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Mittagessen beim BND

Während der Zeit der sozialliberalen Koalition (1969 bis 1982) versuchte der Bundesnachrichtendienst (BND), sich für die Medien zu öffnen und transparenter zu werden. Er lud deshalb Journalisten in die BND-Zentrale nach Pullach bei München ein. Die Öffnung leitete der hemdsärmelige SPD-Politiker Dieter Blötz ein, der 1970 Vizepräsident wurde und 1979 über ein Verhältnis mit einer Untergebenen stürzte.

In diesen Jahren war auch ich gelegentlich Gast in Pullach. Die Journalisten konnten vorher die Themen und Länder angeben, die sie besonders interessierten. Dazu gab es dann Fachvorträge von Länderreferenten und Abteilungsleitern. Dabei stellte sich aber heraus, dass es sich meist nur um gut aufbereitetes Zeitungswissen handelte.

Unterbrochen wurden die Unterrichtungen durch ein Mittagessen mit dem Präsidenten (damals Gerhard Wessel), wobei sich herausstellte, dass die Küche ganz ordentlich war. Das war aber in der Regel der größte Erkenntnisgewinn.

Übrigens: Nie wurde von den BND-Leuten der Versuch gemacht, ihrerseits die Journalisten auszuhorchen.