Dienstag, 10. Mai 2011, 12:17 Uhr

Liebenswerter Politiker

Vor 30 Jahren wurde der hessische Wirtschaftsminister Heinz-Herbert Karry ermordet – wahrscheinlich von „Revolutionären Zellen“. Sie erschossen ihn durchs Fenster seines Hauses im Schlaf. Aufgeklärt wurde der Mord leider nie. 

Ich kannte den FDP-Politiker in meiner Zeit als Journalist in Frankfurt sehr gut. Er war ein warmherziger, liebenswerter Mann von großer Schläue und taktischer Raffinesse. Karry wollte mich nach meinem Austritt aus der CDU 1970 für die FDP werben. Auf einer Pressekonferenz zur Präsentation der FDP-Landtagskandidaten stellte er mich, der als Berichterstatter der „Frankfurter Neuen Presse“ gekommen war, im Spaß als FDP-Kandidaten vor. Ich konnte aber auf sein Werben nicht eingehen,  weil ich der Meinung war (und bin), ein Journalist sollte überhaupt keiner Partei angehören.

Meinem alten Freund Thomas Kirn bin ich dankbar, dass er heute in der FAZ an diesen wunderbaren Menschen erinnert hat.

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2 Kommentare

1) Thom, Montag, 23. Mai 2011, 15:02 Uhr

Seine zweifelhafte Rolle als Schatzmeister kommt hier irgendwie etwas kurz.

2) JG, Samstag, 28. Mai 2011, 05:34 Uhr

Allerdings: Journalisten haben – als Mitglieder – in Parteien nichts zu suchen. Schon gar nicht politische Journalisten.

Jedoch: Nach welchen Kriterien sollten bei Befolgung dieser Regel viele Posten besetzt werden, z.B. in den Redaktionen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten?

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