Dienstag, 18. Oktober 2011, 14:01 Uhr

Nachrichten aus einer anderen Welt

Es gibt Nachrichten, die sind wie aus einer anderen Welt. Einige davon bewegen derzeit wieder die politischen Gemüter – zumindest die der schwarz-gelben Koalition.

Die erste Nachricht: Die FDP beharrt auf Steuersenkungen. Finanzminister Wolfgang Schäuble verspricht ein Entlastungsvolumen von bis zu sechs Milliarden Euro.

Die zweite Nachricht: Die CSU beharrt auf einem Betreungsgeld für diejenigen Eltern, die ihre Kinder nicht in eine Krippe oder Kita schicken. Jährliche Kosten: 1,6 Milliarden Euro.

Die erste ist einfach irreal angesicht einer für 2012 geplanten Neuverschuldung von 28 Miliarden. Die zweite ist absurd, denn keine Bürger hat Anspruch auf eine Ausgleichszahlung dafür, dass er staatliche Angebote nicht annimmt. Weder dafür, dass er staatliche Bibliotheken nicht benutzt, Museen und Schwimmbäder nicht besucht, Autobahnen nicht befährt.

Das Betreungsgeld widerspricht, abgesehen von der möglichen Fehlentwicklung, dass bildungsferne Eltern ihre Kinder aus finanziellen Gründen nicht in die Kita schicken, der Logik, die hinter staatlichen Angeboten steckt. Sie müssen nicht angenommen werden, aber es gibt dafür auch keine Ausgleichszahlung. Das Betreuungsgeld entspringt lediglich familienpolitischer Ideologie.

Betreuungsgeld und Steuerentlastungen – das wären schon 7,6 Milliarden Euro im Jahr. Wenn man zwei Sparpositionen hinzurechnet, die unselige Mehrwertsteuersenkung für Hoteliers (eine Milliarde) und das Elterngeld (vier Milliarden), eine Luxuszahlung, die ihren eigentlichen Zweck verfehlt hat, nämlich die Geburtenrate signifikant zu steigern, dann sind das zusammen schon 12,6  Milliarden an unnötigen vorhandenen oder geplanten Ausgaben.

Denn auch das Elterngeld ist nur noch ideologisch motiviert, nämlich des zahlenmäßig sehr überschaubaren emanzipatorischen Fortschritts wegen, dass auch Väter eine berufliche Auszeit nehmen, um sich intensiver an der Kindererziehung zu beteiligen. Das ist in Zeiten, in denen die Kassen voll sind, sicher zu begrüßen, in Zeiten aber, in denen die Staatsschulden die größte europäische Finanzkrise verursacht haben, unverantwortlich.

Das Erfreuliche ist: weder Steuersenkungen noch das Betreuungsgeld werden angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat kommen. Sie sind lediglich wahlkampfpolitisches Spielmaterial für FDP und CSU.

An die Hotelsteuer und das Elterngeld aber traut sich keiner heran. Im ersten Fall, weil die schwarz-gelbe Koalition glaubt, einer Weitersubventionierung der Hotels sei weniger schlimm als das Eingeständnis einer Fehlentscheidung. Und im zweiten Fall, weil keine Partei sich dem Vorwurf der Unmodernität und Emanzipationsfeindlichkeit aussetzen will. Das ist feige und unerfreulich.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

94 Kommentare

1) Xpomul, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 09:51 Uhr

@34 stefanp.

lieber stefan p. vielen dank für ihr ps.
und ich dachte schon ich hätte viele tipp- und/oder schreibfehler in meinen beiträgen.
wohl nicht.

ich denke schon das ich in einer realität lebe, in meiner eben so wie sie offenbar in ihrer.
einen realitätsverlust, müssen sie mir weder rüberbringen noch vorhatlen, mit verlaub das gebietet sich unter diskutanten.

bevor ich zu langatmig beim antworten werde würde ich gerne auf dirk müller verweisen.
auch auf sein buch crashkurs, das viele der fragen sehr anschaulich darlegt und für ziemlich jedermann verständlich ist.
das interview im handelsblatt:
http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/boerse-inside/wir-sind-in-der-endphase/5148778.html

jeder kleine kreditantragsteller muß sich bei banken bis auf die unterwäsche ausziehen und sicherheiten vorweisen bevor er seine 10.000 euro bekommt..
staaten haben die banken unsummen von geld nachgetragen.
warum wohl ?
wiel sie genau wußten und wissen das sie im falle eines falles kein risiko haben, sondern ausgezahlt werden.

ganz offen:
mir ist sehr bange vor der nächsten zeit.
ich bin mir gar nicht sicher wohin uns das alle führt.
ein ende sehe ich nicht.
die frage ob staatsschulden- oder bankenkrise ist zwischenzeitlich von sehr unerheblicher natur geworden.

:

2) Xpomul, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 09:59 Uhr

45) sk8erBLN

und, unser bip ist 2008 lediglich mariginal zurückgegangen, unsere verschuldung immens nach oben.

und, alle wissen das in den offiziellen zahlen viele parameter nicht eingerechnet werden, wie z. b. die sondervermögen ( also schulden ) und die pensionsverpflichtungen.
so gesehen beträgt unsere verschuldungsrate mehr als 100 % bip.

übrigens auch noch so ein resultat der freiheit im netz.
früher hätte man diese zahlen nie nicht erfahren.
heute nutzt man google …

3) Politikverdruss, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 10:57 Uhr

@sk8erBLN(47),
vielen Dank für die Informationen. In dem Bericht heißt es weiter u.a.:„Im Kern sind die Target2 Salden eine bereits bestehende und seit Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise praktizierte Kreditfinanzierung der PIIGS im Ausmaß eines halben nun avisierten gehebelten ESFS von 1000 Mrd. Euro.
Können Sie sich daran erinnern, dass der Bundestag sich mit diesen „Verpflichtungen“ Deutschlands befasst hat? Ich nicht. Ich stimme Ihnen zu, es ist ein „Hammer“.

4) StefanP, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 11:22 Uhr

@46) sk8erBLN

Halten Sie auch mal einen Moment inne, bevor Sie Unsinn schreiben oder abgehalfterte Wirtschaftswissenschaftler mit einseitigem Leumund regelmäßig zitieren?

Die Sparte der Investmentbanker, also der zockende Teil unseres Bankensystems, macht ebenso wie viele Hedge-Fonds massive Verluste (..)

Ich bin jetzt nicht alle Banken durchgegangen, habe mir exemplarisch die Segmentberichterstattung von Deutsche Bank AG und BNP Paribas herausgegriffen. Die Deutsche Bank berichtet für das erste Halbjahr einen Gewinn aus dem Investmentgeschäft von 1,3 Mrd. EUR, was ziemlich genau dem Vorjahr entspricht. BNP weist mit 1,9 Mrd. EUR ebenfalls Erträge auf Vorjahresniveau aus. Die Ergebnisse für das 3. Quartal kommen in den nächsten Tagen heraus, dann weiß man mehr. Insoweit ist Ihr Kommentar oder Ihr Veweis nichts anderes als heiße Luft.

Da frage ich mich schon: was soll das?!

5) jmb, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 11:32 Uhr

Zum Schluss vielleicht die eigentliche Meldung des Tages, die lauten könnte :

Verliert Frankreich triple-A (AAA), dann dürfte es für EFSF und den Euro das rasche Ende bedeuten (sofern der Bundestag nicht eine Ausweitung der Haftung im ESFS durch D von 211 auf 253 Mrd. Euro zustimmt).
Wenn der EFSF nach deutschem Gusto als Versicherung erweitert würde (Hebel „nur“ maximal 5) um einen Schuldenschnitt in Griechenland zu flankieren, kämen die französischen Banken unter die Räder und damit die Verschuldungsquote der grande nation, sofern diese ihre Banken stützen würde. Der Verlust von AAA für Frankreich wäre nicht mehr abwendbar. Jetzt schlägt „die Kommission“ (EU-Innenkommissar B.(?) vor, den Ratingagenturen die Berwertung von Staaten in Europa zu untersagen. Ein Schelm wer Böses dabei denkt. Jetzt kann Asmussen bei Geithner intervenieren um den Ratingagenturen den Schnabel zu verbieten. Das wird nich heiter. Falls Franreich auf der Einrichtung des EFSF als Bank bestehen sollte (Hebel gleich 8), dann bin ich gespannt wie unsere Bundeseuroretter die Freundschaft zu Frankreich und der gemeinsamen Zukunft Europas weiterbegründen wollen, inklusive FDP und CSU.

Nur gut also das es FDP und CSU gibt um uns mit „wichtigen“ Nachrichten versorgen zu können, die uns ganz in ihren Bann ziehen könnten.

6) Mark, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 11:45 Uhr

@ 49) JG, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 09:08 Uhr

Sicherlich haben Sie Recht, dass es die Frau in der Schlange der Tafel nicht kümmert, ob sie nun von einem männlichen oder weiblichen Ausbeuter ausgebeutet wird.

Allerdings bewerte ich die Berichterstattung der Medien gänzlich anders als Sie. Ich denke, dass man den Auftrag bekommen hat, um Himmels Willen von der schlechten Berichterstattung über den Euro, die Euro-Rettungspolitik und die EU als Gesamtprojekt abzulenken. Angesichts der inzwischen wahrlich katastrophalen Lage und der aufwachenden Bevölkerung („Occupy Frankfurt“) kommt beinahe jede Nachricht recht; die Jubelarien a la „Exportvizeweltmeister“, „Aufschwung XXXXXXL“, „bald Vollbeschäftigung“ glaucht eh keiner mehr, also müssen „normale“ Nachrichten in den Vordergrund gedrängt werden. Ich sage bewußt „gedrängt“, denn eigentlich ist die Befindlichkeit der Nation derzeit an gänzlich anderer Stelle.

Wir haben ein massives Medienproblem in Deutschland, und es wird und wird nicht besser.

7) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 12:19 Uhr

@48)M.M.
^^…wegen Ihnen steht hier mit Sicherheit niemand auf dem Kopf!^^

„Dem Dativ ist der Genetiv sein Tod…“
Schon mal was von deutscher Grammatik gehört, oder haben Sie da gerade in der Schule gefehlt…? (Sie Witzbold!)

8) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 12:45 Uhr

47) sk8erBLN,

(…)die Verbindlichkeiten der italienischen Zentralbank aus Target2 auf -57,469 Mrd. Euro und der absolute Hammer auf -103,511 Mrd. Euro im September 2011! Damit ist Italien anscheinend ebenfalls von privaten Kapitalimporten abgeschnitten bzw. es besteht bereits massive Kapitalflucht und somit hängt Italien ebenfalls am Tropf des Zentralbankgeldes!(…) Zitiert aus „Querschüsse“.

Das wird natürlich beim nächsten Rating berücksichtigt werden. Italien wird mit Sicherheit weiter runtergestuft werden. Nur eine Frage der Zeit bis Deutschland sein Triple A verliert. Insofern hetzt die Politik deer Lösung der wöchentlich wachsenden Probleme hinterher.

9) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 12:49 Uhr

49) JG,

^^Richtig: “Wie hoch ist der Frauenanteil unter den Vorständen und Aufsichtsräten großer Konzerne und wie kann er erhöht werden?”^^

Die Politik hat schließlich keine anderen Sorgen. Da muß man sich der Sorgen der „Leistungsträger“ annehmen und deren Zipperlein.

10) Erwin Gabriel, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 13:09 Uhr

4) StefanP, Dienstag, 18. Oktober 2011, 15:32 Uhr

> In Griechenland profitiert das untere Quintel mit gerade gut 12% vom staatlichen Geldsegen,
> das Gros steckt die Mittelklasse mit knapp 60% und die Oberklasse mit 30% (!) ein.
> Falls man noch Fragen hat, wo das Problem der griechischen Staatsfinanzen liegt:
> hier:
> http://www.ifo.de/de/portal/page/portal/ifoHome/a-winfo/d3iiv/_DICE_details?_id=6747349&_thid=6747538&_cat=c

Meinen Dank, das fand ich mal informativ. Umso bestürzender, dass in Griechenland nun wieder die unteren und mittleren Bevölkerungsschichten zur Kasse gebeten werden, und auch kein Wunder, dass es zu den Sparpaketen solche Krawalle gibt.

Es ist auch spannend zu sehen, dass u.a. Deutschland, wenn auch nicht so ausgeprägt, in die gleiche ungünstige Richtung tendieren wie Griechenland und Portugal.

11) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 13:10 Uhr

@46)sk8erBLN,

^^Die Sparte der Investmentbanker, also der zockende Teil unseres Bankensystems, macht ebenso wie viele Hedge-Fonds massive Verluste, weil die Preise an den Aktien-, den Rohstoff- und den spekulativ aufgeblähten Währungsmärkten in den Keller gegangen sind. ^^

Die Volatilität ist sicherlich auch gewollt, um Gewinnmitnahmen kurzfristig auch in schwierigen Zeiten zu generieren.
Aber interessant ist auch, daß die Zocker mit Griechenlandanleihen gut Kasse gemacht haben (siehe auch):http://www.boeckler.de/pdf/p_imk_report_66_2011.pdf

Und in gleicher pdf lesenswert, wie Griechenland aber auch insbesondere Brüssel den Beitritt Griechenlands in die Eurozone trotz „Manipulationen“ befördert haben…

12) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 13:22 Uhr

46) sk8erBLN,

Dr..Flassbeck ist der einsame Rufer in der Wüste. Offenbar gelten Propheten im eigenen Land nichts. Vielleicht, weil er gut mit Oskar Lafontain befreundet ist?
http://www.nachdenkseiten.de/?p=4147 und http://www.nachdenkseiten.de/?p=7775

13) Erwin Gabriel, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 13:43 Uhr

@ 45) sk8erBLN, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 19:25 Uhr
http://www.google.de/publicdata/explore?ds=ds22a34krhq5p_&met_y=gd_pc_gdp&idim=country:de&dl=de&hl=de&q=grafik+staatsverschuldung+deutschland#ctype=l&strail=false&bcs=d&nselm=h&met_y=gd_pc_gdp&scale_y=lin&ind_y=false&rdim=country_group&idim=country:de:fr:gr:it:be&idim=country_group:eu&ifdim=country_group&hl=de&dl=de

Auch danke hierfür, sehr spannend.

> Und wenn wir den Menschen über 75 die Lebensberechtigung entziehen würden,
> ließe sich ebenso beträchtlich mehr einsparen. Und Banken sind sowieso
> immer unschuldig, und so was wie die Finanzoligarchie existiert nur
> in der Fantasie irgendwelcher Kommunisten. Ist klar!

🙂
Es ist nicht weiß, also muss es schwarz sein – habe ich so das Prinzip der Argumentation richtig verstanden?

In jedem Falle ist es so, dass die Finanzkrise die Last der Staatsschulden erheblich nach oben trieb, etwa für Deutschland von 2007 nach 2010 um 18,3 %. Volle Zustimmung, dass so etwas die allgemeine Situation erheblich belastet.

Und wenn Sie nun von der Situation ausgehen, dass eine gesund wirtschaftende Bundesrebublik Deutschland 2007 nicht mit 64,9 % BIP verschuldet gewesen wäre, sondern mit 0%, wie ständen wir dann da? Besser oder genau so schlecht?

Die Zeiten, wo ein Problem nur zwei Seiten (bzw. nur eine Ursache) hatte, sind schon lange vorbei. Nicht „die Banken“ sind das Problem, sondern jeder Banker, Politiker, Bürger, Unternehmer, der gierig ist (an welcher Stelle und in welcher Position auch immer); jeder, der Transferleistungen fordert (wieviel auch immer), weil er alleine nicht klarkommt (warum auch immer); jeder, der Steuern hinterzieht (wie klein der Betrag auch sein mag) etc.

Dass man sich nun um die großen Baustellen kümmert statt um die kleinen, ist nachvollziehbar. Aber der Unterschied zwischen einem kleinen und einem großen Bescheißer, zwischen einem kleinen und einem großen Verschwender (ob privat, unternehmerisch oder staatlich) ist nur der zur Verfügung stehende Hebel. Wenn sich jeder von uns immer richtig verhalten hätte, gäbe es keine Probleme.

14) StefanP, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 15:02 Uhr

@51) Xpomul

Nun, es gibt eine Realtät an den Finanzmärkten. Damit wollte ich nicht sagen, dass Sie etwas nicht anders beurteilen dürften, noch wollte ich Sie beleidigen oder zu nahe treten. Falls das der Fall war, tut es mir leid, das war nicht meine Absicht.

Ein Kreditantrag ist heute leicht gestellt, die Bank beurteilt nach Schufa, Gehaltsnachweis und ggf. Grundschuld. Das ist einfach und formalisiert. Da sind die Anforderungen an Investitionsobjekte weit, weit höher. Das können Sie mir als Branchenkenner glauben. Daneben: auch ein Dirk Müller ist nur eine, subjektive Quelle, der Bücher danach schreibt, wie sie sich verkaufen können.

mir ist sehr bange vor der nächsten zeit.
ich bin mir gar nicht sicher wohin uns das alle führt.

Das geht mir und den meisten so.

15) Mark, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 15:03 Uhr

Ganz interessanter Livestream aus Athen:

http://www.livestream.com/stopcarteltvgr

Anschauen und die Unterschiede in der Berichterstattung heute abend im deutschen Staatsfernsehen identifizieren. 🙂

16) Xpomul, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 16:03 Uhr

54) StefanP, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 11:22 Uhr

ich ziitere aus dem bild untertitel: „Heiner Flassbeck ist Chefvolkswirt bei der Uno-Organisation für Welthandel und Entwicklung (Unctad).“

finden sie nicht stefan p. das sie starken tobak, vielleicht wären strengere worte gar angemessener, schreiben, wenn sie flassbeck als „abgehalfterte Wirtschaftswissenschaftler mit einseitigem Leumund“ (ihre worte ) bezeichnen ?

ich folgte ihrem beispiel und schaute mir deutsche bank an. zustimmung zu ihrem ergebnis. und was finde ich noch informatives ? die deutsche bank werkelt mit 2,56 % eigenkapital. wenn wundert es das sie zocken muß. an kreditvergabe ist bei derart miserablem tier 1 kapital gar nicht mehr zu denken dank basel II.

übrigens die ubs wird ihr investment geschäft massiv runterfahren.
vielleicht ein weg in die richtige richtung.
zumindest auf den ersten blick.

17) EStz, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 16:40 Uhr

@ 36) jmb, Mittwoch, 19. Oktober 2011, 14:04 Uhr

In ihren Augen sind natürlich nur sozial Schwache ein Fall für den von Ihnen genannten Süßigkeiten-Knopf.
——————————————————-
Weder natürlich noch wahr – wo nehmen Sie das her aus meinen Aussagen? Sie reflektieren auf eigene Annahmen.
_______________________________________

Gibt es nach Ihrem Verständnis einen plausiblen Grund dafür, die Risiken der Lebensführung der einen von denen der anderen zu präferieren und staaltlich zu alimentieren? Wie sehen Sie denn die jahrzehntelange Subventionitis des Steinkohlebergbaus z.B. oder die Sicherung des Grundeinkommens in der Landwirtschaft ?
——————————————————-
Da können Sie sich gleich mal wieder wundern, was für verschrobene Ansichten es gibt: Ich denke beispielsweise, dass unser Land in der Lage sein sollte, die eigenen Grundnahrungsmittel oder auch Energie autark zu erzeugen, statt uns komplett in die Abhängigkeit von wem oder was auch immer zu begeben. Nennen wir das mal „höheres Interesse, so wie es sehe“, und klammern diesen Punkt aus, der ja auch nicht das ursprüngliche Thema war
Zum anderen Punkt: Wenn es für die Allgemeinheit wichtig ist, bin ich für eine Alimentierung bzw. Förderung, Das gilt beispielsweise für eine Grundversorgung in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Verkehr. Wenn es um individuelle Lebensführung geht, dann nicht. (Bitte nicht wieder eine Schwarzweiß-Nummer draus machen, es geht mir hier um die Richtung).
Und da bin ich bei Herrn Spreng: Ich nutze Kindergarten / Schwimmbad / Bibliothek / Autobahn etc oder nicht – meine Entscheidung, ohne Anspruch auf Ausgleichszahlungen von der Allgemeinheit, weder an arm noch an reich.
Nur meine Meinung, nicht mehr, nicht weniger.

18) Journalist, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 16:53 Uhr

56) Mark, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 11:45 Uhr

::Wir haben ein massives Medienproblem in Deutschland, und es wird und wird nicht besser.

Das stimmt, selbst wenn die Einschränkung „in Deutschland“ nicht nottut. Was gelegentlich hilft: Im Schweizer oder österreichischen Fernsehen die Nachrichten über Deutschland sehen.

Ansonsten: Medien leben nur dann von der Wahrheit, wenn es dem Verkauf dient. Ansonsten leben die Medien vom Verkauf. 🙂

19) Journalist, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 16:56 Uhr

@ 57) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 12:19 Uhr

::: @48)M.M.
::: ^^…wegen Ihnen steht hier mit Sicherheit niemand auf dem Kopf!^^

:::::: “Dem Dativ ist der Genetiv sein Tod…”
::::::Schon mal was von deutscher Grammatik gehört, oder haben Sie da gerade
:::::: in der Schule gefehlt…? (Sie Witzbold!)

🙂
Lieber Peter Christian Novak,
der Satz von M.M. ist sinngemäß und grammatisch korrekt.

20) Doktor Hong, Freitag, 21. Oktober 2011, 01:05 Uhr

@ 66) Xpomul

die deutsche bank werkelt mit 2,56 % eigenkapital.

Damit liegt sie um gut 25% über der vorgeschriebenen Eigenkapitalquote für Banken in der EU 😉

Solange die Deutsche Bank solide Forderungen hat, mit denen sie ihrerseits ihre Verbindlichkeiten pünktlich bedienen kann, ist das an sich kein Problem.

Was aber z.B. Lehman Brothers nicht bedacht hat, dass die Forderungen nur so gut sind wie die Schuldner. Wenn man dann Zertifikate vertickt, die auf eigenen – faulen – Forderungen beruhen, die just uneinbringlich werden, wenn die Zertifikate fällig sind, dann hat man wohl Pech gehabt.

Was uns zur Griechenland-Frage führt. Wer wird wohl große Angst haben, dass die Forderungen an den griechischen Staat uneinbringlich werden, und ruft nach Besicherung durch wirtschaftlich stärkere Staaten?

21) jmb, Freitag, 21. Oktober 2011, 07:15 Uhr

@ 67 EStz
Zunächst einmal, Sie machen sich Gedanken, recht so.
Das Problem ist die Beliebigkeit, ein Maßstab für Staatsfürsorge ist immer ein Politikum. Um Ihre persönliche Meinung geht es bei dieser Betrachtung nicht, wohin das führt habe ich bereits angedeutet.

Ein „echt krasses“ Beispiel ist die Alimentierung von Schornsteinfegern, die man in der Begründung zum aktuellen SchFgHwG nachlesen kann. Moderne Gasthermen erzeugen in den Abgasrohren keine Rückstände mehr, die Einstellung der Anlagen wird in der Regel von den Servicemitarbeitern der Hersteller am besten garantiert, aber es wird dem „dummen“ Steuerzahler und Wahlvieh zugemeutet sich den Prüfungsriten des Schornsteinfegerhandwerks zu unterziehen und das zu makaberen Preisen und mit dem Risiko zwischen Fachmeinung (Herstellereinstellung) und amtlicher Meinung (dem unbedarften Kaminkehrerschorschi) ein undankbares und kostenbringendes Martyrium hinzulegen. Mein Dank für Ihre Beteiligung am Talk bleibt davon unberührt.

22) StefanP, Freitag, 21. Oktober 2011, 09:28 Uhr

@66) Xpomul

ich ziitere aus dem bild untertitel: “Heiner Flassbeck ist Chefvolkswirt bei der Uno-Organisation für Welthandel und Entwicklung (Unctad).”

Können Sie mir vielleicht aufzeigen, welchen großen beratenden Einfluss diese Position auf die Weltpolitik (oder überhaupt irgendjemanden) hat? Als Flassbeck 1998 Staatssekretär im Bundesfinanzministerium wurde, war er ein umstrittener, jedoch schon zuvor einflussreicher Wirtschaftswissenschaftler auf die Politik. Sein Einfluss stieg mit der Protegierung durch den damaligen SPD-Parteichef Oskar Lafontaine.

Damit war es binnen kurzer Zeit vorbei. Zum einen hatte er sich in seiner Position um Kopf und Kragen geredet, zum anderen hatte er sich in seiner Branche als konsensunfähig erwiesen. Ist das ein Makel? Ja! Sozialwissenschaftliche Querköpfe sind bei jenen beliebt, die schon eine Meinung haben bevor sie um Rat fragen. Sie suchen nach Rat, der ihre Meinung bestätigt, nicht sie falsifiziert.

Sozialwissenschaften sind auf Konsensbildung ausgerichtet, da sie im Gegensatz zu den Naturwissenschaften auf eineindeutigen Beweisen gründen. Sollen sie überzeugen, ist eine einheitliche oder zumindest Mehrheitsmeinungsbildung erforderlich. Stellen Sie sich vor die 5 Sachverständigen der Bundesregierung würden 5 verschiedene Gutachten zur wirtschaftlichen Situation abgeben. Die Politik, ohnehin nicht sehr aufgeschlossen gegenüber wissenschaftlicher Beratung, würde verrückt und die Wissenschaft ohnehin nicht mehr ernst genommen. Wobei wir hier nicht über die generelle Krise der Wirtschaftswissenschaften debattieren wollen.

Flassbeck ist abgeschoben auf einen einflusslosen Posten, ohne klare Anerkennung durch seine Zunft und ohne durchgreifende Wirkung auf die Politik. Deswegen mein Verdikt. Wenn Sie Flassbeck loben, sagen Sie bitte in Zukunft nichts mehr über Hans-Werner Sinn.

23) Xpomul, Freitag, 21. Oktober 2011, 10:36 Uhr

@64 stefan p.
zugegeben, ich fühlte mich schon ein wenig auf den schlips getreten.
danke und nichts für ungut.

wie kreditanträge gestaltet sind und veranstaltet werden ist mir schon bekannt.
nichtsdestotrotz ist es für den normalo schwieriger einen kredit zu erhalten denn für einen staat.
sie haben auch gelesen das es zwischenzeitlich den kommunen schwerfällt kredite zu erhalten ?
die spirale dreht sich schneller.

lassen wir diese teilkasko beim efsf einführen und hurtig wird die garantie in euros fällig.
wo sind wir dann ?
wobei ich denke merkel fällt um und sarkozy erhält seine geforderte banklizenz.

naturgemäß wird ein buchautor sein buch verkaufen wollen.
wobei dirk müller es finanziell nicht mehr wirklich nötig hat.
er hat reichlich geld verdient im trading von gold, silber und aktien.
dennoch haben sie natürlich recht.
er stellt seine subjektive meinung dar.
wie wir alle.
doch nennt er diverse dinge bei ihrem namen und verquert es nicht ins gutgläubige bild vom edlen banker der nur unser gutes will gegen eine winzige gebühr zum überleben.

gecko ist allüberall …

24) Doktor Hong, Freitag, 21. Oktober 2011, 10:40 Uhr

@ (69) Journalist

Eigentlich heißt es „Ihretwegen steht hier mit Sicherheit niemand auf dem Kopf“, aber lassen wir das.

Uns allen passieren im Eifer des Bloggefechts Tipp- und Satzbaufehler – mir am allermeisten -, und ich finde es ehrlich gesagt auch wenig erhellend, darüber Diskussionen zu führen, um einen Kommentator auf diese Weise in ein schlechtes Licht zu rücken.

Hier geht es schließlich um Politik und nicht um die vertrackten Feinheiten der deutschen Grammatik.

25) impulshund, Freitag, 21. Oktober 2011, 18:21 Uhr

… und ewig grüßt die Schuldenkrise

Da zeigen wohl die Banken auf den Staat, um von dem wirklichen Verursacher abzulenken. Leseempfehlung für Herrn Spreng:
https://www.ftd.de/politik/international/:kolumne-thomas-fricke-schluss-mit-der-bankermagie/60118835.html?mode=print

26) Peter Christian Nowak, Freitag, 21. Oktober 2011, 19:04 Uhr

@)69) Journalist

Jou, aber nur, wenn man sich die neue Rechtschreibreform reinzieht. „Wegen dem“ hört sich immer noch fürchterlich an. Nach „wegen“ ist der Genetiv immer noch eleganter. Übrigens ist das Institut der gleichen Meinung. aber es hat sich ungangssprachlich halt mal so eingeschlichen, dieser Dativ…was dem Genetiv sein Tod ist.

27) Peter Christian Nowak, Freitag, 21. Oktober 2011, 19:13 Uhr

69) Journalist
Gemeint ist das Institut für Deutsche Sprache in Mannheim.

28) Peter Christian Nowak, Freitag, 21. Oktober 2011, 19:29 Uhr

@45) sk8erBLN,

^^Auch unsere Politiker verstehen offenbar nicht, was da geschieht, sonst würde ja mal einer versuchen, dem staunenden Publikum zu erklären, wieso man, drei Jahre nach der Lehmann-Pleite und ohne dass etwas ganz Außergewöhnliches geschehen ist, wieder zur Bankenrettung schreitet.^^

Weil Politiker der letzten 10 Jahre sich von den Marktradikalen aus Angelsachsen und USA haben an der Nase herumführen lassen und geglaubt haben, man müsse alles nur deregulieren, alles den freien Kräften des Marktes überlassen, dann wird´s schon. Na, es ist doch auch geworden! W!as will man mehr.
Aber abgesehen davon, es war ein großer Fehler die Südländer in den Euro aufzunehmen, ohne vorher eine Wiirtschafts,- Sozial- und Fiskalunion zu schaffen.
Die Folgen für den Euro, für seine Stabilität und letztlich für uns alle werden kommen. Die sind unausweichlich.

29) Peter Christian Nowak, Freitag, 21. Oktober 2011, 19:38 Uhr

@56)Mark

Es gibt schon noch ein paar Sendungen, die ohne die übliche Kosmetik für die hässliche Realität auskomm. Aber die findet man eher noch im Hörfunk (SWRContra, die Aula, Wissen und Forum) oder manchmal auch bei ARD und ZDF Fernsehen und deren Dokukanal PHOENIX.

30) Michael, Freitag, 21. Oktober 2011, 21:34 Uhr

“Demokratie braucht Öffentlichkeit. Freie Medien ermöglichen Aufklärung, Meinungsbildung, politische Beteiligung und Machtkontrolle. Wir verteidigen die Unabhängigkeit der Medien von staatlichen Eingriffen und wirtschaftlichen Machtinteressen. (…) Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus haben Deutschland in seine schlimmste Katastrophe geführt. (…) Ohne eine wache Zivilgesellschaft ist der demokratische Staat immer gefährdet.” Hamburger Programm

Ich habe als Jusole die Erfahrung gemacht, dass sich Funktionäre und Mandatsträger 21 mehr von Geld leiten lassen als von 911 Grundsätzen.

“Wir sind besser. Mehr Stuttgart für alle. Unser Land kann mehr.”

Werden im neuen Grundsatzprogramm der Linkspartei Koalitionen mit Vollidioten kategorisch ausgeschlossen?

Was nützen mehr Frauen im Vorstand, wenn sie wie Männer feige sind?

31) Xpomul, Samstag, 22. Oktober 2011, 18:37 Uhr

72) StefanP,

ich lobe flassbeck doch nicht.
nur verteufeln möchte ich ihn ebenso nicht.

sinn – er verdient sich meinen respekt wie er gerade die ezb und ihren target 2 report auseinandernimmt.
das hätte ich ihm offengestanden nicht zugetraut.
hierfür hat er sich ein bravo verdient.

32) Johannes, Samstag, 22. Oktober 2011, 20:07 Uhr

http://www.sekundemal.de

Steuern rauf, Steuern runter. Mehr Kindergeld, weniger Kindergeld…
So ein Firlefanz, das hat doch alles mit langfristiger gesellschaftlicher Entwicklung nichts zu tun. Schade, dass so inhaltsleere Themen bei vielen Wählern mehr zählen, als wirtklich wichtige Themen.

33) Journalist, Sonntag, 23. Oktober 2011, 10:05 Uhr

@ 74) Doktor Hong, Freitag, 21. Oktober 2011, 10:40 Uhr
….um einen Kommentator auf diese Weise in ein schlechtes Licht zu rücken.
____________________
Sehe ich auch so, deswegen hatte ich ja meinen Kommentar abgegeben.

34) EStz, Sonntag, 23. Oktober 2011, 10:10 Uhr

@ 71) jmb, Freitag, 21. Oktober 2011, 07:15 Uhr
Das Problem ist die Beliebigkeit, ein Maßstab für Staatsfürsorge
ist immer ein Politikum. Um Ihre persönliche Meinung geht es
bei dieser Betrachtung nicht.
Weder um meine noch um andere Einzelmeinungen – da stimme ich zu.

Ein “echt krasses” Beispiel ist die Alimentierung von
Schornsteinfegern, die man in der Begründung zum
aktuellen SchFgHwG nachlesen kann….
Mein Spruch vom Süssigkeiten-Automat passt doch auch hier. Ob ich als Privatperson wie auch immer geartete persönliche Lebensweisen vom Staat alimentiert haben möchte, oder ob ich als Berufsstand Bestandsschutz und Alimentierung erwarte, liegt ja nicht so weit auseinander. Da wird viel Unfug gefordert und betrieben, zu Lasten einer größeren Allgemeinheit.

Dass man Schwache stützt und schützt, sollte selbstverständlich sein. Dass der Staat nicht in der Lage ist, jeder Person, jedem Unternehmen oder jeder Brachnche den gleichen hohen Standard zu gewähren, ist genau so klar.

35) EStz, Sonntag, 23. Oktober 2011, 10:12 Uhr

78) Peter Christian Nowak, Freitag, 21. Oktober 2011, 19:29 Uhr

Aber abgesehen davon, es war ein großer Fehler die Südländer in den Euro aufzunehmen, ohne vorher eine Wiirtschafts,- Sozial- und Fiskalunion zu schaffen.
_________________________________________

Ja!

36) sk8erBLN, Sonntag, 23. Oktober 2011, 14:29 Uhr

@ 54) StefanP, Donnerstag, 20. Oktober 2011, 11:22 Uhr
„@46) sk8erBLN

Halten Sie auch mal einen Moment inne, bevor Sie Unsinn schreiben oder abgehalfterte Wirtschaftswissenschaftler mit einseitigem Leumund regelmäßig zitieren?“

Ähem, ich werde nicht bei Ihnen Rat oder gar jeweils die Erlaubnis einholen wen oder was ich hier verlinke.
Es steht ihnen selbstverständlich frei, die von mir Verlinkten Beiträge abzuqualifizieren, dann aber bitte wenigstens mit etwas Substanz. Bislang ist es mir zu argumentbefreit, wenn Sie den Chefvolkswirt bei der Uno-Organisation für Welthandel und Entwicklung (Unctad) als „abgehalterten Wirtschaftswissenschaftler mit einseitigem Leumund“ abqualifizieren nur weil er Ihnen ideologisch nicht nahe genug steht. Sie stehen glücklicherweise noch nicht so weit über den Dingen, dass man Ihnen alles abkauft, nur weil der Name „StefanP“ dahinter steht. Der bürgt nämlich nicht für Qualität sondern bestenfalls für eine Ansicht unter vielen möglichen.

Und wenn Sie über Flassbbeck weiter heiße Luft ablassen versuchen Sie doch mal konkret seine Thesen zu widerlegen. Mir scheint, es adelt diesen Mann geradezu ein „Wirtschaftswissenschaftlicher Querkopf“ gewesen zu sein:
http://de.wikipedia.org/wiki/Heiner_Flassbeck#Wirtschaftspolitische_Standpunkte
und
http://de.wikipedia.org/wiki/Heiner_Flassbeck#Stellungnahmen_zur_aktuellen_Wirtschaftspolitik

Ich werfe derweil erneut einen Blick auf Griechenland:
Schuldentragfähigkeitsanalyse der Troika

Die Troika (IWF,EU und EZB) dokumentiert in einer “Schuldentragfähigkeitsanalyse” Griechenlands ihr komplettes Versagen in Punkto der bisherigen Strategie! In der Schuldentragfähigkeitsanalyse wird bereits eingangs festgestellt, dass bei der vierte Überprüfung der Situation in Griechenland durch die Troika, das Ergebnis, eine Wende zum Schlechteren genommen hat und die Wirtschaft zunehmend in die Rezession gerät und den staatlichen Behörden ein kräftiger Gegenwind bei der Erfüllung ihrer politischen Verpflichtungen entgegenweht.

Festzuhalten bleibt, die Lage ist mittlerweile so aussichtslos, dass selbst nach einem 60% Schuldencut, Austerität, unrealistischen 46 Mrd. Euro Privatisierungserlösen und einem ambitionierten angenommenen BIP-Wachstum von +0,5% für 2013 und von über 2% von 2014 bis 2020, kein substanzieller Beitrag zur Lösung der griechischen Staatsschuldenkrise erzielt wird, sondern erst 2023 unter diesen Maßgaben der Bruttoschuldenstand zum nominalen BIP erstmals unter 100% fällt und 2030 unter 90%. Ganz zu schweigen von den Auswirkungen eines potentiellen 60% Schuldenschnitts für die Banken in Europa. Ein Desaster pur!
http://www.querschuesse.de/troika-greece-debt-sustainability-analysis/

Wer sich für umfangreich dokumentierte Details auf der Mikroebene interessiert, dem kann man diesen Blog empfehlen:
http://www.griechenland-blog.gr/

Und insgesamt betrachtet, ich zitiere mal die „Deutsche Mittelstands Nachrichten „:

EU-Gipfel: „Europa steht vor einem verlorenen Jahrzehnt“

Die EU-Finanzminister verkünden, dass sie 108 Milliarden Euro von den Banken wollen. Das ist allerdings viel zu wenig. Denn das wahre Problem ist der Kreislauf von Staatsschulden und Banken-Finanzierung: Europa muss in den kommenden drei Jahren 1,7 Billionen Euro auftreiben. Diese Aufgabe gilt als unlösbar.

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/10/28987/

Und zum Thema „Bankenrettung. Es gibt ja hier so extraschlaue Köpfe, vielleicht kann mir einer von denen ja mal erklären wie die funktionieren soll nachdem „Die Banken seien in Summe dreimal größer als das Bruttoinlandsprodukt (BIP) aller Euro-Staaten zusammen.“

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/10/28982/
Un Merkel und Sarkozy glauben mit einem künjstlich auf 1,3 Billionen aufgeblasenen Rettungsschirm die Kontrolle über das bevorstehende zu erlangen. Stupid!

Ach ja, in dem Artikel geht es eigentlich um „Fonds-Experte erwartet Verlust des Triple-A für Deutschland“

Und rasch noch ein Blick auf Portugal:

Portugal folgt Griechenland

von Querschuss am 21. Oktober 2011 in Allgemein

Griechenlands desaströse wirtschaftliche Entwicklung ist kein isolierter Weg, sondern Folge des Korsetts des Euro und schlussendlich der Rettungsversuche per Austeritätsmaßnahmen zum Erhalt des Euro und damit der Eurozone. Es ist kaum zu fassen, dass dieselben untauglichen Rezepte, die bereits Griechenlands endgültigen Abstieg besiegelten, in Portugal fast 1:1 vollzogen werden und zum wirtschaftlichen Kollaps auch in Portugal führen werden. Die portugiesische Regierung korrigierte gerade ihre Wachstumsprognose für das Jahr 2012 auf eine Schrumpfung von -2,8%, nach vorherigen -1,8%. Die Bruttoanlageinvestitionen sollen 2012 um -9,2% schrumpfen, der private Konsum um -4,8% und die Konsumausgaben des Staates um -6,2%. Selbst dieses Szenario könnte noch positivistisch getüncht sein!
http://www.querschuesse.de/portugal-folgt-griechenland/

Und IN KÜRZE DANN SPANIEN. WETTE?

37) Peter Christian Nowak, Sonntag, 23. Oktober 2011, 18:42 Uhr

@86) sk8erBLN,

^^Griechenlands desaströse wirtschaftliche Entwicklung ist kein isolierter Weg, sondern Folge des Korsetts des Euro und schlussendlich der Rettungsversuche per Austeritätsmaßnahmen (…)^^

Und dann noch Belgien und Frankreich…
Die Austertätspolitik frisst die Zukunft nicht nur des Euro, sondern Europas. Kann man aus dem Scherbenhaufen überhaupt noch was zusammenbauen? Aber wir haben wirklich ein Dilemma, nämlich den, nicht den wirklich richtigen Weg aus der Krise zu finden. Und dann die Frage: Gibt es den überhaupt?

38) Doktor Hong, Sonntag, 23. Oktober 2011, 20:42 Uhr

@ (83) Journalist

Und Sie hatten damit auch recht.

39) JG, Sonntag, 23. Oktober 2011, 20:54 Uhr

@ 86) sk8erBLN

Man kann das, was in Griechenland, Portugal, bald auch Spanien, Italien, sicher auch in Frankreich, Deutschland usw. geschieht, auch knapper beschreiben:

Brüning-Politik erzeugt Brüning-Ergebnisse.

Wobei man dem berüchtigten „Hungerkanzler“ zugute halten muß, daß er wußte, was er tat und die Wirtschaft in Deutschland mit Absicht gegen die Wand fuhr, um den Siegern des Ersten Weltkriegs zu beweisen, daß das Reich die Reparationen nicht zahlen kann. Heutige Politiker und „Experten“ besitzen offenkundig leider weniger Sach- und anderen Verstand.

40) sk8erBLN, Montag, 24. Oktober 2011, 10:16 Uhr

Darüber darf man getrost was länger nachdenken:

Wenn 147 Konzerne die ganze Wirtschaft kontrollieren

Forscher der ETH haben die Weltwirtschaft systemtheoretisch unter die Lupe genommen. Ihr Fazit: Ein paar Konzerne besitzen die Macht über den globalen Kapitalismus. Dies birgt hohe Gefahren.

ETH-Forscher aus dem Bereich Systemdesign haben den globalen Kapitalismus mit den Methoden der modernen Systemtherorie unter die Lupe genommen. Ihr Schluss: Eine kleine Gruppe von 147 Firmen kontrolliert den Grossteil der übrigen Wirtschaft.

Die Forscher filterten aus der Datenbank Orbis – diese enthält die Einträge von rund 37 Millionen Firmen – etwas mehr als 43’000 multinationale Konzerne heraus, welche durch wechselseitige Aktienbesitze vernetzt sind. Gemäss «SonntagsZeitung» stiessen die Systemtheoretiker bei der weiteren Analyse von Besitz- und Machtverhältnissen auf einen Kern von 1318 Firmen, die dank Aktien grosse Teile der Realwirtschaft kontrollieren.

Finanzinstitute im Zentrum

Damit waren die Forscher noch nicht im effektiven Zentrum der Machtkonzentration angelangt. Denn innerhalb des Netzwerkes stiessen sie erneut auf eine Einheit von 147 Konzernen, die noch stärker vernetzt sind. Diese Konzerne haben nicht nur eine fast vollständige Kontrolle über sich selber, sie beherrschen auch rund 40 Prozent der übrigen Wirtschaft. «Wir hatten nicht erwartet, dass die Macht im Zentrum derart konzentriert sein würde», meint einer der Studienautoren, James Glattfelder, gegenüber der «SonntagsZeitung».

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Wenn-147-Konzerne-die-ganze-Wirtschaft–kontrollieren-/story/24530287

41) StefanP, Montag, 24. Oktober 2011, 22:55 Uhr

@86) sk8erBLN

Sie haben die für mich wichtigste Frage nicht beantwortet, die ich Ihnen durch die Blume gestellt habe: warum soll ich mich ausgerechnet mit den Thesen von Professor Flassbeck beschäftigen? Politisch halte ich nicht viel von ihm und darüber hinaus ist er wie dargelegt bedeutungs- und einflusslos. Wissenschaftlich betrachtet vertritt er deutliche Minderheitspositionen.

Ich gehe davon aus, dass Sie studieren oder dies vor kurzem haben. Solte es so sein, sollten Sie mit wissenschaftlichem Arbeiten vertraut sein. Dazu gehört das Arbeiten mit Studien und Analysen, wissenschaftliche Meinungen stützen sich auf eine möglichst große Breite von geprüften Ansichten. Den meisten (Ihnen ja auch) fällt zur Unterlegung nur Flassbeck ein. Ein bisschen dürftig zur Begründung und zu luftig, um sich damit zu beschäftigen.

42) Matthias, Freitag, 28. Oktober 2011, 19:11 Uhr

Betreuungsgeld ist Unsinn! Entweder es wird das eine (Kitabesuch) ODER das andere subventioniert (das Fernbleiben), aber nicht beides! Es wird ohne Ende Geld in die Familien gepumpt, trotzdem ist es den Empfängern meist zuwenig und die Wirkung lässt zu wünschen übrig. In den 80ern gab es 50 DM Kindergeld!

FDP? Dieser Verein ist die fleischgewordene Provokation. „Steuersenkungen“, „Neuwahlen“ posaunte Westerwelle immer wieder und „Atomkraft ist sicher“. Dass Patienten das neueste Geschenk für Zahnärzte teuer bezahlen (Honorarsteigerung), ist denen egal, ihre Klientel hats ja. Die Kassen zahlen nur noch Festzuschüsse, abzockende Zahnärzte werden dann nicht mehr geprüft. Wer sich die Behandlung nicht leisten kann ist der Dumme – asozial bis zum Abwinken. Gesundheitsminister Bahr findet das auch noch „bewährt“. Weg mit der FDP!

43) sk8erBLN, Freitag, 28. Oktober 2011, 21:25 Uhr

@ 91) StefanP, Montag, 24. Oktober 2011, 22:55 Uhr
„@86) sk8erBLN

Sie haben die für mich wichtigste Frage nicht beantwortet, die ich Ihnen durch die Blume gestellt habe: warum soll ich mich ausgerechnet mit den Thesen von Professor Flassbeck beschäftigen?“

Vielleicht weil er ganz offensichtlich recht hat?? Das mag ihnen nicht in den Kram passen, ist aber ganz offensichtlich so. Siehe dieses mehr als 1 Jahr alte Interview was die inzwischen sichtbaren Entwicklungen Griechenlands zutreffend beschreibt:

„Harakiri, wenn alle die Etats zusammenprügeln“
http://derstandard.at/1288659545002/ITV-Uno-Oekonom-Flassbeck-Harakiri-wenn-alle-die-Etats-zusammenpruegeln

44) StefanP, Samstag, 29. Oktober 2011, 09:31 Uhr

@93) sk8erBLN

Oh, Hans-Werner Sinn hat auch oft Recht und trotzdem im linken Milieu einen außerordentlich schlechten Ruf. Na, kommen Sie, so schlecht darf man nun wirklich nicht argumentieren!

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