Sonntag, 11. September 2011, 23:24 Uhr

Jauch: Bewährungsprobe vertagt

Ob Günther Jauch eine spannende, kontroverse, unterhaltsame, aber auch lehrreiche Talkshow moderieren kann, diese Frage blieb bei seiner ersten Sendung unbeantwortet. Denn er drückte sich um diese Frage, indem er nicht am 4. September startete, sondern erst am 11. September – mit einer Sondersendung zum Gedenktag des Terroranschlags in New York. Damit verschob er den Start der eigentlichen Talkshow um zwei Wochen.

Die Sondersendung brachte auf jeden Fall keine neuen Erkenntnisse. Wie sollte sie auch? Sie war “Stern-TV” mit politischen Gästen, und einer Literaturkritikerin, die am Tag der Anschläge aus New York abreiste sowie einem Fußballtrainer in der Rolle eines jungen Scholl-Latour – der Landeskenner, der alles über “den Amerikaner” weiss. Viel Betroffenheit, einfühlsame Fragen, nicht zu viel Kontroverse. Eine politische Talkshow wäre es gewesen, wenn sich Ex-Minister Peter Struck, Jürgen Todenhöfer und Springer-Chef Mathias Döpfner richtig hätten streiten können oder müssen.

So blieb alles recht freundlich und verbindlich. So wie der Moderator.

Jauchs Bewährungsprobe kommt erst, wenn er sich den Mühen der politischen Ebene stellen muss. Wenn es um den Euro und die Zukunft Europas geht, um die Finanzindustrie, um Macht und Ohnmacht der Politik und den Streit um die besseren Lösungen zur Altersarmut oder Pflegeversicherung. Wenn er versuchen muss, aus trockenen Zitronen wie Volker Kauder, Dirk Niebel, Gesine Lötzsch oder Andrea Nahles noch politischen Saft herauszupressen. Wenn Nieten nicht nur an der Wand des Gasometers sitzen, sondern in den schicken Sesseln, und der Rost der Studiowand der Rost der Politik ist.

Erst dann werden die politisch interessierten Zuschauer wissen, ob es sich lohnt, sonntags auf den ZDF-Krimi um 22 Uhr zu verzichten. Nächsten Sonntag hat Jauch noch die Wahl in Berlin und kann als Attraktion erfolgreiche Piraten präsentieren – aber dann?

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

27 Kommentare

1) Benjamin, Sonntag, 11. September 2011, 23:51 Uhr

Im Rahmen der üblichen Talkshow-Industrie fand ich Jauch heute passabel: es war routiniert, manchmal ging die Diskussion auch flüssig, manchmal aber auch recht stark nach Vorgabe. Mehr war es nicht und mehr wird es wohl auch nicht sein. Das hat aber m. E. weniger mit Jauch zu tun als vielmehr mit dem heute üblichen TV Format einer sogenannten politischen Talkrunde. Dort sind kontroverse Debatten zwar erwünscht, aber es wird selten offen ausgetragen oder aber, wie Sat1 mit Strunz zeigte, schlecht gemacht. Ein thematisch harter, vielleicht auch mal konfrontativer Moderationsstil, ist nicht Jauchs Art. Plasbergs war es mal, als sein Format noch im WDR lief, jetzt ist auch vieles weichgespült. Manchmal gefallen mir da die Runden bei Maischberger, ganz ohne Publikum, besser.

Nicht falsch verstehen: ich will kein Krawall-Talk, aber eine lieber in kleinerer Runde ohne zig Einspieler laufende Sendung, in der das jeweilige Thema fair, aber mit klaren Fronten und offen diskutiert wird. Heute hat sogar Döpfner Kreide gegessen – ohne den (hier mal ausnahmsweise sinnvollen Einspieler) käme der Zuschauer gar nicht auf die Idee, er habe dieses Phantom des Weltkalifats konstruiert. Davon träumen manche islamistischen Irrläufer sicherlich, aber geschichtlich hatte es sich schon im 10. Jahrhundert erledigt, daher…

2) Bernd S., Montag, 12. September 2011, 01:10 Uhr

Zweifellos, Herr Spreng. Sie haben die Analyse des ersten Jauch-Auftritts ordentlich auf den Punkt gebracht. Exakt so war es. Chapeau!

Parallelen zu Anne Will drängen sich aber auf: Auch die Anne operierte in ihren ersten Sendungen sehr journalistisch, Frage-Antwort, ihre Gäste folgten ihr aufs Wort. Die sachliche Debatte stand im Vordergrund. Bis sich die Vertreter des leeren (politischen) Wortes und des emotional geschminkten Phrasendrusches durchzusetzen begannen, auch jene wundderbaren Diskutanten, die sich an keine Diskussionsdisziplin halten, sondern jedem ins Wort fallen und selbiges ergreifen, wann immer sie es für geboten erachten, sprich: alle, die so ein Podium für ihre missionarischen Botschaften missbrauchen. Zuletzt war es traurig.

Dem Jauch traue ich aber, dank seiner (immer noch vorhandenen journalistischen) Kompetenz, seiner Autorität und – wenn es sein muss – seiner Chuzpe zu, die Dinge so zu regeln, dass sie Vorbild einer neuen öffentlichen Debattenkultur werden können. Darauf setze ich jedenfalls! Wer sonst als Jauch!

3) Tharben, Montag, 12. September 2011, 07:52 Uhr

Das stimmt, Herr Spreng. Die Piraten sind in der Tat attraktiv. Eine sozialliberale Partei ganz nach meinem Geschmack. Sozusagen das Gegenstück zur FDP.

Wenn der absehbare Erfolg der Piraten in Berlin sich auf das gesamte Bundesgebiet ausweiten sollte, hat Günther Jauch sicherlich noch viele Gelegenheit, Piraten in seine Gesprächsrunde einzuladen. Hoffentlich wird es so kommen.

4) Sabine Zielke-Esser, Montag, 12. September 2011, 08:18 Uhr

Aus Anne Wills Andachtsraum im Beerdigungsinstitut wurde Jauchs Kathedrale. Mit viel klatschendem Publikum, das die dröge Sendezeit füllte. Liebe ARD, es fehlte noch die Live-Schaltung zum Vatikan. Mein Vorschlag: Für die trockenen Zitronen, die da anrollen werden, reichen ein paar Holzkistchen und Bananenkartons. Das gesparte Geld bitte per Rücküberweisung an die Gebührenzahler.

5) Mark, Montag, 12. September 2011, 08:22 Uhr

Ich habe gestern die ersten 10, 15 Minuten geschaut und mir gleich gedacht, dass das wie ein Zeitsprung aussah: War das nun Stern-TV (aber warum im Ersten?), oder wurden Sabine Christiansen, Anne Will, Klaus Cleber und Tom Buhrow geclont und mit einem Anzug von der Stange versehen? Ist die Gentechnik schon soweit? Und warum sendete die ARD “Menschen 2011” schon gestern? Warum hatte der Jahresrückblick nur ein Thema? Fragen über Fragen.

Aber Spaß beiseite. Günther Jauch hat sich gleich zu Beginn ein Thema ausgesucht, mit dem er vielen Menschen hätte beweisen können, dass er es Ernst meint mit seinen journalistischen Ambitionen. Er hätte es z.B. unterlassen können, die offizielle Geschichte nocheinmal nachzuerzählen, nur diesmal mit so richtig viel Emotion (“Die Staub Lady”), und sich stattdessen mit den Widersprüchen in der offiziellen Story befassen können. Er hätte Menschen wie Gerhard Wisnewski oder Mathias Bröckers oder Andreas von Bülow einladen können. Er hätte englischsprachige Kritiker wie Jesse Ventura oder die jungen Filmemacher von “Loose Change” zu Wort kommen lassen können. Er hätte Vertreter von “Architects and Engineers for 9/11 Truth” einladen können oder kritische Piloten. Das hätte ein Feuer im Gasometer erzeugt, aber Hallo! Der Knall wäre bis nach München zu hören gewesen.

Nur: All das hat er nicht getan. Er blieb im klebrigen 9/11-Gefühlsdusel stecken. Ich brauchte “Amerika-Freund” Döpfner und “Deutschland-wird-immer-noch-am-Hindukusch-verteidigt” Struck nicht zu sehen, um mir ihre leeren Worthülsen und Gefühlsduseleien für USA vorstellen zu können. Und ja, der Fußballtrainer würde gewiß auch nur ein Hohelied auf die Amerikaner singen. Er will ja wieder einreisen zuhause und die Fußballmannschaft der USA weiter trainieren und bestimmt nicht vom Heimatschutzministerium befragt werden. (Sehr voreingenommen, ich weiß, aber jahrelanges Training bei Christiansen, Will und Illner hinterlassen eben deutliche Spuren.) Es war mir schon angesichts der Vorankündigung klar, dass Jauch scheitern musste, wenn er ein so brisantes Thema so artig angeht.

Das widerum lässt tief blicken: Auf Jauch, aber vor allem auf die ARD und deren praktizierten Journalismus. Mit beidem ist es nämlich nicht so weit her. Jauch scheint wohl doch eher systemkonform und nicht für “harte” Themen geeignet – “SternTV” war sein Format, ein bunter Themenmix und nah dran am Menschen, aber niemals wirklich irgendwem weh tun; die ARD hingegen gefällt sich -wie fast immer- in systemtreuer Berichterstattung, die “um Himmels willen bloß nichts Negatives” über die USA verbreiten darf.

Ich glaube aber nicht, dass eine rebellische Jauch-Redaktion von der ARD “eingefangen” wurde; ich glaube auch nicht, dass die ARD die Vorgabe machte, eine kritische Sendung zum 11.9. zu machen und die Redaktion kläglich versagte. Nein, da haben sich zwei gesucht und gefunden: Jauch hat mit seiner Redaktion artige Vorschläge gemacht, und die ARD fand das so richtig toll.

Da lobe ich mir doch VOX, wo man in einem Anfall von Übermut am Donnerstag Abend immerhin den kritischen Film “9/11 Mysteries” ausstrahlte. Holla die Waldfee! Da ist wohl demnächst ein Personalwechsel bei VOX fällig.

Egal, zumindest wissen wir jetzt: Jauch am Sonntagabend ist derselbe Brei wie sonst auch, nur mit einem (zugegeben) sympathischen Moderator, mit viel orange und blau und einer (zugegeben) atemberaubenden Location. Aber inhaltlich? Pfffffffft.

6) Lacerda, Montag, 12. September 2011, 09:12 Uhr

Ich halte es für eine eklatante Fehlentscheidung vom ARD-Programmchef Volker Herres, hartnäckig auf Jauch gesetzt zu haben.
Jauch paßt gut zu Stern TV, dieses biedere Publikum, welches sonst zu Hause nicht viel Abwechslung hat…”Na ja…kann man ja nach Köln um ein bisschen zu erleben…” so der Untertext.
Aber im Ersten ! Nach dem Tatort, Günther Jauch ?? Gestern, nach mal wieder eine sehenwerte Episode meiner Lieblingskommissaren, Odenthal und Copa, habe ich beim ansehen der Vorstellungsrunde schon ahnen können, welch eine Runde es werden würde. Ich habe abgeschaltet, als die überlebende des 11. September über ihre Drogensucht gesprochen hatte. Da wußte ich,
es wir appelliert an dieser Katastrophe und Jauch, der mir übrigens samt seiner Frau im Postdamer See beinahe in die Arme geschwommen ist, ist ein TV-Moderator, der meine Symphatie überhaupt nicht genießt. Da werden schon mal nostalgisch Gedanken wach, und zwar als Fr. Christiansen, aus der blauen Kuppel im beschaulichen Charlottenburg berichtete. Die Kleiderwahl war zwar nicht immer die Beste, aber jornalistisch war die Frau 1 A.

7) Nobbi, Montag, 12. September 2011, 09:40 Uhr

Zunächst einmal: schlage Ich ProSieben für den Grimme-Preis vor, der sich als einziger nennenswerter Sender das Verdienst erworben hat, um 10:30 Uhr keine 9/11-Schmonzette gebracht zu haben. Der Spielfilm “Transformers I” war die Rettungsinsel an diesem triefenden wirklich von jedem journalistischen Heiopai-Format ausgeschlachteten und kommerzialisierten Terror-Gedächnis-Abend. Pfui! An dem Abend wurden auf allen Sendern sämtliche 9/11-Konserven, die sich in den letzten 10 Jahren irgendwo angesammelt hatten, noch einmal vor dem Publikum in leicht variierter Soße ausgekübelt.

Ansonsten Zustimmung. Nach kurzem Reinzappen in die Jauch-Show sofort den Eindruck gehabt, es handele sich um Stern-TV. Sofort wieder zu Transformers I zurück gezappt.

8) D. Mideck, Montag, 12. September 2011, 10:16 Uhr

Anscheinend haben wir bei uns zuhause die richtige Sender-Wahl getroffen – Eurosport und das Damen-TennisFinale in Flushing Meadow (New York) statt Jauch – passt doch irgendwie auch zu 9-11?. Da konnten wir sehen, wie eine “Amerikanerin” reagiert, wenn “sie” angeblich von einer Schiedsrichterin “benachteiligt” wurde. Insgesamt war das Finale bestimmt spannender als die Jauch-Sendung. Schön, dass in den Fernsehprogrammen doch noch Alternativen gegeben sind.

9) Andronico, Montag, 12. September 2011, 10:22 Uhr

Was will man erwarten von Jauch? Noch eine Talkshow, noch ein Moderator, der sicher nicht die große Konfrontation mit den Gästen suchen wird, dem auch nur die immer gleichen Gäste zur Verfügung stehen, die einem schon jetzt auf die Nerven gehen (wetten, dass sich auch bei Jauch bald die Barings, Dohnanyis, Henkels, Falters, Karaseks etc. die Klinke in die Hand geben werden?).

Wer glaubt denn ernsthaft, dass eine Talkshow der Information, der Disussion der großen Themen unserer Zeit, gar der Lösungsfindung dient? Es geht darum, seine “Message” unters Volk zu bringen, sympathisch rüber zu kommen, Kontroverse zu inszenieren, wo gar keine ist, zu Unterhalten, zu Vernebeln, Abzulenken vom Wesentlichen, Halbwahrheiten volksnah und gern auch mal demagogisch zu verbreiten, griffige Formeln zu präsentieren und den politischen Gegner zu diffamieren. Und seine Eitelkeit zur Schau zu stellen. “Ja, ich bin wichtig. Ich hab zu jedem Thema was zu sagen. Meine Meinung muss gehört werden” Ein ziemlich alberner Zirkus. Und daran soll Jauch etwas ändern?

10) Olaf, Montag, 12. September 2011, 11:52 Uhr

Abgeschaltet habe ich Herrn Jauchs Sendung gestern, als er einleitend sagte, dass 2001 der Kampf gegen den “internationalen Terrorismus” begonnen habe. So halte ich es aber immer mit allen politischen Gesprächsrunden außer auf PHOENIX. Vereinfachen und verniedlichen ist unangemessen für die eigenartigen Polizeiaktionen im Irak und in Afghanistan, wo angeblich Deutschlands Freiheit verteidgt wird. Das war das Dümmste, was je aus Herrn Struck herausfiel.
Aus meiner Sicht war ich danach also sehr zufrieden mit dem goldenen Kalb “Jauch redet im Fernsehen”. Gibt es keine anderen Themen in Deutschland als Fernsehen?

11) Bernd S., Montag, 12. September 2011, 13:40 Uhr

@Andronico (#9)

Ihr zweiter Absatz trifft ins Schwarze. Exakt darum geht es in den (politischen) Talk-Shows, aber nicht nur in diesen.

Ich hoffe, dass sich weder Ihr erster Absatz noch Ihre Schlussfrage bewahrheiten werden. Doch, ich bin überzeugt, dass Jauch das kann und deswegen ist er von der ARD auch geholt worden.

Ich kenne Jauch noch als jungen Moderator und Talkmaster, auch fürs politische Fach, beim Bayerischen Rundfunk. Wenn er sie mittlerweile nicht doch an den Garderoben der großen Sender abgegeben hat, dann besitzt er jede journalistische, rhetorische und intellektuelle Kompetenz, um diese Sendung in ein neues Zeitalter zu führen. Und in eine neue öffentliche Debattenkultur. Er muss aber genau jenes Blendwerk, das Sie exakt beschreiben, verhindern. Die nötige Schlagfertigkeit und auch Chuzpe dazu hat er. Er muss es nur wollen. Und er muss wollen dürfen.

12) FF, Montag, 12. September 2011, 14:30 Uhr

Die ganze 9/11-Story stinkt doch zum Himmel. Hier soll der Welt ein Bär aufgebunden werden – in der absurden Hoffnung, daß der zu groß ist, um bemerkt zu werden.

Allein die Argumente der “Truther”: Hochhäuser stürzen nicht wie im freien Fall ein, nur weil oben ein Flugzeug einschlägt. Gebäude, in denen es ein bißchen brennt, zerfallen nicht rückstandsfrei zu Staub – wie das WTC 7.

Wenn Flugzeuge abstürzen, bleiben immer (!) Trümmer zurück. Nicht nur dubiose Einschläge wie beim Pentagon oder seltsame Krater im Grünen.

Die Lüge muß halt nur groß genug sein. Dann wird sie geglaubt.

13) Lacerda, Montag, 12. September 2011, 15:01 Uhr

@Andronico

Es ist ja immer das gleiche Ritual. Es fing schon wieder letzten Donnerstag bei Maybritt Illner an.
Gabriel (der Henkel kommt schon noch perfekt dressiert um sein neuestes Buch zu promoten), der Bosbach, ehem. Lieblingsgast von Anne Will, der Scholl-Latour wird schon noch kommen. Auch dann in 10 Jahren, wo er dann vom edlen Alterheim live ins Studio freigeschaltet wird. Dann gibt es noch den Kauder, wie Herr Spreng mehr als zutreffend als “trockene Zitrone” bezeichnete. Schon bei der Einfahrt ins Studio, in edler Karrosse versteht sich, hat er den Text, den er von der Bundeskanzlerin vorbereitet abholte, auswendig gelernt. Diese Talkshows werden immer mehr zu einer Inszenierung der teils überzogenen Eitelkeit der PolitikerInnen und von Westerwelle spreche ich nicht einmal.

14) Johannes, Montag, 12. September 2011, 17:11 Uhr

Mir hat der bekannte Ethnologe und intime Kenner der amerikanischen Gesellschaft, Jürgen Klinsmann, so herausragend gefallen, dass ich seine Statements sämtlich transkribiert habe: http://www.soccercorner.de/Joe/wordpress

(Auf der Seite findet sich übrigens auch ein Protokoll der unerträglichsten Anne-Will-Sendung aller Zeiten. Gäste waren neben Michael Spreng u.a. Ursula von der Leyen und eine gewisse Manuela Schwesig, die sich in einem Talkshow-propagandistischen Lehrstück gegenseitig die Deutungshoheit um den 13-jährigen Maurice abzuringen versuchten. Sehr ökrs!)

15) Frank, Montag, 12. September 2011, 17:16 Uhr

Einen Kommentar erspare ich mir, denn dieser Link zu einer erhellenden PDF ist die beste Antwort auf die Unsäglichen Labershows:

http://www.otto-brenner-shop.de/uploads/tx_mplightshop/2011_08_15_AH68_Talkshow_web.pdf

16) Michael, Montag, 12. September 2011, 17:35 Uhr

11.09.2011: “Wir müssen uns darauf einstellen, dass diejenigen, die uns unser freiheitliches Leben nicht gönnen und es bekämpfen wollen, auch in Zukunft immer wieder eine Gelegenheit dazu suchen.”
Außenminister Guido Westerwelle (FDP)

12.09.2011: Seeheimer und Rechtskonservative (Internetsperren) planen in Stuttgart (Geheimrat 21) den großen Angriff (9.11.) auf das Grundgesetz. ???

17) Beate, Montag, 12. September 2011, 18:30 Uhr

Der Presseclub war einst das Flaggschiff der ARD.

Hier war Spitzenjournalismus versammelt.

Die Sendung am vergangenen Sonntag war ein weiterer Tiefpunkt.

Warum dürfen immer die gleichen ihre Propaganda wiederholen?

Beispiel Matussek: Wir müssen den Gürtel enger schnallen.

Deutschland produziert mehr als es konsumiert.

In Deutsch übersetzt bedeutet die Forderung von Matussek, Deutschland soll weniger produzieren und Produktionsstätten stillegen und Arbeitnehmer entlassen.

Das traurige ist, wenn über Staatsschulden gesprochen wird und keiner der Journalisten weiß wie unser Geldsystem funktioniert.

Der Interbankenmarkt ist vom Vertrauen der Banken untereinander abhängig. Staatsanleihen müssen zu 100% garantiert werden, damit der Interbankenmarkt weiter funktioniert. (Das schließt nicht aus Griechenland Auflagen zu machen).

http://nhaehnle.blogspot.com/2010/09/echte-und-imaginare-schuldenprobleme.html

MIT JAUCH WIRD ES KEINE INHALTLICHEN HÖHENFLÜGE GEBEN!

Die Sendung ist überflüssig und entspricht nicht dem Sendeauftrag der ARD.

Aufklärung und nicht nur Unterhaltung zu bieten.

18) wschira, Montag, 12. September 2011, 19:08 Uhr

7) Nobbi
Auch mein Eindruck, noch verschlimmert durch die Tatsache, dass diese Konserven der letzten 10 Jahre nicht nur abgespielt, sondern auch mehrfach wiederholt wurden.
Zu Jauch: Wer hat denn etwas Anderes erwartet? Was soll denn ein Dampfplauderer und Quizmaster anderes liefern können als Dampfplauderei? Da brauchen wir gar nicht auf eigentliche “Bewährung” zu warten!

19) Peter Christian Nowak, Montag, 12. September 2011, 19:37 Uhr

@ 9 Andronico

^^Wer glaubt denn ernsthaft, dass eine Talkshow der Information, der Disussion der großen Themen unserer Zeit, gar der Lösungsfindung dient?^^

Das schaffte bisher keine der Polit-Shows. Hier geht es um Einschaltquoten und nicht um Information. Von wegen, “wenn Politik auf Wirklichkeit trifft..”

Wo wirklich Informationen geliefert werden, das sind Sendungen wie “Panorama”, “monitor”, “Fakt” und all die anderen dieser Formate..An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an all die Journalisten, Kameraleute und Tontechniker, die dort so engagiert tätig sind und sich so manche Hundsloden von frechen Politikern (und Zuschauern) einholen müssen und dennoch nicht verzagen. Es sind Journalisten, die ohne Schnörkel auskommen und den ganzen Zinober von “Kathedral-Charakter” nicht brauchen, wie S. Zielke-Esser sich sehr schön ausdrückte. Wahrliche Kernerarbeit wird dort geleistet. Danke!

Was Jauch´s Premiere betrifft, so schwant einem schon, wie seine kommenden Sendungen aussehen…
Man bleibt, was man ist. Wäre ein Wunder, wenn es auf Herrn Jauch nicht zuträfe.

20) Frankilein66, Montag, 12. September 2011, 23:39 Uhr

Seit ich mein Sky-Abo habe, gucke sowieso nur noch Sport! Da weiß man wenigstens vorher nicht wie es ausgeht, es sei denn es spielt der 1. FC Köln…!

Im Internet informiere ich mich dann über die Inhalte und Gäste der Talk-Shows und bin meistens froh, dass ich es mir nicht angeschaut habe.

21) Lacerda, Dienstag, 13. September 2011, 00:03 Uhr

Dieser Mattusek, der geht mir sowas von aufs Zahnfleisch. Unglaublich, daß dieser Mann mehrere Jahre Spiegelkorrespondent in Brasilien war und seitdem immer grossspuriger wird. Wahrscheinlich geerbt, von den dortigen Politikern.
Seitdem er beim Spiegel rausgeflogen ist, schwimmt er in der Blog-szene.
Wir kennen dieses Interview bei Beckmann, der ihm zur Rede stellt.
Zum Beispiel hat Mattusek behauptet, Angela Merkel hätte an der ersten Reihe seines Jubiläums, 100 Videoblogs. Wie ein guter Journalist fragte Beckmann höflich beim Bundeskanzleramt und bekam die Antwort, daß man sich nicht errinnern könnte darauf hin Mattusek: “Vielleicht gibt es im Kanzleramt mehrere Angela Merkels…” Darauf hin ist der sonst so langweilige Beckmann fast explodiert.

Hier der Beweis, wie man sich in seiner Eitelkeit ersticken kann:

http://www.youtube.com/watch?v=b3RGoTwqpHo

22) Lacerda, Dienstag, 13. September 2011, 00:05 Uhr

*Errata
50er Video-Blog.
“Merkel in Berlin?” lol

23) Baden-Baden, Dienstag, 13. September 2011, 15:53 Uhr

Ruhe und Sachlichkeitb statt die übliche Emotionalisierung des politischen Themas

Ich fand Jauch sehr gut – unaufgeregt, sachlich, nachdenklich, er hat nachgehakt und verhindert, dass die “Zirkus-Pferde” nicht endlos qatschen konnten, er hat durch die Auswahl der Gäste die psychologischen Seiten des Problems deutlich gemacht, …

So versteht man wieder Zusammenhänge von Politik und ihre Eingebundenheit ins “reale Leben”

Die Krawall-Politiker laufen bei ihm sicher ins Leere. Ein Gysi oder Lafontaine würden bei ihm ohne ein Pendant dastehen und sie wären plötzlich hilflos ohne ihr übliches feed back.

Es wäre gut, wenn sich “hart aber fair” und Anne Will etwas von Jauch abschauen würden, nämlich die Ruhe und Sachlichkeit – aber die setzen lieber auf Krawall – denn eine Emotionalisierung des Themas bringt Quote

24) Ste, Mittwoch, 14. September 2011, 11:56 Uhr

Die Politik im ernsehenj ist tot, es lebe die Politik!
Randnotiz zu Anne Will: Die Veränderung bei Anne Will, klein, aber wichtig, ist ungeheuer schrecklich! Diese einzelnen Gespräche, furchtbar! Es tröpfelt sich so dahin und man wartet bis endlich diskutiert wird! Warum muss immer so boulevardmäßig daher getrieft werden? Vielleicht sollten doch olle Friedmann oder Broder moderieren, auch wenn ich sie noch schrecklicher finde, aber die haben wenigstens Biss.

25) Siegfried, Mittwoch, 14. September 2011, 21:02 Uhr

als gut informierter, auslandserfahrener und diskussionsfreudiger weltbürger beschränkt sich meine begeisterung bei jauchs “polit”-boulevardtalkpremiere leider auf:
a) kulisse und musik ganz gut gemacht
b) fontdesign des nachnamens jauch ist nicht im einklang mit dem des vornamens günter

den rest würden meine berufskollegen (sprachwissenschaftl) als fast 100% redundanz beurteilen.

auch das thema 9-11 bietet viel mehr meinungsprektrum und jede menge offene fragen.

nach dem ganzen jauch-trara im vorfeld nebst gebührenverschwendung hat man sich mehr – viel mehr erhofft, auch am 11.9. eine weitere flache und einseitige mainstreamtalksendung, die ard kann mehr – es fehlt nur der mut!

beste grüße.

26) Peter Christian Nowak, Dienstag, 27. September 2011, 20:00 Uhr

Auch der Nachschuß ging daneben. Von Jauch war und wird nichts anderes zu erwarten sein. Wie nannte Jens Berger gleich Herrnn Jauch? Ah ja, “Grüßaugust” für die Kanzlerin.
Ich füge hinzu: bei dem Honorar war auch nichts anderes zu erwarten: 4.487,00 Euro per min. Die kriegt man nur, wenn man der “Grüßaugust” ist.

Hier die lesenswerte Kritik von Jens Berger (Toll!):
http://www.nachdenkseiten.de/?p=10827#more-10827

27) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 29. September 2011, 12:41 Uhr

Noch eine kurze Bitte an den NDR:

Sehr geehrte Verantwortliche,
in Zeiten wie diese einem Moderator ein Salär von weit über 4000Euro zu bezahlen sollte Sie zum Nachdenken anregen. Dabei sollten sie es tunlichst unterlassen, Vergleiche aus dem Sport heranzuziehen. Bayern München oder ManUnited werden nicht aus dem Gebührentopf aller Steuerzahler finanziert…und auch nicht die Rennkiste eines österreichischen Plörreherstellers
Mir ist es jedenfalls schleierhaft, worin und woraus die besondere Bedeutung wie Leistung eines Herrn Jauch besteht, außer der Wunschkanditat für den Schwiegersohnsposten vieler Omas und Opas zu sein.

Also, hören sie auf die Leute um die finanziellen Mittel für die wirklich guten Fernseh- und Filmprojekte zu bringen und das ausgerechnet zu Gunsten von “Journalisten”, die gerade mal lausiges Boulevard-Niveau haben.

Wie ist Ihre Meinung?

Kommentar schreiben


Ihr Kommentar *


* Pflichtfelder