Sonntag, 05. Juni 2011, 12:57 Uhr

Schnellstart in die Politik

Mein Gastspiel in der Parteipolitik hat nur vier Jahre gedauert, aber von den Erfahrungen habe ich mein ganzes Journalistenleben gezehrt. Ich lernte die Mechanismen, wie Politik funktioniert, und wie irrational es häufig in der Politik zugeht.

Meine “Parteikarriere” begann mit einem Schnellstart. Ich war Georgspfadfinder und meine Rover-Gruppe (das sind die älteren Pfadfinder) beschäftigte sich schon lange mehr mit der Politik als mit der Pfadfinderei. Wir veranstalteten zum Beispiel eine Diskussionsreihe über Rechtsradikalismus.

Als ich beschloss, Mitglied der Jungen Union in Frankfurt zu werden, nahm ich die ganze Gruppe von acht Pfadfindern mit und wir gründeten einen eigenen Ortsverband. Ich wurde Vorsitzender. Das führte automatisch dazu, dass ich stellvertretender Kreisvorsitzender und Delegierter für den Bezirks- und Landestag wurde. Da ich in der Schülerbewegung sehr aktiv war, wurde ich auch Landeschülerreferent und Delegierter für den Deutschlandtag der Jungen Union. Wenig später wurde ich mit 19 zudem der jüngste Vorsitzende eines CDU-Ortsvereins, was wiederum dazu führte, dass ich als Delegierter auf dem Kreisparteitag stimmberechtigt war.

So war ich binner kurzer Zeit Multifunktionär. Höhepunkt meiner “Karriere” war meine Kandidatur für den CDU-Kreisvorstand in Frankfurt, wobei ich mit 80 zu 83 Stimmen nur knapp gegen den Bankier von Bethmann verlor. Wenn ich nicht wegen des “Rechtsentwicklung der hessischen CDU unter Alfred Dregger” nach vier Jahren aus Junge Union und CDU wieder ausgetreten wäre, wäre der nächste Schritt wahrscheinlich eine Landtagskandidatur gewesen.

Dass es dazu nicht gekommen ist, habe ich später nie bereut. Als Journalist fühlte ich mich auf der richtigen Seite. Einige aus meinem damaligen politischen Bekanntenkreis haben es bis zum Bundesminister, Bundestagsabgeordneten oder zum Staatssekretär gebracht.

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1 Kommentare

1) karl, Sonntag, 05. Juni 2011, 14:04 Uhr

Ist doch schön, wenn man einen Job ausüben kann, in dem man nicht das Gewissen am Eingang abgeben muss – aber die Geldköfferchen und der Zwang, dem Vorgesetzten nach dem Maul zu schreiben, gibt es beim Journalismus ebenso. Von daher: Genieß einfach deine Entscheidung und habe den Mut, auch mal investigativ zu arbeiten (Bilderberg wäre im Moment übrigens so ein Thema) oder so Dinge wie die unnötige Hysterie um die Bakterien im Moment immer wieder anzuprangern…

🙂

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