Donnerstag, 29. September 2011, 19:59 Uhr

Schwarz-Gelb – warum?

Dass eine Koalition für einen Gesetzentwurf eine Mehrheit bekommt, ist eine Selbstverständlichkeit. Für Siegesgeschrei oder sattes Zurücklehnen besteht kein Anlass. Die schwarz-gelbe Regierung hat mit ihrer Kanzlermehrheit bei der Abstimmung über den Rettungsschirm nur die Frage beantwortet, ob die Regierung (vorerst) weitermachen kann, nicht aber die Frage, warum sie weitermachen soll.

Und genau das ist die Frage: Warum soll es für Deutschland gut und richtig sein, dass Schwarz-Gelb weiter regiert? Schwarz-Gelb ist in allen wichtigen Fragen zerstritten: beim Thema Steuersenkungen, bei der Reform der Pflegeversicherung und bei der Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Die CDU/CSU hätte am liebsten gar keine Steuersenkungen, die FDP aber hat „liefern“ versprochen. Bei der Pflegereform stehen sich fundamental gegensätzliche Positionen gegenüber.

Dasselbe gilt bei der Transaktionssteuer. Finanzminister Wolfgang Schäuble würde sie auch nur in der Eurozone einführen, die FDP verlangt, dass alle 27 EU-Staaten mitmachen – was in Wirklichkeit ein Nein ist.

Warum also braucht Deutschland weiter Schwarz-Gelb? Wenn die Koalition diese Frage nicht mit einer gemeinsamen, verbindlichen Agenda bis 2013 beantworten kann, dann ist der Abstimmungssieg beim Rettungsschirm für Schwarz-Gelb bedeutungslos.

Auch in der Europapolitik gibt es in Wirklichkeit keine Gemeinsamkeit. Die Kanzlerin will Griechenland retten, die FDP strebt die sogenannte geordnete Insolvenz an, und die CSU will, dass die Griechen rausfliegen oder von selber gehen.

CSU und FDP benutzen die Eurokrise nur noch als Trampolin für ihre parteipolitische Profilierung: Die CSU, weil sie Angst hat, dass eine Christian-Ude-Koalition sie 2013 von der Macht verdrängen könnte, die FDP, weil sie Angst vor dem politischen Tod hat.

Wie sollen die Wähler, die zum Vertrauen in Politiker gezwungen sind, weil sie selbst zur fundierten Meinungsbildung nicht in der Lage sind, in eine solche Regierung Vertrauen setzen. Man muss nur die Bilder vergleichen: Merkel/Steinbrück vor den Kameras oder Merkel/Rösler/Seehofer.

Die FDP ist nur deshalb zurzeit etwas ruhiger geworden, weil Philipp Rösler beim ersten Sprung kurz vor der Berlin-Wahl vom Trampolin gefallen ist. Aber mit der Unterschriftensammlung gegen den europäischen Stabilisierungsmechanismus ESM wird schon der nächste Trampolinsprung vorbereitet.

Die ESM-Abstimmung wird mindestens so eine Zitterpartie wie die Entscheidung über den Rettungsschirm. Und was ist, wenn der Rettungsschirm nicht ausreicht?

Nein, der Abstimmungserfolg war kein Aufbruch, sondern (bisher) nur eine weitere Station des Niedergangs.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

66 Kommentare

1) sk8erBLN, Sonntag, 02. Oktober 2011, 10:35 Uhr

@ 42) Peter Christian Nowak, Samstag, 01. Oktober 2011, 14:36 Uhr

Und nochz zu diesem Detail:
„Darf die Exekutive keinen Argumentationsdruck auf die Legislative ausüben? Die Judikative setzt die Exekutive regelmäßig unter Entscheidungsdruck. “

Vielleicht denken Sie mal darüber nach weshalb die Judikative in den letzten Jahren so gehäuft die Exekutive unter Druck setzen muss?

Dann komme SIe vermutlich auch darauf dass die Legislative mehr als Häufig Bockmist in Gesetzesform beschließt.

Und wenn Sie dann noch darauf kommen dass es genau jene Exekutive ist, die diese Gesetzesvorhaben auf den Weg bringt und sie mit ihrer Regierungsmehrheit -bevorzugt unter Umgehung der Länderkammer wo sie keine Mehrheit hat- in Gesetzesform gießt, dann erschließen sich Ihnen die Zusammenhänge und können sich selbst die Frage beantworten ob Fraktionszwänge die Lösung sind…
Es sieht ganz so aus, als haben sich die Väter des Grundgesetzes was dabei gedacht als sie in Art. 38 GG geschrieben haben „Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.“

Als Parlamentarier würde ich mich in der Tat schämen, so regelmäßig von der Judikative zurückgepfiffen zu werden. das belegt nämlich wie stümperhaft ich meine Aufgabe wahrgenommen habe.

2) sk8erBLN, Sonntag, 02. Oktober 2011, 11:06 Uhr

@ 41) StefanP, Samstag, 01. Oktober 2011, 14:36 Uhr

“Nun, ich denke die Abgeordneten des Deutschen Bundestages haben mehr Ahnung als der Querschnitt der Bevölkerung.”

Einen hatte ich in dem Zusammenhang natürlich noch vergessen.

Ein nicht ganz unbekannter FDP-Politiker liefert nun seine eigene Erklärung: Die Masse der Wähler sei zu ungebildet. Dirk Pfeil, Präsidiumsmitglied der hessischen FDP:

„Schuld sind die Wähler. Genauer gesagt: das durchschnittliche Bildungsniveau der Wähler.“
http://www.sueddeutsche.de/politik/fdp-sucht-gruende-fuer-wahldebakel-zu-klasse-fuer-die-masse-1.1149781
http://www.fnp.de/fnp/region/lokales/frankfurt/die-w-hler-sind-zu-ungebildet_rmn01.c.9236429.de.html

Der hätte was Bildung angeht wohl besser den Ball sehr viel flacher gehalten.

Machmal frage ich mich StefanP in welchem Paralleluniversum sie leben wenn Sie Sprüche raushauen wie „Die Fraktionsführung der Union in Gestalt von Kauder und Altmaier legt Wert auf die Feststellung, die Abgeordneten wären nicht unter Druck gesetzt worden.“

Es ist doch offensichtlich wie sehr die Nerven der Regierung blank lagen. Oder ist Pofallas -Ich nenne es mal nett Gefühlsausbruch statt Ausraster- unbemerkt an Ihnen vorübergezogen?

Der nicht gänzlich irrelevante Kanzleramtsminister und „Bundesminister für besondere Aufgaben“, der gelernte Sozialpädagoge und Anwalt Roland Pofalla gab gegenüber Bosbach Sätze zum besten wie „Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen“ und „Du redest ja doch nur Scheiße“ .

Grund genug für das Nachfolgeblog von „weissgarnix.de“ sich mit dem Vorfall genauer zu befassen:

Warum möchte Herr Pofalla die Fresse und der Scheiße des Herrn Bosbach ignorieren?

Was in unserem Fall bedeutet: Pofallas Ausfall gegen Bosbach ist nichts anderes als das Bekenntnis, dass Bosbachs Position substanziell richtig sei. Zeit kaufen bringe nichts (korrekter: so gut wie nichts). Alle politischen Entscheider agieren offenbar in dem Bewusstsein, dass sie dem Zusammenbruch des Finanzsystems, d.h. den ungeordneten Staatsinsolvenzen nichts Substanzielles entgegenzusetzen haben.

Wolfgang Schäubles jüngstes Inteview in der ZEIT spricht dieselbe Sprache: Er könne nicht alles sagen, was er weiß, bringt er dem politisch interessierten Publikum zur Kenntnis. Was ist das für eine Information? Dass Politiker einen kreativen Umgang mit der Wahrheit pflegen, ist bekannt, darauf muss uns Herr Schäuble nicht hinweisen. Was also will Herr Schäuble mit seinen Aussagen? – Er ist besorgt um sein Bild in den Geschichtsbüchern und streut also Hinweise für zukünftige Historiker, dass er sich der ausweglosen Lage vollkommen bewusst war, nicht blindlings in sie hineingelaufen ist und sogar dem politischen Publikum mit dem Zaunpfahl gewunken hat.

http://www.wiesaussieht.de/2011/10/02/die-fresse-und-die-scheise-des-herrn-bosbach/#more-225

Ein klein wenig mehr Realitätssinn muss schon sein lieber StefanP.

3) sk8erBLN, Sonntag, 02. Oktober 2011, 11:22 Uhr

@

„Griechenland ist für mich in Teilen ein “Failing-State”
Na mit Failing-State verbinde ich da doch eher Länder wie Somalia aber ich weiß was Sie meinen und stimme an dem Punkt zu.

Der nächste Problemstaat klopft übrigens bereits an die Tür:

Nach Griechenland, dass die ihm auferlegten Sparziele überdeutlich verfehlt heißt es jetzt für Portugal „Willkommen im Club“
Wie Portugals Instituto Nacional de Estatistica (INE) gestern berichtete betrug im 1. Halbjahr 2011 das Staatsdefizit nach Maastrichtdefinition und damit die Neuverschuldung des Staates satte -8,3% des nominalen BIPs.

Mehr dazu welche weiteren miesen Zahlen es aus Portugal zu berichten gibt hier:
http://www.querschuesse.de/portugal-verfehlt-klar-die-sparziele/

4) StefanP, Sonntag, 02. Oktober 2011, 13:39 Uhr

@Larshouse

In meiner ganzen beruflichen Karriere und bei der Führung von Unternehmen ist mir noch nie ein Mitarbeiter begegnet, der kündigte, weil er mit seiner Aufgabe überfordert war. Sehr häufig ist es jedoch passiert, dass bestimmte Leute dauernd krank gefeiert und Bummeldienst geleistet haben. Jeweils musste man die Leute teuer mit Abfondung entlassen.

5) Xpomul, Sonntag, 02. Oktober 2011, 13:54 Uhr

50) StefanP, Sonntag, 02. Oktober 2011, 13:39 Uhr

???
wieviel mitarbeiter in deutschen betrieben leiden unter burnout ?
oder werden die auch unter krank feiern und bummeln abgelegt im persönlichen archiv ?

oder haben sie so fähige mitarbeiter das ein burnout gar nicht vorkommen kann ?

fragen über fragen.
fast schon wie bei schwarz geld.

6) jps-mm, Sonntag, 02. Oktober 2011, 15:02 Uhr

Wüste Pöbeleien in der CDU

Pofalla (CDU) attackierte übereinstimmenden Medienberichten vom Wochenende zufolge den Vorsitzenden des Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU) vor anderen Parlamentariern am vergangenen Montag mit den Worten: „Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen.“ Auf einen Hinweis Bosbachs auf die im Grundgesetz garantierte Entscheidungsfreiheit von Abgeordneten soll Pofalla zudem geantwortet haben: „Ich kann den Scheiß nicht mehr hören.“ Auch soll er dem Kollegen vorgeworfen haben: „Du machst mit deiner Scheiße alle Leute verrückt.“

http://www.derwesten.de/nachrichten/Heftige-Kritik-an-Pofalla-wegen-Poebelei-gegen-Bosbach-id5119126.html

7) StefanP, Sonntag, 02. Oktober 2011, 17:25 Uhr

@Xpomul

Und wen meinen Sie nun wieder in Schutz nehmen zu müssen? Es wurde beklagt, dass Politiker ihr Mandat nicht zurückgeben, wenn das Publikum mit der Leistung nicht zufrieden ist – das gleiche Publikum, das sich selbst zu allem befähigt sieht und das sich an jeden Job wegen ein paar Euros klammert, so blöd er auch sein möge.

8) StefanP, Sonntag, 02. Oktober 2011, 17:45 Uhr

@Sk8erBLN

Es ist wirklich schade, dass Sie Personen und Funktionen nicht unterscheiden können. Erstmal, ich bin nicht Peter Christian Nowak. Ich sehe allein schon weit besser aus und bin nicht so verbiestert.

Viele Politiker arbeiten 60-80 Stunden in der Woche, ihnen Faulheit zu unterstellen verbietet sich da schon aus Anstandsgründen. Demokratie ist eben keine Herrschaft durch Experten (der oft geschmähte Klientelismus). Und das ist auch nicht gewollt, sonst würden wir die Abgeordneten entsprechend entlohnen. Ein Finanzexperte lacht sich bei 120.000€ Jahreseinkommen einen Ast. Oder: Wer mit Bananen bezahlt, bekommt Affen.

Kauder und Altmaier sind Teil der Legislative (Parlament), Pofalla dagegen der Exekutive (Regierung). Daneben pflegen beide doch einen anderen persönlichen Stil. Zudem: darf eine Regierung den sie tragenden Parlamentsfraktionen nicht deutlich machen: „Wenn Ihr ein für den Bestand und die Glaubwürdigkeit der Regierung entscheidendes Gesetz nicht mittragt, ist die Regierung am Ende und muss sich dem Wählervotum stellen.“?

Sollte das unzulässiger Druck sein, so übe ich auch regelmäßig unzulässigen Druck aus.

9) Ste, Sonntag, 02. Oktober 2011, 19:08 Uhr

@Sk8erBLN: Gegen ein aufgeklärt falsches Bewusstsein anzuschreiben braucht starke Nerven, viel Glück!

10) karel, Sonntag, 02. Oktober 2011, 21:50 Uhr

Warum schwarz-gelb?

Weil wir nicht mehr auf Politiker setzen sollten, die offensichtlich den Euro nicht verstanden haben,
dafür es aber verstanden, mit ihrem Dienstwagen bei „Wetten das“ vorzufahren..

Sind die heutigen Probleme denn erst „letzte Woche“ entstanden?

11) T.-Tobias-Schmidt, Sonntag, 02. Oktober 2011, 21:58 Uhr

Herr Spreng ich weiß mein folgender Kommentar passt nur auf den ersten Blick nicht in diesen Blogeintrag. Ich will nicht viel herumreden: Können Sie mir beantworten warum die Frau von der leyen im Öffentlich Rechtlichem Fernsehen, Werbung für eine Private Versicherung Werbung macht ?
Erst bei Maybritt Illner und heute am 2.Oktober wieder bei diesem Schwachsinnsjournalist Jauch.

Die Frau von der Leyen preist die Riester Rente.quasi als Alternativlos. Maschmayer, Rürup und die ganzen Kapitalisten.(xxx) werden sich freuen. Zum Schaden der ganzen Bevölkerung.

Ich hoffe sie veröffentlichen diesen Kommentar, wenn sie ihn wenigstens nur lesen reicht es mir auch schon. Vielen Dank

12) sk8erBLN, Montag, 03. Oktober 2011, 09:51 Uhr

@ 57) StefanP, Sonntag, 02. Oktober 2011, 17:45 Uhr

Nun, werter StefanP, ich freue mich dass es Ihnen ob Ihrer herausragenden Fähigkeiten sicher gelungen ist zu identifizieren welcher meiner Beiträge sich auf Sie bezog. Sie liegen richtig.

Zu den 60-.80 Stunden.
Das mag so sein. Ich unterscheide dabei allerdings auch zwischen „beschäftigt sein“ und tatsächlichem Arbeiten. Sie müssen mir auch nicht erklären dass -alleine für diese Abstimmung- jedem Abgeordneten ein 1,5 Meter hoher „Papierstapel“ überreicht wurde (das hat Bosbach bereits in der „heuteshow“ getan. Wer auch immer die Zeit hat sowas zu lesen, der setzt offensichtlich falsche Prioritäten.

Das muss ich einer so erfolgreichen Unternehmerpersönlichkeit wie Ihnen doch sicher nicht extra erklären. Und wer Prioritäten so falsch setzt, dass ihm nicht einmal die Basics präsent sind, die seit Tagen, ja Wochen die gesamte Medienlandschaft dominierten (jene 220 Milliarden oder welche Staaten bereits Hilfen erhielten), der hat wohl etwas sehr gründlich falsch gemacht. Deshalb mag er dann auch 60-80 Stunden je Woche „beschäftigt sein“, das hilft jedoch nicht, wenn die Prioritäten falsch gesetzt werden. Dass es zudem noch die Fraktion der Silvana Koch-Mehrins gibt, die überhaupt nicht arbeiten muss ich nicht extra erwähnen.

Sie kennen sicher den Spruch „wichtig ist, was dabei herauskommt“.

Und danke auch für Ihre Nachhilfe zu Legislative und Exekutive. Auch hier gilt, ob nun die Exektuive oder auch „nur“ andere Teile der Legislative den Druck auf Abgeordnete ausüben ist nicht wirklich wichtig. Wenn von einem Kanzleramtsminister verfassungsmäßig garantierte Gewissensentscheidungen wie die des langjährigen Abgeordneten Bosbach kommentiert werden mit „Ich kann Deine Fresse nicht mehr sehen und die Scheiße die Du laberst nicht mehr hören“ Dann ist jedwede Grenze so eindeutig überschritten worden, dass Ihre Differenzierungsversuche „es sei ja kein Druck auf die Abgeordneten ausgeübt worden von der Legislative“ schlichtweg lächerlich und absurd auf mich wirken.

13) Erwin Gabriel, Montag, 03. Oktober 2011, 10:00 Uhr

48) 51) sk8erBLN
> Machmal frage ich mich StefanP in welchem Paralleluniversum sie leben
> wenn Sie Sprüche raushauen wie “Die Fraktionsführung der Union in
> Gestalt von Kauder und Altmaier legt Wert auf die Feststellung,
> die Abgeordneten wären nicht unter Druck gesetzt worden.”

> Ein klein wenig mehr Realitätssinn muss schon sein lieber StefanP.

Ich muss mich immer wieder wundern, wie Sie bei allem Detailwissen, bei allem Engagement erst immer Ihre Unschärfe-Brille aufsetzen, bevor Sie lesen.
Zum einen ist das bestenfalls ein Spruch aus dem Parallel-Universum von Kauder & Co. Die haben das „festgestellt“, und diese Tatsache wurde hier lediglich erwähnt. Und zweitens sind Sie dem Herrn P mal wieder auf den Leim gegangen. Er hat zwar diese Frage gestellt, aber keine Antwort darauf gegeben, seine Meinung zu dem Vorgang nicht geäußert.

>> Die Judikative setzt die Exekutive regelmäßig unter Entscheidungsdruck.
>> Die Fraktionsführung der Union in Gestalt von Kauder und Altmaier legt
>> Wert auf die Feststellung, die Abgeordneten wären nicht unter Druck gesetzt
>> worden. Warum sollte ich ihnen weniger glauben als dem Pseudonym Sk8erBLN?
Wenn Sie das als zustimmende Antwort nehmen und sich vielleicht sogar darüber aufregen, ist das irgend etwas zwischen Fehlinterpretation und Unterstellung.

Nix für ungut (ich lese auch Ihre Beiträge stets mit großem Interesse), aber in klein wenig Realitätssinn….. 😉

14) sk8erBLN, Montag, 03. Oktober 2011, 10:10 Uhr

Ansonsten verfolge ich mit viel Interesse was sich aktuell in Lower Manhattan tut wo die „OccupyWallstreet“ Proteste mehr und mehr an Dynamik bekommen. Ein Novum, nicht nur für die Bank(st)er, die dort an der Wallstreet ihr Unwesen treiben.
Ein Novum für die USA insgesamt. Die Zwischenbilanz, mehr als 700 Verhaftungen, dürfte erst der Anfang sein.

Den Bank(st)ern wird scheinbar sehr mulmig, anders ist die jüngste Großspende an das NYPD (New York City Police Department) nicht zu erklären. Man „kauft“ sich Sympathien und Schutz.:

„JPMorgan Chase recently donated an unprecedented $4.6 million to the New York City Police Foundation. The gift was the largest in the history of the foundation and will enable the New York City Police Department to strengthen security in the Big Apple

„These officers put their lives on the line every day to keep us safe,“ Dimon said. „We’re incredibly proud to help them build this program and let them know how much we value their hard work.““
http://www.jpmorganchase.com/corporate/Home/article/ny-13.htm

Dann sollten die Bank(st)er mal hoffen das Geld ist gut investiert und die „Beschenkten“ kommen nicht auch ins Nachdenken so wie die Demonstranten. Am Ende wäre es sonst noch JP Morgans Fehlinvestition des Jahres. 😀

15) Lutz, Montag, 03. Oktober 2011, 13:05 Uhr

Mmmh, ist es nicht wünschenswert, dass solche Themen, wie die Euro-Rettung kontrovers diskutiert werden? Schließlich geht es dabei um viele, viele Milliarden. Und ein Ende ist nicht absehbar. Sowohl die FDP position, als auch die der CSU sollten dabei bedacht werden. Für mich geht es, wenn überhaupt, nur noch mit einem Gesundschrumpfen der EURO Zone. Sonst kommen die Länder an der Periferie nie zur Ruhe und wir müssen jährlich dreistellige Millardenbeträge mobilisieren um die Armenhäuser Europas zu unterstützen.

16) StefanP, Montag, 03. Oktober 2011, 14:08 Uhr

@61) sk8erBLN

Ich lese Ihren Beitrag und in einem ersten Reflex ist man geneigt (ich auch), zustimmend zu nicken: da hat er Recht. Dann denkt man nochmal darüber nach, erinnert sich was man im Fach Verfassungsrecht gelernt hat und kommt zum Schluss: Unsinn. Ich bin sicher, im ersten Schritt ist das gedankliche Folgen leicht. Und das ist gleichzeitig der Grund, warum Politik heute ziemlich ungerecht beurteilt wird. Der gemeine Wähler vermischt Funktionen und Aufgaben zu einem Einheitsbrei. Am Ende wird ein Kauder zu einem Pofalla und das ist dann die Auflösung jeden Unterschieds.

Dass ein Parlamentarier zwar 60-80 Stunden pro Woche arbeiten mag (Sie nennen es „beschäftigt sein“), führt in Ihren Augen nicht dazu, dass er Sinnvolles täte. Tja, was ist „sinnvoll“? In Ihrer Selbstherrlichkeit schreiben Sie: „Und wer Prioritäten so falsch setzt, dass ihm nicht einmal die Basics präsent sind, die seit Tagen, ja Wochen die gesamte Medienlandschaft dominierten (jene 220 Milliarden oder welche Staaten bereits Hilfen erhielten), der hat wohl etwas sehr gründlich falsch gemacht.“

Ich glaube, die „Basics“ sind inzwischen jedem präsent, selbst meine Frau weiß inzwischen, dass Griechenland mit rund 160% des BIP verschuldet und eigentlich insolvent ist, weshalb es ja kaum sinnvoll sein kein, solchen Bankroteuren noch weiteres Geld zuzuschieben. Im Gegensatz zu meiner Frau bin ich ökonomisch nicht unbeleckt und habe mal was über volkswirtschaftliche Zusammenhänge gehört. Dennoch gelingt es mir nicht, eine bruchlose Argumentationslinie für den Rettungsschirm zu bauen. Die gegenteilige Argumentation funktioniert allerdings ebenso wenig.

Vornehmste Aufgabe des Deutschen Bundestages ist es, Gesetze zu erlassen und die Bundesregierung zu kontrollieren. Diese Aufgaben lassen sich, auch wenn Sie das gemäß Ihrem Kommentar wünschen mögen, nicht auf Dritte und damit auch nicht auf Medien deligieren. Jeder Abgeordnete muss sich aufgrund vorgelegter, ausgearbeiteter Gesetze und nicht auf Grundlage von Zeitungs- und Internetberichten ein eigenes Bild machen. Daher kommen Parlamentarier nicht umhin, solche Unterlagenberge durchzuarbeiten. Sie überweisen solche Arbeiten höchstens auf Fachausschüsse, um ein effektives Arbeiten zu gewährleisten.

Was Sie kommentieren, ist daher hanebüchen. Kein Richter dürfte Ihren „Tipp der ökonomischen Arbeitsweise“ anhnehmen, jeder Wirtschaftsprüfer muss sich gefälligst sein eigenes Urteil bilden und jeder Manager muss abseits von Reportagen neue Geschäftsfelder auftun und ausprobieren. Copy & Paste, auch wenn Sie das meinen mögen, ist keine Geschäftsgrundlage für den Deutschen Bundestag.

Ergo: die ureigenste Arbeit des Abgeordneten, die Regierung durch eigenes Lesen von Gesetzen zu kontrollieren, nennen sie ineffektiv. Der Politker ist daher in Ihren Augen höchstens beschäftigt, wenn er seinen grundgesetzlich festgelegten Aufgaben nachkommt. Ausweis von Fleiß sei das nicht, höchsten Beleg für Zeitverschwendung.

Schlussbemerkungen: Silvia Koch-Mehrin ist kein Mitglied des Deutschen Bundestages. Sie ist FDP-Mitglied wie rund 75.000 Deutsche auch. Zweitens: Ich habe letzte Woche an einer Datenbank herumgebastelt, die einfach nicht funktionieren wollte. Ursache war ein Fehler in einem String. Was ich mit diesem Verweis auf die Notwendigkeit von Präzision sagen will, werden Sie sicher nach kurzem Nachdenken verstehen.

17) Peter1, Donnerstag, 31. Mai 2012, 16:15 Uhr

Bitte teilt den Aufklärungslink gegen den ESM-Vertrag mit euren Freunden, Bekannten auf Facebook (an die Pinnwand des Freundes posten), per Mail und so weiter – die Zeit wird knapp, umso mehr sich darüber informieren, um was es sich bei diesem diktatorischen Ding handelt, umso besser!

Hier der Link zu dem Video auf YouTube

http://www.youtube.com/watch?v=d6JKlbbvcu0

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