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Dienstag, 18. Oktober 2011, 14:01 Uhr

Nachrichten aus einer anderen Welt

Es gibt Nachrichten, die sind wie aus einer anderen Welt. Einige davon bewegen derzeit wieder die politischen Gemüter – zumindest die der schwarz-gelben Koalition.

Die erste Nachricht: Die FDP beharrt auf Steuersenkungen. Finanzminister Wolfgang Schäuble verspricht ein Entlastungsvolumen von bis zu sechs Milliarden Euro.

Die zweite Nachricht: Die CSU beharrt auf einem Betreungsgeld für diejenigen Eltern, die ihre Kinder nicht in eine Krippe oder Kita schicken. Jährliche Kosten: 1,6 Milliarden Euro.

Die erste ist einfach irreal angesicht einer für 2012 geplanten Neuverschuldung von 28 Miliarden. Die zweite ist absurd, denn keine Bürger hat Anspruch auf eine Ausgleichszahlung dafür, dass er staatliche Angebote nicht annimmt. Weder dafür, dass er staatliche Bibliotheken nicht benutzt, Museen und Schwimmbäder nicht besucht, Autobahnen nicht befährt.

Das Betreungsgeld widerspricht, abgesehen von der möglichen Fehlentwicklung, dass bildungsferne Eltern ihre Kinder aus finanziellen Gründen nicht in die Kita schicken, der Logik, die hinter staatlichen Angeboten steckt. Sie müssen nicht angenommen werden, aber es gibt dafür auch keine Ausgleichszahlung. Das Betreuungsgeld entspringt lediglich familienpolitischer Ideologie.

Betreuungsgeld und Steuerentlastungen – das wären schon 7,6 Milliarden Euro im Jahr. Wenn man zwei Sparpositionen hinzurechnet, die unselige Mehrwertsteuersenkung für Hoteliers (eine Milliarde) und das Elterngeld (vier Milliarden), eine Luxuszahlung, die ihren eigentlichen Zweck verfehlt hat, nämlich die Geburtenrate signifikant zu steigern, dann sind das zusammen schon 12,6  Milliarden an unnötigen vorhandenen oder geplanten Ausgaben.

Denn auch das Elterngeld ist nur noch ideologisch motiviert, nämlich des zahlenmäßig sehr überschaubaren emanzipatorischen Fortschritts wegen, dass auch Väter eine berufliche Auszeit nehmen, um sich intensiver an der Kindererziehung zu beteiligen. Das ist in Zeiten, in denen die Kassen voll sind, sicher zu begrüßen, in Zeiten aber, in denen die Staatsschulden die größte europäische Finanzkrise verursacht haben, unverantwortlich.

Das Erfreuliche ist: weder Steuersenkungen noch das Betreuungsgeld werden angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat kommen. Sie sind lediglich wahlkampfpolitisches Spielmaterial für FDP und CSU.

An die Hotelsteuer und das Elterngeld aber traut sich keiner heran. Im ersten Fall, weil die schwarz-gelbe Koalition glaubt, einer Weitersubventionierung der Hotels sei weniger schlimm als das Eingeständnis einer Fehlentscheidung. Und im zweiten Fall, weil keine Partei sich dem Vorwurf der Unmodernität und Emanzipationsfeindlichkeit aussetzen will. Das ist feige und unerfreulich.

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94 Kommentare

1) Lore Reß, Dienstag, 18. Oktober 2011, 15:22 Uhr

Absolut richtig!

2) Tobi K, Dienstag, 18. Oktober 2011, 15:23 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

ich stimme ihrer Analyse und ihren Gedankengängen zu, doch wird das die FDP nicht davon abhalten, ihre unseligen Steursenkungspläne weiter zu verfolgen und sie wird sie auch durchsetzen können:

Gestern gab es Berichte, die FDP plane den Umweg über den im Bundesrat nicht zustimmungspflichtigen Solidaritätszuschlag zu gehen.
So soll der Freibetrag angehoben werden, so dass im Endeffekt weniger Haushalte überhaupt den Soli zahlen müssen.

Ich hoffe sehr, dass sich die CDU/CSU nicht an diesem Winkelzug beteiligt, um den Koaltions”frieden” zu bewahren, jedoch: Aus Prinzip Optimist, aus leidoller Erfahrung Pessimist…

3) Hackworth, Dienstag, 18. Oktober 2011, 15:30 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

[...]in Zeiten aber, in denen die Staatsschulden die größte europäische Finanzkrise verursacht haben[...]

Bitte hören Sie auf, diesen Mythos weiterzuverbreiten und Großkapital-freundliche Propaganda zu verbreiten. Staatsschulden haben die jüngste Finanzkrise nicht verursacht, sondern Banken und deren Spekulationen gegen Staaten auf Staatskosten, sowie Politiker, die sich dank gutbezahlter Posten oder der Aussicht auf solche blind und taub für diesen Kern der Probleme stellen.

4) StefanP, Dienstag, 18. Oktober 2011, 15:32 Uhr

An dieser Stelle wollte ich eigentlich einen Kommentar schreiben, dafür oder dagegen, je nach dem. Doch das fällt schwer, wenn sich Michael Spreng weitgehend mit Allgemeingut beschäftigt. Sich über das Sammeln von Wahlkampfmunition aufregen? Dafür ist dann doch die Zeit zu schade.

Finanzpolitisch mögen Steuersenkungen weder in die Krisenzeit passen noch verteilungspolitisch sinnvoll sein. Dennoch befürworten durch die Bank Anhänger aller Parteien eine solche Entlastungstat. Ausnahmen: Grünen-Anhänger, die weitgehend dagegen sind und FDP-Fans, die juchzend “ja” rufen. Selbst Wähler der Linkspartei lehnen sie nicht ab, obwohl sie eher weniger davon bevorteilt sein dürften. Tja, bei der Bildung leiden als Erstes die Fächer Mathematik und Ökonomie.

Das Betreuungsgeld wäre familien- und erziehungspolitisch ein Desaster, das kümmert jedoch weder christlich-konservative Kreise noch bildungsferne Schichten. In Zeiten, wo gerade feministisch-progressiv angehauchte Familienpolitikerinnen Hausfrau/-mann als (Erwerbs-) Beruf mit entsprechendem Staatslohn eingestuft sehen wollen, würde das wiederum irgendwie in die Zeit passen. Wenn es um das Abgreifen von Staatsgeld geht, sind dann doch alle gleich.

Womit wir eigentlich bei einem wunderbaren Thema wären. Wer soll von Sozialleistungen des Staates profitieren. Alle Gutmenschen – und dazu gehört in diesem Falle wahrscheinlich jeder – würde sofort rufen: die Armen. Wer sind die Armen? Tja, ökonomisch ist das leicht umrissen, nämlich die untersten 10% bzw. 20% der Einkommenspyramide. Doch was sozialpolitisch richtig ist, ist noch längst nicht politisch durchsetzbar, da sind die Gutmenschen doch keine mehr.

Tatsächlich verteilt der Staat seine Sozialleistungen mit der Gießkanne. Und das ist kein deutsches Phänomen. Hierzulande kommen die unteren 20% der Gesellschaft lediglich in den Genuß von rund 27% aller Sozialtransfers abseits von Rentenzahlungen. Der OECD-Schnitt liegt immerhin bei rund 33%. Mit anderen Worten: Wir benötigen deswegen soviel Geld im Sozialetat, weil alle etwas davon haben wollen. Übrigens: in Griechenland profitiert das untere Quintel mit gerade gut 12% vom staatlichen Geldsegen, das Gros steckt die Mittelklasse mit knapp 60% und die Oberklasse mit 30% (!) ein. Falls man noch Fragen hat, wo das Problem der griechischen Staatsfinanzen liegt: hier
http://www.ifo.de/de/portal/page/portal/ifoHome/a-winfo/d3iiv/_DICE_details?_id=6747349&_thid=6747538&_cat=c
http://www.oecd.org/dataoecd/48/9/34483698.pdf

Leider ist dies ein langjähriger Fakt, den bis hin zur Linkspartei keiner thematisieren mag. Wir zahlen lieber relativ hohe Steuern und Sozialabgaben, als auf das rechte Tasche / linke Tasche-Spiel zu verzichten. Staatlich bezahlter Bildungsurlaub, Vermögensbildung für bestens abgesicherte Angestellte, Gesundheitsleistungen für ein Minimum an Beitrag in der Familienversicherung sind öffentliche Leistungen, die 80% der Bevölkerung nicht benötigen. Die, die es allerdings benötigen, bekommen davon zu wenig und werden darüber hinaus falsch gefördert.

So bleibt am Ende des obigen Beitrags: schön, dass das nochmal gesagt wurde. Investigativ geht anders.

5) Marc, Dienstag, 18. Oktober 2011, 15:40 Uhr

Hehe, Sie Fuchs Herr Spreng. Den Satz “… in Zeiten aber, in denen die Staatsschulden die größte europäische Finanzkrise verursacht haben, …” haben Sie doch nur reingeschrieben, dass möglichst viele Kommentatoren sich daran hochziehen und fleißig miteinander (auch darüber) diskutieren. ;-)

6) Uli, Dienstag, 18. Oktober 2011, 15:57 Uhr

“Weil keine Partei sich dem Vorwurf der Unmodernität und Emanzipationsfeindlichkeit aussetzen will. Das ist feige und unerfreulich.”
Ich frage mich immer was an dieser Regierung eigentlich “konservativ” sein soll, anscheinend bin ich nicht der einzige:
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/debatte-adieu-kameraden-ich-bin-gutmensch-11481906.html

7) Mark, Dienstag, 18. Oktober 2011, 16:08 Uhr

Ja, in der Tat erleben wir in jüngster Zeit Politiker, die sich verhalten als säßen sie auf einem anderen Planeten: Da wollen uns Teile der Regierung IMMER NOCH weismachen, die Bürgschaften für marode Euro-Staaten seien ja nur Bürgschaften, die keinesfalls platzen würden. Lächerlich, das. Da wird mit keinem einzigen Wort erwähnt, was denn eigentlich zukünftig in Deutschland passiert, wenn tatsächlich mal eine Bürgschaft fällig wird. Nicht ein Wort! Wo soll das Geld herkommen?

Und nun das: weitere Forderungen in Milliardenhöhe, um etwas Masse für die kommenden Wahlkämpfe zu haben. Irreal. Verrückt. Von einer anderen Welt eben.

Aber der zentrale Punkt der Analyse steck im letzten Absatz: “[...] weil die schwarz-gelbe Koalition glaubt, einer Weitersubventionierung der Hotels sei weniger schlimm als das Eingeständnis einer Fehlentscheidung.” DAS ist absolut wahr, und nicht nur bezogen auf die Hotelsteuer! Dies gilt doch inzwischen für nahezu ALLE Projekte. Niemand will offenbar reinen Tisch machen mit gescheiterten Projekten und eingestehen, dass man Fehlentscheidungen getroffen hat. Letztlich zeigt sich nun, dass (viele) heutige Poltiker vor allem eins sind: feige und uneinsichtig.

Wann, oh wann, wird sich das endlich ändern?

8) FF, Dienstag, 18. Oktober 2011, 16:16 Uhr

Unfaßbar. Als ich heute morgen im Radio hörte, FDP und Steuersenkungen, habe ich das Teil kurz ungläubig angestarrt. Ist da innendrin was kaputt gegangen? Wiederholt es etwa die Nachrichten von 2005? Oder 2007? Oder 2009?

Entweder wollen die uns verarschen, halten uns für dämlich oder wohnen in einer komplett anderen Realität als wir. Könnte auch alles zutreffen.

Ebenso bizarr: Röschen versus Kristina im Quotenkampf. Ähnliche Frage: entweder sind die beiden dämlich oder nur entrückt oder sind wir dämlich oder nur entrückt? Oder sind das plumpe Ablenkungsmanöver, um von den harten Themen – Banken, Euro, Staatstrojaner – abzulenken?

Man weiß es nicht.

9) etg, Dienstag, 18. Oktober 2011, 16:28 Uhr

“in Zeiten aber, in denen die Staatsschulden die größte europäische Finanzkrise verursacht haben,”

Ach, so herum ist das. Die Schulden haben die Finanzkrise ausgelöst, nicht umgekehrt. Das finde ich eine erstaunliche Erkenntnis. Und dazu so wenig faktenbasiert.

10) saskia, Dienstag, 18. Oktober 2011, 17:24 Uhr

“[...] in Zeiten aber, in denen die Staatsschulden die größte europäische Finanzkrise verursacht haben, unverantwortlich.”

Die Staatsschulden sind Symptom der Finanzkrise, ganz sicher aber nicht die Ursache. Wirklich schade, dass man diese irreführende Formulierung immer wieder und überall eingetrichtert bekommt.

11) Oliver, Dienstag, 18. Oktober 2011, 17:29 Uhr

Ich finde es amüsant, dass in der Welt von Herrn Spreng und vieler Politiker offenbar ein Verzicht auf einen Krippen/Kitaplatz möglich ist. Viel eher ist es jedoch so, dass es überhaupt gar keinen Platz gibt, auf den hätte verzichtet werden können. Städte wie Hamburg haben Wartezeiten von drei Jahren…

12) sk8erBLN, Dienstag, 18. Oktober 2011, 18:03 Uhr

@ Spreng

“Das Erfreuliche ist: weder Steuersenkungen noch das Betreuungsgeld werden angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat kommen.”

Beim Betreuungsgeld d’accord, das kommt wohl nicht. Bei den Steuerentlastungen steht jedoch im Raum den Solidaritätszuschlag dafür zu verwenden da das ohne Bundesrat beschlossen werden kann?

Das durchzusetzen dürfte sich die FDP wohl nicht nehmen lassen. Darüber ob das sinnvoll ist, haben Sie ja bereits alles gesagt.

13) Peter Christian Nowak, Dienstag, 18. Oktober 2011, 19:33 Uhr

@m.spreng

Sie beschreiben fast das gesamte Sammelsurium an Umverteilungsorgien der letzten 10 Jahre. Fehlt eigentlich nur noch die verkürzte Zinsabschlagssteuer für Wertpapiergeschäfte und die Steuergeschenke für Kapitalgesellschaften. Dass alles so bleibt wie es ist, außer den Forderungen nach weiteren Kürzungen in den sozialen Sicherungssystemen, dafür setzt sich das Portal „Abgeordnetencheck“ ein. Man verfolgt dabei die Aufgabe, Parlamentarier auf ihre Gesinnungstreue in marktradikalen und wertkonservativen politischen Positionen abzuklopfen – wer bedingungslos die Axt an den Sozialstaat legen will, hat bestanden, wer sich dem neoliberalen Wahn verweigert, fällt durch.
Die Herrschaften verkennen aber, daß sich die Welt derzeit fundamental in die andere Richtung bewegt. Bemerkenswert unsensibel macht man grad so weiter wie bisher. Das kann gefährlich werden. Wenn sie aus dieser Malaise ohne ernsthafte Blessuren davon kommen wollen, dann müssen die sich jetzt schon was einfallen lassen. Ansonsten wird ihre neoliberale Ideologie zum Fallstrick, an dem sie eines nicht zu fernen Tages hängen werden.

14) Magnus, Dienstag, 18. Oktober 2011, 19:39 Uhr

Sie setzen die Tatsache, dass jemand sein eigenes Kind gerne aufwachsen sehen und erziehen möchte mit der nicht-Nutzung von Schwimmbädern gleich? Sie haben wohl selbst keine Kinder, sonst würden Sie sowas nicht schreiben. Wenn jemand die Verantwortung für seine Kinder und deren Wohlergehen übernehmen möchte, sollte er auf jeden Fall dafür belohnt und dazu ermutigt werden, indem entstehende Nachteile (fehlendes Gehalt) ausgeglichen werden. Das Problem in der heutigen Gesellschaft ist ja gerade, dass man kaum noch eine Wahl hat, das Krippenangebot abzulehnen, weil die Nachteile einfach zu gravierend sind. Wenn ich nicht ins Schwimmbad gehe, werd ich da keine großen Nachteile von haben.

15) S.Presso, Dienstag, 18. Oktober 2011, 20:40 Uhr

Auch wenn man dem Artikel im Großen und Ganzen zustimmen kann, so ist die Behauptung, dass “die Staatsschulden die größte europäische Finanzkrise verursacht haben” einfach nur Unsinn.

Der immense Anstieg der Schuldenquote, als Folge diverser “Rettungspakete”, sollte auch Ihnen bekannt sein …

16) Don Corleone, Dienstag, 18. Oktober 2011, 21:37 Uhr

“… in Zeiten aber, in denen die Staatsschulden die größte europäische Finanzkrise verursacht haben, unverantwortlich.”
Erfreulich, dies aus Ihrer klugen Feder zu lesen, Herr Spreng. Vor Tische las man’s nämlich anders; da waren noch die bitterbösen Banken die Verursacher der Krise.

17) Oliver, Dienstag, 18. Oktober 2011, 22:56 Uhr

Wenn “bildungsferne” Eltern ihre Kinder in ihrer Familie aufwachsen sehen möchten, ist das also eine Fehlentwicklung. Ich vermute, Sie sind außerordentlich “bildungsnah” und selbstverständlich auch befugt, den Standard vorzugeben, welcher Art die rechte Bildung zu sein hat. Und daß Väter sich in der “Finanzkrise” eine Auszeit für ihre Kinder nehmen, geht ja nun auch wirklich nicht… Der hat gefälligst seine Bürgerpflicht zu erfüllen, auf daß diese überwunden werde!

Na, immerhin offenbaren solche Texte doch, welch Geistes Kind sie verfaßt hat! Mit freundlichem Gruß…

18) Riesenmaus, Dienstag, 18. Oktober 2011, 23:25 Uhr

Für was Geld da ist und für was nicht? – ich verstehe es nicht und wenn ich Hunderttausende am Wochenende auf der Straße sah, so denke ich diese mündigen Bürger wussten es auch nicht. Es liegt allerdings keineswegs daran, das diese Menschen alle dumm sind, wohl eher aber daran, dass wir alle von einer Politik zu lange verdummt wurden, welche scheinbar fest im Griff der Lobby von Banken, Spekulanten und Großkapital sind.
Kein Geld ist da, um Hartz IV auf ein menschenwürdiges Maß zu erhöhen, kein Geld für KITAS, Schwimmbäder oder kulturelle Einrichtungen und dem Bürger wurde das glaubhaft gemacht. Und dann mussten plötzlich die Banken 2008 gerettet werden und vermutlich wird sich das bald wiederholen. Ergo: noch weniger Geld ist da für Soziales, Familien………
Doch 2013 ist Wahl und wie jede Regierung klebt schwarz/gelb an der Macht! Also werden ein paar Versprechungen für die eigene Wählerschaft gemacht, wie Steuersenkungen oder endlich Geld für Familien. Doch finanzierbar ist das wohl alles nicht, denn es wird kein Geldscheißer vom Himmel fallen, der das nötige Geld herbeizaubert. Als Kind glaubte ich an die Märchen, welche meine Großmutter erzählte. Heute ist anders: auch wenn Frau Merkel keine eigenen Enkel hat, sollte sie mich mit irgendwelchen Geschichten verschonen, welche ihr eh niemand mehr abkauft. ;-)

19) m.spreng, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 08:39 Uhr

@ 5) Marc

Durchschaut! Und so ist es ja auch gekommen.

Etwas ernster: Es muss doch möglich sein, sowohl die Ursache zu benennen, als auch dIe Banken zu kritisieren – was ich schon mehrmals getan habe. Die Ursache ist die Staatsverschuldung, Hedgefonds und die Investmentabteilungen der Banken haben durch Spekulation die Krise verschärft und gut daran verdient.

Ich sehe das politisch-taktisch: die Politik hat jetzt die wahrscheinlich letzte Chance, das Primat der Politik wiederherzustellen. Das ist in der derzeitigen Krise nicht ganz gerecht, aber die Krise eröffnet die Chance, die Versäumnisse nach der Lehman-Pleite wettzumachen.

20) Xpomul, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 08:53 Uhr

nicht die staatsschulden der länder haben die krise verursacht an deren anfang wir nach meinem dafürhalten erst stehen sondern die massive zockermentalität der finanzmafia.
den staaten kann man vorhalten die deregulierung überzogen zu haben, unmoralisch bleiben die finanzindustrie dennoch.
die staatsverschuldung deutschlands z. b. steht ebenso auf töneren füßen wie in anderen ländern die angeblich so solvent sind.
frankreich wird ja wohl nächstens abgestraft und runtergestuft von den ratingagenturen.
der efsf wird nun wohl doch gehebelt auf ein volumen von 2 billionen euro, allen betreuungen im vorfeld zum trotz oder doch auf betreiben der finanzlobby die natürlich ein äußerst lukratives geschäft wittert.
ein artikel zum nachlesen:
http://www.welt.de/wirtschaft/article13668476/Paris-und-Berlin-erwaegen-Vervierfachung-der-EFSF.html
basel iii wird nicht vorgezogen – die finanzlobby in brüssel ist in aktion und arbeitet tag und nacht in den kaminzimmern.
warum wohl waren ( und bleiben wohl auch ) staatsanleihen von kapitalunterdeckung ausgenommen ?
jede anlage birgt ein inneres risiko, selbst die anlage im sparstrumpf unter dem kopfkissen – das haus kann abbrennen …

wir werden bei allen nachrichten immer wieder auf die uns alle bewegende krise in der basis runterbrechen müssen da es – pardon für das wort – zum erbrechen ist.

21) Xpomul, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 09:06 Uhr

noch ein link zu einer äußerst verwerflichen anlageform von banken – querbeet alle banken machen da mit und verdienen sich ( und die anleger ) eine goldene nase mit dem elend dieser welt:
http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/1/0,1872,1001633,00.html?dr=1

die politik hätte es relativ leicht zumindest hier das primat wiederherzustellen und könnte diese form von fonds ganz einfach verbieten.
warum handelt sie nicht ?
weil sie in der totalen abhängigkeit der bankenlobby ist !
finance watch dokumentiert das trefflichst:
http://www.finance-watch.org/

22) jmb, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 09:08 Uhr

Die beiden Nachrichten, die hier Herr Spreng aufgreift, weisen darauf hin, dass “Bedrängte in der Not” zu allen verbalen Mitteln greifen, um ihre Kernklientel bei der Stange zu halten.

Für beide Forderungen, der der FDP als auch der der CSU, lassen sich auch vernünftige Gründe (z.B. Innovationsfähigkeit, Vermeidung von Diskriminierung) aufführen, aber manchmal ist es, wie Herr Spreng zurecht betont, erforderlich sich über den Zeitpunkt der Forderung (“Gebot der Stunde”) Gedanken zu machen, um nicht als Scheusal dastehen zu müssen.

Diesen Umstand kann man allerdings auch mit Recht als misslich betrachten. “Wir” haben uns bereits daran gewohnt nur noch dem Gebot der Stunde zu gehorchen. Der Hintergrund dafür ist die permanente Krise, die keine nachhaltigen Strategien mehr zum Zuge kommen lassen mag, weil sie in der Augenblicksmisere nicht mehr angemessen erscheinen, die nur noch rasche Antworten verlangt. Dass diese Augenblicksmisere so beherrschend geworden ist, ist dem Umstand geschuldet, dass die Ansprüche an die politische Vernunft (z.B. Pofalla!) so bescheiden geworden sind, dass uns selbst grundsätzliche Paradigmen oder Maximen abhanden zu kommen drohen, und selbst die Axt gegen demokratische Grundüberzeugungen (Pofalla!) erhoben wird, zumindest verbal.

Wenn die “pseudo-progressiven Kräfte” (New-Labour, Schröder, Eichel, Barroso) etwas erfahrener im Umgang mit der “neoliberalen Vernunft” und der sozialdemokratischen Tradition des Keynesianismus (“Verschuldungspolitik”) umgegangen wären, wären die Nachrichten, die Spreng heute berichtet und kommentiert, vielleicht mehr Stoff zum Nachdenken. So aber sind wir nur noch Getriebene, der Not gehorchend, die den Fehlern der Vergangenheit ausgeliefert sind und nur darauf bedacht sind, nicht im Orkus der Retter den Überblick zu verlieren.

Mein Spruch zum Tag deshalb von George Berhard Shaw:

“Er [der Mensch] kann nur versklavt werden, wenn er geistig schwach genug ist, auf Vernunftgründe zu hören.”

(Die Moral von der Geschicht’, es macht durchaus Sinn, mehr Qualität zu fordern, wenn wieder Vernunft in Umlauf gebracht werden soll.)

23) m.spreng, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 09:35 Uhr

@ 14) Magnus

Vielleicht passt dieser Vergleich besser: Derjenige, der nach dem Abitur nicht die Universität besucht, bekommt dafür auch keine Ausgleichszahlung vom Staat.

24) IANAL, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 10:27 Uhr

Mal eine Randbemerkung zur Staatsschuldenkrise: Es ist ja schon oft gesagt worden, dass das, was uns als “Griechenlandhilfe” verkauft wird, in Wirklichkeit eine Bankenhilfe ist (der einfache Grieche hat jedenfalls nichts davon). Was mir nicht in den Kopf will: Es gehört zum kleinen Einmaleins der Geldanlage, dass ein Zielkonflikt zwischen Sicherheit und Renditechance besteht. Konkret heißt das u.a., dass ein festverzinsliches Wertpapier (bspw. eine Staatsanleihe) umso geringere Zinsen abwirft, je geringer das Ausfallrisiko ist – und umgekehrt. Jeder, der Geld anlegt, sollte das wissen. Der Kleinsparer genauso wie der Fondsmanager.

Nun gab es auf griechische Staatsanleihen auch schon vor dem Ausbruch der großen Krise wesentlich höhere Zinsen als auf (als nahezu 100% sicher geltende) deutsche Staatsanleihen – deswegen wurden die ja gekauft. Die Käufer griechischer Staatsanleihen, insbesondere die großen Banken Deutschlands und Europas, haben jahrelang für ihre (vermeintliche) Risikobereitschaft hohe Zinsen kassiert. Mit welchem Recht weigern sie sich jetzt, das Ausfallrisiko zu tragen? Mal wieder ein schöner Fall von Privatisierung der Gewinne und Vergesellschaftung der Verluste.

25) Eduard, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 10:27 Uhr

Ihr Argument mit dem Betreuungsgeld ist Quatsch, Herr Spreng.
Wenn der Staat den Kita- und Kindergartenbesuch finanziell fördert, geht davon eine Lenkungswirkung aus. Der Staat drängt die Eltern mit “sanfter Hand” in eine besonders von Rot und Grün gewünschte Richtung: Die staatliche Einrichtung ist besser für das Kindeswohl, immer.
Wer echte Wahlfreiheit zwischen Fremd- und Selbstbetreuung der eigenen Kinder z.B. bis zum dritten Lebensjahr möchte, kommt an einem Betreuungsgeld nicht vorbei.

26) Chat Atkins, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 10:45 Uhr

Wir beschließen nur noch Dinge, die garantiert nicht kommen werden – das ist doch für schwatzgelbe Verhältnisse schon mal ein Fortschritt. Anders ausgedrückt: Nicht regiert zu werden ist das Beste, das der Bevölkerung bei dieser Koalition passieren kann …

27) StefanP, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 10:51 Uhr

20) Xpomul

nicht die staatsschulden der länder haben die krise verursacht an deren anfang wir nach meinem dafürhalten erst stehen, sondern die massive zockermentalität der finanzmafia.

Spätestens seit den 1990er Jahren haben führende Wissenschaftler auf dem amerikanischen und europäischen Kontinent gewarnt, dass die wachsende Staatsverschuldung in den Industrieländern – die gleichzeitig Wohlfahrtsstaaten sind – dauerhaft zu einem Problem der Staatsfinanzierung werden könnte. Mit langer Verzögerung ist diese Situation nun eingetreten und behände wissen Politiker und Sozialanhänger zu begründen, dass daran natürlich nicht die ausgeufterten Defizite ursächlich seien.

Die Bonität eines Gläubigers bewertet sich nach seiner Gesamtverschuldung und seinen Möglichkeiten, die einmal aufgenommenen Schulden zu tilgen. Zu lange wurde diese Regel von den Gläubigern der Staaten zu wenig beachtet und den Aussagen der Politik, was deren eigene Bonität betraf, geglaubt. Es bedürfte keiner, nun angedachten, Rekapitalisierung von Banken, wenn alle Staaten gemäß der verbrieften Pflichten ihre Schulden zurückzahlen und nicht einen Schuldenerlass begehren würden.

Da Sie ja der Überzeugung sind, dass Finanzinstitute mit ihrer Zockerei die eigene Malaise verursacht hätten, erklären Sie bitte,

warum genießen die Schuldverschreibungen des Bundes bei einer Schuldenstandsquote von über 80% höchstes Ansehen, die von Italien mit 120% und die von Spanien mit über 60% nicht.
Erklären Sie bitte, warum gerade griechische Banken gerettet werden müssen, die ausgerechnet Anleihen ihres eigenen Staates gekauft haben. Das sind Banken, die im weltweiten Monopoly keine Rolle spielen.
Versuchen Sie bitte, den offensichtlichen Widerspruch aufzuklären, warum derzeit über die Rekapitalisierung von Banken mit geringem Investmentvolumen diskutiert wird, während die großen Investmentgesellschaften (“Zockerbuden”) out of discussion sind.

Auf die – unfallfreien – Erläuterungen bin ich wirklich gespannt.

28) Alexander, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 11:17 Uhr

Es ist so einfach, die angeblich bösen Banken für die Finanzkrise verantwortlich zu machen.

Das ist aber nur eine neidvolle geführte Debatte. Irgendwie macht es den selbstgerechten Spießern wider sehr viel Spaß, auf die bösen Banker zu verweisen. Nur nicht genauer hinschauen zum Beispiel in die Ausgabenverteilung im Bundeshaushalt.

Nicht die Banken haben die Staatsverschuldung verursacht, sondern die Gesellschaft und die Politiker.

Seit 1970 steigen die Ausgaben für Sozialleistungen; die deutsche Staatsverschuldung ist von 150 Mrd. EUR (1983) auf inzwischen über 2.000 Mrd. EUR (2011) gestiegen. Unsere Politiker finanzieren über Kredite, Anleihen und weitere Finanzierungsinstrumente die Ausgaben für Soziales, für Subventionen. Und trotzdem sind alle Systeme und Institution des Sozialbereiches in einem desolaten Zustand, Egal ob es um die gesetzlichen Rentenversicherung, die gesetzliche Krankenversicherung oder das Arbeitsamt geht: Überall sehe ich hier überbürokratische Zentren, in denen Heerscharen von Bürokraten und Beamten verwalten. Dazu viel zu komplexe Regularien, Gesetze, Verordnungen etc.

Im Grunde genommen leben wir seit 20 Jahren über unsere Verhältnisse, wir Deutsche sind unglaublich strukturkonservativ geworden. Kein Politiker sagt diese unangenehme Wahrheit und kein Wähler will sie hören.

29) Xpomul, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 11:43 Uhr

@27) StefanP

exakt diese frage verstehe ich ja ebenso nicht.
im gegenteil, ich halte die staatsanleihen von deutschland zumindest ebenso gefährdet und riskikobehaftet wie die von z.b. spanien.
lassen wir den efsf mal gehebelt werden und dann schauen wir zu, was anderes können wir nicht tun, wie die rating agenturen auf deutschland einprügeln und runterstufen.

vor allem deutsche und französische banken haben griechische anleihen im bestand.
weniger die griechischen selbst.

unstrittig ist die staatsverschuldung in den jahrzehnten nicht unwesentlich gestiegen und ein riesenproblem. massiv wurde es jedoch doch in den letzten jahren durch verschieden rettungsmaßnahmen zu gunsten der banken.

ihre einlassung unfallfrei habe ich nicht verstanden.
meine finger sind noch alle heile …

30) EStz, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 11:45 Uhr

14) Magnus, Dienstag, 18. Oktober 2011, 19:39 Uhr

Wenn jemand die Verantwortung für seine Kinder und deren Wohlergehen übernehmen möchte, sollte er auf jeden Fall dafür belohnt und dazu ermutigt werden, indem entstehende Nachteile (fehlendes Gehalt) ausgeglichen werden.
_____________________________

Im nächsten Schritt will man die Kinder auch während der Schulzeit aufwachsen sehen und will Geld vom Staat, weil man ihnen “das Nötige” selbst beibringt.

Dann, vielen verpassten schulischen Lehreinheiten, will man die Kinder auch alt werden sehen, anstatt sie zu Ausbildung und Arbeit zu lassen, und will auch dafür Geld vom Staat.

Ooops, sorry, das gibt es ja schon, nennt sich Hartz IV.

Ich bitte Sie, den ironischen Ton zu entschuldigen. Aber der Staat kann doch kein Süssigkeiten-Automat sein, wo jeder auf den für ihn passenden Knopf drückt udn sich zieht, was er gerade will. Jeder Euro, den irgend jemand aus dem Staatstopf erhält, wurde vorher einem anderen weggenommen (oder später – wenn Geld auf Pump ausgegeben wird).

Ich treffe Entscheidungen und muss mit den Folgen leben. Wer sich für Job und Geld entscheidet, verzichtet auf vieles (was man vielleicht nicht kennt und was deshalb nicht weh tut). Wer sich gegen Job und für die Kinder entscheidet, verzichtet in der Regel auf Geld (was weh tut).

Sie setzen “Kinder daheim lassen” mit “Verantwortung übernehmen” gleich. Bei anderen bedeutet “Kinder daheim lassen” vielleicht “mehr Geld” oder “mehr Bequemlichkeit”. Die Sache wird gut oder schlecht nur dadurch, WIE man es macht. Zumal die Kinder im Kindergarten auch etwas lernen und sich in ihrer Persönlichkeit schneller weiterentwickeln, als wenn sie die ganze Zeit daheim bleiben. Hat alles wie üblich mindestens seine zwei Seiten.

.

31) Ernst Wilhelm, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 12:01 Uhr

“Das Betreuungsgeld entspringt lediglich familienpolitischer Ideologie.” Richtig, und diese Ideologie besteht darin, dass Eltern ihre Kinder am besten allein erziehen sollen, ohne Einmischung des Staates aber mit finanzieller Hilfe aus Gruenden der Gleichbehandlung. Noch besser waere es natuerlich, finanzielle Hilfen aufzulegen, die gezielte die Familie mit Kindern unterstuetzen.

32) Xpomul, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 12:06 Uhr

@stefan p

darf ich noch eine grafik nachtragen.
man sieht gut das seit 2008 die staatsverschuldung deutschlands dramatisch ansteigt.
sage mir keiner es wäre zufall das es mit der lehmann pleite zeitlich zusammenfällt:

http://www.google.de/publicdata/explore?ds=ds22a34krhq5p_&met_y=gd_pc_gdp&idim=country:de&dl=de&hl=de&q=grafik+staatsverschuldung+deutschland#ctype=l&strail=false&bcs=d&nselm=h&met_y=gd_pc_gdp&scale_y=lin&ind_y=false&rdim=country_group&idim=country:de&ifdim=country_group&hl=de&dl=de

das interview im handelsblatt mit mr. dax ist ebenso sehr lesenswert wie ich gerade feststelle:
http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/boerse-inside/die-schweinehunde-bestimmen-wo-es-langgeht/5204910.html

33) Sven Garber, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 13:25 Uhr

Ich stimme Ihnen zum einen zu: Steuersenkungen und Betreungsgeld sind derzeit nicht drin. Eine echte Steuerreform, die das Einnanhmevolumen hält / leicht erhöht, aber weniger Ausnahmetatbestände vorsieht, waäre geboten. Die Kritik an Hotelsubventionen und Elterngeld mag berechtigt sein, wenngleich ich die Elterngeldregelung auch ohne den Erfolg steigender Geburtenraten eine gute Sache finde. Aber wenn man dann schon dabei ist, sollte man nicht bei der Kritik an diesen beiden Subventionen bleiben. Da gibt es noch zahlreiche weitere, die in der Summe auch Milliarden verschlingen und die weniger Nutzen stiften als das Elterngeld. NB: Auch durch Unterlassen gehen dem Staat Milliareden verloren. Jeder Steuerfahnder bringt dem Staat ein Vielfaches seines Gehalts inkl. Pensionsansprüchen in die Kassen. Die Zeitungen müssten voll mit Stellengesuchen sein, aber diese Berufsgruppe ist politisch nur bedingt gewollt….

34) StefanP, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 13:27 Uhr

@29) Xpomul

Wenn Sie die Frage nicht verstehen, wie können Sie dann zu einem Urteil kommen? Aus Ihrer Sicht mögen deutsche Anlagen genauso gefährdet sein wie die anderer Staaten. In der wirtschaftlichen Realität gilt das nicht. Wenn Sie die Realität nicht verstehen, können Sie nicht bewerten, ob wir eine Staatsschulden- oder eine Finanzmarktkrise haben.

Ihre Grafik ist nicht hilfreich, weil sie nicht wirklich Ihr Argument unterstützt. Sie bemängeln, dass Zahlungen an Banken die Staatsverschuldung auf ein problematisches Niveau getrieben hätten. Dabei geht es um nominale Beträge, Sie zeigen jedoch relative Werte, inwieweit diese die Schuldenquote erhöht haben. In der Quote sind jedoch zwei Werte miteinander verbunden, Sie denken um mindestens zwei Ecken.

Warum ist das falsch? Erstens, die Finanzmarktkrise führte zu einem weltweiten Konjunktureinbruch, das BIP ist also global gefallen. Demgemäß hätte sich die Schuldenquote der Industriestaaten auch dann erhöht, wenn kein Cent an Banken gezahlt worden und keine zusätzlichen Schulden aufgenommen worden wären. Zweitens sind Zahlungen an Banken zur Eigenkapitalaufstockung nicht vergleichbar mit Sozialtransfers. Bei den Hilfsprogrammen erhält der Staat einen Gegenwert und Zinsen. Im Falle der HRE mag die Einlagensicherung nichts wert sein, doch die meisten Banken erstatten dem Staat die Einlage zurück. Dann sinkt der Schuldenstand wieder. (nicht wirklich, da der Staat permanent Kredite aufnimmt und die Rückzahlungen in der Masse untergehen). Drittens beginnt Ihre Kurve 1995, betrachten Sie jedoch die Entwicklung seit 1970, so haben Sie anfangs einen starken Anstieg (Willy Brandts Sozialstaatspolitik), dann eine Abflachung und ab 1990 den Wiedervereinigungseffekt.

Letzterdings: Viele Linke tun so, als wäre Staatsverschuldung etwas Normales und begründen das mit Keynes. Doch wenn die Schuldenquote gleich bleibt, wenn das BIP steigt, bedeutet das nur, dass der Staat mit der gleichen Wachstumsrate neue Anleihen gezeichnet hat. Er füllt also auch dann permanent ein Haushaltsloch. Keynes empfahl die Kreditaufnahme zur Überwindung von konjunkturellen Schwächen und die Rückzahlung von Krediten in Boomphasen. Das führt mitnichten zu einer Erhöhung der absoluten Schulden des Staates, wie sie in weiten Teilen des linken Spektrums als normal und unproblematisch gesehen werden (siehe Nachdenkseiten oder Spiegelfechter).

P.S.: Unfallfrei meint widerspruchsfrei.

35) Ste, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 13:31 Uhr

Man muss nicht erst ständig die anderen abwertend mit Spießer oder ähnlichen kommentieren, um dann seine eigene Meinung als besser und durchdachter vorzustellen, schreiben sie einfach ihre Meinung und fertig. Es sei denn sie haben wirklich etwas konstruktives, eine Ergänzung, eine Gegenmeinung die genau auf die andere passt beizutragen.Das hemmt ansonsten den Lesefluss und ist langweilig. Es gibt kein Richtiges im Falschen.

36) jmb, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 14:04 Uhr

@ 30 EStz
“”Aber der Staat kann doch kein Süssigkeiten-Automat sein, wo jeder auf den für ihn passenden Knopf drückt udn sich zieht, was er gerade will. “”

Irgendwie haben Sie gewisse Mechanismen in diesem System noch nicht so ganz durchdacht. Wenn Sie die relevante Klientel einer politischen Partei bilden, werden Sie in diesem System nichts unversucht lassen, den von Ihnen oben kritisierten Zustand herbeizuführen (wie die Hotellerie z.B. zu Beginn der aktuellen Parlamentsperiode). Wenn Sie dabei noch einige Trümpfe im Ärmel haben, wie Schaffung oder Erhalt von Arbeitsplätzen, ist der Politik eigentlich kein Geschäft zu kindisch, um Ihnen dabei nicht in die Arme zu fallen. Im aktuellen Haushalt besteht ein Subventionsdickicht, das jeder Beschreibung spottet, aber den Wachstumsmotor der sozialen Marktwirtschaft darstellt (EU-Beiträge für die Agrarwirtschaft oder Hermesbürgschaften für zwilichtige Auslandsgeschäfte noch garnicht mitgezählt). In ihren Augen sind natürlich nur sozial Schwache ein Fall für den von Ihnen genannten Süßigkeiten-Knopf. Gibt es nach Ihrem Verständnis einen plausiblen Grund dafür, die Risiken der Lebensführung der einen von denen der anderen zu präferieren und staaltlich zu alimentieren? Wie sehen Sie denn die jahrzehntelange Subventionitis des Steinkohlebergbaus z.B. oder die Sicherung des Grundeinkommens in der Landwirtschaft ?

37) Knutsch, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 15:17 Uhr

Ab sofort werde ich nicht mehr duschen. Wo kann ich dann MEINE Ausgleichszahlungen beantrage ??

38) StefanP, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 15:30 Uhr

@31) Ernst Wilhelm

Da ich Katholik bin und an das Institut der Familie und der Ehe glaube, ist mir Ihre Überzeugung symphathisch. Allein, an den Fakten gemessen ist sie (leider) falsch.

Noch besser waere es natuerlich, finanzielle Hilfen aufzulegen, die gezielte die Familie mit Kindern unterstuetzen.

Wie sollte die aussehen? Wir haben es in Deutschland mit gezielten Steuerabzugsbeträgen wie mit Kindergeld probiert. Wir haben Fördermaßnahmen in Schulen und außerhalb des Unterrichts. Wir haben kostenlose Kinderbetreuung für Familien in prekären Verhältnissen und Museumsbesuche mit kostenlosem Eintritt. Und dennoch wächst die Zahl der Kinder, die prekären Verhältnissen aufwachsen, nimmt die Zahl der Kinder ohne Zukunftschancen zu, steigt der Anteil der Schulabgänger ohne weiterführenden Abschluss.

Schauen Sie sich bitte Abb. 3 Geschätzte Wahrscheinlichkeit einer Rückstellung in Abhängigkeit vom Bildungsabschluss der Eltern und dem Eintritt in den Kindergarten auf Seite 34 an:
http://www.diw.de/documents/publikationen/73/82423/diw_sp0100.pdf

Scheinbar scheinen heute nur noch Eltern mit Universitätsabschluss ausreichend geeignet, ihre Kinder adäquat zu erziehen.

39) Oliver Neukum, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 16:32 Uhr

Lieber Herr Spreng,

dass eine staatliche Leistung erst vor Kurzem eingeführt wurde, macht sie nicht unwichtig. Das Elterngeld ist eine gute Idee. Einige andere staatliche Leistungen sind dagegen nicht mehr zeitgemäß und/oder unsinnig finanziert, zum Beispiel die staatliche Unfallversicherung oder das Gesundheitswesen über Lohnnebenkosten.

40) M.M., Mittwoch, 19. Oktober 2011, 18:13 Uhr

Dass Eltern kein Betreuungsgeld bekommen obwohl sie Krippe oder Kita gar nicht nutzen finde ich absolut ungerecht. Mich wundert, dass die derzeitige Regelung überhaupt existiert. Ich stehe hinter der Forderung der CSU, obwohl es mich nicht betrifft und obwohl die Kasse leer ist.

41) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 18:45 Uhr

@3) Hackworth,

Die Staatsschulden sind ein Teil dieser Krise, zieht man das Verhältnis Schuldenstand zu den BIP´s der Südländer in Beziehung. Die Wetten der Spekulanten auf die zu erwartende Pleite und die Leerverkäufe mit den CDS haben das Faß zum Überlaufen gebracht. Insofern gebe ich Ihnen Recht.

42) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 18:51 Uhr

@5)Marc

Vermutlich haben Sie Recht! ….Zugegeben, manchmal kann es ganz lustig sein, “einen auf Agent Provocateur zu machen” (grins). Wenn dann noch der halbe Blog auf dem Kopf steht…(grins)

43) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 18:55 Uhr

@7)Marc

Ihre Frage ist berechtigt. Was mir seit den Rettungsaktionen aufgefallen ist: Auch seitens der Berichterstatter kommt hierzu nicht eine einzige Frage (siehe Bundespressekonferenzen).

44) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 19:04 Uhr

@7)Marc

Die FDP ist eh keine Partei, für die man ein Wort verschwenden sollte. Das Geschwafel von Steuersenkungen wird sich sehr bald ausgeschwafelt haben. Was die Bürgerlichen nicht für möglich halten werden, wird eintreten: Das Anziehen der Progressionsschaube – auch für den Mittelstand. Auch die Erhöhung des Spitzensteuersatzes wird kommen und sehr bald auch die Maut. Auch eine weitere Mehrwertsteuererhöhung ist nicht mehr ausgeschlossen. Moody´s und andere Ratingagenturen holen schon zum nächsten Schlag aus: Die Herabstufung Deutschlands, falls der “Hebel” angesetzt wird. Jetzt wird´s spannend, Herr Schäuble!

45) sk8erBLN, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 19:25 Uhr

@ 29) Xpomul, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 11:43 Uhr

“exakt diese frage verstehe ich ja ebenso nicht.
im gegenteil, ich halte die staatsanleihen von deutschland zumindest ebenso gefährdet und riskikobehaftet wie die von z.b. spanien.
lassen wir den efsf mal gehebelt werden und dann schauen wir zu, was anderes können wir nicht tun, wie die rating agenturen auf deutschland einprügeln und runterstufen.”

Richtig, und das war schon ohne den jetzt kreierten Hebel so, denn im August als das in der Washington Post thematisiert wurde war der Jüngste Coup ja noch nicht bekannt.

Dass Deutschland der Verlust seines Rating konkret droht, war kürzlich schon in der renomierten Washington Post nachzulesen hatte ich ja schon mal verlinkt vor einer Weile:

Wie die Washington Post berichtet, dürfte in Kürze auch das deutsche Downgrading seines AAA Ratings anstehen.

Aug. 24 (Bloomberg) — Germany’s government debt may be downgraded in the next three months after Moody’s decision to cut Japan’s credit rating reflects investor concern about developed nation debt, said Aberdeen Asset Management Plc.

“The writing is on the wall” for a German government downgrade, Singapore-based fund manager Anthony Michael said by telephone today, citing “weak fiscal fundamentals” in the country and risks from the euro-area structure.
http://www.washingtonpost.com/business/is-a-downgrade-of-germanys-credit-rating-next/2011/08/24/gIQAXifYbJ_story.htm

Dass die Regierung zudem vorzieht das Parlament dabei lieber außen vor zu lassen nachdem die letzte Zustimmung schon zu einer Zitterpartie geriet, ist noch ein besonderes Bonbon.

Der Link
http://www.google.de/publicdata/explore?ds=ds22a34krhq5p_&met_y=gd_pc_gdp&idim=country:de&dl=de&hl=de&q=grafik+staatsverschuldung+deutschland#ctype=l&strail=false&bcs=d&nselm=h&met_y=gd_pc_gdp&scale_y=lin&ind_y=false&rdim=country_group&idim=country:de:fr:gr:it:be&idim=country_group:eu&ifdim=country_group&hl=de&dl=de

War recht nützlich, man kann nämlich parallel mehrere Länder und die EU gesamt mit auswählen und sehen wie der Verschuldungsgrad seit 2008 bei allen einen deutlichen Satz nach oben macht.

@ 28) Alexander, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 11:17 Uhr

Ja, und wenn diese Ihnen scheinbar lästige Wiedervereinigung die ja ach die ein oder andere Billionen verschlungen hat ausgefallen wäre sähe es bei den Sozialabgaben auch noch viel besser aus.

Und wenn wir den Menschen über 75 die Lebensberechtigung entziehen würden ließe sich ebenso beträchtlich mehr einsparen. Und Banken sind sowieso immer unschuldig und so was wie die Finanzoligarchie existiert nur in der Fantasie irgendwelcher Kommunisten. Ist klar!

46) sk8erBLN, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 20:10 Uhr

@ 28) Alexander, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 11:17 Uhr
“Es ist so einfach, die angeblich bösen Banken für die Finanzkrise verantwortlich zu machen.”

Ich fühle mich da in guter Gesellschaft!

Warum Zocker mit Staatsgeld absichern?
Kommentar Die Banken sind nicht wegen Griechenland in der Krise. Sie haben sich nur wieder auf die Spekulation gestürzt. Höchste Zeit, sie auf ihr klassisches Kerngeschäft zu beschränken. von Heiner Flassbeck
Heiner Flassbeck ist Chefvolkswirt bei der Uno-Organisation für Welthandel und Entwicklung (Unctad).

Es ist schon irgendwo zwischen tragikomisch und grotesk, in diesen Tagen fällt eine neue “Bankenkrise” vom Himmel, und alle “sachverständigen” Beobachter schließen haarscharf, es könnten nur die Vorboten der Griechenland-Pleite sein, die europäische Banken ins Wanken bringen. Dumm nur, dass auch die chinesische Regierung sich zur Rettung von chinesischen Banken gezwungen sieht, und die halten bekanntlich nur wenige griechische Anleihen.

Auch unsere Politiker verstehen offenbar nicht, was da geschieht, sonst würde ja mal einer versuchen, dem staunenden Publikum zu erklären, wieso man, drei Jahre nach der Lehmann-Pleite und ohne dass etwas ganz Außergewöhnliches geschehen ist, wieder zur Bankenrettung schreitet.
Allerdings ist etwas geschehen, nur ist das weder außergewöhnlich, noch hat es mit Griechenland zu tun. Seit dem Sommer sind nämlich all die Geschäfte zusammengekracht, mit denen sich unsere Banken mangels anderer Betätigungsmöglichkeiten über Wasser halten, um die schönen Boni zu rechtfertigen.
Die Sparte der Investmentbanker, also der zockende Teil unseres Bankensystems, macht ebenso wie viele Hedge-Fonds massive Verluste, weil die Preise an den Aktien-, den Rohstoff- und den spekulativ aufgeblähten Währungsmärkten in den Keller gegangen sind. Weil alle Anleger Angst vor einer neuen Weltrezession haben, haben sie ihre riskanteren Engagements heruntergefahren. Da das immer in panikartigen Fluchten geschieht, sind auch viele Profis zu spät ausgestiegen. Und weil sie wissen, dass das in den kommenden Quartalsergebnissen deutlich sichtbar werden wird, leihen sie sich untereinander kein Geld mehr und verkaufen ihre Bankaktien.

http://www.ftd.de/politik/international/:bankenkrise-warum-zocker-mit-staatsgeld-absichern/60117969.html

Komisch hmm? Ich warte gespannt und mit Interesse auf Ihre Erläuterung ;)

47) sk8erBLN, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 21:03 Uhr

@ Xpomul

Speziell für Sie habe da ein kleines böses Update, damit es nicht untergeht im “alten Thema” hier ein weiterer Hinweis:

Target2-Nachschlag und brisante italienische Target2-Daten

http://www.querschuesse.de/target2-nachschlag/

Hammer!

48) M.M., Mittwoch, 19. Oktober 2011, 21:50 Uhr

@Peter Christian Nowak
…wegen Ihnen steht hier mit Sicherheit niemand auf dem Kopf!

49) JG, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 09:08 Uhr

Nein, verehrter Herr Spreng, ich wiederhole mich gern und bleibe daher bei dem, was ich schon an anderer Stelle in ihrem Blog erklärt habe: Das schönste Beispiel für das Leben unserer politischen Klasse in einem Paralleluniversum und damit einhergehenden vollständigen Realitätsverlust war diese Woche das vor allem von den öffentlich-rechtlichen Medien mit viel Hofberichterstattung bedachte Theater zweier profilierungsbedürftiger Politikerinnen.

Denn was treibt die Frauen in Deutschland um, wenn sie in der Schlange einer Suppenküche oder “Tafel” stehen oder bei einem Ausbeuter schuften, der ihnen so wenig zahlt, daß sie nicht davon leben können, sondern sie “aufstocken” müssen, also ihr Arbeitsplatz vom Staat subventioniert werden muß – und sie sich überlegen, wie sie die fünf Euro mehr Hartz IV verprassen?

Richtig: “Wie hoch ist der Frauenanteil unter den Vorständen und Aufsichtsräten großer Konzerne und wie kann er erhöht werden?”

50) Xpomul, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 09:34 Uhr

@47 st9erbln

target2 ist echt der hammer.
die kreditvergabe an deutsche unternehmen wird so verhindert bis unmachbar.
im zeit online blog gibt es noch einen lesenswerten artikel zum neuesten ezb bericht:
http://blog.zeit.de/herdentrieb/2011/10/16/noch-einmal-spas-mit-target-2_3660

51) Xpomul, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 09:51 Uhr

@34 stefanp.

lieber stefan p. vielen dank für ihr ps.
und ich dachte schon ich hätte viele tipp- und/oder schreibfehler in meinen beiträgen.
wohl nicht.

ich denke schon das ich in einer realität lebe, in meiner eben so wie sie offenbar in ihrer.
einen realitätsverlust, müssen sie mir weder rüberbringen noch vorhatlen, mit verlaub das gebietet sich unter diskutanten.

bevor ich zu langatmig beim antworten werde würde ich gerne auf dirk müller verweisen.
auch auf sein buch crashkurs, das viele der fragen sehr anschaulich darlegt und für ziemlich jedermann verständlich ist.
das interview im handelsblatt:
http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/boerse-inside/wir-sind-in-der-endphase/5148778.html

jeder kleine kreditantragsteller muß sich bei banken bis auf die unterwäsche ausziehen und sicherheiten vorweisen bevor er seine 10.000 euro bekommt..
staaten haben die banken unsummen von geld nachgetragen.
warum wohl ?
wiel sie genau wußten und wissen das sie im falle eines falles kein risiko haben, sondern ausgezahlt werden.

ganz offen:
mir ist sehr bange vor der nächsten zeit.
ich bin mir gar nicht sicher wohin uns das alle führt.
ein ende sehe ich nicht.
die frage ob staatsschulden- oder bankenkrise ist zwischenzeitlich von sehr unerheblicher natur geworden.

:

52) Xpomul, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 09:59 Uhr

45) sk8erBLN

und, unser bip ist 2008 lediglich mariginal zurückgegangen, unsere verschuldung immens nach oben.

und, alle wissen das in den offiziellen zahlen viele parameter nicht eingerechnet werden, wie z. b. die sondervermögen ( also schulden ) und die pensionsverpflichtungen.
so gesehen beträgt unsere verschuldungsrate mehr als 100 % bip.

übrigens auch noch so ein resultat der freiheit im netz.
früher hätte man diese zahlen nie nicht erfahren.
heute nutzt man google …

53) Politikverdruss, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 10:57 Uhr

@sk8erBLN(47),
vielen Dank für die Informationen. In dem Bericht heißt es weiter u.a.:„Im Kern sind die Target2 Salden eine bereits bestehende und seit Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise praktizierte Kreditfinanzierung der PIIGS im Ausmaß eines halben nun avisierten gehebelten ESFS von 1000 Mrd. Euro.
Können Sie sich daran erinnern, dass der Bundestag sich mit diesen „Verpflichtungen“ Deutschlands befasst hat? Ich nicht. Ich stimme Ihnen zu, es ist ein „Hammer“.

54) StefanP, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 11:22 Uhr

@46) sk8erBLN

Halten Sie auch mal einen Moment inne, bevor Sie Unsinn schreiben oder abgehalfterte Wirtschaftswissenschaftler mit einseitigem Leumund regelmäßig zitieren?

Die Sparte der Investmentbanker, also der zockende Teil unseres Bankensystems, macht ebenso wie viele Hedge-Fonds massive Verluste (..)

Ich bin jetzt nicht alle Banken durchgegangen, habe mir exemplarisch die Segmentberichterstattung von Deutsche Bank AG und BNP Paribas herausgegriffen. Die Deutsche Bank berichtet für das erste Halbjahr einen Gewinn aus dem Investmentgeschäft von 1,3 Mrd. EUR, was ziemlich genau dem Vorjahr entspricht. BNP weist mit 1,9 Mrd. EUR ebenfalls Erträge auf Vorjahresniveau aus. Die Ergebnisse für das 3. Quartal kommen in den nächsten Tagen heraus, dann weiß man mehr. Insoweit ist Ihr Kommentar oder Ihr Veweis nichts anderes als heiße Luft.

Da frage ich mich schon: was soll das?!

55) jmb, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 11:32 Uhr

Zum Schluss vielleicht die eigentliche Meldung des Tages, die lauten könnte :

Verliert Frankreich triple-A (AAA), dann dürfte es für EFSF und den Euro das rasche Ende bedeuten (sofern der Bundestag nicht eine Ausweitung der Haftung im ESFS durch D von 211 auf 253 Mrd. Euro zustimmt).
Wenn der EFSF nach deutschem Gusto als Versicherung erweitert würde (Hebel “nur” maximal 5) um einen Schuldenschnitt in Griechenland zu flankieren, kämen die französischen Banken unter die Räder und damit die Verschuldungsquote der grande nation, sofern diese ihre Banken stützen würde. Der Verlust von AAA für Frankreich wäre nicht mehr abwendbar. Jetzt schlägt “die Kommission” (EU-Innenkommissar B.(?) vor, den Ratingagenturen die Berwertung von Staaten in Europa zu untersagen. Ein Schelm wer Böses dabei denkt. Jetzt kann Asmussen bei Geithner intervenieren um den Ratingagenturen den Schnabel zu verbieten. Das wird nich heiter. Falls Franreich auf der Einrichtung des EFSF als Bank bestehen sollte (Hebel gleich 8), dann bin ich gespannt wie unsere Bundeseuroretter die Freundschaft zu Frankreich und der gemeinsamen Zukunft Europas weiterbegründen wollen, inklusive FDP und CSU.

Nur gut also das es FDP und CSU gibt um uns mit “wichtigen” Nachrichten versorgen zu können, die uns ganz in ihren Bann ziehen könnten.

56) Mark, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 11:45 Uhr

@ 49) JG, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 09:08 Uhr

Sicherlich haben Sie Recht, dass es die Frau in der Schlange der Tafel nicht kümmert, ob sie nun von einem männlichen oder weiblichen Ausbeuter ausgebeutet wird.

Allerdings bewerte ich die Berichterstattung der Medien gänzlich anders als Sie. Ich denke, dass man den Auftrag bekommen hat, um Himmels Willen von der schlechten Berichterstattung über den Euro, die Euro-Rettungspolitik und die EU als Gesamtprojekt abzulenken. Angesichts der inzwischen wahrlich katastrophalen Lage und der aufwachenden Bevölkerung (“Occupy Frankfurt”) kommt beinahe jede Nachricht recht; die Jubelarien a la “Exportvizeweltmeister”, “Aufschwung XXXXXXL”, “bald Vollbeschäftigung” glaucht eh keiner mehr, also müssen “normale” Nachrichten in den Vordergrund gedrängt werden. Ich sage bewußt “gedrängt”, denn eigentlich ist die Befindlichkeit der Nation derzeit an gänzlich anderer Stelle.

Wir haben ein massives Medienproblem in Deutschland, und es wird und wird nicht besser.

57) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 12:19 Uhr

@48)M.M.
^^…wegen Ihnen steht hier mit Sicherheit niemand auf dem Kopf!^^

“Dem Dativ ist der Genetiv sein Tod…”
Schon mal was von deutscher Grammatik gehört, oder haben Sie da gerade in der Schule gefehlt…? (Sie Witzbold!)

58) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 12:45 Uhr

47) sk8erBLN,

(…)die Verbindlichkeiten der italienischen Zentralbank aus Target2 auf -57,469 Mrd. Euro und der absolute Hammer auf -103,511 Mrd. Euro im September 2011! Damit ist Italien anscheinend ebenfalls von privaten Kapitalimporten abgeschnitten bzw. es besteht bereits massive Kapitalflucht und somit hängt Italien ebenfalls am Tropf des Zentralbankgeldes!(…) Zitiert aus “Querschüsse”.

Das wird natürlich beim nächsten Rating berücksichtigt werden. Italien wird mit Sicherheit weiter runtergestuft werden. Nur eine Frage der Zeit bis Deutschland sein Triple A verliert. Insofern hetzt die Politik deer Lösung der wöchentlich wachsenden Probleme hinterher.

59) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 12:49 Uhr

49) JG,

^^Richtig: “Wie hoch ist der Frauenanteil unter den Vorständen und Aufsichtsräten großer Konzerne und wie kann er erhöht werden?”^^

Die Politik hat schließlich keine anderen Sorgen. Da muß man sich der Sorgen der “Leistungsträger” annehmen und deren Zipperlein.

60) Erwin Gabriel, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 13:09 Uhr

4) StefanP, Dienstag, 18. Oktober 2011, 15:32 Uhr

> In Griechenland profitiert das untere Quintel mit gerade gut 12% vom staatlichen Geldsegen,
> das Gros steckt die Mittelklasse mit knapp 60% und die Oberklasse mit 30% (!) ein.
> Falls man noch Fragen hat, wo das Problem der griechischen Staatsfinanzen liegt:
> hier:
> http://www.ifo.de/de/portal/page/portal/ifoHome/a-winfo/d3iiv/_DICE_details?_id=6747349&_thid=6747538&_cat=c

Meinen Dank, das fand ich mal informativ. Umso bestürzender, dass in Griechenland nun wieder die unteren und mittleren Bevölkerungsschichten zur Kasse gebeten werden, und auch kein Wunder, dass es zu den Sparpaketen solche Krawalle gibt.

Es ist auch spannend zu sehen, dass u.a. Deutschland, wenn auch nicht so ausgeprägt, in die gleiche ungünstige Richtung tendieren wie Griechenland und Portugal.

61) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 13:10 Uhr

@46)sk8erBLN,

^^Die Sparte der Investmentbanker, also der zockende Teil unseres Bankensystems, macht ebenso wie viele Hedge-Fonds massive Verluste, weil die Preise an den Aktien-, den Rohstoff- und den spekulativ aufgeblähten Währungsmärkten in den Keller gegangen sind. ^^

Die Volatilität ist sicherlich auch gewollt, um Gewinnmitnahmen kurzfristig auch in schwierigen Zeiten zu generieren.
Aber interessant ist auch, daß die Zocker mit Griechenlandanleihen gut Kasse gemacht haben (siehe auch):http://www.boeckler.de/pdf/p_imk_report_66_2011.pdf

Und in gleicher pdf lesenswert, wie Griechenland aber auch insbesondere Brüssel den Beitritt Griechenlands in die Eurozone trotz “Manipulationen” befördert haben…

62) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 13:22 Uhr

46) sk8erBLN,

Dr..Flassbeck ist der einsame Rufer in der Wüste. Offenbar gelten Propheten im eigenen Land nichts. Vielleicht, weil er gut mit Oskar Lafontain befreundet ist?
http://www.nachdenkseiten.de/?p=4147 und http://www.nachdenkseiten.de/?p=7775

63) Erwin Gabriel, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 13:43 Uhr

@ 45) sk8erBLN, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 19:25 Uhr
http://www.google.de/publicdata/explore?ds=ds22a34krhq5p_&met_y=gd_pc_gdp&idim=country:de&dl=de&hl=de&q=grafik+staatsverschuldung+deutschland#ctype=l&strail=false&bcs=d&nselm=h&met_y=gd_pc_gdp&scale_y=lin&ind_y=false&rdim=country_group&idim=country:de:fr:gr:it:be&idim=country_group:eu&ifdim=country_group&hl=de&dl=de

Auch danke hierfür, sehr spannend.

> Und wenn wir den Menschen über 75 die Lebensberechtigung entziehen würden,
> ließe sich ebenso beträchtlich mehr einsparen. Und Banken sind sowieso
> immer unschuldig, und so was wie die Finanzoligarchie existiert nur
> in der Fantasie irgendwelcher Kommunisten. Ist klar!

:-)
Es ist nicht weiß, also muss es schwarz sein – habe ich so das Prinzip der Argumentation richtig verstanden?

In jedem Falle ist es so, dass die Finanzkrise die Last der Staatsschulden erheblich nach oben trieb, etwa für Deutschland von 2007 nach 2010 um 18,3 %. Volle Zustimmung, dass so etwas die allgemeine Situation erheblich belastet.

Und wenn Sie nun von der Situation ausgehen, dass eine gesund wirtschaftende Bundesrebublik Deutschland 2007 nicht mit 64,9 % BIP verschuldet gewesen wäre, sondern mit 0%, wie ständen wir dann da? Besser oder genau so schlecht?

Die Zeiten, wo ein Problem nur zwei Seiten (bzw. nur eine Ursache) hatte, sind schon lange vorbei. Nicht “die Banken” sind das Problem, sondern jeder Banker, Politiker, Bürger, Unternehmer, der gierig ist (an welcher Stelle und in welcher Position auch immer); jeder, der Transferleistungen fordert (wieviel auch immer), weil er alleine nicht klarkommt (warum auch immer); jeder, der Steuern hinterzieht (wie klein der Betrag auch sein mag) etc.

Dass man sich nun um die großen Baustellen kümmert statt um die kleinen, ist nachvollziehbar. Aber der Unterschied zwischen einem kleinen und einem großen Bescheißer, zwischen einem kleinen und einem großen Verschwender (ob privat, unternehmerisch oder staatlich) ist nur der zur Verfügung stehende Hebel. Wenn sich jeder von uns immer richtig verhalten hätte, gäbe es keine Probleme.

64) StefanP, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 15:02 Uhr

@51) Xpomul

Nun, es gibt eine Realtät an den Finanzmärkten. Damit wollte ich nicht sagen, dass Sie etwas nicht anders beurteilen dürften, noch wollte ich Sie beleidigen oder zu nahe treten. Falls das der Fall war, tut es mir leid, das war nicht meine Absicht.

Ein Kreditantrag ist heute leicht gestellt, die Bank beurteilt nach Schufa, Gehaltsnachweis und ggf. Grundschuld. Das ist einfach und formalisiert. Da sind die Anforderungen an Investitionsobjekte weit, weit höher. Das können Sie mir als Branchenkenner glauben. Daneben: auch ein Dirk Müller ist nur eine, subjektive Quelle, der Bücher danach schreibt, wie sie sich verkaufen können.

mir ist sehr bange vor der nächsten zeit.
ich bin mir gar nicht sicher wohin uns das alle führt.

Das geht mir und den meisten so.

65) Mark, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 15:03 Uhr

Ganz interessanter Livestream aus Athen:

http://www.livestream.com/stopcarteltvgr

Anschauen und die Unterschiede in der Berichterstattung heute abend im deutschen Staatsfernsehen identifizieren. :-)

66) Xpomul, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 16:03 Uhr

54) StefanP, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 11:22 Uhr

ich ziitere aus dem bild untertitel: “Heiner Flassbeck ist Chefvolkswirt bei der Uno-Organisation für Welthandel und Entwicklung (Unctad).”

finden sie nicht stefan p. das sie starken tobak, vielleicht wären strengere worte gar angemessener, schreiben, wenn sie flassbeck als “abgehalfterte Wirtschaftswissenschaftler mit einseitigem Leumund” (ihre worte ) bezeichnen ?

ich folgte ihrem beispiel und schaute mir deutsche bank an. zustimmung zu ihrem ergebnis. und was finde ich noch informatives ? die deutsche bank werkelt mit 2,56 % eigenkapital. wenn wundert es das sie zocken muß. an kreditvergabe ist bei derart miserablem tier 1 kapital gar nicht mehr zu denken dank basel II.

übrigens die ubs wird ihr investment geschäft massiv runterfahren.
vielleicht ein weg in die richtige richtung.
zumindest auf den ersten blick.

67) EStz, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 16:40 Uhr

@ 36) jmb, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 14:04 Uhr

In ihren Augen sind natürlich nur sozial Schwache ein Fall für den von Ihnen genannten Süßigkeiten-Knopf.
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Weder natürlich noch wahr – wo nehmen Sie das her aus meinen Aussagen? Sie reflektieren auf eigene Annahmen.
_______________________________________

Gibt es nach Ihrem Verständnis einen plausiblen Grund dafür, die Risiken der Lebensführung der einen von denen der anderen zu präferieren und staaltlich zu alimentieren? Wie sehen Sie denn die jahrzehntelange Subventionitis des Steinkohlebergbaus z.B. oder die Sicherung des Grundeinkommens in der Landwirtschaft ?
——————————————————-
Da können Sie sich gleich mal wieder wundern, was für verschrobene Ansichten es gibt: Ich denke beispielsweise, dass unser Land in der Lage sein sollte, die eigenen Grundnahrungsmittel oder auch Energie autark zu erzeugen, statt uns komplett in die Abhängigkeit von wem oder was auch immer zu begeben. Nennen wir das mal “höheres Interesse, so wie es sehe”, und klammern diesen Punkt aus, der ja auch nicht das ursprüngliche Thema war
Zum anderen Punkt: Wenn es für die Allgemeinheit wichtig ist, bin ich für eine Alimentierung bzw. Förderung, Das gilt beispielsweise für eine Grundversorgung in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Verkehr. Wenn es um individuelle Lebensführung geht, dann nicht. (Bitte nicht wieder eine Schwarzweiß-Nummer draus machen, es geht mir hier um die Richtung).
Und da bin ich bei Herrn Spreng: Ich nutze Kindergarten / Schwimmbad / Bibliothek / Autobahn etc oder nicht – meine Entscheidung, ohne Anspruch auf Ausgleichszahlungen von der Allgemeinheit, weder an arm noch an reich.
Nur meine Meinung, nicht mehr, nicht weniger.

68) Journalist, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 16:53 Uhr

56) Mark, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 11:45 Uhr

::Wir haben ein massives Medienproblem in Deutschland, und es wird und wird nicht besser.

Das stimmt, selbst wenn die Einschränkung “in Deutschland” nicht nottut. Was gelegentlich hilft: Im Schweizer oder österreichischen Fernsehen die Nachrichten über Deutschland sehen.

Ansonsten: Medien leben nur dann von der Wahrheit, wenn es dem Verkauf dient. Ansonsten leben die Medien vom Verkauf. :-)

69) Journalist, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 16:56 Uhr

@ 57) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 12:19 Uhr

::: @48)M.M.
::: ^^…wegen Ihnen steht hier mit Sicherheit niemand auf dem Kopf!^^

:::::: “Dem Dativ ist der Genetiv sein Tod…”
::::::Schon mal was von deutscher Grammatik gehört, oder haben Sie da gerade
:::::: in der Schule gefehlt…? (Sie Witzbold!)

:-)
Lieber Peter Christian Novak,
der Satz von M.M. ist sinngemäß und grammatisch korrekt.

70) Doktor Hong, Freitag, 21. Oktober 2011, 01:05 Uhr

@ 66) Xpomul

die deutsche bank werkelt mit 2,56 % eigenkapital.

Damit liegt sie um gut 25% über der vorgeschriebenen Eigenkapitalquote für Banken in der EU ;)

Solange die Deutsche Bank solide Forderungen hat, mit denen sie ihrerseits ihre Verbindlichkeiten pünktlich bedienen kann, ist das an sich kein Problem.

Was aber z.B. Lehman Brothers nicht bedacht hat, dass die Forderungen nur so gut sind wie die Schuldner. Wenn man dann Zertifikate vertickt, die auf eigenen – faulen – Forderungen beruhen, die just uneinbringlich werden, wenn die Zertifikate fällig sind, dann hat man wohl Pech gehabt.

Was uns zur Griechenland-Frage führt. Wer wird wohl große Angst haben, dass die Forderungen an den griechischen Staat uneinbringlich werden, und ruft nach Besicherung durch wirtschaftlich stärkere Staaten?

71) jmb, Freitag, 21. Oktober 2011, 07:15 Uhr

@ 67 EStz
Zunächst einmal, Sie machen sich Gedanken, recht so.
Das Problem ist die Beliebigkeit, ein Maßstab für Staatsfürsorge ist immer ein Politikum. Um Ihre persönliche Meinung geht es bei dieser Betrachtung nicht, wohin das führt habe ich bereits angedeutet.

Ein “echt krasses” Beispiel ist die Alimentierung von Schornsteinfegern, die man in der Begründung zum aktuellen SchFgHwG nachlesen kann. Moderne Gasthermen erzeugen in den Abgasrohren keine Rückstände mehr, die Einstellung der Anlagen wird in der Regel von den Servicemitarbeitern der Hersteller am besten garantiert, aber es wird dem “dummen” Steuerzahler und Wahlvieh zugemeutet sich den Prüfungsriten des Schornsteinfegerhandwerks zu unterziehen und das zu makaberen Preisen und mit dem Risiko zwischen Fachmeinung (Herstellereinstellung) und amtlicher Meinung (dem unbedarften Kaminkehrerschorschi) ein undankbares und kostenbringendes Martyrium hinzulegen. Mein Dank für Ihre Beteiligung am Talk bleibt davon unberührt.

72) StefanP, Freitag, 21. Oktober 2011, 09:28 Uhr

@66) Xpomul

ich ziitere aus dem bild untertitel: “Heiner Flassbeck ist Chefvolkswirt bei der Uno-Organisation für Welthandel und Entwicklung (Unctad).”

Können Sie mir vielleicht aufzeigen, welchen großen beratenden Einfluss diese Position auf die Weltpolitik (oder überhaupt irgendjemanden) hat? Als Flassbeck 1998 Staatssekretär im Bundesfinanzministerium wurde, war er ein umstrittener, jedoch schon zuvor einflussreicher Wirtschaftswissenschaftler auf die Politik. Sein Einfluss stieg mit der Protegierung durch den damaligen SPD-Parteichef Oskar Lafontaine.

Damit war es binnen kurzer Zeit vorbei. Zum einen hatte er sich in seiner Position um Kopf und Kragen geredet, zum anderen hatte er sich in seiner Branche als konsensunfähig erwiesen. Ist das ein Makel? Ja! Sozialwissenschaftliche Querköpfe sind bei jenen beliebt, die schon eine Meinung haben bevor sie um Rat fragen. Sie suchen nach Rat, der ihre Meinung bestätigt, nicht sie falsifiziert.

Sozialwissenschaften sind auf Konsensbildung ausgerichtet, da sie im Gegensatz zu den Naturwissenschaften auf eineindeutigen Beweisen gründen. Sollen sie überzeugen, ist eine einheitliche oder zumindest Mehrheitsmeinungsbildung erforderlich. Stellen Sie sich vor die 5 Sachverständigen der Bundesregierung würden 5 verschiedene Gutachten zur wirtschaftlichen Situation abgeben. Die Politik, ohnehin nicht sehr aufgeschlossen gegenüber wissenschaftlicher Beratung, würde verrückt und die Wissenschaft ohnehin nicht mehr ernst genommen. Wobei wir hier nicht über die generelle Krise der Wirtschaftswissenschaften debattieren wollen.

Flassbeck ist abgeschoben auf einen einflusslosen Posten, ohne klare Anerkennung durch seine Zunft und ohne durchgreifende Wirkung auf die Politik. Deswegen mein Verdikt. Wenn Sie Flassbeck loben, sagen Sie bitte in Zukunft nichts mehr über Hans-Werner Sinn.

73) Xpomul, Freitag, 21. Oktober 2011, 10:36 Uhr

@64 stefan p.
zugegeben, ich fühlte mich schon ein wenig auf den schlips getreten.
danke und nichts für ungut.

wie kreditanträge gestaltet sind und veranstaltet werden ist mir schon bekannt.
nichtsdestotrotz ist es für den normalo schwieriger einen kredit zu erhalten denn für einen staat.
sie haben auch gelesen das es zwischenzeitlich den kommunen schwerfällt kredite zu erhalten ?
die spirale dreht sich schneller.

lassen wir diese teilkasko beim efsf einführen und hurtig wird die garantie in euros fällig.
wo sind wir dann ?
wobei ich denke merkel fällt um und sarkozy erhält seine geforderte banklizenz.

naturgemäß wird ein buchautor sein buch verkaufen wollen.
wobei dirk müller es finanziell nicht mehr wirklich nötig hat.
er hat reichlich geld verdient im trading von gold, silber und aktien.
dennoch haben sie natürlich recht.
er stellt seine subjektive meinung dar.
wie wir alle.
doch nennt er diverse dinge bei ihrem namen und verquert es nicht ins gutgläubige bild vom edlen banker der nur unser gutes will gegen eine winzige gebühr zum überleben.

gecko ist allüberall …

74) Doktor Hong, Freitag, 21. Oktober 2011, 10:40 Uhr

@ (69) Journalist

Eigentlich heißt es “Ihretwegen steht hier mit Sicherheit niemand auf dem Kopf”, aber lassen wir das.

Uns allen passieren im Eifer des Bloggefechts Tipp- und Satzbaufehler – mir am allermeisten -, und ich finde es ehrlich gesagt auch wenig erhellend, darüber Diskussionen zu führen, um einen Kommentator auf diese Weise in ein schlechtes Licht zu rücken.

Hier geht es schließlich um Politik und nicht um die vertrackten Feinheiten der deutschen Grammatik.

75) impulshund, Freitag, 21. Oktober 2011, 18:21 Uhr

… und ewig grüßt die Schuldenkrise

Da zeigen wohl die Banken auf den Staat, um von dem wirklichen Verursacher abzulenken. Leseempfehlung für Herrn Spreng:
https://www.ftd.de/politik/international/:kolumne-thomas-fricke-schluss-mit-der-bankermagie/60118835.html?mode=print

76) Peter Christian Nowak, Freitag, 21. Oktober 2011, 19:04 Uhr

@)69) Journalist

Jou, aber nur, wenn man sich die neue Rechtschreibreform reinzieht. “Wegen dem” hört sich immer noch fürchterlich an. Nach “wegen” ist der Genetiv immer noch eleganter. Übrigens ist das Institut der gleichen Meinung. aber es hat sich ungangssprachlich halt mal so eingeschlichen, dieser Dativ…was dem Genetiv sein Tod ist.

77) Peter Christian Nowak, Freitag, 21. Oktober 2011, 19:13 Uhr

69) Journalist
Gemeint ist das Institut für Deutsche Sprache in Mannheim.

78) Peter Christian Nowak, Freitag, 21. Oktober 2011, 19:29 Uhr

@45) sk8erBLN,

^^Auch unsere Politiker verstehen offenbar nicht, was da geschieht, sonst würde ja mal einer versuchen, dem staunenden Publikum zu erklären, wieso man, drei Jahre nach der Lehmann-Pleite und ohne dass etwas ganz Außergewöhnliches geschehen ist, wieder zur Bankenrettung schreitet.^^

Weil Politiker der letzten 10 Jahre sich von den Marktradikalen aus Angelsachsen und USA haben an der Nase herumführen lassen und geglaubt haben, man müsse alles nur deregulieren, alles den freien Kräften des Marktes überlassen, dann wird´s schon. Na, es ist doch auch geworden! W!as will man mehr.
Aber abgesehen davon, es war ein großer Fehler die Südländer in den Euro aufzunehmen, ohne vorher eine Wiirtschafts,- Sozial- und Fiskalunion zu schaffen.
Die Folgen für den Euro, für seine Stabilität und letztlich für uns alle werden kommen. Die sind unausweichlich.

79) Peter Christian Nowak, Freitag, 21. Oktober 2011, 19:38 Uhr

@56)Mark

Es gibt schon noch ein paar Sendungen, die ohne die übliche Kosmetik für die hässliche Realität auskomm. Aber die findet man eher noch im Hörfunk (SWRContra, die Aula, Wissen und Forum) oder manchmal auch bei ARD und ZDF Fernsehen und deren Dokukanal PHOENIX.

80) Michael, Freitag, 21. Oktober 2011, 21:34 Uhr

“Demokratie braucht Öffentlichkeit. Freie Medien ermöglichen Aufklärung, Meinungsbildung, politische Beteiligung und Machtkontrolle. Wir verteidigen die Unabhängigkeit der Medien von staatlichen Eingriffen und wirtschaftlichen Machtinteressen. (…) Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus haben Deutschland in seine schlimmste Katastrophe geführt. (…) Ohne eine wache Zivilgesellschaft ist der demokratische Staat immer gefährdet.” Hamburger Programm

Ich habe als Jusole die Erfahrung gemacht, dass sich Funktionäre und Mandatsträger 21 mehr von Geld leiten lassen als von 911 Grundsätzen.

“Wir sind besser. Mehr Stuttgart für alle. Unser Land kann mehr.”

Werden im neuen Grundsatzprogramm der Linkspartei Koalitionen mit Vollidioten kategorisch ausgeschlossen?

Was nützen mehr Frauen im Vorstand, wenn sie wie Männer feige sind?

81) Xpomul, Samstag, 22. Oktober 2011, 18:37 Uhr

72) StefanP,

ich lobe flassbeck doch nicht.
nur verteufeln möchte ich ihn ebenso nicht.

sinn – er verdient sich meinen respekt wie er gerade die ezb und ihren target 2 report auseinandernimmt.
das hätte ich ihm offengestanden nicht zugetraut.
hierfür hat er sich ein bravo verdient.

82) Johannes, Samstag, 22. Oktober 2011, 20:07 Uhr

http://www.sekundemal.de

Steuern rauf, Steuern runter. Mehr Kindergeld, weniger Kindergeld…
So ein Firlefanz, das hat doch alles mit langfristiger gesellschaftlicher Entwicklung nichts zu tun. Schade, dass so inhaltsleere Themen bei vielen Wählern mehr zählen, als wirtklich wichtige Themen.

83) Journalist, Sonntag, 23. Oktober 2011, 10:05 Uhr

@ 74) Doktor Hong, Freitag, 21. Oktober 2011, 10:40 Uhr
….um einen Kommentator auf diese Weise in ein schlechtes Licht zu rücken.
____________________
Sehe ich auch so, deswegen hatte ich ja meinen Kommentar abgegeben.

84) EStz, Sonntag, 23. Oktober 2011, 10:10 Uhr

@ 71) jmb, Freitag, 21. Oktober 2011, 07:15 Uhr
Das Problem ist die Beliebigkeit, ein Maßstab für Staatsfürsorge
ist immer ein Politikum. Um Ihre persönliche Meinung geht es
bei dieser Betrachtung nicht.
Weder um meine noch um andere Einzelmeinungen – da stimme ich zu.

Ein “echt krasses” Beispiel ist die Alimentierung von
Schornsteinfegern, die man in der Begründung zum
aktuellen SchFgHwG nachlesen kann….
Mein Spruch vom Süssigkeiten-Automat passt doch auch hier. Ob ich als Privatperson wie auch immer geartete persönliche Lebensweisen vom Staat alimentiert haben möchte, oder ob ich als Berufsstand Bestandsschutz und Alimentierung erwarte, liegt ja nicht so weit auseinander. Da wird viel Unfug gefordert und betrieben, zu Lasten einer größeren Allgemeinheit.

Dass man Schwache stützt und schützt, sollte selbstverständlich sein. Dass der Staat nicht in der Lage ist, jeder Person, jedem Unternehmen oder jeder Brachnche den gleichen hohen Standard zu gewähren, ist genau so klar.

85) EStz, Sonntag, 23. Oktober 2011, 10:12 Uhr

78) Peter Christian Nowak, Freitag, 21. Oktober 2011, 19:29 Uhr

Aber abgesehen davon, es war ein großer Fehler die Südländer in den Euro aufzunehmen, ohne vorher eine Wiirtschafts,- Sozial- und Fiskalunion zu schaffen.
_________________________________________

Ja!

86) sk8erBLN, Sonntag, 23. Oktober 2011, 14:29 Uhr

@ 54) StefanP, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 11:22 Uhr
“@46) sk8erBLN

Halten Sie auch mal einen Moment inne, bevor Sie Unsinn schreiben oder abgehalfterte Wirtschaftswissenschaftler mit einseitigem Leumund regelmäßig zitieren?”

Ähem, ich werde nicht bei Ihnen Rat oder gar jeweils die Erlaubnis einholen wen oder was ich hier verlinke.
Es steht ihnen selbstverständlich frei, die von mir Verlinkten Beiträge abzuqualifizieren, dann aber bitte wenigstens mit etwas Substanz. Bislang ist es mir zu argumentbefreit, wenn Sie den Chefvolkswirt bei der Uno-Organisation für Welthandel und Entwicklung (Unctad) als “abgehalterten Wirtschaftswissenschaftler mit einseitigem Leumund” abqualifizieren nur weil er Ihnen ideologisch nicht nahe genug steht. Sie stehen glücklicherweise noch nicht so weit über den Dingen, dass man Ihnen alles abkauft, nur weil der Name “StefanP” dahinter steht. Der bürgt nämlich nicht für Qualität sondern bestenfalls für eine Ansicht unter vielen möglichen.

Und wenn Sie über Flassbbeck weiter heiße Luft ablassen versuchen Sie doch mal konkret seine Thesen zu widerlegen. Mir scheint, es adelt diesen Mann geradezu ein “Wirtschaftswissenschaftlicher Querkopf” gewesen zu sein:
http://de.wikipedia.org/wiki/Heiner_Flassbeck#Wirtschaftspolitische_Standpunkte
und
http://de.wikipedia.org/wiki/Heiner_Flassbeck#Stellungnahmen_zur_aktuellen_Wirtschaftspolitik

Ich werfe derweil erneut einen Blick auf Griechenland:
Schuldentragfähigkeitsanalyse der Troika

Die Troika (IWF,EU und EZB) dokumentiert in einer “Schuldentragfähigkeitsanalyse” Griechenlands ihr komplettes Versagen in Punkto der bisherigen Strategie! In der Schuldentragfähigkeitsanalyse wird bereits eingangs festgestellt, dass bei der vierte Überprüfung der Situation in Griechenland durch die Troika, das Ergebnis, eine Wende zum Schlechteren genommen hat und die Wirtschaft zunehmend in die Rezession gerät und den staatlichen Behörden ein kräftiger Gegenwind bei der Erfüllung ihrer politischen Verpflichtungen entgegenweht.

Festzuhalten bleibt, die Lage ist mittlerweile so aussichtslos, dass selbst nach einem 60% Schuldencut, Austerität, unrealistischen 46 Mrd. Euro Privatisierungserlösen und einem ambitionierten angenommenen BIP-Wachstum von +0,5% für 2013 und von über 2% von 2014 bis 2020, kein substanzieller Beitrag zur Lösung der griechischen Staatsschuldenkrise erzielt wird, sondern erst 2023 unter diesen Maßgaben der Bruttoschuldenstand zum nominalen BIP erstmals unter 100% fällt und 2030 unter 90%. Ganz zu schweigen von den Auswirkungen eines potentiellen 60% Schuldenschnitts für die Banken in Europa. Ein Desaster pur!
http://www.querschuesse.de/troika-greece-debt-sustainability-analysis/

Wer sich für umfangreich dokumentierte Details auf der Mikroebene interessiert, dem kann man diesen Blog empfehlen:
http://www.griechenland-blog.gr/

Und insgesamt betrachtet, ich zitiere mal die “Deutsche Mittelstands Nachrichten “:

EU-Gipfel: „Europa steht vor einem verlorenen Jahrzehnt“

Die EU-Finanzminister verkünden, dass sie 108 Milliarden Euro von den Banken wollen. Das ist allerdings viel zu wenig. Denn das wahre Problem ist der Kreislauf von Staatsschulden und Banken-Finanzierung: Europa muss in den kommenden drei Jahren 1,7 Billionen Euro auftreiben. Diese Aufgabe gilt als unlösbar.

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/10/28987/

Und zum Thema “Bankenrettung. Es gibt ja hier so extraschlaue Köpfe, vielleicht kann mir einer von denen ja mal erklären wie die funktionieren soll nachdem “Die Banken seien in Summe dreimal größer als das Bruttoinlandsprodukt (BIP) aller Euro-Staaten zusammen.”

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/10/28982/
Un Merkel und Sarkozy glauben mit einem künjstlich auf 1,3 Billionen aufgeblasenen Rettungsschirm die Kontrolle über das bevorstehende zu erlangen. Stupid!

Ach ja, in dem Artikel geht es eigentlich um “Fonds-Experte erwartet Verlust des Triple-A für Deutschland”

Und rasch noch ein Blick auf Portugal:

Portugal folgt Griechenland

von Querschuss am 21. Oktober 2011 in Allgemein

Griechenlands desaströse wirtschaftliche Entwicklung ist kein isolierter Weg, sondern Folge des Korsetts des Euro und schlussendlich der Rettungsversuche per Austeritätsmaßnahmen zum Erhalt des Euro und damit der Eurozone. Es ist kaum zu fassen, dass dieselben untauglichen Rezepte, die bereits Griechenlands endgültigen Abstieg besiegelten, in Portugal fast 1:1 vollzogen werden und zum wirtschaftlichen Kollaps auch in Portugal führen werden. Die portugiesische Regierung korrigierte gerade ihre Wachstumsprognose für das Jahr 2012 auf eine Schrumpfung von -2,8%, nach vorherigen -1,8%. Die Bruttoanlageinvestitionen sollen 2012 um -9,2% schrumpfen, der private Konsum um -4,8% und die Konsumausgaben des Staates um -6,2%. Selbst dieses Szenario könnte noch positivistisch getüncht sein!
http://www.querschuesse.de/portugal-folgt-griechenland/

Und IN KÜRZE DANN SPANIEN. WETTE?

87) Peter Christian Nowak, Sonntag, 23. Oktober 2011, 18:42 Uhr

@86) sk8erBLN,

^^Griechenlands desaströse wirtschaftliche Entwicklung ist kein isolierter Weg, sondern Folge des Korsetts des Euro und schlussendlich der Rettungsversuche per Austeritätsmaßnahmen (…)^^

Und dann noch Belgien und Frankreich…
Die Austertätspolitik frisst die Zukunft nicht nur des Euro, sondern Europas. Kann man aus dem Scherbenhaufen überhaupt noch was zusammenbauen? Aber wir haben wirklich ein Dilemma, nämlich den, nicht den wirklich richtigen Weg aus der Krise zu finden. Und dann die Frage: Gibt es den überhaupt?

88) Doktor Hong, Sonntag, 23. Oktober 2011, 20:42 Uhr

@ (83) Journalist

Und Sie hatten damit auch recht.

89) JG, Sonntag, 23. Oktober 2011, 20:54 Uhr

@ 86) sk8erBLN

Man kann das, was in Griechenland, Portugal, bald auch Spanien, Italien, sicher auch in Frankreich, Deutschland usw. geschieht, auch knapper beschreiben:

Brüning-Politik erzeugt Brüning-Ergebnisse.

Wobei man dem berüchtigten “Hungerkanzler” zugute halten muß, daß er wußte, was er tat und die Wirtschaft in Deutschland mit Absicht gegen die Wand fuhr, um den Siegern des Ersten Weltkriegs zu beweisen, daß das Reich die Reparationen nicht zahlen kann. Heutige Politiker und “Experten” besitzen offenkundig leider weniger Sach- und anderen Verstand.

90) sk8erBLN, Montag, 24. Oktober 2011, 10:16 Uhr

Darüber darf man getrost was länger nachdenken:

Wenn 147 Konzerne die ganze Wirtschaft kontrollieren

Forscher der ETH haben die Weltwirtschaft systemtheoretisch unter die Lupe genommen. Ihr Fazit: Ein paar Konzerne besitzen die Macht über den globalen Kapitalismus. Dies birgt hohe Gefahren.

ETH-Forscher aus dem Bereich Systemdesign haben den globalen Kapitalismus mit den Methoden der modernen Systemtherorie unter die Lupe genommen. Ihr Schluss: Eine kleine Gruppe von 147 Firmen kontrolliert den Grossteil der übrigen Wirtschaft.

Die Forscher filterten aus der Datenbank Orbis – diese enthält die Einträge von rund 37 Millionen Firmen – etwas mehr als 43’000 multinationale Konzerne heraus, welche durch wechselseitige Aktienbesitze vernetzt sind. Gemäss «SonntagsZeitung» stiessen die Systemtheoretiker bei der weiteren Analyse von Besitz- und Machtverhältnissen auf einen Kern von 1318 Firmen, die dank Aktien grosse Teile der Realwirtschaft kontrollieren.

Finanzinstitute im Zentrum

Damit waren die Forscher noch nicht im effektiven Zentrum der Machtkonzentration angelangt. Denn innerhalb des Netzwerkes stiessen sie erneut auf eine Einheit von 147 Konzernen, die noch stärker vernetzt sind. Diese Konzerne haben nicht nur eine fast vollständige Kontrolle über sich selber, sie beherrschen auch rund 40 Prozent der übrigen Wirtschaft. «Wir hatten nicht erwartet, dass die Macht im Zentrum derart konzentriert sein würde», meint einer der Studienautoren, James Glattfelder, gegenüber der «SonntagsZeitung».

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Wenn-147-Konzerne-die-ganze-Wirtschaft–kontrollieren-/story/24530287

91) StefanP, Montag, 24. Oktober 2011, 22:55 Uhr

@86) sk8erBLN

Sie haben die für mich wichtigste Frage nicht beantwortet, die ich Ihnen durch die Blume gestellt habe: warum soll ich mich ausgerechnet mit den Thesen von Professor Flassbeck beschäftigen? Politisch halte ich nicht viel von ihm und darüber hinaus ist er wie dargelegt bedeutungs- und einflusslos. Wissenschaftlich betrachtet vertritt er deutliche Minderheitspositionen.

Ich gehe davon aus, dass Sie studieren oder dies vor kurzem haben. Solte es so sein, sollten Sie mit wissenschaftlichem Arbeiten vertraut sein. Dazu gehört das Arbeiten mit Studien und Analysen, wissenschaftliche Meinungen stützen sich auf eine möglichst große Breite von geprüften Ansichten. Den meisten (Ihnen ja auch) fällt zur Unterlegung nur Flassbeck ein. Ein bisschen dürftig zur Begründung und zu luftig, um sich damit zu beschäftigen.

92) Matthias, Freitag, 28. Oktober 2011, 19:11 Uhr

Betreuungsgeld ist Unsinn! Entweder es wird das eine (Kitabesuch) ODER das andere subventioniert (das Fernbleiben), aber nicht beides! Es wird ohne Ende Geld in die Familien gepumpt, trotzdem ist es den Empfängern meist zuwenig und die Wirkung lässt zu wünschen übrig. In den 80ern gab es 50 DM Kindergeld!

FDP? Dieser Verein ist die fleischgewordene Provokation. “Steuersenkungen”, “Neuwahlen” posaunte Westerwelle immer wieder und “Atomkraft ist sicher”. Dass Patienten das neueste Geschenk für Zahnärzte teuer bezahlen (Honorarsteigerung), ist denen egal, ihre Klientel hats ja. Die Kassen zahlen nur noch Festzuschüsse, abzockende Zahnärzte werden dann nicht mehr geprüft. Wer sich die Behandlung nicht leisten kann ist der Dumme – asozial bis zum Abwinken. Gesundheitsminister Bahr findet das auch noch “bewährt”. Weg mit der FDP!

93) sk8erBLN, Freitag, 28. Oktober 2011, 21:25 Uhr

@ 91) StefanP, Montag, 24. Oktober 2011, 22:55 Uhr
“@86) sk8erBLN

Sie haben die für mich wichtigste Frage nicht beantwortet, die ich Ihnen durch die Blume gestellt habe: warum soll ich mich ausgerechnet mit den Thesen von Professor Flassbeck beschäftigen?”

Vielleicht weil er ganz offensichtlich recht hat?? Das mag ihnen nicht in den Kram passen, ist aber ganz offensichtlich so. Siehe dieses mehr als 1 Jahr alte Interview was die inzwischen sichtbaren Entwicklungen Griechenlands zutreffend beschreibt:

“Harakiri, wenn alle die Etats zusammenprügeln”
http://derstandard.at/1288659545002/ITV-Uno-Oekonom-Flassbeck-Harakiri-wenn-alle-die-Etats-zusammenpruegeln

94) StefanP, Samstag, 29. Oktober 2011, 09:31 Uhr

@93) sk8erBLN

Oh, Hans-Werner Sinn hat auch oft Recht und trotzdem im linken Milieu einen außerordentlich schlechten Ruf. Na, kommen Sie, so schlecht darf man nun wirklich nicht argumentieren!

Wie ist Ihre Meinung?

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