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Die Spur des Geldes

In vielen Kriminalromanen fordert irgendwann ein findiger Ermittler: Folge der Spur des Geldes. Zu einem solchen Krimi wächst sich jetzt auch die Kreditaffäre des Bundespräsidenten aus.

Die neuen „Spiegel“-Enthüllungen sind zwar kein Beweis, dass Christian Wulff gelogen hat, aber sie zeigen, dass der Unternehmer Egon Geerkens wesentlich stärker an dem Kreditgeschäft beteiligt war als bisher angenommen. Er führte die Kreditverhandlungen. Er habe sich überlegt, „wie das Geschäft abgewickelt werden könnte“.

Und er sagte einen verräterischen Satz, warum Wulff die 500.000 Euro mit einem anonymen Bundesbankscheck übermittelt wurden: „Wir sind beide sehr bekannt in Osnabrück. Und ich wollte nicht, dass irgendein Bank-Azubi sieht, dass so viel Geld von mir an Wulff fließt“. Und die Zinsen für den Kredit wurden auf ein Gemeinschaftskonto des Ehepaares überweisen.

Diese Enthüllungen und die Tatsache, dass Wulff im niedersächsischen Landtag nicht offenbarte, dass er diesen Kredit erhalten hatte und sich heute formaljuristisch darauf zurückzieht, dass es ein Kredit der Geerkens-Ehefrau gewesen sei, sind Indizien dafür, dass der Geldfluss mit Vorsatz verschleiert werden sollte. 

Das mag formaljuristisch immer noch in Ordnung sein, aber auf  Wulff lastet weiter und jetzt verstärkt ein Schatten. Seine Integrität hat gelitten und sein moralisch erhobener Zeigefinger gegenüber den Banken zeigt jetzt auch auf ihn zurück.