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Sonntag, 30. Oktober 2011, 13:12 Uhr

Eine Frage an Helmut Schmidt

Es gilt als gefährlich, Helmut Schmidt kritische Fragen zu stellen. Seine Arroganz war und ist gefürchtet. Häufig qualifizierte er Fragen als dumm oder die Frager als uninformiert ab. Wohl auch deshalb hat Günther Jauch darauf verzichtet.

Als ich noch ganz frisch in Bonn war (mit 25 als “Welt”-Korrespondent)) nahm ich allen meinen Mut zusammen und stellte dem gerade gewählten Bundeskanzler in der Bundespressekonferenz eine kritische Frage, die kein anderer Korrespondent stellte. Leider weiß ich das Thema nicht mehr. Mir ist aber in Erinnerung, dass Schmidt erstaunlich sachlich antwortete. Die Frage schien in seinen Augen gar nicht so dumm gewesen sein. 

Und auch TV-Altmeister Friedrich Nowottny fand den Wortwechsel so interessant, dass er ihn in seinen ”Bericht aus Bonn” einbaute – mein erster bundesweiter TV-Auftritt. Vielleicht hätte Jauch doch den Mut haben sollen, Helmut Schmidts Selbst- und Frembeweihräucherung mit kritischen Fragen zu unterbrechen.

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20 Kommentare

1) Gerrit, Sonntag, 30. Oktober 2011, 15:17 Uhr

Zitat:
“Es gilt als gefährlich, Helmut Schmidt kritische Fragen zu stellen. Seine Arroganz war und ist gefürchtet.”

Er war und ist immer ein von sich selbst überzeugter Mensch.
Er war und ist immer noch ein sehr alter, von sich alleine überzeugter Mensch.

Ich denke außer Loki konnte ihm wohl niemand ernsthaft Paroli bieten.
Wäre er nicht “der Altkanzler”. Anderen würde man egozentrische Selbstverliebheit unterstellen und fachärztliche Hilfe anbieten.

2) Dieter Carstensen, Sonntag, 30. Oktober 2011, 16:24 Uhr

Lieber Michael Spreng,

für seine Verhältnisse war Günther Jauch, der Meister des seichten Smalltalks “kritisch”.

Die SPD scheint seit Helmut Schmidt ein Faible für bornierte, besserwisserische, narzistische, eitle und lernresistente Kanzler zu haben.

Ihre Anekdote belegt einmal mehr, dass Helmut Schmidts Spitzname “Schmidt Schnauze” zu Recht bestand.

Passend, dass der nächste SPD Kanzler Schröder, dem ich ebenfalls die o.a. Eigenschaften von Schröder zuschreiben, mit Spitznamen “Basta Schröder” genannt wurde.

Ergo: Spitznamen aus des Volkes Mund, bringen manches auf den Punkt.

M.f.G.

3) Dieter Carstensen, Sonntag, 30. Oktober 2011, 16:38 Uhr

Nachtrag zu meinem Vorkommentar in diesem Thread:

Sollte Peer Steinbrück SPD Kanzlerkandidat, oder gar Kanzler werden, ein Mann also, dem ich dieselben miesen Chraktereigenschaften in Sachen “bornierte, besserwisserische, narzistische, eitle und lernresistente Kanzler” zuschreiben würde, so gibt es auch für diesen bereits einen passenden Spitznamen:

In der Schweiz trägt er bereits den Spitznamen “Peitschen Peer”, siehe Zeitung “Die Welt” vom 18.3.2009,

Link: http://www.welt.de/politik/article3398000/Die-Schweiz-und-die-Hassfigur-Peer-Steinbrueck.html

Ich könnte mir vorstellen, dass wir Deutschen bei einem Kanzler Steinbrück alias “Peitschen Peer” dem Schweizer Vorbild sehr schnell nachkommen würden, was den Spitznamen angeht.

4) ferri, Sonntag, 30. Oktober 2011, 17:28 Uhr

Wenn man die Wikipediaseiten über Schmidt und Genscher liest, könnten man glauben dass Genscher die Koalition nur gewechselt hat um durch Gesetzesänderungen die FDP vor Strafverfolgung zu retten.
“…aus der zwischen 1981 und 1984 mehrere Versuche resultierten, per Gesetz eine Amnestie durchzusetzen, die jedoch am Widerstand der Presse und der Basis der einzelnen Parteien scheiterten.”

“diverse Zahlungen an FDP-Spitzenpolitiker: darunter mehrmals 30.000 D-Mark an Otto Graf Lambsdorff, mehrmals 70.000 D-Mark an Hans Friderichs sowie eine einmalige Zahlung von 100.000 D-Mark an Walter Scheel. Da auch Friderichs und Lambsdorff zum Kreis der Geldempfänger zählten, lag der Verdacht der Bestechung beziehungsweise Bestechlichkeit somit nahe.”

Hauptsächlich war doch wohl die SPD-Basis gegen solche Gesetzesänderungen und deshalb könnte die SPD-Spitze Versuchen zur Gesetzesänderung und auch dem Koalitionswechsel positiv gegenübergestanden haben.
http://de.wikipedia.org/wiki/Flick-Aff%C3%A4re

5) Lacerda, Montag, 31. Oktober 2011, 00:08 Uhr

Helmut Schmidt ist nicht umsonst ein gefährlicher Gesprächspartner.
Der Mann hat alles erreicht, was ein Politiker erreichen kann und genießt heute eine Autorität und eine
Glaubwürdigkeit wovon andere Politiker nur träumen können.
In seine Nähe rangekommen ohne daß es Eklat gibt dürfen nur Sandra Maischberger und wenn es sein muß, Reinhold Beckmann, sonst keiner.
Ich selbst achte den Bundeskanzler a.D für seinen gesellschaftlich-politischen Einsatz. Gut daß er
uns nicht diesen Politikern von heute gänzlich überläßt. Da läßt Hoffnung hochkommen, daß es sich lohnt in politisch zu engagieren.

6) StefanP, Montag, 31. Oktober 2011, 10:34 Uhr

@3) Dieter Carstensen

Da dieser Punkt häufiger auftaucht und Sie ihn hier explizit erwähnen, nämlich die negativen persönlichen Eigenschaften von Politikern, die Ihnen in der Sache fern stehen:

Könnten Sie vielleicht mal so 3 negative persönliche Charaktereigenschaften aufzählen, die Sie bereit sind an anderen zu akzeptieren. Und bitte nicht nach der Methode bei Personalgesprächen, wo man tunlichst Merkmale aufzählt, die im Grunde positiv sind. Sollten Sie das nicht können, suchen Sie tatsächlich Gott als Regierungschef. Pardon, der steht nicht zur Verfügung.

7) Günter Springer, Montag, 31. Oktober 2011, 12:28 Uhr

Zu den Beiträgen 1) bis 4) sage ich wenn Haß und Niedertracht schmerzen würden, müßte man sich die Ohren zuhalten.
Frage an 1) bis 4) finden sie ihre Kommentare wirklich sachlich?
Ich für meinen Teil schließe mich den Ausführungen von 5) Lacerda vollinhaltlich an

8) Frankilein66, Montag, 31. Oktober 2011, 12:35 Uhr

@StefanP.

Haben sie denn immer noch nicht gemerkt, dass ihre Umerziehungsversuche das genaue Gegenteil von dem bewirken, was sie wahrscheinlich beabsichtigen.
Mit ihren belehrenden Kommentaren verfestigen sie doch die sowieso schon eingefahrenen Positionen der zu belehrenden. Sie machen alles nur noch schlimmer, wie jeder der es eigentlich gut meint.
Leider langweilen sie diejenigen die dazwischen stehen, mich zum Beispiel, unendlich! Das können sie doch nicht ernsthaft wollen!

9) StefanP, Montag, 31. Oktober 2011, 13:03 Uhr

@Frankilein

Das sind keine Umerziehungsversuche. Da jeder Mensch auch negative Charaktermerkmale hat, finde ich es nicht ganz einfach, aufgrund bestimmter eine Töpfchen / Kröpfchen-Sortierung vorzunehmen. Choleriker oder generelle Unbeherrschtheit halte ich bei Führungskräften für inakzeptabel, dagegen toleriere ich Arroganz (nicht gleich Ignoranz), gerade wenn sie gepaart ist mit Wissen und Können.

10) Peter Christian Nowak, Montag, 31. Oktober 2011, 20:11 Uhr

^^Vielleicht hätte Jauch doch den Mut haben sollen, Helmut Schmidts Selbst- und Frembeweihräucherung mit kritischen Fragen zu unterbrechen.^^

Hätte er. Hätte er durchaus können. Denn der “Schmidt von damals ist nicht mehr der “Schmidt” von Heute.

11) Peter Christian Nowak, Montag, 31. Oktober 2011, 20:14 Uhr

@3) Dieter Carstensen,
^^In der Schweiz trägt er bereits den Spitznamen “Peitschen Peer”, (…)

Beim Schweizer Fernsehen nennt man ihn liebevoll den “Kavallerie-August”.

12) Riesenmaus, Montag, 31. Oktober 2011, 22:06 Uhr

Herr Jauch ist durch seine etwas zurückhaltende Art bekannt. So richtig hart interviewt er nicht und so muss man auch das Interview mit Ex-Kanzler Schmidt sehen.

Die härtesten Interviewer können Kinder sein. Warum lässt man nicht einmal ein paar Kinder an die Mikrofone und auf Herrn Schmidt los. Kinder sind direkt ohne Widrigkeit, sie stellen unbeirrbar ihre Fragen, denn frei Grönemeyer sind sie” ….die wahren Anarchisten Lieben das Chaos, räumen ab Kennen keine Rechte, keine Pflichten ngebeugte Kraft, massenhaft.“

Also, warum dürfen nicht in Bälde nicht ein paar Kinder Herrn Schmidt interviewen? Oh!!!! Ich vergaß, dass man Kindern keinen Zigarettenrauch zumuten kann und der Ex-Kanzler ist zumindest in diesem Punkt kein Leitbild!

13) EStz, Montag, 31. Oktober 2011, 22:33 Uhr

6) StefanP, Montag, 31. Oktober 2011, 10:34 Uhr

> Da dieser Punkt häufiger auftaucht und Sie ihn hier explizit erwähnen,
> nämlich die negativen persönlichen Eigenschaften von Politikern,
> die Ihnen in der Sache fern stehen:
> ……
> Sollten Sie das nicht können, suchen Sie tatsächlich Gott
> als Regierungschef. Pardon, der steht nicht zur Verfügung.

Sehr geehrter Herr P.,

Vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich schließe mich gerne an.

@8) Frankilein66, Montag, 31. Oktober 2011, 12:35 Uhr
> …Leider langweilen sie diejenigen die dazwischen stehen,
> mich zum Beispiel, unendlich! Das können sie doch nicht ernsthaft wollen!

Ich verstehe Ihren Punkt. Aber dieses ewige, verbohrte, überhebliche, abschätzige, einseitige Aburteilen von Menschen, die man nie kennengelernt hat, aufgrund einer abweichenden politischen Einstellung (der macht nicht “meine” Politik, also ist er ein schlechter Mensch) ist ebenfalls überaus sinnfrei und ermüdend.

Zu Helmut Schmidt nur soviel: Er hat mit Terror, Nachrüstung, Ölkrise, Friedens- und Öko-Bewegeung sicherlich nicht die leichteste Kanzlerschaft gehabt. Und ein Blick auf die aktuelle Regierung zeigt, wie viel man hätte schlechter machen können. Dazu hat meiner Meinung nach jeder Mensch, der seine persönlichen 90er Jahre erreicht, aufgrund seiner Lebensleistung etwas Respekt verdient. Wessen Geistes Kind muss man sein, um so pauschal und unqualifiziert andere derart zu verunglimpfen?

14) Frankilein66, Dienstag, 01. November 2011, 10:37 Uhr

@EStz, 13.

“Wessen Geistes Kind muss man sein, um so pauschal und unqualifiziert andere derart zu verunglimpfen”?

Eben deswegen ist es ja völlig sinnlos mit denen auf der Sachebene zu diskutieren. StefanP. erreicht genau das Gegenteil seiner Intention und bestärkt sie noch in ihren Pauschalurteilen. Interessanterweise ist er auf diesen Punkt meines Beitrags gar nicht eingegangen, vermutlich weil ihm die Richtigkeit selber bewußt ist.

Es gibt bei jedem neuen Beitrag von Herrn Spreng ein sich immer wiederholendes Muster, sie wissen ja selber wie die Diskussion jedesmal abläuft, das ermüdet mich! Irgendwann muss man doch mal die Sinnlosigkeit seiner Bemühungen einsehen!

StefanP. treibt seine Kontrahenten ja geradezu in ein gemeinsames Lager, die sich in ihrer absurden Argumentation gegenseitig hochschaukeln und bestärken.

Das alles haben wir aber schon bei anderen Gelegenheiten ausführlichst diskutiert und wenn ich einen Film hasse, dann ist es “Und täglich grüßt das Murmeltier”!

15) Andronico, Dienstag, 01. November 2011, 17:38 Uhr

Auf jeden Fall geht seine Taktik offenbar auf. Ein so einfacher Trick: den anderen für dumm zu erklären, und schon ist der in der Defensive und denkt, er hat was falsch gemacht. Ich sehe eher einen sehr harten alten Mann, der sich unter einem dicken Panzer der Arroganz und Staatsmann-Attitüde versteckt. Wo ist der Mensch Helmut Schmidt, mit dem man fühlen kann und der mit anderen fühlt (anstatt offenbar Spaß daran zu haben, andere zu demütigen), ein Mensch, dem man vielleicht sogar als Mensch begegnen könnte?

Warum wirken solche Männer in der Politik auf so viele Menschen so anziehend? Vielleicht weil man glauben will, dass da wirklich einer ist, der durchblickt, der die Lösungen hat, der weiß was am besten ist für diese komplizierte Welt. Ich halte das für gefählich, für ein großes Täuschungsmanöver …

16) FF, Freitag, 04. November 2011, 11:02 Uhr

Was ich gerne von Herrn Schmidt wüßte: was er sich denkt, wenn er von “Adolf Nazi” daherredet. Und was er sich dachte, als er auf diesen Herrn freiwillig seinen Eid geleistet hat.

Ob er sich dagegen verwahrt hätte, wenn ihn sein Oberster Kriegsherr kurz vor Toresschluß noch zum General befördert hätte.

(Wenn das Ganze noch ein bißchen gedauert hätte, wäre dieser Weg für einen schneidigen Oberleutnant unter Umständen sehr kurz geworden.)

Ich kaufe Herrn Schmidt jedenfalls nicht ab, daß er von Auschwitz erst nach dem Krieg gehört haben will.

17) Christian, Dienstag, 08. November 2011, 18:19 Uhr

Schmidt: überschätzt

Überschätzt, überschätzter, Steinbrück.

18) Michael A. Nueckel, Samstag, 12. November 2011, 00:18 Uhr

Lieber Herr Spreng,

ich verstehe den Beitrag nicht. H. Schmidt mag gefährlich (gewesen) sein, doch nicht bei kritischen Fragen, sondern eher bei kritisch-dummen Fragen, und da Ihre Frage im Lichte der Verbreitung via Nowotny nicht dumm gewesen sein kann, soll wo das Schmidt´sche Gefährdungspotenzial gelegen haben?

19) Maren P., Mittwoch, 16. November 2011, 14:13 Uhr

Günter Jauch ist ein Plauderer, kein ernstzunehmender Journalist. Deshalb kann ich getrost auch weiterhin auf seine Sendung verzichten, immer in der Hoffnung, dass irgendwann so viele abschalten, dass auch Jauch abgeschaltet wird.

20) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 16. November 2011, 19:35 Uhr

19) Maren P.
Na, da mach ich doch mit!

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