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Karrierewege

Politiker machen häufig Karriere auch deshalb, weil andere Nein sagen. Wäre der CSU-Politiker Günther Beckstein auch dann (vorübergehender) bayrischerMinisterpräsidenten geworden, wenn die Strauß-Tochter Monika Hohlmeier 2002 Ja gesagt hätte, als Edmund Stoiber sie in sein Kompetenzteam (Schattenkabinett) aufnehmen wollte?

Monika  Hohlmeier war die erste Wahl des CSU-Kanzlerkandidaten für das Kompetenzteam. Er wollte, dass sie nach einem Wahlsieg Familienministerin wird. Sie aber sagte Nein, weil sie aus familiären Gründen nicht nach Berlin wollte. So kam Günther Beckstein zum Zug (als Schatten-Innenminister) und errang bundesweite Prominenz, die wiederum auch seine Popularität in Bayern steigerte.

Und die Absage Hohlmeiers beförderte die junge ostdeutsche CDU-Politikerin (und damals unverheiratete Mutter) Katherina Reiche ins Rampenlicht, die Stoibers Schattenministerin für Familie, Frauen und Jugend wurde. Weil das aber Stoibers und nicht Angela Merkels Idee war, stockte anschließend ihre Karriere. Erst 2005 wurde sie stellvertretende Fraktionsvorsitzende und ist heute parlamentarische Staatssekretärin im Umweltministerium. Ministerin aber ist sie nicht geworden.