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Dienstag, 01. März 2011, 12:49 Uhr

Sargnagel für Merkel?

Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg ist nicht zurückgetreten, er wurde zurückgetreten. Seine Millionen Fans konnten ihn nicht länger schützen. Der Selbstreinigungsprozess der Demokratie war doch stärker. Zu Guttenberg musste den Schritt vollziehen, vor dem er so lange, viel zu lange, zurückschreckte, weil der geballte Protest der Wissenschaft, das massive Abbröckeln der Solidarität in der CDU und der dadurch unverminderte Druck der Medien ihn dazu zwang.

Zu Guttenberg hat – wie viele Skandalpolitiker – den Zeitpunkt für den ehrenhaften Rücktritt verpasst. Deshalb jetzt der Unehrenhafte. Er wurde zum Getriebenen, sein versuchter Befreiungsschlag von Kelkheim verpuffte. Und im Rücktritt versuchte er noch einmal die unzulässige Verquickung des tödlichen Schicksals deutscher Soldaten mit seinem eigenen, selbstverschuldeten politischen Schicksal. Sie erneut als Entschuldigung für sein Zaudern, für sein Festhalten an dem Amt, vorzuschieben, ist einfach nur ekelhaft.

Ansonsten war seine Rücktrittserklärung von der Demut geprägt, die er so lange versäumte. Aber wer zu spät kommt, den bestraft bekanntermaßen das Leben. Es ist aus heutiger Sicht schwer vorstellbar, dass dieser an seinem Charakter gescheiterte Mann eine zweite Chance bekommt. 
 
Eines der größten politischen Talente seit vielen Jahren hat sich als Trugbild entpuppt. Für die Millionen Fans ist die Enttäuschung übermächtig. Sie klammerten sich an eine Lichtgestalt, die am Ende charakterlich doch nur eine Schattengestalt war. Viele von ihnen werden jetzt resigniert in die Wahlenthaltung flüchten.

Schuld daran ist auch Angela Merkel. Die Kanzlerin ist die eigentliche Verliererin des Falles Guttenberg. Sie hat aus dem Skandal eine Staatsaffäre gemacht, indem sie die (nicht nur) bürgerlichen Werte wie Anstand, Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit aus politischer Opportunität und  Taktik zum Abbruch freigegeben hat.

Indem Merkel zu Guttenberg bis zuletzt stützte und ihm auch noch nach dem massiven Protest der Wissenschaft ihr Vertrauen aussprach, hat sie der CDU/CSU keinen Gefallen getan. Aussitzen ist spätestens seit dem unrühmlichen politischen Ende von Helmut Kohl kein Erfolgsrezept mehr. Merkel hat wieder einmal ihre Führungsaufgabe versäumt.

Und noch mehr: Merkel hat den Schaden vergrößert. Mit ihrer nach wie vor unglaublichen Erklärung, sie habe keinen wissenschaftlichen Assistenten, sondern einen Minister eingestellt, verhöhnte sie die Werte, die nicht nur für Wertkonservative zum Fundament einer intakten Gesellschaft gehören.

Jetzt hat sie den doppelten Schaden: die Guttenberg-Fans werden sich jetzt eine Dolchstoßlegende stricken, bei den Wertkonservativen hält das Entsetzen darüber an, wie wenig die von der CDU gepriesenen Werte im politischen Alltag noch wert sind. Beides führt zur Demobilisierung der klassischer CDU-Wählerschaft. Beide Gruppen haben zurzeit wenig Grund, die CDU zu wählen. Es ist ein Super-GAU für die CDU, drei Wochen vor der auch für Merkel entscheidenden Landtagswahl in Baden-Württemberg. Eine Niederlage der CDU wäre jetzt Merkels Niederlage.

Ein anständiger Mann, Bundestagspräsident Norbert Lammert, hat gesagt, der Skandal sei “ein Sargnagel für die Demokratie”. Das wohl nicht, aber möglicherweise ein erster Sargnagel für Angela Merkel.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

196 Kommentare

1) Sabine Zielke-Esser, Dienstag, 01. März 2011, 12:59 Uhr

Rücktritte von Politikern folgen immer einem ungeschriebenen Drehbuch:
1. „Alles Blödsinn“
2. „Das ist eine durchsichtige Kampagne der Opposition“
3. „Ich gebe nur zu, was ich nicht mehr bestreiten kann. Das ist aber alles, mein Ehrenwort!“
4. „Ich trete zurück, um Schaden von meiner Partei abzuwenden. Ist doch ehrenhaft, oder?“

2) schnuffi, Dienstag, 01. März 2011, 13:04 Uhr

Danke für die wieder mal treffende Analyse!

3) freiwild, Dienstag, 01. März 2011, 13:06 Uhr

“[Die toten Soldaten] erneut als Entschuldigung für sein Zaudern, für sein Festhalten an dem Amt, vorzuschieben, ist einfach nur ekelhaft.”(1)

Genau so ging mir das auch. Ich hatte bei der Rede das Gefühl, Guttenberg baue schon darauf, in zwei, drei Jahren, also etwa nach der nächsten Bundestagswahl, wiederzukommen, sei es dann in der Regierung oder als Oppositionsführer.

Aber warum sollte die CDU/CSU ihn dann noch wollen: Bisher stand vier Dinge für ihn: Er hatte scheinbar die Skandale (ganze vier in nicht einmal anderthalb Jahren: Kundus-Beschuss, geöffnete Briefe, Gorch Fock, Falschdarstellung eines Soldatentods durch das Ministerium) gut ausgesessen, machte gute Arbeit als Minister, war beliebt und glaubwürdig, und zudem als Zukunftsfigur wichtig. Nun scheinen sich alle Bereiche gegen ihn zu wenden: Sein Umgang mit der letzten Äffäre, die er nicht mehr auf andere abschieben konnte, wird auch sein früheres Management der anderen Krisen im neuen Licht erscheinen lassen; seine Bundeswehrreform (sein “Meisterstück”) scheint fachlich auch nicht sonders durchdacht zu sein, seine Glaubwürdigkeit (und wohl auch die Beliebtheit) ist schwer angeschlagen, und als Zukunftsfigur scheidet er auch erstmal aus.

(1) Spreng (2011), s.o.

4) Venjan, Dienstag, 01. März 2011, 13:15 Uhr

Sie haben genau das richtige Wort für das Verhalten zu Guttenbergs gefunden: EKELHAFT.

5) f.luebberding, Dienstag, 01. März 2011, 13:15 Uhr

“Solange zu Guttenbergs Band zu seinen Fans hält (gepflegt von den Fanorganen BILD und “Bunte”), solange ist er unstürzbar. Der Fanpolitiker ist so dem reinen Parteipolitiker haushoch überlegen, der mit der Bindungslosigkeit der Wähler zu kämpfen hat.”

Dazu würde mich eine Erklärung interessieren. Die These vom Popstar hat eine gewisse Wirkung gehabt.

6) FG, Dienstag, 01. März 2011, 13:16 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

ich gebe Ihnen in vielen Punkten recht. Meiner Ansicht nach kam der Rücktritt von zu Guttenberg jedoch nicht zu spät, da er auch eine Verplichtung gegenüber den gefallenen Soldaten in Afghanistan hatte. Doch abgesehen vom Zeitpunkt des Rücktritts bleibt festzuhalten, dass nicht der Wissenschaftler oder Politiker zu Guttenberg, sondern der Mensch zu Guttenberg gescheitert ist. Eine Persönlichkeit lässt sich eben nicht in wissenschaftlichen Assistenten oder Verteidigungsminister teilen. Und warum ist ein Guttenberg-Comeback ausgeschlossen? Fans sind treu. Dieses siieht man immer wieder bei allen großen Comebacks von Popstars und Superstars. In ein paar Jahren wird der Schatten des Plagiats verlogen sein. Und wer, wenn nicht Sie wissen, wie schnell Medien vergessen. Nichts ist bekanntlich älter als die Zeitung von gestern.

Für die bevorstehenden Landtagswahlen, hätte der Rücktritt für Merkel und Co. jedoch nicht ungünstiger sein können. Und ich sehe noch einen Verlierer und zwar die Bild-Zeitung. Das Blatt hat genauso verkrampft an zu Guttenberg festgehalten wie die Kanzlerin. Dieser Skandal hat gezeigt, dass die Medien auch nur über eine begrenzten Einfluss auf die Öffentlichkeit und handelnden Akteure besitzen.

MFG

7) Patrick Neser, Dienstag, 01. März 2011, 13:18 Uhr

… Sie erneut als Entschuldigung für sein Zaudern, für sein Festhalten an dem Amt, vorzuschieben, ist einfach nur ekelhaft. …

Genau diese Empfindung hatte ich heute morgen beim verfolgen der Berichterstattung. Widerlich.

So widerlich wie Merkels Erklärung. Sie hat bei mir damit das letzte Fünktchen Sympathie verspielt.

8) djh, Dienstag, 01. März 2011, 13:19 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

Sie sollten mal wieder Recht behalten!

Die Enttäuschung über die Unzulänglichkeiten eines Politikers, der die Hoffnung nach einer neuen Entwicklungsstufe von Politik inne hatte, ist groß! Ein weiterer Schritt zur allgemeinen Politikverdrossenheit!

Die Befürworter des ehemaligen Verteidigungsministers hatten doch die Hoffnung mit Hr. Zu Gutenberg einen Mann gefunden zu haben der selbstständig und aufrichtig sich dem Macht- und Politikspielchen widersetzen kann.

Ein eloquenter Fels in der Brandung! Jetzt nur noch ein Kiesel im Fluss der politischen Strömungen.
Aber jedes Märchen geht einmal zu Ende!

Hochachtungsvoll
djh

9) Ein Leser, Dienstag, 01. März 2011, 13:24 Uhr

“Und im Rücktritt versuchte er noch einmal die unzulässige Verquickung des tödlichen Schicksals deutscher Soldaten mit seinem eigenen, selbstverschuldeten politischen Schicksal. Sie erneut als Entschuldigung für sein Zaudern, für sein Festhalten an dem Amt, vorzuschieben, ist einfach nur ekelhaft.”

Er hat abgewartet ob sich der Shitstorm legt. Die Pro-Guttenberg Propaganda ist dieses mal wirkungslos verpufft, außer bei ein paar intellektuell herausgeforderten Mitbürgern die wahrscheinlich immer noch alles für eine böse linke Hetzkampagne halten. Die Intelligenteren unter den zu Guttenberg unterstützenden Medienmachern haben rechtzeitig erkannt das sich der Wind gedreht hat und opportunistisch die Fronten gewechselt.

10) Steuereintreiber, Dienstag, 01. März 2011, 13:28 Uhr

Herr Spreng,
Sie sprechen mir aus dem Herzen. Mit einer Ausnahme: von echter Demut habe ich in KTGs Rücktrittsrede nichts verspürt. Dafür hätten auch vier, fünf Sätze gereicht. Allein die Länge seiner Rede spricht Bände.

11) Atalay, Dienstag, 01. März 2011, 13:30 Uhr

Deutliche Worte.

IIn der Tat musste Guttenberg aus dem Amt getreten werden. Dies ist der “Verdienst” von Merkel und Seehofer.

Wieder einmal zeigt sich, welche Qualitäten in der Person Merkel stecken. Da hat sie einmal entgegen ihrer sonst gepflegten Art nicht abgewartet, sondern sich für eine Seite entschieden und hat prompt den Scherbenhaufen. Sie hat dabei in eklatanter Weise deutlich gemacht, dass für sie Machterhalt eben vor allen Werten und Prinzipien steht.

Moralisch steht Merkel auf derselben Ebene, wie der Gestürzte.

Den Sargnagel hat sie selbst geschmiedet.

12) christoph, Dienstag, 01. März 2011, 13:30 Uhr

lieber herr spreng,
könnte es nicht sein, daß (mal wieder) alles nach merkels wunsch und berechnung gelaufen ist? einen übereitlen konkurrenten sich so lange aus den fenster hängen lassen, bis er von selber fällt? die kanzlerin ist ja nicht dumm. sie hätte guttenberg doch früher zu diesem schritt raten können. statt dessen unterstützt sie ihn (scheinbar) und sieht dabei zu, wie er sein image richtig gründlich ramponiert. so ist sie bisher mit so einigen alphatieren verfahren. vor allem mit denen, die sich über- und sie unterschätzt haben. nur so ein gedanke.

mfg, c.

13) Sabine, Dienstag, 01. März 2011, 13:35 Uhr

Super auf den Punkt gebracht! Genau meine Meinung. Ich bin bis heute fassungslos über die Aussage von Merkel, die sie nach Erhalt des Protestbriefes der Doktoranden unbegreiflicherweise ja sogar nochmals untermauert hat. Ich hoffe, die Wähler in Baden-Württemberg werden ihr eine entsprechende Antwort geben!

14) Homo politicus, Dienstag, 01. März 2011, 13:39 Uhr

Sehr treffender Kommentar, Herr Spreng. Merkels Vabanquespiel ist nicht aufgegangen – ich hatte das hier schon zu ihrem letzten Kommentar als gefährlich bezeichnet, hätte aber nie gedacht, dass die Fassade so schnell einstürzen würde.

Ich stimme Ihnen ganz explizit zu – dass Guttenberg tote Soldaten in seine Begründung aufnahm ist unwürdig; hätte er die Soldaten wirklich schützen wollen, hätte er spätestens letzte Woche Montag alle notwendigen Konsequenzen ziehen müssen (oder besser noch, am Freitag davor alles auf den Tisch legen müssen). Guttenberg hat das öffentliche (nicht nur mediale) Echo vollkommen unterschätzt und so das richtige Zeitfenster für einen respektablen Abgang verpasst, der dann auch keinen so dramatischen Flurschaden angerichtet hätte. Das war eine fatale Fehleinschätzung seinerseits, zumal er immer nur das gerade zugab, was ohnehin feststand und so immer in der Defensive war. Seine Rücktritterklärung empfand ich daher als eher weniger demütig, sondern als Versuch, den letzten Rest seines Ansehens zu retten und Schuld abzuwälzen; die Spitze gegen die Medien hätte er sich auch sparen sollen, denn die Medien nahmen nur sein Fehlverhalten auf. Der Dieb kann sich auch nicht beschweren, dass die Polizei bei Diebstahl ermittelt. Offenbar war der Rücktritt auch eine eher spontane Entscheidung, als der Druck immer mehr zunahm. Selbst Mitarbeiter im Ministerium sollen davon überrascht worden sein, Merkel und Seehofer waren es offensichtlich. Für den Menschen Guttenberg wird es sicherlich die richtige Wahl gewesen sein, der Politiker Guttenberg hat bei mir jedoch verspielt, nachdem er nicht schon letzte Woche die Konsequenzen gezogen hat.

Großen Respekt habe ich vor Unionsleuten wie Lammert und Biedenkopf, die mehr oder weniger klare Worte fanden. Es ist sehr wohltuend, denn Sie haben vollkommen Recht: die vielbeschworenen Werte (die, absolut richtig, nicht nur für Konservative gelten) wurden hier realpolitisch entsorgt. Merkels Umgang mit der Affäre und die Darstellung eines zwiegespaltenen Guttenbergs (da Forscher, hier Minister) war denn auch für jeden Bürger, der auch nur ein bisserl Wert darauf legt (von jedem wissenschaftlich Arbeitenden ganz zu schweigen) ein Schlag ins Gesicht. Das verordnete Schweigen der Union könnte sich noch als Bumerang für das Ansehen der Koalition erweisen.

Nur in einem Punkt bin ich abweichender Meinung von Ihnen Herr Spreng: ich denke schon, dass ein Comeback Guttenbergs in ein paar Jahren möglich ist. Die Sehnsucht der Leute nach einem vermeintlichen politischen Heilsbringer bleibt vorhanden und wer weiß, ob man ihn nicht nach Bayern ruft. Aber das bleibt sicherlich abzuwarten. Ersteinmal bin ich froh, dass wir “Springers Hausminister” (Jakob Augstein) los sind. Nun muss verantwortlich die wichtige Bundeswehrreform sauber ausgeführt werden und den Soldaten Rechnung getragen werden.

15) Wertkonservativliberaler, Dienstag, 01. März 2011, 13:40 Uhr

In zwei Punkten widerspreche ich dem Kommentar von Herrn Spreng:

1. ) Ich konnte in seiner Rücktrittserklärung überhaupt keinerlei Demut erkennen:

Nicht nur die erneute Instrumentalisierung von toten Soldaten – er, Guttenberg, habe mit dem Rücktritt gewartet, um die drei gefallenen Soldaten “in Würde” bestatten zu können – für die persönliche Amtsausübung finde ich unglaublich abstoßend; auch die Selbststilisierung, letztlich Opfer einer Medienkampagne zu sein, halte ich angesichts der Macht von Springer, Burda und Bertelsmann, die ihn, mit seiner aktiven Unterstützung, gehypt hat, ist verlogen.

Letztlich hat Guttenberg immer noch nicht begriffen, dass es nicht nur um den Doktor-Betrug ging, sondern auch um das Täuschen und scheibchenweise Zugeben bei der Aufklärung danach: und immer noch hält er daran fest, er habe nicht “bewusst getäuscht”, spricht immer noch von Fehlern. Mit dieser Wahrnehmungsstörung kann man kein Bundesverteidigungsminister sein.

2. ) Merkel sei (allein?) Schuld an der Verspätung des Rücktritts:

Miir ist das Verhalten von Merkel auch ein Rätsel; allerdings drängt sich mir die Vermutung auf, dass da auch einige andere Strippenzieher der CDU/CSU im Hintergrund waren, die auch Merkel selbst schädigen wollten. Außer Lammert, Biedenkopf, Vogel und ein wenig Schavan haben sich doch keine Unionspolitiker offen für die Bewahrung von Werten und damit gegen Guttenberg ausgesprochen.

Mir schien es so, dass manche in der Union absichtlich zugewartet haben, damit im Zuge der Causa Guttenberg auch Merkel geschädigt wird. Mit erschien es so, dass Merkel zu Soldidaritätsadressen für Guttenberg gezwungen war, obwohl sie dies innerlich gar nicht wollte.

16) Frankilein66, Dienstag, 01. März 2011, 13:40 Uhr

Endlich ist das Wild erlegt, Waidmanns Dank!

Und nun? Ich fühle mich leer, worüber soll ich mich in nächster Zeit nur rechtschaffen aufregen?

Aber es besteht Hoffnung, nach dem Skandal ist schließlich vor dem Skandal!

17) armerMoldavier, Dienstag, 01. März 2011, 13:41 Uhr

Zitat:

“Und im Rücktritt versuchte er noch einmal die unzulässige Verquickung des tödlichen Schicksals deutscher Soldaten mit seinem eigenen, selbstverschuldeten politischen Schicksal. Sie erneut als Entschuldigung für sein Zaudern, für sein Festhalten an dem Amt, vorzuschieben, ist einfach nur ekelhaft.”

Zitatende.

Ekelhaft, sehr geehrter Spreng, ist sehr milde ausgedrückt. Ich würde das Auftreten des freien Herrn ganz anders bezeichnen. Aber dann müssten Sie mich zensieren und/oder ich käme mit dem StGB in Konflikt.

Widerlich, das ganze Schmierentheather ist widerlich, so wie Haargel im Kopfkissen.

http://synonyme.woxikon.de/synonyme/widerlich.php

Ich will hoffen, dass er Mutti mit nimmt. Zeit ist es allemal.

18) Doktor Hong, Dienstag, 01. März 2011, 13:48 Uhr

Immerhin hat er jetzt das Richtige getan, wenn auch ein wenig zu spät.

Frau Merkel habe keinen Hiwi berufen, sagt sie. Dass sie jemanden berufen hat, der mutmaßlich getäuscht, mindestens aber schlampig gearbeitet hat, um sich persönliche Vorteile zu erschleichen, lässt sie dabei weg.

Das war eine unglaubliche politische Instinktlosigkeit.

Ich möchte mir – ausnahmsweise mal – das Moralisieren ersparen. Aber diese ganze Sache ist so peinlich und so beschämend, dass ich froh bin, dass sie endlich vorbei ist.

In einem meiner Kommentare schrieb ich, dass ich von diesem Kabinett sowieso nichts anderes erwartete, als dass es augenzwinkernd über die Angelegenheit hinweggehen würde.

Ich kann immer noch nicht glauben, dass sie das tatsächlich versucht haben und bin wirklich angewidert. Zwar habe ich nichts anderes erwartet von dieser Regierung, aber in solchen Dingen wird man doch ganz gerne enttäuscht – so wie ich froh bin, mich im Personal der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Uni Bayreuth getäuscht zu haben.

Gleichzeitig gibt es auch Grund zur Hoffnung. In diesem Land gibt es scheinbar doch noch eine Vielzahl von Menschen, denen Anstand und Integrität noch etwas bedeutet, auch wenn die Wertebeliebigen im Augenblick die Überhand im wirtschaftlichen und politischen Geschehen haben.

19) lower_altona, Dienstag, 01. März 2011, 14:02 Uhr

Danke für den Einschub “(nicht nur”) vor den bürgerlichen Werten.

20) Doktor Hong, Dienstag, 01. März 2011, 14:04 Uhr

Übrigens, die billige Rhethorik in puncto Soldaten, das lernt man schon auf dem Ortsgruppenniveau.

Ich saß einmal in einer solchen Sitzung als Mitglied der Jugendorganisation einer deutschen Volkspartei. Ein Deligierter wagte es infamerweise, den Vorsitzenden zu kritisieren, und hatte meiner Meinung nach auch recht.

Die Antwort war ein Geschrei. Sein Arbeitgeber würde ihn für seine politische Tätigkeit freistellen müssen – welch Drama. Seine Frau liege mit Gehörsturz im Krankenhaus – so große Opfer verlange ihm die politische Tätigkeit ab – die er doch nur für uns, und nicht etwa für sich selbst und seine Karriere vollbringen würde.

Jung und naiv wie ich war, wunderte ich mich im Stillen. Er war gar nicht auf den Kritikpunkt eingegangen. Resultat war ein betretenes Schweigen im Raum. Gleichzeitig fand ich es ziemlich peinlich und beschämend, wie er seine Frau ins Spiel gebracht hatte, ihren bedauernswerten Gesundheitszustand dazu benutzte, um uns mundtod zu machen, aber da ich keine übergroße Lust verspürte, auch angebrüllt zu werden, schwieg ich dazu.

Je höher die politische Ebene, desto höher die Einsätze. Ortsgruppe – Frau mit Gehörsturz, Bundesebene – tote Soldaten in Afghanistan.

Das Schema ist aber dasselbe.

21) Mark, Dienstag, 01. März 2011, 14:07 Uhr

Wieder eine gute Analyse.

Ich habe die komplette Erklärung vorhin bei Phoenix gesehen, und ich konnte mich des Eindruckes nicht erwehren, dass Herr zu Guttenberg immer noch nicht verstanden hat, was da eigentlich passiert ist und weshalb er eigentlich gehen MUSSTE. Gestern (in München) wirkte er zwar erschöpft, hat aber dann doch noch seinen Grundenthusiasmus herausholen können und was von “Freude am Amt” in die Mikrofone gesprochen. Zu diesem Zeitpunkt war ihm augenscheinlich noch wohl zumute, wohl auch wegen der Aufmunternden Worte von der Partei.

Der Stimmungsumschwung muss am Abend bzw. über Nacht gekommen sein. Abends das Live-Interview mit Prof. Lepsius im “heute journal” war -wieder- vernichtend. Dazu noch die Erkenntnis, dass auch Prof. Häberle ihn hat fallen lassen. Beckstein hat sich abgewandt (obwohl der ihn noch letzte Woche im BR 45 Minuten lang verteidigte). Tausende von echten Akademikern gegen ihn. Und heute früh natürlich wieder der Aufmacher in den Online-Ausgaben der großen Medien.

Wie gesagt: er wirkt nicht, als ob er verstanden hätte. Wieder nur die ausgewählten Journalisten im Ministerium. Wieder die Verquickung mit den Toten in Afghanistan. Wieder die Erwähnung von “Fehlern”. Wieder die Schuldsuche bei anderen. Einsicht sieht anders aus. Immerhin: er erwähnte strafrechtliche Konsequenzen. Hat ihm jemand, der ihn gut kennt, den Kopf gewaschen?

Und nun? Mir graust’s vor einem Kauder, Dobrindt oder Ramsauer als Verteidigungsminister. Seehofer wäre OK, fühlt sich aber in Bayern wohl. Jetzt rächt sich, dass Frau Dr. Merkel alle halbwegs fähigen Leute in der Partei weggebissen hat. Da bleibt nur noch die zweite oder gar dritte Garde über — leider allesamt Günstlinge und farblose Gestalten ohne eigenen Willen, ganz nach dem Willen der Kanzlerin.

Gewinner sind die Medien (ausgenommen Bild und BamS) und die Bürger, die der Regierung in fröhlicher Weise gezeigt haben, wo der Hammer hängt. Das wird sich positiv auf die kommenden Probleme auswirken, allen voran die desolate Finanzlage, die noch zusätzlich durch die unsinnigen Rettungsmassnahmen für den Euro verschlechtert wird. Die Bürger haben erkannt, dass sie sich nicht alles gefallen lassen müssen. Und DAS ist die wirklich gute Nachricht des Tages.

22) Erika, Dienstag, 01. März 2011, 14:10 Uhr

Das Verhalten von Angela Merkel ist nicht neu. Ich erinnere mich gut an die Parteispendenaffäre, die sie für sich nutzte. Angeblich wollte sie aufklären, als es aber darum ging die Strafe für die illegalen Spenden zu bezahlen, vanlasste sie eine Klage gegen die Zahlung der Strafe in etwa so: “Im Gesetz würde zwar stehen, dass man einen Rechenschaftsbericht abgeben müsse, aber nicht, dass der Rechenschaftsbericht auch stimmen müsse.” Zum Glück haben die Gericht dann Recht gesprochen.
Ich habe nie verstanden, wie man jemand, der so argumentiert zur “Bella Figura” schreiben konnte.

23) Christian, Dienstag, 01. März 2011, 14:10 Uhr

Gestern noch schrieben Sie:

“Solange zu Guttenbergs Band zu seinen Fans hält (gepflegt von den Fanorganen BILD und “Bunte”), solange ist er unstürzbar. Der Fanpolitiker ist so dem reinen Parteipolitiker haushoch überlegen, der mit der Bindungslosigkeit der Wähler zu kämpfen hat.”

Nicht, dass ich den Rücktritt falsch fände -aber woran lag’s denn jetzt?

24) Christian E., Dienstag, 01. März 2011, 14:11 Uhr

Ich finde nicht, dass er die nötige Demut hat durchscheinen lassen. Die Erwähnung der Soldaten mag ekelhaft sein. Seine nochmaliges Erwähnen von “Fehlern” in seiner Dissertation dagegen ist lächerlich und zeugt von Realitätsverlust. Glaubt der Mann, was er da sagt?

25) T.J., Dienstag, 01. März 2011, 14:15 Uhr

Diese „Affäre“ zeigt nach der Sarrazin-Debatte auf jeden Fall mal wieder eines: die Kluft zwischen Bürgern und Medien (!) wird immer größer…!

Sicher kommt der Rücktritt ungefähr eine Woche zu spät, aber die Einschätzung, er “sei gegangen worden“ kann ich nicht teilen – wer hätte es denn wagen sollen, den beliebtesten Politiker der Republik abzusägen? Niemand hätte dies öffentlich tun können, ohne selbst erheblichen Schaden zu nehmen…
Nein, Guttenberg ist von sich aus zurückgetreten!

Wenn er sich in den nächsten Monaten clever verhält, wird er wieder zurückkommen – und dann werden ihm auch wieder alle Türen (auch die des Kanzleramtes) offen stehen, denn einen vergleichbaren Typen haben wir (leider) in der deutschen Politik nicht.

Aber eins nach dem Anderem…

26) SDC, Dienstag, 01. März 2011, 14:23 Uhr

Wieder sehr passende Worte Herr Spreng und ich persönlich hoffe sogar sehr, dass die Kanzlerin bzw. ihre Partei in den kommenden Wahlen entsprechend abgestraft wird.

Richtig Feuer unter dem CDU-Dach würde es aber wohl doich erst bei einem realen Machtverlust in BW geben, der z.Z. ja auf Messers Schneide steht

27) Aelpele, Dienstag, 01. März 2011, 14:26 Uhr

Wer hat eigentlich die “Jagd” nach der (alten) Doktorarbeit gestartet ?

28) wart, Dienstag, 01. März 2011, 14:34 Uhr

OK, das wurde Zeit
aber “….Beide Gruppen haben zurzeit wenig Grund, die CDU zu wählen……”
Was bitte ist die Alternative?

29) Dieter Carstensen, Dienstag, 01. März 2011, 14:40 Uhr

Lieber Michael Spreng,

ob das ein Sargnagel für die Regierung Merkel / Westerwelle war, weiss ich nicht.

Eine halbwegs anständige Regierung würde jetzt zurücktreten, aber ob diese Regierung das Wort “Anstand” überhaupt kennt?

Ich wage es zu bezweifeln.

Ich erlebte heute Folgendes:

Ich hatte ich mir ein Taxi genommen. Die Taxi Unternehmerin ist bei uns im Ort im CDU Stadtrat, wir kennen uns seit vielen Jahren.

Während der Fahrt war das Thema “Rücktritt Guttenberg”. Man kennst sich hier, in unserer Kleinstadt und ich wusste noch gar nichts vom Rücktritt, ich hatte heute zu viel zu tun, kam also nicht zum Nachrichten hören.

Die Frau war völlig aufgebracht und stürmte mit einem Wortschwall auf mich ein.

Der “arme Gutti” und die bösen “Linken”, womit sie alles links von der CDU meinte.

Ich habe ihr dann zugehört, und dann, als sie fertig war, mal die Frage gestellt:

“Was würden Sie denn denken, der ich als Sozialarbeiter jeden Tag Verantwortung für zig Menschen trage, wenn ich mir meinen Beruf erschwindelt hätte?”

Daraufhin konnten wir uns vernünftig unterhalten und sie räumte dann ein “gut war das nicht”

Ich habe sie dann an meinen Taufpatenonkel erinnert, der jahrelang für die CDU mit ihr im Stadtrat sass, Landtagsabgeordneter in NRW war, seinen Doktortitel zu recht hatte, meine früherer Geschichtslehrer auf dem Gymnasium und ein wertkonservativer Mann, aber ehrenhaft war.

Bis zu seinem Tod 2009 waren wir bei allen Gegensätzen befreundet.

“Wertkonservative” respektiere ich, wenn uns die Gedanken des emanzipierten Humanismus und der demokratischen Grundüberzeugung verbinden. Da habe ich, im Gegensatz zu vielen “Möchtegernlinken” keine Berührungsängste.

Ich habe ihr dann gesagt, auch wenn jemand von der SPD oder der Die Linke so einen Mist baut, würde ich auch deren Rücktritt fordern.

Sonst würde ja jeder Student denken, Du kannst fälschen auf Deibel komm raus, zur Not wirst Du halt Minister.

Das leuchtete selbst diese strammen CDU Frau ein, wir haben eine viertelstunde im Taxi noch geredet, und danach sagte sie:

“So habe ich das noch nicht gesehen, aber der Schaden für die CDU …”

Einig waren wir uns dann zum Abschluss des Gespräches darin, dass die Politik nicht noch mehr an Glaubwürdigkeit verlieren darf.

Es geht mittlerweile auch ehrenhaften Konservativen an die Nieren, was diese Regierung so alles “verbockt”.

Sie können es halt nicht, wie seinerzeit der unsägliche Kanzler Schröder, aber der hat wenigstens den Weg für Neuwahlen frei gemacht, bei Gazprom bekam er ja für weniger Arbeit eh mehr Geld, der Abschied fiel ihm also nicht schwer.

Merkel sollte zurück treten, Neuwahlen ausrufen, finde ich, für sie findet sich bestimmt auch ein schicker, gut bezahlter Job in der Wirtschaft und ihr Mann wird sich freuen, wenn seine Frau mal wieder für beide kocht, das Catering Essen ist er bestimmt schon seit Jahren leid …

M.f.G.

Dieter Carstensen.

30) Dr.-Ing. Axel Neumann, Dienstag, 01. März 2011, 14:41 Uhr

Auf den Punkt!

31) Jan, Dienstag, 01. März 2011, 14:42 Uhr

Dummdreist, verlogen, unaufrichtig, mitleidheischend. Meine ersten Gedanken zu seiner Rücktrittsrede.

Die Entscheidung als solche ist selbstverständlich richtig, unvermeidlich und mehr als überfällig, aber Respekt kann man dem Lügenbaron nicht mehr dafür zollen. Dafür hat er zu lange und zu offensichtlich versucht, seine Popularität zu instrumentalisieren, um diese Affäre auszusitzen.

Hätte er von Anfang an ehrlich zu seinem Fehler gestanden, wäre er möglicherweise zu halten gewesen. Das Genick gebrochen hat ihm letztendlich die überhebliche Arroganz, zu glauben, er könne diesen Skandal mit BILD-Unterstützung einfach an sich abperlen lassen.

Und zum glorreichen Abschied keilt er noch mal auf die Medien ein… als wäre es wirklich eine bösartige Kampagne von Linksaußen, und nicht ein medialer Shootingstar, der letztendlich über nichts anderes als eigene Verfehlungen strauchelt.
Er hat gelogen, betrogen und getäuscht. Und er hat angenommen, damit durchzukommen.

Insgesamt hat er heute erneut gezeigt, dass in der heilen Welt des Freiherrn zu Guttenberg Kritik grundsätzlich etwas Unanständiges ist. Wer kritisiert, tut das nicht aus sachlichen Motiven, sondern immer mit einem böswilligen Hintergedanken.
Dass manche den Lügner einfach um der Lüge willen einen Lügner heißen, und nicht einer politischen Kampagne folgend, das scheint in Guttenbergs Welt nicht vorstellbar zu sein.

32) peer, Dienstag, 01. März 2011, 15:00 Uhr

Das ganze erinnert mich sehr an letztes Jahr, an die Griechenlandkrise. Auch da hat Merkels Zögern die Sachlage und den Schaden für die eigene Partei vergrößert.

33) Ich – nur Ich, Dienstag, 01. März 2011, 15:11 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,
eine wie so oft vortreffliche Analyse….
Nur “wie viele Skandalpolitiker” ist doch Bild Pathos, aus dem Alter sind wir doch raus. Oder?
Einen schönen Tag
Ich

34) Ulrich, Dienstag, 01. März 2011, 15:15 Uhr

Etappensieg für die Demokratie, aber werden die mit der blinden Hingabe und Kritiklosigkeit mittelalterlicher Heiligenverehrung ausgestatteten Gefolgsleute zu Guttenbergs jetzt endlich wach?

Es bleibt nur zu hoffen, dass die Staatanwaltschaft keine parteipolitische Brille aufhat und den bestehenden Ansatzpunkten für die Strafverfolgung der CP-Affäre nachgeht.

35) J. Degruyter, Dienstag, 01. März 2011, 15:23 Uhr

Zu spät ? Nein !

Wie bei jedem Rücktritt wird lamentiert, dass dieser “zu spät” erfolge. In der Mediendemokratie muss alles in Sekunden erledigt sein. Aber auch ein Arbeitnehmer oder Manager, dem irgendein Fehlverhalten vorgeworfen wird, wird nicht sofort von sich aus kündigen. Ganz im Gegenteil, er wird in der Regel darauf warten, dass ihm gekündigt wird und dann womöglich noch vor das Arbeitsgericht ziehen.
Wieso andere Maßstäbe für Politiker ? Gleiche Behandlung für alle !

Auch wenn es Mode ist, bei jeder Rücktrittserklärung dem Zurücktretenden ein “SCHEINHEILIG ” hinterherzuschreien, ich fand Guttenbergs Abgangsrede war gut und ehrlich.

36) sk8erBLN, Dienstag, 01. März 2011, 15:43 Uhr

Vielen Dank, die Analyse sitzt im Detail.

Natürlich, nichts anderes war/ist von jemandem mit so ausgeprägt narzisstischer Persönlichkeit(-sstörung) .der sich selbst als Lichtgestalt inzeniert, zu erwarten.

Schuld haben natürlich prinzipiell immer die anderen, es reicht das Bewiesene unter einschränkenden Verrenkungen kleinlaut einzuräumen und selbstredend nutzt -mißbraucht ist da treffender- der clevere Rhetoriker einmal mehr die Soldaten (die ihn im übrigen einen Dreck interessierten wenn sie kriegsversehrt mit posttraumatischen Belastungsstörungen zurückkehrten). Es ist beruhigend dass es eine strafrechtliche Aufarbeitung des Betruges wie auch des missbräuchlichen Führens eines Dr-Titels geben wird, das ist unvermeidbar nachdem die Fakten so öffentlich sind.

Ja, auch als nicht CDUler ;) habe ich Respekt für die Herren Biedenkopf und Lammert in dieser Affaire die genügend Instinkt besaßen die Situation richtig einzuschätzen.

Zum Rücktritt: Am besten war ja von Merkel der Satz “er werde WEITER an der Klärung der Vorwürfe an der Dissertation mitwirken”. Also ob er das auch nur im Ansatz jemals getan hätte. Der Skandal Guttenberg ist längst zum Skandal Merkel geworden! Das ist er, seit sie die lächerliche Persönlichkeitsspaltung ihres Ministers in den miesen Betrüger als Wissenschaftler und den für sie unverzichtbaren guten Minister.

Und das zweite lustige, von dem ich sehr hoffe dass es Merkel ordentlich auf die Füße fällt ist Ihre wiederholte Aussage, die sie nach wie vor aufrecht erhält: Guttenberg sei eine “herausragende politische Begabung” Das genau ist er jedoch nicht, gehört zu einer “herausragenden politischen Begabung” gerade auch Glaubwürdigkeit. Die hat der Plagiator bis ans Ende seines Lebens allerdings verspielt.

Und ganz genial ist ja auch der Seehofersche Kommentar “Die CSU steht weiter zu KTG Er bleibt einer von uns”. Und ich persönlich werde allles dafür tun dass zu Guttenberg der deutschen Politik und auch seiner politischen Familie der CSU erhalten bleibt. Es war einmal ein Hoffnungsträger, statt dass sich der Horst freut so fest wie lange nicht mehr im Sattel zu sitzen hält er eine Beerdigungsrede auf die Gallionsfigur der CSU.

Braucht es noch einen Beleg was deren Weltfremdheit angeht? Was lernen wird daraus? Mit dem was die Konservativen wie eine Monstranz vor sich her tragen an so genannten “Werten” sollte man sich lieber nicht den selbigen abwischen, das Papier könnte sich in Luft auflösen noch während des Wischens. Ich hoffe sehr, die Wähler in BW erinnern sich zu gegebener Zeit an die Worte ihres Mappus der das Theater wegen ein paar Fußnoten so gar nicht verstehen konnte und noch 8 Wahlkampftermine für ihn reserviert hatte. Sicher kann man sich da leider nicht sein, siehe aktuell 3000 die “Kondolenzinträge” zu seinen Gunsten.

37) von Freiburg, Dienstag, 01. März 2011, 15:46 Uhr

Angela Merkel hat nicht noch einmal den gleichen Fehler gemacht wie vor der NRW Wahl, als sie aus Wahltaktischen Gründen Griechenland die Unterstützung verweigerte, ein Finanzdisaster riskierte und trotzdem die Wahl verlor.
Guttenberg bis zum 27. März zu halten hätte wohl mehr Stimmen gekostet als Ihn jetzt fallen zu lassen.
Zum Sargnagel wird das Ganze vielleicht dann, wenn uns im Ländle der impertinente Stefan Mappus erspart bleibt

38) Dr. Ulli Zender, Dienstag, 01. März 2011, 15:52 Uhr

Entschuldigung, aber ihr Kommentar ist ekelhaft und DWDL nun raus aus meiner Favoritenliste!

39) Helmut Mederle, Dienstag, 01. März 2011, 15:53 Uhr

Sie gestatten eine Ergänzung, sehr geehrter Herr Spreng, denn was die gesamte “causa” a u c h ist: Ein vorläufiger Tiefpunkt einer Entwicklung im Zusammenspiel von Politikern und Redaktionen, die man “Boulevardisierung durch Personalisierung” nennt. Die Fallhöhe, die Herr zu Guttenberg jetzt hinter sich bringen musste, hängt auch damit zusammen, daß er seine medialen Höhen alleine nie erreicht hätte. Das soll und kann nichts relativieren, gehört aber maßgeblich zu diesem “Spiel (?)” dazu.

40) http://www.Larshouse.com, Dienstag, 01. März 2011, 15:59 Uhr

Ein weiterer Rücktritt ist fällig. Wer Macht-Taktik über Anstand und Recht stellt, kann nicht im Amt des Bundeskanzlers verbleiben, zumal wenn bereits vor diesem Skandal stets Lobby-Interessen über die Interessen des Volkes gestellt wurden.

41) Berlin2011, Dienstag, 01. März 2011, 16:03 Uhr

Lieber Herr Spreng,

eine ehemalige Autorin der Welt hat heute morgen in der Berliner Zeitung darauf hingewiesen, von wem zu Guttenberg “in strategischen Fragen im Umgang mit der Öffentlichkeit” beraten lässt.

http://berlin2011.wordpress.com/2011/03/01/mutmasungen-uber-die-guttenbergs/

Sie andererseits schreiben, zu Guttenberg habe den richtigen Zeitpunkt (kairos) zum Rücktritt verpasst. Ist es nicht naheliegend, dass zu Guttenbergs Berater von übergeordneten, auflagentechnischen Zielen sich leiten ließen? Ich denke da an ihr interview beim Deutschlandfunk vom 24. Februar:

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/1396704/

In diesem Falle wären Guttenberg und Merkel Opfer von Medien, “die zu sehr lieben”.

42) Tharben, Dienstag, 01. März 2011, 16:06 Uhr

Ich denke, hier ist der richtige Ort, um meine Erleichterung darüber zum Ausdruck zu bringen, dass zu Guttenberg endlich zurückgetreten ist. Der aktuelle SPIEGEL bringt es ja einigermaßen gut auf den Punkt. Dieser Rechtspopulismus, der zu Guttenberg in Form der Bild-“Zeitung” getragen hat, bereitet mir Kummer. Die Parallelen zur rechtspopulistischen Sarah Palin und der Tea Party ist von Max Steinbeis auf carta.info nachzulesen. http://carta.info/38434/guttenberg-und-das-anti-elitaere-ticket

Und: Als bekennender Linksliberaler erstaunt es mich doch, wie oft ich die Ansichten von Herrn Spreng teile. Anstand und Vernunft sind offenbar in beiden politischen Lagern zu finden.

43) Olaf, Dienstag, 01. März 2011, 16:18 Uhr

1. Der Rücktritt war kurz vor der, hier in B.W. stattfindenden Landtagswahl eine Art Notbremse. Die gerade wieder steigenden Umfragewerte hier in B.W. für Schwarz-Gelb sollten nicht gefährdet werden. Eine weitere Schlappe für die CDU nach der Hamburger Wahl, hier im “Musterländle” ware fatal für die ganze Bundesregierung.

2. Diese scheinheilige Demut in der Rüchtrittserklärung ist abstoßend. Sie zeigt der “Lügenbaron” hat weder aus der Affäre mit der Bombardierung des Tanklasters in Afghanistan gelernt, noch aus dem Debakel um die Gorch Fock.

3. Das Bildungsbürgertum, welches sich schon hier in Stuttgart und B.W. bei “Stuttgart21″ von der CDU abwandte, machte gerade mobil mit einer Internet-Petition. Schließlich ist Merkel selber Wissenschaftlerin …

4. Das Hauptproblem ist seine Eitelkeit, die er nur schwer beherrschen konnte: das wird ihm ohne wirklich tief empfundene, freiwillige und ehrliche Selbstkritik zum Verhängnis werden; sollte er wieder mal politisch in ein Amt streben sollte.

5. Wer in den Medien wie ein “Kennedy” behandelt werden will – wird auch so (“medienpolitisch”) gemeuchelt. Wenigstens das hat er eingesehen.

6. Als Reservist muß ich sagen, als Verteidigungsminister ist er ebenso kaum tragbar. Die Reform der Bundeswehr ist in der Truppe gelinde gesagt “umstritten”. Spätestens da wäre er vollends gescheitert.

Ich fand einige Sachen in ihren Kommentar gut andere eher beschwichtigend. Als CDU-Mann vertsändlich. Aber “Neue Politiker” – die das Land braucht – das ist ein ganz anderer Menschenschlag!

Freue mich aber über weitere gute und polarisierende Kommentare von ihnen …

Grüße aus B.W.

44) kamikaze, Dienstag, 01. März 2011, 16:26 Uhr

Wieso ist Guttenberg zu spät zurückgetreten? Zwei Wochen waren es genau.

45) Alberich, Dienstag, 01. März 2011, 16:27 Uhr

„Der Selbstreinigungsprozess der Demokratie war doch stärker.“ Ach ja? Was bleibt, ist doch wohl die Erkenntnis, dass die Berliner Politmaschine inklusive Hauptstadtjournaille jeden bescheidenen Ansatz von politischem Talent, Charisma oder Individualität ausspeit wie einen unverdauten Leckerbissen. Die sogenannte Parteiendemokratie hat das Land fest im Griff, sie wird uns weiter mit dem Kauderwelsch ihrer Scheindebatten anöden. Wo ein Köhler, ein Gauck und jetzt ein Guttenberg scheitert, wird der Graben zwischen Volk und Volksvertretern nicht eben schmaler werden. Fazit: Es gibt kein Entkommen vor den Arnolds, Kauders, Trittins, Gysis und wie sie alle heißen. Was das à la longue bedeutet, kann sich jeder ausmalen.
P.S. Erlaube mir als promovierter Zeitgenosse noch folgende Bemerkung: Wer statt der Suche nach Plagiaten einmal die Elaborate unserer Stubengelehrten mit entsprechenden Arbeiten aus Harvard, Stanford, Princeton oder Oxford vergleicht, kann über das Geheul, Guttenbergs – wohl aus übermäßigem Ehrgeiz verfehltes – Promotionsabenteuer setze den „Ruf der Deutschen Geisteswissenschaften“ aufs Spiel, nur den Kopf schütteln.

46) Pierre Richard, Dienstag, 01. März 2011, 16:34 Uhr

Wie recht Sie haben, Herr Spreng. Sie haben genau den richtigen Ausdruck gefunden. Diese Verquickung war einfach nur “ekelhaft”. Gut, dass “KT” weg ist.

47) StefanP, Dienstag, 01. März 2011, 16:41 Uhr

Nach zwei Wochen Dauerfeuer in allen möglichen Blogs und auf allen Fernsehkanälen hat die mediale Öffentlichkeit das gewünschte Ergebnis. Was für ein Sieg, den bis heute populärsten aktiven Politiker zur Strecke gebracht zu haben und das mit dem Gestus, der demokratischen Reinheit und dem gesellschaftlichen Anstand einen Dienst erwiesen zu haben.

Es hat sich längst etwas verändert. Die Internetgemeinde, die sich selbst so ungern an Regeln hält, sich eigentlich keinen unterwerfen will, wo es zum guten Ton gehört, nach Lust und Laune öffentliche Personen oder auch nur den Ex-Partner zu beschimpfen und an den Pranger zu stellen, fordert demokratische, ja gar rechtsstaatliche Regeln ein, denen man – und natürlich dem Anstand – zur Geltung verhelfen will. Und niemand merkt, dass man genau diese Prinzipien permant und mit Lust mit Füßen tritt.

In früheren Zeiten konnte ein Politiker nur durch Verfehlungen im Amt durch einen echten oder nur vermeintlichen Skandal zum Rücktritt gedränkt und damit der Wählerwille korrigiert werden. Das ist seit Guttenberg anders. Erstmals stürzt ein herausragender Politiker nicht über Amtsmissbrauch oder Fehlentscheidungen, sondern (so die rechtliche Bewertung zum jetzigen Zeitpunkt) moralisches Fehlverhalten, als er noch keine öffentliche Person war. Das ist, wie man es auch wendet, eine Amerikanisierung der Politik. Nicht die angeblich falsche Informierung der Öffentlichkeit im Falle Kunduz oder die fragwürdigen Vorgänge auf einem Militärschulschiff zwingen einen Minister, Verantwortung zu übernehmen.

Zu Guttenberg wurde mit dem besten Wahlergebnis eines Direktkandidaten in den Deutschen Bundestag gewählt, zweifellos ohne dass die meisten Wähler wussten, dass der Freiherr promoviert und sein Jurastudium nur mit “Befriedigend” abgeschlossen hatte. Und seltsamerweise hält sich seine Popularität bis zu seinem Rücktritt. Das mag vielen, Aufgeklärten oder auch nicht, und Wissenschaftlern ohnehin, unverständlich erscheinen. Vielleicht ist es das. Aber wie können sich Blogger herausnehmen, der Demokratie einen Dienst zu erweisen, wenn man mit ebenfalls rechtlich fragwürdigen Methoden gegen einen angeblichen Skandal anschreibt? Blogger, die sich anmaßem, Demokratie würde im Netz (ausgerechnet!) gemacht und die sich um rechtsstaatliche Wege einen Kehricht scheren?

Seine politische Karriere wird, so zu Guttenberg will, mit dem heutigen Tage keineswegs zu Ende sein. Anders als bei anderen Verwerfungen ist den meisten Wählern bis heute nicht klar, was eigentlich das Skandalöse am Kopieren einer Promotion ist – wo es doch angeblich Wesen einer wissenschaftlichen Arbeit sei, viele Quellen zu benutzen. Die politische Arena ist längst von charismatischen Köpfen gereinigt, ambitionierte Köpfe suchen sich ihren Weg eher auf anderen Gebieten, der Fall zu Guttenberg hat nicht dazu beigetragen, fähige Leute für die Politik zu gewinnen.

Bis heute verursacht der Abschied des ehemaligen Fraktionsvorsitzenden Friedrich Merz der Union Phantomschmerzen, obwohl der Siegerländer zu seiner aktiven Zeit stets umstritten war. Und selbst oder gerade Oskar Lafontaine konnte erst gegen seine Partei nach Herzenslust stänkern und ihr anschließend Konkurrenz machen, geschadet hat ihm das in bestimmten Kreisen längst nicht. Betrug ist höchsten noch im strafrechtlichen Sinne eine ernsthafte Kategorie, soweit sind wir bei Guttenberg noch nicht. Hintergehen von Partnern, langjährigen Freunden oder Ehebruch sind heute keine moralischen Größenordnungen, von denen man von der Privatperson auf den Politiker schließen könne. Schließlich geht es nicht um den Heiligen, sondern gute, professionelle Arbeit am Gemeinwesen.

Der Fall zu Guttenberg hat vieles verändert. Ich weiß nur längst nicht, ob zum Besseren oder Schlechterem.

48) Thom, Dienstag, 01. März 2011, 16:43 Uhr

Spreng: “Strauß war ein Sonderfall außerhalb der klassischen Spielregeln der Politik. Und die anderen genannten Fälle waren Petitessen im Vergleich zur Causa Guttenberg.” Von Sueddeutsche.de.
(Özdemir und Gysi sind gemeint)

Gratulation zu soviel Klarheit und Fairneß gegenüber dem politischen Gegner.

49) JG, Dienstag, 01. März 2011, 16:43 Uhr

Mal wieder ein guter Kommentar, Herr Spreng. Obwohl natürlich abzuwarten bleibt, ob Guttenberg nicht doch noch einmal zurückkehrt (oder zurückgeholt wird). Und wenn es auch schon gesagt wurde: Jetzt erkennt man, wie – auch was die Schadensbegrenzung und die mögliche Rettung der Karriere angeht – vorbildlich seinerzeit Margot Käßmann gehandelt hat, nachdem sie alles andere als vorbildlich gehandelt hatte.

50) mambo, Dienstag, 01. März 2011, 16:45 Uhr

Gottseidank daß diese,durch nichts begründete Massenhysterie,
diese Apotheose eines eitlen dandys endlich ein Ende genommen hat.

51) M.M., Dienstag, 01. März 2011, 16:47 Uhr

Merkel ist Opportunistin. Bei der Papstkritik war sie dabei, weil die Mehrheit der CDU Sympatisanten das hören wollte. Das Ergebnis war: Etliche “Konservative” an der CDU Basis sind aus der Partei ausgetreten. Diese Mahner an der Basis fehlen nun. Der ” Werte-Riss” geht sogar durch Familien, die jahrzehntelange CDU Stammwähler sind.
Jetzt wieder das Schema F: Die Mehrheit wollte Guttenberg, deshalb stützt sie ihn gegen alle CDU-Werte. Merkel ist wie von Sinnen.

52) sk8erBLN, Dienstag, 01. März 2011, 16:54 Uhr

nteressant auch diese Einschätzung eines IhrerPR-Kollegen, Herr Spreng:

Beträchtlicher Schaden für die politische Kommunikation

Karl Theodor zu Guttenberg, Dr. gestrichen, a.D. gewonnen. Er hinterlässt am Ende seiner politischen Karriere einen Scherbenhaufen.

Zum Abgang reißt er auch noch das Grundgesetz mit sich. In Artikel 5 ist die Pressefreiheit geregelt und das Zensurverbot. Es wird ein öffentliches und politisches Nachspiel haben, was sich dieser Propagandaminister selbst zum Schluss noch geleistet hat. Jegliche Live-Berichterstattung war auf seiner letzten Pressekonferenz ausgeschlossen worden. Heimliche Handyaufnahmen eines n-tv-Reporters waren in den ersten Minuten das Einzige, was nach draußen drang. Nun mag man geneigt sein zu fragen, ob ein paar Minuten Verzögerung so schlimm seien? Ja, wenn man den Vorgang in seiner Logik zu Ende denkt. Da sitzen Journalisten im Bundesverteidigungsministerium und erwarten eine heikle Erklärung eines Regierungsmitgliedes. Es ist jenes Ministerium, dass den Einsatz von deutschen Soldaten im Krieg verantwortet. Kein Randressort. Der logisch nächste Schritt nach dem Aussperren der Live-Kameras ist die unmittelbare Zensur oder, was Kriegsministerien weltweit gern praktizieren, der Verweis auf eigenes Material. Deshalb ist dieser Vorgang ein Angriff auf die Pressefreiheit. Die Scheindebatte um Fußnoten vernebelt uns den Blick wie Rauchbomben, die den Vormarsch des Staates in die Verbotszone von Zensur und Propaganda verschleiern. Wehret den Anfängen!

Wehrhaftigkeit der neuen Demokratie im Internet

Eine neue Entwicklung in der öffentlichen Meinungsbildung wird in Erinnerung bleiben. Die Meinungsmacher im Springer-Verlag und die politische Elite haben eine neue Kraft zu spüren bekommen: die Kraft der sozialen Medien. In einer Nische des Internets hat die Wahrheit in Gestalt des Guttenplag-Wikis genügend Raum gefunden, um nicht verkleistert zu werden von rührseeligen Augenaufschlägen des Ministers und der Kampagne Pro Guttenberg. Dort ging (und geht) es ausschließlich um die akademische Aufklärung der Plagiatsvorwürfe. Dagegen hatte der Verteidigungsminister keine Strategie mehr und das ist auch gut so. Die Wehrhaftigkeit und Weisheit der Massen im Internet ist ein wichtiges, vielleicht das einzige Mittel, um Mediendemokratie auf Dauer zu gewährleisten.

Zum Rest des Artikels:

http://www.mathias-priebe.de/wordpress/index.php/2011/03/01/guttenberg-danke-fur-rt/

Was den beträchtlichen Schaden für die Kommunikation angeht bin ich ganz beim Autor. Beim Rest stimme ich jedoh eher dem folgenden Autor und seine spannenden Analys zu. (Folgebeitrag)

53) sk8erBLN, Dienstag, 01. März 2011, 16:57 Uhr

Diese politische Klasse verdient unser Mitleid

In Wirklichkeit aber ist zu Guttenberg nicht darüber gestolpert, dass er sich seine Dissertation zusammengeschustert hat, dass er seinen Lebenslauf geschönt hat, dass er betrogen und gelogen hat. Volkes Wille hat ihn genau so wenig gestürzt wie das Internet, denn das vielzitierte Netz waren auch die 300.000 Unterstützer bei Facebook. Auch mit Millionen von online gesammelten Unterschriften und zehn Guttenplag-Wikis hätte er nicht zwangsläufig gehen müssen, dazu ist “das Netz” inzwischen auch in Deutschland zu heterogen und bildet dementsprechend diverse Meinungen ab. Er ist also nicht an dem Anspruch des Volkes gescheitert, keinen Betrüger als Minister zu akzeptieren, und nicht an dem Anspruch seiner Vorgesetzten oder ihrer Partei, keinen solchen in einer Spitzenposition zu belassen. Einen Lügner und Hochstapler zu halten war die Bundeskanzlerin fest entschlossen, und kein Selbstreinigungsmechanismus des politischen Systems hätte ihn beseitigt, kein kollektiver Aufschrei hätte seine politische Karriere beendet. Er ist vielmehr an seiner Überheblichkeit und Selbstgefälligkeit gescheitert.

Eigentlich war seine Position unantastbar: Mit der Rückendeckung des Volkes und der BILD-Zeitung konnte er auf die Unterstützung seiner Partei bauen, einer wieder einmal als Ansammlung von machtgierigen Notpolitikern entlarvten Bande von Scheinheiligen. Wegen seiner Bedeutung für die Union (und damit für die Koalition) im Wahljahr 2011 durfte er das gesamte konservative Lager hinter sich wähnen, welches wie so oft Wählerstimmen über Wahrheit stellt. Bis zuletzt hatten Politroboter wie Schavan oder Seehofer doppelzüngig ihre grundsätzliche Unterstützung demonstriert, waren seine Beliebtheitswerte gestiegen, hatte die schwachbrüstige, weil ähnlich angreifbare Opposition keinen Hebel gefunden, ihn wirksam anzugehen. Die Aufforderung “Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein!” führte selbst seinen schärfsten Kritikern im Bundestag vor Augen, dass ihre moralischen Argumente ein Zwielicht auf sie zurückwarfen. Wer hatte kein schwarzes Schaf in seinen Reihen, wer hatte noch nie für die Macht ein wenig die Wahrheit gebeugt, wer durfte sich anmaßen, über den Betrüger zu urteilen? Hätte er früher und konsequenter reagiert, statt die “abstrusen” Vorwürfe stur abzustreiten, hätte er die Absolution durch seinesgleichen bekommen, wäre er noch im Amt. Seine Eitelkeit jedoch führte ihm zu deutlich vor Augen, wie kugelsicher er gemantelt war. Und ließ ihn taktische Fehler begehen.

Was uns dieser Fall über die politische Klasse und ihre moralische Kultur aussagt, zerschlägt also jeden Optimismus: Mit ein wenig Geld, breiter medialer Flankierung und der richtigen Herkunft kann man in diesem Land alles werden, auch Verteidigungsminister (und vielleicht auch Kanzler). Man darf betrügen, lügen und täuschen, so lange man ein paar Wähler einfängt und alle schwereren Vorwürfe vertuscht. Man darf sich nur keine groben Schnitzer erlauben, sondern muss Krisen geschickt aussitzen. Ein wenig gespielte Demut reicht.

Zu Guttenberg gab heute den Medien die Schuld. Er sprach von toten Soldaten und wie sehr ihn dieser Schritt schmerzt. Dieses selbstherrliches Statement zum Rücktritt zeugt davon, dass sein Realitätsverlust fortdauert, dass seine doppelmoralische Konditionierung auch diese Krise überstehen. Der auch im vorläufig letzten Moment seiner Karriere intakte Reflex, gänzlich jede Schuld rhetorisch von sich zu weisen und sich als moralisches Individuum zu stilisieren, beweist, wie sehr Politiker diese Scheinheiligkeit verinnerlichen und zu ihrem ureigenen Modus machen – vielleicht machen müssen. Die Unterscheidung in wahr und falsch trägt für diese Menschen nur noch strategische Bedeutung. Was innen passiert, hat keine Bedeutung für die nach außen aufrechterhaltene Illusion. Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit sind leere Hüllen, wohlfeile Sprachpartikel, kleine rhetorische Knöpfe, die man regelmäßig drücken muss, um geliebt zu werden.

Zu Guttenberg erwartet kein Mitleid dafür, dass er “aus Anstand” zurücktritt. Mitleid ist jedoch das einzige, was man einem solch verblendeten Menschen und seinesgleichen entgegen bringen kann.

http://alrightokee.de/verlierer/diese-politische-klasse-hat-mitleid-verdient/

In dem Beitrag finde ich mich wieder, auch der erste Teil (nicht zitiert) ist lesenswert.

54) Klaus, Dienstag, 01. März 2011, 17:11 Uhr

“Der Selbstreinigungsprozess der Demokratie war doch stärker.”
Naja, so KANN man das sehen; es klingt aber genau so schablonenhaft wie Guttis selbstherrliches Blahblah und wie das, was Merkel davor und danach (“schweren Herzens”, etc.) äußerte.
Es waren die Wissenschaftler, die sich deutlich gegen die herrschenden Politiker wehrten. Es war eine intelligente Netzgemeinde, die die Betrügereien sehr schnell und deutlich formulierten, auch gegen CDUCSUFDPBILD. Es war die SZ und FAZ, die dran blieben und einiges damit gut machten. Und es war war die Dummheit von Gutti selbst.

55) kölsche jung, Dienstag, 01. März 2011, 17:19 Uhr

treffliche Analyse. Klare Worte. Letzteres hat man beim Verteidigungsminister a.D. Guttenberg leider vermisst – bis zum Schluss.

56) Ejal, Dienstag, 01. März 2011, 17:21 Uhr

Ich finde, in der Politik sollte es nur um Argumente geben, nicht um Dinge wie “Glaubwürdigkeit”. Das Politiker “glaubwürdig” sein müssen, hat irgendwann mal die Boulevardpresse erfunden. Aber für einen römischen Senator wäre diese Idee denkbar fremd.

57) Cato, Dienstag, 01. März 2011, 17:38 Uhr

Der Bluffer und Blender ist weg! Damit ist die “Gundula M.” demaskiert, damit zeigt sich was diese
Regierung tatsächlich darstellt: Gaukler und Dilettanten regieren Deutschland! So elend verkommen
war dieses Land nie, selbst der Grökaz Schröder war da ein “Lichtblick”! Ausblick: Noch 3 Monate
und die “Gundula M.” stürzt!

58) Jürgen Schmidt, Dienstag, 01. März 2011, 17:46 Uhr

Lieber Herr Spreng,
las gerade Ihr Online-Interview in der SZ. Dank auch hier für Ihre klaren Worte, Sie bringen es auf den Punkt. Und Hut ab vor Bundestagspräsident Norbert Lammert, der glaubhaft die Werte vertritt, welche zu Guttenberg immer für sich reklamiert hat. Die demokratische Selbstreinigung war möglich, wenn auch sehr spät.

59) C. Körner, Dienstag, 01. März 2011, 17:47 Uhr

Zunächst mal war Guttenbergs Rücktritt natürlich überfällig. Und in den letzten zwei Wochen wurde Guttenbergs negativster Charakterzug sehr augenfällig, der auch in in den letzten eineinhalb Jahren immer wieder durchschien: seine Egomanie. Er kann Politik anscheinend nur auf der Ebene des ganz großen Dramas. Das wurde im Nachgang der Kundus-Affäre deutlich, als er zu seiner Verteidigung öffentlich äußerte, Staatssekretär Wichert und Generalinspekteur Schneiderhan hätten ihm Dokumente bewusst vorenthalten, was von den beiden als ehrabschneidend bestritten wurde. Das äußerte sich darin, dass er und seine Frau sich in Presse und Fernsehen als tatkräftiges Glamour-Paar darstellten – als Höhepunkt die gemeinsame Reise mit Kerner nach Afghanistan. Und im Nachgang kann man seine “standhafte Position” bei den Opel-Rettungsversuchen auch so interpretieren, dass er seine (wohl von ihm auch als richtig angesehene) Position, keine Steuergelder zu verwenden, als die im Volk mehrheitsfähige erkannt hat und sie mit Verve öffentlich vertreten hat. Auch die Entscheidung, den Afghanistan-Einsatz “Krieg” zu nennen und die ausgehöhlte Wehrpflicht abzuschaffen hatte stets einen Anflug von “Ich spreche Dinge klar aus, die ‘jeder’ weiß, die aber aus politischen Rücksichten keiner beim Namen nennt!” – ohne dass man erkennen konnte, ob dahinter auch inhaltliche Konzepte standen. Nun hat er auch aus seinem selbst verschuldeten Untergang ein persönliches Drama gemacht. (“Ich war immer bereit, zu kämpfen, aber ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht.”) Ob Guttenberg je ein Talent als Poltiker hatte und nicht nur als Politikdarsteller, werden wir wohl nicht mehr feststellen können.
Dass die Handhabung der Affäre große Schrammen bei Merkel und Konsorten hinterlässt, glaube ich dagegen nicht. Für die breite Masse hatte die Dr.-Guttenberg-Affäre wohl nie große Bedeutung. Lediglich bei den akademisch Orientierten (“Eliten”, Wissenschaftler und Studierende) herrschte Empörung vor – es war teilweise überraschend wie kompromisslos die F.A.Z. gegenüber Guttenberg war. Viele andere dagegen empfanden die Sache als Bündnis der Neider Guttenbergs mit der akademischen Parallelwelt (und der dankbaren Opposition), das einen Politiker, der nicht das übliche Mittelmaß repräsentierte, mit allen Mitteln niederknüppeln wollte. Dass Mappus in der vorletzten Sekunde noch Guttenberg beigesprungen ist, wird ihm mehr Stimmen bringen als kosten. Und Merkel hat sich mal wieder aus der Sache rausgehalten. Sie hat damit vielleicht ein paar Wissenschaftler nachhaltig verärgert. Aber sie hat weder auf Guttenbergs unhaltbare Position gesetzt, noch hat sie ihn fallengelassen. Sie hat wohl gewusst, dass sich Guttenberg nicht lange wird halten können. Deswegen brauchte sie niemanden wegzubeißen, es reichte zu warten, bis Guttenberg sturmreif geschossen war. Das hat ein bisschen länger gedauert als erwartet, aber letztlich hat sie es sich mit kaum einem verscherzt. Im Gegenteil: Nun ist wieder niemand zu sehen, der ihr bis 2013 die erneute Kandidatur streitig machen könnte. Und bis dahin ist die Causa Guttenberg schon lange vergessen.

60) Tom´s Papa, Dienstag, 01. März 2011, 17:47 Uhr

Dem Kommentar von “christoph” ist nichts mehr hinzu zu fügen. Genau so sehe ich die Haltung Angela Merkels auch.

61) Jeeves, Dienstag, 01. März 2011, 17:47 Uhr

Gerade woanders gefunden:
—>
(Stoibers Reklame-Fuzzi) Spreng macht sich auch gerade lächerlich. Erst erzählt er das:

“Solange zu Guttenbergs Band zu seinen Fans hält (gepflegt von den Fanorganen BILD und “Bunte”), solange ist er unstürzbar. Der Fanpolitiker ist so dem reinen Parteipolitiker haushoch überlegen, der mit der Bindungslosigkeit der Wähler zu kämpfen hat.”

Jetzt wirft er Guttenberg vor, dass er ein Vollidiot sei weil er das gemacht hat was Spreng ihm geraten hat.

62) Xpomul, Dienstag, 01. März 2011, 17:50 Uhr

was an herrn zu guttenberg so toll sein soll verschliesst sich mir immer noch.
eine handvoll skandale – mehr war es doch nicht unterm strich.

was an frau merkel so toll sein sollte verstehe ich auch nicht wirklich.
aussitzen, nicht entscheiden und nur dann was sagen wenn es aber auch gar nicht mehr anders geht.
mehr ist doch nicht.

es wäre ein segen wenn diese koalition zurückträte und neuwahlen platz machte.
ob es dann besser würde ?
schlechter sicher nicht mehr !

hoffentlich erspart uns herr zu guttenberg ein comeback.
einmal für noch nicht 2 jahre reicht reichlichst !

63) theo, Dienstag, 01. März 2011, 17:53 Uhr

Einfach und ohne große Worte zurücktreten, das war seine Sache nicht. Guttenberg muss selbst im Abgang noch dieses furchtbare Pathos auflegen. Und die Sache mit der Trauerfeier für die Soldaten ist die Krönung der Schäbigkeit. Danke, Michael Spreng, für ihren Kommentar.

64) PeterK, Dienstag, 01. März 2011, 17:53 Uhr

Die Blase ist geplatzt. Aber echte Reue habe ich nicht gesehen. Schuld waren eigentlich nur die Anderen.

65) Vicki Lieks, Dienstag, 01. März 2011, 18:09 Uhr

Ich stimme Hr. Spreng voll und ganz zu!! Es gibt aber noch einen anderen Aspekt:

“Wir sind Kanzler” -> http://bit.ly/ewikHN

66) Homo politicus, Dienstag, 01. März 2011, 18:39 Uhr

Ach, wenn ich Kommentaren lese, dass Guttenberg durch eine “mediale Hetzkampagne” nun “zur Strecke gebracht wurde”, dass man “so mit einem Menschen nicht umgehen kann”, dass das doch nur Neider waren und er doch nur ein bisserl geschummelt hat – da blutet mir doch glatt das Herz.

Dann frage ich mich nur, was er politisch erreicht hat:

Opel Rettung: mit Rücktritt kokettiert, dann Rückzieher gemacht. Bei Kundus und Gorch Fock erst so entschieden, dann alles revidiert. Personen mussten gehen, aber er selbst war unangreifbar – die Fehler hatten ja andere gemacht. Bei dem Plagiat (nein, nicht im Amt begangen, aber es ist schlicht Betrug und auch strafrechtlich relevant) waren es erst abstruse Vorwürfe, dann kleinere Fehler, dann doch etwas mehr – weil er ja so viele Quellen hatte und da den Überblick gewonnen hat. Denn er wusste ja nicht, was er tat…

Guttenberg ist intelligent (das will ich ihm trotz Plagiat noch unterstellen), hat ein gutes Auftreten und kann sich gut ausdrücken. Dazu kam noch sein außergewöhnlicher Hintergrund und seine Verbindung zu den Medien. Das ändert nichts daran, dass er politisch ein Blender war, der in der Substanz nichts erreicht hat. Ja, er hat den Krieg auch Krieg genannt – großartig. Ja, er hat sich für eine Reform der Bundeswehr eingesetzt – diese steckt aber noch in den Kinderschuhen, die ersten Berichte sprechen von einer unausgegorenen Reform. Da darf man gespannt sein.

Heldendämmerung kommt bei Fans schlecht an, das versteht man – das Problem ist nur, er war kein Held, sondern maximal eine Reklametafel dafür. Die Verpackung stimmte, der Inhalt anscheinend weniger. Selbst die Rücktrittserklärung zeugt noch von Hybris und beschert der Union einen heftigen Schaden. Man braucht da aber keine Legenden stricken, wenn die gleichen Heldenjünger, die ansonsten so sehr angeblich auf Werte achten und dann auch immer gerne nach Leistung rufen und woanders dann auch gerne Kürzungen sehen, hier der Illusion eines politischen Heilsbringers nachtrauern.

67) Major Tom, Dienstag, 01. März 2011, 18:42 Uhr

“Ein anständiger Mann, Bundestagspräsident Norbert Lammert, hat gesagt, der Skandal sei “ein Sargnagel für die Demokratie”. ”

Es ist, gerade mit Blick auf den hier nur am Rande erwähnten und von mir sehr geschätzten Norbert Lammert sehr schade, dass die anständigen Menschen in der Medien-Wer-Schreit-Am-Lautesten-Demokratie so wenig gehört werden. Freuen wir uns auf die nächste Brüllaffenschau namens Anne Will oder Maybrit Illner, bei der die Schwarzen sagen werden “Alles nicht so schlimm”, die Roten hingegen den Untergang des Abendlandes sehen. Differenzierte Positionen, bei der man auch anderen mal zuhört und seine Position überdenkt, sind offenbar auch in der ersten Fernsehreihe unverkäuflich geworden.

68) Peter Christian Nowak, Dienstag, 01. März 2011, 18:54 Uhr

Herr zu Guttenberg ist Opfer seiner selbst. Er ist an seiner Hybris gescheitert. Keine Demut, keine Selbstkritik in seiner Rücktrittserklärung. Stattdessen der zurecht aufs Schärfste kritisierte rhetorische Rückgriff auf die im Krieg gefallenen Soldaten. Pietätloser, rücksichtsloser geht es wohl nimmer mehr!
Herr zu Guttenberg, aus Ihnen hätte was werden können! Ja „hätte“. Aber Sie haben sich vom Virus der Macht, der peinlichen Selbstüberschätzung und der Verehrung durch Teile der Bevölkerung überwältigen lassen. Sie sind noch nicht mal jemand, der von der Truppe als Fachmann uneingeschränkt respektiert wird. Vielleicht eher gefürchtet als verehrt. Sie sollten mal in die Gesichter der Hinterbliebenen der toten Sodaten schauen. Sie werden etwas ganz anderes entdecken als Verehrung.
Sie wollten die „Sache“ aussitzen und sind nun daran gescheitert. Es wird nichts damit. Ihre Fangemeinde zieht sich schmollend mehr oder minder laut ins Eck zurück. BILD wird titeln, daß eine Phalanx medialer Verschwörung den Sturz herbeigeführt hätte.
Und die Kanzlerin? Was hat die sich blamiert! Die Wähler haben das registriert. Bald sind Wahlen.
Für welchen Ihrer Werte wollten Sie eigentlich kämpfen, wenn es sie denn geben sollte? Sie haben verloren, weil es mittlerweile Menschen gibt, die sich wieder nach Werten, nach wirklichen Werten sehnen. Das haben Sie wohl auch so erkannt, aber nicht danach gehandelt. Stattdessen Machterhalt um jeden Preis. Der war für Sie wichtig.

69) sk8erBLN, Dienstag, 01. März 2011, 19:16 Uhr

von der ZEIT ehält er auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit noch einen hübschen Tritt in den Allerwertesten.

Guttenbergs Rücktritt Weder anständig noch ehrlich

Der Verteidigungsminister tritt zurück. Seine Täuschung aber gesteht er nicht ein. Den Schaden haben die Union vor den Landtagswahlen und die Bundeswehr.
Kommentar

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-03/guttenberg-ruecktritt-kommentar?page=all

Es kam wie vorhergesehen:

Interview
Psychologe über zu Guttenberg: “Extremes Machtmotiv verzerrt Realität”
Am Sonntag 27 Februar 2011 von Thomas

Wie fühlt man sich, wenn von allen Seiten Kritik und Rücktrittsrufe laut werden? Textberater.com sprach anlässlich der heißen Diskussion und Plagiatsvorwürfe gegen Karl-Theodor zu Guttenberg mit dem Psychologen Dr. Rainer Schneider, der sich in dem Fall festlegt.

http://www.textberater.com/corporate-publishing/psychologe-uber-zu-guttenberg/

Da könnte es aber auch noch ein weiteres Motiv für Guttenbergs Rücktrittszeitpunkt geben wie die WELT berichtet:

Staatsanwaltschaft
Drucken Bewerten 17:43
Guttenberg droht auch Verfahren wegen Untreue

Verteidigungsminister zu Guttenberg rechnete offenbar schon seit vergangener Woche mit einem strafrechtlichen Verfahren. Der Ärger ist für ihn noch nicht ausgestanden.

Der zurückgetretene Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg wusste offenbar schon seit vergangener Woche, dass seine Immunität aufgehoben und staatsanwaltschaftliche Ermittlungen eingeleitet würden.

„Das ist lange klar, das war nicht der Grund für seinen Rücktritt“, heißt es in Berliner Regierungskreisen. Demnach hat es bereits in der vergangenen Woche intensiven Kontakt zwischen dem Verteidigungsminister und den Staatsanwälten gegeben. Danach sei klar gewesen, dass an strafrechtlichen Ermittlungen kein Weg mehr vorbei führe.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article12671114/Guttenberg-droht-auch-Verfahren-wegen-Untreue.html

So könnte Merkel das natürlich auch gesehen haben. Ist der Ruf erst ruiniert, regiert sichs gänzlich ungeniert.

Köstlich sind beim Welt Artikel auch die Stellungnahmen ehemaliger Weggefährten. Kleine Kostprobe:
Der schleswig-holsteinische CDU-Chef Christian von Boetticher erklärte, das Bundeskabinett verliere mit Guttenberg einen schwer zu ersetzenden Leistungsträger. Er bedauere diesen Rücktritt, erklärte von Boetticher.

“Auch wenn ich in einigen inhaltlichen Fragen eine andere Auffassung vertreten habe, so gebührt zu Guttenberg meine hohe Anerkennung für seine erfolgreiche Arbeit als Minister.”

Die Kritik an seinen Fehlern habe in den vergangenen Tagen ein unerträgliches Ausmaß angenommen, meinte Boetticher. „

Zum Trost für alle Dr. a.D Guttifans noch ein spezielles Bonbon. Euer Heilandbefindet sich in bester Gesellschaft: Der Sohn von Gaddafi hat seine Dissertation auch abgeschrieben? Guttenberg also in guter Gesellschaft. Hehe

Saif Al-Islam Gaddafi Thesis Wiki
http://saifalislamgaddafithesis.wikia.com/wiki/Plagiarism

Wo das jetzt Schule macht können sich vermutlich sowieso noch ein Paar Mehr BT Abgeordnete warm anziehen. Vielleicht gelingt ihnen ein besserer Abgang? Hat Mappus evtl. auch einen akademischen Grad vorzuweisen? :))

70) deraxel, Dienstag, 01. März 2011, 19:25 Uhr

“Sie erneut als Entschuldigung für sein Zaudern, für sein Festhalten an dem Amt, vorzuschieben, ist einfach nur ekelhaft.”

Herr Spreng, Sie sind einfach nur noch widerlich! Was glaube Sie, würden die Hinterbliebenen der Verstorbenen empfingen, wenn der Verteidigungsminister in solch einer Situation zurück treten würde anstatt der Beerdigung beizuwohnen? Diese von Ihnen getroffene Unterstellung ist in ihrer Niederträchtigkeit kaum zu unterbieten und zeigt in meinen Augen die Stärke von Guttenberg.

Wollen wir bei Guttenberg die folgenden 3 “Erungenschaften” nicht vergessen:

1.) Keine Staatsgelder für Opel -> GM hat hinterher ja auch selber noch genug Geld gefunden.
2.) In Afghanisten herscht Krieg -> Es ist unglaublich, aber erst Guttenberg hat es ausgesprochen.
3.) Freiwillgen Armee -> Es ist unglaublich, aber erst Guttenberg hat es ausgesprochen und durchgesetzt.
4.) Regelmäige Besuche unserer Soldaten im Einsatz -> So verhält sich ein VM. Nicht nur im Büro einschließen und Berichte lesen.

So wie ich das sehe reicht das für mindestens 3 “normale” Politiker

Es ist mir ein Rätsel, wie diese Sachen nicht anerkannt werden können!?

71) sk8erBLN, Dienstag, 01. März 2011, 19:33 Uhr

Soeben heißt es dass er sein Bundestagsmandat zurückgegeben hat. (ZDF Spezial zum Rücktritt).

Da soll sich der Staub den der Rücktritt aufgewirbelt hat schnellstmöglich wieder legen. Die zwangsläufig bevorstehende Aufhebung der Immunität wäre für Merkel der nächste GAU so kurz vor der LT Wahl in BW.

Heute ist übrigens der zweite Zwischenbericht zur Plagiatsarbeit erschienen.:
Analysierte Fundstellen Edit Analysierte Fundstellen sectionBearbeiten

* Bisher wurden auf 324 der 393 Seiten[1] der Dissertation (ohne Inhalts- und Literaturverzeichnis) plagiierte Stellen gefunden. Dies entspricht Plagiaten auf 82% aller Seiten.
* Daraus ergaben sich 891 Plagiatsfragmente aus über 120 verschiedenen Quellen, die inzwischen alle auf Plausibilität geprüft wurden.
* In dieser Statistik fehlen vor allem noch viele Textstellen, die aus den Berichten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages übernommen wurden. Wir arbeiten daran, diese baldmöglichst komplett zu dokumentieren.

Eine automatisierte, statistische Auswertung nur der bereits analysierten Fragmente zeigt:

* 2886 Zeilen (umgerechnet ~72 Seiten reiner Text) sind Komplettplagiate aus anderen Quellen.
* Weitere 2829 Zeilen (umgerechnet ~70 Seiten reiner Text) sind verschleierte Plagiate, d.h. keinesfalls durch vergessene Anführungszeichen entstanden.

* Hinzu kommen
o 944 Zeilen Übersetzungsplagiate
o 298 Zeilen die als Bauernopfer klassifiziert wurden,
o 1041 Zeilen als verschärfte Bauernopfer
o 1007 Zeilen weitere Arten von Plagiaten.

Dies bedeutet, dass bis jetzt 8061 von 16325 Zeilen, das sind 49% der Doktorarbeit (jeweils inkl. Fußnoten) als Plagiate identifiziert wurden.
Bisher wurden auf 324 der 393 Seiten[1] der Dissertation (ohne Inhalts- und Literaturverzeichnis) plagiierte Stellen gefunden. Dies entspricht Plagiaten auf 82% aller Seiten.

Ferner heißt es im Wiki:

Wir bedauern, dass Herr Freiherr zu Guttenberg bei der Ankündigung seines Rücktritts keine klaren Worte zur offensichtlichen Täuschungsabsicht und zur Urheberschaft der Dissertation gefunden hat. Der Rücktritt des Bundesministers der Verteidigung ist und war nicht Ziel dieses Projekts. Ziel ist die detaillierte Aufklärung der Umstände, unter denen die Dissertation entstanden ist.

Daher werden wir weiterhin an der Analyse und Dokumentation der Doktorarbeit arbeiten und unsere Ergebnisse in einem Abschlussbericht veröffentlichen.
Quelle:
http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/2._Zwischenbericht

72) Politikverdruss, Dienstag, 01. März 2011, 19:34 Uhr

Auch ich finde, wie so viele Mit-Kommentatoren, die äußerst weitsichtige Analyse von Herrn Spreng sehr erhellend und so objektiv. Wie kann es da nur zu garstigen Kommentaren, wie von @Jeeves kommen? Also Herr Jeeves, so etwas ist hier nicht vorgesehen, merken Sie sich das mal! Wie kommen Sie dazu, Herrn Spreng als “Stoibers Reklame-Fuzzi” zu bezeichnen? Das fällt hier unter Majestätsbeleidigung!

73) EStz, Dienstag, 01. März 2011, 19:51 Uhr

Allein an seinen Aussagen und an seiner Doktorarbeit gemessen, hat Herr zu Guttenberg gestohlen, getäuscht, betrogen und gelogen. Dafür hat er sich, soweit ich das mitbekommen habe, an keine Stelle entschuldigt. Auch heute wieder “(nicht nur) wegen meiner ach so fehlerhaften Doktorarbeit” – so, als entschuldigt er sich für die faule Stelle, die der Apfel in seiner Jackentasche hat, aber nicht fürs Stehlen desselben.

Da soll auch niemand über “Verfehlung im Amt” reden; während seiner Zeit als Verteidigungsminister lief vielleicht nicht der Betrug, aber die bis heute andauernde Lügerei darüber. Man stelle sich vor, so etwas wäre einem Gerhard Schröder oder gar Joschka Fischer “passiert” (das ist nicht vergleichbar mit der Steinewerferei vor 30 Jahren). Hier ist weißgott kein Mitleid angebracht.

Dazu seine selbstgerechte Verteidigung: Die Belastung als junger Familienvater (was darf sich dann erst eine Hartz-IV-abhängige, allein erziehende Mutter erlauben); die mediale Verdrängung toter Soldaten (die er durch eine halbwegs wahrheitsgemäße Darstellung und entsprechende Konsequenzen gut hätte vermeiden können). Dass er sich auch an anderer Stelle nicht vorbildlich verhalten hat (StefanP hat ja ein paar Punkte genannt), macht die Sache nicht besser. Vielleicht ganz gut, dass er jetzt ging, so dass man über die anderen Punkte nicht mehr so viel reden muss.

Nichtsdestotrotz: Ich vermute, er wird in zwei Jahren wieder zu sehen sein (dass man ihn ernsthaft strafrechtlich belangt, wird man zu vermeiden wissen – er ist ja Jurist), in der Selbstinszenierung als verantwortungsbewußter Politiker, der die erforderlichen Konsequenzen aus einem “Fehler” gezogen hat.

Schade finde ich Guttenbergs Abgang aus zwei Gründen trotzdem: Es fehlt (mir) etwas; nicht, was Herr zu Guttenberg ist, sondern was er hätte sein können, wenn er wirklich der ehrliche und aufrechte Politiker gewesen wäre, als der er sich präsentiert hat. Und ich muss in das heuchelnd-selbstgefällige Gesicht eines Sigmar Gabriel schauen, der sich als Retter des “Wissenschafts-Standorts Deutschland” aufspielt – als hätte ihn der je interessiert. Und betriebsblind ist er auch: Das er sich mit seinem Verhalten selbst kräftig eine reingewürgt hat und nach KTzG und Angie der dritte große Verlierer ist, hat er auch noch nicht geschnallt.

74) Hans Alt, Dienstag, 01. März 2011, 19:58 Uhr

Wenn jetzt noch Frau Merkel “zurückgetreten würde”, wäre für mich mitten im Karneval Ostern und Weihnachten zusammen.

75) EStz, Dienstag, 01. März 2011, 20:17 Uhr

@deraxel

– keine Staatsgelder für Opel -> GM hat hinterher ja auch selber noch genug Geld gefunden.
Fand ich auch richtig gut; bei Quelle (Arbeitgeber in seiner Heimat) war er aber nicht so konsequent.

– In Afghanisten herscht Krieg -> Es ist unglaublich, aber erst Guttenberg hat es ausgesprochen.
Ein wahres Wort, eine gute Tat. Bewunderswert, finde ich als ehemaliger Soldat – aber keine Entschuldigung für Lug und Trug.

– Freiwillgen Armee -> Es ist unglaublich, aber erst Guttenberg hat es ausgesprochen und durchgesetzt.
Zum Amtsantritt hat er gesagt, eine Abschaffung der Wehrpflicht sei mit ihm nicht zu machen – dafür gab es viel Beifall. Dann sagte er, die aktuelle Form der Wehrpflicht sei Kappes, er wolle sie abschaffen wg. Wehrgerechtigkeit – auch dafür gab es viel Beifall. Der sei ihm gegönnt. Aber Sie erkennen schon, dass in einer der beiden Aussagen irgendwie der Wurm drin ist? Hat er erst trotz Ahnungslosigkeit die Klappe aufgerissen, oder nachher sein Fähnchen in den Wind gehängt? Und Auslöser für die Abschaffung der Wehrpflicht war der Merkel- bzw. Schäuble-Auftrag “Geld sparen”. Die Beträge, die KTzG dabei einsparen wollte, wurden groß gefeiert – bis er sagte, was das Ganze kosten soll. Und die Reform ist noch nicht durch, weil nach aktuellem Kenntnisstand mit Mängeln behaftet (ist aber nix Schlimmes oder Ehrenrühriges – aber auch kein Grund für Lob).

– Regelmäige Besuche unserer Soldaten im Einsatz -> So verhält sich ein VM. Nicht nur im Büro einschließen und Berichte lesen.
Das stimmt. Er hat zwar jedesmal eine Riesenshow gemacht, aber den Kameraden auch geholfen. Viel Respekt von mir für die Hilfe und Unterstützung für die Jungs und Mädels vor Ort! Vorbildlich zumindest an dieser Stelle – aber keine Entschuldigung für Lug und Trug.

<<So wie ich das sehe reicht das für mindestens 3 “normale” Politiker
Mag stimmen, ist aber keine Entschuldigung für Lug und Trug.

<<Es ist mir ein Rätsel, wie diese Sachen nicht anerkannt werden können!?
Es ist mir ein Rätsel, wie diese Sachen anerkannt werden können. Darf ein Chirurg ungestraft Banken ausrauben, weil er Leben gerettet hat? Nein, darf er nicht. Wenn er das trotzdem macht, wird er eingesperrt. Und wenn dadurch Leute nicht operiert werden können und sterben, hat nicht die Polizei schuld.

Ich bin auch enttäuscht (erst recht, wenn ich sehe, wer jetzt grinst). Aber Sie schimpfen über den Rauchmelder, nicht über den Brandstifter – und das ist die falsche Adresse…

EStz

76) Julius Census, Dienstag, 01. März 2011, 20:46 Uhr

<<>>
Und ? Ist das eine höflicher und noch kostenloser Rat von Ihnen an Herrn von G. doch besser die PR-Agentur zu wechseln ?

77) Julius Census, Dienstag, 01. März 2011, 20:48 Uhr

Da wohl WordPress mir das Zitat geklaut hat … hier wirds’ nachgeliefert.
——-
Eines der größten politischen Talente seit vielen Jahren hat sich als Trugbild entpuppt.
——-

78) orlando, Dienstag, 01. März 2011, 20:55 Uhr

So, nun also doch der Rücktritt. Aus vielen Gründen war dieser Schritt überfällig. Allerdings bin ich sicher, dass wir den Baron bald wieder sehen werden. Man sollte sich keine Illusionen über unsere Politiker machen. Guttenberg ist für mich ein ganz normaler Politiker, und das ist kein Kompliment. Wenn man genauer schaut, ohne parteipolitische Brille, dann wird offenbar, dass die Politik ein großes Theaterspiel ist, in dem nur selten die Wahrheit gesprochen wird. Abhängig vom eigenen Standpunkt ist man geneigt, die Politiker, die der eigenen Meinung nahe sind, zu idealisieren, und die anderen zu dämonisieren. Ich denke, dass man in dem Spiel Politik nicht lange mitspielen darf, wenn man ehrlich ist – wirklich ehrlich -, unabhängig und immer seine wirkliche Meinung sagt. Schmerzlich dürfte es jetzt für all die jenigen sein, die so viel Hoffnung in zu Guttenberg projiziert haben. Wobei die Projektion offenbar stärker ist, als die Bereitschaft, die Wahrheit zu sehen.

Das Plagiat und die viele Lügen sind offenbar, deswegen ist der Rücktritt unvermeidlich, wenn das Bild, dass die Politiker so gerne zeichnen (ehrlich, aufrichtig, selbstkritisch, nur für die Sache arbeiten, sich selber hinten anstellen) nicht als die alberne Hülle entlarvt werden soll, die sie ist. Aber wir sollen belogen werden. Wir wollen die Verantwortung abgeben an “die da oben”. Die sollen alles reglen, was wir nicht verstehen. Dass es die da Oben auch nicht verstehen und nur sagen, dass sie es wissen, das wollen wir nicht sehen. Ich denke, dass es wichtig ist, dass wir die Dinge klar sehen. Dass wir nicht auf den “Erlöser” hoffen, dass wir hinter die Fassaden schauen. Und in dem Bewusstsein wählen gehen. Die Köpfe müssen austauschbar bleiben. Und sie sind es. Das ist die Stärke der Demokratie.

Ist heute ein guter Tag? Ich weiß es nicht. Ja, weil es keine Sonderrechte für Reiche gibt (wie Doktortitel erschleichen – aber die Sonderrechte gibt es natürlich trotzdem und auch weiterhin. Es darf nur nicht rauskommen)? Ja, weil eine Seifenblase geplatz ist? Ist sie wirlich geplatz? Man wird sehen. Ja, weil die Wissenschaft sonst beschädigt wäre? Vielleicht. Wird sich aber was ändern? Das glaub ich nicht. Es ändert sich nicht viel. Wir wünschen es uns oft, auch im eigenen Leben. Aber wirkliche Veränderung ist sehr selten. Keiner kann sich ändern. Nur in großen Krisen stellen wir uns und unsere Glaubensysteme in Frage. Guttenberg stellt sich – so mein Eindruck aus der Ferne – bisher nicht in Frage. Er sieht sich als Opfer. Wie fast alle von uns, wenn wir angegriffen werden, und wir wissen, dass der Angreifer recht hat. Wie schwer ist eine aufrichtige Entschuldigung? Nach meiner Erfahrung erfordert es viel Mut. Keine Ausflüchte, keine Relativierungen, keine Erklärungen. Nur die Wahrheit und die bedingungslose Bereitschaft, die Konsequenzen zu tragen. Wäre schön, wenn uns das mal einer vorleben könnte. Aber wiedermal ist es nicht passiert. Also müssen wir selber daran arbeiten. Jeden Tag im Kleinen, mit unseren Partnen, unseren Kindern, Eltern, Kollegen, Freunden. Jeder muss selber anfangen, das ist unsere einzige Hoffnung. Wir können nicht auf die Guttenbergs warten. Die werden uns enttäuschen. Immer wieder. WIe die Obamas und all die anderen Hoffnungsträger.

79) sk8erBLN, Dienstag, 01. März 2011, 21:04 Uhr

uninstalling Angela Merkel in progress ██████████:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: 33 % complete….

80) Wart, Dienstag, 01. März 2011, 21:06 Uhr

für mich hat es den Anschein das sich im Netz (oder im Schutze des Netz) sehr viele “Gutmenschen” tummeln. Aber das ist ja wohl nicht wirklich etwas Neues. Anonym kann man seinen Frust so richtig ausleben.

81) theo, Dienstag, 01. März 2011, 21:08 Uhr

@StefanP: KT ist letztendlich nicht über seine Doktorarbeit gestolpert, sondern über seine Unfähigkeit, klare Worte dazu zu finden – und darüber, die Öffentlichkeit und das Parlament belogen zu haben. Ein Minister, den man ungestraft “Betrüger” bzw.”Hochstapler” nennen kann (denn er weiß, dass er jeden Prozess deswegen verlieren würde), ist nicht tragbar. Egal, welcher Partei er angehört. Egal, wie beliebt er ist.

Dass Frau Merkel nun die Opposition wegen angeblicher “Scheinheiligkeit” schilt, ist der Gipfel im zynischen Berliner Zirkus. Merkel hat Guttenberg nicht wirklich den Rücken gestärkt, weil sie als Mensch mit Machtinstinkt ahnte, dass diese Causa nicht beherrschbar sein könnte. Sie hatte schon Grund genug, im Bundestag bei der Fragestunde zu fehlen.

Ohne Merkels Einwilligung hätte Frau Schavan niemals am Wochenende die Absetzbewegung der Parteielite voran getrieben. Ich bin mir auch nicht sicher, dass Merkel tatsächlich nichts vorher gewusst hat. Zweifel sind bei einer solch kühlen Machtpolitikerin durchaus angebracht.

Guttenberg ist nicht wegen der Opposition zurückgetreten. Er tat dies, weil seine eigene Partei ihm signalisiert hat, dass es Zeit sei. Und diese Partei, allen voran Frau Merkel, muss nun irgendwie versuchen, bis zur Landtagswahl in BW die Kurve zu kriegen – deswegen diese neuerliche Schauspieleinlage unserer Bundesmutti.

82) Erika, Dienstag, 01. März 2011, 21:21 Uhr

@deraxel

“Keine Staatsgelder für Opel -> GM hat hinterher ja auch selber noch genug Geld gefunden.”

GM war zwischenzeitlich insolvent. Was wäre mit Opel passiert, wenn unsere Regierung damals nicht hinter Opel gestanden hätte? Gäbe es Opel dann heute noch? Wieviele Arbeitslose mehr hätte es dadurch gegeben? Opel hat seine Schulden zurückbezahlt und somit den Steuerzahler nichts gekostet. Mir scheint es war richtig – Opel in dieser schwierigen Zeit zu stützen.

Gutt, dass sich zuGuttenberg damals nicht durchsetzen konnte.

83) Horst Schmidt, Dienstag, 01. März 2011, 21:35 Uhr

Schon ärgerlich Michael Spreng, ich kann nicht widersprechen. Na gut, damit kann ich leben. Lieber so als anders.
Eines fällt aber jetzt schon wieder unangenehm auf. Dieser Rücktritt von allen politischen Ämtern, sowie sein Mandatsverzicht ist noch kein Tag alt, da spekulieren die Medien bereits schon über ein, nein das Comeback des Gefallenen. Nicht einmal die staatsanwaltlichen Ermittlungen werden abgewartet, auch weitere Enthüllung werden nicht einmal in Betracht gezogen.

Was läuft hier schon wieder ab? Darf der Messias nicht sterben? Können wir ohne Eventpolitik nicht mehr leben, wollen wir es nicht mehr?

Jetzt fehlt nur noch Annette Schavan als Bundesverteidigungsministerin. Das würde allem die Krone aussetzen. ;-)

84) J. Degruyter, Dienstag, 01. März 2011, 22:12 Uhr

Die politischen Gegner auf der linken Seite versuchen jetzt wie gewohnt auf billigste Weise Kanzlerin Merkel zu schaden.
Alles sehr durchschaubar. Die Vorwürfe folgen je nach Fall dem Standardmuster:

1. Frau Merkel hätte Guttenberg sofort entlassen. Tenor der Gegner: Sie entledigt sich elegant und rasch eines Konkurrenten. Sie ist nicht loyal, lässt sofort ihre Freunde fallen wenn es politisch opportun ist.

2. Frau Merkel hätte nichts zur Causa Guttenberg gesagt, sich neutral verhalten. Tenor der Gegner: Sei ist entscheidungsschwach. Sie wartet ab, wohin sich die Waagschale neigt.

3. Sie hält zu Guttenberg, so lange die Anschuldigungen nicht gerichtsfest sind. Tenor der Gegner: Sie hält zu lange zu einem fehlerhaften Minister, sie hätte sofort handeln müssen.

Diese üblichen Krakeelereien finden sich bei jedem Rücktritt, der politische Gegner wird immer lamentieren. Das macht das Lamento natürlich unglaubwürdig.

85) durden, Dienstag, 01. März 2011, 22:21 Uhr

(mal wieder) alles richtig, herr spreng. bis auf die demut, die war nicht vorhanden…

86) meine Meinung, Dienstag, 01. März 2011, 22:36 Uhr

Ich habe nicht studiert und nie eine Doktorarbeit geschrieben…vielleicht muss man das um diese Diskussionen verstehen zu können….
Unbestritten ist doch: es wurde getrickst , beschummelt, gefälscht oder wie man es auch sonst noch nennen will. Der Doktor wurde aberkannt und er hat sich entschuldigt , wen auch nur zögerlich und unter Druck..( wie alle anderen Politiker auch).
Rücktrittsforderungen von der Opposition oder sonstigen politischen Gegnern Forderungen legitim und richtig.
aber….
der Wissenschaftsstandort von Deutschland ist gefährdet???; früher wusste der Adel was er zu machen hatte??;
eine falsche Doktorarbeit ist wichtiger als alles andere in der BRD; es ist das Hauptproblem in Deutschland?

Vielleicht mus man zu der sogenannten Elite gehören mit ihren ach so wichtigen Doktortiteln um diese Diskussion zu verstehen….

oder geht es gar nicht darum, sonder um etwas anderes…….

verzeiht Unzulänglichkeiten in meinen Kommentar……aber als Entschuldigung..ich habe keinen Doktortitel und auch noch nie einen gehabt^^

87) Eddie Cho, Dienstag, 01. März 2011, 22:50 Uhr

Ganz ehrlich ich mußte unwillkürlich an Westerwelles Tirade gegen Hartz IV Empfänger denken: die Faulen und Findigen, spätrömisch dekadent, die Leute die nicht arbeiten wollen und sich Leistung erschwindeln.

Ich will Guttenberg jetzt nicht dermaßen in die Pfanne hauen, aber ein bißchen, wenigstens ein bißchen erkenne ich ihn da schon.

Mir ist bis jetzt übrigens nicht ganz klar, was er denn als Minister für tolle Arbeit geleistet hat. Bis jetzt fiel er mir nur durch erratisch wirre Aussagen aus. Es gibt keine Hilfe für Opel, am Ende sollte es dann doch Hilfe geben, der Angriff auf den Tanklaster war legitim – wenige Tage später war er es dann doch nicht, auf der Gorch Fock gibt es kein Problem, schwupps wird Schatz seines Amtes enthoben, die Vorwürfe gegen die Doktorarbeit sind abstrus – ich habe Blödsinn geschrieben udn zuletzt: ich fühle mich voll befähigt mein Amt auszuüben – ich trete zurück.

Für mich ist das eher HüHott denn klare Kante.

Letzten Endes fand sein ganzes Verhalten und das seiner Partei zutiefst unanständig und ich bin froh das er zurück getreten ist.

88) Erster Karl, Dienstag, 01. März 2011, 23:01 Uhr

Als ehemaliger SPD Sympathisant und Wähler, der nun die Linke wählt, möchte ich meine Hochachtung für diesen Beitrag aussprechen. Herr Spreng, Sie überraschen mich mit dieser realistischen Darstellung der Problematik. Hätte ich nie in dieser Deutlichkeit erwartet.
So sollte Journalismus, unabhängig von der politischen Zugehörigkeit, in D. praktiziert werden.

89) nurmalso, Dienstag, 01. März 2011, 23:29 Uhr

weg ist er der lügenbaron – und das ist auch gutt so.

90) deraxel, Mittwoch, 02. März 2011, 00:02 Uhr

@EStz

zu 1.) Soweit ich mich erinnere ist die Quelle Unterstützung auf dem Mist der CSU Zentrale in München gewachsen und nicht im Wirtschaftsministerium in Berlin.

zu 3.) Es ist ja wohl sehr gut Möglich das er die Wehrpflicht behalten wollte. Dann hat man ihm Sparvorgaben gemacht. Mit diesen zu sagen, dass die Wehrpflicht so kein Sinn mehr macht, hört sich für mich nicht unsinnig an. Das einzige surreale an der Wehrreform ist das Guttenberg gesagt hat, dass mit dem Geld nur 160.000 Soldaten drin sind. Dann sollten es aber politisch gewollt 180.000 werden für das selbe Geld. Ich werde das selbe Vorgehen bei meinen nächsten Autokauf probieren. Und ein 180PS Auto bestellen aber nur nen 160PS Motor bezahlen wollen. Mal sehen was das Autohaus sagt.

Sicherlich entschuldigt das nicht Lug und Trug. Allerdings möchte ich zu bedenken geben, dass die Personen die beim Gorch Fock Kapitän den Abschluß der Untersuchungen gefordert haben an dieser Stelle diese Zeit nicht aufbringen wollten.

Was ist denn eigentlich mit dem Doktorvater? Der kommt mir aus der Sache auch viel zu sauber raus. Prüft der nicht?

Bin ja mal gespannt, was bei der strafrechtlichen Klärung der möglichen Urherberrechtsvergehen raus kommt. Wenn Guttenberg verurteilt wird gründe ich eine Firma die alle deutschen Dissertationen nach Urheberrechtsverletzungen durchsucht. Ab 2012 schreibe ich dann nicht mehr aus Köln, sondern aus der Karibik.

Unter dem Strich ist es eine Schade das so ein Politiker wegen solch einem Fehler in seiner Vergangenheit zurück getreten ist. (Was ist eigentlich mit Schwarzgeld-Schäuble?)

Der Aufstand der Zwerge war erfolgreich.

91) Dom, Mittwoch, 02. März 2011, 00:42 Uhr

Ich denke, Herr Spreng, Sie stellen sich hier zu sehr gegen zu Guttenberg. Obwohl ich grundsätzlich mit Ihnen übereinstimme denke ich nicht, dass Guttenberg’s Verhalten “ekelhaft” war/ist. Ich bin nicht der Meinung das er “seine” Soldaten ein weiteres mal “benutzt” hat. Hin und wieder muss man einer Person auch Glauben schenken … vielleicht liegt zu Guttenberg wirklich viel an “unseren” Soldaten.

Er hat einen Fehler begangen und sein Rücktritt ist die logische und überfällige Konsequenz. Aber im sofort die gesamte Menschlichkeit abzusprechen finde ich nicht korrekt!

92) von Freiburg, Mittwoch, 02. März 2011, 07:36 Uhr

@Dom, Mittwoch, 02. März 2011, 00:42 Uhr

Es geht nicht darum, “ihm die gesamte Menschlichkeit abzusprechen”.
Es geht darum, seine Unehrlichkeit zu thematisieren:

Er war unehrlich beim schreiben/schreiben lassen seiner Dissertation
und er war unehrlich in seinen Reaktionen darauf.
“abstrus”, “diese Doktorarbeit ist kein Plagiat” etc..
Diese unehrlichen Reaktionen geben keinen Hinweis darauf,
dass Guttenberg am Freitag nach bekannt werden der Plagiatsvorwürfe
direkt seinen Rücktritt geplant hatte.

Ergo hat er die toten Soldaten und die Trauerfeier nur benutzt um seinen
Aussitzversuch zu verschleiern, war also wiederum unehrlich.
Und das wirft nochmal ein neues Licht auf die Kunduzaffäre:
Vielleicht war es nicht Schneiderhahn der im Ausschuss gelogen hat.

Wenn Guttenberg wirklich zurückkommen will, darf er sich nicht wieder
so oft erwischen lassen oder muss einfach aufrichtiger sein

93) Frankilein66, Mittwoch, 02. März 2011, 08:24 Uhr

Nachdem ich mir gerade den Kommentar von Herrn Spreng nochmal durchgelesen habe, konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier jemand gegen einen am Boden liegenden zu hart nachgetreten hat.

Beim Fußball ist sowas ein Platzverweis und mindestens 3 Spiele Sperre.

Das Wort “ekelhaft” scheint mir unangemessen, unter ekelhaft verstehe ich etwas anderes, möchte jedoch alle mit einschlägigen Beispielen verschonen.

Er ist (endlich) zurückgetreten und wir alle können uns den Schaum vom Mund wischen.

Wie gesagt, der nächste Skandal ist mit Sicherheit nicht mehr weit und der nächste auf der Liste weiß noch gar nichts von seinem Glück, mal gespannt, wer es sein wird.
Jetzt wäre eigentlich mal wieder einer von der Opposition dran!

94) wart, Mittwoch, 02. März 2011, 09:07 Uhr

@Dom, Mittwoch, 02. März 2011, 00:42 Uhr

“….Wenn Guttenberg wirklich zurückkommen will, darf er sich nicht wieder
so oft erwischen lassen oder muss einfach aufrichtiger sein”
Bin ich gar nicht so sicher. Wahrscheinlch muss er sich noch mehr anpassen an die politische Kaste sich eben verhalten wie ein “richtiger” Politiker.
Aufgefallen ist ja das die Studiumsabbrecher in den Reihen der Opposition in den letzten Wochen eher ruhig waren. Sie wissen wahrscheinlich warum.
Denke, wenn er zurückkommt, past er irgendwie dazu.

95) J. Fuchs, Mittwoch, 02. März 2011, 09:09 Uhr

“Das wohl nicht, aber möglicherweise ein erster Sargnagel für Angela Merkel.”

Gehen mit allem d’accord, aber nicht damit: Bitte nur einen Sargnagel für Frau Merkel’s Karriere, nicht sie selbst… ;-)

96) sk8erBLN, Mittwoch, 02. März 2011, 09:14 Uhr

Wie realitätsfern ist Merkel eigentlich?

O-Ton Merkel
“So viel Scheinheiligkeit und Verlogenheit war selten in Deutschland.
Der Opposition gehe es nicht um den Erhalt der wissenschaftlichen Werte, sondern vor allem um die Schwächung der Union. „Wir müssen uns von niemandem erklären lassen, was Anstand und Ehre in unserer Gesellschaft sind.“”
Auf einer Wahlkampfveranstaltung in BW.
http://www.welt.de/politik/deutschland/article12674441/Merkel-attackiert-verlogene-Guttenberg-Gegner.html
Wo sie Recht hat hat sie Recht. Blöd nur, dass die oberverlogenste Merkel selbst ist in dieser Sache. Die Diskrepanz zwischen ihrer eigenen Rede zum Schutz geistigen Eigentums aus 2008 lässt sich so gar nicht in Kongruenz bringen mit ihren aktuellen aussagen. Ihre rotzfreche Ignoranz gegenüber tausenden Wissenschaftlern verschlägt einem den Atem. Ihr lächerlicher Versuch der Persönlichkeitsaufspaltung in den privaten Betrüger und den honorigen Minister. Mich hat die dreiste Wissenschaftsverachtung und der Werte Opportunismus von großen Teilen der konservativen politischen Elite unglaublich wütend gemacht, wenn gleich nicht wirklich überrascht.

Und in forderster Front, nachdem ihr Liebling abgetreten wurde (Freiwillig geht anders), erdreistet sich die Kanzlerin selbst über Verlogenheit und Scheinheiligkeit zu lammentieren? Sie, die aus Oppotunitätsgründen, weil sie auf dem besten Wege ist eine Wahl in BW zu vergeigen, wie ein Klammeraffe an am unhaltbaren Minister klebte und die Wissenschaftler und den Wissenschaftsstandort D im Regen stehen ließ? DAS ist Scheinheiligkeit und Verlogenheit pur!

Wie dummdreist ist das denn?

97) EStz, Mittwoch, 02. März 2011, 09:40 Uhr

@deraxel

>>Unter dem Strich ist es eine Schade das so ein Politiker wegen solch einem Fehler in seiner Vergangenheit zurück getreten ist. (Was ist eigentlich mit Schwarzgeld-Schäuble?)

Wenn vermutlich die Hälfte seiner Doktorarbeit aus Plagiaten besteht, dann hat das nichts mit “fehlenden” Fußnoten zu tun oder mit einer “vergessenen” Passage, die zufällig den Weg in seine Arbeit fand. Und dass einer wie er (“Ehrlichkeit”, “Aufrichtigkeit”), ertappt, so tut, als sei ihm das passiert. (“Als mein Baby im Hintergrund weinte, habe ich aus Versehen die falsche Taste gedrückt. das können Sie doch meinem Kind nicht vorwerfen; und wer soll sich jetzt um die toten Soldaten kümmern”). Das geht so nicht.

>>Der Aufstand der Zwerge war erfolgreich.
Ein nennenswerter Teil der Bevölkerung war empört, und auch die Zehntausende Studenten, Doktoranden, Wissenschaftler etc können Sie da nicht reinpacken.

Aber viele der kleingeistigen Politik-Zwerge freuen sich, wenn auch ohne Grund. Zu Guttenberg hat beispielsweise in meinen Kindern mehr Politikinteresse geweckt, als mir das in jahrelangen Bemühungen gelang. Ein zu Guttenberg, hätte er dem selbst erstellten Bild entsprochen, wäre allein dadurch wichtig für Deutschland gewesen. Der Herr zu Guttenberg, wie er sich in realiter darstellt, ist das leider nicht.

98) rollinger, Mittwoch, 02. März 2011, 09:46 Uhr

Wegen “Er wird wieder kommen, nichts ist älter als die Zeitung von gestern”. Aber wir sind weiter. Das Internet vergisst nie.

Das mag für die alten Medien gelten, aber diesem la war die [O-Ton Guttenberg]”mediale Taktrate ” sehr hoch. Außer man baut noch ein paar Netzsperren ein, aber das ist ja grade wieder ein Gespräch..
Danke liebes Internet, für die hohe Taktrate und Kanalisierung.

99) M.M., Mittwoch, 02. März 2011, 10:19 Uhr

Eine “Grosse Kabinentsumbildung” würde Frau Merkel auch nicht retten, da sie sich wie ein “Hamster im Rad” befindet. Ein Bild was Frau Merkel übrigens gegen Ende der Regierung Schröder immer gebraucht hat um Alt-Kanzler Schröder zu charakterisieren. Nun ist sie selbst von diesem Phänomen betroffen.

Ich denke, die besten Leute an der Basis der CDU wurden verprellt und brüskiert durch Merkels Papstkritik, die Merkel sich anmasste. Merkel hat selbst für einen Keil in der eigenen Partei gesorgt. Niemand anderes als sie selbst meinte auf diese klugen katholischen Leute verzichten zu können. Die Anmassung ging damals schon los und setzt sich auf anderen Gebieten heute weiter fort.
Sollte Merkel sich für diese Papstkritik entschuldigen, was niemand mehr für möglich hält, würden hunderte ehemalige Mitglieder wieder in die CDU eintreten und Merkel helfen. Sie aber ignoriert diese “Leute” und glaubt an ein “weiter so”. Ein Slogan der CDU unter Helmut Kohl: “Weiter so Deutschland”.

Beratungsresistent würden Sie das Verhalten Merkels nennen, Herr Spreng.

100) StefanP, Mittwoch, 02. März 2011, 10:24 Uhr

@theo

In dem Moment, wo die Vorwürfe wegen plagiatierter Stellen in seiner Promotionsarbeit puplik wurden, setzte sich ein Zug in Gang, der nur ein Ziel hatte. Wo sonst macht sich das Netz die Mühe, akribisch zu einem einzigen Sachverhalt verbunden mit einer einzigen Person Hinweise und angebliche Belege zu sammeln – und es dabei auch nicht so genau zu nehmen? Vor einer Woche schrieb der Spiegel in seinem Leitartikel und benannte über 180 Stellen von WikiPlag, während die eigenen Journalisten mit einem gewissen Know-how und Anspruch gerade auf ein Drittel kamen (was zum Betrugsvorwurf längst reicht, aber auch die Stoßrichtung der Teilnehmer bei WikiPlag zeigt).

Rechtsstaatlichkeit zeichnet sich durch Anklage und Verteidigung aus. Im Falle zu Guttenberg gab es fast nur Ankläger und bis auf den Angeklagten selber und die BILD keine echten Verteidiger. Gleichzeitig schwingen sich die Ankläger zum Richter auf – wo gibt es das? Richtig, da wo der Rechtsstaat fern ist. Für mich ist unter solchen Gesichtspunkten das Netz das Gegenteil von dem, was es vorgibt: unehrlich, heuchlerisch, parteiisch, undemokratisch.

Wer ein bisschen Gefühl für menschliche Empfindungen hat, wusste, dass niemand ein solches Trommelfeuer dauerhaft aushalten kann. Wenn Ihre (einzige) Verfehlung Tag für Tag Gegenstand von Talkshows und Nachrichten ist, im Internet die Beschimpfungen nicht mehr zu zählen sind, dann bricht jeder irgendwann. Das hat zu Guttenberg in seiner Rücktrittsrede durchaus ehrlich auch so genannt – was ihm wieder nicht geglaubt wird. Wie unerbittlich ist da das Internet? Guttenberg ist aus persönlichen Gründen und Motiven zurückgetreten, das hat nichts mit “bestelltem Haus” und “Respekt vor den toten Soldaten”, aber auch kaum etwas mit mittel- und langfristigen Karriereerwägungen zu tun.

Gregor Gysi hat neben den in solchen Zusammenhängen üblichen Floskeln als Oppositionspolitiker die wärmsten Worte gefunden, in dem er selbst eine Rückkehr von Guttenberg in die politische Arena für leicht möglich hielt. Ich schätze den Chef der Linkenfraktion seit vielen Jahren aus guten Gründen, obwohl man in problemlos mit dem Begriff des Populisten belegen kann. Mit seinen Ansichten steht er mir politisch fern, doch als Person, als Charakterkopf, ja auch in seiner Arbeit hatte er immer mehr als meinen Respekt. Das, obwohl er möglicherweise Mandantenverrat begangen und sich vielleicht mit einem diktatorischen Regime mehr als nötig eingelassen hatte.

Diesen Respekt Andersdenkenden gegenüber, ja auch die Rücksichtnahme ab einem gewissen Punkt vermisse ich oft.

101) heisenberg, Mittwoch, 02. März 2011, 11:04 Uhr

Guttenbergs Rücktritt ist für ihn gleichzeitig eine Chance. Das Volk will ihn weiterhin, würde ihn in Zukunft auch wieder wählen. Und angreifbar wäre er dann aufgrund seinen Rücktritts, mit dem er die Konsequenzen aus der Plagiatsaffäre gezogen hat, nicht mehr.

102) 20plusfuture, Mittwoch, 02. März 2011, 11:09 Uhr

@Frankilein66

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Lernen wird daraus niemand. Das was nunmehr diskutiert und aufgearbeitet werden müsste, wird unter den sprichwörtlichen “Teppich gekehrt”.

Oder wird sich in 3 Wochen noch dafür interessiert werden, wer über Doktorarbeiten entscheidet.
Oder was in Doktorarbeiten alles niedergeschrieben wird.
Oder ist irgend ein x-beliebiger Dozent an einer x-beliebigen Uni ein besserer Dozent, nur weil er über
ein x-beliebiges Thema ( was wirklich niemanden so richtig interessiert) geschrieben hat.

Sollten wir speziell in Deutschland nicht endlich aufhören unser Fortkommen immer und immer wieder nur auf das fragliche Gerüst eines x-beliebigen Titels zu stellen? Darum geht es, nur sagen darf man es nicht.

Mit den von mir aufgestellten Thesen habe ich weiss Gott nur wenige Sympathisanten. Werde mich aber trotzdem nicht in den Strom eingliedern, never!

103) Benjamin, Mittwoch, 02. März 2011, 11:15 Uhr

Der Rücktritt hätte schon letzte Woche erfolgen müssen oder er hätte nun auch durchhalten müssen – den jetzigen Zeitpunkt empfinde ich als sehr gewöhnungsbedürftig, offenbar haben die Nerven nicht mehr mitgespielt. So sind seine Anhänger enttäuscht, die Kritiker sehen dies (zu Recht, wie ich finde) nicht als ehrlichen Abgang aufgrund der offensichtlichen Verfehlungen.

Sicherlich hat Guttenberg menschlich unter der Affäre gelitten, aber man sollte daran erinnern, dass dies seine eigene Schuld ist, da er nie Tabula rasa gemacht hat und Werte eingefordert hat, für die er selbst nicht in dem erforderlichen Maße einstand. Die Lobeshymnen auf seine Ministertätigkeit kann ich auch nicht nachvollziehen, da es doch völlig offen ist, ob die Reform der Bundeswehr so machbar ist und am Ende auch erfolgreich ist. In der Abschiedsrede war wieder viel Pathos vorhanden, eine wirkliche Demutsgeste, als die er seinen Abschied ja inszeniert hat, vermisse ich. Dafür wurde subtil, aber erkennbar, der “medialen Taktfrequenz” eine Mitschuld gegeben, der er sich nun beugen müsse. Und das von einem Mann, der die mediale Inszenierung bewusst mitgetragen hat; es hätte ihm klar sein müssen, dass das Pendel auch umschlagen kann.

Merkels und Seehofers Kalkül, durch das halten von zu Guttenberg noch zu profitieren, ist nicht aufgegangen. Das ist gut, denn wenn wertkonservative Parteien derart leichtfertig mit solch einer Causa umgehen, kann das am Ende kaum gut gehen. Für die politische Kultur ist es am Ende m. E. auch besser, wenn kein so starkes Blendwerk den politischen Alltag prägt, mit einem sich selbst inszenierenden und inszeniert werdenden Minister. Guttenberg mag denn aber, wenn er es denn will, vielleicht in ein paar Jahren wieder in die Politik gehen kann, nur dann nicht mehr als medialer Hype und hoffentlich ein wenig mehr in sich gekehrt. Das würde dann eher Respekt verdienen.

104) Heike, Mittwoch, 02. März 2011, 12:04 Uhr

Ich finde nicht, dass er bei der Rücktrittsrede demütig wirkte, eher trotzig wie ein ertappter Schüler beim Abschreiben. Er hätte zuvor mal lieber die Rede von Frau Käßmann studiert, die wahrhaft demütig und ohne Geziere und abwälzen von Schuld war.
All jene, die ihm nun nachweinen, weinen ja gerade keinem Politiker hinterher sondern einem Superstar der rausgevotet wurde.
Nicht, dass ich persönlich die Illusion hätte, dass andere Politiker ohne Fehl und Tadel sind, so werden sie doch an ihrer politischen Arbeit gemessen.
Was mir richtig Angst macht, ist ein Politiker, der an seinem Glamour, seiner gut aussehenden Frau und aufgrund seines Images in den Boulevardblättern gemessen wird.
Hatten wir nicht schon mal einen, der sagen konnte was er wollte und das Volk jubelte ohne nachzudenken?
Wo bitte sind die herausragenden Erfolge des Herrn zu Guttenberg? Was hat er tatsächlich geleistet?
Ich fürchte, diese Fragen werden auch bei seinem ganz sicher stattfindenden Comeback keine Rolle spielen.

105) Julius Census, Mittwoch, 02. März 2011, 12:19 Uhr

Für Alle hier die dem K.T. z G. nachtrauern hier ein Zitat von Ihm:

„Die Sicherung der Handelswege und der Rohstoffquellen sind ohne Zweifel unter militärischen und globalstrategischen Gesichtspunkten zu betrachten“

Diese Einstellung war Auslöser des 1. und 2. Weltkrieges und mich Schaudert es so einen Satz von einem Deutschen Verteidigungsminister gehört zu haben.

Wir sollten froh sein das er weg ist … egal aus welchem Grund.
Und hoffen das er nicht wieder kommt oder jemand es ihm gleich tun möchte.

106) albertus 28, Mittwoch, 02. März 2011, 12:51 Uhr

Manfred Lütz “IRRE–wir behandeln die Falschen”.

Was sich seid ca zwei Wochen an medialem Tsunami in Deutschland abspielt,stellt sowohl den Fall der Mauer als auch den Zusammenbruch des Ostblocks weit in den Schatten.

Vielleicht müsste Merkel mit einer wissenschaftlichen Hilfskraft acht nichteheliche Kinder zeugen,
oder Putin mit Merkel nach Florida durchbrennen,
oder BenedktXVI heiratet Frau Käßmann und Gauck traut diese Paar in Las Vegas,um auch nur Abklapps dieses medialen Irrsin zu erzeugen.
Zur Erinnerung,ein Bundesminister tritt nach Betrugsvorwürfen zu spät zurück;ein Strafverfahren wird vermutlich anhängig sein.Soweit,so gut,oder schlecht.
Hierzu siehe oben.

107) Benjamin, Mittwoch, 02. März 2011, 14:45 Uhr

Nebenbei: dass de Maizière nun neuer VM wird, begrüße ich einerseits – denn ich halte recht viel von ihm; dasselbe kann ich von keinem anderen Minister im Kabinett sagen (vielleicht mit Einschränkungen noch Schäuble) -, andererseits finde ich es schade, dass wir einen Innenminister verlieren, der weitgehend aufgeklärt und unaufgeregt agierte (das nur als kleine Spitze gegen Schäuble in dieser Position).

Ich traue de Maizière die Bundeswehrreform auch durchaus zu – er ist dafür wohl auch der bessere Kandidat als sein Vorgänger (da mehr Arbeiter und weniger Show). Warten wir es also mal ab, was für konkrete Vorstellungen nun entwickelt werden.

108) hojo, Mittwoch, 02. März 2011, 14:52 Uhr

@sk8erBLN “So viel Scheinheiligkeit und Verlogenheit war selten in Deutschland” – ich habe das heute morgen im Radio gehört und dachte, “das Angi” hat ihr Problem erkannt und redet über KT. Aber erst danach merkte ich, dass sie damit die Opposition meint…

109) Doktor Hong, Mittwoch, 02. März 2011, 16:02 Uhr

@ meine Meinung, Dienstag, 01. März 2011, 22:36 Uhr

Nein, man muss keinen Doktortitel haben, um die ganze Diskussion zu verstehen.

Stellen Sie sich vor, Sie kaufen sich eine Kiste Bier, etwas teurer, von Ihrer Lieblingsbrauerei, aber in Wahrheit hat jemand Billigbier aus China abgefüllt – mit Industriegiften verseucht – und die Flaschen umetikettiert. Fänden Sie das in Ordnung? Und meinen Sie nicht, ein solcher Vorgang würde dem Ruf der Brauerei immens schaden?

Oder Sie kaufen sich für 10.000 Euro eine Breitling, aber in Wahrheit ist es ein chinesischer Abklatsch für 5 Euro, der jedesmal stehenbleibt, wenn Sie husten. Finden Sie das in Ordnung? Und würde das dem Namen Breitling nicht schaden?

Die Doktorarbeit soll den Nachweis erbringen, dass jemand eine wissenschaftliche Fragestellung selbstständig bearbeiten kann. Wir reden hier nicht vom Spickzettel bei einer Klassenarbeit, wir reden hier von mehreren Jahren harter Arbeit. Wenn hier jemand abschreibt und andere für sich arbeiten lässt, und das bleibt folgenlos:

Ist das gerecht gegenüber all denjenigen, die jahrelang hart arbeiten und netto weniger haben als die Chefsekretärin, obwohl sie doppelt so lange arbeiten und für den Chef Übungen halten, ihn in den Vorlesungen vertreten, wenn er nicht da ist, Übungen und Klausuren korrigieren, Studenten in den Sprechstunden helfen, evtl. selber ein kleines Kind haben, und über alledem noch ihre Forschungsarbeit vorantreiben? Finden Sie den Gutenbergschen Vorgang in Ordnung gegenüber all denjenigen, die ehrlich dafür arbeiten?

Und so einer soll uns was von Ehre und Aufrichtigkeit erzählen?

Es braucht keine Doktorarbeit, es braucht einfach einen intakten Begriff von Anständigkeit.

Gestern musste ich laut auflachen, als Merkel sagte, niemand müsse der CDU die bürgerlichen Werte und Anstand erklären. Offenbar muss man das sehr wohl!

Würden Sie einem Handwerksmeister vertrauen, der von nichts eine Ahnung hat, aber sich den Meistertitel erschlichen hat?

110) deraxel, Mittwoch, 02. März 2011, 17:28 Uhr

@Erika

Einen Autohersteller der sich nicht durch den Verkauf von Autos finanzieren kann und nur durch Staatsgelder überlebt brauchen wir in Deutschland nicht.

111) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 02. März 2011, 18:53 Uhr

Es wäre nun folgerichtig und überfällig für das Land, wenn Merkel mitsamt der Interessenvertretung FDP nun auch zurückträte.
Nach der Plagiatsaffäre stehen nun die Hämmer an, die es zu bewältigen gilt: Die kommende Pleitewelle in den Eurostaaten, die vermurkste Gesundheitsreform, die Bundeswehrreform völlig unausgegoren, der Aufschwung, der nur eine kurzlebige Seifenblase sein wird, der vermurkste Umbau des Sozialstaates, explodierender Ölpreis durch gierige Spekulanten, ungelöste Energieprobleme auf dem Strommarkt, die zu erwartende Flüchtlingswelle aus Afrika und den Maghrebstaaten usw.usw. Alles Baustellen, die nicht nur unser Land, sondern ganz Europa betrifft.
Eine Neuorientierung der politischen Kräfte steht an: Falls die nicht erfolgt, und die gleichen Figuren es sind, die in Verantwortung stehen, dann Gnade uns Gott! Merkel und ihre Truppe können nicht Kanzler. Das Land braucht eine Frischzellenkur. Und da stört die alte, abgewrackte Nomenklatura!

112) Mathilde, Mittwoch, 02. März 2011, 19:08 Uhr

“Ansonsten war seine Rücktrittserklärung von der Demut geprägt, die er so lange versäumte.” Hab ich was überhört oder überlesen? Von Demut war da für mich nichts zu erkennen. Ich fand den Rücktritt erbärmlich und feige. Und überfällig war er sowieso.

113) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 02. März 2011, 19:13 Uhr

Und noch ein Nachtrag für alle Merkel-Fans: Wenn es mal wieder um die Erhöhung der Hartz IV-Regelsätze gehen wird, weil die jetzige Regelung wieder vom Bundesverfassungsgericht gekippt wird, dann möchte ich vorsorglich, bevor das Geschrei bei den “Leistungsträgern” wieder losgeht, auf folgendes hinweisen: Von Ende 2009 auf Ende 2010 sind die Schulden um 304,4 Milliarden € gestiegen. Das ist ein granatenmäßiger Schuldenzuwachs, wie es Deutschland noch nier erlebt hat binnen kürzester Zeit. D.h., wir haben nun nicht mehr 1,7 Billionen Schulden, sondern aktuell 2,0 Billionen. Und ich möchte darauf hinweisen, dass ein großer Teil dieses Schuldenzuwachses auf Hilfsmaßnahmen für die beiden Banken HRE und WestLB zurück zu führen sind, (keineswegs systemrelevante Banken) und nicht durch üppige Hartz IV-Zahlungen. Das Geld hat Merkel buchstäblich zum Fenster rausgeworfen. Schon deswegen soll, muß(!) sie zurücktreten. Sie hat dem Land ungeheuren Schaden zugefügt, mit Folgen, die noch gar nicht in ganzer Tragweite abzusehen sind.

114) Andreas, Mittwoch, 02. März 2011, 20:37 Uhr

Stichwort Politikverdrossenheit … wo Schatten ist, ist auch Licht. Wäre es nicht sinnvoll, jetzt diejenigen Leute zu ehren und über diejenigen zu reden, die sich anständig verhalten haben? Hilft das nicht auch, die Menschen wieder für Politik zu begeistern, statt die eingetretene Enttäuschung jetzt noch breit zu treten?

Norbert Lammert habe ich über die Jahre als integren Mann schätzen gelernt. Auch wenn ich linksliberal bin, so ist Lammert einer der wenigen, vielleicht der einzige in der CDU, den ich als Kanzler guten Gewissens akzeptieren könnte. Zu bedauerlich, dass er das Kanzleramt wohl nicht anstrebt.

Annette Schavan muss sich regelrecht befreit gefühlt haben, nach ihrer Kritik. Ich kann mir vorstellen, dass ihr dies helfen wird, sich von Angela Merkel abzukoppeln, ihr öfter mal zu widersprechen, sich selbst ein Profil aufzubauen. Bis 2013 sind zwar nur noch zwei Jahre, das ist kaum Zeit, um eine Basis in der CDU aufzubauen. Aber sie könnte und sollte ein größeres politisches Gewicht in der Union anstreben.

@ meine Meinung:
Eine Doktorarbeit ist mehr als nur irgendeine schriftliche Hausarbeit, viel mehr. Wenn man an etwas über so viele Jahre hinweg arbeitet, so wird es zu einem Spiegel der Persönlichkeit. Was sagt dieser Spiegel über den Autor aus, wenn in der Reflexion nicht er selbst, sondern 120 fremde Menschen erscheinen?

115) Winfired, Mittwoch, 02. März 2011, 21:23 Uhr

Ob Sargnagel oder nicht, was nach Merkel kommt wird einfach wieder eine Spur schlechter sein. Hauptsache die Leute lassen sich ablenken von der Systemfrage, die Fiskalisch vor der Explosion steht!
Die friedliche Lösung ist aber möglich, nur entscheiden keine Politiker über diese Systemebenen, sondern die Herren des Geldes. Der Ansatz der Lösung heißt Freiwirtschaft, wer sie politisch in die Hand nimmt wird gewinnen!

http://tinyurl.com/ynq2nh

116) Seb, Mittwoch, 02. März 2011, 22:54 Uhr

Herr Spreng,

ich leide gerade mit Ihnen ob Ihrer Gesprächspartner in “Hart aber fair” (und zwar ob ALLER Gesprächspartner in dieser Sendung – abgesehen von Herrn Plasberg).

117) glasauge, Mittwoch, 02. März 2011, 23:38 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

in der Rücktrittserklärung, sie ist ein herrausragendes Beispiel für sublimen Populismus, wird Demut nur geheuchelt. Ihren Hinweise auf den Rollenwandel des Herrn z. G. vom Symbol konservativer Werte zum Symbol des Werteverfalls, die Sie in der Plasbeck-Sendung wiederholt haben, stimme ich uneingeschränkt zu. Die Sehnsucht des “einfachen Volkes” nach zu Guttenberg ist ein Symptom der Sehnsucht nach Führung, die zugleich die eigene Verantwortung abgibt. Ein Politiker, der sich wie andere vor ihm, aber mit weitaus größeren Erfolg, von dem Rest seiner Klasse distanziert, kann nicht auf deren Solidarität setzen, vor allem dann nicht, wenn er für sich keine Rolle “unter Gleichen” akzeptieren will.

118) RCB, Donnerstag, 03. März 2011, 00:35 Uhr

Ich verstehe nicht, warum KTzGuttenberg rungum von Allen immer als so großes politisches Talent herausgestellt wird. Da ihm große Taten, genauer gesagt politische Erfolge weder als Finanz-, noch als Verteidigungsminister nachzuweisen sind, zudem er an kleineren und größeren Fehlern bis hin zum abschließenden Abgang immer Anderen die Schuld gab, bleibt als Rest seine Image eigentlich nur die “gute Figur, Eloquenz, gute humanistische Bildung und jugendlicher Elan”.

Wenn das heute ausreicht, um eine außergewöhnliche politische Begabung nachzuweisen, müsste man jeden sprachgewandten, einigermaßen gut aussehenden Hochstapler (Typ: Felix Krull) dazu animieren, sich ab sofort politisch zu betätigen und ihm eine außergewöhnliche Karriere in Aussicht stellen.

Ist es nicht so, dass gerade von solchen “Menschen- und Stimmenfängern” große Gefahr ausgeht, weil die Bevölkerung in solchen Fällen offenbar jede Kritikfähigkeit verliert? Gerade wir Deutschen sollten, zumindest bei politischen Lichtgestalten besonders sorgsam nach den Inhalten suchen und uns nicht von Äußerlichkeiten blenden lassen. Das sind wir unserer Geschichte schuldig.

Es wird sich herausstellen, wie KT mit dem Ursprung seines Rücktritts umzugehen lernt und in welcher Forem er sich künftig dazu äußern wird. Ebenso bleibt abzuwarten, ob und ggf. welche rechtliche Folgen sich aus seiner versemmelten Dissertation noch für ihn ergeben und nicht zuletzt ist auch noch nicht erwiesen, ob die von ihm angeleierte Bundeswehrreform, für die er so viele Vorschusslorbeeren erhalten hat, überhaupt umsetzbar sein wird. Erst dann und sicher nicht vor in fünf Jahren, könnte sich vielleicht ein völlig anderer, geläuterter Karl-Theodor zu Guttenberg wieder um ein politisches Amt bewerben. Früher nicht!

119) Marita, Donnerstag, 03. März 2011, 00:47 Uhr

Zitat: “Ansonsten war seine Rücktrittserklärung von der Demut geprägt.”

Das habe ich im ersten Moment auch so empfunden. Mit etwas Abstand denke ich aber, dass er sich nur selber Leid getan hat. Ich fürchte, er hat wenig begriffen. Sollte das so sein, hoffe ich auch, dass er nie zurückkommt. Sollte er aber tatsächlich was aus der Sache gelernt haben, könnte er zu einem späteren Zeitpunkt möglicherweise in einem zweiten Anlauf ein brauchbarer Politiker werden.

P.S.: Ihr Auftritt bei Plasberg, Herr Spreng, hat mir sehr gut gefallen.

120) Wilhelm Bauer, Donnerstag, 03. März 2011, 01:04 Uhr

Danke für die erhellenden, klar gefassten Gedanken, Herr Spreng.
Es ist wirklich bodenlos, aber auch tragisch, was sich da mit diesem und durch diesen Herr Guttenberg bisher abgespielt hat. Er sollte jetzt innehalten und zu sich kommen.

121) Kleinohh, Donnerstag, 03. März 2011, 01:40 Uhr

Ich kann bei der Merklin mir heute kaum mehr vorstellen, das ich die mal fürn Politiker noch ganz “ok” fand, In den letzten Wochen war auch sie nur noch “ekelhaft”. Die Rede in Karlsruhe.- eine Unverschämheit. Als würde sie dafür bezahlt, jegliche Achtung vor der Politik und deren Protagonisten komplett und dauerhaft zu zerstören.
Der Blog zählt übrigens zu meinen absoluten Favoriten.

122) Eduard, Donnerstag, 03. März 2011, 07:00 Uhr

“Solange zu Guttenbergs Band zu seinen Fans hält (gepflegt von den Fanorganen BILD und “Bunte”), solange ist er unstürzbar.” – O-Ton M. Spreng am 26.2.2011 auf “Sprengsatz”

Wer sich in seinen Analysen binnen Wochenfrist so fundamental selbst widerspricht, könnte auch mal demütig (!) fragen, ob er selbst der Aufgabe noch gewachsen ist, anderen die Welt zu erklären…

123) a.ehlers, Donnerstag, 03. März 2011, 08:28 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng!
Ihre oben Bericht habe ich gelesen. Ihre darin geäußerte Meinung haben sie auch bei Hart aber Fair geäußert. Ich muß zugeben, dass ich darüber sehr entsetzt bin. Sie äußerten sich bei Hart aber Fair dahingehend, dass die “Guttenbergfans” nur zu ihm halten, weil sie ihn als Popstar sehen. Das ist schon fast beleidigend. Sie unterstellen somit, dass wir nur den Baron mit den gegelten Haaren sehen. Das ist komplett falsch. Ich habe mich durchaus mit seinen politischen Tätigkeiten beschäftigt. Er hat seinen Job sehr gut ausgeübt. Natürlich hat er darin auch Fehler gemacht. Aber er ist darin Mensch geblieben und hat dazu gestanden! Seine Rücktrittsrede war nicht geschacklos. Sondern wie sie von ihnen interpretiert wird. Man kann, wenn man es will und so geschickt ist wie sie, jede seiner Aussagen umdrehen.
Wir einfachen Leute denken normal ohne jeden ihrer Hintergedanken! Zu ihren Äußerungen im Fernsehen möchte ich einfach sagen, dass sie überwiegend altmodisch sind. Ich bin auch nicht dafür, dass alles moderne gemacht werden sollte. Ihnen sollte aber auch klar sein, dass Herr zu Guttenberg durch sein Auftreten und seine Art wieder viele Menschen, vor allem Junge, dazu gebracht hat wieder über die Politik nachzudenken. Natürlich hat er mit seiner Doktorarbeit einen Bock geschossen. Aber das mindert in keinem Fall seine Arbeit. Die wird in den Diskussionen meistens außen vor gelassen. Die Werte die sie erwähnen sind zwar richtig, aber was ist mit dem Wert des Verzeihens? Bei dem hohen Stellenwert, den seine Arbeit bis heute hatte, ist die Verfehlung dazu in meinen Augen als gering einzustufen.
Ich glaube was Menschen wie sie ärgert ist, dass da ein junger Schnösel herkommt und die Menschen wieder für Politik interessiert, und sie das nie geschafft haben. Ich weiß, dass ältere Menschen wie sie nicht gerne neues zulassen. Nach dem Motto: “Das haben wir immer schon so gemacht”.
Ich bitte sie über ihre falsche Moralvorstellungen nachzudenken.

124) Karen, Donnerstag, 03. März 2011, 08:31 Uhr

Im Gegensatz zu vilen anderen Kommentatoren empfand ich ihren Plasberg Auftritt beschämend und entlarvend. Sie haben es ja nicht einmal geschafft gegen ein Fliegengewicht wie Kerner zu punkten. Der Blick in Ihre Augen verdeutlicht den offensichtlichen Grund. Gönnen Sie sich eine Auszeit, ärztliche Beratung… und kommen dann in alter Stärke zurück.

125) Erika, Donnerstag, 03. März 2011, 09:01 Uhr

@deraxel

Na, dann schaffen wir doch einfach das Dienstwagenprivileg mal ab, dann können wir sehen, wie bei uns Autofirmen ohne Steuergelder überleben. Aber darum ging es nicht.

Opel konnte überleben, Steuergelder wurden nur vorübergehend gebraucht und sind inzwischen zurückgezahlt. Also im Ergebnis war die “Nicht-Guttenberg-Lösung” wohl richtig. Was bei der Guttenberg-Lösung das Ergebnis gewesen wäre, wieviel mehr Arbeitslosigkeit entstanden wäre, wissen wir nicht!

126) Skado, Donnerstag, 03. März 2011, 10:03 Uhr

Der 1.März Tag der NVA – erstaunlich, welchen Tag sich zu Gutenberg für seinen Rücktrit ausgesucht
hat ist im Blog wohl noch niemand aufgefallen .
NVA und KT beides Geschichte .

127) Horst K., Donnerstag, 03. März 2011, 10:04 Uhr

Man hat es gestern deutlich gesehen. Es gibt zwei Gruppen von Menschen, die sich vom Volk abgekoppelt haben. Dies sind zum einen die Politiker, die oft nicht mehr Volkes Meinung vertreten (75% Ablehnung Afghanistan) und es sind zum anderen die Journalisten, die ganz nach Belieben agieren, ohne Rücksicht, ohn Skrupel und eben ohne die Stimme des Volkes zu sein.

Die mediale Welt hat sich nicht nur aus ihrer eigentlichen Verantwortung gestohlen, sondern ist inzwischen zum Sargnagel einer funktionierenden Demokratie geworden.

128) Politikverdruss, Donnerstag, 03. März 2011, 10:13 Uhr

Herr Spreng, den letzten Satz von MdB Bosbach(Sendung:Hart aber fair) Ihnen gegenüber fand ich sehr treffend!

129) Jesus, Donnerstag, 03. März 2011, 10:19 Uhr

Sie schreiben, Guttenbergs Verhalten sei ekelhaft und dass er ”zurückgetreten wurde” durch einen ”Selbstreinigungsprozess”(das Wort errinert mich fast ein wenig an das ‘Fachvokabular’ aus NS-Zeiten…)
Aber wenn ich mir Ihre Fresse im Fernsehen angucke, so denke ich mir, aus Ihnen spricht der reine Neid.
Sie sind neidisch auf die Redegewandtheit und das zweifellos gute Aussehen von KTzG. Beides Eigenschaften, die Sie, zweifellos, nicht besitzen.

Ich weiß nicht, wieso ausgerechnet Sie ständig als Experte eingeladen werden, um dann mit eintöniger, ermüdender Stimme Ihre uninteressante Meinung kundzutun.

Ich hoffe, dass ich Ihre fischartige, ständig alkoholisiert wirkende Visage nie mehr im Fernsehen ertragen muss.

MfG

Mr. J.

130) C.Weyhmann, Donnerstag, 03. März 2011, 10:23 Uhr

Eine ‘Analyse’ soll Ihr Artikel sein? Ein beschämendes Hass-Pamphlet würde ich es eher nennen. Sie hätten einen trefflichen ‘Stürmer’-Journalisten abgegeben.
Wo sind Ihre ehrenwerten Verdienste, dass Sie sich so weit nach vorn wagen und anmaßende Urteile verkünden? Ein mieser Zeitungsschreiber, mit einer wenig brillianten Biographie und der Ausstrahlung eines Mallorca-Bierzelt-Kunden.

EKELHAFT!

131) Gorm Grymme, Donnerstag, 03. März 2011, 10:35 Uhr

Wenn zu Guttenberg behauptet, er habe nicht früher zurücktreten können, da er die drei toten Soldaten noch ehrenvoll zu Grabe zu tragen hatte, dann ist pure Heuchelei.
Er hatte kein Problem, in Afghanistan, wo deutsche Soldaten sterben, mit dem unerträglichen Johannes B. Kerner ein Medienereignis zu inszenieren.

132) EStz, Donnerstag, 03. März 2011, 10:53 Uhr

@ J. Degruyter
>> Die politischen Gegner auf der linken Seite versuchen jetzt wie gewohnt auf billigste Weise Kanzlerin Merkel zu schaden.
Ja, das werden sie, auf billigste Weise; genau so, wie sie es immer getan haben, wie sie es in Zukunft immer wieder tun werden – und wie es im umgekehrten Fall CDU, CSU und FDP immer wieder getan haben und auch in Zukunft immer wieder tun werden.

@StefanP
>> In dem Moment, wo die Vorwürfe wegen plagiatierter Stellen in seiner Promotionsarbeit puplik wurden, setzte sich ein Zug in Gang, der nur ein Ziel hatte. Wo sonst macht sich das Netz die Mühe, akribisch zu einem einzigen Sachverhalt verbunden mit einer einzigen Person Hinweise und angebliche Belege zu sammeln…

Da liegen Sie meiner Meinung nach falsch – das Internet funktioniert nicht nach klaren Regeln und Kriterien wie “links” und “rechts” à la CDU und SPD, sondern eher nach “Ihr da oben, wir hier unten”. Es gibt auch keine Meinungs-Blockbildung wie in den großen Parteien. Da jeder alles (anonym) sagen kann, setzt sich in der Regel die (meist rüde formulierte) Mehrheitsmeinung der Netzaktivisten durch – welche auch immer das ist. Auf eine gewisse Weise sehr basis-“demokratisch”, aber in der Regel auch sehr destruktiv.
Außerdem haben auch die Guttenberg-Anhänger das Netz sehr heftig genutzt, beispielsweise über Facebook eine erhebliche Beeinflussung der veröffentlichten Meinung zu erreichen versucht und an einigen Stellen durchaus Eindruck hinterlassen (eine Suche nach mehr nicht-plagiierten Stellen hätte hier ja wohl auch nicht den erwünschten Erfolg gebracht).

Und wenn sich eine “schillernde” SPD-Figur so etwas geleistet hätte – glauben Sie allen Ernstes, der wäre verschont worden? Abwarten…. Ich denke, dass im Hintergrund bereits ‘zig Doktorarbeiten bekannter Politiker querbeet durch alle Parteien und Wirtschaftsbosse nach ähnlichen Kloppern durchforstet werden.

133) Frankilein66, Donnerstag, 03. März 2011, 10:58 Uhr

Nach der kruden Interpretationssystematik der Journalisten müsste die Ernennung von Thomas de Maiziere zum Verteidigungsminister eigentlich als Kritik der Kanzlerin an zu Guttenberg gewertet werden, ist er doch das genaue Gegenteil des zurückgetretenen.

Außerdem hat der Rücktritt einem uns nicht unbekannten Medienberater zu Fernsehpräsenz auf allen Kanälen verholfen. Allerdings ist alles von allen schon mehrmals gesagt worden und nun sollte es langsam mal gut sein. Zum Glück hat Herr Spreng bei Plaßberg auf den Begriff “ekelhaft” verzichtet und zu einem “unanständig” abgerüstet.

Es ist wie mit einem an sich lustigen Werbespot, wenn er zu oft durchs Programm genudelt wird, ist er irgendwann nur noch nervig und man kauft das Produkt erst recht nicht.

Heute beginnt in meiner Heimatstadt der “Fastelovend”, wir können uns also endlich wieder den wirklich wichtigen Dingen des Lebens zuwenden.

134) EStz, Donnerstag, 03. März 2011, 11:04 Uhr

@RCB
>> Ich verstehe nicht, warum KTzGuttenberg rundum von Allen immer als so großes politisches Talent herausgestellt wird.

“Talent” bedeutet nicht, dass jemand was geleistet hat, sondern dass die Anlagen da sind, etwas zu leisten. Von Intelligenz, Bildung, Entscheidungsfreude, Kompetenz, Verständnis der Materie und Einstellung zum Thema her hat es (meiner Meinung nach) seit Franz Josef Strauss keinen besseren Verteidigungsminister gegeben (bei beiden wiederum hätte man Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit nicht aufzählen können).

Sein Abgang war unvermeidlich. So blieb er leider nicht lange genug im Amt, um zu zeigen, was er wirklich drauf hat.

135) Horst Schmidt, Donnerstag, 03. März 2011, 11:42 Uhr

Also mal ehrlich werter Michael Spreng, wenn von und zu G. – wie Sie richtigerweise bei “Hart aber Fair” feststellen – den “Pressluftbohrer” (warum eigentlich nicht Hammer?) an das Fundament der CDU/CSU angesetzt hat und die Kanzlerin ihn dabei gewähren ließ, warum thematisieren Sie nicht diesen “Pressluftbohrereinsatz” dieser Dame aus der Uckermark am Fundament der Bundesrepublik Deutschland?
Selbst wenn viele -auch außerhalb der CDU/CSU – glauben dies sei ein und dasselbe, liegt mir die Bundesrepublik Deutschland mehr am Herzen als die CDU/CSU. Glaube Sie sehen das ebenso.

Also warum lassen wir diese Frau gewähren?

136) John Dean, Donnerstag, 03. März 2011, 12:06 Uhr

Mit dem Abtritt des talentierten Schmierenkomödianten ist nicht der große Verlust verbunden, der von denen befürchtet bzw. erhofft wird, welche die Rolle Guttenbergs überschätzten. Ein Minister, der sich erfolgreich als Celebrity vermarktet hat, mag zwar im Fall seines Abgangs eine Lücke hinterlassen – aber diese Lücke lässt sich sinnvoll füllen, gerade auch mit Politikern, welche einen anderen Stil pflegen. Man muss kein Schaumschläger sein, um beim Wahlvolk zu punkten.

Merkel hat jetzt zwei Politiker (Friedrich und de Maiziére) stärker ins Zentrum gerückt bzw. ins Licht der Ministerverantwortung, welche eher der Mitte zuzurechnen sind und einen eher bedächtigen, wohl überlegten Politikstil pflegen. Ich halte das für einen klugen Schachzug. Jedenfalls, das wird der SPD die Wiedereroberung der gesellschaftlichen Mitte schwerer machen.

Ich bedauere allerdings den Wechsel im Innenresort. De Maiziére hat hier prima Arbeit geleistet.

137) John Dean, Donnerstag, 03. März 2011, 12:15 Uhr

Nebenbei: Falls sich jemand am (zugegeben etwas aggressiven) Begriff “Schmierenkomödie” stören sollte – in einem aktuellen Blogbeitrag bei mir kann er dafür Belege finden:

http://dermorgen.blogspot.com/2011/03/nachkarten-gegen-guttenberg-superlative.html

Wer mit so viel Theaterdonner abtritt wie Guttenberg, der agiert imho unseriös.

138) Gerhard Seifert, Donnerstag, 03. März 2011, 13:40 Uhr

Werter Herr Spreng,

eigentlich muss man Ihnen ja heute noch dankbar sein, dass sie vor einigen Jahren durch ihre Beratung die Kanzlerschaft Stoibers verhindert haben ;-)

Aber im Moment kann ich nicht nachvollziehen, warum Sie, bei allem Verständnis für Ihre korrekte Analyse der Guttenbergschen Fehler und der sich daraus ergebenden Notwendigkeit seines Rücktrittes, ihn nun im Nachgang immer noch in Bausch und Bogen verdammen wollen. Insbesondere die gestern bei ‘hart aber fair’ nochmal bekräftigte Kritik an der Rücktrittserklärung finde ich unangemssen. Ich halte es für glaubwürdig, dass ihm die Trauerfeier für die ums Leben gekommenen Soldaten so wichtig war, dass er erst danach bereit war, über seinen Rücktritt zu entscheiden. Ihm vorzuwerfen, er habe das zum Selbstschutz instrumentalisiert, ist ein perfider Vorwurf, da man das Gegenteil niemals beweisen kann. Solche böswilligen Unterstellungen niedriger Motive werfen in meinen Augen auch kein gutes Licht auf die charakterliche Größe desjenigen, der diesen Vorwurf macht. Generell sollte man die Äußerungen von jemandem, der erkennbar (und nachvollziehbar) gerade innerlich sehr aufgewühlt ist, nicht auf die Goldwaage legen.

Zur Ihrer impliziten Prognose des baldigen Merkel’schen Niederganges: dieser wird ihr seit Beginn ihrer Kanzlerschaft in regelmäßigen Abständen prophezeit … als Realist neige ich zu der Ansicht, dass sie die Koalition bis zum Ende der Legislaturperoide zusammen hält, und sofern 2013 die SPD mit Gabriel als Kanzlerkandidat antritt, auch darüber hinaus im Amt bleibt – sofern sie das selbst will.

Ansonsten sind Prognosen schwierig, einen Rücktritt zu Guttenbergs hätte vor 4 Wochen wohl kaum jemand ernstfhaft für möglich gehalten, oder?

139) Maren P., Donnerstag, 03. März 2011, 13:58 Uhr

Es ist immer eine schwere Kommunikationspanne, wenn hinterher ihre getreuen Adlaten meinen erklären zu müssen, was die Bundeskanzlerin denn meinte, als sie sagte …
Thomas de Maizière ist allerdings zuzutrauen, dass er die Bundeswehr-Reform tatsächlich in Teilen umgesetzt kriegt. Deshalb ist es vorstellbar, dass Dr. Angela Merkel noch einmal mit einem blauen Auge davon kommt. Entscheidend wird das Wahlergebnis in Baden-Württemberg sein. Vielleicht haben die Wähler in Deutsch-Südwest noch gar nicht mitgekriegt, wie sie von der Bundeskanzlerin in der Wertedebatte verhöhnt worden sind? Jetzt bin ich nur froh, dass die Quälpartie mit erheblichem Flurschaden für das Ansehen der Politik erst einmal vorbei ist!
Sie waren übrigens gut, Herr Spreng, in der Analyse hier und auch bei Plasberg.

140) Wart, Donnerstag, 03. März 2011, 14:41 Uhr

Peter Christian Nowak, Mittwoch, 02. März 2011, 19:13 Uhr
“…..Das Geld hat Merkel buchstäblich zum Fenster rausgeworfen. Schon deswegen soll, muß(!) sie zurücktreten. Sie hat dem Land ungeheuren Schaden zugefügt, mit Folgen, die noch gar nicht in ganzer Tragweite abzusehen sind.”

Bei aller Freundschaft(oder Feindschaft) bitte auch hier genau wiedergeben. Steinbrück und viele andere waren auch dabei.

141) m.spreng, Donnerstag, 03. März 2011, 14:43 Uhr

@Jesus

Wer wie zu Guttenberg solche Freunde hat, braucht keine Feinde. Mutiger wäre es gewesen, die Beschimpfung unter Ihrem Namen zu schreiben. “Jesus” als Pseudonym dafür zu benutzen ist leider auch ziemlich ekelhaft.

142) Homo politicus, Donnerstag, 03. März 2011, 15:00 Uhr

Schon merkwürdig, wie manche den Umgang mit Guttenberg im menschlichen Sinne kritisieren (selbst wenn man nur auf das Fehlverhalten aufmerksam macht und dann politische Konsequenzen gefordert hat, so wie dies üblich ist), dann hier aber Beleidigungen verfassen.

Wenn jemand Guttenberg vorwirft, früher habe der Adel gewusst, was in so einer Situation zu tun sei (Rücktritt kann damit ja nicht gemeint sein…), dann ist dies meiner Meinung nach niveaulos. Dasselbe gilt für manche Äußerungen hier bezogen auf den Blogger. Seitdem ich den Blog hier lese, aber ich selten eine so emotionalisierte Debatte erlebt.

Ich selbst teile nicht immer die Meinung von Herrn Spreng, das muss auch keiner der Kommentatoren – wäre auch langweilig. Ein angemessener Umgangston, wo wie schon bei Werten sind, wäre aber nicht das schlechteste. Eine gegensätzliche Meinung sollte man argumentativ vorbringen oder sich dies sparen. Man merkt aber halt, dass sich der Umgangston im Internet durch die virtuelle Distanz nicht gerade an dem orientiert, was man im “realen Leben” erwartet. Das aber nur am Rande.

143) Frankilein66, Donnerstag, 03. März 2011, 15:04 Uhr

@Skado

Verschwörungstheoretiker sind eher der Meinung, dass er am 01.03. zurückgetreten ist, weil er dann noch das volle Märzgehalt einstreicht.

Wirklich ekelhaft, nicht wahr?

144) karel, Donnerstag, 03. März 2011, 15:28 Uhr

Für alle, die noch nicht durchs “Fenster” gesehen haben….
http://www.stern.de

145) Maren P., Donnerstag, 03. März 2011, 15:45 Uhr

Bisher hat mir dieses Blog gefallen, weil hier parteiübergreifende, interessante und intelligente Meinungen und Kommentare ausgetauscht wurden. Bitte wählen Sie das nächste Thema so, dass das Niveau der norddeutschen Tiefsttiefstebene in den Kommentaren nicht so dümmlich unterschritten werden kann und der gemeine BLÖD Leser sich raushält. Vielen Dank im voraus, Herr Spreng! ;-)

146) EStz, Donnerstag, 03. März 2011, 15:49 Uhr

@ a.ehlers
…Sie äußerten sich bei Hart aber Fair dahingehend, dass die “Guttenbergfans” nur zu ihm halten, weil sie ihn als Popstar sehen. Das ist schon fast beleidigend. ….
…Wir einfachen Leute denken normal ohne jeden ihrer Hintergedanken…

§ 132a StGB: Wer unbefugt … akademische Grade …. führt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

Ich halte mich auch für einen einfachen Leut und verstehe trotzdem, dass unser ganzes Rechtssystem auf dem Grundsatz der Gleichbehandlung beruht. Direkter formuliert: Wer mir auf die Nase haut, wird genauso hart bestraft wie jemand, der einem anderen auf die Nase haut, der es vielleicht nach eigener Meinung irgendwie “verdient” hat.

Mag sein, dass der Wunsch vieler Guttenberg-Anhänger, ihn im Amte zu sehen, auf anderen Gründen als auf Popstar-Anhänglichkeit beruht; vielleicht fanden sie seine Reden erfrischend anders, mochten die vielen klaren Aussagen etc – ging mir lange Zeit nicht anders.

Aber auch der sympatischste Betrüger ist ein Betrüger, und gehört so behandelt. Ich wünschte mir auch, er wäre noch im Amt – aber nicht aufgrund einer Sonderbehandlung, sondern weil er den Scheiß gelassen hätte.

147) Homo politicus, Donnerstag, 03. März 2011, 15:58 Uhr

@karel: vielleicht erleben wir ja auch Montagsdemonstrationen für Guttenberg mit Millionen aufgebrachter Fans, die dann die Regierung stürzen….

Ganz ehrlich, man kann es auch übertreiben mit (richtiger oder falscher) Solidarität. Guttenberg wird sicherlich etwas daran zu knabbern haben, aber er fällt ja recht weich. Finanziell muss er sich keine Sorgen machen, ich glaube auch noch nicht, dass er politisch für immer erledigt ist – sein medial aufgeheizter Nimbus ist es freilich (und zu Recht) schon, das muss kein Nachteil für ihn sein. Ich hoffe, er reflektiert die Ereignisse für sich selbst kritisch, wenngleich ich da meine Zweifel habe. Es gibt aber weitaus dramatischere Schicksale, vielleicht kann jetzt wieder die Tagespolitik im Mittelpunkt stehen. Da erhoffe ich mir auch von de Maizière mehr, der ein guter Innenminister war. Dass diesen Posten nun Friedrich übernimmt, stimmt mich eher nachdenklich, da hier wohl nun ein anderer Ton zu erwarten ist (von Wulffs Islam-Rede hat er sich ja schon abgesetzt).

Vielleicht sollte man auch die (nun nicht mehr aktuelle) Guttenberg-Biographie der beiden FAZ-Redakteuere lesen: http://www.zeit.de/2011/10/L-P-Guttenberg?page=all

148) Rainer Brändlein, Donnerstag, 03. März 2011, 16:08 Uhr

Hallo,

bei der Affäre Guttenberg/Merkel fällt mir etwas besonders auf und zwar die Gefühlskälte der Kanzlerin. Natürlich muß ein Frau in der Position von Frau Merkel ein Höchstmaß an Nüchternheit und Besonnenheit haben, nichtsdestotrotz sollte sie ein Mensch bleiben. Frau Merkel vermittelt mehr das Bild einer Beamtin, für die nur eines wichtig ist, nämlich der reibungslose Ablauf des Tagesgeschäfts.
Ich weiß nicht, vor wem Frau Merkel eigentlich steht, aber derjenige scheint von ihr nur eines zu verlangen: “die Maschine muß laufen!”. Alles muß laufen und Ethik und Moral bleiben außen vor oder sind von sekundärer Bedeutung. Der Zweck heiligt die Mittel. Jeder vernünftige Mensch freut sich über eine stabile Volkswirtschaft, aber man darf die Ökonomie nicht zu einem Götzen machen, den man dadurch anbetet, daß man ihm alles unterordnet. Frau Merkel ist völlig auf wirtschaftliche Dinge fixiert und das macht sie mir sehr unsymphatisch. Ich glaub’ wenn das so weitergeht wird ganz Deutschland noch zu einer riesigen Fabrik (vielleicht sind wir jetzt schon soweit). Ein Staatsoberhaupt sollte sein Land und sein Volk lieben und das ab und zu auch mal zum Ausdruck bringen.

Gruß,
Rainer Brändlein
http://www.glaubereal.wordpress.com

149) Homo politicus, Donnerstag, 03. März 2011, 16:10 Uhr

Ich bezog mich übrigens auf diesen Artikel: http://www.stern.de/politik/deutschland/facebook-gruppen-machen-mobil-guttenberg-anhaenger-attackieren-medien-1659765.html

Wenn da von 1989 und anderen mehr als schiefen Vergleichen die Rede ist, darf man wohl leise Zweifel an der Urteilsfähigkeit mancher dieser Fans (im Artikel auch “Jünger”) genannt äußern….

150) EStz, Donnerstag, 03. März 2011, 16:24 Uhr

@ Jesus

Ach Du lieber Gott, Sie reden ja nun wirklich nicht um den heißen Brei herum (sorry, ich wollte Ihren Vater da nicht mit reinziehen…)

Wenn Sie sich schon so nur über das Aussehen von Herrn Spreng aufregen, was würden Sie dann erst über ihn schimpfen, wenn man ihn zum Minister berufen würde? Und dann stellt sich heraus, dass seine Doktorarbeit weitgehend gefälscht ist?

Ich bin mir sicher, dass der redegewandte, zweifellos gut aussehende und mit exzellenter Kinderstube ausgestattete Freiherr von Guttenberg dankbar ist für ihre “Unterstützung”.

@ M. Spreng

Meinen Respekt, dass Sie auch solche Beiträge veröffentlichen. Ich werde jedenafalls heute abend ein Gläschen auf Ihr Wohl und ein zweites auf die Meinungsfreiheit trinken.

Herzlichen Gruß

EStz

151) StefanP, Donnerstag, 03. März 2011, 16:31 Uhr

@EStz

Es geht nicht um Parteikategorien, auch nicht um oben oder unten. Wie der professionelle Journalismus kennt auch das Netz den Herdentrieb. Und es war reiner Jagdtrieb, maßlos, ohne Relativierung.

Ja, ich weiß, das Netz empfindet sich oft als (basis-) demokratisch. Das ist albern. Demokratie zeichnet sich nicht dadurch aus, dass prinzipiell alle mitmachen können, sondern dass alle oder zumindest repräsentativ alle mitmachen um die Mehrheitsmeinung zu finden. Die Mehrheitsmeinung im Netz ist eher willkürlich und hat mit den herrschenden Ansichten in der Wahlbevölkerung (“Grundgesamtheit”) oft wenig zu tun.

Zudem haben Sie ein weiteres Argument der Rechtfertiger zerlegt. Es ging niemals darum, zu Guttenberg an seinen angeblich eigenen Maßstäben zu messen. Nebenbei ging es auch nicht um die Herstellung von Glaubwürdigkeit der Politik und Rechtmäßigkeit. Während das Netz ohne Unterlaß (übrigens auch Herr Spreng) über das Phänomen Guttenberg debattierte und am Ende ein Ziel hatte, kommt der geplante, gezielte und beharrlich verfolgte Verfassungsbruch einer halb demokratisch legitimierten Landesregierung in den Blogs gar nicht vor. Hier geht es tatsächlich um Prinzipien und die Rechtsstaatlichkeit der Politik – nur interessiert das keinen wirklich.

152) Mark, Donnerstag, 03. März 2011, 16:39 Uhr

Tja, da sieht man mal wieder, was zwei Jahre Schaumschlägerei und BILD-Dauerfeuer so alles lostreten können, und ich bin heilfroh, dass Herrn zu Guttenberg am Ende die Kräfte verlassen haben. Wenn man nämlich in die Kommentarbereiche, hier und anderswo, schaut, dann läuft es einem bisweilen eiskalt den Rücken hinunter. Blinde Verehrung des Messias aus Bayern ohne jegliche Reflektion. Das hatten wir zuletzt vor, hmm, ein paar Jahrzehnten, und wir wissen, wie es geendet hat. Deshalb betrachte ich auch mit großer Sorge den “starken Rückhalt” von Horst Seehofer, der ja zu Guttenberg in Bayern für größeres vorgesehen zu haben scheint.

Wollen alle diese Befürworter wirklich einen Menschen, der sich nachweislich seinen Doktortitel -wie auch immer- erschlichen hat? Wollen all diese “Fans” wirklich einen, der in guter alter Merkel-Tradition heute “hüh” und morgen “hott” sagt und dazu noch an seinem Sessel klebt? Wollen diese Guttenberg-Jünger wirklich einen, dessen Weg an die Macht nicht durch Leistung und ehrliche Arbeit gekennzeichnet ist, sondern durch (Doktor-) väterliches Wohlwollen und (Partei-) Kumpanei? Ist es das, was ihr alle wollt? Wollt ihr den totalen Guttenberg?

Ja, und deshalb wird es mir eben anders. “Hart aber fair” war gestern übrigens -wie so oft- völlig unerträglich; aber Kerner, Bosbach und Scharnagl waren einfach zuviel des Schlechten. Einziges Highlight blieb eben Herr Spreng, der erfolglos versuchte, etwas Rationalität in die Diskussion hineinzubringen.

153) Wim Wenders, Donnerstag, 03. März 2011, 16:42 Uhr

… volle Zustimmung bis auf “Ansonsten war seine Rücktrittserklärung von der Demut geprägt, die er so lange versäumte” – Demut und Gutte, das hat er nicht drauf, das kann diese Type nicht.

Ein Wort noch zu ‘hart aber fair’ – Sie haben sehr gut argumentiert und vieles auf den Punkt gebracht –
z.b. dass es absurd sei, von Comeback zu reden, da dieser charakterlose Mensch gerade erst (von der Zivilgesellschaft und Alternativen Medien und der Wissenschaft ) zurückgetreten werden musste !
Danke dafür.
(Leider können Sie als Gast dem Moderator nicht sagen, er solle einfach nur seine dummdreiste Klappe
halten und die Leute diskutieren lassen. )

154) Eine Juristin, Donnerstag, 03. März 2011, 16:56 Uhr

Vielen Dank! Was für eine Wohltat!
Endlich mal pointierte – und klare Aussagen, genauso wie gestern bei “hart aber fair”. ”
Luja sog I” (Zitat: Ein Münchener im Himmel)

Aber mal was anderes:
Die letzten Tage haben mich die Kommentare auf facebook doch schockiert. Insbesondere die Art der Hasskommenare auf der Seite “wir wollen Guttenberg zurück” gegenüber Oppositionspolitikern (Häufig in Richtung “die linken Miesmacher an die Wand stellen” und “ausmerzen” ging.) Genauso wie ich nicht fassen konnte, dass eine beträchtliche Zahl meiner facebook-Bekannten (mit Universitätsabschluss) an Guttenberg festhalten wollen und ihn “super” finden. Genauso, dass die Leute die Politiker-“Ehrlichkeit”- von der Doktoranden-Unehrlichkeit” so strikt trennen können.

In diesem Zusammenhang habe ich mir sehr überlegt, ob ich “ich will Guttenberg nicht zurück” “gefällt mir” anklicke, obwohl ich sein (Salami-Taktik-Pseudowahrheit)-Verhalten als Akademikerin, die sich durch das Jurastudium gebissen hat, nicht ertragen kann. Und obwohl ich ein politischer Mensch bin, habe ich mich nicht (mehr) getraut diese Seite anzuklicken. Ich befürchte dass die Spaltung meines Bekanntenkreises nur noch weiter voranschreitet. Und das ist Guttenberg wahrlich nicht wert.

Zu Denken gab mir insbesondere der folgende Artikel:
*http://www.schweizmagazin.ch/panorama/6090-Die-Hitler-Guttenberg-Parallelen.html

Mich würde ehrlich gesagt interessieren, was Ihr bzw. Herr Spreng darüber denkt.
Mir ist durchaus bewusst, dass der Artikel etwas überspitzt formuliert ist – aber finde ihn doch größtenteils sehr treffend.

Vor 3 Tagen habe ich noch zu jemand gesagt (bevor ich diesen Schweizer Aritkel gelesen hab): “Ja träumen die Leute jetzt wieder n Führer oder was?” Ich finde wir sind auf dem Weg in eine sehr eigenartige Mediokratie (wenn auch anders als bei Berlusconi) – und nicht nur die Rückkehr von Guttenberg, sondern auch ein so seltsam gespaltenes Deutschland macht mir Bauchschmerzen.

155) Wart, Donnerstag, 03. März 2011, 16:59 Uhr

Sorry ich war zu schnell,
Hat eigentlich schon jemand gegen die Nieten an der Bayreuther Uni geklagt.
Bei der angeblichen Schwere (Anzahl der kopierten Stellen) müssen die, aus welchem Grund auch immer,tief geschlafen haben.
Sich jetzt aufzuregen und aus der Deckung zu kommen ist im hohen Grad Feigheit.

156) sk8erBLN, Donnerstag, 03. März 2011, 18:08 Uhr

Mut der Einsicht von Dr. a.D. Googleberg war es dann doch nicht so weit her, von Demut ganz zu schweigen. :

Kölner Stadt-Anzeiger: ACHTUNG SPERRFRIST Mittwochmorgen 01.00 Uhr Unionskreise: Zu Guttenberg trat aus Sorge vor staatsanwaltlichen Ermittlungen zurück
by ots/presseportal.de on 01.03.2011

Köln (ots) – Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg
(CSU) ist nach Angaben aus Uni-onskreisen aus Sorge um die
Einleitung von Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft Hof
zurückgetreten. Das berichtet der “Kölner Stadt-Anzeiger”
(Mittwoch-Ausgabe). So habe er Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem
CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer noch am Montag signalisiert, dass er
durchhalten und nicht zurücktreten wolle. Im Fall
staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen hätte jedoch Guttenbergs
Immunität als Bundestagsabgeordneter aufgehoben werden müssen. Und
spätestens dann, so heißt es in der Union, wäre der Minister
untragbar geworden. Die zuständige Staatsanwaltschaft Hof hat
erklärt, dass sie ihr Handeln davon abhängig machen will, ob die
Universität Bayreuth zu dem Ergebnis kommt, Guttenberg habe bei
seiner Doktorarbeit vorsätzlich getäuscht. Dies gilt unter Juristen
als sehr wahrscheinlich, zumal der Bayreuther Jura-Professor Oliver
Lepsius zuletzt mehrmals öffentlich erklärt hatte: “Wir sind einem
Betrüger aufgesessen.” In Hof liegt eine Strafanzeige wegen einer
möglichen Verletzung des Urheberrechts vor.

Pressekontakt:
Kölner Stadt-Anzeiger
Politik-Redaktion
Telefon: +49 (0221)224 2444
[email protected]
http://www.pressemeldungen.com/2011/03/01/kolner-stadt-anzeiger-achtung-sperrfrist-mittwochmorgen-01-00-uhrunionskreise-zu-guttenberg-trat-aus-sorge-vor-staatsanwaltlichen-ermittlungen-zuruck/

157) sk8erBLN, Donnerstag, 03. März 2011, 18:12 Uhr

Ach ja, es liegen bereits massig Anzeigen gegen ihn vor:

Auch an anderer Front droht dem Minister Ungemach: “Uns liegen mindestens acht Anzeigen gegen Karl-Theodor zu Guttenberg vor”, sagte ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft” stern.de: wegen Verletzung des Urheberrechts, wegen Titelmissbrauchs und wegen Untreue. Drastischer die Situation bei der Staatsanwaltschaft im bayerischen Hof: Aufgrund ähnlicher Vorwürfe sind bei den dortigen Ermittlungsbehörden sogar 80 Anzeigen eingegangen.


http://www.stern.de/politik/deutschland/plagiatsaffaere-staatsanwalt-ermittelt-gegen-guttenberg-1659478.html

Tonfall und Wortwahl nach zu urteilen, halten die #Guttenberg-Fans auf Facebook das Bundeskabinett für eine Casting-Show & Politik für RTL2.. Böser ließe sich formulieren: Jaja, die Deutschen und ihr Hang zu Führerfiguren, dass sie mutmaßlich KRIMINELL sind tut dem keinen Abbruch.
Erschreckend. Die Gutti-Fans liefern denn auch gleich den Beleg für meine These frei Haus (siehe Foto):
“Schade um den hoffnungsvollsten Politiker seit Adolf Hitler”
http://twitpic.com/454j7a

Wirklich nette Fans hatt der ex Minister ja oder sollte das eine schlechte Satire sein? :((

Und noch zum Thema zu Guttenberg habe außerordentliches geleistet:

Ist das so? http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-02/bundeswehrreform-guttenberg?page=all

Scheinbar doch nicht ;)

158) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 03. März 2011, 19:04 Uhr

@Wart

°°Bei aller Freundschaft(oder Feindschaft) bitte auch hier genau wiedergeben. Steinbrück und viele andere waren auch dabei.°°

Ja, Sie haben Recht!
Er hat kräftig daran gearbeitet, den „Finanzplatz Deutschland“ für Spekulanten attraktiver zu machen und ist der Protagonist der irren Vision, Deutschland zum Finanzplatz No.1 machen zu können. Er ist zusammen mit Angela Merkel der Hauptverantwortliche dafür, daß im Koalitionsvertrag 2005 die Litanei der Deregulierung der Finanzmärkte einsetzte. Das war gewissermaßen der Startschuss für das Desaster. Und natürlich initiierte er mit Merkel diese wahnsinnige Rettung der HRE. Mit 100 Milliarden werden wir alle über Steuererhöhungen oder Abgaben belastet werden. Steinbrück´s Aussage, wir hätten die Finanzkrise geradezu von den USA wie ein Virus in die Bilanzen bekommen, ist schlicht eine Mär zu seiner eigenen Rettung, die er gern auch in seinem Buch verbreitet.
Aber noch mal: Frau Merkel ist Chefin, und sie trägt die Verantwortung für das Ganze.

159) a.ehlers, Donnerstag, 03. März 2011, 20:13 Uhr

@EStz

Sie haben schon recht mit dem Paragraphen. Aber er hat ihn nicht unbefugt getragen, weil ihm dieser von einer Kommission, wie ich informiert bin, von 6 unabhängigen Professoren und einem unabhängigen Gutachter verliehen. Diese sollten eigentlich die Doktorarbeit überprüft haben, speziell auch seinem Doktorvater. Ich glaube, wenn wir alle Doktorarbeiten so akribisch untersuchen würden, wie dieses jetzt geschehen ist, dann würden höchstwahrscheinlich 50 % ihren Doktortitel abgeben müssen.

Aber diese stehen nicht in der Öffentlichkeit und da macht sich keiner die Mühe zu lesen, ob er darin zitiert wurde und ob er ach so gemein nicht erwähnt wurde.

Was mich an der ganzen Sache zusätzlich stört ist das zweierlei Maß mit dem hier auch gemessen wird. Warum hat denn dann ein Außenminister Fischer nicht abgedankt? Dieser hat mit dem Steinwurf auf Polizisten den Vorsatz gehabt eine Körperverletzung zu begehen. Darüber sollte man mal Nachdenken.

Außerdem muß ich jetzt auch schmunzeln was so bei anderen Politikern ans Licht kommt, die am meisten die Klappe aufgerissen haben. Beste Beispiel sind grade die Machenschaften des Kurt Beck, die natürlich jetzt aufgezeigt werden und das betrifft seine Arbeit. Bei Herrn zu Guttenberg konnte man ja nicht von Schmu bei seiner Arbeit sprechen.

Natürlich muß Herr zu Guttenberg die Konsequenz aus seinem Fehlverhalten tragen. Aber hier hätte eine Abwägung stattfinden müssen. Wie schlimm ist seine Verfehlung und wie wichtig ist er für unsere Politik. Es wird beihahe so getan, als hätte Herr zu Guttenberg einen Mord begangen… Sie sehen ihn vielleicht als Betrüger, ich sehe ihn so nicht. Betrogen hätte er, wenn er sich den Doktortitel selbst gegeben hätte!

160) m.spreng, Donnerstag, 03. März 2011, 23:17 Uhr

Ich habe den Kommentar von “Jesus” nur deshalb (als einzigen dieser Art) zugelassen, weil er beispielhaft für die vielen Hassmails steht, die mich nach “hart aber fair” erreicht haben. Die meisten im “Toten Briefkasten” und im Kontaktformular.Die gehen bis zu “Wir kriegen dich. Halt`s Maul”. Es ist schon erschreckend, welche Schnittmengen es zwischen den Hardcore-Sarrazin-Anhängern und Guttenberg-Fans gibt.

Ich bitte diejenigen, die sich über “Jesus” aufregen, nicht in die gleiche inhumane Sprache zu verfallen. Ich möchte nicht, dass das Niveau der Diskussion in meinem Blog verkommt.

161) RWAB, Donnerstag, 03. März 2011, 23:59 Uhr

Mit welchen korrupten Methoden schaffen Sie es bloß, ständig im Fernsehen präsent zu sein?
An Ihren Meriten (von denen man keine kennt) an Ihrer charmanten Erscheinung (hm hm..) oder Ihrer anödenden Suada kann es ja nicht liegen…
Wühlen Sie weiter in Ihrem miesen Blog herum und lassen Sie sich von Ihren hörigen Groupies bestätigen, aber BITTE verschonen Sie uns in Zukunft mit Ihren unerfreulichen Kommentaren!

162) StefanP, Freitag, 04. März 2011, 00:12 Uhr

Woher kommt dieser Hass? Es tut mir leid, Herr Spreng, wenn man so persönlich herabsetzend angegriffen wird. Da ist Fremdschämen angesagt. Leider ist es nicht mehr eine Ausnahme, dass diskutierende Menschen derart beschimpft werden. Das hat jedoch nicht mit einer bestimmten politischen Richtung oder “Fangehabe” zu tun. Auf einschlägigen Seiten wie dem Spiegelfechter werden Blogger mit oppsitionellen Ansichten durchaus mal ähnlich angegangen, Freude geäußert und gehofft, das manche Mitmenschen qualvoll sterben. Für den Blogbetreiber sind das keine Äußerungen, die zur Löschung veranlassen.

Viele haben nicht gelernt, zu debattieren. Diese Unfähigkeit hat jedoch auch viel damit zu tun, dass ein Teil der Bürger (Demokraten möchte ich sie da nicht nennen) nicht in der Lage sind, Sachverhalte und Argumente einzuordnen. Die Fähigkeit zur Differenzierung ist völlig unterentwickelt. Leider befördert das Internet eher die Tendenz zum Schwarz-Weiß-Denken und einhergehend damit zur Verabsolutierung der eigenen Ansichten als dem entgegen zu wirken.

163) sys, Freitag, 04. März 2011, 00:15 Uhr

@christoph, toms papa
Ich finde langsam auch da ist was dran.
Es gab in der Presse einen Hinweis darauf, das Schavan stellvertretend für Merkel aus der Deckung gekommen ist.
Gut die Doktorarbeit hat er selbst verbockt, aber was wenn er Merkel im Weg war die Bundeswehr eben nicht nach Merkels Vorstellungen umbauen wollte oder konnte und gebremst hat.
Bei dem Charakter und der Popularität, hätte sie sich nie öffentlich gegen Ihn Stellen können.
Vielleicht hat sie tatsächlich die Gelegenheit perfekt ausgenutzt.
Jetzt kann Sie sich hinter den Medien und der Opposition verstecken, die den Guttenberg gemeuchelt haben soll und steht noch so da als ob Sie ihn um jeden Preis schützen wollte.
Sie hat ihn vielleicht, auch gegen seinen willen weg gelobt.
Lustiger zusammen schnitt.
http://www.youtube.com/watch?v=cME9qZWkA7c

164) karel, Freitag, 04. März 2011, 00:16 Uhr

@ homo politicus
Es ist schon interessant, bei der Draufsicht das Aufeinanderprallen der Emotionen zu beobachten.

Was den Titel anbelangt: Es ist sicher richtig, daß die Dissertation große Mängel aufweist.
Aber ebenso richtig ist, daß es dafür Prüfungsregeln und -verfahren gibt.
Auffällig ist für mich, daß Mängel in den genannten Ausmaßen unbemerkt blieben.
Aspekte, die in der Diskussion leicht und ungeprüft untergehen,
Mutmaßungen und Unterstellungen dagegen sprießen.
Auch dem “Publikum” da draußen hinter dem Fenster traue ich durchaus zu, dies zu bedenken..
Wenn also nachgewiesenermaßen eine Prüfung stattfand, eine Dissertation angefertigt wurde,
wenn auch stark fehlerhaft, ein Titel öffentlich überreicht, kann man beim “Publikum” durchaus das gezeigte Mißtrauen nachvollziehen, daß hier mehr als nur das “ehrliche” Rechtsempfinden im Spiel ist.

Was die Vita anbelangt: offenbar nicht weniger interessant als die der Herren Schröder und Fischer.

165) Greg, Freitag, 04. März 2011, 00:17 Uhr

Beitrag mit klarer Kante, jetzt auch auf politikalarm.de veröffentlicht

166) M.M., Freitag, 04. März 2011, 00:45 Uhr

@Jesus (Haben Sie eigentlich mehrere Vornamen oder ist das ihr einziger?)

Ich nehme nicht an, dass Sie CSU Mitglied sind. In einer solchen Wortwahl kenne ich meine ehemaligen Parteifreunde nämlich nicht. Ich selber war etwa 10 Jahre CDU Mitglied und bin vor einigen Jahren aus einem für mich wichtigen Grund ausgetreten.
Zugegeben, zu Guttenberg sieht gut aus und ist telegen. Andersdenkenden Eifersucht deswegen zu unterstellen ist trotzdem sehr gewagt. Es kommt doch immer noch darauf an was einer inhaltlich sagt und wie das zu seinen Taten passt. Redegewandtheit heisst nicht, dass der politische Gegner sich nicht mit der jeweiligen Rede auseinander setzten darf und dann zu einem anderen Ergebnis kommen kann als Sie es wünschen.
Im übrigen muessen das auch seine Fans tun, also auch Sie, und nicht nur seine Gegner.

Meine Mutter hat jedenfalls mit ihrem Handelsschulabschluss aus den 50ger Jahren gleich verstanden, dass hier zu Guttenberg von anderen abgeschrieben hat und das er deshalb als Minister untragbar ist. Wie hätte sie sonst ihre 4 Kinder erziehen sollen?
Es sind bei Facebook offensichtlich derzeit ca. 400’000 Freunde die ihm weiter die Treue halten. Unser Volk hat aber ueber 80 Millionen Einwohner und da ist die Mehrheit eben doch anderer Meinung.
Schönen Gruss aus einer konservativen Familie.

167) Gregor Keuschnig, Freitag, 04. März 2011, 09:05 Uhr

@a.ehlers
Ja, beschäftigen Sie sich bitte ruhig einmal mit dem Politiker KTzG und nicht mit dem “Popstar”. Dann stellen Sie fest, dass er mitnichten gute Arbeit geleistet hat, sondern ein Trümmerfeld hinterläßt, welches den euphemistischen Namen “Bundeswehrreform” trägt, jedoch derart stümperhaft zusammengeschustert ist, dass man sich fragt, ob der Mann eigentlich keine Mitarbeiter hatte. Herr de Maizière ist nicht zu beneiden.

@m. spreng
Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, warum Sie sich sowas wie “hart aber fair” antun. Herr P. ist doch als Moderator unausstehlich und fällt den Gästen ins Wort – und das nicht, weil er etwas genauer wissen will, sondern saeinen Ablaufplan durchboxen möchte. Die Sendung hätte interessant werden können – ohne den Moderator.

(Den letzten Satz von Bosbach fand ich allerdings ziemlich witzig.)

168) EStz, Freitag, 04. März 2011, 10:44 Uhr

@ a.ehlers

>> Sie haben schon recht mit dem Paragraphen. Aber er hat ihn nicht unbefugt getragen…
Zustimmung. Ich wollte auch nur klar machen, dass es sich nicht um ein Kavaliersdelikt handelt. Sie haben auch Recht mit den Hinweisen auf die Professoren, die “nichts gemerkt” haben. Ich denke, die sind in ihrer Uni ebenfalls unten durch…

>> Was mich an der ganzen Sache zusätzlich stört ist das zweierlei Maß mit dem hier auch gemessen wird. Warum hat denn dann ein Außenminister Fischer nicht abgedankt?
Ich denke, dass dieser Fall etwas anders liegt – angefangen bei Alter, in dem Joschka seine rabiaten Anwandlungen hatte, über die vergangene Zeit, das Umfeld – sowie der Tatsache, dass er nicht um einen persönlichen Vorteil handelte. Aber auch das kann man sicherlich anders sehen; eine Straftat war das allemal.

>> Außerdem muß ich jetzt auch schmunzeln was so bei anderen Politikern ans Licht kommt, die am meisten die Klappe aufgerissen haben.
Jepp :-)

>> Aber hier hätte eine Abwägung stattfinden müssen. Wie schlimm ist seine Verfehlung und wie wichtig ist er für unsere Politik. Es wird beihahe so getan, als hätte Herr zu Guttenberg einen Mord begangen… Sie sehen ihn vielleicht als Betrüger, ich sehe ihn so nicht. Betrogen hätte er, wenn er sich den Doktortitel selbst gegeben hätte!
Ja, ich sehe ihn als Betrüger. Er hat fälschlicherweise schriftlich erklärt, dass er die Arbeit alleine geschrieben hat, nur deswegen hat er den Titel erhalten. Wenn ich mich mit falschen Angaben in den Besitz von etwas bringe, was mir nicht zusteht, ist das für mich Betrug.
Und gerade den Punkt mit der Abwägung verstehe ich nicht. Es muss für jede “Straf”-tat eine Strafe geben, die sich an der Tat orientiert. Ich kann doch schlecht sagen: “Schwamm drüber, weil er so ein guter Minister ist”, und ihn dann wegen der Doktorarbeit weghauen, weil beispielsweise die Bundeswehr-Reform scheiterte oder weil er den Kapitän der Gorch Fock zu Unrecht entlassen hat (weil also die Politik doch nicht so gut war).
Wie an anderer Stelle schon geschrieben: Ich kann doch beispielsweise einen Arbeitslosen, der beim Ladendiebstahl mit einer Tüte Kekse erwischt wird, nicht einbuchten, während ich dem Arzt den Bankraub durchgehen lasse, weil er doch Leben rettet und das mehr wert ist als Geld.

Es ist ein bißchen wie mit den Steuern: Wer hinterzieht (und dabei erwischt wird), bekommt seine Strafe – selbst wenn ihn der neidische Nachbar anonym angeschwärzt hat. Im Fall Guttenberg mag ich weder dessen Umgang mit der Wahrheit, noch die heuchlerischen bis hämischen Reaktionen der Opposition.

169) Alfred, Freitag, 04. März 2011, 10:48 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

find Ihren Blog zum Rücktritt von Guttenberg leider auch ekelhaft.

sweit ich weiß gibt es auch eine ungeschriebene Regel dass man nicht Nachtritt. Herr Guttenberg ist zurückgetreten und das ist gut so. Aber jetzt wird noch über das wie hergezogen. Habe sie in vielen Talkshows erlebt und da haben sie nicht so deutliche Worte gesprochen. Schreiben geht halt doch leichter wie wenn man dies jemanden ins Gesicht sagt. Nachtreten gehört sich nicht, hat man ja auch schon herrn Fischer vorgeworfen.

Noch eines, warum glaubt man immer KT sagt etwas anderes als er denkt oder fühlt. Nehmt Ihn doch einfach ab was er sagt. Die Interpretation dass er die Soldaten vorschiebt ist auch ekelhaft. Da fällt mir nur ein, dass Sie von sich auf andere schließen.

Zweite Chance bekommt jeder auch ein KT. Wir sind nun mal ein Staat in dem jeder der eine Verfehlung hatte, dafür bestraft wurde eine zweite Chance erhält. Das hat von uns schon jeder, wenn auch mit viel kleineren Vergehen doch schon am eigenen Leib verspürt.

Und nochmal, in den Diskussionen habe ich soweit ich mich erinnere immer ganz andere Kommentare von Ihnen gehört als ich hier lese. Wieso diese Wende? Schlagen Sie sich auf die Seite der Mehrheit.

Mal abwarten was ich hier noch alles lesen darf.

lg alfred

170) wart, Freitag, 04. März 2011, 11:34 Uhr

Gehe davon aus, das die Tatsache das KT seine noch ausstehenden Bezüge spenden will in der laufenden Diskussion auch gegen ihn verwendet wird.

171) John Dean, Freitag, 04. März 2011, 12:24 Uhr

@ RWAB & Co

ad “hörige Fans”

Sie werden es kaum für möglich halten, aber Herr Spreng schätzt niveauvollen Widerspruch, und überhaupt, nivau- und gehaltvolle politische Argumentation. Er kann auch mit Menschen viel anfangen, die aus einer anderen politischen Richtung stammen, denn er schätzt die Macht des Arguments.

Die allermeisten Stammkommentatoren hier kommen ohne ad hominem-Angriffe bestens aus. Sie benötigen das nicht, um ihren Standpunkt zu verdeutlichen.

(sie und Ihresgleichen sollten imho darüber nachdenken: ob das nicht auch etwas für Sie wäre)

172) Wertkonservativliberaler, Freitag, 04. März 2011, 12:40 Uhr

@ wart:

Der Punkt ist doch: Der Multi-Millionär Guttenberg spendet diese noch ausstehenden Bezüge im fünfstelligen Bereich (originär Steuerzahlergeld) UND teilt dies auch sofort der Öffentlichkeit mit, und zwar in dem ihm eigenen wortgirlandenhaften Stil (den er ja offenbar, wie man nachlesen konnte, früh eingeübt hat, wenn er den Vater bei öffentlichen Auftritten vertreten musste; dieser Stil mag bei manchen Fans ankommen, ich finde ihn zu selbstverliebt, ähnlich wie das mit Sicherheit von ihm stammende Vorwort zu seiner Dissertation)..

Meine (wertkonservativ-katholische) Kinderstube brachte mir aber bei: Tue Gutes und rede nicht drüber, vor allem beim Spenden.

Guttenberg hat es noch nicht begriffen und er wird es wohl nicht so schnell begreifen, was Demut tatsächlich ist. Er sollte jetzt einfach mal innehalten und sich selbst und seinen Stil der Selbstinszenierung überdenken.

Die aktuelle Ausgabe des “Stern” ist sehr interessant, wie Guttenberg dort von seinen Schulkameraden im Abi-Abschlussheft 1991 beschrieben wurde. Seine Verhaltensmuster wurzeln offenbar tief.

Wie ich gelesen habe, ist die Guttenbergsche Familienstiftung in Österreich angesiedelt worden, um die bundesdeutsche Erbschaftssteuer zu umgehen. Auch hier ein Punkt, der die heißen Guttenberg-Fans offenbar völlig kalt lässt. Auch hier frage ich mich: wie konnte man eigentlich Mitglied einer Bundesregierung sein und in eigener Sache die bundesdeutschen Steuergesetze derart umgehen. Dies mag legal sein; aber ich erwarte eigentlich von Regierungsmitgliedern, dass sie eine Steuerpolitik ändern, wenn sie ihnen nicht passt – statt sie im Privaten einfach zu umgehen.

Nein, nein, diese bigotte Doppelmoral eines KT Guttenberg und die blinden Solidaritätsadressen seiner CSU-Freunde und sonstigen Fans stoßen mich nachhaltig ab.

173) RCB, Freitag, 04. März 2011, 12:42 Uhr

@EStz
Der Vergleich KT mit FJS ist völlig daneben. Diesen Herrn kannte ich persönlich (d.h. ich bin ihm im eher privaten Bereich mehrfach begegnet) und wenn KT genauso wäre (was er nicht ist!), dann wäre mit dem Rücktritt jetzt noch viel Schlimeres verhindert worden.

Sagen wir mal so: Mit diesem von Ihnen angestellten Vergleich (Strauß : zu Guttenberg) haben Sie bewiesen, dass Sie weder von Politik, noch was Menschenkenntnis betrifft, eine Ahnung haben. Sie sollten also Ihre Kritik (möglicherweise auch bei Anderen?) für sich behalten.

174) Homo politicus, Freitag, 04. März 2011, 12:58 Uhr

@Karel: der Trick, nun die Schuld für das Fehlverhalten Guttenbergs (die Diss enthält nicht “Fehler”, sie ist in der Form schlicht ungenügend – da spielt der Vorsatz nur für die weiteren Verfahren eine Rolle) auf die Prüfer abzuwälzen, halte ich nicht für legitim. Ich weiß selbst aus eigener Erfahrung, wie eine Promotion verläuft. Kein Prüfer wird je alle Angaben gegenprüfen – das ist schlicht nicht machbar bei mehreren hundert Literaturangaben. Man wird vergleichbare Publikationen heranziehen, um etwa den Forschungsstand nachzuvollziehen, aber ein Professor bringt seinem Doktoranden immer einen Vertrauensbonus entgegen, ansonsten ist eine erfolgreiche Promotion kaum machbar. Nun hat sich Guttenberg ja auch sehr stark auf Zeitungsartikel und andere Publikationen gestützt, die man in diesem Zusammenhang auch nicht zuerst einsehen würde. Das googlen von Arbeiten ist nicht bei jedem Akademiker die Regel.

Ich finde es aber auch merkwürdig, dass jemand wie Guttenberg (mit nur befriedigendem Prädikat) dann für die Diss mit “summa cum laude” ausgezeichnet wird. Es mag nicht ausgeschlossen werden, dies ist aber auf keinen Fall die Regel. Ich kenne nun Häberle nicht, weiß nur von seinem exzellenten Ruf, er konnte es sich wohl auch nicht vorstellen, von Guttenberg hintergangen zu werden. Denn genau das ist passiert, spätestens als Guttenberg ehrenwörtlich versicherte, die Diss in der Form alleine und unter Angabe aller Quellen angefertigt zu haben.

Und genau aus dem Grund ist es auch vollkommen nachvollziehbar, dass sogar Akademiker, die nicht unbedingt politisch engagiert sind, sich über den Vorgang erregt haben, ebenso wie Wertkonservative, die bei einem Grünen oder SPD-Mann in einem vergleichbaren Fall als erste den Rücktritt gefordert hätten (genauso wie ich übrigens, mir ist da das Parteibuch vollkommen egal). Politisch würde ich außerdem sagen, dass Guttenbergs große politische Taten im hellen Licht betrachtet nicht viel mehr als Ankündigungen waren, aber das ist ein anderes Thema.

175) Frankilein66, Freitag, 04. März 2011, 13:16 Uhr

KT schreckt wirklich vor nichts zurück. Jetzt nimmt er der katholischen Kirche auch noch das Copyright am einzigen Messias!

Wann schreitet der Papst endlich ein?

176) Wart, Freitag, 04. März 2011, 13:21 Uhr

Wertkonservativliberaler, Freitag, 04. März 2011, 12:40 Uhr

“Meine (wertkonservativ-katholische) Kinderstube brachte mir aber bei: Tue Gutes und rede nicht drüber, vor allem beim Spenden.”

OK, kann man so sehen. Es gibt aber auch das Sprichwort: Tue gutes und rede darüber.

Zur Guttenbergsche Familienstiftung, soviel ich weiss hat KT auf alle Vorteile, Zuwendungen ect. daraus verzichtet und hat damit auch nichts mit Österreich zu tun. Gehe davon aus er versteuert in Deutschland oder wissen sie definitiv es besser?

Übrigens versteuert keiner der “Ikonen” Becker, Schumacher, Vettel und andere in Deutschland.
Die “Fans” interessiert es nicht und die jeweiligen ehemaligen deutschen Wohnsitze verteilen schnell Ehrenbürgerrechte. Wie finde ich diese Moral denn?

177) kleinErna, Freitag, 04. März 2011, 13:23 Uhr

AN ALLE GUTTENBERG-BEFÜRWORTER:

Sie sprechen von grenzenlosem Hass, von Neid und Mißgunst, die man KT gegenüber an den Tag legt und wissen doch ganz genau, dass Viele, die heute so gegen ihn sind, zuvor auch seine Befürworter waren. Grund für den Gesinnungswandel ist zum Einen die große Enttäuschung über das, was mit seiner Dissertation zusammen hängt, weit mehr aber ist es die Art, wie von KT selbst, aber auch von der der CDU/CSU damit umgegangen worden ist.

Natürlich ist KT nicht der Einzige, der bei seiner Doktorarbeit geschummelt hat, vielleicht nicht in diesem Umfang, aber eben doch so, dass Vieles anfechtbar wäre. Ich möchte nicht wissen was herauskommen würde, wenn alle Disssertationen ebenso akribisch und durch Mithilfe der Öffentlichkeit im Netz überprüft würden. Aber er selber weiß doch am ehesten, wie diese Arbeit zustande kam, also hätte er von Beginn an die Karten offen legen müssen (was er bis heute nicht getan hat!). Und ebenso hätten die Verantwortlichen der Unionsparteien mit ihm im vertrauten Gespräch und dann mit der Öffentlichkeit umgehen müssen, dann wäre es zu dieser Hexenjagd nie gekommen! Die Kanzlerin hat mit ihrer Blackout-Erklärung das Ihre dazu beigetragen und um ein Vielfaches verstärkt (manchmal geht der Schuss eben auch nach hinten los).

Die immer noch scheinheilige Diskussion zwischen der Unions-Schwestern, dass man KT die Unterstützung verweigert und ihm in den Rücken gefallen sei, ist doch aberwitzig. Soll ich Jemandem, dessen Verfehlung schwarz auf weiß offen gelegt ist, trotzdem eine weiße Weste bescheinigen? Für wie blöd wird die Öffentlichkeit von der CSU eigentlich gehalten?

Und abschließend ist zumindest bei den Unionsparteien (beim Wahlvolk kann ich das ja noch nachsehen) diese verlogene und bis heute anhaltende Trauer über den KT-Rücktritt nur noch peinlich. Durch die Überhöhung der Darstellung von Talent und Leistung eines KT machen sie sich selber klein und mickrig und zu Deppen der Nation (ohne Stolz und Rückgrat). Auch hier geht der Schuss nach hinten los, was sich bei den nächsten Wahlen auch in Bayern (da ist ja noch eine Weile hin) zeigen wird.

Darüber sollten Sie Alle mal nachdenken und die Angelegenheit dann langsam ausklingen lassen . . .
Das wäre besser für Herrn zu Guttenberg um sich auf’s Wesentliche zu besinnen und besser für unsere Gesellschaft, für deren Spaltung ein KT eigentlich doch zu unwichtig sein sollte; ganz objektiv gesehen.

178) Wolfgang Albrecht, Freitag, 04. März 2011, 13:23 Uhr

Schön ist ja, dass das Lächeln von Fr Merkel und Fr Schavan nach dem Lesen der Rücktritts-SMS der Nachwelt erhalten geblieben ist. Das spricht Bände.
http://www.facebook.com/pages/Artificial-Schizophrenia/126186117446623

179) Frankilein66, Freitag, 04. März 2011, 13:32 Uhr

Übrigens: Die Rolle des Judas in diesem Passionsspiel ist auch schon verteilt, Norbert Lammert!

Er wird als Blitzableiter der frustrierten Unionspolitiker herhalten müssen!
Rücktritt nicht ausgeschlossen!

180) sys, Freitag, 04. März 2011, 14:05 Uhr

Die Erwartungen die gerade geschürt werden, hochbegabter Politiker , einmaliges Talent usw. die kann er doch beim besten willen nicht erfüllen. Schon gar nicht als einfacher Abgeordneter.
Der Sarg wird einfach nur zugenagelt und zwar von der CDU und Fr.Merkel höchst selbst.

Sein politisches Talent hat ihn in der Krise nämlich ziemlich klar im Stich gelassen, insofern klingen für mich die Nachrufe eher wie mitleidiges Gelächter, die die Aufmerksamkeit noch ein wenig hochhalten sollen. Sein Mythos beruht ja gerade darauf, dass er noch nichts Beweisen musste, außer eben, dass er Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann.
Guttenberg kann man nicht mit Strauß vergleichen, der hätte es wohl auch nicht nötig gehabt eine Doktorarbeit zu fälschen.

Von wegen Hetzjagd, die Opposition ist gerade eiskalt vorgeführt worden.

Was traurig ist und bleibt, welche Charaktere in diesem Legislatur Zirkus nach oben gespült werden.
Noch trauriger wie sehr die mediale Illusion der Wirklichkeit den Blick auf die Zukunft verstellt.
Es geht nicht mehr um Parteien es geht auch nicht mehr um Länder es geht um eine Vision für die Zukunft in der die Menschen unabhängig von all diesen “eitlen Petitessen” einen ausreichenden gleichberechtigten Zugang zu den lebensnotwendigen Ressourcen haben und zwar ohne sich dafür gegenseitig umbringen zu müssen.
Und dafür braucht es mit Sicherheit keine Guttenberg-Doktrin, sondern einen Energie und wirtschaftspolitischen Marshallplan.

In welchem ThinkTank verschwindet der Guttenberg jetzt eigentlich auch nicht unerheblich !

181) sk8erBLN, Freitag, 04. März 2011, 14:29 Uhr

kommt jetzt bald die Heiligsprechung??

Merkel glaubt an
Guttenbergs Comeback
Kanzlerin Merkel hält ein Comeback von Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg für möglich. „Die Türen zur Politik nicht verschlossen“, sagt sie. ”

http://www.bild.de/BILD/politik/2011/03/04/guttenberg-merkel-glaubt/an-sein-comeback-nach-dem-ruecktritt.html

Und natürlich einmal mehr die ganz große Geste:

«Bild»: Guttenberg will restliche Bezüge spenden – Berlin
FOCUS Online – ‎Vor 4 Stunden‎
Berlin (dpa) – Karl-Theodor zu Guttenberg will nach dem Rücktritt von allen politischen Ämtern laut «Bild» seine ihm noch zustehenden Bezüge spenden. Der Betrag von knapp 31 000 Euro solle Familien von Soldaten zugute kommen, die bei Auslandseinsätzen …
Guttenberg spendet an Familien toter Soldaten
Spiegel Online – ‎Vor 6 Stunden‎
Auch nach seinem Rücktritt ist Karl-Theodor zu Guttenberg auf große Gesten bedacht. Laut “Bild” will der Ex-Minister seine noch ausstehenden Bezüge an Hinterbliebene getöteter Bundeswehrsoldaten spenden.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,748971,00.html

Hey, da werden sich die an posttraumatischem Belastungssyndrom leidenden Rückkehrer aus Afghanistan aber freuen, sind fast 30000 EUR. Das sind für jeden immerhin ein Paar Stunden beim Psychotherapeuten. Für die etwas zu tun befand der Minister a.D. ja nie so wichtig. Das hatte halt keinen Glamour, den erzielt man leichter mit einer Talkshow und und mit Begleitung der Gattin an die Front.Könnte evtl. auffallen? Also lassen wir das lieber und verteilen die Kohle an die Hinterbliebenen, schließlich hat er von den Toten mehrfach profitiert bei seinem Abgang. Außerdem stimmt so was vielleicht die Richter milde die demnächst über ihn zu urteilen haben.

Er selbst scheint mit Flucht nach vorn ähh ins Ausland zu liebäugeln:
Guttenberg prüft Jobangebot aus den USA

FOCUS Online – vor 1 Stunde gefunden
Der zurückgetretene Minister Guttenberg erwägt einen Umzug ins Ausland. Nach FOCUS-Informationen liegt ihm bereits ein Jobangebot aus Amerika vor. …

http://www.focus.de/politik/deutschland/ex-minister-guttenberg-prueft-jobangebot-aus-den-usa_aid_605473.html

Gute Idee, hier ist er schließlich komplett verbrannt:

Headhunter über Guttenberg
“In Deutschland so gut wie keine Chance mehr”
ann der zurückgetretene Verteidigungsminister in die Wirtschaft wechseln? Für den deutschen Markt sehen von der “Financial Times Deutschland” befragte Headhunter schwarz.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,749080,00.html

Derweil übt sich die CSU im Basteln einer “Dolchstoßlegende” , dass würde den heilig zu sprechenden noch ein wenig mehr erhöhen.
“Der Fall Guttenberg: CDU-Schmunzeln treibt CSU um
VON GREGOR MAYNTZ UND REINHOLD MICHELS – zuletzt aktualisiert: 04.03.2011 – 06:39

(RP) CSU-Chef Horst Seehofer nimmt “unsolidarische” Äußerungen der CDU-Politiker Annette Schavan und Norbert Lammert aufs Korn und bastelt im Umfeld des Guttenberg-Rücktritts an einer Dolchstoßlegende. Er nimmt damit eine breite Empörung der Christsozialen über die CDU auf. ”
..
http://www.rp-online.de/politik/deutschland/CDU-Schmunzeln-treibt-CSU-um_aid_971870.html

Wobei ich nach wie vor nicht daran zweifele, dass die CSU alles daran setz,t ihn zurück auf die Parteibühne zu zerren. Man hatte ja nicht mal Skrupel den verurteilten Totschläger Wiesheu der im Vollrausch einen Rentner platt gemacht hat und dessen Gattin schwer verletzt zurück auf die politische Bühne zu zerren und ihn mit Staatssekretärsposten zu belohnen. (siehe Wikipedia).

Da scheint Merkels Rechnung die Affaire möglichst schnell und vor allem geräuschlos ad acta zu legen nicht ganz aufzugehen.

Hey, am Wochenende gibt es in Berlin sogar ne kleine Solidaritätsbekundung zu der 1000 Leute erwartet werden. Wie? Nur 1000? Bei angeblich einer halben Millionen “Unterstützern” ist das aber lausig wenig. Scheint es ist doch mehr daran dass die Unterstützung mal eben “eingekauft wurde” für facebook. Dann ist natürlich klar dass die real-Solidarischen sich nicht mal im Promillebereich bewegen. Hat langsam Karnevaleske Züge die Geschichte. Dabei ist der doch im Rheinland?!

182) Jack, Freitag, 04. März 2011, 16:12 Uhr

Natürlich ist Angela Merkel beschädigt. Ihr Festhalten an KTzG ist für viele, darunter auch viele CDU-Wähler, nicht nachvollziehbar.

Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber ich bin das Thema KTzG leid. Es scheint mir alles gesagt, nur noch nicht von jedem (Zitat: Karl Valentin).

183) Orlando, Freitag, 04. März 2011, 17:37 Uhr

Die einizigen in der Union, die die konservativen Werte nicht komplett dem Machtspiel geopfert haben, Lammert und Schavan, sollen jetzt auch noch als Sündenböcke herhalten. Eine eigenartige Weltsicht, die die CSU da an den Tag legt, aber es passt zu dieser Partei, der “Geschlossenheit” (man könnte auch sagen Kadergehorsam) immer wichtiger war als die scheinheilig propagierten “Werte” oder die Integrität des Einzelnen. Was Seehofer, Söder und Co. diese Tage von sich geben, ist unglaublich und einmal mehr dazu angetan, auch noch den letzen Funken Hoffnung, dass die Politiker sich doch noch eine wenig Restanstand bewahrt haben, im Keim zu ersticken.

184) Karsubke Dieter, Freitag, 04. März 2011, 18:46 Uhr

Sehr geehrter Her Speng,.

alles was ich von ihnen höre oder lese mach mir deutlich, dass sie Pressefreiheit mit Narrenfreiheit
verwechseln. Sie schreiben und sagen was sie wollen, ohne die geringste Spur einer Verantwortung.so auch im Fall Guttenberg.

Mit verlaub Herr Spreng sie haben sich auch äüßerlich sehr zu ihrem Nachteil verändert nicht nur
weil sie wie win Kamelion die Farben wechseln.

MfG DWK

185) Günter, Freitag, 04. März 2011, 19:26 Uhr

Herr Spreng,
das beste Forum, welches ich in Bezug auf Meinungsäußerung bisher entdeckt habe.
Auch Ihr Beitrag zu Anfang wärmt mir doch ein wenig die Seele.Danke!
Solche Foren müßten viel mehr öffentlich gemacht werden, damit auch die diese Meinungen lesen , die
es angeht.
Weiter so!
Guten Tag auch!

186) EStz, Freitag, 04. März 2011, 19:46 Uhr

@ RCB
Der Vergleich KT mit FJS ist völlig daneben …
Sagen wir mal so: Mit diesem von Ihnen angestellten Vergleich (Strauß : zu Guttenberg) haben Sie bewiesen, dass Sie weder von Politik, noch was Menschenkenntnis betrifft, eine Ahnung haben. Sie sollten also Ihre Kritik (möglicherweise auch bei Anderen?) für sich behalten.

Sowohl Strauß als auch Guttenberg haben Intelligenz, Ehrgeiz, Ausstrahlung und politisches Talent. Beiden hat der Job als Verteidigungsminister Spaß gemacht – im Gegensatz zu anderen, die ihn zu erleiden schienen. Auf die Idee, dass man daraus eine von mir angenommene Gleichsetzung von Persönlichkeit oder Charakter der beiden Herren oder (trotz der ganz anderen Zeiten, in denen sie das Amt innehatten) eine gleiche Politk ableiten könnte, bin ich ehrlich gesagt nicht gekommen. Meine Betrachtung bezog sich ausdrücklich und nachlesbar nur auf die Funktion als Verteidigungsminister unter den oben genannten Aspekten..

Da ich – im Gegensatz zu Ihnen – keinen der beiden Herren persönlich oder gar privat kennen lernen durfte (die beiden also genau so wenig kenne wie Sie mich), hätte ich mir solches Urteil auch nicht angemaßt.

187) Maren P., Freitag, 04. März 2011, 19:52 Uhr

Ja, ich teile die Überzeugung, dass das Thema zu Guttenberg vorerst ausgelutscht ist. Die CSU versucht es noch ein bisschen mit dem üblichen Auskeilen gegen die Schwestern und Brüder der CDU und das war’s dann auch! Dabei müsste sie dankbar sein, denn ohne zu Guttenbergs Rücktritt hätte sie für das große Innenministerium ein Minsterium weniger gehabt.

Frankilein66, Freitag, 04. März 2011, 13:32 Uhr schrieb:
>>Übrigens: Die Rolle des Judas in diesem Passionsspiel ist auch schon verteilt, Norbert Lammert!
Er wird als Blitzableiter der frustrierten Unionspolitiker herhalten müssen!
Rücktritt nicht ausgeschlossen!<<

Also wenn das passieren sollte, dann werde ich protestieren! Der Bundestagspräsident ist einer der wenigen Bundestagsabgeordneten, der das vorlebt, was er als seine Werte betrachtet! Ein aufrichtiger Demokrat! Allerdings glaube ich nicht, dass die Klapskallis aus Bayern in ihrer Wut in Berlin damit erfolgreich sein werden. Ab und zu wird dort ja doch wieder ausgenüchtert das Hirn eingeschaltet! Spätestens am Aschermittwoch!

Zu Guttenberg wird als Young Fellow in den USA in diesen und jenen Thinktank geschickt werden und in spätestens zwei Jahren ist er wieder da und beerbt zunächst Seehofer als MP.

188) a.ehlers, Freitag, 04. März 2011, 20:39 Uhr

@ESt Endlich mal jemand, der sich konstuktiv Gedanken macht ohne wirklich jemanden zu Beleidigen. Es ist auch so, dass Herr zu Guttenberg nicht angemessen bestraft werden soll. Aber ich bleibe trotzdem bei meiner Position, dass eine Abwägung hätte stattfinden müssen. Seine Verfehlung hat nichts mit seiner Arbeit zu tun. Im privaten muß er die Konsequenzen tragen, aber nicht im beruflichen.

@ Herrn Spreng: Ich finde es befremdlich, wie sich manche Leute ihnen gegenüber äußern. Ich bin auch nicht mit ihren Äußerungen bei Hart aber Fair konform gegangen, aber eine solch beleidigende Art würde mir nicht einfallen. Obwohl ich mich von ihren Äußerungen über die “zu Guttenberg Anhänger” gekränkt gefühlt habe. Ich gehöre nicht zu den Menschen einer Fangemeinde und mache nicht jeden “Hype” mit. Ich habe mir selbst ein Urteil gebildet und ich fand bisher seine politische Arbeit sehr gut! Ich habe in einem meiner vorherigen Kommentare nur hinterfragt, warum sie so denken? Diese Aussagen, dass ein Politiker nicht populär sein darf… Liegt es daran, dass sie zu einer älteren Generation gehören? Liegt es daran, dass Herr zu Guttenberg wieder mehr Menschen für die Politik interessiert hat was vor ihm keiner geschafft hat? Oder liegt es daran, dass Politik lieber wieder hinter verschlossenen Türen stattfinden soll? Falls sie immernoch denken sollten, dass ich erst durch Herrn zu Guttenberg auf die Politik aufmerksam geworden bin, bitte ich sie zur Kenntnis zu nehmen, dass ich mich schon als Kind dafür interessiert habe. Mittlerweile bin ich 38 Jahre alt. Ich bin nie eine Parteianhängerin gewesen. Ich habe mich immer mit den politischen Aussagen der einzelnen Parteien befaßt und die gewählt, deren politschen Ideen und Eingaben mir am nähesten lagen. Ich bin kein Idolanbeter wie sie die zu Guttenberg-Anhänger bezeichnet haben. Ihre und die Äußerungen anderer Journalisten im Fernsehen, haben dazu geführt, dass Herr zu Guttenberg mit Mann, der den zweiten Weltkrieg heraufbeschworen hat, und wir mit dessen Anhängern verglichen wurden. Wie würden sie sich fühlen bei Vergleichen mit Adolf Hitler und den Nazis? Vielleicht mögen sie ja dazu mal ihre Meinung äußern?

MfG
A. Ehlers

189) rudow1, Samstag, 05. März 2011, 12:53 Uhr

Herr Spreng , vieles von dem was Sie schreiben ist sicherlich richtig, aber die Art wie Sie Guttenberg hier beschreiben (oder bei Plasberg) erscheint mir zu persönlich gefärbt und nicht journalistisch distanziert, auch “lese” ich zwischen den Zeilen immer wieder auch in fast allen Beiträgen von ihnen eine Art Abneigung gegenüber der Kanzlerin. Ich empfinde jede Ihrer Kritiken als berechtigt bin also in der Meinung meist bei Ihnen, aber ich muss zugeben das mich inzwischen die “persönliche Note” in Ihren Kommetaren stört.

190) m.spreng, Samstag, 05. März 2011, 13:37 Uhr

@rudow1

Ich freue mich, dass wir häufig einer Meinung sind. Es ist natürlich ihr gutes Recht, meine “persönliche Note” nicht gut zu finden. Aber ein Blog ist nicht der “reine Journalismus” (den es ohnehin immer weniger gibt), sondern nach meinem Verständnis Analyse und Meinung in einem Stück – also gewollt mit “persönlicher Note”. Deshalb heißt es auch “sprengsatz” und nicht “Die objektive Analyse”.

191) Peter Christian Nowak, Samstag, 05. März 2011, 15:40 Uhr

@m.spreng

°°Ich bitte diejenigen, die sich über “Jesus” aufregen, nicht in die gleiche inhumane Sprache zu verfallen. Ich möchte nicht, dass das Niveau der Diskussion in meinem Blog verkommt.°°

Ok!

°°Ich habe den Kommentar von “Jesus” nur deshalb (als einzigen dieser Art) zugelassen, weil er beispielhaft für die vielen Hassmails steht, die mich nach “hart aber fair” erreicht haben. Die meisten im “Toten Briefkasten” und im Kontaktformular.Die gehen bis zu “Wir kriegen dich. Halt`s Maul”. Es ist schon erschreckend, welche Schnittmengen es zwischen den Hardcore-Sarrazin-Anhängern und Guttenberg-Fans gibt.°°

Ich habe obigen Absatz Ihres Kommentars noch einmal reingestellt, weil ich der Ansicht bin, daß viele ihn lesen sollten. Er ist der Beweis für eine gesellschaftliche Gemengelage, die man auch als bedenklich, ja als “prekär” bezeichnen könnte: auf der einen Seite diejenigen, die noch gewissermaßen alle Tassen im Schrank haben, und auf der anderen Seite diejenigen, auf die eine Gesellschaft verzichten kann und müßte, wenn sie denn funktionieren soll. Bei Ihrem Kommentar wird deutlich, wie sehr die Gesellschaft durch Orientierungslosigkeit zerrissen ist. Das wurde auch schon in erschreckender Weise bei Sarrazins Bucherfolg deutlich: die Symptome zunehmender Verrohung in allen Kategorien, die für ein gesellschaftliches Miteinander unabdingbar sind. Wissenschaftliche Leistung z. B. gilt in gewissen Kreisen gerade nur so als “hausarbeitliche Pflichterfüllung”, ähnlich einer Klassenarbeit, bei der schon als Penäler abgeschrieben wurde – also nichts Besonderes!

Sarrazin steht ganz oben auf der Prioritätenliste gewisser Leute, weil er das geistige Niveau der Massen bedient. An Sarrazin wird der geistige Verfall in Teilen der Gesellschaft überdeutlich. Und wenn dort schon die intellektuelle Substanz abhanden gekommen ist, so fehlen letztlich sogar die natürlichen Instinkte des Menschseins, wie Anstand, Wahrhaftigkeit, Glaubwürdigkeit und so eine Art Urgefühl für Moral. Hier ist das wahre Prekariat zu finden. Hier herrscht der bedenkenlose Umgang mit “Dissidenten” vor, und man scheut sich auch nicht notfalls Gewalt bei denen anzuwenden, die es wagen eine in Teilen dekadente Gesellschaft zu kritisieren, Skandale wegen ihrer Abscheulichkeit zu kritisieren, Fehler zu benennen. Daher ist, nebenbei bemerkt, WikiLeaks der Stachel im Fleisch derjenigen, die unermüdlich dabei sind, die Wahrheit vertuschen zu wollen. Auf die Dauer wird ihnen das aber nicht gelingen
Gleichwohl, lassen Sie sich, Herr Spreng, nicht entmutigen!

192) RCB, Samstag, 05. März 2011, 20:10 Uhr

@EStz 04.März2011 19:46 h
Schade, ich hatte aber auch nicht mehr von Ihnen erwartet. Ich kenne Sie nicht (möchte ich auch gar nicht), ich kenne aber Leute mit Ihrem Argumentationsschema, das reicht.
Da Sie versuchen, auch noch andere Kommentatoren mit Ihren Weisheiten zu bekehren (oder belehren?), bleibt mein Ihnen ursprünglich zugeschriebener Satz, dass Sie weder von Politik, noch was Menschenkenntnis betrifft, eine Ahnung haben. Sie sollten also Ihre Kritik (auch bei Anderen) möglichst lieber für sich behalten.

193) RWAB, Sonntag, 06. März 2011, 19:15 Uhr

Hier gibt es noch einen feinen Link zu der durchaus fragwürdigen Biographie unseres selbstgerechten ‘Blog-Leiters’ und Meinungsdiktators M.Spreng.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,178416,00.html

Immer wieder taucht ja sehr werbeintensiv das ‘Verdienst’ als ‘Wahlkmpfberater’ von Edmund Stoiber auf…, wie dieser Wahlkampf gelaufen ist, weiß man ja…! Wars vielleicht doch eine Art Sabotage??
Für mich jedenfalls rundet sich das miese Bild, das ich von Herrn Spreng gewonnen habe, damit vollständig ab!
Irgendwie beschleicht mich inzwischen auch der Verdacht, dass sich der gelegentlich etwas unterbeschäfigte Herr hier auch einige der ewig zustimmenden Kommentare selbst schreibt…Schließlich kann man ja nicht immer in Talkshows gegen politische Gegner hetzen.
War nur mal so’n Gedanke. Nix für ungut- tschüß!

Kein Spreng-Fan :-)

194) EStz, Montag, 07. März 2011, 01:37 Uhr

@ RCB,
>>Schade, ich hatte aber auch nicht mehr von Ihnen erwartet. Ich kenne Sie nicht (möchte ich auch gar nicht), ich kenne aber Leute mit Ihrem Argumentationsschema, das reicht.
Da Sie versuchen, auch noch andere Kommentatoren mit Ihren Weisheiten zu bekehren (oder belehren?), bleibt mein Ihnen ursprünglich zugeschriebener Satz, dass Sie weder von Politik, noch was Menschenkenntnis betrifft, eine Ahnung haben. Sie sollten also Ihre Kritik (auch bei Anderen) möglichst lieber für sich behalten.

Was habe ich da bloß verbrochen?
Die Ahnung ward mir abgesprochen?
Den Schluß halt ich doch für verkehrt.

Man unterstellt, ich sei Belehrer,
und schlimmer noch, gar ein Bekehrer?
Das ist ja völlig unerhört.

Die Gunst möcht trotzdem ich erheischen:
Darf ich den Satz denn weiterreichen,
falls jemand einmal mich belehrt?

195) John Dean, Montag, 07. März 2011, 14:53 Uhr

@ RWAB

Und selbst in der aktuellen Redaktion findet man kaum jemanden, der schlecht über den Ex-Chef redet. Die Sprengkraft wirkt nach.

Danke für Ihren Link! Das scheint ja ein ganz schön schlimmer Finger zu sein, der Mann, über den so etwas geschrieben wird. Nebenbei: Sie sind ja ein schöner “Diskutant” hier, RWAB. Im Beleidigen ein Großer – aber beim Antworten auf direkt an Sie gerichtete Mitteilungen, pardon, doch eher ein Mäuschen. Sie ungekrönter Held des Wortes, waren Sie wenigstens auf einer Pro-Guttenberg-Demonstration?

Oder langt es dafür auch nicht?

196) Ralf Sommerlad, Dienstag, 08. März 2011, 20:14 Uhr

Ich unterstütze Sie in allen Ihren Argumenten und Schlußfolgerungen diese schmierige und unappetitliche Affäre betreffend – und Frau Merkel sei angesichts Ihres politischen Versagens beim Handling auch ein deutlicher Dämpfer in Ba-Wü und andernorts herzlich gegönnt.

Die moralische Erregung von SPD und Grünen während der Guttenberg-Affäre ist allerdings heuchlerisch, wenn man die neuen Veröffentlichungen im “Spiegel” über die zweifelhaften Geschäfte des Ex-Kanzlers Schröder und seines Ex-Arbeitsministers Riester mit Carsten Maschmeyer, dem Gründer und langjährigen Chef der Drückerorganisation AWD, liest. Auch der kometenhafte Aufstieg der Ex-Kanzlergattin Schröder-Köpf in den Aufsichtsrat der Karstadt-Gruppe hat nichts mit der wirtschaftlichen Kompetenz der gelernten Journalistin zu tun. Die Affäre Schröder-Maschmeyer hat ebensolche Beachtung verdient wie die Guttenberg-Plagiate. Von der SPD-Führung kommt dazu kein kritischer Kommentar, auch hat sich noch keine sozialdemokratisch-gewichtige Stimme a la Lammert erhoben.

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