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Donnerstag, 07. April 2011, 13:01 Uhr

Sich nicht trauen (Teil 2)

Erst haben sie sich nicht getraut, die alte Führung komplett über Bord zu werfen, jetzt trauen sie sich nicht, zu sagen, wohin die Reise des morschen Kahns FDP gehen soll. Die “jungen Wilden” der FDP beschwören lediglich die Flaute, statt es wenigstens mit Rudern zu versuchen.

Im Vergleich mit Christian Lindner und Philipp Rösler strotzt selbst Angela Merkel vor Konkretion.  Die beiden haben seit dem angekündigten Rückzug Guido Westerwelles eine bemerkenswerte Serie von inhaltslosen Interviews gegeben. Das neue Modewort ist “Alltag”. Rösler: “Die Alltagssorgen der Bürger müssen bei der FDP wieder im Mittelpunkt stehen”. Lindner: ”Liberale Politik wird endlich wieder im Alltag spürbar sein”. Aha, die FDP entdeckt den Alltag. Das wäre tatsächlich neu.

Was aber heißt das konkret? Kennt die FDP überhaupt noch den Alltag? Ist die “Befreiung des Menschen von Existenzangst” eine liberale Aufgabe, wie einst Karl-Hermann Flach schrieb?  Was hieße das zum Beispiel konkret  für Hartz IV, für die Reform der Pflegeversicherung, für Leih- und Zeitarbeit, für die Abwehr der nächsten Weltfinanzkatastrophe, für den Atomausstieg?

Und was ist ist mit der größten Alltagsvergessenheit der FDP, der Mehrwertsteuersenkung für Hoteliers? Sie wieder abzuschaffen, wie es Lindner noch zur Westerwelle-Zeit gefordert hatte, wäre zumindest ein erster kleiner Schritt bei dem fast aussichtslosen Versuch, Glaubwürdigkeit wiederzugewinnen. Aber an dieses Thema traut sich der FDP-Generalsekretär nicht mehr heran.

Bisher tragen die “jungen Wilden” nur die üblichen Politikerfloskeln vor – allerdings in netter Form. Waren sie von ihrem eigenen, viertelherzigen Umsturz so überrascht, dass ihr Inhaltekoffer leer ist? War noch keine Zeit fürs Studium des Alltags und seiner Sorgen?

Der Verdacht liegt nahe, dass wir  jetzt Teil 2 der Operation “Sich nicht trauen”  erleben. Erst trauten sich die Röslers, Lindners und Bahrs nicht, einen wirklichen personellen Neuanfang durchzusetzen, und jetzt trauen sie sich nicht, die inhaltliche Richtung vorzugeben. Es könnte ja einer in der FDP anderer Ansicht sein oder widersprechen. Dann lieber gar nichts sagen. Man will ja schließlich auf dem FDP-Parteitag ein gutes Ergebnis erzielen. 

Mangelnder Mut zum Risiko, soll das jetzt die neue Linie der FDP sein? Von dieser Sorte gibt`s in Deutschland genügend Politiker. Die FDP hat nur dann noch eine – allerdings sehr geringe –  Chance, wenn sie den Kontrapunkt zu diesen taktisch-opportunistischen Karriereabsicherern setzt. Führen heißt voranzugehen – auch um den möglichen Preis des Scheiterns. Das ist immer noch ehrenwerter als inhaltslos weiter bei drei bis fünf Prozent zu dümpeln.

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68 Kommentare

1) Klaus Jarchow, Donnerstag, 07. April 2011, 13:42 Uhr

Dabei wäre es gerade jetzt so einfach, gegen die verängstigten und gescheiterten Marktradikalen in der Partei neue Inhalte ins Feld zu führen, die dann wohl im guten alten ‘Freisinn’ wurzeln würden. Denn mögliche Gegner werden sich hüten, ihre neue Führung gleich wieder abzustrafen, noch bevor diese amtlich etabliert ist, weil die FDP damit endgültig zur Splittergruppe würde. Das ist alles eine Frage des ‘Kairos’, des glücklichen Zeitpunkts, würde Guttenberg sagen …

2) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 07. April 2011, 13:45 Uhr

Nichts wird sich ändern. Nicht nur in der FDP, sondern in allen Parteien, hat das “Reagieren” und nicht das “Agieren” vorrang.
Hinzu kommt: Klientelpolitik und ihre negativen Auswirkungen auf individuelle Lebensentwürfe werden dem Bürger mehr und mehr bewußt. Es sträuben sich ihm die Nackenhaare. Der Drang zur Emanzipation von einer politischen Bevormundung (E10 Sprit z.B.) wächst. Diese Entwicklung wird auch von den ausgekochtesten Politikern nicht mehr rückgängig zu machen sein.

3) mehrwertsteuer, Donnerstag, 07. April 2011, 13:49 Uhr

Die FDP ist noch nicht bereit für die Wende einzuleiten, dafür geht es den Vertretern noch zu gut im Land, erst wenn das Politische HarzIV droht ist eine Wende zu erwarten.
Außerdem sind die Nachfolger von WW auch nur “Berufspolitiker” woher sollen die den den Alltag kennen?
Wenn man sich Hr. Lindern bei Hart aber fair zum Thema Atomausstieg anhört, weiß man das dort nicht in der Sache mehr kommen wird, weil er die Probleme gar nicht sieht. Warum benötigt ein Politiker einen GAU um sich eine Meinung zu bilden. Man sollte eigentlich erwarten können das ein Politiker soweit strategisch Denken kann, das er das Für und Wieder ab wägen kann und sich dann seine Meinung bildet. Ein guter Volksvertreter führt sein Volk, die FDP wird vom Volk mit dem Nasenring durch die Wahlarena geführt, das macht Spaß beim zuschauen, ist aber nicht Sinn der Sache.

Hier ist nachsitzen angesagt, ansonsten 5+ – setzen.

4) Beebo, Donnerstag, 07. April 2011, 13:50 Uhr

Westerwelle hat Rösler sein Parteiamt geschenkt, seine Macht hat Westerwelle behalten! Das sagen in der FDP Fraktion haben weiterhin Westerwelle und Brüderle. Wenn eine Rößler Idee den beiden nicht passt, hat er die FDP Fraktion gegen sich. Das einzigste, was Brüderle wirklich kann, sind Vorschläge zu verhindern. Was soll Rösler da machen???
Brüderle und Westerwelle sehen keinen Grund, vom derzeitigen Kurs abzurücken. Zweifel lässt Westerwelles Ego nicht zu. Brüderle leidet unter Altersstarsinn. Die glauben ihrer eigenen PR mehr als den schlechten Wahlumfragen. Der Super Gau war nicht der Grund der verlorenen Wahlen, sondern der Aufschwung kommt nicht bei den Wählern an!

Bis Oktober wird die FDP Rösler als Parteivorsitzenden verschlissen haben. Ein Parteivorsitzenden Lindner wird es nicht besser ergehen.

5) M.M., Donnerstag, 07. April 2011, 14:10 Uhr

Die FDP liegt lieber träge auf Deck und sonnt sich!
In der Seefahrt ist es so, dass man, obwohl aktuell Flaute herrscht, zu rudern beginnen muss wenn an Land Sturmwarntafeln zu sehen sind. Es ist dann also Pflicht zurückzurudern obwohl derzeit Flaute herrscht.
Wer stellt für die FDP die Sturmwarntafeln sichtbar an Land auf? Ein neuer Impuls von aussen oder oben ist nötig! Da ja viele neue Damen und Herren der FDP noch keine 35 Jahre alt sind haben sie die Möglichkeit noch am Weltjugendtag in Madrid 2011 teilzunehmen…Oftmals erhöht sich danach das Tempo wieder und man kann die nötige Richtung klar erkennen.

6) MG, Donnerstag, 07. April 2011, 14:36 Uhr

Herrlich wie Sie Schießen können, Herr Spreng.
Die FDP ist keine Partei, die sich von der Spitze führen lässt. Sie ist niemals vergleichbar mit der Union oder der SPD.
Die Partei brodelt vor kreativen Ideen. Warten Sie den Bundesparteitag ab. Bleiben Sie bis zum Schluss und nicht wie das Grand der Presse bis zum 2. Thema nach dem Leitantrag.
Die FDP hat derzeit nur ein Kommunikationsproblem. Kein wirklich inhaltliches.
Und die FDP hat derzeit das Problem, mit der Merkel-CDU zu regieren.
Sehen Sie sich nur den Erfolg von Frau Leutheusser-Schnarrenberger an. Endlich sind die Netzsperren vom Tisch.

Schön dass Sie die Grünen, dem Zeitgeist entsprechend so verherrlichen. Haben Sie deren Programm schon einmal gelesen?
Oder glauben Sie deren Wahlkampfaussagen?

7) StefanP, Donnerstag, 07. April 2011, 14:43 Uhr

Wie so häufig muss man Ihnen einfach widersprechen. Kommen in Talkshows und im Presseclub so vernünftige Analysen, sieht das im Blog ganz anders aus. Weil das Publikum möglicherweise ein anderes ist? Das wäre opportunistisch, also genau das, was man der FDP vorhält.

Ansonsten darf man etwas Zurückhaltung erwarten. Vernünftigen Menschen erscheint es einsichtig, dass jemand, der für ein Amt kandidiert, noch keine rundum fertigen Konzepte mitbringt und Antworten auf alle Probleme dieser Welt hat. Unvernünftigen ist das nicht einsichtig.

Mit einer seltsamen Penetranz wird von der FDP eine Themenverbreiterung verlangt. Als wäre es das. Einfach mal ins Partei- und Wahlprogramm geschaut, dass ist (wie bei fast jeder Partei) ziemlich breit. Tatsächlich geht es um die Präsentation und Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Doch ein Öffentlichkeitsarbeiter sollte wissen, dass sich Wahrnehmung nicht per Knopfdruck herstellen lässt. Dazu bedarf es geeigneter Personen und Funktionen.

Dass gerade Hartz-IV als erste und wichtigste Aufgabe und dann auch noch an die erklärte Steuersenkungspartei FDP gestellt wird, ist wohl eine Kommentierung aus dem journalistischen Kabarett. Hat man nicht gerade eine politische Lösung gefunden, die nun umgesetzt werden soll? Haben Sie etwas verpasst, Herr Spreng?

An der Reform der Pflegeversicherung ist Herr Rösler gerade. Die Tendenz ist, gemäß den langjährigen Forderungen der Liberalen eine Kapitalrücklage in der Sozialversicherung einzubauen. Gerade hier ist man schon relativ konkret und in der politischen Entwicklung weit. Irgendwie nicht mitbekommen?

Jupp, eine Partei, die sich gerade personell und programmatisch neu sortiert, soll sich gleich mal an die Verhinderung der nächsten Weltfinanzkrise machen. Kleiner Hinweis: ein gewisser Barack Obama, momentan der angeblich mächtigste Mann der Welt, versucht sich seit 2 Jahren mit seiner Administration an dieser doch etwas komplexeren Frage. Sicher, die Gutmenschen aus den Linksfraktionen haben längst mit ein paar Federstrichen das Nötige zusammengeschrieben, anderswo dauert es etwas länger.

Atomausstieg: Hat der Generalsekretär dazu nicht gerade etwas gesagt? Was übrigens aus guten Gründen heftig kritisiert wurde. Ist ein fertiges Ausstiegskonzept das Thema des nächsten Jahres? Ich bewundere ja die Grünen und insbesondere Bärbel Höhn, die gerade durch die Talksendungen tourt. Sie wissen ganz genau, wie die Energieversorgung in 20 Jahren auszusehen hat, welchen Energiemix wir dann haben und welche Weichen dazu zu stellen sind. Bürger und Unternehmen kommen da nur noch am Rande vor, sie sind als nette Erfüllungsgehilfen der großen politischen Entwürfe in einer Nebenrolle.

Das sieht auf dem Papier ja schön aus. Mit der Realität, mit politischen, gesellschaftlichen, volkswirtschaftlichen und betriebswirtschaflichen Wirklichkeiten hat das nur gar nichts gemein.

8) Lacerda, Donnerstag, 07. April 2011, 15:07 Uhr

Rainer Brüderle wird heute als Gast bei M. Illner sitzen.
Eine wunderbare Möglichkeit den Herren richtig auseinander nehmen und ihn fragen:
Herr Brüdele, wie werden Sie den Wählerinnen und Wählern klar machen, wie Guido Westerwelle Deutschland ggü. der internationalen Gemeinschaft vertreten kann ?
So wie ich die desaströsen Lage einschätze, wäre dieser Mann nicht ein mal in der Lage, einen Ortverein zu leiten und die Leute zusammen halten.
Ob ist die Frage ob Westerwelle weiter macht oder nicht, für Herrn Brüdele völlig uninteressant ?
Hauptsache er behält seinen Posten.
Es wird witzig, wenn Merkel mal wieder auf Europareise ist, Rösler die Kabinettssitzung leitet und Brüdele mußt Hausaufgabe machen….he he …
Schade nur, daß LORIOT schon in Rente (gut) lebt. Wir könnten hier mit meisterhaften Karikaturen rechnen…
Ja ja, manche von Euch werden sagen: Bei sooo Stoff kann ein Kaberettist oder Satire kaum noch wat holen…Bei LORIOT ging es ganz sicher, im Gegesatz zu denen “von der Anstalt”. Ein Albtraum!

9) i don’t care, Donnerstag, 07. April 2011, 15:14 Uhr

“Führen heißt voranzugehen – auch um den möglichen Preis des Scheiterns. ” – Ich denke, wenn “die jungen Wilden” große Veränderungen angekündigt hätten, hätten Sie diesen puren Aktionismus (oder noch besser panischen Aktionismus) vorgeworfen (s. CDU Wende zum Thema Energiepolitik). Richtig gemacht hätten sie es so oder so nicht. Zum Glück, sonst könnten Sie ihren Blog hier gar nicht mehr betreiben.

Listen Sie doch einmal die Nebenwirkungen der grünen Anti-AKW-Pille auf ;-)

10) bee, Donnerstag, 07. April 2011, 15:25 Uhr

Alltag? Die FDP ist doch längst im Alltag angekommen. Wo sonst merkt man von der Mittelschicht abwärts, dass das Sprechpüppchen Rösler seine Gesundheitsreform auf Kosten der Löhne und Gehälter veranstaltet.

Keine Angst, sie werden nicht nach rechts kippen. So viel Seitenwind kann’s gar nicht geben, dass die pseudoelitäre Populistenherde plötzlich vor Stammtischpublikum aufträte.

11) Mark, Donnerstag, 07. April 2011, 15:45 Uhr

Als wäre es abgesprochen kommt nun die (schon lange absehbare!) Flucht Portugals unter den Euro-Rettungsschirm. Dieses Thema, an das sich bisher nur ganz wenige in der FDP, ja in der Koalition, herantrauten, hat das Potenzial zu einem Finanz-Tsunami für Europa und vor allem für Deutschland zu werden. Dieser Tsunami wird alles mitreissen, was da ist, zum Glück auch die glücklosen Möchtegern-Politiker in Berlin und Brüssel.

Hier hätte die FDP, wie bei so vielen anderen Themen ja auch, die Möglichkeit, sich zu profilieren. Allein, man traut sich nicht. Wie sollte man auch? Wenn man sich jahrelang nicht traut, dem Parteivorsitzenden zu widersprechen und man monatelang den schwelenden Ruinen in der Regierung tatenlos zusieht, wenn man es noch nicht mal schafft, im Angesicht der 3-Prozent-Katastrophe eine echte Personalwende einzuleiten, dann, ist es nur allzu verständlich, dass auch jetzt wieder einmal weggeschaut wird.

Aber inzwischen bin ich mir ziemlich sicher: Selbst wenn (!) die FDP dieses Thema für sich entdecken würde, dann wäre beim Wahlvolk inzwischen der Glaube verloren, dass diese Partei irgendein Programm auch tatsächlich umsetzen könnte. Zu tief sitzt noch der Schock von den vielen gebrochenen Versprechen.

Der Volksmund hat wieder einmal Recht: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht! Vielleicht sollte man der FDP mal ein Lexikon der Sprichworte schicken?

12) wschira, Donnerstag, 07. April 2011, 16:13 Uhr

@MG 14:36

So so, die FDP brodelt vor kreativen Ideen! Da muss ich irgendwas übersehen haben. Können Sie mir den Topf benennen, wo es brodelt? Oder ist das nur eine satirische Aussage? Dann hätten Sie allerdings so Leute wie Briol oder Schramm um Längen geschlagen.

13) Andronico, Donnerstag, 07. April 2011, 16:23 Uhr

Naja, vielleicht setzen die jungen Inhaltslosen auch keine neue Richtung, weil sie gar keine neue Richtung wollen. Die sind vermutlich total überzeugt von dem marktradikalen Unsinn. Das haben sie alle die Jahre vertreten. Da kann es noch fünf Finanzkrisen geben, da können noch so viele Menschen trotz Arbeit arm sein. Die heere Lehre, die Mantras stimmen schon, nur die Realität hat noch nicht verstanden, dass sie sich ändern muss. Das sind Fundamentalisten. Und die ändern ihre Meinung nicht – das ist nicht vorgesehen.

Bei Lindner fällt immer wieder das leere Wort der Vernunft. So, als ob die FDP gegen den Zeitgeist auch weiter die “Stimme der Vernunft” sein müsse, auch wenn es wehtut. Das erinnert irgendwie an den Papst und die katholische Kirche. Man beharrt auch seinen Positionen, weil man denkt, man hat recht. Änderungen beschränken sich auch da auf leere Floskeln und minimale Anpassungen in theoretischen Fragen, die nichts mit der Wirklichkeit der Menschen zu tun hat. Und derweil laufen ihnen die Leute davon. Und man sitzt voll Bitterkeit da, und lamentiert, dass die Leute so dumm sind und die Wahrheit nicht erkennen. Wir sind die Opfer einer schlechten, undankbaren Welt. Warum sind die Menschen/Gäubigen/Wähler so undankbar!

14) Venjan, Donnerstag, 07. April 2011, 16:34 Uhr

Wo ist denn das Problem?

Wir ertragen jetzt halt noch zwei Jahre Westerwelle als Außenminister (bis sich der Traum vom Sitz im Sicherheitsrat endgültig erledigt hat) und dann haben wir vier Jahre Ruhe vor der FDP.

Ist doch besser als andersrum.

15) marcpool, Donnerstag, 07. April 2011, 16:44 Uhr

>>Wer nichts macht, macht keine Fehler, wer keine Fehler macht, wird wiedergewählt«. Rösler Generalsekretär FDP Niedersachsen 2001 ! So einfach ist das eben !
Und auch wenn sie sich selbst neu erfinden … es gilt der Koalitionsvertrag – der anfang allen Übels!
Schlampig und doch liberal-erfolgreich genug, das auch der Herr Gesundheitsminister nicht so schnell aus Guido´s Potenzgehabe-Erbe raus kommt. Will er tatsächlich erst bis Mai warten, um zu sagen was er machen will ?
“Die heutige Politikergeneration ist oft mutlos.Führen heißt entscheiden statt warten”
Rösler Generalsekretär FDP Niedersachsen 2001
Hat er wohl verschüttet seine eigenen vorzüglichen Gedanken !

16) Romeias47, Donnerstag, 07. April 2011, 17:36 Uhr

@Mark schrieb: “Zu tief sitzt noch der Schock von den vielen gebrochenen Versprechen.”

Zumindest das Versprechen der Steuersenkung während einer aufgeblühten Finanzkrise zeugt von einem beispiellosen Realitätsverlust bzw. von schlichter politischer Dummheit. Kein FDP-Wähler mit mindestens 100 Gramm Großhirn hätte es den obersten Wahlkämpfern übelgenommen, wenn sie die Umsetzung dieses Versprechen ganz offiziell auf die zweite Hälfte der Legislatur vertagt und es von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängig gemacht hätte. Dieser Mangel an politischem Urteilsvermögen wird sich noch über Jahre auf alle Themen, die sie aufgreift, übertragen. Da nützt es ihr auch nicht, wenn sie die Themen anderer Parteien mieszumachen versucht. (Christian Lindners “Gemeinschaftsschule”-Sermon bei Hart aber fair).
Wenn ich die Grün-rote Bildungspolitik richtig verstanden habe, geht es ja nicht darum, allen Kindern insgesamt 13 Jahre Hauptschulniveau zuzuordnen, sondern möglichst vielen vielleicht sogar allen Gelegenheit zur Faszination an Themen, Können, Arbeiteswelten und Methoden zu vermitteln und die Bildung vom Mehltau mittelalterlicher Erbhofpraxis zu befreien. Außerdem gehört dazu auch jener Bereich von Bildung, der zuviel Freizeit auch ohne Konsumrausch bereichernd machen könnte (Kultur). Das wäre auch wirtschaftlich interessant, weil gute Bildung auch für eine qualitativ bessere Nachfrage sorgt.

17) Jeeves, Donnerstag, 07. April 2011, 18:10 Uhr

“Schade nur, daß LORIOT schon in Rente (gut) lebt. Wir könnten hier mit meisterhaften Karikaturen rechnen…”

Sie velwechsern da offenbar was. Loriot hat nie tagespolitische “Karikaturen” gemacht.

18) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 07. April 2011, 19:15 Uhr

@Stefan P.

^^Haben Sie etwas verpasst, Herr Spreng?^^

Dass ausgerechnet Sie immer wieder den Oberlehrer spielen müssen. Ihre neoliberalen, oder besser, dümmlichen Slogans diverser Neoliberaler aus Funk und Fernsehen, disqualifizieren Sie schon dadurch, daß Ihr Wahrnehmungsvermögen (Verstand) nicht dazu reicht, die negativen Ergebnisse des Neoliberalismus zu erkennen. “Private Vorsorge!.”.. Nach der Bankenkrise und dem AWD-Maschmeier Skandal hat sich das Thrma voll erledigt!
Die Menschen haben nun endlich erkannt, daß mit der “privaten Vorsorge” lediglich der Aktienindex der Versicherungswirtschaft gemeint ist und nicht die Lösung eines Problems.
Dass, was Sie verpasst haben, werter Herr Schlauberger, ist die Erkenntnis Ihren Gehirnskasten gründlich von Parolen und neoliberaler Scheinlösungen zu befreien und sich dem kritischen Denken zuzuwenden, falls Sie dazu überhaupt imstande sind.
Sie sehen sich gerne schreiben, und denken, was für ein toller Intelligenbolzen Sie doch sind. Lieber Mann, es darf doch auch mal gelacht werden, wenn sich so einer wie Sie an die Schreibmaschine setzt!…Odr?…
Und wenn Sie von “Realität”sprechen, dann meinen Sie wohl ihren gedanklichen Autismus, den man allenfalls bei Kleinkindern toleriert. Das, was Sie schreiben, ist ja noch nicht einmal Oberstufe Gymnasium!
Und nun viel Spaß beim Schreiben. (grins)

19) Frankilein66, Donnerstag, 07. April 2011, 19:28 Uhr

Diese andauernden maritimen Metaphern werden auch langsam langweilig! Schlimmer sind nur noch die von allen Medien schamlos benutzen Bilder aus der Atomsprache (Restrisiko Westerwelle, Mappus abgeschaltet usw.)
Ich bin ja kein Fan der FDP, aber jetzt lassen wir ihr doch wenigstens mal die Zeit ein neues Programm zu beschließen, Lindner ist doch gerade dabei es auszuarbeiten. Die Berliner Journalisten nehmen sich zu wichtig ( besonders Dieter Wonka mit seinen verschachtelten Fragen) aber Lindner hat sie eiskalt und souverän abblitzen lassen. Auf floskelhafte Fragen kann man eben nur mit Floskeln antworten.
Ich gucke mir in Ruhe den Parteitag im Mai an und DANACH kann ich ein Urteil über die “neue” FDP fällen!

20) Larshouse.com, Donnerstag, 07. April 2011, 19:47 Uhr

Hier ist Sarah Kuttner zu zitieren: Was wünschen Sie der FDP? – Die sofortige Auflösung.

Man konnte gestern beim Auftritt von Herrn Lindner bei “hartaberfair” wieder einmal besichtigen, dass die Partei nichts begriffen hat. So hat er tatsächlich den Hartz-IV-Müll verteidigt. Hieß es vor ein paar Tagen nicht noch die FDP wolle “sozialer” werden.

Offensichtlich sind noch weitere 4%-Ergebnisse nötig, damit die Repräsentanten dieser “Partei” Reinigung erfahren.

21) Thomas Maier, Donnerstag, 07. April 2011, 20:01 Uhr

Die FDP muss das Bedingungslose Grundeinkommen für sich entdecken und forscher als alle anderen Parteien zusammen voranbringen! Ich will eine radikale Fortschrittspartei sehen. Denn das ist es, was wir im Kauderwelsch der anderen allesamt reaktionären Nostalgieparteien brauchen.

22) Ste, Donnerstag, 07. April 2011, 20:02 Uhr

weniger habermas, mehr spreng lesen!

23) Howie Munson, Donnerstag, 07. April 2011, 21:30 Uhr

ich glaub das passendsten Backronyme sind mommentan: Früher Dritte Partei oder Früher Demokratische Partei oder Falsche Dogmen Partei

und nach der kurzen erfolgsmeldufg dass die leyenhaften Stoppschilder entgültig begraben werden, sollen nun doch deutsche Soldaten bereitstehen um eine möglich “humanitäre” Mission zu erfüllen…
http://www.sueddeutsche.de/politik/bundeswehr-koalition-bereitet-mandat-fuer-libyen-einsatz-vor-1.1082713
Nun ist die Enthaltung im so begehrten UN-Sicherheitsrat endgültig lächerlich…

Man hat das Gefühl das das Ziel genau gegen den Wind liegt (egal von wo der gerade weht) und deswegen eine Kreuzwende nach der nächsten Fällig wird… und ab und zu auch eine Q-Wende, weil für eine Halse die Mannschaft zu unerfahren ist… zwischenzeitlich wird auch (zurück)gerudert…

24) irreversibel, Donnerstag, 07. April 2011, 21:58 Uhr

Die Frage ist doch, wohin die überall erwartetet inhaltliche Neuausrichtung denn überhaupt gehen kann. Ist ja nicht so, dass da viele auch nur ansatzweise glaubwürdig zu realisierende Optionen existieren würden.
Die FDP kann lediglich etwas von der vulgären Schreierei nach weiteren Geschenken für die Wohlhabenden abrücken und sich stattdessen als liberale Bürgerrechtspartei profilieren (in Wahrheit: verkleiden). Dumm nur, dass den Job bereits seit Jahren recht erfolgreich die Grünen übernommen haben und die zudem nicht noch mit einer asozialen Umverteilungspolitik von unten nach oben belastet sind. Von der Atomfrage mal gar nicht zu reden.

Daher bleibt die FDP auch in Zukunft die Lobby-Partei der Reichen in diesem Land. Ich kann bei Rösler & Konsorten abgesehen von ein paar belanglosen Phrasen über “mitfühlenden Liberalismus” (Was soll das überhaupt sein? Almosenverteilung nach Gutsherrnart?) auch keine Abkehr von diesem Kurs erkennen. Mag ja sein, dass die junge Garde jetzt erst einmal etwas Kreide frisst und auf Bürgerrechtspartei macht – trotzdem bleibt die FDP auch ohne Guidos Pöbeleien gegenüber armen Leuten die Partei der selbstgerechten “Leistungsträger”, der selbsternannten Elite und der sozialen Kälte. Das ist ihr Markenkern, wie es so schön heißt.

25) Gregor Keuschnig, Freitag, 08. April 2011, 08:32 Uhr

Naja, aus Ihrem Artikel spricht eine gehörige Portion Frustration – hatten Sie doch nach der BTW erklärt, die FDP aus Angst vor der Großen Koalition gewählt zu haben. Alle (ich inklusive) sind nun schlauer: Ja, es kann noch inhaltsleerer kommen.

Dennoch ist dieses Herumhacken auf die FDP auch wohlfeil. Denn egal, was die Leute dort tuen – es wird immer kritikwürdig sein. Nähmen sie beispielsweise die Hotelier-Steuerbefreiung zurück (was die Kanzlerin ja schon vor Monaten ausgeschlossen hatte), hieße es: “Schlingerkurs” und “die Partei weiß nicht mehr, was sie will”.

Die Hauptstadtjournaille dreht inzwischen nur noch Skandal-Pirouetten. Die politischen Akteure lassen sich daraufhin zu Aktionen zwingen, die dann wiederum von denen, die sie losgetreten hatten, kritisiert werden. Was hätte mamn zum Beispiel gesagt, wenn Angela Merkel nach den Ereignissen von Fukushima weiterhin mit dem Hinweis auf die Sicherheit der deutschen AKW nichts gemacht hätte? Man hätte sie mit Attributen wie starrsinning, unflexibel, argumentationsresistent und fahrlässig versehen. Als sie dann reagierte, unterstellte man pausschal Wahlkampftaktik. Hätte sie besser warten sollen, bis die Wahlen vorbei waren? Dann hätte man ihr erst recht Opportunismus vorgeworfen.

Gelegentlich machen es sich Sie und Ihre Kollegen sehr einfach. Sie fordern Entscheidungen und Programmatik an, um diese dann je nach Belieben kritisieren zu können. Im Fall (sic!) der FDP tritt man auf den am Boden liegenden. Zu mehr als die hämischen Kommentatoren füttern, reicht Ihr Beitrag nicht. Das ist weit unter dem Niveau, was man hier sonst zu lesen bekommt. Sie sollten sich von dieser Art Fußballtrainer-Diskussion im politischen Journalismus nicht anstecken lassen.

26) textkoch, Freitag, 08. April 2011, 08:52 Uhr

Von Loriot stammt aber immer noch die beste Beschreibung der FDP-Programmatik, die auch nach über 30 Jahren noch ihre Gültigkeit hat: “LIberal heißt im liberalen Sinne nicht nur liberal.” Das wird im Verlauf einer loriotschen Talkshow-Satire so oft von dem FDP-Vertreter wiederholt, bis dieser gefragt wird, ob er denn noch etwas anders sagen könne. Antwort: “Bevor ich etwas Falsches sage…”

Loriot hat den leeren Kern der FDP scheinbar schon sehr früh erkannt.

27) marcpool, Freitag, 08. April 2011, 09:11 Uhr

@ G Keuschnig
” Was hätte man zum Beispiel gesagt, wenn Angela Merkel nach den Ereignissen von Fukushima weiterhin mit dem Hinweis auf die Sicherheit der deutschen AKW nichts gemacht hätte?”

**Alternativlos**

@ Howie Munson
“ich glaub das passendsten Backronyme sind mommentan: Früher Dritte Partei oder Früher Demokratische Partei oder Falsche Dogmen Partei” –

Vorschlag : F röhliche D rei P rozent !

28) Günter, Freitag, 08. April 2011, 09:35 Uhr

@Gregor Keuschnig und @StefanP
Ihre Beiträge veranlassen nur Kopfschütteln. Können Sie beide mal erklären, wozu die Reg.-Koalition und von wem gewählt wurden( ihren Auftrag erhalten haben)?
Langsam, nein schon länger frage ich mich, wohin wir geraten sind.
Ich komme aus der ehem. DDR.
Wir haben die” Diktatur des Proletariats” davon gejagt und uns die “Diktatur des Kapitales” eingehandelt.
Denken Sie mal daran, der Mensch lebt nicht vom Brot allein, erbraucht eine Portion Würde!
Wo ist sie geblieben “die Würde” für die normalen Bürger?
Nun dürfen Sie den Kübel auf mich schütten, ich bitte darum!

29) sk8erBLN, Freitag, 08. April 2011, 10:33 Uhr

Lieber Herr Spreng *seufz* ,

ich sehe Ihnen als ehemaligem Wähler dieser inzwischen irrelevanten Splitterpartei spätrömischer Dekadenz ja gerne nach dass das fortlaufende sezieren einen selbsttherapeuthischen Zweck hat.

Als Kommunikationsexperte, der Sie zweifelsohne sind, muss ich Ihnen dennoch das Goethe-Zitat “Getretener Quark wird breit nicht stark” virtuell um die Ohren hauen. Sie könnten noch wochenlang über die -zweifelsfrei gegebene- vollständige Unfähigkeit dieser Partei lammentieren, so wahrnehmungsresistent wie deren Vertreter sind, könnten sie das auch einer Parkuhr vor Ihrem Haus erzählen.

Es gibt doch so wichtige, ja dramatische Entwicklungen über die sich berichten ließe, ob Leerverkäufe von Commerzbankaktien in Milliardenhöhe, die von Ihnen hier erwähnte Weltfinanzkatastrophe, die noch immer nicht ausreichend erfolgte Regulierung der Spekulationswirtschaft und des Finanzkasinos.

Nur bitte verschonen Sie die geneigte Leserschaft mit weiteren Empfehlungen was diese Partei der Untoten angeht. http://de.wikipedia.org/wiki/Untoter Wenigstens bis nach deren Parteitag im Mai. Auch wenn ich jetzt schon Zweifel hege dass es nach selbigem relevantes zu berichten gäbe.

30) Frankilein66, Freitag, 08. April 2011, 10:34 Uhr

@Gregor Keuschnig

Ich möchte ihren guten Beitrag noch durch ein Wilhelm-Busch-Zitat ergänzen:

Wer durch des Argwohns Brille schaut, sieht Raupen selbst im Sauerkraut!

31) EStz, Freitag, 08. April 2011, 10:49 Uhr

@ Gregor Keuschnig
> Gelegentlich machen es sich Sie und Ihre Kollegen sehr einfach. Sie fordern
> Entscheidungen und Programmatik an, um diese dann je nach Belieben
> kritisieren zu können.

Ich muss doch selbst kein Koch sein, um beurteilen zu können, ob es schmeckt.

Herr Westerwelle hat sich nach dem beeindruckenden Bundestagswahl-Ergebnis aufführt wie ein Gorilla-Männchen in der Brunft. Da darf auch am eigenen Getrommel gemessen werden.

@Stefan P
Immer wieder dieser Spruch von den “Gutmenschen” – muss das sein? Ich kenne das eigentlich nur aus der (politischen) Rechts-Außen-Ecke. Und da habe ich sie nach Ihren Kommentaren bislang eigentlich nicht gesehen.

32) M.M., Freitag, 08. April 2011, 11:29 Uhr

Gestern abend bei M. Illner gab der Pfälzer Brüderle gegenüber der Vorsitzenden des Bund junger Unternehmer zu, beim Koalitionsvertrag beim nächsten Mal eine bessere Akzentuierung vornehmen zu wollen, nachdem diese ihm vorgeworfen hatte alle Versprechen vor der Wahl nicht eingelöst zu haben.
Stattdessen würden laut BJU Vorsitzender jetzt auch noch 22 Milliarden nach Brüssel an den sogenannten “Rettungsschirm” ueberwiesen laut ihren Ausführungen.

PS:
Nachdem nun auch noch Portugal mit ihrem Herrn Soctrates unter den sogenannten “Rettungsschirm” geschlüpft ist, darf man sich als deutscher Staatsbürger nach dem Guttenberg-Desaster fragen, ob denn dieser Herr Socrates überhaupt einen Studienabschluss besitzt oder ob es sich hierbei um eine sozialistische Lüge handelt???
Meines Wissens verhält es sich so: Abbruch des Studium fuer Ingenieurswissenschaften an der oeffentlichen und angesehenen Universitaet von Coimbra (eine der aeltesten Europas). Abbruch, weil in den Pruefungen durchgefallen. Spaeter Wiederaufnahme an der Universidade Independente.
Nachdem zu Guttenberg gehen musste wegen gefälschtem Doktor frage ich mich ob Deutschland gewillt ist für einen korruptes sozialistisches System mit einem Socrates mit nicht nachgewiesenem Abschluss nun auch noch zu zahlen?

http://pt.wikipedia.org/wiki/Caso_S%C3%B3crates-Independente

33) nurmalso, Freitag, 08. April 2011, 11:31 Uhr

>> Im Fall (sic!) der FDP tritt man auf den am Boden liegenden.

erstens: auf wen denn sonst?
zweitens: hat sich die fdp selbst dorthin gebracht. wie so üblich ist der spott dann umsonst zu haben.
das hat sich die fdp aber auch hart erarbeitet, das kann man schon sagen …

nurmalso

34) John Dean, Freitag, 08. April 2011, 11:40 Uhr

Die eigentlich nur minimale personale Veränderung macht klar, worum es der FDP geht: In eigener Sache um möglichst minimale Veränderungen. Die sogenannten “jungen Wilden” der FDP, denen man weder die Jugend, noch jegliche Wildheit anmerkt, sind so sehr Westerwelles Gewächs, dass inhaltliche Änderungen von ihnen nicht zu erwarten sind.

Es geht ausschließlich um eine Neuvermarktung.

Änderungen am Produktdesign? Fehlanzeige. Das ist so, als ob ein Käufer einer mangelhaften HiFi-Anlage bei der Reklamation gesagt bekommt, dass jetzt ein neuer Verkäufer für ihn zuständig sei und dass das Krächzen und Stöhnen seiner Anlage doch wunderbar sei und er sich an diesen ungewohnten Klang schon bald gewöhnen werde…

P.S.
Neben “Alltag” ist in der FDP das Wort vom “breiter aufstellen” gerade Mode. Wollte man spotten, dann hieße das, den neoliberalen FDP-Quark jeden Tag so breit wie nur irgend möglich zu treten, so sehr, bis keiner mehr den Inhalt zu erkennen vermag – und ebengenau das gelingt z.B. mit den nichtsagenden Interviews, die Herr Spreng bemängelt.

35) Florian E, Freitag, 08. April 2011, 12:13 Uhr

Aber Herr Spreng. Haben sie eigentlich schon diese Woche “Hart aber fair” gesehen ?
Ich muss sagen, wirklich respektabler Auftritt von Christian Lindner.
Wenn das der neue Kurs der FDP wird sehe ich Hoffnung.

Eine Person die in der FDP immer glaubwürdig war, ist Frau Leutheusser-Scharrenberger. Die ist momentan allerdings noch etwas in Deckung.

Ich bin wirklich kein FDP Freund, aber manche Dinge verdienen auch Respekt.

36) StefanP, Freitag, 08. April 2011, 12:37 Uhr

@EStz

ich klassifiziere als “Gutmenschtum”, Argumente, die einem bestimmten Sozialgedanken aus den 1970er Jahren folgt ohne dass dessen Erfolg in der Vergangenheit durch die Empirie bestätigt oder die Absicht sonstwie substanziert wird.

Zudem: wir haben uns angewöhnt, alles, was uns an der Marktwirtschaft oder am kapitalistischen System im Allgemeinen nicht passt, als “neoliberal” zu brandmarken, ohne jede Kenntnis des eigentlichen Inhalts dieses Begriffes. Da darf man nicht sonderlich empfindlich sein, wenn man umgekehrt die Retourkutsche als “Gutmensch” bekommt, was ja im Wortstamm positiv ist, nur durch die Ironisierung zum Gegenteil verkommt.

37) StefanP, Freitag, 08. April 2011, 13:14 Uhr

@Peter Christian Nowak

Sie scheinen auch etwas verpasst zu haben: 15% der Wähler haben vor 18 Monaten eine dezidiert in ihrem Sozial- und Steuerprogramm neoliberale Partei gewählt. Das waren alles so erwachsene Menschen wie Sie, größtenteils gut gebildet, meist in guten Einkommensverhältnissen. Waren die auch autistisch? Oder könnte es einfach sein, dass Sie mit Ihrer “Wirklichkeitsbeschreibung” und Einschätzung nicht so Recht haben wie Sie glauben?

Dass Sie das Augenzwinkern bei der Gruppentherapie für einen enttäuschten FDP-Wähler nicht verstanden haben wundert mich (nicht wirklich). Herr Spreng hat es verstanden, ich halte ihn allerdings auch nicht für humorresistent.

Herr Spreng outete sich als Wähler von Guido Westerwelle, wobei ich seine Gründe erst nicht gekannt und dann nicht verstanden habe. Nun habe ich gelesen, aus Verzweiflung über die Große Koalition. Hm, eine Koalition kann man nicht wählen, man entscheidet sich für eine einzelne Partei. Wer FDP wählte, musste also wollen, dass es zu einer christlich-sozialen (populär auch: bürgerlichen) Koalition kommt. Für einen solchen Fall hatten die einen angekündigt und die anderen befürchtet, eine wirtschaftsfreundliche, auf solide Staatsfinanzen ausgerichtete Politik zu machen und im Laufe der Legislaturperiode eine Steuerreform in Angriff zu nehmen. Nicht auf der Agenda standen eine Erhöhung der Hartz-IV-Sätze und eine Ausweitung des Sozialstaates. Ebenso konnte man bei der Wahl mit einer moderaten Verlängerung der Atomlaufzeiten rechnen.

Das ist nun vornehm ausgedrückt nicht alles so perfekt gelaufen, wie die angeblichen Wunschkoalitionäre das beabsichtigt hatten. Zwar wurden erwartungsgemäß die Laufzeiten verlängert (was dem FDP-Wähler Spreng nicht passte), doch eine Steuerreform ist nicht mal am Horizont zu erkennen. Und statt den Sozialstaat zu begrenzen, hat man Ansprüche ausgeweitet und Hartz-IV-Empfängern so mal in einer Nacht- und Nebel-Aktion 4 Milliarden an Mitteln draufgepackt. Als FDP-Wähler könnte man daob schon etwas sauer werden.

Herr Spreng als FDP-Wähler sieht das gar nicht so, ganz im Gegenteil. Hartz-IV soll noch mal (anscheinend im Sinne der Transferempfänger und ihrer Lobbyisten) weiter reformiert werden, Steuerreform ist gar nicht und ansonsten sei eine sozialliberale Politik zu machen. Also das, wozu diese Koalition nun ganz sicher nicht (!) gewählt wurde. Das nennt Herr Spreng wohl plausibel. Tja, dagegen hat die FDP ein wirklich planmäßiges Vorgehen.

Aber es geht ja noch besser. Die Reduzierung der Umsatzsteuer auf Hoteldienstleistungen vom vollen auf den niedrigeren Satz sei eine Subvention, als solche ohnehin unbeliebt und eswegen der Einfachheit halber zurückzunehmen. Ich schreibe nicht zum ersten Mal über die Politik, die Regierenden, die das Gesetz geändert haben als auch die Opposition, die das kritisiert: “denn sie wissen nicht, was sie tun”. Für Herrn Spreng gilt das ganz genauso. Keine Ahnung von etwas aber kräftig mitreden.

Es hat die politischen Ebenen, die Administration in den Finanzministerien und die Hoteliers selber ungezählte Stunden und hohe Beträge gekostet, dieses vermurkste Gesetz praktikabel zu machen. Einen ähnlichen Aufwand empfiehlt Herr Spreng jetzt als weitere Übung, damit er seinen Seelenfrieden hat. Dabei wäre eine andere Lösung weit sinnvoller, die auch zum Regierungsprogramm der Steuerreform passen würde, nämlich die generelle Beseitigung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes und die pauschale Besteuerung aller Umsätze oberhalb des Grundbedarfs mit dem gleichen Steuersatz. Dies würde enorm viele Steuerungerechtigkeiten beseitigen, die Administration des Albtraumgesetzes Umsatzsteuer deutlich vereinfachen und elegant das politische Problem lösen.

Aber Herr Spreng denkt scheinbar nicht in Problemlösungen, sondern an seine Gruppentherapie.

38) suray, Freitag, 08. April 2011, 16:03 Uhr

wer ernsthaft gluabt, dass herr rösler die fdp ” neu ” aufstellen wird, sollte mal diesen beitrag in der SZ vom
12,11,2009 lesen. originalzitat herr rösler . Auf die frage eines ausgleichs zwischen Arm und Reich? Zitat: “Es wird in jeder Gesellschaft einen Ausgleich geben müssen zwischen Arm und Reich”, sagt der studierte Mediziner – und fügt hinzu: “aber eben nicht im Gesundheitssystem.”
soweit zur ” neuen ” fdp. noch fragen ?

39) mee2, Freitag, 08. April 2011, 17:04 Uhr

Die Wonneboys

Lieber Herr Spreng

Ihrer Analyse ist schwerlich was hinzuzufügen. Eigentlich schade dass sich da nicht ein neuer Freigeist formiert. Baum versucht ja jetzt gelegentlich in Talkshows die Wonneboys zum Jagen zu tragen … nur sie zieren sich ungemein und spielen lieber Wonneboys … schade

40) albertus28, Freitag, 08. April 2011, 18:09 Uhr

Ich stelle mir vor,es hätte in der letzten Zeit keinen Gauck,keine Kaesmann,keinen zu Guttenberg und keinen Westerwelle gegeben……..
und dann säßen die ständigen Talkshow Dauergäste und Schreiberlinge zu Hause und vor leeren weißen Blättern……
Ich empfehle ganz dringend als Pflichtlektüre:
Manfred Lütz

IRRE…..WIR BEHHANDELN DIE FALSCHEN !

41) Gregor Keuschnig, Freitag, 08. April 2011, 18:09 Uhr

@EStz
Das sagte Lessing schon. Aber Sie haben nicht genau gelesen. Ich habe nicht geschrieben, dass der Journalist es besser machen muss. Er kann nur nicht – um in Ihrem Bild zu bleiben – sagen, die Suppe ist versalzen und dann nach dem Salzen sagen, es fehle das Pfeffer.

42) Winfried, Freitag, 08. April 2011, 19:21 Uhr

Drei Buchtsben weniger im Land, was solls!

43) Peter Christian Nowak, Freitag, 08. April 2011, 19:42 Uhr

@wschira

^^Naja, vielleicht setzen die jungen Inhaltslosen auch keine neue Richtung, weil sie gar keine neue Richtung wollen. Die sind vermutlich total überzeugt von dem marktradikalen Unsinn. Das haben sie alle die Jahre vertreten. Da kann es noch fünf Finanzkrisen geben, da können noch so viele Menschen trotz Arbeit arm sein.^^

Bei der letzten Bundestagswahl zog die Steuersenkungslüge. Ein wohl einmaliger Ausrutscher von 14,6% der Wähler. Diese Gelegenheit wird sich den neoliberalen Liberalen so schnell nicht mehr bieten. Die Finanzkrise spielte bei dem Ergebnis so gut wie keine Rolle.
Panorama brachte 2009 ein Feature über die FDP mit dem treffenden Titel „Die Unbelehrbaren“. Darin ging es um die Ignoranz der freidemokratischen Politikpositionen gegenüber der Finanzkrise. Das, was dann in ihrem Wahlprogramm stand, reflektierte ihre wirtschafts- wie finanzpolitische Stümperei, als auch ihre Resistenz gegen alle Kritik aus der Wissenschaft. Eine Lehre aus der Krise zog sie jedenfalls nicht.
Auch die „Neuen“ haben sich innerhalb dieser Ideologie über die Jahre hinweg mit Selbstverständlichkeit sozialisiert. Das ist so und wird so bleiben. Nichts wird sich ändern. Und es ist auch nicht notwendig. Außer in der Rechtspolitik, in der noch „liberal“ gepunktet werden kann, ist kein Potential vorhanden. Längst hat sich die (deutsche) Welt geändert. Es geht nicht mehr um die Freiheit im Internet: wir stehen vor Herausforderungen, daß uns allen noch das Blech wegfliegt. Der eine oder andere Leser hat das hier schon angedeutet.

44) mambo, Freitag, 08. April 2011, 19:58 Uhr

Übrigens, Herr Lindner hat in 2000 innerhalb eines Jahres mit einem Dotcom -Unternehmen
eine veritable Pleite hingelegt ,kostete die KfW/den Steuerzahler 1 000 000 Euro.noch Fragen?

45) wschira, Samstag, 09. April 2011, 01:00 Uhr

@StefanP

Es tut mir leid, ich halte Ihr Geschwätz immer noch für noch für neoliberalen Dummfug. Wer solchen Unsinn von sich gibt, darf sich nicht wundern, wenn man folgerichtig als neoliberaler Schwätzer empfunden wird und als Retourkutsche entsprechende Kommentare einfängt.

Zur Sache: Auch bei dem Begriff “Neoliberal” hat sich ein merklicher Bedeutungswandel ergeben. Ursprünglich war die Richtung von Leuten wie Karl Herrmann Flach vertreten und sollte zu den vom klassischen Liberalismus vertretenen Freiheitsgedanken noch subsidiare und sozialstaatliche Elemente umfassen. Diese Strömung wurde aber im Verlauf der ersten sozialliberalen Koalition verwässert und von den Marktradikalen unter dem Einfluss der “Chikago-Boys” um Friedmann ausgehebelt, insbesondere nach der nachfolgenden Bildung der schwarzgelben Koalition. (Nebenbei gesagt, der Begriff “Chikago-Boys” erweckte bei mir am Anfang die Assoziation von Gangsterbanden und Maschinenpistolengeknatter. Nur, die klassischen Gangster waren sehr viel weniger sozialschädlich als diese Spezies).

Heute klassifiziere ich “neoliberal” als brutalen Sozialdarwinismus ohne einen Funken sozialer Verantwortung und ihre Marktschreier wie die StefanP’ s und ähnliche als neoliberale (Dumm)schwätzer.

Natürlich kommt auch wieder die Bemerkung, dass das H-iV-Gesindel viel zu gut alimentiert wird und nur Faulheit und spätrömische Dekadenz unterstützt wird, und infolgedessen sollte das das zurückgefahren werden. 4 Milliarden -whow! Was man dafür alles an Wohltaten an das FDP-Klientel verteilen könnte!

Ich habe allerdings von den StefanP’ s dieser Republik noch nie gehört, dass die hunderte von Milliarden, die den eigentlichen Sozialschmarotzern dieses Landes, nämlich den Bankstern, in den Hintern geblasen wurden, zurückgefordert wurden (samt banküblichen Zinsen). Aber das sind ja auch Leistungsträger. Aber deren Leistung bestand darin, sich selbst etwas zu leisten dafür, dass sie das Land fast in den Abgrund manövriert haben.

Aber StefanP denkt ja nicht in sozialen Dimensionen wie Gemeinwohl und ähnlichem Gutmenschenunfug, sondern an seine neoliberalen Versatzstücke, wie man denjenigen, die eh schon wenig haben, das bisschen auch noch wegnehmen könnte. Das ist für mich eine besondere und besonders fiese Art von asozial (nämlich a- sozial = unsozial).

46) m.spreng, Samstag, 09. April 2011, 09:18 Uhr

@wschira

Bei aller Lust an der Auseinandersetzung bitte ich darum, Mitdiskutanten nicht als Dummschwätzer zu bezeichnen. Ich bin auch nicht der Meinung als StefanP,, aber das geht auch anders.

47) Frankilein66, Samstag, 09. April 2011, 10:30 Uhr

@m.spreng

StefanP. ist auch nicht gerade sehr feinfühlig wenn es um die Qualifizierung der Beiträge anderer Diskutanten geht!

Daher: Wie man in den Wald hineinruft…!

48) Mark, Samstag, 09. April 2011, 11:54 Uhr

In diesem Zusammenhang ist es immer wieder ein Gewinn, den Kabarettisten Georg Schramm zu sehen, wie er den Segen des Aufschwungs von 2002 bis 2007 erklärt: “Das Geld ist nicht verbrannt worden, das Geld ist vor der Krise in Sicherheit gebracht worden! Das hat man Ihnen vergessen zu sagen.” — Und bei 3:11 wird auch auf den Begriff “Dummschwätzer” eingegangen. ;-)

http://tinyurl.com/ydvsb59

49) John Dean, Samstag, 09. April 2011, 12:19 Uhr

@ wschira

Bei allem Verständnis für Ihre Wut: Es wäre gut, wenn Sie akzeptieren, dass auch andere politische Auffassungen gut begründet sein können. Ein Beispiel? Ich nehme Ihre Aussage, dass “hunderte von Milliarden den Bankstern” “in den Hintern geblasen wurden” usw.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich halte Ihren Standpunkt für verständlich. Allerdings gehe ich – im Gegensatz zu Ihnen – davon aus, dass die Hauptprofiteure dieser mehrere hundert Milliarden Euro nicht die Banken waren (die aber auch – weil sie weitgehend ohne Verstaatlichung weiter überleben durften), sondern die Vermögensbesitzer in In- und Ausland. Meiner Auffassung nach hätte es in der Krise, im Rahmen geordneter Insolvenzen (mit einer staatlich garantierten Vermögenserstattungsquote von 80 bis 90 Prozent statt wie gehabt 100 Prozent bzw. 0 Null Prozent im Fall einer ungeordneten Insolvenz), eine massive Beteiligung der Gläubiger geben müssen, nicht nur zwecks Einsparung von -zig (!) Steuermilliarden, sondern auch im Sinne einer marktwirtschaftlichen Hygiene: Wer sich verspekuliert, muss eigenverantwortlich dafür haften bzw. die Fehlspekulation entsprechend mit Vermögenseinbußen bezahlen. Und sei es, dass er am Ende vom Staat nur 80 Prozent seiner ehemaligen Einlagen wieder erstattet bekommt. Damit hätte man auch die privaten Eigner von Hedge Fonds, deren wirtschaftliche Tätigkeit zu den Krisenursachen zu rechnen ist (während sie i.d.R. vor jeglicher Steuerzahlung “offshore” zu fliehen gewohnt sind), an den Kosten der Krise beteiligen können.

Doch Merkel und Westerwelle, “vorzüglich” beraten von den Ackermännern unserer Republik, verweigerten sich jeglicher Beteiligung privater Vermögensbesitzer (übrigens war das eine Kernforderung der SPD, während die dämliche Linkspartei alle privaten Vermögensbesitzer zu 100 Prozent entschädigen wollte, wenn im Gegenzug die Banken “endlich” verstaatlicht werden können).

Tja: Sie sehen: Hier steckt jede Menge Potential für politischen Streit. Man kann diese Fragen auch anders bewerten, zumal die Stabilität ganzer Volkswirtschaften daran hängt. Und jetzt kommt es: StefanP, von dessen Ansichten Sie im Allgemeinen wenig halten, hat in diesen Fragen womöglch einen ganz vernünftigen Standpunkt – obwohl er in anderen Fragen, in meinen Augen, unverantwortlich marktradikal argumentiert.

Kurzum: Ich bitte um Respekt auch für diejenigen, deren Ansichten man nicht teilt.

50) sk8erBLN, Samstag, 09. April 2011, 13:04 Uhr

Neues zu Ex-Dr. von und zu Googleberg.

warum nur, warum nur bin ich nicht verwundert?? Diese Berlusconisierung der deutschen Justiz ist geradezu ekelerregend!

Ermittlungen zu Plagiatsaffäre
Guttenbergs juristische Doktorspiele

Die Aufklärung der Plagiatsaffäre, beteuerte Karl-Theodor zu Guttenberg, sei ihm “ein aufrichtiges Anliegen”.

Die Prüfungskommission der Uni Bayreuth, die die Plagiatsvorwürfe intern untersucht, kam offensichtlich zu der Einschätzung, dass der Ex-Minister bei seiner Dissertation bewusst getäuscht haben müsse.

Ausmaß und Art des Plagiats ließen angeblich keinen anderen Schluss zu. Guttenberg hatte dies immer bestritten. Nach SPIEGEL-Informationen hat der Ex-Minister die Möglichkeit nicht genutzt, von dieser Kommission mündlich angehört zu werden. Noch Anfang März hatte er in seiner Rücktrittsrede beteuert, es sei ihm “ein aufrichtiges Anliegen”, sich an der Klärung der Vorwürfe zu beteiligen.

Nun möchte er offenbar verhindern, dass die Kommission die Ergebnisse der Untersuchung öffentlich macht. Guttenbergs Anwälte hatten das mit dem Schutz seiner Persönlichkeitsrechte begründet. Die Universität setzt dem entgegen, die Menschen könnten eine umfassende Information über die Untersuchung erwarten, will aber ohne Zustimmung von Guttenberg den Bericht nicht publik machen, weil es sich dabei um eine interne Angelegenheit handele.”

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,755994,00.html

Ach ja, natürlich heisst es weiterhin “Das bayerische Justizministerium wies den Verdacht der Einflussnahme auf die Ermittlungen zurück. ”

Ja nee, ist klar. Und im Himmels ist Jahrmarkt.

51) sk8erBLN, Samstag, 09. April 2011, 13:07 Uhr

Ich bin echt schwer beeindruckt. Geschlagene 8 Wochen also hat es gedauert bis die Uni rausgefunden hat dass der Mann vorsätzlich getäuscht hat? Was findend ie denn als nächstes raus? Dass der Mann atmet, dass sein Bliut gar nciht blau sondern auch rot ist??

52) Ste, Samstag, 09. April 2011, 13:19 Uhr

@StefanP: Wieso ist ihr fast einziges Argument immer: Die FDP haben ja “viele” kluge Leute gewählt, und die können doch kein Fehler gemacht haben, die waren doch an der Urne keine Autisten…. oder etwa doch? JA!

53) EStz, Samstag, 09. April 2011, 13:20 Uhr

@ Florian E
> Aber Herr Spreng. Haben sie eigentlich schon diese Woche
> “Hart aber fair” gesehen ? Ich muss sagen, wirklich respektabler
> Auftritt von Christian Lindner. Wenn das der neue Kurs der FDP
> wird, sehe ich Hoffnung.

Wenn ich all die Aussagen dazu nehme, die Herr Lindner derzeit bei “Hart aber fair” und an anderer Stelle, vor anderem Publikum macht, drängt sich mir der Eindruck auf, dass er versucht, den Vorstellungen der jeweils vermuteten Zielgruppe gerecht zu werden.
Und mit Floskeln wie “Partei der Vernunft” schießt er ein Eigentor. Zum einen war Vieles von dem, was sich die FDP die letzte Zeit geleistet hat, nicht vernünftig. Zum anderen qualifiziert er damit nicht nur unterschwellig die anderen Parteien, sondern auch deren Wähler als unvernünftig ab (und verkauft – nebenbei – viele seiner eigenen Wähler für dumm).
Diese Selbstgefälligkeit á la Helmut Kohl, Guido Westerwelle, Sigmar Gabriel, Jürgen Trittin etc., diese ganzen dümmlichen Sprüche und SLogans hängen mir inzwischen weit zum Hals raus.

54) EStz, Samstag, 09. April 2011, 14:01 Uhr

StefanP, Freitag, 08. April 2011, 12:37 Uhr
> Wir haben uns angewöhnt, alles, was uns an der Marktwirtschaft oder
> am kapitalistischen System im Allgemeinen nicht passt, als “neoliberal”
> zu brandmarken, ohne jede Kenntnis des eigentlichen Inhalts dieses Begriffes.

Es stimmt, dass Vieles in den Sack “Neoliberalismus” gestopft wird, was da nicht reingehört; anschließend wird der Sach verdroschen, weil ja Neo-Liberalismus draufsteht – da bin ich ja durchaus bei Ihnen.

Der Vergleich passt dennoch nicht, weil der Begriff “Gutmensch” ausschließlich diskreditierend benutzt wird; üblicherweise von “rechtsaußen”. Die Begriffe “liberal” und “neo-liberal” werden (ebenfalls oft in Unkenntnis der richtigen Bedeutung) auch von den Leuten benutzt, die sich dafür halten bzw. diese politische Richtung vertreten.

> Da darf man nicht sonderlich empfindlich sein, wenn man umgekehrt die
> Retourkutsche als “Gutmensch” bekommt, was ja im Wortstamm positiv ist,
> nur durch die Ironisierung zum Gegenteil verkommt.

Nicht falsch verstehen: Ich fühle mich durch diese Begriff nicht angesprochen. Ich höre nur auf, Ihre Argumente ernst zu nehmen, weil ich die Absicht erkenne, Andersdenkende nicht durch Argumente zu überzeugen, sondern lächerlich zu machen.

Das gilt übrigens in gleichem Maße für die Beiträge, die sich in gleichem Stile gegen Sie wenden.

55) StefanP, Samstag, 09. April 2011, 14:47 Uhr

@Ste

Was ist bitte in einer Demokratie “falsch wählen”? Meiner Ansicht nach kann man nicht “falsch wählen”, denn der Bürger entscheidet nach seinen persönlichen Präferenzen und (Wert-) Vorstellungen für eine Partei, von der er meint, dass diese sie am geeignetsten in Politik und Gesetze umsetzen kann.

Keiner der von mir aufgezählten FDP-Wähler bereut bis heute seine Wahl. Das war 1998 anders, als viele in meinem Umfeld für Gerhard Schröder votierten und danach unter kognitiven Dissonanzen litten. Viele der mir bekannten FDP-Wähler sind heute noch von der Richtigkeit ihrer Wahl überzeugt. Bei Westerwelles Ausfällen bezüglich spätrömischer Dekadenz nickten sie zustimmend: “so ist es!” (Ich nicht, um das auch an dieser Stelle zu sagen).

Die Frage ist ja, wer kann das, weshalb diese Leute 2009 FDP gewählt haben, ebenso oder besser umsetzen? Antwort: keiner. Es gibt keine Partei, die das vertritt, wofür die Liberalen vor zwei Jahren antraten. Also kann es auch keine Reue geben.

56) StefanP, Samstag, 09. April 2011, 14:54 Uhr

@wschira

wikipedia: “Dummheit bezeichnet umgangssprachlich (..) einen Mangel an Intelligenz oder Weisheit.

Im engeren Sinne ist Dummheit die mangelhafte Fähigkeit, aus Wahrnehmungen angemessene Schlüsse zu ziehen. Dieser Mangel beruht teils auf Unkenntnis von Tatsachen, die zur Bildung eines Urteils erforderlich sind, teils auf mangelhafter Schulung des Geistes oder auch auf einer gewissen Trägheit und Schwerfälligkeit im Auffassungsvermögen.”

Man muss in einem Blog nicht mitdiskutieren und wissen, wie die amerikanische Metropole “Chicaco” geschrieben wird. Auch den Begründer des Montarismus, Milton Friedman, und die richtige Schreibweise muss man nicht kennen. Allerdings ist das notwendig, um Zusammenhänge und die Entstehung des Kritisierten zu verstehen. Ebenso weiß der Informierte und Intelligente, dass es nicht auf seine ureigenen Ansichten über eine bestimmte Geisteshaltung ankommt. Der Unwissende überhöht jedoch seine Ansichten.

Ich möchte nicht mit Ihnen über die Idee des Neoliberalismus debattieren, wohl aber darüber, dass es eine Berechtigung für eine (neo-) liberale Partei wie die FDP gibt.

Zu Ihrem schiefen Beispiel: zu Schadensersatz kann in einem Rechtsstaat nur herangezogen werden, wenn Schuld direkt adressierbar und personalisierbar ist. Woche für Woche schädigen 100.000de Fußballfans die Allgemeinheit um Millionen, einfach weil sie ein Fußballspiel sehen wollen und bei ihnen immer die Gefahr besteht, dass Randale entstehen. Dennoch wird kein Fan für den Schaden herangezogen. Und selbst wenn ein Schädiger direkt identifiziert werden kann wie zuletzt auf St. Pauli, bleibt dennoch die Allgemeinheit und meist das Opfer auf dem entstandenen Schaden sitzen.

57) Cato, Samstag, 09. April 2011, 17:17 Uhr

Laßt sie doch endlich sterben, diese Dumpftoren. Wer braucht die??? Das Volk ??? Sicher nicht!
Die Bankster????? JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA – die Bankster! Wenn wir – das Volk -
uns das weiter gefallen lassen wollen, dann gehören wir auf den Schutthaufen der Geschichte!
Wir haben die Wahl!!!!!!!!!!

58) Peter Christian Nowak, Samstag, 09. April 2011, 17:59 Uhr

@m.spreng

Es ist die Ignoranz, gepaart mit einer Prise Aroganz eines Stefan P., die zuweilen provozierend auf Ihre Leser wirkt. Und diese Ignoranz wird insofern nicht mehr als zu tolerierende Meinungsäußerung wahrgenommen: nämlich die vermeintliche Sicherheit des Stefan P. zu wissen, dass andere Co-Diskutanten nichts wissen. Er stellt „sein Wissen“ vor dasjenige der anderen. Das macht die Leute zornig. Stefan P. müht sich zwar redlich um Argumente, wirkt aber in der kommunikativen Umsetzung bisweilen rechthaberisch und starrsinnig. So was bezeichnet man landläufig als Dummheit, in der Kommunikation als Ignoranz. Ignoranten sind Leute, die die Differenz zwischen dem, was sie wissen könnten und dem, was sie wirklich wissen, nicht erkennen. Und das wird oft als Dummheit gewertet.

59) Frankilein66, Samstag, 09. April 2011, 18:04 Uhr

@StefanP.

Chicaco? Wenn schon Besserwissen, dann wenigstens richtig, oh Mann!

60) Peter Christian Nowak, Samstag, 09. April 2011, 18:11 Uhr

@Stefan P.

^^Man muss in einem Blog nicht mitdiskutieren und wissen, wie die amerikanische Metropole “Chicaco” geschrieben wird.^^

Nein, sicher nicht! Trotzdem schreibt sich “Chicaco” immer noch so: CHICAGO…
M.f.G

61) M.M., Samstag, 09. April 2011, 21:31 Uhr

@albertus28
Ja. Schön, von Ihnen das zu hören. Volle Zustimmung. Das Buch ist sicher lesenswert. Autor ist Manfred Lütz; Titel: IRRE…..WIR BEHHANDELN DIE FALSCHEN !

PS:Bin nicht verwandt mit ihm.

62) Romeias47, Samstag, 09. April 2011, 21:54 Uhr

Man könnte die Diskussion ja auch mal “positiv” führen:
+ Welche klassischen Themen sollten und können weitergeführt werden? Z.B. Bürgerrechte – warum ist das Delikt Hausfriedensbruch in IT- und Kommunikationszeiten schon fast nicht mehr existent?
+ Wo muss die Freiheit bzw. ihre Grenze zur Freiheit des anderen genauer definiert werden? Kann eine Art Ehrenkodex (gab’s glaub ich mal in den Hanse-Städten) geschaffen werden? Und wo schadet die totale Freiheit der Wirtschaft. (Wer sich bewusst ernähren will und im Supermarkt steht, kann das heulende Elend kriegen, wenn er/sie all die verlogenen Sprüche und Bilder wie Reiseprospekte liest).
+ Hat die FDP den Mut, das Thema Bildung von der Erbhof-Denke zu befreien. Vielleicht wird die Konkurrenz größer, wenn sich mehr mit gutem Abschluss bewerben, aber Talente – auch Einzelbegabungen – zu heben ist unsere einzige Ressource..
+ Was bedeutet die derzeitige Verfassung der Arbeitwelt für die sozialen Kosten in zehn, 15 Jahren – wenn beide Elternteile auf Abruf zu Mindestlöhnen arbeiten?
+ Frankreich und Großbritannien suchen inzwischen nach Alternativen zum Brutto-Inlands-Produkt als Messgröße für volkswirtschaftlichen Wohlstand bzw. für Zufriedenheit der Bevölkerung. Deutschland rennt dagegen einem überholten Wachstumsglauben hinterher. Dazu auch die WDR-Profitsendung von heute: wdr5_profit_20110409_1830.mp3. Deutschland hätte eine Zäsur machen müssen nach dem abgeschlossenen Wiederaufbau – wie ein untergewichtiger Patient, der das Normalgewicht erreicht hat. Das wäre aus meiner Sicht um 1970 fällig gewesen.

Roesler hat heute versprochen, dass sich noch einiges tun wird. Wollen wir’s hoffen.

63) Romeias47, Sonntag, 10. April 2011, 09:25 Uhr

…. und Hermann Otto Solms darf ab 11:05 im Deutschlandfunk – als wäre vier Wochen nichts passiert – in der 25-Minuten-Sendung “Interview der Woche” die Leier von der Steuersenkung vortragen, so der Vorankündigungs-Einspieler des Senders.
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/idw_dlf/

Mit der FDP ist wirklich Hopfen und Malz verloren.

64) sk8erBLN, Sonntag, 10. April 2011, 13:07 Uhr

@ Romeias47, Samstag, 09. April 2011, 21:54 Uhr

ja, könnte man. Ich sehe es allerdings nicht als meine Aufgabe an einer Partei der Untoten zu erklären wie sie evtl. ihren klinischen Tod noch abwenden könnte. Hat die FDP keine internen Foren wo ihre Anhänger das diskutieren können? Zumal mein Eindruck ist, dass denen ihr verbliebenes Resthirn von irgendwelchen Spirochäten weggefressen wurde bzw. wird.

Hier gibts dann wieder feedback sofern die denn noch mal relevant werden.

Dennoch so viel zu Ihrem Beitrag.:

Nur weil die FDP zufällig mal bei zwei Abstimmungen sinnvoll entschieden hat
http://www.abgeordnetenwatch.de/internetsperren-636-180.html
http://www.abgeordnetenwatch.de/vorratsdatenspeicherung-636-140.html machen diese beiden Schwalben noch keinen Sommer. Da besitzt die Piratenpartei in meinen Augen wesentlich mehr kompetenz.

Im Übrigen sieht ein jeder doch wie ernst es dieser Partei der Untoten mit ihren Bürgern und deren Rechten ist, mehr als 70 % Ablehnung sprechen Bände:
http://www.abgeordnetenwatch.de/einfuehrung_bundesweiter_volksentscheide-605-326.html

Und den wenigen Personen die sowas wie eine Restkompetenz beim ehemaligen Thema der FDP haben, räumt die Partei ja keine Bedeutung mehr ein. (Baum, Schnarrenberger).

Schönen Dank auch für den Hinweis auf das Interview mit Solms.

In etwa so inhaltsleer wie das Vakuum, in dem sich die gesamte Partei befindet (Der Blindtext ist inzwischen nachlesbar, falls jemand gerne seine Zeit verschwendet).

So ist auch nicht zynisch, dass es nur in der Überschrift zu bahnbrechenden Erkenntnissen langt: Solms:”Wir sehen, dass wir Handlungsbedarf haben”

Hey wow. Bei 3 % Restanhängern kann man da irgendwie drauf kommen sofern man nicht hauptberuflich Autist ist.

Welchen Handlungsbedarf genauer oder gar irgendwelcher bahnbrechend neue Inhalte-Fehlanzeige. dafür erfährt der geneigte Interessent immerhin “Herr Brüderle steht auch für eine bestimmte Szene in der Bevölkerung – für Mittelstand, für Handwerk, für Selbständige. Und es würde sehr lange dauern, dass dann ein neuer Minister in die Situation käme, eine solche Anerkennung und eine neue Repräsentanz in der Öffentlichkeit zu erreichen.”

Nächstes Thema!

65) alvina, Sonntag, 10. April 2011, 13:53 Uhr

Ach je, Herr Spreng,
dass Sie im Zusammenhang mit der Politik von “Ehre” schreiben! Da habe ich in ihren Beiträgen aber schon anderes gelesen.
Und dann ausgerechnet im Hinblick auf die Herrschaften, sog. Damen nebst Herren von der FDP!
Man kann sich nur wundern…
Trotzdem schöne Grüsse

66) EStz, Sonntag, 10. April 2011, 20:11 Uhr

@ Gregor Keuschnig
> Aber Sie haben nicht genau gelesen. Ich habe nicht geschrieben, dass der Journalist
> es besser machen muss. Er kann nur nicht – um in Ihrem Bild zu bleiben – sagen,
> die Suppe ist versalzen und dann nach dem Salzen sagen, es fehle das Pfeffer.

So hatte ich es verstanden: Die Suppe ist versalzen, und der Chefkoch salzt nach :-)

Spaß beiseite: Wenn Sie das so schreiben, habe ich den Punkt (und kann aus vollem Herzen zustimmen). Ich hatte es nur anders interpretiert: der Gast schreit “fad”, und dann wird gesalzen statt gepfeffert.

Schönen Gruß

EStz

67) JG, Montag, 11. April 2011, 08:03 Uhr

Nur mal so am Rande: Für welche Partei ist denn die Befreiung des Menschen von Existenzangst überhaupt noch eine Aufgabe? Jedenfalls nicht für die Hartz-IV-Parteien SPD, Grüne, CDU, CSU und FDP, welche in den letzten zwölf Jahren eifrig daran gearbeitet haben, die Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt in einer Weise verludern zu lassen, die kaum jemand für möglich gehalten hätte. Alles abgesichert durch die Drohung, wer sich nicht ordentlich ausbeuten lassen wolle, könne sich ganz schnell als Hartz-IV-Opfer wiederfinden. Und sich als solches von weiten Teilen unserer unabhängigen, objektiv berichtenden Medien als Schmarotzer verleumden lassen müssen.

Im übrigen sind diese netten jungen Herren von der FDP (Ist Ihnen mal aufgefallen, wie häufig junge Repräsentanten der FDP, die in den letzten Tagen in den Medien auftauchten, halbwegs hübsche, aber auch ein bißchen unscheinbar und langweilig wirkende, blonde oder wenigstens dunkelblonde Männer waren?) vielleicht nur Produkte unserer Zeit: Die Nullerjahre, die diesen Namen wahrlich verdient haben, waren doch geprägt von ständiger Angst, irgendwo anzuecken, sich irgendwie unbeliebt zu machen, weshalb man seine Meinung nicht nur nicht sagte, sondern am besten erst gar keine hatte. Rückblickend wird man die heutige FDP vielleicht einmal ausmachen als die perfekte Verkörperung der geistigen Leere des spätbundesrepublikanischen Biedermeiers.

68) Romeias47, Montag, 11. April 2011, 10:30 Uhr

@JG schrieb: Im übrigen sind diese netten jungen Herren von der FDP (Ist Ihnen mal aufgefallen, wie häufig junge Repräsentanten der FDP, die in den letzten Tagen in den Medien auftauchten, halbwegs hübsche, aber auch ein bißchen unscheinbar und langweilig wirkende, blonde oder wenigstens dunkelblonde Männer waren?) vielleicht nur Produkte unserer Zeit: ….

Die Ursache liegt viel früher: nämlich in der Tatsache, dass Altkanzler Kohl den Zusammenhang zwischen Einführung von Privatfernsehen und dem speziell deutschen Bildungssystem nicht gesehen oder bewusst ignoriert hat. Mittlerweile gibt es auch eine RTLII-sozialisierte Elterngeneration (nicht alle sind das, bitte nicht missverstehen). Das ist eine sichere Methode Menschen zu Marketing-Lemmingen zu deformieren. Wobei sogar ein wesentlicher Anteil noch in der Zeit vor der Schulzeit liegt, indem Kinder Programme mithören, die gar nicht an sie adressiert sind. Was akustisch an Kinderohren dringt, wird meistens nicht beachtet. Aber wieviel Kick brauchen Menschen, deren Eltern gerne Horrorfilme geschaut und gehört haben? Wo haben sie ihre Aufmerksamkeitsschwelle? Wieviel Fehlertoleranz hat ein am “One-Night-Stand-tauglichen paarungsbereiten Großstädter” orientiertes Menschenbild?
Es sieht schon so aus, als hätten Barbie-Puppen-Mütter und Barbie-Puppen-Mütter-Brüder das Ruder in die Hand genommen. Nicht nur bei der FDP, wie ein gewisser in die Schlagzeilen zurückkehrend CDU-Freiherr beweist.

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