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Dienstag, 17. Mai 2011, 18:13 Uhr

Die Jäger müssen sich stellen

Natürlich sind die Motive des FDP-Europaabgeordneten Alexander Alvaro durchsichtig und parteiisch, wenn er die Internet-Plattform “VroniPlag” angreift. Schließlich ist nach Silvana Koch-Mehrin mit Jorgo Chatzimarkakis schon der zweite Fraktionskollege im Visier der Plagiatsjäger. Täglich erhöht sich die Zahl der Seiten seiner Doktorarbeit, die angeblich ohne oder ohne korrekte Quellenangabe abgeschrieben worden sind.

Aber Alvaro hat recht, wenn er das anonyme Denunziantentum im Internet angreift. Er wirft den Plagiatsjägern vor, sie wollten sich nicht an den eigenen Ansprüchen transparenter Arbeit messen lassen. Alvaro: “Wer andere an den Pranger stellt und vorverurteilt, muss das mit offenen Visier tun”.

Diese Forderung ist berechtigt. Denn zu den Hintergründen von Enthüllungen gehört auch das Wissen um die Autoren, um die Motive der Jäger. Sie könnten manche Enthüllung in einem neuen Licht erscheinen lassen.

Wer steckt zum Beispiel dahinter, dass eine Privatperson wie Veronica Stoiber, die kein öffentliches Amt bekleidet, die keine Person der Zeitgeschichte ist, öffentlich an den Pranger gestellt und schwer geschädigt wird? Gibt es möglicherweise private Motive? Steckt ein Racheakt dahinter? Ich weiss es nicht, aber ich würde es gerne wissen. Nur dann kann ich mir ein komplettes Bild machen.

Inhaber öffentlicher Amter müssen sich selbstverständlich mit anderen Maßstäben messen lassen. Sie müssen sich auch anonyme Enthüllungen gefallen lassen, sofern sie nachweislich der Wahrheit entsprechen. Und sie müssen dann auch – wie Karl Theodor zu Guttenberg – die Konsequenzen aus ihrem wissenschaftlichen und charakterlichen Versagen ziehen.

Anonymität aber ist grundsätzlich feige, wenn die Enthüllung Politiker betrifft, und schändlich, wenn es um Privatpersonen geht. Leider ist Anonymität eine Internet-Seuche, die ich auch bei den Kommentaren meines Blogs erleben muss. Es ist schade, dass im Internet  kaum noch einer mit seinem Namen zu dem steht, was er tut oder schreibt. Es wird Zeit, dass sich die “VroniPlag”-Aktivisten zu erkennen geben. Die Jäger müssen sich stellen.

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129 Kommentare

1) Christian, Dienstag, 17. Mai 2011, 18:23 Uhr

Da machen ein paar Anonyme den Job, den eigentlich die Doktorväter machen müssten und werden dafür zu Denunzianten und sollen sich stellen. Kranke Welt. Wozu das Ganze? Wird ein Dieb rehabilitiert, nur weil ihn ein Konkurrent anzeigt?

2) Anonym, Dienstag, 17. Mai 2011, 18:31 Uhr

Wissenschaft kann doch nur dann funktionieren, wenn die Arbeit eines Forschers von anderen Menschen bewertet und begutachtet wird. Jeder, der eine eigene wissenschaftliche Arbeit schreibt, muss damit zurechtkommen, da sonst seine Arbeit völlig wertlos ist. Niemand wird davon abgehalten, wissenschaftliche Erkenntnisse anonym im Internet zu veröffentlichen. Wer sich jedoch durch die Nennung des eigenen Namens in seiner eigenen Arbeit schmückt, muss dann auch mit Kritik an seiner wissenschaftlichen Arbeitsweise zurechtkommen.Von Denunziantentum oder Hass zu sprechen halte ich für völlig falsch.

3) Sven G, Dienstag, 17. Mai 2011, 18:32 Uhr

Sehe ich ganz anders: eine Dissertation soll ein öffentlicher Beitrag zur Wissenschaft sein. Deshalb besteht eine Veröffentlichungspflicht. Der öffentliche Beitrag ist für jeden einsehbar und für jeden überprüfbar.

In der FAZ stand heute, die “Researcher” von GuttenPlag hätten bezüglich Veronika Stoiber/Saß einen anonymen Hinweis erhalten. Der Hinweis hat sich nach Überprüfung erhärtet und die Universität Konstanz hat den Betrug von Frau Saß geahndet. Hierbei ist es unerheblich, ob Frau Saß ein öffentliches Amt bekleidet, oder nicht.

Ob der anonyme Hinweis jetzt aus persönlichen, politischen oder sonst welchen Motiven ergangen ist, ist auch unerheblich. Das Fehlverhalten lag vor, und nur das ist relevant.

Wer sich mit einem Doktortitel schmücken will, muss soviel Transparenz aushalten. Gut möglich, dass Titelträger ins “Fadenkreuz” der Plagiatejäger geraten, die sich ihren Doktorgrad redlich erarbeitet haben. So what? Das hat sich dann mitunter schnell erledigt, weil es kein Plagiat zu entdecken gibt.

Deshalb finde ich das Engagement der Plagiatejäger ausnahmslos positiv. Warum sollte ein Zwang bestehen, dass diese sich öffentlich mit ihrem Namen zu ihren Tätigkeiten bekennen? Mitunter ins Licht der Öffentlichkeit gezogen werden und sich nur aufgrund ihres ehrenwerten Engagements durchleuchtet werden? Es wird niemand erpresst, es wird niemand denunziert. Und das Vorgehen ist, abseits von Klarnamen, so transparent, wie es nur sein kann.

Der Tadel gehört allein den Betrügern und Möchtegerndoktoren. Deshalb: weiter so!

4) Annabelle Freifrau zu Müller- Lüdenscheid, Dienstag, 17. Mai 2011, 18:33 Uhr

Nein, die Plagiatsjäger müssen sich nicht stellen. Warum auch? Damit die Bild- Zeitung in ihrem Privatleben herum schnüffeln und pfuschen kann? So lange ihre Arbeit über jeden Zweifel erhaben ist, gibt es keinen einzigen Grund für diese Leute, sich zu offenbaren.

5) egal, Dienstag, 17. Mai 2011, 18:34 Uhr

Das Argument, gegen Veronika “Stoiber” Saß solle man nicht durch private Internetuser öffentlich ermitteln, weil diese kein öffentliches Amt habe, finde ich etwas daneben.

Denn die Verleihung eines Doktorgrads ist eine öffentliche Sache und wer ihn öffentlich trägt, muss damit auch öffentlich konfrontiert werden dürfen dürfen. Nicht zuletzt wird beispielsweise der Titelmissbrauch im StGB als Straftat gegen die öffentliche Ordnung eingeordnet.

Im Übrigen ist die öffentliche Besprechung der durch Lug und Trug erbrachten, vermeintlichen Leistungen eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Die Häufung der Fälle von jungen Nachwuchspolitikern ist signifikant. Die Ursachen müssen besprochen werden. Nicht nur die Schlampigkeiten der Fakultäten. Es ist zu befürchten, dass es systematische Mängel gibt.

Ob und inwieweit hier auch Doktorvater und andere Personen der Fachbereiche involviert waren (die nächste Eskalationsstufe), wäre sicherlich auch sehr interessant. Das Beispiel “Dr.” Kristina Schröder mit dem Doktorvater Prof. Dr. Falter offenbart da beispielsweise gewisse Tendenzen.

Eigentlich ist das Thema reif für einen Untersuchungsausschuss. Da geht aber von Seiten der Koalition keiner ran, weil alle drei Koalitionsparteien da wohl schwere Verluste befürchten müssen und ja teilweise auch schon erlitten haben.

Dass die Opposition da überhaupt nicht wahrzunehmen ist, weder auf Bundes- noch auf Europa-Ebene spricht Bände über die Einschätzung der Parteien zur Relevanz der Eigenschaften wie Ehrlichkeit oder Fachkompetenz. Der Verdacht nährt sich hierbei wohl auch, dass es wohl auch Problemfälle in der Opposition geben könnte.

Wir werden sehen. Das Thema ist nicht tot und mit weiteren Enthüllungen – natürlich nicht durch die Presse – wird zu rechnen sein.

6) Robin Haseler, Dienstag, 17. Mai 2011, 18:34 Uhr

Wenn die Promotion veröffentlicht wird, steht auch der Autor in der Öffentlichkeit. Er begibt sich wissentlich und bewusst in die Öffentlichkeit. Geschieht dies mit dem Wissen, dass die halbe Doktorarbeit zusammengeflickt ist, frage ich mich schon, warum da geschützt werden soll. Frau Saß trug ihren Doktortitel ja wohl auch öffentlich. Das ist definitiv keine Privatsache.

Sollte tatsächlich “Rufmord” mit so einer Plattform betrieben werden, wäre es ein Leichtes die Betreiber zu identifizieren und zu belangen.

7) ML, Dienstag, 17. Mai 2011, 18:35 Uhr

Zu diesem Thema gibt es einen gute Reportage aus der FAZ:

http://www.faz.net/s/RubDDDF614E9B1C49B682201320840984FF/Doc~E23244FCAC6A94852A29AE2CA366D9605~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Und noch ein Zitat, das meine Meinung schön widerspiegelt.
“Man is least himself when he talks in his own person. Give him a mask, and he will tell you the truth.”
(Oscar Wilde)

Anonymität ist nötig, da es die Möglichkeit bietet, Missstände aufzudecken, ohne Konsequenzen für das persönliche oder berufliche Leben befürchten zu müssen. Und bisher hat jede Seite auf dem VroniPlag nachvollziehbar aufgezeigt, das diese Politiker ihr wichtigstes Gut, Glaubwürdigkeit, sehr schnell verspielen.
Ob dies jetzt Neider sind oder Menschen mit einem ausgeprägten Sinn für Schadenfreude sind. Sie haben leider Recht. Das Ergebnis bestätigt sie.

Diese Menschen halte ich, obwohl sie anonym sind und ich sie nicht kenne, vertrauenswürdiger als die Politiker, die ihre Arbeit auf schmutzige Art und Weise erschlichen haben

8) Eddiecho, Dienstag, 17. Mai 2011, 18:41 Uhr

Tut mir leid, Herr Spreng, da bin ich dann doch anderer Meinung.

VroniPlag ist keine (!) Denunzierseite. Hier wird einfach nochmal nachgeschaut und das unter den Augen der Öffentlichkeit d.h. ein Einzelner kann sich da gar nicht schädlich hervorheben, denn er wird von Anderen kontrolliert werden. Wer öffentliche Gelder kassiert, der muss sich auch vor der Öffentlichkeit beweisen.

Guttenberg z.B. drohte damals Trittin mit einer Anzeige um jegliche Kritik zu ersticken. Und da gerät das alles schnell auf eine schiefe Ebene, bei der am Ende das Geld und eine Drohung über die Wahrheit entscheidet, nichts anderes hat herr Alvaro im Sinn. Das würde dem gesamten Projekt diametral entgegen stehen.

Sie verkennen darüber hinaus die Natur einer Wiki. Da steckt nicht *ein* Kopf dahinter, es sind vielleicht Hunderte oder gar Tausende. Was würde das aber an einem berechtigten Plagiatsvorwurf ändern, wenn man diese Namen kennen würde?

Nichts.

9) karl, Dienstag, 17. Mai 2011, 18:41 Uhr

Was veröffentlicht wird, darf kritisch unter die Lupe genommen werden, man darf seine Meinung frei dazu äußern etc. – das gilt im Internet genaus wie im öffentlichen Leben. Oder sind wir damit einverstanden, wenn wir bei der nächsten Demo – bspw. gegen einen unterirdischen Bahnhof – am Eingang unsere Namen in Listen erfassen müssen?

10) Usul, Dienstag, 17. Mai 2011, 18:47 Uhr

Wenn die “Jäger” (man könnte sie auch Aufklärer nennen, aber das klingt natürlich zu positiv) sich namentlich bekennen würden, hätte die ruckzuck Abmahnungen, einstweilige Verfügungen und was weiß ich noch alles an der Backe. Es wäre dabei völlig irrelevant, ob diese Rechtsmittel gerechtfertigt wären, für eine Einstweilige reicht ein Richter, der die Sache auf die Schnelle genauso sieht. Da man sich ja bei “Internetdelikten” das Gericht in Deutschland aussuchen kann, wäre das wahrscheinlich eine Kammer in Hamburg, die sind da recht beliebt … Hauptsache, erstmal die Leute, die es wagen aufzumucken, mit zeit- und geldintensiven Vorgängen belasten, die ganze Sache schön verschleppen, die hören schon wieder auf, spätestens wenn das Geld alle ist …

Bei der Abmahnkultur in Deutschland wundert es nicht, wenn diese Leute lieber im Verborgenen bleiben. Ich wage zu behaupten, wenn die Visiere von vornherein offen gewesen wären, wäre es vielleicht gar nicht so weit gekommen, wie es gekommen ist.

Und mal ehrlich, es geht hier im Doktortitel. Ein Doktortitel ist eine ziemlich optionale Sache, es lebt sich auch erfolgreich ohne. Niemand ist gezwungen, die Doktorwürde zu erwerben (familiäre Zwänge in diversen Kreisen lassen wir mal lieber außen vor …). Wir reden hier nicht von der Denunzierung eines Ladendiebes, der aus Hunger gestohlen hat, weil Hartz4 schon wieder aufgebraucht ist, oder von einem Familienvater, der irgendwas gemauschelt hat, damit er nicht seine Arbeit und seine Familie das Dach über dem Kopf verliert.

11) Ein bekennender Anonymer, Dienstag, 17. Mai 2011, 18:48 Uhr

Wer keine Seuche in seinen Kommentaren möchte, der schalte sie einfach ab. Das machen übrigens viele so.
Wer seinen Doktortitel nicht durch die “pösen” Plagiatsjäger abgenommen bekommen möchte, der plagiiere nicht.

Die Internetwelt ist so schrecklich einfach, deshalb liebe ich sie so.

12) Stefan Sasse, Dienstag, 17. Mai 2011, 18:49 Uhr

Gerade weil in einem solchen Wiki viele Personen arbeiten macht das denke ich kaum Sinn. Sonst steht am Ende nur so ein Julian Assange im Scheinwerferlicht und diskreditiert alle anderen.

13) extraanonym, Dienstag, 17. Mai 2011, 18:51 Uhr

Die Jäger müssen sich überhaupt nicht stellen. Was bringt Sie denn auf diese verwegene Idee? Da arbeiten eine Menge Leute mit und die Resultate sind überprüfbar. Täter schützen in D. wird langsam zum Volkssport. Kann es sein, das Sie nicht wirklich zu Ende gedacht haben? Solche Betrüger gehören an den Pranger und die Doktorväter eigentlich gleich mit.

14) Maschinist, Dienstag, 17. Mai 2011, 18:53 Uhr

Dissertationen sollten wissenschaftliche Arbeiten sein. Und die müssen einer wissenschaftlichen Überprüfung standhalten. Egal von wem, egal aus welchen Gründen heraus. Zumal es keine haltlosen Anschuldigungen, sondern für jeden nachvollziehbare Daten sind.
Auffallender weise wurden all diese Arbeiten an Unis verfasst, die “nur” eine Ehrenerklärung und keine Eidesstattliche Versicherung verlangen. Dann reden wir über eine Mindeststrafe von einem Jahr.
Sicherlich ist die lockere Haltung zum wissenschaftlichen Arbeiten vielen Menschen eben im wissenschaftlichen Bereich ein Dorn im Auge. Glaubt irgendwer, die Politik würde bei Bekanntmachung der Namen die entsprechenden Institute nicht strafen?

Hier gilt mal wirklich, was uns von der Politik sonst stets gesagt wird: Wer nichts zu verbergen hat, der hat auch nichts zu befürchten.

15) Sigmund, Dienstag, 17. Mai 2011, 18:58 Uhr

Ich mach die Augen zu und stelle mir vor:
Die 3 Erwischten wären nicht KTG, SKM und Frau Saß, sondern Jürgen Trittin, Claudia Roth und Andrea Nahles (oder Ypsilanti). Wären sie, lieber Herr Spreng, auch so kritisch mit den Plagiatsjägern? Würden Regisseure und Kirchenpräsidenten in Polit-Talkshows auch von “rechter Hetze” und “Progromstimmung” reden? Dürfte Herr Trittin Sr. auch unwidersprochen seinen Sohn in eine Reihe mit Verfolgten des 3. Reiches setzen – und die Plagiatsjäger mit Gestapo gleichsetzen?

Ich behaupte mal: Nein. Der Tenor wäre ganz anders. Man wäre sich sicher:Typisch linke Faulheit!
68er Professoren in den Unis, die Titel für die richtige Gesinnung verschenken! Alle Vorurteile und Ressentiments gegen die politische Linke wären auf einmal wahr.

Nein, die Kritik an den Plagiatsjägern entspricht der Logik: “Haltet den Dieb, er hat mein Messer im Rücken!”

Die richtigen Fragen müssten lauten:
Kriegt man an deutschen Unis Doktorhüte, wenn man das richtige (konservativ-neoliberale) Parteibuch hat?
Werden Oberschichtskinder bevorzugt? (SKM ist Diplomatentochter, Saß Tochter eines Ministerpräsidenten, und Guttenberg, naja)
Ist der bürgerliche Leistungsbegriff, der von Demagogen von Westerwelle bis Sarrazin so gern gebraucht wird, eine Lebenslüge eben der bürgerlichen Parteien?

Aber das macht keiner. es wird nur relativiert und auf andere gezeigt.
Was für eine Doppelmoral.

16) tov, Dienstag, 17. Mai 2011, 19:14 Uhr

Wer eine Dissertation veröffentlicht, muss damit leben, dass sie (auch anonym) unter die Lupe genommen wird. Das hat nichts mit Prominenz zu tun, auch die Diss von Dr. Lieschen Müller darf von jedermann öffentlich diskuttiert werden. Warum auch nicht?

17) Frankilein66, Dienstag, 17. Mai 2011, 19:15 Uhr

Man merkt, dass Herr Spreng trotz seines so erfolgreichen und beliebten Blogs mit dem Internet noch ein wenig fremdelt.

VroniPlag Wiki steht stellvertretend für die Gesellschaft, also für uns alle. Sie müssen anonym bleiben wenn sie störungsfrei arbeiten sollen, so wie die Gesellschaft als ganzes auch anonym ist.

VroniPlag Wiki leistet eine kleinen Beitrag für den Rechtsfrieden in Deutschland und wir alle sollten dankbar dafür sein.

18) Gerhard Ullrich, Dienstag, 17. Mai 2011, 19:17 Uhr

Herr Spreng, Ihre schnörkellosen, erfrischend direkten Statements schätze ich sehr, insbesondere im Kontrast der heute von Politikern zumeist kassettenmässig abgespielten Leerhülsen-Sequenzen. Die obige Ansicht in “Die Jäger müssen sich stellen” aber geht fehl. Plagiieren ist hochstapelnder Diebstahl, und Ganoven kann selten allein ein Kommissar namens A. Mustermann stellen. Bei schweren Fällen werden daher Sonderkommissionen der Polizei gebildet. “Ihre Jäger” sind eine allen Respekt gebührende Sittenpolizei. Bitte weiter so, um die Grossmäuler durchzuscannen.

19) D.H., Dienstag, 17. Mai 2011, 19:18 Uhr

Ich bin auch langjähriger Leser Ihres Blogs, und hier muss ich Ihnen widersprechen:

1. eine Doktorarbeit ist vom Verfasser in den öffentlichen Raum gestellt worden und muss sich daher auch jedwede Form von Überprüfung gefallen lassen. Die von Vroniplag und anderen geleistete Arbeit hätte eigentlich von deren Universitäten erbracht werden sollen.

2. Vroniplag beruht auf dem Prinzip des crowdsourcing, vgl zu Wikipedia. Wie sollen sich denn die einzelnen zu erkennen geben? Das ist ja gerade das Interessante an dieser Geschichte, dass viele User zusammenarbeiten können.

3. alle Ergebnisse von Vroniplag sind öffentlich nachprüfbar. Alle Stellen wurden verifiziert. Tatsachen werden ja nicht wahrer oder falscher, je nach dem wer diese Tatsachen verkündet. Bis jetzt scheinen sich alle Fakten von Vroniplag als korrekt herausgestellt zu haben, und nur darauf kommt es an.

4. letztens sagte Debora Weber-Wulff, die oft bei Spiegel-Online als Plagiatsjägerin interviewt wird und wohl auch bei Vroniplag involviert ist, dass sie auf der Suche nach einem sozialdemokratischen Plagiator aus Norddeutschland seien. Bis jetzt haben sie noch keinen gefunden. Es könnte sein, dass bei den Linken ein Prestige-Doktortitel weniger zählt, aber die Macher von Vroniplag haben erklärt, dass sie allen Hinweisen nachgehen werden.

Nein, ich habe nichts mit Vroniplag zu tun, gar nicht die Zeit dazu. Aber ich finde es die wichtigste Entwicklung im deutschsprachigen Internet des letzten Jahres…

20) Johannes Attinger, Dienstag, 17. Mai 2011, 19:21 Uhr

Ich muss mich dem Tenor der bisher veröffentlichten Kommentare anschließen. Solange sie saubere Arbeit machen, müssen sich die Jäger nicht stellen. Denn sobald ich konkrete Personen vor mir habe, wird die Motivation für das Publikum nicht mehr abstrahierbar – es wird nicht mehr gefragt: “Was ist an den Vorwürfen dran?”, sondern: “An den Vorwürfen mag etwas dran sein, aber das ist Nebensache, weil der Jäger ja nur jagt, weil er links/rechts/oben/unten ist” – so wie ich mich zB. vermutlich völlig unbegründet frage, ob Ihr persönlicher Kontakt zur Tochter von Edmund Stoiber (der wird 2002 ja vermutlich entstanden sein) dazu führt, dass Sie sie hier verteidigen.

Plump und flach argumentiert, aber für den Boulevard völlig ausreichend. Das Gewicht und die Relevanz der Promotionsjäger hängt allein an der Qualität ihrer Arbeit.

Das Problem anonymer Kommentare in Blogs ist damit verwandt, aber mit komplett anderen Problemen versehen, deswegen würde ich das ungern damit vermischen.

21) AlterPirat, Dienstag, 17. Mai 2011, 19:28 Uhr

“Anonymität aber ist grundsätzlich feige, wenn die Enthüllung Politiker betrifft.”

NEIN. Feige (und strafbar) wäre es, wenn unbewiesene und/oder falsche Behauptungen in den Raum gestellt würden. VroniPlag sammelt aber nachprüfbare Fakten und veröffentlicht diese.

Wer – wie die meisten Dissertanten – eine eidesstattliche Erklärung abgibt, nicht abgeschrieben zu haben, muss damit leben, wenn ihm ein Meineid nachgewiesen wird.

Wer anonym einen Meineid nachweist, ist nicht feige, sondern tut nur der Gerechtigkeit genüge.

22) Hajo Mill, Dienstag, 17. Mai 2011, 19:37 Uhr

Seltsamer Beitrag, Herr Spreng. Was genau haben die Motive der “Jäger” mit ihren Enthüllungen zu tun? Entscheidend kann doch nur das Ergebnis sein. Wenn ich einen Dieb anonym zur Anzeige bringe ändert es doch an der Tat nichts, ob ich dies aus Unsympathie dem Dieb gegenüber mache oder weil ich es einfach nicht mag, wenn Leute klauen.

Am Pranger steht letztendlich nur derjenige, der wirklich unseriös gearbeitet hat.

23) Nobbi, Dienstag, 17. Mai 2011, 19:37 Uhr

Au, au, au.

1) Die Plagiatsjäger rechtfertigen sich ziemlich überzeugend, dass sie mit Sanktionen rechnen müssen, falls ihre Tätigkeit bekannt wird. Wer den Hochschulbetrieb kennt, weiß, dass das stimmt. Mit Feigheit hat diese Anonymität gar nicht zu tun, sondern sie ist reiner Selbstschutz.

2) Wenn bisher nur CDU/FDP-Politiker aufgeflogen sind, kann man ja auch mit einer gewissen Plausibilität behaupten, dass diese politische Richtung eben anfälliger ist für die Nutzung von Vitamin B, Tricksereien und Betrügereien. Es steht jedem frei, diese These zu widerlegen. Er kann ja ein eigenes Sozi-Plag aufmachen und versuchen, Politiker der politischen Konkurrenz abzuschießen. Das hat mit Pranger nichts zu tun.

3) Die Nominierung der Plagiatsjäger ist absolut Grimme-Preis würdig, weil extrem verdienstvoll hinsichtlich Selbstreinigung des Wissenschaftsbetriebs und vor allem lehrreich auch für’s Volk. Schön, dass es diese Köpenikiade Guttenberg gegeben hat. Wir sind jetzt wahrscheinlich ein wenig resistenter geworden gegen Populisten jeglicher Couleur (allerdings immer noch stark gefährdet).

4) Die Vorgehensweise der Plagiatsjäger steht völlig im Einklang mit wissenschaftlichen Prinzipien. Da spielen die Motive der Macher keine Rolle und sind uninteressant.

5) Anonymität im Internet ermöglicht den hierarchiefreien Diskurs (Habermas). Es entfallen der in Talkshows übliche Appeal to Authority und die Huldigung der Meinungsführer. Für eine gute Diskussion spielt es überhaupt keine Rolle, wer etwas sagt, sondern nur, welches Argument vorgebracht wird. Dass viele meistens der PR-Industrie nahestehende Protagonisten lieber das Facebook-Prinzip “Gesicht hochladen” durchgesetzt haben wollen, ist aus deren Interessenlage verständlich, aber im Sinne demokratischer Meinungsfreiheit absolut kontraproduktiv.

6) Die interessantesten Beiträge im Internet auch hier im Blog kommen immer noch von ‘Anonym’.

24) M.M., Dienstag, 17. Mai 2011, 19:42 Uhr

Mich wundert eher, dass die Universitäten nicht mehr Herr der Lage sind und die Arbeit der Universitäten von Anderen gratis erledigt werden muss.

25) anonym, Dienstag, 17. Mai 2011, 19:59 Uhr

Herr Spreng, Sie bewegen sich absichtlich in der Öffentlichkeit und haben sich dadurch einen Namen gemacht, der Ihnen beruflich viele Vorteile bietet. Ebenso Politker, Promis etc. Dem normalen Durchschnittsbürger bringt das keine Vorteile (abgesehen von den 15 Minuten Ruhm), eher im Gegenteil Abmahnungen, Gerichtsprozesse, Jobverlust.

Deshalb ist Anonymität ein Segen für den kritischen Bürger. Wer würde denn diese Arbeit erledigen, wenn es nicht anonym möglich wäre? Die Medien? Die haben hier und in anderen Fällen (siehe z.B. Collateral Murder Video) auf ganzer Linie versagt?

26) anonym, Dienstag, 17. Mai 2011, 20:01 Uhr

Ach jetzt hab ich doch vor lauter Aufregung vergessen folgendes Zitat zu posten:

Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist,
für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht.

Kurt Tucholsky

27) i don’t care, Dienstag, 17. Mai 2011, 20:29 Uhr

Es ist wiedermal interessant zu sehen, dass es eine breite Zustimmung für diese Plagiatsjagd gibt. Im Grund ist dies auch richtig. Es wurden gegen gewisse Prinzipien verstoßen, das ist falsch und gehört sich auch nicht. Dagegen kann ich nicht verstehen, dass ein Großteil (ich wage es mal zu behaupten!) dieser Leute, die für die Aufdeckung und “Bestrafung” von Plagiaten sind, auf einmal ganz anders denken, wenn eine Verkäuferin, die ihren Arbeitgeber beklaut, gefeuert wird. Oder ganz anders denken, wenn sie selbst bei ihrer Arbeit kontrolliert werden.

@m.spreng: “Leider ist Anonymität eine Internet-Seuche, die ich auch bei den Kommentaren meines Blogs erleben muss.”. Da möchte ich Ihnen aber widersprechen. Diese Anonymität bringt sicher auch Ihre Schattenseiten mit, aber das positive Seite überwiegt bei weiten. Um es mal aus ein Offlinebeispiel zu übertragen, stellen Sie sich vor, Sie müssten Ihre Quellen als Journalist offenlegen – wie bereit wären diese Quellen dann wohl gewesen Ihnen das zu erzählen, was sie Ihnen erzählt haben ;-)

28) Tharben, Dienstag, 17. Mai 2011, 20:45 Uhr

Überraschend oft stimme ich Ihnen zu. Diesmal aber liegen Sie weit daneben.

(1) Anonymität ist der Normalfall – sie aufzuheben ist die Ausnahme. Wenn Sie in der Fußgängerzone bspw. von einem Journalisten des regionalen Radiosenders befragt werden, können Sie sagen, Sie hießen Hans-Franz. Wer will das überprüfen? Ihr O-Ton läuft dann im Radio unter: “Herr Hans-Franz meint dazu:”

Außerdem werden Sie in der Fußgängerzone niemanden antreffen, der mit einem Schild auf der Stirn herumläuft, auf dem seine persönlichen Daten für jedermann gut sichtbar abzulesen sind. Wieso aber fordern Sie das fürs Netz? Das finde ich unsinnig und sogar sehr gefährlich. Anonymität ist ein Grundrecht und für unsere Demokratie absolut notwendig.

(2) Ebenso falsch ist die Annahme, es handele sich bei den Plagiatsjägern um Denunzianten. Es ist nichts Denunziatorisches daran, sich mit einem publizierten wissenschaftlichen Text öffentlich auseinanderzusetzen und Betrüger zu entlarven, sondern eine bewundernswerte Freizeitgestaltung. Selbstverständlich darf jedermann eigene Rechercheergebnisse veröffentlichen, nicht nur eitle Journalisten. Ich geben Ihenen aber insofern Recht, dass dies nur auf Personen des öffentlichen Lebens zutreffen darf.

Wie gut wird eigentlich ihr toter Briefkasten angenommen? Dieser Eintrag hinterlässt kein vertrauenerweckenden Eindruck.

PS: Außerdem scheint mir, dass Sie Pseudonymität mit Anonymität verwechseln. Sie können pseudonyme Kommentatoren wiedererkennen, anonyme nicht.

29) Helen, Dienstag, 17. Mai 2011, 20:46 Uhr

Frau Saß ist keine nichtöffentliche Person, sondern die Verfasserin einer Veröffentlichung. Zudem tritt sie standesrechtlich, also bürgerlich, als Doktor auf und zieht daraus Gewinn.

Wenn ein Staatsbürger davon erfährt, dass jemand eine Straftat verübt hat, hat er das Recht, die Straftat anonym zur Anzeige zu bringen. Dieses Recht nehmen die Plagiatsjäger für sich Anspruch.

Wenn ein Staat wie Bayern seinen Bürgern als dem Souverän dieses Staates schon das Öffentlichkeitsprinzip vorenthält, kann er natürlich umgekehrt schwerlich von ihnen verlangen, auf ihr bürgerliches Recht zu anonymen Anzeigeerstattung zu verzichten.

30) Rhein Sieg, Dienstag, 17. Mai 2011, 20:56 Uhr

“Anonymität aber ist grundsätzlich feige, wenn die Enthüllung Politiker betrifft, und schändlich, wenn es um Privatpersonen geht. Leider ist Anonymität eine Internet-Seuche, die ich auch bei den Kommentaren meines Blogs erleben muss.”

Und das sehe ich wiederum komplett anders. Ich bin zwar niemand, der nicht im Einzelfall nachvollziehen könnte, warum es interessant ist, wer was schreibt. Der Fall VroniPlag könnte in der Hinsicht sicherlich auch interessant sein. Aber deshalb eine Absolutheit der Unbedenklichkeit etwas unter echtem Namen im Internet zu formulieren, halte ich gar nichts. Letztlich sollte esauch vor alleml wichtiger sein, was geschrieben wird und nicht wer der Urheber ist.

Auch wenn es mich persönlich zum Glück nicht betrifft: Beschäftigen Sie sich bitte mal ein wenig mit den Beschwerden über Behörden-Willkür im Zusmmenhang mit HARTZ IV und dann überlegen Sie bitte, ob entsprechende Kommentare unter Real-Namen nicht astreine Munition für solche Willkür-Fälle liefern könnte. Bekannt ist auch dass Unternehmen Bewerbern hinterhergoogeln. Wie gut werden wohl die Chancen eines Bewerbers sein, der im Internet Steuerhinterziehung und Ausbeutung von Unternehmern anprangert ? Wahrscheinlich nicht sonderlich gut, auch wenn es den ein oder anderen Unternehmer womöglich tatsächlich nicht stören würde.

31) Georg, Dienstag, 17. Mai 2011, 20:56 Uhr

Und wenn ein Politiker öffentlich lügt, muss der, der es aufdeckt, sich auch immer zu erkennen geben?

Ich finde, diesmal liegen sie mit Ihrer Ansicht mächtig daneben.

32) stabil, Dienstag, 17. Mai 2011, 20:57 Uhr

Den Schaden hat sich Frau Saß selbst zugefügt. Ich kann das Transparenzargument nachvollziehen, jedoch kann ich die Begründung, die Enthüller hätten womöglich “politische Motive” nicht verstehen. Wäre denn Frau Saß’ ehemaliger Doktorgrad weniger überprüfungswürdig gewesen, wenn bekannt wäre, dass evtl. Gegner der CSU hinter der Enthüllung steckten?
Hier sollen nach meinem Dafürhalten wieder die Überbringer der schlechten Nachricht gerichtet werden. Mittlerweile gibt es auf der Plattform auch eine lange Liste potentiell überprüfungswürdiger Arbeiten von MdB’s, Angehöriger sämtlicher Parteien oder sonstiger Personen des öffentlichen Lebens. Wer meint, bisher seien überproportional viele Repräsentanten des konservativen/liberalen Lagers der Plattform “zum Opfer” gefallen, der picke sich eine Person seiner Wahl aus der Liste und fange mit der Überprüfung an.

33) mambo, Dienstag, 17. Mai 2011, 21:00 Uhr

Sie wissen doch wohl selbst ,Herr Spreng ,
dass auch die Medien immer mehr von der ” Geldaristokratie ”
beeinflußt werden !

Da wird ein völlig unreifer “Baron ” von der Bildzeitung (Springer!)
zum absoluten Superstar hochgejubelt ,
und Sie selbst haben die “Story” lange geglaubt.

Da treibt seit Jahren die INSM ihr Unwesen,
sogenannte unabhängige Experten ,wie Herr Raffelhüschen ,
versuchen mit großem Erfolg ,die gesetzliche Rente madig
zu machen,sind aber im Grunde Lobbyisten der
privaten Versicherungswirtschaft !

Wie soll man ohne Anonymität eine Gegenöffentlichkeit aufbauen
gegen diesen geldstarken “mainstream ” ?

34) Geschlossenes Visier, Dienstag, 17. Mai 2011, 21:13 Uhr

Lieber Herr Spreng,

mit solchen Aussagen entlarven sich Mitglieder Ihrer Alterskohorte ein ums andere Mal als wieder. Sie haben anscheinend den sich vollziehenden Paradigmenwechsel durch das Netz nicht wirklich verstanden, würden Sie doch sonst nicht den (unrealistischen, zum Scheitern verurteilten) Versuch unternehmen, dem Netz Regeln beizubringen. Sie scheinen mir jemand zu sein, der sich auch über schlechtes Wetter als “Unverschämtheit” beschwert. Ich schätze Ihr Blog wirklich sehr – besonders die Möglichkeit des toten Briefkastens fand ich bis heute immer reizvoll, steht dort doch:

“Werfen Sie hier vertrauliche Informationen anonym ein”

aber jetzt da ich dank Ihnen weiß, dass “Anonymität aber [...] grundsätzlich feige [ist], wenn die Enthüllung Politiker betrifft” werde ich auf die Benutzung verzichten und jedem anderen hier davon abraten. Man will ja nachher nicht von Ihnen ein Feigling geheißen werden, oder?

35) robse (, Dienstag, 17. Mai 2011, 21:21 Uhr

Sehr sehr schwache Argumentationskette…
1. haben sich durchaus Personen “geoutet”, man denke nur an die bekannteste “Plagiatsjägerin” Deutschlands (Frau Weber-Wulff).
und
2. ist der Anspruch des Wikis ein wissenschaftlicher!

Wenn sich also in bestimmten Kreisen und Parteien vermehrt Scharlatane, Lügner und Möchtegernwissenschaftler befinden, die wesentliche Teile einer Arbeit 1:1 abschreiben ist das für mich eine persönliche Beleidigung. Es gibt Leute die arbeiten für ihren akademischen Grad.
Hart und ohne Gutti-Tastatur.
Wenn ich Zeit hätte, würde ich die liebend gerne in die “Jagd” investieren! Das hat nichts mit persönlichem Rachempfinden zu tun. Derjenige der Schxxxe baut, muss auch dazu stehen können. Das Leben damit “zerstört” wird, basiert eh nur auf Lügen, Blenden und Schönfärberei. Ich hab kein Problem damit wenn diese inkompetenten und aufgeblasenen Figuren für ihre nicht gekennzeichneten Kopien zur Rechenschaft gezogen werden.

Diese Wikis sind ein wunderbares Bsp. für die immer beschworenen Selbstheilungskräfte der Wissenschaft und neben dem ganzen Müll der sonst durchs Netz schwebt endlich wieder eine Perle.

Ach und wer gegen die Anonymität eintritt, hat ein wesentliches Element der Demokratie nicht begriffen (bspw. sind Wahlen auch nicht ohne Grund anonym)!

36) Bruce Mangee, Dienstag, 17. Mai 2011, 21:23 Uhr

“Anonymität aber ist grundsätzlich feige[...]”

Ich wähle anonym, ich kann anonym einkaufen, Quellen von Reportern werden anonym gehalten, ich kann anonym auf die Straße gehen, aber im Internet muss ich mich zu erkennen geben und mich für Google und Co und jedem der lesen kann verfolgbar machen?
Gehen sie auch regelmäßig mit einem Namensschild auf die Straße?
Wenn ja, will ich nichts gesagt haben. Wenn nicht, finde ich ihren Text doch recht heuchlerisch.

37) Don Corleone, Dienstag, 17. Mai 2011, 21:24 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

die Anonymität im Netz hat ihre Schatten-, aber auch Sonnenseiten: So erscheinen hier auch Meinungen von Menschen, die im Alltag der politischen Korrektheit zwangsläufig Tribut zollen müssen, der staatlich verordneten Seuche unserer Zeit. Täten sie es nicht, wären sie ihre Jobs los.

Wer im Bereích der öffentlich-rechtlichen Medien sein Brot verdient, aber z.B. bezüglich der Kernkraft, des IPCC oder der “alternativen” Energien andere, bessere Informationen hat als der Mainstream, darf es nicht mehr wagen, seine Meinung unter Klarnamen zu vertreten. Tut er es doch, ist er am nächsten Tag so verfemt, als hätte er den Holocaust geleugnet.

Aufregend schön ist das alles nicht, aber leider die bitter gewordene Realität unserer grundgesetzlich garantierten Rede-, Meinungs- und Pressefreiheit.
Auch die Aufdecker von Plagiaten — deren Arbeit wichtig ist für die Aufrechterhaltung (oder Wiederherstellung) der akademischen Redlichkeit in einem Land, das von Forschung, Innovation und Export lebt — haben Jobs und Familien, die sie nicht gefährden wollen.
Ich hab’ Verständnis für Undercover-Postings.

38) vera, Dienstag, 17. Mai 2011, 22:03 Uhr

(Bereits gleichlautend auf CARTA kommentiert.)

Ach, Herr Spreng, wie wär’s, wenn Sie zunächst in den Kommentaren auf Ihrem Blog zusätzlich zur Angabe von Namen und Mailadresse die Nennung des Blogs zulassen würden? Dann könnte man sich von vielen Kommentierenden ein genaueres Bild machen, das soll tatsächlich ohne reale Namensnennung möglich sein. Und Vernetzung ist unter Bloggern recht beliebt. Na ja, aber als Journalist braucht man das wohl nicht.

39) Hier besonders anonym, Dienstag, 17. Mai 2011, 22:09 Uhr

Herr Spreng, auch ich muss mich leider in die Reihe derer einreihen, die bei diesem Beitrag ihrer Argumentation beim besten Willen nicht folgen können.
Es wird sie vielleicht interessieren, dass auch das Peer-Review bei wissenschaftlichen Veröffentlichungen (zumindest in den Naturwissenschaften) anonym erfolgt. Kritik muss sachlich fundiert sein und der Wahrheit entsprechen. Wer sie äußert, tut nichts zur Sache.

40) seen, Dienstag, 17. Mai 2011, 22:27 Uhr

Ich denke auch, dass die Namen der “Jäger” unerheblich sind, solange das Verfahren der Plagiatssuche und der Aufdeckung transparent gemacht wird. Die Öffentlichkeit, die Frau Saß hier wiederfahren ist, hat nicht allein das Vroniplag zu verschulden, sondern auch die Medien, die über den Fall berichteten. Außerdem hat die Tatsache dazu beigetragen, dass ihr Vater ein bekannter Poliktiker ist.

41) PeterK, Dienstag, 17. Mai 2011, 22:39 Uhr

Ich fasse die ganzen Kommentare hier mal zusammen:
Herr Spreng, diesmal liegen sie voll daneben.
Ich bleibe trotzdem ein treuer Leser dieser Seite.

42) Flo, Dienstag, 17. Mai 2011, 22:42 Uhr

Herr Spreng, diesmal sind Sie über das Ziel weit hinausgeschossen.
Bei der Untersuchung ist Anonymität dringend geboten!
Welches Schicksal würde einem Wahrheitsfinder ereignen?
Fragen Sie mal im Weißen Haus über J.Assange nach…

Was waren denn die Reaktionen auf das angebliche Plagiat Guttenbergs?
Verfolgung des Bremer Wissenschaftlers mit schlimmsten Bedrohungen.
Es gibt Chaoten, deren Interesse nicht die Wahrheitsfindung ist.
Vor diesen müssen sich die Plagiatsjäger schützen!

Da ich knapp 1 Woche vor dem Guttenberg-Skandal eine wissenschaftliche Arbeit genau aus dem Grunde nicht abgab – wegen meiner Meinung nach nicht ausreichender Quellenzitation! -, verstehe ich die Plagiatsjäger!
Sie erfüllen nämlich den Job, den die Professoren nicht erfüllt haben!

So kam im Zuge der Vroni-Affäre auch ans Tageslicht, dass Stoibers Sohn (wohl extra) für die Doktorarbeit nach Innsbruck ging.
Und über ein politisches Werk seines Vaters schrieb – seinen Vater konnte er dann als nicht zu zitierende Quelle heranziehen.Wie praktisch!
Da ist selbstverständlich alles hochpolitisch, aber einer muss es machen!

Früher war es die Aufgabe der Medien, investigativ journalistisch tätig zu sein.
Diese Aufgabe müssen(?) jetzt mehr und mehr die Online-Welt übernehmen.
Der Sprengsatz ist – mit Ausnahme diesen Beitrages – auch ein Zeichen dafür.
Ihre Artikel wären früher im Stern oder im Spiegel, Süddeutsche oder FAZ abgedruckt worden.
Aber das Investigative kostet Geld, das sich Medien lieber sparen wollen.
Medien publizieren nur noch Einheitsbrei.

Dieser Artikel scheint mir, der Arbeit kostenloser Online-Redakteure zu versuchen die Rechtmäßigkeit abzusprechen.
Schauen Sie mal einen kurzen Augenblick in den Spiegel, und stellen sich folgende Frage:
“Wären meine Artikel schlechter, würde ich sie nicht mit meinem Namen versehen?”

43) SehrAnonym, Dienstag, 17. Mai 2011, 22:47 Uhr

“Leider ist Anonymität eine Internet-Seuche, die ich auch bei den Kommentaren meines Blogs erleben muss. Es ist schade, dass im Internet kaum noch einer mit seinem Namen zu dem steht, was er tut oder schreibt.”

Entschuldigen Sie Herr Spreng. Ich weiß nicht wie lang Sie das Internet schon benutzen, aber das genaue Gegenteil ist der Fall: Seitdem das Internet so Mainstream geworden ist, benutzen immer mehr Leute im Internet ihren echten Namen.
Anonymität ist keine Seuche, sondern ein fester Bestandteil von Anfang an! Die Seuche sind Facebook und Konsorten die einen Daten-Striptease bei der breiten Masse salonfähig machen.

Wenn ich es so beschreiben darf: Der harte Kern der Internetbenutzer, die Leute, die sich mit der Materie am besten auskennen, die Programmierer, Serveradmins, die Technikaffinen sind und bleiben in ihrem privaten Surfverhalten anonym. Und diese Menschen gestalten ganz maßgeblich das Internet wie Sie es wahrnehmen.

Schauen Sie selbst nach… wer z.b. in der Wikipedia Ihren Artikel geschrieben hat…

44) MrB, Dienstag, 17. Mai 2011, 23:08 Uhr

Sicher, Anonymität bringt – siehe zahlreiche respektlose, menschenverachtende oder beleidigende Kommentare im Internet – nicht immer das Beste zum Vorschein. Aber ohne anonyme Tipp-Geber kämen viele Skandale auch nicht ans Tageslicht. Deshalb ist der Quellenschutz auch so wichtig für Medien und andere Aufklärer. Weder Vroniplag noch Guttenplag kann man bislang einen Vorwurf machen, Verleumdung o.ä. Vortrieb zu leisten. Zwar gibt es eine umfangreiche Liste von anonym erstellten Vorschlägen, welche Doktorarbeiten “zu prüfen wären”. Doch erst wenn mind. 10% der Seiten “plagiatsbefallen” sind, rückt die Arbeit in den Vordergrund. Die Öffentlichkeit kann m.E. recht gut unterscheiden, was ein “Vorschlag” ist und noch längst nicht als Verdacht angesehen werden kann; und was gecheckt worden ist. Alles andere re Öffentlichkeit/wissenschaftliche Hygiene etc. ist von den Vorrednern schon gesagt.

45) Peter Möller, Mittwoch, 18. Mai 2011, 00:07 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

hier auf Ihrer Website haben Sie einen “Toten Briefkasten” und darunter die Aufforderung “Werfen Sie hier vertrauliche Informationen anonym ein”. Wenn man der Logik Ihres Beitrages folgte, dann wäre das die Aufforderung zum Denunziantentum.

Mit besten Grüßen
Peter Möller

46) 303, Mittwoch, 18. Mai 2011, 00:17 Uhr

Wollte ihnen erst heftig widersprechen, Herr Spreng, dies haben meine Vorredner aber teils schon pointierter erledigt als ich. Betrug bleibt Betrug, egal ob der Hinweis anonym ist oder nicht.

47) Nofate, Mittwoch, 18. Mai 2011, 00:30 Uhr

Herr Spreng,
ich hoffe Sie haben die vorigen Kommentare aufmerksam gelesen und ihren Irrweg erkannt. Eine ähnliche Forderung stellte Ende letzten Jahres Herr Axel Fischer (CDU) auf. Er nannte es “Vermummungsverbot im Internet”. Das scheint die wahre “Seuche” (um Ihren Begriff aufzunehmen) zu sein – dass Privatsphäre und Anonymität als schädlich, feige oder gar kriminell gelten sollen. Sind Sie auch schon ein Anhänger von Post-Privacy? Wollen Sie die totale Kontrolle/Überwachung? Fühlen Sie sich dann sicherer?

Sicher sagt Ihnen der Begriff “whistleblower” etwas. Ist es in Ihren Augen richtig an Stelle der Täter die Überbringer der Nachricht zu bestrafen? (Siehe Julian Assange oder Bradley Manning)

Nein, es gibt gute Gründe für die Anonymität, die man zur Zeit noch selbst wählen darf. Enthüllung ist nicht Denunziation und sie ist weder feige noch schändlich, sondern im Gegenteil hilfreich!

Ich empfehle Ihnen hierzu den zugegeben langen Artikel, besonders das letzte Drittel:
http://bit.ly/9X9cdR

Schöne anonyme Grüße
Nofate

48) irreversible, Mittwoch, 18. Mai 2011, 00:32 Uhr

“Wer steckt zum Beispiel dahinter, dass eine Privatperson wie Veronica Stoiber, die kein öffentliches Amt bekleidet, die keine Person der Zeitgeschichte ist, öffentlich an den Pranger gestellt und schwer geschädigt wird?”

Wer steckt dahinter? Das wissen wir doch. Eine Dame, der es zu anstrengend war ihre Doktorarbeit selbst zu schreiben und die trotzdem nicht auf die damit verbundene Reputation verzichten wollte. Hier irgendeine Schuld bei den Leuten zu suchen, die in oft mühevoller Detailarbeit für jeden nachprüfbares (!) Fehlverhalten feststellen (ohne für die entsprechenden Sanktionen zuständig zu sein), ist doch völlig abwegig. Und nur weil Frau Stoiber keine Person der Zeitgeschichte ist darf sie trotzdem nicht bei ihrer Dissertation betrügen.

Wer eine Doktorarbeit verÖFFENTLICHt muss schlicht davon ausgehen, dass diese auch von Fremden gelesen wird (und manchmal eben ganz genau und inkl. der Dokumentation von Fehlern). Aus welchen Motiven heraus dies passiert ist doch völlig schnuppe denn ohne Plagiat keine Gefahr für den Verfasser. Jeder Plagiatsvorwurf wird außerdem von offizieller Seite genau gecheckt bevor es zu Sanktionen kommt und bisher waren meines Wissens nach alle Vorwürfe der bösen Internetdenunzianten korrekt. Dass beim Betrug Erwischte jetzt gegen das böse Internet pöbeln spricht Bände. Warum Herr Spreng dabei mitmacht bleibt allerdings rätselhaft…..

49) chi, Mittwoch, 18. Mai 2011, 00:47 Uhr

„Anonymität aber ist grundsätzlich feige …“: Das mag sein; aber es ist doch besser, wenn auf gemeinschädliches Fehlverhalten (wie Bestechung/Bestechlichkeit oder eben Wissenschaftsbetrug) anonym hingewiesen wird, als wenn es ganz verschwiegen würde – was ja viel zu häufig geschieht.

Wie schon mehrfach in den früheren Kommentaren gesagt wurde: Eine Promotion ist ein öffentlicher Vorgang, der erworbene Titel wird öffentlich geführt, und die Dissertation muß veröffentlicht werden. Aber auch wenn es anders wäre: Darf man nur Straßenräuber anzeigen, die im öffentlichen Raum agieren, nicht aber Trickdiebe, die in Privatwohnungen ihrer Tätigkeit nachgehen?

(Und zum Thema „anonyme Kommentare“: Ich ziehe es vor, wenn nicht alles, was ich so schreibe, direkt über eine Websuche nach meinem Namen zu finden ist – man nenne es Feigheit oder Vorsicht, ganz nach Belieben. Aber die Mailadresse, die ich „nicht zur Veröffentlichung“ angebe, ist echt; auf Anfrage werde ich Ihnen, Herr Spreng, gern meinen richtigen Namen und eine ladungsfähige Anschrift nennen, oder Sie können sie durch eine Abfrage auf den Domaininhaber bei der DENIC auch direkt herausfinden. Insofern bin ich Ihnen gegenüber also nicht anonym.)

50) Thomas Maier, Mittwoch, 18. Mai 2011, 00:53 Uhr

Es MUSS mehr wie VroniPlag geben. Mehr, mehr, mehr.
Aber dass sich die Betreiber zu erkennen geben ist nur stringent. Deshalb: Stimme Spreng zu. Heißt aber nicht dass ich das was Spreng Denunziantentum nennt als Denunziantentum denunzieren würde. Mehr davon bitte.

51) Ali Schwarzer, Mittwoch, 18. Mai 2011, 01:15 Uhr

So eindeutig sehe ich das aber nicht. Icch glaube zwar auch, dass es besser wäre, wenn die Macher der Plags sich und ihre Motive zu erkennen gäben, damit solche Aktionen nicht als Jagd auf bestimmte Parteien missverstanden werden.

Allerdings habe ich auch vollstes Verständnis dafür, wenn die eben doch anonym bleiben. Gerade die Anonymität des Internets ist es ja gerade, die allerübelstes Geschmeiß anziehen würde, wenn herauskäme, wer wofür verantwortlich wäre. Den Shitstorm, der da ausbräche, würde ich nicht erleben wollen.

52) Daniel Schultz, Mittwoch, 18. Mai 2011, 01:16 Uhr

“Wer steckt zum Beispiel dahinter, dass eine Privatperson wie Veronica Stoiber, die kein öffentliches Amt bekleidet, die keine Person der Zeitgeschichte ist, öffentlich an den Pranger gestellt und schwer geschädigt wird?”

Doktorarbeiten sind Teil des öffentlichen wissenschaftlichen Diskurses und keine privaten Hinterzimmergespräche…

http://www.theeuropean.de/presseschauer/6684-wissenschaftlicher-diskurs

53) Joschua, Mittwoch, 18. Mai 2011, 01:43 Uhr

“Leider ist Anonymität eine Internet-Seuche, die ich auch bei den Kommentaren meines Blogs erleben muss.”

Seuche? Das Wort klingt mir allzu martialisch. Was ist Deine Konsequenz daraus, Michael? Die Seuche auszurotten? Ich will diese Metapher nicht zu Ende denken.

Dahinter schimmert für mich mir eine versteckte Aggressivität, unterdrückter Hass hervor – gegenüber irgendwas, irgendjemand. Etwas, das schlußendlich leider nicht genau benannt wird. Insbesondere in diesem Satz steckt ein ganzes Stück unterdrückte Aggressivität drin. In dieser Hinsicht ist der Artikel ziemlich emotional.

Schade ist dabei, daß Du uns keine Möglichkeit gibst Deine Meinungen nachzuempfinden, weil Du uns keine Begründung gibst. Deine Meinung gründet sich auf Gefühle, negative Gefühle.

Das wiederum ist meiner Meinung nach keine gute Basis für eine produktive Diskussion. Denn Haß verschrenkt das Sichtfeld und läßt keine andere Sichtweise als die eigene zu.

Leider habe ich den gleichen Eindruck schon bei früheren Beiträgen bekommen. Zum Beispiel in “Der grüne Wahlschwindel”.

Als Konsequenz habe ich für mich beschlossen, diesen Blogg zu ignorieren. Ich möchte nicht, daß Deine Meinung einen prominenten Grad an Aufmerksamkeit bekommt. Ausgewogene Meinungen und sinnvolle Diskussionen findet man zum Glück anderswo, zum Beispiel bei Stefan Sasse oder Jens Berger.

Joschua

http://simonliedtke.wordpress.com/

54) nona, Mittwoch, 18. Mai 2011, 01:57 Uhr

Wieso und warum bitte würde durch das Bekanntwerden der Identität eines solchen Enthüllers “manche Enthüllung in neuem Licht erscheinen?” Werden die Plagiate dadurch irgendwie weniger schlimm oder zu sonstwie zu rechtfertigen? Dürfen Anschuldigungen oder Untersuchungen nur aus dem eigenen politischen Lager angeregt werden?

Und wieso ist Anonymität feige, wenn die Enthüllung Politiker betrifft? Ein Politiker hat völlig freiwillig eine öffentliche Position als Diener des Volkes inne, und unterliegt der Kontrolle durch das Volk. Ich als Privatmensch muss mich keineswegs gleichsam selbst öffentlich machen, wenn ich diese Volkskontrolle grundsätzlich ausübe. Ich kann mit vollem Fug und Recht die Öffentlichkeit eines Politikers anonym unter die Lupe nehmen und meine Resultate anonym öffentlich machen oder sonstwie weiterleiten. Und eine Doktorarbeit, akademische Arbeit, ein Titel – all das *ist* öffentlich, und das zu einem garnicht mal unwichtigen Grad.

55) Michael, Mittwoch, 18. Mai 2011, 02:14 Uhr

Sie haben sich verrannt.

Ich bin Universitätsprofessor und für mich müssen sich die Leute von vroniplag nicht stellen. Warum auch? Ich bin vielmehr ihnen dankbar für die Arbeit, die sie sich machen. Es geht hier um die Betrüger; alles weitere sind Nebelkerzen.

56) Jens Best, Mittwoch, 18. Mai 2011, 03:28 Uhr

Ich bin ja auch immer wieder mal über anonyme Trolle irritiert und auch über Menschen, die, hinter einer Maske versteckt, sämtliche moralischen Grundprinzipien in die Tonne hauen.

Aber Anonymität als Prinzip als “Seuche” zu betrachten zeigt, Herr Spreng, dass sie einige Quintessenzen der Webkultur nicht verstanden haben. oder können. Was erstmal nicht schlimm ist, aber es muss festgestellt werden.

Bei der Arbeit in einem Plagiats-Wiki zählt einzig und allein die sachliche Bewertung der eingetragenen Plagiatsanalysen. Diese sind überprüfbar durch jeden interessierten Dritten.

Es gibt sicher persönliche “Vorlieben”, wenn eine Person beschliesst sich in einem transparenten Korsett von Regeln mit einer Doktorarbeit zu beschäftigen und Plagiatsvorfälle unterschiedliche Schwere zu dokumentieren.
Diese Leidenschaft des Aufdeckens ist sicherlich von Mensch zu Mensch in seinen Auslösern unterschiedlich und bei dem ein oder anderen sicherlich auch von einem Widersinn gegen die untersuchte Person oder deren politische Gesinnung/Partei begründet.
So ist das nunmal mit den Leidenschaften, sie befähigen einen dazu akkurat und nachhaltig an einer Sache dranzubleiben.

Wenn es sie so stört, dass keine linken Polit-Doktoren abgesägt werden durch die Arbeit von Plagiats-Wiki-Freiwilligen (und den nachfolgenden Universitäten, die bis jetzt immer auch die Plagiate bestätigten) – naja, dann machen sie einen Kaminabend mit ein paar Freunden, sammeln sie ein paar SPD und Grünen-Politiker mit Doktortiteln und dann frisch ans Werk.
Ist ganz easy ein PlagiatWiki einzurichten und die eigentlich Kernarbeit ist auch garnicht techy, sondern hat so mit Lesen, Vergleichen und wissenschaftlichem Grundverständnis zu tun – das bekommen sie und ihre Freunde dann also sicher hin.

57) Thorsten Schäfer, Mittwoch, 18. Mai 2011, 06:40 Uhr

Über die Anonymität kann man trefflich streiten. Ich sehe es ebenso kritisch. So lange damit jedoch niemand zu Unrecht denunziert wird, kann und muss man wohl damit leben.

Was ich deutlich kritischer sehe ist, dass man sich hier eine gewisse Personengruppe auserkoren hat, die eh schon einen schlechten Ruf besitzt: Politiker bzw. Personen aus dem Umfeld der Politik (Stoibers Tochter). Ich denke jedoch, dass etliche andere Doktoren im Lande, die in den Spitzen der deutschen Unternehmen sitzen, genauso abgeschrieben haben. Man fokussiert das Interesse jedoch einzig auf die Politiker.

58) Mark, Mittwoch, 18. Mai 2011, 06:49 Uhr

Wenn denn Mächtigen ans Bein gepinkelt wird, sollten die wenigstens wissen wohin sie die Blumen schicken müssen..

59) Hackworth, Mittwoch, 18. Mai 2011, 06:51 Uhr

Das hat nichts mit Denunziantentum zu tun. Die betreffenden Personen haben eine vollständig öffentliche Arbeit eingereicht und größtenteils unter Eid versichert, dass sie die Arbeit selbständig und mit vollständiger Quellenangabe verfasst haben. Wer ihnen das Gegenteil nachweisen kann, ist KEIN Denunziant, sondern ein Verteidiger akademischer Werte, und wenn sich die Anschuldigungen nach offizieller Prüfung durch die betreffende Uni (!) als zutreffend erweisen, ist die Identität der Hinweisgeber gleichgültig. Die Forderung, Anonymität aufzugeben, ist wie Sie schon sagten durchsichtig und nichts anderes als Mittel zur Abschreckung. Es gibt KEINE Pflicht zum “offenen Visier”.

60) JG, Mittwoch, 18. Mai 2011, 07:01 Uhr

Wird nicht eher umgekehrt ein Schuh draus? Habe ich nicht ein Recht darauf, daß Frau Dr. X ihren schönen akademischen Grad rechtmäßig erworben hat, wenn sie ihn mir unter die Nase reibt? Aus zeitlichen wie aus fachlichen Gründen ist es jedem Menschen unmöglich, bei jedem Doktor nachzuforschen, ob dessen Dissertation etwas taugt oder nur Blendwerk ist. Sehr gut, wenn das am Beispiel einiger Prominenter gemacht wird, deren “Fälle” hoffentlich abschreckende Wirkung ausüben.

Im übrigen: Wer meint, zuviele Unions- oder FDP-Politiker würden diesbezüglich ins Visier genommen, dem steht doch frei, eine Überprüfung der Dissertationen von SPD- oder “Linke”-Funktionären zu organisieren. Allerdings sind diese Parteien vor allem in Milieus verwurzelt, wo ein Doktortitel nicht zum guten Ton gehört, und man es auch nicht als Unglück betrachtet, wenn das Kind lieber Kfz-Mechaniker oder Friseuse werden will denn Unternehmensberater, Akademiker oder “CEO”. Man kann auch sagen: In diesen Milieus ergötzt man sich nicht gern daran, sich als “Elite” und “Leistungsträger” zu fühlen und aufzuplustern.

Zur Anonymität in Ihrem Blog: Nun ja, Sie, als Gastgeber, sind hier der Star, und das ist auch gut so. Ich möchte mich mit meinen Kommentaren nicht profilieren, und dann auch noch mit unfreiwilliger Hilfe Ihrerseits. Deshalb nur Initialen, und Sie, verehrter Herr Spreng, sehen ja anhand meiner E-Mail-Adresse, wer hier schreibt.

61) Thomas Lang, Mittwoch, 18. Mai 2011, 07:11 Uhr

Die Anonymität in Ihrem Blog können Sie doch problemlos bekämpfen. Das ist Ihr Blog, hier bestimmen Sie die Regeln.
Volker Weber hält das in seinem Blog so: http://vowe.net/archives/005436.html

62) Mark, Mittwoch, 18. Mai 2011, 07:40 Uhr

Nein, nein – niemand muss sich “stellen”.

Solange es darum geht, einen Betrüger oder eine Betrügerin mit legalen Mitteln (Lesen, Internet-Recherche) zu entlarven, soll es mir Recht sein, wenn die investigativen Prüfer anonym bleiben. Mich interessiert in solchen Fällen gar nicht, wer etwas sagt, sondern WAS er sagt.

Natürlich ist der Wunsch bei den Ertappten groß, zu wissen, wer ihren schönen Doktortitel madig macht. Wenn das nämlich bekannt wäre, gäbe es schon bald Repressalien gegen die Aufdecker. Das kann nicht im Interesse der Bürger dieses Landes sein. Im Gegenteil: wir bräuchten mehr von ihnen. Passiert aber schon: Immer häufiger übernehmen Menschen im Internet freiwillig und unentgeltlich die Funktionen, die eigentlich die Medien übernehmen sollten.

Aber die gefallen sich im Publizieren von Pressemitteilungen und Propaganda. Investigativer Journalismus findet doch bei den Systemmedien gar nicht mehr statt. Ja, man muss ja sogar hierher kommen, um mal “alternative” Kommentare zu lesen. Und dann wundern sich die (Zeitungs-) Verlage, weshalb die Auflagen stetig sinken.

63) Udo Pahl, Mittwoch, 18. Mai 2011, 07:52 Uhr

Frau Stoiber trägt eben den Namen des 10-Minuten-Mannes – das Pech hat sie. Unter dem Aspekt, dass sie abgeschrieben hat, kann ich einen Unterschied zu Personen, die im öffentlichen Leben stehen, allerdings nicht erkennen. Abschreiben ist schändlich! Immer! Auch bei dieser teilweise künstlich sensibilisierten Thematik.

Natürlich ist persönliche Rache nicht auszuschliessen, aber Anonymität ist in diesem Zusammenhang nicht unbedingt feige und in ihrer Grundsätzlichkeit auch nicht.

Auch als ‘Anonymer’ kann ich Motivationen mitteilen, was das Mindeste wäre. Unter Wahrung des eigenen Schutzes der eigenen Persönlichkeit.

64) Gregor Keuschnig, Mittwoch, 18. Mai 2011, 08:11 Uhr

Der Artikel vermengt unzulässig Denunziantentum mit dieser Form der Öffentlichmachung von Mißständen. Es gibt keinen Mehrwert darin, wenn ich weiss, dass Herr Meier oder Herr Schulze die Stelle herausgefunden hat, die abgeschrieben ist. Es gibt keinen Mehrwert, wenn ein Blogbetreiber weiss, dass der User “XXY” in Wirklichkeit “AAB” heisst. Was einzig zählt ist das Argument bzw. der Tatbestand.

Abermals erkennt man die Doppelzüngigkeit von Journalistendenken: Einerseits werden massenhaft in TV-Magazinen anonyme Hinweisgeber gezeuigt (die natürlich “geschützt” werden müssen vor Repressalien). Andererseits wird, wenn es einem nicht passt, auf die Anonymität geschimpft.

Der Wunsch, den Spielverderbern das Spiel zu verderben, ist naturgemäss gross. Es ist aber nichts anderes als ein billiges Ablenkungsmanöver. Schade, dass Herr Spreng darauf einsteigt.

(PS: Ich schreibe ebenfalls unter einem Pseudonym. Wenn Sie, Herr Spreng, möchten, dass ich meine Identität offenlege, mache ich das Ihnen gegenüber. Ich mache es aber nicht in der Öffentlichkeit, weil ich dafür Gründe habe.)

65) Escape, Mittwoch, 18. Mai 2011, 08:38 Uhr

Es ist schlimm genug für die wissenschaftliche Welt, dass diese Betrügereien – denn das sind sie – erst über das Internet aufgedeckt werden. Da sollte in den Universitäten nachgedacht werden, wie es sein kann, dass Doktorväter und Gutachter ihrer Aufgabe so wenig nachgekommen sind. Das Ansehen aller Wissenschaftler, die ehrliche Arbeit geleistet haben und leisten, leidet erheblich, es besteht Handlungsbedarf seitens aller wissenschaftlichen Einrichtungen, die akademische Grade verleihen.

66) Robert Deecke, Mittwoch, 18. Mai 2011, 08:47 Uhr

Ich stimme den vielen Kommentare zu, dass niemand sich stellen muss, der bei so einem Projekt mit macht.

Und technisch ist das auch eine überholte Forderung. Es gibt ja keinen Verantwortlichen im klassischen Sinne. Ein Wikipedia-Artikel zum Vergleich hat auch keinen bekannten Autor.

67) nurmalso, Mittwoch, 18. Mai 2011, 08:51 Uhr

des is mir sowas von wurscht, ob die frau stoibertochter keine öffentliche person ist oder ob ihr da jemand eins auswischen will oder aus welcher motivation sich die arbeit eines plagiatjägers speist. da sollen sich bild und co. ruhig wilde spekulationen zurechtreimen.
das einzige was man sich in so einem fall vielleicht wünschen kann, ist die verlegung dieser plagiatsaufdeckungsarbeiten in eine weniger öffentliche zone. das würde meiner meinung nach aber aus verschiedenen gründen nicht funktionieren.
ich habe weder herrn copyberg, noch die schöne silvana, weder frau stoiberdingens und evtl. auch nicht herrn chatzi darum gebeten, sich den doktorgrad zu erschleichen. das geschrei um das “offene visier” ist aus deren sicht zwar verständlich, zeigt aber auch nur, dass a) hier andere leute die arbeit machen, die eigentlich den betreuern und der uni anstehen würde und b) dass sie die tragweite der informationsvernetzung mittels internet noch nicht erfasst haben.

68) Marc, Mittwoch, 18. Mai 2011, 08:58 Uhr

Hallo Herr Spreng,

13 Kommentare, keiner ist ihrer Meinung. Noch mal über den Artikel nachdenken.

Zu Alexander Alvaro Vorwurf, es würde keine nicht transparente Arbeit abgeliefert. Es ist sehr wohl Transparent. Es hat aber nichts mit dem Autor zu tun. Jeder kann jeden Eintrag begutachten, nur Fakten zählen. Ist halt crowdsourcing…

69) Steuereintreiber, Mittwoch, 18. Mai 2011, 09:30 Uhr

“Denn allewege ist nicht darauf zu sehen, wer etwas gesagt hat, sondern ob es richtig gesagt ist oder nicht.” Platon, Charmides 161 c.

70) Knut, Mittwoch, 18. Mai 2011, 09:31 Uhr

Ihre Argumente sind doch sehr schwammig. Einmal “ich möchte es gerne wissen” und dann der Vorwurf der Feigheit. Das erste scheint direkt aus dem Herz eines ehemaligen Boulevardchefredakteurs zu kommen, das letzte von den beleidigten Tätern.

Haben Sie auch ein sachliches Argument Herr Spreng? Welches Rechtsgut wird durch die Annonymität verletzt?

71) S.Ooker, Mittwoch, 18. Mai 2011, 09:39 Uhr

Ich schließe mich meinen Vorrednern an.
Die Sache ist nämlich die “Wer andere an den Pranger stellt und vorverurteilt, muss das mit offenen Visier tun”. – das ist meines Erachtens grundfalsch.

Nicht die PERSONEN werden an den Pranger gestellt, sondern deren ARBEIT wird überprüft
Die Doktorarbeiten sind öffentlich genauso wie die Plagiatssuche öffentlich stattfindet. Die Symmetrie ist damit vorhanden, das Verhältnis ausgeglichen

Die Personen spielen in dem Fall überhaupt keine Rolle.

72) Peleo, Mittwoch, 18. Mai 2011, 09:58 Uhr

Fast alle Zeitungen lehnen es ab, anonyme Leserbriefe zu veröffentlichen. Ist diese Praxis in Zeiten von XY-Plag auch überholt?

73) Frankilein66, Mittwoch, 18. Mai 2011, 10:33 Uhr

Wenn Herr Spreng bei seiner im Artikel geäußerten Ansicht bleibt, müßte er konsequenterweise diesen Blog sofort schließen und sich aus der Internetnutzung zurückziehen, da das Internet ja scheinbar mit seinen moralischen und ethischen Grundsätzen nicht vereinbar ist!

74) Andreas Wollin, Mittwoch, 18. Mai 2011, 10:35 Uhr

Wenn es um Dinge wie Betrug geht, steht doch die Sache im Vordergrund, nicht der, der sie ans Tageslicht bringt. Tatsache ist, dass Saß, Koch-Mehrin, Guttenberg usw. (man muss leider schon “usw.” schreiben) plagiiert haben. Wer das herausgefunden hat, ist doch völlig irrelevant. Politisch oder privat motiviert? Einerlei. Und für das “Gesamtbild” wie Sie sagen meiner Meinung völlig irrelevant.

75) Andreas, Mittwoch, 18. Mai 2011, 10:47 Uhr

Meiner Meinung nach sind diese Doktorarbeiten-Plags keine Pranger. Der Pranger selbst ist schon die Veröffentlichung der Doktor-Arbeit. Die Plags erleichtern es nur jedem Menschen die Doktor-Arbeit mit anderen zu Vergleichen. Das könnte dank der Veröffentlichung der Arbeit auch jeder still in seinem Kämmerchen tun. Wer etwas veröffentlicht hat doch auch eigentlich das Ziel, dass sich Menschen mit seiner Arbeit auseinandersetzen. Wenn nicht, warum schreibt und veröffentlicht er sie dann. Jeder der sich auf der Vroni-Plag-Seite über die Zitate und Quellen von Frau Koch-Mehrin informiert hat, wird damit automatisch zum Teil der “Enthüllung”. Damit müsste nach ihrer Logik jeder, der mit seinem Browser die Seite betritt, mit Namen veröffentlicht werden.

76) Mark, Mittwoch, 18. Mai 2011, 10:50 Uhr

Noch ein paar Gedanken zum Thema “Anonymität im Internet”.

Vor nicht allzu langer Zeit war ich für einen Konzern beratend tätig. Dort gab es auch die Möglichkeit, zu Artikeln im geschlossenen Intranet einen Kommentar abzugeben. Anfangs war diese Funktion völlig anonym, weil dies der Firmenphilosophie zu entsprechen schien. “Wir schätzen offene Worte” und so. Nun begab es sich aber, dass die Firmenleitung immer mal wieder Artikel veröffentlichte, die eigentlich in die Kategorie “Leicht erkennbare Propaganda” gehörten. Da war dann auch gerne mal von “Umstrukturierung” die Rede, wenn eigentlich “Stellenabbau in Europa” und “Stellenaufbau in einem Niedriglohnland in Asien” gemeint war. Nur um mal ein Beispiel zu nennen.

Logisch, dass die kritischen Mitarbeiter solche Hurra-Artikel in Grund und Boden kommentierten (vornehmlich diejenigen, die am ehesten von solchen Änderungen betroffen waren). Die Wortwahl war sicher nicht immer angemessen, aber durchaus noch zu ertragen. Die in den Kommentaren angesprochenen Mißstände zeichneten ein sehr genaues, sehr ehrliches und vor allem sehr düsteres Bild, das sich augenscheinlich mit dem Bild vieler Mitarbeiter deckte.

Für die Firmenleitung war das aber zuviel des Schlechten. Sie entschied sich schon bald, Kommentare nur mehr mit vollem Namen und Standortbezeichnung zuzulassen. Wie durch ein Wunder verstummte die Kritik beinahe über Nacht. Jetzt findet man unter den Hurra-Artikeln nur die Speichellecker, die dann “Well done!” oder “I am proud to be part of this fantastic team.” schreiben. Denn natürlich wird keiner mit vollem Namen seinen Chef anschwärzen oder die Ineffizienz seiner Geschäftseinheit in den Dreck ziehen.

Und heute? Heute wird wieder am Mittagstisch in vertrauter Runde kritisiert, wie eh und je. Dort findet man die nötigen Worte, um die Zustände präzise zu beschreiben. Das ändert zwar nix, aber wenigstens können die Mitarbeiter ein wenig Frust abbauen. Ach ja, und die Mitarbeiter-Umfrage stellt seither alljährlich neue Minusrekorde in der Mitarbeiter-Zufriedenheit auf. Sie bescheinigt der Leitung Jahr für Jahr völlige Inkompetenz und bemängelt fehlende Transparenz und zu geringe Mitsprachemöglichkeiten. Kein Wunder: die Mitarbeiter-Umfrage ist anonym. :-)

77) Eckhard Supp, Mittwoch, 18. Mai 2011, 10:59 Uhr

Lieber Herr Spreng,

ich schätze Ihre Kommentare in der Regel sehr – und das, obwohl wir zu Schülerzeiten nicht nur auf “verfeindeten” Frankfurter Gymnasien waren, sondern auch “verfeindeten” politischen Lagern angehörten. Aber dieser Kommentar geht schlicht an der Sache vorbei.

Wer publiziert (und das Publizieren ist integraler, unverzichtbarer Teil der Promotion), exponiert sich und muss es deshalb auch ertragen, dass er öffentlich kritisiert wird. Ob diese Kritik anonym oder unter voller Namensnennung erfolgt, ist dabei vollkommen unerheblich. Das muss der Kritisierende mit sich und seinem Gewissen (oder seinen Nöten, wie reell oder imaginär auch immer die seien) ausmachen.

In dem Punkt, dass das anonyme Kommentieren in Ihrem und anderen Blogs ein Ärgernis sei, kann ich Ihnen dagegen teilweise Recht geben. Das Ärgernis ist dabei aber nicht das anonyme Kommentieren an sich, sondern die Tatsache, dass die Anonymität dazu benutzt wird, Beleidigendes, Obszönes oder gar strafrechtlich Relevantes “loszulassen”. Da, und nur da, wird die Anonymität zum Ärgernis. Aber dagegen kann man sich als Betreiber eines Blogs zumindest ansatzweise auch schützen.

Beste Grüße aus Hamburg
Eckhard Supp

78) marcpool, Mittwoch, 18. Mai 2011, 11:06 Uhr

……schändlich, wenn es um Privatpersonen geht.
Schändlich finde ich , wenn Personen sich etwas erschleichen, betrügen, ! Um sich daraus einen Vorteil zu verschaffen ! Das sollten Sie viel stärker ankreiden – als zu vermitteln das Sie Mitleid mit Privatpersonen wie Frau Stoiber-Sass haben, Herr Spreng .
Es geht auch nicht darum Politiker zu ” outen ” sondern das es generell den Anschein hat, das Abschreiben bei einigen Personen , eher als ” petitesse ” angesehen werden (sollen) darf , bei anderen aber ein Verbrechen ist. Diese Beurteilung der eingereichten , öffentlich gemachten Dorktorarbeiten, sollte daher von den Universitäten und den beteiligten Doktorvätern besser geleistet werden . Schon bedenklich, wenn dies durch eine relativ einfache Suchmaschine geleistet werden kann. Hier stellt sich doch die Frage ob gewisse Uni`s nicht doch ” ob des bekannten Namens ” Zwei Augen ” zudrücken !

79) irreversible, Mittwoch, 18. Mai 2011, 11:29 Uhr

“Leider ist Anonymität eine Internet-Seuche, die ich auch bei den Kommentaren meines Blogs erleben muss.”

Wow – dieser hässliche Satz bewegt sich nun wirklich auf unterstem BILD-Niveau. Na klar, Anonymität in Kommentarspalten (!) ist eine Seuche. Drunter ging´s nicht?

Das eigentliche Argument des Blogeintrags ist schon befremdlich genug (das sollten die Kommentare dazu bewiesen haben) aber mit dieser kleinen Stellungnahme haben Sie wirklich offenbart, dass Sie dieses ganze Internetz weder schätzen noch wirklich verstanden haben. Aber wenn mal wieder eine Million oder 500000 dieser ekeligen Anonymen bei Ihrem Blog geklickt haben wird trotzdem ein Jubelbeitrag verfasst. Für die Pflege des Egos sind diese Infizierten dann also doch irgendwie gut genug, was?

80) Mark, Mittwoch, 18. Mai 2011, 11:33 Uhr

Ich muss mich doch sehr über Ihren Beitrag wundern, denn er entspricht so gar nicht dem von Ihnen gewohnten Standard bzw. überrascht durch Ihre Meinung. Die Plagiatssuche ist öffentlich genug, damit sie von jedermann kontrolliert/nachvollzogen werden kann. Sie ist wiederum nicht so öffentlich, dass die Mithelfer mit Unterlassungsklagen und sonstigem Rechtsgeschwurbel bedrängt werden können. Meiner Meinung nach ist das die beste Mischung um der ganzen Sache genug Seriosität zu verleihen.
Bitte nennen Sie uns ein einziges Recht der Personen, die kontrolliert werden, welches dadurch verletzt wird.

81) Nomen Nescio, Mittwoch, 18. Mai 2011, 12:20 Uhr

Um die Bildung in diesem Land muß es ja recht bescheiden stehen. Hier werden munter Politik, Wissenschaft, Methodologie und das was von der humboldt’schen Universität (ideologisch) übrig blieb ziemlich unheilvoll vermengt. Die “Medialisierung” der Gesellschaft ist anscheinend schon so weit fortgeschritten; Grundideen wissenschaftlicher Logik in besitzen der Politik offenbar keine Gültigkeit mehr. Jegliche wissenschaftliche Erkenntnis (Dissertationen stellen formal den Anspruch neue Erkenntnis liefern zu müssen), hat jeder Überprüfung unabhängig jederzeit stand zu halten.

Herr Guttenberg, der öffentlich verkünden konnte, sein Doktortitel “ruhe” ist erst der Anfang dieser Entwicklung.

82) horst scharnhorst, Mittwoch, 18. Mai 2011, 12:39 Uhr

Was da draußen mit der kritischen Würdigung der akademischen Arbeiten passiert ist vollkommen richtig. Zu Recht behandelt unsere Gesellschaft die Träger akademischer Grade mit Respekt. Sie sind Ausdruck herausragender Leistungen. Die Titel rechtfertigen Vertrauen und höhere Gehälter. Gründet sich dieses Vertrauen auf Betrug – muß dieser hart bestraft werden. Insoweit gehört denjenigen, die sich in ihrer Freizeit unentgeldlich mit diesen “Vertrauens-Korrekturen” beschäftigen, Anerkennung und Hochachtung.
VroniPlag ist eben ein neuzeitlicher TÜV. Die Namen der Prüf-Ingenieure spielen keine Rolle. Warum auch?

83) Martin, Mittwoch, 18. Mai 2011, 12:48 Uhr

Wenn jemand eine Verfehlung begeht, dann begeht er eine Verfehlung, ob die jenigen, die ihn entlarven nun anonym bleiben oder nicht.
Es ist eben nicht jeder mediengeil oder ein Selbstdarsteller, der mit Namen in sämtlichen Zeitungen stehen will, ich finde sowas verständlich.
Außerdem wenn diese “Politikerjäger” sich zu erkennegeben, kann es sein, dass das für sie negative Konsequenzen hat, weil sie dann im Beruf und Umfeld eventuell als Querulaten oder Denunzianten abgestempelt werden.
Mal ganz zu schweigen von den ausgefuchsten Politikeranwälten, die dann Strafanzeige wegen Rufmord stellen könnten.
So schafft man ein Klima, in dem sich niemand mehr traut den Mund aufzumachen.

84) Martin, Mittwoch, 18. Mai 2011, 12:48 Uhr

Was Chatzimarkakis betrifft, bei ihm handelt es sich nicht um ein Plagiat.
Man muss selbstverständlich nicht wörtlich zitieren, sondern kann auch einfach nur sinngemäß zitieren. Und eine sinngemäße Zitierung darf selbstverständlich nicht in Anführungszeichen stehen, weil es ja kein wörtliches Zitat ist.
Aber trotzdem muss man eine Fußnote angeben, das hat er gemacht, daher ist Chatzimarkakis nichts vorzuwerfen.

85) cosmopolitan, Mittwoch, 18. Mai 2011, 13:00 Uhr

Ein grundsätzlich falscher Artikel. Eine anonyme Recherche ist sehr wichtig, man weiss wozu ein Überwachungsstaat fähig ist,wenn die obere Kaste an den Pranger gestellt wird.
Den FDP-Politiker kann man verstehen: Partei verliert an Bedeutung und hat keine gute Leute mehr und jetzt wird noch die oberflächliche Schicht entlarvt.
Die Internet-Plattform “VroniPlag” leistet eine gute solide Arbeit, es wird keiner denunziert oder verleumdet, alles beruht sich auf Fakten, die jeder nachvollziehn kann. Man soll kein Leid mit den falschen Doktoren und Betrügern haben.

86) Frankilein66, Mittwoch, 18. Mai 2011, 13:11 Uhr

@ peleo

Viele Zeitungen veröffentlichen Leserbriefe durchaus anonym, wenn der Verfasser darum bittet.

“Name ist der Redaktion bekannt”, lautet dann die Unterschrift.

87) Cornfeld, Mittwoch, 18. Mai 2011, 13:29 Uhr

Herr Spreng, wohl selten haben Sie, seit Sie dieses Blog betreiben, so daneben gelegen, wie diesmal. Das haben Sie vermutlich mittlerweile selbst gemerkt. Aufs vorbildlichste spiegeln Sie die in diesem Land vor allem von Konservativen und sogenannten Liberalen gelebte und zelebrierte Doppelmoral.

Man schaue sich all die gewundenen Statements vieler schwarzer Bundespolitiker (z.T. wider bessere eigene Überzeugungen und Wissen – Ausnahme der große rechtspolitische Sprecher der CSU) in der Causa Guttenberg an und genieße einfach. Wieviele getroffene Hunde bellen da wohl mit einem schwäbischen Abgeordneten, der jetzt selber in Schwierigkeiten kommt.

Ähnliche Argumente kommen auch dann gerne, wenn mal gerade wieder eine Steuerbetrüger-CD umgeht; man versucht deren Relevanz kleinzureden und verweist auf die scheinbar moralisch verwerfliche Herkunft einer solchen. Hauptrsache eine bestimmte Kaste wahrt ihre weiße Weste.

Und dann gibt es diesen geradezu ekelhaften Konsens (Omerta) in Politik und Presse, daß man nicht bereit ist die übelste Form des Springer-Journalismus permanent an den öffentlichen gesellschaftlichen Pranger zu stellen der ihm gebührt. Ich weiß, verlorene Liebesmüh, aber sagen muß man es schon ab und zu. Nein! Journalistisches Versagen wird darüber definiert, ob ein Schreiberling einem MP beim Märklinspielen zuschaut. Das hat die Nation zu interessieren.

Vielleicht nehmen Sie ja noch mal Stellung zur einhelligen Ablehnung Ihres Eintrages.

88) Nein Name tut nichts zur Sache, Mittwoch, 18. Mai 2011, 13:45 Uhr

Ja, Sie haben Recht! Anonymität ist eine Seuche, um diesen Ausdruck aufzugreifen.

Diese ganzen anonymen Sätze, Absätze und Gedanken, die da durch besagte Doktorarbeiten geistern. Gut, eigentlich sind Sie eher als pseudonym zu bezeichnen, aber so genau haben es die Verfasser ja auch nicht genommen…

Was ich sagen will ist, dass ich diese unsägliche Verdrehung der Tatsachen in der veröffentlichten Meinung nicht mehr hören kann. Die Diskussion, ob sich die “Jäger” zu erkennen geben sollten, soll mal wieder nur davon ablenken, warum wir überhaupt gerade alle darüber diskutieren. Ja, ich finde, diese Frage ist sogar vollkommen irrelevant und sie dürfte nichtmal gestellt werden. Werkzeuge, wie die neu entstandenen Wiki-Seiten gibt es doch nur, weil sie viele Ideen umsetzen, die auch für eine demokratische und freie Gesellschaft gelten. Ohne den Ballast von Politik und Meinungsmache.

Einige sehr gute Kommentare hier. Den meisten (fast allen) kann ich mich nur anschließen und so gut hätte ich es teilweise nicht formulieren können.

MfG

89) Sascha, Mittwoch, 18. Mai 2011, 13:51 Uhr

@Martin

Wie kommst du darauf, dass die Problemstellen bei Chatzimarkakis “sinngemäße Zitate” wären?

Allein auf Seite 6 finden sich mehrere nicht gekennzeichnete Vollzitate:
http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Gc/006

Klar, man könnte behaupten er hätte “vergessen” die Anführungsstriche für ein Vollzitat zu setzen. Dann wäre es ein Versehen, aber nicht desto trotz stellen diese Stellen schon Plagiate dar.

90) Mendez, Mittwoch, 18. Mai 2011, 13:55 Uhr

Ihren Artikel halte ich für eine Glosse, Herr Spreng und deshalb, würde ich einen Schritt weiter gehen als Sie, was die Aufgabe der Anonymität angeht: Ich würde sehr gerne die Namen und die Standorte der WikiLeaks Mitarbeitern veröffentlicht sehen. Denn vor Repressalien brauchten sie sich doch genau so wenig zu fürchten, wie auch die “Denunzianten” von VroniPlag…

Sollten Sie allerdings mit dem Artikel Ihre tatsächliche Meinung ausgedrückt haben, dann erübrigte sich jeder Kommentar…

Ein feiger Anonym

91) Chris, Mittwoch, 18. Mai 2011, 14:08 Uhr

Dies ist ein Anonymer Kommentar. Nicht weil ich nicht zu meiner Aussage stehen würde. Sondern leider weil wir nicht alle in Verhältnissen leben in denen wir es uns leisten können dass unsere jetzigen und vielleicht auch zukünftigen Arbeitgeber über unsere Ansichten und Aktivitäten bescheid wissen. So einfach ist das leider. Es gab eine Zeit in der jeder im Internet wusste das Anonymität sein wichtigster Schutz ist. Es ist traurig zu sehen das diese Wahrheit inzwischen nicht nur vergessen ist sondern sogar sogar als verwerflich gilt. Eine Aussage sollte nach Ihrem Inhalt bewertet werden, nicht von wem sie kommt.

92) Fro Tinnappel, Mittwoch, 18. Mai 2011, 14:42 Uhr

Froti
Für mich als Angehörige von Herrn Sprengs “Alterskohorte” hat “Anonymität” tatsächlich was Feiges, nämlich die Weigerung, für seine Meinung geradezustehen. Aber im Zusammenhang mit dem Internet, vor allem aber, da es nicht um Meinungen, sondern um nachprüfbare Fakten geht, haben die hier aufgelaufenen Kommentare meine Haltung geändert. Vielleicht ja auch die von Sprengsatz.

93) suchenwi, Mittwoch, 18. Mai 2011, 14:45 Uhr

Anonymität ist auch eine Fußgängerzonen-Seuche. Im Internet ist es nicht viel anders als dort: viele Leute unterwegs, manche kennt man, die meisten nicht. Und wenn mir ein Unbekannter seine Meinung sagt, lasse ich mir auch nicht seinen Ausweis geben…

94) Christoph, Mittwoch, 18. Mai 2011, 15:14 Uhr

Nehmen wir einmal an VroniPlag wuerde von dem Wahlkampfbureau der Gruenen betrieben (wird es natuerlich nicht, aber nur als Hypothese) — waere dann die Doktorarbeit von Guttenberg oder Chaximatarkis irgendwie korrekter? Die gefundenen Stellen irgendwie verzeihlicher? Eben!

Eine wichtige Qualitaet einer Doktorarbeit ist, dass sie veroeffentlicht werden muss und sich so dem wissenschftlichen Diskurs stellen muss — Die Autoren haben ihre betruegerischen Arbeiten selbst veroeffentlicht, also werden diese Arbeiten jetzt in der Oeffentlichkeit diskutiert — die Arbeiten wie gesagt, nicht die Autoren. Ich haette ein Problem damit, wenn BILD ueber Veronika Sass´s Privatleben schreibt, aber ihre Arbeit ist oeffentlich und die Autorin WOLLTE, dass sie am wissenschaftlichen Diskurs teilnimmt.

Man kann nicht mit einer geheimen Arbeit promoviert werden, und das macht auch sehr viel Sinn.

95) jh, Mittwoch, 18. Mai 2011, 15:25 Uhr

Blogbeitrag und viele Kommentare vermischen meiner Meinung nach zwei Dinge: Seriöse Anonymität und feige Anonymität – ja, das Adjektiv “feige” hat hier seinen Platz.

Eine anonyme Quelle, die nachprüfbare Fakten als Beleg für ein objektiv unredliches Verhalten liefert, hat Anspruch darauf, zum Schutz vor Repressalien unerkannt zu bleiben – wie VroniPpag.
Eine anonyme Quelle, die vorsätzlich unhaltbare Anschuldigungen oder Unwahrheiten verbreitet, hat diesen Anspruch nicht.
Das ist für mich der Unterschied zwischen einem Wisthleblower und einem Denunzianten.
Genau deshalb bieten und pochen Journalisten auf Informantenschutz – was nicht zwingend “unbekannt” bedeutet. Ich selbst sollte meine Quelle kennen und “einschätzen”/nachprüfen können.

Ein anderes Thema ist das durch Anonymität “geschützte” zügellose Kommentieren, Bewerten, Beschimpfen und Verunglimpfen im www. Das ist für mich keine uneingeschränkt zu verteidigende Errungenschaft, eher eine moderne Form des Steinewerfens, versteckt hinter der schwarzen Maske der Anonymität.
Auf Gossip-Seiten werden Menschen gemobbt, über Bewertungsportale Existenzen erschüttert, in Blogs Gerüchte kolportiert oder auch gehetzt – nicht nur gedeckt durch eine feige Anonymität, sondern durch diese überhaupt erst in dieser Öffentlichkeiswirksamkeit möglich.

Ein einfaches Unterscheidungssystem könnte hier Exzesse zumindest reduzieren – jeder Seitenbetreiber sollte zwei Postingmöglichkeiten anbieten:
- eine verifizierte – die dann durchaus unter einem “Nick” auftreten darf.
- und eben eine “anonyme” – da steht dann als “Absender” aber eben auch nur fett “Anonym”. Kein Nick gibt diesen “Meinungsbeiträgen” den Anschein einer personalen Identität. Wer anonym sein will, soll auch in der anonymen Masse bleiben.
In Rankings/Bewertungspunkte etc. fliessen dann im übrigen nur verifzierte Postings ein.

So etwas wäre für mich nicht das Ende der Demokratie: Ich wähle zwar anonym, aber ich muss mich als Wahlberechtigter identifzieren.

Jörg Held

96) Wayne Interessierts, Mittwoch, 18. Mai 2011, 15:27 Uhr

Warum sollen sie sich stellen? Um den blind fanatischen Guttenberg Anhängern zum Fraß vorgeworfen zu werden oder um vom vermögenden Freiherrn bis zum Sankt Nimmerleinstag wider besseren Wissen verklagt zu werden?

Die Anonymität ist ein Problem für Leute die es gewohnt sind Gegner mundtot zu klagen. Die Anonymität ist ein Segen für Whistleblower und Personen die ohne Angst vor Repressalien ihre Meinung sagen wollen. Anonymität ist und bleibt ein Grundrecht egal wie heftig es in diesem beinahe totalitären Überwachungsstaat von Personen bekämpft wird die allen Grund haben Anonymität zu fürchten.

Übrigens: Hätte Guttenberg den Fehler ohne viel Federlesen eingeräumt hätten ihm seine Anhänger wohl den Heiligenschein aufgesetzt. Der Kardinalfehler Guttenbergs war das Krisenmanagement, nicht die Doktorarbeit. Der Mann der nicht zögerte wahllos Untergebene zu feuern hatte nicht die Cojones um seinen eigenen Fehler einzugestehen. Damit war die Glaubwürdigkeit Guttenbergs dann wirklich im Arsch.

97) Sigi, Mittwoch, 18. Mai 2011, 15:48 Uhr

Anonymität ist “grundsätzlich” erst mal wertneutral, und im Übrigen die Normalität. Wer mit offenem Visier, wie Sie es nennen, unmoralisch handelt ist genauso ein Arschloch wie jemand, der dies anonym tut.

Nur, dass absolut nichts verwerfliches daran ist, jemandem nachzuweisen dass er (oder sie) sich einen Doktortitel erschlichen hat. Zumal dieser Titel in Deutschland sehr prestigeträchtig ist.

Das “Peer Reviewing” in der akademischen Welt ist im übrigen ebenfalls anonym.

An den Pranger gestellt werden sollten in diesem Falle die Doktorväter, die aus welchen Motiven auch immer, ein solches Arbeiten zulassen.

98) Hans Pöllmann, Mittwoch, 18. Mai 2011, 16:35 Uhr

Veronica Saß ist keine Person des öffentlichen Lebens. Stimmt. schon. Allerdings: Während meiner Stdienzeit und während meines Berufslebens habe ich es einige Male mitbekommen, wie die ach so unabhängigen Damen und Herren aus der Wissenschaft sklavisch auf dem Bauch kriechen vor den Söhnen und Töchtern ebendieser Personen des öffentlichen Lebens.

Da muss der Industriellenpapa nicht einmal ein Labor sponsern, die Verlegersmama braucht auch nicht den Medienwissenschaftslehrstuhl zu finanzieren und der Politiker-Onkel kann getrost darauf verzichten, irgendwelche Festivitäten mit seiner Anwesenheit zu beehren. Nein, das mit dem Spitzenabschluss klappt einfach so. Weil Macht so funktioniert, dass der Mächtige sie nicht ausüben muss.

Darum freut es mich, dass Frau Saß beim Plagiiieren erwischt wurde. An den Pranger gehören aber auch die Herrschaften, die ihr das haben durchgehen lassen.

99) Pappi, Mittwoch, 18. Mai 2011, 18:15 Uhr

Ja ja, diese Internet-Seuche Anonymität…

Ich hoffe, Herr Spreng ist konsequent und schlägt niemals etwas auf Wikipedia nach, da die Beiträge dort ja auch überwiegend von Leuten verfasst werden, die nicht mit ihrem Namen dazu stehen.

Frau Saß hat ihre Doktorarbeit übrigens veröffentlicht (wie das selbstverständlich mit allen Doktorarbeiten passiert) und sich damit höchstselbst an den Pranger gestellt.

Einen Skandal kann ich höchstens darin entdecken, dass ihre Publikation offenbar so uninteressant war und damit einen derart kleinen Leserkreis anzog, dass die dreisten Plagiate nicht schon viel früher aufgefallen sind. Wer als Doktorand nicht an sich selbst den Anspruch stellt, einen so signifikanten Beitrag zur Wissenschaft zu leisten, dass seine Publikation direkt nach Erscheinen von einem größeren Publikum regelrecht verschlungen wird, sollte es vielleicht gleich bleiben lassen.

Nebenbei hat VroniPlag keineswegs den Zweck, eine Person an den Pranger zu stellen oder auch nur zu beurteilen. Es werden lediglich ganz neutral Textstellen aus wissenschaftlichen Publikationen gegenübergestellt. Ich kann beim besten Willen nicht verstehen, wie sich dadurch jemand angegriffen, beschuldigt oder an den Pranger gestellt fühlen kann. Höchstens vielleicht ertappt. Ein Unrecht, das bisher verborgen war, wird an den Tag gebracht.

Das im Artikel gezeichnete Bild ist also ebenso schräg wie der Anspruch, man solle auf Alarmanlagen verzichten, um nicht die gänzlich privat agierenden Diebe an den Pranger zu stellen.

100) sk8erBLN, Mittwoch, 18. Mai 2011, 21:00 Uhr

Darauf habe ich ja gewartet. Überraschend war jedoch hier so einen Artikel zu finden. Sorry Herr Spreng, was ist nur los? Das ist der mieseste und zudem leider unqualifizierteste Kommentar den ich je in Ihrem Blog lesen durfte. :(

“Alvaro: “Wer andere an den Pranger stellt und vorverurteilt, muss das mit offenen Visier tun”.”

Na sicher doch, und ab morgen haben Kaufhausdetektive gefälligst ein Warnschild zu tragen am Revers.

Ja, das Beispiel trifft den Nagel auf den Kopf. Natürlich “darf” jede/r klauen so oft und so viel ihr/ihm gefällt. Wenn sie/er sich dabei aber erwischen lässt, dann ist das persönliches Pech.

Fehlt nur noch dass wir-als Entschuldigung- quasi akzeptieren dass als Begründung vorgetragen wird frei nach Guttenberg “Ich bin beim Einkaufen ein wenig durcheinander gekommen, der Stress im Job, die Familie, die Kinder, Sie wissen schon. Na klar, die Gegenstände die ich trickreich eingesackt habe behalte ich noch ein wenig,später lege ich sie ggf. wieder zurück (analog zu der Doktor ruht bzw. wird zurückgegeben” und dann Schwamm drüber.

Doktorarbeiten sind übrigens weit weniger “privat” als ein unbezahlt in die Tasche gesteckter Lippenstift. Das wusste auch eine Frau Saß als sie sich entschloss ein Plagiat statt einer Doktorarbeit zu erstellen.

Ansonsten lieber Herr Spreng zeigt ihr Beitrag nur eine gewisse Ahnungslosigkeit über die Funktionsweise eines WIKIS. JEDER; ein Alexander Alvaro und auch SIE können sich daran beteilligen, Ebenso irgendwelcher Spinner und Trolle. Anders als in Ihrem Blog wo nur Sie Artikel verfassen können (so lange Sie sich nicht ihr Passwort klauen lassen), ist es bei einem Wiki erst die Masse, die eine gegenseitige Kontrolle über das Geschriebene ausübt, es verifiziert, korrigiert, ergänzt oder eben auch löscht wo unzutreffend. Nur deshalb war die Qualität zurückliegender Plagiatsanalysen erst so hoch. Und selbstredend funktioniert das gänzlich anonym und ist die Arbeit vieler, so wie auch Wikipedia, die Mutter aller Wikis entstand. Davon abgesehen kann sich ein jeder Spassvogel als “Michael Spreng” oder “Angela Merkel” oder sonst wer im Netz ausgeben. Das ließe sich weniger leicht verifizieren als eine plagiatverseuchte Doktorarbeit. ;)

Der Frust von Alvaro sollte sich gegen seine hoch geschätzten Mandatsträgerkollegen richten die offensichtlich nicht in der Lage waren ihren Doktor auf redlichem Weg zu schaffen und ihn so jahrelang hinters Licht führten.

In diesem sinne: Willkommen im Web 2.0 ;)

p.s. Es gibt ein mittel anonyme Kommentare zu verhindern. Den Kommentarbereich abschalten. Diese Funktion bietet jede Blogsoftware. Wobei sich mir der Sinn von Namen nicht erschließt. Wo sehen Sie den Vorteil ob hier einer als Müller, Meier, oder Schulze angemeldet ist? Da gibt es andere weit wichtigere Kriterien für Kommentare.

101) sk8erBLN, Mittwoch, 18. Mai 2011, 22:15 Uhr

Außerdem nehme ich an der Herr Alvaro will sich bei den vroniplag.de Initiatoren nur gebührend bedanken mit Blümchen oder so -falls er denn die Kampfabstimmung gewinnt ;)

“Duell um Koch-Mehrins Nachfolge: Alvaro will FDP im EP führen

Von Till Schwarze
Nach dem Rücktritt von Koch-Mehrin dürfte es in der FDP-Gruppe des Europaparlaments zu einer Kampfabstimmung kommen. Der FDP-Abgeordnete Alexander Alvaro kündigt bei n-tv.de an, sich um den Vorsitz bewerben zu wollen und damit gegen Alexander Graf Lambsdorff anzutreten. “Ich würde nicht kandidieren, wenn es hoffnungslos wäre”, sagt Alvaro.
Der FDP-Politiker Alexander Alvaro hat angekündigt, nach dem Rücktritt von Silvana Koch-Mehrin als Gruppenchef der deutschen Liberalen im Europaparlament zu kandidieren. “Ich habe mein Interesse an der Nachfolge bekundet und den Abgeordneten im Europaparlament mitgeteilt, dass ich als Vorsitzender der Delegation kandidieren möchte”, sagte Alvaro n-tv.de.”
http://www.n-tv.de/politik/Alvaro-will-FDP-im-EP-fuehren-article3316481.html

Wie aus dem Artikel hervorgeht hat er schließlich erkannt:
“”Kein natürlicher Nachfolger”

Alvaro kritisierte gegenüber n-tv.de die scheinbare Festlegung auf den 44-jährigen Lambsdorff als Nachfolger Koch-Mehrins. “Ich glaube nicht, dass man 12 Stunden nach ihrem Rücktritt bereits einen natürlichen Nachfolger benennen kann.”"

Dafür habe ich natürlich vollstes Verständnis und Blümchen wären das mindeste für diese herausgehobene Position
:D :D

102) Scuba, Mittwoch, 18. Mai 2011, 23:12 Uhr

Die Motive der Jäegr sind vollkommen egal. Wenn Plagiate in eienr Doktorarbeit sind, dann sind da Plagiate drin, vollkommen egal, ob man jetzt aus Bosheit, aus Wahrheitsliebe oder aus Langeweile angefangen hat zu suchen. Außerdem glaube ich an den alten Spruch:
“Man is least himself when he talks in his own person. Give him a mask and he will tell you the truth”
- Oscar Wilde

103) JG, Donnerstag, 19. Mai 2011, 00:43 Uhr

@ Peleo

Das mit dem “Wir veröffentlichen keine anonymen Leserbriefe” ist eine dieser schönen Journalistenheucheleien, über die nie geredet wird.

Tatsächlich: Anonyme Schreiben werden nicht veröffentlicht. Allerdings wird in der Regel auch nicht der Absender überprüft. Wirkt seine Adresse halbwegs glaubhaft, druckt man das Schreiben ab. Ich kann Ihnen aus zuverlässiger Quelle versichern, daß auf diese Weise auch als überaus seriös betrachtete Blätter Anonymes abdrucken.

Aber apropos: Wenn es keinen Grund zum “Auftritt mit geschlossenem Visier” gibt, weshalb gibt es dann immer wieder Veröffentlichungen, bei denen es zum Urheber nur heißt “Name und Anschrift sind der Redaktion bekannt”?

Vielleicht weil man sich Recht leisten können muß? Weil Recht ist, was man sich leisten kann? Weil gern in Festtagsreden – zum Beispiel zu jedem 3. Oktober – über unseren wundervollen Rechtsstaat geschwatzt wird, nicht aber darüber geredet, wie auf ganz rechtsstaatliche Weise das Recht des Stärkeren durchgesetzt wird, immer wieder, Tag für Tag, Motto: Einfach so lange mit Klagen und ähnlichem überziehen, bis der Gegner nicht mehr kann, sei es nervlich, sei es finanziell? Weil jemand, der einen Abmahnanwalt einen Abmahnanwalt nennt, sofort mit einer Abmahnung rechnen darf?

104) Willi, Donnerstag, 19. Mai 2011, 09:31 Uhr

Nachdem ich die Kommentare überfolgen habe, befürchte ich fast, der Erste zu sein, der schreibt: Herr Spreng hat recht!

Selbst in einem niveauvollen Blog mit meist niveauvollen Kommentaren wie hier schleichen sich in einem durchaus im wahrnehmbaren Prozentbereich der Kommentare Formulierungen wie “miesester und unqualifizierter Beitrag” und “Spreng spiegelt Doppelmoral” ein. Ob das wohl face to face genau so oder vielleicht nicht etwas wohlüberlegter formuliert würde?
Geht man dann in die “Niederungen” des Web, z.B. in ganz normale Fußballforen oder auch nur in die Kommentarspalten unter Artikel der Startseiten von Freemailanbietern – “holla die Waldfee”. Nicht umsonst wurden für Internetdiskussionen ironische Regeln entwickelt wie z.B. die Godwin-Regel, dass mit fortdauernder Web-Diskussion die Wahrscheinlichkeit eines Nazivergleichs gegen 1 tendiert. Und ich befürchte – ohne recherchiert zu haben – dass die Masse der Menschen eher bei web.de als bei Niggemeier kommentiert.

Persönlich frage ich mich schon seit GuttenPlag, wer wohl die Menschen sein mögen, deren Hobby die Suche nach Fehlern anderer ist. Hart formuliert: Tageslichtscheue Gestalten? Sozialunverträgliche? Ich hätte für so etwas schlicht keine Zeit.

Wäre es nicht sinnvoller, in dieser Zeit sich um seine Familie zu kümmern? Ein Ehrenamt auszuüben?
Womit wäre unserer Gesellschaft mehr geholfen: Veronica Stoiber darf keinen Doktortitel mehr führen oder ein wohltätiger Verein hat einen Helfer mehr?

Würden mehr Menschen dafür Sorge tragen, dass im Kleinen, also im täglich Erlebten und im eigenen Umfeld, die Lage besser wird, anstatt die Gesamtgesellschaft verbessern zu wollen, dann würden Sie eben diesen Effekt besser erreichen.

105) Peleo, Donnerstag, 19. Mai 2011, 09:36 Uhr

@ Frankilein66 und @ JG

Alles richtig. Fast alle Argumente hier, die hier gegen Herrn Spreng vorgebracht werden, überzeugen mich.

Gefühlsmäßig ist es für mich aber ein Unterschied, ob ich im Netz unterwegs bin (mit Pseudonym wie hier) oder ob einen Leserbrief in der Lokalzeitung (mit vollem Namen) schreibe. Aber warum eigentlich? Das war meine – durchaus ernst gemeinte – Frage.

106) retorix, Donnerstag, 19. Mai 2011, 09:42 Uhr

Herr Spreng,
wie passt in Ihre Argumentationskette dann eigentlich der “Tote Briefkasten” ganz oben hier auf dem Blog?

107) Gioconda, Donnerstag, 19. Mai 2011, 19:39 Uhr

Lieber Herr Spreng,

ich konnte jetzt nicht alle Kommentare lesen, deshalb riskiere ich hier mal Redundanz.

Lesen Sie mal über die Hassmails, die Herr Fischer-Lescano, der mit offenem Visier da stand, erhalten hat.

http://www.sueddeutsche.de/politik/guttengerg-affaere-verhasster-enthueller-1.1067213

Was die Stoiber-Tochter betrifft: na, so ganz privat ist die auch nicht. Es wäre z.B. interessant zu wissen, ob Kinder von Prominenten eher durchgewunken werden…

Was ich überhaupt nicht verstehe: warum es Ihr Bild komplettieren würde, wenn Sie den “Enthüller” kennen würden. Was ändert das an einem Betrug? Ein merkwürdiges Argument, finde ich.

108) Peleo, Donnerstag, 19. Mai 2011, 22:39 Uhr

@ ML und Scuba

Danke für das Oscar-Wilde-Zitat.

109) Martin, Freitag, 20. Mai 2011, 23:58 Uhr

@ Sascha. Ich habe mich nur auf die Tatsache konzentriert, dass singemäße Zitate nicht in Anführungsstriche stehen müssen, auch nicht kursiv gestellt werden müssen, allerdings muss natürlich eine Fußnote mit Quellenangabe dahinter stehen.
Ich habe mir seine Arbeit nicht angeguckt, wenn Zitate ob Vollztitate oder sinngemäße Zitate nicht mit Quellen versehen werden, ist das natürlich ein Fehler.

110) sk8erBLN, Samstag, 21. Mai 2011, 16:54 Uhr

Zitat Spreng “Anonymität aber ist grundsätzlich feige, wenn die Enthüllung Politiker betrifft, und schändlich, wenn es um Privatpersonen geht. ”

Und nun Herr Spreng? Wirklich schädlich dass die Doktorarbeiten analysiert werden? Das Gegenteil ist der Fall. Es sichert die Qualität des Wissenschaftsstandortes Deutschland. Dass Personen der Zeitgeschichte und darunter lassen sich Politiker subsumieren, das Pech haben besonders im Fokus der Medialen Berichterstattung zu stehen dürfen Sie IMHO nicht denjenigen anlasten die nach Plagiaten suchen. Das kann auch wesentlich geräuschloser über die Bühne gehen wie dieses Beispiel zeigt. Die Konsequenzen sind sogar weitreichender als bei einer Silvana Koch-Mehrin die es ja bevorzugt weiterhin über 9000 Eur Brutto zu kassieren als bekanntermaßen faule EP Abgeordnete.
Warum eigentlich lese ich zu diesem Aspekt nichts hier? Oder zur Chuzpe des BW Landtagsabgeordneten der mit seinem Doktortitel aktiv im Wahlkampf tätig war und trotzdem glaubt nun in den LT einziehen zu können.

Die “Jäger” wie sie sie nennen, Prüfer wäre angemessener, müssen gar nichts! Die Betrüger sollten aber sie ziehen nicht mal Konsequenzen wenn sie erwischt werden.

Alles nur geklaut
Plagiats-Professorin hat gekündigt

Die Professorin, der von der Technischen Universität Darmstadt der Doktortitel aberkannt wurde, hat am Donnerstag gekündigt. Die Fachhochschule hat dies zur Kenntnis genommen – der Plagiatsfall ist abgeschlossen. “Die Angelegenheit hat sich für die Fachhochschule somit innerhalb weniger Tage erledigt. Die frei gewordene Stelle wird schnellst möglich wieder besetzt”, heißt es in einem Schreiben der FH. Und Präsident Detlev Buchholz (Foto) hebt hervor, dass ihm bei allen Problemen in diesem Zusammenhang der Aspekt der Fairness wichtig war: “Grundsatz unserer Campuskultur ist der von Achtung und Toleranz geprägte Umgang miteinander.”

Der Plagiatsfall wurde am 11. Mai bekannt. Eine Wissenschaftlerin las die Arbeit von Anette S. und stieß auf Textstellen, die ihr sehr bekannt vorkamen: Frau S. hatte sie in ihrer Dissertation “Ästhetische Konstellationen” über mehrere Seiten zitiert, ohne Hinweise auf die Quellen. Auch bei anderen Kollegen soll die Professorin der Fachhochschule Frankfurt ohne Hemmungen abgekupfert haben.
http://www.journal-frankfurt.de/?src=journal_news_einzel&rubrik=5&id=13177

111) Peter Schmidt, Dienstag, 24. Mai 2011, 14:38 Uhr

Herr Sprengler,
zum einen ist es wahrlich komisch, dass ein Journalist nicht einmal „weiß“ schreiben kann.

Zum anderen ist die Idee komisch, dass es hülfe, wenn jemand einen Namen unter seine Arbeit schreibt. Denn fühlt es sich besser an, wenn man jemanden mit einem Namen ansprechen kann, egal ob der nun stimmt oder es sich nur um ein Pseudonym handelt? Ein Name sagt
Wir sollten liberal genug sein, die Entscheidung über die Namensnennung dem Einzelnen zu überlassen, so er denn im Internet endlich diese Wahl hat.

Die Datensparsamkeit scheint hier zu helfen, die Bildung von Personenprofilen zu verhindern, was ansonsten im Internet leider viel zu einfach möglich ist.

112) Stefan Herwig, Sonntag, 29. Mai 2011, 15:03 Uhr

Ich finde, dass Herr Spreng mit seinem Artikel in der Tendenz recht hat. Wir müssen das verhältnis von Anonymität und Identifizierbarkeit im Netz neu überdenken.

Wäre die Arbeit von Veronica Stoiber auch ins Visier der “Plagger” gefallen, wenn sie nicht zufälligerweise die Tochter die eines eher unbeliebten Politikers wäre?

Dass man Arbeiten überpüft ist sicherlich auch dann statthaft, wenn man selbst eine gewisse politische Überzeugung hat, oder animlositäten ausleben will. Aber die öffentliche Blosstellung ist es in diesem Falle, die Veronica Stoiber nicht verdient hat, und die der Plaggerei hier inen schlechten beigeschmack verleiht. .

Ebenso scheint es mir, als ob Politiker bestimmter politischr Parteien eher ins Raster der Plagger fallen, als Vertreter andere Parteien.

Und: welche Politiker sind überpüft worden und es hat sch kein Verdacht wegen Plagiaten ergeben? Sollte das nicht aus in die Öffentlichkeit gehoben werden? Oder kommen in diesem falle nur die Politiker durch, die es gleich “richtig” gemacht haben, und einen professionellen Ghostwriter angestellt haben, der denen dann eine “eigenständige” Arbeit anfertigt?

Wie auch immer, es ist m.E. durchaus sinnvoll, die Frage nach der Identität der Plagger zu stellen, und nach deren Motiven. Und es ist auch sinnvoll, zu verlangen, das angehörige ALLER politischen Partein – wenn überhaupt – paritätisch überprüft werden, sowie dass Personen eines nichtöffentlichen interesses au der Öffentlichen Betrachtung herausgehalten werden.

Gruß,

Stefan Herwig

113) John Dean, Dienstag, 07. Juni 2011, 14:48 Uhr

Ich gehörte dazu.

Die Sache mit der Stoibertochter:

Erstens, es geht hier nicht um einen “Pranger”, es geht hier nicht um die Veröffentlich hochprivater Angelegenheiten, sondern nur um wissenschaftliche Standards. Zweitens geht es aber mituntner auch darum, Fälle von Begünstigung offen zu legen. Gerade, weil es eben doch sehr darauf ankommt, dass wissenschaftliche Standards verteidigt werden, ganz allgemein, gegen typische PR-Strategien (z.B. von Pharmakonzernen), aber auch gegen Fälle von persönlicher Begünstigung u.ä.

Ein wissenschaftlicher Doktor mag für manche nur Schmuck sein: Indes, das wäre sehr verkehrt.

Zur Anonymität:

Erst die Anonymität macht bestimmte Dinge möglich. Hier, in diesen Fällen der wissenschaftlichen Überprüffung, ging es niemals darum, mit Schmutz zu werfen. Das Vorgehen ist völlig (!) transparent, und der Maßstab, der angewendet wird, ist – hoffentlich doch – nachvollziehbar.

Und klar, Personen aus politischen Umfeld – auch aufgrund ihrer Vorbildfunktion – sind für derartige Überprüfungsvorgänge besonders interessant. Das Ganze dient eben auch zur Abschreckung: Keinen Schindluder mit der Wissenschaft zu betreiben! Und, was die öffentlichen Ämter angeht, ist es auch dort hilfreich zu wissen, nicht zuletzt für die Wähler, wer dort mit zweifelhaften Methoden zu seinem Doktortitel gelangt ist.

Wer über die Motive der übrigen (übrigens idR. weitaus aktiveren – im Vergleich zu mir) Plagiatejäger etwas erfahren möchte, dem sei der Besuch der Seite Vroniplag empfohlen – viele Plagiatejäger geben dort direkt Auskunft. Mehr noch, man kann sie direkt ansprechen und befragen.

Aber ein Recht darauf, dass die Anonymität aufgehoben wird: Woraus sollte sich dieses ergeben? Wir bekleiden keine öffentlichen Ämter – und wir tun weder etwas Böses, noch etwas Verbotenes. Besser noch: Die Plagiatejäger tun etwas wichtiges, nützliches.

Dass die FDP besonders stark betroffen war, tut mir persönlich leid (obwohl ich diese Klientelpartei nicht ausstehen kann), aber nun, es sind eben besonders viele FDP-MdBs Doktoren, und hier wiederum recht viele vom eher “karriereschnittigen” Typ.

Dafür wiederum können wir nichts.

114) John Dean, Dienstag, 07. Juni 2011, 14:51 Uhr

Nebenbei angemerkt:

Eine transparente wissenschaftliche Überprüfung ist sicherlich keine “Denunzation”.

115) John Dean, Dienstag, 07. Juni 2011, 14:58 Uhr

Noch eine Ergänzung:

Im Übrigen teile ich die Bedenken von Herrn Spreng gegenüber Anonymität im Netz. Das ist eine sehr zweischneidige, mitunter sogar sehr negative Sache, sobald die Würde der Person angegriffen wird, oder dann, wenn falsche Gerüchte gestreut werden.

Für viele ist Anonymität aber auch die einzige Möglichkeit zur wirklich freien Meinungsäußerung, und sei es, weil der/die Betreffende wegen geäußerter Meinungen keine Nachteile bei der Stellensuche erleiden möchte, und zwar für Meinungsäußerungen, die an sich völlig unbedenklich und in Ordnung sind.

Insofern stimmt es mich schon etwas bedenklich, wenn sich ausgerechnet die Partei der “Freiheitsstatue der Republik” gegen Anonymität im Netz wendet, und zwar ausgerechnet, weil auf diesem Weg zutreffende (!) Vorwürfe gegen eigene Mandatsträger zur Kenntnis gebracht wurden. Das lässt mich denken:

Die FDP hat ein taktisches Verhältnis zur Meinungsfreiheit.

Pardon, Herr Alvaro & Co.

116) Stephan Fröhder, Freitag, 24. Juni 2011, 16:24 Uhr

Zustimmung, Herr Spreng! Die Demokratie auf der wiki-Plattform anonym voranbringen zu wollen – als verdeckt ermittelnde Agenten der “neuen digitalen Gerechtigkeit und Freiheit” die Bösen in Politik und Gesellschaft zu entlarven – ist ein Widerspruch in sich selbst. Jeder für sich und keiner für alle? Da geht es letztlich nicht um Aufklärung, sondern um Kompensation. Dass die neue Sekte der Gutten- und Vroniplagger so viel Zuspruch findet, ist allerdings Ergebnis dessen, wie in Politik, Wirtschaft und Medien schon lange mit den Spielregeln umgegangen wird, die u.a. einen Rechtsstaat zusammenhalten sollten. Offenbar kann man nicht Offenheit, Streitkultur und Diskurs verlangen, wenn Volksvertreter und Regierung dafür kein wirkliches Vorbild abgeben. Verrückt an der Sache ist nur, dass die eifrigen anonymen Kritiker auf die Dauer merken werden, dass Gesellschaft sich nicht über Internetkommentare herstellt und man eine wirklich bessere Politik für Deutschland nicht bei ebay oder amazon bestellen kann.

117) Rosenkranz007, Freitag, 01. Juli 2011, 16:40 Uhr

Daß Herr Chatzimarkakis offenbar die Dreistigkeit besitzt, am 3.7.2011 bei “Frau Will” aufzutreten, um sich dort in vermutlich als “Opfer” von Vroniplag und des “Internetprangers” zu stilisieren, schlägt dem Faß ja nun wirklich den Boden aus.
Der Fall ist so eindeutig, daß ihn ein jeder binnen zehn Minuten dank Vroniplag nachprüfen kann. Die Uni Bonn wird ihm folglich am 13.7. den Titel aberkennen. Jeder “normale” ertappte Plagiator müßte sich ins Eck setzen, sich schämen und – so er Format besitzt – sein politisches Mandat aufgeben.
Und Herr Chatzimarkakis? Entweder ist er komplett von seinem Brüsseler Paralleluniversum aufgesogen worden und fühlt sich als Opfer einer Art Majestätsbeleidigung – oder aber er spekuliert darauf, die mediale Öffentlichkeit doch noch irgendwie hinters Licht führen zu können. Beides macht die ganze Chose nur noch peinlicher. Vor allem für ihn.

118) U. Koch, Montag, 04. Juli 2011, 11:51 Uhr

Der moralinsaure Rigorismus in der Beurteilung von Personen, die bei Abfassung ihrer Doktorarbeit mehr oder weniger abgeschrieben haben, geht mir langsam auf den Keks. Natürlich ist das nicht zu tolerieren und muss zur Aberkennung des Titels führen. Wenn aber auch die Aufgabe aller öffentlicher Ämter gefordert wird, scheint mir das angesichts der Bewertung anderer gravierender Verfehlungen (z. B. Stasi-Vergangenheit) jedoch überzogen. Oder wie haben sich denn die gleichen Sittenwächter geäußert, als die tätlichen Angriffe Joschka Fischers auf Polizisten bekannt wurden? Anscheinend ist es erheblich verwerflicher, wenn eine Endzwanzigerin (Koch-Mehrin) oder ein etwas älterer Europaabgeordneter (Chatzimarkakis) in einer Dissertation Quellen nicht oder nicht korrekt angeben als wenn ein 25jähriger Chaot Polizisten verprügelt. Hier stimmen doch Ihre Maßstäbe und die mancher öffentlich-rechtlicher Parteibuchjournalisten nicht mehr. Oder ist die Parteizugehörigkeit letztendlich entscheidend für die Beurteilung eines Vergehens?
U. Koch

119) beimerin, Montag, 04. Juli 2011, 17:02 Uhr

@ U. Koch: Jeder Mensch und jeder Politiker muss sich seiner Vergangenheit und seinen Verfehlungen stellen. Und jeder Mensch, der Demut zeigt, das eigene Fehlverhalten bereut, sich entschuldigt, hat auch eine zweite Chance verdient. Man kann in diesem Zusammenhang aber nicht Äpfel und Birnen vergleichen. Es geht bei Vroniplag um das Überprüfen von Dissertationen hinsichtlich wissenschaftlicher Standards und Urheberrechte und eben nicht um Körperverletzung oder Menschenrechte. Herr Dr. Chatzimarkakis hat ganz offensichtlich zu einem Großteil Inhalte aus anderen Werken kopiert und in seine Dissertation einfließen lassen, ohne diese Stellen mit korrekter Zitierweise (und für jeden erkennbar) zu kennzeichnen. Er sprach gestern noch von einer speziellen “Oxford-Zitierweise”. Diese existiert jedoch nicht. Ein Blick auf die Webseite der Oxford-Universität genügt. Dort steht, dass die Zitate ganz klar erkennbar sein und sich vom eigenen Text abheben müssen (siehe dazu: http://bit.ly/l99WUN). Herr Koch, ein Blick auf Vroniplag genügt, um den offensichtlichen Betrug nachvollziehen zu können. Und selbstverständlich muss hier seitens der Universität zu Bonn eine Entscheidung getroffen werden. Mir geht es auf den Keks, wenn Menschen versuchen offensichtliche Betrügereien unter den Teppich zu kehren.

120) J.v.d.Heiden, Montag, 04. Juli 2011, 17:34 Uhr

Jedwede Art und Weise des Betruges ist Unrecht. Und solange sich diese Verbrecher mit Hilfe des Gesetzes versuchen zu verstecken oder rein zu waschen haben auch die Moralisten welche sich nicht nennen oder zeigen wollen eine Daseinsberechtigung. Sie sind nicht besser oder schlechter als die Betrüger in Politik oder Wirtschaft. Wir sollen gegen das Unrecht ankämpfen aber annoym bleiben dürfen wir nicht. Wie oft haben schon die hohen Tiere mit Sanktionen oder Verleumdungsklagen gedroht. Deshalb ist es auch ein Schutz für die Informanten. Es kann nicht nach dem Gesetz gehen jeder ist gleich vor dem Gesetz, doch manche sind gleicher.
Es muß für alle die gleichen Rechte und Pflichten geben. Und gerade wenn man im Mittelpunkt der Öffentlichkeit steht muß man stärkere Konsequenzen in Kauf nehmen als ein kleiner Arbeiter. Es geht hier um die Beispielwirkung. Ich glaube keinem Politiker oder Manager welcher Lügt und Betrügt. Für Lügner und Betrüger gibt es nur eine begrentze Würde. Hier ist sogar diese Absetzung aus allen Ämtern angebracht. Oder wollen wir diese Mitmenschen als unsere Beispiel nehmen? Wie soll ich meinen Kindern diese geistige Fehlleistungen erklären? Sie sollen ehrlich sein. Dies geht aber nur wenn wir alle zu unseren Fehlern stehen. Und dieses tun die wenigsten Verbrecher!
Ausser sie zeigen Reue und ändern sich ehrlich.
Im übrigen hat es eine freie Meinungsäußerung in diesem Staat (auch in anderen) noch nie gegeben, denn du mußt immer mit Repressionen leben ob vom Chef, Arbeitgeber, Lehrer oder anderweitigen Subjekten.

121) Magnus, Mittwoch, 13. Juli 2011, 16:03 Uhr

Nein, die Plagiatsjäger müssen sich nicht stellen. Es ist vollkommen unerheblich, wer aus welchem Grund ein Plagiat aufdeckt. Es ist einzig und allein wichtig, dass dies gut und nachvollziehbar begründet wird. Das ist der Fall. Ihre Herangehensweise, Herr Spreng, ist vollkommen unwissenschaftlich. Das Argument zählt, nicht die Person!

122) RickMcPhail, Mittwoch, 13. Juli 2011, 17:24 Uhr

schlechter artikel des bloggers. die seite ist transparent. die vorgehensweise ist transparent. man kann mit den “jägern” chatten und mails austauschen. es geht um die wahrung ihrer anonymität, damit nicht irgendwelche verrückten sich rächen können.

welchen nutzen hätte denn sonst eine offenlegung der einzelnen personen?

123) Prof. Dr. Joerg Zwirner, Mittwoch, 13. Juli 2011, 17:35 Uhr

vor 10 Wochen begann ich mit dem weltweit ersten (?) wissenschaftlichen Enthüllungsblog, der Betrugsfälle aus den Life Sciences (Biomedizin) selbst recherchiert, kommentiert und publiziert, ohne Einschaltung von universitären Untersuchungskommissionen und unter eigenem Namen:
http://abnormalscienceblog.wordpress.com/

Ergebnis:
sehr große Resonanz, bis zu 1000 Klicks pro Tag.
Eine Unterlassungsklage
drohender Entzug der Venia legendi

Ich habe mich also gestellt!
und mache weiter, weil es große Genugtuung verschafft, wenn sich das schier Unmögliche doch umsetzen läßt.
Für alle Anderen gilt Ihre Empfehlung jedoch uneingschränkt:
STELLT EUCH NICHT und bleibt anonym.

124) DFranzenburg, Mittwoch, 13. Juli 2011, 18:03 Uhr

Zitat:
“Wer steckt zum Beispiel dahinter, dass eine Privatperson wie Veronica Stoiber [...] schwer geschädigt wird?”

Es ist schon ein starkes Stück, den “kollaborativen Dokumentaristen”, wie sich die sogenannten Plagiatsjäger selbst nennen, zu unterstellen, sie hätten zu verantworten, daß Veronica Stoiber schwer geschädigt wurde.

Die “schwere Schädigung” hat Frau Veronica Stoiber einzig selbst zu verantworten. Nämlich mit ihrer eigenen mangelhaften Dissertation! Sonst niemand!

Dietmar Franzenburg

125) machiavelií, Mittwoch, 13. Juli 2011, 18:07 Uhr

Ein Kind vergiss sein Fahrschein und wird ohne Rücksicht aus der Bahn rausgeworfen.
Wenn “einfache” Menschen gegen die “Ordnung” der Gesellschaft verstoßen ruft der Mob: HÄRTER Bestrafen. Sie aber verlangen Milde für kriminelle Betrüger der UNION und FDP.
Armes Deutschland!

126) Dr. A. Dieu, Mittwoch, 13. Juli 2011, 20:02 Uhr

Herr Spreng, Ihr Artikel ist ein Zisselmännchen, kein Sprengsatz.
Stellen Sie sich mal vor, alle Journalisten würde auf feige anonyme Informanten verzichten.
Bleiben Sie locker! – Oder gehen Sie mit gutem Beispiel voran: Schaffen Sie Ihren toten Briefkasten ab; Sie öffnen dem anonymen Denunziantentum ja Tür und Tor.

127) Konrad, Mittwoch, 13. Juli 2011, 23:41 Uhr

Nein, eben nicht: Kaum noch. In Netz war es nie anders; hier sind die Pseudonyme die Regel, nicht die Ausnahme. Zu behaupten, im Internet würde sich versteckt ist ein Nichtverständnis der Soziologie und Geschichte des Mediums. Hier funktioniert das eben so und war eben auch schon immer so.

Warum haben Sie übrigens auf der Startseite Ihres Blogs einen Hinweis, man könne Sie auch anonym kontaktieren?

128) anonymous, Donnerstag, 04. August 2011, 07:57 Uhr

Hm, ausgerechnet ein Redakteur eines der schlimmsten Boulevardblätter fordert die Offenlegung von Namen?

Haben Sie Angst, dass wir etwas über die Methoden der BILD herausfinden könnten? In dem Fall kann ich Sie beruhigen – der Wahrheitsgehalt dieses Blattes dürfte den meisten Menschen bekannt sein.

129) Janis, Donnerstag, 04. August 2011, 16:37 Uhr

Finden Sie auch dass sich die Wikileaks Betreiber outen sollten?

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