Kommentare
44
Tagcloud
BILD CDU CDU/CSU Christian Wulff CSU Der Spiegel Die Linke FDP Grüne große Koalition Hartz IV Helmut Schmidt Kohl Linkspartei Merkel Philipp Rösler Rüttgers Schäuble Schröder Schwarz-Gelb Seehofer Sigmar Gabriel SPD Steinbrück Steinmeier Steuersenkungen Stoiber Wahlkampf Westerwelle zu Guttenberg
Samstag, 26. November 2011, 13:29 Uhr

Elefanten im europäischen Porzellanladen

Die Frage ob es gelingt, die europäische Schuldenkrise noch einzudämmen, hängt nicht nur von den Rezepten ab. Ob Eurobonds, ob Aufkäufe notleidender Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB), ob eine Wirtschafts- und Fiskalunion als Voraussetzung für Eurobonds – diese strittigen Sachfragen sind nur die eine Seite der Medaille.

Die andere Seite ist der Ton, in dem man miteinander umgeht. Er kann, wenn er falsch gewählt wird, nicht nur das Klima für eine kooperative Rettung der Eurozone vergiften, sondern sie am Ende auch unmöglich machen. Deshalb müsste allen Beteiligten, insbesondere den Deutschen, klar sein, dass Verletzungen, Überheblichkeit und Großmannssucht kontrapoduktiv sind.

Dass Deutschland als notgedrungene europäische Führungsmacht den Ton in der Sache angibt und den notleidenden Ländern die Sparbedingungen diktiert, ist für viele Völker Europas schon schwer genug zu ertragen. Ängste vor Deutschland sind aufgrund der deutschen Geschichte in vielen Ländern latent. Sie werden schnell virulent, wenn Sparrezepte mit arroganten oder verletztenden Sprüchen garniert werden, wenn deutsche Politiker wie Elefanten durch den europäischen Porzellanladen trampeln.

Einer der schlimmsten Äußerungen, die zum Glück auch in der eigenen Fraktion auf Entsetzen stieß, machte CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder: “Jetzt auf einmal wird in Europa Deutsch gesprochen”, woraus in der Verkürzung “Europa spricht jetzt Deutsch” wurde. 

Seitdem sieht die “Times” den EU-Partner ”Deutschland im Krieg mit Europa” und “Daily Mail” beschwört die Angst vor den “herrschsüchtigen deutschen Stiefeln”. Und “Le Monde” fragt besorgt: “Eine neue Welle der Deutschenfeindlichkeit in Europa?”

Der besonnene britische Historiker Timothy Garton Ash schrieb: “Dieser Ton wäre unangenehm genug, wären deutsche Politikrezepte zu 100 Prozent richtig. Sie sind es aber nicht. Sie sind es zu 70 Prozent”. Und damit hat er Recht.

Denn was ist, wenn die Zuspitzung der Krise schneller ist als der deutsche Versuch, aus Europa eine Fiskal- und Wirtschaftsunion zu machen? Das ist das wahrscheinlichste Szenario, denn Vertragsänderungen dauern, wenn sie überhaupt gelingen, mindestens ein Jahr. Dann bleiben nur die Gemeinschaftsanleihen Eurobonds oder die Freigabe der Gelddruckmaschine der EZB, bevor die Eurozone zerbricht. Dann wird auch Angela Merkel ihre Stabilitätsschwüre wieder einkassieren und sich auf  reine Stabiltätsversprechen verlassen müssen.

Es gibt also keinen Anlass, dass ein Land, das zudem in der Schuldenkrise die Neuverschuldung erhöht, sich als Schulmeister aufspielt, als ein Land, das alles besser weiß. Der Ton macht die Musik – auch in Europa.

P.S. Die übelste Äußerung ist zum Glück nicht über die deutsche Grenze gedrungen, die des Provinzdemagogen Alexander Dobrindt, seines Zeichens CSU-Generalsekretär. Er sagte zu den Eurobond-Vorschlägen des EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso: “Barroso macht sich zum Söldner der Dolce-Vita-Staaten”.

Eine größere Rundumbeleidigung geht kaum, dagegen war Guido Westerwelles “spätrömische Dekadenz” fast harmlos.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

44 Kommentare

1) Hanoi, Samstag, 26. November 2011, 14:17 Uhr

Grob fahrlässig das alles :(

2) JohannesL, Samstag, 26. November 2011, 14:36 Uhr

http://www.sekundemal.de

Es ist zwar richtig “Verletzungen, Überheblichkeit und Großmannssucht” kritisch gegenüber zu stehen. Doch relativiert sich die Kritik schnell, wenn wir uns an jene Tage zurückerinnern, in denen von “fehlender Führung” und “Orientierungslosigkeit” gesprochen wurde. Ich denke nicht, dass Deutschland irgendetwas diktiert, sondern lediglich seiner Führungsrolle gerecht wird. “Großer Staat gegen kleinen Staat”- Sentimentalitäten sind nicht produktiv. Wer soll denn das Wort ergreifen?

Eigentlich müsste sich die EU selbst in der Führungsrolle wiederfinden, doch dazu sind die politischen Strukturen noch zu schwach. In der Tat zeigt die aktuelle Eurokriese ein Wiedererstarken er nationalen Parlamente.

3) Gregor Keuschnig, Samstag, 26. November 2011, 15:25 Uhr

Barosso hintertreibt seit Monaten jegliche Beruhigung der Situation. Im August schreckte er alle Regierungsschefs auf, als er nach dem einige Tage vorher beschlossenen Maßnahmen diese wieder als ungenügend darstellte. Wenn man dies kritisierte, war man sofort “Anti-Europäer”. Wenn man in der derzeitigen Situation Eurobonds ins Spiel bringt, ohne die Wirkungen der bisher beschlossenen Maßnahmen abzuwarten, ist das ebenfalls nicht besonders feinfühlig. Dabei zeigt sich deutlich, dass er kein Finanzfachmann ist, sondern sich sorgt, dass eine zu starke deutsch-französische Achse seine Autorität beschädigen könnte.

Barroso war Merkels “Mann”; mich wundert es, dass Sie darauf nicht hingewiesen haben. Die Entfremdung der beiden ist längst zu einem Privatkonflikt eskaliert. Dass englische Boulevardzeitungen wieder die antideutschen Ressentiments hervorholen, muss nicht verwundern. Das machen sie schließlich auch, wenn sie im Fußball verlieren. Und wenn Garton Ash weiss (sic!), dass der deutsche Weg nur zu 70% richtig ist, bin ich beruhigt. Hat er eigentlich auch geschrieben, wieviel Prozent der britische richtig ist? Oder Barroso? Und: welche 30% sind falsch? Da Sie TGA zustimmen, können Sie es doch bestimmt beantworten. Es würde mich interessieren.

4) Ernst Wilhelm, Samstag, 26. November 2011, 15:32 Uhr

“Deshalb müsste allen Beteiligten, insbesondere den Deutschen, klar sein, dass Verletzungen, Überheblichkeit und Großmannssucht kontrapoduktiv sind.”

Aber Herr Spreng, auf dieser Grundlage funktioniert die britische Demokratie schon seit Jahrhunderten. Und niemand soll dort auf der Insel bitte die beleidigte Leberwurst spielen. Und mehr als ein Spiel ist die Empörung ohnehin nicht.

Und im folgenden Link sieht man ein gutes Beispiel dafür, dass die Briten auch austeilen können, mit Recht übrigens:
http://ernstwilhelm.wordpress.com/2009/11/28/ein-brite-dupiert-die-eu-elite/

5) Meyer, Samstag, 26. November 2011, 15:47 Uhr

1.Euro-Bonds sind keine Lösung der jetzigen Krise! Die Dinger können auch nicht mal eben so in 6 Monaten eingeführt werden, die brauchen viel viel länger. 2 Jahre meinen Optimisten. Wer die Bonds als Lösung der Krise ansieht, der hat in 2 Jahren nichts mehr zu retten!

2.Ich mag den Kauder nicht, aber wer fair ist, weiß, dass Kauder das Sparen meinte. Die Presse machte daraus aber ein “Es wird deutsch gesprochen” und druckte den Rest nicht ab. In England ist EU-bashing derzeit total hip, der Presse dort, die auch gerne mal Telefone belauscht, ist das ein gefundenes Fressen. Ist die englische Presse jetzt die Regierung, oder doch Camron? Dann wäre wohl die Bild Zeitung die deutsche Gegenseite. Na dann, dolle Regierung ;)

3.Barrosso sorgt in der Krise nicht für Ruhe, für das Gegenteil. Er macht bisher keine gute Figur. Und er hat in Spanien am meisten Schulden angehäuft, und er will dann “seine” Schulden zu den unseren machen. Auch sehr sehr bedenklich. Und das der Süden das Problem ist, ist auch kein Gehemniss noch kann es so weiter gehen. Das die Presse in Spanien das anders sieht, nun, irgendwie muss man Schlagzeilen machen. Nochmals, regiert die Presse oder doch die echte, gewählte Regierung? Wir reden hier über die Presse, mein Gott, is doch nix dolles.

4.Euro-Bonds waren bei Einführung des Euros so mit uns Bürgern nicht abgemacht. An welche Gestze werden sie die Politiker in der EU denn noch halten??? Beim Euro scheinen werden alle Versprechen gebrochen, so will man eine Währung stärken???

5.Demokratie und Euro passen immer weniger zusammen. In der EZB hat Malta genausoviel EInfluss wie Deutschland. Malta, eine kleine Insel und Deutschland! Klasse von Kohl und Co. eingefädelt. Wie läuft das noch mal mit der Demokratie ab ;) ? (ja, es wird immer peinlicher)

6.Seit 10 Jahren steigen die Reallöhne nicht mehr bei den Bürgern, und das, obwohl der Euro für Deutschland ja sooooo viele Vorteile gebracht hat. Dumm, wenn Politik und Industrie die Vorteile des Euros nicht an die Bürger weitergeben. Dann bröckelt das Verständniss der Bürger noch schneller!

7.Wir Bürger spielen gar keine Rolle mehr in der EU, warum also damit weiter machen? Ach, wegen Krieg und Frieden, ja, stimmt ja, is klar. Solche Sprüche hängen mir zum Hals raus. Wo ist diese Transparenz und Demokratie in der EU abgeblieben? Die neue EU ist böse, ich will die EU der BÜRGER zurück.

8.Der Euro kann überleben, aber so nicht. Und Dominoeffekte sind da, trotz Rettungsmillarden!!!

6) nona, Samstag, 26. November 2011, 16:42 Uhr

Einerseits sind Schlagzeilen in anderen Ländern in etwa so relevant wie die hiesigen, nämlich kaum. Auch anderswo sieht die Medienlandschaft heutzutage einigermassen traurig aus, sprich, es werden täglich neue künstlich fettgefütterte Säue durch’s Dorf getrieben, die morgen schon vergessen sind. Das macht den Kohl auch nicht mehr fett, erst recht in Ländern mit mit sowieso gegebener latenter Deutschenfeindlichkeit (das ist *deren* Problem und Fehler, darum brauchen sich die Deutschen nicht wirklich sorgen).

Andererseits muss man aber auch dazusagen, dass Timothy Ash (der in der Tat überaus besonnen ist) seines Zeichens durchaus ein Kenner und Freund der Deutschen ist, und nicht zuletzt exzellent und praktisch akzentfrei Deutsch spricht, somit sehr wohl weiss wovon er redet.

7) Katja Neutze, Samstag, 26. November 2011, 17:29 Uhr

Die Äußerung Alexander Dobrindts ist ein Problem. Das größere Problem indes ist, dass er Recht hat. Gäbe es einen Nord- und einen Südeuro, dann könnten die Südstaaten abwerten und die negativen Folgen des Dolce Vita wären tragbar. Die Nordstaaten hingegen hätten die Stabilität, die ihre Industrie in erster Linie benötigt. Ohne den heutigen Euro, der derzeit die Potentialbruchstelle Europas ist, könnten die europäischen Staaten auch wieder gelassener und in angenehmerer Art miteinander umgehen – selbst ein Dobrindt könnte dann verstummen…

8) Dierk, Samstag, 26. November 2011, 17:34 Uhr

Herr oder Frau Meyer, nur schnell zu ihrem Punkt 5 ‘Wie läuft Demokratie?’ Ganz einfach: Jeder hat die gleiche Stimme. Die Stimme des armen Arbeitslosen zählt genau so viel, wie die Stimme des reichen Investmentbankers. Dasselbe gilt entsprechend für andere Abstimmungseinheiten, im Falle der EU [oder auch der UN] wären das dann ganze Staaten. Malta hat eine Stimme, Deutschland hat eine Stimme.

Eigentlich ganz simpel.

9) Peter Christian Nowak, Samstag, 26. November 2011, 17:36 Uhr

Wie ist das eigentlich: Wer braucht Europa mehr, Deutschland oder die anderen europäischen Verbündeten? Darf es noch um Ressentiments in der Europakrise gehen, sind die so wichtig, oder muss es eher um die Frage gehen: Was hat Europa für uns und für die anderen gebracht? Was die Euro- und Bankenrettung (von 2009-2010) bisher gekostet hat kann man bei der Bundesbank nachfragen: 335 Milliarden Euro (Cash). Zur Erinnerung: Der Haushalt 2012 beläuft sich auf gerade mal 306,2 Milliarden. Und da streitet man sich im Bundestag wegen rund 26 Milliarden Neuverschuldung! Irgendwie muß das auch uns Bürgern “Spanisch” etc. vorkommen..oder?.
Mehr und mehr wird der Kristallisationspunkt sichtbar, auf den die Europakrise hinausläuft. Viel Optionen gibt es für die Politik nicht mehr. Entweder die Banklizenz für die EZB unter Inkaufnahme von inflationären Gefahren für die Bürger, oder die ungeliebten Eurobonds: Faktisch die Vergemeinschaftung von Schulden aller Staaten der Eurozone und höhere Zinslasten für Deutschland. Viel Auswahl hat der Bürger jedenfalls nicht, allenfalls die Wahl zwischen Pest und Cholera.
Wen interessiert da schon der Kauderwelsch der deutschen Sprache!

10) King Balance, Samstag, 26. November 2011, 18:08 Uhr

Solange in Deutschland ein Herr Jörg Assmusen im Finanzministerium rumgeistert, erwarte bitte niemand einen Schritt der in Richtung rationales Handeln geht. Alle Schlüsselpositionen in Deutschland (Presse, Hofberichterstatter, Wirtschaft, Bankvorstände etc.) sind vom Parteien-Moloch/Oligarchie (SpD/CdU/CsU/FdP usw.) unterwandert und entbehren jeglicher Kompetenz im Sachen Wirtschaft und Geldwesen. Macht euch also keine Hoffnung auf Besserung, bereitet euch lieber auf das vor, was unausweichlich kommen muss… Game Over!!!

Dieser ReGIERung kann man nur zurufen: “Auf der Suche nach dem Richtigen kann man viel Spaß mit dem Falschen haben”.

Der Chef der deutschen Finanzmarktaufsicht (BaFin) Jochen Sanio sagte mal: „Dann kommen die Steuerzahler und hängen uns auf!“

Am Tag, als der Dollar starb. http://kingbalance.blogspot.com/2011/08/am-tag-als-der-dollar-starb.html

Alles Gute!!!

11) jmb, Samstag, 26. November 2011, 19:48 Uhr

@4 danke für den Link

Zu Herrn Sprengs Artikel möchte ich bemerken, die Schuldenkrise ist eine Folge von kontraproduktiven “Verletzungen, Überheblichkeit und Großmannssucht” etc., die seit längerem in den diversen europäischen Gremien grassieren. Barroso hat es versäumt in den letzten Jahren die Einhaltung der Geschäftsgrundlage der EU zu verfolgen. Er wollte natürlich nicht, dass seine gescheiterte Politik in Portugal auch zum Thema in Brüssel werden würde. Man kann nicht vom Bock erwarten, dass er den Gärtner gibt. Weil er sich selbst damit so geschwächt hatte, durfte er auch ein 2. Mal ran. Aus dieser Erfahrung des Rates, resultierte, auch die Besetzung der Spitzenpositionen des Rates, der als weithin unbekannten und unbedarften Herrschaften van Rompuy und Ashton.

Herr Kauder wurde natürlich bewusst missverstanden, droht doch ein Verfall des Außenwertes des Pfundes, wenn der €uro unter den Bedingungen seiner Einführung (Status der EZB, Zinsregime limitiert Verschuldung) zum Erfolgsmodell mutieren würde. Die Schwächen des Konstrukts € waren ja jedem, der sich damit beschäftigte, hinlänglich bekannt. Was die Briten jedoch jetzt umtreibt ist, die eigene Geldpolitik steht auf dem Spiel, wenn Staatsanleihen für die Banken kein Thema mehr sind, bzw. wenn Kreditwürdigkeit erarbeitet sein will und niedrige Zinsen nicht einfach von einer Zentralbank erlassen werden, egal wie es um die Inflation bestellt ist. Das Pfund geht, genauso wie der Dollar, den Bach hinunter wenn die Sparanstrengungen, die “Merkozy” nun allen (außer sich selbst) verordnen, Erfolg zeitigen würde. Eurobonds würden gegenwärtig die Eurozone weiter schwächen und mittelfristig das Projekt erster Klasse beerdigen, und damit würden sich alle bisherigen Prophezeihungen bewahrheiten, die das Projekt von Anfang an als zum Scheitern verurteilt sahen.

Nur die Unsicherheit zehrt auch an den britischen Nerven, Zeitpunkt und Umfang des Endspiels sind offen, und Cameron könnte sich vorstellen, da doch durch ein bisschen Sand im Getriebe in seinem Sinn nachhelfen zu können. Das braucht sich allerdings niemand bieten zu lassen. Auch die Franzosen, die nun erkannt haben, dass sich ihre Investitionen letztlich nur bezahlt machen, wenn die Ursachen der Schuldenkrise behoben werden und nicht nur das Siechtum für kurze Zeit verlängert wird.

Ich meine aber, die Schuldenkrise ist nicht das eigentliche Problem, sondern das EU-Konstrukt, dass rasch einer Form bedarf, die auch von den Bürgern der EU in entsprechenden Referenden bejaht werden können müsste. Die Zustände in Kommission und EU-Parlament sind nur noch als deprimierend zu bezeichenen und Nigel Farage genießt deshalb schon länger meine volle Zustimmung. Meine Vermutung lautet, ein “disziplinierter” Euro könnte sogar ohne Brüssel überleben, umgekehrt jedoch nicht.

12) Frankilein66, Samstag, 26. November 2011, 20:47 Uhr

Bei Alexander Dobrindt scheint als Resultat seiner Diät und der sichtbaren körperlichen Verschlankung auch das Gehirn mitgeschrumpft zu sein! Na ja, CSU-Generalsekretäre müssen wohl so sein, schönen Gruß von Markus Söder.

Ich würde die Äußerungen von Kauder und Dobrindt nicht überbewerten,solche Entgleisungen kommen in unschöner Regelmäßigkeit immer wieder mal vor, genau wie die hysterische Reaktion der britischen Boulevardpresse. Das legt sich auch wieder.

Ich bin mal gespannt, wie die Vertragsänderungen dann konkret aussehen werden. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass sie meinen Alltag und meine wirtschaftliche Situation entscheidend tangieren werden, ich bleibe also gelassen!

13) Sabine Zielke-Esser, Samstag, 26. November 2011, 21:35 Uhr

Die Lage könnte kaum dramatischer sein. Im Wochenrhythmus stürzen europäische Regierungen über die Schuldenkrise. Nächstes Jahr ist Sarkozy dran. Wie lange kann sich Frau Merkel halten? Da läuft so mancher laut pfeifend durch den Wald.

Italien braucht in den nächsten 12 Monaten 300 Milliarden Euro zur Tilgung fälliger Staatsanleihen und zur Finanzierung des laufenden Defizits. Vergiß’ es. Game over.

Es bleibt doch nur noch eine Möglichkeit: Wir okkupieren die Schweiz, beschlagnahmen alle Auslandskonten und räumen die Schließfächer. So treffen wir sie alle auf einen Schlag, die Ghaddafis dieser Welt, die Drogendealer, die Menschenhändler und die Steuerhinterzieher. Danach bekommt die Schweiz ihre Souveränität zurück. Null problemo.

14) sk8erBLN, Samstag, 26. November 2011, 23:54 Uhr

Herr Spreng,

der Titel stimmt, nur schauen sie dabei nicht präzise genug in die richtige Richtung!

Ihr Blick sollte sich gen griechischer Regierung richten. Die dort jetzt eingesetzte meine ich.
Dieses Personal ist also derzeit erste Wahl der europäischen Gemeinschaft marktwirtschaftlicher Demokratien. Dies sind die Favoriten einer Bundeskanzlerin, die es für geboten hält, die Linkspartei von Geheimdiensten beobachten zu lassen. Dies ist die tolerierte Gesinnung eines Landes an der Außengrenze der EU, an der massenhaft Flüchtlinge aus Afrika stranden. Ein Schuft, wer ein gewisses Kalkül darin erkennt.

Wir werden das alles nicht gewollt haben. Nicht in Ungarn, nicht in Griechenland und nicht überall dort, wo ähnliche bedauerliche Kollateralerscheinungen noch auftreten werden. Wir werden auch keinen Zusammenhang erkennen zwischen der Erosion demokratischer Errungenschaften, dem Ende des Rechtsstaats und der Durchsetzung neoliberaler Wirtschaftsideen. Auch werden wir nicht geahnt haben können, dass das Niederbrüllen aller Alternativen, die wie immer “Kommunismus” bedeuten, eben den Schulterschluss von Profiteuren und Rechtsradikalen befördern. Wir können nicht den ganzen Tag über Geschichtsbüchern brüten, dazu haben wir keine Zeit. Der Euro muss gerettet werden. Und die Banken. Und die Wirtschaft.

ibt es keinen Grund zur Opposition gegen Faschisten in europäischen Regierungen. Deshalb darf Makis Mavroudis Voridis jetzt Minister für “Infrastruktur und Verkehr” sein und Kamerad Giorgos Georghiou stellvertretender Verteidigungsminister – wofür Juntafreunde ja quasi von Natur aus qualifiziert sind. “Hammer” Voridis war in seinen Zwanzigern ein berüchtigter rechtsradikaler Schläger, der mit Hammer und Axt umherzog, um seine Überzeugung unter die Leute zu bringen. Mit Le Pen konnte er so gut, dass der sogar persönlich zu seiner Hochzeit kam. Sein Parteichef Karatzaferis ist gar bekannt als “KaratzaFührer”.

Der Sturm, der losbrach, als Papandreou die Stirn hatte, von einer Volksabstimmung zu sprechen, klingt noch immer in allen Ohren nach. Der Boulevard nannte ihn einen “Irren”, sämtliche Gazetten der anzeigenfinanzierten Presse schrien Zeter und Mordio, und Frau Merkel machte ohne jede diplomatische Abschwächung deutlich, dass Deutschland und Europa es nicht dulden würden, dass ein Volk selbst über die Politik seines Landes bestimmt, wenn es den Euro als Währung hat. Also wurde – wie kurz darauf auch in Italien – eine Regierung sogenannter “Technokraten” ins Amt gesetzt, mit denen Merkel und die Presse zufrieden waren.

Nicht ganz. Derselbe Boulevard, der monatelang seine Leser mit Hetzartikeln über faule Griechen verdummte und sein Möglichstes dazu beitrug, entdeckt plötzlich “Judenhasser” unter den regierenden Faschisten. Da hat wohl jemand Blogs gelesen. Alles aber halb so schlimm, denn es gibt inzwischen eine strategische Wende bei “LAOS”, weil Israel auch nicht mit der Türkei kann. Der moderne Nazi ist da flexibel, wie sich schon beim Antiislamismus gezeigt hat. Wer meinem Ausländerhass nützt, darf auch Jude sein, und wenn es zur rassischen Herabstufung von Kopftuchkindern taugt, dürfen die Juden auch temporär als klüger gelten.

Textstellen habe ich dem Artikel “Woher kommt plötzlich dieser Faschismus?
Posted by flatter under Politik” entnommen.
http://feynsinn.org/?p=11199

15) Horst Schmidt, Sonntag, 27. November 2011, 11:41 Uhr

Na Dobrinth hat doch noch solch einen Korken in der” Welt” verlauten lassen Auf den neuen EZB-Präsidenten Draghi und seine erste Entscheidung gemünzt, ließ er folgendes verlauten:

“Wir hätten einer Europäischen Zentralbank niemals zugestimmt, wenn wir geahnt hätten, dass dort einmal italienische Verhältnisse einziehen.”

Egal wie, unser mühsam “erkaufter” guter Ruf in der EU wird von dieser Kanzlerin und Co. verspielt. Die anderen EU- aber auch EURO-Staaten halten sich nur noch zurück, weil es eben nicht ohne Deutschland geht. Sollte allerdings diese Krise wider erwarten überwunden werden – und nicht mit den von Deutschland favorisierten Mitteln – dann werden sich all die unterdrückten Ressentiments wieder Bahnen brechen. Zu Recht.
Unsere typisch deutsche Klugscheißerei, besonders aus der Provinz dieses Landes, steht uns ewig im Weg.
Hier darf noch einmal an Reichskanzler Brüning erinnert werden, der selbst nach dem Krieg aus den Staaten immer noch verlauten ließ, seine damalige Politik sei richtig gewesen.

16) StefanP, Sonntag, 27. November 2011, 12:26 Uhr

Volker Kauder ist ein integrer, ehrlicher und honoriger Politiker, glaubwürdig in seinen Ansichten. Er ist Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und damit Mehrheitsführer im deutschen Parlament. Als gewählter Abgeordneter darf er die Ansichten seiner Wähler wiedergeben. Was er nicht ist: Mitglied der Bundesregierung oder des diplomatischen Korps.

Wieviel Mut besitzt man, wenn man sich als deutscher Demokrat über Kauders Äußerung aufregt, nicht jedoch, wenn die demokratisch gewählte Regierungschefin eines Landes andernorts als Nachfolgerin des Diktators Hitlers dargestellt wird? Oder wenn der französische Staatspräsident völlig undiplomatisch zu Protokoll gibt, in Deutschland würde debattiert, während Frankreich entscheiden würde? Der Ton macht die Musik – in der Diplomatie, nicht der Demokratie.

Die Meldung des Monats kam gestern, dass der europäische Rettungsfonds EFSF den Hebel von einer Billion EUR deutlich verfehlt. Damit senden die Finanzmärkte auch ein klares Signal an alle Eurobond-Befürworter. Die Anleger sind es leid, mit undurchsichtigen Finanzprodukten überhäuft zu werden. In diesem Fall soll die Eurozone verschleiern, dass ein Großteil ihrer Mitglieder keine ausreichende Bonität für eine seriöse Anlage bietet.

Linke und Regierende verweigern sich beharrlich den Einsichten: Entweder sie beginnen eine solide Finanz- und Haushaltspolitik oder sie können sich zukünftig ohne private Anleger finanzieren. Dieses Konzert will nicht verstehen, dass nicht zufällig Staaten mit höheren Zinsen abgestraft werden, die weder Vertrauen in ihre mittel- und langfristige Haushaltspolitik bieten, noch bereit sind, die wirtschaftlichen Voraussetzungen für Prosperität zu schaffen. Griechenland, Italien, Spanien, Portugal und Frankreich sind berüchtigt für eine Bürokratie, die unternehmerische Initiative erstickt. Auf der iberischen Insel beispielsweise arbeitete während es Booms ein wesentlicher Teil der Beschäftigten schwarz, sparte sich die relativ günstige Sozialversicherung und minimierte seine Steuerlast. Mit dem Ergebnis, dass mit dem Platzen der Immobilienblase echte Armut in einem führenden EU-Staat entstanden ist. Ein Großteil der hochgezogenen Bauten wurde ebenfalls illegal erstellt, da die Genehmigungsfristen und Auflagen irrwitzig sind.

Es gehört viel Ehrlichkeit europäischer Politiker dazu, den Menschen die Konsequenzen deutlich zu machen. Europa wird eine Dekade niedrigen Wachstums, Rückbau von Sozial- und Staatsleistungen benötigen, um eine neue Chance zu neuer Prosperität zu bekommen. Daran wird sich entscheiden, ob dieser wunderbare Kontinent als Hort von Demokratie und Wohlstand in der Welt überlebt und den Wachstumsregionen in Asien und Südamerika ein Gegenmodell entgegensetzen kann. Oder, ob Europa zu einem Sun City im Großen wird.

Und um es gleich vorwegzunehmen: nein, dass Problem ist nicht die Aufgabe der Währungssouveränität. Die USA, Großbritannien oder Japan sind in der Lage, über ihre Zentralbanken sich scheinbar elegant zu ver- und entschulden. Weder ist damit zuletzt die Wettbewerbsfähigkeit dieser Ökonomien gestärkt worden noch hat können diese Staaten sinkende Defizite verzeichnen. Süße Medizin ist am Ende ziemlich bitter.

17) Meyer, Sonntag, 27. November 2011, 14:49 Uhr

@Dierk

Ja, Deutschland hat eine Stimme, und Malta auch. Das ist aber nicht Demokratie. Malto hat wieviel, 500.000 Einwohner, und die haben genauso viel Einfluss auf die EZB wie 80 Millionen Deutsche. Das ist doch weder gerecht noch Demokratie in ihrer puren Form. Ansonsten muss ich sagen, dass meine Stimme für 10 Menschen gelten sollte und ihre nur für einen Menschen. Das wäre, zumindest nach ihrem Verständniss nach, gerecht. Ich finde, das ist ungerecht und keine Demokratie.

Solange solche Ungerechtigkeiten nicht geändert werden, wird die EU immer wieder sich verteidigen müssen und an Zuspruch verlieren. 500.000 Menschen aus Malto sind so viel Wert wie 80 Millionen Deutsche. Klasse.

18) xpomul, Sonntag, 27. November 2011, 15:41 Uhr

1. frau merkel knickt schneller ein als man es erwartet hätte:
http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/11/33737/

2. in wichtigen positionen sitzen leute von goldman sachs.
http://blog.markusgaertner.com/2011/11/27/die-schnittstelle-zwischen-usa-und-deutschland-goldman-sachs/
http://blog.markusgaertner.com/2011/11/20/europas-neue-herrscher-ii-die-goldman-connection/

3. wer hat wohl verloren ?
für wunder ist es zu spät !

19) Ste, Sonntag, 27. November 2011, 16:08 Uhr

Dobrindt hat nie sein Bayern verlassen, während des Studiums nicht, während seines Berufs nicht und jetzt als Polltiker auch nicht; und solche Leute verlangen von Arbeitnehmern und den jungen Leuten sie sollen flexibel sein und nicht faul daheim rumliegen, das reicht vom deutschen Arbeitslosen bis zum Griechen…. Unglaublich!

20) Robert Ping, Sonntag, 27. November 2011, 17:33 Uhr

Das Ziel der Politik ist der Machterhalt und die Schulden auf spätere Generationen abzuwälzen.

Kauders Äußerungen sind höchst unpassend – hier Weiteres zum Thema:
Spiegel: “Wut auf Deutschland”

21) Lacerda, Sonntag, 27. November 2011, 17:55 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

daß Sie ausgerechnet einen britischen Analysten erwähnen führt nicht gerade zur Überraschung über die Bedenke der Briten in Bezug auf “Großes Deutschland”. Das ist nicht neu. Die hatten immer Angst, selbst als Joschka Fischer die Funktion Deutschlands “Visitenkarte” ausübte.
Was ich für viel bedenklicher halte, ist die Haltung, die immer größer werdenden Schnauze reaktionärer CDU-Politiker, die sich bisher gedeckt gehalten haben. Kaum verschlimmert sich die Situation, schon rutsch ein solches Kommentar aus. Aber ist es wirklich ein Ausrutcher ? Ich meine, Nein.
Die CDU hat längst einen Gegen-Europa-Flügel, die jetzt, oportunistisch, immer salonfähiger und harmloser wird. Wenn das Haus brennt, ist die Wochenendewäsche zweitrangig, auch wenn sie unter normalen Umständen betrachtet, unabdingbar ist für die Hausodnung.

Herr Kauder, Herr Pofalla, schätze ich als nicht ungefährlich. Die Kanzlerin sollte ihnen Sprechverbot erteilen.

Es gibt ja schon einen, der Deutschland nach innen wie außen täglich blamiert und das Fremdschämen jeden Tag aufs Neues frisch hält.
Erst am Mittwoch, im Rahmen der Konferenz von Lateinamerika und den karibischen Staaten, sprach Westerwelle im Berliner Haus der Kulturen der Welt von dem “lateinamerikanischen Kontinent” und versprach sich für die Staaten von LA und Afrika stark zu machen, damit sie einen Sitz bei der ONU bekommen. Er hat veschweigen wollen, daß selbst Deutschland wird sich ziemlich hinten anstellen müssen, wenn es darum geht, einen dauerhaften Sitz im UNO_Sicherheitsrat zu bekommen.
War da im Februar nicht sowas wie ….Neutralität im Raum ?

In diesem Sinne,

Wer im Blindenland ein Auge hat, ist König !!!

22) Günter Springer, Sonntag, 27. November 2011, 19:27 Uhr

Europa schein ja sowieso nur noch aus Merkel-Sarkusi und ein bißchen Brüssel zu bestehen.
Als ob bei uns alles zum Besten bestellt wäre.
Ich vermisse jedenfalls die deutlichen Stimmen aller Mitgliedsstaaten.

23) Peter Christian Nowak, Sonntag, 27. November 2011, 20:56 Uhr

^^Der Euro muss gerettet werden. Und die Banken. Und die Wirtschaft.^^

Das hört man allerorten. Aber geht es denn überdies nicht auch um die europäische Idee.?
Man kann über Personen und ihre Gesinnung sprechen, was so alles kreucht und fleucht in Europa, die das Sagen haben. Aber was bringt das? Was bringt das für die Währung, die einst Kitt zwischen den Völkern werden sollte und nun mehr Sprengkraft entwickelt als verbindend wirkt?

Vielleicht muß man auch über Europa neu nachdenken. Vielleicht verlangt Europa das Reset, alles auf Null bis zur EWG der Sechziger. Vielleicht ist alles viel zu halsüberkopf gegangen, die gemeinsame Währung zuerst – und dann die politische Union – wird irgendwie schon klappen. Alles im Überschwang der deutschen Wiedervereinigung. Daß es nicht klappt sehen wir jetzt. Keine Fiskalunion, keine Wirtschaftsunion, die sich an den unterschiedlichen Volkswirtschaften orientiert – was ohnehin sehr schwierig ist.
Europa sind nicht die Vereinigten Staaten von Amerika, mit überwiegend einheitlichen Gesetzen in den Bundesstaaten. Europa besteht aus unterschiedlichen Mentalitäten, entsprechend dem babylonischen Sprachwirrwar und noch unterschiedlicheren Vorstellungen darüber, was zum Beispiel die Währungsstabilität betrifft. An solchen “Kleinigkeiten” sieht man schon, wie es um die Gemeinsamkeit bestellt ist.
“Die Krise schweisst Europa zusammen”, war heute von Ulrike Herrman im ARD-Presseclub zu hören. Na, so recht will man das gar nicht glauben. Oder:: ” Die Botschaft hör´ ich wohl, doch allein, mir fehlt der Glaube!”
Denn damit entreisst man noch lange nicht den Finanzmärkten die Lufthoheit über die Politik. Die Treibjagd wird weitergehen.

24) EStz, Sonntag, 27. November 2011, 21:01 Uhr

Der Ton macht allerorten die Musik, keine Frage. Und die Deutschen sind von Natur aus in kommunikativen Dingen sehr grobmotorisch unterwegs. Das wird selten geschätzt, aber in Grenzen respektiert.

http://usaerklaert.wordpress.com/2006/09/18/warum-amerikaner-briten-kanadier-nicht-sagen-was-sie-meinen/

Aber so blöd wie Kauder muss man sich auch erst mal anstellen. Egal, wann, wo und zu welchem Thema der seinen Mund aufmacht, haut er irgendetwas raus, dass entweder falsch oder beleidigend ist (meist beides). Wie unendlich falsch und unendlich dumm….

25) StefanP, Montag, 28. November 2011, 09:00 Uhr

Es gehört zur Realpolitik mit liebgewonnenen (oder verhaßten), aber überkommenen Gepflogenheiten brechen zu können. Seit Gründung des Vor-Vor-Vorläufers der EU, der Montanunion, tat man in Europa so, als wäre es demokratisch, wenn Stimmanteile ausgekungelt würden und die Führung der Gemeinschaft den schwächeren Mitgliedern überlassen würde. Diese Politik war schon vor der Staatsschuldenkrise schleichend gescheitert.

Deutschland ist die zahlenmäßig und ökonomisch mit Abstand stärkste Nation in Europa. Die Bundesrepublik genießt weltweit die höchste politische und ökonomische Glaubwürdigkeit. Die Deutschen allein sind diejenigen, die vor allen Europäern überhaupt in der Welt als politische Makler anerkannt werden. Nun tat man so, als wäre jedoch die immer wieder in Agonie versinkende Grande Nation im Westen die eigentliche Führungsmacht der EU.

Diese politischen Lebenslügen werden nun, eher widerwillig, aufgelöst. Ganz Europa schreit nach der Führungsmacht im Herzen des Kontinents. Berlin hat lange gezögert, diese Aufgabe zu übernehmen. Heute sagt der Italiener Romano Prodi im SPIEGEL: Sehen Sie doch, welch eine starke Stellung Deutschland in Wahrheit hat. Deutschland ist das neue China. (..) Am Ende ist Kanzlerin Merkel gezwungen, die Regeln zu diktieren.

Eben. Die Zeiten der Zahlungsunion sind vorbei. Wenn die EU zu einer politischen, und damit in Teilen auch zu einer Transfer-Union werden soll, dann muss es dafür klare und strenge Regeln geben. Solidarität – warum können Linke das nicht verstehen? – ist eine Verpflichtung auf Gegenseitigkeit, keine einseitige Beziehung. Wem geholfen werden soll, der muss selbst alles dafür tun, auf absehbare Zeit wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Sonst verdient er keine Solidarität.

Es sind langjährige wirtschaftspolitische Versäumnisse, die Kontinentaleuropa in die Ära der wirtschaftlichen Stagnation und wachsender öffentlicher Defizite getrieben haben. Sozialstaaten bieten notwendigen Schutz, sie können jedoch als Wohlfahrtsstaaten auch träge machen. Gerade unter diesem Aspekt müsste Deutschland ein großes Interesse haben, nicht allein mit den Bürokratien des Club Med in ein “Kern-Europa” zu marschieren, sondern die Briten weiterhin einzubinden.

Die Angelsachsen bringen dafür auch die notwendige diplomatische Note mit.

26) Peter Schnücke, Montag, 28. November 2011, 11:25 Uhr

Das politische Personal hat einen so großen Qualitätsverlust, dass ich mich nur noch wundern kann.
Gerade Herr Dobrindt und auch Herr Kauder (aber auch in anderen Parteien) sollten lieber öfter mal den
Mund halten oder vor dem sprechen das Gehirn einschalten. Dieses Problem wird in der deutschen
Parteien Landschaft noch größer werden, da nur noch Abnicker gesucht werden und keine Menschen mit Berufserfahrung und eigener Meinung. Armes Deutschland und so etwas soll uns einmal in Europa
vertreten. Wir werden bald nur noch (Öttinger es) in Europa sitzen haben.

27) Lakrok, Montag, 28. November 2011, 12:04 Uhr

Ich hab mich sehr über den Artikel gefreut. Ich lebe seit Jahren in Südeuropa und es ist tatsächlich so, dass hier nicht so sehr die Sachlage an sich für Kontroversen und Unmut sorgt. Im Gegenteil, die jetzige Eurokrise und ihre Ursachen werden hier meist viel differenzierter betrachtet als in Deutschland. Und damit meine ich nicht die Politiker, sondern ganz normale Menschen, mit denen ich mich tagtäglich unterhalte.
Es ist allerdings wirklich so: der Ton macht die Musik. Und da wird tatsächlich gerade so viel Porzellan zertrampelt, dass ich mich oft frage, ob ein vereintes Europa überhaupt noch eine Chance haben kann. So schürt man Konflikte, die sich nicht so schnell wieder lösen lassen.
In einer Gemeinschaft, die ja angeblich auf demokratischen Regeln beruht, sollten natürlich alle Beteiligten eine Stimme haben, die auch respektiert wird. Das meiste, was man derzeit aus Deutschland hört, lässt diesen Respekt missen. Was sich übrigens auch in einem großen Teil der Kommentare zu diesem Text zeigt.
Nur leider scheint das kaum jemand zu merken in Deutschland.

28) jmb, Montag, 28. November 2011, 12:42 Uhr

>> Porzellanladen oder Schreinerei, Elefanten-Fehlanzeige ?

Wie die WELT heute (28.11.) berichtete, haben hochranginge EU-Beamten bestätigt, dass es in der Kommission Gepräche gibt “Elite”- oder “triple-A”-Bonds einzuführen. Die Bundesregierung dementierte dies im Laufe des Vormittags. Es bleibt unklar, was die WELT damit bezweckte, aber die dezidierten Aussagen der Koaltionäre FDP/CSU sehen keine gemeinsamen Staatsanleihen vor, sie werden explizit (und mM nach zu recht) als “Teufelswerk” abgelehnt. Würde Herr Spreng hier (dh. in den im Allgemeinen regierungsnahen Medien) und in Brüssel auch Elefanten ausmachen? Wo gehobelt wird, da fallen Späne, erschiene mir als eine etwas angemessenerer Formulierung. Sie käme ohne zusätzliche Hysterie aus, zumal die Elefanten, wenn überhaupt, in Brüssel verortet zu sein scheinen.

29) Dierk, Montag, 28. November 2011, 14:13 Uhr

@Meyer

Die Debatte, die Sie möchten, ist allerdings eine gänzlich andere: Es wäre dann zu klären, was denn die jeweils gültige Abstimmeinheit wäre – der einzelne Bürger, die von ihm gewählten Parlamente, die von diesen gewählten Regierungen, die jeweiligen Regierungsvorsteher?

Mir ist es sehr suspekt, wenn die großen und reichen Volkswirtschaften meinen, die kleineren und ärmeren hätten wegen ihre geringen Größe weniger zu sagen.

30) Tilman, Montag, 28. November 2011, 15:45 Uhr

Wahre Worte Herr Spreng. Sie, also unsere Politiker, können es einfach nicht! Sie sind keine Aussenpolitiker, bzw. diplomatische Leghasteniker, wie ich zu sagen pflege. Unser Aussenminister – diplomatisch Taubstumm. Die Kanzlerin – hat sich in der Krise nicht mit Ruhm bekleckert. Niebel – von dem schweige ich lieber. Mit dieser Truppe wird täglich mehr Porzellan zerschlagen, also kommende Regierungen in einer Dekade wieder aufbauen können. Ich war nie ein Freund der Kohl-Regierung – aber Aussenpolitisch war der Mann sicher zehnmal besser als die jetzige “Regierung”. Über Schröder kann man sagen was man will – er hat aber das nicht getan, das Unionspolitiker wie Merkel ihm damals vorwarfen, jetzt aber selber tun: Deutschland isoliert.

31) Robert Ping, Montag, 28. November 2011, 16:50 Uhr

@ mein obiger Kommentar Nr. 20

Hier nochmal der diesmal hoffentlich funktionierende Link:

Spiegel: “Wut auf Deutschland”

32) EStz, Montag, 28. November 2011, 18:22 Uhr

@ 16) StefanP, Sonntag, 27. November 2011, 12:26 Uhr

Volker Kauder ist ein integrer, ehrlicher und honoriger Politiker, glaubwürdig in seinen Ansichten.
______________________________________________

Ich verstehe durchaus Ihren Punkt, und teile in Grenzen Ihre Ansicht. Aber zum einen sollte es nicht das Bestreben Deutscher Politiker sein, Baroso, Berlusconi und Sarkozy im Dummsabbeln Konkurrenz zu machen – vor welchem Forum auch immer.

Und zum anderen halte ich Herrn Kauder spätestens seit seinem albernen Verhalten in der (eigentlich vollkommen lächerlichen und belanglosen) “Homepage-Affäre” für untragbar. Wie blöd auf Raubkopierer schimpfen, selbst mit geklauten Bildern arbeiten, zu den Vorwürfen wochenlang schweigen, um dann möglichen Berichterstattern rechtliche Konsequenzen anzudrohen? Sich in jeder Diskussion fürchterlich in die Wolle schmeißen, anderen arrogant und herablassend (und oft genug inkompetent) übers Maul fahren? Eine Floskel nach der anderen, aber noch nie eine Merkel-fremde Meinung geäußert? Honorig, integer, ehrlich und souverän geht anders.

33) Politikverdruss, Montag, 28. November 2011, 19:18 Uhr

Herrn Barroso gehört „kräftig auf die Finger gehauen“. Bereits mehrfach hat er die Krise durch unsinnige Initiativen verschärft. Es geht ihm nicht um die Sache, sondern um die Machtverteilung in der EU-Spitze. Ein Machtkampf hat uns gerade noch gefehlt. Dieser Mann gehört kaltgestellt!

Insgesamt nimmt das Vertrauen in die Euro-Zone weiter deutlich ab. Selbst die Refinanzierung stabiler Staaten ist nicht mehr sicher. Folgende Gründe sind dafür maßgeblich:

Erstens: Auf europäischer Ebene werden fortlaufend Verträge gebrochen. Ohne rechtliche Konsequenzen. Es entsteht der Eindruck, die Politik könne machen, was sie wolle. Auf Investoren dürfte das extrem abschreckend wirken.

Zweitens sind die Staaten der Euro-Zone trotz des immensen Drucks nicht in der Lage, nachhaltige Reformen durchzusetzen. Selbst Deutschland gelingt es nicht, die Neuverschuldung zu beenden. Dies weck t Zweifelt, ob die Staaten überhaupt Willens sind, ihre Haushalte nachhaltig zu stabilisieren.

Drittens hat der von der Politik zunächst ausgeschlossene Schuldenschnitt bei Griechenland zu einer weiteren Verunsicherung geführt. Das Mittel der Staatsrefinanzierung, die einst „mündelsichere“ Staatsanleihe, ist nicht mehr sicher. Deshalb streiken die Käufer.

Viertens ist die Fixierung auf Euro-Bonds und die Forderung, die EZB als Staatsfinanzierer einzusetzen ein weiteres deutliches Zeichen dafür, dass es den Politikern Südeuropas nicht um die Bekämpfung der Krisenursachen geht, sondern um „Instrumente“, die ein „weiter so“ ermöglichen.

Nun soll die europäische Staatsrefinanzierung durch „Elite-Bonds“ sichergestellt werden. Wer aber glaubt diesen “Eliten” noch.

34) Winfried, Montag, 28. November 2011, 19:35 Uhr

Eine Währung ohne Staat geht nicht und die Menschen wollen ihrer Nationalstaaten nicht aufgeben, aus guten Grund, denn in der Not ist er der letze Anker, auch um einen eigenen Weg zu gehen.

Anderseits geht das Geldsystem selbst kaputt, in der ganzen Welt gleichzeitig, man könnte auch ein besseres Geldsystem haben! Wer kontrolliert das Geld? http://tinyurl.com/ynq2nh

35) romeias47, Montag, 28. November 2011, 20:59 Uhr

19) Ste, Sonntag, 27. November 2011, 16:08 Uhr Dobrindt hat nie sein Bayern verlassen, während des Studiums nicht, während seines Berufs nicht und jetzt als Polltiker auch nicht; …..

…………………………

Das gilt leider für viele Politiker in den ersten Reihen. Leider auch für die mit Integration befassten

Und was Porzellan betrifft: auch Lob ist eine Art Benotung – und hinterlässt auf Dauer Gout. Warum meint Westerwelle Marokko loben zu müssen, das wäre – wenn überhaupt – Part von Lady Ash.

36) Fassmann, Dienstag, 29. November 2011, 01:06 Uhr

Es ist schon einigermassen drollig zu lesen wie man sich so betroffen gibt und echauffiert. Fakt ist nun einmal, daß der richtige Zeitpunkt zum Ausstieg aus dem was die eu. Einigung erzwingen sollte, sich aber in sein Gegenteil, wie übrigens von vielen, allerdings nicht ernst genommenen Zeitgenossen vorausgesagt wurde verkehrt hat, eindeutig verpasst ist.
Seis drum, das Ding geht seinen Gang und alles sich aufregen über irgendwelche Begleiterscheinungen, ist als hätte man auf der Titanic an der Lackierung der Rettungsboote herumgemäkelt, abgesoffen ist sie ja letztendlich doch.
Dennoch viel Freude meine Herrschaften mit ihrem eu. Traum, schreiben Sie sich die Finger wund, debattieren und lamentieren Sie, wenn Sie am Ende wenigstens die Erkenntnis, daß Täume eben das sind was sie sind, nämlich Träume, gewinnen, dann ist schon viel erreicht.

37) Janissary, Dienstag, 29. November 2011, 07:11 Uhr

Genau Herr Spreng, der Deutsche soll schön den Mund halten und zahlen. Und beschimpfen lassen soll er sich auch (Hakenkreuze an der Mauer der Deutschen Botschaft Athen usw). Das was der Herr Dobrindt sagt ist richtig. Wir führen schmerzhafte Reformen durch und stehen relativ gut da und die Anderen die nichts aber wirklich nichts getan haben sollen nun auf unsere Kosten weiter “Dolce Vita” machen. Herr Dobrindt spricht dem Volk aus der Seele.

38) StefanP, Dienstag, 29. November 2011, 10:26 Uhr

@32) EStz

Volker Kauder hat eine zentrale Aufgabe: eine zunehmend europakritisch werdenden Mehrheitsfraktion im Deutschen Bundestag, bestehend aus 222 Abgeordneten, zusammenzuhalten und der Bundesregierung eine parlamentarische Mehrheit zu sichern. Keine leichte Aufgabe in diesen Tagen. Die Fraktionsführung spricht nach “Innen” und nur so kann die Äußerung Europa spricht jetzt plötzlich Deutsch verstanden werden.

Wie sollen Politiker in ihren Wahlkreisen Rettungsmaßnahmen für den Schutz des Euro verteidigen, wenn sie nicht darauf verweisen dürfen, dass damit Deutschlands Einfluss (und damit Kontrolle) auf die Richtung der EU wachsen? Nochmal: Kauder verhandelt nicht die Euro-Rettungsmaßnahmen, er muss ihnen eine Mehrheit im Deutschen Bundestag verschaffen.

Ich bin alles andere als ein Fan von Angela Merkel, doch ihre Selbstkontrolle unter enormem Stress ist bewundernswert. Selten rutscht ihr ein unüberlegtes Wort raus. Wer kann das über sich sagen?

39) m.spreng, Dienstag, 29. November 2011, 12:40 Uhr

@ 32) EStz.

Das war Volker Kauders Bruder Siegfried, ebenfalls MdB.

40) EStz, Dienstag, 29. November 2011, 14:55 Uhr

38) StefanP, Dienstag, 29. November 2011, 10:26 Uhr

Volker Kauder hat eine zentrale Aufgabe: eine zunehmend europakritisch werdenden Mehrheitsfraktion im Deutschen Bundestag, bestehend aus 222 Abgeordneten, zusammenzuhalten und der Bundesregierung eine parlamentarische Mehrheit zu sichern. Keine leichte Aufgabe in diesen Tagen. Die Fraktionsführung spricht nach “Innen” und nur so kann die Äußerung Europa spricht jetzt plötzlich Deutsch verstanden werden.
————————————–
Das ist (aus meiner Sicht) ein herrischer Satz von jemandem, der sich in der Öffentlichkeit (mehr sehe ich nicht) gerne herrisch aufführt. Eine schwierige Aufgabe (selbst, wenn er sie wahrscheinlich ordentlich löst), entschuldigt (wiederum aus meiner Sicht) nicht dieses blasierte Getue, den erwähnten Vorgang um die Webseite etc.

==========================

Ich bin alles andere als ein Fan von Angela Merkel, doch ihre Selbstkontrolle unter enormem Stress ist bewundernswert. Selten rutscht ihr ein unüberlegtes Wort raus. Wer kann das über sich sagen?
————————————–
:-) Ich jedenfalls nicht.

Sie hat anfangs VIEL zu spät auf die sich anbahnende Krise reagiert und hätte wahrscheinlich durch rasch entschlossenes Handeln, was wohl ihre Sache nicht ist, einiges verhindern können. Nun schlägt sie sich relativ tapfer für die Deutsche Interessen (relativ = In Bezug auf die so freizügig an uns herangetragenen Zumutungen).

Was den Satz angeht: Der stimmt natürlich bzw. wird stimmend gemacht durch die Umstände. Anstelle von Sarkozy, Berlusconi etc wäre es mir auch lieber, wenn ich getroffene Entscheidungen als eigene Entscheidungen vermarkten könnte, als das die rechthaberischen Deutschen sich einmal mehr derart großspurig hinstellen.

Und ausländische Politiker sind auch nicht immer zimperlich, wenn es gegen die Deutschen geht. Dennoch: OB Merkel verkündet, dass Europaweit gespart wird, oder ob Herr kauder seinen eitlen Satz derart selbstgefällig in die Welt schleudert, macht schon einen Unterschied.

41) EStz, Dienstag, 29. November 2011, 15:00 Uhr

@ 39) m.spreng, Dienstag, 29. November 2011, 12:40 Uhr

Das war Volker Kauders Bruder Siegfiried, ebenfalls MdB.
________________________________

Wenigstens bleibt es in der Familie – passt aber. :-)

In jedem Falle Merci für die Richtigstellung

42) H.Schulze, Dienstag, 29. November 2011, 16:17 Uhr

Kann mich noch gut an die Tagesschau erinnern, als der quasiamtliche Sprecher mit seinen himmelblauen Augen und liebreizendem Blick das Unwort des Jahres verkündete. Als halbwegs emphatischer Mitbürger mit vielen, vielen Gesprächskontakten wöchentlich war sofort klar, daß damit wieder einmal Politk gemacht wurde. Dem Zuschauer wurde suggeriert, seine Befürchtungen dahingehend, daß einige Dinge in diesem Land ziemlich schief laufen, simplifiziert und dann in dieser inhaltslosen Wortschöpfung eingewickelt und die eventl.Ahnung, daß man dazu in einer Demokratie etwas selbst zur Verbesserung/Veränderung beitragen müßte, sofort mit beerdigt.
Motto : wir haben verstanden – wir haben das Problem benannt – ihr braucht nichts mehr weiter machen als weiter schön bequem sitzenbleiben.
Punkt 2: Atomausstieg- und trotzdem Demo’s in Gorleben :
Man kann den Verlautbarungen dieser Bundesregierung nicht genug misstrauen und wenigstens auf diesem Gebiet klar immer wieder friedlich Stellung beziehen, welch schmutziges Spiel hier auf der sog. Suche nach einem Endlager jahrzehntelang gespielt wurde. Auf die wievielte Kehrtwende darf man auf diesem Gebiet gespannt sein ? Abwarten- was hinten raus kommt.
Horst

43) ferri, Dienstag, 29. November 2011, 20:27 Uhr

Hans Werner Sinn
http://www.youtube.com/watch?v=No2-O75l8d4&feature=related
erklärt die Eurokrise.
Griechenland sollte nicht gerettet werden.
Jedes Jahr machen die notleidenden Staaten 150 Milliarden Schulden die wir bezahlen müssen.
Spanien kauft mit selbstgedrucktem Geld Hochtief.
Sie können sogar ihre Großmutter verpfänden und bekommen dafür bei der Zentralbank Euro.
(Also Hochtief wurde mit Großmüttern bezahlt ?)

44) Meyer, Mittwoch, 30. November 2011, 20:26 Uhr

@Dirk

Ja, weil die kleinen Länder Angst vor der Übermacht der großen Länder haben. Und deswegen vergessen wir das Prinzip: Alle sind gleich, alle haben die gleichen Rechte und Stimmen?

Ich weiß, was sie meinen, und als kleines Land würde ich auch diesen Vorteil verteidigen, nur, das ändert nichts an der Tatsache, dass in der EZB 500.000 Menschen so viel wert sind wie 80 Millionen. Wie ich schon schrieb, wir können das so lassen, aber warum soll meine Stimme weniger Wert sein als die eines Maltesen (nennt man so die Einwohner auf Malta?). Das würde bedeuten, dass es Menschen gibt, die weniger Wert sind als die anderen. Wo zieht man da die Linie, bei der Hautfarbe, oder beim Einkommen? Jetzt wird es gefährlich!

Ich will sie mit der Sache der Hautfarbe nicht als Nazi oder so bezeichnen, keine Panik! Ich möchte ihnen nur zeigen, wohin diese Ungerechtigkeit in der letzten Konsequenz hin führen würde.

Also entweder ganz oder gar nicht. Nicht Malta zahlt eine Löwenanteil in der EZB, sondern Deutschland. Und das ich als Deutscher dann auch mehr Einfluss möchte, ist doch verständlich. Ich bezahle die Party ja, und dann darf ich kaum etwas bestimmen, stattdesen Länder ,die geprasst haben ohne Ende?

Wenn Angst alle Rechte in der EU relativiert, dann wird es gefährlich, denn damit kann man jede Ungerechtigkeit verteidigen, jede!

Wie ist Ihre Meinung?

Kommentar schreiben


Ihr Kommentar *


* Pflichtfelder


apparent media - iPhone Apps aus Berlin