Kommentare
51
Tagcloud
AfD BILD Bild am Sonntag CDU CDU/CSU Christian Wulff CSU Der Spiegel Die Linke FDP große Koalition Grüne Hartz IV Helmut Schmidt Kohl Linkspartei Merkel Schröder Schwarz-Gelb Schäuble Seehofer Sigmar Gabriel SPD Steinbrück Steinmeier Steuersenkungen Stoiber Wahlkampf Westerwelle zu Guttenberg
Dienstag, 13. Dezember 2011, 13:12 Uhr

Wulffs Biotop

Hannover ist ein besonderes Biotop, manche meinen, ein Sumpf. Es geht dabei nicht um die Stadt an der Leine, sondern um ein sehr spezielles politisch-wirtschaftliches Netzwerk, wie es in dieser Form aus anderen Landeshauptstädten nicht bekannt ist.

Die Verquickung zwischen Spitzenpolitikern, Wirtschaftsbossen und Unternehmern wird dort besonders innig gepflegt, Freundschaften gehen wie ein Erbe vom einen auf den anderen Ministerpräsidenten über – unabhängig von der politischen Couleur. Im Mittelpunkt stehen die Ex-Ministerpräsidenten Gerhard Schröder und Christian Wulff.

Schröder fiel schon früh dadurch auf, dass er sich von VW-Chef Piech zum Opernball einladen ließ und mit ihm im Lear-Jet nach Wien düste. Die Flugkosten beglich er erst nachträglich.

Und die letzte Schröder-Nachricht aus diesem Bioptop war, dass er nach seinen Ausscheiden aus dem Kanzleramt von seinem Unternehmerfreund Carsten Maschmeyer eine Million Euro als Vorschuss für seine Memoiren bekam, obwohl Maschmeyer weder als Verleger noch als Literaturagent bis dahin in Erscheinung getreten war. Derselbe Schröder trat übrigens 2004 vor den AWD-Drückerkolonnen Maschmeyers auf und lobte deren “staatsersetzende Funktion”.

Und derselbe Maschmeyer, eine höchst umstrittene Figur der Finanzszene, war auf Mallorca auch Gastgeber für den ersten Sommerurlaub Christian Wulffs als Bundespräsident, wofür dieser nach eigenen Angaben  5.000 Euro bezahlte. 

Wulffs Urlaube bei Unternehmern haben Tradition. Im Winter 2009/2010 flog er zu dem Schrott- und Antiqitäten-Händler Egon Geerkens nach Florida. Eine Reise, die Wulff viel Ärger einbrachte, weil er sich bei Air Berlin kostenlos auf die Business-Class upgraden ließ. Die Differenz beglich er erst, nachdem “Der Spiegel” dies aufgedeckt hatte.

Derselbe Geerkens, genauer gesagt, seine Frau Edith, war im Oktober 2008 der Finanzier von Wulffs neuem Eigenheim. Sie gab ihm einen Privatkredit in Höhe von 500.000 Euro, um das Haus zu erwerben, wie jetzt BILD berichtet.

Vor dem Landtag allerdings leugnete Wulff am 18. Februar 2010 jede geschäftliche Beziehung zu dem Unternehmer, weil er – juristisch korrekt – fein zwischen Ehemann und Ehefrau differenzierte. Politisch allerdings ist diese Differenzierung unzulässig. Es hätte zur Wahrheit gehört, die Gesamtbeziehung aufzudecken. Der Vorwurf der Parlamentstäuschung ist mit dieser Erklärung nicht ausgeräumt.

Nur zwei Wochen nach der Landtagssitzung löste Wulff den Privatkredit durch einen Kredit der baden-württembergischen BW-Bank ab, eine verschwiegenes Institut in einem CDU-regierten Land, das zur baden-württembergischen Landesbank gehört und laut Eigenwerbung “mit besonderem Fokus auf das Mittelstandsgeschäft in Baden-Württemberg tätig ist”. Wenn man sehr kritisch ist, könnte man diese Kreditumschichtung als Eingeständnis werten, dass der Privatkredit einen üblen Beigeschmack hatte.

Und warum lieh sich Wulff nicht von Anfang an das Geld ganz korrekt bei einer niedersächsischen Bank. Fehlten dafür etwa die Sicherheiten? Und wie glaubte er eigentlich, von seinem Ministerpräsidentengehalt (150.00 Euro jährlich), mit dem er zwei Familien finanzieren muss, innerhalb von fünf Jahren 500.000 Euro sparen zu können, um den Privatkredit 2013 abzulösen?

Die Geschichte hat einen üblen Geschmack. Ein Bundespräsident hat eine besondere Vorbildfunktion. Wulff muss sich jetzt prüfen, ob er dieses Vorbild noch sein kann. Aber es geht nicht nur um Wulff, sondern um das ganze Hannover-Biotop. Es wird Zeit, dass dort aufgeräumt wird.

Lesen Sie dazu auch meinen Beitrag “Erbfreundschaft” vom 1. August 2010

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

51 Kommentare

1) Uli, Dienstag, 13. Dezember 2011, 13:47 Uhr

Die “Konservativen” und die Knete, eine unendliche Geschichte…
Wer da noch an angebliche “Werte” glaubt (womöglich noch christliche!) , dem ist nicht mehr zu helfen.

2) Eduard, Dienstag, 13. Dezember 2011, 14:18 Uhr

Ah ja genau, die “Konservativen”. War da nicht was mit Scharping und Hunzinger, und Özdemir und Hunzinger? “Ein jeder kehr vor seiner Tür, da hat er Dreck ganug dafür…” :-)

3) PeterK, Dienstag, 13. Dezember 2011, 14:19 Uhr

Einfach nur zum Kotzen dieser schleimige Typ. Das trifft leider auf (zu)viele Andere auch zu.

4) FF, Dienstag, 13. Dezember 2011, 14:27 Uhr

Wulff muß zurücktreten. Führt kein Weg daran vorbei!

Ausgerechnet die “Ehefrauen”-Nummer! Der klassische Trick, um krumme Dinger zu verschleiern. Um das Finanzamt auszutricksen, Geldströme zu kaschieren, Abhängigkeiten zu verbergen, Insolvenzen zu verschleppen und, und, und. Ein Witz!

Dieses Ehefrauen-Blondchen (Bild im “Spiegel”) soll also Herrn Wullf ihr eigenes Geld geliehen haben? Das nicht von ihrem Unternehmer-Mann stammte? Aha, naja, dann…. Was arbeitet die Dame denn so?

Dieser Wulff ist erledigt. Dabei hatte er seinen Altersruhesitz im Schloß mitsamst seinem neuen B***kaninchen so schön eingefädelt…

PS.: Eins immerhin wird von Herrn Wulff in Erinnerung bleiben. Das Tattoo seiner Gattin.

5) Frankilein66, Dienstag, 13. Dezember 2011, 14:29 Uhr

Prima, endlich wieder einer Politikerhatz! Auf zum fröhlichen Jagen!

6) Ste, Dienstag, 13. Dezember 2011, 14:32 Uhr

Das zeigt ja auch sehr schön wie es allgemein um Politiker aussieht und wie groß die Gefahr dann ist MIst zu bauen, weil man keinen Überblick mehr hat, ständig belagert wird und wie ein Kind mit dem Lolli gelockt wird.

7) Sabine Zielke-Esser, Dienstag, 13. Dezember 2011, 14:54 Uhr

Sie wollen Vorbilder sein und können ihre Wurzeln nicht verbergen – sie sind vom Stamme Nimm. Geld muss ja sooo geil sein.

Der Provinz-Millionär Mario Adorf in seiner Glanzrolle in „Kir Royal“: „Ich scheiß Dich zu mit meinem Geld. Ich schieb es Dir vorne und hinten rein. Erst wehrst Du Dich, aber
irgendwann nimmst Du’s. Und dann hab ich Dich. Dann gehörste mir. Dann biste mein Knecht.“

In Hannover scheint die Gegenwehr besonders gering zu sein.

8) Alexander, Dienstag, 13. Dezember 2011, 14:58 Uhr

Eine eher peinliche Geschichte für unseren Bundespräsidenten!

Damit reiht Herr Wulf sich ein in die lange Reihe an Politikern, die für kleine Gefälligkeiten sehr offen sind. Leider ist dieses Phänomen in allen Parteien zu beobachten. Damit widerspreche ich also Uli im ersten Kommentar.

Insgesamt finde ich diese Sottise langweilig bis ärgerlich. Jetzt werden die Medien-Scheinwerfer wieder von den eigentlichen Problemen gelenkt auf Themen, die überflüssig sind.

Ich frage mich, wie man als Politiker einen derartigen Kredit überhaupt annehmen kann. Auch die anderen Gefälligkeiten wie etwa die Millionen-schwere Spende an Herrn Schröder durch Herrn Maschmeyer.

Sind diese Politiker unreif, charakterlich ungeeignet, oder zu arm? Oder sind unsere Politiker kleinkarierte Spießer?

9) IANAL, Dienstag, 13. Dezember 2011, 15:07 Uhr

Das Hannover-Biotop ist ne ziemlich üble Sache. Überspitzt formuliert, hat Maschmeyer Schröder zum Kanzler gemacht, damit er sich dann an der Riester-Rente eine goldene Nase verdienen kann. Erschwerend kommt der kleinbürgerlich-provinziell-neureiche Habitus dieser ganzen Gestalten hinzu.

Das ganze ist auch der einzige zwingende Grund, warum Steinbrück SPD-Kanzlerkandidat werden muss: Er hat als einziger aus der “Troika” ekinen engeren Bezug zu Hannover.

10) Michael A. Nueckel, Dienstag, 13. Dezember 2011, 15:31 Uhr

Heute liest man nur Zahlen zum Zinsdienst iHv. 1.666 EUR (ohne zeitliche Bezugsgröße), kein Hinweis zur Tilgung – und wie sehen die Bedingungen des BW-Kredits (Laufzeit, Zins- und Tilgungsdienst, Sicherheiten) aus, den wer und wie eingefädelt hat? Oder war das eine Art kollegialer Amtshilfe???

11) Uli, Dienstag, 13. Dezember 2011, 16:18 Uhr

Mag sein das die anderen Parteien auch nicht besser sind, aber bei der SPD denkt man vielleicht an Scharping oder Schröder, während der letzte Finanzskandal des Berliner CDU Justizsenators gerade mal ein paar Tage her ist:
http://www.rbb-online.de/nachrichten/politik/2011_12/weitere_debatte_um.html
http://www.tagesspiegel.de/berlin/finanziell-abgefederter-abgang/5950716.html

12) Jürgen S., Dienstag, 13. Dezember 2011, 16:35 Uhr

Wird der feine Herr Wulff nun schweren Herzens sein Amt aufgeben müssen? Ist sicher sehr unangenehm den Ehrensold von € 199.000,00 bis ans Lebensende fürs nichts tun zu bekommen.

Die Schwarz-Geld Koalition wird schon einen würdigen Nachfolger finden.

13) Toertjex, Dienstag, 13. Dezember 2011, 17:10 Uhr

Es ist so traurig, dass wir anstatt Gauck diesen langweiligen, faulen Bundespräsidentenschauspieler bekommen haben. Und das sein Focus auf persönlicher Vorteilsnahme gerichtet ist wundert dann nicht mehr. Da muss man sich für Wulff echt fremdschämen. Dann lieber überhaupt kein Bundespräsident.

14) Ste, Dienstag, 13. Dezember 2011, 17:23 Uhr

PS: Soviel auch zur Kritik der reinen Vernunft. Nichts, gar nicht. Bleibt nur noch StefanP’s möchtegern-arbeitsame Vernunft, eine traurige Trope. Nietzsche: “Aus Mangel an Ruhe läuft unsere Zivilisation in eine neue Barbarei aus. Zu keiner Zeit haben die Tätigen, das heißt Ruhelosen, mehr gegolten. Es gehört deshalb zu den notwendigen Korrekturen, welche man am Charakter der Menschheit vornehmen muss, das beschauliche Element in großem Masse zu verstärken.” (aus “Menschliches, Allzumenschliches”)

15) sk8erBLN, Dienstag, 13. Dezember 2011, 17:35 Uhr

Die einzig relevante Frage ist eigentllich nur die, weshalb die BLÖD just in diesem Augenblick mit dieser Geschichte um die Ecke kommt. Diese Breitseite geht ja nicht nur gegend en CDUler Wulff sondern auch gegen den Bundespräsidenten als Funktionsträger. Das weiss auch jeder Journalist der sich mit so einer Story hervorwagt.

Also, wem nützt das, weshalb gerade jetzt, was ist die Intention und von was könnte man evtl. ablenken wollen?

Na Herr Spreng, helfen Sie Ihren Kommentarschreibern auf die Sprünge? Genug Insiderwissen dürfte ja vorhanden sein.

Ansonsten ist das nur ein weitweres Mosaiksteinchen was den Politikverdruss weiter zementiert. Aber als Berliner müssen sie ja gar nicht bis nach Niedersachsen schweifen, der “Zwölf-Tage-Senator”, eine Zustandsbeschreibung dieser Republik und ihrer politischen Klasse.
http://www.radioeins.de/programm/sendungen/der_schoene_morgen/kommentar/lorenz_maroldt.html

Wirklich super kommentiert das den Steuerzahlern zugemutete Spektakel. Wobei die 6 Monate herausgetrickstes Übergangsgeld ja nicht mal die Spitze der Peinlichkeit sind. Mehr noch das drumherum der CDU Granden. Einfach kurz anhören. :)

Und irgendwie komisch dass das was vor gut 10 Jahren den Genickbruch auslöste für die CDU in Berlin -ein handfester Immobilienskandal, einmal mehr zu ihrem Fallstrick wurde.

Aber manchmal, ja manchmal passiert denn doch noch was:
Schick dass jetzt wenigstens der Bundesgerichtshof (BGH) den ex-Verteidigungsminister für sein Werben für Zockerpapiere in die Haftung nimmt.

Nein, nicht der Lügenbaron der unter die Internetspezialisten gegangen ist, es gibt ja noch einen Verteidigungsminister, sogar mit echtem Doktortitel. Rupert Scholz, der ein Zubrot als Botschafter des “Deutschen Vermögensfonds I” verdienen musste und nun eben auf die Schnauze damit fiel:
http://www.heise.de/tp/artikel/36/36058/1.html

So kanns gehen wenn man als Politiker unbedingt den Türöffner der Finanzindustrie spielen möchte.

Das merkt auch der von Ihnen erwähnte Unternehmer Carsten Maschmeyer der von Politikern umschwärmt wurde wie ein Haufen Sch*** von einem Schwarm Fliegen. In Österreich hat der seit Jahren schon die Staatsanwaltschaft am Hals. Eine umfangreiche Strafanzeige wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs bei der Staatsanwaltschaft Wien. Als Verdächtige werden AWD-Gründer Carsten Maschmeyer sowie aktuelle und frühere Geschäftsführer von AWD Österreich und das Unternehmen selbst ausgemacht. Die Wiener Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt in der Causa AWD “gegen rund 20 Personen aus dem Kreis des Managements”, bestätigte der Sprecher der Anklagebehörde, Oberstaatsanwalt Martin Ulrich, am Mittwoch. Der VKI, der Verein für Konsumenteninformation kommt zum Schluss, dass Maschmeyer, bis 31. September 2009 Vorstand der deutschen AWD Holding AG, “maßgeblich für die Entwicklung und Durchsetzung der betrügerischen Strategie des AWD” verantwortlich gewesen sei. Sein unternehmerisches Verhalten sei geprägt von einer “Diskrepanz zwischen Sein und Schein”. … Es würden zwei “Parallelwelten” geschaffen, einerseits die “gesetzestreue nach außen und andererseits die wahre, die nach dem Gesetz vorgeschriebene Verantwortung missachtende Praxis nach innen”. (APA)

http://derstandard.at/1322531463148/VKI-Strafanzeige-gegen-AWD-Gruender

Maschmeyer ist Wulf und Schröder sicher sehr dankbar für die eingenommenen Rollen.

16) Grimlock, Dienstag, 13. Dezember 2011, 18:37 Uhr

Eine Frage an alle Leser (der Autor darf sich natürlich auch gerne äußern): Ist es der Subjektivität meiner Wahrnehmung geschuldet oder ist es tatsächlich so, dass bürgerliche Politiker überproportional an krummen Geschäften beteiligt sind? Im Artikel von Herrn Spreng wird Gerhard Schröder ja bereits erwähnt und auch ähnlich anrüchige Geschäfte bzw. Vorgehensweisen sind uns allen ja auch von Politikern anderer Parteien bekannt. Aber wenn ich mich an politische Skandale, unzulässige Vorteilsnamen, anrüchige Vorgehensweisen oder schlicht und einfach kriminelle Handlungen zurückerinnere, fallen mir primär folgende Dinge ein:

Guttenberg, Koch-Mehrin, Dr. Chatzi, Schatzi von Westerwelle, Jüdische Vermächtnisse, Ehrenworte die mehr bedeuten als der in der Summe fünf mal getätigte Schwur auf die Verfassung, inkompetente Verteidigungsminister die ihren Posten nur erhalten weil sie dem Koch damals den Arsch gerettet haben, Filbinger (Kennen Sie nicht? Großer Widerstandskämpfer im Dritten Reich.), Steuergeschenke an solvente Hotelspender, Ministerpräsidenten pay-per-view.

Der Fairness halber sei gesagt, dass ich in der SPD aktiv bin. Ich habe mich *eigentlich* immer als unideologisch, pragmatisch und aufgeschlossen empfunden. Für mich ist auch der Besitz des Parteibuchs noch lange kein Grund wie ein pawlowscher Hund mein Kreuzchen bei der SPD zu machen. Trotzdem traue ich bürgerlichen Poltikern anscheinend an weit höheres Maß an krimineller Energie zu. Vielleicht nicht unbedingt weil ich sie für die schlechteren Menschen halte, sondern eher da, wie soll ich sagen, oftmals erst die Gelegenheit den Dieb erschafft. Und gerade vor diesem Hintergrund interessiert mich Ihre Meinung zu meiner Sichtweise. Bin ich denn wirklich in so jungen Jahren schon auf dem Parteiauge blind/blöd geworden? Oder leide ich gar an einem historischen Komplex der damit begann, dass die deutsche Admiralität einen Sozi nach Versailles geschickt hat um die Scheiße auszubaden?

17) Wastl, Dienstag, 13. Dezember 2011, 19:03 Uhr

Uh, die Kommentare hier werden ja immer schlimmer. Zieht die Horde von SPON quasi weiter?

ad res: Interessanter Artikel, klingt ja in der Tat etwas filzig. Leider eher die Regel als die Ausnahme bei Spitzenpolitikern…?

18) schnuffi, Dienstag, 13. Dezember 2011, 19:29 Uhr

Ich möchte an dieser Stelle gerne darauf verweisen, warum Wullf Bundespräsident wurde.
Grund war der Rücktritt seines Vorgängers, der wegen seiner Äußerungen zur Sicherung der deutschen Rohstoffversorgung mit militärischen Mitteln, wie sie übrigens auch im Weißbuch zu finden sind, von Parlamentarierrn jeglicher (vornehmlich grüner) Couleur kritisiert wurde.

Es bleibt spannend, welche Fahrt der aktuelle Fall im politischen Berlin aufnimmt….

19) EStz, Dienstag, 13. Dezember 2011, 22:10 Uhr

@ M. Spreng

Nun ja, ich würde das (als Hannoveraner) nicht auf Hannover beschränken. Die “Geschäfte” eines Franz-Josef Strauss, speziell im Zusammenhang mit Waffenbeschaffung für die Bundeswehr, Helmut Kohl mit seinen geheimen Kampfkassen, oder auf SPD-Seite Köln mit seinem wasserdichten U-Bahn-Konzept bzw. der Berliner Klüngel.

Macht verführt, und man muss wohl schon ein sehr starken Charakter haben, um subtil sich anbahnendes Einspinnen in einer Phase zu Beginn der eigenen Karriere, wo vielleicht noch tatkräftige Unterstützung wirklich in Bewegung nach vorne mündet, abzulehnen.

20) Bernd, Mittwoch, 14. Dezember 2011, 01:08 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

es sind viele Fakten, die Sie Ihren Lesern präsentieren, aber ich glaube die Verortung des Problems in Hannover (Wulff kommt übrigens aus Osnabrück) und die Parallelen zu Schröder führen nicht weiter.
Herr Wulff ist der Bundespräsident und damit kein Politiker mehr. Da ist es unverzichtbar, daß der Kandidat vor seiner Kandidatur sein Leben geprüft hat, ob da wirklich nichts ist, was das höchste Amt im Staat beschädigen könnte. Das hat Herr Wulff wohl versäumt.
Wenn die Gierigen im Land nun auch die letzt Bastion des Anstands genommen haben, was kommt da noch. Vielleicht Maschmeyer als BAfFin-Chef?
Die Sache passiert übrigens zu einem spannenden Termin. Mein Gruß geht an die Bayerische Staatskanzlei. Dort sollte man schon einmal einen Termin für Herrn Seehofer blocken, damit er als amtierender Bundesratspräsident die Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten aufzeichnen kann.

21) Der Polizeiphilosoph, Mittwoch, 14. Dezember 2011, 02:04 Uhr

Was mich bei der ganzen Sache umtreibt: Wo sind noch integre Politiker, die wissen was sie tun. Die sich nicht mit halbseidenen Gestalten einlassen, die einfach ihren Weg verfolgen und dabei wissen, was schwarz und was weiß ist.

WO SIND DIE?

Das kann doch nicht sein, dass in den Etagen nur noch Korruption und Amtsmißbrauch herrscht, dass überall übelste Leichen in den Kellern verteilt liegen?

Sollte unsere Demokratie wirklich so am Arsch sein?

22) Dieter Carstensen, Mittwoch, 14. Dezember 2011, 07:57 Uhr

Lieber Michael Spreng,

bekanntlich denke ich eher linksdemokratisch, womit ich keine Partei meine, ich bin parteilos.

Ich bin Jahrgang 1956 und meine aus meiner Lebenserfahrung zu wissen, dass zu einer funktionierenden Demokratie vor allem Eines gehört, egal in welcher Partei man ist, nämlich Integrität und Anstand seitens unserer Politiker.

Aber wo ist diese noch zu finden?

Mein Taufpatenonkel und Geschichtslehrer war viele Jahre CDU Landtagsabgeordneter in NRW, ein liebenswürdiger, aufrechter Mann, ein wertkonservativer reinsten Wassers, der mich nie hat spüren lassen, wenn ich im Geschichtsunterricht meine Arbeiten bei ihm ablieferte, dass ich damals Vorsitzender der Jungsozialisten in der SPD war und er eben Vorsitzender des CDU Ortsverbandes, aber wenn meine Arbeiten inhaltlich stimmig waren, gab es mir immer ein “sehr gut”, auch wenn ihm der Inhalt sicherlich manchmal nicht gefiel.

Wenn dieser aufrechte, wertkonservative Demokrat, von dem ich viel lernen durfte, seine Partei heute sehen könnte, er ist leider vor zwei Jahren verstorben, ich glaube, er würde sich im wahrsten Sinne des Wortes im Grabe rumdrehen.

Wo sind die Zeiten von integren und respektablen Bundespräsidenten wie Theodor Heuss oder Richard von Weizsäcker nur geblieben?

Sie haben recht, wer Wulffs Werdegang verfolgt hat, so wie Sie, war gewarnt vor diesem Mann.

Stimmt schon, was Sie schreiben, in Hannover scheint es ein “Biotop” der ganz besonderen Art zu geben, von da stammen der Gazprom Schröder, der Häuslebauer Wulff und mein fieser Cousin Wolfgang.

Der Volksmund sagt: “Manche Leute sind so dumm, wie sie lang sind.”

Scheint was dran zu sein.

Wie man so dämlich sein kann, wie Herr Wulff, ist mir ein Rätsel.

Und dieser Mann soll im höchsten Amt unseres Staates unsere Demokratie repräsentieren?

Der Mann sollte sich schämen und, wenn er noch einen Funken Anstand besitzt, zurücktreten.

Nichts, aber auch garnichts, hat er als Bundespräsident bisher zum Wohle des Volkes geleistet, so sehe ich das, keine einzige Rede von ihm hatte bisher auch nur ein bisschen inhaltliche Substanz, aber scheinbar ist er ja mehr mit seinen Häuslegeschäften beschäftigt, als mit seiner Aufgabe.

Dieser Mann zieht unser höchstes Staatsamt in den Schmutz, das verzeihe ich ihm nicht.

Gegen einen Richard von Weizsäcker, welcher das Bundespräsidentenamt bestens bekleidet hatte, mit seiner Integrität und seinen vielen klaren und in sich stimmigen Reden, ist Herr Wulff ein Niemand.

Besser wäre, er geht zurück in die hannoversche Kommunalpolitik.

23) Uwe Alschner, Mittwoch, 14. Dezember 2011, 08:39 Uhr

Erbarmen! Die Argumenation, sehr geehrter Herr Spreng, in Ihrem Beitrag ist wohlfeil! Was wollen Sie? Geht es Ihnen um differenzierte Betrachtung sehr verschiedener Fälle. Dann sollten Sie tiefer recherchieren und erkennen, dass es a) weder irgendeinen Hinweis auf etwaige Begünstigungen des Herrn Geerkens oder seiner Frau und b) eine sehr lange und familiäre – keineswegs geschäftliche – Beziehung zwischen Herrn Wulff und der Familie Geerkens gibt. Wer die Hintergründe kennt, weiss, dass es hier nicht nur um eine Privatsache geht, sondern faktisch eine Einmischung in familiäre Angelegenheiten des Bundespräsidenten vorliegt. Niemand würde Kritik üben, wenn Wulff sich Geld seiner Eltern geliehen hätte. Wulff hat gerade zu Egon Geerkens und seiner Familie seit vielen Jahren (damals war eine Karriere als Spitzenpolitiker, erst recht als Bundespräsident überhaupt nicht absehbar) eine sehr familiäre Beziehung gepflegt, in die einzumischen die Öffentlichkeit ohne gewichtigen Anlass kein Recht hat!
Geschäftliche Interessen verfolgen wohl eher diejenigen, die an dieser Stelle eine Angelegenheit, die nichts mit dem Amt des Bundespräsidenten zu tun hat, “hochziehen”, um Auflage zu machen oder “Beratungsmandate” an Land zu ziehen.
Sehen Sie nicht, welche Verantwortung auch Sie persönlich tragen, wenn Sie – ohne eine nähere Kenntnis der Umstände – insinuieren, dass es Interessenkonflikte gibt, wo sie (bisher) nicht erkennbar sind? Glauben Sie, dass dergleichen folgenlos für das Ansehen des Amtes des Bundespräsidenten und unseres Staatswesens ist?

24) gabriele, Mittwoch, 14. Dezember 2011, 09:18 Uhr

Hoppla…Der Herr Alschner weiß aber seeehr Bescheid.
Ein Schelm der Böses dabei denkt.

Gerade jetzt, wo unser Geld verballert wird, ist es höchste Zeit – FILZ AUFZUDECKEN UND JEDEN DRECKSTALL AUSZUMISTEN, dass dürfen wir als die Betrogene wohl erwarten!

25) Frank, Mittwoch, 14. Dezember 2011, 09:26 Uhr

Zitat Grimlock: “Bin ich denn wirklich in so jungen Jahren schon auf dem Parteiauge blind/blöd geworden? Oder leide ich gar an einem historischen Komplex der damit begann, dass die deutsche Admiralität einen Sozi nach Versailles geschickt hat um die Scheiße auszubaden?”

Ich weiß zwar nicht, was das mit der Causa Schröder, Wulff et al. zu tun hat, aber lassen Sie es sich gesagt sein: Die “Scheiße”, die sie in Versailles auszulöffeln hatte, hatte sich die deutsche Sozialdemokratie vier Jahre zuvor treudoof selbst mit eingebrockt.

26) Blixten, Mittwoch, 14. Dezember 2011, 10:09 Uhr

@Uwe Alschner: Es ist doch nicht der Kredit an sich, der Herrn Wulf jetzt zu schaffen macht, sondern sein Umgang damit. Er kann ja gerne langjährige familiäre Beziehungen zu Geerkens haben, er hätte das dann aber einfach sagen sollen.

Zu behaupten, man hätte keine geschäftliche Beziehung mit dem Mann, da man sich das Geld ja von seiner Frau geliehen hat, empfinde ich als unredlich. Solche Winkelzüge führen dann auch zu dem verschachtelten Juristen- und Beamtendeutsch, dass man kaum mehr verstehen kann.

27) H. Freitag, Mittwoch, 14. Dezember 2011, 10:14 Uhr

Zum “Biotop-Hannover” bedarf es aber einer wesentlichen Klarstellung: Es ist in keiner Weise ein kommunalpolitisches Phänomen, alle Verstrickungen handeln auf Landes- oder Bundesebene. . Im Rathaus regieren seit Jahrzehnten sprode Sozialdemokraten (Schmalstieg und Weil) mit engagierten Grünen skandalfrei und mit ziemlich stetig wachsender Mehrheit, und fühlen sich nun wirklich zu unrecht an den Pranger gestellt.
Ich verwahre mich dagegen, dass Kommentaroren Herrn Wulff zurück in die hannoversche Kommunalpolitik schicken wollen. Er ist Osnabrücker. Glogowski war Braunschweiger, Gabriel Harzer Roller und Schröder kann immerhiin aus dem damaligen Landkreis Hannover.

28) Maren P., Mittwoch, 14. Dezember 2011, 10:21 Uhr

@ Uwe Alschner @ all

Ein für allemal: Ich verbitte es mir, als vermeintlich gutgläubige Untertanin für die Zwecke irgendwelcher Raffkes in Staat und Parteien instrumentalisiert zu werden!

NICHT die Kritiker offensichtlichen Fehlverhaltens schädigen das Ansehen eines Amtes oder gar des gesamten Staatswesens! Sondern diejenigen, die meinen, auch in höchsten Staatsämtern seien sie frei in der Wahl ihrer (anrüchigen) Freunde oder in der Annahme von Geldern oder geldwerten Vorteilen!

Ob Wulff deshalb als Bundespräsident zurücktritt, überlasse ich seinem Gewissen. Auch die Amtszeit eines Präsidenten-Darstellers endet nach fünf Jahren. Damit muss es dann aber auch genug sein. Entscheidend wird sein, dass bis dahin ein transparentes Findungsverfahren unter Beteiligung des Volkes installiert wird!

29) Major Tom, Mittwoch, 14. Dezember 2011, 10:22 Uhr

Immerhin stützt der FDP-Chef jetzt den Bundespräsidenten per Interview in der PNP. “Der Bundespräsident hat erklärt, er habe sich damals korrekt verhalten. Ich habe überhaupt keinen Anlass, an dieser Aussage zu zweifeln.”

Dann haben wir uns wohl gestern völlig umsonst aufgeregt. Vielleicht sollten wir uns wirklich über die seinerzeit juristisch korrekte Antwort vom Ministerpräsidenten Wulff freuen, dem Fragesteller ein “Selber schuld. Frag doch genauer!” zurufen und die Sache beruhigt zu den Akten legen. Es kommt halt allenthalben vor, dass man sich im Freundeskreis Geld leiht und dies durch ein Bankdarlehen ablöst. Der zeitliche Zusammenhang zu einer kritischen Nachfrage im Landtag ist sicher purer Zufall.

Freuen wir uns einfach doch bereits jetzt auf die Weihnachtsansprache unseres Bundespräsidenten. Da wird einem endlich wieder warm ums Herz. Ganz sicher.

30) tob1987, Mittwoch, 14. Dezember 2011, 10:33 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

was mich am meisten an dieser Geschichte interessiert, sind die Motive die Bild-Zeitung. Sicherlich bin ich nicht der einzige, der den EIndruck hat, die BILD wolle nun Wulff aus dem Schloss jagen. Doch warum? Bisher war das Blatt doch geradezu angetan von diesem profillosen, blassen Herren mit der attraktiven jungen Frau samt Tattoo.
Würde man nun eine solche Jagd auf Herrn Lammer veranstalten, wäre das ja einfach als Racheaktion zu verstehen, weil dieser es wagte, den (nach Lesart von BILD und der Mehrheit der von ihr bereits indoktrinierten Deutschen) besten Politiker der Welt als Sargnagel der Demokratie zu bezeichnen.
Hat sich der Bundespräsident etwa auch abfällig über Gutti geäußert und dies ist nun die Quittung ? oder was steckt ihrer Meinung nach dahinter? BILD wollte doch Wulff und nicht Gauck…

Tobias i.

PS: gerade fällt mir eine abwegige Erklärungsmöglichkeit ein, BILD würde ich das aber sogar zutrauen: soll Wulff das Schloss etwa für den Baron räumen?

31) Andronico, Mittwoch, 14. Dezember 2011, 10:58 Uhr

Herr Wulff kann gern zurücktreten, werde ihn nicht vermissen. Allerdings hab ich die Hoffnung aufgegeben, dass das alles nur Einzelfälle von “besonders verderbten Personen” sind. Bei manchen ist es offensichtlicher als bei anderen dass man gern mal das ein oder andere mitnimmt, wenn es die Gelegenheit gibt. Und das meiste wird vermutlich nie publik werden.

Die Frage ist eher, warum immer wieder sowas passiert. Ist die Macht so verführerisch? Zieht die Politik Personen an, die besonders empfänglich sind für solche Art von Zuwendungen (Sucht nach Anerkennung, Gier)? Ist es einfach nur die Gelegenheit, die hier “Diebe schafft”? Oder ist es die auch die Eitelkeit, dass man sich geschmeichelt fühlt, wenn einen der “große Unternehmer” einlädt. Und man ist ja eh so schlecht bezahlt für diesen Horrorjob, da kann man doch mal was mitnehmen.

Entscheidend ist die Frage der Einflussnahme. Im Prinzip ist ja nichts dagegen zu sagen, wenn Herr X seinen Freund Herrn Y “einen ausgibt”. Aber das Gschmäckle bleibt, vor allem weil man vermuten darf, dass Herr X Herrn Y nicht eingeladen hätte, wenn er sein Klempner oder Postbote gewesen wäre. Hier geht es offenbar um “Landschaftspflege”, selbst wenn sich Herr Y dessen gar nicht bewusst sein sollte (was wiederum schwer zu glauben ist) und wirklich glaubt Herr Y ist sein Freund.

32) wschira, Mittwoch, 14. Dezember 2011, 13:20 Uhr

@eduard nr2

Ich komme erst jetzt dazu, die Kommentare zu lesen. Ich verstehe Ihren Einwand nicht. Herr Spreng ist (ohne ihm nahetreten zu wollen :-)) nach eigenem Selbstverständnis konservativ. Wenn er konservativen Dreck zusammenkehrt, ist das ja wohl aller Ehren wert!

33) Lacerda, Mittwoch, 14. Dezember 2011, 13:36 Uhr

Die Machenschaften des AWD sehr gut.
Als mein Mann arbeitslos war, ist er dieser sektenähnlichen Organisation beigetretten.
Als wir im Juli aus dem Urlaub in der Schweiz zurück kehrten, lag ein Brief im Kasten mit einer “Einladung”
zu einem Meeting am Sonntag um 21 Uhr. Da mein Mann zu diesem Treffen nicht ging, wurde er sofort aus dem Verein herausgeworfen. Zum Glück. Andere Bekannte waren jahrelang verschuldet und haben dem AWB bezahlen müssen (Büromaterial, Infrastruktur, Provisionen, usw). Abenteurliches Unternehmen.
Der Ehemann von Veronica Ferres ist deshalb so reich, weil er viele Menschen – mit der Vorwand aus der Arbeitslosigkeit zu nehmen – tiefer in die Schuldenfalle getrieben hatte.
Um “Probebesuche” zu absolvieren, mußte man auch die Addresse von Freunden und Bekannten freisgeben. Diesem Unternehmen gehört geschlossen.

34) IANAL, Mittwoch, 14. Dezember 2011, 14:09 Uhr

@30 In der Tat eine interessante Frage. Auch wenn Herr Spreng heute früh im DLF meinte, die BILD sei halt an dem Scoop interessiert, kann mir keiner erzählen, dass es reiner Zufall ist, dass so was rauskommt. Ich frage mich nur, warum gerade jetzt? Entweder hat jemand aus dem Hannoveraner Biotop die Sache aus einem bestimmten Grund jetzt der Bild gesteckt, oder die Bild wusste das schon viel länger und hielt es für eine gute Idee, jetzt damit rauszukommen. Es bleibt die Frage warum gerade jetzt? Eigentlich ist so kurz nach dem Köhler-Abgang ein weiterer Bundespräsidentenrücktritt schwer vorstellbar, das würde das Amt insgesamt dauerhaft beschädigen.

Und was Ihre Guttenberg-These betrifft: Die wollte ich gerade schon als kompletten Unsinn in den Wind schlagen, da fiel mir auf, dass der Lügenbaron just letzte Woche 40 Jahre alt geworden ist und damit die verfassungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt. Zufälle gibts… Aber das dürfte doch nicht mal Kai Diekmann glauben, dass er dafür ne Mehrheit in der Bundesversammlung kriegt?!?

35) xpomul, Mittwoch, 14. Dezember 2011, 14:40 Uhr

die halbwertzeiten unserer bundespräsidenten werden immer kürzer scheint mir, aus welchem grund nun auch.

guttenberg for president ?
ist das der grund der bild das zu outen gerade nun ?

36) EStz, Mittwoch, 14. Dezember 2011, 15:20 Uhr

Nachtrag. DIe Reaktion von Standard & Poor’s auf die Affäre

http://news.de.msn.com/panorama/panorama.aspx?cp-documentid=159158246

37) Tobi, Mittwoch, 14. Dezember 2011, 16:08 Uhr

Ich finde das Vergehen von Wulff hier ja auch verwerflich, aber vor allem finde ich ja, dass man sich mal die Frage stellen muss, ob jemand der so offensichtlich unsensibel und mit Unverständnis unserer Gesellschaft agiert, für ein politisches Spitzenamt überhaupt geeignet ist.

Wie dumm kann man denn sein, solch einen Kredit aufzunehmen? Wie kann man davon ausgehen, dass einem so etwas nicht früher oder später um die Ohren fliegt? Ich denke doch mal, dass Herr Wulff über ein gesichertes Einkommen verfügt und ihm jede Bank mit Freuden einen Kredit zu guten Bedingungen gibt – nicht ganz so günstig wie das ein “Freund” aus der Industrie macht, aber das ist nun mal der Preis, den man bezahlen muss um langfristig in der Politik zu bleiben. Dann doch lieber die Methode Rolli Koch / Gerd Schröder fahren und sich einen Spitzenjob in der Wirtschaft besorgen nachdem einem der ganze Politikerkrempel Wurscht ist.

Ähnlich wie bei Guttenberg: wenn man zu blöd ist, solche Fehler zu vermeiden, was richtet man dann erst politisch an? Die “chaotische Arbeitsweise” haben wir ja in der Bundeswehr bewundern können – wie verhält sich denn so ein unsensibler Fettnäpfchentreter mit ausländischen Staatsgästen?

38) Ste, Mittwoch, 14. Dezember 2011, 16:15 Uhr

Frechheit, dass es anscheinend völlig ok ist, und die Bürger im Land beruhigen soll, wenn Frau Merkel laut ARD “volles Vertrauen” in WUlff hat, tolle Wurst, der Bundespräsident ist nicht für Frau Merkel da, sondern für das Volk. Aber moment, da war ja was: Die merkwürdige Absage eines Bundespräsidenten und die merkwürdige Bundespräsidentenwahl in 2010.

39) sk8erBLN, Mittwoch, 14. Dezember 2011, 18:14 Uhr

@ Herr Spreng

Schade dass Sie darauf verzichten Ihre Vermutung zu äußern weshalb die BILD den Wulff auf den Markt wirft, ich bin sicher, Sie vermuten dazu etwas…..

40) sk8erBLN, Mittwoch, 14. Dezember 2011, 18:21 Uhr

aber ich liefere mal einen Ansatz was da passiert sein könnte:

Wulffs Schweigen
Der Kredit des Präsidenten
14.12.2011 · Dieser Bundespräsident wird künftig schweigen müssen: Spätestens am 17. August erfuhr Christian Wulff, dass die Presse in der Sache seines Hauskaufs recherchierte. Am 24. August sprach er im Kreis von Nobelpreisträgern über Bonität und Bürgschaften. Es war seine erste und letzte Rede über das Schicksalsthema unserer Zeit.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/wulffs-schweigen-der-kredit-des-praesidenten-11562994.html

Die bohrende Frage weshalb zum jetzigen Zeitpunkt ist so interessant, das man darüber noch eine Weile nachdenken sollte.
Wulff der nächste Ikarus der sich die Wachsflügel verbrannt hat so wie zuvor schon Köhler dessen Abgang ja auch so einiges an Fragezeichen hinterließ.

41) Wertkonservativliberaler, Mittwoch, 14. Dezember 2011, 20:02 Uhr

Der Falll Wulff zeigt wie der Fall Guttenberg, dass die “Besten-Auslese” bei der Union nicht funktioniert (von anderen Parteien spreche ich jetzt als CDU-Mitglied gar nicht, da schweigt des Sängers Höflichkeit…).

Es ist mir einfach schleierhaft, wie ein Ministerpräsident überhaupt auf die instinktlose Idee kommen kann, sich einen Privatkredit über 500.000 Euro von einer Privatperson geben zu lassen. Das hat einen Geschmack und macht den Mann erpressbar. Wie töricht!

Wulff war als Partei-Apparatschik von vornherein der falsche Mann für das Bundespräsidentenamt; einen Joachim Gauck hätte ich in dieser Position sehr gerne gesehen!

Und – soll Wulff jetzt zurücktreten? Er hätte dann als auch zurückgetretener Bundespräsident Anspruch auf lebenslange Alimente als Alt-Bundespräsident – neben Scheel, Weizsäcker, Herzog und Köhler dürfte der Steuerzahler also einen mehr durchfüttern!!! Allein deswegen soll er nicht zurücktreten, sondern durch seine pure Existenz und sein pures Verbleiben im Amt aufzeigen, wie sehr das Bundespräsidentenamt auf den parteipolitischen Hund gekommen ist!

42) karel, Donnerstag, 15. Dezember 2011, 00:03 Uhr

40 – sk8erBLN,
Vorsicht, kommen Sie den wirklichen Fragen nicht zu nahe…..

43) Namensvetter, Donnerstag, 15. Dezember 2011, 01:04 Uhr

Keine konservativen Werte?

Finanzielle Machenschaften über eine Frau abdecken, gar noch die eigene: Das nenn’ ich christlich-konservatives Gottvertrauen!

44) Sven Garber, Donnerstag, 15. Dezember 2011, 10:26 Uhr

Es fragt sich, wer Bild da einen Tipp gegeben hat, meist sind es ja Parteifreunde… Aber ungeachtet dessen denke ich nicht, dass das ein rein niedersächsisches Problem ist. In Bayern wurde mal ein besonders eifriger Steuerprüfer vom Landrat zurückgepfiffen, weil ein Unternehmen droht, wegen der scharfen (aber natürlich gesetzlich korrekten) Prüfung abzuwandern. In Hamburg regiert seit Jahren in den Behörden der Filz.

Irgendwann ist man als Politiker vermutlich auch in der Falle: Jedem Menschen ist es gestattet, sich bei Freunden statt bei einer Bank einen Kredit zu holen. schwierig ist der Umgang damit: Wenn Wulff im Landtag nicht juristisch, sondern politisch korrekt geantwortet hätte, wäre er zerfleischt worden und man hätte danach gefahndet, ob er bei irgendeiner Reise Herrn Geerkes mal ein Glas Rotwein spendiert hätte oder sich hätte spendieren lassen und damit bestechlich war. Antwortet er juristisch korrekt und es “fliegt auf”, ist es auch falsch. Wenn man aber sonst – auch 2010 schon – keine anderen Angriffsflächen auf einen an sich guten und soliden Ministerpräsidenten hat, dann muss man wohl zu solchen Mitteln greifen. Und vermutlich die ganze politische Kaste austauschen.

Ich finde, wir haben derzeit wichtigere Themen.

45) Tom, Donnerstag, 15. Dezember 2011, 14:42 Uhr

Guten Tag,

das hier:

http://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_politik/article13766222/Eine-Frage-des-Stils.html

sagt so ziemlich alles über den Charakter unseres BuPrä.

Aber so richtig ärgern kann ich mich auch nicht. Mitnahmequalität ist Berufsbedingung.

46) EStz, Donnerstag, 15. Dezember 2011, 15:04 Uhr

> 38) Ste, Mittwoch, 14. Dezember 2011, 16:15 Uhr

> Frechheit, dass es anscheinend völlig ok ist, und die Bürger im Land
> beruhigen soll, wenn Frau Merkel laut ARD “volles Vertrauen” in Wulff hat,
> tolle Wurst, der Bundespräsident ist nicht für Frau Merkel da,
> sondern für das Volk.

Dieser nicht….

Unter Helmut Kohl war es Richard von Weizäcker, der “Helmut’s Präsident” sein sollte. Herr von Weizäcker hat sich freigeschwommen und unabhängig gehalten. Ich sehe diese Tendenzen nicht bei einem Herrn Wulff.

Ist letztendlich auch egal, schließlich hat Angela Merkel einen Bundespräsidenten eingestellt und nicht einen banktechnischen Angestellten….

47) M.M., Donnerstag, 15. Dezember 2011, 15:22 Uhr

Der neue “Ueberbrueckungskredit” musste nun wegen nicht vorhandenen Bankgeheimnisses aus einem anderen Bundesland gegeben werden. – Liegt das Biotop wirklich in Hannover oder doch in der Schweiz?

48) sk8erBLN, Donnerstag, 15. Dezember 2011, 20:15 Uhr

Interessant wie ambitioniert die FAZ nachlegt in Sachen Wulff:

“Bundespräsident Wulff
Die Angst der Kanzlerin
15.12.2011 · Bisher galt: Verfassungsorgane bewerten sich nicht gegenseitig. Nun lobt die Bundeskanzlerin den Bundespräsidenten. Das heißt, sie hat Angst um ihn.

Diese Äußerung ist schon deshalb bemerkenswert, weil die Kanzlerin früher mehrfach erklärt hatte, der gegenseitige Respekt der Verfassungsorgane gebiete es, sich nicht gegenseitig zu bewerten und zu kommentieren. Es wird doch nicht der Respekt abhandengekommen sein? Jedenfalls ist etwas hinzugekommen: die Angst, schon wieder einen Bundespräsidenten zu verlieren.
http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/bundespraesident-wulff-die-angst-der-kanzlerin-11562973.html

Die dünne Erklärung von Wulff selbst macht die Sache nur wenig besser. Kein Wunder dass die FAZ noch einmal gründlich nachlegt.
Herausgeber Berthold Kohler:
Bundespräsident Wulff
König Amfortas
15.12.2011 ·
Bundespräsident Wulff bedauert, ein Parsifal gewesen zu sein. Einen Akt und ein Amt später blickt uns König Amfortas entgegen.

http://www.faz.net/aktuell/politik/bundespraesident-wulff-koenig-amfortas-11564952.html

Interessant wie viele Stufen von Moral es scheinbar gibt. Als Ministerpräsident braucht man weniger Moral als als Präsident. So ein Glück, als einfacher Bürger habe ich jetzt immerhin eine gehörige Portion dieses moralischen Freiraums. Es lebe das parlamentarische Kastenwesen.

@ 44) Sven Garber, Donnerstag, 15. Dezember 2011, 10:26 Uhr
“Es fragt sich, wer Bild da einen Tipp gegeben hat, meist sind es ja Parteifreunde… ”

Wenn 500.000 EUR auf ein Konto überwiesen werden wissen das durchaus viele, u.a. diverse Organisationen in den USA, dem SWIFT Abkommens ei dank.. Es muss noch einen anderen Grund geben als die Rede. So fix dürfte es nicht gehen für die Presse Einblick in die Grundbücher des Präsidenten zu erhalten, das war am 17.8.2011, Wulffs Brandrede folgte am 24.8.2011. Selbst wenn die vorab vom Redenschreiber Wulffs erstellt wurde, etliche Monate waren es vermutlich dann auch wieder nicht. Um näheres zu erfahren müsste man im Detail prüfen wem alles Wulff in diesem Jahr gehörig auf die Füße trat. Das wird schwer bis unmöglich, ist ja nur ein Bruchteil seiner Termmine öffentlich zu recherchieren, von den vertraulichen Gesprächen ganz zu schweigen. Da aber dürfte der Schlüssel liegen.

49) karel, Donnerstag, 15. Dezember 2011, 20:21 Uhr

46) EStz
Nun, ein von Weizäcker war nicht so “bedürftig” wie ein Wulff.

Abgesehen davon, bei der langen “Vorgeschichte”,
mit dem Stiefvater von Wulff “Skat gespielt”,
also eine herzliche Freundschaft von über 30 Jahren….
als Trauzeuge bei der ersten Hochzeit, usw.usw.
Wenn die Frau eines Unternehmers “im Ruhestand”
einem Freund der Familie nach dessen “kostspieligen” Scheidung dann mal unter die Arme greift.
naja, dann ist für die Medien der Staat in Gefahr
Zum Lachen ist einem langsam nicht mehr zumute….
bei soviel medialer “Beflissenheit”.
Nunja, beim Augstein jr. unter SPON kann man ja nachlesen, wofür´s gut sein soll……

50) EStz, Freitag, 16. Dezember 2011, 12:23 Uhr

49) karel, Donnerstag, 15. Dezember 2011, 20:21 Uhr

Abgesehen davon, bei der langen “Vorgeschichte”,
mit dem Stiefvater von Wulff “Skat gespielt”,
also eine herzliche Freundschaft von über 30 Jahren….
als Trauzeuge bei der ersten Hochzeit, usw.usw.
Wenn die Frau eines Unternehmers “im Ruhestand”
einem Freund der Familie nach dessen “kostspieligen”
Scheidung dann mal unter die Arme greift.
naja, dann ist für die Medien der Staat in Gefahr
_________________________________________

Wenn es “nur” das wäre – kein Thema. Vielleicht ist weder der Kredit problematisch, noch, dass er ohne Zweck und ohne Sicherheitsleistungen gegeben wurde.

Vielleicht ist auch der Urlaub in Florida oder bei Maschmeyers nicht problematisch – wenn ich die gleiche Summe auf den Tisch lege, darf ich da ja auch hin und bekomme den gleichen Service.

Problematisch ist aus meiner Sicht, dass Herr Wulff bei der offiziellen Befragung das Thema verschwieg, und anschließend den Kredit auf eine “richtige” Bank umzulegte. Das sagt meinem gesunden Menschenverstand, dass Herr Wulff ein schlechtes Gewissen bzw. etwas zu verschweigen hat. Mit der Konkurrenz (Glogowski) sprang er ja zu Recht in einer ähnlichen Angelegenheit recht ruppig um.

Hätte er sich hingestellt und die Wahrheit gesagt, hätte es sicherlich ein paar mediale Ohrschellen gegeben. Ob die schlimmer ausgefallen wären als jetzt, wage ich mal zu bezweifeln. In jedem Falle hätte er sagen können: “Ich habe nichts zu verbergen.”

Und wenn diese Ausrede “Ich habe ja nicht gelogen” durchgeht, wie sollen in Zukunft Landtag und Bundestag in vergleichbaren Situationen fragen: Haben Sie Kontakte zu dem und dem, oder seiner Frau oder Kindern, oder zu Verwandten und Freunden, oder vielleicht zu Nachbarn?”

Herr Wulff ist kein Dummkopf. Der wußte, was man von ihm wissen wollte, er wußte die ehrliche, richtige Antwort und hat sie nicht gegeben. Und das finde ich schade.

51) Rischeck, Freitag, 16. Dezember 2011, 16:47 Uhr

Die Vorstellung, ein Herr Piech würde in einem Lear Jet von Braunschweig nach Wien fliegen, erzeugt ja schon bei der Lektüre Platzangst. Warum tun sich in Deutschland Journalisten so schwer mit den Fakten? PS: Die Damen reisten damals übrigens in einem zweiten Falcon Jet.

Wie ist Ihre Meinung?

Kommentar schreiben


Ihr Kommentar *


* Pflichtfelder


apparent media - iPhone Apps aus Berlin