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Ein Jäger stellte sich, aber…

Endlich hat sich einer der Jäger gestellt: einer der prominentesten Plagiatsjäger offenbarte sich bei “Spiegel-Online”, der Gründer von VroniPlag. Er heißt Martin Heidingsfelder, alias Goalgetter, und ist selbstständiger Programmierer in Erlangen.  

Allerdings ist das Interview ziemlich nichtssagend und lässt die entscheidenden Fragen offen. Warum hat sich Heidingsfelder von Guttenplag abgespalten, nachdem es seine (anonymen) Mitstreiter abgelehnt hatten, die Doktorarbeit von Veronica Stoiber zu untersuchen? Warum hat er ein Portal nur zur Verfolgung einer Privatperson gegründet, einer Frau, die außer der Tatsache, dass ihr Vater Edmund Stoiber heißt, keine Person der öffentlichen Interesses ist?

Der Name VroniPlag deutet schon darauf hin, dass es ihm um eine persönliche Angelegenheit ging – sicher kein ehrenwertes Motiv. Dass VroniPlag anschließend noch die FDP-Europaabgeordneten Silvana Koch-Mehrin und Jorgo Chatzmarkakis zur Strecke brachte, ändert nichts an diesem Befund. Und die Tatsache, dass sich ein Jäger endlich gestellt hat, ändert nichts an der Schwarmfeigheit im Internet.

Solange Heidingsfelder nicht seine Motive für die Gründung von VroniPlag enthüllt, bleibt der Verdacht bestehen, dass er das Internet missbraucht hat.

Lesen Sie dazu auch meine Beiträge “Die Jäger müssen sich stellen” [1] und “Schwarm-Intelligenz und Schwarm-Feigheit” [2]