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Donnerstag, 04. August 2011, 13:18 Uhr

Ein Jäger stellte sich, aber…

Endlich hat sich einer der Jäger gestellt: einer der prominentesten Plagiatsjäger offenbarte sich bei “Spiegel-Online”, der Gründer von VroniPlag. Er heißt Martin Heidingsfelder, alias Goalgetter, und ist selbstständiger Programmierer in Erlangen.  

Allerdings ist das Interview ziemlich nichtssagend und lässt die entscheidenden Fragen offen. Warum hat sich Heidingsfelder von Guttenplag abgespalten, nachdem es seine (anonymen) Mitstreiter abgelehnt hatten, die Doktorarbeit von Veronica Stoiber zu untersuchen? Warum hat er ein Portal nur zur Verfolgung einer Privatperson gegründet, einer Frau, die außer der Tatsache, dass ihr Vater Edmund Stoiber heißt, keine Person der öffentlichen Interesses ist?

Der Name VroniPlag deutet schon darauf hin, dass es ihm um eine persönliche Angelegenheit ging – sicher kein ehrenwertes Motiv. Dass VroniPlag anschließend noch die FDP-Europaabgeordneten Silvana Koch-Mehrin und Jorgo Chatzmarkakis zur Strecke brachte, ändert nichts an diesem Befund. Und die Tatsache, dass sich ein Jäger endlich gestellt hat, ändert nichts an der Schwarmfeigheit im Internet.

Solange Heidingsfelder nicht seine Motive für die Gründung von VroniPlag enthüllt, bleibt der Verdacht bestehen, dass er das Internet missbraucht hat.

Lesen Sie dazu auch meine Beiträge “Die Jäger müssen sich stellen” und “Schwarm-Intelligenz und Schwarm-Feigheit”

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

135 Kommentare

1) Frankilein66, Donnerstag, 04. August 2011, 13:28 Uhr

@ m. spreng

Wenn ihnen soviel daran liegt seine Motive zu erfahren,und das wurde ja auch schon in früheren Beiträgen deutlich, dann nehmen sie doch Kontakt zu ihm auf. Fragen sie ihn, warum er ausgerechnet Veronica Stoiber ins Visier genommen hat. Vielleicht erklärt er sich ja sogar damit einverstanden, dass sie das Resultat des Gesprächs hier veröffentlichen.
Das würde mich jedenfalls sehr interessieren und wäre doch ein guter Beitrag zur Debattenkultur im Internet!

2) Gunnar, Donnerstag, 04. August 2011, 13:31 Uhr

“Dass VroniPlag anschließend noch die FDP-Europaabgeordneten Silvana Koch-Mehrin und Jorgo Chatzmarkakis zur Strecke brachte[…]”

Lieber Herr Spreng,
das ist nun leicht an der Realität vorbei. Wenn diese beiden Betrüger zur Strecke gebracht worden wären, dann hätte dies Konsequenzen für sie gehabt. Alle öffentlichen Ämter abgeben wäre das Mindeste gewesen.

Außerdem ist der eigentliche Skandal, dass es Volksvertreter gibt, die ganz offensichtlich den Unterschied zwischen Recht und Unrecht nicht kapieren.

3) seven, Donnerstag, 04. August 2011, 13:35 Uhr

Lieber Herr Spreng,

Nun hat sich der Mann an die Öffentlichkeit zerren lassen, und der Erkenntnisgewinn ist: nun, gering.
War doch klar.
Dass sie von “Schwarm-Feigheit” reden und einen ominösen “Missbrauch des Internets” verdächtigen (der noch dazu davon abhängig sein soll, was der Mann bezwecken wollte?!), zeigt mir eins:

Sie sind ein Medienmensch alter Schule. Im Guten wie leider auch im Schlechten Sinne.

Das wird sich in diesem Leben nicht mehr ändern. Muss es aber auch nicht – ich finde Ihren Blog regelmäßig sehr lesenswert. Also machen Sie ruhig weiter… :-)

4) Martin Klicken, Donnerstag, 04. August 2011, 13:41 Uhr

Hr. Spreng, bei allem Respekt, Fr. Saß hat sich doch aber selbst gern als Person des öffentlichen Interesse präsentiert, so lange es ihr passte. Aber das hat ein Nutzer “Dr. Jennings” heute im SPON-Forum viel besser beschrieben, weshalb ich das hier gern noch einmal auszugsweise einfügen möchte:

“Ich haben mal den Namen “Veronika Sass” im Bilder Modus gegoogelt und ich hatte schon den Eindruck, dass die Dame medial von sich aus auftritt.
Ich kann mich natürlich irren und vielleicht wurde das folgende Interview der Dame auch abgenötigt:
http://www.tz-online.de/aktuelles/mu…at-110423.html
Bemerkenswert finde ich noch folgenden Satz:
“Und hinter der Fassade der Vorzeige-Tochter steckt eine echte Powerfrau. Im Oktober 2008 hat sie ihre Promotion abgegeben. Veronica Saß arbeitet als Rechtsanwältin mit Schwerpunkt im Vertragsrecht und im öffentlichen Recht.”
Solange sich die mediale Aufmerksamkeit in solchen Sätzen spiegelt, steht man vermutlich ganz gerne im Fokus der Öffentlichkeit. Schade nur, wenn der Wind sich dreht und der einst werbewirksam inszenierte Rummel sich ins Gegenteil verkehrt.
[…]”

Link zum vollständigen Kommentar: http://forum.spiegel.de/showpost.php?p=8432020&postcount=96

Beste Grüße
Martin Klicken

5) Hackworth, Donnerstag, 04. August 2011, 13:43 Uhr

@M.Spreng

Warum lehnen Sie ein Recht auf Anonymität im Internet ab? Es gibt auch in der Offline-Welt z.B. die Möglichkeit der anonymen polizeilichen Anzeige, aus gutem Grund! Zum Beispiel dann, wenn der Beschuldigte die Möglichkeit hat, den Erstatter der Anzeige mundtot zu machen, obwohl alle Anschuldigungen zutreffen!

Außerdem wundere ich mich ganz speziell über Sie als Journalist, ist doch Ihnen das Prinzip der anonymen Quelle bestens bekannt und von Ihnen respektiert. Spielt da evtl. die Befürchtung mit, dass anonyme Quellen jetzt nicht mehr _in jedem Fall_ einen Journalisten brauchen, der ihre Informationen öffentlich macht und gleichzeitig ihre Anonymität wahrt?

6) mm, Donnerstag, 04. August 2011, 13:53 Uhr

Ich versteh’s ja immer noch nicht so ganz: Man darf wissenschaftliches Fehlverhalten/Betrug in einer veröffentlichten Arbeit nicht öffentlich aufdecken, weil die Verfasserin keine Politikerin ist? Was ist das denn für ein Argument? (abgesehen davon ist der Name VroniPlag natürlich ziemlich blödsinnig.)
Und warum sind die Motive so unheimlich wichtig – bei der Begutachtung und Beurteilung von wissenschaftlichen Arbeiten wird ja auch nicht gefragt, aus welchen Motiven der Verfasser forscht.

7) Hans, Donnerstag, 04. August 2011, 13:54 Uhr

So what? Entwertet das in irgendeiner Weise die Ergebnisse von VroniPlag bzw. macht es die Taten der Fälscher und Plagiatoren irgendwie weniger anrüchig? Wohl kaum.

8) Konowsky, Donnerstag, 04. August 2011, 13:55 Uhr

Ich weiß immer noch nicht, was Sie gegen die Arbeit der Rechercheure im Internet haben. Stellen Sie sich vor, die BUNTE hätte von der Doktorarbeit von Frau Sass etwas mitbekommen. Gut, die Redakteure dort haben wahrscheinlich nicht die Kapazität, eine Doktorarbeit zu überprüfen.
Aber egal. In einer Dissertation bewusst zu täuschen ist keine Kleinigkeit. Dem sollte nachgegangen werden, egal ob es sich um Angela Merkel oder Lieschen Müller handeln sollte.

Auch der Unterschied zwischen einem – nicht immer – mit Namen zeichnenden Journalisten und einem Freizeitrechercheur im Netz ist doch eigentlich ganz einfach: Tritt ein Journalist einer öffentlichen Persönlichkeit gehörig, aber berechtigt, auf die Füße, so steigt sein Ansehen und seine beruflichen Chancen. Er kriegt vielleicht einen Preis und die großen deutschen Redaktionen merken sich den Namen.
Wenn ein Freiberufler, Angestellter oder Beamter so etwas unter Klarnamen macht und es bekannt wird, bekommt er dafür bestenfalls etwas Schulterklopfen von Gleichgesinnten. Kunden, Vorgesetzte, Kollegen und Bekannte finden aber vielleicht gar nicht gut, was der Betreffende da macht. Beruflich und privat können deutliche Nachteile entstehen.
Ein Beispiel: Ich editiere (unter einem nichtssagenden Benutzernamen) häufig nach bestem Wissen und Gewissen in der Wikipedia und beteilige mich dort an Diskussionen. Ich habe dort auch schon Erlebnisse gehabt, die (bescheidene) politische Bedeutung hatten. Einmal jedenfalls hat es eine Diskussion dort auf die Titelseite des Lokalteils einer Tageszeitung geschafft. Wäre ich gezwungen, auf Wikipedia unter Klarnamen zu arbeiten, würde ich mich dort nicht beteiligen. Ich will nicht, dass alle Welt, vielleicht auch mein Chef, meine Eltern und flüchtige Bekannte, sehen, für welche Themen ich mich interessiere und in welcher Diskussion ich vielleicht mal etwas ungehalten wurde. Insbesondere der betreffende Lokalpolitiker, über den in der Zeitung berichtet wurde, würde wohl gerne wissen, wer die Story an die Presse gebracht hat. Da er auch heute noch sehr einflussreich ist und als Mann mit langem Gedächtnis gilt, könnte ich mir vorstellen, dass er durchaus in der Lage wäre, sich effektvoll bei mir zu revanchieren (Baugenehmigung, Unterstützung von Sportvereinen,…).

9) Jonas, Donnerstag, 04. August 2011, 14:04 Uhr

Ich kann die Kritik nicht nachvollziehen. Die fragwürdige Tat hat nicht Der VroniPlag Gründer begangen, sondern Frau Stoiber. Es heißt außerdem nicht umsonst eine wissenschaftliche Arbeit zu verÖFFENTLICHen. Damit stellt man sie der öffentlichen Diskussion, und an der dürfen auch die Gegenspieler im Wissenschaftsbetrieb teilnehmen (die, oh Wunder, sicherlich die Arbeiten von Wissenschaftlern, die sie nicht mögen besonders gründlich ins Auge fassen). Normale Wissenschaftler klopfen ihre Arbeiten daher vor der Veröffentlichung systematisch auf Schwachpunkte ab. Wie gesagt, fragwürdig ist nur Frau Stoibers Verhalten, nicht Herrn Heidingsfelders.

10) ein.kommentar, Donnerstag, 04. August 2011, 14:10 Uhr

Inwiefern hat er denn das Internet missbraucht? Indem er einen Fehler eines Doktorvaters aufdeckte?

11) socreana, Donnerstag, 04. August 2011, 14:15 Uhr

Veronica Stoiber wurde nicht als Privatperson angegangen, sondern als Wissenschaftlerin, die betrogen hat. Mit ihrer Doktorarbeit hat sie sich der Öffentlichkeit gestellt – und ihr Betrug flog letztendlich auf.

Aber das wurde schon duzende mal in den Kommentaren geschrieben. Ich verstehe nicht, weshalb sie sich so daran festbeißen. Haben etwa persönliche Gründe Martin Heidingsfelder im Zwielicht darzustellen?

12) hwilker, Donnerstag, 04. August 2011, 14:17 Uhr

Lieber Herr Spreng,

was ist das denn für ein Tatbestand: “Missbrauch des Internets”? Wer hat festgelegt, was Missbrauch ist und was nicht? Wäre es “Missbrauch von Papier” gewesen, wenn sich die Plagiatsjäger unter Ausnutzung toter Briefkästen völlig anonym per schriftlich auf Papier über ihre Funde ausgetauscht hätten?

Ich sehe nicht, wieso es für die Offenlegung eines Plagiats bei einer Dissertation ein Motiv geben muss, das über das offensichtliche – Schutz bzw. Wiederherstellung der Integrität der Wissenschaft – hinausgeht. Sie verwechseln weiterhin die journalistische oder politische Meinungsäußerung mit der simplen Darstellung von Tatsachen. Bei erster kann man – kann! – über die moralische Pflicht zur Namensnennung diskutieren. Bei zweiter ist das offensichtlich nicht notwendig.

13) Tharben, Donnerstag, 04. August 2011, 14:21 Uhr

Ihr Verdacht, Herr Spreng, einer der vielen Plagiatsermittler könnte das Internet missbraucht haben, ist das Witzigste, das ich seit langer Zeit gelesen habe. Ist wohl so eine Art Generationssache. Klingt irgendwie nach ‘Bankraub im Faxgerät!’. Wäre übrigens eine tolle Schlagzeile für “Bild” oder “Welt”, nicht wahr?

Ich hatte ja schon früher gesagt, dass ich skeptisch bin, ob man jemanden, der nicht unbedingt eine Person des öffentlichen Lebens ist, wie Veronica Saß, mittels einer öffentlich einsehbaren Website mit den Ermittlungen zur Doktorarbeit der fraglichen Person konfrontieren sollte.

Andererseits frage ich mich, was die Alternative ist. Anzeige erstatten? Direkt zur Uni gehen? Wäre es besser gewesen, wenn die Presse – ohne von VroniPlag Wiki angeregt worden zu sein – darüber berichtet hätte?

Dann endet aber auch schon meine Sympathie für Ihren Blog-Eintrag. Was sonst noch von Ihrer Argumentation bleibt, halt ich für unzutreffend. Ob anonym oder nicht: Die Fakten sprechen für sich, egal wer sie warum äußert. Und nun, da Sie die Identität eines der vielen Ermittler kennen: Was hat sich verändert? Wenn einer der Plagiatsfahnder irgendwelche Motive in den Block eines Journalisten diktiert, ändert das was?

Ob Schwarz, Grün, Rot, Gelb, ob Wirtschaftskapitäne oder Lenker von Wohlfahrtsverbänden, ob Bosse im Gesundheitssystem oder Kirchenoberhäupter: wer betrügt, gehört des Betrugs überführt und muss die Verantwortung dafür übernehmen – auch wenn das in Zeiten des Finanzkasinos aus der Mode zu kommen scheint.

14) suki11, Donnerstag, 04. August 2011, 14:21 Uhr

Och Herr Spreng … immer die gleich Leier.

Entscheidend nun mal *nicht* der Beweggrund oder die Person der Ermittler, sondern das Fehlverhalten des Ertappten. Das ist doch immer und überall so.

Ich schimpfe ja auch nicht auf die bescheuerten Politessen, die mir ein Knöllchen ausstellen, nur weil es denen und der Stadt in erster Linie ums Geld geht und nicht so sehr um die Verkehrssicherheit. ;-)

15) karl, Donnerstag, 04. August 2011, 14:37 Uhr

Der Name VroniPlag deutet darauf hin, dass er es gegründet hat, um die Dr.-Arbeit von der guten Frau genauer auseinanderzunehmen. Genauso, wie GuttenPlag eben bedeuten sollte, dass man sich mit dem Plagiat von Herrn Guttenberg auseinandersetzt. Genausogut hätte er danach auch ein KochPlag aufmachen können, hat er halt nicht, weil die Infrastruktur schon da war.

Da muss man keinen persönlichen Rachefeldzug vermuten, und auch eine nicht sonderlich berühmte Plagiatorin muss damit leben, dass ihre Dr.-Arbeit entsprechend auseinander genommen wurde. Immerhin besteht die Veröffentlichungspflicht nicht grundlos.

16) AlterPirat, Donnerstag, 04. August 2011, 14:51 Uhr

Auch wenn ich gegen eine Wand rede: es ist keine Feigheit, anonym im Internet unterwegs zu sein und seine Meinung kund zu tun. Solange niemand beleidigt wird und keine falschen Tatsachen behauptet werden ist das jedermanns gutes Recht.

Zur Formulierung, der Jäger habe sich “gestellt”: Gesuchte Verbrecher tun das manchmal. Goalgetter hat sich nichts zu schulden kommen lassen (soweit ich weiß). Ich zitiere mal Tucholsky:

Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht.

17) Chorgo Jakamatis, Donnerstag, 04. August 2011, 14:56 Uhr

Lesen Sie dazu auch die Kommentare des Beitrags “die Jäger müssen sich stellen”

18) Robin Haseler, Donnerstag, 04. August 2011, 14:58 Uhr

Weiterhin unterläuft ihnen der gedankliche Fehler, dass sie annehmen der Mann würde irgendwie etwas Unanständiges tun. Dem ist nicht der Fall. Jede Doktorarbeit ist öffentlich und steht zur Einsicht in der Bibliothek. Sie will gelesen werden. Zu diesem Zweck wurde sie verfasst. Aus diesem Grund gilt auch Veröffentlichungspflicht! Werden dabei solch krasse Fehler und Betrügereien offengelegt, ist dies im Sinne der Wissenschaft und deren Selbstreinigung. Mit welchen Werkzeugen – ob Lineal und Bleistift oder einem Wiki – dies geschieht, ist hierbei völlig egal. Frau Saß (sie heißt nicht Stoiber, oder?), mag sie Tochter von wem auch immer sein, hat sich mit der Veröffentlichung der Doktorarbeit freiwillig und wissentlich dieser möglichen Kontrolle ausgesetzt.

Oder muss ein Wissenschaftler in Zukunft für Sie seine Motive offenlegen, wenn er eine Dissertation liest, bewertet und kritisiert?

19) Bruce Mangee, Donnerstag, 04. August 2011, 15:02 Uhr

Ja, ich erinnere mich an den Artikel und die ‘Seuche der Anonymität’. Für mich ein großer Fortschritt, für Leute mit Kontrollwahn das Böse in Person.

Wie immer ist das ein Trend mit Satteleffekt. Am Anfang hoch gehandelt ebbt es dann wieder ab, um sich dann zu stabilisieren oder zu sterben. Wie die ‘-plag’ Seiten Enden werden wir sehen.
Das bekannte Personen (oder ihre Verwandten) die Ziele sind ist verständlich.

Einen Missbrauch (böse oder falsche Nutzung) will ich darin aber immer noch nicht sehen. MIr ist kein Fall bekannt in der eine Personen zu Unrecht des Plagiats beschuldigt wurde. Und jeder Doktorand weiß, dass seine Arbeit veröffentlicht wird und diese damit der öffentlichen Kritik ausgesetzt ist. Das ist der Sinn einer solchen Arbeit, der öffentliche Diskurs.

20) m.spreng, Donnerstag, 04. August 2011, 15:04 Uhr

@Hackwiorth

Der wesentliche Unterschied zwischen Anonymität im Netz und anonymen Hinweisen für Journalisten ist die Tatsache, dass Journalisten anschließend, also nach der Recherche, für den Artikel mit ihrem Namen und dem Namen der Zeitung einstehen.

21) egal, Donnerstag, 04. August 2011, 15:22 Uhr

Wer eine Doktorarbeit abgibt, ist meines Erachtens stets der Öffentlichkeit Rechenschaft schuldig über das wissenschaftliche Verhalten. Denn mit der Verleihung des Doktorgrads geht immanent auch eine öffentliche Anerkennung einher. Wen dann aber festgestellt wird, dass jemand zu Unrecht diese Anerkennung erhalten hat, dann soll das auch öffentlich bekannt gemacht werden.

Im Übrigen hat die Stoibertochter als Rechtsanwältin ein öffentliches Amt als Organ der Rechtspflege wahrgenommen.

Von daher verfängt ihre Argumentation über die achso öffentlichkeitsscheue Frau Saß nicht. Ihr Denkfehler liegt in der Betrachtung des Falls nur aus Mediensicht.

22) molle, Donnerstag, 04. August 2011, 15:50 Uhr

VroniPlag ist kein Missbrauch des Internets.
Vielmehr ist die Dissertation von Veronica Saß ein Fall von “Missbrauch von Papier”.

Nicht zu fassen, wie hier TäterInnen zu Opfern gemacht werden sollen…

23) f.luebberding, Donnerstag, 04. August 2011, 15:55 Uhr

Spreng

Ich verstehe das Argument nicht: Eine Dissertation ist eine öffentliche Angelegenheit, die auch öffentlich diskutiert werden kann. Es ist kein Teil der Privatssphäre. Also kann auch die Dissertation anonym untersucht werden wie hier geschehen. Das gilt in gleicher Weise für die Dinge, die ein Spreng oder ein Lübberding öffentlich machen – und diskutiert werden. Ich habe in der Hinsicht durchaus meine Erfahrungen gemacht. Was mich jetzt irritiert: Warum ist Ihnen die Motivation des oben genannten Informatikers wichtig, ausgerechnet diese Dissertation zu untersuchen? Das kann nur relevant sein, wenn hier das Ziel der Denunziation – etwa durch Einbruch in die Privatssphäre – zum Ausdruck kommen würde. Das ist nicht der Fall. Natürlich kann man über den Sinn anonymer Kommentierung diskutieren. Ich halte sie bis heute für sinnvoll – im Gegensatz wohl zu den meisten Journalisten. Aber dieses Beispiel hilft in der Debatte nicht weiter.

24) IANAL, Donnerstag, 04. August 2011, 16:00 Uhr

Ich habe in keinem der hierzu bislang von Herrn Spreng verfassten Beiträge auch nur ein Argument entdeckenen können, warum Identität und/oder Motive der “Jäger” bei der Aufdeckung von Plagiaten etwas zur Sache tun wollten. Anders gesagt: Es ist aus meiner Sicht völlig wurscht, ob Herr Heidingsfelder oder irgendein anonymer Internetuser etwas Persönliches gegen Frau Saß, Frau Koch-Mehrin oder Herrn Chatzimarkakis hat. Entscheidend ist, dass alle drei sich nachweislich einen Doktortitel durch Betrug erschlichen haben.

Ebenso ist es in diesem Kontext völlig wurscht, ob Frau Saß eine Person des öffentlichen Lebens ist oder nicht. Eine Dissertation ist eo ipso ein öffentliches Dokument, eine Promotion ein öffentlicher Vorgang. Und in allen von den Universitäten durchgeführten Aberkennungsverfahren zählten glücklicherweise die Tatsachen (also die nachgewiesenenen Plagiate) und nicht die Frage, ob ein Professor Lescano, ein Herr Heidingsfelder oder ein anonymer Internetuser diese Tatsachen aufgedeckt hat.

Frage an Herrn Spreng: Ist es zutreffend, wenn ich aus Ihrer Position zu dieser Frage den Schluss ziehe, dass aus ihrer Sicht nur derjenige der Polizei Hinweise zur Aufdeckung eines Kriminalfalls geben darf, der bereit ist, dafür öffentlich (also ggf. auch mit Namen und Foto auf Seite 1 der Bild-Zeitung) einzustehen? Wenn nein, worin besteht der Unterschied zwischen einem anonymen Hinweis an die Strafverfolgungsbehhörden und einem anonymen Hinweis an die Promotionskommission einer Hochschule?

25) Das muss man doch mal wissen dürfen, Donnerstag, 04. August 2011, 16:04 Uhr

Ja, verstehe. Es ist schon demütigend, wenn ein selbstständiger Programmierer erfolgreiche journalistische Arbeit leisten kann.

26) rldml, Donnerstag, 04. August 2011, 16:18 Uhr

@m.spreng: Aber die Journalisten interessieren sich häufig genug nicht für solche Dinge oder, schlimmer noch, dürfen teilweise nicht mehr so schreiben, wie sie es selber gerne hätten.

Und was noch viel gravierender ist: Viele Journalisten leisten kaum noch die erforderliche Sorgfalt. Blogs wie http://www.bildblog.de zeichnen es sehr trauriges Bild vom “Qualitätsjournalismus”. Das Internet mit seiner anonymen (Schwarm)Intelligenz sind da das Kontrollkorrektiv der journalistischen Verfehlungen schlechthin und ein Segen für den unbedarften Bürger.

LG Ronny

27) agentorange, Donnerstag, 04. August 2011, 16:18 Uhr

Es wird auch nicht richtig, dadurch dass man es ständig wiederholt:

Es ist schlicht _falsch_, dass die Teilnehmer oder der Betreiber der VroniPlag Plattform anonym wären. Sie arbeiten unter Pseudonym, und im Falle einer Auseinandersetzung lässt sich auch auf deren reale Identität schließen. Dafür braucht es aber eine rechtliche Grundlage. Genausowenig muss ich jedem, der es gern so hätte, meinen Personalausweis vorzeigen…

Herr Spreng kann meine Mail-Adresse deutlich lesen. Meine IP-Adresse lässt sich bei Bedarf in seinen Logs nachlesen. Und damit lässt sich sicherlich einiges anfangen.

Genauso wie im Netz, kann ich natürlich im realen Leben meine Identität verschleiern. Beispielsweise indem ich den Absender auf einem Brief weglasse.

Aber bitte, wir müssen ja unbedingt das Pseudo-Problem der Anonymität im Netz hochhalten, damit das neue Unions-Feindbild »Internet« uns bloß nicht abhanden kommt.

Aber zur Sache: Eine Plattform wie das Vroniplag ist unproblematisch, weil Dissertationen öffentlich sind. Der Zweck der Veröffentlichung ist gerade die kritische Auseinandersetzung mit der Arbeit – das ist auch der Preis mit dem sich der Autor das Ansehen seines Titels erkauft. Ich verstehe nicht, wie sich denkende Menschen über die Enttarnung dieser Betrüger, von Guttenberg bis Koch-Mehrin, ernsthaft beschweren können. Sie haben hoch gestapelt und sind erwischt worden…sollen sie sich zum Betrügen doch eine Disziplin suchen, die weniger öffentlich ist, als ausgerechnet wissenschaftliche Titel zu erschleichen.

28) nona, Donnerstag, 04. August 2011, 16:31 Uhr

@m.spreng:
“Der wesentliche Unterschied zwischen Anonymität im Netz und anonymen Hinweisen für Journalisten ist die Tatsache, dass Journalisten anschließend, also nach der Recherche, für den Artikel mit ihrem Namen und dem Namen der Zeitung einstehen.”

Marginalie. Das ist nicht per se gut oder schlecht. Oft genug wird dieses Prinzip doch sogar missbraucht – wenn z.B. die sprichwörtlichen “gut unterrichtete Kreise” oder “Freunde” zitiert werden, die ja oft genug lediglich als Euphemismus für illegale Recherchemethoden, Gerüchteküche oder für frei Erfundenes herhalten. So oder so ist die Quelle nach aussen hin anonym, und Journalisten können sich jederzeit auf Quellenschutz berufen, selbst wenn es diese Quelle so garnicht gibt.

Inwieweit man als Stoiber-Tochter eine Person des öffentlichen Interesses ist, ist mindestens diskutabel. Tatsache bleibt in jedem Fall aber, dass eine Doktorarbeit Bestandteil der Öffentlichkeit ist. Gibt es einen Anfangsverdacht z.B. für Plagiate, und wird ergo daraufhin untersucht, dann ist das legitim. Es handelte sich nunmal um “Vronis” Arbeit, das Kind bekam also den Namen “VroniPlag” um sich vom “GuttenPlag” zu unterscheiden. Na und?

Das Internet wurde dabei nicht “missbraucht” – pardon, aber das ist Unfug. Da scheint mir immer noch der gestandene Altjournalist zu sprechen, der es nach wie vor nicht vertragen kann und auch noch nicht so wirklich verstanden hat, dass und wie jetzt jedermann so schön einfach recherchieren und publizieren kann.

29) Tharben, Donnerstag, 04. August 2011, 16:39 Uhr

@Martin Klicken

“Ja, ich bin schwanger“, hat Edmund Stoibers Tochter Veronica Saß (31) Mittwochnacht am Rande einer Mercedes-Gala in München verraten.

Ach so, Sie meinen also, Fr. Saß ist durchaus eine Person des öffentlichen Lebens, wenn sie auf Konzern-Galen und in der Presse posiert. Nun, Sie haben Recht.

Gut, Herrn Spreng, den einstigen Wahlkampfberater von Edmund Stoiber, verstehe ich jetzt gar nicht mehr, wenn er nicht gutheißt, dass man Stoibers Tochter … Oh, Moment! Die Gleichen und die Gleicheren. Daher weht also der Wind.

@m.spreng

Wie ist das, Herr Spreng? Ist Ihre Argumentation vielleicht deswegen so seltsam unlogisch, weil Sie sich noch immer den Stoibers verpflichtet fühlen?

30) zero_content, Donnerstag, 04. August 2011, 16:42 Uhr

herr spreng
ich stimme ihnen uneingeschränkt zu.
nur ist ihre analyse zu kurz gesprungen.
was sie nämlich nicht thematisieren ist die schwarmfeigheit anderer gesellschaftlicher subjekte.
der wirtschaftsprüfungsunternehmen etwa ,die in geschlossenen wikis (darkweb) über die bilanzen von wirtschaftsunternehmen,die nun wahrlich keine politischen personen sind,herfallen.
die gewerkschaften,die gleiches tun,und die sogar jährlich monströse jubelfeiern veranstalten.

31) S109, Donnerstag, 04. August 2011, 16:44 Uhr

Ist doch egal, wer die Fehler in der Doktorarbeit findet. Ich kenne als Student auch nicht die Korrektoren meiner Klausuren im Massenfach Soziologie. Man muss es halt sauber machen, dass nichts anfechtbar ist. Also was ist das Problem? Wieso müssen die sich stellen?

32) m.spreng, Donnerstag, 04. August 2011, 17:04 Uhr

Einige Hinweise zum (erwartbaren) Diskussionsverlauf:

1. Frau Saß hat kein öffentliches Amt. Sie ist also schützenswerter und anders zu bewerten als ein Politiker.

2. Die Macher von Guttenplag haben offenbar andere ethische Maßstäbe als Herr Heidingsfelder. Sie lehnten eine Untersuchung der Doktorarbeit von Frau Saß ab.

3. Meine Meinung hat nichts mit meiner früheren Tätigkeit zu tun. Wäre es um die Doktorabeit von Herrn Stoiber gegangen, hätte ich mich nicht in dieser Form geäußert. Bei jeder anderen Privatperson hätte ich mich genauso gegen den öffentlichen Pranger gestellt.

4. Die Diskussion über Anonymität im Netz wurde nicht von mir erfunden. Sie wird längst breit geführt, auch von Internet-Aktivisten.

33) f.luebberding, Donnerstag, 04. August 2011, 17:21 Uhr

Spreng

Welche Motivation die anderen Autoren auf Guttenplag hatten, kann ich nicht beurteilen. Nur natürlich müssten Sie sich auch gefallen lassen, wenn Ihre Texte darauf untersucht werden sollten, ob Sie etwa abgeschrieben haben. Dem Spiegel ist das gerade passiert, wie Olaf Storbeck aufgedeckt hat. Auch der Spiegel Autor hatte kein öffentliches Amt. Eine Dissertation ist ein öffentlicher Text, genauso wie ein Zeitungsartikel. Er ist nicht vor Kritik zu schützen, sondern etwa vor der Plagiierung. Egal ob die Autorin die Tochter von X oder auch nur von Y ist. Jeder muss das Risiko in Kauf nehmen, wenn er sich in dieser Form exponiert. Es geht also um den Text und nicht um die Person. Für die Folgen seiner Texte ist jeder verantwortlich, solange sich diese Folgen im Rahmen unserer Rechtsordnung bewegen. Darum geht es – und nicht um Anonymität.

34) IANAL, Donnerstag, 04. August 2011, 17:29 Uhr

@m.spreng
Frau Saß hat in der Tat kein öffentliches Amt und entsprechend das Recht auf Schutz ihrer Privatsphäre, keine Frage. Aber nirgendwo auf Vroniplag ging es um ihre Person oder ihre Privatsphäre.

Gegenstand der Untersuchung von Vroniplag war ihre Dissertation, und die ist per definitionem ein öffentliches Dokument. Ohne Veröffentlichung der Dissertation kein Doktorgrad, zumindest nicht an einer deutschen Universität. Das gilt unabhängig davon, ob der Verfasser sonst im Licht der Öffentlichkeit steht oder nicht. Für eine Dissertation kann es keinen Schutz der Privatsphäre geben.

(Anmerkung am Rande: Die Pflicht zur Veröffenltichung liegt darin begründet, dass Hauptzweck einer Dissertation nicht die Dekoration der Visitenkarte des Verfassers, sondern der Beitrag zum wissenschaftlichen Fortschritt ist. Und Wissenschaft kann nur als öffentlicher Prozess funktionieren. Es ist vielleicht kein Fehler, sich das gelegentlich in Erinnerung zu rufen.)

35) StefanP, Donnerstag, 04. August 2011, 17:45 Uhr

Eigentlich wollte ich mich von dem Thema fern halten, da wohl alles gesagt ist. Scheinbar nicht. Neu ist für mich das Argument, das Vorgehen auf VroniPlag sei legitim, weil mit der Publizierung sich der Dissertant an die Öffentlichkeit begibt. Wissenschaftler dürften sich dann wissenschaftlich damit beschäftigen.

Selbst wenn man das als Argument akzeptiert, so sind diese Wissenschaftler an Regeln gebunden. Sie müssten anhand objektiver Maßstäbe alle veröffentlichten Promotionen untersuchen. Das einzelne Herausgreifen prominenter oder nicht so prominenter Fälle widerspricht dieser Wissenschaftlichkeit.

Rechtsstaatlichkeit bemisst sich auch nach Waffengleichheit. Während jedoch bei VroniPlag und anderen ausgerechnet der Beschuldigte gegen anonym erhobene Anwürfe verteidigen muss und verurteilt wird, bleiben die Ankläger im Dunkeln. Das widerspricht jedem Gedanken von Fairness.

So muss man sicher das Recht auf Anonymität im Netz neu überdenken, da es häufig dazu genutzt wird, rechtsstaatliche Prinzipien zu untergraben. Das Netz ist ein neues Mittel der Kommunikation und Information. Als Mittel darf es jedoch nicht unsere Werte und Grundsätze untergraben. Der in der realen Welt durchsetzbare Schutz vor Rufmord und Mobbing ist im Netz abgeschafft.

36) Erwin Gabriel, Donnerstag, 04. August 2011, 17:57 Uhr

@ m.spreng, Donnerstag, 04. August 2011, 17:04 Uhr

> 1. Frau Saß hat kein öffentliches Amt. Sie ist also schützenswerter und anders zu bewerten als ein > Politiker.

Auch wenn Frau Saß den Doktortitel “nur” nutzt, um Kunden zu aquirieren, oder sich der Doktortitel in höheren Bezügen darstellt, haben andere Leute einen Schaden

> 2. Die Macher von Guttenplag haben offenbar andere ethische Maßstäbe als Herr Heidingsfelder. > Sie lehnten eine Untersuchung der Doktorarbeit von Frau Saß ab.

“Anders” heißt nicht automatisch “schlechter”. Warum wurde die Arbeit abgelehnt? Wirklich nur aus Feinfühligkeit? Die Gründe für unterschiedliches Verhalten sind Spekulationen…

3. Meine Meinung hat nichts mit meiner früheren Tätigkeit zu tun. Wäre es um die Doktorabeit von Herrn Stoiber gegangen, hätte ich mich nicht in dieser Form geäußert. Bei jeder anderen Privatperson hätte ich mich genauso gegen den öffentlichen Pranger gestellt.

“Privatperson” ist vielleicht etwas zu tief gestapelt; ansonsten verweise ich auf meine Antwort zu Punkt 1

> 4. Die Diskussion über Anonymität im Netz wurde nicht von mir erfunden. Sie wird längst breit
> geführt, auch von Internet-Aktivisten.

Das ist immer wieder schwierig: Die Polizei verbietet auf der einen Seite bei Demos die Vermummung, verschleiert auf der anderen Seite aber selbst die Identität ihrer Beamten. Politiker entscheiden, Steuersünder-CDs zu kaufen, wollen aber ihre Nebeneinkünfte nicht aufdecken. Ob Politiker, Wirtschaftsboss, Journalist, Otto Normalverbraucher – jeder dreht es sich doch hin, wie es gerade passt.

Ist die Untersuchung der Doktorarbeit von Frau Saß (bzw. das Ergebnis der Untersuchung) eine Verleumdung? Dann ist der Vorgang zu verurteilen. Wenn Frau Saß geschummelt hat, halte ich die Frage, warum sie das tat, für wichtiger als die Frage, warum das jemand aufdecken möchte.

Und die Formulierung zum Betreiber, er habe sich gestellt, halte ich für eine unnötige Vorverurteilung.

37) bastian, Donnerstag, 04. August 2011, 18:36 Uhr

“missbraucht”? MISSBRAUCHT?!

lol, geht’s noch ne nummer größer hr. spreng?

38) Sigi, Donnerstag, 04. August 2011, 18:51 Uhr

Lieber Herr Spreng,

versuchen Sie bitte zu verstehen, dass der Nachweis eines Plagiats in einer zuvor veröffentlichen Dissertation keine öffentliche Anprangerung darstellt.

Es geht hier nicht um triviale, private Verfehlungen von Frau Saß, sondern um Betrug (am wissenschaftlichen System und an der Öffentlichkeit).

In dieser Hinsicht ist Frau Saß keineswegs “schützenswerter” als ein Politiker. Wenn Sie das behaupten, liegen sie einfach falsch.

Frau Saß hätte sich zwei Dinge im Voraus überlegen sollen:

1) Wer bei der Dissertation betrügt, riskiert dabei, aufzufliegen.
2) Die Wahrscheinlichkeit dafür steigt, wenn man berühmte Eltern hat.

Ich hoffe dass auch in Zukunft anonyme “Feiglinge” den Verfolgungsdruck aufrecht erhalten. Dann überlegen sich zumindest die Doktoranden mit berühmten Eltern, sorgfältig zu arbeiten und nicht zu betrügen.

39) Thomas Essing, Donnerstag, 04. August 2011, 18:57 Uhr

Herr Spreng;

Vielleicht sollten sie ihre Argumentation anders aufsetzen.

GuttenPlag wird nun wohl für immer mit Herrn zu Guttenberg in verbindung gebracht. VroniPlag nun für immer mit Frau Saß in verbindung gebracht. Ich glaube ja nicht daß man sich gefallen lassen muss länger am Pranger zu stehen weil eine Website den Namen einer Person hat die für ihr Faulspiel nun gebüßt hat. Der Name der Website sollte auf DocPlag oder ähnlich umbenannt werden.

40) franziska, Donnerstag, 04. August 2011, 19:23 Uhr

@ M. Spreng
Ihr Engegament als Berater von Edmund Stoiber hat vermutlich auch zu einem persönlichen Kennenlernen mit Frau Saß geführt.
Da Ihre Argumente hier (ganz entgegen Ihres sonstigen Stils) nicht zu Ende gedacht sind (was an der kompletten Ablehnung durch quasi alle Kommentatoren ersichtlich ist) sollten Sie diese persönliche Ebene auch in einer Schlummbemerkung offenlegen.

41) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 04. August 2011, 19:46 Uhr

Das „PlagiPled-Wiki“ hat eine Liste von Doktorarbeiten aufgestellt. Sie stammen von Politikern aller Parteien, darunter Kanzlerin Merkel, aber auch Wirtschaftsvorstände und Bischöfe. Die über 100 genannten Arbeiten sind Vorschläge, sie sollen nach und nach untersucht werden.
Das Plagiieren von wissenschaftlichen Arbeiten, die andere Leute verfasst haben, finde ich unglaublich. Wer mal an einer Doktorarbeit gesessen hat, weiß um die Mühen und letztlich um die psychischen Kräfte, die aufzubringen sind.
Die Hemmschwellen zum systematischen Betrug scheinen im Zeitgeist der Gier nach Anerkennung, Geld und damit Macht nicht mehr vorhanden. Scham darüber gibt es nicht. Gier entschämt.
Mag sein, daß es Herrn Heidingsfeld um eine persönliche Abrechnung mit Stoiber/Saß ging. Wenn dies der alleinige Grund gewesen wäre, dann wäre es nicht ganz sauber gewesen. Dennoch: die Enttarnungen müssen weitergehen. Das ist die Gesellschaft der Wissenschaft und ihren Wissenschaftlern schuldig.

42) nona, Donnerstag, 04. August 2011, 19:51 Uhr

@m.spreng:
“1. Frau Saß hat kein öffentliches Amt. Sie ist also schützenswerter und anders zu bewerten als ein Politiker.”

Schützenswerter sind ihre Persönlichkeitsrechte, meinetwegen ihre Privatsphäre. Darum geht es bei der Plagiatsuntersuchung aber in keiner Weise. Nicht schützenswerter ist ihre öffentliche Doktorarbeit, mit dem sie ihren (inzwischen aberkannten) öffentlich führbaren Titel und akademischen Grad erlangt hat. Es ist egal, wie bekannt oder amtsinnehabend ein Doktor ist – prinzipiell jede Doktorarbeit ist auf diese Art untersuchbar. Veronika Saß ist lediglich frühzeitig ins Visier der “Jäger” geraten, wie genau auch immer (durch Anfangsverdacht, durch rudimentären Bekanntheitsgrad als Stoiber-Tochter, etc.).

“2. Die Macher von Guttenplag haben offenbar andere ethische Maßstäbe als Herr Heidingsfelder. Sie lehnten eine Untersuchung der Doktorarbeit von Frau Saß ab.”

Die Gründe dieser Ablehnung kenne ich im Detail nicht. Erwarten würde zumindest einen thematischen Hintergrund, da “GuttenPlag” die Untersuchung der Guttenberg-Arbeit zum Ziel hat, und nicht weiterer Arbeiten. Das müssen also keine “ethischen” Maßstäbe sein, es können auch praktische Hintergründe eine Rolle spielen. Wie auch immer, davon ungeachtet ist damit keine qualitative Aussage zu treffen, ob die GuttenPlag-Macher damit richtig lagen oder nicht.

“3. Meine Meinung hat nichts mit meiner früheren Tätigkeit zu tun. Wäre es um die Doktorabeit von Herrn Stoiber gegangen, hätte ich mich nicht in dieser Form geäußert. Bei jeder anderen Privatperson hätte ich mich genauso gegen den öffentlichen Pranger gestellt.”

Wer hat den “öffentlichen Pranger” gefördert? VroniPlag, die die öffentliche Doktorarbeit untersucht haben? Oder diverse Medien, die daraus eine hinreichend grosse Story gestrickt und breitgetreten haben? VroniPlag hat ja wohl exakt garnichts mit dem Privatleben von Frau Saß zu schaffen gehabt, sondern sich einzig auf ihre öffentliche Doktorarbeit konzentriert.

“4. Die Diskussion über Anonymität im Netz wurde nicht von mir erfunden. Sie wird längst breit geführt, auch von Internet-Aktivisten.”

Wo wird sie “breit” geführt? Sie wird geführt (im typisch deutschen Monolog-Still, d.h. einzelne Meinungsinnehaber blasen ihre einzelne Meinung verlautbarend in die Welt), ja, aber breit? Wohl kaum. Zumal die “Diskussion” zu wenig führen wird, denn Anonymität im Netz wird nicht verschwinden können. Ausser vielleicht in Ländern wie China oder Iran, und selbst dort finden sich Mittel und Wege.

“…breit geführt”… ist das irgeindwie ein sprachlicher Journalistenreflex der erweiterten unbewiesenen Grundannahme, so á là “ganz Deutschland in EHEC-Angst” ohne dass irgendwer “ganz Deutschland” überhaupt befragt hätte? :)

43) Scuba, Donnerstag, 04. August 2011, 20:37 Uhr

“Warum hat er ein Portal nur zur Verfolgung einer Privatperson gegründet, einer Frau, die außer der Tatsache, dass ihr Vater Edmund Stoiber heißt, keine Person der öffentlichen Interesses ist?”

Reicht es jetzt, “keine Person des öffentlichen Interesses” zu sein, um mit Betrug straffrei davonzukommen? Super, dann plagiere ich auch :D

44) Robin Haseler, Donnerstag, 04. August 2011, 20:58 Uhr

Herr Spreng, sie weichen ja aus.
Ist Ihrer Meinung nach eine Dissertation kein Objekt der Öffentlichkeit? Müssen wir diese wegschließen und hinnehmen, wenn jemand seine Visitenkarte mit einem erschlichenen Dr.Grad schmückt?
Wie oben erwähnt. Es geht um die Doktorarbeit, niemand schnüffelt in Frau Saß` Privatleben. Es geht nur um die Öffentlichkeit, die sie selbst gewählt hat.

45) Gunnar, Donnerstag, 04. August 2011, 21:02 Uhr

Herr Spreng,

nun wurde von gefühlten 2000 Kommentatoren darauf hingewiesen, dass die Dissertation per Definition ein öffentliches Dokument ist. Ich würde mich freuen, wenn sie zu diesem Faktum Stellung nehmen würden.

46) Tom, Donnerstag, 04. August 2011, 21:16 Uhr

@m.spreng
Aus wissenschaftlicher Sicht ist es egal wer hinter den Behauptungen steckt. Es geht hier nicht um haltlose Vorwürfe, sondern um Fakten. Wenn eine Dissertation Fehler enthält, muss man sich damit auseinandersetzen. Ob diese Hinweise von einer anonymen Person kommen ist ebenfalls vollkommen irrelevant.

Aus journalistischer Sicht sollten sich die Journalisten mal selbst an die Nase greifen. Wo ist denn der Qualitätsjournalismus von dem die Verlage ständig reden? Warum haben Journalisten die Fehler nicht gefunden? Es gab X Titelgeschichten über Guttenberg und seine Beliebtheit. Wieso hat sich da kein Journalist mal hingesetzt und geschaut was dieser Guttenberg in der Vergangenheit gemacht hat? Warum hat sich keiner mal seine Dissertation durchgelesen? Stattdessen las man nur belangloses. Angela Merkel, ich will ihr hier nichts vorwerfen, hat so weit ich weiss in Physik promoviert. Lesen konnte ich öfters. Aber über was hat sie denn nun geschrieben? Hätte man nicht mal einen Physiker damit beauftragen können ihre Arbeit verständlich zu erklären? Wo bleibt die Selbstkritik?

47) MSchillinger, Donnerstag, 04. August 2011, 22:15 Uhr

Herr Sprengm sie schreiben:
“…Solange Heidingsfelder nicht seine Motive für die Gründung von VroniPlag enthüllt, bleibt der Verdacht bestehen, dass er das Internet missbraucht hat. …”

Was ist nun der Unterschied wenn Infos an Journalisten gehen die das dann veröffentlichen? Herr Spreng, wie oft veröffentlichen Sie dann die Motive dessen der Ihnen die Infos gibt? Das machen Sie sicherlich grundsätzlich immer, denn sonst entsteht ja der Verdacht dass er Sie bzw. die Presse missbraucht?

Herr Spreng, Sie machen die Täter (also jene die ungerechtfertigt Titel verwenden) zu Opfern indem Sie denjenigen, die dies zu Tage fördern, “Missbrauch des Internets” vorwerfen und diese so zu Tätern machen.

“…Frau Saß hat kein öffentliches Amt. Sie ist also schützenswerter und anders zu bewerten als ein Politiker….”
Ja, aber die Frage ist doch eher: “Hat jemand, der die Öffentlichkeit betrügt indem er ungerechtfertigt einen Titel in der Öfentlichkeit benutzt, das Recht, in der Öffentlichkeit nicht darauf hingewiesen zu werden?” Ich meine: nein. Das gilt für jeden der ungerechtfertigt einen Titel spazieren trägt, auch den netten “Dr. XYZ” von nebenan. Auch für Fr. Dr. Saß.

48) Wolf-Dieter, Donnerstag, 04. August 2011, 22:40 Uhr

Er jagt Plagiate. Wen interessiert es, was ihn innerlich antreibt? Niemand.

Ich finds ganz erfrischend, wenn den Polit-Charakteren der Arsch ein wenig auf Grundeis geht. Obwohl die Plagiate neben der politischen Praxis unscheinbar wirken, ja eigentlich vom Kern ablenken.

49) Bernd S., Donnerstag, 04. August 2011, 22:43 Uhr

Liebe Leute,
es macht nun wirklich keinen Sinn, die Rechtswirklichkeit in Frage stellen zu wollen. Michael Spreng kennt natürlich das Presse- und Publikationsrecht, und danach würde Veronica Saß jeden Prozess gewinnen, wenn es darum geht, sie und ihr Doktor-Plagiat öffentlich an den Pranger stellen zu wollen.
Veronica Saß ist nun wirklich keine Person der Zeitgeschichte, weder absolut noch relativ, daran ändert auch nichts, dass sie einen bekannten Vater hat. Der darf in diesem Zusammenhang – so lautet die Rechtsprechung – überhaupt nicht ins Spiel gebracht werden.Veronica Saß genießt also den vollen Schutz des Privat- und Persönlichkeitsrechts.
Sich gegen die Jagd im Internet prozessual wehren zu wollen, ist natürlich vergebliche Liebesmüh. Das ginge daneben und würde ihre Situation nur verschlimmern. Das wird sie gar nicht erst versuchen.

@ IANAL: Natürlich ist eine Dissertation ein öffentliches und öffentlich einsehbares Dokument. Für die gibt es in der Tat keinen Schutz einer Privatsphäre, wie Sie das nennen. Wohl aber für ihre Verfasserin. Wenn in der Doktorarbeit nicht korrekt gearbeitet, sprich: wenn plagiiert wird, dann ist das ein Fall für die Universität, die das so dezent zu regeln hat, dass es nicht in die breite Öffentlichkeit gelangt. Journalisten, die diese Rechtsgrundsätze kennen, halten sich daran.
Anders ist es natürlich bei bekannten Personen mit öffentlichem Amt, siehe Silvana Koch-Mehrin, siehe der FDP-Politiker mit dem griechischen Namen, den ich mir nicht merken kann, siehe eine Reihe anderer.
Spreng hat auch insofern recht: Hier schlägt die Schwarm-Intelligenz in, ich sage mal: Jagd-Sucht, um.
Fair wäre es in einem privaten Fall wie bei veronica Saß, der verantworltichen Universität einen klaren Tipp zu geben, wenn man auf Ungereimtheiten stößt, und die Uni ist dann gefordert.
Man muss sehr aufpassen, dass das Netz nicht zum öffentlichen Pranger umfunktioniert wird. Das wäre klar gegen Artikel 1 ff GG.

50) chi, Donnerstag, 04. August 2011, 23:00 Uhr

„… seine Motive für die Gründung von VroniPlag enthüllt …“: Möglicherweise haben Sie den früheren SPON-Artikel verpaßt, in dem angedeutet wird, daß es eine Meinungsverschiedenheit unter Golfern gegeben hat. :-) Aber ist es wichtig? Nein.

Saß hat wissenschaftlichen Betrug begangen, wie auch die Leider-immer-noch-Abgeordneten Koch-Mehrin und Chatzimarkakis. Und der ‚politische Lieferservice‘ hat leider immer noch keine Distanzierung geliefert.

51) chi, Donnerstag, 04. August 2011, 23:05 Uhr

Nachtrag: Das ist der erwähnte SPON-Artikel: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,775009-2,00.html
„Und dann gibt es da noch etwas, das Goalgetter, den Golfer, stört an Veronica Saß, aber dabei geht es um interne Angelegenheiten unter Golfern, die hier nicht weiter von Belang sind.“

52) sol1, Donnerstag, 04. August 2011, 23:09 Uhr

@ m.spreng

“Der wesentliche Unterschied zwischen Anonymität im Netz und anonymen Hinweisen für Journalisten ist die Tatsache, dass Journalisten anschließend, also nach der Recherche, für den Artikel mit ihrem Namen und dem Namen der Zeitung einstehen.”

Ja und?

Die Journalisten, die die Vorwürfe auf dem Gutten- und dem VroniPlag aufgegriffen haben, standen ja “mit ihrem Namen und dem Namen der Zeitung” dafür ein – gerade weil die Plagiate dort so gut dokumentiert waren, blieb ihnen nach eigener Sichtung des Beweismaterials nichts anderes übrig, als die Sache aufzugreifen.

53) Martha Mumenschanz, Donnerstag, 04. August 2011, 23:26 Uhr

Schon wieder die alte Geschichte von der Schwarmfeigheit und der armen Frau Stoiber? Offenbar haben Sie sich gründlich verrannt in Ihren absurden & argumentationslosen Angriffen auf die ach so feigen Betreiber der Plagiatsforen. Selbst jetzt, wo genau das passiert, was Sie immer gefordert haben machen Sie damit weiter. Einerseits ist das einfach nur lächerlich, andererseits ist es schon etwas anrüchig wenn ein ehemaliger BILD-Verantwortlicher & Stoiber-Vertrauter nun ausgerechnet bei diesem Phänomen von Missbrauch des Internets etc. redet.

Fakt ist doch, dass jede (auch die von Frau Stoiber) verÖFFENTLICHte Doktorarbeit von jedermann gelesen und auf Plagiate geprüft werden kann (und das anonym oder nicht). Solange die Entscheidung über die Rechtmäßigkeit der Arbeit von objektiven Dritten (nämlich der Uni) gefällt wird, gibt es schlicht kein Problem. Da können Sie sich noch so sehr echauffieren und von Schwarmfeigheit phantasieren.

54) jk, Freitag, 05. August 2011, 00:11 Uhr

Was Sie hier wunderbar darlegen, Herr Spreng, ist genau der Grund dafür, warum die Plagiatsjäger besser im Verborgenen bleiben sollten.

Aus einer dreisten, unanständigen Tat (eine vor Plagiaten strotzende Dissertation einzureichen) machen Sie einen dumpfen, nebelhaften Vorwurf, das Internet “missbraucht” zu haben.

Es ist absolut einhundertprozentig belanglos, *warum* Goalgetter die Dissertation von Frau Saß ins Visier genommen hat. Möglicherweise hat er einen Tipp bekommen, vielleicht hat sie ihn mal versetzt, wir wissen es nicht und es spielt keine Rolle.

Fakt ist: Frau Saß hat in ihrer Dissertation vorsätzlich und wider besseres Wissen in Täuschungsabsicht fremde Forschungserkenntnisse eindeutig als eigene Leistung ausgegeben.

Goalgetter hat dieses grobe wissenschaftliche Fehlverhalten aufgedeckt. Seine Motive tun nichts zur Sache, außer diffus Stimmung gegen ihn zu machen und die Vorwürfe indirekt anzugreifen. Frei nach dem Motto “Der mag mich eh nicht, nur deswegen hat er gepetzt”.

Nochmals: Es spielt keine Rolle, mit welchen Motiven Goalgetter die Saß-Dissertation untersucht hat. Es ist völlig belanglos, wer sie sind und warum sie das tun, was sie tun.

Die einzigen, für die diese Information wesentlich ist, sind die Plagiatoren. Denn die brauchen eine Zielscheibe. Es ist ein alter Hut. Man macht einen Kritiker persönlich runter, um damit irgendwie die Kritik anzugreifen, egal wie berechtigt die gewesen sein mag.

Es geht hier nicht um die üblichen politischen Schmutzkampagnen. Frau Saß, Frau Koch-Mehrin, Herr Chatzimarkakis und alle, die noch kommen mögen, kannten den korrekten Weg zur Dissertation.

Die Entscheidung, fremdes geistiges Eigentum zu stehlen und zu plagiieren, haben sie selbst ganz bewusst und freiwillig getroffen. Nicht Goalgetter. Nicht der “feige Schwarm” – der nebenbei genau das richtige getan hat, als er anonym gehandelt hat.
So ging es nicht um die Frage, welche persönlichen Motive die Plagiatejäger haben mochten… es ging um die Fakten. Und die sprachen eindeutig dafür, dass Frau Koch-Mehrin und Konsorten vorsätzlich und böswillig getäuscht haben. Zu dumm, dass sie gut genug vernetzt sind, um das einfach auszusitzen. So verlogen und charakterlos muss man dann auch erst mal sein.

55) LarsW, Freitag, 05. August 2011, 00:52 Uhr

Inwiefern ist die Motiviation des Gründers irgendwo relevant? Wenn ein Journalist irgend einen Missstand in der Politik aufdeckt (Panzerverkauf nach Saudi-Arabien, etc), dann fragt doch keiner nach den persönlichen Motiven und ob er damit etwa eine persönliche Vendetta verfolgt?
Genauso ist doch völlig unerheblich warum jemand einen Betrag in einer veröffentlichten Arbeit öffentlich macht. Und auch die (Nicht-) Prominenz des Betrügers ist doch völlig unerheblich. Wieso sollten nur Prominente ihren ergaunerten Titel zurückgeben müssen? Und wenn ich eine Arbeit unter meinem Namen veröffentliche, dann muss ich dafür öffentlich mit meinen Namen gerade stehen. Und wenn darin faktisch unbestreitbar Fehler sind (Fehler, die in ihrer Häufung auf absichtlichen Betrug schließen lassen), dann ist völlig egal, ob der, der die Fehlerfinder anonym ist oder nicht.

Und die “Opfer” von Vroniplag stammen zwar zweifelsfrei ausschließlich aus politisch rechtsgerichteten Kreisen (einschließlich des SPD-Mann vom Seeheimer Kreis), weshalb sich scheinbar viele Konservative von “Linken” diffamiert fühlen. Aber sollten gerade diese Kreise, die ja so großen Wert auf Titel legen, nicht das größte Interesse daran haben, dass sich nicht Faulenzer und Betrüger wie Koch-Mehrin und Guttenberg mit Titeln umherstolzieren, die ihnen nicht zustehen? Konservative sollten sich doch besonders freuen, wenn Betrüger und Leistungsverweigerer mit ihrem Tun nicht durchkommen.

56) Martin, Freitag, 05. August 2011, 02:58 Uhr

In der Sache gebe ich Ihnen recht. VroniPlag ist allem Anschein nach mit falschen Motiven gegründet worden und auch, dass die Macher der Seite nicht anonym bleiben, ist gut.

Doch wie kann ein Einzelner das Internet missbrauchen?
Die Aufklärung auf VroniPlag hat nicht durch eine Einzelperson stattgefunden und das öffentliche Interesse, samt Medienberichten, kann dem Gründer der Seite auch nicht zugeschrieben werden.
Hier einen Einzelnen als Jäger darzustellen, ist falsch und zeugt von einer undurchdachten Haltung.

Martin / http://www.sekundemal.de

57) Wilhelm Zorem, Freitag, 05. August 2011, 07:47 Uhr

Ich vermute, dass Martin Heidingsfelder jetzt Klagen und Unterlassungen abwehren muss. Für einen Journalisten mit Rechtsschutzversicherung vom Journalistenverband ist dies kein großes Problem. Ich kann Martin Heidingsfelder nur empfehlen sofort eine GmbH zu gründen und einen Anwalt in das Team aufzunehmen.

58) Simon, Freitag, 05. August 2011, 08:02 Uhr

Der heutige Artikel in der BILD offenbart ja das (erwartbare) Motiv des Vroniplag-Gründers: Er ist aktives SPD-Mitglied und gründete bereits eine Internetplattform, die sich gegen die aktuelle Bundesregierung richtet.
Damit hat sich Vroniplag m.E. selbst disqualifiziert und das ist hoffentlich das letzte Mal, dass wir etwas von diesem Internetpranger hören.

59) Anno Nym, Freitag, 05. August 2011, 08:51 Uhr

Herr Spreng, als meist zustimmenden Leser überraschen (um nicht zu schreiben “entsetzen”) Sie mich in diesem Fall etwas mit der Deutlichkeit, in der Ihre Analyse fehl geht, insbesondere im Beitrag zur vermeintlichen “Schwarm-Feigheit”.

Es passt nicht zusammen, sich als Liebhaber der Meinungsäußerungsfreiheit zu gerieren und zugleich indirekt Grenzen zu definieren, die jeder verfassungsrechtlichen Grundlage entbehren. Wie stellen Sie sich das Funktionieren Ihrer Branche vor, wenn jemand Person des öffentlichen Interesses sein muss, um überhaupt Gegenstand einer öffentlichen Debatte sein zu dürfen? Ach ja, ein weiser Journalist antizipiert die öffentliche Wahrnehmung im Geiste und entscheidet dann, ob jemand interessant genug für seine Meinung ist. Nun haben aber glücklicherweise 80 Millionen Nicht-Journalisten eben dieses Recht auch. Mit dem Segen des Grundgesetzes und dessen höchstrichterlichen Auslegung dürfen sie grundsätzlich Sachverhalte aus der öffentlichen Sozialsphäre einer jeden erwachsenen Einzelperson zum Gegenstand – sachlicher und wahrheitstreuer – öffentlicher Diskussion machen. Auch anonym. Nein, gerade anonym. Die Einwände, die Sie dagegen geltend machen, sind mit mangelndem Verständnis des Internets äußerst höflich erklärt. Sie schreiben: “Meinung ist vom Risiko entkoppelt worden”. Um Gottes Willen! Nach gerade mal sechzig Jahren freiheitlich-demokratischer Grundordnung ist die Wahrnehmung elementarer Freiheitsrechte vom Nervenkitzel befreit. Um die Polemik wieder zu verlassen: Die Meinungsfreiheit ist vom sachlichen Schutzbereich der Meinung in Abgrenzung zur Beleidigung u.ä. abhängig gemacht und nicht danach gestaltet, von einem Risiko “in vertretbaren Grenzen” beschnitten zu sein. Das Risiko droht in dem Moment zu wachsen, in dem sich Menschen darauf beschränken, nur das zu äußern, was ihnen auch ein “vertretbares” Maß an Ungemach bereiten kann.

Zur Frage der Anonymität kann ich als jemand, der einige Fundstellen anonym bzw. wechselnd pseudonym beigesteuert hat, erklärend folgendes sagen: Da ich Textanalyse bzw. -vergleiche professionell und softwareunterstützt betreibe, waren für mich die Fälle nach ihrem ersten Bekanntwerden eine willkommene Gelegenheit, an Beispieltexten mit absehbaren und von Dritten überprüften Erfolgsaussichten zu experimentieren. Eine so breite Community ist eine unschätzbar wertvolle Messlatte. Um die nicht zu verfälschen, habe ich nur einen kleinen Bruchteil der selbst ermittelten Stellen eingegeben. Als Alternative hatte ich auch erwogen, die Komplettresultate auf meine Webseite zu stellen. Dagegen habe ich mich entschieden, weil das den Eindruck erweckt hätte, die Doktoren seien Opfer einer Werbekampagne. Zudem wäre die Aufmerksamkeit einer damals auf “Plagiatsjäger” fixierten Medienlandschaft kontraproduktiv für meine Geschäftstätigkeit. Als abschreckendes Beispiel habe ich Frau Weber-Wulff vor Augen, die regelmäßig zu dem Thema Interviews gibt, also wohl auch massiv angefragt wird. Um hier also nachhaltig eine Grenze zu ziehen, war es offenkundig erforderlich, hier wie dort nicht mit echtem Namen aufzutreten.

Dass auf den diskutierten Plattformen, nicht nur auf VroniPlag, die Grenzen der Meinungsfreiheit das ein oder andere Mal überschritten wurden, dazu mag auch die augenscheinliche Anonymität der jeweiligen Kommentatoren beigetragen haben. Andererseits handelt es sich bei diesen Einzelstimmen um die Lappalien, deren Erscheinung auch in anderen Lebensbereichen, sobald das Opfer nicht persönlich zugegen ist, nicht zu verhindern sind.
Die Wikis an sich sind keine Denunziationsforen sondern eine zwar vordergründige aber legitime und nützliche Form der Rezension. Wissenschaftlern und potenziellen inhaltlich interessierten Rezensenten erspart es das Befassen mit unnützen Exzerpte-Sammlungen. Die Tatsache, dass jemand dem Vorhaben einen – zugegebenermaßen einprägsamen – Domainnamen verschafft, ist kein Argument gegen den Inhalt. Hätten die Betroffenen weniger umfassend plagiiert, hätte es auch ein Eintrag bei Amazon getan.

60) Christian, Freitag, 05. August 2011, 08:57 Uhr

Einige Erklärungsversuche zum (erwartbaren)
Artikel:

1. Sie haben die Kommentare zum Jägerartikel gelesen, haben die Argumente aber übersehen.

2. Sie haben die Argumente verstanden, möchten die Kommentatoren aber noch ein bisschen ärgern.

3. Sie haben noch nie eine Uni (aktiv) von innen gesehen.

4. Sie sind tatsächlich der Meinung, dass hier der Täter das Opfer ist. Das würde die Meinungsverschiedenheiten mit Ihrem früheren Arbeitgeber erklären, dort scheint ein Täter ja grundsätzlich gar keine Rechte mehr zu haben.

5. Das alles zeigt die grundsätzlichen Differenzen zwischen Jung / Alt, Links / Rechts, Digital Natives / Immigrants, …

Wie auch immer, ich respektiere Ihre Meinung. Auch wenn – oder gerade weil – sie niemand in meinem Umfeld nachvollziehen kann.

Aber eine Frage hätte ich noch: Wenn die Seite im verborgenen agiert hätte, und ein Journalist die Ergebnisse veröffentlicht hätte, und daraufhin der Name herausgekommen wäre (wovon ich ausgehe) und die Frau den Dr. aberkannt bekommen hätte, dann wäre das in Ordnung gewesen?

61) Georg, Freitag, 05. August 2011, 10:25 Uhr

Lieber Herr Spreng,

Angenommen, ich hätte Informationen darüber, dass Frau Saß Steuern hinterzogen hat. Wäre es für Sie moralisch ok, wenn ich dann das Finanzamt anonym informiere – oder sollte ich mich auch öffentlich “stellen” und meine Motive offenbaren?

62) IANAL, Freitag, 05. August 2011, 10:35 Uhr

@StefanP., Bernd S.

Keine Frage, dass Frau Saß’ Fehlverhalten aufgedeckt wurde, lag sicher zu erheblichen Teilen an ihrem unfreiwilligen Semiprominentenstatus. Aber das ändert nichts an ihrem Fehlverhalten, sich durch Betrug einen Doktortitel erschlichen zu haben. Ein ertappter Steuerhinterzieher kann sich auch nicht damit verteidigen, dass 100 andere nicht ertappt werden und straffrei bleiben. Entsprechend ist die Schlussfolgerung absurd, wer die Dissertation von Frau Saß prüfe, müsse auch alle anderen prüfen. Jede einzelne Plagiatsaufdeckung ist ein positiver Beitrag zur wissenschaftlichen Redlichkeit.

Zu der Anmerkung, man hätte die Sache diskret abhandeln sollen: Wissenschaft ist, wie erwähnt, ein System, dass nur als öffentliches System funktionieren kann. Und eine Dissertation ist zu allererst ein Beitrag zur Wissenschaft. Wenn sich nun herausstellt, dass eine der Wissenschaft zur Verfügung gestellte Dissertation nicht der eigenständige Beitrag ist, als der sie ausgegeben wurde, muss diese Tatsache wissenschaftsöffentlich bekannt gemacht werden. Schließlich haben auch diejenigen, die sich in ihren Arbeiten auf die inkriminierte Dissertation gestützt haben, Anspruch darauf, diese Tatsachen zu erfahren.

Es liegt aber nicht an den “Plagiatsjägern” auf Vroniplag, dass die Sache dann aber auch außerhalb der Wissenschaft in der Medienöffentlichkeit breitgetreten wurde, sondern an den Journalisten, die sich auf diese Story gestürzt haben. Man hätte sich ja auch darauf einigen können, von “einer Konstanzer Dissertation” oder meinetwegen von “Veronica S.” zu schreiben, wenn man es denn überhaupt für nötig befindet, darüber zu berichten. Dass das nicht geschehen ist, kann man in der Tat kritiseren. Aber die richtigen Adressaten dieser Kritik sind nicht die “Plagiatsjäger”, sondern die Journalisten.

63) Bernd S., Freitag, 05. August 2011, 10:52 Uhr

Ach, Herr Spreng, was haben Sie sich mit diesem Beitrag nur angetan. Gegen die geballte Schwarm-Intelligenz und den gesammelten Sachverstand der Internet-Gemeinde kommen auch Sie nicht an.

Sie müssen doch wissen, dass sich ein Teil der Internetgemeinde gerne seine eigenen Regeln schreibt und sich lässig über Recht und Gesetz erhebt. Man spielt ein bisschen Gott.

Wie locker hier von manchem Kommentator die Tatsachen vermischt werden, dass einerseits die Dissertation eine öffentliche und öffentlich einsehbare Sache ist, andererseits die Verfasserin, die Vroni, trotzdem Privatperson bleibt, auch wenn sie schwer gesündigt hat (ich habe das oben schon einmal dargelegt), verwundert angesichts der eigenen Spielregeln tatsächlich gar nicht mehr.

Jeder der Kommentatoren, der hier den Vroni-Pranger fordert und das Vorgehen von Vroni.Plag bejubelt, möge sich vor Augen führen: Würde er selbst in einer Betrugssache strafrechtlich belangt, und sei es eine öffentliche, und er stünde dann mit vollem Namen und Adresse und dem gesamten Sachverhalt in der Zeitung und/oder im Netz, er wäre nicht nur empört, sondern er würde auch mit vollem Recht dagegen vorgehen – und bekäme Recht.

Eine Privatperson, die juristisch oder in einem wissenschaftlichen Strafverfahren sanktioniert wird, hat jedes Recht, privat bleiben zu dürfen. Ihre Taten müssen gesühnt werden, so oder so, aber nicht coram publico.

Insofern waren auch diverse Stories der Journaille in den vergangenen Wochen nicht rechtens. Frau Saß würde jeden Prozess gewinnen.

Das zu begreifen, kann doch nicht so schwierig sein. Ein kleines juristisches Seminar könnte helfen. Noch leben wir zum Glück in einem Rechtsstaat (siehe Gaefgen-Urteil).

Last not least: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, in dem man sich nach Belieben austoben kann! Natürlich auf Kosten anderer.

64) FF, Freitag, 05. August 2011, 10:52 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

so sehr ich ihre Ansichten schätze – aber hier, in Sachen Stoiber/Saß, wütet offenbar ein altes Fieber in ihren Knochen. Man kann es mit der Loyalität auch zu weit treiben.

“Das Internet mißbraucht” – lächerlich. Hätte die gute Vroni nicht so schamlos abgeschrieben, wäre Vroniplag eine Totgeburt gewesen. Das ist für mich der entscheidende Punkt.

Ohne das angeblich mißbrauchte Internet führten all’ die feinen Herrschaften noch stolz ihre Titel. Und Guttenberg wäre Bundeskanzler.

Fazit: wenn das Mißbrauch ist – bitte mehr davon!

65) Janis, Freitag, 05. August 2011, 11:25 Uhr

Hallo,
ich habe mich fast ein bisschen gefreut einen derartigen Artikel (bzw. der drei) bei Ihnen vorzufinden.
Da ich bisher immer ähnlicher / gleicher Meinung mit ihren Beiträgen war oder Sie die Umstände so wunderbar nachvollziehbar und verständlich formulierten, habe ich innerlich befürchtet, dass Sie mein persönlicher Meinungsbilder sind, dem ich alles abkaufe und nachplappere.
Dieses Thema geht aber in so vielen Punkten an der Wirklichkeit, meiner persönlichen Meinung sowie einer idealen Gesellschaftsvorstellung vorbei, dass ich wie gesagt fast erleichtert bin, dass ich auch mal Ihre Werke derart kritisch betrachten muss.
Im Grunde kann ich den bisherigen Kommentaren nichts neues hinzufügen, ausser dass es mich sehr überrascht, dass in der Kommentarabteilung eines Blogs nahezu alle einer Meinung sind.

Diese sollte zu denken geben, Herr Spreng.
Weitermachen, bitte !!

PS: Ich hoffe, das der Kommentar von ‘franziska’ bzgl. Ihres persönlichen Verhältnisses zu Frau S. nicht in der Form zutrifft…

66) Xpomul, Freitag, 05. August 2011, 13:12 Uhr

im umkehrschluß hieße das wohl dann das der der eine doktorarbeit abschreibt und im öffentlichen interesse steht seinen doktortitel zu recht behalten dürfte?
das kann wohl auch nicht wirklich im interesse aller doktortitelinhaber sein.

und.
nicht immer ist anonym gleichzusetzen mit feigheit.
manchesmal schützt es auch einfach nur das eigene leben.
manche betrüger sind zu mehr als verbalen schlägen geneigt zu gehen!
wer das erlebt wie ich bereits mal vor jahren ist sehr froh über die mögliche anonymität im internet.

67) wart, Freitag, 05. August 2011, 14:51 Uhr

Sorry, auch wenn viele anderer Meinung sind, es ist Feigheit sich mit was auch immer im Internet zu verstecken.
Die Kultur des Miteinander in unserer Gesellschaft leidet darunter, früher oder später.

68) POPPER, Freitag, 05. August 2011, 15:08 Uhr

Sehr verehrter Herr Spreng

…da halte ich es mit Kohl, der gesagt hat: “Wichtig ist, was hinten rauskommt” Die Motive sind gemessen an den Ergebnissen unerheblich. Nun werden Sie sagen, der Zweck heiligt nicht die Mittel. Das geht aber auch ins Leere. Das Interesse der Öffentlichkeit ist gegeben und das Ganze hat bewirkt eine Freizeitpolitikerin und einen Minister als das zu outen, was sie sind: betrügerische Schummler.

69) Maren P., Freitag, 05. August 2011, 15:16 Uhr

Nun wird es ja noch verquerer, Herr Spreng! Veronika Saß, geb. Stoiber, hat kein öffentliches Amt. Heißt das, dass nur diejenigen, die ein öffentliches Amt haben bzw. anstreben, wissenschaftlich einwandfrei arbeiten müssen? Das wollen Sie sicher selbst nicht so gemeint haben, Herr Spreng!
Eigentlich ist es doch ganz einfach: In Zeiten, in denen man für seine Doktorarbeit im Internet recherchieren kann, ist diese auch im Internet zu überprüfen. Ob diese Kontrolleure unter Klarnamen oder Pseudonym arbeiten, ist doch völlig pillepalle. Es zählt allein das Ergebnis!

70) StefanP, Freitag, 05. August 2011, 15:53 Uhr

@IANAL

Die Begründung ging, dass VroniPlag aus wissenschaftlichen Gründen eine bestimmte Disseration untersuchen darf. Dann gelten wissenschaftliche Grundsätze. An die hat sich der Betreiber von VroniPlag nicht gehalten, was dann seltsamerweise auch wieder verteidigt wird. Am Ende steht als Rechtfertigung lediglich: der Zweck heiligt die Mittel.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie die Netzgemeinde allgemeine und außerhalb der virtuellen Welt anerkannte Rechtsgrundsätze bestreitet. Die Untersuchung eines Sachverhalts unter strafrechtlichen Gesichtspunkten setzt einen Anfangsverdacht voraus. Das willkürliche oder politisch motivierte Herausgreifen einer bestimmten Promotion genügt dieser Anforderung nicht.

Jetzt wird’s also schwierig: wissenschaftlich war die Untersuchung der Promotion nicht gerechtfertigt. Unter strafrechtlichen Gesichtspunkten auch nicht. Bleibt die Frage, hat nicht jeder Bürger ein Recht, Sachverhalte auf ihre Rechtmäßigkeit zu überprüfen? Einfach geantwortet: nein. Wenn jemand seinen Ehepartner wegen Steuerhinterziehung anzeigt, so steht dahinter eine Erkenntnis, die derjenige durch das Zusammenleben gewonnen hat. Werden einem Mitarbeiter Erkenntnisse offenbar, dass sein Unternehmen strafrechtlich relevant gehandelt hat, darf er anzeigen. Er hat die Erkenntnisse im Rahmen seiner Arbeit erhalten. Wenn er aber in ihm verbotenen Bereichen eingedrungen ist, sieht die Sache durchaus anders aus. Wer einen in seiner Privatsphäre oder im Beruf intensiv verfolgt, macht sich des Stalking und ggf. des Mobbings schuldig. Sein Verhalten wird auch später nicht dadurch entschuldigt, dass er irgendeine Straftat aufdeckt.

All die dahinter stehenden Normen gründen auf unseren Prinzipien, sie sind allgemein gültig und erstrecken sich auch auf das Netz. Das Verhalten von VroniPlag ist daher zumindest moralisch zu verurteilen.

71) Sigmund, Freitag, 05. August 2011, 16:28 Uhr

Auch wenn es vielleicht leicht verschwörungstheoretisch klingt:
Ich glaube, wenn die entdeckten Betrüger allesamt aus dem linken Spektrum (also etwa Trittin, Nahles, Ypsilanti) gekommen wären, würde die öffentliche Diskussion 180 ° anders aussehen.
Dann würde niemand (ausser linken VT’lern, klar) die Motive der Sucher in Frage stellen, stattdessen würde das konservative Feuilleton über die “leistungsfeindliche Linke” sinnieren, über rote 68er Seilschaften etc.

72) sol1, Freitag, 05. August 2011, 17:07 Uhr

@ StefanP,

“Die Begründung ging, dass VroniPlag aus wissenschaftlichen Gründen eine bestimmte Disseration untersuchen darf. Dann gelten wissenschaftliche Grundsätze. An die hat sich der Betreiber von VroniPlag nicht gehalten, was dann seltsamerweise auch wieder verteidigt wird.

(…) wissenschaftlich war die Untersuchung der Promotion nicht gerechtfertigt. ”

Quatsch mit Soße!

Prof. Anatol Stefanowitsch bringt es auf den Punkt:

“…die Wissenschaft [hat] schon vor hundert Jahren erkannt, dass persönliche Motive in der Tat schlechte Ratgeber sind, wenn es um die Suche nach der Wahrheit geht. Da sich persönliche Motive aber nun einmal nicht ausschalten lassen, hat die Wissenschaft eine Reihe von Protokollen entwickelt, deren strikte Anwendung dafür sorgt, dass sie schlicht keine Rolle spielen. Zu diesen Protokollen gehören auch die Vorgehensweisen, nach denen sich VroniPlag richtet: Offenlegung der Datengrundlage, transparente und nachvollziehbare Dokumentation der Ergebnisse und Überprüfung dieser Ergebnisse durch mehrere, unabhängig voneinander arbeitende Personen.

(…)

VroniPlag enttarnt Plagiate nicht dadurch, dass man dort die — wie auch immer motivierte — Meinung äußert, dass es sich um Plagiate handelt, sondern dadurch, dass man in fast schmerzhaftem und für jeden einsichtigem Detail darstellt, welche Passagen aus welcher Quelle abgeschrieben sind.”

http://deplagio.wordpress.com/2011/08/05/vroniplag-und-der-jager-der-toren/

73) sol1, Freitag, 05. August 2011, 17:14 Uhr

@ Bernd S.

“Jeder der Kommentatoren, der hier den Vroni-Pranger fordert und das Vorgehen von Vroni.Plag bejubelt, möge sich vor Augen führen: Würde er selbst in einer Betrugssache strafrechtlich belangt, und sei es eine öffentliche, und er stünde dann mit vollem Namen und Adresse und dem gesamten Sachverhalt in der Zeitung und/oder im Netz, er wäre nicht nur empört, sondern er würde auch mit vollem Recht dagegen vorgehen – und bekäme Recht.

Eine Privatperson, die juristisch oder in einem wissenschaftlichen Strafverfahren sanktioniert wird, hat jedes Recht, privat bleiben zu dürfen. Ihre Taten müssen gesühnt werden, so oder so, aber nicht coram publico.”

Auch das ist Unsinn!

Um mal ein Beispiel von Betrügern in einem anderen Bereich zu nehmen – immer mal wieder gibt es “Sportler”, die sich bei Laufveranstaltungen Altersklassensiege ermogeln. Wenn sie entlarvt werden, dann müssen sie es sich gefallen lassen, mit ihrem vollen Namen genannt zu werden – und das ist auch gut so, damit andere Laufveranstalter vor ihnen gewarnt sind.

Hier mal ein typisches Beispiel:

http://www.leichtathletik.de/dokumente/proforumrot/thread.asp?id=3884&Position=2

74) Peter Christian Nowak, Freitag, 05. August 2011, 17:23 Uhr

@Bernd S.

^^Eine Privatperson, die juristisch oder in einem wissenschaftlichen Strafverfahren sanktioniert wird, hat jedes Recht, privat bleiben zu dürfen. Ihre Taten müssen gesühnt werden, so oder so, aber nicht coram publico.^^

Helfen Sie mir mal auf die Sprünge. Denn ganz verstehe ich diesen Absatz nicht. Wie war das dann mit diversen Schauprozessen wie im Fall Kachelmann beispielsweise oder in vergleichbaren Fällen, die quer durch die Medien gezogen worden sind? Non coram publico?

75) Peter Christian Nowak, Freitag, 05. August 2011, 17:25 Uhr

@Sigmund

Gebe ich Ihnen Recht. Aber seien Sie gewiss. Das, was Sie damit einfordern, ist in Arbeit!

76) Peter Christian Nowak, Freitag, 05. August 2011, 17:35 Uhr

@Maren P.

^^Veronika Saß, geb. Stoiber, hat kein öffentliches Amt. Heißt das, dass nur diejenigen, die ein öffentliches Amt haben bzw. anstreben, wissenschaftlich einwandfrei arbeiten müssen?^^

Nein! Natürlich nicht! Aber wenn ich Hern Spreng recht verstehe, dann ging es ihm in der Sache um eine andere Frage: ob es moralisch gerechtfertigt ist, jemanden, der kein öffentliches Amt bekleidet, mit dem Instrument des Internets bloß zu stellen. Durch den Hinweis mit dem Namenskürzel “Vroni”… scheint ein bewußt lancierter Angriff auf die Stoiber-Tochter immerhin nicht ganz ausgeschlossen.

77) Peter Christian Nowak, Freitag, 05. August 2011, 17:41 Uhr

@xpomul

^^im umkehrschluß hieße das wohl dann das der der eine doktorarbeit abschreibt und im öffentlichen interesse steht seinen doktortitel zu recht behalten dürfte?^^

Nein. So war das nicht gemeint. Gerade, wenn jemand aus der Politik ein enttarnter Betrüger ist, dann hat die Öffentlichkeit ein Recht zu wissen wer.

78) Peter Christian Nowak, Freitag, 05. August 2011, 17:47 Uhr

@Gunnar

^^Wenn diese beiden Betrüger zur Strecke gebracht worden wären, dann hätte dies Konsequenzen für sie gehabt. Alle öffentlichen Ämter abgeben wäre das Mindeste gewesen.^^

So sollte es jedenfalls sein. Hier hat sich scheints die wohlbekannte Praxis der “Krähentheorie von den Augen, die man sich nicht gegenseitig auskratzt” manifestiert. Der Rechtsstaat scheint es nur für bestimmte Personen zu geben…könnte man meinen. Daher auch die Politikerverdrossenheit landauf, landab.

79) Anno Nym, Freitag, 05. August 2011, 18:00 Uhr

@Bernd S.:
“Wie locker hier von manchem Kommentator die Tatsachen vermischt werden, dass einerseits die Dissertation eine öffentliche und öffentlich einsehbare Sache ist, andererseits die Verfasserin, die Vroni, trotzdem Privatperson bleibt, auch wenn sie schwer gesündigt hat (ich habe das oben schon einmal dargelegt), verwundert angesichts der eigenen Spielregeln tatsächlich gar nicht mehr.

Jeder der Kommentatoren, der hier den Vroni-Pranger fordert und das Vorgehen von Vroni.Plag bejubelt, möge sich vor Augen führen: Würde er selbst in einer Betrugssache strafrechtlich belangt, und sei es eine öffentliche, und er stünde dann mit vollem Namen und Adresse und dem gesamten Sachverhalt in der Zeitung und/oder im Netz, er wäre nicht nur empört, sondern er würde auch mit vollem Recht dagegen vorgehen – und bekäme Recht.”

Dass Veronica Saß “Privatperson” ist und bleibt, ist kein widersprüchliches oder aufwiegendes “Andererseits” zu dem Umstand, dass sich die Debatte um ihr öffentliches Auftreten in Form einer wissenschaftlichen Publikation dreht. Auch Edmund Stoiber und zu Guttenberg sind in gewissen Kontexten Privatpersonen. Dies ist gegenüber dem Status als Person von öffentlichem Interesse eine Stellung, die einem jeden Bürger originär anhaftet, die durch jene nie gänzlich aufgehoben wird und die als pauschale Feststellung keinen Aussagewert besitzt. Aus einem kleinen juristischen Seminar wäre Ihnen bekannt, dass die “Vermischung” der für Sie gegensätzlichen Aspekte ein notwendiger Prüfungsschritt ist, um zu bestimmen, in welche Sphäre eine öffentliche Thematisierung eingreift und welcher Rechtfertigung sie bedarf. Wir haben es hier, da ein Doktorand mit seiner Arbeit von sich aus an einen unbestimmten Personenkreis herantritt, mit dem Bereich der öffentlichen Sozialsphäre oder “Öffentlichkeitssphäre” zu tun, an deren Thematisierung keine besonderen Anforderungen gestellt sind. Um die Nase darauf zu stoßen, hatte ich beiläufig das Beispiel der Amazon-Rezension erwähnt, denn hier wird offensichtlich, dass sachliche, selbst höchst subjektive Betrachtungen bezüglich eines Schriftwerks oder auch begründete Schlussfolgerungen aus dessen Inhalt auf die wissenschaftliche Qualifikation des Verfassers keinerlei persönlichkeitsrechtlicher Einschränkung unterliegen. Mit etwas Mühe wäre allenfalls die Annahme der einfachen, nicht-öffentlichen Sozialsphäre (in der sich beispielsweise das Berufsleben einer gewöhnlichen Person abspielt) denkbar. Hier sind aber keine besonderen schutzwürdigen Interessen erkennbar, die – wie vom BVerfG allgemein in Betracht gezogen – “ausnahmsweise” einen Eingriff verbieten würden. Die Wertungen hierzu lassen sich aus der Spickmich.de-Rechtsprechung präziser ableiten als aus einem abstrakt-subjektiven Rechtsstaatsverständnis auf Grundlage des Gäfgen-Prozesses. Beim besten Willen nicht gelangt man in die Privatsphäre von Frau Saß, in der potenzielles oder fehlendes öffentliches Interesse an ihr erst Gewicht erlangt.

Die Vorstellungen, dass jemand entweder öffentliche oder Privatperson ist und die Privatsphäre einer “Privatperson” jeglichen Lebenssachverhalt dieses Menschen unverletzlich abdecke, ist laienhaft und belegt, dass Sie den juristischen Sachverstand, den Sie anderen Kommentatoren wünschen, selbst nicht aufweisen. Das deckt sich mit dem natürlichen Schutzbereich, den Sie um den “vollen Namen” einer Person konstruieren. Die Individualisierung einer Berichterstattung anhand des Namens ist Voraussetzung dafür, dass sich die Problematik in dieser Form überhaupt eröffnet. Ihre selbständige Eingriffsqualität geht gegen Null. Die Nennung einer Privatadresse wird selbstverständlich im Normalfall die Privatsphäre tangieren und meist zu unterlassen sein. Allerdings kenne ich bis heute keine Adresse von Frau Saß, so dass das wohl funktioniert hat. Der Schutzwert, der einer Adresse beigemessen wird, ist allerdings im Zusammenhang mit publizistischer Tätigkeit nicht zu überschätzen, wie die allgemeine Impressumpflicht für Webseiten (und viel problematischer die Debatte um entlassene Sexualstraftäter) zeigt.
Dass der volle Name bei kleineren Straftaten zumeist vermieden wird, liegt nicht daran, dass seine Nennung per se unzulässig wäre, sondern dass hier nach relativ kurzer Zeit gewichtige Resozialisierungsinteressen der Betroffenen greifen, die einen gewissen redaktionellen Aufwand erfordern würden. Dies auf die *Plag-Projekte anzuwenden, halte ich gegenwärtig noch für verfrüht.
Im übrigen sind gerade in Bezug auf “öffentliche” Betrugsstraftaten die Namen nicht nur von verurteilten sondern selbst von angehenden Betrügern massenhaft im Internet präsent, insbesondere in Shop-Bewertungssystemen, ohne dass – von emotionalen Ausbrüchen der Opfer abgesehen – dagegen aussichtsreich vorgegangen werden könnte.
Woher Sie die gegenteilige Gewissheit nehmen, bleibt in der gegenwärtigen Rechtspraxis und im Kontext des Lebach-Urteils und der verfestigten Folgerechtsprechung ein Rätsel.

@StefanP:
“Jetzt wird’s also schwierig: wissenschaftlich war die Untersuchung der Promotion nicht gerechtfertigt. Unter strafrechtlichen Gesichtspunkten auch nicht. Bleibt die Frage, hat nicht jeder Bürger ein Recht, Sachverhalte auf ihre Rechtmäßigkeit zu überprüfen?”

Es wird schwierig, dem Zusammenhang der unterschiedlichen Aspekten, die Sie da zusammen rühren, irgend etwas zu entgegnen, weil sie allesamt für sich schon nicht einschlägig sind.
Sie suchen nach einer Rechtfertigung, ein Werk zu rezensieren. Woher nehmen sie diesen vermutlich “allgemeinen und außerhalb der virtuellen Welt anerkannten” Rechtfertigungsbedarf?
Es gibt ihn schlichtweg nicht. Es liegt im Belieben der Rezensenten, ob sie ihre Aufbereitung an wissenschaftliche Standards orientieren möchten. Dass sie dabei keine Straftaten gegen die Ehre begehen dürfen, keine falschen Behauptungen aufstellen und dem Autor nicht im strafrechtlichen Sinne nachstellen dürfen und ansonsten das allgemeine Persönlichkeitsrecht achten müssen, ist offenkundig. Dazu ist alles gesagt; benennen Sie doch bitte die jeweiligen Rechtsverletzungen, die Sie mit den ansonsten an den Haaren herbeigezogenen Vergleichen in die Diskussion einführen wollen. Sie gehen fehl in der Annahme, die Untersuchung eines Sachverhalts unter strafrechtlichen Gesichtspunkten setze einen Anfangsverdacht voraus. Die Untersuchung durch Staatsanwaltschaft und ihre Ermittlungsbeamte setzt diesen Verdacht voraus. Konsequent gehen Sie dann auch fälschlich davon aus, im Grundsatz sei eine solche Überprüfung Einzelpersonen verwehrt. Auch hier die Frage, wo Sie das entnehmen. Dass der Einzelne keine hoheitlichen Ermittlungsbefugnisse hat, und sich bei einer Ermittlung mit polizeilicher Intensität aller Wahrscheinlichkeit nach strafbar macht, ist ein vollkommen anderes Thema. Hier aber hat jemand Kenntnis von einem veröffentlichten Text erhalten und stellt fest, dass es sich um eine teilweise Kopie anderer veröffentlichter Texte handelt. Das kann ihm legitimerweise beabsichtigt und nicht nur zufällig widerfahren. Seine Motive sind allenfalls moralisch zu hinterfragen, worauf Sie ja überraschend am Ende selbst zurück kommen. Selbstverständlich darf er, wenn es ihm hilft, das Strafrecht heranziehen, um sich eine Meinung darüber zu bilden und diese darzulegen. Er kann dies ebenso gut “freihändig” tun. Sie qualifizieren ja auch eine widersprechende Ansicht als Negierung fiktiver Rechtsgrundsätze.

Die Debatte zeigt nicht, dass das Internet “Gutes und Böses” geschaffen hat. Vielmehr entlarven die Freiheiten des Internets, dass eine eine freiheitliche Gesinnung es in diesem Land immer noch nicht geschafft hat, die Ansicht zu verdrängen, unverhohlene Meinungsäußerungsfreiheit auf dem verfassungsrechtlich garantierten Niveau sei auf den Luftraum über dem heimischen Küchentisch begrenzt; bloß nicht im Internet, bloß nicht anonym; die öffentliche Meinungsäußerung, die sich auf mündige Mitbürger bezieht, müsse autorisiert werden, ob von Journalisten oder anderen “Sachverständigen” öffentlicher Meinungsbildung. Profis und Großkonzerne können schwer benachteiligte Menschen unter den verschiedensten Vorwänden im Privatfernsehen vorführen und der Lächerlichkeit preisgeben, ohne dass ob der Professionalität ein wesentlicher Zweifel dagegen aufkommt. Da fällt natürlich unangenehm auf, wenn in dieses Paradies der zwischenmenschlichen Achtung nun ein anonymer Mob einfällt, der tatsächlich die Substanz eines wissenschaftlichen Werkes überprüfen will.
Das Internet ist vor allem die Chance, dass wir irgendwann tatsächlich so weit sind, wie es die entfernten Beobachter in arabischen Ländern oder China vielleicht beneidend annehmen.

80) Peter Christian Nowak, Freitag, 05. August 2011, 18:01 Uhr

@wart
^^es ist Feigheit sich mit was auch immer im Internet zu verstecken.
Die Kultur des Miteinander in unserer Gesellschaft leidet darunter, früher oder später.^^^

Ob Mut der alleinregelnde Faktor für ein gutes Gelingen im Miteinander abhängt? Sind es nicht Dinge wie Solidarität und Empathie? Der Mut gegen den Strom zu schwimmen? Hat das Miteinander nicht schon fürchterliche Rückschläge erlitten? So in den letzten zehn Jahren?… In Familie, im Umgang mit Kollegen? Flagge zeigen, wenn andere Unrecht erleiden…?
Den Mut zu zeigen, zu was man steht, auch in öffentlichen Äußerungen, sich den Nackenschlägen zu stelllen, daß kostet Kraft…und manchmal auch die Existenz. Daher ist Mut schon ein Wert an sich. Weil man die (vielleicht sogar verständliche) Feigheit zurückgelassen hat. Dann aber muß man sich dran machen, sozusagen über den Mut hinaus zu wachsen.

81) Peter Christian Nowak, Freitag, 05. August 2011, 18:05 Uhr

@xpomul

^^nicht immer ist anonym gleichzusetzen mit feigheit.
manchesmal schützt es auch einfach nur das eigene leben^^^

Das meinte ich mit “Existenz”.

82) EStz, Freitag, 05. August 2011, 20:10 Uhr

@ StefanP, Freitag, 05. August 2011, 15:53 Uhr

Die Untersuchung eines Sachverhalts unter strafrechtlichen Gesichtspunkten setzt einen Anfangsverdacht voraus. Das willkürliche oder politisch motivierte Herausgreifen einer bestimmten Promotion genügt dieser Anforderung nicht.
__________________________________________

Jede Geschwindigkeitskontrolle der Polizei basiert darauf, dass jeder vorbeifahrende Wagen gemessen wird. Diebstahlsüberwachung in einem Kaufhaus überwacht auch jeden. Die Vergleiche mögen ein bißchen schräg sein, aber ganz daneben liegen sie nicht.

@ Sigmund

Ich glaube, wenn die entdeckten Betrüger allesamt aus dem linken Spektrum (also etwa Trittin, Nahles, Ypsilanti) gekommen wären, würde die öffentliche Diskussion 180 ° anders aussehen
_______________________________________________________________

Ja. Dann würden die Konservativen mal wieder ihre Werte herauskramen, und die Linke würde von politischer Verfolgung schwafeln. Das Gleiche wie jetzt halt, nur umgekehrt.

Das Einzige, was mir von den Aufklärer-Seiten fehlt, sind die Namen von Arbeiten, die in Ordnung sind. Ich finde, das gehört auch dazu.

83) Mirage, Freitag, 05. August 2011, 20:46 Uhr

@StefanP:

“Wissenschaftler dürften sich dann wissenschaftlich damit beschäftigen. Selbst wenn man das als Argument akzeptiert, so sind diese Wissenschaftler an Regeln gebunden. Sie müssten anhand objektiver Maßstäbe alle veröffentlichten Promotionen untersuchen. Das einzelne Herausgreifen prominenter oder nicht so prominenter Fälle widerspricht dieser Wissenschaftlichkeit.”

Wie kommen Sie denn auf so etwas? Und warum nur Wissenschaftler? Weshalb darf ich mir die Dissertation der Dame nicht systematisch vorknöpfen, wenn ich beim Durchblättern in einer öffentlichen Bibliothek entdecke, dass sie abgeschrieben hat?

“Die Begründung ging, dass VroniPlag aus wissenschaftlichen Gründen eine bestimmte Disseration untersuchen darf. Dann gelten wissenschaftliche Grundsätze. An die hat sich der Betreiber von VroniPlag nicht gehalten, was dann seltsamerweise auch wieder verteidigt wird.”

Und auch hier wiederum die Frage: Wie kommen Sie auf so etwas? Eine solche Begründung habe ich noch nirgendwo gelesen.

84) Michael A. Nueckel, Freitag, 05. August 2011, 21:25 Uhr

“Warum hat er ein Portal nur zur Verfolgung einer Privatperson gegründet,…”. “Dass VroniPlag anschließend noch die FDP-Europaabgeordneten Silvana Koch-Mehrin und Jorgo Chatzmarkakis zur Strecke brachte ändert nichts an diesem Befund.”

Abgesehen von diesem Widerspruch sollte man bedenken, dass in dieser Arbeit u.a. ein dickes Plagiat von 40 Seiten Länge enthalten ist. Das ist der Hammer. Jede Dissertation, die mit einer Vergabe eines Doktortitels gekrönt wird, gehört bei begründetem Plagiatsverdacht an den Pranger gestellt. Das Internet ist für diese Fälle geradezu prädestiniert; das läßt sich nirgendwo anders in dieser Form darstellen. Insoweit ist diese Darstelllungsmöglichkeit des Internets den Printmedien und ihren knappen online-Ausgaben überlegen. Ist das Ihre Sorge?

85) jk, Freitag, 05. August 2011, 23:48 Uhr

q.e.d.

Chatzimarkakis wirft Goalgetter kommerzielle und parteipolitische Interessen vor, schreibt die Süddeutsche. Wie die aussehen sollen, sagt er natürlich nicht, ist auch egal, das ist ohnehin nicht mehr als eine weitere plumpe, peinliche Nebelkerze.

Nebenbei, @StefanP:
Das ist kein Stalking, kein Mobbing und auch kein Bruch der Privatsphäre.
Die Dissertation ist ein öffentliches Dokument, kein Tagebuch und auch keine Steuererklärung.

Wer zum wissenschaftlichen Diskurs beitragen will, muss zwangsläufig damit rechnen, dass jemand anders seine Ergebnisse überprüft und kritisch hinterfragt, die Methoden überprüft oder auch einfach die Quellen überprüft. Das ist jederzeit völlig legitim.

Chatzimarkakis und Konsorten hätten im Übrigen ein wunderbares Mittel gehabt, sich gegen solche Attacken absolut zu immunisieren: Nämlich einfach wissenschaftlich sauber zu arbeiten.
Dann wäre jeder kommerziell (WTF? Kann man mit der Plagiatorenjagd echt Geld verdienen?) oder parteipolitisch motivierte (Ha ha, Mr Chatzimarkakis) Angriff von vornherein zum Scheitern verurteilt. Wo kein Plagiat ist, kann man suchen, bis man tot umfällt, man wird nichts finden.

Aber für sauberes Arbeiten waren unsere Herren und Damen Dr. Berufspolitiker wohl zu faul. Oder zu unfähig. Aber den Titel im Wahlkampf verwenden, ihn instrumentalisieren, um Bildung, Seriosität etc zu suggerieren, das ging.

Was Chatzimarkakis und Co. tun, ist einfach nur peinlich, armselig und unwürdig.

86) Jens Best, Samstag, 06. August 2011, 00:47 Uhr

Lieber Herr Spreng,

Für einen Konservativen haben sie die junge Kultursphäre Internet ganz gut in Teilen verstanden. Das freut einen immer wieder mal.

Aber Schwarmfeigheit und nun wieder solch ein dahingeworfenes Stück Text zeigt, dass sie die offene digitale Gesellschaft und ihre grundlegenden Elemente eben nicht mehr verstehen werden. Das ist okay, es muss auch ein Recht auf Ignoranz geben. Sie müssen auch nicht mehr alles verstehen. Zwingt sie keiner zu, schreiben sie ruhig, was sie so betroffen macht. Schreiben tut der Seele gut.

Leider muss ich mich aus persönlichen Gründen (ich vertrage dümmliche Ignoranz nur bedingt) aus der Sprengblog-Betreuungsgruppe verabschieden. Bleiben sie sich ruhig weiter treu und viele liebe Grüße an den alten Helmut.

87) seven, Samstag, 06. August 2011, 02:49 Uhr

@StefanP:

“Jetzt wird’s also schwierig: wissenschaftlich war die Untersuchung der Promotion nicht gerechtfertigt.”

Dieser Satz ist ein Widerspruch in sich. Wissenschaftliche Arbeiten sind grundsätzlich öffentlich und von jedermann überprüfbar.
Sie (und jeder andere) dürfen jederzeit Darwins Veröffentlichungen zur Evolutionstheorie überprüfen und -wenn möglich- widerlegen. Oder Herrn Watsons Schriften zur Doppelhelix. Und selsbstvertändlich auch die Schriften von Frau S., Herrn C. oder z.G.
Primäres Ziel von Doktorarbeiten ist nicht etwa die Marktwertsteigerung der Titelträger, sondern der wissenschaftliche Erkenntnisgewinn. In diesem Sinne war die Überprüfung der Arbeiten nicht nur zulässig. sie war geboten.

“Bleibt die Frage, hat nicht jeder Bürger ein Recht, Sachverhalte auf ihre Rechtmäßigkeit zu überprüfen?”

Selbstverständlich, solange er nicht gültige Rechstnormen verletzt.

88) Katja Neutze, Samstag, 06. August 2011, 05:54 Uhr

Das VroniPlag-Wiki hat objektive Verstöße diverser Politiker festgestellt. Nur diese Verstöße, ihr Ausmaß und ihre Konsequenzen sind relevant. Die Motivlage der Aufklärer ändert am objektiven Befund nichts, aber auch gar nichts.
Übrigens: “Jäger” werden nicht “gestellt” – “gestellt” werden Täter, und das waren die Plagiatoren, nicht die Aufklärer.
Herr Spreng, sie sind raus aus dem Medienkonzernbetrieb. Ihnen kann keiner (mehr) was, sie können sich frei positionieren und uns mit Ihren Kolumnen erfreuen. Aber glauben Sie ernsthaft, dass z.B. ein Springer-Journalist offen beim VroniPlag-Wiki hätte mitwirken können, ohne Konsequenzen zu spüren (natürlich mit ganz anderer offizieller Begründung)? Hätte es sich ein promovierender wissenschaftlicher Mitarbeiter erlauben können, den Wissenschaftsbetrieb anzuprangern, ohne Konsequenzen zu spüren? Das ist keine Schwarmfeigheit, das ist gut nachvollziehbarer Selbstschutz. Ohne das Internet hätten diese ganzen Plagiats-Verstöße niemals zu Konsequenzen geführt, selbst wenn sie einzelnen Personen aufgefallen wären…

89) m.spreng, Samstag, 06. August 2011, 08:39 Uhr

Letzter Versuch, liebe Kritiker. Nennen Sie es Empörung, Mitleid, Aufklärungsinteresse oder einfach journalistische Neugier: Ich möchte wissen, was treibt einen Menschen dazu, eine Privatperson, die zweifellos zu Unrecht, aber nicht in strafrechtlich relevanter Weise ihren Doktortitel führte, ölffentlich an den Pranger zu stellen und ihr damit weniger Persönlichkeitsrechte zuzubilligen als einem Angeklagten vor Gericht? Warum hat er sich ausgerechnet Veronica Stoiber vorgeknöpft und nicht Frau Dr. Müller oder Frau Dr. Meier? Welche persönlichen Motive trieben Herrn Heidingsfelder? War es Rache, Niedertracht oder was immer? Der Zweck heiligt nicht alle Mittel und Motive.

90) StefanP, Samstag, 06. August 2011, 08:47 Uhr

Das Argument, Dissertationen seien öffentlich, ist langsam nicht mehr originell.

“Wer zum wissenschaftlichen Diskurs beitragen will, muss zwangsläufig damit rechnen, dass jemand anders seine Ergebnisse überprüft und kritisch hinterfragt”

Darum ging es nicht. Wissenschaftliches Arbeiten bedeutet, unvoreingenommen und ohne vorher definiertes Ergebnis an eine Materie herangehen. Das trifft alles nicht zu. Die Überprüfung hatte keinen inhaltlichen, sondern von vornherein einen formalen Zweck mit dem vorher definierten Ziel, einen formalen Betrug nachzuweisen. Es ging auch nicht um die Frage, inwieweit unkorrekt gearbeitet wird, sondern inwieweit Frau Saß, die keinen wesentlichen wissenschaftlichen Beitrag geleistet hat, der er die Arbeit von tausenden Doktoranden hinausgeht, unsauber vorgegangen ist. Was daran wissenschaftlich wäre, weiß ich nicht.

“Sie (und jeder andere) dürfen jederzeit Darwins Veröffentlichungen zur Evolutionstheorie überprüfen und -wenn möglich- widerlegen.”

Wollte “Goalgetter” das? Dann wäre das etwas Neues.

“Jede Geschwindigkeitskontrolle der Polizei basiert darauf, dass jeder vorbeifahrende Wagen gemessen wird. Diebstahlsüberwachung in einem Kaufhaus überwacht auch jeden.”

In dem Fall wird jeder überprüft, der ein bestimmtes objektives Kritierium erfüllt. Frau Saß erfüllt nur eins: sie hat eine Promotion abgegeben. Goalgetter hat nicht das Ziel, alle Doktorarbeiten eines bestimmten Zeitraums oder oder bestimmten Region zu überprüfen. Es bleibt bei der Willkür, die der Feind der Wissenschaft ist.

“Weshalb darf ich mir die Dissertation der Dame nicht systematisch vorknöpfen, wenn ich beim Durchblättern in einer öffentlichen Bibliothek entdecke, dass sie abgeschrieben hat?”

Dürfen Sie. Da haben Sie einen Anfangsverdacht. Und wissenschaftlich sind Sie da nicht. Also sollte das dann auch nicht das Argument sein.

“Und auch hier wiederum die Frage: Wie kommen Sie auf so etwas? Eine solche Begründung habe ich noch nirgendwo gelesen.”

So argumentierten mehrere Kommentatoren.

91) tantetrudeausbuxtehude, Samstag, 06. August 2011, 10:16 Uhr

Die Eltern, die mit eigenen Radar-Messgeräten vor dem Kindergarten Raser identifizieren, missbrauchen das Straßennetz??

Es wird immer qualvoller, hier zu lesen!

-trude-

92) Gunnar, Samstag, 06. August 2011, 10:26 Uhr

@m.spreng

“Ich möchte wissen, was treibt einen Menschen dazu, eine Privatperson, die zweifellos zu Unrecht, aber niicht in strafrechtlich relevanter Weise ihren Doktortitel führte, ölffentlich an den Pranger zu stellen und ihr damit weniger Persönlichkeitsrechte zuzubilligen als einem Angeklagten vor Gericht?”

1. Es hört sich bei Ihnen so an, als ob das Plagiieren im Wissenschaftsbetrieb eine lässliche Sünde ist. Das ist es nicht! Auch wenn man dafür keine 10 Jahre ins Gefängnis geht, stellt dies im wissenschaftlichen Kosmos eine Todsünde dar.

2. Wie hier von anderen schon geschrieben: Essentieller Bestandteil einer Promotion ist die Veröffentlichung der Arbeit. Der Promovierende begibt sich also von sich aus in die Öffentlichkeit. Dies tut er mit seiner Arbeit und nicht mit seiner Privatsphäre!
Nach der Veröffentlichung kann sich Jeder (!!!), der es möchte mit der Arbeit auseinander setzen. Sei es um auf den Ergebnissen aufzubauen, oder eben auch um diese zu widerlegen.

Wenn Sie beispielsweise Carl Friedrich Gauß nicht mögen, weil Sie finden er hat eine hässliche Nase und Sie sich deshalb veranlasst sehen das gaußsche Fehlerintegral als Humbug zu entlarven, dann ist das durchaus zulässig. Die Motivation spielt tatsächlich keine Rolle, solange das wissenschaftliche Arbeiten gewissen Standards entspricht.

Es ist darüber hinaus völlig unerheblich, wo die Auseinandersetzung mit einer wissenschaftlichen Arbeit stattfindet. Ob in Zeitschriften, Büchern, oder eben im Internet.

Nochmals: Ein Wissenschaftler, der Blödsinn macht steht immer (!) in der Öffentlichkeit, weil Wissenschaft per se öffentlich ist.

93) Marco Schmidt, Samstag, 06. August 2011, 11:10 Uhr

1. “Privatperson” – ist Veronica Sass zu ihren Medienauftritten (siehe tz link oben) gezwungen
worden ? und hat sie konsequent alle oeffentlichen Auftritte als Tochter Stoibers gemieden,
hat sie nie einen Vorteil aus ihrer Stellung gezogen ?
wie hiess der Spruch, “wer sich in BILD / die Medien begibt, kommt darin um”
und was ist nochmal die Definition einer “Person der Zeitgeschichte” im Gegensatz zur Privatperson ?
und welcher Ihrer Beitraege war das nochmal, wo sie die Mediengeilheit von manchen
Politikern beschrieben haben, wenn der sein Privat- und Familien leben in die Medien zieht,
dann habe BILD auch das Recht die Schattenseiten zu beleuchten, oder ?

moeglicherweise ist man hier etwas parteiisch und befangen,
weil es beim Vater um einen ehemaligen Arbeitsgeber handelte, kann das sein ?

2.Punkt “in nicht strafrechtlich relevanter Weise”
das ist ein anderer Punkt,
der Kassiererin wird aus einem 1,50eur Pfandbon
oder einem verzehrten Broetchen ein Kuendigungsgrund gedreht,
aber die oberen 10.000 duerfen beim akademischen Titelerhalt
plagieren,luegen und betruegen,
ein falsches “Ehrenwort” an der Uni Bayreuth, ein Kavaliersdelikt

uebrigens ist es auch nicht an allen Universitaeten “strafrechtlich nicht relevant”
manche Fakultaeten sind mittlerweile schlau genug eine “Versicherung an Eides statt”,
dass man die Arbeit auch selbst geschrieben habe, zu verlangen.
das waere dann strafrechtlich hoechst relevant
und dann kaemen noch Verstoesse gegen das Urheberrecht in Frage…..

3.”weniger Persoenlichkeitsrechte als ein Angeklagter vor Gericht”
zwei Punkte, erstens die Grundrechte sind generell Abwehrrechte gegen den _Staat_,
es ist ein Unterschied, ob der Staatsanwalt mit Gerichtsbeschluss eine
Hausdurchsuchung macht,den Verdaechtigten in Untersuchungshaft nimmt etc
oder ob von Murdoch beauftragte Detektive Telefone abhoeren,
das zweite ist genauso grundrechtseinschneidend,aber dahinter steht nicht die ganze
Macht des Staates (Gewaltmonopol und nahezu unbegrenzte Mittel)
insofern ist der Vergleich mit einem Angeklagten vor Gericht hier total daneben,

zweitens, in welche Persoenlichkeitsrechte wurde ueberhaupt eingegriffen ?
ist es denn verboten eine oeffentliche “wissenschaftliche” Arbeit zu wissenschaftlich zu rezensieren,
auch mittels Crowdsourcing, ist es verboten legitim Textstelle fuer Textstelle zu vergleichen
mit anderen ? wo genau ist denn der Eingriff in das Persoenlichkeitsrecht ?
in der blossen Veroeffentlichung von Namen ? im Aufruf zur Untersuchung ?
das muessen sich taeglich hunderte von Wissenschaftler gefallen lassen, wenn ihre
Ergebnisse wissenschaftlich umstritten sind

4.”Rache,Niedertracht und andere Motive”
das ist die lahmste und realitaetsverleugndendste Verteidigung von allen
“schau mal die Linken mit ihrer Kritik,egal ob was dran ist oder nicht,
die wollen uns doch nur an den Karren fahren ! Hetzkampagne ! Rufmord !
aber egal ! right or wrong my country/partei/seilschaft”
die Realitaet ist aber: hier wurde plagiert, egal wer mit welchen Motiven das aufdeckt,
ob halbkrimineller Privatdetektiv oder honoriger Staatsanwalt oder gar kleine Privatperson,
Realitaet bleibt Realitaet, jeder der zwei Textstellen nebeneinander legt und vergleicht,
muss hier zustimmen

5. “warum nicht Frau Dr Mueller”
ja, es geht hier auch um Privilegien
-sei es als Adliger mit Millionenvermoegen und dementsprechenden Einfluss
(750.000 eur Stiftungsfakultaet ),
-sei es als Ministerpraesidententochter mit dem Einfluss vom Vater und dem ganzen CSU-seilschaftsnetz

waeren diese Leute mit ihren Plagiatoren ueberhaupt durchgekommen,
wenn die Professoren einen Hintz und Kuntz vor sich gehabt haetten ?
wenn sie nicht in Ehrfurcht vor Macht und Namen der Doktoranden erstarrt waeren,
und ordentlich geprueft haetten ?
das ist natuerlich auch ein Problem des deutschen Promotionssystems,
(wieso kann der Betreuende gleichzeitig auch Pruefender sein ?)
und was sind das fuer Professoren, die so schlecht pruefen ?
hier gehoert was am System geaendert, volle Zustimmung

Lieber Herr Spreng, ich schaetze Ihre Artikel sehr,
aber hier pruegeln sie den falschen,
naemlich den Boten schlechter Nachrichten
den sie fuer die schlechte Nachricht verantwortlich machen wollen,
das ist leider nur eine Ablenkung und aendert auch nichts an der Nachricht selber

94) jk, Samstag, 06. August 2011, 12:11 Uhr

In Ordnung, Herr Spreng. Journalistische Neugier ist ein absolut akzeptables Motiv.
Andererseits, wer war es denn, der die Identität der Tippgeber immer noch schützt, die Sie 1997 davor bewahrt haben, von Kohl und Kirch abgesägt zu werden?
Und hat das Manager-Magazin preisgegeben, dass Sie den Tipp gegeben haben? Zumindest interpretiere ich Ihre Worte bei “Kirch und Kohl – so funktioniert Machtpolitik” genau so, dass Sie dem Manager-Magazin gesteckt haben, dass Sie aus parteipolitischen Erwägungen abgesägt werden sollten, und auf diesen Tipp hin die Story erschien.

Sollte man Sie jetzt auch “feige” nennen, weil sie über Bande gespielt haben? Wohl kaum.
Sie hatten einen guten Grund, ihren Namen aus dieser Sache herauszuhalten. Den haben Vroniplag etc auch. Was Chatzimarkakis gerade zeigt.

Was die anderen Motive angeht: Empörung… lieber über Leute, die vorsätzlich getäuscht und gelogen haben. Mitleid… nein. Das sind keine armen Opfer eines anonymen, feigen Schwarms. Sie kannten den richtigen Weg, für den leichten, falschen haben sie sich ganz bewusst entschieden.
So viel Rückgrat, um zu seinen Fehlern zu stehen, sollte man schon haben. Andererseits habe ich schon länger den Eindruck, dass man erst dann Politiker werden darf, wenn man jeden Rest von moralischem Rückgrat, Anstand und Ehrlichkeit in sich restlos vernichtet hat.

Obwohl sie natürlich insofern Recht haben, dass es interessant wäre, zu erfahren, wieso ausgerechnet Frau Saß?
Chatzimarkakis und Koch-Mehrin lagen ja auf der Hand. Beide haben bei jeder Gelegenheit, auf Wahlplakaten oder was auch immer, ihren Doktorgrad wie die Kronjuwelen vor sich hergetragen, um Seriosität, Bildung und dergleichen mehr zu suggerieren.

Aber andererseits, um den Vergleich zum Strafprozess aufrechtzuerhalten:
Muss ich mich als Anzeigeerstatter dafür rechtfertigen, warum ich einen Kleinganoven anzeige? Wo es doch so viele andere, viel größere Gauner gäbe, ich müsste sie nur suchen.

Doch wohl nicht. Der Doktorgrad von Frau Saß war eindeutig unrechtmäßig, und sie kann nicht für sich in Anspruch nehmen, dass sie ja keine Person des öffentlichen Lebens war und deshalb damit davon kommen müsste.
Denn als sie dem Merkur gesteckt hat, dass sie schwanger ist, hat sie sich gerne als Person des öffentlichen Lebens geriert. Denn über irgendeine schwangere 31jährige Münchnerin hätte der Merkur wohl niemals berichtet. Aber Frau Saß ist ja die Tochter von Edmund Stoiber, als solche Person des öffentlichen Interesses, und da ist ihre Schwangerschaft natürlich einen Artikel wert.

Ihre Schwangerschaft hatte also Nachrichtenwert, ihre vorsätzliche Täuschung gegenüber Doktorvater, Universität und Öffentlichkeit nicht?

Ihre Schwangerschaft ist ureigenste Privatangelegenheit. Ihre Dissertation hingegen ein öffentliches Dokument.
Warum sollte ersteres berichtenswert sein dürfen, letzteres aber nicht?

95) Michael A. Nueckel, Samstag, 06. August 2011, 13:35 Uhr

@ m.spreng

Auf wenn es einen neuen Sprengsatz-Blog gibt, der wohl die Häme zu diesem Beitrag wird bremsen können, denn die Diskussion ist wohl kaum schon beendet, so wundere ich mich unverändert:

“Ich möchte wissen, was treibt einen Menschen dazu, eine Privatperson, die zweifellos zu Unrecht, aber nicht in strafrechtlich relevanter Weise ihren Doktortitel führte, ölffentlich an den Pranger zu stellen und ihr damit weniger Persönlichkeitsrechte zuzubilligen als einem Angeklagten vor Gericht? Warum hat er sich ausgerechnet Veronica Stoiber vorgeknöpft und nicht Frau Dr. Müller oder Frau Dr. Meier? Welche persönlichen Motive trieben Herrn Heidingsfelder? War es Rache, Niedertracht oder was immer? Der Zweck heiligt nicht alle Mittel und Motive.”

1) Das sagt ein ehemaliger Bild-Macher?
2) Warum ist die Identifikation eines Plagiats eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts?
3) Warum soll man auf eine plagiatsverdächtige Veröffentlichung (Diss.) nicht auch mit einer Veröffentlichung reagieren? Geht das auch anders?

Bei allem Respekt, ich verstehe Ihren Ansatz immer noch nicht, und verspüre eine (menschlich verständliche) Nähe zu Stoiber aus evtl. früheren Tagen, weshalb man schon einmal Partei ergreifen kann.

96) Bernd S., Samstag, 06. August 2011, 16:38 Uhr

Geben Sie es auf, Herr Spreng, gegen blinden Fanatismus kommen auch Sie nicht an. Die See tobt und will ihr Opfer, sprich: die empörte Volksseele fordert vermeintliche Gerechtigkeit – das macht sie blind für die Realität, vor allem für die Realität des Rechts, die mit moralischer Entrüstung meistens so gar nichts gemein hat (siehe Gäfgen-Urteil).

Man will Ihnen nicht abnehmen, dass Sie ebenso, wie alle hier, Doktor-Plagiate verurteilen und angemessene Sanktionen verlangen. Dass es Ihnen vielmehr um die Methodik geht. Sie haben es sinngemäß schon dargelegt: Ein Strafverfolger, ein Staatsanwalt, kann und darf nicht hergehen, den Betrugsfall einer Privatperson (oder meinetwegen auch halböffentlichen Person) mit Rang und Namen und allen privaten Daten ins Netz zu stellen oder an die Zeitung zu geben. Nicht einmal nach einem rechtskräftigen Urteil. Er machte sich strafbar.

Auch die Medien, die im Vroni-Fall identfizierend berichteten, haben sich strafbar gemacht (siehe meine zweifachen obigen Ausführungen). Frau Saß würde jeden Prozess gewinnen.

Also nochmal: Die Empörung über das Plagiat ist berechtigt, die intensive Prüfung (auch per Internet) ebenso, die öffentliche Hatz nicht. Die Vroni ist keine Guttenberg und keine Koch-Mehrin und auch kein Kachelmann.

Apropos Kachelmann (der wurde hier auch mehrmals erwähnt): Der Wettergott ist seit Jahren ein A-Promi ersten Ranges – vom Bekanntheitgrad her zumndest. Über ihn durfte uneingeschränkt identifizierend berichtet werden, in den Medien und im Netz. Trotzdem wird Kachelmann die meisten seiner angekündigten Prozesse gewinnen, aber nicht, weil er an die Öffentlichkeit gezerrt, an den Pranger gestellt und ihm eine angebliche Missetat vorgehalten wurde, sondern weil er zum Teil gnadenlos vorverurteilt wurde (siehe Bunte, siehe Alice Schwarzer und andere). Das ist der Unterschied.

Sie sind, Herr Spreng, in der Rolle des verzweifelten Lehrers, der einem Schüler klarmachen will, dass zwei und zwei vier ist, und der Bengel aus Trotz oder Dummheit immer wieder auf eine andere Zahl kommt.

Ein schönes Wochenende. Es geht ja schon los in Ihrem neuen Posting. Na dann!

97) Katja Neutze, Samstag, 06. August 2011, 20:59 Uhr

Herr Spreng, Sie schreiben oben: “Ich möchte wissen, was treibt einen Menschen dazu, eine Privatperson, … ölffentlich an den Pranger zu stellen und ihr damit weniger Persönlichkeitsrechte zuzubilligen als einem Angeklagten vor Gericht?”

Es wird keine Person an den Pranger gestellt, über die Betroffenen wurde auf dem VroniPlag-Wiki gar nicht diskutiert. Untersuchungsgegenstand ist die Dissertation. Die Dissertation wurde freiwillig veröffentlicht (das ist das Entscheidende!) und wird nun öffentlich untersucht. Da ist kein Persönlichkeitsrecht betroffen! Es wird ja nichtmal der Inhalt kommentiert, was subjektiv sein könnte!

Meiner Meinung nach liegt es geradezu im öffentlichen Interesse, wenn wer auch immer, gerne auch anonym, veröffentlichte wissenschaftliche Arbeiten auf wissenschaftliche Redlichkeit hin untersucht. Diejenigen, die dafür verantwortlich gewesen wären, der Erst- und Zweitgutachter, scheinen damit wohl regelmäßig überfordert zu sein.

98) Tilman-s, Samstag, 06. August 2011, 21:28 Uhr

Es ist legal, veröffentlichte Dokumente zu lesen. Niemand muss sich dafür rechtfertigen. Wer nicht will, dass seine Doktorarbeit gelesen wird, der darf keine schreiben. Leider geben Sie, Herr Spreng, mit Ihrem Artikeln den besten Grund, warum jeder Plagiatsjäger anonym bleiben sollte. Natürlich mögen die Motive im einzelnen niedere sein; da sie jedoch keine Straftat begehen, sind Argumente wie “der Zweck heiligt nicht die Mittel” einfach unpassend. Es ist nicht wie bei den Steuer-CDs, wo Unrecht mit Unrecht bekämpft wird, sondern Bürger machen lediglich von ihrem Recht gebrauch, öffentliche Doktorarbeiten einzusehen. Da alle Fakten in den Arbeiten sowie den Quellen stehen, haben die Betroffenen exzellente Möglichkeiten sich zu wehren, es sei denn die Vorwürfe stimmen.

Herr Spreng, ich schätze Ihre Meinung und werde weiter treuer Leser des Blogs bleiben, auch wenn ich Ihre Einschätzungen zu diesem Thema für falsch halte.

99) Anno Nym, Sonntag, 07. August 2011, 00:04 Uhr

@m.spreng: Die Antworten auf Ihren Fragenkatalog:

“Ich möchte wissen, was treibt einen Menschen dazu, eine Privatperson, die zweifellos zu Unrecht, aber nicht in strafrechtlich relevanter Weise ihren Doktortitel führte, ölffentlich an den Pranger zu stellen und ihr damit weniger Persönlichkeitsrechte zuzubilligen als einem Angeklagten vor Gericht?”

Was jemanden zur Verwirklichung des von Ihnen beschriebenen Tatbestandes treiben könnte, wird im Dunkeln bleiben, weil dieser hier nicht vorliegt:
1) Eine Person wird nicht an den Pranger gestellt. Die *Plag-Wikis unterscheiden sich inhaltlich nicht. Damit spricht schon gegen Ihre vorgeblich moralisch motivierte Position, dass sie bedeuten würde, ein Herr zu Guttenberg dürfe “an den Pranger gestellt” werden, eine Frau Saß nicht. Bei allen Unterschieden, die aus der öffentlichen Stellung einer Person folgen – warum diese hier nicht einschlägig sind, habe ich ausführlich dargelegt – wäre ein Pranger im Wortsinne für keinen der Autoren gerechtfertigt. Das Betrachten eines Prangers als gesellschaftlich zwangsläufige Einrichtung, wobei das persönliche Moralverständnis seiner medialen Wächter bestimmt, wer dort zu stehen hat, das wirkt schon etwas wie das Hochkochen einer boulevardjournalistischen Vergangenheit. In drei Blog-Artikeln und diversen Kommentaren wurde bislang nicht dargelegt, was eine Reihe von Textvergleichen zu einem Pranger macht. Dies wäre logisch nur anhand objektiver Merkmale möglich, nicht anhand des (unterstellten) Motivs der Urheber der Vergleiche. Für Sie scheint es dagegen eben nur anhand dieser Mutmaßungen bezüglich der Motive möglich. Eine schwache Position.
2) Der Person werden damit nicht weniger Persönlichkeitsrechte zugebilligt als einem Angeklagten vor Gericht. Im Detail habe ich bereits ausgeführt, warum dies nicht der Fall ist, ohne eine substantiierte oder wenigstens bemühte Entgegnung gefunden zu haben. Argumentativ reicht es nicht aus, Begriffe wie Persönlichkeitsrechte, Grenzen der Meinungsfreiheit oder (von anderen) Anfangsverdacht und wissenschaftliche Rechtfertigung aus dem Äther zu ziehen, weil sie augenscheinlich der eigenen Position dienen, ohne sie auf sinnvolle, objektivierbare Deduktionen aus dem gegebenen Sachverhalt zu stützen und ohne ihren präzisen Bedeutungsgehalt zu wahren.


“Warum hat er sich ausgerechnet Veronica Stoiber vorgeknöpft und nicht Frau Dr. Müller oder Frau Dr. Meier?”

Die wissenschaftliche Literatur knöpft sich regelmäßig die Müllers und Meiers vor. Man kann auch nicht sagen, dass dies unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfolge. Die entsprechenden Rezensionen genießen vielmehr Kultstatus in ihren jeweiligen Fachgebieten, z.B. auch die Rezension eines Jochen Schneider, Die männliche Beschneidung (Zirkumzision) Minderjähriger als verfassungs- und sozialrechtliches Problem, durch Putzke in ZIS 2009, 177.
Für die Plagiatssuche im Rahmen eines Online-Projekts ist ein Mindestmaß an Bekanntheit des Autors oder der Autorin hilfreich, um Interessierte Beteiligte zu gewinnen (deren vielfältige Motive ändern an der Art der Sache, wie gesagt, nichts). Zudem ist der Zweck dieser Projekte darauf festgelegt, Plagiate zu enttarnen, und nicht allgemeine Rezensionen abzugeben. Daher ist es zweckmäßig, im Vorfeld ein Werk nicht wahllos heraus zu greifen, sondern sich auf eine Auswahl von Persönlichkeiten zu konzentrieren, die eine Doktorarbeit in einer potenziell plagiatsfördernden Gemengelage persönlicher Voraussetzungen angefertigt haben. Dabei mögen tatsächlich ganz böse Vorurteile eine Rolle spielen, die allerdings damit zugleich dem leider unverwirklichten Risiko des Widerlegtwerdens ausgesetzt werden. Die Arbeit von Veronica Saß bot sich nach einer solchen Betrachtung an.


“Welche persönlichen Motive trieben Herrn Heidingsfelder?”

Das ist seine Sache. Meine bescheidene Vermutung dazu ist, dass die genannte Recherchearbeit durch eine politische Grundüberzeugung beeinflusst worden sein könnte. Wäre das der Fall, wäre nichts dabei. Irgendwo muss man ja anfangen und tut es in der Regel dort, wo es einem am leichtesten fällt. Es ist Merkmal einer pluralistischen Gesellschaft, dass dieser persönliche Kontext in der Meinungsäußerung nicht unterdrückt zu werden braucht. Die Berichterstattung von Monitor und Report München findet ebenso vor verschiedenen Hintergründen statt und ist allein deshalb nicht jeweils illegitim.


“War es Rache, Niedertracht oder was immer?”

Läge es nicht näher, nach Ihrem Motiv der penetranten Gedankenerforschung des Herrn Heidingsfelder zu fragen, als nach dem Motiv für seine vollkommen selbstverständliche, grundrechtlich geschützte Tätigkeit? Wenn Sie dieser Tätigkeit die Berechtigung absprechen wollen, tun Sie dies anhand der Tätigkeit, nicht anhand etwaiger Motive, und (verfassungs)rechtlich begründet, nicht so dilettantisch wie in Ihren Ausführungen zur Meinungsfreiheit.

(Die Frage nach dem Motiv ist im übrigen selbstverständlich legitim (hier nur irrelevant); obwohl er nach Ihrem Verständnis ja blitzartig in seiner Prominenz an Frau Saß vorbeigezogen sein müsste, damit man sie überhaupt stellen dürfte.)


“Der Zweck heiligt nicht alle Mittel und Motive.”

Das diskutierte Mittel bedarf keines weiteren Segens unter dem Grundgesetz und die Motive für derlei wahlfreie Mittel bedürfen seiner erst Recht nicht.

100) Michael A. Nuckel, Sonntag, 07. August 2011, 11:48 Uhr

@ Bernd S.

“Ein Strafverfolger, ein Staatsanwalt, kann und darf nicht hergehen, den Betrugsfall einer Privatperson (oder meinetwegen auch halböffentlichen Person) mit Rang und Namen und allen privaten Daten ins Netz zu stellen oder an die Zeitung zu geben. Nicht einmal nach einem rechtskräftigen Urteil. Er machte sich strafbar.”

1) Was wollen Sie damit sagen? Reden wir hier bei VroniPlag” über Strafverfolger und andere?
2) Ergänzend: Erfaßt Ihre Sichtweise auch eine Veröffentlichung, wie in der Kritischen Justiz im Falle “zu Guttenberg” geschehen? Wenn nein, wie ich vermute, dann ist Ihre obige Passage unbrauchbar, weil Sie etwas thematisieren wollen, was nicht vorliegt.
3) Sind Sie etwa juristischer Laie (so wie Sie bei Ihrem ersten Beitrag mit Art. 1 ff. GG (Menschenwürde und was noch???) argumentieren wollen?

101) Gunnar, Sonntag, 07. August 2011, 11:49 Uhr

Herr Spreng,

wo ist denn eigentlich Ihre journalistische Neugier bei der Frage, was einen Menschen dazu treibt die gesamte Wissenschaftswelt zu betrügen?

102) Hegel, Sonntag, 07. August 2011, 13:24 Uhr

@M. Spreng
> Letzter Versuch, liebe Kritiker.

Letzter Versuch, Herr Spreng. Da sie geflissentlich – auch auf Nachfrage – bereits gegebene Antworten ignorieren, hat es wohl wenig Sinn, sie weiter auf die Lücken Ihrer Argumentation hinzuweisen.

> die zweifellos zu Unrecht, aber nicht in strafrechtlich relevanter Weise ihren Doktortitel führte

Schon wieder diese Verharmlosung. Wird ihr Betrug dadurch irgendwie besser und weniger schädlich?

> ölffentlich an den Pranger zu stellen und ihr damit weniger Persönlichkeitsrechte zuzubilligen als
> einem Angeklagten vor Gericht?

Wer eitel genug ist, im Guten die Öffentlichkeit zu suchen, sollte es auch vertragen können, im Schlechten dort zu stehen.

> Warum hat er sich ausgerechnet Veronica Stoiber vorgeknöpft und nicht Frau Dr. Müller oder
> Frau Dr. Meier?

Weil die öffentliche Bagatellisierung des Guttenberg-Betrugs durch CDU/CSU-Granden einfach zu dreist war anzunehmen, dass nicht noch andere aus dieser Clique vergleichbaren Dreck am Steck haben?

> Welche persönlichen Motive trieben Herrn Heidingsfelder?
> War es Rache, Niedertracht oder was immer?

Allein, dass Rache und Niedertracht satt bspw. Gerechtigkeitsempfinden von Ihnen als erstes genannt werden, zeigt wieder überdeutlich, wessen Geistes Kind Sie sind.

> Der Zweck heiligt nicht alle Mittel und Motive.

Der Zweck trägt aber sicherlich dazu bei, den “Herrschenden” auf die Finger zu klopfen, da die Journaille ja schon längst mit im Boot sitzt. Auf die Ironie, dass ausgerechnet ein BILD-Ehemaliger plötzlich was von Nachsicht, Moral usw. erzählen will, braucht man wohl nicht weiter einzugehen.

@Bernd S.
> Geben Sie es auf, Herr Spreng, gegen blinden Fanatismus kommen auch Sie nicht an.

Dumm nur, dass die hier vorgebrachten Argumente weder das Eine noch das Andere waren.

> Auch die Medien, die im Vroni-Fall identfizierend berichteten, haben sich strafbar gemacht (siehe
> meine zweifachen obigen Ausführungen). Frau Saß würde jeden Prozess gewinnen.

Ihre Häufgkeit der Ausführungen ändert nur rein gar nichts an deren Falschheit. Soviel also zum dumm Bengel, der partout nichts einsehen will.

103) dekaha, Sonntag, 07. August 2011, 14:28 Uhr

“4. Die Diskussion über Anonymität im Netz wurde nicht von mir erfunden. Sie wird längst breit geführt, auch von Internet-Aktivisten.”

“Breit geführt” sollte sie werden, jedoch beschränkt sich die “Breite” der Diskussion darauf, daß die Meinung von (meist) konservativen Politikern in der Presse wiedergegeben wird – meist unkommentiert und vor allem unwidersprochen. Eine wirkliche Diskussion findet doch nicht nachvollziehbar statt, Gegenmeinungen tauchen in der Berichterstattung so gut wie nie auf.

MfG dkh

104) sk8erBLN, Sonntag, 07. August 2011, 14:32 Uhr

das mit der journalistischen Neugier werter Herr Spreng ist natürlich Quatsch.

Wäre dem so müssten sie hier nicht ihren- inzwischen persönlich anmutenden- Feldzug fortsetzen sondern würden -nachdem der Urheber bekannt ist- das Gespräch direkt mit ihm suchen. Das würde ganz nebenbei sicher auch seine Motive mehr erhellen als ihre spekulativen Seitenhiebe.

Zum Rest wurde hier inzwischen hinreichend alles gesagt, wenn auch vielleicht noch nicht von jedem. Ich jedenfalls schenke mir das und stelle fest: Auch bei ihrem dritten Anlauf in dieser Sache “I am not convinced” Ah ja, wie wäre es denn zur Abwechslung mal damit wieder die Täter zu prügeln und nicht die Überbringer der schlechten Nachrichten.

105) v. Hammerdings, Sonntag, 07. August 2011, 14:52 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

kann es sein, dass Sie sich der Familie Ihres früheren Arbeitgebers dermaßen verpflichtet fühlen, so dass Sie sich bemüßigt sehen, einen absurdes Pamphlet gegen die Herren und Damen Plagiatsjäger zu schreiben? Dabei ist die deren Motivation absolut irrelevant, solange aus wissenschaftlich objektiver Sicht ein Fehlverhalten der Untersuchten nachgewiesen werden kann.
Es steht jedem frei, auch die politische Gegenseite nach Plagiatoren zu durchforsten. Ich jedenfalls bin dem Schwarm überaus dankbar und wünsche ihm auch zukünftig viel Erfolg beim Aufspüren von Dieben geistigen Eigentums.

106) Thomas Schwank, Sonntag, 07. August 2011, 15:19 Uhr

Herr Sreng, ich verstehe Ihren Beitrag nicht. Was wollen Sie eigentlich damit sagen? Dass Sie Plagiate gut heißen?

107) Internet, Sonntag, 07. August 2011, 15:21 Uhr

Herr Spreng,

ich kann Ihnen hiermit versichern, dass ich weder von VroniPlag noch von Herrn Heidingsfelder missbraucht wurde!

108) Paula Eva, Sonntag, 07. August 2011, 18:43 Uhr

Hallo Herr Spreng,

ich sehe das mit der Veröffentlichung des Namens sehr zwiespältig und der Umgang eines Herrn Jorgo Chatzimarkakis (FDP) mit dieser Veröffentlichung gibt mir Recht.
http://www.sueddeutsche.de/karriere/vroniplag-plagiatejaeger-wird-zum-gejagten-1.1128498

Außerdem sollte Sie doch darüber froh sein, dass nun Doktorarbeiten auch von den Unis und Professoren wieder ernster genommen werden.

109) Bernd S., Sonntag, 07. August 2011, 19:42 Uhr

@all

Es besteht volle Übereinstimmung aller Teilnehmer hier, dass Doktor-Plagiate, wissenschaftlicher Unterschleif oder geistiger Diebstahl jedweder Form empörend sind, angemessen geahndet und gesühnt werden müssen, ohne Ansehens der Person und des Standes – sei es Guttenberg, sei es Koch-Mehrin, sei es Veronica Saß oder all die anderen, die derzeit im Gespräch sind oder die noch ins Gespräch kommen werden.

Es besteht ferne volle Übereinstimmung, dass eine Dissertation ein öffentliches Werk ist, das jederzeit von jedermann eingesehen und überprüft werden kann und darf.

Es besteht weiter volle Übereinstimmung, dass den Plagiatsjägern, die sich die Mühe der Überprüfung machen, öffentlicher Dank gebührt. Sie müssen in der Tat ihre Arbeit im Verborgenen und anonym machen dürfen, sonst könnte das nicht funktionieren. Sie tragen in erheblichem Maße zur geistigen Hygiene und moralischen Sauberkeit des Landes bei.

Es besteht weiter Übereinstimmung, dass in Fällen wie Guttenberg, Koch-Mehrin und weiteren bekannten Politikern, die in erheblichem Maße über Wohl und Wehe des Staates und der Gesellschaft mitzuentscheiden und Vorbildcharalter haben, dies auch breit und vor aller Öffentlichkeit und in allen Medien und im Netz diskutiert werden kann und muss. Wir brauchen anständige Leute in den Entscheiderzirkeln und keine Betrüger. Dies gilt auch für alle anderen Führungsebenen. Selbstverständlich nicht nur Führungsebenen, aber dort besonders.

Es besteht keine Übereinstimmung darüber, ob über Veronika Saß und ihr Plagiat in ebenso ungezügelter Weise öffentlich debattiert und berichtet werden darf wie zum Beispiel über Guttenberg oder auch Koch-Mehrin und andere. Hier kommt von mir ein klares Nein. Veronika Saß ist als Tochter eines bekannten Vaters trotzdem keine Person der Öffentlichkeit, auch wenn sie hin und wieder – gewollt oder ungewollt – im Rampenlicht auftaucht. Damit genießt sie, wie jede andere Privatperson, den hohen Schutz der Persönlichkeitsrechte, die es verbieten, persönliche Verfehlungen, auch wenn sie nicht unerheblich sind, sofort in identifizierender Weise an die Öffentlichkeit zu zerren. Das ist eine klare Rechtslage. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum.

Doktorarbeiten sind öffentlich. Wissenschaftler bleiben damit aber weitgehend unter sich, keine einzige Dissertation hat ein Millionenpublikum erreicht. Mit der Veröffentlichung im Internet und in diversen Medien ist bei Frau Saß genau dieses aber geschehen und damit gegen ihre Persönlichkeitsrechte verstoßen worden..

Ich bin der klaren Meinung – und ich werbe hier für Zustimmung – dass Plagiatsfahnder im Netz dafür sorgen müssen, dass ihre Aktivitäten nicht einem Millionenpublikum bekannt werden können, sondern in jenen Kreisen bleiben, die es angeht und welche die Konsequenzen zu ziehen haben. Handelte es sich um Heini Meier oder Lieschen Müller, würde es ohnedies niemanden interessieren. Das ist und das war der Sinn meiner bisherigen Ausführungen in diesem Kommentarblog, und so habe ich auch Michael Spreng verstanden. Dass Spreng dies auch mit einem Feigheitsaspekt verbindet, wenn jemand unter Pseudonum und damit anonym agiert, habe ich als einen gesunden und provokativen und damit auch erfrischenden Aspekt empfunden, der die Debatte leider ein wenig zu stark befeuert hat.

Es besteht, abschließend, sicherlich auch Übereinstimmung, dass im Netz hin und wieder auch Feigheit zu beobachten ist, bis hin zu einer Heckenschützenmentalität. Wer wollte dies bestreiten?

Quidquid agis, prudenter agas, et respice finem!

Das ist mein Kompromissvorschlag. Wer darin eine Sünde zu erkennen glaubt, der werfe den ersten Stein. Gerne.

Ihnen allen eine schöne Woche!

110) sk8erBLN, Sonntag, 07. August 2011, 19:45 Uhr

Und noch etwas, wo Sie so gerne auf Aufhebung von Anonymität im Web drängen:

“Die anonyme Nutzung ist dem Internet immanent […] Eine
Beschränkung der Meinungsäußerungsfreiheit auf Äußerungen, die einem
bestimmten Individuum zugeordnet werden können, ist mit Art. 5 Abs. 1
Satz 1 GG nicht vereinbar. Die Verpflichtung, sich namentlich zu
einer bestimmten Meinung zu bekennen, würde […] die Gefahr
begründen, dass der Einzelne aus Furcht vor Repressalien oder
sonstigen negativen Auswirkungen sich dahingehend entscheidet, seine
Meinung nicht zu äußern. Dieser Gefahr der Selbstzensur soll durch
das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung entgegen gewirkt werden
[…].”

BGH, Urteil v. 23.06.2009, Az. VI ZR 196/08, Link:
http://www.telemedicus.info/urteile/816-VI-ZR-19608.html

Und dieser Internetausdrucker sollte vielleicht auch noch mal einen Blick in das BGH Urteil werfen
Innenminister Friedrich fordert Ende der Anonymität im Netz
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,778803,00.html
Aber ach was sage ich, am besten die CDU schafft das Internet gleich ganz ab. Spätestens dann, wenn mehrere hunderttausend kleine Hans-Peter Friedrichs durchs Web 2.0 wabern.

Es wird Zeit dass sich diese Regierung ab schafft!

111) sk8erBLN, Sonntag, 07. August 2011, 20:14 Uhr

Ach ja, das ist natürlich jener H.-P. Friedrich der sich mit Händen und Füßen gegen eine Kennzeichnungspflicht -auch nur mit Nummern- von Polizeibeamten ausgesprochen hat und der soeben nicht nur seine abgrundtiefe Ahnungslosigkeit in Punkto WWW vorgeführt hat sondern auch deutlich macht, was er von seinem geleisteten Amtseid so hält.So von wegen “”Ich schwöre, das Grundgesetz und alle in der Bundesrepublik Deutschland geltenden Gesetze zu wahren ”

Da kann Friedrich ja nur noch von Glück sagen dass der Amtseid hat: ” laut Aussage des ehemaligen Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse keinerlei rechtliche Bedeutung, gegen Verletzungen des Amtseides kann nicht juristisch vorgegangen werden. ”

http://de.wikipedia.org/wiki/Amtseid#Diensteide_in_Deutschland

Das Web ist kein bayrisches Bierzelt, da wäre er besser endlagelagert worden!

112) sol1, Sonntag, 07. August 2011, 21:13 Uhr

@ Bernd S.

“Doktorarbeiten sind öffentlich. Wissenschaftler bleiben damit aber weitgehend unter sich, keine einzige Dissertation hat ein Millionenpublikum erreicht. Mit der Veröffentlichung im Internet und in diversen Medien ist bei Frau Saß genau dieses aber geschehen und damit gegen ihre Persönlichkeitsrechte verstoßen worden..

Ich bin der klaren Meinung – und ich werbe hier für Zustimmung – dass Plagiatsfahnder im Netz dafür sorgen müssen, dass ihre Aktivitäten nicht einem Millionenpublikum bekannt werden können, sondern in jenen Kreisen bleiben, die es angeht und welche die Konsequenzen zu ziehen haben. ”

*lol*

Wissenschaft als etwas, das sich unter Ausschluß der Öffentlichkeit abzuspielen hat?

Mit dieser verqueren Ansicht werden Sie hier hoffentlich auf Granit beißen.

113) Michael A. Nueckel, Montag, 08. August 2011, 08:14 Uhr

@ Bernd S:

“Ich bin der klaren Meinung – und ich werbe hier für Zustimmung – dass Plagiatsfahnder im Netz dafür sorgen müssen, dass ihre Aktivitäten nicht einem Millionenpublikum bekannt werden können, sondern in jenen Kreisen bleiben, die es angeht und welche die Konsequenzen zu ziehen haben”

Auf keinen Fall, also ein klares NEIN.

114) Gunnar, Montag, 08. August 2011, 10:49 Uhr

@Bernd S.

Eine öffentliche Arbeit darf also nicht öffentlich diskutiert werden? Wie stellen Sie sich das rein praktisch vor und wo ziehen Sie denn die Grenzen? Dürfen nur Wissenschaftler aus dem gleichen Fachbereich einander kritisieren? Muss man mindestens promoviert oder gar habilitiert sein, wenn man auf wissenschaftlichen Betrug hinweisen möchte? Und auf welches Medium hätten Sie es denn gerne beschränkt? Nur das schwarze Brett im juristischen Semiar?

115) Da krieg ich Plag, Montag, 08. August 2011, 10:51 Uhr

Ich bin relativ fassungslos. Während über Frau Koch-Mehrin und Herrn Chatzimarkakis keiner mehr spricht und sie als überführte Betrüger und Lügner weiter ein fürstliches Abgeordnetenbehalt beziehen, geht es nun also um mögliche Motive des VroniPlag-Gründers?

Who the **** cares? Die Diskussion gerade zeigt doch gerade, warum die Anonymität zu bevorzugen ist: Das Gegenüberstellen von Dissertation und (nicht nachgewiesenen) Quellen ist transparent genug, die Fakten sind eindeutig und für JEDEN, der sich damit befassen möchte, ersichtlich. Wer das macht, in welchen Fällen, und aus welchen Motiven, das ist VOLLKOMMEN sekundär.

Ich weiß, bei meiner Magisterarbeit würde es eine solche Gegenüberstellung nicht geben können, denn ich habe korrekt gearbeitet. Weil ich wusste, dass sich das so gehört, und weil mir klar war, dass ich eine Arbeit einreiche, die zumindest theoretisch öffentlich ist und überprüft werden kann. Herr Chatzimarkakis wusste das, Frau Koch-Mehrin wusste das, Herr zu Guttenberg wusste das. Sie haben sich entschieden, nicht korrekt zu arbeiten. Was spielt es für eine Rolle, wer aus welchen Motiven eine verÖFFENTLICHte Arbeit mit Quellen gegenüberstellt, aus denen Texte übernommen wurde?

Schauen wir uns doch an, was es gebracht hat, dass nun in einem Fall die Anonymität nicht mehr gegeben ist. (Frau Weber-Wulff ist ja übrigens schon längst bekannt, das wird völlig ignoriert). Herr Chatzimarkakis unterstellt persönliche Motive. Und lenkt damit völlig von dem einzigen Faktum ab, um das es geht – seinem eigenen Täuschungsversuch. Und Sie, Herr Spreng, der Sie neulich noch so wichtige deutliche Worte für Chatzimarkakis’ Verhalten gefunden haben, fallen voll darauf herein.

Manchmal glaube ich wirklich, ich bin im falschen Film…

116) Manfred Eiben, Montag, 08. August 2011, 11:42 Uhr

Unter Kohl war das jemals anders? Damals verlangte der ewige Kanzler Speichelleckerei der üblen Sorte, und dass man den Kanzler ob seiner besonderen Verdienste lobte, seiner Verdienste um die deutsche Einheit etwa, die er nach Gutsherrenart mit Blick auf seine Erwähnung im Geschichtsbuch anging und dann seine Selbstaufgabe Deutschlands in Europa, wie Franzosen anmerkten war Maastricht Versailles ohne Krieg, ein mieser Deal. Die CDU hat immer nur den katholischen Teil der Konservativen bedient, nicht die Preußen. Die CDU war nie mehr als das Gegengift der Allierten für die Sozialdemokraten, Schumacher hat das gut verstanden, als er offen Adenauer als “Bundeskanzler der Allierten” titulierte.

Ich bin – sieht man von ihrer prinzipienlosen Haltung und der gesinnungslosen Haltung der Kanzlermehrheit in der Guttenberg-Frage mal ab – von dieser Kanzlerin überzeugt. Sie ist unideologisch, sie trifft schnell die richtigen und unkonventionellen Entscheidungen, aber sie erklärt sie nicht. Und dann wundert sich der Beobachter, dass die Entscheidungsfindung nicht in sein Weltbild passt. Natürlich war es richtig, dass Deutschland sich im Sicherheitsrat enthalten hat und nirgendwo ein Thema, außer in Deutschland wo man sich verwundert fragt ob man das denn dürfe. Dabei weiss jeder Beobachter, dass der Libyen-Feldzug eine Falle der Franzosen für die Amerikaner war, mit dem Ziel sie zum Rückzug aus Europa zu bewegen, das kann Deutschland nicht wollen. Sie macht alles richtig, als sie die Atomkraftwerke verlängert und sie reagiert schnell und unsentimental als es eine Neubewertung der Lage erforderlich macht radikal auszusteigen. Mit dieser Kanzlerin kann man was anfangen!

Und manche Strukturen bleiben eben gleich. Merkels Hintze heisst Pofalla, der die Rolle des Parteieunuchen an der Seite der Kanzlerin hat.

117) IANAL, Montag, 08. August 2011, 13:59 Uhr

Letzter Versuch, lieber Herr Spreng: Mag sein, dass der Vroniplag-Gründer, dessen Namen ich längst wieder vergessen habe (weil er mir nämlich völlig egal ist), aus niedersten persönlichen Motiven gehandelt hat. Mag sein (auch wenn ich es für sehr unwahrscheinlich halte), dass das für alle Mitarbeiter des Wikis gilt.

Das ist aber völlig egal.

Entscheidend sind die über das Wiki vorgelegten Beweise dafür, dass die Damen und Herren Koch-Mehrin, Chatzimarkakis, Saß et al. sich durch Betrug den Doktorgrad erschlichen haben. Und nur um diese Beweise ging es in den Wikis.

Im Übrigen steht es jedem frei, in bestehenden oder neu zu gründenden Wikis die Dissertationen aller promovierten Meiers, Müllers, Schulzes usw. dieser Republik auf Plagiate zu untersuchen, solange dabei in der Sache transparent vorgegangen wird, wie dies bei Vroniplag der Fall ist.

Ihre journalistische oder sonstwie begründete Neugier will ich Ihnen natürlich nicht nehmen. Ich kritisiere aber, dass Sie aus Ihrer ganz persönlichen Neugier den Anspruch ableiten, “die Jäger müssen sich stellen”.

Und schließlich würde mich interessieren, worin das von Ihnen diagnostizierte “ölffentlich an den Pranger zu stellen und ihr damit weniger Persönlichkeitsrechte zuzubilligen als einem Angeklagten vor Gericht” denn eigentlich bestanden hat? Welche Persönlichkeitsrechte wurden Frau Saß denn durch Vroniplag vorenthalten? Es ging in der ganzen Angelegenheit nur um ihre Dissertation, die sie selbst der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt hat. Die Möglichkeit, sich zu verteidigen, hätte sie jederzeit gehabt (sie hätte ihr angesichts der derart offensichtlichen Faktenlage wohl aber nicht genutzt). Und zumindest durch Vroniplag wurden keinerlei andere Aspekte der Person Saß an die Öffentlichkeit getragen als die – ich kann es nicht oft genug betonen – durch Frau Saß selbst in die Öffentlichkeit getragene Dissertation.

118) schwitzig, Montag, 08. August 2011, 14:47 Uhr

Das geht auch kürzer:

Spreng: “Hängt den Boten!”

119) Hegel, Montag, 08. August 2011, 17:06 Uhr

@Bernd S.

Von mir auch: Auf keinen Fall, also ein klares NEIN.

120) Martin Klicken, Montag, 08. August 2011, 21:36 Uhr

Im Kommentarteil hier (bzw. “Internetpranger”) wurde jetzt in 2 Tagen vom Umfang her geschätzt ca. 100x mehr über Veronica Saß geschrieben (bzw. “angeklagt” oder “verleumdet”), als im VroniPlag Wiki (in dem nur die Dissertation behandelt wird!) seit es besteht. Ist das erlaubt? Müsste nicht jeder der Diskutanten (bzw. “Jäger” oder “Blockwarte”), der sich hier dazu äußert, mit “offenem Visier kämpfen”, und seine sachlichen Diskussionsbeiträge, pardon, “feigen Heckenschützenangriffe” durch Vorlage seines Personalausweises legitimieren?
Wie weit darf der Missbrauch des Internets noch weiter vorangetrieben werden, auch durch Sie, Hr. Spreng!? Sehen Sie nicht, dass Sie durch Ihr Blog einer unsäglichen Verleumndungskampagne anonymer Feiglinge den Weg bereiten, die sich hinterhältig aus dem Dunklen mit Pseudonymen meuchelnd hier zu Themen äußern, die sie überhaupt nichts angehen! Und Sie bieten diesen heuchlerischen Gutmenschen noch eine Plattform. Gibt es nichts Wichtigeres zu besprechen? Wahrscheinlich alles Arbeitslose und Neider hier, die nicht mit ihrem Namen zu ihrer Meinung stehen. Ich denke, Sie haben sich missbrauchen lassen, Hr. Spreng. Das kann nur eine Kampagne der Linken sein – oder Außerirdischer. Vor nicht allzulanger Zeit hätte man schon gewusst, was man mit solchen Leuten gemacht hätte.

Na, klickert’s?

121) sk8erBLN, Dienstag, 09. August 2011, 10:17 Uhr

@ Bernd S
“Wer darin eine Sünde zu erkennen glaubt, der werfe den ersten Stein. Gerne.”
*virtuellen Stein werf*

@ Martin Klicken

gehts nicht auch ein paar Nummern kleiner als

“einer unsäglichen Verleumndungskampagne anonymer Feiglinge den Weg bereiten, die sich hinterhältig aus dem Dunklen mit Pseudonymen meuchelnd hier zu Themen äußern, die sie überhaupt nichts angehen! ” und
“Und Sie bieten diesen heuchlerischen Gutmenschen noch eine Plattform”?

Wäre vielleicht angebracht, aber auch Ihnen steht selbstverständlich zu eine Meinung zu äußern – und sei sie noch so verquer und abstrus. Das nennt sich Meinungsfreiheit und sogar ihr Gesabbel ist davon abgedeckt.. Aber wir stimmen überein, wenigstens an diesem Punkt: “es gäbe wichtigeres zu besprechen”. :-P

122) Frankilein66, Dienstag, 09. August 2011, 13:14 Uhr

@sk8erBLN

Zu ihrem Kommentar zu Martin Klicken.

Aus gegebenem Anlass hier noch einmal die Definition für rhetorische Ironie.

Die einfachste Form der rhetorischen Ironie besteht darin, das Gegenteil von dem zu sagen, was man meint.
(Quelle: Wikipedia)

Warum ist das für linke Gutmenschen nur so schwer zu verstehen?

123) Benjamin, Dienstag, 09. August 2011, 13:22 Uhr

Das Internet speichert alle Äußerungen – anders als ein Gespräch zwischen drei, vier Personen in einer Bar, wo dasselbe gesagt wird. Warum sollte ein Fremder mehr über einen wissen, nur weil er bei Google meinen Namen sucht und dann alles mögliche über mein Privatleben erfährt? Anonymität im Internet ist daher kein “Deckmantel”, sondern nur ein legitimes Mittel, auch die eigene Privatsphäre zu schützen. Straftaten können anhand der IPs heute bereits aufgeklärt werden. Freie Meinungsäußerungen fallen aber nicht darunter. Grobe Pöbeleien gehören freilich nicht dazu. Und Blogger etwa sind ohnehin nicht anonym, wenngleich Innenminister Friedrich sich gerade diesbezüglich profilieren wollte und ein “Ende der Anonymität” forderte. Manche verstehen leider immer noch nicht das Net.

Lesenswert: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,778988,00.html

124) IANAL, Dienstag, 09. August 2011, 14:36 Uhr

@sk8erBLN
kleiner Tipp: Ironiedetektor einschalten, dann den Beitrag von Martin Klicken nochmal lesen.

125) Peter Christian Nowak, Dienstag, 09. August 2011, 16:39 Uhr

Also Herr Klicken…manchmal ist es ganz gut mal durch zu atmen, bevor man schreibt. Was haben Arbeitslose mit den Plagiatsvorwürfen zu tun? Nur als Beispiel aus Ihrem Fundus der Beschwerde..

Meinen Sie nicht auch, daß Leute, die von anderer Leut´ teilweise die Urheberrechte klauen nicht doch irgendwie zu kritisieren sind? Erst recht, wen es sich um Leute des öffentlichen Lebens handelt? Bei Frau Saß bin ich mir nicht sicher, ob sie in diese Kategorie passt. Aber lesen Sie mal diverse Einträge hier. Die sind in dieser Frage dezidierter Meinung.

126) Peter Christian Nowak, Dienstag, 09. August 2011, 16:52 Uhr

@ Fränkilein66

^^Warum ist das für linke Gutmenschen nur so schwer zu verstehen?^^

Vielleicht, weil linke Gutmenschen nicht wirklich Gutmenschen sind…werde mich bemühen Ironiker und sonstige Spaßvögel sicherer zu entlarven…(Ahem).

127) Andreas Kern, Mittwoch, 10. August 2011, 20:14 Uhr

Lieber Herr Spreng, in Anbetracht Ihrer Beiträge würde ich selbst eine Werbepause vor dem Lesen in Kauf nehmen, wenn sie denn häufiger zu lesen wären. Vermutlich weilen Sie im Urlaub – es sei Ihnen vergönnt! Schöpfen Sie weiterhin Kraft für unabhängige, geistreiche, verständliche und spannende Kommentare. Danke dafür!

128) EStz, Donnerstag, 11. August 2011, 13:14 Uhr

@ Frankilein66, Dienstag, 09. August 2011, 13:14 Uhr

Warum ist das für linke Gutmenschen nur so schwer zu verstehen?
___________________________________________________________

Schwere Frage…. schwere Antwort….
und man wird auch nicht schlauer, wenn man auf die vielen rechten Bösmenschen schaut….

Was Sind Sie? nicht, das es mich etwas angeht, ich frage nur aus Neugier.

:-)

129) nurmalso, Donnerstag, 11. August 2011, 16:23 Uhr

die alten wackelpapas von der altehrwürdigen printfront (wo ja nur mit offenem visier und hehren motiven gearbeitet wurde) bekommen gerade mit, dass sie “das” internet nie wirklich verstanden haben und rudern jetzt empört mit den armen.
und das ist auch gut so.
mehr ist dazu nicht zu sagen.

130) sk8erBLN, Donnerstag, 11. August 2011, 17:59 Uhr

am Sonntag, 07. August 2011, 19:45 Uhr schrieb ich:

“…Aber ach was sage ich, am besten die CDU schafft das Internet gleich ganz ab.
Es wird Zeit dass sich diese Regierung ab schafft!”

Und es gibt tatsächlich einen britischen DAU der damit umgehend nur 4 (!!) Tage später exakt das androht. Unfassbar von welchen Cré*** wir uns in Europa regieren lassen.

der britische Premier Cameron:

“Internet abschalten

Außerdem müsse darüber nachgedacht werden, im Notfall das Internet und soziale Netzwerke abzuschalten, um zu verhindern, dass sich Täter über Handys und Blackberrys verabreden könnten.”
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/3/0,3672,8317859,00.html

Ach ja, und die Armee muss außerdem her:

Cameron droht mit Einsatz der Armee

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,779674,00.html
Willkommen in Europa im Jahre 2011. Der Herbst verspricht heiß zu werden wenn erst einmal auch den Dümmsten klar wird dass ein vielfaches zur Rettung der Finanzindustrie aufgewendet wird als das gesamte Budget für soziales in Europa ausmacht. Es ist mehr als voraussehbar dass all die hübschen Bürgschaften in absehbar kurzer Zeit auch fällig werden.

Wozu Cameron konkret die Armee nun brauchte erschließt sich in diesem Kontext auch nicht ganz. Lt. “heute” Artikel:
“Trotz der Ereignisse will Cameron nicht auf die Kürzungen bei der Polizei verzichten. Die Londoner Polizei habe in den vergangenen Tagen bewiesen, dass sie in der Lage sei, aus den vorhandenen Ressourcen “den maximalen Effekt” herauszuholen.”

@ Fränkilein66

“Warum ist das für linke Gutmenschen nur so schwer zu verstehen?”

Weil die “Gutmenschen” so abgrundtief blöd dass sie aber auch rein gar nix raffen. Warum fragst Du? Als rechter Schlechtmensch weiß man das doch!

131) Frankilein66, Donnerstag, 11. August 2011, 19:12 Uhr

@EStz

Die rechten Bösmenschen verstehen sowieso keine Ironie, da gibts direkt aufs Maul!

Ich bin ein links-liberaler, der einer Bürgerrechts-FDP von Hirsch, Baum und Hamm-Brücher nachtrauert und der heutigen FDP-Generation nichts abgewinnen kann.

Mehr Outing erwarten sie bitte nicht von mir!

132) sk8erBLN, Freitag, 12. August 2011, 09:42 Uhr

@ sk8erBLN, Sonntag, 07. August 2011, 20:14 Uhr
“Ach ja, das ist natürlich jener H.-P. Friedrich der sich mit Händen und Füßen gegen eine Kennzeichnungspflicht -auch nur mit Nummern- von Polizeibeamten ausgesprochen hat.”

Das ist nun amtlich.

“Koalition lehnt Kennzeichnung ab
Bundespolizisten weiter anonym
Berlin hat es vorgemacht, doch der Bund zieht nicht nach: Außer in der Hauptstadt wird im restlichen Deutschland kein Polizist ein Namensschild an seiner Uniform tragen. Die Bundesregierung reagiert damit auf eine Anfrage der Grünen, die eine Kennzeichnung im Zusammenhang mit Übergriffen von Polizisten gefordert hatten.

Die Regierung erwiderte nun, sie sehe kein Defizit bei der Verfolgung von Dienstvergehen. Eine individuelle Kennzeichnung sei daher nicht nötig. Es lägen keine Erkenntnisse darüber vor, “dass Ermittlungsverfahren gegen Polizeibeamte der Bundespolizei nicht aufgeklärt werden konnten, weil es an einer individuellen Kennzeichnung fehlte”.”
http://www.n-tv.de/politik/Namensschild-bleibt-ab-article4031806.html

*Aplaus*

@ Frankilein66, Donnerstag, 11. August 2011, 19:12 Uhr

Das komische ist nur dass keiner der von Dir genannten honorigen Bürgerrechts-FDPler je auf die Idee käme andere als “Gutmenschen” zu klassifizieren. Irgendwas anderes dürfte da also noch sein….

133) sk8erBLN, Freitag, 12. August 2011, 09:56 Uhr

und apropos “Internet abschalten”als Antwort auf Unruhen in England. Kann mir mal wer erklären was die Britische Regierung von einer arabischer Tyrannen oder der Chinas unterscheidet?
Der Frage ging schon mal Jeff Jarvis (Professor für Journalisitk in New York City) im Guardian nach:

A social media crackdown is the wrong response to riots
If the UK government restricts social networking in answer to the riots, what separates it from the Arab tyrannies and China?
http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2011/aug/11/social-media-riots

Nachdenkenswert!

134) Guido, Mittwoch, 17. August 2011, 18:09 Uhr

Wer hat denn nun besch…? Der Vroniplag-Gründer oder die Vroni selbst?
Da kann es doch auch bei Ihnen nur eine Antwort geben. Und genau darum geht es letztendlich – genau wie bei einer anonymen Anzeige.

Und über Motive und deren moralische Komponente kann man immer streiten.
Für mich z.B. wäre eine Mitgliedschaft in Edmunds Wahlkampfteam undenkbar, da hätte ich schwerste moralische Bedenken ;-)

135) Georg, Donnerstag, 18. August 2011, 12:52 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,
ich lese gerne und regelmäßig Ihren Blog, schätze ich doch sehr Ihren unaufgeregten Stil sowie meist die Treffsicherheit Ihrer Argumentation. Hinzu kommt, dass ich viele Ihrer Sichtweisen teile.
Einzig bei der Argumentation um die Plagiatsjäger und Ihres damit einhergehenden Vorwurfs der Schwarmfeigheit muss ich Ihnen eindeutig widersprechen. Gerade durch die systematische und eindeutig belegbare Vorgehensweise legitimieren sich die Plagiatsjäger, sie schreien eben nicht reißerisch Verleumdungen ins Netz hinaus, sondern zeigen einfach nachzuvollziehnde Tatsachen auf. Täter sollten nicht zu Opfern gemacht werden, ebensowenig sollte man den Boten töten, wenn einem die Nachricht nicht gefällt. Dass es Menschen gibt, die sich dafür einsetzen Missstände sachgerecht aufzudecken, sollte doch eher Freude hervorrufen, als dass man sie mit echten Verleumdungstätern auf eine Stufe setzt. Anonym oder nicht anonym sollte keine Rolle spielen, wenn die Vorwürfe verifiziert und bestätigt sind.
Mit freundlichen Grüßen
Georg L.

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