Mittwoch, 13. Juli 2011, 19:50 Uhr

Chatzi go!

Der FDP-Europaabgeordnete Jorgo Chatzimarkakis hat eine geniale Idee: Weil ihm die Universität Bonn wegen Plagiats den Doktortiel aberkannt hat, will er eine neue Doktorarbeit schreiben. Wer seine Ehre verliert, bastelt sich eine neue – so einfach ist das für einen Politiker einer Partei, die jahrelang plakatiert hat „Leistung muss sich wieder lohnen“.

Politische Konsequenzen lehnt Chatzimarkakis ab. Er will genauso wie seine Kollegin Silvana Koch-Mehrin das Mandat behalten, das er mit dem Doktortitel und der damit verbundenen gesellschaftlichen und politischen Reputation errungen hat. Wenn aber wissenschaftliche Betrüger weiterhin das Volk vertreten können, dann ist es entweder schlecht um das Volk oder um seine Volksvertreter bestellt – und um die Führung der betroffenen Partei.

Wieder werden Maßstäbe geschleift, wieder wird das Mandat entwertet. Der Doktorgrad und die dahinter steckende selbstquälerische Anstrengung ohnehin.

Dass Politiker Vorbilder sein sollten – diese Forderung ist wohl nur noch lächerlich.  Chatzmarkakis und Koch-Mehrin haben für sich beschlossen, dass wissenschaftlicher Betrug und Volksvertretung durchaus vereinbar sind – und werden mit dieser Einstellung von ihren Parteiführungen gedeckt. Genauso wie der baden-württembergische CDU-Landtagsabgeordnete Matthias Pröfrock.

Jetzt gibt es wieder ein paar tausend akademische Wutbürger mehr.

Jorgo Chatzimarkakis hatte auf seinen Wahlplakaten seinen Namen grafisch so gestaltet, dass zuerst „Go Chatzi“ ins Auge sprang. Jetzt muss es heißen: „Chatzi go“.

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72 Kommentare

1) FF, Freitag, 15. Juli 2011, 09:58 Uhr

Was mir unangenehm aufstößt: die verharmlosende Berichterstattung, etwa in der FAZ von heute: Chatzimarkakis sei doch „ein netter Kerl“ usw. usf. , Tenor: laßt den doch sein Mandat behalten.
Kann sich jemand vorstellen, was wir an Kampagnen erlebten, wenn etwa Gregor Gysi seines Doktortitels verlustig gegangen wäre? Und irgendein Mandat behalten wollte? Und die Parteispitze jede Stellungnahme verweigerte? Da stünde der Journaille der Schaum vorm Mund. Vielleicht genießt die FDP ja schon Artenschutz. Traurig.

2) ganzgeheim, Freitag, 15. Juli 2011, 10:21 Uhr

@sk8erBLN

Woher kommt Ihr „Wissen“ darüber, dass der Rest der Arbeit nicht relevant ist? Und warum halten Sie die Gutachter für so arme Würstchen, dass sie sich so leicht hinters Licht führen lassen? Dass sie noch nicht einmal in der Lage sind, beiliegende Quellen zu vergleichen? Wie haben dann diese Gutachter Ihrer Meinung nach den Titel PROFESSOR erworben? Ebenfalls durch plagiieren??

3) Larshouse.com, Freitag, 15. Juli 2011, 11:19 Uhr

Eine Frage an die Juristen unter den sprengsatz-Lesern:

Wieso kommen Plagiatoren eigentlich nicht in den Knast?

Vorsätzlicher Betrug?! Urkundenfälschung? Abgabe einer falschen Eidesstattlichen Versicherung? Diebstahl geistigen Eigentums? Vorspiegelung falscher Tatsachen?

4) Sabine Zielke-Esser, Freitag, 15. Juli 2011, 11:28 Uhr

@StefanP

Wenn Sie auf ihre arrogante Attitüde – die hier mittlerweile sattsam bekannt ist – verzichten könnten und sich insgesamt kürzer fassen würden, wären Ihre Beiträge ja lesenswert.

Andererseits sehe ich es so, dass Herr Spreng nicht politische Entwicklungen als solche kommentiert, sondern das Verhalten der Politiker – ihr Zaudern und Zögern, ihre Überforderung, ihre Überheblichkeit, ihre Inkompetenz, ihre Volks- und Realitätsentfremdung und manchmal ihre Lächerlichkeit.

Wenn Ihnen, StefanP, das alles hier so auf die Nerven geht und so unter Ihrem Niveau ist: Tschüss, StefanP.

5) Erwin Gabriel, Freitag, 15. Juli 2011, 11:30 Uhr

@ Stefan P

Autsch (bin wieder gelandet)

Wollen Sie nicht selbst? Ich würde ihn lesen…

Herzlichen Gruß

EG

6) Politikverdruss, Freitag, 15. Juli 2011, 14:07 Uhr

Ich stimme @Stefan P zu, dass das Thema langsam etwas ausgelutscht erscheint. Ein Aspekt sollte aber noch etwas intensiver betrachtet werden: Jetzt sollen Professoren über Plagiantentum richten, das sie zuvor vermutlich selbst zugelassen, zumindest aber nicht verhindert haben. Da fragt man sich natürlich, ob es nicht vielleicht auch an der deutschen Professorenschaft liegt. Die Zahl der hauptamtlich an Hochschulen tätigen Professoren, in unterschiedlichen Besoldungsstufen zwar, stieg innerhalb von 30 Jahren von 5000 auf etwa 40000. Die Zahl der Honorarprofessoren nahm exponentiell zu. Nicht nur Universitäten können diesen begehrten Titel verleihen; auch Fachhochschulen machen regen Gebrauch davon. Diese inflationäre Ausweitung des Professorentitels geht einher mit der mit der Erosion des deutschen Bildungswesens. Hier wird ein verhängnisvoller politischer Einfluss erkennbar, der am „Flickenteppich“ unseres Schulsystems, als Experimentierfeld linker Volksbeglücker, besonders deutlich wird.

7) StefanP, Freitag, 15. Juli 2011, 14:41 Uhr

Kleines Feedback:

@Frankilein66

Freunde kann man immer brauchen. Aber reiben können müssen wir uns… 😉

@Sabine Zielke-Esser

„arrogante Attitüde“: ja und? Einige Menschen, von denen ich viel halte, gelten als arrogant. Das muss nichts Schlechtes sein. Daneben mag ich Humor und Ironie als Stilelemente, sonst ist Vieles zu fad. Ach so, gegen Konsenssoße bin ich auch.

„(..) dass Herr Spreng nicht politische Entwicklungen als solche kommentiert, sondern das Verhalten der Politiker (..)“ Nö. Die letzten Monate hat sich Herr Spreng vor allem mit Randfiguren des politischen Betriebs beschäftigt und Nichtteilnehmern. Das kann eigentlich nur noch dann interessant sein, wenn man über eine bestimmte Berufsgruppe oder auch nur Partei ablästern will. Dementsprechend waren die Kommentare.

Nochmal: ich halte Herrn Spreng für einen sehr intelligenten Journalisten, den ich gerne im Fernsehen sehe. Hier raufe ich mir oft die Haare. Aber das macht (manchmal) auch Spass.

@Erwin Gabriel

Bitte nicht – Blogs gibt es längst genug, nur kaum wenig gute. Sprengsatz ist im Grunde gut, wenn der Betreiber sich nicht so in seine Steckenpferde verbissen hätte. Der ist ja schlimmer als ein Terrier.

8) sk8erBLN, Freitag, 15. Juli 2011, 20:04 Uhr

@ ganzgeheim, Freitag, 15. Juli 2011, 10:21 Uhr
„@sk8erBLN

Woher kommt Ihr “Wissen” darüber, dass der Rest der Arbeit nicht relevant ist?“

Einfach mal die detailierte Pressemitteilung der Uni Bonn dazu lesen, es handelte sich um „Wissenschaftliches Fehlverhalten“, deshalb ist der Titel futsch..
„…in zahlreichen Fällen aus anderen wissenschaftlichen Arbeiten entlehnte Passagen, die nicht als wörtliche Übernahmen gekennzeichnet waren. Chatzimarkakis hatte Texte anderer Autoren in seine Doktorarbeit eingefügt, deren Anfang und Ende jedoch nicht z.B. durch Anführungszeichen gekennzeichnet. Lediglich am Ende der Passagen nannte er in einer Fußnote die Belegstelle. Das reicht jedoch nicht aus und verletzt die Regeln wissenschaftlichen Arbeitens. „Eine solche Praxis vermittelt den Eindruck“, so der Dekan der Philosophischen Fakultät, Professor Dr. Günther Schulz, „dass hier Herr Chatzimarkakis spricht, während in Wirklichkeit Texte anderer Autoren reproduziert werden.
Die Promotionskommission stellte in ihrer Untersuchung außerdem fest, dass mehr als die Hälfte des Textes der Chatzimarkakis-Dissertation aus fremden Federn stammt; so etwas genüge nicht den Anforderungen an eine Doktorarbeit, die ja eine selbständig erbrachte wissenschaftliche Leistung sein müsse. “…
Quelle:
http://www3.uni-bonn.de/Pressemitteilungen/198-2011

Der entsprechende Paragraf aus der Promotionsordnung ist § 20 und da steht praktisch nur Täuschung/Drohung/Bestechung. Selbst wenn es von der Universität nach aussen nicht gesagt wird, aber er kann nur dann im konkreten Fall den Doktortitel entzogen bekommen, wenn er getäuscht hat!
http://hss.ulb.uni-bonn.de/amtliche-informationen/amtl.bekanntmachungen/2010/08.pdf:

Damit ist völlig egal welch tolle weitere Erkenntnisse der werte „Chatzi“ im verbliebenen Rest als eigenständige wissenschaftliche Leistung evtl. erbracht hat oder auch nicht. Das war gemeint mit „nicht relevant“.
Hätte „Chatzi“ natürlich wissen können und müssen, ebenso Uni Bonn:
http://www3.uni-bonn.de/forschung/forschungsprofil/praxis/grundsaetze-zur-sicherung-guter-wissenschaftlicher-praxis
bzw.
http://www.dfg.de/download/pdf/dfg_im_profil/reden_stellungnahmen/download/empfehlung_wiss_praxis_0198.pdf

Der Versuch seiner Erklärung man habe ihm das so in Oxford beigeracht,/empfohlen ist dazu eine dummdreiste und bodenlose Frechheit. siehe :
„In Oxford wird mit international anerkannten Zitationssystemen gearbeitet wie z.B. dem Harvard-System. Die Unterstellung, dass in Oxford andere Regeln gelten, ist unerhört und eine Beleidigung für alle ehrlichen Forschenden in Oxford. Der herausragende Ruf der Universität Oxford hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass rigorose wissenschaftliche Praxis hohe Priorität hat. Eine laxe Zitierweise und das bewusste oder unbewusste Plagiieren hat in Oxford keinen Platz. Wer anderes behauptet, hat entweder keine Ahnung vom Wissenschaftsbetrieb oder stellt die Dinge bewusst falsch dar….“
http://www.openpetition.de/petition/online/offener-brief-zur-causa-jorgo-chatzimarkakis

http://www.ox.ac.uk/gazette/1998-9/supps/3_4517.htm
http://www.admin.ox.ac.uk/edc/goodpractice/about/#d.en.38762

Auf den Rest Ihrer Fragen spare ich mir einzugehen, die sind Polemik und fast könnte man meinen, es schreibt „chatzi“ höchstselbst.

9) Da krieg ich Plag, Samstag, 16. Juli 2011, 11:39 Uhr

Irgendwie finde ich es auch bezeichnend, wie die mediale Verarbeitung des Themas abgelaufen ist. Da diskutiert „Anne Will“ zwei Wochen VOR der Entscheidung darüber. Alle (bis auf Frau Domscheit-Berg, die zurecht betont hat, dass die Faktenlage bereits eindeutig vorlag) verweisen darauf, dass die Uni erst entscheiden müsse und man nicht vorverurteilen dürfe – was Chatzimarkakis natürlich absolut in die Hände gespielt hat. Außerdem durfte er noch (unbelegt) VroniPlag vermeintlich schlechte Arbeit unterstellen. Und weil eben die Entscheidung noch ausstand, haben auch Frau Will und Herr Spreng (deren Fragen ich teilweise dennoch erfreulich kritisch fand) sich noch zurückgenommen.

Nun ist die Entscheidung da, und sie ist eindeutig. Jetzt wäre der viel interessantere Zeitpunkt für eine öffentliche Diskussion, denn nun würde man offen und ohne Vorbehalte aufgrund einer ausstehenden Entscheidung über die Konsequenzen reden können. Nun müsste man nicht mehr über vermeintliche Vorverurteilungen sprechen, wodurch Chatzimarkakis sich als Opfer einer Rufmordkampagne inszenieren könnte. Nun hätte er VroniPlag nicht mehr schlechte Arbeit unterstellen können, weil die Uni Bonn sich sogar explizit auf deren Fundstellen beruft und diese bestätigt. Ich möchte aber auch wetten, nun wäre Herr Chatzimarkakis als Gast gar nicht mehr gekommen, weil er keine Chance mehr gehabt hätte, durch Nebelkerzen von seinem Fall abzulenken, und weil er sich weitaus kritischeren Fragen hätte stellen müssen.

Das alles ist jetzt gar kein Vorwurf an die Beteiligten, auch wenn ich der Meinung bin, dass man noch kritischer hätte sein können und das Argument der Vorverurteilung nicht hätte gelten lassen dürfen, weil die Faktenlage wie gesagt längst eindeutig belegt war, unabhängig von der bevorstehenden Entscheidung. Aber es weist in meinen Augen eine gewisse Funktionsstörung in der medialen Aufarbeitung von Skandalen auf, die man hier nicht zum ersten Mal beobachten kann: Solange ein Verdacht im Raum steht, wird er – immer im Konjunktiv – intensiv diskutiert, dies aber stets abgeschwächt durch den Hinweis auf mögliche Vorverurteilungen und Unschuldsvermutung. Hat sich dann der Verdacht bestätigt, erscheint die Nachricht kurz in den Nachrichten und danach verschwindet das Thema binnen kürzester Zeit. Der Betroffene bleibt einfach an seinem Stuhl kleben und ein halbes Jahr später wird schon wieder über ihn berichtet, als sei nichts geschehen.

Das ist natürlich nicht immer so, ab einer gewissen Prominenz (Guttenberg) oder „Angeschlagenheit“ (Möllemann) der Person oder einer bestimmten Schwere des Vergehens wird der Rücktritt dann doch unabdingbar. Aber gerade „Hinterbänkler“ wie Herr Chatzimarkakis kommen aufgrund dieser Logik doch mit weitaus mehr Dingen relativ ungeschoren davon, als es eigentlich wünschenswert sein sollte.

10) ganzgeheim, Samstag, 16. Juli 2011, 15:22 Uhr

@sk8erBLN

Ok, danke. Da steht es. Gut, das wusste ich noch nicht. Es muss mehr als die Hälfte von ihm sein. Das nehme ich jetzt mal zur Kenntnis. Aber mit dem anderen Teil der Erklärung bin ich nicht zufrieden:

#Lediglich am Ende der Passagen nannte er in einer Fußnote die Belegstelle. Das reicht jedoch nicht aus und verletzt die Regeln wissenschaftlichen Arbeitens. #

Das müsste die Uni Bonn aber schon im Jahr 2000 gewusst haben. Oder hat sich das seit dem geändert? Warum wurde das nicht beanstandet.

Meine Polemik kritisieren Sie zurecht. Ich entschuldige mich. Trotzdem bleibt die Frage, warum das offensichtliche DAMALS nicht, aber auf einmal JETZT beanstandet wird.

Was meinen Sie mit Ihrem letzten Absatz? Bitte keine bloßen Andeutungen. Das finde ich feige.

@Da krieg ich Plag

Ja, Sie haben recht. Jetzt fällt es schwer Vroniplag eine schlechte Arbeit vorzuwerfen. Das ist insbesondere deshalb sehr schade, weil der BetrugsVORSATZ ja gar nicht geklärt wurde. Vielleicht wurde er ja „angestiftet“ oder so etwas ähnliches. Glauben Sie nicht? Gehen Sie mal auf die folgende Seite:

http://www.uni-bonn.de/~uholtz/mag_diss/kurzinfo.html

Da können Sie drei Dissertationen herunterladen, die der Doktorvater von Herrn C betreut hat. Wenn Sie die durchblättern, dann müssten Sie eigentlich überall wohlzitierte Zitate finden. Dann hätten wir einen Hinweis auf den BetrugsVORSATZ von Herrn C. Ich finde aber bloß Fußnoten. Nicht ganz so knapp wie bei Herrn C, aber nicht wesentlich ausführlicher. Ich kenn mich da nicht aus, und erlaube mir kein abschließendes Urteil, ABER der Anfangsverdacht ist gegeben, dass an diesem Lehrstuhl nicht sauberer mit den Zitaten umgegangen wurde. Man könnte auch mal die Dissertationen der anderen Professoren des Fachbereichs überprüfen. Wer weiß, auf welche sauberen oder weniger sauberen Zitierweisen man dort trifft.

Wenn also die Uni Bonn in der Presseerklärung oben geschrieben hat, dass mehr als die Hälfte der Arbeit nicht aus der Feder des Promovenden stammt, dann bin ich auf Untersuchungen und Erklärungen zu den anderen Dissertationen gespannt.

Die Kritiker von Herrn C machen es sich soooooo einfach. Einfach mal bei Vroniplag nachlesen und schon ist Herr C ein Betrüger geworden. Damit reicht es auch eigentlich schon, denn sind wir mal ganz ehrlich – Wissenschaftler im Elfenbeiturm mag doch sowieso keiner. Aber FDP-Bashing – dafür sind sie gut genug.

11) Da krieg ich Plag, Samstag, 16. Juli 2011, 22:56 Uhr

@ ganzgeheim:

Die anderen Arbeiten hatte ich auch einmal überflogen, und ganz geheuer ist mir das allerdings auch nicht. Wenn sich erweist, dass dies übliche „Standards“ waren, wäre das in meinen Augen schon auch noch der größere Skandal.

Es entlässt allerdings Herrn Chatzimarkakis nicht völlig aus der Verantwortung, zumal als Doktorand nicht mehr. Es ist ja nun nicht so, dass Herr Chatzimarkakis nicht während seiner Recherchen vermutlich auf Arbeiten gestoßen wäre, in denen korrekt zitiert worden wäre. Wenn ihm angeblich schon in Oxford aufgefallen ist, dass man dort „anders“ zitiert, dann hätte ihm doch bei den vielen Texten mit korrekter Zitation spätestens auffallen müssen, dass das ganz anders aussieht als bei ihm. Spätestens da hätte er dann neugierig werden und mal ein Buch zu wissenschaftlichem Arbeiten lesen sollen. Das hätte ja schon gereicht, um da eine fundamentale Diskrepanz zu entdecken.

Ich für meinen Teil habe nicht einmal promoviert, aber auch während meines Magisterstudiums habe ich mich schon nicht immer nur auf die Aussagen meiner Lehrenden oder Prüfer verlassen, sondern auch selbst durch Literatur immer wieder einmal meine Arbeitsweisen überprüft und vertieft. Was dabei am Ende rauskam, war sicher auch nicht der Stein der Weisen und mag – um die vielbemühte Phrase zu verwenden – auch einige „handwerkliche Fehler“ enthalten, aber ich bin mir sicher, dass ich vor VroniPlag oder anderen nichts zu befürchten hätte. Und ich denke, so viel eigenes Denken ist dann einem Promotionsstudenten schon auch zuzutrauen. (Zumal er ja angeblich in der Magisterarbeit anders, sprich korrekt, zitiert hat, und dann erst spontan mal eben eine jahrelange Arbeitsweise für seine „Oxford-Zitierweise“ über Bord geworfen hat. Das sind mir einfach zu viel Ungereimtheiten.)

Aber wie gesagt: Ich gebe Ihnen schon recht, von der Uni würde ich auch gern mehr erfahren über die Hintergründe – und auch über die Frage des Vorsatzes, denn die ist eigentlich laut Promotionsordnung ja entscheidend für die Aberkennung, aber hierüber hat man sich nicht explizit geäußert. Alles schon etwas merkwürdig.

(Übrigens bin ich tatsächlich nicht sicher, ob C. vorsätzlich gehandelt hat. Seine m. E. ansonsten wirklich total selbstzerstörerische „Verteidigungsstrategie“ lässt mich auch manchmal denken, dass er das alles wirklich glaubt. Das fände ich allerdings, spätestens nach dem völlig einhelligen Echo aus der Wissenschaft, fast noch beängstigender, denn dann wäre er auch im Angesicht der eindeutigsten Fakten nicht in der Lage anzuerkennen, dass er – wenn auch ungewollt – etwas gravierend falsch gemacht und ein fundamental verqueres Wissenschaftsverständnis hat. Dass er am Tag der Entscheidung andeutete, er wolle die Arbeit ggf. „nachbessern“, ist so eine Aussage, in der sich mir dieser fehlende Realitätsbezug widerzuspiegeln schein.)

12) sk8erBLN, Sonntag, 17. Juli 2011, 17:12 Uhr

@ ganzgeheim:

zur Passage „Das müsste die Uni Bonn aber schon im Jahr 2000 gewusst haben. Oder hat sich das seit dem geändert? Warum wurde das nicht beanstandet.“

Sehr berechtigte Frage. An den Zitierregeln hat sich m.W. nach nicht geändert, dass die zitierte Passage eindeutig genauestens auszuweisen ist. Genau darauf hat Chatzi aber verzichtet. Wenn das nicht beanstandet wurde scheint Chatzi gelungen zu sein, was er mutmaßlich beabsichtigte. Die Passage wurde verschleiert, der Prüfer getäuscht und entsprechend wurde das unkenntliche Zitat als Eigenleistung ausgelegt von den Prüfern.

Wenn ich hier als Beispiel S. 22 des PDf http://hss.ulb.uni-bonn.de/2002/0036/0036.pdf heranziehe ist ersichtlich wie korrekte Zitate aussehen.

Zum letzten Absatz. Der war natürlich ebenso (böse) Polemik, sorry dafür.
Ich sehe -im Gegensatz zum Mitdiskutanten „Da krieg ich Plag“ bei Chatzi sehr wohl Vorsatz. Gerade weil er sein Fehlverhalten mit „Oxforder Gepflogenheiten“ begründet die gerade in Oxford so nicht existieren und auch nie existiert haben. Die “Arbeit” wäre ansonsten ja auch nicht einreichbhar gewesen hätte er sämtliche Passagen als solche kenntlich gemacht.

Den Gipfel a Dreisheit darf man aktuell bei der durch besondere Faulheit ins Gerede gekommenen Koch-Mehrin betrachten. Getreu dem Motto „Plagiate müssen sich wieder lohnen“ versucht sie es mit einer Klage wegen des aberkannten Titels.

Ich zitiere mal einen Leserbeitrag dazu aus der ZEIT:
„Wir wissen mittlerweile, für was das „bürgerliche Lager“ steht: Geschäftemacherei mit Diktatoren, Lügerei, Verleugnen, Betrügen, Schmarotzen, Betrüger in den eigenen Reihen auf Gedeih und Verderb beschützen, Arroganz, die Verfassungsgerichtsbarkeit umgehen, das Parlament missachten, das Wahlgesetz in Deutschland quasi abschaffen, praktisch ausschließlich Partikularinteressen bedienen.“

Da hat man-folgt man K-M- natürlich auch das Recht zu betrügen als Parlamentarier. Dann viel Erfolg beim Erstreiten des Titels.

13) ganzgeheim, Sonntag, 17. Juli 2011, 21:22 Uhr

@Da krieg ich Plag

ich denke, das mit den Standards ist die wichtigste Frage. Und da hört man auf der einen Seite, dass jeder Student bereits im ersten Semester die Zitierregeln lernt und da sieht Herr C natürlich schlecht aus. Aber ich habe auch einmal ein erstes Semester belegt und keine Zitierregeln gelernt. Ich würde gerne mal wissen, wo das so gemacht werden soll !? Ich hatte auch schon einmal einige Dissertationen in der Hand. Zitate nach den Vroni-Regeln sind mir nicht aufgefallen. Was nicht heißen soll, dass das gar nicht gemacht wird. Aber für den Fall wäre es wichtig herauszufinden, wie oft das gemacht wird und wie oft dagegen verstoßen wird. Ist es vielleicht nur bei 50:50? Wäre es dann ein Skandal? Oder müsste man es dann als „normal“ akzeptieren und nur die Vronis wären Ewiggestrige?

Falls nämlich die Vroniplagger formale Anliegen an wissenschaftliche Schriften durchsetzen wollen und dazu 10 Jahre alte Dissertationen untersuchen, dann wäre das wichtig zu wissen. Und falls sie sich unter einer Menge schlechten Dissertationen ausschließlich die von Politikern oder Politikerkindern heraussuchen würden, dann ebenfalls. Das wäre etwas ganz anderes, als wenn es nur eine Hand voll fauler Äpfel am Wissenschaftshimmel gibt, die alle AUSGERECHNET in die Politik gegangen sind.

Ich vermute, dass Herr C. sich in etwa so verhalten hat, wie alle am Institut. Seine Arbeit war inhaltlich etwas schlechter als andere und formal ebenfalls. Also war sie nur eine drei wert. Aber ihm hats gereicht. Und nacharbeiten wollte er nicht. Abgeben – Doktor – erledigt.

Dann musste er sich verteidigen. Er hätte sagen können: ich habs so wie alle anderen mit ihren Dissertationen an meinem Institut gemacht. Die sind auch nicht besser. Damit hätte er seinen Doktorvater und alle seine Ex-Kollegen mit in die Pfanne gehauen. Stattdessen fielen ihm Oxford und Harvard ein.

@mspreng: Falls Sie jemals ein Lehrbuch über PR zu schreiben vorhaben, dann könnte sich gerade dieser Fall als Beispiel für das Kapitel eignen: Das PR-Fukushima: effizient, konsequent, permanent.

Aber wieder weiter @Da krieg ich Plag

Kann natürlich auch sein, dass ich mit meiner Vermutung weit daneben liege. Aber das von Ihnen angesprochene unlogische Verhalten von Herrn C. ließe sich damit einigermaßen erkären. Und das „einhellige Echo aus der Wissenschaft“ – er wird sicher mit seinem Doktorvater darüber gesprochen haben. Vielleicht hat er da eine andere Rückmeldung aus der Wissenschaft bekommen. Auch wenn die Uni Bonn letztendlich den Kampf um reduzierte formale Anforderungen an Zitate im Stil von „Oxford“ und „Harvard“ nicht führen wollte.

Insbesondere nicht gegen Vroniplag, nachdem Guttenplag z. Guttenberg abgeschossen hat, der wegen seiner Dissertation gehen musste. Was schade ist, denn er hätte gehen sollen, weil er ein schlechter Minister war.

14) ganzgeheim, Montag, 18. Juli 2011, 14:30 Uhr

@sk8erBLN

außer der Stelle auf S22 in der Dissertation habe ich keine weiteren formal korrekten Zitate bis S 90 gefunden. Weiter hab ich nicht geguckt. Außerdem habe ich versucht über das Vorwort, Fazit und über die Kapitelüberschriften herauszufinden, ob man den Eigenanteil genau ausmachen kann. Ging nicht. 🙁
Dass aber nur so wenige Zitate vorkommen, finde ich merkwürdig. Immerhin hat die Literaturliste 10 Seiten.

15) Dr. Dr. Joachim Seeger, Montag, 18. Juli 2011, 15:08 Uhr

„Chatzi go“- Ein Schlag in das Gesicht für aufrichtige und ehrliche Bürger!

Ich glaube, dass „Chatzi“ an Realitätsverlust leidet oder sind alle FDP-Politiker so unverschämt? Der Mann hat einen vorsätzlichen Betrug begangen und möchte nun eine „korrekte“ Dissertation schreiben, um für die FDP wieder in das Parlament einziehen zu können. Mitbürger, die jahrelang hart für ihre Doktorarbeit kämpfen mussten, müssen diese Äußerung eines „ehrbaren Politikers“ wie ein Schlag in das Gesicht empfinden. Besitzen denn FDP-Politiker überhaupt keine Moral mehr? Wer kann denn überhaupt zukünftig noch FDP wählen? Die Partei wird mit Leuten (z.B. „Chatzi“) Probleme haben, überhaupt noch 3% der Wählerstimmen zu erreichen. In Recklinghausen versinkt die FDP in die politische Bedeutungslosigkeit. Die Partei ist lediglich noch die Mehrheitsbeschafferin für den CDU-Bürgermeister. Die FDP wird überflüssig und ist kaum noch wahrnehmbar.
Dr. Dr. Joachim Seeger, Recklinghausen

16) Da krieg ich Plag, Montag, 18. Juli 2011, 15:16 Uhr

@ ganzgeheim:

Meines Erachtens musste zu Guttenberg letztlich gehen, weil er nach Aufkommen der Vorwürfe schlicht und ergreifend dreist gelogen hat. Das hat er zwar bis heute nicht eingestanden, aber so ziemlich jeder hat es am Ende gewusst. Ich glaube, bei einem frühen Bekenntnis zu seinem Tun und ernstzunehmender Reue wäre er heute noch Minister.

Was die Allgemeingültigkeit der wissenschaftlichen Regeln betrifft, die hier zur Debatte stehen, kann ich nur für die Fächer sprechen, mit denen ich zu tun hatte, Politik-, Kommunikations- und Geschichtswissenschaft. Ich habe keineswegs an einer „Elite-Uni“ studiert, und mein Studienbeginn war immerhin auch 1999.

Ich habe die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens allein im ersten Semester nicht nur einmal vermittelt bekommen, sondern insgesamt fünfmal (die Historiker haben uns zu je einem Proseminar mit Tutorium in Alter Geschichte, Mittelalterlicher und Neuer Geschichte verdonnert). Überall dort wurden diese Essentials ausgiebig besprochen. So ausgiebig, dass sie einem aus den Ohren wieder rauskamen. Dazu gab es auch Klausuren. Und auch wenn es Unterschiede bei den bevorzugten Zitiermethoden gab (den Historikern waren Fußnoten lieber, die Sozialwissenschaftler hatten lieber Belege im Fließtext) – die Grundsätze waren überall gleich und glasklar. Keiner der Professoren, denen ich später begegnet bin, hat es grundsätzlich anders gehandhabt.

Ich habe auch in dieser Zeit in den unzähligen Büchern und Aufsätzen, die ich gelesen habe, nur vielleicht 1-2 % von Texten gehabt, die ihrerseits nicht strikt nach diesem Muster verfasst waren. (Ob sie plagiatsfrei waren, ist natürlich eine andere Frage.) Und auch die damals bereits verfügbaren Lehrbücher zum wissenschaftlichen Arbeiten waren eindeutig.

Kurz gesagt: Ich bin fest davon überzeugt, dass sauberes Zitieren auch damals schon an der überwältigenden Zahl der Lehrstühle in Deutschland so vermittelt wurde wie heute.

Und ich verstehe auch immer noch nicht, warum Herr Chatzimarkakis laut eigener Aussage ja früher so zitiert HAT, es dann aber aufgrund eines kurzen Aufenthalts in Oxford plötzlich über den Haufen geworfen haben will.

17) ganzgeheim, Montag, 18. Juli 2011, 19:20 Uhr

@Da krieg ich Plag:

Ok. In den Geisteswissenschaften kenne ich mich leider gar nicht aus. Dann ist es wohl dort mit dem Zitieren anders, als in den Naturwissenschaften. Hier hat man ja auch meistens einen praktischen Teil, der auch am Computer sein kann, statt reine Textarbeit. Da ist Fremd- und Eigenanteil meistens von alleine klar. Da Herr C. aus einem geisteswissenschaftlichen Fach kommt, ist Ihre Erfahrung maßgeblich.

Der Hinweis von Herrn C. auf Oxford war sicherlich eines der größeren PR-Desaster unserer Zeit.

Ist es eigentlich möglich in so einer Arbeit, wie die von sk8erBLN verlinkte Dissertation vom besagten Institut mit so wenigen Zitaten auszukommen? Kann man da so viel umformulieren und mit vgl. arbeiten? Und würde man beim Stil von Herrn C wirklich von Eigenleistung ausgehen? Kann eine geisteswissenschaftliche Dissertation wirklich auf mehreren Hundert Seiten über 50% Eigenleistung haben?

Hätte z. Guttenberg sich im Büßerhemd entschuldigt, ja, dann wäre er wahrscheinlich noch da. Hätte man ihm aber die Plagiate nicht im einzelnen nachgewiesen, dann wäre er sehr wahrscheinlich auch noch da. Ob er ein guter oder schlechter Minister war, hat keiner gefragt. Nicht vorher und nicht hinterher. Schade.

18) Wim Wenders, Dienstag, 19. Juli 2011, 09:13 Uhr

… Sie sind ein Mann klarer Worte: “ Chatzmarkakis und Koch-Mehrin haben für sich beschlossen, dass wissenschaftlicher Betrug und Volksvertretung durchaus vereinbar sind – und werden mit dieser Einstellung von ihren Parteiführungen gedeckt. “ … kaum zu fassen, dass Sie mal ein CDU-Berater waren.

19) Scherzbischof, Dienstag, 19. Juli 2011, 11:07 Uhr

[Die] Leistung [anderer Leute] soll sich wieder [nur für uns] lohnen.

Das Motto der FDP trifft vollumfänglich (mal eine Gelegenheit dieses Wort zu benutzen) auf JC und SKM zu.

»“What, when they issued you your honor, didn’t they give you the model with the reset button?
Mine’s right here.“ He pointed to the general vicinity of his navel.«
Aus „A Civil Campaign“ von Lois McMaster Bujold
Die Seitenangabe erspar ich mir jetzt mal – ist ja schließlich keine Doktorarbeit …

20) sk8erBLN, Dienstag, 19. Juli 2011, 21:53 Uhr

@ ganzgeheim, Montag, 18. Juli 2011, 14:30 Uhr und Montag, 18. Juli 2011, 19:20 Uhr

ich denke diese Detailfragen werden dann doch etwas zu fachspezifisch um sie en Detail zu erörtern.

Anbei mal ein brauchbarer Link zu direkten sowie indirekten Zitaten, wie sie zu gestalten sind etc.

http://www.wissenschaftliches-arbeiten.org/

Dort re. die Unterpunkte
Zitieren

Zitierfähigkeit
Direkte und indirekte Zitate
Zitierweisen (Übersicht)
– deutsche
– amerikanische

sowie
Zitierregeln

Monographie
Aufsatz (Sammelband)
Aufsatz (Zeitschrift)
Aufsatz (Festschrift)
Lexikonartikel
Dissertation
Zeitungsartikel
Internet-Seiten

In Oxford ist es übrigens so dass Studenten u.a. das „Blue Book“ als Printausgabe erhalten, dort findet sich ausführlichst alles zum Thema Zitate im Kapitel 9.5. Darüber hinaus gibt es eine ganze Website zum Thema „good academic practice“
http://www.admin.ox.ac.uk/edc/goodpractice/about/

Das ganze ist eine derart bodenlose Frechheit und Dreistigkeit von Chatzi dass ich die Wut korrekt arbeitender Studierender mehr als nachvollziehen kann.
Beschwerdebrief an Die Uni-Verwaltung
http://uxp.de/images/OxfordChatzimarkakis.pdf

So fällt denn auch die Antwort der Uni Oxford an ihre Studierenden deutlich aus (nicht sonderlich verwunderlich, sind die Oxford-Standards so ziemlich die allerhöchsten anlegbaren):
http://uxp.de/node/30

und im britischen Guardian heißt es daher dazu auch:
„Ruth Collier, head of the press office at Oxford University, said that the academic standards expected of Oxford students were the highest internationally accepted. „It’s hard to believe there would have been encouragement to use substandard academic practices from Oxford.“

Schulz said Bonn University had never accepted the excuse that this was common practice at Oxford, adding: „It is important that there are no bad feelings between German and British universities.“ “
http://www.guardian.co.uk/world/2011/jul/14/plagiarism-row-jorgo-chatzimarkakis-germany

Dämlicher als Oxford heranzuziehen hätte Chatzi wirklich nicht agieren können.

21) sk8erBLN, Dienstag, 19. Juli 2011, 22:08 Uhr

Neues zur schön-faulen Koch-Mehrin, sie bettelt förmlich um die ganz große Klatsche:

„Plagiat ist ein Vergehen“
Uni wehrt sich massiv gegen Koch-Mehrin


Die Universität Heidelberg wehrt sich massiv gegen die Darstellung der FDP-Europapolitikerin Silvana Koch-Mehrin, nach der die Mängel ihrer Doktorarbeit den Gutachtern schon im Jahr 2000 bekannt gewesen seien. „Ein Plagiat ist keine ‚Schwäche‘, sondern ein Vergehen“, sagte eine Sprecherin.

Hätte man von den Plagiaten gewusst, „hätte Frau Koch-Mehrin an dieser Hochschule keinen Doktortitel erwerben können“. Inhaltliche Schwächen einer Arbeit seien etwas völlig anderes als ein nachgewiesenes Plagiat.

Dagegen legte Koch-Mehrin inzwischen Widerspruch ein. Es handelte sich aber bislang nur um einen formalen Widerspruch, sagte die Sprecherin.

Die Universität werde sich erst dann erneut mit der Sache beschäftigen, wenn innerhalb der nächsten drei Monate auch die Begründung nachgereicht werde. Sollte der Promotionsausschuss sein Urteil nicht revidieren, prüfe das Rektorat der Universität. Wenn auch diese Instanz den Titel-Entzug bestätige, stehe Koch-Mehrin der Weg zum Verwaltungsgericht offen.

http://www.morgenpost.de/politik/inland/article1705292/Uni-wehrt-sich-massiv-gegen-Koch-Mehrin.html

Lt. SPON schäumt der Dekan:
„Dekan Berg: „Ich verwahre mich gegen diese Unterstellung“

Die FDP-Politikerin hatte bereits Mitte Juni erklärt, der Promotionsausschuss habe ihr 2000 „in voller Kenntnis aller eklatanten Schwächen meiner Arbeit den Doktortitel verliehen“. Schon kurz nach diesem Vorwurf hatte Dekan Berg im Interview mit SPIEGEL ONLINE gesagt: „Ich verwahre mich in aller Schärfe gegen die Unterstellung, dass die Gutachter damals schon die Plagiate erkannt haben und Frau Koch-Mehrin trotzdem promoviert worden ist. Die Gutachter haben inhaltliche und formale Schwächen erkannt, kritisiert und mit einer mittelmäßigen Note angemessen gewürdigt. Aber den Verdacht des Plagiats gab es nicht.““
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,775100,00.html

22) ganzgeheim, Mittwoch, 20. Juli 2011, 13:03 Uhr

@sk8erBLN:

mag sein, dass meine Fragen zu fachspezifisch sind, aber ob die Gutachter ihre Pflicht erfüllt haben, oder nicht, ist für die Bewertung der Situation wichtig. Auch dafür, ob der Wissenschaftsstandort erst duch C und KM beschädigt wird, oder BEREITS beschädigt IST, und deshalb solche Fälle vorkommen.

Mein Eindruck ist, dass man gar nicht wissen will, viel viele Dissertationen erschlichen sind, sondern mit der Aufdeckung von ein paar spektakulären Fällen genug hat. Bevor ein Schaden für die Institute entsteht – hört man lieber auf.

23) Linda Burk, Dienstag, 10. März 2015, 10:57 Uhr

Der Artikel ist sehr interessant für mich, weil ich interessante Fakten über die Studie erfahren gerne. http://akadem-ghostwriter.de/uber-uns/

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