich meist erst mit der Verzögerung von ein paar Wochen oder Monaten. Die Prognosefähigkeit der meisten Aufreger darf da weitgehend in Zweifel gezogen werden.

Wie gut, dass wir noch so viele mutige, charismatische Politiker in der Arena haben, sonst müsste man ernsthaft die Neigung zum öffentlichen Tribunal hinterfragen. Das Bundesverteidigungsministerium hatte schon viele Amtträger, die nicht nur verwaltet, sondern aktiv Verteidigungspoltik gestaltet haben. Man wundert sich heute, warum wir nicht längst die Wehrpflicht abgeschafft und eine Berufsarmee aufgebaut haben.

Vielen angeblich politisch Interessierten fehlt jedes Maß und erst recht ein Maßstab. Deswegen sind sie maßlos und unfähig, politische Vorgänge einzuordnen.

61) Dr. Christian Weilmeier, Dienstag, 22. Februar 2011, 13:18 Uhr

Vor Jahren wurde Merkel zum neuen Bismarck ausgerufen. Guttenberg ist jetzt der neue Kennedy, der Künder einer neuen Epoche der bürgerlichen Werte, von Fleiß und Ehrlichkeit und Demut und Standhaftigkeit. Er ist der König des Boulevards, der Liebling der Parteifunktionäre, die Hoffnung aller Bürger die gerne vom Sofa aus ihrem Helden zujubeln.

http://citizenseurope.wordpress.com/2011/02/22/merkel-ist-bismarck-guttenberg-ist-kennedy-eine-deutsche-legende/

62) Bernd Wolf, Dienstag, 22. Februar 2011, 13:56 Uhr

Wenn die Prüfungskommission in Bayreuth nicht gemerkt haben will, dass von 450 Seiten 270 getürkt sind, dann hat das ein Geschmäckle. Nein, ab einem gewissen Stand und in gewissen Kreisen gehört ein Doktortitel einfach dazu. Das war eine protokollarische Pflichtübung und ich wette, die Prüfungskommission hat die Arbeit nicht ein einziges Mal angesehen – KT hätte auch das örtliche Telefonbuch einreichen können. Welche Parteibücher haben die Mitglieder der Prüfungskommission?
Guttenplag wird sich auch einmal mit anderen CSU-Doktoren beschäftigen müssen.

63) Colonel Trautman, Dienstag, 22. Februar 2011, 14:12 Uhr

Tja, bei aller absolut berechtigten Kritik an GuttenPlag scheint sich eine ziemlich große Mehrheit an diesem Betrug schlicht nicht zu stören. Das finde ich persönlich sehr irritierend da gerade die konservativen Wähler doch i.d.R. das Befolgen jeder Hausordnung als Fundament der Gesellschaft ansehen und dann ausgerechnet hier die Augen vor Regelverstößen verschließen.

Diese “kreative” Sicht auf GuttenPlag mag sicherlich auch an der gewohnt parteiischen Berichterstattung von BILD & Co. liegen aber ich vermute, dass dies nicht alles ist. Eine große Zahl von Menschen hat schlicht keinen Ahnung von wissenschaftlichem Arbeiten und setzt GuttenPlags Betrug eben mit dem Abschreiben von Hausaufgaben in der 8. Klasse gleich. Darüber hinaus wird hier mMn vielfach schlicht ein grundsätzlicher antiintellektueller Impuls ausgelebt, der Vergehen gegen wissenschaftliche Standards als unwichtiges Elfenbeinthema für elitäre (linksliberale) Kreise ansieht, während sich das “echte Leben” eben um andere Themen (und im Falle von GuttenPlag sogar um das Leben “unserer” Soldaten, die er gewohnt gnadenlos instrumentalisiert) dreht. Die Rede GuttenPlags vor CDU-Rentnern am Wochenende in Hessen, in der er auf den Titel verzichtet hat, kann man dafür als weiteres Indiz ansehen. Dazu kommt das dumm-dreiste Auftreten GuttenPlags in dieser Sache, das in bestimmten Kreisen sogar noch als Souveränität ausgelegt wird.

Es bleibt zu hoffen, dass der gegelte Minister für diesen Betrug so wie jeder andere zurecht gestutzt wird, damit auch die Leser von BILD & Bunte begreifen, dass es hier nicht um ein Kavaliersdelikt geht. Ich glaube allerdings eher, dass GuttenPlag jetzt etwas Demut simuliert, ohne wirkliche Schuld anzuerkennen, und in 15 Jahren Kanzlerkandidat wird. Ich hoffe, dass ich mich irre.

64) wart, Dienstag, 22. Februar 2011, 14:50 Uhr

Die ganze Diskussion nimmt langsam bizarre Züge an. Wie heist es so schön”….. der ohne Schuld ist werfe den erste Stein….”oder so ähnlich.
Freue mich immer in den Kommentaren zu lesen wieviel Saubermänner so rumlaufen. Die Menschen die KT nicht fallen lassen, haben evtl ein realistischeres Bild vom Leben. Freue mich schon auf die nächsten Veröffentlichungen bei anderen im öffentl. Leben stehenden Personen. Denn das scheint klar zu sein, diese Art der “Aufklärungen” ist für die Medien eine schöne neue Spielwiese.
Nur ob wir dadurch wirklich klüger werden und eine bessere Welt bekommen?

65) von Freiburg, Dienstag, 22. Februar 2011, 15:01 Uhr

an StefanP, Dienstag, 22. Februar 2011, 13:04 Uhr

netter Versuch ein unmoralisches Verhalten zu rechtfertigen.

natürlich werden an unsere Volksvertreter besondere Maßstäbe angesetzt

und das ist richtig, da sie eine Vorbildfunktion haben.

Ich brauche keine besonders charismatischen Politiker,

mir sind vertrauenswürdige “trockene Brötchen” lieber

66) nona, Dienstag, 22. Februar 2011, 15:36 Uhr

Nicht ganz dasselbe Thema, aber ähnlich: das Prinzip “Internetnutzer identifizieren Plagiate in Dissertationen” macht jetzt Schule, siehe http://saifalislamgaddafithesis.wikia.com/wiki/Main_Page

67) WL, Dienstag, 22. Februar 2011, 15:42 Uhr

Noch auf seine hompage steht:

Studium der Rechts- und Politikwissenschaften, Prädikatsexamen, Promotion im Jahr 2007 zum jur. (summa cum laude)

Jeder der eine Diplomarbeit ausarbeitet kann nachvollziehen was für eine Arbeit und wieviel schlaflose Nächte dahinter stecken um eine gute Note zu bekommen.
Beim Herr “von und zu” wird kopiert und die juristische Elite unseres Landes honoriert dies auch noch
mit einem Prädikatsexamen .
Der Gipfel der Unverschämtheit ist dann noch der Verweis auf “summa com laude” auf der homepage!!!

68) blendschutz, Dienstag, 22. Februar 2011, 16:13 Uhr

ich verstehe unter charisma etwas anderes. warum schreiben alle medien, er sei ein begnadeter redner? weil er mit leuten wie glos, beckstein, merkel und ähähäh verglichen wird? das ist er nur für einfältige menschen, für jemanden mit durchschnittlicher menschenkenntnis ist es peinlich zu sehen, wie dieser mensch sich da vor der kamera windet und lügt. sein auftritt in der hessischen pampa: kopfschwenker von links nach rechts und der satz “an der einen oder anderen stelle auch zu viel” – wer da vor fremdschämen noch nicht um boden versunken ist!

69) Tharben, Dienstag, 22. Februar 2011, 16:41 Uhr

@StefanP

Sie denken in der Logik von “bist du nicht für mich, dann bist du gegen mich”. Oder: “Das eine muss das andere immer ausschließen.”

Nur weil Wertkonservative die oben genannten Werte besonders betonen, heißt das nicht, dass andere politische Kräfte nicht auch diese Werte pflegen, allerdings den Schwerpunkt auf andere Dinge legen.

Sie schreiben, “Fasst man zusammen, wären außerhalb klassisch-konservativer Parteien niemand in der Lage, öffentliche Ämter zu bekleiden.”

Ihnen sollte bekannt sein, dass in politischen Parteien, zumal in s.g. Volksparteien, viele unterschiedliche Strömungen vertreten sind. Eine dieser Strömungen würde ich als klassisch konservativ oder eben wertkonservativ bezeichnen.

Des Weiteren kommt es mir beim Lesen eines meiner Lieblingsblogs, der Bildzeitung für (links-liberale) Nerds: http://blog.fefe.de, immer häufiger so vor, dass gerade in der Union übelst geschachert, manipuliert und ein ums andere schmutzige Geschäft betrieben wird – von Rechtspopulismus ganz zu schweigen. Außerdem ist die FDP auf diesem Feld besonders talentiert. Überdies ist es kein Geheimnis, dass die Union traditionell ihre Probleme mit Teilhabe, Gleichberechtigung und flachen Hierarchien hat.

Wie gesagt, der Wertkonservativismus (oder intelligenter Konservativismus, wie es Wolfgang Michal nennt) ist nur eine Strömung in der Union. Aber hoffen wir, dass sie sich gerade in dem Fall Gutteberg durchzusetzen vermag.

70) T.D., Dienstag, 22. Februar 2011, 17:05 Uhr

Ich freue mich schon auf die Veranstaltung, in der KT Absolventen der Bundeswehruniversität Diplomurkunden oder am besten Promotionsurkunden überreicht.

71) StefanP, Dienstag, 22. Februar 2011, 17:21 Uhr

@Tharben

was Sie beschrieben haben, ist nicht speziell (klassisch) konservativ, sondern gehört zum normalen sozialen Verhalten. Sie haben es aber auf ein etwas höheres Podest gehoben und als politisches Argument verwandt. Deswegen habe ich es karrikiert, soviel Humor muss sein. ;-)

(Wert-) Konservativ ist vor allem, sich rechtsstaatlich zu verhalten. Da stehen wir eher am Anfang des Verfahrens. Bei Vorverurteilungen ist der Konservative vorsichtiger als der Progressive in der Bewertung.

@von Freiburg

Wenn Sie richtig lesen und nicht interpretieren, so werden Sie keinen Anhaltspunkt finden, wie ich das Verhalten zu Guttenbergs gewertet habe. Worte der Rechtfertigung sind auch nicht enthalten. Bei Beurteilungen bin ich naturgemäß sehr zurückhaltend, das ist manchmal bequem und oft intelligent. Meine Sorge gilt da auch eher mir selber, wenn die Maßstäbe besonders hoch und die Konsequenzen gravierend sind, so gilt das natürlich auch für mich. Wie soll ich denn sonst andere bewerten?

Ich kann doch nicht sagen, ich habe mal getrickst, hatte irgendwo etwas Glück, doch unter moralischen Aspekten müsste ich alles ablegen, was ich mal erreicht habe und sollte konsequenterweise meine derzeitige Position aufgeben.

Ich frage nach dem Maß, das jeder zuerst an sich anlegen sollte. Es ist äußerst bequem, von anderen zu fordern, wo man selber die Konsequenz scheuen würde. Eine solche Selbstgerechtigkeit tut nicht weh. Damit ist nicht gesagt, dass ein eventueller Betrugsversuch zu Guttenbergs moralisch, menschlich oder politisch zu verurteilen wäre. Damit ist nicht gesagt, das zu Guttenberg mit der Belastung Minister der Bundesrepublik Deutschland bleiben könne. Aber auch nicht das Gegenteil. Urteile werden im Internet genug gesprochen, auf meins kann man da durchaus verzichten.

72) Berlin2011, Dienstag, 22. Februar 2011, 17:53 Uhr

@blendschutz: Unterschreibe!

73) Colonel Trautman, Dienstag, 22. Februar 2011, 18:06 Uhr

wart, Dienstag, 22. Februar 2011, 14:50 Uhr
Die ganze Diskussion nimmt langsam bizarre Züge an. Wie heist es so schön”….. der ohne Schuld ist werfe den erste Stein….”oder so ähnlich.

Ach, was soll man zu einer solch bewussten Verdrehung der Tatsachen noch sagen?! Niemand verlangt unfehlbare Politiker aber dass ein beim Betrügen erwischter Bundesminister sein Fehlverhalten zumindest offen eingesteht und nicht wahlweise vor einer Gruppe journalistischer Hofschranzen bestreitet oder als Lappalie tarnt darf man doch noch erwarten, oder?

74) Atalay, Dienstag, 22. Februar 2011, 18:14 Uhr

Eine andere Frage!

Wie würde Herr G. in einer wirklichen Krisensituation, wo es um elementare Interessen unseres Landes geht, als Verteidigungsminister reagieren. Wäre er in der Lage, die Situation richtig zu analysieren und unter den gegebenen Alternativen die richtige auszuwählen, ohne darauf zu schielen, welche Entscheidung ihn ins beste mediale Licht rücken würde? Könnte er diesen Entscheidungsweg später ehrlich und nachvollziehbar darlegen? Könnte er seine persönlichen Interessen hinter die Interessen des Landes stellen?

Wenn die Antworten auf diese Fragen “Ja” lauten, dann soll er meinetwegen auch ohne seinen Doktor Minister bleiben.

Und vorsicht mit dem Titel “Popstar”. Heutzutage wird der in fragwürdigen Sendungen an spätpubertäre vergeben, die dann in der Versenkung verschwinden.

75) Valerian Jenny, Dienstag, 22. Februar 2011, 18:26 Uhr

“…erste Staatsexamen, was aber nicht mehr als eine Zwischenprüfung in Magisterstudiengängen ist oder heutzutage ein Bacherlor (sic!)”

Zur Klarstellung: Das erste juristische Staatsexamen ist wenn dann mit einem Master vergleichbar, sicher nicht mit einem Bachelor.

76) ehler. pool, Dienstag, 22. Februar 2011, 18:37 Uhr

Frau Kaessmann konnte es besser ! Sicher macht jeder Mensch seine Fehler – aber er muss auch dazu stehen, nicht erst wenn man ihn sowieso schon enttarnt hat. Für seine Untergebenen setzt der Herr Minister doch auch sofort sehr strenge Massnahmen mit Aberkennung des Titels und Versetzug in den einstweiligen Ruhestand durch . Interessant ist ja – wie alle CDUler dieses scheinbar kleine Lügenvergehen kommentieren. Nach dem Motto ” das ist alles ausserhalb der politischen Ebene ” also völlig uninteressant . Es gibt wirklich dazu Millionen Menschen , die das auch noch nicht mal kritisch finden sondern sofort verzeihen ? In diesem Land werden andere aus dem Job ” gerichtet ” wenn sie ein halbes Brötchen mitgehen liessen. Grund Vertrauensbruch ! Was ist dann mit KTzG ?? Ein Mann ohne Werte – jedenfalls ab jetzt – !

77) Peter Christian Nowak, Dienstag, 22. Februar 2011, 19:38 Uhr

°°Eine große Zahl von Menschen hat schlicht keinen Ahnung von wissenschaftlichem Arbeiten und setzt GuttenPlags Betrug eben mit dem Abschreiben von Hausaufgaben in der 8. Klasse gleich.°°
°°Nein, ab einem gewissen Stand und in gewissen Kreisen gehört ein Doktortitel einfach dazu. Das war eine protokollarische Pflichtübung und ich wette, die Prüfungskommission hat die Arbeit nicht ein einziges Mal angesehen – KT hätte auch das örtliche Telefonbuch einreichen können.°°
°°Das finde ich persönlich sehr irritierend da gerade die konservativen Wähler doch i.d.R. das Befolgen jeder Hausordnung als Fundament der Gesellschaft ansehen und dann ausgerechnet hier die Augen vor Regelverstößen verschließen.°°
°°Vor Jahren wurde Merkel zum neuen Bismarck ausgerufen. Guttenberg ist jetzt der neue Kennedy, der Künder einer neuen Epoche der bürgerlichen Werte, von Fleiß und Ehrlichkeit und Demut und Standhaftigkeit. Er ist der König des Boulevards, der Liebling der Parteifunktionäre, die Hoffnung aller Bürger die gerne vom Sofa aus ihrem Helden zujubeln.°°
°°an StefanP, Dienstag, 22. Februar 2011, 13:04 Uhr
netter Versuch ein unmoralisches Verhalten zu rechtfertigen.
natürlich werden an unsere Volksvertreter besondere Maßstäbe angesetzt
und das ist richtig, da sie eine Vorbildfunktion haben.
Ich brauche keine besonders charismatischen Politiker,
mir sind vertrauenswürdige “trockene Brötchen” lieber °°
(Zitate Ende)
Zitate von:
@Colonel Trautmann @ von Freiburg @Dr. Christian Weilmeier @Bernd Wolf

So sieht´s aus! Und noch etwas: Wenn eine kleine Hartz IV-Empfängerin „illegal“ Putzen geht und wird dabei erwischt, dann dreht man ihr die Luft ab und die halbe Nation (und die BILD) regt sich über die „Sozialbetrügerin“ auf. Wenn ein Herr zu Guttenberg die Nation mitsamt der Promotionskommission einer Uni betrügt, dann rollen ihm die gleichen Deppen sogar den roten Teppich aus. Verdammt noch mal, was ist denn das für eine Haltung?
Nach neuesten Umfragen der ARD halten 73% der Bürger an zu Guttenberg fest. „Sie finden das gar nicht so schlimm, daß er plagiiert hat.“
Welch ein Armutszeugnis für eine Gesellschaft, die scheinbar nichts mehr blickt, weder Bankenkrise, noch solche Guttenplags, noch sonst irgendwas; außer, daß diese Damen und Herren sehr genau wissen, wo es Schnäppchen gibt. Das „Shoppen“ scheint so eine Art geistiger Ersatz, eine Art der religiösen Freiheit zu sein, für die man einzig und allein auf diese Welt gekommen ist. Und wenn eines ihrer Idole ein Abschreiber ist, so schreibt man ihn nicht ab, sondern hoch, und setzt sich abends an den Kamin bei einem Gläschen Latte macchiato.

78) Cedrik Mayer, Dienstag, 22. Februar 2011, 19:49 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,
überschätzen Sie nicht die Bild-Zeitung ein wenig? Mit ihren knapp 3 Millionen Exemplaren erreicht sie etwas 15% der Bevölkerung, nicht das Bürgertum. Nun wählt aber der Bus- oder Taxifahrer, der zur Unterhaltung in der Pause Bild liest, meist nicht CDU, obwohl Bild in diese Richtung schreibt. Die CDU wird von Bürgern gewählt, die in ihrer Mehrzahl kein Verständnis für Regelverstöße a la Guttenberg haben. Betrug ist halt Betrug und das wissen die Eltern von Gymnasiasten schon genau einzuordnen. Das Problem liegt bei Frau Merkel. Sie hat zum Zwecke der persönlichen Machtabsicherung alle CDU-Granden der ersten Reihe vergrault und sitzt nun auf einem Restbestand zum größten Teil mäßig begabter Leute, die von ihr abhängig sind. Der einzig integere CDU-Politiker scheint Bundestagspräsident Lammert zu sein, der sein Amt souverän ausübt. Norbert Lammert wird auch genau prüfen, ob Herr Guttenberg die Wissenschaftlichen Dienste für Zuarbeiten zu seiner Dissertation eingespannt hat.
Doch nun kurz zu Guttenbergs Verlautbarungen und Auftreten in der vorigen Woche vor der Presse und am Montag vor CDU-Publikum. Ich schlage vor, diese Videoaufzeichnungen einen sachverstängen Gutachter für Persönlichkeitsanalysen und einem Profi für Personalmanagement vorzuführen. Es sollten Gutachten erstellt werden, ob Guttenberg die erforderlichen charakterlichen Eigenschaften für die Übernahme von Führungsverantwortung hat. Als oberster Dienstherr der Bundeswehr ist er nicht irgendein Minister sondern er hat eine besondere Fürsorgepflicht. Nach allem, was bisher vorgefallen ist, könnte man vermuten, dass die erforderliche Reife für höhere Führungsaufgaben nicht besitzt. (Kundus, Gorch Fock, Auftritt vor der Presse und Auftritt in Hessen)
Er wäre aber vermutlich geeignet, eine Verkauftruppe beim AWD des Herrn Maschmeier zu führen. (Ich weis, dass Herr Maschmeier seinen Stukturvertrieb verkauft hat, diente nur der Erläuterung)
Scherzhaft möchte ich noch hinzufügen, dass vor 100 Jahren in Adelskreisen bei einem derartigen Ehrverlust der Griff zum Revolver als letzte Möglichkeit galt, die Ehre zu retten. Soweit soll es natürlich nicht kommen.

79) djh, Dienstag, 22. Februar 2011, 19:56 Uhr

Hr. zu Gutenberg hat nicht gesagt, das er den Dr. Titel zurück gibt sondern das er auf das Führen des Titels verzichten wird. Gutenberg wird gestärkt aus dieser Krise hinaus gehen, da seine “Fans” den Umstand “Fußnote” als von der Opposition, zur Diskreditierung des zukünftigen Kanzlers, gesteuert empfinden.

80) sk8erBLN, Dienstag, 22. Februar 2011, 20:52 Uhr

Mich amüsieren mehrere dinge.

a) dass Dr. a.D. von und zu Googleberg mit seinem “mutigen Vorwärtsvertedigung” beweist, dass er schon das erste Staatsexamen zu unrecht bestanden hat. Sonst müsste er nämlich wissen dass ein VERWALTUNGSAKT keine “wünsch dir was” Veranstaltung ist und er gerade nicht mehr Herr des Verfahrens ist. So von wegen Googleberg “verzichtet dauerhaft”. Der Blender versucht einmal mehr zu suggerieren er habe die Zügel in dieser Sache in der Hand. Was für ein Scharlatan (Als Scharlatan wird eine Person bezeichnet, die fälschlicherweise vorgibt, ein bestimmtes Wissen oder bestimmte Fähigkeiten zu besitzen; Definition von Wikipedia), wir werden es spätestens beim Projekt Bundeswehrreform erleben. Denn die, das wurde nun deutlich, ist einige Nummern zu groß für Herrn Dr. a.D..

b) versucht er natürlich plump überfällige genauere Nachforschungen im Keim zu ersticken (man möge ihm in Bayreuth bitte schön PRONTO den Titel formal aberkennen) wer denn nun die Doktorarbeit für ihn verfasst hat, das wäre ja noch die ausstehende Steigerung zu dem bereits belegten. Selbst einem narzistischen Selbstdarsteller wie ihm traue ich so viel Blödheit nicht zu die Einleitung einfach aus der FAZ per copy& paste erstellt zu haben. Alles aber nicht diese Einleitung. Das kann nur jemand tun, dem herzlich egal sein kann ob das eines Tages auffliegt.

und c) amüsieren mich die Verrenkungen Merkels den Unhaltbaren, der zur persona non grata wurde auf Teufel komm raus zu halten. Dabei entblödet sie sich nicht einmal so weit zu gehen eine Art Persönlichkeitsspaltung zwischen dem Scharlatan Googleberg und dem honorig-ehrenwertten Minister für Verteidigung der ihr “vollstes Vertrauen” genießt aufzuspalten.

WIe erbärmlich ist das denn? Aber bitte, damit macht sie die Affäre so richtig zu ihrer eigenen. Ihre möglicherweise klammheimliche Freude dass der “Superstar” erst mal auf Normalformat zurechtgestutzt ist bedeutet einen hohen Preis, denn die politische Kultur ist auf einem erneuten Tiefpunkt angekommen.

Und zum Scharlatan selbst noch ein Satz: Geht es noch verlogener als zu behaupten “”Ich habe mich am Wochenende nochmals mit meiner Doktorarbeit beschäftigt ….”

Dafür hatte er sieben Jahre lang Zeit und zwar bevor er das Plagiat eingereicht hatte. Und natürlich ist es keineswegs “Blödsinn, den ich geschrieben habe”. Quelle für die Guttenbergzitate:
http://www.sueddeutsche.de/politik/plagiatsvorwuerfe-gegen-guttenberg-sag-dem-titel-leise-servus-1.1063178
Da geht es um vorsätzliche Betrügereien und keineswegs um ein wenig unausgegorenen Blödsinn den er vermutlich täglich nebenbei absondert.

Das Thema ist noch lange nicht durch.

81) mambo, Dienstag, 22. Februar 2011, 21:03 Uhr

Wie wärs ,wenn Herr z.Guttenberg ,wie weiland Frau Käßmann,ohne großes Gezetere in Würde zurücktritt ?
Die Deutsche Bank sucht doch einen Nachfolger für Ackermann;aber ich denke ,die wollen ihn nicht,die nehmen nur ein geprüftes Unikat ,einen ,der wirklich etwas kann.
Er könnte auch Thomas Gottschalk beerben ,das wäre wohl das beste ,Show pur.

82) sk8erBLN, Dienstag, 22. Februar 2011, 21:42 Uhr

Ih zitiere mich mal selbst aus dem Vorbeitrag von Herrn Spreng:
sk8erBLN, Freitag, 18. Februar 2011, 18:50 Uhr
Der Mann war, ist und bleibt ein Blender, der noch dazu aus dem Hause Springer einmal mehr die maximal mögliche Unterstützung erhält. War er ja schließlich mal ein verdienter Mitarbeiter. noch dazu schön konservativ. Anders ist kaum zu erklären weshalb Bild mittags schon behauptet Googleberg habe den Dr. auf seiner Homepage bereits entfernt, obgleich der da selbstredend noch immer behauptet “cum laude” promoviert zu sein.
siehe”Studium der Rechts- und Politikwissenschaften, Prädikatsexamen, Promotion im Jahr 2007 zum jur. (summa cum laude)”
http://www.zuguttenberg.de/person.php ,nachzulesen auch um 18:46 Uhr am 18.2.

Und was steht da am 22.2.?
Biographie (bis 2002):

Studium der Rechts- und Politikwissenschaften, Prädikatsexamen

Soso, P R Ä D I K A T S E X A M E N :) )

Ja, in der tat, er hat wohl das 1 Staatsexamen ob mit Prädikat lasse ich mal offen wo der Rest des Lebenslaufs auch so aufgehübscht ist.

Tja, die Katze lässt das Mausen nicht und der narzistische Selbstdarsteller bleibt ein solcher, komme was da will.
So sieht die Realität aus:

“Zu Guttenberg studierte von 1992 bis 1999 Rechtswissenschaften an der Universität Bayreuth.[10][11] 1993 begann er ein Studium der Politikwissenschaften an der Hochschule für Politik München[6][12], über dessen Ausgang nichts bekannt ist. In der Sozietät Peltzer & Riesenkampff in Frankfurt am Main und in der Kanzlei Mayer, Brown and Platt in New York City absolvierte er während des Studiums mehrwöchige Praktika, die er in seinem Lebenslauf als „berufliche Stationen in Frankfurt und New York“ hervorhebt.[8] In Bayreuth bestand er im Jahr 1999 das Erste juristische Staatsexamen.[8] Weil ihm das Zweite juristische Staatsexamen fehlt, ist zu Guttenberg kein Volljurist.

Bei dem renommierten Bayreuther Juristen Peter Häberle begann zu Guttenberg schließlich seine Dissertation Verfassung und Verfassungsvertrag. Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU,[13] mit der er 2007 nach rund sieben Jahren summa cum laude zum Doktor der Rechte promoviert wurde.[11] Die Arbeit geriet im Februar 2011 wegen des Vorwurfs des Plagiats in die Kritik[14] und Karl-Theodor zu Guttenberg bat die Universität Bayreuth inzwischen um „Rücknahme seines Doktortitels“ (siehe Abschnitt Plagiatsvorwürfe und Folgen)..”
Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Theodor_zu_Guttenberg#Studium_und_Promotion

Soviel zu dem Prädikatsstudi.

Die FAZ erklärt den Schachzug Guttenbergs mit dem Doktortitel: der Malus kein Volljurist zu sein da ohne 2. Staatsexamen sollte kompensiert werden.:
“Karl-Theodor zu Guttenberg
Die Studierstube ist seine Bühne nicht
Karl-Theodor zu Guttenberg: Nicht nur bei seiner Doktorarbeit, die jetzt wegen Plagiatsvorwürfen in heftiger Kritik steht, ist das Prinzip „Mehr Schein als Sein“ erkennbar. Ein Doktor-Typ ist Guttenberg schon von Natur aus nicht.”
http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E7BD0A2A6453344AB87DBA19FB3886186~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Zu den möglichen Konsequenzen gibt es hier recht interessantes, das könnte erklären weshalb der Scharlatan es nun so eilig hat mit der Rückgabe seines unrechtmäßig geführten Doktortitels:
http://www.juraexamen.info/plagiat-in-der-dissertation-von-bundesverteidigungsminister-zu-guttenberg-–-rechtliche-implikationen-und-andere-interessante-falle/

83) Marcus, Dienstag, 22. Februar 2011, 22:01 Uhr

Für den wertebasierten Konservatismus in der Union ist diese Affäre mittelfristig Gift. Das Ekelgefühl bei all denen, die Leistung tatsächlich für eine Tugend halten, und die Verteidigung dieser Tugend zumal im konservativen Lager verorteten, steigt mit jedem Tag, an dem Guttenberg weiter im Amt ist.

84) sausi, Dienstag, 22. Februar 2011, 22:02 Uhr

@StefanP Natürlich ist das kein “Vorgang”, sondern ein Skandal. Guttenberg, ein amtierender BUndesminister, hat große Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben und damit seine Universität im engeren Sinne betrogen. Er hat sich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen einen Doktortitel erschlichen. Ich finde es im übrigen blamabel, wie jetzt Angehörige des so genannten konservativen Spektrums versuchen, den Betrug Guttenbergs zu verniedlichen oder zu relativieren (“Eure sind ja viel schlimmer und schmeißen Steine!”).

Die These, gestern übrigens auch vom Propagandamagazin des BR “Report München” vervielfältigt, es gäbe eine Diskrepanz zwischen Veröffentlichter und Öffentlicher Meinung, scheint mir bislang nicht ausreichend belegt worden zu sein. Aber sie passt so schön zu der Behauptung eines im Zweifel linksliberalen Politmainstreams, der zur Jagd auf den Anti-Politiker geblasen hat. Früher hieß das “Schweigespirale”…

Und dennoch glaube ich, dass Herr Spreng Recht hat und Guttenberg durchkommen wird. Allerdings weniger weil seine Verdienste (welche sind das außer der Abschaffung des Wehrdienstes eigentlich?) so schwer wiegen, sondern eher, weil die Reihen in der Koalition geschlossen sind und keiner dort ein Interesse an seinem Rücktritt hat. Zumal Guttenberg die formale Folge dieses Skandals, den Verlust seines akademischen Grades, schon vorweggenommen hat. Ihm jetzt also fats nichts mehr passieren kann. Es sei denn, es käme heraus, dass er sich eines Ghostwriter bedient hat.

85) Fassmann, Dienstag, 22. Februar 2011, 23:21 Uhr

Man sollte das Guttileinchen von Copy und Paste nicht zu sehr überbewerten, gegen die trüben Tassen im Kabinett Merkel, die sogar im Dunkeln Schatten werfen, wirkt selbst ein Glühwürmchen wie die pralle Sonne.

Fakt bleibt auch, daß jeder der sich irgendwo ein Liedchen runterläd, dieses noch dummerweise in einer Sharefile belässt, mit übelsten Abmahnungen und deftigen Kosten konfrontiert sieht, ein Guttileinchen darf aber völlig straffrei Urheberrecht verletzen und sich noch mit dümmlichen Witzen rausreden?

Die Kanzlette erweist sich und der deutschen Demokratie einen Bärendienst, sie gibt sich und die ganze Regierung der Lächerlichkeit preis. Um sie ist´s nicht schade, aber was wird mit dem Rest?

Wie verarscht müssen sich diejenigen vorkommen die ihre Doktorarbeit tatsächlich neben Beruf und Familie selbst und ordnungsgemäß schreiben? Schön dumm sich die Arbeit zu machen aber copy & paste hätte es auch getan?

Wie sehr wird der Reputation des Titels überhaupt geschadet? “Ach so einfach wird man Dr?” Ich glaube einigen in der Regierung Merkel und anderen Orten ist die Tragweite nicht wirklich bewußt, hätte man einen anderen dieses Betruges überführt, hätte man ihn als Betrüger oder Hochstapler abgetan, wohl wissend, daß er seiner gerechten Strafe zugeführt wird, jetzt soll es aber gesellschaftsfähig sein?

Naja, Gutti hat ja schon einmal das Oi-Verteidigungsministertreffen abgesagt, das läßt mutmaßen……

………..Auto geleast, Dr gekauft!

86) Michael, Mittwoch, 23. Februar 2011, 01:18 Uhr

WARUM hat der Doktorvater diese “Arbeit” – auch noch mit “cum laude” durchgehen lassen?
Und was ist mit der Uni Bayreuth?
Hier sollten die Medien mal recherieren. Vielleicht will man gar nicht wissen, was da alles zutage kommt.

Übrigens, Herr Spreng, die Medien – auch die seriösen – haben den Minister zu einem Superstar gemacht – nicht die Bürger!

87) nurmalso, Mittwoch, 23. Februar 2011, 01:37 Uhr

ich lese und höre immer von den konservativen bei der union, die dieses googlebergsche verhalten abschrecken soll ….
konservative in der union? wo sind denn die plötzlich wieder aufgetaucht?
man dachte, die wären längst ausgestorben: http://www.youtube.com/watch?v=wvh8ZPs-NAg

88) Frankilein66, Mittwoch, 23. Februar 2011, 07:32 Uhr

Na gut, wenn es bisher noch nicht gereicht hat, Guttenberg zu Fall zu bringen, dann muss man eben noch etwas tiefer bohren!

Es deutet sich ja schon an ( Doktortitel zu früh geführt).

Er darf nur deshalb im Amt bleiben, weil es in der CSU keinen geeigneten Nachfolger gibt. Außerdem würde im Falle einer Kabinettsumbildung wieder die Gesundheit von Wolfgang Schäuble andiskutiert werden.
Das muss Merkel vor der Baden-Württemberg-Wahl auf jeden Fall vermeiden.

Mal sehen, wie heute die “Aktuelle Stunde” im Bundestag verläuft. Die Unterstützung der auch hier im Blog angeführten “Wertkonservativen” scheint ja zu bröckeln (Lammert). Die merken auch langsam, welches Bömbchen da in ihren Reihen tickt.

Die Sache ist noch lange nicht ausgestanden!

89) michael, Mittwoch, 23. Februar 2011, 07:42 Uhr

Ohne Worte:
(2) Sein Verhalten muss dem Ansehen der Bundeswehr sowie der Achtung und dem Vertrauen gerecht werden, die sein Dienst als Soldat erfordert. Außer Dienst hat sich der Soldat außerhalb der dienstlichen Unterkünfte und Anlagen so zu verhalten, dass er das Ansehen der Bundeswehr oder die Achtung und das Vertrauen, die seine dienstliche Stellung erfordert, nicht ernsthaft beeinträchtigt.

90) deraxel, Mittwoch, 23. Februar 2011, 08:30 Uhr

Das ist doch alles nur der “Aufstand der Zwerge” nur sind es diesmal hauptsächlich die Medien, welche nicht zu Gutenbergs Haus und Hofberichterstatter sind.
Einen Finanzminister mit 100k € im Koffer samt Schwarzgeldkonten finde ich bedeutend gravierender.

91) Howie Munson, Mittwoch, 23. Februar 2011, 09:06 Uhr

Naja den Ruf des deutshcen Doktorgrades hat man jetzt wohl erfolgreich beerdigt… “summa cum laude” = “Blödsinn” den man beim Einlesne übers Wochenende erkennt… hinzu kommt dann ncoh sowas:
***FDP-Parlamentsgeschäftsführer Jörg van Essen sagte unserer Zeitung: „Momentan ist das große Jagdfieber ausgebrochen.Es ist nur eine Frage der Zeit, bis gegen andere promovierte Politiker Plagiatsvorwürfe erhoben werden.“ *** http://www.noz.de/artikel/51502475/die-angst-vor-dem-generalverdacht

Da scheint ja einer einiges über seine Kollegen zu wissen….. auf einmal gilt nicht mehr “wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten” ansonsten würde man doch versichern und belegen das man selbst absolut korrekt gearbeitet hat…

92) Wart, Mittwoch, 23. Februar 2011, 09:43 Uhr

Schade das der Aufwand die Doktorarbeiten der vor Googlezeit zu scrennen zu aufwendig ist.
Ich würde drauf wetten, Trefferquote würde bei über 50% liegen. Aber was heisst das schon. Wer erwischt wird ist dran und muss dafür gerade stehen.
Aber vielleicht erklärt das auch, dass die Mehrheit der Bevölkerung die Dinge leider lockerer sieht.

93) Fassmann, Mittwoch, 23. Februar 2011, 10:06 Uhr

Herrlich wie im Falle des adligen Herrn relativiert und verglichen wird, so gehsehen ist ja Gaddafi im Gegensatz zu Hitler ja auch ein Guter, gell? Der Vergleich machts eben…………..

94) M.M., Mittwoch, 23. Februar 2011, 11:22 Uhr

@sk8erBLN
Dass KT zu Guttenberg das 2. Staatsexamen ueberhaupt nicht abgelegt hat ist mir völlig neu! Also ist er kein Volljurist, wie sie richtigerweise schreiben.
Ich habe mich mit seinem Lebenslauf allerdings nie beschäftigt weil ja unsere Mainstream Presse gerne positiv mit einem Adligen parliert ohne offensichtlich Wesentliches dem Bürger mitzuteilen. Warum nur? Nun also auch noch ein Fake als Doktorarbeit. Als konservativer Wähler werde ich aus so einem Typ
KT nicht schlau. Ist es wirklich so schwierig seinen eigenen Lebenslauf der Bevölkerung mitzuteilen???

95) Remington, Mittwoch, 23. Februar 2011, 11:52 Uhr

Meinung, meine.

Karl-Theodor zu Guttenberg hat gelogen und betrogen. Er hat sich einen Doktortitel erschlichen. Und das für einen klar denkenden Menschen auf eine Art und Weise, die den Gedanken mehr als nahe legt, dass er diese Methode nicht nur bereits des öfteren angewandt, sondern als völlig normal im gesellschaftlichen und geschäftlichen Umgang abgespeichert hat. Karl-Theodor zu Guttenberg ist ein Lügner. Er ist ein professioneller Lügner. Nur scheint das jedem egal zu sein.

Die Gründe dafür sind einfach.

Jeder tut es.

In den Feuilletons, in den Blätterwäldern und Streitschriften, auch in den nicht schriftlichen Massenmedien wird in nicht enden wollender Reihenfolge diese Tatsache auf mehr oder weniger amüsante Weise immer und immer wieder dargelegt werden; mit immer neuen Schlussfolgerungen. Und wie schon so oft beobachtet, wird das keinerlei praktische Auswirkungen haben. Was, so nimmt der Beobachter an, auch in den wenigsten Fällen von den Verursachern so gewollt ist, sind sie doch ein Teil des gleichen Systems, haben sie doch selbst oft genug Tatsachen verlebt, im Nachhinein verändert, benutzt und schließlich vergessen. Wer also ist Karl-Theodor zu Guttenberg schon. Ein Lügner, ja Gott, doch. Einer, der diesen Umstand lange und zu erfolgreich verschleiern konnte, ein Mann, der erreicht hat, was wir doch alle anstreben, der Glaubwürdigkeit lebte, ja sie inszenierte, der ein neuer Hoffnungsträger wurde und das erreichte, was in der Politik und, wenn man den Gedanken zu Ende denkt, auf jede Art und Weise und für jeden nur denkbaren Zweck angestrebt wird. Er wurde ein Mächtiger. Auf den Schultern getragen von jenen, die er belog.

Ich bin ein Teil des Systems. Ich bin ein Teil jener Welt, die so oft als Stimme des Volkes herhalten muss, dass sich der Verdacht aufdrängt, jene, die sich auf sie berufen, hätten nichts Eiligeres zu tun gehabt, als sich so schnell als möglich von ihr zu distanzieren. Nichtsdestotrotz ist sie die stärkste Stimme im Staate, so sie denn je erhoben wird; eine Tatsache, die vor mehr als zwanzig Jahren scheinbar ehernen Beton zerbröckeln ließ und heute, noch etwas weiter südlich, erneut scheinbar feststehende Tatsachen einfach hinweg pustet. Eine Welt, in der Karl-Theodor zu Guttenberg zwar als Lügner erkannt worden ist, in der er aber, und zwar genau aus jenem Faktum heraus, nun als Mensch wahrgenommen und als solcher, als Minister nun mal, aber wer weiß als was wohl in Zukunft noch, geschätzt, geachtet, ja regelrecht geliebt und demzufolge als schützenswert, ja als Familienmitglied erachtet und somit regelrecht geheiligt wird. Er hat gelogen? Er hat betrogen? Ja Gott, das tun wir doch alle. Er ist erwischt worden? Ja und? Er ist ja doch eine ehrliche Haut, er hat einen guten Job gemacht; er hat sie in den Arsch getreten, sie, die ja schon viel länger und viel erfolgreicher lügen, sie, die ja schon von Amts wegen und in geschlossener Phalanx gegen uns arme kleine, weil nicht so erfolgreiche und deshalb so oft geflöhte und gezauste Lügner stehen. Er ist gegen sie angetreten und er hat sie aufgemischt und er sieht gut aus und seine Frau ebenfalls und in dem Umfeld kann man ja gar nicht anders und er ist doch und er ist immer noch und so wird er es auch bleiben. Und so werden sie ihm verzeihen.

Dort, wo ich herkomme, wird viel gelogen. Vor allem sich selbst in die Tasche. Und seit Jahrtausenden ist man es hier unten gewohnt, belogen und betrogen zu werden. Hier ist jene Welt, in der kleine Hausbesitzer und Ladeninhaber städtischerseits auf hunderte von Euro verklagt werden, weil sie statt um sieben Uhr, wie gesetzlich vorgesehen, erst um acht Uhr den Gehweg vom Schnee beräumt haben, während städtischen Unternehmen, die in diesem Winter niemals eine Schneeschaufel losließen, nichts geschieht. Und in dieser Welt wird Karl-Theodor zu Guttenberg nicht als Lügner wahrgenommen, sonder nur als einer, der wider den Stachel gelöckt hat und dabei tricksen musste wie wir doch alle. Eine Doktorarbeit? Wissenschaftlich? Humbug, hamwa doch imma jesacht. Komma wieda bei de Klarsicht, wa? Wat biste denn, wat willste denne? Der Sprit is teuer und um sechse is de Nacht weg. Ick hab´n neuen Färnsähr, hab ick schon erzählt?

96) Nirvana, Mittwoch, 23. Februar 2011, 12:02 Uhr

Ich muß gestehen, daß ich die Diskussion um den Herrn z. Guttenberg nicht wirklich nachvollziehen kann. Ich finde die Art und Weise des Umgangs mit ihm überhaupt nicht in Ordnung. Ist es wirklich nötig einen derartigen Wirbel um ihn anzufachen? Verdient er so viel Beachtung, daß jeden Tag Tausendfach über ihn geschrieben werden muß? Reicht es nicht aus die Sachverhalte in ruhiger, aber deutlicher Art und Weise zu benennen? Wozu Spekulationen über Vorsatz oder peinliche Fehler?

Der Herr z. Guttenberg ist einfach nur ein Mensch, der mit seiner Dissertation seine Lösung der im gestellten Aufgabe abgeliefert hat.
Diese Aufgabe wurde im gestellt um den Doktorgrad an der Uni Bayreuth zu erwerben. In seiner Präsentation der Lösung der ihm gestellten Aufgabe hat er ohne Kenntlichmachung und Quellenangaben zitiert. Wir leben in einer freien Gesellschaft und wenn er das so handhaben will, kann er das so zu tun.
Sollte sein Verhalten bestehende Gesetze verletzen, so ist es Sache der entsprechend Geschädigten diese Rechtsverletzungen zur Anzeige zu bringen und Sache der Behörden diese untersuchen. Wenn sich herausstellt, daß er gegen Gesetze verstoßen hat, so ist er entsprechend zu bestrafen. So wie jeder andere Rechtsbrecher auch. Der Umstand ob er versehentlich oder absichtlich gegen Regeln verstoßen hat ist irrelevant.
Ein Dieb wird auch nicht hinterfragt ob er versehentlich oder absichtlich in eine Wohnung eingebrochen ist und daraus Dinge mitgenommen hat.

Eine andere Sache ist die Bewertung seiner Arbeitsleistung.
Wenn er gegen ihm mit Sicherheit bekannte Vorgaben, z.B. Regeln des Zitierens, verstoßen hat, ist es Sache der Prüfer dies zu bewerten.
Wenn er für seine Leistung mit der höchsten Benotung und einem Doktorgrad der Uni Bayreuth bewertet wird, ist dies Sache derer, die diese Bewertung vorgenommen haben. Und an diese Adresse sollten die Fragen zu seiner Dissertation gestellt werden. Die Bewertung seiner Arbeit ist der Skandal, nicht die Arbeit an sich. Mit der, hat Herr z. Guttenberg nur dokumentiert, wie seine Auffassung zur Lösung einer ihm gestellten Aufgabe ist.
Irrelevant ist ob er aus Inkompetenz, Schlamperei, Faulheit oder dreistem Diebstahl und Aneignung geistigen Eigentums Dritter zum eigenen Vorteil, seine Aufgabe regelwidrig gelöst hat. Seine Grundeinstellung, Aufgaben mit unsauberen Methoden zu lösen, ist höchst fragwürdig und zu bewerten.

Wenn er mit seiner Einstellung Erfolg hat, dann wirft das ein deutliches Licht auf diejenigen, die ihm diesen Erfolg ermöglichen.
Wenn er mit seiner Einstellung und den sich daraus ergebenden Aufgabenlösungen in unserer Gesellschaft Erfolg hat, so wirft das ein deutliches Licht auf diese Gesellschaft.

Offensichtlich ist es bei uns möglich, daß ein Mensch großen Erfolg hat und bei vielen sehr gut ankommt, auch wenn er nur ein Schwätzer, ein Blender, ein Aufschneider und Plagiator ist. Bezeichnend ist auch, daß viele davon beeindruckt sind, wenn er sich aus taktischen Gründen eine Entschuldigung abringt.
Im selben deutliche Licht stehen auch diejenigen da, die sich auf seine Seite schlagen und ihm gute Leistungen bescheinigen, immerhin wohl fast ¾ aller Deutschen. Und natürlich unsere Kanzlerin.

Meiner Meinung nach ist der Herr z. Guttenberg wegen seiner Arbeitsauffassung und seiner Methoden bei der Aufgabenlösung völlig ungeeignet, in unserer Gesellschaft eine herausgehobene Position, wie bspw. ein Ministeramt, inne zu haben.
Geradezu lächerlich ist die Vorstellung einer Kanzlerschaft z. Guttenbergs.

Allerdings kann ich es mir an dieser Stelle nicht verkneifen so sagen, daß unsere Gesellschaft das Führungspersonal und die Eliten hat, die sie verdient.

Siehe BungaBunga-Präsident, Tony – der Lügner, ein ehemaliger US-Präsident, bei dem ich mir nicht sicher bin ob er bei 1+1 auf 2 kommt, und viele andere. Sie alle worden vom Volk freiwillig gewählt. Und, sollte es so kommen, dann wohl auch ein Kanzler z. Guttenberg. Das ist unbedingt so zu respektieren.
Wenn die Meinung besteht, daß das nicht gut ist, dann sollte doch wohl unsere Gesellschaft einer Änderung bedürfen.
Einen Herrn z. Guttenberg wegen seiner Arbeitsauffassung zu Fall zu bringen, reicht da wohl nicht aus.
Ich bin dafür die dicken Bretter zu bohren, nicht so eine dünne Pappe.

97) Xpomul, Mittwoch, 23. Februar 2011, 12:17 Uhr

Die die denken können sind nach meiner Ansicht nicht die Fans von Herrn zu Guttenberg.
(D.h. aber bitte nicht im Umkehrschluß das seine Fans nicht denken können. Lediglich missbraucht und manipuliert werden sie von den Medien.)
Es stünde Herrn zu Guttenberg “einfach” besser zu Gesicht würde er seinen Hut nehmen, sich um seine Familie und sein Familienvermögen kümmern. Dann hätte ich Respekt vor ihm. So aber entlockt er mir nur ein müdes Lächeln und ich bedauere Alle die beim Manipulieren erwischt werden und wurden und mit scharfen Sanktionen rechnen müssen. Alle sind gleich ? Mancher offenbar gleicher !
DAS ist nicht statthaft und entbehrt jeder moralischen und/oder ethischen Grundlage.

Den Vergleich Popstar finde ich nicht wirklich passend.
Ein Popstar steht üblicherweise nicht in der Verantwortung gegenüber seinem Wähler und dem Volk.
Er muß nicht zwingend integer sein, er ( der in der Verantwortung stehende ) schon.

Den Doktor zurückgeben geht nach allgemeingültiger Auffassung nicht.
Er kann ihm entzogen werden.
Welche Schande für beide Parteien: den Herrn zu Guttenberg und die Universität.
Vergessen wir nicht: der Doktortitel ist Summa cum laude !

Verbrannt ist er so oder so.
Zu hoch geflogen. Der Sonne zu nah gekommen. Das Wachs ist ab. Hervor kommt ein ganz einfaches Menschlein mit all seinen Untugenden.

98) Minimum, Mittwoch, 23. Februar 2011, 12:31 Uhr

Was für einaufrechter Mann, der mit entschuldigenden Worten die Verantwortung übernimmt für den nach eigenen Worten “Blödsinn” in seiner? Dissertation. Er merkt nicht einmal, wie er damit seinen Doktorvater Professor Häberle desavouiert, der die Arbeit sicher nicht nur übers Wochenende geprüft hat.

Herr Minister, zu r Kenntnisnahme, es geht nicht um die Qualität der Arbeit, sondern um das Zustandekommen!

99) Robert, Mittwoch, 23. Februar 2011, 12:56 Uhr

@deraxel: Das ist die Berlusconisierung der Politik.

100) Beate, Mittwoch, 23. Februar 2011, 13:03 Uhr

“Die politische Kultur in Deutschland hat eine neue Entwicklungsstufe genommen. Die Entmachtung der – je nach Standort – öffentlichen oder veröffentlichten Meinung schreitet voran.”

Meine Beobachtung ist, er hat viele Fans unter den Bildzeitungslesern.

Und sie sind ihm treu ergeben.

Die Macht der Bildzeitung Meinung zu machen ist ungebrochen.

101) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 23. Februar 2011, 13:04 Uhr

@djh
°°Hr. zu Gutenberg hat nicht gesagt, das er den Dr. Titel zurück gibt sondern das er auf das Führen des Titels verzichten wird. Gutenberg wird gestärkt aus dieser Krise hinaus gehen, da seine “Fans” den Umstand “Fußnote” als von der Opposition, zur Diskreditierung des zukünftigen Kanzlers, gesteuert empfinden.°°

Genau das ist das Problem: ein Bankräuber gibt die geraubte Kohle an die Bank zurück, weil seine Verhaftung kurz bevor steht und mit Sicherheit in den Knast wandern wird. Anschließend bekommt er von seinen “Fans” die Absulotion und wird frei gesprochen.
Anmerkung: die geistige wie moralische Verwahrlosung in Teilen der Bevölkerung ist so erschreckend hoch, daß man sich eigentlich genötigt sieht, sie wie ein Krebsgeschwür zu entfernen.
Wenn Herr zu Guttenberg Kanzler würde, müsste man das Strafgestzbuch ändern: Ideenklau ist dann keine Straftat mehr. Jeder Depp, der jetzt zu Guttenberg in Schutz nimmt, kann dann seinen Doktortitel zusammengaunern und anschließend klopfen die sich wohlwollend auf die Schulter!
Weiter so, Deutschland!
Herr zu Guttenberg ist das Produkt einer in Teilen verwahrlosten Bevölkerung! Verwahrlosung gilt auch in Teilen der Politik nicht etwa als etwas Schändliches, Verwerfliches, nein, sie gilt als Raffinesse, mit der man sich dem Volk anzunähern glaubt: Volksnah sein, heißt die Devise.

102) Michael A. Nueckel, Mittwoch, 23. Februar 2011, 13:44 Uhr

Guten Tag Herr Spreng,
in der Überschrift schreiben Sie von Befreiungsschlag, Ihr Kommentar endet mit der Erörterung seiner Chance. Das passt aus meiner Sicht nicht zusammen. Befreiungsschlag als Chance oder Chance durch Befreiungsschlag? Das passt auch nicht zusammen. Die von Ihnen genannten Gründe und Umstände für seine Chance stehen in keinem Zusammenhang mit dem Befreiungsschlag. Zu Guttenberg hat nach Ihrer Auffassung keine Gegner, Sie sehen keine anderen “Popstars”, “Showstars” und/oder “Showgötter”, die ihm gefährlich werden können. Seine Chance ist die ausbleibende personelle Gefahr. Also muss er sich auch nicht befreien. Und so verhält er sich auch. Leider.

103) Vanda, Mittwoch, 23. Februar 2011, 13:56 Uhr

Mir macht etwas ganz anderes Angst. Und das ist so etwas wie der “Volkscharakter” .. Mir scheint, es reicht in Deutschland,ein Adeliger zu sein, gut aussehend und ohne Frage mit Charisama. Aber Charisma hatten schon einige unserer “Führenden” und andere Weltpolitiker – in der Regel haben sie dem Volk nicht gut getan. Zählt Glamour in Deutschland mehr als Charakter ? Kaiser Geburtstag wurde von den Deutschen immer gern gefeiert … von anderen Geburtstagen ganz abgesehen. Kaiser brauchen keinen charakter, Königshäuser auch nicht, da reicht die Krone. Auch ohne die Dissertation hat der Verteidigungsminister für mich in dieser Tradition gestanden ….. aber mit der ganzen Affaire wird für mich erst das Ausmaß dieser Vergötterung ohne jede Kritik klar.Was will der Deutsche? Eine Monarchie mit Glanz und Gloria – wenigstens ein bißchen. Oder eine Demokratie? Demokratie geht aber nicht “ein bißchen”- Demokratie geht nur ganz oder gar nicht und funktioniert nur mit Anstand und Charakter, mit Respekt vor Mensch und Gesetz, sonst verkommt sie zur Bananenrepublik.,

104) kairos, Mittwoch, 23. Februar 2011, 14:28 Uhr

@Sprengsatz
Schon 2009 ging der „Kairos“ in der Rezension der Dissertation, ghostet von Alexander Camann in der Frankfurter Allgemeine Zeitung, vom 18.03.2009, S. 3 (so viel Fußnote muß sein) an uns vorbei.

In der Bibel wird das Codewort „Kairos“ für einen von Gott gegebenen Zeitpunkt, eine besondere Chance und Gelegenheit, den Auftrag zu erfüllen, verwendet. Wenn man so will, steht „Kairos“ für die Außerkraftsetzung des Gesetzes, in der der chronos „gestaucht“ wiederholt wird..Poseidippos von Pella (3. Jahrhundert v. Chr.) in seinen „Dialog des Betrachters mit Kairos“ verfasst: „Wer bist du? Ich bin Kairos, der alles bezwingt! (…) Wenn ich mit fliegendem Fuß erst einmal vorbeigeglitten bin, wird mich auch keiner von hinten erwischen, so sehr er sich auch bemüht. Und wozu schuf Euch der Künstler? Euch Wanderern zur Belehrung.

Hier nun die FAZ-Rezension der Dissertation zu Guttenbergs:
“Verfassung und Verfassungsvertrag. Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU” (Duncker & Humblot Verlag, Berlin 2009. 475 S., br., 88,- [Euro]) heißt das Werk, das der Autor mit einem Stoßseufzer beginnt: “Europa und die USA. Mancher Blick nach innen wie über den Atlantik trägt dieser Tage den Schimmer der Ernüchterung in sich.” Immerhin glaubt er im stockenden europäischen Prozess “ein erneutes, wenngleich keuchendes historisches Durchatmen” zu hören. (…)

Immerhin: “Der Gedanke an die Teilnahme umweht den Verfasser nicht nur während intellektuell dürftigerer Alltagserlebnisse dauerhaft – und erhält wenigstens den Anspruch höchster Qualität eigenen Gemurmels.” Wenn man nicht gerade ein Dissertationsvorwort murmelt.

Ungewöhnlich sind die persönlichen Bekenntnisse des Doktoranden, die tiefe Einsichten verraten: “Allzu viele mussten meine verwegene Charakter- und Lebensmelange ertragen, und ich bin allen überaus dankbar für unbeugsame Gelassenheit.” An diese verwegene Mischung sollten Kollegen wie Gegner denken. (…)

Wenn Eitelkeit solche Sätze produziert, ist sie tatsächlich zu beklagen. Frau und Töchtern ist “diese familienunfreundliche Lektüre in tiefer Dankbarkeit zugedacht. Sie sind der unerreichte wie dauerhafte ,rechte Augenblick’ meines Lebens.” Manche Augenblicke können ziemlich dauerhaft sein.

Egal, der Verwegene hat es vollbracht: “Berlin, im Winter 2008, Karl-Theodor Frhr. zu Guttenberg”. Das Volk sollte den Kairos nicht verpassen und sich an die Lektüre der Dissertation seines Ministers machen.“
http://www.gbv.de/dms/faz-rez/FD1200903182195450.pdf

105) Recht Unbedeutend, Mittwoch, 23. Februar 2011, 14:35 Uhr

Die Fragestunde im Bundestag, live auf phoenix. Wie schade, wie schade um uns. Guttenberg betont, daß man ihm die Betrugsabsicht ja nicht nachweisen könne, der Charakter seiner unterschriebenen Erklärung wird nicht einmal angesprochen, und genausowenig jeglicher Anspruch an Ehre und Wahrheit.
So einen Skandal steckt Guttenberg 2 in der Woche weg. Ich würde ihm aber angesichts von so viel Brillantine, äh, Brillianz, persönlich wünschen, daß er sich dafür nicht jedesmal mit der Lektüre seiner Doktorarbeit quälen muß.

106) Tim B., Mittwoch, 23. Februar 2011, 15:15 Uhr

Heute auf tagesschau.de

Uhl findet, Spiele wie Counterstrike verstoßen gegen die Wertordnung. Er will sie deshalb verbieten: “Solche Killerspiele, die üble Instinkte im Menschen wachrufen, dürfen Jugendlichen nicht zur Verfügung gestellt werden.”

Vor 3 Tagen in der Mitteldeutschen Zeitung:

Hans-Peter Uhl, sagte: “Die CSU hält an Guttenberg fest. Alles andere wäre auch töricht. Einen Politiker wie Guttenberg zu haben, ist für eine Partei wie ein Sechser im Lotto – auch bei solchen Vorwürfen. Denn das sind Vorwürfe, bei denen es um Fußnoten geht und nicht um Politik.”

Na, da scheints mit der achsoheiligen Wertordnung ja nicht weit her zu sein, hm?

107) wschira, Mittwoch, 23. Februar 2011, 15:36 Uhr

Hier wird immer noch die Zahl 70% Zustimmung für ein Verbleib vzG im Amt kolportiert. Man schaue sich einmal die Abstimmung auf BILD.de an, die neuesten Zahlen sind 51% GEGEN einen Verbleib im Amt. Diese Zahl wird natürlich von der gedruckten Version von BILD nicht mehr verbreitet. Ich bin mal gespannt, wie lange die Abbstimmung in BILD.de noch online ist. In diesem Licht wird die EMNID-Umfrage immer dubioser.

108) Colonel Trautman, Mittwoch, 23. Februar 2011, 16:28 Uhr

@deraxel:
Demnach verfolgen wir also Verfehlungen und Straftaten von Regierungsmitgliedern grundsätzlich nicht mehr wenn sie unterhalb der Grenze von 100.000€ Schwarzgeld liegen?

Die Grundlage der berechtigten Aufregung um GuttenPlag ist doch schon länger nicht mehr das Delikt des Plagiats, sondern der dumm-dreiste Umgang des Ministers mit dieser Tatsache. Hätte er die Vorwürfe schnell & souverän eingestanden und nicht auf peinlichste Weise alles längst Belegte dementiert, wäre die Sache nie so groß geworden. Wer aber wiederholt & nachweislich die Öffentlichkeit anlügt, keinerlei Schuld anerkennt und zudem Kriegstote für seine Zwecke instrumentalisiert, ist als Minister einfach nicht tragbar. Und das ändert sich auch nicht, weil Schäuble evtl. streng riechendere Leichen im Keller hat.

109) John Dean, Mittwoch, 23. Februar 2011, 16:39 Uhr

Für diese schwierigen Aufgaben hat Verteidigungsminister zu Guttenberg unsere vollste Unterstützung

So sagt es Schwarzgelb. Und das Verhalten der Opposition sei infam.

110) sk8erBLN, Mittwoch, 23. Februar 2011, 17:59 Uhr

und hier der nächste #fail vom Dr. a.D. Googleberg.
Da arbeitet Merkel krampfhaft an seiner Persönlichkeitsspaltung – hier der Verteidigungsminister des Vertrauens, dort der Scharlatan und was macht der Trottel?

Er benutzt prompt sein Ministerbriefpapier um darauf die eilige Aberkennung seines Doktortitels bei der Uni Bayreuth zu erflehen. Besser kann man Merkels absurde Persönlichkeitsspaltungsbemühungen nicht konterkarieren.

“Plagiataffäre: Ärger in der Union über Guttenbergs Briefpapier
Exklusiv Ausgerechnet auf Papier seines Ministeriums verfasste der CSU-Mann den Entschuldigungsbrief an die Uni Bayreuth. Damit durchkreuzt Guttenberg die Verteidigungsstrategie der Union. Die sieht vor, den Politiker vom Doktor-Schummler zu trennen. von Claudia Kade Berlin

In CDU und CSU wächst der Unmut über das Krisenmanagement von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in der Plagiatsaffäre. Für Verärgerung sorgt in der Spitze der Unionsfraktion, dass Guttenberg seinen Brief an seine frühere Universität Bayreuth mit der Bitte um Rücknahme seines Doktortitels ausgerechnet auf einem offiziellen Briefbogen des Verteidigungsministeriums verfasst hat. “Die Wahl des Briefbogens ist extrem unglücklich, das durchkreuzt unsere Verteidigungsstrategie”, erfuhr die FTD aus Unionskreisen. Das Schreiben wurde in der “Bild”-Zeitung veröffentlicht.
…”

http://www.ftd.de/politik/deutschland/:plagiataffaere-aerger-in-der-union-ueber-guttenbergs-briefpapier/60016192.html

Und das in der nicht gerade von der Opposition gesteuerten FTD :)

Da passt bestens ins Bild dass dem Kerl nun weiterer Ungemach droht:

Nun steht er auch unter Verdacht, seinen Doktortitel geführt zu haben, bevor er dazu befugt war. Der Berliner Chemiker und ehemalige Bundeswehroffizier Dr. Markus Kühbacher kündigte am Dienstag eine Strafanzeige gegen den “jetzigen Inhaber der Befehls- und Kommandogewalt” wegen Titelmissbrauchs an.

So trat der Politiker im Bundestag nach Kühbachers Angaben bereits ab Mai 2007 als Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg auf, obwohl die Doktorarbeit vom Verlag Duncker und Humblot jedoch erst Anfang 2009 gedruckt worden sei. “Und auch das wahrscheinlich von ihm persönlich verfasste Vorwort zu seiner Dissertation hat Guttenberg erst 2008 geschrieben, aber zu dem Zeitpunkt führte er schon seinen Doktortitel”, sagte Kühbacher.

Die Urkunde über die bestandene Doktorprüfung, deren Aushändigung zum Führen des Titels berechtigt, wird gemäß Promotionsordnung aber erst nach Abgabe von Pflichtexemplaren der Dissertation ausgestellt. “Dass die Dissertation in angemessener Weise der wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich zu machen ist, steht in inzwischen jeder deutschsprachigen Promotionsordnung. Nur in der DDR gab es geheime Doktorarbeiten”, begründete Kühbacher. Titelmissbrauch wird laut Strafgesetzbuch, Paragraph 132a, mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr geahndet.”

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/politik/332436/332437.php

Bravo, da haben wir dann einen Persönlichkeitsgespaltenen narzistischen Selbstdarsteller der demnächst auch noch als vorbestraft gelten könnte. Großes Kino!

111) Benjamin, Mittwoch, 23. Februar 2011, 18:49 Uhr

Heute im BT alles wie gehabt: Fehler, aber er hat sich doch entschuldigt, alles andere sei “Hetze”.

Jemand, der so hohe Maßstäbe anlegt wie Guttenberg (und schnell beim Entlassen ist), müsste eigentlich mehr in sich gehen. Andere Politiker hätten solch eine Affäre keine 48 Stunden politisch überlebt. Ich fand, es war immer zu viel Show bei Guttenberg dabei und zu wenig Substanz. Charakterlich habe ich bislang aber mehr von ihm gehalten. Aber wenn das kein Kriterium mehr für einen Minister ist (oder wenigstens sollte), gerade in einer sog. “bürgerlichen” Koalition – na dann…

Schöner Kommentar: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,747016,00.html

112) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 23. Februar 2011, 19:19 Uhr

Kleine Korrektur: Absolution (nicht wie oben im Eifer des Gefechts geschrieben)

Und noch ein Hinweis auf einen interessanten Beitrag von Albrecht Müller:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=8427#more-8427

113) Z, Mittwoch, 23. Februar 2011, 19:35 Uhr

Wer sich gefragt hat, wie so etwas wie Berlusconi passieren kann, der hat mit Guttenberg die Antwort. Fan kommt von Fanatismus. Der mag im Stadion für Stimmung sorgen, in der Politik ist er katastrophal.

114) Bea_Tem, Mittwoch, 23. Februar 2011, 22:37 Uhr

Mich wundert nur, dass das die Prüfungskommission nicht schon viel früher gemerkt und ihm sogar ein Summa cum laude verpasst hat. Ich habe auch studiert und das mit die richtigen Quellenangeben war schon erstes Semester ein echtes Thema. Es gibt im übrigen sogar Bücher über “wie zitiere ich richtig”. Eco hat 10 Regeln dafür zum Nachlesen niedergeschrieben. Und natürlich muss er zurücktreten. Mir fällt bei dieser Affäre nur der vielleicht etwas unpassende Vergleich mit der Entlassung einer Supermarktangestellten ein: die wurde wegen nur 50 Cent Kassenbon-Unterschlagung gefeuert und in die Arbeitslosigkeit geschickt.
Das “Vertrauen” ist doch dahin, Guttenbergs Glaubwürdigkeit ist futsch.

115) alivenkickn, Donnerstag, 24. Februar 2011, 00:09 Uhr

Alles nur gefaked die Unterstützung?

Die Pro-Guttenberg-Kampagne im Zwielicht

http://www.spiegelfechter.com/wordpress/5142/die-pro-guttenberg-kampagne-im-zwielicht

116) Volker Meyer, Donnerstag, 24. Februar 2011, 01:12 Uhr

„Plagiatsjäger“ Professor Stefan Weber, – Interview der Tagesschau am 17.02.2011

Studiert man den Lebenslauf der „Plagiatjägers“, Professor Stefan Webers, so verwirft man den Gedanken einer gezielten Kampagne gegen den Verteidigungsminister zu Guttenberg – verfolgt doch dieser Professor quasi hauptberuflich als Lehrbeauftragter für Medientheorie seit Jahren einen so genannten „Internet-Plagerismus“ – mit erstaunlichen Ergebnissen! Von 300 untersuchten Doktorarbeiten stellten sich 70 als Plagiate heraus, dabei ein durchaus prominenter ehemaliger österreichischer Wissenschaftsminister, heute EU-Kommissar!

Jedoch wirft die Aussage, dass „Copy-Paste-Plagiate“ als Internetplagiate des „neueren Typs“ seit ungefähr 10 Jahren an den Universitäten verbreitet sind, einige Fragen auf:

1. Welche Aufgaben hat ein „Doktorvater“, wenn hohe Prädikate für Doktorarbeiten vergeben werden, Plagiate in der zu bewertenden Arbeit aus dem Internet jedoch unerkannt bleiben?!
2. Wenn diese Plagiate in dem geschilderten Umfang seit 10 Jahren quasi „gang und gäbe“ sind, warum blieb dieser Frevel der Presse und damit der Öffentlichkeit just bis zu dem Zeitpunkt nahezu verborgen, als sich ein Plagiatsvorwurf auf den zur Zeit beliebtesten, von den Oppositionsparteien jedoch umstrittenen Verteidigungsminister, anwenden ließ?!
3. Ob unbeabsichtigt oder gewollt konterkariert dieser „Plagiatsskandal“ einerseits das Bestreben des Verteidigungsministers um Aufklärung der Vorkommnisse um die Gorch Fock, als auch das aktuelle Bemühen um eine neue Struktur der Streitkräfte des Landes!
4. Objektiv wirft die Veröffentlichung des Plagiatsvorwurfs zu diesem Zeitpunkt einmal mehr ein schlechtes Licht auf ein Mitglied der Regierung. Die Frage, wem das politisch nützt, sei in diesem Zusammenhang erlaubt!
5. Wenn Professor Weber seit ca. 10 Jahren von dieser verwerflichen Methode der „Copy-Paste-Plagiate“ Kenntnis hatte, muss die Frage erlaubt sein, warum in Universitäts- und Professorenkreisen dieses Verfahren nicht öffentlich gebrandmarkt und das unzulässige Treiben von Doktoranden nicht schon längst unterbunden wurde?!
6. Letztlich wirft eine derartige Veröffentlichung immer ein „Licht“ auf deren Urheber. Mag der Herr Professor von dem Beweggrund geleitet sein: „…irgendwann hat man halt die Faxen dicke, es reicht!“, so bereitet die Bloßstellung eines der bekanntesten und beliebtesten Politiker des Landes sicher auch Genugtuung – und weitet den Bekanntheitsgrad in der Öffentlichkeit, lässt der Person eine Bedeutung zukommen, die weit über den Wirkungskreis eines Lehrauftrages einer Universität hinaus geht!

“Honny soit qui mal y pense”
(“Schmach über den, der Arges dabei denkt”, oder auch “Ein Schuft, der Schlechtes dabei denkt”) (Wikipieda)

Volker Meyer

Sehr geehrter Herr Professor Weber,

vorweg möchte ich bemerken, dass ich wenig überrascht von Ihren Ermittlungen bezüglich der offensichtlich verbreiteten Praxis von Internetplagiaten bin, verleitet doch das einfache Kopieren von Texten geradezu dazu, sich mühevolle eigene Formulieren zu ersparen! Zumal Dissertationen weniger der wissenschaftlichen Profilierung als dem eigenen Prestige dienen – und für eine berufliche oder politische Karriere als Voraussetzung herhalten sollen/müssen. Wer hätte etwas anderes erwartet?!
Erwarten kann man allerdings, dass Doktorväter nach Kenntnis dieser unzulässigen Methode massiv dagegen einschreiten – besonders nach Kenntnis Ihrer spektakulären Untersuchungen und zahlreichen Veröffentlichungen, die ja nicht verborgen geblieben sein können!
Insofern kann man von einer systemischen Methode ausgehen, an der offensichtlich auch die Habilitoren zumindest per Duldung, im Rahmen des Lektorats, beteiligt sind.

Dass Sie mit der Veröffentlichung Ihrer Plagiatvorwürfe gegen Minister zu Guttenberg der politischen Opposition die Steilvorlage für Kritik gegen den zur Zeit beliebtesten Politiker aber auch hart geforderten Minister Deutschlands liefern würden, konnte Ihnen nicht verborgen bleiben! Frage: Kann man davon ausgehen, dass sich Ihre Recherche gegen Internetplagiate nicht auf die Person zu Guttenbergs beschränkt, sondern herausragende Politiker anderer Parteien einschließt?!
Sonst könnte man auf die Idee kommen, Zeitpunkt und Medienresonanz des Vorwurfes gegen den Verteidigungsminister seien nicht zufällig gewählt – und verfolgten eine politische Absicht!

Bei mehr als 300 Untersuchungen wäre es sicher Zufall, wenn dabei nicht auch andere herausragender Politiker des gesamten Parteienspektrums in das Fangnetz Ihrer Dissertationsrecherchen gerieten. Wir schauen gespannt auf Ihre weiteren Aktivitäten und Veröffentlichungen, Herr Professor Weber!

Mit freundlichem Gruß

Volker Meyer

117) StefanP, Donnerstag, 24. Februar 2011, 10:05 Uhr

@sausi

Soso, es ist ein Skandal, wenn jemand eine wissenschaftliche Arbeit zusammenflickschustert. Solche Skandale passieren tagtäglich, weshalb ich des öfteren mal die Frage nach der “Nummer kleiner” stelle. Für Sie wird es doch nur deswegen zum Skandal, weil die kopierte wissenschaftliche Arbeit von einem Minister kommt, der damals allerdings noch unbekannt und eben kein Minister war.

Sachverhalte werden nicht durch Personen zu Skandalen. Wikipedia definiert: “Ein Skandal bezeichnet ein Aufsehen erregendes Ärgernis und die damit zusammenhängenden Ereignisse oder Verhaltensweisen.” Durch Verhaltensweisen, nicht an erster Stelle durch Personen wird ein Sachverhalt zum Skandal. Oder auch nicht. Nach diesem Maßstab ist die Plagiat-Affäre kein Skandal.

Welche Leistungen erwarten Sie im Wochenturnus von einem Politiker? Zu Guttenberg ist seit gut einem Jahr Verteidigungsminister, die Hauptaufgabe eines Politikers ist die demokratisch legitimierte Leitung der staatlichen Administration. Wer daraus ableitet, dass eine wirklich guter Politiker regelmäßig in kurzen Abständen politisch höchst ambitionierte Maßnahmen vorzuschlagen und durchzuführen hat, hat die politische Aufgabe nicht verstanden.

Helmut Schmidt hat in seinem Buch “Außer Dienst” die Anforderungen an einen guten Politiker gut dargelegt. Daran gemessen ist (war) zu Guttenberg zumindest auf einem sehr guten Weg.

Für den demokratischen Bürger geht es darum, ob ein Politiker vertrauenswürdig ist, Herr Spreng hat das zu Recht als das Kapital (ich würde den Begriff “Grundkapital” ;-) verwenden) des Volksvertreters bezeichnet. Über dieses Vertrauenskapital befinden nicht die Medien, nicht Blogger, nicht Journalisten. Vertrauen ist im wesentlichen ein menschliches Empfinden. Und so ist es töricht dagegen oder dafür zu schreiben, es zeigt nur, wie die eine und andere Seite einen Sachverhalt für eigene Zwecke instrumentalisieren will.

Ich habe vor einem Jahr in einem linken Blog aus gegebenen Anlass die Frage aufgeworfen, ob Oskar Lafontaine seine Wähler bewusst getäuscht habe, wenn er davon ausging, dass er sein Bundestagsmandat nicht wirklich mehr wahrnehmen wollte. Es gab den Verdacht, dass der Saarländer für ein Amt kandidierte, dass er nicht zu übernehmen gedachte. Sie können sich vorstellen, dass ich ob solcher Fragen scharf verurteilt wurde. Jeder wie er’s mag.

118) wschira, Donnerstag, 24. Februar 2011, 10:25 Uhr

Als wenn ichs nicht vorausgesehen hätte: Der letzte veröffentlichte Wert in der Abstimmung auf BILD.de war 55% gegen einen Verbleib von Guttenberg im Amt (bei 650 000 Abstimmenden), dazu sind noch die Stimmen von zwei weiteren Abstimmungspunkten zu rechnen, die auch negativ für vuzG mit je 5% zu werten sind (ein Punkt war: Hat er abgehoben? Der andere ist mir entfallen) . Dem Punkt: Sollte er im Amt bleiben? stimmten 35% zu. Obwohl also der Aufbau der Abstimmung hochmanipulativ war(ein Punkt Zustimmung stehen drei Punkte Ablehnung gegenüber, die nur ausschliesslich anzuclicken waren, also wurden einige Stimmen von der Ablehnung “Verbleib im Amt” zu anderen negativen Bewertungen gezogen), war das Ergebnis ganz anders als von Bild gewollt: 65% Ablehnung oder kritische Distanz zu 35% Zustimmung. Ab gestern später Nachmittag ist diese Abstimmung nicht mehr zugänglich. Heute kommt die Printausgabe der BILD mit einer Zahl von 87% Zustimmung. Wenn das keine Manipulation und “Neusprech” von Orwellschen Ausmassen ist, habe ich noch keine gesehen.

119) Atalay, Donnerstag, 24. Februar 2011, 11:19 Uhr

Wenn man gestern bei den Äußerungen von Hans Leyendecker zwischen den Zeilen gelesen hat, konnte man den Eindruck gewinnen, dass die SZ demnächst den/die Ghostwriter präsentieren wird. Spätestens dann wird auch den restlichen 70 % bewußt werden, welcher Lügner “Ich habe jede Zeile der Arbeit selbst verfasst” von ihnen steht.

Positiv finde ich, dass sich Merkel entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit eindeutig auf seine Seite geschlagen hat.

Einzige Frage ist, kommt der/die Ghostwriter rechtzeitig vor den BW Wahlen.

120) August, Donnerstag, 24. Februar 2011, 11:20 Uhr

“Der Kaiser ist nackt!” ruft das Kind.
“Aber nein, liebes Kind, dieses Kleid habe ich in mühevoller siebenjähriger Kleinarbeit selbst gehäkelt. Ich stehe dazu, ein paar Maschen fallen gelassen zu haben.” entgegnet der Kaiser.
Jetzt kommen auch die Höflinge in Fahrt und schreien das Kind an: “Schau doch mal aus dem Fenster, da kommen die überlebenden Ritter vom Hindukusch zurück. Hast du nichts besseres zu tun als Dich mit Modefragen zu beschäftigen?” wärend sie sich selbst ihre Kleider vom Leib reißen.

121) Wolf-Dieter Herrmann, Donnerstag, 24. Februar 2011, 11:30 Uhr

Sind die LeserInnen der BILD-Zeitung geistig verwirrt?!
Die Fakten:
Seit Tagen fordert die BILD-Zeitung in Bild.de ihre LeserInnen auf, über Guttenbergs Rücktritt oder Verbleib im Amt des Verteidigungsministers ab zu stimmen. Ergebnis: Bis Donnerstag, 24. Februar, stimmten von 636.990 TeilnehmerInnen 55% FÜR den RÜCKTRITT des Ministers.
Am selben Tag gibt die BILD-Zeitung das Ergebnis einer Telefonumfrage unter ihren Leserinnen bekannt. Ergebnis: Von 261.223 TeilnehmerInnen stimmten 87% FÜR den VERBLEIB des Verteidigungsministers im Amt. Nun Frage ich mich; spinnen die BILD-LeserInnen? Sind die LeserInnen der Print-Ausgabe Andere als die der Online-Ausgabe der Bild? Ist ein (nicht unerheblicher Teil) der BILD-NutzerInnen geistig verwirrt?! Mittwoch: VERBLEIB!!! : Donnerstag: RÜCKTRITT!!! Freitag: ?!?!?
Interessant, die Herren Hans-Hermann Tiedje, ehem. BILD-Chef und Michael Spreng ehem. BamS-Chef. Beide wiesen am Mittwoch in der ZDF-Sendung “Markus Lanz” auf einen interessanten Aspekt hin: Sie liessen uns wissen: Wenn man eine Telefonumfrage zu einer Person macht, rufen ca. 80% der AnhängerInnen der gemeinten Person an, nur ca 20% der GegnerInnen. Da stellt sich mir wieder eine Frage:
Sah die BILD-Zeitung durch das Ergebnis ihrer Online-Umfrage (55% für Rücktritt!) “ihren” Minister gefährdet? Den Minister, der der BILD soviel Glamour verleiht? Der für die BILD-Auflage (NOCH) so wichtig ist? Hat die BILD also deshalb den Weg der Telefonumfrage gewählt? Das würde mir einiges erklären. “BILD kämpft um den Freiherrn!”
Aber, liebe BILD-Zeitung, sechs Zahlen sind dann doch noch interessant:
Von 261.223 LeserInnen haben telefonisch 87% FÜR den VERBLEIB im Amt gestimmt; das sind 227.175 LeserInnen.
Von 636.990 LeserInnen haben online 55% FÜR den RÜCKTRITT gestimmt; das sind 350.344 LeserInnen. EINE SATTE MEHRHEIT DER BILD-NUTZERINNEN IST ALSO FÜR DEN RÜCKTRITT DES VERTEIDIGUNGSMINISTERS!!! “Freut” sich die BILD über das falsche Ergebnis???
Noch eine Frage, liebe BILD-KollegInnen: Wie wäre es, wenn Ihr das Ergebnis der Online-Umfrage auf Bild.de genau so offen präsentieren würdet, wie Eure Telefonumfrage?!

122) dieHEI, Donnerstag, 24. Februar 2011, 11:36 Uhr

Mir kommt das alles sehr suspekt vor. Wie kann es sein, dass die Uni Bayreuth einen Vorgang, von dem sie selbst annimmt er dauere Wochen, jetzt innerhalb weniger Tage quasi vom Tisch wischt.

Unverzeihlich war es schon, dass die “Doktorarbeit” Herrn von Guttenbergs seinerzeit mit summa cum laude ausgezeichnet wurde. Umso peinlicher ist es doch nun, dass genau diese Arbeit jetzt nicht einmal GEPRÜFT wird!!

Ich befürchte immer mehr, dass Herr zu Guttenberg damals einen Ghostwriter engagiert hat, der ihn dann natürlich ordentlich über’s Ohr gehauen haben muss. Denn beschweren kann sich Herr zu Guttenberg nun natürlich nicht über derlei Stümpereien.

Das würde auch erklären, warum die Uni Bayreuth mittels Eilverfahren so schnell zu einer Entscheidung kam. Wer hat denn überhaupt den AUFTRAG für ein solches Eilverfahren gegeben?

Herr Leyendecker deutete in einer TV-Sendung bereits an, dass er Richtung “ghostwriting” recherchiere – man darf also weiter sehr gespannt sein.

Ich gebe Herrn Spreng absolut Recht – dieser Skandal ist einer der interessantesten und spannendsten seit langer Zeit, denn er beschäftigt sich mit Werten, die heute kaum noch zur Kenntnis genommen werden, die aber dennoch für viele sehr wichtig sind.

Denn, wenn auf hohem Niveau betrogen und belogen, geschummelt und abgeschrieben werden darf, dann schaltet vor allem die junge Generation in den Modus “copy & paste”.

123) Ludmilla Südkamp, Donnerstag, 24. Februar 2011, 11:43 Uhr

Man kann nicht ein bisschen schwanger sein – geklaut ist geklaut. Solche Sachen sind kein Fehler. Das Verhalten des Herrn zu Guttenberg zeigt auf innere Panik auf, die er nach Außen nicht zeigen will. Es wäre als Stärke bezeichnet, wenn er wirklich Mut gehabt hätte und hätte zugegeben: Ja, ich wollte einen leichten Weg gehen, habe Doktorarbeit von Schriften anderer Autoren zusammen gebastelt und als man mich erwischte, wurde mir unheimlich peinlich, sodass ich vor Scham und ruinierte Würde aus meinem Amt zurück trete und zutiefst bereue, dass ich so was getan habe.
Das wäre viel verständiger und dieser Tat konnte man ihn verzeihen.
Das Klauen vom intellektuellen Besitz ist viel schlimmer, als das Klauen von einem Buch im Supermarkt. Das intellektuelle Besitz, das Schaffenswerk ist ein Teil der Persönlichkeit des Autors. Ein beklauter Autor ist in seinem tiefsten des Geistes angegriffen. Man kann solche Dinge nicht verharmlosen, als ob nichts besonders geschehen war. Die Partei, die den zu Guttenberg so fleißig schützt, steckt quasi mit dem Täter unter eine Decke. Nicht schön. Seine Verteidiger suchen immer wieder irgendwelche Rechtfertigung, was eigentlich auch eine Lüge ist.
Herr Spreng ist einer von Wenigen, der die Wahrheit nicht scheut und die Dinge sieht so wie sie sind. Danke dafür!

124) Kairos, Donnerstag, 24. Februar 2011, 12:06 Uhr

@sprengsatz
“Dann stürzen Showgötter. Diese Gefahr droht zu Guttenberg nicht, denn in der Politik ist weit und breit kein neues Idol in Sicht. Das ist seine Chance.”

Nein, die Causa Guttenberg ist “Gesamtkunstwerk”, wahre gutte und schöne Große Oper,n gutter „Ring der Nibelungen“, gutt faustisch, gutt aufgeführt nahe des gutten Hügels im gutten Bayreuth.

Nicht von ungefähr gilt das „Nibelungenlied“ als das ‚Nationalepos der Deutschen‘, der „Ring der Nibelungen“ als nationaler Gral! Deshalb des Wagners (BILD, Faust I) Stoßseufzer: „Scheiss auf den Doktor“!

„im Hintergrund hört man Alberichs höhnisches Lachen. (…) mühelos durchschreitet Siegfried das Feuer und findet die schlafende Valkyrie (2008). Er entfernt Helm und Rüstung und erkennt, dass es „kein Mann“ ist (…)

Brünnhilde steht fassungslos vor (…) ihrem vermeintlichen Eroberer der letzten Nacht:

Betrug! Betrug! Schändlichster Betrug!
Verrat! Verrat! Wie noch nie er gerächt!
Heilige Götter, himmlische Walter!
Lehrt ihr mich Leiden, wie keiner sie litt?
Schuft ihr mir Schmach, wie nie sie geschmerzt?
Welches Unholds List liegt hier verhohlen?
Welches Zaubers Rat regte dies auf?
Wo ist nun mein Wissen gegen dies Wirrsal?
Wo sind meine Runen gegen dies Rätsel?

Hagen spielt den Rächer und stößt Siegfried von hinten nieder: „Meineid rächt ich“.

Das Ende der bisherigen Weltordnung ist gekommen. Die Welt-Esche, rings um Walhall gelegt, brennt, und mit ihr stürzt die Herrschaft der Götter. Der Rhein tritt über die Ufer und gibt den Rheintöchtern den Weg zum Ring aus der Hand Brünnhildes frei. Ein letztes Mal versucht Hagen, den goldenen Reif an sich zu reißen, die Nixen ziehen ihn jedoch mit sich in die Tiefe des Wassers hinab. So gelangt zweckentfremdetes Gold – das zum seelenlosen Kapital mutierte – und zweckentfremdetes Holz der Weltesche – das zum Gesetzes-Speer umfunktioniert wurde – wieder an ihren natürlichen Ort zurück.

Eine neue Weltordnung kann entstehen (im Orchester durch das „Erlösungsmotiv“ angedeutet). Ob die nächste Welt eine bessere wird?“
http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Ring_des_Nibelungen#Siegfried

125) N.Kaisler, Donnerstag, 24. Februar 2011, 12:57 Uhr

Für den guten Ruf der Familie zu Guttenberg ist ab jetzt der persönlicher Zukunft des Herrn zu Guttenberg absolut irrelevant: den Namen “zu Guttenberg” hat er für immer beschmutzt!
Man wird sich in Bezug zu diesem Namen sofort an Betrug erinnern: …zu Guttenberg?….Ah ja, das ist der, der bei der Doktorarbeit belogen hat!
Viele Grüße an der Familie! …. Aber vielleicht sind sie alle auch so?…..

126) Olaf, Donnerstag, 24. Februar 2011, 12:58 Uhr

KT als Popstar ! Der über Gut und Böse steht…! Das trifft wahrscheinlich den Kern. Übrigens bei Bild.de wird über den Guttenberg- Leserentscheid ( über 200 000 Teilnehmer) zwischen den Schlagzeilen “Hochschwangere- mit 100 Messerstichen gemetzelt ” und ” Das gefällt Männern- 33 Dinge, die Frau über Sex wissen muss” berichtet.
Tolle Popstar- Nachbarschaft. Es ist diese Guttenberg- politikertaugliche Boulevardisisierung, die mir Angst macht. Kein “Aufstand der Zwerge” , nein, der Aufstand der am Boulevard Verdienenden und der von ihnen Verblendeten. Und der hinter diesen Machern stehenden Mächte…

127) EStz, Donnerstag, 24. Februar 2011, 12:59 Uhr

@deraxel,

>>Einen Finanzminister mit 100k € im Koffer samt Schwarzgeldkonten finde ich bedeutend gravierender
Grundsätzlich richtig: selbst wenn Herr Schäuble nur i.V. für Helmut Kohl empfangen hat (bei Kanzler Kohl noch krasser; es sind schon viele für weniger eingefahren). Nur hat es Herrn Schäuble damals zerlegt, und die Sache lag auf dem Tisch, als er Finanzminister wurde – und er hat es nicht für die eigene Karriere getan.

zu Guttenberg schon:
+ Bei einer Doktor-Arbeit die Einleitung türken = Vorsatz
+ Vorwürfe erst abweisen, später Fehler zugeben = Vorsatz
+ “Zitate” nicht kennzeichnen und verändern = Vorsatz
+ beim wissenschaftlichen Dienst eine Arbeit in Auftrag geben und dann komplett einbauen = Vorsatz
+ sich im Bundestag hinstellen und alles Bekannte zugeben, aber nicht die Punkte, die jetzt noch offenbar werden = Vorsatz

So sieht für mich nicht Reue aus oder Wiedergutmachung, sondern brutalstmögliche Vertuschung.

Hier hat nicht jemand im Alter von 11 Jahren eine Handvoll Bonbons geklaut, sondern ein gereifter Mann hat seine Intelligenz, seine Position und seinen Namen eingesetzt, um andere zu täuschen – nicht das erste Mal (seine Eignung als Finanzminister hat er mit der Leitung eines Familienunternehmes begründet; dabei war es nur die – durchaus umfangreiche – Haushaltskasse).

Er hat stets auf Anstand auch in der Politik gepocht, und verhält sich selbst jetzt noch unanständig.
Er hat stets Wahrhaftigkeit gefordert, und sagt immer noch nicht die volle Wahrheit.
Er hat stets für sich Gleichbehandlung gefordert, und will sie jetzt nicht aushalten.
Er hat stets kokettiert damit, ein Leben nach der Politik zu haben, und klebt an seinem Stuhl.

All das wäre mir leidlich egal – ähnlich bei einem Herrn Koch, der sich erst meinen Respekt und dann meine Verachtung zuzog (nicht, dass ihn das gejuckt hätte). Für zu Guttenberg wäre das höchstens peinlich oder schmachvoll.

Doch der gute Mann handelt als Verteidigungsminister genau so: Erst Hü, dann Hott, erst Behauptungen, dann Widerrufe; Kundus, Gorch Fock – jedesmal lautstark nach vorne gestürmt, dann Rückzieher gemacht, dann anderen den Schwarzen Peter zugeschoben und gefeuert; Bundeswehr-Reform: Kleine Standorte schließen, kleine Standorte schützen; Milliarden einsparen, Milliarden ausgeben etc.

Vom Verhalten, von den Entscheidungen eines Verteidigungsministers können im (vorhandenen) Kriegsfall Leben abhängen. Jemand, der keine, planlose oder falsche Entscheidungen trifft, der seine Entscheidungen dauernd widerruft oder sich seine Entscheidungen von anderen diktieren lässt (Gorch Fock – Bild/BamS), ist aus meiner Sicht untragbar, weil hoch gefährlich (mindestens für die im Kampfeinsatz stehenden Soldaten). Und dass solch ein Verhalten von einem Großteil der Bevölkerung toleriert wird, entsetzt und bestürzt mich sehr.

Schon bitter – wahrscheinlich hätte er zurücktreten müssen, wenn herausgekommen wäre, dass er eine Glatze hat und sein fesches Haupthaar nur eine Perücke ist.

So hat denn unser Land offenbar wirklich die Regierung, die es verdient.

128) EStz, Donnerstag, 24. Februar 2011, 13:00 Uhr

Sorry, so lang sollte es nicht werden
ESTz

129) Wolf-Dieter Herrmann, Donnerstag, 24. Februar 2011, 13:36 Uhr

Was fehlt?
Die Wörter IM NETZ fehlen!
So muss es heissen:
“Eine satte Mehrheit der Bild-NutzerInnen IM NETZ ist also für den Rücktritt des Verteidigungsministers!!!”

130) Helmut Mederle, Donnerstag, 24. Februar 2011, 13:58 Uhr

Endlich hat der Jäger den Wilderer gestellt, hinter dem er schon lange her war. Die Lage für den Wilderer scheint aussichtslos, denn über seinen Schultern hängt eine frisch geschossene Gams. Sagt der Jäger: “Jetzt is ´ aus mit dir, wo hast denn du die Gams her!?” Schaut der Wilderer zu der Schulter, über die der Gamskopf baumelt, macht einen entsetzten Satz zur Seite und ruft: “Ui, a Gams! Um Gottes will´n, wo kimmt denn die her?!”

131) nopp, Donnerstag, 24. Februar 2011, 14:52 Uhr

“Das ist doch alles nur der “Aufstand der Zwerge” nur sind es diesmal hauptsächlich die Medien, welche nicht zu Gutenbergs Haus und Hofberichterstatter sind.
Einen Finanzminister mit 100k € im Koffer samt Schwarzgeldkonten finde ich bedeutend gravierender.”

Da haben Sie völlig Recht. Aber was noch schlimmer ist dieser Mann mit dem Schwarzgeld ist heute Bundesfinanzminister unter Frau Merkel! Welcome im Taka Tuka Land oder besser gesagt Deutschland im Jahr 2011.Was muß man noch alles in diesem Land ertragen.Kopfschüttel.

132) Michael K., Fürth, Donnerstag, 24. Februar 2011, 15:01 Uhr

Was macht Sie eigentlich zum Maß aller Dinge? Die Penetranz mit der Sie sich über Talkshows ins Interesse der Öffentlichkeit drängen, hat das Maß des Erträglichen bereits vor geraumer Zeit weit überschritten. Niemand interessiert sich wirklich für Ihre Meinung!

133) JoBGood, Donnerstag, 24. Februar 2011, 15:15 Uhr

Ich stimme all denen zu, die in dieser “Affäre” schwere Verfehlungen bei Herrn zu Guttenberg monieren. Es ist nur so, dass in unserem Rechtssystem nach wie vor die Unschuldsvermutung gilt (Gott sei Dank) und es jedem Beschuldigten zunächst einmal bewiesen werden muss, dass er vorsätzlich gehandelt hat. Seine persönlichen Fehler hat er nach meinem Empfinden sehr offen eingestanden (mehr als dies viele Andere vor ihm taten). Ich kann in diesem Zusammenhang nur schwer meine unbändige Wut auf all jene in der Politikerkaste zähmen, die (natürlich immer von der jeweils anderen Partei) höchste Moralansprüche an den politischen Gegner anlegen, die sie jeweils nicht einmal ansatzweise selbst erfüllen können, weil in ihren eigenen Reihen Unmengen eigener Verfehlungen vorgekommen sind, die mindestens vergleichbare Reaktionen als jetzt gefordert zur Folge haben müssten! Jene Politiker aller Parteien sollten sich fragen, welchen Schaden sie mit dieser “Scheinheiligkeit” anrichten (Wahlbeteiligung in HH man eben knapp über 50%)! In diesem Zusammenhang kommt mir in den letzten Tagen häufig das Zitat: “Wer von Euch ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein” (Zitat aus der Bibel, genaue Quelle dort nachzulesen! -:)).
Ich hoffe, uns bleibt ein Politiker mit besonderen Talenten erhalten und füge als 68er gerne hinzu, dass wir damals (wenn auch aus anderen Beweggründen) mit unserem Ziel, Alles “mies” zu machen, viel dazu beigetragen haben, dass die politische Moral gelitten hat.

134) WL, Donnerstag, 24. Februar 2011, 16:00 Uhr

Wie kommt es, dass laut”Bild” 87% hinter Gutti stehen?

Hat die Vergabe der Anzeigenkampange durch das Verteidigungsministerium zur Bundeswehrreform an den Springerkonzern irgend einen Zusammenhang mit der PR Aktion für Gutti
in der “Bild”?

135) Winfired, Donnerstag, 24. Februar 2011, 16:15 Uhr

100 Millionen schwere Idole in der Politik, sind das die unabhängigen Leute, oder die Vertreter der Kaste, die schon immer die eigentliche Politik gemacht haben?

136) Franziska, Donnerstag, 24. Februar 2011, 16:23 Uhr

Ich verstehe nicht, warum es immer nur darum geht, ob Guttenberg zurücktreten sollte. Was er gemacht hat, geht nicht – insbesondere nicht für eine Person, die für Werte stehen will / sollte. Auf der anderen Seite scheint das Volk ja zu wollen, dass er bleibt und wir leben immer noch in einer Demokratie. Der Mann sollte sich vielleicht mal überlegen, wie er seinen Fehler wieder gutmachen könnte. Wenn er schon nicht zurücktritt, tun es halbe Entschuldigungen bestimmt auch nicht… Aber es gibt doch auch mehr Möglichkeit. Wie wäre es mal mit etwas Kreativität – zum Beispiel Vorträgen seinerseits an Universitäten zu dem Thema: “Wie ich in den Plagiatsabgrund rutschte” Er ist ja recht wordgewandt und könnte sich sicherlich noch einen schönere Titel ausdenken…

137) Maren P., Donnerstag, 24. Februar 2011, 16:25 Uhr

JoBGood schrieb Donnerstag, 15.15 Uhr:>>Ich kann in diesem Zusammenhang nur schwer meine unbändige Wut auf all jene in der Politikerkaste zähmen, die (natürlich immer von der jeweils anderen Partei) höchste Moralansprüche an den politischen Gegner anlegen, die sie jeweils nicht einmal ansatzweise selbst erfüllen können, weil in ihren eigenen Reihen Unmengen eigener Verfehlungen vorgekommen sind, die mindestens vergleichbare Reaktionen als jetzt gefordert zur Folge haben müssten! <<

Mit diesem Bandwurmsatz wird die Banalisierung eines Wertekanons betrieben, den besonders die Konservativen als vermeintlich "bürgerliche" Parteien immer für sich reklamiert haben. NEIN! Ganz besonders Karl-Theodor zu Guttenberg hat diese Werte Glaubwürdigkeit, Anstand, Ehrlichkeit, Verantwortung wie eine Monstranz vor sich her getragen! Da konnten andere Konservative nur neidisch schauen. So schön wie KT konnte niemand den Konservatismus eventmäßig verkaufen. Jetzt ist diese völlig überhöhte Figur namens "Politdarsteller" mit einem Pffffft in sich zusammengefallen. Deshalb heulen alle CDSUler auf. Die schöne Projektionsfläche ist perdu und alle Anhänger sind beschädigt! Da hilft auch die 100. selbstgebastelte Umfrage nicht mehr! Da hilft nur eines: Rücktritt – und Schluss mit der Bewusstseinsspaltung!

138) Jan, Donnerstag, 24. Februar 2011, 16:35 Uhr

@JoBGood:
Ein Politiker mit besonderen Talenten? Gerne.

Ein überführter dummdreister Lügner und Plagiator? Bitte nicht.

139) m, Donnerstag, 24. Februar 2011, 16:45 Uhr

(Bundeswehr-Reform) Ich sehe das ganze genauso wie fefe der es sehr gut ausdrückt:

Zitat:

„Die Reichen werden immer Reicher und die Armen verheizen wir in Afghanistan oder anderswo in sinnlosen Kriegen. Wenn es gut läuft, sichern sie mit ihrem Freitod unseren Zugang zum Öl anderer Länder. Wenn es nicht gut läuft, kratzen sie alle ab beim Versuch. Win-Win!!1!“

Quelle: http://blog.fefe.de/?ts=b39b59c7

Zum heulen, dass das Fußvolk dieser Marionette hinterherläuft. Sollten die Umfragen denn wirklich stimmen. Ich denke Ihnen wird wohl erst ein Licht aufgehen, wenn Ihre Kinder aus diesen Kriegen in Särgen zurückkehren.

Guttenberg muss weg. Die BiId gehört verboten oder zumindestens zurechtgestutzt. Die Doktorarbeit ist mir egal.

140) Wertkonservativliberaler, Donnerstag, 24. Februar 2011, 17:24 Uhr

Guttenberg hat sich doch selbst mit seiner Täuscherei völlig ehrlos gemacht!

Er ist doch als Verteidigungsminister völlig unglaubwürdig geworden. Er ist auf immer ein Getriebener, wenn er im Amt bleibt!

Er sollte jetzt zurücktreten: dann könnte er später zurückkommen.

Er ist jetzt nicht zu halten.

Hilfe: wer schützt die Konservativen eigentlich vor sich selbst (und vor Springer)? Nach dem Kabinett Dr. Merkel dann auf lange Zeit keine Konservativen mehr in der Regierung?

Ist “Nach mir die Sintflut” jetzt die Devise von Dr. Merkel?

Wie ist es um die Konservativen bestellt, wenn Sie auf einen Blender, akademischen Hochstapler und Rosstäuscher Guttenberg die letzten Hoffnungen setzen?

Konservative, besinnt Euch auf Eure Werte!!!

141) mschillinger, Donnerstag, 24. Februar 2011, 17:31 Uhr

Herr Spreng,
ja, es ist in der Tat eine interessante Situation. Und sie scheint es zu bleiben:
in seinem Befreiungsschlag hat KTG zugegeben aus den 4 Bundesdrucksachen abgeschrieben zu haben, die er in seiner Dissertation auch genannt hat. In der Zwischenzeit ist von weiteren die Rede, die nicht einmal in dieser Dissertation genannt wurden.
Dann prüft evtl. noch die Uni Bayreuth ob hier eine bewusste Täuschung vorliegt was KTG bislang bestreitet.
Dann sind da noch vom Statt bezahlte Personen, die KTG nur für seine Arbeit als Abgeordneter einspannen darf, aber für seine Dissertation herangezogen worden sind.
Es wird doch langsam auch klar dass KTG nicht so handeln würde wenn ihm das alles bewusst wäre. Da man ausschließen darf dass KTG an Amnesie leidet, scheint als sinnvolle Vermutung doch nur noch zu bleiben dass hier ein äußerst unzuverlässiger Ghostwriter am Werke war.
Herr Spreng, was meinen Sie? Wann kommt der nächste Befreiungsschlag?

142) Peer, Donnerstag, 24. Februar 2011, 17:48 Uhr

Wer bei Bild stimmen wollte muss dies kostenpflichtig tun. Das tun dann wohl nur Leute, denen es wichtig ist, zu signalisieren, dass er bleibt (zumal das ja auchg so in der Bild dargestellt wurde).
Mit “repräsentativer Umfrage” hat das so viel zu tun wie eine Wahl in Lybien.

143) M.M., Donnerstag, 24. Februar 2011, 17:52 Uhr

Zitat FTD 24.02.20111,16:09:..”.Während der Arbeit an seiner Promotion betätigte sich Guttenberg an der Universität auch als Sponsor. Zwischen 1999 und 2006 seien für einen neuen Lehrstuhl an der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät knapp 750.000 Euro überwiesen worden. Das berichtete der “Tagesspiegel” unter Berufung auf den Klinikbetreiber Rhön Klinikum. Guttenberg saß von 1996 bis 2002 im Aufsichtsrat des Unternehmens, seine Familie hielt dort ein Aktienpaket.”

144) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 24. Februar 2011, 18:28 Uhr

@Michael K., Fürth

°°Was macht Sie eigentlich zum Maß aller Dinge? Die Penetranz mit der Sie sich über Talkshows ins Interesse der Öffentlichkeit drängen, hat das Maß des Erträglichen bereits vor geraumer Zeit weit überschritten. Niemand interessiert sich wirklich für Ihre Meinung!°°

Gegenfrage: Wie verblendet muß man eigentlich sein, bis man die Augen vor der Wahrheit verschliessen kann?
Wenn Menschen die Wahrheit auf ihrer Seite haben, auf die Trümmer zeigen, die durch Frechheit, Dreistigkeit, Verlogenheit, die Grundwerte einer ganzen Nation bedrohen, dann begegnet man jenen gefälligst mit ausreichendem Respekt. Nur, daß das klar ist!
Aber der Begriff “Grundwerte” scheint für Sie, Herr Fürth, so etwas wie die Pommes von der Frittenbude zu sein, die man zur Currywurst auch weglassen kann.
Mit welcher Art der Rasse Mensch haben wir es in diesem Land mittlerweile zu tun? Wie weit ist die weitverbreitete Verwahrlosung in intellektueller wie moralischer Weise schon fortgeschritten, so daß man Leute wie Sie, Herr Fürth, mal kräftig an die Kandare nehmen müsste: denn wenn die Verwahrlosung in Teilen weiter zunimmt, wird es für dieses Land gefährlich.
Im übrigen: zu einer Talkshow wird man eingeladen! Sie, Herr Fürth, ganz sicher nicht!
Die “Penetranz” ist, daß Friede Springer mit ihrer BILD nun seit Wochen versucht, den Skandal um zu Guttenberg herunterzuschreiben und sich um Moral, um Wahrhaftigkeit und Anstand einen Dreck schert.

145) sk8erBLN, Donnerstag, 24. Februar 2011, 20:10 Uhr

@ M.M., Donnerstag, 24. Februar 2011, 17:52 Uhr

apropos gekauft…

Zu Guttenberg: Facebook-Fans über das Wochenende hektisch zusammengekauft?
Am Donnerstagabend eröffnete laut Zeit.de
hhttp://www.zeit.de/news-022011/21/iptc-bdt-20110221-266-28849378xml
der Mainzer Medienunternehmer Tobias Huch im Alter von 29 Jahren, der sich in seinem normalen Berufsleben auf Altersverifikationssysteme für Erotik- und Porno-Seiten im Web spezialisiert hat, auf Facebook die Fanseite «Gegen die Jagd auf Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg». Bis Montagmittag wies besagte Guttenberg-Fanseite auf Facebook bereits über 110 000 Unterstützer, eben sogenannte Fans aus. Während ich diesen Artikel verfasse sind es bereits präzise 194.730, also knappe 200.000 Unterstützer bzw. Fans.

Frage: Wie geht sowas? Möglicherweise genauso wie Sarah Palin und andere Mitmenschen, die hoffen, glauben und beten, ihren Hals innerhalb kürzester Zeit mittels einer starken öffentlichen Meinung – und sei sie auch nur zusammengekauft – aus der Schlinge ziehen zu können, hat eben auch Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg bzw. ein «Fan» von ihm, möglicherweise die «Stimmen» schlicht gekauft.
….
weiter gehts hier:
http://hamlethamster.wordpress.com/2011/02/22/zu-guttenberg-facebook-fans-uber-das-wochenende-hektisch-zusammengekauft/

146) sk8erBLN, Donnerstag, 24. Februar 2011, 21:08 Uhr

außerst anschaulich aufbereitet:

Interaktiver Guttenberg Report
Eine graphische Aufbereitung der im GuttenPlag Wiki gesammelten Daten zu Karl-Theodor Freiherr zu Guttenbergs Dissertation „Verfassung und Verfassungsvertrag“

Bei den folgenden Seiten handelt es sich um vollständig automatisch generierte Darstellungen der im Guttenplag Wiki http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/GuttenPlag_Wiki gefundenen Textstellen.
Die farblich gekennzeichneten Seiten enthalten nicht ausgewiesene Zitate oder Plagiate aus anderen Veröffentlichungen.
Die dunkelroten Symbole kennzeichnen Seiten, auf denen Plagiate unterschiedlicher Quellen gefunden wurden.

(Die farbliche Hervorhebung unten basiert auf den Daten der im Wiki gesammelten Seiten. Diese sind noch nicht vollständig in das neue „Fragmente“-Format übertragen, so dass auf manchen rot hinterlegten Seiten die graphische Darstellung von Plagiaten fehlen kann.)

Der interaktive Guttenberg Report darf als ausgelagerter Teil des Wikis verstanden werden. Sämtliche Inhalte dürfen daher unter Quellenangabe zu Pressezwecken verwendet werden.

http://gut.greasingwheels.org/

147) Doktor Hong, Donnerstag, 24. Februar 2011, 23:32 Uhr

Was muss die allgemeine Unzufriedenheit mit dem politischen Personal groß sein.

So groß, dass man unbedingt am neuen politischen Messias festhalten will.

Wenn man auf der einen Seite argumentiert, dass Pfusch bei der Dissertation nichts mit der Befähigung zum Politiker zu tun hat, warum versucht man dann, mit dem Tod deutscher Soldaten in einem Konflikt diesen Pfusch zu relativieren?

Ist das redlich, auf tote Soldaten hinzuweisen, wenn man wegen vermuteten Pfusches befragt wird? Hätten die Soldaten überlebt, wenn Gutenberg nicht abgeschrieben hätte? Was soll das?

Natürlich ist eine solche Affaire ein gefundenes Fressen für die Opposition, und dass diese versucht, dies in politischen Gewinn umzumünzen, kann man von mir aus verwerflich finden.

Aber es bei dieser Sache ja nicht um Gutenbergs Person, sondern um die Glaubwürdigkeit unserer Universitäten und ihrer Abschlüsse, und in einer vorgeblichen bürgerlichen Bildungsrepublik wiegt das ziemlich schwer.

Das hat die Uni Bayreuth zum Glück richtig abgewogen und ich bin froh, dass ich mich in diesem Punkt vertan habe.

148) S109, Donnerstag, 24. Februar 2011, 23:35 Uhr

“[...] Diese Gefahr droht zu Guttenberg nicht, denn in der Politik ist weit und breit kein neues Idol in Sicht.”
Ich prophezeie Ihnen Frau Schwesig.

Noch ein lesenswerter Artikel
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/doktortitel-fuer-den-uni-sponsor/3878432.html
KT kaufte den Titel!

149) Homo politicus, Freitag, 25. Februar 2011, 00:59 Uhr

Unappetitlich finde ich die neuerliche Inszenierung Guttenbergs als büßender Held, der doch seine Fehler eingesteht und eine zweite Chance verdient hat. Die hätte er auch m. E. verdient, wenn er spätestens am Freitag Klartext geredet und eventuell sein Amt zur Verfügung gestellt hätte – man kann sich ausrechnen, dass er im Amt hätte bleiben können, da er im Wahlkampf zu wichtig ist. Von Selbstbesinnung ist wenig zu spüren. Und in der Öffentlichkeit ist der Wunsch nach der politischen Lichtgestalt ungebrochen, was schon bemerkenswert ist.

Aber wie ich schon einmal hier schrieb (ich finde es einfach passend, ein Zitat aus Brechts Galilei): “Unglücklich das Land, das Helden nötig hat.” Man kann nur hoffen, dass seine Bundeswehrreform handwerklich besser abläuft als seine Dissertation.

150) Homo politicus, Freitag, 25. Februar 2011, 01:06 Uhr

Nachträglich etwas zum Entspannen – man kann das auch nur noch mit Humor nehmen: http://www.freitag.de/kultur/1108-medientagebuch

151) sk8erBLN, Freitag, 25. Februar 2011, 08:44 Uhr

@ Doktor Hong, Donnerstag, 24. Februar 2011, 23:32 Uhr
“Was muss die allgemeine Unzufriedenheit mit dem politischen Personal groß sein.

So groß, dass man unbedingt am neuen politischen Messias festhalten will.”

Tja, dazu empfehle ich diesen Ausschnitt aus der gestrigen Kontraste-Sendung.

Auch was die Leistungen angeht haben wir es mit einem außergewöhnlichen Blender und Scharlatan zu tun. Daher wird ihm sein Projekt “Bundeswehrreform” mit hoher Sicherheit heftig um die Ohren fliegen. Spätestens dann ist er vollends entzaubert. Als Tiger gestartet als Bettvorleger gelandet. Kein wunder wo er doch kein tragfähiges Konzept hat. Intern rumort es bereits heftig.

6,5 Minuten sehr erhellendes Video dass das bild gerade rückt.
http://www.rbb-online.de/kontraste/archiv/kontraste_vom_24_02/mehr_schein_als_sein.html

152) nurmalso, Freitag, 25. Februar 2011, 11:17 Uhr

bananen für alle!
die passende republik dazu haben wir ja schon …

für alle, die nicht verstehen können, dass “so ein paar gänsefüsschen und fussnoten” soviel aufsehen erregen – der anlass war egal. der mann war einfach fällig. die fallhöhe war zwischendurch ja schon absurd. ein eitler geck, der ohne substanz bereits zum kanzler hochgeschrieben wurde. irgendwann musste doch dieses märchenschloss mal zusammenbrechen.
dass das nun wegen der (nein, schummeln ist definitiv nicht der passende ausdruck) täuschungen und des betruges in seiner dissertation drankommt …. tja, hätte er wohl mal besser aufpassen sollen.

aber ich bin mir sicher, wenn 75 % der deutschen ihm das durchgehen lassen und weiterhin brav zur wahlurne gehen, dann wird ihm schon nichts passieren. (in 15 jahren, als souveräner kanzler, kann er dann nochmal eine rückschau der ereignisse halten.)
in der zwischenzeit bekommen erstsemester weiterhin ihre hausarbeiten um die ohren gehauen, wenn 2 zitierfehler enthalten sind und BILD-leser jubeln, wenn die nächste kassiererin wegen 1,30 € pfandgutschein gefeuert wird.

153) M.M., Freitag, 25. Februar 2011, 12:11 Uhr

Vielleicht entlässt Frau Merkel KT deswegen nicht, weil dann jeder Merkels Doktorarbeit lesen würde?

154) EStz, Freitag, 25. Februar 2011, 12:33 Uhr

@nurmalos
>>in der zwischenzeit bekommen erstsemester weiterhin ihre hausarbeiten um die ohren gehauen, wenn 2 zitierfehler enthalten sind und BILD-leser jubeln, wenn die nächste kassiererin wegen 1,30 € pfandgutschein gefeuert wird.

Ja, sehr treffend; bedauernde Zustimmung.

Ich habe die Aufnahmen von zu Guttenberg aus dem Bundestag gesehen; es ist offensichtlich, dass ihm das sehr zusetzt. So etwas gönne ich keinem menschen, auch ihm nicht. Ich finde aber auch, dass er hätte zurücktreten sollen (nicht zurückgetreten werden sollen; das ist nicht das Gleiche), um seiner Familie, sich und vielen anderen das zu ersparen; aber es ist wohl nicht in ihm drin.

155) JoBGood, Freitag, 25. Februar 2011, 13:07 Uhr

@homo politicus: “ein Zitat aus Brechts Galilei): “Unglücklich das Land, das Helden nötig hat.” ” Übrigens hierzu eine Anmerkung: auch der große Berthold und viele andere “Gutmenschen” haben sich mit einer nicht geringen Zahl von Plagiatsvorwürfen konfrontiert gesehen. Und entsprechenden Klagen! Ich wiederhole gerne an die Adresse von @Maren P: Wer von euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein. KTG hat schwer gefehlt. Und er ist erwischt worden. Er hat aber getan, was viele aus allen Parteien und viele derer, die sich hier und anderswo so schön erregen nicht tun bzw. getan haben: er hat sich öffentlich entschuldigt. Was noch kommt, bleibt abzuwarten. Wenn sich herausstellt, dass er wissentlich gehandelt hat, gehört er bestraft! Bis dahin gilt die “Unschuldsvermutung”.

156) Doktor Hong, Freitag, 25. Februar 2011, 16:45 Uhr

@ M.M., Freitag, 25. Februar 2011, 12:11 Uhr

Glaube ich nicht. Merkel ist Naturwissenschaftlerin. Dort untersucht man in Doktorarbeiten Fragestellungen, die vorher niemand untersucht hat, denn davon gibt es sehr viele in den Naturwissenschaften. Es ist sehr schwierig, etwas abzuschreiben, was noch niemand vorher geschrieben hat.

157) Outsider, Freitag, 25. Februar 2011, 17:26 Uhr

Ganz viele tolle Doktorarbeiten, die den Linken gefallen:
http://www.mfs-outsider.de/jhs.htm

158) Willi Sander, Freitag, 25. Februar 2011, 19:19 Uhr

Warum wird eigentlich nicht auch sein Doktorvater zur Verantwortung gezogen, der – offensichtlich aus reiner Gefälligkeit – ihm ein “summa cum laude” gegeben hat? Kann der noch seriös lehren?

159) sk8erBLN, Freitag, 25. Februar 2011, 19:28 Uhr

@ Outsider, Freitag, 25. Februar 2011, 17:26 Uhr
Ganz viele tolle Doktorarbeiten, die den Linken gefallen:

*Grins* netter versuch, wer von denen bekleidet denn einen Kabinettsposten? Da sie es scheinbar nicht ganz mitbekommen haben. …

Auch in konservativen Kreisen hat der ex-Dr von und zu Googleberg so was von fertig! Da helfen nicht mal so plumpe Versuche wie Ihrer. Siehe FAZ

Der Aufruf zum Anruf
Zu Guttenberg, „Bild“ und die Atlantik-Brücke
Der Geschäftsführende Vorstand der Atlantik-Brücke distanziert sich vom Aufruf der früheren Geschäftsführerin des Vereins, sich an der Anruf-Aktion der „Bild“-Zeitung für zu Guttenberg zu beteiligen.
http://www.faz.net/s/RubA24ECD630CAE40E483841DB7D16F4211/Doc~E7915C4A76C744258B664723142D5E2D4~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Wäre der Scharlatan und Plagiator nicht der CDU eiziger Heiland und hätten wir nicht ein Superwahljahr wäre der lange schon abgesägt.
Aber so gilt einmal mehr “was stört mich mein Geschwätz von gestern”
Video-Podcast der Bundeskanzlerin #14/08 zum Nachlesen:

“Heute ist der Welttag des Schutzes des geistigen Eigentums. Dieser Tag wurde im Jahr 2000 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Er soll uns daran erinnern, dass sowohl Erfindungen als auch künstlerische Leistungen einen besonderen Re-spekt in unserer Gesellschaft verdienen – ihr Diebstahl nicht etwa ein Bagatelldelikt ist, sondern ein sorgfältiger Umgang mit diesen Leistungen in unserer Gesellschaft verankert werden muss.

Ich weiß, dass wir eine gesellschaftliche Diskussion brauchen, die deutlich macht: Raubkopien sind kein Kavaliersdelikt. Dies muss immer wieder deutlich gemacht werden, denn jeder, der einmal versucht hat, eine eigenständige künstlerische Leistung zu vollbringen, weiß, wie viel Arbeit und wie viel Kraft dahinter steckt.

Die Bundesregierung kümmert sich um ihre Anliegen. Wir wissen, dass es ein dickes Brett ist, das wir bohren müs-sen, aber wir werden in unserem Kampf um einen besseren Schutz von künstleri-schen Produkten nicht nachlassen, denn als Kulturnation wollen wir als Deutsche unseren Beitrag dazu leisten, dass auch diese Leistungen in gebührendem Maße anerkannt werden.”
PDF-Datei
http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Archiv16/Podcasts/2008/2008-04-26-Video-Podcast/links/2008-04-26-text,property=publicationFile.pdf

und nun?

160) Homo politicus, Freitag, 25. Februar 2011, 20:21 Uhr

@JoBGood, Freitag, 25. Februar 2011, 13:07 Uhr
“Übrigens hierzu eine Anmerkung: auch der große Berthold und viele andere “Gutmenschen” haben sich mit einer nicht geringen Zahl von Plagiatsvorwürfen konfrontiert gesehen. Und entsprechenden Klagen!”

Ist ja bekannt. Soweit ich noch weiß, war Brecht kein Wissenschaftler, zu Guttenberg – naja, der wollte einer sein. Wer eine wissenschaftliche Arbeit – da ich zufällig weiß, wie es wenigstens in den Geisteswissenschaften zugeht – schreibt und so vorgeht wie Guttenberg, macht sich lächerlich und würde nie wieder ein Bein auf die Erde kriegen. Wenn er sich als Schriftsteller versucht, darf er gerne anders verfahren.

Heldendämmerung bekommt halt nicht allen gut.

161) EStz, Freitag, 25. Februar 2011, 20:53 Uhr

@Johnny B

Man vergißt vielleicht das eine oder andere Zitat, aber nicht hunderte Textpassagen (die man noch kundig modifiziert), nicht komplette Aufsätze etc.

Wäre er rechtzeitig zurück getreten, dann hätte er sich die Jagd nach jedem kopierten Komma erspart, hätte Wissenschaft, Land, Regierung, Partei, Kinder, Frau und sich selbst geschützt. Dann ab auf jede noch so kleine Wahlkampf-Veranstaltung (es soll ja ein paar geben dieses Jahr), um sich bei den Wählern persönlich zu entschuldigen, Besserung zu geloben und dem jeweiligen CDU-/CSU-Kandidaten zu helfen. Wenn ihm “das Volk” so schon verzeiht, wie hätten es ihn bewundert!

Und in der CDU / CSU hätte sich auch in späteren Jahren nie ein Konkurrent aufregen dürfen; er wäre dann erst recht der ideale Merkel-Nachfolger; immer noch eloquent, immer noch charismatisch, auf eine Wiese gezeichnet vom Leben, die echte Glaubwürdigkeit gibt, geläutert durch Einsicht, gestärkt durch Dienen. Er hätte sich bei Freund und Feind Respekt verdient. Wer hätte da nicht freiwillig den Hut gezogen auf der rechten Seite, den Hut ziehen müssen auf Seiten der Linken?

Wie dumm von ihm, wie dumm von Angela Merkel. So haben alle verloren: Er wegen seiner Betrügereien; die CDU, weil Macht über alles geht; SPD, Grüne und Linke, weil sie ihn nicht klein gekriegt haben; das land und das Volk, weil ein angreifbarer Minister mitregiert.

zu spät……

162) Erika, Samstag, 26. Februar 2011, 09:06 Uhr

Weil es einfach zu schön ist!

http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Archiv16/Podcasts/2008/2008-04-26-Video-Podcast/2008-04-26-video-podcast.html

163) John Dean, Samstag, 26. Februar 2011, 12:55 Uhr

@ Homo politicus

Stimmt. Diese CDU- und Selbstinszenierung von Comical Gutti als Muster-Büßer und Muster-Entschuldiger, der “Stahlgewittern” stand hält, ist merkwürdig, sachlich wie moralisch fragwürdig, und:

lächerlich.

@ all

Sieht man einmal von Umfragen der BILD ab (die massiv von der CDU sowie beauftragten Social Media Agenturen getürkt bzw. beeinflusst wurden), von Manipulationen bei Facebook sowie mehereren zu früh vorgenommenen repräsentativen Umfragen (Dimap u.a.), dann hat Comical Gutti durchaus an Ansehen verloren – in breiten Kreisen. Die innige Liebe seiner Fans mag diesen Effekt zur Zeit noch überdecken, aber es zeigt sich immerhin, und das eindeutig, dass die Zustimmung zu Guttenbergs Verhalten in dieser Doktorerschleichungsaffaire besonders gering ist, wo die Leser/Zuschauer/Internetnutzer besonders gut informiet sind.

Sogar bei BILD Online: Dort forderte die Mehrheit (!) der Nutzer den Rücktritt von Comical Gutti. Nun ist er nicht zurückgetreten und sieht im Moment, aus der Perspektive klassischer Meinungsforschung weitgehend unbeschädigt aus. Ich wette darauf:

In den nächsten Wochen ändert sich das. Comical Gutti wird zu einer weiteren Last für Schwarzgelb.

164) John Dean, Samstag, 26. Februar 2011, 13:10 Uhr

@ StefanP

Für Sie ist es also kein Skandal, dass ein wichtiger Bundesminister seine Doktorarbeit zu erschleichen versuchte, indem er sich auf schäbigste Weise und unter mindestens 6-fachen Einspannen des wissenschafltichen Dienstes des Bundestages seine “wissenschaftliche” Arbeit vielhundertfach zusammengeflickschustert hat. Er hat bei der Abgabe einer wissenschaftliche Ehrenerklärung massiv gelogen, und auch noch in den ersten Tagen, wo dieser Skandal ruchbar wurde. Er hat eindeutig ein taktisches Verhältnis zur Wahrheit – das hat er mehrfach bewiesen. Sie sagen, solche Skandale passieren tagtäglich. Es sei weder ein Skandal, noch sonst irgendwie ein größeres Problem.

Das meinen Sie nicht ernst, oder?

165) FRANK H., Samstag, 26. Februar 2011, 13:52 Uhr

@Olaf
“Und der hinter diesen Machern stehenden Mächte…”

Ja und die Mächte heißen: DIE BILDERBERGER

PS: Olaf Scholz war dieses Jahr übrigens auch bei diesem konsperativen Treffen was 1x im Jahr statt findet. Jedes Jahr wo anders.
Frage :Was hat Olaf Scholz…. gewonnen? RICHTIG! DIE absolute Mehrheit in HH ! DIESE LEUTE SIND DIE REICHSTEN UND GEFÄHRLICHSTEN LEUTE DIE AUF DIESEM GLOBUS HERUM LAUFEN.SIE GREIFEN IN DAS WELTGESCHEHEN EIN UND SIE GEHEN ÜBER LEICHEN!

166) StefanP, Samstag, 26. Februar 2011, 14:50 Uhr

@John Dean

Ist es für Sie ein Skandal, wenn Herr / Frau XY dies tut? Ja oder nein? In Abhängigkeit davon kann es auch bei zu Guttenberg ein Skandal sein – oder nicht.

Ist es schäbig, Fremdes zu kopieren? So hat das Netz das noch nie bei Raubkopierern gesehen, für viele war das eher Ausdruck von Freiheit. Jedes Semester lügen Studenten, wenn sie behaupten Klausuren oder Diplomarbeiten ohne fremde Hilfe oder Hilfsmittel gefertigt zu haben. Ein Skandal? Oder erst dann, wenn solche Betrüger irgendwann ein höheres Amt oder einen Vorstandsposten bekleiden?

Vielleicht ein Viertel der Bundestagsabgeordneten hat promoviert. Hat man deren Arbeit nach einem halben Jahrzehnt nochmal einer wissenschaftlichen Prüfung unterzogen? Und wenn nein, warum nicht?

167) sk8erBLN, Samstag, 26. Februar 2011, 15:36 Uhr

Fein, so langsam gibt es dann doch Klartext, da helfen weder Großspenden an die Uni noch beharrliches Abstreiten des längst offensichtlichen – es handelte sich um eindeutigen Vorsatz:

Guttenberg-Affäre
„Wir sind einem Betrüger aufgesessen“

Erstmals greift ein Bayreuther Jurist Karl-Theodor zu Guttenberg öffentlich an. Weitere namhafte Juristen sehen Vorsatz bei Guttenbergs Plagiatsaffäre. Dessen Umfragewerte sinken.
Nach dem Entzug des Doktortitels durch die Uni Bayreuth hat erstmals ein Rechtswissenschaftler der Fakultät Vorwürfe gegen den Verteidigungsminister erhoben.

„Wir fühlen uns getäuscht. Wir sind einem Betrüger aufgesessen“, sagte der Staatsrechtler Oliver Lepsius der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung

Aus Fakultätskreisen hieß es weiter, die Stimmung sei auch nach dem überraschend schnellen Titelentzug angespannt. Der Fall sei nicht erledigt. Am Freitag wurde auch Kritik am Zweitgutachter der Dissertation laut, dem Münchner Europarechtler Rudolf Streinz. Streinz war zwischen 1978 und 1990 Stadtrat in seiner Heimatstadt Landshut und ist als Vertrauensdozent in der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung tätig.

Die Universität prüft derweil die fehlerhafte Dissertation. Es sei eine „Vollprüfung“, hieß es, bei der die Schrift im Detail auseinander genommen würde. Nach den Regeln der zuständigen Untersuchungskommission liegt ein Fehlverhalten vor, wenn „bewusst oder grob fahrlässig Falschangaben gemacht werden“ oder „geistiges Eigentum anderer verletzt“ wird, insbesondere bei „unbefugter Verwertung unter Anmaßung der Autorschaft (Plagiat)“. Nach den Regeln könnte auch die Mitverantwortung anderer geprüft werden, etwa bei „grober Vernachlässigung der Aufsichtspflicht“. Am Ende steht eine Empfehlung, wie mit dem Fall weiter zu verfahren und ob zivil- oder strafrechtliche Schritte einzuleiten seien.

Nach Einschätzung mehrerer Juristen hat Guttenberg aus Vorsatz gehandelt. Wie der „Spiegel“ am Samstag vorab berichtete, sehen mehrere namhafte Juristen die Beweise als erdrückend an. Der auf Streitereien um Examensarbeiten spezialisierte Rechtsanwalt Michael Hofferbert sagte dem Magazin: „Kein Richter wird einem Kandidaten glauben, der über hundert Seiten seiner Doktorarbeit abschreibt und hinterher behauptet, er habe dies versehentlich getan.“ Ähnlich bewerte der Kölner Strafrechtsprofessor Thomas Weigend den Fall. „Ich würde einem Kandidaten nicht glauben, der in einem Fall behauptet, dass es bloße Fahrlässigkeit war.“ Der frühere Verfassungsrichter Winfried Hassemer sagte, selbst wenn der faktische Beweis nicht vorliege, seien Juristen gut darin geübt, „den Vorsatz aus den äußeren Umständen einer Tat zu schließen“.“.

Und Dr. a.D. von und zu Googleberg?
“Im Bundestag hatte er angesichts der Vorwürfe gesagt: „Da muss man aufpassen, dass man nicht in den Bereich kommt, dass man in die üble Nachrede oder Ähnliches abdriftet.“ Sein Bundestagsbüro erklärte am Freitag, man wisse angesichts der Vorwürfe von Lepsius nicht, ob der Minister nun Strafanzeige erstatte. Dies sei „seine persönliche Entscheidung“, sagte ein Mitarbeiter.”
Quelle:
http://www.tagesspiegel.de/politik/wir-sind-einem-betrueger-aufgesessen/3883152.html

Na ich bitte geradezu darum, je tiefer er in den Abgrund stürzt, je besser! Nur so ist der Wissenschaftsstandort zu rehabilitieren und das ist weit wichtiger als der Heiland irgendwelcher konservativen Parteien. Wobei es inzwischen auch dort heißt:
“Böhmer hält Guttenberg-Rücktritt für möglich

Ich weiß nicht, wie lange er das aushalten kann”, sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Böhmer (CDU) dem Tagesspiegel. Der Druck von allen Seiten auf Verteidigungsminister Guttenberg wächst. Auch die Bundeswehr-Reform wird kritisiert.”

Zu letzterem hatte ich weiter oben ja den Link zum Magazinbericht Kontraste schon verlinkt.

weiter geht es wie folgt:
“Derweil wird die Empörung in der Wissenschaft immer größer. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft verurteilte das Kopieren fremder Texte ohne Hinweis in Guttenbergs Doktorarbeit. Die SPD legte Guttenberg erneut den Rücktritt nahe. In der Union gibt es neben Unterstützung auch Zweifel. Der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Matthias Kleiner, warnte dem Tagesspiegel gegenüber vor der Verharmlosung von Plagiaten als Kavaliersdelikt. „Wissenschaftler teilen ihre Ideen und Erkenntnisse, sie führen sie gemeinsam weiter, aber sie entwenden sie nicht“, sagte er. Der Nachfolger von Guttenbergs Doktorvater Peter Häberle legte mit scharfer Kritik nach. „Der Minister leidet unter Realitätsverlust“, sagte der Bayreuther Staatsrechtsprofessor Oliver Lepsius der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstag), nachdem er bereits im Tagesspiegel gesagt hatte: „Wir sind einem Betrüger aufgesessen.” Es sei eine Dreistigkeit ohnegleichen, wie er honorige Personen der Universität hintergangen habe. Guttenberg habe „planmäßig und systematisch“ wissenschaftliche Quellen zum Plagiat zusammengetragen und behaupte nicht zu wissen, was er tue.”
Quelle:
http://www.tagesspiegel.de/politik/boehmer-haelt-guttenberg-ruecktritt-fuer-moeglich/3886618.html

ich bin sehr gespannt wann Dr. A. Merkel endlich umfällt und von ihrem Darling dem Wunderminister abrückt. Tut sie das nicht, wird mit jedem weiteren Tag Dr. a.D. Googleberg ihr ganz persönliches Desaster.

168) sk8erBLN, Samstag, 26. Februar 2011, 15:40 Uhr

eine schöne Bildstrecke von der heutigen Demonstration für den sofortigen zu Guttenberg-Rücktritt
“Guttenberg zurück auf’s Schloß – Wir zeigen dem Lügenbaron den Schuh”

http://guttenberg-ruecktritt.de/demo-berlin-samstag-26-2-2011-guttenberg-zurueck-aufs-schloss-wir-zeigen-dem-luegenbaron-den-schuh/

169) EStz, Samstag, 26. Februar 2011, 18:55 Uhr

@ StefanP
>>Jedes Semester lügen Studenten, wenn sie behaupten Klausuren oder Diplomarbeiten ohne fremde Hilfe oder Hilfsmittel gefertigt zu haben. Ein Skandal? Oder erst dann, wenn solche Betrüger irgendwann ein höheres Amt oder einen Vorstandsposten bekleiden?

Wenn einer eine Doktorarbeit fälscht, sich sein Leben lang als Taxifahrer durchwurstelt und ansonsten in öffentlichen Dingen kleine Brötchen backt, und dreißig Jahre später kommt etwas raus, sehe ich das auch entspannter. Wenn der Betreffende in diesem unglaublichen Umfang “die Anführungszeichen” vergißt und sich seinen Doktor erschleicht, dabei in aller Öffentlichkeit derart die “Aufrichtigkeits-Masche” abzieht und auf seiner Ehrlichkeit publikumswirksam herumreitet, dann gehört im seine Unehrlichkeit genau so öffentlich um die Ohren gehauen.

170) Werner W., Sonntag, 27. Februar 2011, 11:21 Uhr

Wie heißt es doch auf der eigenen WEB Site von KTzG?

“Verlässlichkeit und Klarheit sind die Voraussetzungen für das Vertrauen der Bürger in die Politik.”

http://www.zuguttenberg.de/wahlkreis.php besucht am 27.02.2011

Mehr muss man wohl nicht mehr sagen.

171) Tresnak PWD, Dienstag, 01. März 2011, 12:56 Uhr

Guttenbergs Rücktritt heute zum 01.03.2011 :
Herr Guttenberg war schon seit Tagen politisch wie menschlich erledigt – das eigentliche Problem sei vielen Tagen ist und bleibt die Kanzlerin MERKEL und wird es bis zu deren Rücktritt oder Abwahl zunehmend bleiben – sie zeigte schwerste Führungsschwächen bis hin zur öffentlich geschriebenen Schizophrenie in Internetportal “Politik” am 01.03.2011 morgens.
Guttenberg wird eine neue Partei Rechts von Rechts gründen und dann aus dem Stand 20-25% sofort in Gesamt-Deutschland bei der nächsten Bundestagswahl erhalten – das ist dann seine laut von Politkern und Presse geäuserte 2. Chance in der Politik … Dann Gute Nacht Deutschland ! Tresnak

Wie ist Ihre Meinung?

Kommentar schreiben


Ihr Kommentar *


* Pflichtfelder


apparent media - iPhone Apps aus Berlin