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Montag, 30. Mai 2011, 08:48 Uhr

Käsekuchen

Als ich 2002 Wahlkampfmanager von Edmund Stoiber wurde, erhöhte sich die Zahl meiner “Freunde” schlagartig. Auch unter denen, die auf ein Ministeramt spekulierten. Als noch nicht bekannt war, dass Lothar Späth unter einem Kanzler Stoiber Superminister für Wirtschaft und Arbeit werden sollte, lud mich Matthias Wissmann zu – von seiner Sekretärin - selbstgebackenem Käsekuchen ein, Roland Berger ging mit mir in den Berliner Capital-Club, Olaf Henkel suchte dringend das Gespräch. Und bei allen dreien wurde ich das Gefühl nicht los, dass das verkappte Bewerbungen waren.

Wirtschaftsleute sind da übrigens sehr  fexibel, denn Berger gefiel sich auch als Gerhard Schröders Berater und Henkel begehrte 1998 nachdrücklich – aber erfolglos - bei Schröders Siegesparty Einlass.

Zu bunt wurde es mir allerdings, als eine Zeitung meldete, Berger werde unter einem Kanzler Stoiber Wirtschaftsminister. Von Stoiber oder aus seinem Umkreis war das nicht gekommen. Nachdem wir die Meldung unkommentiert ließen, musste der Testballon wieder auf den Boden geholt werden. Bergers Büroleiter rief mich an, er werde gegenüber den Medien erklären, Berger stünde nicht zur Verfügung. Ich sagte ihm daraufhin, wenn er dies tue, würde ich erklären, er sei auch nicht gefragt worden. Nach langem Hin und Her gab Bergers Büro die korrekte Erklärung ab, er sei nicht gefragt worden und stünde auch nicht zur Verfügung.

Die ganze Zeit stand die Entscheidung für Späth längst fest. Die Berufung Späths war die einzige Personalentscheidung, die Stoiber schon am Anfang der Kampagne getroffen hatte und von der nur fünf Leute wussten. Eines der wenigen Geheimnisse in der Politik, das tatsächlich monatelang geheim blieb. Als Stoiber die Späth-Personalie vertraulich dem CSU-Generalsekretär mitteilte, stand sie am nächsten Tag in der “Süddeutschen”.

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10 Kommentare

1) Martin D., Montag, 30. Mai 2011, 09:04 Uhr

>Bergers Büroleiter rief mich an, er werde gegenüber den Medien erklären, Berger stünde nicht zur Verfügung. Ich sagte ihm daraufhin, wenn er dies tue, würde ich erklären, er sei auch nicht gefragt worden.
An dieser Stelle musste ich breit grinsen. Aber ich frage mich ernsthaft: Wenn sich jemand versprach, durch eine solche Zeitungsmeldung würden die Chancen Bergers erhöht, war dann diese Annahme so naiv wie es sich anhört? Oder hätte die Sache auch anders ausgehen können?

2) Hanoi, Montag, 30. Mai 2011, 09:09 Uhr

Der Herr Goppel. Das erklärt einiges :)

3) EStz, Montag, 30. Mai 2011, 10:12 Uhr

Viel Feind, viel Ehr – Matthias Wissmann, Roland Berger, Olah Henkel und Thomas Goppel werden diese Anekdote lieben.

Nett…:-)

4) tilman, Dienstag, 31. Mai 2011, 16:30 Uhr

Schade, hatte im ersten Moment gedacht Söder wär der Spitzbube gewesen. Aber Goppel ist auch witzig :o )

5) Edvard, Dienstag, 31. Mai 2011, 20:53 Uhr

Ich tippe eher auf Joachim Herrmann ;-)

6) Florian Huber, Samstag, 04. Juni 2011, 17:32 Uhr

@Edvard:

Es war Goppel.
Zitat:
Besonders schwierig war im Bundestagswahlkampf 2002 die Zusammenarbeit mit dem damaligen CSU-Generalsekretär Thomas Goppel. Ihn interessierte nur sein eigenes Bild in den Medien, konkrete Arbeit scheute er eher. Ihm ging es nur darum, den Eindruck zu erwecken, er bestimme den Wahlkampf mit. Er war illoyal, auch Edmud Stoiber gegenüber: jedes Geheimnis blieb nur so lange geheim, bis es Goppel erfuhr. So gelang es Stoiber zwar, meine Berufung zum Wahlkampfmanager bis zur Pressekonferenz unter der Decke zu halten, weil er Goppel zu dessen Ärger nicht vorab informierte. Die Berufung von Lothar Späth zum Kandidaten für ein Superministerium aus Wirtschaft und Arbeit blieb drei Monate das Geheimnis von Stoiber und mir, als Stoiber aber Goppel einweihte, stand es am nächsten Tag in der “Süddeutschen Zeitung”. Auch als in “Focus” und in “BILD” Meldungen über mein Honorar erschienen, gab es dafür nur drei mögliche Quellen: Stoiber, Spreng und Goppel.

Quelle: http://www.sprengsatz.de/?p=336 ;-)
Die Aufzug-Anekdote finde ich besonders amüsant. Einfach mal lesen!

7) Sigmund, Samstag, 04. Juni 2011, 17:34 Uhr

H.-O. Henkel kam nicht bei Schröders Party rein?
Sehr ihr, es war nicht alles schlecht bei ihm.

8) EStz, Dienstag, 07. Juni 2011, 23:32 Uhr

@ Sigmund, Samstag, 04. Juni 2011, 17:34 Uhr

H.-O. Henkel kam nicht bei Schröders Party rein?
Sehr ihr, es war nicht alles schlecht bei ihm.
::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Werter Herr Sigmund, der ist guuut! :-)

9) Besserwisser, Freitag, 10. Juni 2011, 02:23 Uhr

Sind Sie sicher, dass Sie nicht den “Capital Club” meinen? ;-) Der “Capitol Club” ist eine zweitklassige Disko im oberfränkischen Marktredwitz. Dort gibt es im Moment Wodka-Energy für 2 €, im Capital Club dürfte Olaf Henkel etwas mehr bezahlen…

10) m.spreng, Freitag, 10. Juni 2011, 08:46 Uhr

@besserwisser

Stimmt. Ich ändere das.

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