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Mittwoch, 23. November 2011, 18:00 Uhr

Immer noch auf Droge

Kommt er wieder? Kommt er nicht wieder? Kommt er wieder? Wie beim Gänseblümchen-Abzählvers kreist die Medienwelt wieder um Karl Theodor zu Guttenberg. Kein Politiker, genauer gesagt, kein Ex-Politiker regt die Phantasie der Medien und offenbar auch der Wähler so an wie der gescheiterte Polititstar.

Es scheint tatsächlich die Inszenierung eines Guttenberg-Comebacks zu geben. Oder zumindest einen Testlauf, ob ein Comeback möglich wäre. Erst der ungegelte Auftritt in Halifax, dann die Ankündigung des Interviewbuches “Vorerst gescheitert”, Betonung auf vorerst, und jetzt die ihm sicher schon bekannte Einstellung der strafrechtlichen Ermittlungen.

Allerdings muss sich der Plagiator mit einer Einstellung 2. Klasse zufrieden geben. Nur deshalb, weil er keine illegitimen wirtschaftlichen Vorteile aus seiner Doktorarbeit gezogen hat, bleibt ihm gegen 20.000 Euro für die Kinderkrebshilfe das Strafverfahren erspart. Gleichzeitig aber stellte die Staatsanwaltschaft 23 strafrechtlich relevante Verstöße gegen das Urheberecht fest.

Das Ganze ist wieder typisch Guttenberg. Er kann die Füße nicht stillhalten und prescht nur acht Monate nach dem Skandal zu früh wieder ins Rampenlicht. Der Medienentzug hat nicht geklappt, er ist offenbar immer noch auf Droge. Das Buch wird wenigstens  zeigen, ob er inzwischen zu schonungsloser Offenheit sich selbst gegenüber und zur Demut bereit ist. Und ob er aus seinem Sturz etwas gelernt hat.  Ohne diese Einsicht gibt’s ohnehin kein Comeback.

Und wenn schon über seiner Comeback spekuliert wird, wohin soll es ihn denn führen? Maximal 2013 auf die hinteren bis mittleren Abgeordnetenbänke des Bundestages oder bayerischen Landtages, wenn ihn sein Wahlkreis Kulmbach nominiert. In beiden Fällen möglicherweise sogar auf die Oppositionsbänke. Mehr ist nicht drin. Weder ruft Angela Merkel nach ihm noch Horst Seehofer, der nur noch pflichtschuldig zur Loyalität bereit ist.

In Bayern sind die Pfründe längst verteilt: mit dem neuen Finanzminister Markus Söder hat sich ein ehrgeiziger Mann in der Nachfolgespur von Horst Seehofer festgekrallt.

Wenn zu Guttenberg klug gewesen wäre, hätte er gewartet, bis die Wunde des Skandals vernarbt ist. Jetzt reißt er sie mit seiner Ungeduld wieder auf. Wer ihm dazu geraten hat, hat ihm keinen Gefallen getan. Es kann auch die Inszenierung eines gescheiterten Comebacks werden.

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61 Kommentare

1) Georg, Mittwoch, 23. November 2011, 18:14 Uhr

Oder er macht einfach seine eigene Partei auf: http://frank.geekheim.de/?p=1966 Was halten Sie eigentlich von diesen Gerüchten?

2) nona, Mittwoch, 23. November 2011, 18:16 Uhr

Völlig korrekt erkannt. Und ja, natürlich ist das eindeutig inszeniert bzw. gezielt lanciert, beginnend mit dem inhaltlich eigentlich komplett irrelevanten “Auftritt” irgendwo in Kanada, der hierzulande von Medienteilen fälschlich als “…ist wieder da und liest Europapolitikern die Leviten” abgefeiert wird, so als hätte er da irgendwas zu sagen gehabt oder besässe in der Sache Kompetenz oder Autorität. Das ist alles schon sehr arg forciert.

3) sk8erBLN, Mittwoch, 23. November 2011, 18:39 Uhr

Das asst hier besser als beim anderen Thema:

surprise surprise in Ergänzung zu Beitrag 40 beim Thema “Nützliche Idioten beim Verfassungsschutz?”
.

Das Verfahren gegen den Betrüger von und zu Googleberg wurde gegen Zahlung eines Kleinstbetrages von 20.000 EUR aus seiner Portokasse natürlich eingestellt von der Staatsanwaltschaft Hof. Einstellung nach http://dejure.org/gesetze/StPO/153a.html Begründung: für die Geschädigten sei ja kein großer wirtschaftlicher Schaden eingetreten.
http://www.justiz.bayern.de/sta/sta/ho/presse/archiv/2011/03268/index.php
Die weisungsgebundene Staatsanwaltschaft lebe hoch, sie lebe hoch, sie lebe hoch!

20.000 Euro? Das entspricht wie vielen Tagessätzen bei einem Multimillionär wie Gutti? Darüber schweigen sich alle diskret aus.

es bleibt noch zu ergänzen:
Eine Einstellung nach 153a sollte im konkreten Fall erst dann erfolgen, wenn der Sachverhalt geklärt ist. Auf der einen Seite liegt ja das sehr deutliche Gutachten der Universitätskomission vor, das eindeutig von einer vorsätzlichen Tat ausgeht, auf der anderen Seite existieren recht seltsame Erklärungen des Herrn zu Guttenberg zu seiner “Absichtlosigkeit”. Hier einfach den 153a-Deckel drüberzustülpen, ohne dass sich Herr zu Guttenberg vorher noch einmal klar dazu bekennt, die Urheberrechtsverletzung wenigstens leichtfertig in Kauf genommen zu haben, wäre aus meiner Sicht nicht gut für den deutschen Wissenschaftsbetrieb. Sicherlich kann die Staatsanwaltschaft Hof nicht alles wieder gut machen, was Herr zu Guttenberg und seine SekundantInnen Merkel & Co. an Wissenschaftskultur zerschlagen haben, mit einer sang- und klanglosen Einstellung nach 153a, bliebe aber ein allzu fahler Beigeschmack, der tatsächlich an die Einstellung der Verfahren gegen Kohl Esser, Ackermann oder Leisler-Kiep erinnert. Mit Jan Ulrich und Stefan Effenberg, die auch in den 153a-Genuss gekommen sind, befände sich Herr Guttenberg dann aber auch in “guter Gesellschaft”.
http://blog.beck.de/2011/11/02/zu-guttenberg-einstellung-des-verfahrens-gemaess-153a-stpo#comment-35463

Dann kann ja Di Lorenzo weiter den Journalismus unterwandern und dem Ex-Gelköpfchen bei seinem Comeback assistieren.
siehe dazu
http://www.wiesaussieht.de/2011/11/23/di-lorenzo-unterwandert-den-journalismus/

Ach ja, bei ganzen 23 strafrechtlich relevanten abgeschriebenen Passagen wären doch 23.000 EUR das allermindeste gewesen hochverehrte StA Hof. Einen Tausi pro geklautem Text, das schultert so ein Millionär doch mit links! Die Krebskranken Kinder hätten ihm das mehr an Spielzeug ganz sicherlich gedankt. Und-wer weiß- das ein oder andere Überlebende hätte ihn vielleicht sogar mal gewählt irgendwann. Vielleicht.

4) sk8erBLN, Mittwoch, 23. November 2011, 18:58 Uhr

Ergänzend noch zu “Wenn zu Guttenberg klug gewesen wäre, hätte er gewartet, bis die Wunde des Skandals vernarbt ist.”

Guttenberg WAR nie klug, IST nicht klug und wird es auch NIE werden! Wäre er es, hätte er nie nötig gehabt ein Plagiat abzuliefern und er hätte auch ein besseres 1. Staatsxamen hingelegt. Der IST und BLEIBT ein Blender durch und durch, vergl. auch sein “frisierter Lebenslauf, die vergeigte BW Reform und hinzu kommt -so vermute ich- auch noch eine massive Beratungsresistenz.

Soll er mal sein Comeback versuchen der kleine Blender, ich freu mich drauf. Und auf eine Lusche mehr in der Politik kommt es wahrlich nicht weiter an.

5) Venjan, Mittwoch, 23. November 2011, 19:01 Uhr

Guttenbergs Vermögen wurde, wenn ich mich recht erinnere, mit 400 Millionen Euro beziffert. Die 20.000 Euro für die Deutsche Kinderkrebshilfe kosten ihn also ein Zwanzigtausendstel seines Vermögens. Könnte ich mich mit diesem Anteil meines Vermögens auch einer eventuellen Strafverfolgung entziehen? Auch wenn der Tatbestand erfüllt ist?

Diese Möglichkeit ist ein Skandal: Nicht nur weil die groß angelegte und systematischen Urheberrechtsverletzung ungesühnt bleibt und Guttenberg sich sogar noch als Wohltäter hinstellen kann, sondern auch weil der Staat seinen Strafanspruch völlig unter Wert verschachert: Guttenberg hätte auch das zehn- oder hundertfache gezahlt um einen peinlichen Prozess zu vermeiden. Warum also sollen nicht wenigstens noch krebskranken Kinder von diesem Trauerspiel profitieren?

6) Bastian (kamikaze) Himberger, Mittwoch, 23. November 2011, 19:05 Uhr

Wie ich diese Kommentare der Speichellecker hasse: Vielen Dank, Blogger. Schön geschrieben, Meister. Endlich sagt es mal einer, Ausnahmeautor.
Heute gehöre ich auch dazu, Herr Spreng. Ja, so ist es.

7) noName, Mittwoch, 23. November 2011, 19:23 Uhr

Rein ökonomisch betrachtet: Der Mann will mit di L. das Buch verkaufen. Sarrazin hat gezeigt wie’s geht. ;-(

8) Dieter Carstensen, Mittwoch, 23. November 2011, 19:52 Uhr

Wen interessiert der gescheiterte Baron eigentlich noch, ausser vielleicht seine CSU Spezerln?

Fakt ist, Guttenberg hatte seinen Doktortitel zu Unrecht erhalten, er hat die Öffentlichkeit genarrt und betrogen.

Der Mann ist aus meiner Sicht das, was man einen selbstüberheblichen Blender, Selbstdarsteller und Aufschneider nennt, darüber können auch die allzeit perfekt gestylten Haare nicht hinwegtäuschen.

Was viele scheinbar leicht übersehen:

Seine “Bundeswehrreform” war eine einzige Katastrophe!

Zu teuer, zu unüberlegt, kurz, einfach unausgereift.

Das sagen selbst zig Leute aus dem Regierungslager, Guttenbergs Nachfolger als Verteidigungsminister ist nur noch mit der Schadensbegrenzung der von Guttenberg angeleierten “Reform” beschäftigt.

Es gibt nichts, was ich erkennen könnte, wo Guttenberg gemäss seines Amtseides als Minister gehandelt hat, nämlich “zum Wohle des Volkes” zu arbeiten und “Schaden von ihm abzuwenden”.

Der Mann soll bleiben, wo er ist, wir brauchen ihn nicht mehr!

9) Nobbi, Mittwoch, 23. November 2011, 20:22 Uhr

Meine Bedingungen für sein ComeBack:
- Verzicht auf die Promotion. Den teuren Ghostwriter kann er sich sparen.
- 10 Jahre bezahlte Vollzeittätigkeit in einer gemeinnützigen Organisation mit nachweisbaren Ergebnisse, z.B. hunderttausend Hektar Regenwald gerettet, japanische Walfangflotte verschrottet oder zehntausend afrikanische Kindersoldaten zum Abitur gebracht. Eine RTL-Dokumention darüber ist nicht erforderlich.

Dann sage ich, der Mann darf sich hier wieder blicken lassen. Vielleicht würde ich ihn sogar wählen.

Was aber gar nicht geht:
- Interviewbücher herausgeben, weil man selbst die Schreibblockade hat,
- Vorträge bei dubiosen amerikanischen Propaganda-Tanks halten, von denen man bisher schon protegiert wurde,
- sich von SpOn, Focus, Welt, Zeit und Bild huldigen lassen,
- 2 Jahre Sabbatical in einer 3 Mio. Villa.

10) Ste, Mittwoch, 23. November 2011, 20:45 Uhr

Für Psychologen ist gerade mal sein Orts- und Frisurwechsel interessant, bloß erstmal weit weg und vom stolzen Nasshaar zur unschuldigen Jungenfrisur (Wiedergeburt?), das sagt doch was.

11) Dieter Carstensen, Mittwoch, 23. November 2011, 20:50 Uhr

Heute fand ich ein, wie ich finde, sehr lustiges Zitat aus der NDR III Satiresendung “extra 3″ zum Thema:

extra3: “Karl-Theodor zu Guttenberg. Der seriöseste deutsche Adlige nach Jürgen von der Lippe und Hella von Sinnen.” (C. Ehring)

12) Peer Sylvester, Mittwoch, 23. November 2011, 20:59 Uhr

Also, von wegen Keiner will ihn: Seehofer hat (laut Tagesschau.de) schon gesagt, er hoffe, dass Guttenberg in die Politik zurückkehrt…

Mir aber scheint, der Wind hat sich gedreht und man sieht ihn jetzt doch eher kritisch (zumal er auf zeit.de ja wenig reumütig erscheint – nein, er hat nicht bewusst getrogen, war halt ein bisschen schlampig…)

13) sk8erBLN, Mittwoch, 23. November 2011, 21:00 Uhr

Die Tagesschau will von uns wissen ob von und zu G. in die Politik zurückkehren sollte….

*Ähmmm naja mal abstimmen geh* :)

http://www.tagesschau.de/inland/guttenbergrueckkehr100.html

14) mambo, Mittwoch, 23. November 2011, 21:11 Uhr

ktg kann eigentlich gar nichts außer inhaltsloser medialer selbstinszenierung,
und dies auch nur wegen des ererbten vermögens.

halbjurist ,mäßiges examen,2.staatsexamen gar nicht erst in angriff genommen.
politische leistungen :zero !

auch” seine soldaten” in afganistan hat er nur zur egoshow missbraucht ;
er hätte sich doch jetzt freiwillig als unteroffzier nach afganistan melden können,
aber da wären ihm die kugeln vielleicht um die eigene nase geflogen,
nein ,das ist nichts für den herrn baron .

Gott bewahre uns vor diesem scharlatan !

15) Riesenmaus, Mittwoch, 23. November 2011, 21:17 Uhr

Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg, so der vollständige Name des aus Oberfranken stammenden Adligen, welchem zuerst von der oberfränkischen Universität Bayreuth der Doktortitel mit der maximalen Würdigung summa cum laude verliehen wurde und hinterher, als das mit „dem Abschreiben“ publik wurde, in der Manier ist uns ein peinlicher Fehler unterlaufen, abgenommen wurde.

So viel Oberfranken mit einem alten Gutsherren auf seinem „Märchenschloss“, ach wie schön könnte das doch sein, wenn diese Geschichte wie im Märchen ein Ende fände. Doch dann kam da eine „böse Fee“ in Form irgendwelcher Internetaktivisten herbei und fanden heraus, dass alles in dieser Doktorarbeit, damals von der Universität der Wagnerstadt Bayreuth verliehen, abgeschrieben war. Mag ja Wagner etwas Mystisches haben, mit der Mystik von Herrn von und zu G. war es plötzlich aus.

Doch es gibt auch Märchen, welche nach einer hundertjährigen Ruhephase für die Betroffenen gut ausgehen. Irgendwie, so denke ich, hat sich da ein Freiherr gedacht, warum sollten Hundert Jahre nicht nur 11 Monate dauern. Irgendwann waren ja auch einmal 1000 Jahre nur 12 Jahre lang.

Also wird so langsam das „Come Back“ des Freiherrn angekündigt. Nicht Hoch zu Ross , aber ein hoch erfreuliches Ereignis für die Magazine, welche gerne bei Arztbesuchen gelesen werden. Und die deutsche bourgeoise Seele allesamt hofft, dass es dann anders endet und sich nicht wieder aus ihrem oberfränkischen Märchentraum erwachen müssen. Jeder hat schließlich das Recht darauf, sich vera….. zu lassen! Nur Schade, wenn Andere darunter leiden müssen.

16) nurmalso, Mittwoch, 23. November 2011, 22:05 Uhr

ich finde den zeitpunkt (aus seiner sicht) genau richtig gewählt. spätestens 2013, wenn die unglückliche ehe “schwarz-gelb” sang- und klanglos geschieden wird, hat er dann die chance, in der großen koalition wieder ein ministeramt zu bekleiden. an mutti merkel wird er zwar noch nicht vorbeikommen (dafür ist er in der falschen partei, sonst hätte ein putsch schon längst funktioniert), aber so eine blasse fdp type wird er ja wohl verdrängen können.

dass es in bayern mit söder für ihn so schlecht laufen soll, mag ich nicht glauben. den söder hat es doch auch nur aufgrund guttenbergs abwesenheit und dem ausscheiden seines vorgängers so hochkatapultiert. aktiv hat er da gar nichts beigetragen.und horst wartet auch nur noch auf seine ablösung …

aber so ist das mit dem deutschen volke, sie können und wollen vor allem nicht von ihrem politliebling loslassen.

17) FF, Mittwoch, 23. November 2011, 23:41 Uhr

Neues Land, neuer Look, neue Lügen. Die klassische Comeback-Strategie des aufgeflogenen Hochstaplers. Felix Krull Zweipunktnull.

Daß er nach den paar Monaten wieder aufkreuzt, zeigt doch nur, daß ihm absolut nichts eingefallen ist, wie er sich sonst nützlich machen könnte.

Peinlich: die Mainstream-Medien, voran Giovanni di Schmalzoreno, der auch vor allem eines hat: die Haare schön. Säuselnde Hofberichterstattung unterste Schublade vom Kerner für Akademiker.

Zum Glück ist das alles wieder Mal: too much. Zu früh, zu viel, zu dreist, zu plump, zu offensichtlich. Wäre der verzogene Knilch clever, hätte er zwei Jahre geschwiegen und sich irgendwo wirklich nützlich gemacht. Den Büßer gegeben.

Dann: ein großes Buch mit “echtem Anliegen”, in dem sein Plagiat und er höchstens noch Nebenthema sind. Und eventuell noch eine neue Diss. aus dem Zylinder gezogen! So hätte es vielleicht funktioniert…

Diesem teutschen Rittmeister ist wirklich nicht mehr zu helfen.

18) theo, Mittwoch, 23. November 2011, 23:43 Uhr

Ich finde es zumindest bedenklich, wie hier di Lorenzo als Steigbügelhalter assistiert. Damit schadet er seinem Ruf.

19) JohannesL, Donnerstag, 24. November 2011, 00:05 Uhr

http://www.sekundemal.de

Ein Auftritt und ein Buch sind noch kein Comeback. Ganz so schnell wird er seine Zelte in den Staaten wohl nicht abbrechen, schließlich ist ers samt Familie dort.
Ganz davon abgesehen spricht meiner Ansicht nach nicht allzu viel gegen ein Comeback. Die verpfuschte Arbeit hat ihn seine Doktortitel uns seine Ämter gekostet. Eine zweite Chance hat er alle Mal verdient. Jetzt liegen die Karten doch auf dem Tisch und jeder (Wähler) kann sich eine gut informierte Meinung bilden.

20) Baden-Baden, Donnerstag, 24. November 2011, 00:26 Uhr

Sicher agiert er nicht als Einzelperson – offensichtllich hat er massive Unterstützung durch mächtige Verbündete mit wirtschaftlichen Interessen (BILD, Wirtschaftslobby, FAZ, …)

Ich frage mich, ob er nicht als Gallionsfigur der geplanten neuen konservativen Partei aufgebaut wird. Ideal geeignet: wäre er dafür
• keine Ideale
• eloquent
• windige Persönlichkeit
• Charismatiker

Haben sie in Gutti einen gefunden, dem seine Geltungssucht und sein krankhafter Ehrgeiz über alles geht?
Suchen sie eine charismatische Person wie Berlusconi – glatt, gewissenlos, ohne Prinzipien, den kann man leicht steuern kann

Wirre Zeiten bringen wirre Politiker-Persönlichkeiten hervor
Wird Gutti zum zweiten Lafontaine?

21) kasulja, Donnerstag, 24. November 2011, 07:33 Uhr

Guttenberg wird nicht schonungslos offen sein zu sich selbst und er wird keine Demut zeigen. Ein Comeback gibt es für ihn trotzdem.
Die Opposition ist gut beraten, endlich seine Politik wirkungsvoll zu zerlegen.

22) Frankilein66, Donnerstag, 24. November 2011, 08:10 Uhr

Die nützlichsten Idioten sind doch immer noch die Journalisten, um auf einen früheren Beitrag von Herrn Spreng Bezug zu nehmen.
Kaum hält man ihnen einen noch so abgenagten Knochen hin, schnappen sie wie wie Pawlowsche Hunde danach!

Zu Guttenberg weiß das natürlich und nutzt diesen Reflex gekonnt aus! Statt seinen belanglosen Auftritt in Halifax zu ignorieren, wird in völlig übertriebener Weise darüber berichtet. Giovanni di Lorenzo entblödet sich nicht, ein “Interviewbuch” mit ihm herauszugeben, welche Papierverschwendung!

Die ganze Journalistenschar ist zu Guttenberg auf den Leim gekrochen, leider auch Herr Spreng mit seinem Beitrag und leider auch ich mit meinem Kommentar.

Ignorieren ist die einzig angemessene Strafe für sein Verhalten und würde einen eitlen Menschen wie ihn auch am meisten treffen!

23) Olaf, Donnerstag, 24. November 2011, 08:23 Uhr

Wirklich bedenklich ist, wie große deutsche Zeitungen jetzt die immer währende Kampagne von BUNTE und GALA unterstützen und dem früheren Idol des Volkes die Rückkehr vorbereiten.
Als einziges Bollwerk zwischen dem anständigen Teil der Bevölkerung und dem zwielichtigen Herren sehe ich dann zynischerweise nur die CDU-Fraktion, die sich hoffentlich nicht mehr von ihm düpieren lassen will.

24) Günter Springer, Donnerstag, 24. November 2011, 08:52 Uhr

Es lebe der deutsche Rechtsstaat, erlebehoch,hoch,hoch!

25) Blub, Donnerstag, 24. November 2011, 10:22 Uhr

Warum sollte der Mann denn Politiker werden? Er hat doch keine Vision was aus D. werden soll. Sollen wir uns ihn als Vorbild nehmen? Sollen wir unser Leben auf Lügen und Betrügen aufbauen? “Politiker” ist doch kein Beruf wie Maurer, ein Politiker ist ein Repräsentant des Volkes. Sollen wir uns von einem Betrüger repräsentieren lassen? Wie die Italiäner? Es ist mir vollkommen egal welche Taktik er hat um “zurück zu kommen”. Oder welche “Strategie” er dabei verfolgt. Der einzige richtige Weg ist Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit. Und kein plazieren von Meldungen zum richtigen Zeitpunkt mit den richtigen Worten. Die ganze Herangehensweise ist so verachtenswürdig, egal was Herr Spreng zur “Strategie” sagt. Es braucht keine Strategie. Es braucht keine Planung. Wenn jemand wahrhaftig an einem Ziel arbeitet, aus Deutschland oder was auch immer einen besseren Ort zu machen, wenn dieses Ziel wahrhaftig und Ehrlich verfolgt wird. DANN hat er meine Unterstützung verdient. Aber nicht dieses unsägliche taktieren.
Jeder hat eine zweite Chance verdient. Aber die kommt nicht von alleine, die muss er sich erarbeiten. Das tut er nicht so wie er sich verhält. Darum soll er in der Versenkung bleiben und das Geld in seinem Geldspeicher zählen. Mir egal, hauptsache er repräsentiert mich nicht.

26) karel, Donnerstag, 24. November 2011, 12:56 Uhr

Die Politik ist voller charismatischer Sprücheklopfer.
Fr. Merkel jedenfall gehört nicht zu den Charismatikern.
Deshalb braucht sie Verstärkung……. ;-) )

27) Hook, Donnerstag, 24. November 2011, 12:56 Uhr

Wir sollten ihm 2012 den Bambi verleihen – für eine gelungene Re-Integration in die deutsche Politik.
Er passt prima zu Bushido.

Würg.

28) Andronico, Donnerstag, 24. November 2011, 14:27 Uhr

Was hat sich geändert seit seinem überfälligem Abgang? Noch immer bestreiter Guttenberg, absichtlich plagiiert zu haben. Das ist lächlich. Entweder, er ist so unfählig, dass er es nicht merkt, wenn er mehr fremde als eigenen Texte als Doktorarbeit abgibt. Dann ist er als Politiker sicher ungeeignet. Oder wer will, dass jemand, der schon mal die Übersicht so komplett verliert, in wirklichen wichtigen Fragen Entscheidungen trifft.

Oder er ist ein dreister Lügner (noch immer). Dann ist er nicht nur skrupellos, sondern hält offenbar die anderen Menschen für so dumm, dass sie ihm seine Räuberpistole abkaufen.

29) Olaf II, Donnerstag, 24. November 2011, 14:29 Uhr

Ist denn hier niemand bereit, dieses “politische Talent”, für das ihn manche Verführte eifrig hielten, zu ermuntern, wieder in Berlin anzugreifen und die Ruinen, die er hinterließ, in aktiver Resozialisierung zu restaurieren?
Aber schrecklich ist die Erfahrung, dass Springer uns jederzeit mühelos die Fassade eines Erlösers aufbauen kann, quasi das Führerprinzip reinstituiert. Wenn eiin Staat zwölf Jahre später ruiniert ist, war er halt selbst schuld, hat den Erlöser ja gewählt. Es geht mir hier nicht um den allwöchentlichen Nazivergleich, sondern um die Verführbarkeit von Massen, aber auch von “Eliten”, siehe Spenden an die Univers. Bayreuth – summa cum laude.

30) Marion, Donnerstag, 24. November 2011, 15:24 Uhr

Wenn er unbedingt wieder ins Rampenlicht will, soll er “Wetten dass” übernehmen, die suchen noch einen wie ihn.

31) Thorsti, Donnerstag, 24. November 2011, 15:59 Uhr

Das Urteil gegen Guttenberg ist sicherlich ein Hammer. Wie kann man das Strafmaß an der Höhe des wirtschaftlichen Schadens messen, den Guttenberg anderen zugefügt hat? Der wirtschafliche Schaden für andere wird im Fall einer wissenschaftlichen Dissertation immer gering sein.

Das Strafmaß hätte viel mehr daran gemessen werden müssen, in welchem Maße Herr Guttenberg widerrechtlich von seinem Doktortitel profitiert hat. Und da wären sicherlich einige Ministergehälter und andere Einnahmen aus seiner Amtszeit als Grundlage heran zu ziehen.

32) Hannes22, Donnerstag, 24. November 2011, 16:37 Uhr

Wetten dass…

wäre vielleicht eine Alternative, oder kann er das etwa auch nicht?

33) Bastian (kamikaze) Himberger, Donnerstag, 24. November 2011, 17:06 Uhr

Das Strafmaß bewegt sich im üblichen Rahmen. Profitiert hat er von seinem Doktortitel wenig. Politiker brauchen keine bestimmte Ausbildung. Politiker ist, wer beschließt, Politiker zu werden. Wird er gewählt, ist er ein gewählter Politiker.
Ich würde es begrüßen, wenn Guttenberg beschlösse, in den nächsten Jahren nicht als Politiker aufzutreten.

34) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 24. November 2011, 17:12 Uhr

Herr von und zu Guttenberg sollte sich überlegen, ob er sich mit seiner Rückkehr in die Politik außer sich selbst, sondern auch, was viel wichtiger wäre, den Menschen im Land einen Gefallen tut. Der Missbrauch Droge “Macht” scheint in der Politik die Regel, der Entzug nur mit mäßigem Erfolg gekrönt. Aber genau das ist das Leiden, deren Folgen wir noch in erheblichem Umfang zu spüren bekommen werden – im Zusammenhang der aktuellen Krise z.B.. Fest steht aber: Die Menschen haben von machtgierigen, narzistischen Erscheinungen, wie beispielsweise von Leuten wie Guttenberg, die Schnauze gestrichen voll. Wir wollen weder von geldgierigen Bankern, noch von machtgierigen Politikern, noch von Selbst- und Machtverliebten regiert werden. Die Synthese daraus ist das, was wir gerade erleben: Postdemokratie. Wer nun sagt, es stecke ja immerhin noch das Wort “Demokratie” in dieser Zusammensetzung, dem fehlt das Gespür, welche Sprengkraft in dem Wort steckt.

35) Benjamin, Donnerstag, 24. November 2011, 18:53 Uhr

Springers Pressemaschinerie ist ja auch bereits angesprungen, um Operation “Comeback” zu flankieren. Zum Glück gibt es auch die berechtigten kritischen Stimmen, zumal der Zeitplan Guttenbergs kaum Zufall ist.

Ganz objektiv hat Guttenberg nichts politisch erreicht: Als Wirtschaftsminister gab es heiße Luft, als Verteidigungsminister eine unausgegorene Reform, die erst sein Nachfolger korrekt abwickelt. Wer braucht da einen Blender, ob gegelt oder nicht? Aber vielleicht wird in der CSU doch noch mal der Ruf erschallen, man hat ja sonst nicht mehr sehr viel….

Lesenswert:

http://www.sueddeutsche.de/politik/guttenberg-und-sein-interview-buch-comeback-eines-blenders-1.1217375

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/guttenbergs-masterplan/5881926.html

36) Doktor Hong, Donnerstag, 24. November 2011, 19:04 Uhr

Besonders bibelfest scheinen die christlich-demokratischen oder christlich-sozialen ja nicht zu sein.

“An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.”

Oder aber sie glauben, es handele sich um frühe biblische Ausführungen zur Dendrologie, während ihnen der übertragene Sinn entgeht: “Wer Ohren hat, der höre!”

Na sowas, eine Anleitung zum metaphorischen Verständnis metaphorisch ausgedrückt.

Wie dem auch sei.

Ich persönlich kann nicht verstehen, dass jemand, der eine Vermögensverwaltungstätigkeit im 2-Mann-Unternehmen zur “wirtschaftlichen Verantwortung im mittelständischen Familienunternehmen” aufbläht und daraus eine besondere Befähigung zum Amt des Bundeswirtschaftsministers ableitet, nicht entsprechend beurteilt wird.

Als Kind habe ich mal Zeitungen ausgetragen, vielleicht sollte ich das in meinen Lebenslauf als “Weitgehende Erfahrungen im Umgang mit Printmedien” auflisten. Ich musste halt ziemlich weit gehen. um alle Zeitungen auszutragen…

37) sk8erBLN, Donnerstag, 24. November 2011, 19:53 Uhr

@ all

Lt. Berliner Tagesspiegel liebäugelt der geschwätzige Plagiator möglicherweise mit einer eigenen Partei. Das könnte die einzige Lösung werden um politisch wieder aktiv zu werden. Die CSU hält sich nämlich auffällig bedeckt zu Guttis Geschwätz. Unterkühlt schreibt der TS….

„Ob das mit einer politischen Position verbunden sein wird, muss die Zeit zeigen.“ Im Moment sei die Frage für ihn „gänzlich offen“.“ Offen ließ Guttenberg, der vor kurzem in die USA übergesiedelt war, die Frage, ob er sich für eine neue Partei engagieren könnte.

„Ich bin zurzeit Mitglied einer Partei, die einen langen Weg zu gehen hat, um von der Abwärtsbewegung der sogenannten Volksparteien nicht ergriffen zu werden“, sagte der frühere Minister. Der Nachfrage, was das Wort „zurzeit“ bedeuten solle, wich er aus: „Ich möchte es dabei bewenden lassen. Nicht jede Betonung muss bereits eine Drohung sein.

Die bestehenden Parteien bedienten die Mitte in den Augen eines erheblichen Teils der Bevölkerung „nur noch mit Phrasen und den immer gleichen Scharmützeln“.

Entscheidend für den Erfolg einer neuen Partei sei eine Programmatik wie ein klares Bekenntnis zu Israel, die gewisse Randgruppen und Querulanten abschrecke, sowie dazu passende Köpfe. Den Menschen mangle es in der Politik generell an Köpfen, „die bereit sind, für Inhalte zu streiten und nicht die Segel streichen, wenn der Wind mal sehr eisig bläst“.“
http://www.tagesspiegel.de/politik/guttenberg-spricht-ueber-rueckkehr-und-eine-neue-partei/5880476.html

38) sk8erBLN, Donnerstag, 24. November 2011, 20:03 Uhr

und noch ein hübscher Artikel zu der Gestalt. Bei der FAZ gibt es die große Klatsche für Gutti

Er war’s gar nicht
24.11.2011 · Der Baron ist wieder da: Karl-Theodor zu Guttenberg will von Betrug und Vorsatz immer noch nichts wissen – wenn sich jeder so herausreden wollte, müsste man das Strafrecht ändern.

Ist der Baron zu Guttenberg ein Fall für die politische Wissenschaft, für die Psychologie der Angeberei, für die Medientheorie des journalistischen Steigbügelhaltertums oder für die Kulturgeschichte des Hochstaplers?

Das Zeitungsgespräch, mit dem er sich jetzt wieder hat ins Spiel bringen lassen, legt anderes nahe: Guttenberg ist nach wie vor ein Fall für die Jurisprudenz. Denn unter Ausstoßen von Zurechtweisungen an einen Staatsrechtler, der ihn einen Betrüger nennt, entwickelt Guttenberg eine interessante neue Rechtsfigur. Man könnte sie den „Bewusstlosigkeitsnachweis durch Unwahrscheinlichkeit der Tat“ nennen. Im Kern lautet das Argument: Wer eine Tat idiotisch begeht, kann, sofern es sich nicht um einen Idioten handelt, sie gar nicht begangen haben.

Guttenberg hat also gar nicht plagiiert – denn so dumm hätte er sich doch nicht angestellt, wenn er plagiiert hätte! Wer die erste Seite seiner eigenen Dissertation aus der Zeitung abschreibt – und danach dann noch 10.400 weitere Zeilen aus 135 Quellen -, kann es, anders als die Juristen der Universität Bayreuth feststellen, gar nicht absichtlich getan haben, denn wenn er hätte täuschen wollen, dann, so Guttenberg, „hätte er anders getäuscht“.

Der Tatbestand des Fürdummverkaufens
Das Strafrecht muss jetzt neu geordnet werden, Abertausende von Fällen sind zugunsten der Täter wieder aufzurollen, der Begriff des Vorsatzes ist enger zu fassen. Kann dem Hütchenspieler denn Vorsatz unterstellt werden, wo doch jedes Kind sieht, dass es ein Schwindel ist? Auch im Zivilrecht sind revolutionäre Wirkungen zu erwarten. Denn wer Verträge abschließt, die er nicht versteht oder die zu seinem Nachteil sind – über Schrottimmobilien, Lehman-Papiere, griechische Anleihen -, kann sie gar nicht bewusst abgeschlossen haben, denn das täte man ja niemals absichtlich.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/fall-guttenberg-er-war-s-gar-nicht-11539802.html

Ich frage mich ja immer noch was diesen Zeitchefredakteur Di Lorenzo eigentlich reitet. Aber vielleicht ist ja der Stellenmarkt der Zeit demnächst um einiges schlanker weil die ganzen Unis die bislang dort ihre Professorenstellen bevorzugt suchten abgewandert sind. Spätestens dann werden die Herausgeber den Di Lorenzo wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen.

39) Naseweis, Donnerstag, 24. November 2011, 21:17 Uhr

Mir kommt da gerade ein schrecklicher Gedanke: wird dieser HErr bald mit seinem Buch durch sämtliche Talkshows der Republik tingeln wie weiland ein gewisser Herr S.? Die Chuzpe, diesen HErrn einzuladen, traue ich einigen Programmverantwortlichen durchaus zu.

40) sk8erBLN, Donnerstag, 24. November 2011, 21:35 Uhr

Eben stellte ich noch die Frage “Ich frage mich ja immer noch was diesen Zeitchefredakteur Di Lorenzo eigentlich reitet.”

Jetzt kenne ich die Lösung. Es handelt sich um einen klugen Akt der Selbstverteidigung, nicht für den unsäglichen Plagiator von und zu Googleberg, nein, er verteidigt damit indirekt seinen “Kollegen” Joffe wie ich dem “The European” ntnehmen musste ein ähnlich unerfolgreicher -da erwischter Plagiator:

So nicht, Herr Joffe!
Josef Joffe veröffentlicht einen Artikel im Handelsblatt, der Passagen aus einem Beitrag der New York Times zu übernehmen scheint. Ein offener Brief voller Bedenken.

http://www.theeuropean.de/martin-eiermann/8738-plagiat-im-handelsblatt

Das Ding scheint leicht außer Kontrolle zu geraten bei der ZEIT an die 450 Kommentare, die allerwenigsten davon nett.
Vor allem aber findet sich zu Hauf (ich zitiere mal den geschätzten S.Ewald von wiesaussiet.de):

“Ich sehe Die Zeit Redaktion ist schwer beschäftigt mit ihren Guttenberg Leser Kommentaren. Ich kopiere mal ein paar damit ich die in Zukunft auf wiesaussieht.de auch verwenden kann.

Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion leisten möchten. Danke, die Redaktion/mo.

Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf hetzerische Aussagen. Danke, die Redaktion/mk

Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich und konstruktiv. Danke, die Redaktion/mk

Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen. Danke, die Redaktion/mk

Gekürzt. Bitte bemühen Sie sich um konstruktive Diskussionsbeiträge und bitte beachten Sie unsere Netiquette. Danke, die Redaktion/jz

Entfernt. Bitte senden Sie Ihre Anmerkungen an community@zeit.de Danke, die Redaktion/mk

Gekürzt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/jz”

:D :D :D Watch out whats next:

“…Jetzt ließ Guttenberg erstmals offen durchblicken, dass er sich von der CSU abwenden und neuen Zielen zuwenden will.

An seiner Seite werden mit Thilo Sarrazin, Hans-Olaf Henkel und Friedrich Merz weitere Sympathieträger mit höchster Wirtschaftskompetenz für frischen Wind in der Parteienlandschaft sorgen. Eine Forza-Umfrage ergab, dass eine solche Partei mit einer Zustimmung von mehr als 40% rechnen kann.”
http://feynsinn.org/?p=11305

41) kleinErna, Donnerstag, 24. November 2011, 23:10 Uhr

Er (KTzG) isses nicht wert, dass man sich überhaupt noch mit ihm befasst. Und wenn BILD, oder der mittlerweile ebenfalls unsäglich gewordene Giovanni di Lorenzo (ehemals noch ein glaubhafter Kopf und Organisator der Lichterkette in München, nunmehr ein Weichei in 3 nach Neun mit vielen Schwächen aber keinen Stärken mehr) glauben, ihm wieder die Steigbügel halten zu müssen, dann sollen sie doch mit ihm untergehen!
Ich möchte, mein lieber Sprengmeister, nicht mehr eleben, dass auch Sie ihm durch künftige Kommentare jedweder Art ebenfalls zu neuerlicher Popularität verhelfen. Das haben wir Alle nicht verdient und “gottseidank” äußert sich nun endlich auch die CSU-Führung entsprechend; auch sie fühlt sich nach langer Fütterung nun von KTzG in die Hand gebissen!

42) romeias47, Freitag, 25. November 2011, 00:59 Uhr

“…. Ob die bundesrepublikanische Öffentlichkeit auf den bayrischen Chef-Kopierer noch einmal hereinfällt? Ausgeschlossen ist es nicht. Der absurde Adels- und Akademiker-Fimmel blüht in Deutschland wie eh und je, das Verehrungsbedürfnis der Massen hat noch kein taugliches neues Objekt gefunden, und Teile der Medien, vor allem der vom Verlagshaus Springer kontrollierte, finden nach wie vor Gefallen am Lügenbaron, nicht nur aus politischen Gründen, sondern weil er als praktisch einziger Paradiesvogel im grauen deutschen Politikbetrieb eine angenehm auflagensteigernde Wirkung hat. ….”

Neue Zürcher Zeitung, 24.11.2011
http://www.nzz.ch/nachrichten/zuerich/guttenberg_vor_einem_comeback_1.13400555.html

43) gabriele, Freitag, 25. November 2011, 09:33 Uhr

ZITAT von 40) sk8erBLN, Donnerstag, 24. November 2011, 21:35 Uhr
Eben stellte ich noch die Frage “Ich frage mich ja immer noch was diesen Zeitchefredakteur Di Lorenzo eigentlich reitet.”

GENAU! Danke für Ihren ausführlichen und deutlichen Kommentar!

Ich hoffe so sehr, dass “die kritische Masse” mal konsequent ist –
und diese ZEIT und das BUCH -nicht – kauft. Und dass es viele sein mögen…
Joffe, Döpfner, Diekmann dienen jenen Familien..die das Sagen haben,
hier und in den Staaten. vgl Guttenberg-Dossier 1+2

Bestimmt hat der nächste SPIEGEL auch den Plagiator auf dem Titel.
War ja bei dem Steinbrück-Schmidt-Buch auch so.
Der verkaufsfördernde Gag war dort das “gedrehte” Schachbrett.
Bei Guttenberg sind es die “gedrehten” Haare.
har har….

44) Benjamin, Freitag, 25. November 2011, 14:25 Uhr

Das Kalkül Guttenbergs ist ja zu durchschauen. Doch das Buch wird sich blendend verkaufen (siehe Amazon Ranking – und es ist noch nicht einmal erschienen). Ebenso wird wieder über ihn diskutiert, wenngleich nicht sehr positiv; das Gute an der Sache ist, dass dies von der linksliberalen Presse bis zur konservativen FAZ eher kritisch betrachtet wird. Die neuesten Aussagen aus dem Interview schmecken nun auch der CSU nicht mehr so gut (außer in seinem Heimatort), zumal Söder und andere sich positioniert haben. Aber warten wir es mal ab, vielleicht verbrennt er sich auch sehr schnell die Finger mit seiner Comeback-Operation. Wer auf den Inhalt statt auf die Verpackung schaut merkt ohnehin schnell, wie wenig Substanz bei Guttenberg war. Da lobe ich mir wirklich jemanden wie Thomas de Maizière, der sachlich ist und fachlich sich gut einarbeitet (so bereits als Innenminister). Der Blenderfaktor wird dann höchstens noch von BILD etc. hochgehalten,

45) Michael, Freitag, 25. November 2011, 17:46 Uhr

„Rechts von der CSU darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben“
http://www.youtube.com/watch?v=YLlSP1FzyuA

Obwohl das Bundesverfassungsgericht urteilte, dass Sitzblockaden nicht den Tatbestand von Nötigung erfüllen, erhielten Gegner von Stuttgart 21 Strafbefehle. Es kam auch zu Prozessen, da Widerspruch gegen einen Strafbefehl eingelegt wurde. Jüngst wurde in Schleswig-Holstein der Spitzenkandidat der SPD mit einer Torte beworfen. Ob das Ermittlungverfahren gegen eine Spende an einen Obdachlosenverein eingestellt wird? Das öffentliche Interesse wurde im Fall Kohl auch geheilt. Der Einheitskanzler bekam für sein Ehrenwort (Verfassungsbruch) nicht nur Applaus von Vertretern der Elite, sondern auch Geld zur Begleichung des Schadens. Sind diese Spenden steuerlich absetzbar?

46) Peter Christian Nowak, Freitag, 25. November 2011, 19:15 Uhr

40) sk8erBLN,

^^An seiner Seite werden mit Thilo Sarrazin, Hans-Olaf Henkel und Friedrich Merz weitere Sympathieträger mit höchster Wirtschaftskompetenz für frischen Wind in der Parteienlandschaft sorgen.^^
und
^^Der Tatbestand des Fürdummverkaufens^^

Darum geht´s: Fürdummverkaufen. Nur Dumme lassen sich so etwas mit sich machen. Nur Dumme lassen sich für dumm verkaufen. Aber ich traue das Mitsichmachenlassen gerade aus bestimmten Reihen des Wohlfühlbürgertums durchaus zu. Wenn es solche Leute wie Sarrazin, der nicht gerade der Hellste ist, das geschaftt hat, Menschen in die Irre zu führen, warum dann nicht dieser Guttenberg. Die Mischung Sarrazin, Henkel und Merz…davon träumen doch viele Bürgerliche…dieser Mix entspricht doch ihrer Vorstellung vom frischen Wind. — Deutschland, wohin gehst Du?

47) sk8erBLN, Freitag, 25. November 2011, 19:38 Uhr

Meinungsbild:

Tagesschau.de:
Sollte zu Guttenberg in die Politik zurückkehren?
a, Guttenberg sollte jetzt in die deutsche Politik zurückkehren.5029 = 11.2%

Guttenberg sollte zurückkehren, aber erst später.4178 = 9.3%

Nein, Guttenberg sollte nicht in die Politik zurückkehren. 35457 = 78.7%
Stimmen gesamt 45046
http://www.tagesschau.de/inland/guttenbergrueckkehr100.html

Lt. BLÖD:
42 Prozent halten nichts von Guttenberg-Comeback

Berlin/München (dpa) – Eine knappe Mehrheit steht einem möglichen Comeback-Versuch von Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg nach einer neuen Umfrage ablehnend gegenüber.
42,2 Prozent fänden eine neuerliche Bundestags-Kandidatur nicht gut, wie die «Bild»-Zeitung (Samstag) meldet. Das Lager der Guttenberg-Anhänger ist aber auch nach dem Sturz über die Plagiats-Affäre noch groß: 40,3 Prozent seien für eine Kandidatur bei der Bundestagswahl 2013, ermittelte das Umfrage-Institut YouGov für die Zeitung. Gut 17 Prozent sagten, ihnen sei eine Kandidatur Guttenberg gleichgültig.
http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1240699

Damit polarisiert diese Gestalt immer noch so wie kurz vor seinem Sturz im Frühjahr. Damals:

46 Prozent halten Guttenberg nach wie vor für kanzlertauglich, ergab eine Umfrage des Instituts TNS Emnid für das Magazin „Focus“. 45 Prozent meinen, er eigne sich nicht mehr dafür.
http://www.fr-online.de/politik/meinungs-umfragen-guttenberg-verliert-rueckhalt,1472596,7413196.html

@ 43) gabriele, Freitag, 25. November 2011, 09:33 Uhr

Aber natürlich kommt der wieder….
das BILDungsbürgertum wird ja gerade wieder darauf eingenordet, wie man sieht.

Wir werden wohl oder übel noch was vom ex-Gelköpfchen hören, Menschen mit dieser Psyche und Charakter können nicht anders als sich immer wieder selbst zu inszenieren um im Rampenlicht zu stehen. Ob bei der CSU halte ich allerdings für fraglich.

48) Andronico, Freitag, 25. November 2011, 23:32 Uhr

“Die Krankheit aller Politiker ist der Minderwertigkeitskomplex”

Das scheint mir auch bei KTG der Fall zu sein. Es ist offenbar, dass sein selbstbewußtes Auftreten nur ein Rolle ist, eine Maske, von der er denkt, dass sie ein zu Guttenberg so tragen muss. Wenn man schon den Erwartungen eines Names gerecht werden zu müssen glaubt. Wenn der Vater was von Familienehre, die wiederhergestellt werden muss, faselt (was für ein Blödsinn). Welche Option bleibt da einem Mann, der, wie seine Noten in Schule und Studium belegen, offenbar gutes Mittelmaß ist (was ansich wunderbar ist – ich liebe das Mittelmaß, ich gehöre auch bestenfalls zum MIttelmaß – aber man muss es auch leben dürfen), der es aber nicht sein darf oder will, sondern gedrängt wird, was Besonderes sein zu müssen. Wie kann er da sich selber anerkennen, sich selber lieben. Freude an sich haben und sich genug sein, so wie er wirklich ist, ohne seine Maske, ohne Doktor, ohne Medien, die ihn anhimmeln, ohne “Amt und Würde”.

Nein, er muss ja ein Guttenberg sein, seinen “großen Ahnen” nachfolgen, Großes für das Land leisten etc. Adel verpflichtet! Also wird er wenigstens so tun, als ob. Die meisten werden es ihm schon abkaufen. Und solche Leute kann man wunderbar benutzen. So wie die Hintermänner der Neo-Cons in den USA George W. Bush benutzt haben als Verkäufer für ihre Sache.

Unsere Welt ist voll solcher Blender. Im Arbeitsleben werden viele die “Macher” mit ihren Powerpoints und dem leeren Managmentsprech schon erlebt haben. Und gesehen haben, dass die Tendenz groß ist, sich täuschen zu lassen (zumindest anfangs). Vor allem die “Entscheider”, die Manager, die “Business-Kasperln” (wie ein Kollege von mir sehr treffend sagt) lieben es, sich von solchen Typen täuschen zu lassen (weil sie viel zu oft selber so sind und nur durch Blendwerk in ihre Polition gekommen sind). Große Versprechen, ja Visionen, und am Ende geht man fast immer baden. Solche Typen gelten aber trotzdem als erfolgreich (ungeachtet ihrer wirklichen Bilanz), dabei sind die meisten nur leidlich gute Schauspieler, die eine Verkleidung tragen.

Wir brauchen keine KTGs in der Politik, wir brauchen Substanz. Nicht Leute, die sich selbst im MIttelpunkt sehen wollen, ihr Ego stärken, nach Anerkennung und Macht gieren, weil sie meinen, dass sie erst Doktor, Minister, ja Kanzler werden müssen, um es der Welt zu zeigen (=Minderwertigkeitskomplex), sondern Leute, denen es um die Sache geht, Die nicht gut aussehen wollen, sondern die beste Lösung für ein Problem finden wollen. DIe ihr Ego hinten anstellten können, weil die Egobrille immer nur einen eingeschränkten Blick erlaubt (man verfälscht ja alles durch die eigenen Interessen, die – oft auch unbewusst – über allem anderen stehen) und auch manipulierbar macht (man muss diese Leute nur Bauchpinseln, ihnen das Gefühl geben, dass sie wichtig sind, ihnen eine “herausgehobene Polition in Aussicht stellen”, und schon tun sie, was der “Gönner” oder “Lobbyist” von ihnen will).

Leider gibt es nicht viele Politiker, die frei genug sind (frei von Ego und Ehrgeiz). Das ist das Dilemma. Dass das System der Parteien solche Köpfe von vorn herein vergrault. Eine freier Abgeordneter – der wäre ja unberechenbar und würde am Ende noch seinem Gewissen folgen. Da funktioniert keine Fraktionszwang mehr. Und kein Lobbyismus.

49) Lacerda, Freitag, 25. November 2011, 23:57 Uhr

Die Brille, Das Haargel und das Lächeln sind weg. Die Eitelkeit und die Attraktivität der Macht sind geblieben.
Der ehem. Rebelle macht sich auf den langen Weg nach Halifax, um im tiefsten Bayern wieder Schlagzeilen zu machen. Das streichelt sein Politikerego. Für die Eiteln gibt es keine reele Zeit. Alles hängt von Äußerlichkeiten ab. Neue Stadt, neues Haus, neue Schule für die Mädchen und doch bleibt alles beim Alten…..er schrieb ein Buch…
Hatten wir das nicht schon mal….?

In diesem Sinne,

CSU-Vorstand und alle Mitglieder auf Weltreise schicken. Die haben Eingangssperre bis Endspiel WM 2014.

50) Lacerda, Samstag, 26. November 2011, 00:03 Uhr

Dem FF muß ich Recht geben.
Der Giovanni di Lorenzo ist ziemlich langweilig geworden.
Du meine Güte !
Deshalb tauchen Moderatorinnen wie die B. Schöneberger auf….
die muß ein wenig Leben in die Bude bringen..
Welche Art von Moderation ist eigentlichen schlimmer ?

51) horst scharnhorst, Samstag, 26. November 2011, 07:42 Uhr

Vielleicht übernimmt er die Rolle des Bundeskanzler-Präsidenten in einer Art “Truman-Show” de.wikipedia.org/wiki/Die_Truman_Show. In dieser fiktiven Welt im Internet füllt er dann die zentrale Rolle aus. Die anderen Besserwisser-Blender sind die Protagonisten einer virtuellen Regierung. Gemeinsam machen die in ihrer Internet-Show alles richtig. Sie steuern die Welt. Nach dem Währungscrash hat die Regierung eine einfache Lösung. Gutti als Fernsehshow. Alle Nutzer dieser Show werden glückliche Menschen. Gutti als “Master of Ceremony” und “everybodys darling”. Diese Rolle und nur diese paßt zu diesem unverantwortlichen Gesellen. Der hat vermutlich in seiner Kindheit zuwenig Liebe bekommen und sucht sie verzweifelt in der Öffentlichkeit. Das kann nur schief gehen. Und wird es auch. Gutti ist eine tragische Figur – noch nicht einmal ein echter Hofnarr.

52) xpomul, Samstag, 26. November 2011, 11:16 Uhr

ein themengespinst das von den wirklichen problemen und sorgen unseres landes und seiner bürger ablenkt und ablenken soll.

da guck ich doch fast lieber dsds oder bauer sucht frau.
wenn ich schon unterhaltendes benötige.

guttenberg bleibt ein blender.
wer was anderes glaubt ist selbst schuld.

die medienlandschaft verkommt zusehends.

53) Wertkonservativliberaler, Samstag, 26. November 2011, 12:45 Uhr

Von Guttenberg halte ich so gut wie nichts; ich will das jetzt hier aus Zeitgründen nicht weiter ausführen, empfehle nur sehr das Büchlein: Lepsius/Meyer-Kalkus (Hrsg.): “Inszenierung als Beruf. Der Fall Guttenberg”, edtion suhrkamp (10 EUR). Dort (S. 170 ff.) empfehle ich insbesondere den Aufsatz von Diziol (“Die Rücktrittsrede von Karl-Theodor zu Gutttenberg – ein analytischer Essay”) – wenn man nun wieder die “Wortgirlanden” des Guttenberg im Zeit-Interview mit di Lorenzo liest, begreift man, dass Guttenberg offenbar gar nicht anders kann (“von Herzen”, “Erschütterung” blablabla) – Selbsterhöhung durch Erniedrigung anderer…

Einen Punkt möchte ich aber deutlich ansprechen:

Der falsche Mann hat ein Gespür dafür, auch etwas Richtiges auszusprechen: So war es bezüglich des Wortes “Krieg” im Zusammenhang mit Afghanistan, und so ist es auch jetzt im Zeit-Interview, in dem er den Begriff “Volkspartei” in Frage stellt, für Parteien, die bei unter 60%-Wahlbeteiligung gerade 30 – 40 % Wählerstimmen auf sich vereinigen. Und da hat er natürlich etwas Richtiges angesprochen. Der Punkt ist doch: Wenn ich das sagen würde, würde es keiner beachten (ich bin ein No-Name); wenn Herr Spreng es aussprechen würde, na ja, er hätte wenigstens die Chance dazu, dies in einem Deutschlandradio-Interview mal zu tun.

Wenn es aber Guttenberg ausspricht, hat es natürlich eine andere Wirkung, auch wenn seine Aussage so erkenntnisreich ist wie “Der Kaiser hat ja gar keine Kleider an”.

Was ich meine ist also Folgendes:

Politik und Medien versäumen es tatsächlich, erkennbare Defizite schonungslos zu benennen: die etablierten Parteien, die bei geringer Wahlbeteiligung so um die 30 – 40 % bekommen mögen alles sein, aber eben keine Volksparteien mehr.

Der Bürger spürt diese latente Unehrlichkeit von Politik und Medien (eben auch bei dem “Der Euro ist so stabil wie die DM” und “Es wird keine Transferunion geben” – Geschwätz). Und Guttenberg ist jemand, der es wenigstens ausspricht, auch wenn ich nicht hoffe, dass dieser Felix Krull jemals wieder ein Staatsamt bekleiden wird.

54) Peter Christian Nowak, Samstag, 26. November 2011, 17:06 Uhr

@53) Wertkonservativliberaler

Als Paradiesvogel kann Guttenberg “schonungslose Offenheit” bekunden ohne von seiner Partei dafür abgestraft zu werden. Seine Fans werten so etwas als “starke Persönlichkeit”. Dass diese Attitude allerdings lediglich propagandistisches Blendwerk ist, unterfüttert durch positive Beurteilung aus diversen Reihen der Medien, wird von Guttenberg geschickt getarnt.

55) Wertkonservativliberaler, Sonntag, 27. November 2011, 12:23 Uhr

@ 54:

Ja, und die “Methode Guttenberg” ist ja mittlerweile auch entzaubert und verbraucht. Mit seinem übereilten “Hallo, ich bin wieder da” nach gerade einmal acht Monaten zeigt für mich Guttenberg übrigens, dass auch sein politischer Instinkt nicht so stark ausgeprägt ist, wie man gemeinhin glaubte.

Umso schlimmer, wenn sich die “Zeit” so vor Guttenbergs Karren spannen lässt, mit Titelgeschichten das Guttenberg/ di Lorenzo – Machwerk “Vorerst gescheitert” zu promoten.

56) EStz, Sonntag, 27. November 2011, 20:47 Uhr

@ 53) Wertkonservativliberaler, Samstag, 26. November 2011, 12:45 Uhr

Der falsche Mann hat ein Gespür dafür, auch etwas Richtiges auszusprechen: So war es bezüglich des Wortes “Krieg” im Zusammenhang mit Afghanistan, und so ist es auch jetzt im Zeit-Interview, in dem er den Begriff “Volkspartei” in Frage stellt, für Parteien, die bei unter 60%-Wahlbeteiligung gerade 30 – 40 % Wählerstimmen auf sich vereinigen. Und da hat er natürlich etwas Richtiges angesprochen.
______________________________________________________

Ein wichtiger Punkt, der mir entgangen ist (und neben der Frage, was den Herrn di Lorenzo reitet, der einzig gehaltvolle in dieser Blog-Runde).

Merci

57) riskro, Montag, 28. November 2011, 13:19 Uhr

Da haben wir den Salat. Nicht nur die legislative und exekutive ist käuflich, nein auch die judikative.
Wer Unrecht begangen hat, verkauft das “Un”. In Deutschland bekommt nur Recht auch wenn er Unrecht hat, der, der auch in der Lage ist, das Recht/Unrecht durch alle Instanzen durch zu setzen. Das kostet viel viel Geld und zu viel haben die wenigsten.

58) Wertkonservativliberaler, Montag, 28. November 2011, 21:27 Uhr

Was jetzt so langsam im Internet aus “Vorerst gescheitert” zu lesen ist:

Guttenberg legt sich mit der Uni Bayreuth an, mit Lammert etc. pp.

Wer schützt diesen Mann eigentlich vor sich selbst? Hat der wirklich keine Berater? Weiß der nicht, was konservativ ist und was nicht? Das ist ja schon bald psychopathologisch, diese Sebstüberschätzung eines gerade mal 40-jährigen, der eigentlich keinen Beruf gelernt hat (ein 1. jur. Staatsexamen und ein Familienvermögen in dreistelliger Millionenhöhe sind kein Beruf).

Zeigt eigentlich nur eines: die “Bestenauslese” im aristotelischen Sinne funktioniert nicht.

Guttenberg ist zu schnell aufgestiegen; der hätte lieber mal erst fünf Jahre CSU-Generalsekretär bleiben sollen, bevor er Bundesminister wird.

59) Andronico, Mittwoch, 30. November 2011, 10:38 Uhr

http://www.stern.de/politik/deutschland/psychoanalytiker-ueber-guttenberg-inszenierung-eines-chaoten-1756615.html

60) Wertkonservativliberaler, Mittwoch, 30. November 2011, 16:42 Uhr

Nachtrag zu 58:

Wie ich bereits sagte: es ist absolut töricht von Guttenberg und zeugt nicht von Besonnenheit, sich mit den Falschen anzulegen:

http://www.uni-bayreuth.de/presse/Aktuelle-Infos/2011/213-203-Replik-Buch-Guttenberg.pdf

61) Wertkonservativliberaler, Donnerstag, 01. Dezember 2011, 09:38 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

Sie irrten übrigens gestern Abend bei “Anne Will”: das Verfahren gegen Guttenberg wg. Urheberrechtsverletzung ist nach § 153 a StPO gegen Zahlung der Geldauflage endgültig eingestellt worden.

Selbst wenn Guttenberg jetzt also Vorsatz und Täuschungsabsicht zugeben würde, könnte er wegen dieses Vorwurfs nicht mehr verfolgt werden.

Die Urheberrechtsverletzung hat auch nichts mit einem Vermögensnachteil zu tun, letzteres wäre nur bei Betrug (§ 263 StGB) relevant – und seine VG-Wort-Tantiemen für seine Diss. (so ca. um die 500 EUR) hat er ja hoffentlich zurückgezahlt………(wäre diesbezüglich wohl auch seine Bereicherungsabsicht als subjektives Tatbestandsmerkmal des Betrugstatbestands zu verneinen).

Eine Einstellung nach § 153 a StPO bei einem Nicht-Vorbestraften kann man machen als StA und Gericht; wenn es auch ein Geschmäckle hat, denn StA und Gericht müssen bejahren, dass das öffentliche Interesse an Strafverfolgung durch die Geldauflage beseitigt werden kann – bei der Prominenz des Falles und Krassheit des Plagiats geht so etwas wohl nur in einem CSU-regierten Bayern….

Bei dem vergleichbaren Fall des Dr. Andreas Kasper (CDU) in Lippe sah das anders aus: Kasper bekam einen Strafbefehl (!) wegen Urheberrechtsverletzung, ist also nun vorbestraft. Dieses Bundesland ist freilich auch nicht CSU-regiert, und Kasper hatte wahrscheinlich schlechten strafrechtlichen Beistand: denn es ist Ziel jedes guten Strafverteidigers, bei Ersttätern eine Einstellung nach § 153 a StPO zu erwirken.

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