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Montag, 11. April 2011, 12:22 Uhr

Verlierer des Tages

BILD und ich haben seit 1. Januar 2001 ein klares Verhältnis: die Bild-Zeitung kann mich nicht leiden und ich sie nicht.

Mir gegenüber drückt sich das in gelegentlichen Gemeinheiten in Millionenauflage aus.  2002, als ich für Edmund Stoiber arbeitete, war ich in der Kolumne von Oskar Lafontaine ”IM Cohiba”, weil ich gelegentlich gute Zigarren mit Gerhard Schröder geraucht hatte. Zuletzt gehörte ich zu den “30 nervigsten” Talkshow-Gästen und 2004, als ich Jürgen Rüttgers beriet, war ich “Verlierer des Tages”. Das kam so:

Rüttgers zog im Wahlkampf mit seinem Talk-Format “Rüttgers – ganz persönlich” durch Nordrhein-Westfalen. In Bielefeld hielt sich der Beifall in Grenzen, was mich vor zwei, drei Leuten zu der - sicher unvorsichtigen - Bemerkung veranlasste, man kenne ja die geringe westfälische Begeisterungsfähigkeit. Wenn ein Bielefelder mit dem Kopf nicke, sei das schon ekstatischer Beifall.

Was ich nicht wusste: BILD-Chef Kai Diekmann ist in Bielefeld aufgewachsen und so wurde ich am nächsten Tag auf Seite 1 zum “Verlierer des Tages”.

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26 Kommentare

1) armerMoldavier, Montag, 11. April 2011, 14:05 Uhr

Eine nette Anekdote, geehrter Spreng.

So wie ich Sie öffentlich wahrnehme ist Ihnen die Meinung eines Hr. Diekmann egal. Das Gefühl teilen wir. :-)

2) Franzi, Montag, 11. April 2011, 20:38 Uhr

das weiß man aber ;-)

3) Helge, Dienstag, 12. April 2011, 09:20 Uhr

Das kann doch alles gar nicht sein. Bielefeld gibt’s schließlich nicht. ;)

4) Pech, Dienstag, 12. April 2011, 09:35 Uhr

Tscha, wer sich scheinbar an jeden verkauft, der muss auch mit Gegenwehr von unangenehmer Seite rechnen.
Von mir kein Mitleid.

5) Bernd Anonymous, Dienstag, 12. April 2011, 09:46 Uhr

Bielefeld? Das ist doch eine Lüge, das gibt es gar nicht. Wurde schon lange nachgewiesen, auch wenn die da Oben die Beweise unterdrücken, jawoll! Jetzt wird auch klarer, wieso:
Diekmann ist sicher Teil der Verschwörung um Bielefeld und 911. Die Bild hat ja ganz viel darüber berichtet. Wobei, die Türme hat es auch nie gegeben. So wie westfälischen Humor und Bielefeld. Und schon wird alles ganz klar. Alles nur Verschwörung!!!!!!!
Wenn ich erst meine Alufolie wieder gefunden habe, werde ich alles aufdecken.

6) hjg, Dienstag, 12. April 2011, 09:46 Uhr

Alles klar: KD muss ein Alien sein. Weil – Bielefeld gibt es gar nicht.

7) Minna, Dienstag, 12. April 2011, 09:58 Uhr

Diekmann kommt aus Bielefeld … das erklärt in der Tat so einiges

8) Marc, Dienstag, 12. April 2011, 10:19 Uhr

Kai Diekmann wuchs in B**l*f*ld auf?

Das erklärt einiges!

9) Patrick, Dienstag, 12. April 2011, 10:33 Uhr

schöne Geschichte. hab gut geschmunzelt.

10) Kay Dickmann, Dienstag, 12. April 2011, 10:54 Uhr

Seit dem “1. Januar 2001 ein klares Verhältnis” – das genaue Datum wundert. War das nur das Ende Ihres Vertrags bei den Springers oder wird da etwa eine weitere Anekdote fällig !?

11) jensen, Dienstag, 12. April 2011, 11:11 Uhr

Ich bin auch gebürtiger und aufgewachsener Ostwestfale und finde, Sie hatten mit Ihrer Anmerkung voll und ganz recht. Nicht umsonst gibt es ja auch den schönen Spruch “Das Lob des Ostwestfalen ist das Ausbleiben eines Tadels”.

12) HvN, Dienstag, 12. April 2011, 11:44 Uhr

Von Kai Diekmann nicht gemocht zu werden, adelt. Nicht nur Sie, sondern auch andere.

13) m.spreng, Dienstag, 12. April 2011, 11:51 Uhr

@Kay Dickmann

Bei Springer bin ich zum 30. Juni 2001 ausgeschieden. Bis zum 31.12.2000 war Udo Röbel BILD-Chef, zuvor Claus Larass. Larass hatte BILD kulturell geöffnet, Röbel politisch. Dann kam der neue Chefredakteur…

14) Frank, Dienstag, 12. April 2011, 12:14 Uhr

Och, Gemeinheiten schreiben die? Auch noch in Millionenauflage?

Na, die Bild am Sonntag hat unter Ihrer Führung sicher nie was Gemeines geschrieben

S+olche Äußerungen von Menschen aus Springer-Chefetagen (aktuell oder ehemalig) finde ich immer etwas bizarr. Aber ein unfassbares Missverhältnis zwischen Austeilen- und Einstecken-Können ist dort ja generell verbreitet.
(dafür ist ihre Anekdote über Herrn Diekmann ja ebenfalls ein Beweis)

15) Jeeves, Dienstag, 12. April 2011, 13:07 Uhr

Ich kann auch nur sagen:
Wer da mal freiwillig und sicher gut bezahlt mitgemacht hat, verliert so einiges; unter anderem: Ehre, Mitleid…

16) karl, Dienstag, 12. April 2011, 13:39 Uhr

Immer, wenn ich jemandem mit so einem Schundblatt sehe, frag ich ihn, wer denn die wahren Helden sind – nachdem er damit nichts anfangen kann, weise ich ihn immer auf die “Verlierer des Tages”-Spalte hin und erkläre ihm, dass dort die Leute aufgeführt werden, die was gutes tun.

17) Marc, Dienstag, 12. April 2011, 13:57 Uhr

“was mich vor zwei, drei Leuten zu der – sicher unvorsichtigen – Bemerkung veranlasste, man kenne ja die geringe westfälische Begeisterungsfähigkeit.”

Und seitdem kennen sie auch das westfälische Humorverständnis. ;-)

18) Christian, Dienstag, 12. April 2011, 14:53 Uhr

Nun, Herr Spreng, dann hat sich ja mit dieser Begebenheit nichts an Ihrem Verhältnis zur BILD geändert. Ich finde es beruhigend, von Zeit zu Zeit einen Beweis dafür zu bekommen, warum man etwas nicht mag, ohne selbst erneut Bestätigung dafür einholen zu müssen.

Ich kann für meinen Teil nur sagen, dass ich Ihre Stimme mittlerweile nicht mehr missen möchte, wenn es um Themen geht, bei denen geleichermaßen gesunder Menschenverstand, Politikbewusstsein, Scharfsinn und Biss gefragt sind. Für mich sind Sie in jeder Talkshow der Gast, auf den es zu hören gilt. Das ändert aber nichts daran, dass ich Ihr Spin Doctor-Engagement für Edmund Stoiber nie verstanden habe.

19) Thomas Zapp, Dienstag, 12. April 2011, 16:45 Uhr

Die Bielefeld-gibt’s-nicht-Annekdote hat mittlerweile einen langen Bart, Recht haben Sie aber mit der Begeisterungsfähigkeit der Bielefelder. Dafür ist ihre Selbstironie und der trockene Humor nicht zu unterschätzen. Dazu ist m.E. auch Kai Diekmann in der Lage, wie er mit seinem Blog oder seiner Hassliebe zur taz immer wieder beweist. Beste Grüsse aus der mallorquinischen Nachbarschaft von einem Bielefelder und Wahlmallorquiner.

20) Eduard, Dienstag, 12. April 2011, 20:33 Uhr

Ohhh… Sie Armer…

21) Pierre Dumaine, Mittwoch, 13. April 2011, 11:25 Uhr

Bielefeld ist politisch einfach eine verhältnismäßig linke Stadt. Die CDU hat die letzten 10 Jahre viel verloren, die Grünen viel gewonnen. Gerade mit einem Rüttgers kann man da natürlich nicht viel punkten.
Kai Diekmann ist in Bielefeld ein etwa so beliebtes Aushängeschild wie Tönnies Fleischwerk in Rheda-Wiedenbrück oder der Bertelsmann Verlag in Gütersloh.

22) Informelles.de, Mittwoch, 13. April 2011, 11:57 Uhr

BILD kann sie nicht -mehr- leiden. Nun da haben Sie es doch noch geschafft, die dunkle Seite der Macht zu verlassen. Wobei als Berater von Stoiber und Rüttgers…

23) mac4ever, Mittwoch, 13. April 2011, 16:03 Uhr

Bielefeld gibt es. Bin ja selbst schon vorbei gefahren. Aber wer oder was ist “Bild”?

Sie dagegen lese ich immer gern, auch wenn Sie, wie ich jetzt weiß, öfter mal für die Falschen gearbeitet haben. Der Kompetenz scheint es nicht geschadet zu haben.

Eigentlich bin ich ja auch ein enttäuschter Konservativer (für einen solchen halte ich auch Sie), von den Verhältnissen und der eigenen Perspektive (zu Wendezeiten >40, also nach deutscher Personalersicht altes Eisen) nach links gezwungen, der allerdings von der Linken, wie zu erwarten (habe schließlich 40 Jahre DDR-Erfahrung) auch immer nur enttäuscht wurde, zuletzt endgültig und nachhaltig bei der letzten BuPrä-Wahl, wo die Angst vor der eigenen Anti-Stasiaufklärungs-DDRpro-Nostalgie-Fraktion gesiegt hatte.

24) kamikaze, Freitag, 15. April 2011, 14:11 Uhr

Der Anfang Ihres Artikels gefällt mir nicht. Es sollte nicht “BILD und ich” heißen, sondern “ICH und bild”.

25) Larshouse.com, Montag, 18. April 2011, 13:14 Uhr

lieber herr spreng,

sie werden es wahrscheinlich nicht wissen, aber wir haben drei jahre lang in ähnlicher position :-) für die bams gearbeitet (ich habe die zeitung während meiner lehrzeit ausgetragen).

meine drei liebsten talkshow-gäste sind sie, herr prantl und herr jörges. ideal fand ich neulich 2+leif mit ihnen und herrn prantl, weil da kein laberhans mit am tisch saß.

über bielefeld würde ich nie einen witz machen. bei der arminia läufts ja toll.

26) EStz, Montag, 18. April 2011, 15:07 Uhr

Frank, Dienstag, 12. April 2011, 12:14 Uhr
>> Solche Äußerungen von Menschen aus Springer-Chefetagen (aktuell oder ehemalig)
>> finde ich immer etwas bizarr. Aber ein unfassbares Missverhältnis zwischen
>> Austeilen- und Einstecken-Können ist dort ja generell verbreitet.
>> (dafür ist ihre Anekdote über Herrn Diekmann ja ebenfalls ein Beweis)

Ich denke auch, dass jemand, der so lange und erfolgreich wie Herr Spreng in verantwortlicher Stellung bei Springer saß, mit Sicherheit auch ordentlich ausgeteilt hat und einstecken musste.

Aber Herr Spreng hat sich hier nicht über den bösen Herr Diekmann ausgeheult und nach seiner Schmusedecke gerufen, sondern nur eine kleine Anekdote erzählt. Er hat auch hier im Forum schon des öfteren auf den Kopp bekommen, ohne sich wegzuducken. Da halte ich Begriffe wie “unfassbar”, “bizarr” oder “Beweis” für leicht übertrieben – nichts für ungut.

Aber wer Gegend und Leute kennt, der kann vielleicht auch nachvollziehen, warum sich ein Bielefelder Jungspund als Bild-Chef so unglaublich wichtig fühlt, dass er (wie man munkelt) nicht mit normalen Mitarbeitern in einem Fahrstuhl fährt. Und der, weil er zu blöd ist, seinen Telefontarif zu verstehen, aus einem Afrika-Urlaub mit einer 5stelligen Telefonrechnung nach Hause kommt und erwartet, dass der Telekom-Chef höchstpersönlich ihm die Rechnung erlässt (hat der aber nicht, so kam auch René Obermann seinen “Verlierer” – das nennt man dann Einsatz für den kleinen Mann).

Und dann kann die kleine Boshaftigkeit in Herrn Sprengs Replik, Claus Larras habe die Bild kulturell, Udo Röbel politisch geöffnet (“Dann kam der neue Chefredakteur…) gleich anders genießen.

Hab mich schon immer gefragt, warum eine solch große Zeitung aus einer sehr weltoffenen Stadt so piffig und kleingeistig ist. Bielefeld erklärt nicht alles, aber wirklich eine ganze Menge.

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