Kommentare
69
Tagcloud
AfD BILD Bild am Sonntag CDU CDU/CSU Christian Wulff CSU Der Spiegel Die Linke FDP große Koalition Grüne Hartz IV Helmut Schmidt Kohl Linkspartei Merkel Schröder Schwarz-Gelb Schäuble Seehofer Sigmar Gabriel SPD Steinbrück Steinmeier Steuersenkungen Stoiber Wahlkampf Westerwelle zu Guttenberg
Montag, 14. März 2011, 18:24 Uhr

Rette sich, wer kann

Die Reaktion der Bundesregierung auf die Atomkatastrophe in Japan ist in Phase 2 eingetreten. Die erste Phase am Wochenende war, so zu tun, als würde man etwas tun. Nachdem schnell klar wurde, dass dies nicht reicht und keinen einzigen Wähler beruhigen kann, ist jetzt die Phase 2 eingeleitet worden: Rette sich, wer kann.

Bevor die Atompolitik der Bundesregierung die Laufzeit von Schwarz-Gelb verkürzt und zum GAU bei den Landtagswahlen führt, soll das “Moratorium” retten, was noch zu retten ist. Rechtlich ist es völlig unverbindlich, denn es gibt eine vom Bundestag beschlossene gültige Gesetzeslage, politisch soll es über die Landtagswahlen hinweghelfen.

Konkret kann das “Aussetzen” der Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke nur dann Folgen haben, wenn die Industrie mitspielt, wenn sich die Energiewirtschaft die Stilllegung älterer Kraftwerke abverhandeln lässt, um die modernen Kernkraftwerke zu retten.

Wieder macht sich die Politik von der Energieindustrie abhängig, die allerdings so unter Druck steht, dass sie zu diesem Deal bereit sein wird. Der Bundestag, das oberste Gesetzgebungsorgan, spielt inzwischen gar keine Rolle mehr. Unter Druck haben sich auch Abgeordnete der schwarz-gelben Koalition im vergangenen Jahr dem Atomkompromiss gebeugt, um jetzt festzustellen, dass ihre “Gewissensentscheidung” keine Rolle mehr spielt. Eigentlich Zeit für einen neuen Brief des Bundestagspräsidenten an die Kanzlerin.

Es ist erstaunlich, wie schnell aus wahltaktischen Gründen Atomwölfe zu Ökolämmern werden. Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus kennt überhaupt keine Tabus mehr, seine Umweltministerin Tanja Gönner schließt sogar nicht mehr aus, Neckarwestheim I noch vor der Landtagswahl vom Netz zu nehmen. Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Koppelin will in Schleswig-Holstein zwei Kernkraftwerke sofort stilllegen.

Nichts von dem, was noch im letzten Sommer  (und sogar vor wenigen Tagen) gesagt und vor einem halben Jahr beschlossen wurde, gilt noch. Gleichzeitig aber versichern CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe und Fraktionschef Volker Kauder, das vom Bundestag bechlossene Energiekonzept gelte “uneingeschränkt”. Das verstehe, wer kann.

Dies alles sind innenpolitische Panikreaktionen aus Angst vor der Angst der Wähler. Überzeugend ist dies nicht. Glaubwürdig schon gar nicht. Glaubwürdig könnte die energiepolitische Kehrtwende nur werden, wenn

1. die älteren Atommeiler nicht nur vorübergehend, also für die Zeit des dreimonatigen Moratoriums, sondern für immer stillgelegt werden,

2. die Stilllegung von einem massiven Programm zum Ausbau erneuerbarer Energie begleitet wird, und wenn

3. auch die Restlaufzeit der neueren Kernkraftwerke wieder verkürzt wird.

Es soll aber nicht verschwiegen werden, dass auch SPD und Grüne die Atomkatastrophe von Japan wahltaktisch instrumentalisieren. Sie können aber immerhin behaupten, dass sich ihre Haltung nicht geändert hat.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

69 Kommentare

1) Xpomul, Montag, 14. März 2011, 18:41 Uhr

wer glaubt denn daran das die stromer eon, rwe, etc. hier mitspielen werden.
wenn denn dann nur gegen ganz viele euros.
ergo, ein weiteres “”euro-rettungspaket”” muß kommen, um endlich wenigstens die uralt akw*s abzuknipsen.
diese wechselbalgregierung kann man ja nicht so einfach unter ein moratorium stellen.
leider.
wetten, daß nach den wahlen dann alle sicherheitsstandards vollumfänglich erfüllt sind ?
auch die der ersten generation.
auch die die so brüchig sind das schon ein laues stürmchen sie umwerfen.
keiner sagt ja welche standards erfüllt sein sollten.
es ist zum grausen.
ich bleibe dabei: weg mit den akw*s !

2) Gunnar, Montag, 14. März 2011, 18:45 Uhr

Es soll aber nicht verschwiegen werden, dass auch SPD und Grüne die Atomkatastrophe von Japan wahltaktisch instrumentalisieren. Sie können aber immerhin behaupten, dass sich ihre Haltung nicht geändert hat.

Eine Selbstverständlichkeit, die man eigentlich nicht nochmal extra erwähnen müsste. Das ist Politik.

Zum Moratorium:
Vielleicht kann mir da nochmal kurz jemand auf die Sprünge helfen. Heißt das jetzt es werden tatsächlich ältere Atommeiler für die drei Monate stillgelegt, oder wird nur die Laufzeitverlängerung über die 12 Jahre ausgesetzt, was bedeutet, es passiert tatsächlich gar nichts? (Wobei ich dann wieder nicht verstehe, wie man eine Laufzeitverlängerung über 12 Jahre für drei Monate aussetzen kann.)

3) Maritn, Montag, 14. März 2011, 18:46 Uhr

Koppelin hat schon bei der namentlichen Abstimmung über den Atomkompromiss Rückgrat bewiesen und dagegen gestimmt:
https://www.bundestag.de/bundestag/plenum/abstimmung/20101028_energie1.pdf

4) Venjan, Montag, 14. März 2011, 18:55 Uhr

Besonders dreist ist, dass dieses „Moratorium“ auch noch als „Denk“pause „kommuniziert“ wird. Wo soll das alles mal hinführen?

5) Benjamin, Montag, 14. März 2011, 19:10 Uhr

“Atomwölfe zu Ökolämmern” – treffender kann man es nicht ausdrücken.

Tatsächlich ist es doch offensichtlich, dass hier für die Regierung nur die Wahlkampfpanik Leitfaden des Handelns ist. Hieß es nicht vor ein paar Monaten noch, die CDU sei die “Atompartei” – und stolz darauf? Mappus kann nun gar nicht schnell genug vor der Wahl hektischen Aktionismus verbreiten, damit ihm nicht alle Fälle davon schwimmen, während Grüne und teils die SPD darauf verweisen können, dass sie ihrer alten Linie folgen. Ich erwarte hier aber auch noch konstruktive Vorschläge für neue Energiekonzepte.

Es war m. E. von Merkel ohnehin ein hohes Risiko, sich so vehement für die Laufzeitverlängerung auszusprechen und alle Sicherheitsbedenken und Stimmungen in der Bevölkerung bei Seite zu schieben. Das war damals schon nicht unumstritten innerhalb der Union. Aber man dient sich der Energiewirtschaft eben so gut an, wie es geht (und das empfinde ich als perfide) – ein Armutszeugnis für eine angebliche Volkspartei, von der heutigen FDP erwartet man hingegen ja nichts anderes. Dass der Bundestag zum Abnickgremium verkommt, konnte man aber auch schon seit einigen Jahren beobachten. Ein Trauerspiel für eine lebendige parlamentarische Demokratie, was auch die neulich vorgenommene Erhöhung des Rettungsschirms für den Euro beweist.

Das Moratorium ist schlicht ein Witz, ein politisches Placebo. Als solches sollten es die Wähler auch erkennen. Es kann sich noch zu einer politischen Katastrophe für Schwarz-Gelb entwickeln, denn alle früheren Bekenntnisse gelten plötzlich nichts mehr. Es könnte “Merkels Störfall” werden: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,750903,00.html

ps: Röttgen (der sich 2010 mal kritisch geäußert hatte) geht nun noch weiter: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-03/akw-moratorium-laufzeit-atomkraft

6) Peter Christian Nowak, Montag, 14. März 2011, 19:24 Uhr

Ich kann den Wahltag gewissermaßen nicht mehr abwarten. Bin schon ganz rapplig. Obwohl in RLP wohnhaft, so ist das AKW Phillipsburg ganz in der Nähe. Insofern geht uns Rheinlandpfälzer die Bw-Wahl sehr wohl was an.
Aber darüberhinaus wünsche ich die CDU mittelfristig weder in Regierungsverantwortung bundesweit zu sehen, noch auf Landesebene. Naja, und die FDP… Was ist das eigentlich, “FDP”?… was zum Einreiben oder zum Essen?
Ich hoffe, die Bürgerwut wird im Laufe der Zeit noch so groß werden, daß diesen politischen Stümpern noch Hören und Sehen vergeht. Die Aussichten dafür sind prima: Dank Finanzkrise und der gewaltigen Steuererhöhungen, die da noch kommen. Die sogenannte Regierung hat dieses Land buchstäblich an die Wand gefahren! Merkel hat das tatsächlich ohne mit der Wimper zu zucken geschafft!!
Nur meinen die Leute, die sei schon ausgestanden, die Finanzkrise nämlich, aber… “Überraschung!” !

7) Carsten, Montag, 14. März 2011, 19:24 Uhr

Wie kann die CDU glauben dass der Wähler das nicht durchschaut? Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg heißt es dann in drei Monaten? Traurig was in Deutschland an Politik abgeliefert wird.

8) Alea_iacta_est, Montag, 14. März 2011, 19:26 Uhr

Lese seit einiger Zeit mit Interesse Ihre überwiegend sehr zutreffenden politischen Analysen und Bewertungen.
Um so mehr widert mich die gegenwaertige politische Elite mit ihrem wahltaktischen Verhalten an. Erstaunlich, wie die alternativlose Perle aus der Uckermark zur DAGEGEN Kanzlerin mutiert. Die Menscheit lernt seit tausenden von Jahren nicht aus der Geschichte und richtet sich wohl selbst zugrunde.

9) Aelpele, Montag, 14. März 2011, 19:33 Uhr

Wer sagt “alle Atomkraftwerke abschalten” muß Alternativen nennen. Kohlekraftwerke wollen die Grünen auch nicht. Sollen alle deutschen Züge und Fabriken, etc. mit Solarstrom und Windernergie betrieben werden ?

10) Winfired, Montag, 14. März 2011, 19:34 Uhr

Man spricht immer von Gefahren von Außen? Ich bin Kraftwerker, wie wäre es mit einer Gefahr von Innen? Freundin fort, Geld fort, Wut im Bauch, Ausgelacht – da sitzt man so vor den Anzeigen und schläft dabei wie immer fast ein … und träumt sich einen Krimi … “Wie würde ich es machen?” … Ich könnte zu einer Weltberühmtheit werden, man bräuchte noch ein moralische Motiv, so wie der Unabomber?
Stellen sich die Kopfverschlauten solche Fragen?

11) Peter Christian Nowak, Montag, 14. März 2011, 19:35 Uhr

Man mag es mir nachsehen. Hier noch ein kleiner Hinweis auf das, was die FDP wirklich ist:

http://www.sueddeutsche.de/politik/die-fdp-und-die-automaten-wirtschaft-liberale-leibwaechter-fuer-den-koenig-der-automaten-1.1070068

12) Jost Kremmler, Montag, 14. März 2011, 19:39 Uhr

Wieder ein überzeugender Sprengsatz!
Die erste Phase von Merkel, “so tun, als ob”, hat Gott sei Dank nicht lange gedauert. Hoffentlich kommt nach der jetzigen Phase “Rette sich, wer kann” ein Beschluss zur drastischen Laufzeit v e r k ü r z u n g. Der alte Atomausstieg von Rot-Grün hat ohnehin schon zu lange Restlaufzeiten vorgesehen.

13) theo, Montag, 14. März 2011, 19:42 Uhr

Erst Guttenberg, nun Atomkraft: Mit welchem Rekordtempo CDU/CSU inzwischen 180-Grad-Drehungen vollzieht, ist beispiellos. All das ist Ausdruck einer inzwischen nahezu vollständig inhaltslosen Politik, die durch nichts anderes als den puren Wunsch nach Machterhalt gesteuert wird. Es geht nicht um das Wohl der Bürger, es geht um die Mandate. Heute so zu tun, als ob plötzlich ganz neue Risiko-Szenarien für deutsche Akw aufgetaucht wären, ist infam. All das, was Merkel und Mappus als eigenen neuen Erkenntnisgewinn verbuchen wollen, ist schließlich seit vielen Jahren bekannt.

14) WL, Montag, 14. März 2011, 20:04 Uhr

Nach dem Supergau in Japan hat Frau Kanzlerin einen politischen Supergau.
Die Kettenreaktion geht weiter mit einem Kommunikationssupergau.
Wenn man die Reaktionen der Bundesregierung zu dem Atomausstieg hört, entsteht der Eindruck, dass die vom Volk gewählten Repräsentanten den Kontakt zum Volk oder die Bodenhaftung verloren haben.

Wie kann es sein, dass der Eindruck entsteht, unsere Bundesregierung bedient nur die Interessen der Energiewirtschaft!!!

Ich stimme Ihnen bei den drei Punkten zur Kehrtwende voll zu.
Nur mit einer klaren Zielvorgabe unser Kanzlerin z.B. in 10 Jahren den Anteil der alternativen Energien auf 50% zu erhöhen und dann den Ankündigungen auch Taten folgen lassen kann
Die Kanzlerin sich aus ihrem Desaster lösen.

15) Martin, Montag, 14. März 2011, 20:05 Uhr

Wahre Worte, werter Herr Spreng.

16) Alut, Montag, 14. März 2011, 20:10 Uhr

Volltreffer 2. Nur ein Einwand: Wenn SPD und die Grünen ihre Haltung zum Ausstieg nicht geändert bzw. beibehalten haben, ist es doch nur konsequent und moralisch gerechtfertigt in ihrer Argumentation im Wahlkampf auf dieses japanisch Atomdesaster zurückzugreifen. Eine Instrumentalisierung liegt meines Erachtens in dem Verhalten von SPD und Grünen nicht vor. Sie ändern doch im Gegensatz zu Schwarz-Gelb nicht ihre Grundsätze. Sie würden sich geradezu fahrlässig und unglaubwürdig verhalten, wenn Sie die bedrohlichen Fakten aus Japan nicht herausstellen würden.

17) Mark, Montag, 14. März 2011, 20:14 Uhr

Die Kernschmelze bei der Bundesregierung hat längst eingesetzt; die PK heute nachmittag (aber auch die meist orientierungslosen Aussagen von Kauder, Homburger, Röttgen am Wochenende) waren nur ein Beweis dafür, dass die Schockwellen mittlerweile das Kanzleramt erreicht haben. Offenbar glaubt Merkel auch, die Ermahnung von Herrn Lammert sei unwichtig. Anders lässt es sich nicht erklären, dass sie WIEDER das Parlament ignoriert.

Die Kernfrage wird aber sein, wie sehr die Bürger diesen -nennen wir sie mal- Aussagen glauben schenken. Merkel und Westerwelle werden nur die Dümmsten der Dummen einseifen können.

Der 27. März wird zum Inferno für die Union.

18) marcpool, Montag, 14. März 2011, 20:34 Uhr

Alles rächt sich irgendwie …. Merkel wird sich wünschen diese ” Mauschelei-Verträge ” letztes Jahr nicht so schnell durchgeboxt zu haben … und Röttgen ist der Wendehals von NRW – obwohl doch Brüderle das ganze verbrochen hat. -

19) Fassmann, Montag, 14. März 2011, 20:38 Uhr

Wie isse putzig die Merkeline, da probiert man fix ne Neuauflage der S 21-Gespräche, viel labern und am Ende bleibts wie´s ist, och nöö Zuckerschnütchen, nochmal klappt das nicht, ist einfach zu billig.
Der mappus versucht die Guttenbergmasche, naja, wenn er es konsequent durchzieht bis zum gleichen Ende soll´s recht sein, geht er halt wieder Telefone verticken.

20) sk8erBLN, Montag, 14. März 2011, 20:46 Uhr

das passt hier besser hin

auf twitter heißt es zum SPON Artikel Merkels Störfall “Diese ReGIERung ist der Störfall”

Für wie dumm hält diese Lobbyisten-Regierung das Volk eigentlich?

Ich fühle mich persönlich beleidigt,
“ergebnisoffenes” 3-Monatsmoratorium! Auf welcher Gesetzesgrundlage “ruht” so ein Vertrag eigentlich? hmm? Und wieso laufen die Vertragspartner aka Energiekonzerne nicht Sturm gegen die Vertagsverletzung? Schon wieder im Hinterzimmerchen gekungelt? Nennt sich Moratorium, ist aber offensichtlich nichts weiter als eine stillschweigende Übereinkunft, vulgo Abwarten und Aussitzen wie sie es bei Pappi Kohl abgeguckt hat. , 2 Landtagswahlen aussitzen (BW und Rheinland-Pfalz, bei der Berliner kriegt die CDU eh kein Bein an den Boden), und dann, zur Sommerpause wieder alle im Chor, “die deutschen AKWs sind die sichersten der Welt” die Laufzeitverlängerung ist ALTERNATIVLOS, die Floskel hatte der Hosenanzug die letzten Tage glatt aus dem Wortschatz gestrichen. Jetzt ist es “Brückentechnologie” ja klar, die Brücke konnte gar nicht lang genug sein.

Solche Politiker gehören weggeschlossen und auf endgelagert! Ich kann wirklich nicht beschreiben wie satt ich dieses Pa** habe. Und dennoch, Zweifel sind leider angebracht:
“In Baden Württemberg und Bayern würde auch eine Mülltonne oder um aktuell zu bleiben ein Castorbehälter zum Ministerpräsidenten gewählt, wenn er nur für die CDU antreten würde.

Das Volk ist etwa genauso blöd, wie Frau Merkel sich das vorstellt.” stellt nicht grundlos dort ein Forenuser tlogor fest. Siehe die causa zu Guttenberg.

21) horst scharnhorst, Montag, 14. März 2011, 20:52 Uhr

Interessiert das den Wähler? In Baden-Württemberg scheint Mappus mit der FDP wieder obenauf zu sein: lt. einer Umfrage von heute (Infratest 42 CDU/7 gegen 23 SPD/20). Hamburger Verhältnisse sind in Stuttgart (leider) nicht zu erwarten.

22) Wart, Montag, 14. März 2011, 21:19 Uhr

“Aelpele, Montag, 14. März 2011, 19:33 Uhr
Wer sagt “alle Atomkraftwerke abschalten” muß Alternativen nennen. Kohlekraftwerke wollen die Grünen auch nicht. Sollen alle deutschen Züge und Fabriken, etc. mit Solarstrom und Windernergie betrieben werden ?”

und in Zukunft sollen noch alle Autos mit Strom fahren. Super!
Wir sitzen in einer Sackgasse und keiner hat eine plausible Lösung. Raus aus Atom hört sich gut an und wer will das nicht unterschreiben nur was ist die kurzfristige Alternative, wenn die Lichter nicht ausgehen sollen mit Arbeitslosigkeit ectr. im Gefolge. Atomstrom aus Frankreich? Denen traue ich erst recht nicht über den Weg. Fessenheim ist eine Zumutung und gehört schon lange abgeschaltet. Ich wohne nur 10Km davon entfernt.
SPD und Grüne wissen das auch und haben keine Lösung. Alle die die Wählen werden da auch ihr Atomwunder erleben. Sie hätten ja schon mal abschalten können, wenn alles sooooo unsicher war/ ist.

23) Peleo, Montag, 14. März 2011, 22:04 Uhr

So schnell rächt sich die durch Guttenberg verlorene Glaubwürdigkeit: Niemand nimmt der Kanzlerin jetzt das Umdenken ab, selbst wenn es ehrlich gemeint sein sollte. Es hätte ja immerhin sein können, dass sie als Physikerin auf jetzt nicht mehr zu leugnende Fakten reagiert.

“Die Botschaft hör ich wohl – allein, es fehlt der Glaube”.

Söder: “Wir waren noch nie “Kernkraft-Fetischisten”, ja selbst Mappus wollte jetzt angeblich immer “möglichst schnell aus der Kernkraft raus”. Kern klingt ja auch kernig, nicht so böse und gefährlich wie “Atom”, auf das man vor kurzem noch so stolz war.

Verlogene … Personengruppe (den treffenderen Ausdruck würde Herr Spreng ja wieder rügen)

24) Doktor Hong, Montag, 14. März 2011, 22:13 Uhr

Ich war einigermaßen überrascht, als Gröhe behauptet hat, die CDU sei schon immer für den Übergang zu alternativen Energien gewesen.

Oder um es mit Helmut Schmidt zu sagen: “Ich habe mich darüber gewundert.”

Warum dann erst dieses Gemauschel, um die Laufzeitverlängerung am Bundesrat vorbei durchdrücken zu können?

25) Doktor Hong, Montag, 14. März 2011, 22:17 Uhr

@ Aelpele

> Sollen alle deutschen Züge und Fabriken, etc. mit Solarstrom und Windernergie betrieben werden ?

Nein.

26) Doktor Hong, Montag, 14. März 2011, 22:23 Uhr

@ Winfired

Was sollte man gegen das von Ihnen beschriebene Szenario tun? Gegen Verrat hilft noch nicht mal paranoides Misstrauen.

27) Matthias, Montag, 14. März 2011, 22:49 Uhr

Ich kann das Wort Moratorium jetzt schon nicht mehr hören.

28) Hartmut Erggertshofen, Montag, 14. März 2011, 23:23 Uhr

Merkel & Co mal ins politische Abklingbecken.
Ich fühle mich schon seit einiger Zeit verschaukelt, aber nun beginnt die Rotation.
Denkpause noch so ein Neusprech, als würde der Wille zu Nachdenken vohanden sein.
Aber auch die Forderung alle AKWs sofort abzuschalten zeugt von einer gewissen Merkbefreiung.
Mal im Ernst was soll ich wählen?
Gau
Supergau
Hypergau
Gigagau
was bleibt ist GAGA

29) M.M., Dienstag, 15. März 2011, 00:19 Uhr

Merkel´s purer Populismus. Das was sie Schröder am Ende seiner Amtszeit vorwarf macht sie nun selber. Wie ein Hamster im Rad!!!

30) 68er, Dienstag, 15. März 2011, 00:20 Uhr

Interessant ist auch die Rolle unseres “Umweltministers” Norbert Röttgen in dieser Farce. Wenn er im letzten Jahr bei der Laufzeitverlängerung Rückgrat gezeigt hätte und seinen Überzeugungen und seinem Gewissen gefolgt wäre, stünde er nun als Held und kommender Kanzlerkandidat da.

Mit seiner Wischiwaschihaltung hat er sich damals unmöglich gemacht, als er es sich hat bieten lassen, dass die Bundeskanzlerin die Endverhandlungen mit der Atomindustrie hinter seinem Rücken abschloss. Nun ist es konsequent, dass sie ihn auch bei der Moratorium-Pressekonferenz nicht dabei haben wollte. Sie behandelt ihn wie einen Schuljungen und das nicht ohne Grund.

Wenn es im Sommer tatsächlich in NRW Neuwahlen mit einem Spitzenkandidaten Norbert Röttgen geben sollte, wäre die nächste CDU-Sternschnuppe zum Erlöschen gebracht.

Alle Achtung Frau Merkel!

31) mambo, Dienstag, 15. März 2011, 00:36 Uhr

Lügen,Tricksen ,Täuschen oder kürzer gesagt merkeln !!!
Ich hoffe nur ,daß die Wähler dafür sorgen,
daß wir diese Dame nicht länger ertragen müssen !

32) sk8erBLN, Dienstag, 15. März 2011, 00:49 Uhr

# 2001: A senior nuclear industry executive has told the New York Times that Japanese nuclear power industry managers are “basically in a full-scale panic”. The executive is not involved in managing the response to the reactors’ difficulties but has many contacts in Japan. “They’re in total disarray, they don’t know what to do,” the executive added.
quelle
http://www.nytimes.com/2011/03/15/world/asia/15nuclear.html
via
http://www.bbc.co.uk/news/world-middle-east-12307698

Und nun beten wir wieder das bekannte Mantra.

deutsche Kernkraftwerke sind die sichersten der Welt
deutsche Kernkraftwerke sind die sichersten der Welt
deutsche Kernkraftwerke sind die sichersten der Welt

Dazu ein paar Zitate die heute wie aus einer anderen Welt wirken, in Wirklichkeit aber einem SPON Artikel entnommen sind der keine 8 (!) Monate alt ist.

Wie aus einer anderen Zeit
Wird die Atomlobby jetzt übermütig? Die Betreiber fordern eine Gesamtlaufzeit der Anlagen von 60 Jahren und mehr – solange sie sicher sind. Auch den Bau neuer Kernkraftwerke wollen sich die großen Konzerne langfristig offen halten.

[…]

‘Ich sage: Lasst die Anlagen solange laufen, wie sie sicher sind und ihren Beitrag liefern’, sagte der Präsident des Deutschen Atomforums, Ralf Güldner, der Süddeutschen Zeitung.

[…]

Doch Güldner, der auch Vizechef der E.on Kernkraft GmbH ist, präzisiert seine Forderung gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: ‘15 Jahre plus X könnten ein vernünftiger, weil politisch darstellbarer Schritt sein.’

Bislang ist die Laufzeit der Kraftwerke rein rechnerisch auf 32 Jahre begrenzt. Güldners Forderung liefe dagegen auf Gesamtlaufzeiten von rund 60 Jahren hinaus, wie sie etwa in den Niederlanden oder den USA zulässig sind.

[…]

Dagegen schließt der Chef des Atomforums langfristig nicht einmal den Neubau von Atomkraftwerken in Deutschland aus. ‘Dieses Thema steht nicht an’, sagte Güldner der Zeitung, ‘aber vielleicht müssen wir in 20 Jahren aus Gründen des Klimaschutzes und der Versorgungssicherheit auch über den Neubau von Kernkraftwerken sprechen.’ Er halte ihn jedenfalls ‘nicht grundsätzlich für ausgeschlossen’.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,709004,00.html
Quelle
http://www.politblogger.eu/wie-aus-einer-anderen-zeit/

Und morgen, wenn ihr alle brav bleibt, erzählt euch Tante Merkel wieder eine neue Geschichte,

Schon alleine weil die Situation nachdem der nukleare Fallout über Tokio hinwegzieht in der Nacht und eine dritte Explosion im Fukushima I Reaktor 2 um 6:10 Ortszeit statt fand noch mal eine andere sein wird. Dazu SPON: Im Unterschied zu den ersten beiden Explosionen am Samstag und Montag sei diesmal nicht nur das äußere Reaktorgebäude, sondern auch der innere Druckbehälter beschädigt worden, berichteten der Sender NHK und die Nachrichtenagentur Kyodo.

Das wäre dann in der Tat der GAU und nicht nur ein schwerer Zwischenfall.

Apropos Merkel:
Hat sie eigentlich schon erklärt weshalb am Samstag Abend noch alle, wirklich alle KKWs am Netz sein durften weil sie ja sicher sind und heute, zwei ereignislose Tage später gleich 3 dringend abgeklemmt werden müssen?

33) JG, Dienstag, 15. März 2011, 06:17 Uhr

Richtig, jedoch kann ich bislang kaum eine “wahltaktische Instrumentalisierung” durch die Grünen erkennen. Wozu sollten sie diese auch vornehmen? Wenn sie nicht viel mehr tun als bisher, brauchen sie sich ebenjenes Ausnutzen von anderer Leute Leid nicht vorwerfen zu lassen. Als Anti-Atom-Partei sind sie sowieso am überzeugendsten, weil sie schon immer dagegen waren. Und was die politische Stimmung angeht, entwickelt sich auch ohne ihr Zutun alles zu ihrem Besten: Eine “Kernkompetenz” der Grünen steht plötzlich ganz oben auf der Tagesordnung – mit hohem Mobilisierungspotential.

Im übrigen denke ich, die Wahlkampfverrenkungen von Schwarz-Gelb sind so hilflos und fadenscheinig, daß sie bestenfalls bei jenen verfangen werden, die schon immer begeisterte Anhänger von Union und FDP waren – und der Atomkraft.

34) von Freiburg, Dienstag, 15. März 2011, 07:35 Uhr

Mappus hat mit dem Rückkauf der EnBW-Atomkraftwerke sehr viel Geld verzockt.

So wie er bereit ist mit seinem Atom-Lobyismus unsere Gesundheit zu verzocken.

Diesen Mappus braucht kein Mensch, bitte erdrutschartig abwählen!

35) Mark, Dienstag, 15. März 2011, 09:00 Uhr

@horst scharnhorst – Schenken Sie den “repräsentativen” Umfragen der diversen Forschungsinstitute nicht zuviel Glauben. Ich bewerte diese Umfragen inzwischen nur mehr als den von der Regierung gewünschten “Sollwert”, der in die Masse hinein kommuniziert werden soll. Anders lässt sich z.B. nicht erklären, dass die FDP bei einigen Instituten NIE unter die 5-Prozent-Hürde gerät, egal was passiert. Natürlich kann man dies nicht belegen, dazu bräuchte man Insider-Informationen, aber oft ist schon die Art der Fragestellung zweifelhaft (zugegeben, nicht bei der Sonntagsfrage).

Im Gegenteil: ich rufe die Bürger dazu auf, die kommenden Wahlen (insbesondere die Auszählungen!) mit Argusaugen zu beobachten. Inzwischen kommen mir nämlich erhebliche Zweifel, dass es dabei immer mit rechten Dingen zugeht.

36) Gregor Keuschnig, Dienstag, 15. März 2011, 10:37 Uhr

Das dreimonatige Moratorium ist ein Witz. Niemand glaubt Merkel, dass währenddessen eine “tabulose” Neubewertung der Atomenergie vorgenommnen wird. Wenn doch, dann gibt es drei neue Probleme für sie:

1. Sie dürfte mit Schadenersatzforderungen der Betreiber konfrontiert werden.
2. Das im Haushalt eingeplante Geld fehlt.
3. Der Strom wird insgesamt teurer – ohne das die Regierung eine Möglichkeit hat, dagegen zu steuern.

Gewinner sind in jedem Fall die Betreiber. Gelackmeierter ist in jedem Fall der Bürger.

Es zeichnet sich immer mehr ab, dass Frau Merkel schlichtweg unfähig ist. Die Grosse Koalition wurde wohl stärker von Steinmeier und Steinbrück abgestützt, als man dies wahrgenommen hatte. Die Frau kann’s nicht. Sie muss schnellstens politisch entsorgt werden – ohne dass man direkt wüsste, wer es besser machen würde. Deutschland wird seit 1998 von unfähigen Regierungschefs vertreten.

37) Eine Juristin, Dienstag, 15. März 2011, 10:51 Uhr

Ja die Wahlfrage bleibt:
Zur Wahl stehen: Gau, Supergau, Gigagau. Sehr treffend formuliert…
Und Populismus durch alle Parteien hinweg.

Fazit:
Stuttgart 21, toll gemacht
Steuersünder-Cds, toll gemacht
Guttenberg, toll gemacht
AKWs, toll gemacht
Maut, auja!!
Und Frauenquote? Achwas – das sind doch nur Ideen von militanten Alice Schwarzern…

Man sollte den CDU+FDP ein Fähnchen in die Hand geben und das Reden verbieten.
Dann den Ventilator einstellen und einmal damit rundherumlaufen und kucken, was passiert.

Wenn Merkel, Westerwelle, Mappus, Oettinger im Fernsehen erscheinen,
schreie ich mttlerweile panisch auf und schalte schnell weg, bevor sie mich
mit weiterem populistisch-radioaktiven Zeug verseuchen.
Da fühlt man sich schon beim Zuhören schon ganz verstrahlt.

Aber zum Glück gibt es ja den Sprengsatz – meinen persönlichen Geigerzähler,
der mich vor jeder alpha-beta-gamma-(Populismus/Verblödung/Fähnchen-im-Wind)
Verstrahlung warnt.

38) nurmalso, Dienstag, 15. März 2011, 10:53 Uhr

vielleicht kann man ja heiner geissler als schlichter nach fukushima schicken …
der handelt dann zwischen den einwohnern tokios und den reaktoren einen kompromiss aus.

39) Jakob Creuzfeldt, Dienstag, 15. März 2011, 10:53 Uhr

In Hamburg wurde jüngst eine Regierung weggefegt, die in vielen Themen von der Realität überholt worden war. Hastig vollzogene 180-Grad-Wenden wurden vom Bürger durchschaut und bei der Wahl mitbestraft.

Ich hoffe, dass auch die Wähler bei den anstehenden Wahlen die Nebelkerzenpolitik von Mappus, Merkel und Co. durchschauen und konsequent sanktionieren. Denn was bedeutet das Moratorium konkret? Nichts! Eben.

40) Bernd Schwer, Dienstag, 15. März 2011, 12:03 Uhr

Früher gab es für Politiker, die so schamlos über Nacht ihre Position gewechselt haben, das schöne Wort “Wendehals”. Betraf natürlich nur Ex-DDR-Politiker, denn bundesdeutsche Politiker tun so was bekanntlicht nicht. Es sei denn, es ist einfach erforderlich. Wie jetzt.

41) Frankilein66, Dienstag, 15. März 2011, 12:05 Uhr

Also man kann es mit der Kritik an der Politikblase in Berlin auch übertreiben. Den Parteien in Zeiten vor wichtigen Wahlen Wahlkampf vorzuwerfen ist schon ein wenig wohlfeil.

Schauen sie sich mal Sachsen-Anhalt an, dort wird überhaupt kein Wahlkampf gemacht, was die Wahlbeteiligung am Sonntag noch weiter in den Keller treiben wird.
Dort kuscheln die Großkoalitionäre, weil sie den Status quo geräuschlos fortsetzen wollen.
Finden sie das in Ordnung?

Sollen die Grünen auf einmal zu Atombefürwortern werden, nur um sich dem Vorwurf wahltaktischen Verhaltens zu entziehen?

42) sk8erBLN, Dienstag, 15. März 2011, 12:52 Uhr

wer meinen Hinweis auf das Mantra “deutsche Kernkraftwerke sind die sichersten der Welt” nicht versteht, schaue einfach mal hier

Merkel O-Ton “Ich finde an einem solchen Tag darf man nicht einfach sagen “unsere Kernkraftwerke sind sicher”, sie sind sicher und trotzdem muss man nachfragen, was ist zu lernen aus einem solchen Ereignis… Ohne das man Anhaltspunkte hätte dass sie nicht sicher wären… Und trotzdem können wir immer dazu lernen…. ”

http://www.youtube.com/watch?v=IALgZz02it4

Ja nee, ist klar.

Deutlicher kann Kognitive Dissonanz nicht dokumentiert sein.

Und weil die so sicher sind, schalten wir jetzt bis nach den Wahlen erst mal 7 Stück davon aus und besprechen die kommenden Monate wie die Gewinnausfälle auf die Verbraucher abgewälzt werden. (Brüderle ick hör dir trapsen “die Strompreise könnten sich erhöhen”). Aber nichts anderes ist von Dieser Elendsverwaltung aka Schwatz-Geld, bei der auf dem Schoß Lobbyisten Logenplätze im Dauerabo haben, zu erwarten.

Wehe der Wähler vergeigt das mit der Quittung! Und-man will es kaum glauben-, es sieht einmal mehr danach aus das BW notfalls auch einen Toaster wählen würde, so lange da nur CDU drauf steht.

http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/baden-wuerttemberg.htm

43) sk8erBLN, Dienstag, 15. März 2011, 13:40 Uhr

und wie man die CDU Pirouette einschätzen muss liest man heute in der Stuttgarter Zeitung:
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.atomkraftwerke-im-land-ueber-pannen-spricht-man-nicht.57acf2a5-e0d3-49a8-b383-9b4a186207a1.html

“Die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner gerät wegen vertuschter Fehler im Reaktor Philippsburg unter Druck.:

Zu den Aufgaben der baden-württembergischen Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) gehört auch die Aufsicht über die Atomkraftwerke im Land. Die Stuttgarter Zeitung beschreibt heute, wie sie diese Rolle interpretiert:

Manchmal rächen sich Sünden der Vergangenheit zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Eigentlich geriert sich Tanja Gönner (CDU) in diesen Tagen als eine Politikerin, die die Lehren der Atomkatastrophe in Japan verstanden hat. Im Großen wie im Kleinen reagiert die baden-württembergische Umweltministerin auf die Ereignisse in Fuku-shima: das Kernkraftwerk Neckarwestheim 1 wird wohl abgefahren, eine Expertenkommission soll alle Meiler im Südwesten untersuchen, das Ministerium richtet ein Telefon für besorgte Bürger ein.

Doch just in den Tagen hektischen Krisenmanagements sieht sich Gönner mit einem Verdacht konfrontiert, der so gar nicht zu ihrer Selbstinszenierung passt. Es geht um die Frage, ob die oberste Atomaufseherin im Land zusammen mit dem Energiekonzern EnBW Vorfälle in einem Kernkraftwerk verheimlicht hat, von denen die Öffentlichkeit längst hätte erfahren müssen. Ans Licht kamen sie erst durch einen unbekannten Insider, der die Opposition in Berlin alarmierte.

[…]

Betroffen ist, wieder einmal, der Reaktor Philippsburg II, zwanzig Kilometer nördlich von Karlsruhe. Der machte vor zehn Jahren unrühmliche Schlagzeilen, als er nach einer Jahresrevision ‘im Blindflug’ wieder angefahren wurde. Das Notkühlsystem stand nicht ordnungsgemäß zur Verfügung, in drei von vier Flutbehältern fehlte die vorgeschriebene Konzentration von Borsäure.
[…]
In Philippsburg herrschten weiterhin ‘ein Mangel an Fachkunde und fehlendes Sicherheitsdenken’, schrieb er in einem Brief, der Mitte Februar unter anderem die Karlsruher Grünen-Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl erreichte. Dreimal sei es in den vergangenen anderthalb Jahren zu ähnlichen Verstößen wie 2001 gekommen, doch nichts davon sei nach draußen gedrungen: Die Meldepflicht hätten Gönner und die EnBW umgangen, ‘um die geplante Laufzeitverlängerung der Atomanlagen in Deutschland nicht zu gefährden’.

Wie gut sich der Verfasser in Philippsburg auskennt, zeigt seine Schilderung der drei Vorfälle. Alle ereigneten sich laut dem Bundesumweltministerium ‘während Instandsetzungsarbeiten’. Bei der jüngsten Panne im Juni 2010, berichtet der Anonymus, seien wegen eines verkanteten Stöpsels 270000 Liter Reaktorwasser aus dem Brennelementebecken in den sogenannten Reaktorsumpf geflossen. Erst nach einer Stunde habe das Leck gestopft werden können. ‘Bei einem weiteren Füllstandsabfall um sechs Zentimeter wäre die komplette Kühlung nicht mehr verfügbar gewesen.’

via politblogger

Was für Heuchler!

44) Mark, Dienstag, 15. März 2011, 13:48 Uhr

Und dann sind da noch die völlig Unbelehrbaren in der Union:

„Ich bin nicht bereit, ohne Grund unser Energiekonzept aufzugeben“, sagte Fraktionsvize Christian Ruck (Quelle: FAZ).

Da komme ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus. Meine Hauptkritik entfacht sich an den beiden Wörtchen “ohne Grund”, zeugen sie doch von einer völligen Ignoranz der aktuellen Situation in Japan einerseits, die belegt, dass es doch möglicherweise den einen oder anderen Grund für ein Umdenken geben könnte. Und natürlich von einer Entkoppelung der politischen Realität andererseits: Jeder Tag des Verteidigens des “Ausstieg vom Ausstieg” kostet die Union gewiss ein Prozent bei den anstehenden Landtagswahlen! (Frau Merkel hat dies erkannt und die Notbremse gezogen.) Ruck scheint also nur den “bad guy” spielen zu müssen, um in der Atomlobby noch ein bischen Verständnis einzusammeln.

Aber gut, wir wissen ja schon länger, dass die Regierungsparteien völlig losgelöst von der Realität agieren.

45) Cato, Dienstag, 15. März 2011, 14:14 Uhr

Wacht der dt. Bundesbürger jetzt endlich auf????? Bemerkt er vielleicht jetzt wie er seit
Jahrzehnten “verarscht” wird???? Erkennt er daß die Parteien mit “Volksherrschaft =
Demokratie” nichts zu tun haben???? Sieht er daß diese betriebene Politik von den
” Interessenten” gekauft wird???? Denkt immer dran: WIR SIND DAS VOLK!
Und wenn WIR es wollen müssen diese ATOMBOMBEN abgeschaltet werden!

46) aachen, Dienstag, 15. März 2011, 15:17 Uhr

Herr Spreng, ich muss Ihren Ausführungen, was mir manchmal schwer fällt, uneingeschränkt zustimmen, genau so schätze ich dies auch ein. Ich bin gespannt, was nach dem Moratorium erfolgt, welches nicht ohne Grund 3 Monate und nicht 1 oder 6 Monate andauern soll.
Eine Ergänzung möchte ich jedoch hinzufügen. Wenn denn die Überprüfung der AKWs und auch die Abschaltungen ernst gemeint sind, so kann und darf dies kein Alleingang Deutschlands bleiben. Der zuständige EU-Komissar Herr Öttinger hat sich hierzu auch schon zu Wort gemeldet, ein in seinem früheren Amt brennender Befürworter der Atomkraft. Wie ernst dieser zu nehmen ist bleibt abzuwarten. Aber gänzlich sehe ich hier mehr Aktionismus als überlegtes Bewahren von Sicherheit der Menschen.
Wie aus meinem Profilnamen ersichtlich ist, komme ich aus Aachen. Von Aachen nicht weit entfernt (80 Km) liegt das AKW Saurier (bei Interesse hier nachzulesen – http://tinyurl.com/6bc78s4). Für mich in Aachen – NRW bringt es gar nichts, dass die AKWs in Deutschland abgeschaltet werden, es muss eine EU-weite Lösung her. Der ständige Westwind tut sein übriges.

47) aachen, Dienstag, 15. März 2011, 15:21 Uhr

Nachtrag: Das AKW Saurier liegt in Belgien – ca. 80 Km von Aachen entfernt

48) Klaus, Dienstag, 15. März 2011, 15:30 Uhr

“Es soll aber nicht verschwiegen werden, dass auch SPD und Grüne die Atomkatastrophe von Japan wahltaktisch instrumentalisieren. Sie können aber immerhin behaupten, dass sich ihre Haltung nicht geändert hat.”
.
Was soll das? Die Genannten halten sich doch noch erstaunlich zurück, obwohl sie allen(!) Grund hätten, die rechten Atomanbeter… ach lassen wir das.
Sie, Herr Spreng, zeigen immerhin, welcher Partei Sie immer noch angehören.

49) Benjamin, Dienstag, 15. März 2011, 15:42 Uhr

Interessant ist die Reaktion der Energiekonzerne. EnBW und E.On wollen wohl retten, was zu retten ist und ältere Meiler teils ganz abschalten (Neckarwestheim 1) oder wenigstens vorläufig vom Netz nehmen (Isar 1). RWE hingegen geht auf Konfrontationskurs(Großmann: “Ein Atomausstieg kommt Deutschland teuer zu stehen”). Das wird noch spannend… denn es existieren ja auch gültige Verträge, wie man da Rechtssicherheit für das Moratorium erreichen will, ist noch fraglich, wenngleich etwa Unionsgeschäftsführer Altmaier keine größeren Probleme sieht. Mal schauen…

50) aachen, Dienstag, 15. März 2011, 15:43 Uhr

@Klaus, Dienstag, 15. März 2011, 15:30 Uhr
Haben Sie gestern, bei der Demonstration vor dem Kanzleramt nicht die Reden von Hr. Gabriel, Frau Rot, Herr Michael Sommer … und die Linken standen auch im Bild, gehört?
Richtig, lassen wir das …. instrumentalisiert wird es von allen Politikern und genau das ist es, was mich wütend macht. Egal welche Parteien, alle hätten schon längst etwas in die richtige Richtung tun können. Ich werde ganz sicher nicht Herrn Spreng verteidigen, bin oft genug auch konträrer Meinung, aber ganz sicher ist es einer Diskussion undienlich, immer dann, wenn einem eine Meinung nicht passt, eine Parteizugehörigkeit vorzuwerfen und somit jegliche Diskussion zunichte zu machen, das ist undemokratisch.

51) sk8erBLN, Dienstag, 15. März 2011, 16:48 Uhr

Mappus über Mappus “Ich bin kein Atomideologe” , gerade 16:27 Uhr auf Phoenix.

*BRÜLL vor Lachen zusammenbrech*

Er ist das ideologisch verbohrteste was die CDU in punkto Atomlobbyist aufzubieten hat!!

Er höchstselbst hat für den Einstieg des Landes bei EON gesorgt und sich für diesen Coup feiern lassen.

ER war es, der sich so vehement wie kein andere für Laufzeitverlängerungen engagierte, siehe
http://www.welt.de/politik/deutschland/article8422967/Stefan-Mappus-fordert-laengere-AKW-Laufzeiten.html

Mappus blökt weiter “Die Landesregierung begrüßt die von der Bundesregierung gestern angekündigte Aussetzung der Laufzeitverlängeurg. die Zeit soll genutzt werden um die Sicherheitslage zu überprüfen.”

HAHA, da dürfte er wohl der einzige Shareholder von EON sein oder heuchelt der verehrte Großaktionär nicht doch einfach und in Wirklichkeit wurmt es ihn dass seine Gelddruckmaschine Neckarwestheim auf ewig eingemottet wird? Auf die Erklärung dieses geistigen Spagates werden wir vermutlich lange warten.

Wenn man für dreiste Lügen Kernschmelzen könnte, dann wäre dieser Mappus soeben bis zum Erdmittelpunkt vor laufenden Kameras versunken.

Was für ein Widerwärtiges verlogenes Theater hier inszeniert wird ist unerträglich.

Nein Herr Spreng,

inzwischen muss ich heftig Widerspruch einlegen. es sind nicht die Grünen, es ist insbesondere die CDU die ” die Atomkatastrophe von Japan wahltaktisch instrumentalisieren.”.
DIE hat sich aus freien Stücken entschieden Politik gegen das Volk und für die Atomlobby um jeden Preis durchzudrücken. Und jetzt, nachdem ich das einem Super-GAU gleich um die Ohren fliegt, drehen sie wahltaktische Pirouetten und gerieren sich als diejenigen, die verantwortungsvoll ihren Job getan hätten.

Ich kann nur nochmal auf diese aktuelle Wahlumfrage hinweisen und frage mich, was den Baden-Württembergern eigentlich ins Trinkwasser beigemischt wird dass solche Resultate möglich sind.

Man will es kaum glauben-, es sieht einmal mehr danach aus das BW notfalls auch einen Toaster wählen würde, so lange da nur CDU drauf steht.

http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/baden-wuerttemberg.htm

52) wart, Dienstag, 15. März 2011, 17:35 Uhr

Mensch, das kann man auch mal positiv sehen. Es bewegt sich was und es wird abgeschaltet.
Warum auch immer, das Ergebnis zählt. Bin aber sicher ist einigen auch nicht recht. Es lässt sich dann nicht mehr so schön negativ sedin.

53) sk8erBLN, Dienstag, 15. März 2011, 17:48 Uhr

Zitat “Ich möchte hier einmal ganz offen sagen dass es mich betroffen macht, wenn Politiker jetzt plötzlich erklären, wir müssen die Sicherheit unserer Kernkraftwerke neu überprüfen. wenn ich als Politiker erkläre dass ich jetzt zu überprüfen begänne, dann würde ich als Bürger sagen: So habe ich mir die Politiker immer vorgestellt, es muss erst etwas passieren bis die die Sicherheit ernst nehmen”

Dieser Satz stammt von Lothar Späth 1986 , der Anlass war Tschernobyl und die Rede wurde seinerzeit im Landtag von Baden Württemberg von ihm gehalten.

Lernfähigkeit in der Politik? NULL!

darum kommt jetzt ein wenig Aktionismus, verkündet vom zur EU abgeschobenen Oettinger:
+++ Oettinger kündigt Stresstest für europäische AKW an +++

[17.01 Uhr] EU-Energiekommissar Günther Oettinger hat Stresstests für alle Kernkraftwerke in Europa angekündigt.
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,750954,00.html

Na was bei “Stresstests” (einmal mehr Danke für die Sprechblase ihr Politikerwortakrobaten) herauskommt, konnte ein jeder im Verlauf der Finanzkrise sehen. Blöderweise hilft es nur nichts bei einem nuklearen GAU ein paar Milliarden hinterher zu schieben wie ihr das trotz bestandener Stresstests bei Banken regelmäßig tut..

Aber “Stresstest” klingt engagiert und toll. Am besten ist sowieso dass die Tests auf rein freiwilliger Basis durchgeführt werden. *weglach*

Indes wird die Situation im AKW immer verzweifelter.

Wegen der Strahlung sind so gut wie alle Mitarbeiter evakuiert, die schmelzenden Brennstäbe sich selbst überlassen und mann hofft verzweifelt jetzt vielleicht mit Hubschraubern Wasser abzuwerfen und so die Stäbe zu kühlen. Es sieht sehr sehr schwarz aus.

Das hält den Hosenanzug natürlich nciht davon ab einmal mehr ihr Mantra aufzusagen:
+++ Deutsche AKW laut Merkel die sichersten der Welt +++

[16.55 Uhr] Trotz der angekündigten Sicherheitschecks in allen 17 deutschen Atomkraftwerken bleibt Kanzlerin Merkel bei ihrer früheren Aussage, dass die heimischen Meiler die sichersten der Welt seien.

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,750954,00.html

Dass die Japaner bis vor 5 Tagen exakt das selbe behauptet haben über ihre eigenen, merkt sie garantiert nicht.

Darum noch was lustiges:
Was von den ganzen Aussagen über die Sicherheit von Atomtechnologie zu halten ist, zeigt sich sehr schön in diesem Wikipediaartikel.
http://de.wikipedia.org/wiki/RBMK#Verwendung_in_der_UdSSR
Ich zitiere mal:
Auch die deutsche Fachzeitschrift Atomwirtschaft schrieb im Dezember 1983: “Die Verlässlichkeit von Tschernobyl ist sehr hoch”.

Oh und einen habe ich noch. Vom September 2010. Deutschland. “Sicherheitsstandards sollen gesenkt werden”.
http://www.fr-online.de/politik/sicherheitsstandards-sollen-gesenkt-werden/-/1472596/4630214/-/index.html
(via fefe)
Ja, ist klar, die deutschen AKWs sind einfach viel zu sicher! Das grenzt wirklich an Hirnfraß den man den Bürgern zumutet.

54) Ste, Dienstag, 15. März 2011, 19:07 Uhr

@sk8erBLN: Das sind a) die Alten in ihren Villen und/oder Dörfer und b) die Siemens- und Daimler-Facharbeiter im Schichtdienst; ich bin Student in karlsrhe und werde sicher nicht meine Stimme schwarz oder gelb geben, sei versichert.

55) sk8erBLN, Dienstag, 15. März 2011, 19:08 Uhr

60 AKW´s weniger mit Wasserkraft aus Norwegen aber ohne Seekabel geht das nicht 18 Jahre Verhinderungspolitik durch die Atomlobby!

ARD – Report aus Mainz, 21.09.2010 6:30 min bilden ungemein ;)

http://www.youtube.com/watch?v=0kIusrBMhXU

http://de.wikipedia.org/wiki/NorGer

56) Peter Christian Nowak, Dienstag, 15. März 2011, 19:27 Uhr

Wer kann eine verlässliche Antwort auf die Frage geben, ob Deutschland sofort aus der Kernenergie austreten kann, ohne dass Probleme mit der flächendeckenden Energieversorgung auftreten? Sind Fachleute hier?

57) Peter Christian Nowak, Dienstag, 15. März 2011, 19:39 Uhr

Möchte noch einmal eine Sendung des “Monitor”( WDR) vom 09.09.10 in Erinnerung rufen zum Thema “Laufzeitverlängerung”:http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2010/0909/atom.php5

58) Mark, Dienstag, 15. März 2011, 19:43 Uhr

Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen hat offenbar etwas gegen die Presse und hat deshalb dem Informationssender Phoenix (der generell nicht durch eine besonders kritische oder extreme Berichterstattung auffällt) untersagt, eine Live-Übertragung für die morgige Befragung Röttgens im Umweltausschuss des Bundestages zu senden.

http://www.presseportal.de/pm/6511/2008137/phoenix

Was denken sich unsere Politiker eigentlich?

59) Politikverdruss, Dienstag, 15. März 2011, 19:50 Uhr

@sk8erBLN,

wie weit ist denn die Kernschmelze?

60) Szeneputzer, Dienstag, 15. März 2011, 20:23 Uhr

Schaut auch mal hier vorbei http://meinetraene.blogspot.com

61) Winfired, Dienstag, 15. März 2011, 20:29 Uhr

http://tinyurl.com/6dh9dtl

Warum betreibt man keine A Kraftwerke die nicht durchbrennen können und deren Abfall auch weniger gefährlich ist?

Wer redet der Gesellschaft stetig ein, was richtig ist und warum sind die IQ Köppe mehr als dumm?

Warum können sie sich die großen Sachen nicht vorstellen? Ich halte die Atommüllfrage für gelöst aber als “End”Lager geht es gar nicht, warum können die Leute nie über Alternativen sprechen?

Ich sehe es als ein mediales Demokratieproblem, die Leute werden stetig in Pro/Contra gelenkt und damit recht oft an der eigentlichen Sachfrage vorbei.

Aber es gibt auch die gute Nachricht, die Fische erzählen sie sich schon!

62) sk8erBLN, Dienstag, 15. März 2011, 21:01 Uhr

Ich übersetze das mal: Da wir das mit dem Atomausstieg sowieso nicht wirklich ernst meinen wollen wir dazu auch keine Öffentlichkeit hergestellt sehen.

PHOENIX darf nicht Live die Befragung Röttgens im Umweltausschuss des Bundestages übertragen

Bonn (ots) – Bonn, 15. März 2011 – Der Umweltausschuss des Bundestages hat die Live-TV-Übertragung der Befragung von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) vor dem Gremium abgelehnt. “Die Parlamentarier haben den Fernsehzuschauern damit die Möglichkeit genommen, sich ein unverfälschtes Bild von der Diskussion im Umweltausschuss zu machen. Mit Blick auf die allgemeinen Auswirkungen der atomaren Katastrophe wäre die Übertragung sicher im breiten öffentlichen Interesse gewesen”, so die PHOENIX-Programmgeschäftsführer Michael Hirz und Christoph Minhoff.

http://www.presseportal.de/pm/6511/2008137/phoenix

63) karl, Dienstag, 15. März 2011, 21:06 Uhr

Ohne jetzt alle Kommentare durchlesen zu wollen oder mit einer Meinung von SPD und Grünen zu sein: Ausnahmsweise dürfen die das Thema im Wahlkampf verwenden – immerhin haben die ja den Ausstieg damals beschlossen. Das ist tatsächlich mal ein Wahlkampfthema, das sowohl in der Vergangenheit Bestand hatte als auch in der Zukunft Bestand haben wird.

So viel Ehrlichkeit werden wir so schnell nicht wieder erleben, und da gönne ich den beiden Parteien die Wahlkampfvorteile – auch wenn ich mir besseres vorstellen könnte, als von den beiden Gurkentruppen regiert zu werden und der Wahlkampf ein bisschen geschmacklos werden könnte.

64) Oliver Fink, Dienstag, 15. März 2011, 23:57 Uhr

Jürgen Koppelin hat in der Tat als einer von drei der vier FDP-Bundestagsabgeordneten gegen die Laufzeitverlängerung gestimmt. Damit steht er übrigens voll auf Linie des FDP-Landesverbandes Schleswig-Holstein, der bereits mehrfach per Parteitagsbeschluss den im Atomkonsens beschlossenen Ausstieg bekräftigt und auch die Laufzeitverlängerung abgelehnt hat.

Also politischer Journalist sollte man das wissen, Herr Spreng, und weniger überrascht sein.

65) Oliver Fink, Mittwoch, 16. März 2011, 00:00 Uhr

Der letzte Kommentar bezieht sich bezüglich der “vier FDP-Bundestagsabgeordneten” auf diejenigen aus Schleswig-Holstein. Insgesamt sind es dann doch etwa mehr. :-)

66) Benjamin, Mittwoch, 16. März 2011, 00:47 Uhr

Für alle, die die “Läuterung” der Union – von Löwen zu Lämmern – mal nachvollziehen wollen: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-03/politiker-stellung-atompolitik?page=all

67) sk8erBLN, Mittwoch, 16. März 2011, 11:14 Uhr

@ Ste Dienstag, 15. März 2011, 19:07 Uhr

Wenigstens einer *hehe* Na mir ist durchaus klar dass es auch massig Leute im Ländle gibt die nicht schwarz-gel(d)b wählen, dennoch schockiert mich so viel Borniertheit wie sie in den jüngsten Umfragen bei http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/baden-wuerttemberg.htm zu sehen ist.
Da frage ich mich ernsthaft was passieren muss dass diese zusammengenommen 48 % dort aufwachen.

Das grenzt für mich an Autismus pur auch wenn Deiner erklärung “Alte, ländliche Gegenden” vermutlih zutrifft hat mich das immer noch um.

@Politikverdruss, Dienstag, 15. März 2011, 19:50 Uhr
“wie weit ist denn die Kernschmelze?”

Die Kernschmelze läuft bekanntermaßen bereits. Es geht insbesondere sehr viel weniger kontrolliert voran als wünschenswert.

Japan | 16.03.2011
AKW Fukushima außer Kontrolle
Das havarierte Atomkraftwerk Fukushima ist nicht mehr zu kontrollieren. Nach Explosionen und Bränden mussten vorübergehend sogar alle Arbeiten vor Ort wegen zu starker Strahlenbelastung eingestellt werden.
In dem von Erdbeben- und Tsunami-Katastrophen gebeutelten Japan verlieren die Nuklearfachleute immer mehr die Kontrolle über das Atomkraftwerk Fukushima. Vorübergehend stieg die Strahlenbelastung in Reaktornähe auf einen neuen lebensbedrohlichen Höchststand. Gemessen wurde eine Radioaktivität von 1000 Millisievert pro Stunde. Zum Vergleich: Nach Angaben von Experten kann “schon” eine Dosis von 100 Millisievert in einem Jahr beim Menschen zu Krebs führen.
http://www.dw-world.de/dw/article/0,,14913743,00.html

“+++ Sprecher: “Können nicht einmal die kleinsten Arbeiten ausführen” +++

[04.12 Uhr] Die Kühlungsaktion am Reaktor 3 ist wegen der Strahlenbelastung vollständig eingestellt. “Die Männer können nicht einmal die kleinsten Arbeiten ausführen”, sagte Regierungssprecher Edano. Wegen der Strahlengefahr seien sie jetzt auf “standby”
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,750954,00.html

Die letzen 50 sind nach mehr als 1 h wieder zurückgekehrt.

10.15 Uhr – Hubschrauber können nicht löschen

Die Agentur Kyodo berichtet unter Berufung auf das Verteidigungsministerium, per Hubschrauber könne derzeit kein Löschwasser mehr über dem Reaktor abgeworfen werden. Grund sei die hohe radioaktive Strahlung.
http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/neue-braende-neue-lecks/
“”Das ist kein Management mehr”, urteilte Mycle Schneider, international erfahrener Energieexperte aus Paris, schon am Montagnachmittag. “Das ist nur noch Sterbehilfe.”

Nach seinen Informationen haben die AKW-Betreiber die drei Blöcke des AKWs Fukushima I (Daiichi) im Wert von mehreren Milliarden Euro längst abgeschrieben. “Sie fluten die Reaktoren mit Meerwasser, das ist das Ende der Anlage”, sagt Schneider. “Es geht nur noch darum, den Druckbehälter mit der Kernschmelze darin von außen zu kühlen, um zu verhindern, dass er auseinanderbricht.”

Den Druck abzulassen, löse zwar kurzfristig ein Problem, schaffe aber ein neues: Der Wasserstand im Reaktor nehme ab, die Kühlung lasse weiter nach. “In den französischen Atomvorschriften gilt das Druckablassen in einer solchen Situation als allerletzte Maßnahme”, sagt Schneider. “Es ist eine hochriskante Maßnahme, weil keiner weiß, was danach passiert.”

Für eine ähnlich verzweifelte Strategie hält Gerd Rosenkranz, Nuklearexperte der “Deutschen Umwelthilfe” (DUH), den Einsatz von Wasser, das mit der Chemikalie Bor versetzt ist. Der Stoff gilt als effizienter Neutronenfänger, der eine nukleare Kettenreaktion verhindern kann. “Die Behörden rechnen offenbar damit, dass der Druckbehälter platzt und der flüssige Kern herausläuft”, sagt Rosenkranz. ”

http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/das-ist-nur-noch-sterbehilfe/

Die einzige erfreuliche Nachricht ist, dass der Großraum Tokyo bis kommende Woche Montag durch günstige ablandige Winde verschont bleiben soll.

68) textkoch, Mittwoch, 16. März 2011, 14:58 Uhr

Nur Nixon konnte nach China gehen und nur eine schwarz-gelbe Regierung kann die Atomkraft in Deutschland beerdigen. Das ist eine wiederkehrende Ironie der Geschichte.

Nur ein grüner Außenminister konnte sich trauen, eine deutsche Betetiligung an militärischen Einsätzen weltweit in die Wege zu leiten und nur ein sozialdemokratischer Kanzler konnte es wagen, die Sozialsysteme umzubauen.

Jetzt könnte Merkel höhere Weihen erfahren, wenn es nicht nur bei unverbindlichen Moratorien und rechtich fragwürdigen Gesetzesaussetzungen bleibt, sondern die Physikerin sich traut, Nägel mit Köpfen zu machen und einen schnellen Ausstieg aus der Kernenergie zu vollziehen.

Also los Mutti: mach Geschichte!

69) spätburgunder, Donnerstag, 17. März 2011, 13:09 Uhr

@textkoch – volle Zustimmung. Wenn wir noch hinzunehmen, dass nur eine rot-grüne Regierung die Unternehmenssteuern fast abschaffen konnte …

Ich bin gespannt, ob Merkel so strukturell und strategisch denkt – oder ob ihr das inzwischen verlorengegangen ist.

Wie ist Ihre Meinung?

Kommentar schreiben


Ihr Kommentar *


* Pflichtfelder


apparent media - iPhone Apps aus Berlin