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Mittwoch, 18. Mai 2011, 14:15 Uhr

Schwarm-Intelligenz und Schwarm-Feigheit

Die heftige Reaktion auf meinen kleinen Beitrag “Die Jäger müssen sich stellen” zwingt mich, zum diesem Thema noch etwas weiter und tiefergehend auszuholen. Und auch ein bisschen mein eigenes Leben auszubreiten. Mir wird vorgeworfen, ich verstünde das Internet nicht. Das mag so sein. Denn ich ich sehe meinen Blog lediglich als verlängerte Werkbank meiner journalistischen Lust am Schreiben, Analysieren und Kommentieren.

Aber von einem habe ich Ahnung: von der Meinungsfreiheit. Sie ist (neben meiner Frau) die große Liebe meines Lebens. Ich habe mein Leben lang immer – meist unverblümt – meine Meinung gesagt und geschrieben. Schon als Schüler galt ich als aufmüpfig, weil ich Lehrern vor versammelter Klasse meine Meinung gesagt habe. Was sicher auch zu der einen oder anderen schlechten Note beigetragen hat.

Als Schüler engagierte ich mich bei der Schülerzeitung, schrieb Leserbriefe an die “Frankfurter Rundschau” und FAZ, gründete mit anderen eine antiautoritäre Schülerorganisation, galt in der Jungen Union als “Roter”.

So verhielt ich mich auch als Journalist. Schon mit 20 entlarvte ich lieber einen Immobilienbetrüger, als mich durch 15.000 Mark davon abhalten zu lassen. Und während meiner Springer-Zeit wurde zweimal wegen Geheimnisverrat gegen mich ermittelt.

Und ich war der Schrecken meiner Vorgesetzten. Nicht wenige wollten mich feuern, weil ich in Konferenzen oder im Vier-Augen-Gespräch zu kritisch und zu offen war oder weil ich Eingriffe in meine Arbeit nicht akzeptieren wollte. Bei Springer stand ich bei einem Vorstandsvorsitzenden auf der Abschussliste, weil ich kein unrecherchiertes Material gegen Leo Kirch drucken wollte, ein anderer sagte mir, ich sei der “unverschämteste Chefredakteur”, der ihm je begegnet sei.

Leo Kirch wiederum verlangte später in fast jeder Aufsichtsratssitzung meine Entlassung , weil ich mich immer wieder kritisch über seinen Freund Helmut Kohl ausgelassen habe.

Ich weiß also, was Meinungsfreiheit ist und dass ihre intensive und extensive Ausnutzung, wie ich sie betrieb, mit Risiken verbunden ist. Aber das Risiko hält sich in einem freiheitlichen Rechtsstaat in vertretbaren Grenzen. Die wunderbare Chance unserer Gesellschaft, Meinung jederzeit und an jedem Ort zu äußern, ist auch das Risiko beruflicher Rückschläge wert. In unfreien Staaten sieht das natürlich anders aus: dort gibt es zur Anonymität leider häufig keine Alternative.

Ich schreibe das nicht, um mich als Helden zu stilisieren (was ich sicher nicht bin), sondern nur deshalb, um deutlich zu machen, warum die Meinungsfreiheit die große Liebe meines Lebens ist. 

Meinungsfreiheit ist nicht von Generationen vor mir mit Blut und Opfern erkämpft worden, um im Internet zu anonymer Denunziation zu verkommen. Für eine Spickmich-Gesellschaft ist sie nicht erfunden und durchgesetzt worden. Für sie haben auch die Väter des Grundgesetzes nicht den Artikel 5 formuliert. In einer freien Gesellschaft, in der man seine Meinung offen äußern darf, gehört zur Meinungsäußerung, erst recht zur Entblößung anderer, auch der Absender. Das bisschen Mut muss sein.

Das Internet hat Gutes und Böses geschaffen, hat der Meinungsfreiheit neuen und ungeahnten Raum gegeben, aber auch der Denunziation und Selbstentblößung Tür und Tor geöffnet. Das Internet, diese wunderbare Erfindung, ohne das zu Guttenberg zu unrecht noch seinen Doktortitel hätte und ohne das die Freiheitsbewegungen in den arabischen Ländern nicht dieses Echo und diese Durchschlagskraft erreicht hätten, dieses Internet ist Segen und Fluch zugleich.

Und zum Fluch gehört auch die, wie ich es nenne, Seuche der Anonymität. Meinung (und Denunziation) ist vom Risiko entkoppelt worden. Es ermöglicht Bekenntnis ohne Bekennermut, Kritik ohne Risko, Beschimpfung, Lächerlichmachung ohne Verantwortung. Es ist auch ein Medium der Feigen und der Mutlosen. Neben der Schwarmintelligenz gibt es auch die Schwarmfeigheit. Und darum ging es mir.

P.S. Mein anonymer Briefkasten ist kein Gegenbeweis. Denn dort eingeworfenes Material würde von mir nachrecherchiert, kritisch überprüft und dann unter meinem Namen veröffentlicht. Eben nicht anonym.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

132 Kommentare

1) Paul Ancel, Mittwoch, 18. Mai 2011, 14:24 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

weil ich jeden Ihrer Beiträge lese, weiß ich, dass wir in vielen Dingen so überhaupt nicht einer Meinung sind – und auch daraus ergibt sich für mich das Vergnügen bei der Lektüre.

Deshalb bin ich heute fast enttäuscht, wenn ich feststellen muss: Diesem Beitrag pflichte ich uneingeschränkt bei. Ich wünsche mir, er möge von vielen, vielen Internetnutzern gelesen – und verstanden.

2) Peer Sylvester, Mittwoch, 18. Mai 2011, 14:31 Uhr

Bravo!
In den meisten Fällen wird der Deckmantel “Anonymität” (oft verknüpft mit “Angst vor Spam” – Haha!) genutzt um ordentlich stänkern zu können, vom Leder zu ziehen und zu trollen. Wir leben schließlich in Deutschland und niemand der hier mit seinem Realnamen postet muss Repressalien fürchten.

Das mit der Anonymität ist übrigens kein Internet-Phänomen. Wer Leserbriefe aus der Prä-Internet-Zeit vergleicht, stellte schon damals einen signifkanten Unterschied zwischen denen die mit und die ohne Namen veröffentlicht wurden, fest.

Und wer mit Meinungsäußerung argumentiert schlägt alle ins Gesicht, die wirklich von Zensur betroffen sind (wie die Chinesen und Burmesen etwa).

Ich jedenfalls warte noch auf den ersten Kommentar, der wirklich ein _überzeugendes_ Argument hervorbringt, warum man hier anonym posten muss.

3) suki11, Mittwoch, 18. Mai 2011, 14:32 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

ich würde sowieso niemals ihre Redlichkeit in Abrede stellen. Aber das Thema “Überprüfung von Doktor-Arbeiten” hat mit “Meinungsfreiheit” doch gar nichts zu tun.

Hier geht es nur darum: Ist ein Dr.-Arbeit plagiiert oder nicht?
Und im Internet lässt sich das halt besser, schneller und leichter organisieren, wenn man sich nicht vorher extra mit Realnamen anmelden muss. Zumal diese Namen ja eh niemand überprüfen könnte.

Und wenn faktisch fest steh, dass eine Doktor-Arbeit in weiten Teilen kopiert wurde, dass ist das doch ein Fakt und es spielt keine Rolle, woher der Vorwurf kommt.

4) Robert Deecke, Mittwoch, 18. Mai 2011, 14:39 Uhr

Verstehe den Punkt nicht. Eine Recherche nach Plagiaten ist doch keine Meinung. Da werden Schnittmengen dargestellt.

5) Robert Deecke, Mittwoch, 18. Mai 2011, 14:40 Uhr

Weiterhin möge man mir den Punkt Denunziant erläutern.

6) wivo, Mittwoch, 18. Mai 2011, 14:47 Uhr

Es gibt die Feigheit, die sich im Internet austobt, meinetwegen auch die Schwarmfeigheit. -
Aber VroniPlag ist kein gutes Beispiel. Hier wird sachlich, ohne Ansehen der Person, intersubjektiv überprüfbar gemacht, was an Mauscheleien sonst nicht an den Tag kommen würde.

Herr Chatzimarkakis hat gestern bei “Lanz” genau in diese Kerbe gehauen: Er könnte sich nicht zur Wehr setzen, weil die Leute hinter VroniPlag anonym seien. Das ist absurd. Er kann sich zur Wehr setzen, indem er, genauso überprüfbar, die Vorwürfe Punkt für Punkt widerlegt, z.B. im Internet. Herrn Chatzimarkakis Vorgehen ist eine Nebelkerze, die vom eigentlichen Problem ablenken soll – genauso wie sein Hinweis auf verschiedene Zitierweisen.

7) Sven G, Mittwoch, 18. Mai 2011, 14:51 Uhr

Herr Spreng,

ich würde Ihnen recht geben, wenn die Researcher von VroniPlag nicht Ihr Rechercheergebnis publizieren würden, sondern editoriale Artikel nach dem Motto: “Frau Saß hat plagiiert.” ohne, dass dies überprüfbar wäre. Das wäre in der Tat “Rufmord”.

Das ist aber nicht der Fall. Es werden Rechercheergebnisse ins Netz gestellt – Fakten, keine Meinungen, keine Mutmaßungen. Und diese Fakten kann jeder Journalist oder Universitätsrepräsentant recherchieren und sich dann seine Meinung dazu bilden.

Der Vergleich zu “Whistleblower”-Hinweisen und Informanten für Journalisten (z.B. “Deep Throat”), ist deshalb nicht abwegig. Es ist egal, wer ich bin, wenn ich Fakten vorbringe.

8) Mark, Mittwoch, 18. Mai 2011, 14:52 Uhr

Ihre Liebe zur Meinungsfreiheit ehrt Sie, Herr Spreng, und das auch ist einer der Gründe, weshalb ich inzwischen regelmäßig hierher komme, um ihren Blog zu lesen. Nicht immer bin ich mit allem einverstanden, aber interessant, lesenswert und (meist) abseits des “politisch korrekten” sind ihre Beiträge allemal.

Aber Sie müssen doch auch einsehen, dass es einen Unterschied zwischen einem alten Journalisten-Haudegen mit gutem Netzwerk und einem “kleinen Licht” gibt, einer Person, die wahrscheinlich nicht mal Journalist ist sondern sich vielleicht nur darüber ärgert, dass wieder ein Politiker auf “dicke Hose” macht und stolz einen ergaunerten Doktor-Titel vor sich herträgt. Ein Normalo also, der sich in seiner Freizeit, neben Beruf und Familie, mit den Mächtigsten anlegt. Nochmal: ICH als Bürger muss die Identität einer solchen Person nicht wissen, um das Ergebnis bewerten zu können.

Glauben Sie mir, eine solche Person würde möglicherweise schon bei minimalstem Druck (z.B. über den Arbeitgeber oder durch die Ankündigung von rechtlichen Schritten) einknicken, weil die Politiker-Entzauberung nunmal nicht sein Beruf oder sein Lebensziel ist. Insofern würde ich diese kleinen Helden ganz klar als “Informanten” ansehen, die eben “Informantenschutz” geniessen. Gerade um sie eben von den langen Armen der Polit-Krake zu schützen.

Abschließend kann ich aber auch sagen, dass ich grundsätzlich nur das veröffentliche, was ich auch in der Öffentlichkeit sagen würde. Ich nutze also die vermeintliche Anonymität hier nicht aus, um Zeug abzusondern, dessen ich mich schämen müsste (andere mögen das anders sehen). Gleichwohl poste ich nicht unter meinem vollen Namen, denn das Internet vergisst nie, und ich muss ja nicht unbedingt alles das, was ich hier schreibe, für immer und ewig findbar machen, unter meinem vollen Namen. Für die Diskussion hier reicht es, wie es ist, und das ist gut so. (Und würden Sie einen Klarnamen erfordern, würde ich aufhören zu kommentieren. So wichtig ist mir die Veröffentlichung meiner Meinung dann auch wieder nicht.)

9) Chris, Mittwoch, 18. Mai 2011, 14:57 Uhr

@Robert Deecke: Das ist einfach:
Unter Denunziation versteht man die – häufig anonyme und/oder öffentliche – Beschuldigung oder Anzeige einer Person oder Gruppe aus nicht selten niedrigen persönlichen oder oft politischen Beweggründen [...]
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Denunziant

:-)

10) Dr. Martin Klicken, Mittwoch, 18. Mai 2011, 15:00 Uhr

Herr Spreng,
es gibt verfassungsmäßig geschütze Rechte der Bürger in diesem Land, z.B. an jeglichen Telekommunikationsdiensten auch anonym bzw. mit Pseudonym teilnehmen zu dürfen. Es gibt freie und geheime Wahlen. Der Staat, und überhaupt jeder, darf nur die Informationen erheben, die er zur Erfüllung seiner Pflichten benötigt. Jede weitere Erhebung, Verarbeitung oder Speicherung von Daten ist unzulässig und ein Eingriff in unveräußerliche Rechte der Bürger.
Jetzt erklären Sie mir bitte mal, wozu Sie bei einer Abstimmung z.B. der Bundestagsabgeordneten wissen möchten, wie wer abgestimmt hat. Ist das nicht auch eine ganz wichtige Äußerung der Auffassung?
Und erklären Sie bitte, warum man zur Dokumentation von Plagiaten neben den völlig für sich sprechenden Fakten in einer öffentlichen Darstellung zu einer öffentlichen Arbeit jetzt noch persönliche Daten derjenigen erheben, verarbeiten, und dauerhaft speichern sollte (denn das werden sie im Internet!), die sich daran beteiligt haben.

Und dann würde ich gerne nochmal mit Ihnen gemeinsam über den obigen Satz von Ihnen sprechen: “Aber von einem habe ich Ahnung: von der Meinungsfreiheit.”

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Martin Klicken

11) FH, Mittwoch, 18. Mai 2011, 15:03 Uhr

Aber wieso denn Meinung, wieso Denunziation? Es handelt sich um überprüfbare Fakten, und ich kann wirklich verstehen, dass man aus der Angst, von einem jungen Doktoren plattgeklagt zu werden, lieber anonym bleibt.

12) Marcusb, Mittwoch, 18. Mai 2011, 15:16 Uhr

Lieber Herr Spreng,

ein wesentlicher Punkt wurde mehrfach genannt: Bei Dissertationen geht es nicht um Meinungen, sondern um objektiv leicht ueberpruefbare Fakten.

Ein anderer Punkt ist, dass halt nicht alle so mutig sind wie sie, aber trotzdem helfen wollen, Misstaende aufzudecken. Journalisten schuetzen ihre Quellen. Universitaeten schuetzen ihre Professoren. In jeder groesseren Firma gibt es eine Sekretaerin, die Einfluessen von Aussen abhaelt. Freiwillige im Netz haben das nicht. Eine Reaktion wie bei Guttenberg kann das Leben der freiwilligen Helfern aus den Angeln heben, wenn sie ungeschuetzt auf einen einprasselt. Wie soll man Menschen im Netz ohne Institution, ohne Geld, ohne Partikularinteressen zur Zusammenarbeit anregen, wenn man nicht die Moeglichkeit hat, minimale Barrieren zu errichten zwischen der Arbeit und dem Menschen, so wie sie jeder Angestellte, jeder Politiker, und jeder Wissenschaftler geniesst? Steht es diesen Menschen nicht zu, mitzuwirken an der Gestaltung der Gesellschaft, solange sie nicht bereit sind, grosse Energe und andere Mittel aufzuwenden, um sich ueber traditionelle Wege zu schuetzen?

Die Arbeit im Wiki ist nicht anonym, sie ist pseudonym. Die Beitraege einzelner Nutzer sind verfolgbar, in Echtzeit, transparent, und so bauen sich Personen unter einem Namen Glaubwuerdigkeit auf. Bei einem Gesetz wissen sie nicht, wer fuer den Text in der Vorlage im Einzelnen verantwortlich ist. Zeitungsartikel bedienen sich oft bei Pressemeldungen und anonymer Quellen, auch dort ist nicht alles verfolgbar. Im Wiki ist jeder Beitrag, jedes einzelne getippte Zeichen von seiner Entstehung an zuordbar und verfolgbar. Soviel Transparenz finden sie sonst in unserer Gesellschaft tatsaechlich nirgendwo.

Die Namen, die uns gegeben werden, sind ohnehin Zufall. Es geht also um Kontinuitaet, und darum, ob eine Person unter einem Pseudonym ueber einen laengeren Zeitraum ein Vertrauen aufbauen kann durch qualitativ hochwertige Zusammenarbeit. Dies ist im Wiki durchsetzbar.

Und dann gibt es neben den Einzelpersonen auch die Glaubwuerdigkeit des Wikis als Ganzes. Es mag fuer sich schwieirig nachvollziehbar sein, aber es ist moeglich, die chaotischen Prozesse, die am Anfang eines Wikis stehen, so zu kanalisieren, dass am Ende ein qualitativ hochwertiges Produkt raus kommt. Bei diesem Produkt ist zwar jedes Zeichen zurueckverfolgbar, aber die Qualitaet kommt nicht von dieser Verfolgbarkeit her, sondern ist das Ergebnis selbst-korrigierender Mechanismen. Sind die Weichen richtig gestellt (und das liegt in der Verantwortung mehrer Leute zu Beginn eines Projektes), gibt es eine unsichtbare Hand, welche das Wiki zu einem vertrauenswuerdigem Erfolg fuehrt. Unabhaengig von den Interessen einzelner. Der Vergleich mit Adam’s Smith unsichtbarer Hand in der Marktwirtschaft ist nicht zufaellig hier, obwohl die Mechanismen im Wiki voellig andere sind, gibt es einen aehnlichen Effekt vom Kleinen zum Ganzen.

Wir sind Vorreiter, und wissen, dass es Schwierigkeiten gibt, diese Prozesse zu verstehen und in ein traditionelles Gesellschaftsmodell einzubetten. Aber der Erfolg gibt uns Recht. Wir lassen uns an den Ergebnissen unserer Arbeit pruefen, zu denen stehen wir tatsaechlich, mit unserem Pseudonym und mit dem von uns erarbeiteten Vertrauen nach Aussen, mit unseren Realnamen auch nach Innen und ausgewaehlten Vertretern der Presse gegenueber.

MfG,
Marcus B.

13) Dr. Martin Klicken, Mittwoch, 18. Mai 2011, 15:19 Uhr

Noch eine Anmerkung, Herr Spreng. Wir haben in der letzten Zeit alle sehr eindrücklich erlebt, wie es laufen kann, wenn man Mist macht, und dann versucht zu verwirren, alles von sich zu weisen, vom Kern des Problems abzulenken, schlicht – Nebelkerzen zu werfen. Die Alternative wäre, sich einen Mist einzugestehen, und ein Charakter von Format würde dies auch immer sehr gut überstehen, tatsächlich würde der Respekt vieler Menschen gegenüber demjenigen sogar wachsen. Denn wir alle sind nicht davor gefeit, auch einmal Mist zu machen.

Und Ihr Artikel gestern, der war Mist.

Der Artikel auf dieser Seite nun besteht größtenteils aus prosaischer Ausgestaltung Ihrer Vita, wir kommen dabei aber dem Kern nicht näher. Es lenkt ab. Sie verwirren hier eher. Tun Sie das nicht.
So wie ich es hier aus den Kommentaren hier lesen, sind Sie ein Mann eines anderen Formats.
Sie können sich auch mal einen Mist eingestehen.

Beste Grüße,
Dr. Martin Klicken

14) i don’t care, Mittwoch, 18. Mai 2011, 15:26 Uhr

Lieber Herr Spreng,

Sie vergleichen leider Äpfel mit Birnen. Der Unterschied zwischen einer publizierten Meinung in einer privaten Diskussionsrunde, einem Zeitungsartikel und dem Internet ist, dass Sie in den beiden ersten Fällen eine gewisse Kontrolle über die Zugänglichkeit der Information haben. In einer privaten Diskussionsrunde können Sie davon ausgehen, dass die ausgetauschten Informationen einen relativ kleinen Verbreitungsgrad haben werden und mit der Zeit “verjähren” (=in Vergessenheit geraten). Bei einem Zeitungsartikel sind Sie sich bewusst, dass dieser potenziell von jedem lesen und auch wieder recherchiert werden könnte. Dennoch ist der Verbreitungsgrad im Vergleich zum Internet relativ gering. Ich bin mir sicher, dass Sie in Diskussionsrunden schon Dinge erwähnt haben, die Sie nicht in einen Zeitungsartikel geschrieben hätten. Im Internet haben Sie jedoch das Problem, dass Sie absolut keine Kontrolle über die Informationen haben. Bestes Beispiel ist Wikileaks; Selbst eine Supermacht wie die USA kann nicht verhindern, dass Dinge, die einmal im Netz gelandet sind, wieder komplett verschwinden. China kann vielleicht analoge Medien effektiv zensieren, aber auch nicht das Internet – Chinas große Firewall ist mit ein wenig Know-How leicht zu umgehen.

Und nochmal das analoge Beispiel mit den Quellen eines Journalisten: Sind diese auch Feige? Ist die Zeitung dann nicht auch ein Medium, wo Feiglinge mit Hilfe eines Journalisten (Pseudonym) Dinge veröffentlichen können?

15) suki11, Mittwoch, 18. Mai 2011, 15:30 Uhr

Um im Internet nachprüfbar korrekte Namen der Beteiligten zu veröffentlichen, müsste jeder der bei nem Plagiats-Forum mitmacht, zu ner Post-Filiale laufen, sich dort per Personalausweis im Post-Ident-Verfahren identifizieren und die Unterlagen dann per Post zu GuttenPlag oder VeroniPlag senden.

Den Quatsch würden aber natürlich nur maximal drei Leute mitmachen. ^^
So könnte das natürlich nicht funktionieren. Dann kann man sich das Internet auch sparen.

16) Gregor Keuschnig, Mittwoch, 18. Mai 2011, 15:33 Uhr

Ich verstehe, dass Journalisten, die ihre Gatekeeper-Funktion schwinden sehen, die Denunziationskarte ziehen müssen und Leute als “feige” beschimpfen. Als Heide Simonis viermal als Ministerpräsidentin scheiterte bezeichnete nahezu die gesamte Journalistenelite das Verhalten des (sogennanten) Abtrünnigen als feige – dabei war dies ein demokratisches Recht von frei (und geheim!) gewählten Abgeordneten.

Ihre Äußerungen zu Ihrem beruflichen Werdegang widersprechen den in den Kommentaren genannten Argumenten wider dem Tenor Ihres Artikels überhaupt nicht. Sie gehen nämlich mit keinem Wort auf das Argument ein, dass die “Plagiatsjäger” (schon dieser Ausdruck ist pejorativ – warum nicht “Plagiatsforscher”?) zu jeder Zeit die Resultate Ihrer Recherchen öffentlich machen. Und Sie gehen mit keinem Wort darauf ein, dass es sich bei diesen Recherchen um Fakten handelt, die unabhängig von der Person (und deren Intention) sind. Die Vergötzung des Persönlichen, die mir inzwischen bei jeder Fußgängerbefragung im Fernsehen den Namen des/der Befragten zeigt, ohne dass dies etwas an den/der Aussage/n der Person verändert, ist offensichtlich sehr dominant geworden.

Im Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” war bis in die 90er Jahre hinein ein Großteil der Artikel ohne Namensnennung (ich lese ihn nicht mehr, habe mir aber sagen lassen, dass sich das geändert hat). Im Impressum konnte man lediglich die verantwortlichen Redakteure lesen. Niemand wäre auf die Idee gekommen, den “Spiegel” deshalb als das Blatt feiger Journalisten zu betiteln. In Redaktionen schreiben aktuell sehr häufig Praktikanten Artikel, die einem Redakteur zuge”schrieben” werden. Und ich wette, in Ihrem “anonymen Briefkasten” gehen Sie auch anonymen Meldungen nach (warum auch nicht).

Schließlich gehen Sie mit keinem Wort auf die Frage der gerichtlichen Auseinandersetzung ein. Mit der Vehemenz, mit der KTzG zunächst das Plagiat geleugnet hat, wäre es vermutlich so gekommen, dass die Fakten bei “offenem Visier” schlicht weggeklagt worden wären.

Zum Abschluss noch ein Hinweis: Zu Beginn der 00er Jahre gab es ein deutschsprachiges Online-Forum, welches u. a. damit warb, dass die Leute sich mit Klarnamen anzumelden, Beiträge zu verfassen und zu kommentieren haben. Das sollte Authentizität gerieren. Die Wahrheit war: Leute, die abtrünnige Meinungen vertraten, wurden in anonymen Parallelforen lächerlich gemacht, karikiert, als Witzfigur dargestellt. Ein Googlen des Namens erbrachte dabei u. a. auch Suchergebnisse auf diese Schattenforen. Das Forum selber existiert nicht mehr.
Die Anonymität per se derart zu denunzieren (!) ist der Sache nicht angemessen. Dass sie im Netz von einigen als Beleidigungsinstrument benutzt wird, ist richtig. jeder Blogbetreiber kann sich davor schützen und zur Not die Kommentare löschen. Dass aber automatisch jede “anonyme” und pseudonyme Äußerung nur deswegen falsch oder gar feige ist, offenbart ein merkwürdiges Verständnis so etwas wie Diskurs.

17) OttoKrüja, Mittwoch, 18. Mai 2011, 15:34 Uhr

@ Peer Sylvester (#2)

»Wir leben schließlich in Deutschland und niemand der hier mit seinem Realnamen postet muss Repressalien fürchten.«

Ja, nicht heute und nicht morgen. Vielleicht auch übermorgen nicht. Vielleicht…

18) Jürgen S., Mittwoch, 18. Mai 2011, 15:46 Uhr

Herr Spreng,

bei allem Respekt, aber mit der Springer-Rechtsabteilung im Rücken lass ich mich auch gerne wegen Geheimnisverrat verklagen.

Fakt ist, im Internet eine kritische Meinung unter Angabe des eigenen Namens zu veröffentlichen, kann für Otto Normal böse Nebenwirkungen haben. Nicht nur dem Abmahnwahn wegen. Vielleicht sieht es auch der meist konservative Arbeitgeber nicht gerne, wenn sein Angestellter “linkes” Gedankengut pflegt. Alles links von der CDU ist bekanntlich pfui.

Anonymität dient oft nur dem Selbstschutz, wird aber leider genau so oft missbraucht. Wir dürfen weder auf Meinungsfreiheit, noch auf Anonymität verzichten.

19) prengel, Mittwoch, 18. Mai 2011, 15:51 Uhr

Wie einige Kommentatoren vor mir bereits festgestellt haben, werden hier einfach zwei verschiedene Dinge miteinander verglichen. Die Überprüfung von Doktorarbeiten auf Plagiate hat herzlich wenig mit Meinungsfreiheit zu tun. Dabei geht es um recherchierte Fakten, nicht um Meinung.
Ich würde z.B. niemals bei sowas mitmachen, wenn man dies nicht anonym machen könnte. Als gut vernetzter Journalist kann man es sich vielleicht leisten öffentlich zu machen, dass man als Plagiatsjäger hinter Herrn Guttenberg her ist, aber was ist mit dem durchschnittlichen Arbeitnehmer? Mein Chef ist z.B. absoluter Guttenberg-Verfechter und ich bin mir sicher, dass ich mir ernste Sorgen um meinen Job oder zumindest meine Karriere in dieser Firma machen müsste, wenn mein Chef mitbekommt, dass ich am GuttenPlag-Wiki teilgenommen habe. Und selbst wenn mein jetztiger Chef auch nichts von Guttenberg hält, woher soll ich wissen wie mein nächster Chef denkt? Mir ist das Risiko zu hoch einen Job nicht zu bekommen, nur weil der Verantwortliche beim googlen nach meinem Namen eine politische Äußerung gefunden hat, die ihm nicht gefällt.

In diesem Fall halte ich daher den Ruf nach Deanonymisierung für vollkommen unangebracht. Diese Aktionen wären niemals so erfolgreich gelaufen, wenn man dort nur unter Realnamen hätte teilnehmen können. Und das hat rein gar nichts mit Meinungsfreiheit oder Denunziation zu tun.

20) Melebert, Mittwoch, 18. Mai 2011, 15:55 Uhr

So sehr ich Ihren Einsatz für die Meinungsfreiheit achte un dihnen gerne glaube, dass sie immer mit offenem Visier und direkter Konfrontation gearbeitet haben. Ich verstehe nicht, was “VroniPlag”-Aktivisten mit Meinungsäußerungen zu tun hat. Es sind nachprüfbare Fakten, die mehrfach recherchiert werden. Von wem das nun alles geleistet wird spielt einfach keine Rolle.

BTW: Meinungsfreiheit beinhaltet auch eine Meinung anonym zu äußern. Viel zu oft genug kann sie nur anonym geäußert werden, wenn man nicht all seine Exstenz aufs Spiel setzen will.

Sie argumentieren hier also klar am Thema vorbei. Meinungsfreiheit und “VroniPlag” haben nichts iteinander zu tun und Meinungsfreiheit und Anonymität schließen sich auch nicht aus. Gerade Meinungsfreiheit und Anonymität benötigen oft genug einander.

21) Fritz Wepper, Mittwoch, 18. Mai 2011, 15:59 Uhr

Was ich mich schon die ganze Zeit frage… was genau ist denn das Ziel von Herrn Spreng und Herrn Chatzimarkakis?

Es gibt – wie man verschiedenen Zeitungsartikeln entnehmen kann – eine Reihe von Nutzern des GuttenPlag- und des VroniPlag-Wikis, die sich zu erkennen geben. Dies scheint aber ja nicht ausreichend zu sein.

Möchte man jetzt eine namentliche Auflistung aller Mitarbeiter? Nach Angaben aus TV-Berichten handelt es sich um etwa 800-1000 Personen. Was genau soll das bringen? Und wollen wir auch eine namentliche Auflistung aller Wikipedia-Mitarbeiter? Und wie und wobei hilft uns die weiter?

22) M.M., Mittwoch, 18. Mai 2011, 16:01 Uhr

Adresshändler im Ausland warten schon auf neue Angaben um hier Namen und Kommentar zu screenen. – Da bleibe ich lieber anonym. Ich habe kein Interesse daran in eine Schublade gesteckt zu werden und dann bei Bedarf zum Beispiel von der Firma X,Y,Z entsprechende Kaufangebote zu erhalten.

23) FK, Mittwoch, 18. Mai 2011, 16:04 Uhr

Herr Spreng,
Sie haben das netz wirklich nicht verstanden. Im Internet ist man nciht anonym unterwegs, es sei denn man treibt einen riesen aufwand – es ist so wie im wahren leben. man kann sich dort auch verkleiden, im dunkeln rumschleichen und jemandem heimlich das auto zerkratzen.
Das “recht auf anonymität” gibt es schlichtweg nicht im grundgesetz.
Im Internet sind nicknames üblich, das ist tradition. Man wählt sich halt nen namen unter dem man angesprochen werden will, und gut ist.
Anonym ist man aber nicht, es sei denn man treibt einen großen (und oft auch teuren) aufwand mit VPNs ins ausland, tor netzwerk, usw. usf. und 100% sicherheit hat man dann imemrnoch nicht.
Wenn ich jetzt hier irgendwas illegales tun würde, zb links zu kinderpornografie posten würde, das sit ja grad im trend, dann könnten sie mich anzeigen und die polizei resp. Staatsanwaltschaft würd irgendwann vor meiner tür stehen und die rechner beschlagnahmen.
verstehen sie? ich bin nicht anonym, auch wenn ich mich FK nenne. Genau so die plagiatssucher im netz, repekt dass sie ehrenamtlich so eine fleissarbeit machen, sind nicht anonym. Würde sich zb zeigen dass die ergebnisse nciht stimmen, eine rufmordkampagne am laufen ist würd die polizei den server lokalisieren, beschlagnahmen, rausfinden wem die domain gehört, die geloggten IPs untersuchen, rausfinden welche anschlüsse es sind und so alle beteiligten ermitteln.
Deswegen bleibts dabei: Im heutigen internet ist man nciht anonym unterwegs. Mit einem heidenaufwand kann man einen gewissen grad anonymität erreichen, dieser ist aber nicht sicher. Nicknames sind nicht anonym, sondern einfach üblich.

24) Robert Deecke, Mittwoch, 18. Mai 2011, 16:04 Uhr

@chris
So einfach, dass ich das schon gelesen habe ;) Aber das hat doch nichts mit annonymen Anzeige geschweige denn Gutten- und Vroniplag zu tun. Oder doch?

25) Torsten, Mittwoch, 18. Mai 2011, 16:04 Uhr

Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen Pseudonym-Gebrauch im Internet und im Offline-Alltag. Was ich unter vier Augen oder in der Kneipe erzähle, wird nicht mitgeschnitten, steht nicht zum Nachlesen bereit. Im Internet werden jedoch selbst belanglose Unterhaltungen oft sehr lange gespeichert. Dass es Rückzugsräume für informelle Gepräche braucht, wissen Journalisten ja sehr gut: “Unter 3″ gehört zu den ersten Lektionen.

Hinzu kommt: Im Offline-Leben müssen wir uns in den seltensten Fällen ausweisen, im Supermarkt fragt mich niemand nach meinem Namen, wenn ich ein Glas Senf kaufe (Loriot zum Trotz). Wenn ich mich hingegen online bewege, muss ich an jeder Ecke Namen und Emailadresse eingeben. Ausweichreaktionen sind hier sehr verständlich.

26) ohno, Mittwoch, 18. Mai 2011, 16:23 Uhr

Herr Spreng, glauben Sie wirklich, eine Meinung/Tatsache wird wahrer oder falscher, wenn an ihr statt “ohno” “Sofia Loren” oder “Thomas Müller” steht?

Ich denke, “Denunziation” (in “”", weil es inzwischen auch nur ein Totschlagwort (und zu sehr Sache des Betrachters) ist) und vernünftige Äußerungen lassen sich auseinanderhalten, ob da ein Label dranklebt oder nicht. Trollen kann man auch unter (Schein-)Echtnamen.

Natürlich ist es netter, wenn sich hinter demselben Namen auch immer dieselbe Person verbirgt. Aber eben nicht mehr als netter.

27) nurmalso, Mittwoch, 18. Mai 2011, 16:23 Uhr

die motivation, diesen blogbeitrag dem ersten (jäger sollen sich zu erkennen geben) folgen zu lassen, ist nachvollziehbar. es ehrt sie auch, dass sie den mut gefunden haben, immer mit “offenem” visier ihre meinung vorgetragen haben bzw. sich mit anderen leuten/institutionen angelegt haben.
aber akzeptieren sie dann bitte auch (schon aus dem sicherheitsgefälle zwischen den hier zu vergleichenden), dass andere leute (eventuell auch die plagiatsjäger) sich dies nicht leisten können oder wollen.
ich möchte auch mal wissen, wo auf vroniplag oder guttenplag denunziert, beleidigt oder gehetzt wurde. es ist als aussage nicht haltbar, nur weil das gewisse kreise immer öfter wiederholen.
sollte diese anonymität dagegen dafür benutzt werden, rufmord zu betreiben, unwahres zu behaupten oder strataten zu begehen, bin ich auf ihrer seite. solange diese leute aber nicht durch verlage, institutionen und deren rechtsabteilungen vor den anwälten der schwindler geschützt werden, kann ich denen nur raten, die anonymität beizubehalten und nicht auf die dicken krokodilstränen der erwischten hereinzufallen.

28) nona, Mittwoch, 18. Mai 2011, 16:27 Uhr

Anonymität im Internet ist keine Seuche. Sie ist, wie so vieles im Leben, eine Medaille mit zwei Seiten. Sie kann misbraucht werden und Schlechtes hervorbringen. Sie birgt aber auch viele allein ihr eigene Chancen und Möglichkeiten, Gutes zu tun, zu bewirken, oder anzuregen. Und in der Tat, sie ermöglicht dabei unter Anderem sowohl Schwarmfeigheit als auch Schwarmintelligenz, ebenso wie Individualfeigheit und Individualintelligenz. Eben deswegen ist sie nicht per se schlecht.

Das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei äussern zu können, muss auch immer an den Umständen der Realität gemessen werden. Anonymität ist nicht perfides Verstecken, Anonymität ist Schutz. Wer wüsste das besser als ein Journalist, der seine Quellen vor Offenlegung schützt (sind das nicht auch alles “Denunzianten”)? Natürlich kann ich meine Meinungsfreiheit auch nicht-anonym ausüben, aber wie riesig ist wohl die Wahrscheinlichkeit, dass ich die im Zweifelsfall für mich negativen Konsequenzen zu spüren bekäme, egal wie sehr ich im Grunde im Recht bin? Recht haben und Recht bekommen sind bekanntlich zweierlei Dinge. Die Chance ist enorm gross, dass z.B. das Ziel meiner Meinung durch seine gute Vernetzung, seine Resourcen und Möglichkeiten, durch seine schiere Finanz- und Wirtschaftsmacht mir mein zukünftiges Leben vollständig madig macht oder mich einfach durch juristische Spitzfindigkeiten komplett in den Ruin zu treiben versucht, bis ich klein bei gebe. Dabei ist es völlig egal dass ich Recht habe und im Recht bin, sie tun es weil sie es können. Beispielfälle dafür gibt es leider zuhauf.

Und um bei den Plagiatsfällen zu bleiben: Herr zu Guttenberg hat nicht gerade den Eindruck hinterlassen, dass er sonderlich zimperlich mit Kritikern seiner Doktorarbeit umgehen würde. Sein Umfeld und einige parteikollegiale Fußsoldaten haben zunächst sogar noch schärfer geschossen. Herr Trittin hat zweifellos die Erfahrung und die finanziellen und sonstigen Resourcen, um mit einer Klage von zu Guttenberg gelassen umgehen zu können, so er das denn durchgezogen hätte. Das gilt für den kleinen Otto Normalbürger im Internet keineswegs so ohne Weiteres. Eine frei geäusserte Meinung kann da sehr schnell durch allerlei juristische Gegenwehr in die Privatinsolvenz führen.

29) Eddiecho, Mittwoch, 18. Mai 2011, 16:33 Uhr

Niemand will ihre Lebensleistung in Abrede stellen, aber ich weiß jetzt wirklich nicht mehr was die Debatte mit “Vroniplag” zu tun hat.

Ist Guttenberg zu unrecht beschuldigt worden? Wurde jemand der Doktortitel durch Vroniplag abgenommen, welcher es nicht verdient gehabt hätte? Wäre das überhaupt möglich?

Was ändert das kenntlich machen dieser Rechercheure and den Plagiaten?

30) Le D, Mittwoch, 18. Mai 2011, 16:43 Uhr

“Das Internet hat Gutes und Böses geschaffen (…)”

Bitte was? Das Internet schafft gar nichts. Es ist eine technische Infrastruktur ohne Eigenleben. Wie eine Strasse oder auch ein leeres Blatt Papier. Wer Gutes oder Böses schafft ist der Mensch – dazu braucht es aber das Internet nicht.

31) bee, Mittwoch, 18. Mai 2011, 16:47 Uhr

„Aber von einem habe ich Ahnung: von der Meinungsfreiheit.“

Sich mit seinen privaten Ansichten aus dem Fenster zu hängen hat mit Meinungsfreiheit exakt so viel zu tun wie die Äußerungen eines Thilo Sarrazin. Nämlich gar nichts. Meinungsfreiheit, die grundgesetzlich garantierte, ist einzig subjektives Recht und gewährt die Freiheit, eine eigene Meinung zu besitzen, die sich nicht mit einer staatlich definierten decken muss, und sie ohne staatliche Repressionen zu äußern. Meinungsfreiheit ist ein Bürgerrecht,.also öffentliches, kein bürgerliches Recht. Wurden Sie je von Ermittlungsbehörden, von Staatsanwälten, Richtern oder Geheimagenten an der Ausübung Ihrer Tätigkeit gehindert? Saßen Sie je in Haft, wurde ihnen Haft angedroht oder Strafverfolgung durch staatliche Institutionen, da Sie den Journalistenberuf ausübten? Dann wurde die Meinungsfreiheit nicht angetastet. Sollte der Redakteur der Frankfurter Rundschau weiland Ihre Edelfeder für schnödes Geschreibsel genommen und in die Rundablage befördert haben – kein Fall von Zensur. Der Staat hat von Ihnen Leserbriefen möglicherweise gar nichts gewusst. Es steht Ihnen frei, Ihre Meinung niederzuschreiben und an jedes beliebige Presseorgan zu schicken, dem es frei steht, das zu ignorieren. Es steht jeder Redaktion, jedem Verlag frei, Sie für Ihre Ansichten zu engagieren, zu bezahlen oder wieder an die frische Luft zu setzen; hier sind BGB und Arbeitsrecht einschlägig, der Verfassung ist es wurst. Sie können sich im Tutu auf den Stachus stellen und „Der Mond ist aus grünem Käse!“ schreien – früher oder später landen Sie in der Psychiatrie oder bei RTL II (und es bliebe noch zu klären, was angenehmer ist), aber der Meinungsfreiheit würde damit nicht Abbruch getan. Sie können auch mein ganzes Geschreibsel kommentarlos in den Orkus schmeißen, weil Sie meine grobe Ironie zur Weißglut bringt; nicht einmal das wäre Zensur und eine Beschneidung der freien Meinungsäußerung, denn Sie sind nicht die Bundesrepublik Deutschland.

32) StefanP, Mittwoch, 18. Mai 2011, 16:47 Uhr

Ich stimme weitgehend zu, wobei jedoch anzumerken sei, dass der ewige Rebell genauso unsympathisch und teamunfähig wirkt wie der der ewige Schleimer. Es geht im Zwischenmenschlichen einfach nicht, immer und jederzeit seine ungeschminkte Meinung in die Luft zu blasen. Oder würden Sie Ihrer Frau sagen, dass sie ältlich aussieht – selbst wenn es zutrifft?

Wenn eine Entscheidung getroffen ist, gehört es sich, diese zu akzeptieren und am Erfolg zu arbeiten. Wenn der Wähler gesprochen hat, gehört es sich, nicht daran herumzunörgeln.

Sie haben Recht: das Recht auf freie Meinungsäußerung lebt davon und lässt sich auf Dauer nur gegen die Denunziation verteidigen, in dem man Gesicht zeigt. Es bedarf schon schwerwiegender Gründe, in Diskussionen nicht sein Gesicht respektive seinen Namen zu zeigen. Ich habe das für mich aus einem einzigen Grund so entschieden. Mein Name taucht im Internet nicht auf und ich möchte, dass das so bleibt. Im Gegenzug verhalte ich mich so, als würde ich nicht anonym diskutieren mit entsprechender sprachlicher Rücksicht.

In einem unterscheidet sich das Internet nämlich gravierend von einer traditionellen Debatte: während im Face-to-Face das gesprochene Wort am nächsten Tag vergessen und jeder eine neue Chance bekommt, vergißt das Internet nichts und kann und wird entsprechend missbraucht. Denn was sind das z.B. für Personalchefs, die heute im Internet googlen, was sich denn dort an Äußerungen zu einer Person findet?!

Das Internet schafft, wenn jemand nicht aufpasst, den gläsernen Bürger. Dabei lebte das Zwischenmenschliche doch jederzeit von dem Mystischen, dem Unbekannten, dem Neuen. Was für eine langweilige Welt, wenn wir nicht mehr andere Menschen im wahrsten Sinne des Wortes kennenlernen können, sondern uns im Internet ein Dossier zusammenstellen.

Persönlich habe ich ein Problem, Diskussionen anonym zu führen. Es hat etwas von Feigheit und diese Feigheit überträgt sich mehr und mehr auf das reale Leben. Ich denke, beides muss sich wandeln: zur Bürgerlichkeit gehört, Mut sich zu zeigen und zu bekennen. Gleichzeitig muss das Internet sich verändern.

33) Martin D., Mittwoch, 18. Mai 2011, 17:23 Uhr

In Ergänzung zu den hier genannten Punkten (pseudonym – anonym, Plagiatsjagd – Meinungsäußerung) will ich auf den Satz zurückkommen, der wohl zentral ist:
“Aber das Risiko hält sich in einem freiheitlichen Rechtsstaat in vertretbaren Grenzen.” Ist das wirklich so? Ich bin stehe am kurz vor Abschluss eines technischen Studiums; in einem halben Jahr werde ich meine ersten Bewerbungen schreiben. Mein Blog ist leicht über eine Suchmaschine auffindbar und ich gehen davon aus dass ein potentieller Arbeitgeber den Inhalt zumindest überfliegt.
Ich habe mich bewusst entschieden, für das Blog mit vollem Namen zu zeichnen. Im Gegenzug spare ich mir all diese Beiträge, die irgendwie kontrovers erscheinen könnten. Diese Art der Selbstzensur finde ich in meinem Umfeld öfters einmal (neben Desinteresse am öffentlichen Dialog an sich), fragt sich, ob eine Diskussion auf diese Stimmen verzichten soll.

34) Olaf Tietze, Mittwoch, 18. Mai 2011, 17:24 Uhr

“aber auch der Denunziation und Selbstentblößung Tür und Tor geöffnet.”

Denunziation und Selbstentblößung gab es auch in der Prä-Internet-Ära reichlich. Möglichkeiten zur anonymen Meinungsäußerung ebenfalls. Oder eher, zur Meinungsäußerung unter einem Pseudonym.

Bei den genannten Wikis sind die Kommentatoren aber keineswegs Anonym unterwegs; noch weniger jene, die mitarbeiten. Zeitpunkt und Ort jeder Äußerung werden protokolliert. Es gibt also bei einer Denunziation oder Beleidigung durchaus Möglichkeiten sich dagegen zur Wehr zu setzen.

Ihre Forderung war es im letzten Beitrag, die Mitwirkenden sollten sich öffentlich zu ihrer Mitarbeit bekennen. Letztlich gilt dort aber auch, was für alle anderen Medien gilt: Es gibt einen Verantwortlichen, dieser steht im Impressum. Das ist ihr Ansprechpartner. Alle anderen gehen in der Masse unter, entweder anonym oder unter pseudonym. Sind aber greifbar, mindestens über jenen Verantwortlichen.

Was Sie sich wünschen sind _schärfere Regeln_ fürs Internet.

35) D.H., Mittwoch, 18. Mai 2011, 17:27 Uhr

Herr Spreng,

ich habe einen ungeheuren Respekt vor Ihrer Leistung als Journalist, obwohl ich eigentlich mit Ihrer persönlichen politischen Einstellung nichts anfangen kann. Daß ich Ihren Blog dennoch so genießen und uneingeschränkt jedem politisch Interessierten in Deutschland empfehlen kann, liegt meines Erachtens an Ihren journalistischen Fähigkeiten.

Wwieder muss ich Ihnen widersprechen. Was Sie als Journalist getan haben, ist ja richtig, und was den Komplex Anonymität angeht, auch bewundernswert. Wir alle wünschen uns Journalisten, die so handeln.

Aber wie viele meiner Vorredner gesagt haben, es geht bei VroniPlag nicht um Journalismus. Es geht um für alle überprüfbare Fakten mitzuteilen. Es handelt sich nicht um Meinungsmache hier, sondern um Aufklärungsarbeit. Alle Fakten sind für jedermann nachvollziehbar und überprüfbar. Warum braucht man in so einem Fall die genauen Namen aller, die daran beteiligt waren? Das widerspricht ja dem crowdsourcing-Konzept einer Wiki.

Es gibt ja auch Leute, die öffentlich das Wort ergriffen haben für das Projekt, u.a. Debora Weber-Wulff, eine der bekanntesten Plagiatsjägerinnen des Landes. Falls Jorgo Chatzimarkakis jemanden sucht, soll er sich doch an sie wenden. Aber den Sinn sehe ich dennoch nicht.

36) thomas, Mittwoch, 18. Mai 2011, 17:28 Uhr

“P.S. Mein anonymer Briefkasten ist kein Gegenbeweis. Denn dort eingeworfenes Material würde von mir nachrecherchiert, kritisch überprüft und dann unter meinem Namen veröffentlicht. Eben nicht anonym.”

Naja, so gesehen ist VroniPlag auch ein anonymer Briefkasten, und das eingeworfene Material wird von der jeweiligen Fakultät nachrecherchiert, kritisch überprüft und dann unter ihrem Namen veröffentlicht. Eben nicht anonym. Wo ist das Problem?

37) Sigi, Mittwoch, 18. Mai 2011, 17:29 Uhr

Ich wiederhole einen Teil meines Kommentars zum ursprünglichen Artikel:

In der wissenschaftlichen Welt müssen Arbeiten, bevor sie in einem Journal veröffentlich werden, ein sogenanntes “Peer Review” durchlaufen. Dort wird die Arbeit von mehreren Wissenschaftlern aus dem gleichen Fachgebiet beurteilt, und dem Autor (ggf. zur Verbesserung) vorgelegt.

Dieses Peer Review ist grundsätzlich anonym. Dies ist so, um die Sachlichkeit der wissenschaftlichen Auseinandersetzung zu schützen.

An einer anonymen Bewertung einer Doktorarbeit ist nichts, aber auch garnichts auszusetzen. Viele andere hier haben geschrieben, dass, wer publiziert, sich solcher Kritik stellen muss. Das ist uneingeschränkt richtig.

Vielleicht haben Sie mit VroniPlag schlicht das falsche Beispiel ausgewählt, um die Praxis der anonymen Meinungsäußerung zu kritisieren.

Sie schreiben, Meinung sei vom Risiko entkoppelt worden. Warum muss es ein Risiko bedeuten, eine Meinung zu äußern? Inwiefern wird die Meinung, oder Aussage, dadurch wertvoller?

In Wirklichkeit ist es so, dass man sich Reputation immer erarbeiten muss. Ein anonymer, isoliert geäußerter Kommentar (wie etwa dieser hier), ist unendlich weniger Wert als eine etablierte, mit einer Person verknüpfte Meinungsspalte wie etwa Ihr Blog. Sie selbst beziehen einen Teil ihrer Popularität aus vergangenen Meriten, auf die Sie sich nicht berufen könnten, würden sie anonym agieren. Persönlich verfolge ich ihre Äußerungen vor allem deshalb mit großem Interesse, weil sie intelligent und wertvoll für meine politische Bildung sind (excl. der beiden letzten Artikel).

Mit der Anonymität vermeidet man also nicht nur “Risiko”, sondern verpasst auch die Chance, an Reputation zu gewinnen. Diese Wahl soll jeder selbst treffen können. Anschließend liegt es am Rezipienten, Beiträge auf ihren Wert zu prüfen. Dass viele Menschen dies mangels Bildung nicht können, ist nicht der vorherrschenden Anonymität zu schulden.

38) r0bs3, Mittwoch, 18. Mai 2011, 17:58 Uhr

Da der Großteil schon gesagt wurde, hier ein aktueller Fall, was passieren kann wenn man unter seinem Klarnamen veröffentlicht ohne eine entsprechende Rückendeckung zu besitzen:
http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,763306,00.html

39) Guido Hartmann, Mittwoch, 18. Mai 2011, 17:58 Uhr

Lieber Herr Spreng,

natürlich haben Sie Recht, dass man das in der Guttenbergaffäre durch KTGs Poularität geschärfte Instrument eines Plagiatsblogs nicht genauso gegen Privatpersonen einsetzen sollte. Und Stoibers Tochter ist in diesem Sinne gewiss zunächst einmal eine Privatperson – ungeachtet der Popularität ihres Vaters.
Trotzdem sind einige hier in den Kommentaren genannte Argumente sehr stark, so dass sie ein Gegengewicht schaffen, das ihre Position zwar nicht aushebelt, eine eindeutige Verurteilung der “Plagiatsjäger” aber zweifelhaft sein lässt.
Erstens würde jeder Plagiatsjäger zum BILD-Feind Nr. 1 werden, die sich solange auf den Guttenbergkiller einschießt, bis dessen bürgerliche Existenz vernichtet ist (verzeihen Sie den pathetischen Ausdruck, aber ir reden hier ja schließlich von der Bild).
Zweitens ist gerade die Vroniplag-Plattform ein Musterbeispiel für eine transparente Analyse. Weder werden hier wilde unbewiesene Behauptungen geäußert noch Beleidigungen ins Netz gestellt. Es werden lediglich Stellennachweise erbracht, die anhand der Dokumentation von jedem nachvollzogen werden können.
Drittens kann man die Frage stellen, ob der Doktortitel, der immerhin das Recht verbürgt, mit Herr oder Frau “Doktor” angesprochen zu werden, nicht für sich hinreichend ist, die ihn innehabende Person zu einer solchen von öffentlichem Interesse zu machen. Gerade das konservative Bildungsbürgertum nutzt akademische Titel zur Legitimierung seines Elitenstatus – sei es in Wirtschaft oder Politik. Doktoren genießen soziales Prestige – ob mit oder ohne Amt.
Ich finde ihre Position absolut honorig, aber das Problem ist zu komplex, um es mit einer einfachen Antwort zu lösen: Wo ziehen wir bei Doktoren die Grenze zwischen öffentlichen und privaten Personen? Und mit welcher Begründung?

40) armerMoldavier, Mittwoch, 18. Mai 2011, 18:09 Uhr

Geehrter Spreng.

Sie schulden mir nach diesem Beitrag ein Taschentuch.

Das ist für meine Lachtränen.
Ohne uns zu kennen haben Sie mich (auch) beschrieben.

Allerdings definiere ich es als Gradlinigkeit.

Bleibe Sie bitte bei Ihrem Format. (sic!)
Sie taugen nicht zum Bückling oder Enddarmbewohner.

Davon haben wir bei uns ohnehin zu viele. ;-)

41) Nobbi, Mittwoch, 18. Mai 2011, 18:33 Uhr

“Das Internet hat Gutes und Böses geschaffen, hat der Meinungsfreiheit neuen und ungeahnten Raum gegeben, aber auch der Denunziation und Selbstentblößung Tür und Tor geöffnet.”

Sehe ich nicht so. Es gibt zwar einige wenige Portale, die zu kritisieren sind, aber der Grad an Denunziation ist erstaunlich gering für das Riesen-Ding Internet. Bei der Selbstentblößung dagegen haben Sie Recht.

Die soziale Kontrolle im Internet ist höher als viele behaupten. Man kann sich dort nicht einfach etwas leisten, was gesellschaftliche Normen verletzt. Nazis müssen sich per Registrierung verbarrikadieren. Pornoanbieter in fremden Ländern ihre Server installieren.

Ich wüsste jetzt spontan keinen Fall (was nicht heißt, dass es keinen gibt, sondern nur, dass es nicht viele gibt), in denen jemand denunziert wurde. OK, da war letztens so ein Fall bei Facebook, der im Selbstmord endete, aber da ist man ja auch mit richtigem Namen registriert.

Die Plagiat-Wikis sehe ich nicht als Denunziation an, sondern sie stehen gleichberechtigt neben investigativem Journalismus. Der wäre ansonsten ja auch denunziativ.

42) Nobbi, Mittwoch, 18. Mai 2011, 18:38 Uhr

Noch einen Nachtrag, was den Fall bei Facebook betrifft, klar, die Denunziatoren waren da natürlich anonym, aber das Opfer nicht. Von daher passt das Beispiel nicht. Aber man sieht daran, dass die Anonymität eben auch Schutz bedeuten kann.

43) stabil, Mittwoch, 18. Mai 2011, 18:38 Uhr

Hmm. Gegebenenfalls ist mal eine semantische Grenze zwischen Denunziation und Whistleblowing zu ziehen. Ersteres ist negativ konnotiert und bezeichnet im Allgemeinen das unberechtigte Anschwärzen, bzw. Verleumden. Ich sehe einen qualitativen Unterschied zwischen der Denunziation einer Person und der Tätigkeit eines Whistleblowers, der (nachprüfbar!) auf Fehlleistungen der Person hinweist.
Ein Whistleblower publiziert keine Meinung. Er ist eigentlich das Abziehbild eine Journalisten: Fakten ohne Wertung der Öffentlichkeit zugänglich machen. Sicher ist es interessant zu wissen, wer da was schreibt, aber solange es sich einzig und allein um nachprüfbare Tatsachen frei von Wertung handelt, sehe ich persönlich keine Notwendigkeit zur Kenntlichmachung des Urhebers.

44) Frank, Mittwoch, 18. Mai 2011, 18:44 Uhr

Ich möchte eine Abstraktionsebene tiefer ansetzen: Was sind das für Menschen, die mit unglaublichem Eifer tags und wahrscheinlich auch nachts in den Unterlagen anderer wühlen, um ihnen Verfehlungen nachzuweisen? Gibt es hier eine Art Sendungsbewusstsein, die Menschheit zur absoluten Wahrheit zu führen? Ist es das schöne Gefühl, etwas bewegt zu haben? Will man politisch Unliebsamen schaden? Oder hat man einfach zu viel Zeit? Mir machen diese Internet-Wutbürger Angst. Aber wahrscheinlich habe ich das Netz noch nicht verstanden.

45) Ein bekennender Anonymer, Mittwoch, 18. Mai 2011, 18:55 Uhr

Nein, auch der Feigling hat das Recht auf Meinungsfreiheit und das ist gut so !!1!!!

46) Politikverdruss, Mittwoch, 18. Mai 2011, 19:20 Uhr

Bisherige Überprüfung: 1 CSU-Politiker, die Tochter eines CSU-Politikers, zwei FDP-Politiker. Daraus könnte man folgern: Politiker der SPD, Grünen oder Linken schreiben keine Doktorarbeiten, haben ihre Doktorarbeiten in Moskau “vergraben”, genießen einen politischen “Beißschutz” oder sind noch nicht dran. Wie auch immer, es drängt sich der Eindruck der Einseitigkeit auf.

47) Christoph, Mittwoch, 18. Mai 2011, 19:24 Uhr

Ich wiederhole einfach, was ich gestern bereits Herrn Alvaro geschrieben habe: Der Begriff Denunziation ist in diesem Zusammenhang schlichtweg böswilligste Polemik aus der untersten Schublade. Die Mitwirkenden von Vroniplag und Guttenplag sind genauso viel und so wenig Denunzianten wie die bereits von anderen angeführten Informanten und Quellen. Es geht nicht um eine Überantwortung an die Inquisition oder andere Institutionen, die auch sehr diffuse Anschuldigungen aus Prinzip streng verfolgen, sondern um von allen nachprüfbare Fakten.

Jeder, der will, kann sich außerdem bei den Wikias anmelden und mitdiskutieren. Auch Herr Chatzimarkakis. Und dann kann er sich direkt mit den Menschen dort auseinandersetzen und seine Argumente bringen. Vielleicht hat er ja sogar in vielem Recht und sein Doktorvater hat zu dieser merkwürdigen Zitierweise genickt, weil er vielleicht nicht geglaubt hat, dass die Erkenntnisse in dieser Arbeit so wichtig sind, dass jemand eine wirklich tiefschürfende Recherche in deren Quellen anstellen will. Dann wäre es vertretbar, wenn auch sehr unorthodox und methodisch/technisch tief in einer wissenschaftlichen Grauzone angesiedelt, dem Leser nicht ganz unmissveständlich aufzuzeigen, welcher Teil des vorstehenden Absatzes nun wirklich aus der Quelle stammt und welcher Teil vom Doktoranden stammt.
Ich bin selber Wissenschaftler, auch wenn ich seit Jahren freiberuflich arbeite. Ich weiß also durchaus, worum es hier geht und habe mir während meiner Doktorandenzeit für Quellen in einer Veröffentlichung schon mal einen fiesen Einlauf von meinem Chef eingehandelt. Der hat mich dann Samstags antreten lassen, mich jede einzelne Stelle kopieren lassen, sie ihm zeigen lassen, und sich dann die nächste genommen. So bin ich stundenlang von seinem Büro in die Bibliothek, zum Kopierer und wieder zurück gelaufen. Am Ende habe ich die Tür nicht öffnen müssen, ich konnte drunter durch, so klein war ich. Ich habe mich niemals beschwert, es war meine eigene Schuld und ich habe an diesem Tag eine wichtige Lektion über Gründlichkeit und Sauberkeit im wissenschaftlichen Arbeiten gelernt.
Was ich damit sagen will: Quellen sind keine Lappalie, und der Umgang mit ihnen ist das Herz und die Seele jeder Arbeit, die nicht nur Gehalt haben soll, sondern nachfolgendes wissenschaftliches Arbeiten möglichst effizient unterstützt. Wer da schlampt, arbeitet eben unwissenschaftlich. Und da die Dissertation der Nachweis der Befähigung zu eigenem wissenschaftlichen Arbeiten ist, geht an korrektem Zitieren kein Weg vorbei, sonst hat man den Titel einfach nicht verdient, denn die Arbeit ist dann, trotz einiger darin vorhandener Erkenntnisse, für nachfolgende Forscher unter Umständen wertlos und somit reine wissenschaftliche Selbstbefriedigung gewesen.
Und genau darum geht es hier: Nicht um Denunziantentum, sondern um den Schutz einer der zentralen Quellen unseres Wohlstandes in Deutschland, nämlich der Forschung. Forschung und Facharbeiter sind das Rückgrat von Made in Germany. Das ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und schon gar nicht darf man damit Schindluder treiben. Und übrigens auch nicht mit den Werten, die dahinterstehen. Denn das einzige, was ein Forscher hat, ist seine Reputation. Ist die flöten, ist er erledigt, nicht nur beruflich. Und das ist, meistens, gut so.

48) Frankilein66, Mittwoch, 18. Mai 2011, 19:28 Uhr

Ich bin hoch erfreut über die Qualität der Beiträge der letzten beiden Spreng-Artikel.

Keine Beleidigungen, keine Beschimpfungen, keine gegenseitigen Schuldzuweisungen, keine kleinkarierten Verbesserungen von grammatikalischen Fehlern, denen ich mich auch schon aus schuldig gemacht habe.

Die letzten zwei Tage haben eine Diskussion auf hohem Niveau aller Teilnehmer hervorgebracht. Zum ersten mal habe ich alle Beiträge wirklich aufmerksam durchgelesen.

Sollte das Herrn Sprengs Absicht gewesen sein, dann allen Respekt, das ist gelungen!

49) irreversible, Mittwoch, 18. Mai 2011, 19:49 Uhr

“Mein anonymer Briefkasten ist kein Gegenbeweis. Denn dort eingeworfenes Material würde von mir nachrecherchiert, kritisch überprüft und dann unter meinem Namen veröffentlicht. Eben nicht anonym.”

Ebenso, wie die anonymen Hinweise auf Plagiate etc. von der jeweiligen Uni nachrecherchiert, kritisch überprüft und unter dem Namen der Uni in einem Untersuchungsbericht veröffentlicht werden. Erst dann folgen evtl. Sanktionen.

Ihre Forderung, dass die Entdecker von Plagiaten u.ä. namentlich bekannt sein müssten würde bedeuten, dass auch Sie die Quellen ihres überprüften aber anonym eingereichten Materials namentlich bekannt geben müssten.

50) Gerd Stein, Mittwoch, 18. Mai 2011, 20:17 Uhr

Bei Parteifunktionären ist es das Motiv, dass den Parteien die Funktionäre ausgehen, jedenfalls die mit Dr.-Titel.

Bei Journalisten ist das Motiv, lieber selber den deutschen Pulitzer-Preis erhalten zu wollen als ihm Guttenplag zu neiden; dann hätte man sich aber selbstverständlich als erster aus Informantenschutz berufen und wäre heldenhaft in Beugehaft gegangen.

Der VI. Zivilsenat erkennt übrigens ein Grundrecht auf anonyme Meinungsäußerung an (BGH, Urt. v. 23.6.2009 – VI ZR 196/08 – spickmich.de).

51) Manuelito, Mittwoch, 18. Mai 2011, 20:17 Uhr

@Frank:

“Was sind das für Menschen, die mit unglaublichem Eifer tags und wahrscheinlich auch nachts in den Unterlagen anderer wühlen, um ihnen Verfehlungen nachzuweisen?” –

Dissertationen sind keine “Unterlagen anderer”, die man sich mal so heimlich beschafft, um rauszukriegen, was die so treiben. Dissertationen sind veröffentlichte – und damit öffentliche -wissenschaftliche Arbeiten. Die sind nicht geheim, da kann und soll jeder ran dürfen.

“Mir machen diese Internet-Wutbürger Angst.”

Warum? Das würde ich wirklich gerne wissen. Was daran macht dir Angst? Und wieso bezeichnest du die Vroniplag-Leute als “Wutbürger”? Wo genau siehst du die “Wut” in ihrer Arbeit? Und würdest du einen Prüfer an einer Uni, der eine Dissertation begutachtet, auch als Wut-Professor bezeichnen?

52) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 18. Mai 2011, 20:20 Uhr

@Dr. Martin Klicken,

Falls”Klicken” ein Pseudonym wäre, dann würde ich ihn als phantasielos bezeichen. Andernfalls nehme ich die Namenskritik zurück.
Ansonsten: Sie sollten schon Roß und Reiter nennen, bevor sie das Wort “Mist” schreiben. Zur Meinungsfreiheit gehören auch nachvollziehbare Argumente.
MfG
Peter Christian Nowak

53) Eduard, Mittwoch, 18. Mai 2011, 20:30 Uhr

Ich, Ich, Ich…

54) Sigmund, Mittwoch, 18. Mai 2011, 20:30 Uhr

@Politikverdruss

Oder Linke betrügen nicht bei Promotionen oder Professoren drücken nur bei “Rechten” ein bis zwei Augen zu.
Diese Möglichkeiten haben sie – wohl nicht aus Versehen – vergessens.

55) Ste, Mittwoch, 18. Mai 2011, 20:37 Uhr

@Frank: Ja, sie haben tatsächlich nicht verstanden. Die Plag-Leute erhalten oftmals anonyme Hinweise und gehen dieser Spur nach, sie lesen natürlich nicht alle Dotorarbeiten in Deutschland und hoffen auf eine heiße Stelle. So ein Quatsch.
Und bitte, Wutbürger? Sie haben in letzter Zeit wohl im letzten Herbst zu viel Talksendungen verfolgt.

56) Dr. plag. Erb Senzahl, Mittwoch, 18. Mai 2011, 20:49 Uhr

Lieber Michael Spreng, liebe Mitdiskutanten, ich gehe mal davon aus, dass weiter oben natürlich nicht der echte Fritz Wepper geschrieben hat. Von wem der Beitrag stammt ist auch unerheblich um zu entscheiden, ob die richtigen Fragen gestellt werden und ob die Argumente zielführend sind.

Ich nehme vom Pseudonym Wepper den Hinweis auf Wikipedia auf. Dort kommt die gleiche Wiki-Technik zum Einsatz wie bei VroniPlag um nachprüfbare Fakten zu sammeln. Ein wesentliches Element eines Wiki ist die Protokollfunktion, mit der einzelne Bearbeitungsschritte dauerhaft nachvollziehbar bleiben. So gibt es wie für jeden anderen Eintrag auch, unter http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Michael_Spreng&action=history das Änderungsprotokoll für den Artikel „Michael Spreng“ Unter http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Michael_Spreng findet – sofern Gesprächsbedarf besteht – die Diskussion zum Artikel statt. (Dort vor gut zwei Jahren ein kurzer Austausch, ob der Sprengsatz verlinkt werden sollte.) VroniPlag funktioniert nach dem gleichen Prinzip.

Die Anonymität der Leute hinter VroniPlag ist zumindest teilweise längst nicht mehr gegeben: Klicken, Weber-Wulff, KayH, marcusb, Goalgetter und Tim, unser Mann für die Technik haben Auskunft gegeben und versucht die Hintergründe und ihre jeweils eigene Motivation zu erklären. (Ein kurzer Abstecher zu Google, zB http://www.google.com/searchq=%22weber-wulff%22+vroniplag liefert Näheres.) Bei den (unerwarteten) Dimensionen, die die Angelegenheit angenommen hat, sollte der Wunsch nach Anonymität nachvollziehbar sein. Mediale Aufmerksamkeit ist nicht jedermanns Sache, Das sollte respektiert werden. – Weiter oben und gestern wurde ja wiederholt zutreffend angemerkt, dass diese Anonymität eine Befassung mit den Fakten und dem dahinterstehenden MIssstand nicht erschwert.

Ich wünsche mir dass – wenn sich die Aufregung etwas gelegt hat – eine Diskussion üner die Fakten sowei Ursachen und Konsequenzen des Missstands stattfinden werden.

Mit freundlichen Grüßen
Erb Senzahl

57) Sumpf, Mittwoch, 18. Mai 2011, 20:58 Uhr

Bei Themen, die die Gesellschaft polarisieren und schnell zu persönlichen Angriffen führen können, sollte “Meinung ohne Risiko” oder “Kritik ohne Risiko” nicht unbedingt gleich verurteilt werden. Ich bewundere Ihren “Bekennermut”, aber viele Menschen wollen oder können dieses Risiko nicht eingehen. Auch ich möchte gerne, dass mein Nachbar morgen noch mit mir redet, auch wenn er in gewissen Dingen meine Meinung nicht teilt. Sollten Missstände daher unaufgedeckt bleiben? Man mag darüber nachdenken, ob Personen wirklich dermaßen an den Pranger gestellt werden sollten. Ohne den Pranger gäbe es aber auch keine starke öffentliche Signalwirkung, und alles würde so bleiben, wie es ist. Ohne die Anonymität hätte es die weiteren Plagiatsaufdeckungen vielleicht nicht gegeben. Und wenn doch, dann wären die wenigen verbliebenen Aktivisten vermutlich öffentlich im Internet gelyncht worden – von einem anonymen Mob, versteht sich.

58) Ein Freund, Mittwoch, 18. Mai 2011, 21:10 Uhr

Lieber Herr Spreng,

ich lese wie viele andere sehr gerne Ihre Blogeinträge, weil ich das Gefühl habe, dass hier eine erfahrene, vernünftige und mir auch sympathische Persönlichkeit schreibt. Ich freue mich sehr, dass es diesen Blog gibt! Dennoch bin ich auch wie viele andere hier – gefühls- und verstandesmäßig – in dieser Sache – Beispiel GuttenPlag etc. – anderer Meinung (!) als Sie.
Es wäre viel zu sagen, aber z.B. ganz zuerst mal dieses: Sie reden von Meinungsfreiheit. Aber was hat die Recherche und Veröffentlichung von Plagiaten mit Meinung zu tun. Das sind doch schlicht und einfach Fakten. Und ich halte es gerade für eine wohltuende Reinheit, dass keine politische Schlacht aus diesen Fakten gemacht werden kann, weil sie für sich selber sprechen (müssen). Das ist auch vergleichbar mit Wikileaks. Es wird den Menschen zugemutet, sich selber ein Urteil in potenzieller Kenntnis der Fakten zu machen. Nehmen Sie das Beispiel Wikipedia: dort funktioniert die Korrektur auf Faktenebene auch in der (nicht verpflichtenden aber wählbaren) Anonymität. Und, ein Letztes noch: Es ist schön, dass sie die “freie Gesellschaft” loben, in der wir heute “glücklicherweise” leben. Das mag graduell und historisch auf gewisser Stufe stimmen. Aber wie frei ist die Gesellschaft, wie frei sind denn die Medien? Ich möchte nicht den armen Kerl sehen, der sich als Rechercheur outet und dann durch die Mangel gedreht wird von Leuten, die im Gegensatz zu ihm alles andere als das Gemeinwohl im Sinn haben könnten. Sie selbst benutzen schon den Begriff der Denunziation: Würden Sie den nicht mehr verwenden, wenn Sie einen Namen wüssten?
Die Anonymität ist in den gegenwärtigen Strukturen eine Notwendigkeit. Das sind aber nicht die Anonymen schuld! Ich hoffe – und bin ganz zuversichtlich -, dass diejenigen, die sie konstruktiv nutzen, nicht so naiv sind, sie aufzugeben!
Ich habe Respekt vor Ihrer Meinung und kann sie glaube ich auch verstehen. Doch ich fürche, die Sache um die es geht, muss noch genauer erkannt werden (sicher auch von den Verteidigern der Anonymität), um ein gerechtes Urteil zu fällen. Ganz so einfach und z.B. vergleichbar mit einem Denunzianten in anderen Zusammenhängen ist es jedenfalls nicht.

Freundliche Grüße

59) Joris Belzin, Mittwoch, 18. Mai 2011, 21:13 Uhr

1. Ich stimme @Frankilein66 zu, was die Qualität (Besser: Beschimpfungsfreiheit) der Diskussion angeht. Danke dafür, Herr Spreng.

2. Das Internet erleichtert grundsätzlich Denunziation, das lässt sich nicht wegdiskutieren.

3. Dass Sie Herr Spreng, die anonymen Mitarbeiter in die Nähe von Denunzianten rücken, mindestens für Feiglinge halten, greift meilenweit zu kurz, wie die vielen Kommentare verdeutlichen. Sie bestreiten ja anscheinend JEDE Notwendigkeit anonymer Beiträge

4. Wie wäre es nun mit einem 3. Artikel, in dem Sie die Notwendigkeit ihres toten Briefkastens begründen und was sie von der whistleblower-Problematik und WikiLeaks halten. Das würde vielleicht erhellen, worum es Ihnen eigentlich geht (Oder ob endlich mal ein “linker” Plagiator gefunden werden sollte).

60) Sébastian, Mittwoch, 18. Mai 2011, 21:18 Uhr

Mit dem VroniPlag verhält es sich wie mit Ihrem Toten Briefkasten. Es werden Hinweise gegeben (Hinweis, Faktendarlegung != Meinungsäußerung). Diese werden von entsprechenden Universitäten in deren Namen verifiziert und letztlich öffentlich gemacht.

Ihren Ausführungen zur Meinungsfreiheit stimme ich zu. Aber auch hier muss festgehalten werden, dass “Feiglinge” ihre Meinung äußern dürfen. Zu Recht. Letztenendes ist das eine Frage der Gewichtung des Gehalts getätigter Äußerungen. Das muss jedoch jeder für sich selbst beantworten. Eine prinzipielle Bewertung verbietet sich im Voraus.

61) Joris Belzin, Mittwoch, 18. Mai 2011, 21:37 Uhr

@Frank
“… in den Unterlagen anderer wühlen, um ihnen Verfehlungen nachzuweisen?”

Vielleicht werden die Vroniplag-Aktiven angeregt durch die vielen HartzIV-Jäger-Sendungen der privaten Sender, in denen auch der noch so kleinste Betrug zur Staatsaffäre aufgebauscht wird. Aber wenn sich jemand für sowas einen Sender leisten kann, ist das was Seriöses, oder?

In einer Welt,

* in der per RTL auf Leute Hatz gemacht wird, die irgendwie versuchen, 4 Euro fuffzich mehr als erlaubt, auszgeben
* die es aber nicht schafft, Finanzmanager für weltweit hunderte Milliardenverluste haftbar zu machen

freue ich mich dank WikiLeaks und vroniplag, dass nun auch mal die großen Leute Angst haben müssen, erwischt zu werden. Das schafft zunehmend weniger die dritte und die selbsernannte vierte Gewalt.

62) Nofate, Mittwoch, 18. Mai 2011, 21:46 Uhr

Herr Spreng,
in meinen Augen haben Sie ihren Artikel vom gestrigen Tage verschlimmbessert. Sich mit persönlichen Erfahrungen zu rechtfertigen, anstatt aufgrund der vielen sachlich richtigen Einwände einen Fehler einzugestehen, schadet Ihrem Ansehen.
Es wurde erneut klar dargestellt, warum auch dieser Artikel an der Sache vorbeigeht. Ich möchte noch ergänzen, dass ich Ihr Vertrauen in diesen Staat für unangebracht halte. Man beobachte und lese nicht nur die sich selbst so bezeichnenden “Qualitätsmedien” und man wird die Richtung erkennen, in die wir marschieren. Aber selbst wenn Sie dieses Vertrauen haben, sollen Sie sich davor hüten es auf die gesamte Bevölkerung zu übertragen. Ja, es mag sein, dass vielen Menschen der Mut fehlt, vielleicht sind sie aber auch einfach nur klug.
Kurz gesagt: Die Verhältnisse können sich ändern…
Und damit wird jede Meinungsäußerung, Enthüllung unter Umständen gefährlich. Es ist außerdem nicht von der Hand zu weisen, dass es das bereits jetzt ist. Informieren Sie sich zu gegebener Zeit über den Fall des Soziologen Andrej Holm, um nur ein Beispiel zu nennen. Von den vielen geheimen Überwachungen durch Verfassungsschutz, BND oder BKA gar nicht zu reden.

Schließlich könnten Sie mit Ihrer Forderung ebenso inbrünstig sagen, dass Wahlen nicht geheim sein dürfen. Die Wähler sind ja feige. Bitte überlassen Sie es den Menschen selbst ob sie sich eindeutig zu erkennen geben oder sich lieber durch Anonymität oder Pseudonymität schützen wollen. Ihre Abwertung dieser Menschen, die mehrheitlich nichts Böses im Schilde führen, empfinde ich als beleidigend.

Schöne anonyme Grüße
Nofate

63) Stephan Lehmke, Mittwoch, 18. Mai 2011, 22:04 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

dieser Beitrag von Ihnen hat mich sehr enttäuscht.

Nach der Einleitung, die auf eine kundige und verständige Person schließen lässt, folgt eine substanzlose und weitgehend ungerichtete Attacke auf unterstem Stammtischniveau, in der Begriffe und Argumente wild durcheinandergehen und ein Zusammenhang zu Ihrem vorhergehenden Beitrag (der sich doch wohl konkret auf das VroniPlag Wiki bezog?) kaum auszumachen ist.

Sie verstehen nichts vom Internet und brüsten sich damit, meinen aber auf einem Niveau mitreden zu müssen, das eigentlich vertiefte Kenntnisse erfordern würde.

Mein Doktorvater sagte immer “Es gibt drei Arten von Hypothesen: gültige, ungültige, und sinnlose. Die sinnlosen sind die schlimmsten, da man sie nicht widerlegen kann.”

Da ich Ihre sinnlosen Äußerungen nicht widerlegen kann, möchte ich hier wenigstens zwei Aspekte kurz herausarbeiten. Der dritte Aspekt, nämlich dass die reine Auflistung textuell gleicher Stellen in publizierten Werken nichts mit Meinungsfreiheit zu tun hat, ist hier in Kommentaren schon des öfteren genannt worden, und ich stimme ihm voll zu.

1) In allen Bereichen des Webs, die ich regelmäßig frequentiere (Wikipedia, community-betriebene open-source Softwareprojekte und crowdsourcing-Projekte wie PlagiXYZ) ist Anonymität absolut unproblematisch. Hier leisten echte, engagierte Menschen sehr reale und wertvolle Arbeit, zumeist ohne jegliche Gegenleistung, und ohne dabei ihren Namen zu nennen. Vielleicht lesen Sie mehr Blogs, wo die Situation meiner (geringen) Erfahrung nach anders ist. Gerade in Wikis wie VroniPlag (allen voran Wikipedia) ist es aber absolut unüblich, seinen echten Namen zu verwenden, und dies funktioniert überraschend gut.

2) Sie sollten unbedingt zwischen Pseudonym (welches von den meisten Menschen verwendet wird, die in Wikis Beiträge leisten) und anonym (wie die Kommentarfunktion Ihres Blogs, welche ich für ein ziemlich gruseliges Negativbeispiel halte) unterscheiden. Melden Sie sich mal bei Wikia an, wo auch das VroniPlag gehostet ist. Ich habe das auch letztens zum ersten Mal gemacht und war überrascht. Dort wird über ein Belohnungssystem psychologisch recht geschickt (wie man es sonst nur aus der Werbung kennt) dafür gesorgt, dass man sein Pseudonym “pflegt”, permanent dabei bleibt und Beiträge leistet. So wird aus dem Pseudonym schnell eine “Netzpersönlichkeit”, die in der “Netzgesellschaft” recht ähnlichen Restriktionen unterliegt wie eine echte Person in der echten Gesellschaft. Auch das Pseudonym kann die Glaubwürdigkeit oder das Gesicht verlieren, sich ewig blamieren, sanktioniert oder gar ausgestoßen werden. Natürlich ist es nicht so real und persistent wie Personalausweis und Fingerabdruck, aber andererseits geschieht nichts im Verborgenen, alles was man macht ist sofort und auf ewig nachweisbar. Der Höhepunkt ist dann erreicht, wenn das Pseudonym das Namensschild bei einem Kongess “IRL” ziert ;-)

Ich würde mir wünschen, dass Sie Kommentare zu Ihren Beiträgen nicht nur als das unidentifizierbare Johlen eines aufgestachelten Mobs wahrnehmen und ungezielt “zurückbeißen”, sondern dass Sie inhaltlich auf die vorgebrachten Sachargumente eingehen.

64) Anonymous, Mittwoch, 18. Mai 2011, 22:31 Uhr

Wer schon Art. 5 GG sagt, sollte auch Art. 2 I GG sagen.

Jeder darf anonym posten, d.h. seine Persönlichkeit, wie er es für richtig hält, entfalten oder darauf verzichten, sie zu entfalten.

Was Sie Denunziantentum nennen, ist für mich eine Reinigung des wichtigsten Kulturgutes der Menschheit – der Wissenschaft. Ihre ach so mutigen Alten haben nicht geschafft, die Wissenschaft zu schützen. Das machen junge Doktoranden, Studenten und Berufstätige. Wo Sie und ihre Methoden versagt haben, siegen sie.

Die Seuche sind Lügner und Betrüger, sind machtgeile Politiker und korrupte Bosse. Diejenigen, die sie entlarven, sind Helden.

65) Hackworth, Mittwoch, 18. Mai 2011, 22:55 Uhr

Wo im Artikel 5 steht, dass die Meinungsfreiheit auf namentlich bekannte Individuen beschränkt ist? Und Sie verwenden immer noch das Wort “Denunziantentum”. Sind Sie sich sicher, dass Sie wissen, was es bedeutet und impliziert?

66) moheffel, Mittwoch, 18. Mai 2011, 23:10 Uhr

http://blog.delegibus.com/2011/03/21/endstation-hamburg-oder-wie-sich-der-fliegende-gerichtsstand-selbst-abschafft/
erschrift “Aufklärung auf katholisch” über einen 12 Jahre zurückliegenden Kindesmißbrauchsfall, in dem die Kirche der Familie des Opfers eine Entschädigung gezahlt und mir ihr Stillschweigen vereinbart hatte. Der Bischof hat den Journalisten von der Kammer 25 verbieten lassen, in diesem Zusammenhang das Wort “Schweigegeld” zu verwenden (Urteil vom 11.3.2011 – 325 O 153/10).

67) Tharben, Mittwoch, 18. Mai 2011, 23:17 Uhr

Womöglich ist Ihnen nicht bewusst genug, dass anonyme Beschimpfungen, Schmähkritik und Denunziation von geübten Netznutzern einfach ignoriert werden. Landläufig wird so eine Verhaltensweise im Netz als Trollen bezeichnet. Trollen schenkt man keine Aufmerksamkeit. Eine der obersten Regeln des Netzes heißt: Don’t feed the troll.

GuttenPlag und VroniPlag wird aber nicht einmal von Trollen erarbeitet, sondern von engagierten Mitmenschen, die überprüfbare Fakten auflisten. Wenn diese Leute ihre Klarnamen nicht angeben wollen, dann ist das ihr gutes Recht. Niemand sollte sich berufen fühlen, darüber zu urteilen, ob ihre Motive gut oder weniger gut sind, zumal wir die Gründe nicht einmal kennen.

Ihre Tapferkeit in allen Ehren, Herr Spreng, aber die Zeiten ändern sind. Wissen Sie welche Konsequenzen die Rechercheure von GuttenPlag und VroniPlag fürchten müssten, würden sie sich identifizierbar machen? Vielleicht sind sie aber einfach nur nicht so mutig wie Sie. Oder verfügen nicht über ähnlich gute Mittel sich zu schützen.

68) Christoph, Mittwoch, 18. Mai 2011, 23:29 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

Sie machen einen grossen Fehler, wenn sie VroniPlag mit Spickmich vergleichen. VroniPlag analysiert veroeffentliche wissenschaftliche Arbeiten nach ziemlich einfachen, weitgehend objektiven Kriterien in einer absolut transparenten Weise. Spickmich ist tatsaechlich eine anonyme Wertung von Personen, die sich nicht selbst in die Oeffentlichkeit gestellt haben.

Es ist kein Zufall, dass Doktorarbeiten veroeffentlicht werden, denn nur so funktioniert der Wissenschaftsprozess. Andere Leute koennen die Forschungsarbeit lesen, bewerten, darauf aufbauen, zitieren … oder eben auch als Betrug entlarven. Letzteres ist ein wichtiger Dienst an der Wissenschaft und wesentlich dafuer, dass der Wissenschaftsprozess, der fuer unsere Gesellschaft so wichtig ist, weiter funktionieren kann.

Die Autoren von Vroniplag nehmen keine Wertung vor, sondern belegen Plagiate — dafuer waere ihre Glaubwuerdigkeit und Rechtschaffenheit ueberhaupt nicht noetig. Selbst wenn VroniPlag von den Hell’s Angels betrieben wuerde, waeren die Plagiate immer noch Plagiate! Es ist bezeichnend, dass die Kritik an Vroniplag sich nur auf Sekundaerthemen wie die Wiki-Methode bezieht, nicht aber auf die Qualitaet der gefundenen Plagiate –> das waere die einzige ernstzunehmende Kritik, aber das ist halt schwierig, wenn die untersuchten Arbeiten tatsaechlich weitgehend abgeschrieben sind!

Herr Speng, sie haben sich versehentlich gegen die Meinungsfreiheit entschieden — das ist traurig, insbesondere wenn man ihre durchaus beeindruckende Vita kennt.

Gruss
Christoph

69) RCB, Donnerstag, 19. Mai 2011, 00:52 Uhr

Lieber Herr Sprengmeister,
was “Meinungsfreiheit” betrifft, bin ich im Grunde voll bei Ihnen! Was die vielen Stänkerer betrifft (nicht in Ihrem Blog!), die oft nur so vor Dummheit triefen, orthographische Fehler en masse produzieren und sich meist untereinander “streiten”, so hat deren Produkt nichts mit Meinungsfreiheit zu tun, sondern mit Geltungssucht o.ä. Die sind oder wären eher ein Fall für den Arzt und sollten einfach ignoriert werden. Sie werden in Ihrem Blog wohl eher aussortiert?

Zum Thema Anonymität in Zusammenhang mit Kommentaren, wie diesem hier habe ich allerdings ein anderes Verständnis wie Sie. Zum Einen ist es IHNEN möglich, “unpassende” Kommentare nicht zuzulassen, zum Anderen können SIE anhand der bei Ihnen bekannten e-mail-Adressen durchaus an den Verfasser auch direkt herantreten und mit ihm, falls Sie das für notwendig erachten “Kontakt” aufnehmen. Ein “Pseudonym” ist m.E. hier deshalb erlaub, weil es nur darum geht, die verschiedenen Meinungen der Leser Ihres Blogs offen zu legen und abzubilden und weil damit verhindert wird, dass ein fanatischer Irrer am nächsten Tag bewaffnet vor des Kommentators Türe steht. Leider passiert so etwas auch bei uns immer mal wieder.

Wenn ich selber einen Blog schreibe (als es das noch nicht gab, hatte ich mir oft gewünscht dass es sowas gäbe. Jetzt rentiert sich der Aufwand für mich nicht mehr; ich bin etwa so alt wie Sie, komme aus einen ganz anderen Branche und bin zudem bereits im Ruhestand), stehe ich mit meinem Namen und Allem, was dazu gehört dahinter. Wenn ich einen Artikel in der Zeitung schreibe, ebenfalls. Dann bin ich aber auch Profi und kann mich ggf. sogar gegen solche oder ähnliche Angriffe oder z.B. auch Anzeigen “beleidigter Leberwürste” versichern. Als Kommentator eines Blogs kann ich das nicht und daher ist es mir lieber (nennen Sie es von mir aus Feigheit), hier anonym zu bleiben. Man muss das, wie so vieles Andere auch, immer von mindestens zwei Seiten betrachten und beurteilen.

Sind Ihrer Meinung nach auch Autoren von Büchern, die nicht unter ihrem Namen, sondern unter einem Pseudonym schreiben, Feiglinge?

70) Sumpf, Donnerstag, 19. Mai 2011, 03:30 Uhr

Noch ein Kommentar zu der von Ihnen genannten “Seuche der Anonymität”:

Es gibt noch weitere Seuchen bzw. “Flüche” des Internets, nämlich den Fluch der mangelnden Kontrolle, den Fluch der Ewigkeit und den Fluch der Transparenz. Kontrolle: Im Internet habe ich nicht die Kontrolle, wem gegenüber ich meine Meinung äußere und wem nicht. Wenn ich Persönliches preisgebe, kann ich mir nicht aussuchen, wem ich wieviel davon preisgebe und was er damit anstellt. Ewigkeit: Das Internet vergisst nicht. Weder das, was ich schreibe, noch das, was über mich geschrieben wird, kann zurückgenommen werden. Transparenz: Kurz den Namen googlen, und man erhält weitere Infos gratis. Bewerbe ich mich beruflich, wird man sofort sehen: So einer ist das also. Bin ich wirklich so einer, auch später? Das Internet ist infiziert mit mir, das nenne ich eine “Seuche”. Im Alltag ist es selbstverständlich, dass man nicht jedem Alles mitteilt. Dafür haben Menschen gute Gründe. Auch im Internet gibt es gute Gründe, anonym – oder besser – pseudonym zu bleiben. Diesen Luxus können Sie sich als Journalist nicht leisten, aber nicht jeder Meinungsäußerer ist journalistisch tätig. Ob Plagiatsaufdeckungen Meinungsäußerungen sind (oder beinhalten), naja,… dazu äußere ich mich lieber nicht.

71) EStz, Donnerstag, 19. Mai 2011, 07:19 Uhr

>> Wir leben schließlich in Deutschland und niemand, der hier mit seinem
>> Realnamen postet, muss Repressalien fürchten

Eigenartige Wahrnehmung. Wer beim Telefonieren bestimmte Schlüsselwörter benutzt, wird mitgeschnitten; die Bundesregierung plant, Spitzelprogramme auf jedem Rechner zu installieren (“Bundestrojaner”); es gab schon mehrere Anläufe für die Vorratsdatenspeicherung (Gegner derselben werden inzwischen fast mit Terroristen gleichgesetzt). Das ist etwas, was von Staats wegen anonym läuft, wo nicht bekannt ist, was gespeichert wird, welche Aussagen wie verknüpft werden etc.

Oder der Ankauf einer Steuersünder-CD mit Steuergeldern (von einem Denunzianten) …

Der Staat und viele Politiker schimpfen allzu oft und allzu leichtfertig über die Anonymität – bei anderen! Selbst werden beispielsweise Nebeneinkünfte der Abgeordneten durch die Industrie geheimgehalten.

Was die Plagiator-Jäger machen, ist wichtig und richtig. Nicht nur, um die Plagiatoren zu entlarven, sondern auch, um die nächste Generation Plagiatoren zu verhindern. Denn es ist gerade das Medium Internet, dass Abschreiben so leicht macht. Nun verhindert bzw. korrigiert das gleiche Medium den eigenen Missbrauch. Das ist doch eine tolle Geschichte.

Und wer immer da erwischt wird und von den Betreibern wissen will, mit welchem (vielleicht politisch motivierten) Hintergedanken man auf ihn gekommen ist, der sollte vorher erklären müssen, mit welchen Hintergedanken er die Öffentlichkeit betrog und belog.

72) EStz, Donnerstag, 19. Mai 2011, 07:21 Uhr

Nachtrag:

Es wäre vielleicht nur zu wünschen, dass die Plagiator-Jäger auch die Arbeiten nennen, die sie untersucht und für gut befunden haben…

73) extraanonym, Donnerstag, 19. Mai 2011, 07:52 Uhr

Hr. Spreng, sehen Sie das mal so….ihre beiden letzten Blog Beiträge habe eine Menge Kommentare provoziert und produziert. Wenn Sie diese aufmerksam lesen und verdauen haben Sie danach das Internet und seine Wirkungen als eine für Sie fremde Welt verstanden. ;)

74) Mendez, Donnerstag, 19. Mai 2011, 09:25 Uhr

Sie haben Ihre Meinung geäußert, Herr Spreng und andere haben das in ihren Beiträgen ebenfalls getan. Wieso ist es denn so wichtig, Ihre Meinung als Die Wahrheit zu positionieren? Geht dieser Versuch nicht ein wenig in Richtung Meinungsmache?

Im Übrigen verstehe ich nicht ganz, inwiefern die Hinweise von VroniPlag amders zu bewerten wären, wenn man die Namen der jeweiligen Poster kennen würde: Oder gibt es nach Ihrer Meinung Unterschiede zwischen dem Hinweis eines Akademikers und dem eines Hauptschülers wenn es um Plagiate geht? Oder wäre die Überprüfungspflicht der jeweiligen Uni im konkreten Fall unterschiedlich gewichtet je nach Ursprung eines Hinweises?

Ich glaube, Würdenträger, Machtinhaber oder Prominente sollten dankbar sein, wenn es gelingt die – mit Sicherheit nur wenige – Schwarze Schafe in Ihren Reihen zu entlarven, denn wer bei seiner Doktorarbeit klaut, könnte ja auch an anderen Stellen schummeln, tricksen oder unlautere Aufstiegmethoden anwenden.

Die Aufklärung als Denunziantentum zu bezeichnen weil sie anonym stattfindet, öffnet zum einen eine andere Diskussionsfront. Ob dies mit der Absicht geschieht, die jeweilige Sache zu relativieren, bleibt dahingestellt. Zum anderen aber und wenn man zu Ende denkt, dürften dann die anonymen Hinweise überall angeprangert – bzw. ignoriert werden – auch bei der Polizeiarbeit, was mit Sicherheit nicht Ihr Wunsch ist.

Allerdings scheinen Sie den Begriff der Denunziazion in Unkenntnis seiner realen Bedeutung einzusetzen. Wer sie erlebt hätte, die Denunziation, würde in diesem Fall einen anderen Begriff wählen. Oder aber, auch für den Begriff “Kollaborateur”, Verwendung finden. Letzterer passt aber dann doch nicht in das Bild. Oder?…

75) S.Ooker, Donnerstag, 19. Mai 2011, 09:39 Uhr

Auch auf die Gefahr alles zu wiederholen: Eine Untersuchung einer Arbeit auf FORMALE Richtigkeit ist doch keine Meinungsäußerung.

Wenn XYZ sich hinstellt und sagt 2*3+4=14 dann ich kann ich doch anhand der Regel “Punkt-vor-Strichrechnung” illustrieren dass das Ergebnis falsch ist. Das nichts mit eigener Meinung zu tun, sondern ist faktisch nachvollziehbar.
Nichts anderes machen die VroniPlag-Autoren. Ich weiß nicht wem diese Forderung nach dem Zwangsouting nützen soll, außer den ganzen falschen Doktoren da draußen…

76) Ein Freund (2), Donnerstag, 19. Mai 2011, 09:49 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

da Sie einen so neuralgischen Punkt getroffen haben und mir dazu noch weitere Erläuterungen eingefallen sind, möchte ich einen zweiten Kommentar hinzufügen und damit vielleicht ein wenig in Ihr gedankliches Interessengebiet eindringen. Ich könnte mir vorstellen – verzeihen Sie diese Spekulation – dass Sie eventuell gerade von dem Fall der Tochter von Herrn Stoiber zu Ihrem Artikel angeregt worden sind. Ich könnte mir vorstellen, dass Sie sie ganz gut kennen, mögen und ritterlich verteidigen wollen. Das Sei Ihnen gegönnt und verdient Achtung!
Ich möchte aber dann doch noch etwas tiefer blicken und einräumen, dass wir es vielleicht wirklich zu einem gewissen Teil mit einem Kampf zu tun haben. Auf der einen Seite stehen dabei (ich vereinfache jetzt) die Menschen wie Stoiber wie Guttenberg, die zur herrschenden Klasse gehören (zur Realität von Herrschaft in Deutschland siehe Wehler, siehe Adorno) und die mit Hybris von ihrer Übergeordnetheit überzeugt sind bzw sich an dieser erfreuen. Ebendiese sind ja bekanntermaßen eng der großen Masse vieler schlichter Geister verbunden, die im Grunde diese inszenierte, gelebte und tradierte soziale Überlegenheit stützen, indem sie sie als Realität anerkennen, indem sie Fan von Guttenberg und anderen werden und sind. Es ist auch bekannt, das in Deutschland die Springer-Medien dieses Modell durchaus erfolgreich stützen. Nun gibt es aber auch einige, die weder zu der einen noch der anderen Gruppe gehören, die aber gesamtgesellschaftlich in der Minderheit sind und insgesamt wesentlich schwächer sind. Wenn diese nun der Hybris entgegenarbeiten, die kein Problem hat, sich auch widergesetzlich Vorteile zu verschaffen, die im Grunde vielleicht davon träumen, nur sich selber Gesetz zu sein (weil sie auch denken, sie seien gut und würden es schon richtig machen!), dann ist das eine Art Selbstverteidigung, die nur aus einer gewissen Deckung möglich ist – die übrigens nicht widergesetzlich ist! Wer Platon studiert hat, weiß, dass man Gut und Böse nicht sehen kann, also nach reinen Fakten letztlich nicht urteilen kann, ob etwas gut oder böse ist oder war, weil man die Gründe nicht sieht, höchstens vermutet. Ebenso weiß man dann, dass niemand etwas Böses tut in der Meinung es sei Böse, sondern immer in der Meinung, es sei gut!
Ich möchte zum Schluss Sie darum bitten, zu überlegen, ob Sie in der moralischen Beurteilung, d.h. Verurteilung Ihrer “Jäger” (ein tendenziöser Ausdruck) nicht den Zusammenhang von Ursache (soziales Fehlverhalten der Titelerschleicher) mit Wirkung (Aufdeckung dieses Fehlverhaltens) zu leichtfertig ausblenden und die geschilderten tieferen Ebenen übergehen. Sie könnten natürlich auch sich platt zu dem bestehenden Herrschaftsmodell bekennen – aber so habe ich sie in Ihren Statements sympathischerweise bisher nicht kennengelernt!

Nochmals freundlicher Gruß

77) anonym, Donnerstag, 19. Mai 2011, 09:53 Uhr

“Eine Beschränkung der Meinungsäußerungsfreiheit auf Äußerungen, die einem bestimmten Individuum zugeordnet werden können, ist mit Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG nicht vereinbar.” (Randnummer 38 der Entscheidung BGH, Urteil vom 23.6.2009, Az. VI ZR 196/08: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&nr=48601&pos=0&anz=1).

78) Denis Diderot, Donnerstag, 19. Mai 2011, 09:59 Uhr

ich glaube, man wirft hier unterschiedliche Dinge zusammen: auf der einen Seite gibt es Anonymität in Internetforen, wo hier und da Leute beleidigt werden. Am besten ignorieren. Auf der anderen Seite steht die Wisssenschaft: hier ist Anonymität an der Tagesordnung, wenn z. B. Forschungsartikel in “blind review” bewertet werden. Auch hier wird anonym Forschung manchmal ziemlich deftig angegriffen. Ist für den einzelnen zwar nicht schön, aber für die Wissenschaft als ganze enorm wichtig (wenn auch nicht perfekt). Die Guttenplag-Leute sehe ich eher in dieser Tradition. Und: warum sollte Saß ihren Doktortitel behalten dürfen, nur weil sie nicht berühmt ist?

79) Willi, Donnerstag, 19. Mai 2011, 10:14 Uhr

Nachdem ich die Kommentare überfolgen habe, befürchte ich fast, der Erste zu sein, der schreibt: Herr Spreng hat recht!

Selbst in einem niveauvollen Blog mit meist niveauvollen Kommentaren wie hier schleichen sich in einem durchaus im wahrnehmbaren Prozentbereich der Kommentare Formulierungen wie “miesester und unqualifizierter Beitrag” und “Spreng spiegelt Doppelmoral” ein. Ob das wohl face to face genau so oder vielleicht nicht etwas wohlüberlegter formuliert würde?
Geht man dann in die “Niederungen” des Web, z.B. in ganz normale Fußballforen oder auch nur in die Kommentarspalten unter Artikel der Startseiten von Freemailanbietern – “holla die Waldfee”. Nicht umsonst wurden für Internetdiskussionen ironische Regeln entwickelt wie z.B. die Godwin-Regel, dass mit fortdauernder Web-Diskussion die Wahrscheinlichkeit eines Nazivergleichs gegen 1 tendiert. Und ich befürchte – ohne recherchiert zu haben – dass die Masse der Menschen eher bei web.de als bei Niggemeier kommentiert.

Persönlich frage ich mich schon seit GuttenPlag, wer wohl die Menschen sein mögen, deren Hobby die Suche nach Fehlern anderer ist. Hart formuliert: Tageslichtscheue Gestalten? Sozialunverträgliche? Ich hätte für so etwas schlicht keine Zeit.

Wäre es nicht sinnvoller, in dieser Zeit sich um seine Familie zu kümmern? Ein Ehrenamt auszuüben?
Womit wäre unserer Gesellschaft mehr geholfen: Veronica Stoiber darf keinen Doktortitel mehr führen oder ein wohltätiger Verein hat einen Helfer mehr?

Würden mehr Menschen dafür Sorge tragen, dass im Kleinen, also im täglich Erlebten und im eigenen Umfeld, die Lage besser wird, anstatt die Gesamtgesellschaft verbessern zu wollen, dann würden Sie eben diesen Effekt besser erreichen.

80) cashbrot, Donnerstag, 19. Mai 2011, 10:50 Uhr

Herr Spreng, sie sollten vielleicht mal über ihren Tellerrand schauen.
Ich bin als Erzieher bei einer Einrichtung in kirchlicher Trägerschaft beschäftigt. Würde mein Arbeitgeber wissen, wie ich mich im Netz zum Thema Religion äußere, wäre ich meinen Job los, bzw. hätte ihn gar nicht erst bekommen.
Natürlich ist man nicht gezwungen bei einem kirchlichen Träger zu arbeiten, aber die Kirche bietet die meisten Stellen im sozialen Bereich. Alternativ gäbe es noch staatliche Einrichtungen, da muss ich mit meiner politischen Einstellung allerdings auch vorsichtig sein.

81) Reinard, Donnerstag, 19. Mai 2011, 11:04 Uhr

Ein wichtiger Beitrag, nicht der erste zu diesem leidigen Thema. So lange durch Anonymität Angst signalisiert wird, können sich die (vermeintlichen?) Überwacher sicher sein, dass ihre Masche funktioniert. Ja, Feigheit ist schon der richtige Ausdruck dafür, was das System aufrecht erhält.

Und durch anonyme Kommentare wird’s nicht besser. Sie zeigen nur, dass was nicht stimmt.

82) Chris, Donnerstag, 19. Mai 2011, 11:29 Uhr

Also ist es eine schlechte Sache wenn Menschen ohne Angst vor Konsequenzen Ihre Meinung äußern können? Diese Ansicht kann man haben und es sich auch locker leisten zu sagen dass ein bsichen Mut dazu gehört. Zumindest wenn man nicht grade irgendwo Zeitarbeiter ist und morgen vielleicht nicht mehr weiß wie man die Miete zahlt.

“> Wir leben schließlich in Deutschland und niemand, der hier mit seinem
>> Realnamen postet, muss Repressalien fürchten”

Diese Aussage ist einfach nur Weltfremd. Ich muss schon mit Represalien rechnen wenn ich in der Mittagspause eine falsche Ansicht äußere. Wenn diese auch noch von jedem nachgelesen kann wäre es gleich ganz vorbei.

83) Romeias47, Donnerstag, 19. Mai 2011, 11:52 Uhr

Das Thema Mut & Feigheit beschäftigt mich als “digitalen Einwanderer”, seit ich im Internet zugange bin. Was dem Medium natürlich eigen ist, ist die Leichtigkeit des Umsetzens und öfter habe ich mir “danach” gewünscht, es gäbe noch die Schwelle von Umschlag schreiben, Briefmarke kaufen und zur Post bringn.

Und zur Anonymität: Da wäre zu klären, ob sie nicht auch eine Chance ist, wenn man eine Behauptung mit ein paar Sätzen aus eigenem Erleben illustrieren kann, ohne Mitmenschen hereinzuziehen. Nicht wegen des Seelen-Stripp, sondern um etwas deutlicher, verständlicher zu machen. Es erinnert mich zugleich an die früheren Sechser-Abteile der Bundesbahn, in denen oft sehr anregende und persönliche Gespräche zustande kamen, ohne dass man sich vorher nach Art von Monsieur Poirot vorgestellt hätte.

Auch das mit der Feigheit ist relativ: “Solisten” haben den Nachteil, dass ihnen niemand über die Schulter guckt und zuruft “Hey, halt mal den Ball flach”. Wenn man’s mit sich selber ausmachen muss oder will, hat man schnell die Schere im Kopf und wird dann übevorsichtig. Für mich ist Maßstab, dass man Leute nur für ihr Handeln (bzw. Reden) angreifen darf, nicht aber für Eigenschaften, die sich dem eigenen Zugriff entziehen. Zum Beispiel, wenn ein Minister aus gutem Hause mit Erziehungsauftrag seine Doktorarbeit nicht nach geltendem Recht gebacken kriegt und dann aber nach ein paar Monaten “Einarbeitung” meint, die Bundedwehr samt Strukturen im Gesundheits- und Pflegewesen umkrempeln zu müssen. Oder wenn Politik z.B. in mein Leben eingreift oder selbst formulierten Grundsätzen widerspricht (“Die Würde des Menschen ist unantastbar”), dann wird’s auch schon mal harsch. Alias-Namen finde ich auch einen guten Kompromiss, weil ein real möglicher Name nicht unbedingt stimmen muss. Für Menschen mit Allerweltsnamen hat, ist ein Alias sozusagen “echter”.

Wirkung für die Demokratie: Bis zu einem gewissen Grad funktionieren Comunitys/Foren ja auch als Ventil zum Dampfablassen. Das ist ebenso banal wie wichtig. Vielleicht hätte die Republik Hartz IV sonst nicht mit “blauem Auge” überstanden. Und vielleicht wäre Europa sogar eine Katastrophe erspart geblieben, hätte es das Web in den 20er Jahren schon gegeben. Was mich aber interessieren würde ist, ob Foren auch weitergehend ausgewertet werden, von wem und mit welchem Zugriff auf Realdaten.

Von Kleist gibt es doch diesen Aufsatz “Über die Verfertigung der Gedanken beim Reden” – vielleicht könnte er als Dokument zum Nachlesen (oder Link) uns “Sprengsatz”-Kommentatoren ein bißchen bei der Selbstreflexion helfen. Wie sagt ein gewisser Karl Marx so schön, “Das Sein bestimmt das Bewusstsein”.

-rs.

84) vera, Donnerstag, 19. Mai 2011, 12:00 Uhr

Siehste. Nennung der Blog-URL geht immer noch nicht. Schade.

85) Müller-Albring, Donnerstag, 19. Mai 2011, 12:51 Uhr

Lieber Herr Spreng,

ihr Eigenbild in Ehren – zuviel Selbstreflex nagt dann doch an der Glaubwürdikeit. Das Paradoxon “Roter in der JU” aus einer Zeit als der konservative Kern der Union Langhaarige noch gerne am nächsten Baum aufgehängen wollte hilft da auch nicht weiter.

Dem Internet heute überhaupt die Möglichkeite einer Schwarmintelligenz zu attestieren ist vermessen und folgt eher einer esoterischen Interpretation derselben. Das Modell einer verteilten künstlichen Intelligenz bionisch orientiert z.B. am Ameisenalgorithmus,zeigt die vielfältige Verwendung dieser Begrifflichkeit, die hier eingesetzt eher eine pseudowissenschftlichen Dampfplauderei entspricht .

Orientieren Sie sich doch lieber an den Einen der da sagte: Fakten, Fakten, Fakten

86) sk8erBLN, Donnerstag, 19. Mai 2011, 13:01 Uhr

Herr Spreng,

auch der Vergleich von Äpfeln mit Birnen ist in der Sache nicht Zielführend. Und genau den haben Sie mit ihrer Ergänzung vorgenommen, weshalb, haben die Vorschreiber im Detail erklärt.

Vielleicht beruhigt es ja zu wissen dass es auch allen nderen “Doktoren” in der Politik nicht besser geht als Koch Mehrins, Guttenberg, etc. etc.

65 Doktortitel von Spitzen-Politikern werden überprüft

Ab sofort will eine Internet-Seite allen promovierten Bundestagsabgeordneten auf die wissenschaftlichen Finger schauen. Auch alle Doktorarbeiten der deutschen Mitglieder des Europaparlaments werden unter die Lupe genommen.

In Anlehnung an den sogenannten Domino-Effekt, nach dem die demokratischen Revolutionen in der arabischen Welt immer weitere Diktatoren zu Fall bringen würden, wurde die Seite auf den Domain-Namen http://www.doktorarbeitendomino.de/ getauft. Die Macher der Seite stammen aus der Blog-Leserschaft des IT-Sicherheitsexperten Felix von Leitner.

Sie wollen klargestellt haben, dass das Projekt nicht einer Hetzjagd, sondern vielmehr einer ausgewogene Wahrheitsfindung dienen soll. Sie führen drei Punkte an, weshalb sie diese Seite ins Leben gerufen haben.

Koordinierung, Effizienz und Parteiunabhängigkeit
Zum einen soll die Suche nach Plagiaten besser koordiniert werden, indem eine Seite alle Ergebnisse sammelt. Wie schon bei Guttenplag oder Vroniplag geschieht das nach dem Prinzip des “Crowdsourcing”. Dabei werden die zeitlichen und geistigen Ressourcen der breiten Masse an “Mit-Jägern” nutzbar gemacht, um effektive Ergebnisse zu erhalten. Außerdem solle ein objektives Gesamtbild entstehen, bei dem hervorgehoben werden soll, dass es auch tadellose Arbeiten von Politikern gibt. Das gesamte Verfahren soll zudem parteiunabhängig stattfinden.

Dennoch dürften vor allem die Abgeordneten der CDU/CSU-Fraktion ins Schwitzen geraten, denn sie stellen mit 23 promovierten Bundestagsmitgliedern die höchste Zahl dar. FDP und SPD müssen sich auf jeweils sechs untersuchte Doktorarbeiten gefasst machen. Die Grünen haben nur 5 Doktoren in ihren Reihen. Nur die Links-Fraktion bleibt außen vor, Doktoren dort: Fehlanzeige.

http://www.suedkurier.de/news/brennpunkte/65-Doktortitel-von-Spitzen-Politikern-werden-ueberprueft;art407,4896080

Wir könnten ja hier mal Wetten abschließen wie hoch die Ausfallquote liegen wird :D

Und der ein oder andere “Internetausdrucker” wird ganz gwiss noch kalt erwischt. Wie sehr sie Ihre Lage unterschätzen zeigt nicht zuletzt der irrwitzige Versuch den König der Plagiatoren zurück auf die Politische Bühne zu zerren. Fast schade dass das wohl nur Wunschdenken einer Zeitung mit vier Buchstaben bleiben dürfte. Es wäre sicher sehr lustig geworden. :P

87) KH, Donnerstag, 19. Mai 2011, 13:04 Uhr

Generell gesprochen KANN die Anonymität im Internet zu ziemlichen Auswüchsen führen. Das ist mir als
GIFT (Greater Internet Fuckwad Theory) mal untergekommen:
Normale Person + Anonymität + Aufmerksamkeit = Fuckwad
um zu erklären, warum sich im Internet viele einer so asozialen Sprache bedienen.

Aber in diesem Fall: was für einen Mehrwert hätte es denn, wenn sich die Plagiatjäger outen, für die Beurteilung ihrer Arbeit?

Man braucht einen Namen, um seine Meinung zu untermauern. Vielleicht auch bei Studien, eben alles, wo man nicht anhand von anderen Quellen einschätzen kann, wie objektiv der Komentar ist.
Man braucht KEINEN Namen, um Fakten zu überprüfen, die aus einer anderen – angegebenen – Quelle stammen. Da genügt die Originalquelle.

88) Tommek, Donnerstag, 19. Mai 2011, 13:06 Uhr

Wissenschaft ist keine Meinung!

89) R Meinen, Donnerstag, 19. Mai 2011, 13:13 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

Anonymität hat ja auch etwas mit Angst zu tun. Aber Sie haben Recht, dass es recht wenige Aufrechte gibt, die offen zu ihren oft kritischen Meinungen stehen. Seien Sie stolz auf Ihre Unbequemlichkeit. Zudem sehen wir in der Politik eine Herrschaft der zweiten Garnitur ohne Persönlichkeit und mit wenig Wissen. Die recht anonyme Masse von “Machthabern“ und deren Assistenten und Stabsleuten trampeln den freien Geist nieder. Aber auch die “Machthaber“ scheinen Angst zu haben, da sie zwar die Attribute der Macht besitzen, aber scheinbar das Sagen immer mehr verlieren, da das Volk ihnen nicht mehr glaubt. Mein Vorschlag wäre ein Historiker (oder Historikerin) als Kanzler, ein Wirtschaftsprüfer als Finanzminister, ein mittelstuandischer Unternehmer als Wirtschaftsminister und ein kritischer Journalist (haben Sie Zeit und sind Sie kritikfähig?) als Informationsminister. Die Willkür des Internets ist schwer zu stoppen. Die Anonymität ist ein Problem. Es scheint eine Eigenart der Demokratie zu sein, dass keiner mehr verantwortlich sein will und auch nicht erkannt werden will. Dazu kommt die Arroganz der Banken, die uns zusätzlich in wenigen Jahren in eine Katasprophe führen kann.

90) Mark, Donnerstag, 19. Mai 2011, 13:35 Uhr

Sie sollten dringend in Kontakt mit Sascha Lobo treten, der kennt das Internet ausgezeichnet.
http://saschalobo.com/
Nein, das ist kein Witz.

91) Martin, Donnerstag, 19. Mai 2011, 13:45 Uhr

Ich kann Ihre Meinung verstehen, veehrter Her Spreng, auch wenn ich zum Teil nicht mit Ihr konform gehe. Möglicherweise wäre es nicht uninteressant, wenn die die im Wiki verantwortlichen im Wiki aufgeführt wären. Jedoch … würden die daran Beteiligten recht schnell per Gerichtsbeschluß mundtot gemacht werden und somit ist es sinnvoll, solche Wikiseiten anonym zu bearbeiten und zu gestalten.

Und da nicht nur ich, sondern inzwischen sogar ganz normaler Bürger wenig bis gar kein Vertrauen in die Politik haben, dann kann man davon ausgehen, dass Politikern und deren Clans dieses spüren und jede Kritik an deren Wirken im Kein ersticken wollen.

Daher kann man Politikern vorhalten: geht voran mit demokratischen un freiheitlichen Werten und das Volk wird, acuh mit solchen Wikis, folgen.

Es bleibt festzuhalten: Der Fisch stinkt vom kopfe her.

Mit freundlichen Grüßen,
Martin

92) Mark, Donnerstag, 19. Mai 2011, 14:54 Uhr

@Willi, Donnerstag, 19. Mai 2011, 10:14 Uhr:

Sie schreiben: “Persönlich frage ich mich schon seit GuttenPlag, wer wohl die Menschen sein mögen, deren Hobby die Suche nach Fehlern anderer ist. Hart formuliert: Tageslichtscheue Gestalten? Sozialunverträgliche? Ich hätte für so etwas schlicht keine Zeit. Wäre es nicht sinnvoller, in dieser Zeit sich um seine Familie zu kümmern? Ein Ehrenamt auszuüben? Womit wäre unserer Gesellschaft mehr geholfen: Veronica Stoiber darf keinen Doktortitel mehr führen oder ein wohltätiger Verein hat einen Helfer mehr?”

Zunächst einmal gilt es festzustellen, dass die Plagiatsjäger offenbar in den Augen einer großen Anzahl von Leuten ein wertvolles Ehrenamt ausüben, dass unsere Gesellschaft nach vorne bringt. Wäre es nicht so, wäre wohl der schöne Karl-Theodor immer noch Doktor und Verteidigungsminister, und Herr Spreng würde hier nicht so viel verbale Dresche beziehen.

Das Ehrenamt ist in sofern wertvoll für die Gesellschaft, da es Blender auf’s Korn nimmt, und zwar nicht irgendwelche Blender, sondern diejenigen, die uns regieren, die uns Steuern aufbrummen und das so eingenommene Geld ausgeben; Blender, die in unser aller Namen über Kriegseinsätze abstimmen und über unsere Alterssicherung. Wenn dann noch eine verzerrte Selbsteinschätzung hinzukommt und ein solcher Polit-Blender z.B. auf seiner Webseite etwas von Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Tugenden usw. usf. schwurbelt, dann scheint derjenige tatsächlich zu glauben, dass er etwas besseres sei.

Nun gehe ich aber davon aus, dass alle Menschen gleich sind (bzw. zumindest sein sollten). Ich möchte nicht von einer Person regiert werden, die mir (und der Welt) ins Gesicht lügt. Ich möchte auch nicht, dass eine solche Person einen Vorteil bei der Job- oder Wohnungssuche bekommt, nur weil sie einen Promi-Papa hat und beim Erwerb des Doktortitels wohlwollend beide Augen zugedrückt wurden.

Natürlich möchten die Gejagten gerne die Jagd beenden; dazu ist ihnen beinahe jedes Mittel recht. Und wenn es nur die hilflose Forderung ist, die Jäger mögen doch bitte mal “etwas Sinnvolles” tun.

Nein, nein, das wäre völlig ineffizient. Sehen Sie: wenn die Jäger statt zu jagen alte Menschen pflegen würden, dann hätten vielleicht, na, 1000 alte Menschen etwas davon. Für eine kurze Zeit. Wenn aber ein menschenverachtender Lügner nicht Kanzler wird und weiter Sozialabbau betreiben kann wie er lustig ist, dann haben hunderttausende, wenn nicht Millionen alter Menschen etwas davon, für lange Zeit.

93) Fischer-Bossert, Donnerstag, 19. Mai 2011, 15:19 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

den Kommentaren entnehme ich, dass Sie in ein Wespennest gestochen haben. Offenbar teilt die Mehrheit Ihre Meinung nicht, ist Ihnen aber zugleich dankbar, dass Sie die Debatte angestossen haben, die jeden von uns betrifft, der auf Ihrer Seite Kommentare abgibt. Vom journalistischen Standpunkt hatten Sie hier selten so viel Erfolg.

Mir scheint aber, Sie prügeln auf den Falschen ein. Zweifellos gibt es im Internet viel feige Bosheit, die sich in anonymen Verleumdungen äussert – v.a. unter Jugendlichen, aber keineswegs nur dort. Ich nehme an, Sie finden auf Ihrer website auch Kommentare vor, die sie zugunsten der netiquette unterdrücken – m.E. Ihr gutes Recht und keine Zensur, denn Sie betreiben diese Seite. Auch Zeitungen wählen unter den Leserbriefen diejenigen aus, die sie veröffentlichen.

Die Seiten Guttenplag wiki und Vroniplag wiki sind allerdings keine Foren, wo jederman anonym, d.h. ungestraft jeden Unsinn notieren kann. Sie haben eine bestimmte Zielsetzung, und wer sich nicht zur Sache äussert oder in der Sache unredlich arbeitet, wird schlicht nicht zur Kenntnis genommen. Sie mögen an der Anonymität der Mitarbeiter Anstoss nehmen – Gründe, hier anonym bleiben zu wollen, gibt es selbst im universitären Milieu durchaus (da sind die Kommentare, die ich gelesen habe, noch zurückhaltend) – aber an den Resultaten können Sie nicht deuteln, denn sie sind überprüfbar, ja sie werden geradezu nur zum Zweck der Überprüfbarkeit veröffentlicht.

Prof. Fischer-Lescano hat sich seit seiner Rezension manch widerlichen Anwurf gefallen lassen müssen. In seiner Position kann er sich das leisten; ich hoffe für ihn, dass er auch ein dickes Fell hat. Manche, die weder eine unkündbare Position noch ein dickes Fell haben, können trotzdem bei der Aufdeckung von Plagiaten einiges leisten.

Und wenn Ihnen die politische Stossrichtung der Plagiatsfinder nicht schmeckt, dann nehmen Sie doch mal die Dissertationen der Bonzen anderer Parteien unter die Lupe. Bei begründeten Zweifeln wird sich die Schwarmintelligenz auch solcher Elaborate annehmen.

Mit besten Grüssen,
WFB

94) Helmut Mederle, Donnerstag, 19. Mai 2011, 16:40 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

Sie scheinen mit diesem Thema ja ganze Nervenstränge getroffen zu haben…
Ich glaube, daß Internetmenschen, die anonym aber handwerklich sauber arbeiten, nicht anders eingestellt sind als Menschen, die einem Journalisten vertrauliche Informationen geben, z. B. “unter drei” (falls es so was noch geben sollte). Auch da geht´s ja oft nicht um´s ehrenhafte Motiv, sondern um persönliche oder materielle Interessen, dagegen ist nichts zu sagen. Was mich an der von Ihnen benannten “Denunziation und Selbstentblößung” immer wieder überrascht, ist die gewaltige Bereitwilligkeit, mit der die Netzanonymität dafür genutzt wird. Aber immerhin – das ist ja auch eine Nachricht… Sehr interessant in diesem Zusammenhang: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-68785478.html Da wurde ein Netz-Saulus zum Paulus.

95) Hagen, Donnerstag, 19. Mai 2011, 19:18 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

bitte übersehen Sie nicht, dass B. Manning, dessen Anonymität aufflog, in einem rechtsstaatlichen Musterland unter recht extremen Bdingungen -wie ich finde- einsitzt.

Wenn jemand ein Video veröffentlicht, das beweist, das Soldaten unzulässigerweise das Feuer auf Zivilisten eröffnet, dann ist dieser Fall zu untersuchen.
An der Wahrhaftigkeit (oder Lüge) ändert es NICHTS, ob der Informant aus lauteren oder unlauteren Motiven handelte, als er das Video publizierte!
Für den Wahrheitsgehalt der Vorwürfe ist es irrelevant, ob der Informant sie weitergab weil er die Welt “verbessern” wollte oder weil er bei einer Beförderung übergangen wurde.

Es ist sinnvoll, dass anonyme Stellungnahmen nicht DEN Stellenwert genießen wie Berichte, hinter denen ein Name steckt. Aber durch die anonyme Veröffentlichung entsteht oftmals erst die Gelegenheit für einen Journalisten, sich unter seinem Namen der Meldung anzunehmen.
Nicht ohne Grund hat der Gesetzgeber zum Schutz der Meinungsfreiheit auch den Informantenschutz sicherzustellen versucht!

Anony recherchierte Informationen bei GuttenPlag u.ä. erhalten letztlich erst dann gesteigerte Aufmerksamkeit, wenn Journalisten diese Seiten recherchieren und sie -hoffentlich nicht ungeprüft- weiter publizieren in denjenigen Medien, die einen größeren Kreis erreichen.

Mit freundlichem Gruß,
Hagen T. (der seine Anonymität durchaus schätzt)

96) jk, Donnerstag, 19. Mai 2011, 19:39 Uhr

Zum einen:
Meinungsfreiheit beinhaltet m.E. auch die Freiheit, nicht mit seinem vollständigen Namen für seine Meinung einstehen zu müssen.

Zum anderen:
Mit Meinungsfreiheit zu argumentieren geht hier völlig an der Sache vorbei.
Es ist bedeutungslos, wer die Indizien sammelt, weil die Universitäten schließlich selbst noch einmal prüfen. Und wenn offensichtlich nur heiße Luft hinter den Vorwürfen stünde, könnte die Uni auch ohne jedes Problem öffentlich erklären, dass die beanstandete Dissertation offensichtlich einwandfrei und die Plagiatsvorwürfe haltlos sind.
Bisher haben nur die armen, armen “Opfer” der bösen Plagiatejäger alle einfach nur grob gepfuscht und geklaut.

Hätten Guttenberg und Co einfach das getan, was zigtausende Doktoranden Jahr für Jahr bei weitaus schlechterer persönlicher Situation tun, nämlich einfach sauber gearbeitet, hätte ihnen niemand an den Karren fahren können.

Aber Guttenberg, Saß und Koch-Mehrin haben sich bewusst dazu entschieden, die geistige Leistung anderer als ihre eigene auszugeben. Und dafür bekommen sie jetzt von der wissenschaftlichen Gemeinde die Hucke voll.
(Ich bin mir sehr sicher, dass der überwiegende Anteil der Plagiatejäger aus dem Kreis der Doktoranden, Hochschullehrer oder wissenschaftlicher Mitarbeiter stammt, die stinksauer werden, wenn jemand den Doktorgrad, für den normale Menschen durchaus hart arbeiten müssen, einfach so en passant erschleichen will. Und zwar völlig zu recht.)

Chatzimarkis und Konsorten werfen rein böswillig Nebelkerzen. Aus der Diskussion über ihre persönlichen Verfehlungen (oder die Frage danach, ob es eben solche in Bezug auf ihre Dissertation gegeben hat) wollen sie eine Diskussion über die Plagiatejäger machen. Ihnen am besten unlautere Motive unterstellen, sie diskreditieren, Druck auf sie ausüben… oder sie mit Hilfe der Hamburger Zensurkammern mundtot machen.
Und Sie, Herr Spreng, machen sich m.E. zum Spießgesellen solcher Individuen.

Möglicherweise mit lauteren Motiven, Ihre Begeisterung für die Meinungsfreiheit nehme ich Ihnen sehr wohl ab.
Aber das kann nichts daran ändern, dass Sie m.E. in der Sache vollkommen daneben liegen und sich ungewollt zum Komplizen von Menschen machen, denen bei “Freiheit” nur eines in den Sinn kommt: Die Freiheit, einfach immer und überall zu machen, was man will. Ohne lästige Nachfragen, Kritik oder gar das unerwünschte Ende der profitablen Politkarriere.

97) NatürlichAnonym, Donnerstag, 19. Mai 2011, 19:46 Uhr

Selbstverständlich ist Anonymität immens wichtig. Es mag Ihnen noch nicht aufgefallen sein, aber wir leben nicht in einer idealen Gesellschaft. Das Land ist voll von kranken Geistern, die jemanden für ein paar Schuhe, für ein paar Euro, für einen kleinen Rempler oder eben für die falsche Meinung umbringen würde. Auch wenn man nicht so weit gehen muss, reicht es schon, wenn die eigene Meinung z.B. nicht die des Chefs ist und plötzlich hat man nicht die Beförderung bekommen. Oder die der Nachbarn im Ort. Nicht jeder kann es sich leisten, dass jeder andere seine Meinung kennt. Von den netten Dingen wie Klagen mal ganz ab. Selbst wenn man weiß, dass man im Recht ist, hat nicht jeder Mensch Lust, die nächsten zwei Jahre ein Verfahren zu erleben, den Anwalt zu zahlen und ggf (es lebe das OLG Hamburg!) doch zu 254 Mrd. € Strafzahlung verurteilt zu werden. Wenn der Kläger sich um Geld keinen Kopf machen muss (wie z.B. der Guttenberg-Clan), dann wird das gerne auch bis zum BGH geschleppt. Und immer schön den Anwalt zahlen. Und immer den Stress. Und die nackte Existenzangst, sich bei einem entsprechenden Urteil bis ins siebte Glied zu verschulden.

Mich entsetzt etwas Ihre geringe Phantasie, warum andere Menschen es nicht wirklich bevorzugen, für jeden erkennbar ihre Meinung zu sagen. Es ist nicht immer feiges Trolling oder Rufmord, es sind meist ganz profane Gründe. Zudem lese ich Meinungen ja nicht, weil ich wissen will, was ein bestimmter Mensch meint, sondern um mir einen Überblick über alle Meinungen und deren Rechtfertigungen zu schaffen. Plausibel begründete Meinungen können meine eigene beeinflussen. Und mir ist das so egal, ob die von Dr. a.D. Guttenberg, Herrn Spreng oder Keule1986 kommt. Ihnen nicht? Das ist dann noch entsetzlicher. Schließlich überzeugen mich die Worte, nicht der Name..

NA

98) Gioconda, Donnerstag, 19. Mai 2011, 20:05 Uhr

Lieber Herr Spreng,

auch ich glaube, Sie haben sich mit Ihrem Rechtfertigungsartikel keinen Gefallen getan. Ich verstehe immer noch nicht, wo für Ihre Beurteilung einer causa der Unterschied liegt, etwa bei Guttenberg, ob Prof. Fischer-Lescano offen die Plagiate anprangert oder ein Anonymer dasselbe nachweist. Ist Guttenbergs Plagiat besser als dasjenige von Koch-Mehrin, nur weil wir wissen, wer den Anstoß zur Untersuchung gegeben hat?

Nee, Herr Spreng, Sie argumentieren leider haarscharf an der Sache vorbei.

99) Winfried, Donnerstag, 19. Mai 2011, 20:58 Uhr

Die Schwarmintelligenz ist das einzige wirkliche Argument für einen reformierte Demokratie!

http://freigeldpraktiker.de/weltenaufgang/blog/article/die-weisheit-der-masse

Glauben sie das man mit echter Meinungsfreiheit, man nimmt sich das Recht, dazu braucht es kein Grundgesetz, eine Karriere in der DDR machen konnte?

100) usweb, Donnerstag, 19. Mai 2011, 21:00 Uhr

Lieber Herr Spreng,

vielen Dank.

Ihr Frank B.

101) giovanni, Donnerstag, 19. Mai 2011, 21:38 Uhr

gut gebrüllt, aber total am thema vorbei. bei der plagiatsüberprüfung geht es eben genau nicht um meinung, sondern um die objektive feststellung von geistigem diebstahl.

102) sk8erBLN, Donnerstag, 19. Mai 2011, 22:23 Uhr

An wen nur an wen nur erinnert mich dieser großmäulige Kerl?

“FDP-Politiker Chatzimarkakis kontert “VroniPlag”" Da war irgendwas mit “abstrus” und ich glaube es war der König der Plagiatoren, jener mit den come-back Ambitionen.

“Jorgo Chatzimarkakis hat “VroniPlag” aufgefordert, seine Antwort auf die Vorwürfe gegen seine Doktorarbeit zu veröffentlichen. “Ich kann zu jeder kritisierten Textpassage eine Stellungnahme abgeben”, so der FDP-Europaabgeordnete. ”

Ok, alsVertreter der Internetausdrucker ist er vermutlich unfähig in einem Wiki selbst zu posten aber er hat sicher das Kleingeld jemanden damit zu beauftragen der das kann :-P Man sollte ihm dringend den Gefallen tun :) ). die Verrenkungen eines KTG haben ihn wie es aussieht nicht beeindruckt. Oder aber Brüssel ist wirklich sehr weit weg.

Ein TS Leser kommentiert das treffend so
“Die Dissertation von Jorgo Chatzimarkakis gibt es im Internet komplett zu lesen.
http://hss.ulb.uni-bonn.de/2000/0140/0140.htm
Auf der Seite von Vroniplag sind die Plagiatsvorwürfe aufgelistet.
http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Gc
Es kann ein Jeder überprüfen, ob die vorgebrachten Anschuldigungen nun zutreffend sind oder nicht. Ich habe es getan und durfte dabei feststellen, dass sie es sind. Die sog. Doktorarbeit von Herrn Chatzimarkakis ist ein einziger Witz. In einigen Wochen wird er den akademischen Grad eines Dr.-Phil. los sein.”

Noch jemand Popkorn?

103) MSchillinger, Donnerstag, 19. Mai 2011, 22:38 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

wenn also die vielen anonymen Helferlein ihre Arbeit nicht im Internet veröffentlicht hätten und sie stattdessen in Ihren anonymen Briefkasten gesteckt hätten, wäre alles okay gewesen? Warum? Weil Sie es dann geprüft und unter Ihrem Namen hätten veröffentlichen können? Da verstehe ich offen gestanden überhaupt nicht wo da ein Unterschied sein soll (wenn man davon absieht dass dann Sie persönlich eine tolle Story gehabt hätten). Im Ernst, dann wüsste doch noch immer niemand Bescheid aus welcher Interessenlage heraus die Helferlein arbeiten, oder? Ob diese nun Guttenberg-Neider, Grün-Wähler, seine Intimfeinde oder einfach Leute sind die ihren Abschluss ehrlich erarbeitet haben und denen es stinkt dass andere bescheißen.
Wie meist wenn etwas an die Presse “durchsickert” ist nicht klar wer es aus welchen Gründen weitergegeben hat. Erklären Sie mir bitte noch mal warum im Internet anonym gepostete, aber 100 % nachprüfbare Fakten Denunziation sind und warum Ihr toter Briefkasten mit Denunziation nicht das Mindeste zu tun hat.

104) von Freiburg, Donnerstag, 19. Mai 2011, 22:40 Uhr

Die Sprengs, die mit offenen Visier für Ihre Meinung kämpfen und dafür Prügel beziehen, aber auch Karriere machen können wird es weiterhin geben.

Zusätzlich gibt es jetzt den anonyme Schwarm. Wir gehen kein Risiko ein, haben dafür aber auch keinen persönlichen Vorteil. Aber als machtlose Individuen haben wir nun eine Möglichkeit uns zur Wehr zu setzen. Allen Nebenwirkungen wie Denunziation und e-mobbing zum Trotz gefällt mir deshalb die Welt mit Internet besser als ohne.

105) nurmalso, Donnerstag, 19. Mai 2011, 23:21 Uhr

@m.spreng

sehen sie es doch auch mal so, sie äußern ihre sicht der dinge (die in diesem fall mit der mehrheit der leser nicht konform geht) und die überwiegende mehrheit diskutiert ernsthaft, anynom :-) und in sachlichem ton darüber. spricht doch auch für ihren sehr lesenswerten und unterhaltsamen blog und seine leserschaft. es wäre auch langweilig, wenn es rein gar nichts zu streiten gäbe.

in diesem sinne, warten wir gern auf den nächsten beitrag.

nurmalso

106) Ein Fan, Freitag, 20. Mai 2011, 00:13 Uhr

Lieber Herr Spreng,

was für eine Diskussion, Kommunikation die letzten beiden Tagen. Unglaublich und spannend und ich finde auch ermutigend. Weil Sie quasi über Umwege (Plagiatsjäger, Internet, Anonymität) einganz wichtiges Thema, einen Kern unseres Demokratieverstädnisses angestoßen haben: Kann es sich “Otto Normal”, der nicht über die Macht (die ein sehr guter Journalist automatisch hat, weil Medien Macht haben in unserer medialen Zeit) oder ein bis zur Rente auskömmliches Erbe verfügt, leisten, offen und integer zu seiner Meinung zu stehen, Oder haben wir nicht inzwischen in allen mgl. Bereichen perfde Machtstrukturen, da es oft die perfidesten Machtmenschen sind, die es in diesen “ganz nach oben” schaffen und diese dann prägen…? (betone: oft…, keine allgemeine Verunglimpfung von Leistungsträgern soll dies sein). Ein weites Feld und eine ganz wichtige Frage. Muss sich heute ein sehr moralisch und wertkonservativ “tickender” Mensch nicht fast verstellen, um nicht belächelt und als zu weich eingestuft zu werden…?

Auf jeden Fall stimme ich den meisten hier zu, die sich gegen Ihre Kritik an der Anonymität aussprachen, aber gleichzeitig verstehe ich Sie: Sie haben Ihre Werte und es gibt Dinge, da ist bei Ihnen Ende der Fahnenstange: wenn es an die niederen Instinkte geht. So musste Ihnen Stoiber erst zusichern, keinen Wahlkampf auf Kosten von Ausländern zu machen, bevor Sie für ihn Wahlkampf machten. Und so geht Ihnen die Hutschnur hoch, wenn sicher aus niederen Instinkten auch der ein oder andere angeschwärzt wird mit seiner Doktorarbeit, wo man einfach außer eben das Befriedigen von niederen Instinkten sonst keine Motivation erkennen kann. Da haben Sie sicher Recht.

Wir versuchen, uns da in Sie reinzudenken und Sie zu verstehen, und bleiben trotzdem bei unserer Meinung…Und Sie verstehen uns nicht ganz so mutigen “Otto Normals”…, die leider nicht ganz so mutig sind oder sein können wie Sie.

In diesem Sinne schreiben Sie weiter so.

107) BenZol, Freitag, 20. Mai 2011, 09:31 Uhr

Wenn es Ihnen um die “Meinung” im Begriff Meinungsfreiheit geht, ist echte Anonymität der höchste Garant für selbige. Wenn es Ihnen um den Aspekt der Freiheit geht, die ohne konkretes Subjekt sinnlos würde, ist Anonymität ihr größter Feind. Da man jedoch das Internet nicht getrennt von der Lebenswirklichkeit unserer stofflichen Existenz als Menschen in einem gesellschaftlichen oder meinetwegen sozialen Verbund sehen kann, muss ich Ihnen zähneknirschend Recht geben. Ich denke, dass sich (langfristig gesehen) beide Wirklichkeiten einander annähern werden; entweder als Utopie in ihrem Sinne oder als Dystopie, wenn man das logische Gegenszenario entwirft, in dem sich das Konzept der Anonymität des Netzes sich auf das “Real Life” überträgt.

108) Thorsten Schäfer, Freitag, 20. Mai 2011, 12:39 Uhr

Vielleicht sollten wir das Thema etwas “allgemeiner” betrachten. Dass das Internet einen Raum geschaffen hat, in dem sich jeder anonym äußern kann, ist ja unbestritten. Viele nutzen dies auf ihre Weise aus und hauen dann auch mal richtig auf den Putz oder “schwärzen” jemand anderen an (ob gerechtfertigt oder nicht – manche würden es im wahren Leben wohl eher nicht machen). Und das ist in meinen Augen durchaus kritisch zu bewerten.
Dazu zählt dann auch die zurzeit stattfindende “Jagd” auf diverse “Plagiatoren”. Letzteres ist durchaus noch vertretbar, da Politiker Personen des öffentlichen Interesses sind. Zu Guttenberg ist zu Recht gestürzt worden. Aber wir sollten uns fragen, ob man damit nicht irgendwann eine Grenze überschreitet. Theoretisch müssen wir dann auch anfangen, Diplom- oder Magisterarbeiten zu überprüfen. Vielleicht müssen wir noch Abiturarbeiten hinzunehmen (denn ohne Abi i.d.R. kein Studium)…

109) Tribble, Freitag, 20. Mai 2011, 12:50 Uhr

Eine Doktorarbeit ist eine wissenschaftliche Veröffentlichung. Der Autor stellt sie freiwillig zur Diskussion – unabhängig davon, ob er später ein öffentliches Amt bekleidet, in der Wissenschaft verbleibt oder sich ins Privatleben zurückzieht; ob er berühmt wird oder nicht. Jeder ist kann sie zitieren, kritisieren, widerlegen – und dem Autor wissenschaftliches Fehlverhalten vorwerfen. In der Naturwissenschaft wäre das z.B. das Fälschen Messdaten, in jeder Wissenschaft aber eben auch das Plagiat. Niemand ist gezwungen zu promovieren; aber wer promoviert, hat diese Spielregeln zu akzeptieren.

Und die Anonymität? Aktuell besteht ein Rechtsstreit zwischen einem Verfassungsrichter einem Juraprofessor, weil letzterer dem ersten Plagiate vorgeworfen hat. Das Äußerungsrecht ist in Deutschland komplex, selbst für Juristen schwer zu überblicken. Welcher juristische Laie will denn unübersehbare Prozesskosten riskieren, wo Fragen zur wissenschaftlichen Redlichkeit im Gerichtssaal verboten werden können?

110) horst scharnhorst, Freitag, 20. Mai 2011, 14:03 Uhr

Ihre Artikel zum Thema “Anonymität” scheinen den Nagel auf den Kopf getroffen zu haben. Dabei ist das Pseuodonym eine der ältestens Formen der Mimikry – aus vielen Gründen: beruflichen, privaten, künsterlischen, inhaltlichen. Haben Sie schon einmal in einem Seminar nur mit Vorständen gesessen? Die gibt es nicht, weil dort keiner etwas sagt. Die Maskerade hilft dabei. Sie öffnet Menschen wie beim Karneval. Nehmen Sie das Internet als ein Karnevalsforum – nehmen Sie die Beiträge wie sie sind: meist von interessierten, fachunkundigen Laien verfasst. Manche schreiben sich ihre Meinung vom Leib. Was ist dabei? Mit der eigenen Identität läßt sich das vielfach nicht machen, wegen des Vorstandseffekes. Nicht jeder Gedanke ist sinnvoll, professionell durchdacht oder sprachlich makellos.

111) m.spreng, Freitag, 20. Mai 2011, 15:26 Uhr

@Thorsten Schäfer

Eine Überprüfung hat sich erübrigt – siehe meine Anekdote “Ich gestehe”

112) m.trester, Freitag, 20. Mai 2011, 21:33 Uhr

Ihre Liebe zur Meinungsfreiheit in allen Ehren Herr Spreng, aber Meinungsfreiheit endet in Deutschland dort, wo die Interessen der Mächtigen bedroht sind. Ich kann mich noch gut an die Hetzjagd erinnern, die die Bildzeitung auf Rudi Dutschke veranstaltet hat – bis hin zu seiner physischen Vernichtung und das weil seine Meinung nicht mit der Springers oder wem auch immer zusammengepasst hat. Können Sie sich auch noch daran erinnern ? Für den Fall, dass Sie es nicht mehr wissen, ein Zitat aus dieser Zeitung:”Und man darf auch nicht die ganze Drecksarbeit der Polizei und ihren Wasserwerfern überlassen! ” Und welche Folgen hatte das für die Bildzeitung und ihre Verantwortlichen – keine ! Da ist es für jeden gesünder, anonym zu bleiben und die Schweinereien aus der Deckung zu bekämpfen. Und Sie wissen wahrscheinlich auch noch, dass auch einflussreichere Leute als unsereins gefährdet sind, wenn sie bestimmte Dinge aufdecken: Ich erinnere hier an Augstein und Strauss – hat für Strauss auch keine ernsthaften Konsequenzen gehabt. Das ist die deutsche Realität – alles andere ist Wunschdenken – oder Nebelkerzen.

113) Thorsten Schäfer, Freitag, 20. Mai 2011, 23:44 Uhr

@m.spreng

Ja, die ist mir bekannt… Darauf wollte ich jedoch nicht explizit hinaus ;-)

114) Frank Krings, Samstag, 21. Mai 2011, 00:05 Uhr

Hallo Herr Spreng,

ein praktischer Tipp, wenn Sie sich über anonyme Kommentare in Ihrem Blog ärgern. Bauen Sie doch einfach eine Kommentarfunktion wie http://disqus.com/ ein. Damit können Sie es Kommentatoren ermöglichen, sich über ihren Facebook/Twitter.etc-Account zum Kommentieren einzuloggen. Es diszipliniert Kommentare ungemein, wenn man als Absender mit seinem Facebook-Profil dafür “gerade stehen” muss. ;)

115) Maschinist, Samstag, 21. Mai 2011, 09:45 Uhr

“Es würde doch an der Faktenlage nichts ändern. Was wir machen, ist nichts anderes als eine Buchbesprechung.”

http://www.fr-online.de/politik/-den-ruf-der-politik-verbessern-/-/1472596/8473032/-/index.html

116) Roland K., Samstag, 21. Mai 2011, 11:54 Uhr

Sehr gute Kommentare zum Blogeintrag. Bei aller Wertschaetzung fuer Herrn Spreng – in einem Punkt liegt er vollkommen falsch: Es ist fuer jemanden mit entsprechendem finanziellen Hintergrung ziemlich einfach, einen “Gegner” trotz dessen “freier Meinungsaeusserung” wirtschaftlich enorm zu schaden bzw. zu vernichten. Er braucht diesen bloss mit einer Menge Klagen zu ueberziehen, vorzugsweise solche mit einem hohen Streitwert. Juristen sind auf dem Gebiet ziemlich findig ………….und wer sich dann aus Unwissenheit einen schwachen Verteidiger nimmt, der hat sehr schlechte Karten, speziell in Hamburg, einem gern genutzten Gerichtsort fuer derlei. Alles ganz leicht nachzulesen………..
Da kann ichs keinem verdenken, wenn er ohne irgendeinen “Promibonus” lieber anonym schreibt.
Wir sind inzwischen in der Tat so weit, dass wir Angst haben muessen, wenn wir eine “Meinung” ueber einen “Promi” aus Politik, Wirtschaft oder der Glamourbranche oeffentlich aeussern. Da spielts gar keine Rolle,wenn sich herausstellt, dass es sich sogar um Tatsachen handelt – Recht bekommt so jemand (mit Glueck!) nach einigen Jahren……………..ist aber bis dahin womoeglich wirtschaftlich ruiniert………

117) irreversible, Samstag, 21. Mai 2011, 13:23 Uhr

@Frank Krings:
Ja genau, und wer seine Daten weder Twitter oder FB zur kommerziellen Nutzung schenken möchte (von der Tatsache, dass es 2 Minuten dauert dort mit Hilfe einer anonymen Junkmail-Adresse einen Fake-Account anzulegen einmal abgesehen) diskutiert eben nicht mit, oder wie?

Man glaubt es kaum, wie Sie hier der hoch problematischen Verknüpfung verschiedener Online-Profile im Namen einer völlig unnötigen “Disziplinierung” von Kommentatoren (!) das Wort reden. Manche Leute wollen offenbar schnellstens zum gläsernen Bürger/Konsumenten werden….

118) Peter Christian Nowak, Samstag, 21. Mai 2011, 16:23 Uhr

@Nofate
Ihr Text beschreibt eine (vermutliche) Realität in diesem Land, in dem man eigentlich nicht leben möchte. Spreng´s Text und sein Impetus beschreibt ein Land, in dem man eher leben möchte. Aus diesem Grunde halte ich Ihre Einlassung für höchst bedenkenswert, was die politische Entwicklung in Sachen Meinungsfreiheit in Deutschland betrifft. In vielen Beiträgen wurde klar: Die Angst in „Ungnade“ bei den Mächtigen zu fallen ist größer als der Mut, seinen richtigen Namen von Angst befreit zu nennen: Seinen Namen aus Gründen der Repressionsmöglichkeit der Mächtigen verschleiern zu müssen ist ein deutliches Signal an die Mächtigen, das lautet: Der Starke gewinnt immer. Also bedeutet mir mein Name solange nichts, solange ich mit eventuellen Repressalien der Mächtigen zu rechnen habe. Man kann es Feigheit nennen oder Lebensklugheit: Das Synonym eines Namenskürzels wird zum Akronym, tritt an die Stelle eines Namens, der bei freier Nennung gefährlich werden könnte. Nichts anderes als ein Krückstock unbehelligt seine Meinung äußern zu können.

Das Recht auf informationelle Selbstbestimmug – gerade in der freien Meinung, eigentlich grundgesetzliches Recht für jeden Otto und jeden Journalist/In ist, steht spätestens seit dem 09/11 offiziell zur Disposition.

119) Matthias Mala, Samstag, 21. Mai 2011, 20:47 Uhr

Dass Sie sich, lieber Herr Spreng, mit Ihrem Text wenig Freunde im Schwarm machen, ist klar. Doch auch ich war und bin über die anonyme Herangehensweise in den Wiki-Plags irritiert, und habe mich ähnlich wie Sie gefragt: Was hängt in unserer freien Gesellschaft schief, wenn man nicht mehr mit seinem Namen für sein Wort einstehen mag? Sind wir bereits eine orwellsche Duckmäusergesellschaft? Oder warum sind wir so dem namenlosen beliebigen Geschwätz verfallen? Welcher Untertanengeist drängt uns, Spitzzüngiges aus dem Verborgenen heraus in die Menge zu rufen? Wie wenig frei ist eine Gesellschaft, in der solches übergreifend geschieht?

Jedenfalls habe ich für mich schon länger dahingehend die Konsequenz gezogen, dass ich namenlose oder spitznamige Kommentare nicht mehr lese. – Manchmal vergleiche ich das Internet mit einer riesigen Klowand, die jeder Flegel nach Belieben bekritzeln kann. In dem Muff autoritärer Schulen, war diese Art der Kundgabe einst ein Ventil. In welchem Muff aber steckt die globale Gesellschaft …? Oder ist sie entgegen dem Schein und ihrer Selbstwahrnehmung ebenso spießig muffig geblieben wie anno dazumal?

Gruß Matthias Mala

120) Anonymous, Sonntag, 22. Mai 2011, 23:06 Uhr

We are Anonymous.
We are Legion.
We do not forgive.
We do not forget.
Expect us!

121) Frank Krings, Montag, 23. Mai 2011, 00:25 Uhr

@irreversible: Ja, Sie haben Recht: Ich wünsche mir wirklich mehr “gläserne” Transparenz in Debatten – auch wenn sie online sind. Die Zeiten in denen das Internet eine anonyme Schattenwelt war in der mr.anonym1975 mit rapunzel_lol folgen- und verantwortunglos diskutierten sind vorbei. Das Internet ist heute eine real wirksame Verlängerung der Offline-Welt. Und dazu gehört auch, dass man Profil zeigt. Natürlich kann man Fake-Profile anlegen. Aber warum sollte man das tun? Ich bin online ja kein komplett anderer Mensch als offline. Und natürlich ist Anonymität ausnahmsweise berechtigt, etwa wenn man belastendes Material an WikiLeaks, OpenLeaks oder an Sprengs Briefkasten übermittelt. Aber in offenen Diskussionen finde ich das mittlerweile peinlich. Übrigens: Gerade die Fußball-Fanforen machen jetzt gute Erfahrungen mit personalisierten Kommentarfunktionen via Facebook. Die Zahl der rassistischen Kommentare und des Hate Speech hat drastisch abgenommen.

122) Tham05@gmx.de, Montag, 23. Mai 2011, 03:35 Uhr

Na ja Herr Spreng,

der kleine hässliche Unterschied ist:
Sie haben mit ihrer “Meinung” als Tätigkeit Geld verdient……die anonymen Internetler, tun das nicht…..bei Kohle damit machen, kann man das Risiko des “offenen” Visiers erwarten…..als Hobby-Denunziant ohne Verdienst…..ist so ein Risiko….übertrieben.

Außerdem gibt es mittlerweile hierzulande genügend Hobby-Denunzianten die von den so ordentlichen deutschen Gericht im Namen des deutschen Volkes außerordentlich rechtsstaatlich Verurteilt wurden – für nix anderes als ihre Meinung…..

Meinung ist etwas für Leute, die sich eine leisten können. Deshalb verzichten sehr viele Leute hierzulande auf eine.

123) Florian Huber, Montag, 23. Mai 2011, 06:12 Uhr

Herr Spreng,
Sie haben soeben die “Schwarmfeigheit” erfunden.
Eine Google-Recherche brachte nur Verweise auf diesen Artikel.

Mit dem Begriff Seuche haben Sie sich leider völlig im Ton vergriffen.
Anonymität ist keine Seuche, sondern sie hat eine Kehrseite.
Aber alles hat 2 Seiten, eine positive und eine negative.
Die Kehrseite von Meinungsfreiheit ist z.B. Verleumdung, Schmähkritik und Beleidigungen.

Einige Dinge haben mir jedoch gar nicht gefallen:
u.a. der ganze letzte Absatz.
Zitat: “Anonymität aber ist grundsätzlich feige, wenn die Enthüllung Politiker betrifft, und schändlich, wenn es um Privatpersonen geht. Leider ist Anonymität eine Internet-Seuche, die ich auch bei den Kommentaren meines Blogs erleben muss. Es ist schade, dass im Internet kaum noch einer mit seinem Namen zu dem steht, was er tut oder schreibt. Es wird Zeit, dass sich die “VroniPlag”-Aktivisten zu erkennen geben. Die Jäger müssen sich stellen.”

1. Warum sollte Anonymität feige sein?
Feigheit ist einerseits Freiheit von Mut. Aber die Online-”Arbeit” lässt sicherlich keinen Tatendrang vermissen.
Andererseits ist Feigheit auch das Vorherrschen von Furcht und Angst.
Es herrscht sicherlich eine gewisse Furchtsamkeit vor möglichen Konsequenzen und Repressalien. Aber die Geschichte hat ja immer wieder gezeigt, dass Interessenten an der Wahrheit drastischen Folgen ausgesetzt sind: da könnte man bei Jesus anfangen, dass Galileo doch recht hatte…
Da wir hier aber kein Geschichtsseminar haben, sei damit aucb schon wieder Schluss.
Eins noch: die absolute Wahrheit ist der größte Feind des Verbrechers!
2. Die Reaktionen auf den Professor, der den Stein zum Rollen gebracht hatte, waren u.a. Hassmails wie “Hoffentlich läufst Du Arsch mal vors Auto” (Quelle: Süddeutsche).
Ob jetzt Hassmails sich so dermaßen von Hassbriefen unterscheiden, wage ich mal zu bezweifeln.
3. Ich habe mal auf den Seiten des Innenministeriums gelesen (bin jetzt aber zugegeben zu faul zum Suchen), man solle im Internet eine andere Identität benutzen.
Ist das dann ein Aufruf zur Feigheit, oder ein Aufruf anonym Verbrechen zu begehen?
4. Grundsätzlich: Es gibt keine Anpnymität im Internet!
5. Die Enthüller als Aktivisten zu bezeichnen, halte ich für völlig daneben.
Aktivismus ist als politischer Ausdruck eine Diffamierung.
Eine Steigerung ist nur noch “purer Aktionismus”!
Und dann gibt es nur die Steigerung “Schmutzkampagne”.
Aber das ist es wohl überhaupt nicht!

Zu ihnen selbst:
Dass Sie die Meinungsfreiheit vertreten, haben Sie schon häufig unter Beweis gestellt.
Aber: Es gibt nicht “Ein bisschen Meinungsfreiheit”, sondern entweder Meinungsfreiheit oder eben nicht, Dazwischen gibt es keine Abstufungen.
Welche Grenzen der Meinungsfreiheit von den Enthüllern überschritten werden, ist mir auch nicht ersichtlich.
Besonders bei den Springer-Zeitungen sind die Grenzen meist nicht vorhanden. Ohne Sie direkt anzugreifen, verdeutlicht u.a. die Bild tagtäglich die Scheinheiligkeit zwischen “Schmutzkampagne der Opposition!!!” und den eigenen Verletzungen von u.a. Persönlichkeitsrechten.
Ich stelle hier die Vermutung auf, dass Sie selbst bezüglich Meinungsfreiheit durch ihre redaktionelle Tätigkeit im bereits genannten Verlagshaus eine andere Ansicht haben als vor ihrer Tätigkeit.

Stellen Sie sich mal folgende Frage:
“Sind anonym bleiben wollende Informanten auch feige?”
Ich denke, investigativer Journalismus ist ohne Anonymität teilweise gar nicht möglich.
Oder sehen Sie das anders?

P.S.:
Gegen Beschimpfungen gibt es auch ein probates Mittel: Bewertungen von anderen Lesern.
Ich nehme an, kein vernünftiger Leser will seinen Kommentar ausgeblendet sehen.

P.P.S.: Sie werfen die Enthüllungsarbeiten von Doktortitelblogs in einen Topf mit Beschimpfung und Lächerlichmachung.
Denken Sie mal eine Minute darüber nach! Finden Sie das noch immer OK?

Epilog: Ein mir bekannte Kritikerin (eine verwandte Professorin, die sich ihre Titel wirklich verdient hat) der Spickmich-Mentalität sagte mir: “Ich kann es nicht ändern! Aber wenn meine Lehre qualitativ gut ist, bekomme ich auch tolle Bewertungen!
Solange die Grenze der Menschenwürde nicht fällt, ist jede sachliche Kritik OK.
Nur manchen Kollegen gefallen Beurteilungen allgemein gar nicht – die wissen auch warum…”

124) Hegel, Montag, 23. Mai 2011, 10:05 Uhr

Mir bleibt einfach die Spucke weg, wenn ich lese, dass Leute, die das massive Fehlverhalten von Teilen unserer “Eliten” aufdecken, plötzlich als Feiglinge/aus niederen Motiven Handelnde gelten, statt diejenigen, die lügen, betrügen und sich dadurch Status und wirtschaftliche Vorteile verschaffen.

Die Tatsache, dass Sie, Herr Spreng, mit dem absolut unzutreffenden Begriff “Denunziation” versuchen, die Diskussion auf eine andere Ebene herunterzuziehen, lässt mich an Ihren Motiven zweifeln. Vor allem, da Sie auch in Ihrem 2. Posting zu dem Thema weiterhin mit keinem Wort herausgestellt haben, welchen Unterschied es für die Plagiatoren gemacht hätte, wenn sie den Namen der Rechercheure kennen würden. Außer natürlich, um denen die Abmahnmeute auf den Hals zu hetzen, denn selbst fürs Aussprechen von nachprüfbaren Fakten kann man ja heute schon im freiheitlichen Deutschland problemlos eins auf Dach kriegen.

Nicht die “Jäger” haben Guttenberg kaputt gemacht, sondern seine eigene Eitelkeit und Dreistigkeit (der Glaube, damit durchkommen zu können). Dass so jemandem von der Politik öffentlich nachgeweint und auf ein Comeback gehofft wird, zeigt nur allzu deutlich, wie schlimm es um die Integrität der politischen Klasse hierzulande bestellt ist.

125) Stephan Lehmke, Montag, 23. Mai 2011, 10:29 Uhr

@Matthias Mala: “Jedenfalls habe ich für mich schon länger dahingehend die Konsequenz gezogen, dass ich namenlose oder spitznamige Kommentare nicht mehr lese.”

Ich hoffe, Ihre Konsequenz geht so weit, dann auch nichts mehr in Wikipedia nachzulesen, das nach exakt denselben Prinzipien funktioniert wie das VroniPlag Wiki (um das es hier ja eigentlich geht).

Ansonsten würde Ihr Kommentar nämlich kilometerweit an der Sache vorbeigehen.

126) Bakunin, Dienstag, 24. Mai 2011, 08:47 Uhr

Muß sehr schwer gewesen sein für sie, ihre Widerstandskämpfer-Zeit im Springer Verlag. Nur einarmig auf der Schreibmsachine geschickt unterhalb der Enttarnungslinie runzutackern und die andere Hand zur Faust geballt ständig in der Tasche. Aber das geht ihrem Ex-Kollegen Döpfner und den anderen Springer Leuten heute noch so. Wer die verdruckste Jubiläumsausgabe der ” WELT” zum 60zigsten Geburtstag las , der konnte den Eindruck kriegen, da sitzen lauter junge Sprengs. Man erbettelte sich förmlich ” Glückwünsche” von ehemaligen Steinewerfern, Maoisten, RAF Sympathisanten und ähnlichen Lichtgestalten der heutigen Elite. Einer dieser Typen attestierte den Springer Leuten, sie hätten ihre ” Veranntheit” der 60er Jahre eingesehen. Axel Springer wurde in der Ausgabe mehr als erfolgreicher Spinner von den eigenen Leuten beschrieben. Nichts davon, dass es beim Springer Verlag mörderische Anschläge der 68er Szene gab, kein Wort davon, dass Axel Springer in fast jeder seiner politischen Analysen oder Visionen bis auf´s I Tüpfelchen Recht behielt, nein die Gutmenschenmafia machte sich über Axel Springer her und die WELT druckte das brav ab. Ob Springer meditierte, glaubte oder den ” Groß Mummerich” von Kalle Blomquist befragte ist doch unerheblich. Diejenigen unserer lebenskorrupten Elite, die sich über ihn lustig machen, sie bewundern nach wie vor den Killer Castro, verhöhnen die japanischen Todesopfer des Tsunamis, fahren durch deutsche Wälder kilometerweise um anschließend über das Waldsterben zu rätseln, füttern ihre Computer mit selbstverfassten Daten und wissen genau dass die Menschheit nur gerettet wird , wenn es den deutschen Herrenreitern gelingt das Klima über Deutschland um 2 Grad abzusenken. Beim Atomausstieg verweist man im politisch-medialen Inzest Kreisen gerne auf den Willen des ” Volkes”, wollen die Bürger mehr Wahlrechte bei anderen Themen schüttelt man bedenklich mit dem Kopf und schreibt : ” Besser nicht.” Und dann kommt das internet und versaut unseren Medien und Politikern die von ihnen fleißig ausgeübte Meinungsunterdrückung. Was macht man gegen Wikipedia und blogger die eine eigene Meinung haben? Richtig disziplinieren, ausgrenzen und dann kriminalisieren. So, wie China läuft die Nummer nicht, also wird dieses nie legitiemierte EU Fettlebe-Parlament eingespannt und eine Antidiskrimminierungsrichtlinie bestellt. Wird auch von der systemrelevanten Justiz schon benutzt um Kritiker einer Richtung mundtot zu kriegen. Der Aufbau und der Weg zur Sammelstelle eines Umerziehungslagers ist noch versperrt, der blogger als ” Anonymus” ist noch nicht gänzlich enttarnt und Herr Spreng sieht es wie seine Kollegen. Hier muß Abhilfe geschaffen werden. Das ist wie bei allen anderen Abschaffungen bei der Freiheit. Wer nichts zu verbergen hat, der kann das doch offen sagen. Rechtsextremisten und Faschisten aus eigener Herstellung, die noch als Bürger verkleidet umherlaufen und nicht vollständig enttarnt sind vom Staatsfernsehen und den Verlagen die werden dann zu ” Rechtspopulisten , Islamphoben und Wutbürgern umdenunziert. Auf ihrem Blog haben sie doch niemand der für sie anonym ist Herr Spreng? Also, sobald jeder der einen Ethniendiskrimminierenden Wortschatz über 100 Worte hat und die auch noch anonym missbraucht, können diese Wortbürger doch gemeldet werden für das EU Umerziehungslager. Der Journalismus in Deutschland ist ziemlich verkommen . Früher hieß es ” Wächteramt” (Komisch , ohne Amt geht wohl garnichts in Deutschland). Heute sind sie und ihre Kollegen nur noch systemrelevante Türsteher. Und zwar passen sie mehr darauf auf, was alles nicht gedruckt werdern kann und was nicht gesagt wird, als dass sie etwas für den freien Einlaß der Bürgermeinung in den Medien tun. Auch ich werde anonym hier bleiben und darauf warten wie sich das mit ihrem Jagdeifer entwickelt.

127) Daniel Eilers, Dienstag, 24. Mai 2011, 21:53 Uhr

Herr Spreng, Sie übersehen einen gewichtigen Punkt: Ob ein “Noname” in irgendeinem “Noname-Blog” irgendeinen Nonsens niederschreibt, das von einer Handvoll “Nonames” gelesen wird, oder ob ein Journalist für eine namenhafte Tageszeitung schreibt, macht einen gewaltigen Unterschied. Wer soviel Macht hat wie der Journalist (darüber lässt sich streiten), der muss mit seinem Namen für die Macht, die er ausübt einstehen. Macht braucht ein Gesicht.

128) Günter, Donnerstag, 26. Mai 2011, 11:26 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,
Danke für Ihre Haltung und bleiben sie bitte dabei.
Sie unterscheiden sich doch eine ganze Menge von vielen Kommentarschreibern, deren eigenartigen Meinungen man täglich in den Zeitunsschauen der Rundfunksender höhren kann.
Objektivität scheint im vorherrschenden Journalismus ein Fremdwort geworden zu sein.
Wenn ich die Eierei in der sonntäglichen Journalisten Runde im Fernsehen sehe, dann frage ich mich woher einige dieser Leute ihr Gehalt beziehen.
Bleiben Sie bitte fest bei Ihrer Meinung. Sie bereiten vielen Lesern Ihrer Beiträge Genugtuung!
Nochmals Danke!

129) D. Lux, Dienstag, 27. Dezember 2011, 17:22 Uhr

Finde ich sehr schön und habe es mit wachsender Zustimmung gelesen. Ja, die Anonymität ist ein Problem, und der Schwarm-Feigheit ist wohl noch die Schwarm-Bosheit hinzuzufügen.

lg DL
http://www.luxundpartner.at

130) Christine Feuerstein, Donnerstag, 05. Januar 2012, 07:01 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,
Ihrer Überlegung zur Schwarm-Feigheit stimme ich zu und habe gleichzeitig mit Freude Ihren toten Briefkasten für etwas hämische Vergleiche und Frust-Entladung über unseren enttäuschenden Bundespräsidenten und seine Macherin genutzt. Ich bin froh, daß ich von der Leber weg schreiben konnte und Sie das redigieren, entweder angenervt löschen oder sich einen Gedanken daraus zu eigen machen und nutzen. Gerne! Ich hoffe aber auch, daß dieser Briefkasten genutzt wird, um auf Mißstände hinzuweisen, die man für empörend hält, selbst nicht gut genug recherchieren kann und von denen man hofft, daß sich ihrer jemand annimmt.Diese Möglichkeit ermutigt zum Hinsehen. Und dann gibt es ja noch die Loyalitätskonflikte mit Arbeit- und sonstigen Gebern. Ich hoffe, daß Ihr toter Briefkasten auch dafür als erster Schritt auf dem langen Weg zu notwendigen Auseinandersetzungen dienen kann.
Will sagen: Anonymität, von den Empfängern weise gehandhabt, kann auch ein Segen sein. .

131) Robson Bottle, Freitag, 18. Mai 2012, 15:07 Uhr

Nicht vergessen: Ohne die Anonymität im Netz gäbe es den Herrn zu Guttenberg ebenfalls noch in Amt und (falschen) Doktor-Würden! Ihr Plädoyer gegen die Anonymität im Netz ist kurzsichtig, scheuklappig und trieft vor falschem Pathos. Wieso hat freie Meinungsäußerung “Bekenner-Mut” nötig? Gilt “freie Meinung” nur, wenn sie ein Risiko mit sich bringt? Sollte die freie Meinungsäußerung nicht jedem gewährt werden, und gerade eben auch dem “Mutlosen”? Sind wir bei den Revolver”helden” im Wilden Westen oder bei den “edlen” Rittern im Mittelalter? Vor dem Gesetz sind alle gleich, die Mutigen genauso wie die “Feigen”!

132) Young Believer, Sonntag, 17. Juni 2012, 11:56 Uhr

Wählen nur noch mit Angabe der persönlichen Daten? Sind freie und geheime Wahlen Zeichen der “Feigheit” des Staatsbürgers?

Wie ist Ihre Meinung?

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