Donnerstag, 04. August 2011, 13:18 Uhr

Ein Jäger stellte sich, aber…

Endlich hat sich einer der Jäger gestellt: einer der prominentesten Plagiatsjäger offenbarte sich bei „Spiegel-Online“, der Gründer von VroniPlag. Er heißt Martin Heidingsfelder, alias Goalgetter, und ist selbstständiger Programmierer in Erlangen.  

Allerdings ist das Interview ziemlich nichtssagend und lässt die entscheidenden Fragen offen. Warum hat sich Heidingsfelder von Guttenplag abgespalten, nachdem es seine (anonymen) Mitstreiter abgelehnt hatten, die Doktorarbeit von Veronica Stoiber zu untersuchen? Warum hat er ein Portal nur zur Verfolgung einer Privatperson gegründet, einer Frau, die außer der Tatsache, dass ihr Vater Edmund Stoiber heißt, keine Person der öffentlichen Interesses ist?

Der Name VroniPlag deutet schon darauf hin, dass es ihm um eine persönliche Angelegenheit ging – sicher kein ehrenwertes Motiv. Dass VroniPlag anschließend noch die FDP-Europaabgeordneten Silvana Koch-Mehrin und Jorgo Chatzmarkakis zur Strecke brachte, ändert nichts an diesem Befund. Und die Tatsache, dass sich ein Jäger endlich gestellt hat, ändert nichts an der Schwarmfeigheit im Internet.

Solange Heidingsfelder nicht seine Motive für die Gründung von VroniPlag enthüllt, bleibt der Verdacht bestehen, dass er das Internet missbraucht hat.

Lesen Sie dazu auch meine Beiträge „Die Jäger müssen sich stellen“ und „Schwarm-Intelligenz und Schwarm-Feigheit“

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

135 Kommentare

1) Anno Nym, Sonntag, 07. August 2011, 00:04 Uhr

@m.spreng: Die Antworten auf Ihren Fragenkatalog:

„Ich möchte wissen, was treibt einen Menschen dazu, eine Privatperson, die zweifellos zu Unrecht, aber nicht in strafrechtlich relevanter Weise ihren Doktortitel führte, ölffentlich an den Pranger zu stellen und ihr damit weniger Persönlichkeitsrechte zuzubilligen als einem Angeklagten vor Gericht?“

Was jemanden zur Verwirklichung des von Ihnen beschriebenen Tatbestandes treiben könnte, wird im Dunkeln bleiben, weil dieser hier nicht vorliegt:
1) Eine Person wird nicht an den Pranger gestellt. Die *Plag-Wikis unterscheiden sich inhaltlich nicht. Damit spricht schon gegen Ihre vorgeblich moralisch motivierte Position, dass sie bedeuten würde, ein Herr zu Guttenberg dürfe „an den Pranger gestellt“ werden, eine Frau Saß nicht. Bei allen Unterschieden, die aus der öffentlichen Stellung einer Person folgen – warum diese hier nicht einschlägig sind, habe ich ausführlich dargelegt – wäre ein Pranger im Wortsinne für keinen der Autoren gerechtfertigt. Das Betrachten eines Prangers als gesellschaftlich zwangsläufige Einrichtung, wobei das persönliche Moralverständnis seiner medialen Wächter bestimmt, wer dort zu stehen hat, das wirkt schon etwas wie das Hochkochen einer boulevardjournalistischen Vergangenheit. In drei Blog-Artikeln und diversen Kommentaren wurde bislang nicht dargelegt, was eine Reihe von Textvergleichen zu einem Pranger macht. Dies wäre logisch nur anhand objektiver Merkmale möglich, nicht anhand des (unterstellten) Motivs der Urheber der Vergleiche. Für Sie scheint es dagegen eben nur anhand dieser Mutmaßungen bezüglich der Motive möglich. Eine schwache Position.
2) Der Person werden damit nicht weniger Persönlichkeitsrechte zugebilligt als einem Angeklagten vor Gericht. Im Detail habe ich bereits ausgeführt, warum dies nicht der Fall ist, ohne eine substantiierte oder wenigstens bemühte Entgegnung gefunden zu haben. Argumentativ reicht es nicht aus, Begriffe wie Persönlichkeitsrechte, Grenzen der Meinungsfreiheit oder (von anderen) Anfangsverdacht und wissenschaftliche Rechtfertigung aus dem Äther zu ziehen, weil sie augenscheinlich der eigenen Position dienen, ohne sie auf sinnvolle, objektivierbare Deduktionen aus dem gegebenen Sachverhalt zu stützen und ohne ihren präzisen Bedeutungsgehalt zu wahren.


„Warum hat er sich ausgerechnet Veronica Stoiber vorgeknöpft und nicht Frau Dr. Müller oder Frau Dr. Meier?“

Die wissenschaftliche Literatur knöpft sich regelmäßig die Müllers und Meiers vor. Man kann auch nicht sagen, dass dies unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfolge. Die entsprechenden Rezensionen genießen vielmehr Kultstatus in ihren jeweiligen Fachgebieten, z.B. auch die Rezension eines Jochen Schneider, Die männliche Beschneidung (Zirkumzision) Minderjähriger als verfassungs- und sozialrechtliches Problem, durch Putzke in ZIS 2009, 177.
Für die Plagiatssuche im Rahmen eines Online-Projekts ist ein Mindestmaß an Bekanntheit des Autors oder der Autorin hilfreich, um Interessierte Beteiligte zu gewinnen (deren vielfältige Motive ändern an der Art der Sache, wie gesagt, nichts). Zudem ist der Zweck dieser Projekte darauf festgelegt, Plagiate zu enttarnen, und nicht allgemeine Rezensionen abzugeben. Daher ist es zweckmäßig, im Vorfeld ein Werk nicht wahllos heraus zu greifen, sondern sich auf eine Auswahl von Persönlichkeiten zu konzentrieren, die eine Doktorarbeit in einer potenziell plagiatsfördernden Gemengelage persönlicher Voraussetzungen angefertigt haben. Dabei mögen tatsächlich ganz böse Vorurteile eine Rolle spielen, die allerdings damit zugleich dem leider unverwirklichten Risiko des Widerlegtwerdens ausgesetzt werden. Die Arbeit von Veronica Saß bot sich nach einer solchen Betrachtung an.


„Welche persönlichen Motive trieben Herrn Heidingsfelder?“

Das ist seine Sache. Meine bescheidene Vermutung dazu ist, dass die genannte Recherchearbeit durch eine politische Grundüberzeugung beeinflusst worden sein könnte. Wäre das der Fall, wäre nichts dabei. Irgendwo muss man ja anfangen und tut es in der Regel dort, wo es einem am leichtesten fällt. Es ist Merkmal einer pluralistischen Gesellschaft, dass dieser persönliche Kontext in der Meinungsäußerung nicht unterdrückt zu werden braucht. Die Berichterstattung von Monitor und Report München findet ebenso vor verschiedenen Hintergründen statt und ist allein deshalb nicht jeweils illegitim.


„War es Rache, Niedertracht oder was immer?“

Läge es nicht näher, nach Ihrem Motiv der penetranten Gedankenerforschung des Herrn Heidingsfelder zu fragen, als nach dem Motiv für seine vollkommen selbstverständliche, grundrechtlich geschützte Tätigkeit? Wenn Sie dieser Tätigkeit die Berechtigung absprechen wollen, tun Sie dies anhand der Tätigkeit, nicht anhand etwaiger Motive, und (verfassungs)rechtlich begründet, nicht so dilettantisch wie in Ihren Ausführungen zur Meinungsfreiheit.

(Die Frage nach dem Motiv ist im übrigen selbstverständlich legitim (hier nur irrelevant); obwohl er nach Ihrem Verständnis ja blitzartig in seiner Prominenz an Frau Saß vorbeigezogen sein müsste, damit man sie überhaupt stellen dürfte.)


„Der Zweck heiligt nicht alle Mittel und Motive.“

Das diskutierte Mittel bedarf keines weiteren Segens unter dem Grundgesetz und die Motive für derlei wahlfreie Mittel bedürfen seiner erst Recht nicht.

2) Michael A. Nuckel, Sonntag, 07. August 2011, 11:48 Uhr

@ Bernd S.

„Ein Strafverfolger, ein Staatsanwalt, kann und darf nicht hergehen, den Betrugsfall einer Privatperson (oder meinetwegen auch halböffentlichen Person) mit Rang und Namen und allen privaten Daten ins Netz zu stellen oder an die Zeitung zu geben. Nicht einmal nach einem rechtskräftigen Urteil. Er machte sich strafbar.“

1) Was wollen Sie damit sagen? Reden wir hier bei VroniPlag“ über Strafverfolger und andere?
2) Ergänzend: Erfaßt Ihre Sichtweise auch eine Veröffentlichung, wie in der Kritischen Justiz im Falle „zu Guttenberg“ geschehen? Wenn nein, wie ich vermute, dann ist Ihre obige Passage unbrauchbar, weil Sie etwas thematisieren wollen, was nicht vorliegt.
3) Sind Sie etwa juristischer Laie (so wie Sie bei Ihrem ersten Beitrag mit Art. 1 ff. GG (Menschenwürde und was noch???) argumentieren wollen?

3) Gunnar, Sonntag, 07. August 2011, 11:49 Uhr

Herr Spreng,

wo ist denn eigentlich Ihre journalistische Neugier bei der Frage, was einen Menschen dazu treibt die gesamte Wissenschaftswelt zu betrügen?

4) Hegel, Sonntag, 07. August 2011, 13:24 Uhr

@M. Spreng
> Letzter Versuch, liebe Kritiker.

Letzter Versuch, Herr Spreng. Da sie geflissentlich – auch auf Nachfrage – bereits gegebene Antworten ignorieren, hat es wohl wenig Sinn, sie weiter auf die Lücken Ihrer Argumentation hinzuweisen.

> die zweifellos zu Unrecht, aber nicht in strafrechtlich relevanter Weise ihren Doktortitel führte

Schon wieder diese Verharmlosung. Wird ihr Betrug dadurch irgendwie besser und weniger schädlich?

> ölffentlich an den Pranger zu stellen und ihr damit weniger Persönlichkeitsrechte zuzubilligen als
> einem Angeklagten vor Gericht?

Wer eitel genug ist, im Guten die Öffentlichkeit zu suchen, sollte es auch vertragen können, im Schlechten dort zu stehen.

> Warum hat er sich ausgerechnet Veronica Stoiber vorgeknöpft und nicht Frau Dr. Müller oder
> Frau Dr. Meier?

Weil die öffentliche Bagatellisierung des Guttenberg-Betrugs durch CDU/CSU-Granden einfach zu dreist war anzunehmen, dass nicht noch andere aus dieser Clique vergleichbaren Dreck am Steck haben?

> Welche persönlichen Motive trieben Herrn Heidingsfelder?
> War es Rache, Niedertracht oder was immer?

Allein, dass Rache und Niedertracht satt bspw. Gerechtigkeitsempfinden von Ihnen als erstes genannt werden, zeigt wieder überdeutlich, wessen Geistes Kind Sie sind.

> Der Zweck heiligt nicht alle Mittel und Motive.

Der Zweck trägt aber sicherlich dazu bei, den „Herrschenden“ auf die Finger zu klopfen, da die Journaille ja schon längst mit im Boot sitzt. Auf die Ironie, dass ausgerechnet ein BILD-Ehemaliger plötzlich was von Nachsicht, Moral usw. erzählen will, braucht man wohl nicht weiter einzugehen.

@Bernd S.
> Geben Sie es auf, Herr Spreng, gegen blinden Fanatismus kommen auch Sie nicht an.

Dumm nur, dass die hier vorgebrachten Argumente weder das Eine noch das Andere waren.

> Auch die Medien, die im Vroni-Fall identfizierend berichteten, haben sich strafbar gemacht (siehe
> meine zweifachen obigen Ausführungen). Frau Saß würde jeden Prozess gewinnen.

Ihre Häufgkeit der Ausführungen ändert nur rein gar nichts an deren Falschheit. Soviel also zum dumm Bengel, der partout nichts einsehen will.

5) dekaha, Sonntag, 07. August 2011, 14:28 Uhr

„4. Die Diskussion über Anonymität im Netz wurde nicht von mir erfunden. Sie wird längst breit geführt, auch von Internet-Aktivisten.”

„Breit geführt“ sollte sie werden, jedoch beschränkt sich die „Breite“ der Diskussion darauf, daß die Meinung von (meist) konservativen Politikern in der Presse wiedergegeben wird – meist unkommentiert und vor allem unwidersprochen. Eine wirkliche Diskussion findet doch nicht nachvollziehbar statt, Gegenmeinungen tauchen in der Berichterstattung so gut wie nie auf.

MfG dkh

6) sk8erBLN, Sonntag, 07. August 2011, 14:32 Uhr

das mit der journalistischen Neugier werter Herr Spreng ist natürlich Quatsch.

Wäre dem so müssten sie hier nicht ihren- inzwischen persönlich anmutenden- Feldzug fortsetzen sondern würden -nachdem der Urheber bekannt ist- das Gespräch direkt mit ihm suchen. Das würde ganz nebenbei sicher auch seine Motive mehr erhellen als ihre spekulativen Seitenhiebe.

Zum Rest wurde hier inzwischen hinreichend alles gesagt, wenn auch vielleicht noch nicht von jedem. Ich jedenfalls schenke mir das und stelle fest: Auch bei ihrem dritten Anlauf in dieser Sache „I am not convinced“ Ah ja, wie wäre es denn zur Abwechslung mal damit wieder die Täter zu prügeln und nicht die Überbringer der schlechten Nachrichten.

7) v. Hammerdings, Sonntag, 07. August 2011, 14:52 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

kann es sein, dass Sie sich der Familie Ihres früheren Arbeitgebers dermaßen verpflichtet fühlen, so dass Sie sich bemüßigt sehen, einen absurdes Pamphlet gegen die Herren und Damen Plagiatsjäger zu schreiben? Dabei ist die deren Motivation absolut irrelevant, solange aus wissenschaftlich objektiver Sicht ein Fehlverhalten der Untersuchten nachgewiesen werden kann.
Es steht jedem frei, auch die politische Gegenseite nach Plagiatoren zu durchforsten. Ich jedenfalls bin dem Schwarm überaus dankbar und wünsche ihm auch zukünftig viel Erfolg beim Aufspüren von Dieben geistigen Eigentums.

8) Thomas Schwank, Sonntag, 07. August 2011, 15:19 Uhr

Herr Sreng, ich verstehe Ihren Beitrag nicht. Was wollen Sie eigentlich damit sagen? Dass Sie Plagiate gut heißen?

9) Internet, Sonntag, 07. August 2011, 15:21 Uhr

Herr Spreng,

ich kann Ihnen hiermit versichern, dass ich weder von VroniPlag noch von Herrn Heidingsfelder missbraucht wurde!

10) Paula Eva, Sonntag, 07. August 2011, 18:43 Uhr

Hallo Herr Spreng,

ich sehe das mit der Veröffentlichung des Namens sehr zwiespältig und der Umgang eines Herrn Jorgo Chatzimarkakis (FDP) mit dieser Veröffentlichung gibt mir Recht.
http://www.sueddeutsche.de/karriere/vroniplag-plagiatejaeger-wird-zum-gejagten-1.1128498

Außerdem sollte Sie doch darüber froh sein, dass nun Doktorarbeiten auch von den Unis und Professoren wieder ernster genommen werden.

11) Bernd S., Sonntag, 07. August 2011, 19:42 Uhr

@all

Es besteht volle Übereinstimmung aller Teilnehmer hier, dass Doktor-Plagiate, wissenschaftlicher Unterschleif oder geistiger Diebstahl jedweder Form empörend sind, angemessen geahndet und gesühnt werden müssen, ohne Ansehens der Person und des Standes – sei es Guttenberg, sei es Koch-Mehrin, sei es Veronica Saß oder all die anderen, die derzeit im Gespräch sind oder die noch ins Gespräch kommen werden.

Es besteht ferne volle Übereinstimmung, dass eine Dissertation ein öffentliches Werk ist, das jederzeit von jedermann eingesehen und überprüft werden kann und darf.

Es besteht weiter volle Übereinstimmung, dass den Plagiatsjägern, die sich die Mühe der Überprüfung machen, öffentlicher Dank gebührt. Sie müssen in der Tat ihre Arbeit im Verborgenen und anonym machen dürfen, sonst könnte das nicht funktionieren. Sie tragen in erheblichem Maße zur geistigen Hygiene und moralischen Sauberkeit des Landes bei.

Es besteht weiter Übereinstimmung, dass in Fällen wie Guttenberg, Koch-Mehrin und weiteren bekannten Politikern, die in erheblichem Maße über Wohl und Wehe des Staates und der Gesellschaft mitzuentscheiden und Vorbildcharalter haben, dies auch breit und vor aller Öffentlichkeit und in allen Medien und im Netz diskutiert werden kann und muss. Wir brauchen anständige Leute in den Entscheiderzirkeln und keine Betrüger. Dies gilt auch für alle anderen Führungsebenen. Selbstverständlich nicht nur Führungsebenen, aber dort besonders.

Es besteht keine Übereinstimmung darüber, ob über Veronika Saß und ihr Plagiat in ebenso ungezügelter Weise öffentlich debattiert und berichtet werden darf wie zum Beispiel über Guttenberg oder auch Koch-Mehrin und andere. Hier kommt von mir ein klares Nein. Veronika Saß ist als Tochter eines bekannten Vaters trotzdem keine Person der Öffentlichkeit, auch wenn sie hin und wieder – gewollt oder ungewollt – im Rampenlicht auftaucht. Damit genießt sie, wie jede andere Privatperson, den hohen Schutz der Persönlichkeitsrechte, die es verbieten, persönliche Verfehlungen, auch wenn sie nicht unerheblich sind, sofort in identifizierender Weise an die Öffentlichkeit zu zerren. Das ist eine klare Rechtslage. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum.

Doktorarbeiten sind öffentlich. Wissenschaftler bleiben damit aber weitgehend unter sich, keine einzige Dissertation hat ein Millionenpublikum erreicht. Mit der Veröffentlichung im Internet und in diversen Medien ist bei Frau Saß genau dieses aber geschehen und damit gegen ihre Persönlichkeitsrechte verstoßen worden..

Ich bin der klaren Meinung – und ich werbe hier für Zustimmung – dass Plagiatsfahnder im Netz dafür sorgen müssen, dass ihre Aktivitäten nicht einem Millionenpublikum bekannt werden können, sondern in jenen Kreisen bleiben, die es angeht und welche die Konsequenzen zu ziehen haben. Handelte es sich um Heini Meier oder Lieschen Müller, würde es ohnedies niemanden interessieren. Das ist und das war der Sinn meiner bisherigen Ausführungen in diesem Kommentarblog, und so habe ich auch Michael Spreng verstanden. Dass Spreng dies auch mit einem Feigheitsaspekt verbindet, wenn jemand unter Pseudonum und damit anonym agiert, habe ich als einen gesunden und provokativen und damit auch erfrischenden Aspekt empfunden, der die Debatte leider ein wenig zu stark befeuert hat.

Es besteht, abschließend, sicherlich auch Übereinstimmung, dass im Netz hin und wieder auch Feigheit zu beobachten ist, bis hin zu einer Heckenschützenmentalität. Wer wollte dies bestreiten?

Quidquid agis, prudenter agas, et respice finem!

Das ist mein Kompromissvorschlag. Wer darin eine Sünde zu erkennen glaubt, der werfe den ersten Stein. Gerne.

Ihnen allen eine schöne Woche!

12) sk8erBLN, Sonntag, 07. August 2011, 19:45 Uhr

Und noch etwas, wo Sie so gerne auf Aufhebung von Anonymität im Web drängen:

„Die anonyme Nutzung ist dem Internet immanent […] Eine
Beschränkung der Meinungsäußerungsfreiheit auf Äußerungen, die einem
bestimmten Individuum zugeordnet werden können, ist mit Art. 5 Abs. 1
Satz 1 GG nicht vereinbar. Die Verpflichtung, sich namentlich zu
einer bestimmten Meinung zu bekennen, würde […] die Gefahr
begründen, dass der Einzelne aus Furcht vor Repressalien oder
sonstigen negativen Auswirkungen sich dahingehend entscheidet, seine
Meinung nicht zu äußern. Dieser Gefahr der Selbstzensur soll durch
das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung entgegen gewirkt werden
[…].“

BGH, Urteil v. 23.06.2009, Az. VI ZR 196/08, Link:
http://www.telemedicus.info/urteile/816-VI-ZR-19608.html

Und dieser Internetausdrucker sollte vielleicht auch noch mal einen Blick in das BGH Urteil werfen
Innenminister Friedrich fordert Ende der Anonymität im Netz
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,778803,00.html
Aber ach was sage ich, am besten die CDU schafft das Internet gleich ganz ab. Spätestens dann, wenn mehrere hunderttausend kleine Hans-Peter Friedrichs durchs Web 2.0 wabern.

Es wird Zeit dass sich diese Regierung ab schafft!

13) sk8erBLN, Sonntag, 07. August 2011, 20:14 Uhr

Ach ja, das ist natürlich jener H.-P. Friedrich der sich mit Händen und Füßen gegen eine Kennzeichnungspflicht -auch nur mit Nummern- von Polizeibeamten ausgesprochen hat und der soeben nicht nur seine abgrundtiefe Ahnungslosigkeit in Punkto WWW vorgeführt hat sondern auch deutlich macht, was er von seinem geleisteten Amtseid so hält.So von wegen „“Ich schwöre, das Grundgesetz und alle in der Bundesrepublik Deutschland geltenden Gesetze zu wahren “

Da kann Friedrich ja nur noch von Glück sagen dass der Amtseid hat: “ laut Aussage des ehemaligen Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse keinerlei rechtliche Bedeutung, gegen Verletzungen des Amtseides kann nicht juristisch vorgegangen werden. “

http://de.wikipedia.org/wiki/Amtseid#Diensteide_in_Deutschland

Das Web ist kein bayrisches Bierzelt, da wäre er besser endlagelagert worden!

14) sol1, Sonntag, 07. August 2011, 21:13 Uhr

@ Bernd S.

„Doktorarbeiten sind öffentlich. Wissenschaftler bleiben damit aber weitgehend unter sich, keine einzige Dissertation hat ein Millionenpublikum erreicht. Mit der Veröffentlichung im Internet und in diversen Medien ist bei Frau Saß genau dieses aber geschehen und damit gegen ihre Persönlichkeitsrechte verstoßen worden..

Ich bin der klaren Meinung – und ich werbe hier für Zustimmung – dass Plagiatsfahnder im Netz dafür sorgen müssen, dass ihre Aktivitäten nicht einem Millionenpublikum bekannt werden können, sondern in jenen Kreisen bleiben, die es angeht und welche die Konsequenzen zu ziehen haben. “

*lol*

Wissenschaft als etwas, das sich unter Ausschluß der Öffentlichkeit abzuspielen hat?

Mit dieser verqueren Ansicht werden Sie hier hoffentlich auf Granit beißen.

15) Michael A. Nueckel, Montag, 08. August 2011, 08:14 Uhr

@ Bernd S:

„Ich bin der klaren Meinung – und ich werbe hier für Zustimmung – dass Plagiatsfahnder im Netz dafür sorgen müssen, dass ihre Aktivitäten nicht einem Millionenpublikum bekannt werden können, sondern in jenen Kreisen bleiben, die es angeht und welche die Konsequenzen zu ziehen haben“

Auf keinen Fall, also ein klares NEIN.

16) Gunnar, Montag, 08. August 2011, 10:49 Uhr

@Bernd S.

Eine öffentliche Arbeit darf also nicht öffentlich diskutiert werden? Wie stellen Sie sich das rein praktisch vor und wo ziehen Sie denn die Grenzen? Dürfen nur Wissenschaftler aus dem gleichen Fachbereich einander kritisieren? Muss man mindestens promoviert oder gar habilitiert sein, wenn man auf wissenschaftlichen Betrug hinweisen möchte? Und auf welches Medium hätten Sie es denn gerne beschränkt? Nur das schwarze Brett im juristischen Semiar?

17) Da krieg ich Plag, Montag, 08. August 2011, 10:51 Uhr

Ich bin relativ fassungslos. Während über Frau Koch-Mehrin und Herrn Chatzimarkakis keiner mehr spricht und sie als überführte Betrüger und Lügner weiter ein fürstliches Abgeordnetenbehalt beziehen, geht es nun also um mögliche Motive des VroniPlag-Gründers?

Who the **** cares? Die Diskussion gerade zeigt doch gerade, warum die Anonymität zu bevorzugen ist: Das Gegenüberstellen von Dissertation und (nicht nachgewiesenen) Quellen ist transparent genug, die Fakten sind eindeutig und für JEDEN, der sich damit befassen möchte, ersichtlich. Wer das macht, in welchen Fällen, und aus welchen Motiven, das ist VOLLKOMMEN sekundär.

Ich weiß, bei meiner Magisterarbeit würde es eine solche Gegenüberstellung nicht geben können, denn ich habe korrekt gearbeitet. Weil ich wusste, dass sich das so gehört, und weil mir klar war, dass ich eine Arbeit einreiche, die zumindest theoretisch öffentlich ist und überprüft werden kann. Herr Chatzimarkakis wusste das, Frau Koch-Mehrin wusste das, Herr zu Guttenberg wusste das. Sie haben sich entschieden, nicht korrekt zu arbeiten. Was spielt es für eine Rolle, wer aus welchen Motiven eine verÖFFENTLICHte Arbeit mit Quellen gegenüberstellt, aus denen Texte übernommen wurde?

Schauen wir uns doch an, was es gebracht hat, dass nun in einem Fall die Anonymität nicht mehr gegeben ist. (Frau Weber-Wulff ist ja übrigens schon längst bekannt, das wird völlig ignoriert). Herr Chatzimarkakis unterstellt persönliche Motive. Und lenkt damit völlig von dem einzigen Faktum ab, um das es geht – seinem eigenen Täuschungsversuch. Und Sie, Herr Spreng, der Sie neulich noch so wichtige deutliche Worte für Chatzimarkakis‘ Verhalten gefunden haben, fallen voll darauf herein.

Manchmal glaube ich wirklich, ich bin im falschen Film…

18) Manfred Eiben, Montag, 08. August 2011, 11:42 Uhr

Unter Kohl war das jemals anders? Damals verlangte der ewige Kanzler Speichelleckerei der üblen Sorte, und dass man den Kanzler ob seiner besonderen Verdienste lobte, seiner Verdienste um die deutsche Einheit etwa, die er nach Gutsherrenart mit Blick auf seine Erwähnung im Geschichtsbuch anging und dann seine Selbstaufgabe Deutschlands in Europa, wie Franzosen anmerkten war Maastricht Versailles ohne Krieg, ein mieser Deal. Die CDU hat immer nur den katholischen Teil der Konservativen bedient, nicht die Preußen. Die CDU war nie mehr als das Gegengift der Allierten für die Sozialdemokraten, Schumacher hat das gut verstanden, als er offen Adenauer als „Bundeskanzler der Allierten“ titulierte.

Ich bin – sieht man von ihrer prinzipienlosen Haltung und der gesinnungslosen Haltung der Kanzlermehrheit in der Guttenberg-Frage mal ab – von dieser Kanzlerin überzeugt. Sie ist unideologisch, sie trifft schnell die richtigen und unkonventionellen Entscheidungen, aber sie erklärt sie nicht. Und dann wundert sich der Beobachter, dass die Entscheidungsfindung nicht in sein Weltbild passt. Natürlich war es richtig, dass Deutschland sich im Sicherheitsrat enthalten hat und nirgendwo ein Thema, außer in Deutschland wo man sich verwundert fragt ob man das denn dürfe. Dabei weiss jeder Beobachter, dass der Libyen-Feldzug eine Falle der Franzosen für die Amerikaner war, mit dem Ziel sie zum Rückzug aus Europa zu bewegen, das kann Deutschland nicht wollen. Sie macht alles richtig, als sie die Atomkraftwerke verlängert und sie reagiert schnell und unsentimental als es eine Neubewertung der Lage erforderlich macht radikal auszusteigen. Mit dieser Kanzlerin kann man was anfangen!

Und manche Strukturen bleiben eben gleich. Merkels Hintze heisst Pofalla, der die Rolle des Parteieunuchen an der Seite der Kanzlerin hat.

19) IANAL, Montag, 08. August 2011, 13:59 Uhr

Letzter Versuch, lieber Herr Spreng: Mag sein, dass der Vroniplag-Gründer, dessen Namen ich längst wieder vergessen habe (weil er mir nämlich völlig egal ist), aus niedersten persönlichen Motiven gehandelt hat. Mag sein (auch wenn ich es für sehr unwahrscheinlich halte), dass das für alle Mitarbeiter des Wikis gilt.

Das ist aber völlig egal.

Entscheidend sind die über das Wiki vorgelegten Beweise dafür, dass die Damen und Herren Koch-Mehrin, Chatzimarkakis, Saß et al. sich durch Betrug den Doktorgrad erschlichen haben. Und nur um diese Beweise ging es in den Wikis.

Im Übrigen steht es jedem frei, in bestehenden oder neu zu gründenden Wikis die Dissertationen aller promovierten Meiers, Müllers, Schulzes usw. dieser Republik auf Plagiate zu untersuchen, solange dabei in der Sache transparent vorgegangen wird, wie dies bei Vroniplag der Fall ist.

Ihre journalistische oder sonstwie begründete Neugier will ich Ihnen natürlich nicht nehmen. Ich kritisiere aber, dass Sie aus Ihrer ganz persönlichen Neugier den Anspruch ableiten, „die Jäger müssen sich stellen“.

Und schließlich würde mich interessieren, worin das von Ihnen diagnostizierte „ölffentlich an den Pranger zu stellen und ihr damit weniger Persönlichkeitsrechte zuzubilligen als einem Angeklagten vor Gericht“ denn eigentlich bestanden hat? Welche Persönlichkeitsrechte wurden Frau Saß denn durch Vroniplag vorenthalten? Es ging in der ganzen Angelegenheit nur um ihre Dissertation, die sie selbst der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt hat. Die Möglichkeit, sich zu verteidigen, hätte sie jederzeit gehabt (sie hätte ihr angesichts der derart offensichtlichen Faktenlage wohl aber nicht genutzt). Und zumindest durch Vroniplag wurden keinerlei andere Aspekte der Person Saß an die Öffentlichkeit getragen als die – ich kann es nicht oft genug betonen – durch Frau Saß selbst in die Öffentlichkeit getragene Dissertation.

20) schwitzig, Montag, 08. August 2011, 14:47 Uhr

Das geht auch kürzer:

Spreng: „Hängt den Boten!“

21) Hegel, Montag, 08. August 2011, 17:06 Uhr

@Bernd S.

Von mir auch: Auf keinen Fall, also ein klares NEIN.

22) Martin Klicken, Montag, 08. August 2011, 21:36 Uhr

Im Kommentarteil hier (bzw. „Internetpranger“) wurde jetzt in 2 Tagen vom Umfang her geschätzt ca. 100x mehr über Veronica Saß geschrieben (bzw. „angeklagt“ oder „verleumdet“), als im VroniPlag Wiki (in dem nur die Dissertation behandelt wird!) seit es besteht. Ist das erlaubt? Müsste nicht jeder der Diskutanten (bzw. „Jäger“ oder „Blockwarte“), der sich hier dazu äußert, mit „offenem Visier kämpfen“, und seine sachlichen Diskussionsbeiträge, pardon, „feigen Heckenschützenangriffe“ durch Vorlage seines Personalausweises legitimieren?
Wie weit darf der Missbrauch des Internets noch weiter vorangetrieben werden, auch durch Sie, Hr. Spreng!? Sehen Sie nicht, dass Sie durch Ihr Blog einer unsäglichen Verleumndungskampagne anonymer Feiglinge den Weg bereiten, die sich hinterhältig aus dem Dunklen mit Pseudonymen meuchelnd hier zu Themen äußern, die sie überhaupt nichts angehen! Und Sie bieten diesen heuchlerischen Gutmenschen noch eine Plattform. Gibt es nichts Wichtigeres zu besprechen? Wahrscheinlich alles Arbeitslose und Neider hier, die nicht mit ihrem Namen zu ihrer Meinung stehen. Ich denke, Sie haben sich missbrauchen lassen, Hr. Spreng. Das kann nur eine Kampagne der Linken sein – oder Außerirdischer. Vor nicht allzulanger Zeit hätte man schon gewusst, was man mit solchen Leuten gemacht hätte.

Na, klickert’s?

23) sk8erBLN, Dienstag, 09. August 2011, 10:17 Uhr

@ Bernd S
„Wer darin eine Sünde zu erkennen glaubt, der werfe den ersten Stein. Gerne.“
*virtuellen Stein werf*

@ Martin Klicken

gehts nicht auch ein paar Nummern kleiner als

„einer unsäglichen Verleumndungskampagne anonymer Feiglinge den Weg bereiten, die sich hinterhältig aus dem Dunklen mit Pseudonymen meuchelnd hier zu Themen äußern, die sie überhaupt nichts angehen! “ und
„Und Sie bieten diesen heuchlerischen Gutmenschen noch eine Plattform“?

Wäre vielleicht angebracht, aber auch Ihnen steht selbstverständlich zu eine Meinung zu äußern – und sei sie noch so verquer und abstrus. Das nennt sich Meinungsfreiheit und sogar ihr Gesabbel ist davon abgedeckt.. Aber wir stimmen überein, wenigstens an diesem Punkt: „es gäbe wichtigeres zu besprechen“. 😛

24) Frankilein66, Dienstag, 09. August 2011, 13:14 Uhr

@sk8erBLN

Zu ihrem Kommentar zu Martin Klicken.

Aus gegebenem Anlass hier noch einmal die Definition für rhetorische Ironie.

Die einfachste Form der rhetorischen Ironie besteht darin, das Gegenteil von dem zu sagen, was man meint.
(Quelle: Wikipedia)

Warum ist das für linke Gutmenschen nur so schwer zu verstehen?

25) Benjamin, Dienstag, 09. August 2011, 13:22 Uhr

Das Internet speichert alle Äußerungen – anders als ein Gespräch zwischen drei, vier Personen in einer Bar, wo dasselbe gesagt wird. Warum sollte ein Fremder mehr über einen wissen, nur weil er bei Google meinen Namen sucht und dann alles mögliche über mein Privatleben erfährt? Anonymität im Internet ist daher kein „Deckmantel“, sondern nur ein legitimes Mittel, auch die eigene Privatsphäre zu schützen. Straftaten können anhand der IPs heute bereits aufgeklärt werden. Freie Meinungsäußerungen fallen aber nicht darunter. Grobe Pöbeleien gehören freilich nicht dazu. Und Blogger etwa sind ohnehin nicht anonym, wenngleich Innenminister Friedrich sich gerade diesbezüglich profilieren wollte und ein „Ende der Anonymität“ forderte. Manche verstehen leider immer noch nicht das Net.

Lesenswert: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,778988,00.html

26) IANAL, Dienstag, 09. August 2011, 14:36 Uhr

@sk8erBLN
kleiner Tipp: Ironiedetektor einschalten, dann den Beitrag von Martin Klicken nochmal lesen.

27) Peter Christian Nowak, Dienstag, 09. August 2011, 16:39 Uhr

Also Herr Klicken…manchmal ist es ganz gut mal durch zu atmen, bevor man schreibt. Was haben Arbeitslose mit den Plagiatsvorwürfen zu tun? Nur als Beispiel aus Ihrem Fundus der Beschwerde..

Meinen Sie nicht auch, daß Leute, die von anderer Leut´ teilweise die Urheberrechte klauen nicht doch irgendwie zu kritisieren sind? Erst recht, wen es sich um Leute des öffentlichen Lebens handelt? Bei Frau Saß bin ich mir nicht sicher, ob sie in diese Kategorie passt. Aber lesen Sie mal diverse Einträge hier. Die sind in dieser Frage dezidierter Meinung.

28) Peter Christian Nowak, Dienstag, 09. August 2011, 16:52 Uhr

@ Fränkilein66

^^Warum ist das für linke Gutmenschen nur so schwer zu verstehen?^^

Vielleicht, weil linke Gutmenschen nicht wirklich Gutmenschen sind…werde mich bemühen Ironiker und sonstige Spaßvögel sicherer zu entlarven…(Ahem).

29) Andreas Kern, Mittwoch, 10. August 2011, 20:14 Uhr

Lieber Herr Spreng, in Anbetracht Ihrer Beiträge würde ich selbst eine Werbepause vor dem Lesen in Kauf nehmen, wenn sie denn häufiger zu lesen wären. Vermutlich weilen Sie im Urlaub – es sei Ihnen vergönnt! Schöpfen Sie weiterhin Kraft für unabhängige, geistreiche, verständliche und spannende Kommentare. Danke dafür!

30) EStz, Donnerstag, 11. August 2011, 13:14 Uhr

@ Frankilein66, Dienstag, 09. August 2011, 13:14 Uhr

Warum ist das für linke Gutmenschen nur so schwer zu verstehen?
___________________________________________________________

Schwere Frage…. schwere Antwort….
und man wird auch nicht schlauer, wenn man auf die vielen rechten Bösmenschen schaut….

Was Sind Sie? nicht, das es mich etwas angeht, ich frage nur aus Neugier.

🙂

31) nurmalso, Donnerstag, 11. August 2011, 16:23 Uhr

die alten wackelpapas von der altehrwürdigen printfront (wo ja nur mit offenem visier und hehren motiven gearbeitet wurde) bekommen gerade mit, dass sie „das“ internet nie wirklich verstanden haben und rudern jetzt empört mit den armen.
und das ist auch gut so.
mehr ist dazu nicht zu sagen.

32) sk8erBLN, Donnerstag, 11. August 2011, 17:59 Uhr

am Sonntag, 07. August 2011, 19:45 Uhr schrieb ich:

„…Aber ach was sage ich, am besten die CDU schafft das Internet gleich ganz ab.
Es wird Zeit dass sich diese Regierung ab schafft!“

Und es gibt tatsächlich einen britischen DAU der damit umgehend nur 4 (!!) Tage später exakt das androht. Unfassbar von welchen Cré*** wir uns in Europa regieren lassen.

der britische Premier Cameron:

„Internet abschalten

Außerdem müsse darüber nachgedacht werden, im Notfall das Internet und soziale Netzwerke abzuschalten, um zu verhindern, dass sich Täter über Handys und Blackberrys verabreden könnten.“
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/3/0,3672,8317859,00.html

Ach ja, und die Armee muss außerdem her:

Cameron droht mit Einsatz der Armee

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,779674,00.html
Willkommen in Europa im Jahre 2011. Der Herbst verspricht heiß zu werden wenn erst einmal auch den Dümmsten klar wird dass ein vielfaches zur Rettung der Finanzindustrie aufgewendet wird als das gesamte Budget für soziales in Europa ausmacht. Es ist mehr als voraussehbar dass all die hübschen Bürgschaften in absehbar kurzer Zeit auch fällig werden.

Wozu Cameron konkret die Armee nun brauchte erschließt sich in diesem Kontext auch nicht ganz. Lt. „heute“ Artikel:
„Trotz der Ereignisse will Cameron nicht auf die Kürzungen bei der Polizei verzichten. Die Londoner Polizei habe in den vergangenen Tagen bewiesen, dass sie in der Lage sei, aus den vorhandenen Ressourcen „den maximalen Effekt“ herauszuholen.“

@ Fränkilein66

„Warum ist das für linke Gutmenschen nur so schwer zu verstehen?“

Weil die „Gutmenschen“ so abgrundtief blöd dass sie aber auch rein gar nix raffen. Warum fragst Du? Als rechter Schlechtmensch weiß man das doch!

33) Frankilein66, Donnerstag, 11. August 2011, 19:12 Uhr

@EStz

Die rechten Bösmenschen verstehen sowieso keine Ironie, da gibts direkt aufs Maul!

Ich bin ein links-liberaler, der einer Bürgerrechts-FDP von Hirsch, Baum und Hamm-Brücher nachtrauert und der heutigen FDP-Generation nichts abgewinnen kann.

Mehr Outing erwarten sie bitte nicht von mir!

34) sk8erBLN, Freitag, 12. August 2011, 09:42 Uhr

@ sk8erBLN, Sonntag, 07. August 2011, 20:14 Uhr
„Ach ja, das ist natürlich jener H.-P. Friedrich der sich mit Händen und Füßen gegen eine Kennzeichnungspflicht -auch nur mit Nummern- von Polizeibeamten ausgesprochen hat.“

Das ist nun amtlich.

„Koalition lehnt Kennzeichnung ab
Bundespolizisten weiter anonym
Berlin hat es vorgemacht, doch der Bund zieht nicht nach: Außer in der Hauptstadt wird im restlichen Deutschland kein Polizist ein Namensschild an seiner Uniform tragen. Die Bundesregierung reagiert damit auf eine Anfrage der Grünen, die eine Kennzeichnung im Zusammenhang mit Übergriffen von Polizisten gefordert hatten.

Die Regierung erwiderte nun, sie sehe kein Defizit bei der Verfolgung von Dienstvergehen. Eine individuelle Kennzeichnung sei daher nicht nötig. Es lägen keine Erkenntnisse darüber vor, „dass Ermittlungsverfahren gegen Polizeibeamte der Bundespolizei nicht aufgeklärt werden konnten, weil es an einer individuellen Kennzeichnung fehlte“.“
http://www.n-tv.de/politik/Namensschild-bleibt-ab-article4031806.html

*Aplaus*

@ Frankilein66, Donnerstag, 11. August 2011, 19:12 Uhr

Das komische ist nur dass keiner der von Dir genannten honorigen Bürgerrechts-FDPler je auf die Idee käme andere als „Gutmenschen“ zu klassifizieren. Irgendwas anderes dürfte da also noch sein….

35) sk8erBLN, Freitag, 12. August 2011, 09:56 Uhr

und apropos „Internet abschalten“als Antwort auf Unruhen in England. Kann mir mal wer erklären was die Britische Regierung von einer arabischer Tyrannen oder der Chinas unterscheidet?
Der Frage ging schon mal Jeff Jarvis (Professor für Journalisitk in New York City) im Guardian nach:

A social media crackdown is the wrong response to riots
If the UK government restricts social networking in answer to the riots, what separates it from the Arab tyrannies and China?
http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2011/aug/11/social-media-riots

Nachdenkenswert!

36) Guido, Mittwoch, 17. August 2011, 18:09 Uhr

Wer hat denn nun besch…? Der Vroniplag-Gründer oder die Vroni selbst?
Da kann es doch auch bei Ihnen nur eine Antwort geben. Und genau darum geht es letztendlich – genau wie bei einer anonymen Anzeige.

Und über Motive und deren moralische Komponente kann man immer streiten.
Für mich z.B. wäre eine Mitgliedschaft in Edmunds Wahlkampfteam undenkbar, da hätte ich schwerste moralische Bedenken 😉

37) Georg, Donnerstag, 18. August 2011, 12:52 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,
ich lese gerne und regelmäßig Ihren Blog, schätze ich doch sehr Ihren unaufgeregten Stil sowie meist die Treffsicherheit Ihrer Argumentation. Hinzu kommt, dass ich viele Ihrer Sichtweisen teile.
Einzig bei der Argumentation um die Plagiatsjäger und Ihres damit einhergehenden Vorwurfs der Schwarmfeigheit muss ich Ihnen eindeutig widersprechen. Gerade durch die systematische und eindeutig belegbare Vorgehensweise legitimieren sich die Plagiatsjäger, sie schreien eben nicht reißerisch Verleumdungen ins Netz hinaus, sondern zeigen einfach nachzuvollziehnde Tatsachen auf. Täter sollten nicht zu Opfern gemacht werden, ebensowenig sollte man den Boten töten, wenn einem die Nachricht nicht gefällt. Dass es Menschen gibt, die sich dafür einsetzen Missstände sachgerecht aufzudecken, sollte doch eher Freude hervorrufen, als dass man sie mit echten Verleumdungstätern auf eine Stufe setzt. Anonym oder nicht anonym sollte keine Rolle spielen, wenn die Vorwürfe verifiziert und bestätigt sind.
Mit freundlichen Grüßen
Georg L.

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