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Sonntag, 18. Dezember 2011, 12:50 Uhr

Merkels Präsidenten

Die spannendste Frage der Woche ist, ob dieses Jahr die Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten ausfällt, weil es an Weihnachten keinen Bundespräsidenten mehr gibt. Oder beschert Christian Wulff den Fernsehsendern einen Quotenhit, weil jeder mitbekommen will, wie sich der Präsident durch die Ansprache und weiter durch sein Leben mogelt?

Sollte Wulff noch das rettende Ufer der Feiertage erreichen, dann wird er künftig nur noch ein trauriger Präsidentendarsteller sein – gezeichnet von der Kreditaffäre und nachhaltig erschüttert in seiner moralischen Autorität. Ein Präsident zum Schämen.

Schade, denn es hätte auch anders kommen können. Und da sind wir bei Angela Merkel und der unglücklichen Wahl ihrer Präsidenten.

Statt Wulff würde Joachim Gauck die Weihnachtsansprache halten, gespickt mit unbequemen Wahrheiten für Regierende und Regierte. Wir hätten einen untadeligen Präsidenten, der weder Herrn Geerkens noch Herrn Maschmeyer zu seinen Freunden zählt, einen Mann des Geistes und der Worte, einen liberalkonservativen Mann, hinter dem sich alle Parteien (bis auf die unbelehrbare Linkspartei) und alle Bürger versammeln könnten. Einen Bürgerpräsidenten. Ein bisschen eitel vielleicht, aber das wäre seine einzige erkennbare Schwäche gewesen.

Aber es sollte anders kommen, weil Angela Merkels Kriterien für die Präsidentenauswahl andere sind. Sie suchte wie schon bei Horst Köhler einen handzahmen Präsidenten, der ihre Kreise nicht stört. Und, anders als bei Köhler, versuchte sie das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden: ein Rivale weniger, der ihr einmal hätte gefährlich werden können.

Parteitaktik statt Staatswohl – das war bei der Auswahl Wulffs ihre kleinkarierte Perspektive. Und es sollte ein Parteimann sein, ein lebenslanger Berufspolitiker, der die Fallstricke der Politik kennt. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass sich ausgerechnet ihr Parteimann jetzt in den Fallstricken der Politik und des Privaten verfangen hat.

Angela Merkel hat, zurückhaltend ausgedrückt, keine glückliche Hand bei der Präsidentenauswahl. Als sie Horst Köhler an Guido Westerwelles Küchentisch zum Präsidenten machte, ging es darum, Wolfgang Schäuble zu verhindern. Ihr taktisches Kalkül: ein Wirtschaftstechnokrat sollte das Bündnis aus CDU/CSU und FDP vorbereiten. 

Mit Wulff wollte sie Gauck verhindern, einen Mann, der ihr eigentlich viel näher stehen müsste. Erst im demütigenden dritten Wahlgang schaffte es der Niedersachse. Und heute wird Merkel möglicherweise ihre eigene Kurzsichtigkeit verfluchen.

Der untadelige Köhler ging, weil er nicht stand, als der Wind etwas rauher wehte, und Wulff tut so, als würde er noch stehen, obwohl ihn der Sturm längst umgepustet hat. Zwei Präsidenten, zwei Fehlentscheidungen Merkels. Der Fall Wulff ist auch ein Fall Merkel.

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131 Kommentare

1) Bert Grönheim, Sonntag, 18. Dezember 2011, 13:05 Uhr

Ich sehe nicht so klar einen “Fall Merkel”. Ich habe mich schon derart an Reaktionen wie von Wulff gewöhnt, daß ich mich fast aufraffen musste, die Berichterstattung weiter zu verfolgen. Mir geht es hier – wie bei der langen Reihe anderer Fälle – um den Umstand, daß die Wulffs dieser Republik die aus Mafiakrimis hinlänglich bekannte Verteidigung ungestört auf- und ausbauen dürfen, während am vermeintlich unteren Rand der Gesellschaft die Kontrolle äusserst akribisch und stets mit hohem moralischen Anspruch durchgeführt wird und der Generalverdacht die meist diskussionslos hingenommene Regel zu sein scheint. In Deutschland wird gerne über italienische Verhältnisse spekuliert, stets mit dem Hinweis, daß wir hier weit entfernt davon seien. Ich denke, Herr Wulff würde sich mit seiner Haltung in der italienischen Politik sehr wohl fühlen. Die Verteidigung von Herrn Wulff wurde bereits x mal in anderen Fällen benutzt. Vielleicht besteht die Chance diese Kette zumindest vorläufig zu unterbrechen.

2) Andronico, Sonntag, 18. Dezember 2011, 13:21 Uhr

Kommt jetzt wieder die Joachim Gauck-Nummer? Hoffen wir, dass uns der als Präsident erspart bleibt! Neoliberale Spalter hat dieses Land schon genug.

3) david, Sonntag, 18. Dezember 2011, 13:26 Uhr

“liberalkonservativen Mann, hinter dem sich alle Parteien (bis auf die unbelehrbare Linkspartei) und alle Bürger versammeln könnten” – Mit Verlaub, Herr Spreng, so einen eindimensionalen und unfairen Quark hätte ich aus Ihrer Feder nicht erwartet. Das wissen Sie besser.

4) Laevus Dexter, Sonntag, 18. Dezember 2011, 13:40 Uhr

Alles Augenwischerei, vielleicht recherchieren die alternativen Medien mal nach den wahren Hintergründen der Scheinwahl von Wulff zum BuPrä. Hier ein paar Infos und Links:

Causa Wulff

Wurde Christian Wulff ordnungsgemäß von der 14. Bundesversammlung am 30.06.2010 in das Amt des 10. Bundespräsidentern der Bundesrepublik Deutschland gewählt? Nach bisherigen Informationen war diese 14. Bundesversammlung nicht ordnungsgemäß besetzt und diese Wahl demnach formell ungültig.
http://grundrechtepartei.de/grundrechteforum/causa-wulff/

Wahl zum Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland ungültig!
http://grundrechtepartei.de/604/

Wahl des 10. deutschen Bundespräsidenten von Wahlfälschung und Wählertäuschung im Landtag von NRW überschattet?
http://grundrechtepartei.de/618/

Chronologie eines Staatsstreiches
http://grundrechtepartei.de/648/

Feststellungsklage zum Amt des 10. Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland
http://grundrechtepartei.de/963/

5) Riesenmaus, Sonntag, 18. Dezember 2011, 13:57 Uhr

Ich kann mich noch daran erinnern, dass einmal bei der Neujahrsansprache des Kanzlers Kohl „aus Versehen“ die Ansprache vom letzten Jahr gesendet wurde und keiner hat es gemerkt. Ich denke ähnlich würde es sich heute bei der Weihnachtsansprache unseres Präsidenten verhalten. Daher sollte sich also keiner Sorgen machen, ob Herr Wulff die eine Woche noch übersteht.

Ich denke Wulff bleibt im Amt und wird seine Amtszeit wohl auch überstehen. Wir werden dann wohl noch drei weitere Weihnachtsansprachen folgen oder man nimmt immer jeweils die vom Vorjahr! Kleiner Scherz zum 4. Advent! Nur auch ich mache mir große Sorgen um den Ruf des Bundespräsidenten bzw. seines Amtes.

Meine Forderung wäre es daher, dass ab 2015 das Volk den Bundespräsidenten direkt wählt! Nur so kann verhindert werden, dass ein Bundespräsidenten als Marionette von Machtinteressen der Parteien und des jeweiligen Kanzlers missbraucht wird. Herr Wulff selbst könnte mit einem solchen Vorschlag selbst bei der Weihnachtsansprache punkten und dann hätte er wahrhaft ein Weihnachtsgeschenk für sein Volk ausgepackt und keiner würde ernsthaft glauben, das sei die Weihnachtsansprache vom letzten Jahr! ;-)

6) karel, Sonntag, 18. Dezember 2011, 14:14 Uhr

So langsam wird das Ziel der Empörungs-Architekten FDP und Wulff deutlich…….
DIE BUNDESKANZLERIN

7) Roger Gerhold, Sonntag, 18. Dezember 2011, 14:23 Uhr

Und wieder treffend analysiert, Herr Spreng.
Nur, Merkel sitzt das aus.
Die Regentin verkauft uns doch alles als Erfolg.
Und die Bundesbürger, die eben nicht Spreng&Co. lesen, sehen das auch so.
Siehe Politbarometer.
Und diese Bundesbürger sehen nur den Kredit und verstehen gar nicht den eigentlichen Skandal.

8) Philipp Kielbassa, Sonntag, 18. Dezember 2011, 14:29 Uhr

Vielen Dank für die treffende Analyse. Die Situation zeigt nur eine Sache sehr klar: Aktive Politiker oder ehemalige Mandatsträger sollten nicht für das Amt des Bundespräsident kandidieren.

9) CitizenK, Sonntag, 18. Dezember 2011, 14:30 Uhr

Tiefer hängen, Herr Spreng. Gauck als Bürgerpräsident – das dachte ich auch, bis ich seine Äußerungen über die ach so unschuldigen Banken zur Kenntnis nehmen musste.

Interessanter ist die Frage, warum BILD einen Bundespräsidenten beschädigt, der von Merkel eingesetzt wurde. Spielt da vielleicht seine liberale Haltung zum Islam eine Rolle?

10) Michael A Nueckel, Sonntag, 18. Dezember 2011, 14:40 Uhr

Es gibt auch noch eine dritte Variante: Stellvertreter Seehofer. Er könnte einem Ausfall der Ansprache zuvor kommen – ob er wohl schon an der Rede arbeitet? Vielleicht hat er bereits eine SMS “Halt` dich bereit” von Mutti bekommen.

11) sk8erBLN, Sonntag, 18. Dezember 2011, 14:41 Uhr

apropos Weihnachtsansprache…..

“Liebe Mitbürger, Jesus kam nicht bis Großburgwedel”

Wenn nichts dazwischenkommt, wird Wulff bald seine zweite Weihnachtsansprache halten. Und da er dieser Tage kaum Muße hat, schenkt ihm Hans Zippert dieses Manuskript.

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13772582/Liebe-Mitbuerger-Jesus-kam-nicht-bis-Grossburgwedel.html

Eine Punktlandung :D .D :D

12) Andronico, Sonntag, 18. Dezember 2011, 14:50 Uhr

Zum besseren Verständnis des Medien-gemachten “Wundermanns” Joachim Gauck, den doch nun wirklich nur unverbesserliche, linke Spinner nicht gut finden können:

http://www.youtube.com/watch?v=zODJ1enry8M

http://www.nachdenkseiten.de/?p=5927

http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/10/veteranengeschwatz.html

http://www.freitag.de/community/blogs/asansoerpress35/pfarrer-gauck-kanzelt-occupy-bewegung-als-unsaeglich-albern-ab

http://www.nachdenkseiten.de/?p=11012

http://www.nachdenkseiten.de/?p=5927

13) las90, Sonntag, 18. Dezember 2011, 15:02 Uhr

Herr Spreng, Kompliment für Ihren Beitrag, der die Thematik auf den Punkt trifft. Wulff war objektiv von Anfang an der “fasche” Präsident. Gauck wäre mit Sicherheit die bessere Wahl gewesen. Er ist mehr Staatsmann, als Wulff dies je sein wird. Gauck hätte die Öffentlichkeit hinter sich vereinen können. Es ist anders gekommen. Aus Merkels Perspektive war die Wahl Wulffs nachvollziehbar und strategisch geschickt kalkuliert. Machtpolitisch war dies zwar gut, jedoch kann man einen Präsidenten schwer gegen die Öffentlichkeit durchsetzen. Dies hätte Merkel wissen müssen. Was man Gauck aufgrund seines Charismas verziehen hätte, könnte für Wulff der Untergang sein. Als Wulff das zart gepflegte Plänzchen “Sympathie und Akzeptanz” langsam ans blühen brachte wurde es nun von ihm persönlich zerstört. Ich würde ihm raten zurückzutreten. Bleibt er im Amt, so wird er in die Geschichte eingehen als Präsident, der nie einer war. Was lehrt uns das alles: Die Wahl des Bundespräsidenten gehört in die Hand des Souveräns.

14) StefanP, Sonntag, 18. Dezember 2011, 15:19 Uhr

Dass Angela Merkel kein glückliches Händchen bei der Personalauswahl hat, kann man so nicht mehr stehen lassen. Es gehört zu ihrem Wesenskern, nur schwer persönliche Bande zu knüpfen. Die Kanzlerin ist eine Machtanalytikerin, die sich im Umgang mit Menschen nicht wohl fühlt und bei Massenveranstaltungen fremdelt. Das ist in einer Demokratie selten in hohen Regierungsämtern. Ihr fehlt die Gabe, Netzwerke zu knüpfen, was sie leider nicht von ihren politischen Herausforderern von der SPD unterscheidet, nimmt man einmal Sigmar Gabriel aus.

Allerdings scheint Angela Merkel auch nicht immer eine kalte Machtarchitektin zu sein. Die gefühlte Niederlage 2005 war ihr Überlieferungen zufolge persönlich sehr nahe gegangen. Genauso wie Gerhard Schröder nimmt sie ihren Amtsnachfolger vor dem Spott der eigenen Leute in Schutz, um die Einsamkeit im Amt wissend. Anders als ihre männlichen Konkurrenten verzichtet sie weitgehend auf Demütigungen des anderen.

Eine gute (und andere) Innenansicht bietet das Interview mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble im aktuellen Spiegel:

Spiegel: Wieso konnten Sie Merkel besser verzeihen als Helmut Kohl? Die hat Sie doch auch arg im Stich gelassen.
Schäuble: Ich kenne diese Interpretationen in Zeitungen, auf die Sie anspielen, teile sie aber nicht. Als ich krank war, hat sie mich sehr unterstützt.
Spiegel: Sie wissen vielleicht noch, dass es eine breite Strömung in Ihrer Partei gab, die Sie 2004 gern als Bundespräsidenten gehabt hätte.
Schäuble: Ja, ich weiß.
Spiegel: Angela Merkel hat sich damals nicht gerade zu Ihrem Fürsprecher gemacht.
Schäuble: Ich weiß gar nicht, ob ich als Bundespräsident so glücklich gewesen wäre. (..) Es belastet mich heute jedenfalls nicht, dass ich nicht Präsident geworden bin.

Die Verfassung des Grundgesetzes ist nicht so, dass die Parteien gezwungen sind, Charismatiker in das Präsidentenamt zu wählen, die der Regierungspolitik Konkurrenz machen, die so verfassungsrechtlich nicht vorgesehen ist. So betrachtet hat Horst Köhler eine höchst ungute Rolle gespielt, in dem er die Parteienverdrossenheit befördert statt Politik erklärt hat. Doch auch unter diesem Aspekt wäre Joachim Gauck wohl eine gute Wahl gewesen, der oft genug Verständnis für die Zwänge der Politik hat erkennen lassen.

Man sollte jedenfalls nicht vergessen, dass es die Kleinkarriertheit der Linkspartei war, die den bestmöglichen Kandidaten verhindert hat.

15) kleinErna, Sonntag, 18. Dezember 2011, 15:28 Uhr

Verehrter Sprengmeister,
es ist wie es ist, die Politik und ihre Akteure haben sich in den letzten 50 Jahren den allgemeinen Veränderungen in unserer Gesellschaft angepasst.
Schon an dem einen oder anderen Kommentar kann man ablesen, wie weit die Moral gesunken ist. Wir nähern uns durchaus dem Niveau der von uns ansonsten so verabscheuten Tea-Party in den USA! Alles wird aufgedeckt, Alles öffentlich diskutiert und zerredet, Alles hin und her durch den Dreck gezogen und wie blöd und primitiv das oft passiert, kann man in jedem beliebigen Blog schon bei mehr als drei Kommentaren ablesen.
Man sollte bitte im vorliegenden Fall Wulff : Geerkens nicht vergessen, dass die Fakten, soweit sie bisher bekannt sind (Kreditgeberin ist nachweisbar Frau Geerkens, die Zinsen sind zwar niedrig, aber durchaus noch tolerabel und nicht unanständig niedrig(!) etc.), keinen kriminellen oder sonst wie verbotenen Hintergrund hergeben. Worauf hier herum getrampelt wird, sind Vermutungen von politischen Gegnern und die mangelnde “Moral”, deren Missbrauch man Wulff vorwirft. Ein Problem, das er in unbeholfenster Weise versäumt hat, ein für alle Mal aus der Welt zu schaffen.
Aber sollten nicht wir Alle, zumindest alle Die, die schon ein klein bisschen was zu sagen haben (vom Gruppenleiter aufwärts und damit so gut wie alle Kommentatoren!) uns selber an der Nase fassen (Manipulationen, wenn auch nur Kleine, bei Reisekosten- und Spesenabrechnungen, bei der Steuererklärung etc.)?
Ich finde trotz mancher Ungeschicklichkeit dieses Präsidenten immer noch, dass man einen Bundespräsidenten (als Amtsträger) so nicht behandeln darf (außer er hätte offensichtlich und von vorne herein nachweisbar eine ganz krasse kriminelle Tat vollbracht, was hier nicht gegeben ist!).
Wäre früher ( vor 30, 40 oder 50 Jahren) schon so mit Amtsträgern umgegangen worden, hätten wir bereits jetzt eine ganz andere Republik (und sicher keine Bessere). Was also kommt auf uns zu, wenn wir munter so weiter machen? Die von uns immer so in den Himmel gelobte USA sollte uns in dieser Hinsicht ein warnendes Beispiel sein!
Wir machen mit solch “künstlichen Affären” unsere gute alte Bundesrepublik selber kaputt. Das muss nicht sein!
PS: Das Alles trifft m.E. nur auf den Bundespräsidenten und den Bundestagspräsidenten zu. Alle sonstigen handelnden Politiker, egal ob in Regierung oder Opposition sind natürlich auch weiterhin im Rahmen unserer demokratischen Spielregeln angreif- und kritisierbar.

16) Christian S., Sonntag, 18. Dezember 2011, 15:34 Uhr

“Zwei Präsidenten, zwei Fehlentscheidungen Merkels. Der Fall Wulff ist auch ein Fall Merkel.”

Ne. Ich bin für Merkel-Bashing ja immer zu haben, aber damit konnte Merkel wirklich nicht rechnen. In Deutschland ist es halt, anders als in den USA, nicht üblich, Bewerber bis ins kleinste Detail zu durchleuchten, da kann so etwas nun einmal passieren.

17) Nobbi, Sonntag, 18. Dezember 2011, 15:35 Uhr

Wenn Wulff sich verdient gemacht hat, dann vor allem damit, dass er Gauck verhindert hat. Gauck wäre mit seiner FDP-nahen Einstellung und seiner nervigen ziemlich aufgeblasenen Prediger-Attitüde der völlig falsche Präsident für die heutige Zeit. Es ist aber leider so, dass die etablierten Medien immer die falschen Leute ganz toll finden und protegieren. Das war bei Guttenberg so, dass war bei Gauck so und das wird auch bei Steinbrück so sein. Der Grund dafür ist der, dass die Meinungsmacher in den Medien den reaktionären Stammtischen in Golf- und Rotary-Clubs sowie der transatlantischen Gesellschaft näher stehen, als ihrem journalistischen Ethos bzw. der erforderlichen Neutralität. Die Geschichte zeigt, dass die Medien, was die Beurteilungskompetenz von Politikern betrifft, immer grandios falsch liegen.

Woher kommt eigentlich Ihre Auffassung, dass Gauck eine Rede halten würde, die mit unbequemen Wahrheiten gespickt wäre? Was sind überhaupt diese unbequeme Wahrheiten, die wichtig wären? Etwa, dass in Zukunft die Löhne noch niedriger sein müssen, die Rentenniveaus noch weiter abgesenkt werden müssen, die Umsatzsteuer noch weiter angehoben werden muss, damit das obere Drittel der Gesellschaft noch mehr absahnen kann? Ja sicher, genau das würde Gauck uns erzählen (“Mehr Eigeninitiative, bla bla”). Und genau deshalb wäre der Mann vor dem Hintergrund der dringlichsten Probleme heute unerträglich: Verteilungsfrage nicht gelöst, Finanzindustrie nicht gebändigt, Reiche werden immer reicher, Arme immer ärmer. Um von diesen Problemen abzulenken, dafür wäre er natürlich genau der Richtige gewesen. Deshalb die Wut bei Bildzeitung und Co.

18) Ste, Sonntag, 18. Dezember 2011, 15:47 Uhr

@Riesenmaus: Wenn die Rede von 2010 wiederholt werden würde, würde man es schon merken, da Wulff mit der Tradition brach: Er versammelte sein kleines Deutschland (Soldaten, Feuerwehrmänner, Polizistinnen, Kinder, Renter etc.) um sich und sprach im Stehen in die Kamera. Vielleicht legt man ja die CD von einer Köhler-Rede ein, das wär ja toll und little Germany würde es nicht merken.

19) flippah, Sonntag, 18. Dezember 2011, 15:50 Uhr

Damals zur Bundespräsidentenwahl erschien Gauck wirklich die bessere Wahl. Indes hat er inzwischen mehrfach bewiesen, dass es gut ist, dass er uns erspart geblieben ist. Seine Äußerungen seitdem lassen erkennen, wie weit rechts er tatsächlich steht. Er ist ein strammer Neoliberaler, der die Kritik am Kapitalismus “unsäglich albern” findet – eine Kritik, die von weiten Teilen der Gesellschaft getragen und von vielen, auch konservativen Politikern, sehr respektiert wird.
Gauck wäre in der Tat der bessere Bundespräsident für Frau Merkel. Wulff ist der bessere der beiden für Deutschland. Ja, er ist lediglich das geringere Übel. Aber das ist immerhin schon mal was. Und es ist unwahrscheinlich, dass bei einer neuen Bundespräsidentenwahl jemand kommt, wer unschädlicher ist.
Genau das ist ja auch der Grund, warum auch die Springerpresse so auf Wulff eindrischt, den sie als Unionsmann normalerweise verteidigen würde: sie will Wulff, der immerhin so liberal ist, dass er erkannt und öffentlich erklärt hat, dass der Islam zu Deutschland gehört und dem die Integration am Herzen liegt, abschießen, damit er Platz für einen konservativen Hardliner macht. Die Opposition könnte kaum gegen Gauck stimmen, wenn die Regierung diesen jetzt aus dem Hut zaubert, und dann hätten wir den Salat: einen Mann an der Spitze dieses Staates, der dem Kapitalismus mit all seinen Auswüchsen kritiklos gegenübersteht, sogar die Kritik daran diskreditiert.

20) JG, Sonntag, 18. Dezember 2011, 16:19 Uhr

Sie haben recht, Herr Spreng, aber die Merkelianer wird auch diese Pleite nicht in ihrer Gewohnheit erschüttern, die Genialität und das überragende taktische Geschick ihrer geliebten Kanzlerin bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu preisen.

Nebenher ist der ganze Vorgang um diesen Präsidenten, der entweder bald gehen oder noch bis 2015 als eine Art politischer Zombie weiteramtieren wird (um dann die Rente mit 55 zu genießen), ein weiterer Schritt im sich beschleunigenden Erosionsprozeß der Bundesrepublik.

21) H.B., Sonntag, 18. Dezember 2011, 16:20 Uhr

@ 4 Laevus Dexter:

Ich zitiere mal von der Seite, welche Du verlinkt hast:

“133 Wahlfrauen und Wahlmänner aus Nordrhein-Westfalen aufgrund einer von einem mangels Landtagsmandat der Sitzungsleiterin ungültig besetzten Präsidium des Landtages von Nordrhein-Westfalen geleiteten konstituierenden Landtagssitzung am 09.06.2010 in die Bundesversammlung zur Wahl des 10. Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland am 30.06.2010 entsandt, weshalb die Bundesversammlung nicht gemäß den Vorschriften des Grundgesetzes besetzt war und die Wahl zum 10. Bundespräsidenten ungültig ist.”

Hr. Spreng, wenn das stimmt, was bedeutet das denn dann?

22) Gioconda, Sonntag, 18. Dezember 2011, 16:42 Uhr

#13 las90
Nein, Herr Gauck hätte die Öffentlichkeit nicht hinter sich vereinen können. Rufen Sie sich nur mal in Erinnerung, mit welcher Verachtung er sich über die Occupy-Bewegung geäußert hat. Der einzig legitime Protest der Geschichte war für ihn derjenige in der DDR. Wobei er nicht mal beteiligt war.

@ Herr Spreng
wüsste nicht, wieso Gauck der Regierung die Leviten hätte lesen sollen. Höchstens, dass sie nicht schnell genug den Sozialstaat abbaut.

Nee, Wulff hin oder her. Bin froh, dass es nicht Gauck geworden ist.

23) Gioconda, Sonntag, 18. Dezember 2011, 16:44 Uhr

#17 Nobbi
Sorry, hab Ihren Beitrag zu spät gelesen. Hätte ich mir meinen sparen können…

24) Andronico, Sonntag, 18. Dezember 2011, 16:48 Uhr

Hier noch ein offener Brief von Gerhard Rein an Joachim Gauck:

http://www.havemann-gesellschaft.de/fileadmin/Redaktion/Aktuelles_und_Diskussion/Maerz-Dezember_2011/Gerhard_Rein.pdf

(Gerhard Rein, Journalist in Berlin. Ehem. Leitender Redakteur des Süddeutschen Rundfunks /Abteilung Kirche und Gesellschaft, berichtete für den SDR aus der DDR und war ARD-Korrespondent im südlichen Afrika.)

25) Dieter Carstensen, Sonntag, 18. Dezember 2011, 17:01 Uhr

Lieber Michael Spreng,

was soll man zu all dem noch sagen?

Mir scheint es so zu sein, dass die absolute Mehrzahl unser Politiker jeglichen Anstand verloren und unser Grundgesetz für sie nur noch Makulatur ist.

Und das geht quer durch alle im Bundestag vertretenen Parteien, ich möchte da keine ausnehmen.

Jeden Tag liest man in den Medien über neue Skandale, z.B. über abgeschriebene Doktorarbeiten, dubiose private Finanzgeschäfte, Gemeinheiten und Boshaftikeiten, Selbstbereicherung und zig andere Sachen, für die “Otto Normalverbraucher” vor Gericht verurteilt werden würde.

Bevor ich mir die Neujahrsansprachen von Merkel und Wulff im Fernsehen anschauen müsste, würde ich eher den Fernseher aus dem Fenster schmeissen, denn ich lasse mich ungerne täuschen, belügen und betrügen.

All diese Leute haben bei ihrem Eid geschworen “Schaden vom deutschen Volk abzuwenden”.

Was sie machen, ist nach meiner Meinung aber das absolute Gegenteil, sie fügen unserer Demokratie schweren Schaden zu.

Da muss man sich nicht wundern, dass es Leute gibt, die auf die rechtsextremen Rattenfänger mit ihren geistig hohlen Parolen reinfallen, wenn unsere Demokratie mehr und mehr zu einem Kasperletheater verkommt.

M.f.G.

26) Christoph, Sonntag, 18. Dezember 2011, 17:12 Uhr

Wegen solch einer Geschichte darf der Präsident nicht zurücktreten. Es war dumm von ihm, aber auch nicht mehr. Auch Journalisten und Politberater machen Dummheiten. Deutschland ohne Bundespresident, in diesen schweren Zeiten eine Katastrophe.

27) Gregor Keuschnig, Sonntag, 18. Dezember 2011, 17:14 Uhr

Einspruch. Es läuft doch ganz gut für Merkel: Die FDP ist zur Bedeutungslosigkeit zusammengeschmolzen (die SPD brauchte immerhin vier Jahre an Merkels Seite dafür; der FDP langten zwei). Guttenberg, der potentielle Rivale aus der Schwesterpartei, ist praktisch nicht mehr satisfaktionsfähig. Und Wulff ist ein schwer angeschlagener Bundespräsident, der nur noch als “Grüßaugust” halbwegs vorzeigbar ist; die moralische Instanz ist zerbröselt wie alter Putz vom Mauerwerk. Grüne und Piraten verlieren in Umfragen in der Wählergunst und werden auf ein Normalmaß zurechtgestutzt. Das Regieren bis zur nächsten BTW ist sicher; die FDP-Jüngelchen werden nicht wackeln. Und der Weg zur sogenannten Großen Koalition 2013 ist bereitet.

28) Dietmar M.-nds-, Sonntag, 18. Dezember 2011, 17:16 Uhr

Zum Thema “Gauck” als den besseren Kanditat für das Bundespräsidentenamt kann ich bereits vorgenannten Kommentaren nur zustimmen wie::
“3) david, Sonntag, 18. Dezember 2011, 13:26 Uhr
“liberalkonservativen Mann, hinter dem sich alle Parteien (bis auf die unbelehrbare Linkspartei) und alle Bürger versammeln könnten” – Mit Verlaub, Herr Spreng, so einen eindimensionalen und unfairen Quark hätte ich aus Ihrer Feder nicht erwartet. Das wissen Sie besser.
sowie
2) Andronico, Sonntag, 18. Dezember 2011, 13:21 Uhr
12) Andronico, Sonntag, 18. Dezember 2011, 14:50 Uhr”
Diese heutige BRD ist politisch genauso “versieft” wie Italien’s Berlusconi, kein Deut besser.

29) Günter Springer, Sonntag, 18. Dezember 2011, 17:41 Uhr

Herr Spreng, danke , aber die “Fehlbesetzungen” der zwei Bundespräsidenten sind nicht die einzigen Fehlentscheidungen der Frau Merkel. Ihr vor und zurück, nach links und nach rechts, mal hoch dann doch lieber tief usw. Das alles erinnert doch sehr an die erste Zeit der Regierung Rot-Grün, mit dem einen Unterschied, daß diese damalige Regierung ,auch von den Medien, mit einer Häme überschüttet wurden, die schon mehr als peinlich war.
Heute tut man verschämt, das die jetzige Regierung, obwohl herbeigesehnt, in Teilen eine Fehlbesetzung ist. Alle Fehler werden auf den kleinen Partner der Regierung abgeladen, wobei diese Truppe einem nicht mal mehr Leid tun kann. Die Granden der CDU/CSU werden weitgehend geschont, warum eigentlich?
Dafür malt man vielerorts bereits heute den Teufel an die Wand, es könnten ja nach der nächsten Wahl die Rot-Grünen wieder an die Macht kommen. Schlimmer kann es doch wohl nicht kommen im Gegenteil, die Rot-Grünen können es mindestens genau so gut, wenn nicht besser!

30) FF, Sonntag, 18. Dezember 2011, 17:49 Uhr

Gauck? Der Wendetrittbrettfahrer schlechthin, der seit 1989 ein und dieselbe Rede hält?

1) Der ist ja noch nicht mal in den neunziger Jahren angekommen. 2) Der ist für eine ungleich wichtigere Rolle prädestiniert: die seiner eigenen Wachsfigur.

Ach, seid doch nicht gar so streng zu unserem Helden Wulff.

Schließlich hat er weder in einem Restaurant Hummer bestellt noch nennt er einen gebrauchten (und regulär bezahlten) Porsche sein eigen. DAS sind Verfehlungen, die man als aufrechter Deutscher und unabhängiger Journalist nieeemals durchgehen lassen darf.

Das bißchen Schmier-Kredit und die kleine Wahrheitsvertuschung im Landtag sind doch da nix gegen!

Und überhaupt: es geht ja nur um den Bundespräsidenten.

PS.: Bitte in Sachen Hummer/Porsche noch mal gaaanz genau nachbohren! Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!

31) Sindbad, Sonntag, 18. Dezember 2011, 18:04 Uhr

Für Merkel entwickelt sich doch alles prächtig. Wulff war der letzte CDU-Grande nach Merz, Koch, Müller, Rüttgers, Oettinger, den sie klug “aussortiert” hat. Als Bundespräsident war er für sie bereits ungefährlich. Wenn er jetzt endgültig weg vom Fenster ist, wird sie ihm kaum eine Träne nachweinen.

Unabhängig davon ist Wulff der überflüsigste Bundespräsident. Selbst ohne sein notorisches Taktieren, Tricksen und Kungeln mit Millionären wäre er der Falsche – der Karrierist wollte doch nur deshalb Präsident werden, weil es cool ist, Präsident zu sein. DAMIT hat er das Amt beschädigt.

32) Jokus, Sonntag, 18. Dezember 2011, 18:06 Uhr

Mal wieder gut gebrüllt, bester Spreng. Wäre ja herrlich, wenn nun auch unsere doch so gewiefte Kanzlerin jetzt ihren Fehler gut-macht und nun Gauck zuzm Nachfolger vorschlägt…Der kann garantiert nicht nur besser predigen, sondern scheint bei seinen Reisen auch nicht so viel Beistand vermögender Freunde nötig zu haben….

33) Andronico, Sonntag, 18. Dezember 2011, 19:42 Uhr

Wenn Sie sich einen Bundespräsidenten wünschen, der die unbequemen Wahrheiten ausspricht, dann schlage ich Georg Schramm vor. Aber der wird kaum dumm und eitel genug sein, um so ein Amt anzustreben.

34) mambo, Sonntag, 18. Dezember 2011, 20:04 Uhr

unser armer einfältiger wulffi ! dabei hat er sich alles so schön ausgedacht :
lust zum arbeiten hatte er schon lange nicht mehr trotz seiner erst 52 jahre.
als bundespräsident schöne ,belanglose reden halten ,komfortabel in der welt herumreisen,
dawischen urlaub in egons oder maschmeyers ferienhäuschen,
und vor allem 250000 euro jährlich + dienstwagen/chauffeur + Büro mit personal ,
und dies lebenslänglich ,auch nach ende der dienstzeit !
und bettina hätte bei seinem ableben immerhin 500000 euro sterbegeld bekommen !
gibt es einen besseren job ? Nein !
aber selbst dafür war er zu einfältig,aber vielleicht gibt es noch hoffnung für ihn,
tante angela wirds schon richten.

doch was sagte angela den griechen :

“es geht nicht ,daß der eine für wenig arbeit und ohne beitrag ganz viel pension
erhält ,und die anderen ganz viel arbeiten und viel rentenbeiträge bezahlen,
und dann ganz wenig rente bekommen”.

35) TW, Sonntag, 18. Dezember 2011, 20:06 Uhr

AWD hat meine Frau beraten. Sie hatte Vertrauen. Am Ende steckte sie 80.000 € in geschl. Immobilienfonds und Schiffsbeteiligungen obwohl sie um sichere Anlagen gebeten hat. Um auf diese hohe Summe zu kommen musste sie einen Kredit aufnehmen. Heute sind beide Beteiligungen nichts mehr wert…
Warum ich das erzähle?
Wer als frischgebackener Bundespräsident seinen ersten Urlaub in Maschmeyers Villa auf Malloca verbringt, der sollte längst zurückgetreten sein…!

36) Knut, Sonntag, 18. Dezember 2011, 20:09 Uhr

Ob Gauck der Weisheit letzter Schluss ist sei mal dahingestellt. Wenn dort ein Journalist mal so richtig reinpiecken würde, will ich nicht wissen, was dort herausplatzt. Gehen Sie mal nach Rostock und sprechen mit den Leuten, die 1989 was zu sagen hatten.

37) Til Man, Sonntag, 18. Dezember 2011, 20:25 Uhr

Christian Wulff sollte nicht mehr im Amt bleiben, aber nicht nur wegen seiner Kreditaffäre… Ich hab einen Artikel in meinem Blog dazu geschrieben. Schaut doch mal rein: http://ganzmeinermeinung.blogspot.com/2011/12/wulffs-letzte-tage-im-amt.html
:)

38) teiler, Sonntag, 18. Dezember 2011, 20:29 Uhr

Gauck gehört fest zur Politikerkaste. Nicht umsonst sitzt er in der Atlantikbrücke und beschimpft bei jeder Gelegenheit Demonstranten, sei des Agenda 2010, Stuttgart 21 oder Occupy.

39) Winfried, Sonntag, 18. Dezember 2011, 21:18 Uhr

Die Weihnachtsansprache ist die spannenste Frage der Woche? In Amerika, in Sachsen, ist eine Glühbirne aus der Strassenlaterne gefallen!

40) CitizenK, Sonntag, 18. Dezember 2011, 21:25 Uhr

“Reiche werden immer reicher” – das würde Wulff wohl nie sagen – wo sollte er dann die Art Urlaub machen, die er so schätzt?

Richtig ist: Kritik an der Finanzindustrie und an den Banken von ihm klingt jetzt hohl. Und das ist wahrscheinlich der Zweck der Übung.

41) karel, Sonntag, 18. Dezember 2011, 22:03 Uhr

no comment:

Die Häme, mit der die Kreditaffäre um Bundespräsident Christian Wulff begleitet wird, ist reiner Populismus. Bei der Bewertung von Politikern haben sich die Maßstäbe drastisch verschoben. Ein Kommentar von CICERO-Chefredakteur Michael Naumann

http://www.cicero.de/berliner-republik/privatkredit-affaere-bundespraesident-empoerung-ueber-wulff-ist-anmassend/47672?seite=1

42) Peter, Sonntag, 18. Dezember 2011, 22:31 Uhr

Wenn Wulff jetzt zurück tritt, dann wird Horst Seehofer geschäftsführender Bundespräsident. Die Bananenrepublik rückt näher.

43) Bernd, Montag, 19. Dezember 2011, 01:05 Uhr

Also Herr Spreng, die Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten fällt nicht aus. Selbst wenn in dieser Woche Herr Wulff ausfällt, so regelt unsere Verfassung die Vertretung, dann muß Herr Seehofer ran. Ich habe eine diesbezügliche Andeutung schon in meinem Kommentar zu „Wulffs Biotop“ http://www.sprengsatz.de/?p=3775 #20 gemacht.
Ihre Annahme, Herr Spreng, daß die Weihnachtsansprache ein Quotenhit werden könnte, läßt bei mir einen gegenläufigen Gedanken aufkommen. Wie wäre es, wenn alle Bürger, die das Verhalten von Bundespräsident Wulff nicht akzeptieren, am 25.12. 19:10 vs. 20:10 die Fernseher und die Wohnungsbeleuchtung für die Dauer der Ansprache ausschalten und eine Kerze ins Fenster stellen. Dann würde nicht die Einschaltquote, sondern die Ausschaltquote der EVU, Volkes Meinung repräsentieren. Ich werde das tun.

44) M.M., Montag, 19. Dezember 2011, 02:14 Uhr

Egal wer die Weihachtsansprache hält: Trust in Jesus and his mother Maria.

45) johannes klein, Montag, 19. Dezember 2011, 02:19 Uhr

Verehrter Herr Spreng,

so zutreffend und hellsichtig ich Ihre Analysen normalerweise finde, in der Gauck-Frage hat man dann doch das Gefühl, Sie wollen Ihre Blogleser für dumm verkaufen. Also, die doofe Linkspartei wollte den marktradikalen und finanzmarktfreundlichen INSM-Phrasendreschender Gauck nicht ? Meine Güte, diese Partei ist ja sowas von merkbefreit, nicht auf die Medieninszenierung des Gauckspiels hereingefallen zu sein. Dabei müssten Sie es besser wissen, und das von Wissen und wirtschaftlicher Expertise völlig unbelastete Gewäsch dieses selbstgefälligen Pastors steht ja auch diametral Ihren Analysen (z.B. zur Finanzkrise) entgegen. Da ist mir der leicht korrupte, aber harmlose und berechenbare, geistig schlichte, aber zumindest nicht islamophobe Teflon-Wulff immer noch lieber als eine überhebliche und wenig sozial denkende Elitenpuppe wie Gauck.

46) Namensvetter, Montag, 19. Dezember 2011, 02:56 Uhr

Was mich an den politischen Kommentaren zu der Sache stark irritiert, sind die ständigen Anregungen, Dinge klar zu stellen, Erklärungen abzugeben, sich noch mal konkreter zu äußern etc. pp.

Ist es denn damit getan?
Mag sein, dass der Komplex Wulff & friends journalistisch derzeit noch nicht voll ausgebeutet ist. Aus meiner Sich liegt aber bereits ein Sachverhalt erwiesenermaßen und ausreichend konkret offen, der in dieser Form für die Position des Bundespräsidenten disqualifiziert.

Es geht doch im Kern darum, ob man (vor allem die politischen Wortführer) davon ausgeht, das alles könne noch irgendwie weggeredet werden, oder anerkennt, dass ein bestimmtes Verhalten bestimmte Konsequenzen haben muss.
Überdies haben die Beobachter gerade nicht, wie gefordert, “die Würde des Amtes” im Blick zu behalten. Das ist alleinige Aufgabe des Bundespräsidenten selbst. Sollte er erkennen, dass seine Person durch die auf ihm lastende Vergangenheit die Würde seines Amtes angreift, muss er zurück treten.

47) Joachim Saxowski, Montag, 19. Dezember 2011, 08:08 Uhr

Hier kann man wirklich nur zitieren :

” Ja mach nur einen Plan und sei ein schlaues Licht und mach noch einen zweiten,gehn tun `se beide nicht “.

Das kommt eben davon ,wenn der Staat heillosen Taktierern in die Hände fällt. Sie haben mir Ihrer Analyse recht. Hier will eine Kanzlerin nicht mehr dem Volk und dem Staat dienen,sondern nur ihrer Eitelkeit und ihrem Machterhalt.

Es ist erschreckend wie substanzlos die Politik geworden ist.

48) Beate, Montag, 19. Dezember 2011, 08:46 Uhr

Unglaublich Frau Merkel tut das was Herr Gauck wollte. Und was Wulff längst getan hatte.

Eine Politik des unglaublichen Sozialabbaus und der Umverteilung verfolgen.

Die Eurokrise benutzt diese kühle rechnerin um ihrem IDOL Ronald Reagan immer näher zu kommen.

Sie wird am Ende unsere Gesellschaft stärker geprägt haben als Helmut Kohl und Gerhard Schröder.

Allerdings Gerhard Schröder hat den Torwart (Wächter des Sozialstaats) vor dem Elfmeter vom Platz gestellt.

49) Deutscher Michel, Montag, 19. Dezember 2011, 09:52 Uhr

Die Prognose, dass Wulff künftig nur noch ein trauriger Präsidentendarsteller sein wird, halte ich für ziemlich veraltet. War Wullff jemals etwas anderes als ein trauriger Präsidentendarsteller? Die starke Kritik über die aktuellen Kredit-Vorwürfe dürfte wesentlich eben damit zu tun haben – dass er schon vor diesen Vorwürfen völlig blass und nichtssagend in diesem Amt wirkte.
Mit der Komponente Bettina Wulff hat die ganze Geschichte einen zusätzlich tragikkomischen und vollends wirren Drive bekommen. Eine schillernde Society-Lady und ein blasser Langweiler angeln einander, um im Folgenden ins Bundespräsidenten-Schloss Bellvue aufzusteigen und stolpern über Finanzierungslücken dieses Aufstiegs. Das Bundespräsidenten-Amt verkommen zur Boulevardposse und solchermaßen zum Sittengemälde bundesdeutscher Verhältnisse.

50) IANAL, Montag, 19. Dezember 2011, 10:31 Uhr

Mich würde ja mal interessieren, ob Hotte Seehofer seinen Redenschreiber schon angewiesen hat, eine bundespräsidiale Weihnachtsansprache vorzubereiten – für den Fall dass Wulff diese Woche noch zurücktritt, dürfte er ja kommissarisch ran… :-D

51) WL, Montag, 19. Dezember 2011, 11:19 Uhr

Ich bezahle meinen Urlaub selber!

Ein Tipp für alle Politiker: Es gibt preiswerte AI-Angebote. 2 Wochen für 750,-€!

52) xpomul, Montag, 19. Dezember 2011, 12:39 Uhr

ist es nicht verwunderlich und geradezu absurd, das die kassierin für eine pfandunterschlagung von eur 1,15, die noch nichtmal eindeutig nachgewiesen wird, fristlos entlassen wird; ein bundespräsident hin und her gewendet wird bis seine schuld oder unschuld bewiesen und testiert ist ?

alle menschen sind gleich ???

tatsächlich ???

hinzu kommt das im fall des falles der herr bundespräsident sicher nicht einen antrag auf hartz iv stellen muß.

wie schön das alle menschen gleich sind…

53) sk8erBLN, Montag, 19. Dezember 2011, 12:58 Uhr

Isser schon weg??

http://istchristianwulffnochimamt.de/

Und dann noch ein wenig Urlaub bei “Freunden”

Die Liste der Urlaube im Wortlaut:

In den Jahren 2003 und 2004 war die Familie Wulff jeweils einmal Gast der Familie Edith und Egon Geerkens in deren privaten Räumlichkeiten in Spanien.
Im Jahr 2008 war das Ehepaar Wulff zu Gast bei dem Ehepaar Ingrid und Wolf-Dieter Baumgartl in deren privaten Räumlichkeiten in Italien.
In den Jahren 2008 und 2009 besuchte Familie Wulff das Ehepaar Angela Solaro / Volker Meyer in deren privaten Räumlichkeiten auf Norderney.
Zum Jahreswechsel 2009/2010 war die Familie Wulff in den privaten Räumlichkeiten der Familie Edith und Egon Geerkens in den USA.
Bekannt sei zudem, “dass er (Christian Wulff) im Jahr 2010 ein Appartement in der Ferienanlage von Herrn Maschmeyer auf Mallorca gemietet hatte”.

Ist klar, ob Spitzenmanager der Versicherungsindustrie, Windige Gestalten wie der AWD Boss Maschmeyer, Urlaub in Florida bei Geerkens , der Mann ist offensichtlich überfordert Augenmaß zu halten.

Niemand wird gezwungen Politiker zu werden, schon gar Ministerpräsident und auch nicht Präsident. Da Herr Wulf es nicht schafft sauber zu trennen soll er sich vom Acker machen und zwar zügig. Die “Transparenz im nachhinein kann er sich in die Haare schmieren. Dann kann er auch wieder ganz privat mit seinen Freunden umgehen, von Ihnen Kredite aufnehmen, in ihren Häusern urlauben wie es ihm beliebt. Sobald er zurück getreten ist kann er sogar bei seinen Freunden einziehen und kein Hahn kräht danach.

Was kommt eigentlich als nächstes nach der Urlaubsliste. Die Kontoauszüge und Spesenabrechnungen? Wie dieser Mann das Amt entwertet ist wirklich nicht mehr zu überbieten. Alleine schon die Farce das ganze via Anwalt zu regeln, der Mann hat Talent wirklich jeden Fettnapf auszukosten…
Nimmt der eigentlich Drogen oder wie sind diese entrückten Sätze zu erklären:
” „Die Bürger freuen sich darüber, wenn man sein Amt ausübt, wahrnimmt, ernstnimmt.“. Der Bundespräsident wurde außerdem zitiert mit der Aussage: „Man muss selber wissen, was man macht, und das muss man verantworten. Und das kann ich. Und das ist das Entscheidende.“

Wie sagte Wulff doch einst vollmundig: “Übrigens gehörte seinerzeit der damalige CDU-Vize Christian Wulff zu den schärfsten Kritikern des Bundespräsidenten Rau: „Es ist tragisch, dass Deutschland in dieser schwierigen Zeit keinen unbefangenen Bundespräsidenten hat, der seine Stimme mit Autorität erheben kann“.

An Wulffs Stelle würde ich mich fragen wie viel von meiner präsidialen Autorität noch vorhanden ist.
Quellen:
Zweifel an Wulff wachsen
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,804478,00.html
und
Wulff: Ich kann verantworten, was ich getan habe
http://www.faz.net/aktuell/politik/bundespraesident-verteidigt-sich-wulff-ich-kann-verantworten-was-ich-getan-habe-11567338.html
sowie
Bundespräsident in der Kritik
Urlaubsreisen werden zur Staatsaffäre
http://www.tagesspiegel.de/politik/urlaubsreisen-werden-zur-staatsaffaere/5973116.html

Die mit Abstand größte Farce in diesem Zusammenhang ist natürlich dass diejenigen die unbedingt Wulff ins Amt hievten weil sie gerade keinen kritischen Präsidenten wollten nun an vorderster Front dabei sind ihm die Absolution zu erteilen bevor überhaupt im Detail untersucht wurde.

“In der amtlichen Rolle des Exegeten der komplizierten Vermögens- und Freundschaftsverhältnisse des Bundespräsidenten war CDU-Fraktionsgeschäftsführer Peter Altmaier besetzt. Es tat weh, diesen intelligenten Mann mit solch untauglichen Argumenten herumfuchteln zu sehen. Er hatte eigentlich nur drei: Andere hatten auch Skandale. Zudem wird sich der Ältestenrat des niedersächsischen Landtags mit dem Fall befassen (in dem, das sagte er nicht, die Union die Mehrheit hat, was immer praktisch ist). Das letzte Argument war das erschütterndste: Man solle „aus vorliegenden Informationen keine Schlussfolgerungen“ ziehen, weil man war ja nicht dabei, beziehungsweise er kennt Wulff schon dreißig Jahre. Das alles hinderte ihn aber nicht, gewissermaßen als Fluchtlinie, abschließend zu murmeln: Der Präsident „bemühe sich“ um Aufklärung und man werde ja sehen, „ob es ausreichend war.“ Fataler kann eine Verteidigung kaum sein.”
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/faz-net-fruehkritik-guenther-jauch-kommt-noch-was-von-wulff-11571150.html

Extrem lächerlich ist auch der hier verlinkte Cicero Artikel von Naumann. Zusammenfassung der S.1 des Artikels: Weil ja die Moral den Bach runter geht darf sich ein Präsident daran gerne orientieren und nachziehen. S. 2 blieb mir zum Glück erspart wegen Serverüberlastung.

54) sk8erBLN, Montag, 19. Dezember 2011, 13:12 Uhr

Wann eigentlich packt die BLÖD das angeblich vorhandene weitere Material auf den Tisch gegen die Wulffs? Die Berliner Zeitung berichtete dazu doch schon Freitag.

Wenn Wulff nicht bald folge, so wurde in Berlin gemunkelt, könne das Blatt mit einer Geschichte über das frühere Leben Bettina Wulffs aufwarten. Angeblich verfügt die Redaktion über Informationen, die bisher auf Weisung von ganz oben nicht gedruckt werden dürfen.
http://www.berliner-zeitung.de/politik/kredit-affaere-wulff-bedauert,10808018,11314656.html

Die Weisung dürfte von Friede Springer kommen.

Und gestern legt ein anderes Springer-Blatt vor:
CHRISTIAN UND BETTINA WULFFAutor: Ulrich Exner|18.12.2011
Auf den Spuren des Präsidenten-Schlamassels
Mehr Anspruch. Mehr Wünsche. Zu schmales Gehalt. Wer in Hannover auf die Suche nach der Ursache des Baukredit-Fauxpas geht, findet klare Antworten. Auf den Spuren eines Paars.
http://www.welt.de/politik/deutschland/article13772535/Auf-den-Spuren-des-Praesidenten-Schlamassels.html

Daher weht der Wind also wie es aussieht.

55) Maren P., Montag, 19. Dezember 2011, 13:29 Uhr

Traurig ist doch nur, dass es auf Wahlen gar nicht mehr ankommt. Die letzten Bundespräsidenten erledig(t)en sich früher oder später von selbst.

Sie spiegeln dabei die Gesellschaft, an deren Spitze sie stehen. Das ist die repräsentative Demokratie. Gelenkt von Boulevard-Medien, die zwar inzwischen von einstmals seriösen sogar zitiert werden, die ich trotzdem unverändert nicht mit spitzen Fingern anfassen würde.

Obwohl ich die Stadt Hannover nicht diskreditieren möchte, scheint es überall dort, wo es besonders kleinkariert und spießig zugeht, einen, öffentlich wahrnehmbar, ausgeprägten Hang zu vermeintlich weltmännischem Getue zu geben. Diese seltsam stinkenden Männerbünde lassen sich am besten vermeiden, indem man sich VORHER überlegt, wen man in welches Amt wählt.

Lasst Wulff sich über die Runden quälen und wählt das nächste Mal eine integre Persönlichkeit, wie etwa Jens Böhrnsen. Oder eine Frau, wie etwa Dr. Rosemarie Wilcken.

56) romeias47, Montag, 19. Dezember 2011, 13:41 Uhr

Lieber mal Tieftauch-Denke statt Waschbrett-Bauch – jedenfalls bin ich davon überzeugt, dass unterschätzt wird, in welchem Maß Massenphänomene wie DSDS und die Coaching-Szene unser Menschen- bzw. Mannsbild beeinflusst (hat). Gutes körperliches Design, edel verpackt, begleitet von einer Trabantin, auf die selbiges zutrifft, ein paar Knigge-Seminare, falls nötig, fertig sind Aspirant und Kandidat … Ich sehe da Parallelen zwischen vuzGuttenberg und Wulff. Aber wie sagt das berühmte Berliner Gör: wann ick mer Justav ohne Krajen denke, valischt de janze Illusion.

Nicht nur Tschechien trauert um Vaclav Havel, den allerdings zeitweise das Schi cksal des “Propheten im eigenen Lande” ereilt hatte. Trotzdem könnten die Nachrufe auch hierzulande helfen, Abstand zu Karrereflüsterern zu gewinnen und wieder Blick aufs Wesentliche zu gewinnen – Freiheit, Wahrheit und Mitmenschlichkeit.

57) EStz, Montag, 19. Dezember 2011, 13:45 Uhr

25) Dieter Carstensen, Sonntag, 18. Dezember 2011, 17:01 Uhr

> Mir scheint es so zu sein, dass die absolute Mehrzahl unser Politiker
> jeglichen Anstand verloren und unser Grundgesetz für sie nur noch Makulatur ist.
> Und das geht quer durch alle im Bundestag vertretenen Parteien,
> ich möchte da keine ausnehmen.

Unsere Politiker sind ein Spiegelbild der Gesellschaft – nicht mehr, nicht weniger.

58) CitizenK, Montag, 19. Dezember 2011, 15:06 Uhr

@ johannes klein

So sehe ich das inzwischen auch.

Wem nützt diese Intrige um eine Mini- Affäre? Wenn man sich die Häme vor Augen hält, mit der Springers WELT das Haus der Wulffs beschreibt (“vollverklinkerte Wohnhöhle”), dann weiß man Bescheid.

Wulff kann jetzt über Integration oder die Finanzkrise und die Rolle der Banken sagen was er will – es verfängt nicht mehr. Mission accomplished.

59) Martha Mumenschanz, Montag, 19. Dezember 2011, 15:17 Uhr

“Wir hätten einen untadeligen Präsidenten(…) einen liberalkonservativen Mann, hinter dem sich alle Parteien (bis auf die unbelehrbare Linkspartei) und alle Bürger versammeln könnten. Einen Bürgerpräsidenten.”

Wie können Sie denn bitte einfach so behaupten, dass alle Bürger sich hinter Gauck als Präsidenten versammeln könnten bzw. würden? Ich würde das jedenfalls nicht und da gibt es noch ein paar (für Sie wahrscheinlich “unbelehrbare”) andere Bürger bei denen das ähnlich aussieht. BILD, RTL & Facebook-Fans sind zum Glück noch nicht “alle Bürger” dieses Landes, auch wenn Sie das offenbar so sehen.

60) Christian Tölken, Montag, 19. Dezember 2011, 17:39 Uhr

Lieber Michael Spreng,

pointierter lässt sich dieser Vorgang nicht beschreiben. “Ich habe Menschen sterben sehen aus Kummer darüber, dass sie einen Posten nicht erhielten, den sie hätten ablehnen müssen, wenn er ihnen angetragen worden wäre.
Charles des Montesquieu, französischer Schriftsteller und
Staatstheoretiker (1689-1755)
Sicher wird auch dieses Mal die poltische Kaste keine Lehren daraus ziehen. Überlegen könnte man ja auch, den künftigen Amtsnhabern/innen von Amts wegen eine/n Supervisor/in beizuordnen.

Ich lese Ihre anregenden Beiträger stets serh gerne und wünsche uns Lesern/innen auch künftig manches Erhellende aus Ihrer Feder. Ihnen ein frohes Fest und alles Gute im neuen Jahr.

Mit freundlichen Grüßen
Christian Tölken

61) miko, Montag, 19. Dezember 2011, 18:53 Uhr

Wulff ist in meinen Augen Geschichte und der feine Herr Gauck genauso. Sie wissen doch genau das dieser Mann, genau wie Merkel 1990 in das Politikraumschiff eingestiegen ist und seitdem nichts als Worthülsen und Allgemeinplätze von sich gibt. Der Gauck ist über 70 Jahre alt und sollte seine Rente Genießen solange er kann. Wir brauchen jetzt keine Figur die am Ende ihres Lebens steht.

62) horst scharnhorst, Montag, 19. Dezember 2011, 19:08 Uhr

Diese ganze Diskussion verstehe ich nicht. Wollen wir jetzt Heilige als Politiker. Hat sich damals irgendeiner aufgeregt, daß Walter Scheell mit einmal als Volkssänger “Hoch auf dem Gelben Wagen” sang. Das würde ihm heute als Schleichwerbung für die FDP ausgelegt. Was ist mit Heinrich Lübke – ein Demenz-Kranker vertritt Deutschland. Was mit Bruder Johannes Rau, dessen Klüngelwirtschaft legendär war? Heilige? Die Diskussion um Wulff ist lächerlich. Welcher Delikte hat er sich denn schuldig gemacht? Lübke, Scheel, v. Weizsäcker, Herzog, Rau und Köhler hatten damals bereits ihre Häuser. Die brauchten keinen Kredit. In welchem Land leben wir? Als Westerwelle ins Amt kam, hat er erstmal mit seinen Kumpels eine Sause rund um die Welt veranstaltet. Gut so. Bei Kohl gabs im Kanzelamt immer Wein und Spaghetti. Bei Merkel Mettwürste und Mineralwasser. Dafür stecken sich aber ihre Partygäste Ackermann & Co die Millionen in die Tasche. Zu Zeiten von Lübke, Scheel und Weizsäcker war das anders. Das war ehrlich gesagt: besser. Laßt doch den armen Wulff in Ruh’. Der Mann ist ok! Im Bekanntenkreis überlegen wir gerade eine Aktion “Pro Wulff”.

63) C.Mayer, Montag, 19. Dezember 2011, 19:16 Uhr

Ich möchte mich jenen Kommentatoren anschließen, die vor einem Bundespräsidenten Gauck warnen. Er hat sich mit seinen Äußerungen als Sachwalter der Neocons geoutet und wäre in der heutigen krisenhaften Zeit ein Mann von gestern. Die Neocons sind gescheitert und Herr Gauck findet die berechtigten Proteste gegen die Auswirkungen der Finanzkrise “albern”. Man muss der Linken geradezu dankbar sein, diesen Herrn verhindert zu haben. Deutschland braucht keinen neunmalklugen Spalter als Präsidenten.

64) to13, Montag, 19. Dezember 2011, 19:43 Uhr

Zur Sache mit Frau Wulff:

Ob an den Gerüchten etwas dran ist, kann ich nicht bewerten.

Aber ich hoffe, dass die (seriöse) Presse nicht aus falsch verstandenem Respekt vor dem Amt hiervon die Finger lässt. Natürlich steht es niemandem zu, ein moralisches Werturteil über das Vorleben der Präsidentengattin zu fällen.
Meiner Meinung nach, überwiegt hier aber dennoch eindeutig das Informationsinteresse der Öffentlichkeit. Schlielich wäre der Bundespräsident, sollten die Gerüchte wahr sein, hochgradig erpressbar, und dies würde uns alle angehen. Der BP sollt in seiner Amtführung frei, unbefangen und unvorbelastet sein.

PS: für alle, die nicht wissen, um was es überhaupt geht: einfach mal ihren Namen bei Google eingeben und schauen was so alles zur Vervollständigung vorgeschlagen wird…. (schön ist das alles nicht….)

tobias i.

65) StefanP, Montag, 19. Dezember 2011, 20:13 Uhr

Dieses Pharisäerhafte meiner Mitbürger (Michael Spreng eingeschlossen) ist langsam so unerträglich, dass ich mir besser mal eine selbst auferlegte Pause verordne. Ich könnte sonst tatsächlich an diesem Land verzweifeln, in dem es sich so wunderbar lebt wie in kaum einem anderen auf dieser Welt, wo die Politik soweit in Ordnung ist, dass man nicht ernsthaft mit den Verhältnissen anderswo tauschen möge und wo ich noch eine Rechtssicherheit genieße, die sonst so kaum gilt.

Für andere ist das nahe zur Bananenrepublik. Vor Jahren machte ich schon so eine Erfahrung mit meinen durchgedrehten Mitbürgern. Im Rahmen eines Auftrages kam ich in den Genuss, regelmäßig in der Kantine von Thomas Cook essen zu dürfen. Das Essen ist qualitativ hochwertig, mit das beste in dem Bereich. Dafür zahlen die Mitarbeiter Peanuts-Beträge. Eines Tages fand im Foyer eine Umfrage, durchgeführt vom Betriebsrat, statt. Verwundert fragte ich das BR-Mitglied, warum man eine Befragung zur Qualität der Kantine durchführe. Die Replik (viele hätten sich über Qualität und Preis beschwert) löste nicht nur bei mir verzweifeltes Kopf-Schütteln aus. Manche wissen einfach nicht, wie gut sie es in ihrem Nest haben.

Lieber Herr Spreng, nutzen Sie die Feiertage und ziehen Sie sich den Kommentar Ihres Kollegen Jan Fleischhauer rein.

Wir sind inzwischen schon so weit, dass die Bundeskanzlerin ihren Dienstwagen selber zahlen muss, wenn sie sich mit ihrem Mann nach der Arbeit ins Kino bringen lässt. Das gilt dann als Privatfahrt, auch wenn sie lieber das Taxis genommen hätte, was aber nicht geht, weil das gegen die Sicherheitsbestimmungen verstoßen würde. Also wartet draußen die Limousine, die als geldwerter Vorteil in Rechnung gestellt wird.

Sie wollen offensichtlich in so einem Land der Mißgunst leben. Ich nicht.

66) EStz, Montag, 19. Dezember 2011, 21:40 Uhr

64) to13, Montag, 19. Dezember 2011, 19:43 Uhr

> Zur Sache mit Frau Wulff: … ich hoffe, dass die (seriöse) Presse nicht
> aus falsch verstandenem Respekt vor dem Amt hiervon die Finger lässt.
> Natürlich steht es niemandem zu, ein moralisches Werturteil über das
> Vorleben der Präsidentengattin zu fällen.

Ich verstehe das nicht. Ich möchte auch ganz klar niemanden im Amt sehen, der kompromittierbar ist. Und solange Christian Wulff die Sache nicht sauber aufklärt, steckt er in der Bredouille.
Seine Kinder, seine Frau etc haben damit überhaupt nichts zu tun und sollten aussen vor bleiben. Und das hat nichts mit dem Respekt vor dem Amt zu tun, sondern mit Respekt vor den Menschen.

67) Maren P., Dienstag, 20. Dezember 2011, 00:57 Uhr

Ich habe gegoogelt und wirklich nix, absolut nix, über Bettina Wulff gefunden. Zumindest keine FAKTEN!
Einer schreibt vom anderen ab und brüstet sich in seinem Blog mit den dürren drei Zeilen der Berliner Zeitung, die behauptet, die BLÖD hätte noch was. Das ist der Gipfel an Schmierfinkentum! Mir ist Frau Wulff eigentlich völlig schnurzpiepe, aber jetzt bin ich versucht, sie zu verteidigen. Ich empfehle das Buch von Heinrich Böll, Die verlorene Ehre der Katharina Blum.
Und wer keine Fakten vorzulegen hat, sollte einfach mal seine Finger stillhalten.

68) sol1, Dienstag, 20. Dezember 2011, 01:16 Uhr

@ to13

“für alle, die nicht wissen, um was es überhaupt geht: einfach mal ihren Namen bei Google eingeben und schauen was so alles zur Vervollständigung vorgeschlagen wird…. (schön ist das alles nicht….)”

Ja und?

Auf den Websites, die diese Gerüchte verbreiten, lenkt auch Elvis vom Mars aus die Illuminaten.

Wesentlich relevanter ist da, was jetzt über eine heimliche Unterstützung durch Maschmeyer ans Licht kommt:

http://www.bild.de/politik/inland/christian-wulff/so-bezahlte-carsten-maschmeyer-die-anzeigen-fuer-das-wulff-buch-21658234.bild.html

69) spreeschnabel, Dienstag, 20. Dezember 2011, 02:25 Uhr

“Ansonsten hat der Bundespräsident mein vollstes Vertrauen.”

Früher hat Frau Merkel des Öfteren gesagt, dass ein Verfassungsorgan das andere nicht kommentiert. Es scheint ja arg um Wulff bestellt zu sein, dass Frau Merkel ihm jetzt das Vertrauen ausspricht. Auf Seiten der Koalition heißt es nun, die Kritik solle aufhören, damit das Amt des Bundespräsidenten nicht beschädigt werde. Es stellen sich folgende Fragen:

- Wie wird ein Amt beschädigt? Indem man über menschliche Verfehlungen spricht oder sie unter den Teppich kehrt?

- Warum darf das Amt des Bundespräsidenten nicht beschädigt werden, wo diese Person doch am wenigsten zu sagen hat? Darf zukünftig auch das Amt des Bundeskanzlers nicht mehr beschädigt werden?

- Ist es nicht eher eine Beschädigung, wenn die Kanzlerin permanent dem Bundespräsidenten ihr Vertrauen ausspricht / aussprechen muss, so dass das Volk das Gefühl hat, im Amt des Bundespräsidenten sitzt eine Person von Gnaden eines Bundeskanzlers? (Dies wird ja noch nicht mal kaschiert)

Letztendlich finde ich die Wulffgeschichten (noch) nicht so schlimm. Ein Politiker muss nicht immer alles sagen und muss auch nicht wie ein Eremit in einer Höhle leben. Es scheint aber, wie immer, hier das Problem mit dem Umgang der Krise zu sein, was ihn in die Bredouille bringt. Letztendlich wüsste ich aber nicht, wie er damit hätte besser umgehen können. Tatsachen, die man nicht kennt (siehe Maschmeyers Anzeigen), kann man nicht offensiv verkünden.

70) Baden-Baden, Dienstag, 20. Dezember 2011, 08:00 Uhr

… Der geniale Lothar Späth ist wegen der Traumschiff-Affäre zurück getreten – der Mann hatte noch Charakter … aber Wulf ?

Es ist wirklich eine Schande, wie er das Amt beschädigt …

71) Doktor Hong, Dienstag, 20. Dezember 2011, 08:22 Uhr

@ 64) to13

Ich bin durchaus kein Fan von Christian Wulff.

Aber die Art und Weise, wie Sie hier durch unterschwellige Andeutungen seine Ehefrau diffamieren möchten, finde ich absolut unter jedem akzeptablen Niveau.

72) sk8erBLN, Dienstag, 20. Dezember 2011, 09:07 Uhr

http://istchristianwulffnochimamt.de/

und täglich grüßt das Murmeltier. Noch ist er im Amt ;)

Hübsch die neue Enthüllung rund um Wulffs tolle Freunde.

Und natürlich hat Wulff rein gar nichts gewusst davon dass sein Spezi Maschmeyer für mehr als 42.000 EUR Anzeigenwerbung für Wulffs Buch finanziert hat anstatt des Verlages wie üblich. Ironischerweise passt der Titel wie die Faust aufs Auge “Besser die Wahrheit”.
Das nicht wissen KANN man glauben, muss man aber nicht.

Sicher ganz zufällig nur fiel der Zeitpunkt des Maschmeyerschen Anzeigen-Sponsorings zusammen mit dem Wahlkampf des damaligen Ministerpräsidenten. Komisch auch, geworben wurde ausschließlich in Niedersachsen Geschickter lässt sich indirekte Parteienfinanzierung kaum anstellen. Formaljuristisch sauber, so rein, wie die Weste des Herrn Präsidenten. Und erinnert Ihr euch? Wulffs Schmöker “Besser die Wahrheit”. spielte seinerzeit im Wahlkampf eine ganz besondere Rolle, wurden tausende Exemplare von der CDU “aufgekauft” und als Wahlwerbung des Ministerpräsidenten verschenkt. Bezahlt wurde erst nach erfolgreicher Wiederwahl Wulffs.
Was sich doch mit unlauter verdienter Kohle so alles sinnvolles anstellen lässt.

Den Erklärungen des hoch geschätzten verehrten Herrn Bundespräsidenten die über das “mein Name ist Hase, ich weiß von nix” hinausgehen sehe ich mit wachsendem Interesse entgegen. Und an Wullfs Stelle wäre mir so langsam die Allianz derer die mir den Rücken stärken mehr als peinlich. Die Perle aus der Uckermark, unsere geliebte Kanzlerin die ihn ins Amt hievte ist ja klar, aber der fahrerflüchtige Not-Generalsekretär Döring, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, der den “Schongang” anmahnt, wirklich köstlich.

Am besten aber die Begründung:
Mazyek sagte der „Mitteldeutschen Zeitung“: „Wir brauchen jetzt mehr denn je ein stabiles politisches Berlin, damit unserer Gesellschaft nicht weiter auseinanderdriftet.“ Europa stehe wirtschaftlich vor dem Abgrund und der Rassismus drohe sich in die Gesellschaft hinein zu fressen. „Angesichts dieser riesigen Herausforderungen sind jetzt alle – Politik, Medien und Verbände – gefordert, verhältnismäßig und angemessen zu agieren“, sagte Mazyek.

Quellen
http://www.welt.de/politik/deutschland/article13775913/Maschmeyer-bezahlte-Werbeanzeigen-fuer-Wulff-Buch.html
http://www.welt.de/politik/deutschland/article13776153/FDP-und-Muslime-nehmen-Wulff-in-Schutz.html

Mit der Zustandsbeschreibung hat Mazyek ja recht, er erkennt nur nicht den gewollten Zusammenhang:

Schockstrategie für Europa
Die Kanzlerin ist keine „Getriebene“ der Finanzmärkte – sie folgt ihrem Kalkül: per Eskalation der Krise ganz Europa eine Politik der Entsolidarisierung aufzuzwingen
http://www.freitag.de/positionen/1150-schockstrategie-f-r-europa

So lasset die Wulffans unter uns singen (der Wulff wird ja noch gebraucht):
http://www.youtube.com/watch?v=u8h8ca5zn5Y

Sonnige Welt! Wonnige Welt!
Hast uns für immer zusammengesellt!
Liebe vergeht, Liebe verweht,
Freundschaft alleine besteht!
Ja man vergisst wen man geküsst,
weil auch die Treue längst unmodern ist.
Ja, man verließ manche Madam’,
wir aber bleiben zusamm’.

Ein Freund, ein guter Freund,
das ist das Schönste was es gibt auf der Welt.
Ein Freund bleibt immer Freund,
und wenn die ganze Welt zusammenfällt.
Drum sei auch nicht betrübt,
wenn dein Schatz dich nicht mehr liebt.
Ein Freund, ein guter Ferund,
das ist der größte Schatz, den’s gibt.

73) sk8erBLN, Dienstag, 20. Dezember 2011, 09:17 Uhr

@ 65) StefanP, Montag, 19. Dezember 2011, 20:13 Uhr
“Dieses Pharisäerhafte meiner Mitbürger (Michael Spreng eingeschlossen) ist langsam so unerträglich, dass ich mir besser mal eine selbst auferlegte Pause verordne.”

Das ist eine prima Idee, möge die Pause lange anhalten.

Im übrigen meine ich mich zu erinnern dass Sie was mit CDU Kommunalpolitik zu tun haben oder hatten. Das erklärt natürlich weshalb Ihnen das alles “pharisäerhaft” erscheint. Ist ja auf lokaler Ebene eine Selbstverständlichkeit den “Würdenträgern” mit VIP-Status jedwede Sonderbehandlung zukommen zu lassen, sie zu hätscheln und zu pflegen. Eine Hand wäscht da die andere….

“Für andere ist das nahe zur Bananenrepublik. Vor Jahren machte ich schon so eine Erfahrung mit meinen durchgedrehten Mitbürgern.”

Ja, ist klar, irre sind immer nur die anderen, sonst wäre es ja auch zu kompliziert :D

Bananenrepublik trifft es übrigens wirklich gut. Nicht nur weil wir einen Verfassungschutz haben der die gefälschten Pässe von Naziterroristen gerne freiwillig finanziert und auch ansonsten alles nur mögliche unternimmt diese Truppe schalten und walten zu lassen….

Schöne Feiertage, erholen Sie sich gut!

74) Frankilein66, Dienstag, 20. Dezember 2011, 09:54 Uhr

@ 65) StefanP.

Larmoyant!

Motivation zunehmend langweilig!

75) to13, Dienstag, 20. Dezember 2011, 10:22 Uhr

@ 71) Doktor Hong

ihren Vorwurf reiche ich weiter an Herrn Jauch. Der hat ja am Sonntag die Aufmerksamkeit auf diesen Nebenkriegsschauplatz gelenkt. Habe dadurch zum ersten Mal davon gehört.
Und das Dementi von Herrn Blome… nun ja, was soll er schon anderes sagen…kann man glauben oder nicht. Hätte er diese geplante Veröffentlichung bei Jauch eingestanden, wäre er ein schlechter Geschäftsmann, wenn die Bild hier noch einen Scoop im Köcher hat.

Bin kein Moralapostel, aber man stelle sich mal vor, was in den puritanischen USA los wäre…

76) Frankilein66, Dienstag, 20. Dezember 2011, 11:20 Uhr

@sk8erBLN

Sie werfen nicht nur das Stöckchen, sondern laufen auch noch kläffend hinterher!

Viel Spass noch beim Bellen!

77) Ste, Dienstag, 20. Dezember 2011, 12:31 Uhr

Für einen Rücktritt sehe ich keinen allzu großen Grund, aber ich muss gestehen, das ist persönlich mein Wunsch, da bald Weihnachten ist, dass ich den Rücktritt will, denn er ist nicht der Bundespräsident des Volkes, sondern der Kanzlerin, einer der größten Fehler, den sie 2010 herbeimogelte. Gegenwärtig ist ein Repräsentant notwenid der a) den Link zum Volk herstellt und b) diesen in den Europäischen Gedanken verlängert und hineinlegt.

78) Doktor Hong, Dienstag, 20. Dezember 2011, 13:38 Uhr

Ich bin auch der Meinung gewesen, dass es Kandidaten gegeben hätte, die mir wesentlich besser gefallen hätten als Christian Wulff.

Manches, was Wulff sich so leistet, mag instinktlos sein. Aber mir ist wirklich ziemlich unwohl bei der Art und Weise, wie diese Hetzjagd vorangetrieben wird.

Es scheint, dass wir uns dem kollektiven Wahnsinn in den USA annähern, wo ein Präsident einem Amtsenthebungsverfahren gegenüberstand, weil er sich gewissen Aktivitäten mit einer Praktikantin widmete.

Zuvor ließ der Präsident in das Wahlkampfbüro der Opposition einbrechen! Das nenne ich einen Grund.

Bevor wir uns ereifern, lassen wir doch mal Revue passieren, was auf betrieblichen Weihnachtsfeiern zuweilen so vor sich geht, bei den Feiern des eigenen Betriebs und an all die Geschichten, die man aus dem Freundes- und Bekanntenkreis schon gehört hat.

Wie gesagt, ich würde auch lieber einen hochgebildeten, kultivierten Menschen im Amt des Bundespräsidenten sehen, aber diese Art von Hetzjagd finde ich bedenklich – insbesondere, da man versucht, über die Diffamierung seiner Ehefrau seine Position zu schwächen.

Es ist sicher nicht vorbildlich, seine Häuserfinanzierung auf diese Art und Weise zu gestalten. Aber verbrecherisch finde ich das ehrlich gesagt nicht. Immerhin ist der Kredit ja auch umgewandelt worden in einen normalen Bankkredit, soweit ich das gehört habe.

Es tut mir leid, so wenig ich von Wulff halte, so sehr gehen bei mir die Bullshit-Sensoren an. Da wird etwas in einer Weise aufgeblasen, dass es die Maßstäbe entstellt.

79) EStz, Dienstag, 20. Dezember 2011, 13:47 Uhr

@ 73) sk8erBLN, Dienstag, 20. Dezember 2011, 09:17 Uhr

zu Stefan P.: Selbst wenn auch mir sein Ton häufig missfällt, und Schwachstellen bei Politik, Wirtschaft und Regierung aufzudecken und abzustellen sind – hat er nicht grundsätzlich Recht mit seiner Kritik? Wie viele der über 200 Länder auf der Welt, mit allen dortigen Vor- und auch Nachteilen, wären Ihnen denn lieber?

zu Christian Wulff: Wie schon des öfteren geschrieben, halte ich eine Aufklärung durch Wulff für nötig und wichtig. Aber zu sehen, wie Leute wie Sie mit den Wölfen bzw. der BILD heulen, froh über jede noch so kleine neue Enthüllung gegen einen von “oben”, das finde ich fast bedenklicher als die Enthüllungen selbst. Denn als Bundespräsident kann Wulff höchstens noch rhetorischen Schaden anrichten.

WARUM schießt ausgerechnet die BILD einen ihrer Lieblinge ab, ausgerechnet jetzt, ausgerechnet unter diesen Umständen?

Haben Sie schon mal in diese Richtung recherchiert? Das können Sie ja sonst auch.

Gerade Sie und (politisch gemeint) Ihresgleichen müssten doch schon lange erkannt haben, dass die BILD sehr viel gefährlicher ist und die Demokratie sehr viel stärker schädigt, als der von Amts wegen (und in diesem Falle auch von der Persönlichkeit her) eher schwache Bundespräsident.

Ihre kleinkindliche, hämische Freude zeigt mir nur, dass das BILD-Konzept auch bei Ihnen voll aufgegangen ist. Von jemandem mit Ihrem politischen Engagement hätte ich da ehrlich gesagt etwas mehr Substanz erwartet.

Betrübte Grüße

80) Michael Becher, Dienstag, 20. Dezember 2011, 15:20 Uhr

@65)

Das Beispiel mit Frau Merkels Dienstwagen ist total daneben. Jeder Mensch in Deutschland muss entweder ein Fahrtenbuch führen oder seinen Dienstwagen als Geldwerten Vorteil versteuern. Ich sehe absolut keinen Grund, warum für Frau Merkel und ihre “Kaste” hier eine Ausnahme gemacht werden sollte.

Ich will auch in keinem Land der Mißgunst leben. Aber ich will auch keine Klassengesellschaft. Genau das haben wir aber, wenn Gesetze und Regeln, an die sich “die normalen Bürger” halten müssen (und die auch teilweise hart geahndet werden), die politische Kaste aber nicht.

81) wschira, Dienstag, 20. Dezember 2011, 15:34 Uhr

@StefanP, 65

Ihre etwas dunklen Andeutungen lassen mich spekulieren. Sie machen eine Pause? Heisst das genau das, was es semantisch (einem Ihrer Lieblingsworte) aussagt? Dann ist nur zu hoffen, dass die Pause recht lange anhält. Ein verheissungsvolles Versprechen zum Jahresausklang.

Herrn Spreng den unsäglichen Phrasendrescher Fleischhauer zur Lektüre zu empfehlen, zeigt einen gewissen Realitätsverlust.

Was bedeutet Ihre Aussage: “Sie wollen offensichtlich in so einem Land der Mißgunst leben. Ich nicht.” ? Wollen Sie auswandern? das wäre allerdings d i e strahlende Verkündigung des Jahres.

82) Mr. Truth, Dienstag, 20. Dezember 2011, 16:11 Uhr

Schlimm ist für mich nicht, dass er das Geld genommen hat sondern was er daraus gemacht hat. Das Haus in Hannover ist wenn überhaupt so naja…..

http://dreckigewahrheit.blogspot.com/2011/12/christian-wulffs-hauskauf.html

83) romeias47, Dienstag, 20. Dezember 2011, 16:30 Uhr

Aber beschädigt wurde das Amt zuallererst von Frau Merkel. Im Falle Köhler wird häufig gesagt, dass sie ihn wegen seiner weltwirtschaftlichen Kompetenz geholt hat. Das gibt so aber keinen Sinn. Um diese Qualitäten zu nutzen, hätte sie ihn mit dem Finanz- oder mit dem Wirtschaftsressort betrauen müssen. Vorgesehen hatte sie für ihn die Aufgabe des unkomplizerten Unterschreibers (wobei er nicht mitgespielt hat) bei nicht zu fürchtender rhetorischer Konkurrenz.

Letzteres trifft ja auch auf den Noch-Amtsinhaber zu. Dazu konnte sie mit dem Vorschlag einen weiteren möglichen Kanzlerinnen-Stuhl-Ansäger eliminieren. Da ja alle fraglichen Aktivitäten nicht in Wulffs bundespräsidiale Amtszeit fallen – außer die verunglückte Aufklärung – hoffe ich, dass die Politik zwischen Laissez-faire und Rücktrittsforderung noch andere Dosierungen für allfällig erforderliche Sanktionen findet.

Es gab ja auch mal eine Kandidatin, die ins Schloss Bellevue viele Qualitäten hätte einbringen können: noch persönlicher Bezug zu Kriegs- und Nachkriegszeit, Zeitzeugenschaft zu den 60/70er Jahren, persönliche und berufliche Erfahrung mit der Wiedervereinigung, Einblick in die Lebenswelt der jungen Generation als Hochschullehrerin, exquisite Sprachkenntnisse und als Soziologin mit Zugang zu vielen Fragen, die heute für morgen zu lösen wären. Wenn jemanden was schwant, liegt er oder sie richtig. Wie mit ihr umgegangen wurde, hat für mich immer noch ziemlich üblen Gout.

84) EStz, Dienstag, 20. Dezember 2011, 16:45 Uhr

@ 80) Michael Becher, Dienstag, 20. Dezember 2011, 15:20 Uhr

> Das Beispiel mit Frau Merkels Dienstwagen ist total daneben.
> Jeder Mensch in Deutschland muss entweder ein Fahrtenbuch führen
> oder seinen Dienstwagen als Geldwerten Vorteil versteuern.

Dagegen sagt ja keiner was. Aber jeder Dienstwagen-Benutzer kann doch seine Schlurre auch mal stehen lassen und mit dem Taxi fahren. Frau Merkel als Bundeskanzlerin darf das eben nicht.

85) Karin Kammann, Dienstag, 20. Dezember 2011, 16:55 Uhr

Ungefährlich, seicht und harmlos …

… das sollte er aus Merkels Sicht sein. Deswegen wurde er aufgestellt und mit der Regierungsmehrheit durch gepeitscht. Und gerade darin – selige Dialektik – findet er nun sein Urteil als Vorteilseigner. Er segelt die Jolle nach dem Wind, stand nie dagegen (wie ein Joachim Gauck) musste sich nie für etwas einsetzen, außer der eigenen Rechtfertigung und begriff die Welt der Schönen und Reichen als sein angestammtes Revier.

Ehrlich gesagt: wir brauchen keinen, der meint sich qua Amt gleich selber entschuldigen und exkulpieren zu können – ohne Folgen und Konsequenzen.

Was wir brauchen ist eine Ehrlichkeit, die bereit ist auch Konsequenzen zu tragen, wenn nicht Vorab, dann wenigstens im Nachhinein. So komisch es klingen mag, aber sein Rücktritt würde ihn zum ersten Mal fürs Amt befähigen.

86) Peter Christian Nowak, Dienstag, 20. Dezember 2011, 17:19 Uhr

Wie lange noch soll Herr Wulff für das Allgemeinversagen in Sachen Europakrise noch herhalten? Nur weil die Bevölkerung die ganze Sache mit dem Euro, Europakrise, Europaintegration und überhaupt alles eh nicht so richtig kapiert wie die Dinge miteinander so verbandelt sind, stürzt man sich auf mögliche Korinthen für einfache Gemüter. Boulevardjournalismus also und vs. Unfähigkeit komplexe Dinge zu verstehen. Das ist auch weniger mühsam und trägt zur Quotenbildung bei – und macht besser Kasse, als die blöde Bankenkrise, Europakrise… liest sich halt besser.

Dr. Wolfgang Lieb von den NDS hat das so kommentiert:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=11660#more-11660

87) Peter Christian Nowak, Dienstag, 20. Dezember 2011, 17:23 Uhr

@81)wschira
^^Phrasendrescher Fleischhauer^^
Jau!

88) Peter4670, Dienstag, 20. Dezember 2011, 19:10 Uhr

Gewählt ist gewählt, wenngleich auch ich lieber Herrn Gauck im Amt des Bundespräsidenten gesehen hätte.

An dem Kreditgeschäft zwischen den Geerkens und den Wulffs kann ich persönlich nichts verwerfliches finden. Die Familien kannten einander seit Jahrzehneten, und möglicherweise war es dem angehenden Bundespräsidenten damals unangenehm, zu einer Bank zu gehen und um einen Kredit zu bitten. Menschlich habe ich dafür Verständnis, wenn man in einem solchen Fall (teure Scheidung, kurzfristiger Finanz-Bedarf) einen väterlichen Freund um Unterstützung bittet.

Später im Landtag wollte man ihm (Christian Wulff) etwas anhängen, weswegen ich es auch verstehe, dass man sich “aus der Situation heraus” auf eine formale Argumentation zurückgezogen hat, die ja auch vom Bundespräsidialamt kürzlich nochmal wiederholt wurde, sinngemäß (…auf Nachfrage wurde wahrheitsgemäß verneint…).

Was mich hingegen in der Debatte der letzten Tage stört, sind diese nebulösen und rufschädigenden Andeutungen der Berlinder Zeitung mit Verweis auf einen Kolumnist der BILD, der angeblich gedroht haben soll, Details über das Vorleben von Bettina Wulff preiszugeben, für den Fall, dass der Bundespräsident nicht kooperiere. Das ist m.E. der eigentliche Skandal: Warum geht niemand juristisch gegen solch unglaubliche Vorwürfe vor?!

89) Benjamin, Dienstag, 20. Dezember 2011, 19:29 Uhr

Wulff ist selbst Schuld, dass die ganze Sache so aufgekocht wurde. Er hat in Hannover im Landesparlament zumindest nah an der Lüge herumgeredet und sich in das politische-wirtschaftliche Biotop begeben. Das hat vor ihm bereits Schröder getan, andere halten aber bewusst Abstand zu der verflechteten Politiklandschaft in Hannover (so Gabriel oder von der Leyen).

Die Sache an sich wäre gar nicht so dramatisch und sicher kein Rücktrittgrund, wenn Wulff sie souverän aufgeklärt hätte und nicht immer nur das zugibt, was die Presse ohnehin schon ausgegraben hat. So beschädigt ein ohnehin schwacher Bundespräsident das bereits geschwächte Amt, während die zerbröckelnde Regierung aus Panik um die politischen Konsequenzen versucht, ihn bloß im Amt zu halten – und das ist der eigentliche Skandal.

90) Rüdiger Dierke, Dienstag, 20. Dezember 2011, 19:58 Uhr

Im Parlamentarischen Rat 1948 / 49 plaidierte im übrigen Carlo Schmid dafür, auf das Amt des Bundespräsidenten zu verzichten. Es fand sich jedoch keine Mehrheit. Und so kam als erster Bundespräsident Theodor Heuss – ebenfalls Mitglied des Parlamentarischen Rates.

Jammerschade aus heutiger Sicht, daß C. Schmid unterlag. Damals nach dem Krieg gab es eine Fülle guter Leute, und die gibt es heute nicht mehr. Deshalb man sollte das Amnt aufgeben, es hat sich überlebt.

91) Benjamin, Dienstag, 20. Dezember 2011, 20:19 Uhr

PS: Wulff wirkt um so mehr wie ein begossener Pudel, weil er sonst gut austeilen konnte – freilich immer gegenüber der politischen Konkurrenz: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,804812,00.html

So etwas nennt man eigentlich säuerliche Doppelmoral – und das in dieser Zeit bei einem angeblichen politischen “Kompass” (den ja Merkel so liebt).

92) Astrid Radtke, Dienstag, 20. Dezember 2011, 21:03 Uhr

Ganz verstehe ich die Sehnsucht nach Gauck nicht. Ich war für Gauck und gegen Wulff. War inzwischen aber heilfroh, dass es anders gekommen ist. Denn die Einlassungen zu Bürgerprotesten von Herrn Gauck sind unsäglich. Ja, sie sind sogar unwürdig, wenn man bedenkt, dass es Bürgerproteste waren, die die DDR zu Fall brachten.
Gauck möchte wohl, dass in der BRD nicht mehr über die Politik nachgedacht wird. Dann bezweifle ich aber auch, dass er so ein großer Präsident geworden wäre, wie er jetzt wieder aus dem Hut gezaubert wird.

Die Sache mit Wulff ist fragwürdig ohne Zweifel. Nur, warum gräbt das die Presse JETZT aus? Wem ist Wulff so auf den Schlips getreten, dass der Spiegel allen voran eine neue Sau durchs Dorf treibt. Das wäre auch möglich gewesen, als die bekannten Dinge aktuell waren. Dann wäre es nichts geworden mit dem Bundespräsidenten. Aber zur Beschädigung des Amtes trägt auch die Presse bei, die 4 Jahre geschlafen hat.

In diesem Zusammenhang sind die Fragen, die in den Nachdenkseiten zum Thema gestellt werden, bedenkenswert: http://www.nachdenkseiten.de/?p=11660#more-11660

Beste Grüße
Astrid Radtke

93) karel, Dienstag, 20. Dezember 2011, 21:26 Uhr

Wenn es stimmt, daß lt. einer ARD-Umfrage eine große Mehrheit weiterhin Wulff im Amte sehen möchten,
dann haben wohl die “Vermittler von Wahrheiten” ein heftiges Problem.

Es sei ihnen gegönnt.

Ich frage mich: wenn Wulff zurücktreten würde, was dann?
Vielleicht Altkanzler Schröder als neuer Bundespräsident?
Die Mehrheiten dazu wären vorhanden.
Nun denn…..

94) sk8erBLN, Dienstag, 20. Dezember 2011, 22:13 Uhr

@ 79) EStz, Dienstag, 20. Dezember 2011, 13:47 Uhr

“zu Stefan P.: Selbst wenn auch mir sein Ton häufig missfällt, und Schwachstellen bei Politik, Wirtschaft und Regierung aufzudecken und abzustellen sind – hat er nicht grundsätzlich Recht mit seiner Kritik? Wie viele der über 200 Länder auf der Welt, mit allen dortigen Vor- und auch Nachteilen, wären Ihnen denn lieber?”

Nein, ich finde nicht dass StefanP richtig liegt, ich hätte ihm ansonsten sicher zugestimmt. Die von ihm aufgestellte These “bei uns ist es ja so gut weil es woanders noch weit schlechter ist (dahingehend interpretiere ich sein Kantinenbeispiel) passt nicht auf die Position des Staatsoberhauptes. Ganz abgesehen davon dass absurd ist sich am schlechteren oder dem Schlechtesten zu orientieren. Sonst könnten wir hier wieder die Todesstrafe einführen, foltern etc. etc. Das kann wohl kaum der Maßstab sein.

Ich wiederhole mich da: Niemand ist gezwungen dieses Amt zu bekleiden wenn ihm/ihr nicht passt, dass damit äußerst strenge Maßstäbe an Glaubwürdigkeit und Anstand verbunden sind. Ich habe kein Problem damit wenn Privatleute sich gegenseitig Geld zu günstigeren Konditionen leihen als am Markt erhältlich, damit dass sie sich gegenseitig in ihren Ferienhäusern beherbergen etc. etc. Bei einem Bundespräsidenten erwarte ich dass ihm bewusst ist, dass er kein Privatier ist der tun und lassen kann wie ihm beliebt.

Das Dienstwagenbeispiel: Wir können gern darüber diskutieren ob die Entlohnung von Ministerpräsidenten oder KanzlerIN erhöht werden sollte weil sie unangemessen ist. Damit habe ich kein Problem. Ein erhebliches Problem habe ich bereits damit wie Pensionsansprüche erworben werden und noch mehr in welcher Höhe diese Bezüge liegen. Das ist Selbstbedienung par exellance und gehört abgeschaft, normale Menschen können einen solchen Rentenanspruch in einem über 40 jährigen Arbeitsleben nicht in annähernder Höhe erarbeiten.
Zur Versteuerung. da erwarte ich die Gleichbehandlung, die aktuell gelten Privillegien in Punkto Altersversorgung sind bereits unplausibel genug.

“zu Christian Wulff: Wie schon des öfteren geschrieben, halte ich eine Aufklärung durch Wulff für nötig und wichtig.”
Da sind wir uns einig. Dass Wulff diese Aufklärung freiwillig betreibt ist offensichtlich nicht anzunehmen, räumt er jeweils nur ein, was nicht länger bestreitbar ist. An dem Punkt bin ich grundsätzlich erst mal zufrieden mit der Arbeit der Medien.

“Aber zu sehen, wie Leute wie Sie mit den Wölfen bzw. der BILD heulen, froh über jede noch so kleine neue Enthüllung gegen einen von “oben”, das finde ich fast bedenklicher als die Enthüllungen selbst.”
Wo Sie da Freude erkennen weiß ich nicht, mich macht das im Gegenteil ziemlich wütend. Dass in diesem Fall die BILD, die ich bevorzugt als “BLÖD” erwähne und prinzipiell nicht direkt verlinke- was meine Geringschätzung dieses Mediums eigentlich gut zum Ausdruck bringt- besonders faktenreich berichtet, ist vermutlich der grundsätzlichen Nähe des Hauses Springer zu CDU/CSU geschuldet. Es ändert allerdings nicht meine Meinung dass diese Machenschaften im Detail an die Öffentlichkeit gehören. Es fehlt erheblich an Transparenz und die Parteien haben es sich da sehr bequem gemacht.

“Denn als Bundespräsident kann Wulff höchstens noch rhetorischen Schaden anrichten.”
Dafür ist er a) zu gut bezahlt und b) hat er höchstselbst dafür gesorgt dass seine Glaubwürdigkeit gegen null tendiert. Das zweite halte ich für besonders bedauerlich.

Ihre Anmerkung:
“WARUM schießt ausgerechnet die BILD einen ihrer Lieblinge ab, ausgerechnet jetzt, ausgerechnet unter diesen Umständen?

Haben Sie schon mal in diese Richtung recherchiert? Das können Sie ja sonst auch.”

Ja, habe ich, als allererstes sogar und u.a. mehrfach als konkrete Frage an Herrn Spreng wie auch in die Runde hier. Siehe Artikel “Wulffs Biotop
15) sk8erBLN, Dienstag, 13. Dezember 2011, 17:35 Uhr
Die einzig relevante Frage ist eigentllich nur die, weshalb die BLÖD just in diesem Augenblick mit dieser Geschichte um die Ecke kommt. Diese Breitseite geht ja nicht nur gegend en CDUler Wulff sondern auch gegen den Bundespräsidenten als Funktionsträger. Das weiss auch jeder Journalist der sich mit so einer Story hervorwagt.

Also, wem nützt das, weshalb gerade jetzt, was ist die Intention und von was könnte man evtl. ablenken wollen?
Na Herr Spreng, helfen Sie Ihren Kommentarschreibern auf die Sprünge? Genug Insiderwissen dürfte ja vorhanden sein.”

und dann erneut:

39) sk8erBLN, Mittwoch, 14. Dezember 2011, 18:14 Uhr
@ Herr Spreng

Schade dass Sie darauf verzichten Ihre Vermutung zu äußern weshalb die BILD den Wulff auf den Markt wirft, ich bin sicher, Sie vermuten dazu etwas…..

40) sk8erBLN, Mittwoch, 14. Dezember 2011, 18:21 Uhr
aber ich liefere mal einen Ansatz was da passiert sein könnte:

Wulffs Schweigen
Der Kredit des Präsidenten
14.12.2011 · Dieser Bundespräsident wird künftig schweigen müssen: Spätestens am 17. August erfuhr Christian Wulff, dass die Presse in der Sache seines Hauskaufs recherchierte. Am 24. August sprach er im Kreis von Nobelpreisträgern über Bonität und Bürgschaften. Es war seine erste und letzte Rede über das Schicksalsthema unserer Zeit.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/wulffs-schweigen-der-kredit-des-praesidenten-11562994.html

Die bohrende Frage weshalb zum jetzigen Zeitpunkt ist so interessant, das man darüber noch eine Weile nachdenken sollte.
Wulff der nächste Ikarus der sich die Wachsflügel verbrannt hat so wie zuvor schon Köhler dessen Abgang ja auch so einiges an Fragezeichen hinterließ.”

Null Reaktion bis auf den Hinweis ich möge den wirklichen Fragen nicht zu nahe kommen (42.).

“Gerade Sie und (politisch gemeint) Ihresgleichen müssten doch schon lange erkannt haben, dass die BILD sehr viel gefährlicher ist und die Demokratie sehr viel stärker schädigt, als der von Amts wegen (und in diesem Falle auch von der Persönlichkeit her) eher schwache Bundespräsident.”

“Ihre kleinkindliche, hämische Freude zeigt mir nur, dass das BILD-Konzept auch bei Ihnen voll aufgegangen ist. Von jemandem mit Ihrem politischen Engagement hätte ich da ehrlich gesagt etwas mehr Substanz erwartet.”

Nana, “kleinkindlich?? Nicht wirklich. Zur Freude hatte ich schon wanfangs was gesagt. Wie Sie sehen, die passenden Fragen waren gestellt, wenn sich aber weiter niemand mit der Materie befassen kann oder will – tant pis. Meine Gedanken dazu habe ich mir ganz sicher gemacht. Und natürlich ist mir dabei ebensowenig entgangen, dass es neben den Fakten in der BLÖD auch gezielte Fußtritte vors Schienenbein durch dieses Medium gab. So z.B. den hier nicht mehr von mir erwähnten dass Wulffs Entscheidung Präsident zu werden wohl nur etwas mit dem gesteigerten Geltungsbedürfnis seiner Gemahlin und dem besseren Verdienst, aber wenig mit seiner Qualifikation zu tun gehabt habe. (Sinngemäß wiedergegeben). Ebenso fällt auf dass die Bild häppchenweise und wohldosiert nachlegt, so das Thema am köcheln hält. Ja, da wird jemand sturmreif geschossen von der Bild, das macht dieses Medium ja ständig und meistens ekelt mich das ziemlich an. Mein Mitleid hält sich diesmal doch arg in Grenzen was wiederum daran liegt, dass ich die Art und Weise wie Wulff agiert als geradezu unterirdisch einschätze und wenn dieser Mann auch nur den Funken von Respekt vor dem Amt hätte, wenigstens inzwischen die notwendige Konsequenz gezogen hätte. ER, Wulff ist der Schlüssel und wenn er noch nicht kappiert hat dass ihm das weitere Aussitzen nichts bringen wird tut er mir noch mehr leid. Da steht noch die Drohung der Bild im Raum die ich bereits verlinkt hatte als Zitat der Berliner Zeitung weitere unappetitliche Details auszuplaudern die bislang.

Der österreichische STANDARD findet:

“Die Kreditaffäre ist ein Fiasko. Denn die stärksten Waffen des deutschen Bundespräsidenten sind seine Glaubwürdigkeit und seine Worte. Weder das eine noch das andere kann Wulff derzeit bieten. Er selbst gibt bedauerlicherweise keine Antworten, er produziert bloß immer noch mehr Fragen. Dieser Umgang mit der Affäre ist absurd und erinnert an die Causa Guttenberg. Nur etwas zugeben, wenn es schon die Spatzen von den Dächern pfeifen, ansonsten eine böse Medienkampagne sehen – so lautete auch damals die fatale Strategie. Viel Zeit bleibt nicht mehr. Entweder Wulff stellt sich diese Woche endlich seinem Problem und informiert – und zwar ausführlich, nicht von oben herab in präsidialen Halbsätzen. Oder er ist in diesem Amt nicht mehr tragbar.”

So weit der STANDARD aus Wien.
Quelle
http://www.dradio.de/presseschau/ vom 19.12. 12:50 Uhr

Heute sind wir einen Tag weiter und für mich hat Wulff diese letzte Chance verwirkt. Ergo ab nach Hannover ins kleinbürgerliche Eigenheim, das Schloss ist für ihn etliche Nummern zu groß und ich mag nicht abwarten bis die gesamte internationale Presse Spott über das höchste Amt dieses Staates ausgießt. Der Schaden, auch für den Nachfolger ist jetzt schon viel zu groß.

Beste Grüße und schöne Feiertage

P.S.: Sie werden sich denken können wie diese Nachricht von mir aufgenommen wurde, vielleicht können Sie aber auch annehmen dass ich exakt damit gerechnet hatte und mir meine Einschätzung zur Verkommenheit der Politiker nur noch einmal bestätigt wurde:

“Ältestenrat schmettert Wulff-Untersuchung ab
Der Fall Wulff sorgt für Zoff im niedersächsischen Landtag: Eigentlich sollte der Ältestenrat die Vorwürfe gegen den früheren Ministerpräsidenten untersuchen – doch die Sitzung wurde auf Wunsch von CDU und FDP ergebnislos abgebrochen. “Das Treffen hat keine Viertelstunde gedauert”

Schostok zufolge beantragten die anwesenden Fraktionsvertreter von CDU und FDP “gleich zu Beginn” der Beratungen den sofortigen Schluss der Debatte. Anschließend stimmte der Ältestenrat in diesem Sinne ab – Union und FDP stellen sowohl im Landtag als auch im Ältestenrat die Mehrheit.”
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,804925,00.html

Da kann ich nur noch hoffen dass die BLÖD ihre Kampagne so lange und forciert fortsetzt bis der Herr mürbe wird und die Segel streicht. Ich bin zutiefst angeekelt und das ganz sicher nicht alleine!

95) sk8erBLN, Dienstag, 20. Dezember 2011, 22:39 Uhr

und och als Ergänzung ein weiteres pikantes Detail:

“Für die Bezahlung der Anzeigen, die der Verlag Hoffmann und Campe für das Buch schaltete, ließ Maschmeyer die Rechnungen mehrfach neu auszeichnen. Das bestätigte der Verlag gegenüber dieser Zeitung. Dabei fallen besonders die Rechnungen vom 30. Oktober und 2. November 2007 ins Gewicht. Der Rechnungsgrund „Anzeigen“ wurde auf Wunsch Maschmeyers in den Rechnungsgrund „Beratungsleistungen“ geändert.

Maschmeyer hatte, wie erst später bekannt wurde, schon 1998, im niedersächsischen Landtagswahlkampf, anonym Zeitungsanzeigen für den damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten und späteren SPD-Kanzlerkandidaten Schröder mit der Überschrift „Der nächste Kanzler muss ein Niedersachse sein“ finanziert. Damals hatte Wulff, der als CDU-Spitzenkandidat die Landtagswahl gegen Schröder verlor, die Aktion als Aushebelung der im Parteiengesetz geregelten Parteienfinanzierung kritisiert. Wulff vermutete damals ein „abgekartetes Spiel“, das die Stimmbürger besonders beeinflusst habe.”
http://www.faz.net/aktuell/kredit-affaere-merkel-vertraut-wulff-auch-bei-neu-auftauchenden-fragen-11572722.html

Da ist doch beruhigend dass unsere Perle aus der Uckermark nach wie vor ihrer Marionette Wulff vertraut, auch nach dem Anzeigengeschäft. Am schönsten aber ist die Formulierung “auch bei „neu auftauchenden Fragen“. Die wissen also dass da noch mehr Leichen im Keller verstaut sind….

96) Gloria, Dienstag, 20. Dezember 2011, 23:31 Uhr

Danke für für die klasse Analyse,Herr Spreng.

97) Michael A. Nueckel, Mittwoch, 21. Dezember 2011, 00:07 Uhr

@ to13, 64)
… das geht gar nicht! Nicht jeder Zweck heiligt die Mittel. Das p r i v a t e Vorleben der jetzigen Frau Wulff sollte schon rausbleiben, was auch immer das war. Etwas anderes ist die Frage, inwieweit sie in ihrem Berufsleben (Conti [bis in die Zeit der Fusion mit der Schaeffler-Gruppe], später Rossmann) ebenfalls auf ihre Art verwickelt ist.

@ Doktor Hong, 71), @) Peter4670, 88)
Insoweit muß ich Ihnen beiden zustimmen, wobei an die Adresse von @ Peter 4670 gerichtet, rechtliche Maßnahmen dagegen nur eine Person machen kann, nämlich diejenige, die es betrifft – doch wie sähe das aus, und was würde diese Aktion erst recht auslösen? Recht ist keine Allzweckwaffe, da kann ebenso der Schuß nach hinten losgehen.

Und noch etwas: @ Peter4670, 88): Sie sprechen milde von einem, kurzfristigen Finanzbedarf. Hmm, aber es mußte unbedingt ein Haus für zu 100% fremdfinanzierte EUR 500.000 sein? Und wenn ja, der damalige MP hatte kein Eigenkapital für einen stinknormalen Bankkredit? Er hat in Westerkappeln eine gut gehende Tankstelle (Erbschaft)? Versteh´ ich nicht. Ganz im Gegenteil, das macht mich enorm nachdenklich. Dann war er ja klassisch anfällig.

@Peter Christian Nowak, 86)
Was Sie schreiben, ist zumindesten teilweise nicht von der Hand zu weisen, obgleich Europa schon lange vor der Wulff-Affaire nicht verstanden wird, ebenso die Bankenkrise, beginnend ab 2007/2008.
Aber er muß nicht herhalten, das Ausmaß seiner Empfänglichkeiten für Zugaben aus bestimmten Kreisen ist von Interesse, und sei es als mahnendes Beispiel – obgleich ich insoweit nicht eben zuversichtlich bin. Bei Wulff und anderen kennen wir womöglich allenfalls den Zipfel der Spitze des Eisberges. Vielleicht ist es jedoch besser, nicht mehr zu wissen … und Wulff geht mit besseren Vorsätzen in ein neues 2012, vielleicht beichtet er Weihnachten uns allen???

Doch bin ich mir nicht sicher, ob ihm der Landtag heute nicht einen Bärendienst erwiesen hat. Das ist alles anders als ein klares Statement, um Ruhe in die Sache zu bringen.

98) M.M., Mittwoch, 21. Dezember 2011, 01:21 Uhr

Spätestens seit dem Papstbesuch von Benedikt XVI. in Deutschland leidet dieser Bundespräsident an Allmachtsfantasien.
Der Bischof der Weltkirche sollte wegen Herrn Wulff aus Deutschland das Ehesakrament der römisch katholischen Kirche verändern.
Kurz vor seinem Abflug vom Freiburger Flughafen wurde der Papst dazu in einen separaten Raum entgegen dem Protokoll nochmal zum Gespräch von unserem Hernn Wulff mit seiner zweiten Frau “gebeten”. Ohne Kameras. Dem Phoenix Kommentator hat es damals fast die Sprache verschlagen.

99) sk8erBLN, Mittwoch, 21. Dezember 2011, 09:11 Uhr

neues vom Murmeltier….

Der Wulff-Anwalt muss einräumen dass die Kreditverhandlungen mitt Herrn Geerkens geführt wurden.
Es wird noch immer nicht erläutert wie die Hausfrau in der Lage war 500.000 EUR Kredit zu finanzieren, das Floridahäuschen aber nur via zuvor bei Ihrem Mann aufgenommenem Dahrlehen gkauft werden konnte.

Schwarz-Geld will mit aller Macht die Debatte ersticken, bsurde Begründung: aus Respekt vor dem Amt.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,805000,00.html

Zur Anzeigenfinanzierung für Wulffs Buch: Wulff selbst schreibt vier (!) Kolumnen für die BLÖD und will von seinem Co-Autor Hugo Müller Vogg natürlich nie nie erfahren haben wer die niedersachsenweit geschalteten Anzeigen finanziert? Selig sind die geistig armen denn sie glauben. Und Maschmeyer ließ vorsichtshalber gleich mehrfach die Rechnungstexte überarbeiten. Er hat keine Anzeigen bezahlt sondern Beratungshonorare.

Apropos selig: Die katholische Kirche, die bekanntermaßen selbst höchste Schwierigkeiten mit der Aufarbeitung innerer Skandale hat sieht sich berufen den Weg gen Rücktritt aufzuzeigen.:
Kardinal Meisner legt Wulff Rücktritt nahe

Spannend bleibt, wie Wulf die Diskrepanz zwischen seinen höchsten Moralischen Ansprüchen an andere mit seinem Verhalten in Einklang bringen wird. Auf diesen Spagat bin ich sehr gespannt. Die FAZ war so nett die Highlights seiner Äußerungen zusammenzustellen. :
O-Töne Wulff:
„Ich glaube, es ist die völlig fehlende Distanz zu Sachen, zu Personen, zu Dingen, die man in der Politik braucht, also eine Grundsensibilität, dass man Dienstliches und Privates relativ strikt trennt, dass man fließende Übergänge mit äußerster Vorsicht behandelt… Es darf gar nicht erst zur Korruption kommen, sondern es muss der Anschein von Korrumpierbarkeit, von Abhängigkeiten, von Sponsoring von Politik und Politikern vermieden werden. Das ist hier alles völlig fließend, und das über Jahrzehnte in der Heimatstadt des Ministerpräsidenten mit seinem ihm eigenen Umfeld. Das ist eine schwere Belastung, und aus dem hat er sich nie gelöst. Deswegen fehlen ihm eigentlich die Voraussetzungen – ich würde es hart formulieren wollen –, letztlich auch die Voraussetzungen für die Würde des Amtes des Ministerpräsidenten. Er ist der falsche Mann am falschen Platz.“

„Ich leide physisch darunter, dass wir keinen unbefangenen Bundespräsidenten haben.“

„Wer zur Elite eines Landes gehören will, muss auch Vorbildfunktion und Verantwortung übernehmen – ohne Wenn und Aber“.

Das Versagen von Eliten bedroht langfristig den Zusammenhalt in der Gemeinschaft, in der Gesellschaft. Wer sich zur Elite zählt und Verantwortung trägt, darf sich eben auch nicht in eine eigene abgehobene Parallelwelt verabschieden.“

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/bundespraesident-der-weihnachtsmann-die-wuerde-des-amtes-und-die-wahrheit-11573120.html

Getreu dem Motto “was kümmert mich mein Geschwätz von gestern”

100) Gregor Keuschnig, Mittwoch, 21. Dezember 2011, 10:15 Uhr

@62/horst scharnhorst
Ich glaube nicht, dass die Leute einen Heiligen als BP wollen. Aber sie wollen das Mindestmaß an Ehrlichkeit, dass man einem politischen Amtsträger zumuten kann. Dazu gehört vor allem, den eigenen aufgestellten Maßstäben gerecht zu werden – also nicht Wasser für die anderen predigen und selber Wein trinken. Es geht nicht um ein Haus bzw. dessen Finanzierung. Es geht darum, ob Wulff damit einen geldwerten Vorteil erhalten hat und dabei den niedersächsischen Landtag belogen hat.

Jeder Steuerpflichtige und Beamte muss geldwerte Vorteile angeben. So auch ein Ministerpräsident. Wenn der Zinssatz damals bei rd. 5-6% lag, er aber nur 4% zahlen musste, muss dies angegeben werden. Das hat nichts mit Heiligkeit zu tun. Sondern mit Anstand. Und da hilft auch nicht der Hinweis auf andere, die ebenfalls den Anstand haben vermissen lassen.

101) Benjamin, Mittwoch, 21. Dezember 2011, 13:30 Uhr

Der nächste Dominostein ist gefallen: http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/causa-wulff-anwalt-geerkens-an-kreditverhandlungen-beteiligt-11574464.html

102) EStz, Mittwoch, 21. Dezember 2011, 13:34 Uhr

@ 94) sk8erBLN, Dienstag, 20. Dezember 2011, 22:13 Uhr

> Nein, ich finde nicht dass StefanP richtig liegt, ich hätte ihm
> ansonsten sicher zugestimmt.
:-) Die Botschaft hör ich wohl….

> Die von ihm aufgestellte These “bei uns ist es ja so gut
> weil es woanders noch weit schlechter ist
> (dahingehend interpretiere ich sein Kantinenbeispiel)

Seine Botschaft lautete “Bei uns ist es doch recht gut”; ab dem “…weil” ist es von Ihnen dazu interpretiert. Den Spruch mit der Todesstrafe lasse ich mal lieber unkommentiert.

Es ist sicher so, dass wir nicht in einer perfekten Gesellschaft leben, und dass es sowohl für jeden persönlich als auch für die Gesellschaft besser gehen könnte. Das ist auch anzustreben, keine Frage. Dennoch wird “gut gehen” in der Regel mit materiellem Wohlstand gleich gesetzt (von Leuten, die schon mal schwer krank waren, auch gesundheitlich).

Aber allein, dass Sie und ich uns hier so frei äußern dürfen, ist für den größten Teil der Menschheit keine Selbstverständlichkeit. Dass wir frei von “A” nach “B” reisen dürfen, dass es Krankenversorgung, soziale Versorgung, freien Informationszugang etc gibt, ist für den größten Teil der Menschheit nicht selbstverständlich. Übertrieben formuliert, streiten wir im Angesicht von Verhungernden darum, ob der Klacks Sahne auf unserer Torte groß genug ist. Das heißt nicht “Maul halten” oder “Weiter so” oder irgend ein anderen Mist, den man mir dann gerne unterstellt. Sondern: “Lasst die Kirche im Dorf”.

>> “Aber zu sehen, wie Leute wie Sie mit den Wölfen bzw.
>> der BILD heulen, froh über jede noch so kleine neue
>> Enthüllung gegen einen von “oben”….

> Wo Sie da Freude erkennen weiß ich nicht,

Zitat von Ihnen: Hübsch die neue Enthüllung rund um Wulffs tolle Freunde.

> P.S.: Sie werden sich denken können wie diese Nachricht von mir
> aufgenommen wurde, vielleicht können Sie aber auch annehmen
> dass ich exakt damit gerechnet hatte und mir meine Einschätzung
> zur Verkommenheit der Politiker nur noch einmal bestätigt wurde

Hier kommen wir auf den Punkt: Ihre “Einschätzung von der Verkommenheit der Politiker” (die da oben) wollen Sie bestätigt sehen. Und Sie suchen krampfhaft nach Punkten, auf die Sie mit dem finger weisen können.

Kein Politiker ist ein Heiliger, genausowenig wie Sie oder ich. Suchen Sie mit der GLEICHEN Energie nach “guten” Politikern, “guten” Entscheidungen, und feiern die genau so, wie Sie sich über die “schlechten” Politiker hermachen? Sie sind letztendlich auch auf der Suche nach der SChlagzeile “Mann beißt Hund”, und die Normalität oder gar die positive Ausnahme interessieren Sie nur solange, wie sie sich als Hintergrund für die “Verkommenheit” der Bösen eignet. Egoismus, auf sich schauen ist menschlich. Und wenn man mit der gleichen Lupe auf jeden anderen Menschen in diesem Lande schaut, würden Sie bei jedem ähnliche Geschichten entdecken.

Ich habe zu jedem Menschen, den ich in irgend einer Form kenne, ein Urteil: Zu Frau Merkel, zu Herrn Wulff (natürlich auch zu Ihnen). Ich bin mir aber sehr wohl darüber bewußt, dass dieses Urteil nur ein Vorurteil ist, und dass meine Vorstellung vom Leben bestimmt, wie ich andere sehe. Sie sollten sich gelegentlich klar machen, auf welcher Basis von Hörensagen Sie Ihre Urteile fällen.

Und selbst wenn Sie die eine oder andere Frage nach dem Motto “Na, Herr Spreng, was glauben Sie” gestellt haben (was sicherlich nicht Ihren üblicherweise aufwendigeren Recherchen entspricht), zielt Ihre Richtung klar gegen Wulff. Es gibt für Aktion und Timing der BILD einen Grund, der viel wichtiger ist als die Verfehlung von Wulff (die in meinen Augen nicht in der Kreditannahme, sondern im Verschweigen derselben besteht). Und das hat auch nichts mit “Kontrolle der Mächtigen” zu tun. Dass eine Zeitung wie die BILD nach Belieben Politiker bis hin zum Bundespräsidenten einbestellen und abschießen kann, ist der eigentliche Skandal. Das sollte Sie in Angst und Schrecken versetzen.

103) EStz, Mittwoch, 21. Dezember 2011, 13:37 Uhr

@ 100) Gregor Keuschnig, Mittwoch, 21. Dezember 2011, 10:15 Uhr

> Ich glaube nicht, dass die Leute einen Heiligen als BP wollen.
> Aber sie wollen das Mindestmaß an Ehrlichkeit, dass man
> einem politischen Amtsträger zumuten kann. Dazu gehört vor allem,
> den eigenen aufgestellten Maßstäben gerecht zu werden –
> also nicht Wasser für die anderen predigen und selber Wein trinken.
> Es geht nicht um ein Haus bzw. dessen Finanzierung. Es geht darum,
> ob Wulff damit einen geldwerten Vorteil erhalten hat und
> dabei den niedersächsischen Landtag belogen hat.

Ich schließe mich da gerne an: Es geht um nicht weniger, aber auch um nicht mehr.

104) G.Fawkes, Mittwoch, 21. Dezember 2011, 13:56 Uhr

Ob ehemalige Bausparvertragsverkäufer sich finanziell bei Herrn Schröder oder bei Herrn Wulf anbiedern, ob man sich viel Geld guenstig borgt oder ob man es sogar ganz behalten darf, weil man ja als Abgeordneter sich eher von seinen eigentlichen Verpflichtungen ausklinken kann(und darf) als der BP und sich selbst einredet, man wird nur für die Vorträge bezahlt…………………………ich glaube, dass hier niemand einen substantiellen Unterschied zwischen CDU und SPD sieht.

Dabei ist es doch ganz einfach-wie im wahren Leben: Erstmal im eigenen Stall ausmisten und dann sich um seine Umgebung kümmern.Oder macht die SPD ihre eigenen Sprichwörter, wie z.B.:
“Wer im Schweinestall sitzt, darf mit Steinen werfen.”!?

105) Jan, Mittwoch, 21. Dezember 2011, 15:57 Uhr

Ich lasse mal kommentieren:

“Ich leide physisch darunter, dass wir keinen unbefangenen Bundespräsidenten haben. Es ist tragisch, dass Deutschland in dieser schwierigen Zeit keinen unbefangenen Bundespräsidenten hat, der seine Stimme mit Autorität erheben kann.”

Zitat von Christian Wulff aus dem Jahr 2000 als er den damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau wegen Privatflüge kritisierte, die von der WestLB bezahlt wurden.

106) Michael A. Nueckel, Mittwoch, 21. Dezember 2011, 16:36 Uhr

@ 11) sk8erBLN,
@ 53) sk8erBLN
@ 72) sk8erBLN
@ 95) sk8erBLN
@ 99) sk8erBLN

Muss das sein? Warum “beglücken” Sie uns hier fortwährend mit presseschauartigen Wiederholungen, Zitaten u.a. aus bekannten und auch von uns gelesenen Blättern? Ich brauch´ das hier nicht.

Frohes Fest!

107) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 21. Dezember 2011, 18:35 Uhr

97) Michael A. Nueckel,
(…)Aber er muß nicht herhalten,…(…)Bei Wulff und anderen kennen wir womöglich allenfalls den Zipfel der Spitze des Eisberges.

Ich stimme Ihnen zu, Herr Nickel, wenn Sie die Notwendigkeit `Integrität im Amt` zwingend für notwendig erachten. Wer nach Beweislage dagegen verstößt sollte nach diesem Verständnis auch mit Konsequenzen zu rechnen haben.
Ich gebe jedoch zu bedenken, ob dieser Hype um Wulff nicht doch das Versagen der Medien ist. Ein Versagen, was die Darstellung von wesentlich komplexeren Dinge im Zusammenhang der europaexistentiellen Krise betrifft.
Hätte man nicht schon früher die vielen Entscheidungen des früheren Ministerpräsidenten infrage stellen können und welche Rolle die befreundeten Unternehmer dabei spielten?
Im Vergleich zu den dramatischen Entwicklungen geht es um ganz andere Größenordnungen, als die Dinge um Wulff. Die sollten meiner Meinung nach eher als Randnotiz erscheinen, weder mit Über- noch mit Untertreibung und mit der nötigen Emphase selbstverständlich, aber frei vom Verdacht, das Ganze sei ein Ablenkungsmanöver.

108) helmut mederle, Mittwoch, 21. Dezember 2011, 20:28 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

als “klassischer Hintergrund” zu Ihrem Text und Kommentiertem ergänzend folgende Fragen, – völlig unabhängig von “Pro oder Contra” zur Person:

1. Woher kommt “das?”

2. Kommt das evtl. “ausgerechnet” um diese Zeit?

3. Cui bono…?

109) Andronico, Mittwoch, 21. Dezember 2011, 21:19 Uhr

Zur Auflockerung der ernsten Debatten hier mal was zum Schmunzeln (zum Thema Wulff):

http://www.der-postillon.com/2011/12/nette-schwiegersohne-beklagen.html

110) Michael, Donnerstag, 22. Dezember 2011, 06:14 Uhr

Wann erscheint das Buch “Vertrauen heißt Kredit geben” von Christian Wulff, Bundespräsident a. D.?

111) EStz, Donnerstag, 22. Dezember 2011, 11:17 Uhr

@107) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 21. Dezember 2011, 18:35 Uhr

> Hätte man nicht schon früher die vielen Entscheidungen
> des früheren Ministerpräsidenten infrage stellen können
> und welche Rolle die befreundeten Unternehmer dabei spielten?
Naja, als Ministerpräsident setzt man sich für sein Land ein, was auch bedeutet, dass man günstige Möglichkeiten für die Unternehmer im eigenen Ländle schafft. Gerhard Schröder, Lothar Späth oder etwa Franz Josef Strauß waren ebenfalls Spezialisten darin. Das ist aus meiner Sicht nichts Verwerfliches und findet sich zuhauf und noch deutlich stärker ausgeprägt in jeder Kleinstadt.
Ansonsten kennen sich die Herren Geerkens und Wulff lange genug, dass sich an der sicherlich vertrauensvollen Beziehungen zwischen den beiden durch den Kredit nichts ändert.

> …, aber frei vom Verdacht, das Ganze sei ein Ablenkungsmanöver.
Ich denke auch, dass es das ist, ich bin mir nur nicht sicher, wofür…

@108) helmut mederle, Mittwoch, 21. Dezember 2011, 20:28 Uhr

> 1. Woher kommt “das?”
> 2. Kommt das evtl. “ausgerechnet” um diese Zeit?
> 3. Cui bono…?

Sie haben Recht, das sind die VIEL wichtigeren Fragen, speziell die letzte.

112) Frankilein66, Donnerstag, 22. Dezember 2011, 11:56 Uhr

Das ganze hat nur einen einzigen Zweck:

Die mäßigen Quoten der jährlichen Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten aufzupäppeln.

Wenn Herr Wulff aber denkt, dass ich mich an Heiligabend vor den Fernseher setze um mich daran zu weiden wie er sich vor der deutschen Öffentlichkeit vollends blamiert, hat er sich schwer getäuscht!

113) romeias47, Donnerstag, 22. Dezember 2011, 12:39 Uhr

Vielleicht ist die Affäre Wulff auch nur eine Art medialer Erschöpfungsdekompensation nach ca. 12 Wochen finanzpolitischer Monothematik. Wenn schon die Experten im Grunde nicht mehr über den Tag hinaus einschätzen können, was sollen denn erst die armen Schreiberlinge an den Notebooks ihren Lesern, Hörern, Zuschauern verklickern?

Mir fällt inzwischen nur noch der Herr Geheimrat von Goethe ein, der mal gesagt hat, es gibt keine Tugend, die nicht zum Fehler, und keinen Fehler, der nicht zur Tugend werden könnte. Drum plädiere ich für eine Lösung . z w i s c h e n . Laissez-Faire und Rücktritt. Die könnte heißen: Offizieller Verzicht auf eine erneute Kandidatur und auf Leistungen für Alterspräsidenten.

Von Paracelsus ist die Erkenntnis,es sei alles eine Frage der Dosierung. Und da finde ich schon, dass Wulff zu sehr auf Vitamin B(eziehung) und zu wenig auf Vitamin C (Abwehrkraft) gesetzt hat – auch für einen Ministerpräsidenten. Was der brave Bürger bzw. Wähller nicht versteht, ist das Unvermögen wenigstens aus schon gemachten Fehlern anderer zu lernen (Lothar Späth z.B.).

114) Michael A. Nueckel, Donnerstag, 22. Dezember 2011, 15:46 Uhr

107) Peter Christian Nowak

Ein früheres Infragestellen wäre durchaus sinnvoll gewesen, schließlich hat man die Berlin Air-Vergünstigung zum Anlaß genommen, im Parlament nachzufragen. Sie haben also insoweit Recht, man hätte am Ball bleiben müssen. Aber wie? Besser gefragt: Aber wie anders? So mußte zunächst mittels gerichtlicher Hilfe der Weg in Grundbuch u.a. erkämpft werden (!). Das war ein wichtiger, wenn auch stiller und längerer Zwischenschritt. Die Früchte dessen kommen erst heute zum Vorschein, inkl. Zinseszins.

Keine Frage, es brennen globale polit-ökonomische Fragen allererster Güteklasse unter den Nägeln. Dennoch darf das diese Vertrauenskrise iS Bundespräsident nicht überdecken – es muß für beide, besser für mehrere Themen gleichzeitig Platz sein. Eine vergleichende Wertung nach Wichtigkeit der Themen erscheint mir daher nicht angebracht.

Ablenkungsmanöver? Ich fürchte, der Kredit zu Sonderkonditionen (524.000 als Festgeldkredit zu 2 % bis 2024) eröffnet viele Fragen. Diese Verzugskonditionen haben einen Hintergrund, der zu klären ist, mitunter eröffnet sich doch noch einhandfester Korruptionsverdacht. Und: Warum erst der Zwischenschritt mit Geerkens zu höheren Konditionen? Vielleicht war das als Scheingeschäft geplant.

… Fragen über Fragen, und wohl wichtige Fragen, weshalb ich der Meinung bin, die Diskussion zu dem vorherigen Beitrag von Michael Spreng, “Die Spur des Geldes” und auch “Wullfs Biotop” wäre weitaus ergiebiger.

115) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 22. Dezember 2011, 22:07 Uhr

@114) Michael A. Nueckel, (…)
Ablenkungsmanöver? Ich fürchte, der Kredit zu Sonderkonditionen (524.000 als Festgeldkredit zu 2 % bis 2024) eröffnet viele Fragen.
…was bedeutet, daß sich die Opposition über die Feiertage Beschäftigung verschafft hat.

@111)EStz
(…)Die Spur des Geldes” und auch “Wullfs Biotop” wäre weitaus ergiebiger.

Der Meinung bin ich letztlich auch.

@Alle

Frohe Weihnachten, ein gutes Neues Jahr, und vielleicht ein paar zusätzliche, entspannende Tage während eines Urlaubs in der Ferne!.

116) Zgzn, Donnerstag, 22. Dezember 2011, 22:52 Uhr

Er muss zurücktreten!!!!

117) B. Buchwalsky, Donnerstag, 22. Dezember 2011, 23:01 Uhr

Mich wundert schon, dass keiner den Wortlaut analysiert. “Keinem einen unberechtigten Vorteil gewährt” zu haben heißt nicht, dass es nicht berechtigte Vorteile gegeben hätte, die er dann vielleicht doch gewährt hat. Wenn er sich erinnert. Oder, wenn er, wie offenbar üblich, nicht geringe Geldgeschenke als Sponsoring annimmt, ohne wirklich Kenntnis davon zu erlangen. Schon sehr merkwürdig, aber wenn der Präsident das Wort Freund erwähnt, hört sich das an wie bei einer Prostituierten, die ihren Zuhälter ihren Freund nennt. Unglaubwürdig.

118) helmut mederle, Freitag, 23. Dezember 2011, 10:56 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

ein Leserkommentar von EStz nahm am Do., 22. 12., um 11:17 Uhr Bezug auf meinen Beitrag, darauf würde ich gerne wie folgt antworten:

Sehr geehrte Frau / Herr EStz,

danke für Ihre Reaktion: Haben Sie denn eine Idee, wie die Antworten auf diese Fragen ausfallen könnten? Ich hoffe nicht, daß “man” in der Spaßgesellschaft inzwischen sogar den Bundespräsidenten “nur mal so” beschädigen will.

(Vielen Dank für Ihre Mühe, Herr Spreng, und Schöne Weihnachten)

119) EStz, Freitag, 23. Dezember 2011, 14:28 Uhr

@ 118) helmut mederle, Freitag, 23. Dezember 2011, 10:56 Uhr

> Haben Sie denn eine Idee, wie die Antworten auf diese Fragen
> ausfallen könnten? Ich hoffe nicht, daß “man” in der Spaßgesellschaft
> inzwischen sogar den Bundespräsidenten “nur mal so” beschädigen will.

Hallo Herr Mederle,

vorab: Ich teile die Ansichten u.a. von Herr Nückel, Herr Novak und vielen anderen, dass sich Herr Wulff an dieser Stelle unkorrekt verhalten hat. Für mich ist das aber aus folgendem Grund harmloser als ähnlich gelagerte Fälle: Die Herren Wulff und Geerkens kennen sich schon sehr, sehr lange aus Zeiten, in denen Herr Wulff noch nicht in der Politik war (und Christian Wulff hat so um Mitte Zwanzig angefangen). Das Verhältnis wird vorher schon sehr vertrauensvoll gewesen sein, so dass der Kredit wirklich aus einer gewissen familienähnlichen Beziehung herrühren KÖNNTE. Und dann gilt für mich “Im Zweifel für den Angeklagten”.

Dennoch hat sich Herr Wulff im Hinblick auf die Befragung durch den Landtag und seine früheren Äusserungen selten dämlich angestellt. Falls er gegen Gesetzte verstossen hat etc, ist das natürlich gesetzteskonform abzuwickeln. Aber wirklich ÜBERHAUPT KEIN Grund für die Opposition, sich aufzublähen. Da hat JEDER vor der eigenen Türe oder im eigenen Haus genug zu kehren.

Desweiteren bin ich mir sicher, dass solche Geschichten wie jetzt zu Christian Wulff bei allen bekannten Politikern vorliegen (und in irgendeiner BILD-Schublade das passende Foto dazu, dass sich bei Bedarf zücken lässt). In unserem System ist es nicht möglich, (politische) Karriere zu machen, ohne Gönner zu haben oder sich zu “arrangieren”. Dass Helmut Kohl solch einen Rückhalt in “seiner” Partei hatte, lag aus meiner Sicht an den vielen illegalen Wahlspenden, die er so geschickt umleitete, dass viele kleinere bzw. lokale CDU-Politiker ihm seine Karriere verdankten und ihn gegen parteiinterne, demokratische Konkurrenz schützten.

Zum Thema: Auffällig ist aus meiner Sicht, dass sich Herr Wulff früher durchaus sehr eindeutig zur Europäischen Finanzkrise geäußert und Frau Merkels Politik sehr heftig kritisiert hat:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1418806/Wulff-kritisiert-Kurs-in-Euro-Krise#/beitrag/video/1418806/Wulff-kritisiert-Kurs-in-Euro-Krise

Inzwischen bezieht er keine direkte Stellung mehr zu diesem Thema – warum nicht mehr? Meine Vermutung: Durch die Veröffentlichung der Kreditvergabe durch Familie Geerkens und durch eine seinesgleichend suchenden Brutalität, mit der mögliche Folgegeschichten zu Frau Wulff angedroht wurden, ist mit Christian Wulff der bis dahin bedeutendste Merkel-Kritiker mundtot gemacht.

Von der aktuellen Situation profitiert politisch Merkel, finanziell die Banken. Hier liegt der Nutzen, hier fließt das Geld.

Nur eine Vermutung meinerseits, mehr nicht.

120) helmut mederle, Freitag, 23. Dezember 2011, 17:55 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

Frau / Herr EStz hat sich am Freitag, 23. 12. um 14:28 Uhr noch mal auf meine Antwort gemeldet. Da würde ich gerne wie folgt reagieren (Intern: Sie können meine Mailadresse gerne an EStz weitergeben, ist das zu viel verlangt?):

Sehr geehrte Frau / Herr EStz,

vielen Dank für Ihre umgehende und höchst bedenkenswerte Reaktion. Den Aufblähungsvorbehalt wg. Opposition teile ich mit Ihnen, Ihr Unverständnis für die nicht nachvollziehbare Unprofessionalität des/der Betroffenen auch.
Den ZDF-Link habe ich mir gut angeschaut. Herr Wullf fragt schlussendlich: “Und wer rettet die Euro-Retter”, die meinen, Politik ließe sich durch Geld ersetzen ? Herr Bosbach sagt direkt-indirekt dazu: “Politik kann doch nicht nur darin bestehen, daß die Regierung die Richtung vorgibt und die Abgeordneten die Hacken zusammenschlagen: `Jawoll, so machen wir es!´”

In diesem Lichte betrachtet, ist Ihre Vermutung vielleicht gar nicht so vermutlich…?

Danke für die Denkhilfe.

121) Michael A. Nueckel, Montag, 26. Dezember 2011, 23:03 Uhr

@ EStz, 119)

Mit etwas Abstand, so kann ich mich für Ihren Gedanken durchaus erwärmen, was Sie schreiben ist plausibel, keine Frage. Wir Juristen kennen nicht richtig oder falsch, eher vertretbar oder nicht vertretbar, schlimmstenfalls heißt es abwegig. Ihr Ansatz ist vertretbar und interessant. Mitunter kommt man in diesem von Ihnen beschriebenen Netzwerk nur durch Geben und Nehmen weiter, vielleicht für Politiker in umgekehrter Reihenfolge, durch Nehmen und dann Geben? Der puristisch veranlagte Dogmatiker wird vorher ausgeschlossen, um nicht das Netz und/oder ganze System zu gefährden. So wie woanders, “wer nicht mitsäuft, der ist keiner von uns”.

Also Schwamm darüber? … weil es die Anderen eh nicht anders machen? Oder wollen wir die anderen Empfänger auch erfahren? Bei der entlarvten Nr. 10 wird der Lesergrenznutzen dann wohl schwer abnehmen?

Oder brauchen wir völlig neue Standards, analog zu den Unternehmen sog. Verhaltensrichtlinien, sprich einen völlig neuen Compliance-Ansatz für die Politik? Und wer soll dann der Compliance-Beauftragte werden?

122) D. Lux, Dienstag, 27. Dezember 2011, 17:32 Uhr

Was wäre Ihre Prognose für den nächsten Kandidaten? Eine Kandidatin wird wohl erst nach Merkel eine attraktive Option werden..

lg DL
http://www.luxundpartner.at

123) helmut mederle, Montag, 02. Januar 2012, 20:14 Uhr

Für EStz,

vor allem: Ein möglichst gutes Neues Jahr für Sie.

Zur vorliegenden “causa”: Ihr Beitrag Nr. 119 “macht immer mehr Sinn…”

124) Johannes Hosemann, Montag, 02. Januar 2012, 20:44 Uhr

Zwei Wochen alt, aber aktuell, der Kommentar … ach, Frau Merkel: von der Medien Hass und Gunst verzerrt, schwankt ihr Charakterbild in der veröffentlichten Meinung: vom Handelsblatt zur Persönlichkeit des abgelaufenen Jahres erklärt (mit guten Gründen!), von Herrn Baring im Cicero zur Absteigerin des Jahres (ja, auch seine Gründe lassen sich hören). Über eines sollte aber Einigkeit bestehen: ihre Personalpolitik ist grauenvoll, schrecklich, ein Desaster, wohin man blickt: ihre handverlesenen Präsidenten: Flops, dabei hätte sie mit Herrn Gauck einen großartigen Kandidaten gehabt. EZB: gänzlich in der Hand der Piigs, pardon – Giipps-Staaten weil sie Herrn Weber vergrault, Frau Lagarde an die Spitze des IWF gehieft – ein deutscher Kandidat wäre ja “überholtes Denken” gewesen…(Wogegen Sarkozy die Wahl Lagardes als “großen Sieg Frankreichs” feierte…tja, leider überholtes Denken, aber erfolgreich).
Und wen wird sie jetzt, nachdem der Präsident sich gänzlich desavouiert hat, als nächsten Präsidentenkandidaten präsentieren? (Ich unterstelle mal, dass der Bundespräsident den Ruch des Anschlags auf die Pressefreiheit nicht überlebt). Ich bin gespannt. Herrn Schäuble? Oder die Allzweckwaffe de Maiziere? Seehofer wäre doch auch eine witzige Idee….

125) Bernd C. Hohmann, Mittwoch, 04. Januar 2012, 22:39 Uhr

Das Verhalten des Bundespräsidenten vermittelt den Eindruck, dass das Amt des Bundespräsidenten zur Bühne für das Schaulaufen unfertig entwickelter Persönlichkeiten verkommen darf, mit der Billigigung der politischen Führer derzeit in Amt und Würden, namentlich der Repräsentanten der CDU/CSU – einschließlich der Bundeskanzlerin zur Hütung und Wahrung eigener Machtinteressen. Die klassischen Tugenden, Ethik, Moral, Anstand, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit werden von jedem normalen Bürger in allen Lebenssituationen erwartet. Täglich finden tausende Prozesse vor den Gerichten wegen Nichtigkeiten und Banalitäten statt – hier geht es um das Ansehen des Landes und des höchsten Amtes – was denkt das Ausland? Von deren Beurteilung hängt unsere Wirtschaft ab! Solange diese “Vorbilder” die wir in der Politik hierzulande täglich erleben in der Gesellschaft Rang und Bedeutung erlangen können brauchen wir uns um den Verfall unserer Gesellschaft und der Werte keine Sorgen zu machen.

126) Bernd C. Hohmann, Mittwoch, 04. Januar 2012, 23:36 Uhr

Bei genauerer Betrachtung findet sich keine Räuberbande, die sich einen ehrlichen und anständigen Häuptling gesucht hat.

127) Bernd C. Hohmann, Mittwoch, 04. Januar 2012, 23:50 Uhr

Idealisten wie Oskar Lafontaine – der Gipfel der Glaubwürdigkeit und Konsequenz, authentisch bis zur Selbstzerstörung – schmerzhaft für jeden Strauchdieb, solche Leute brauchen wir – wäre ein würdiger Repräsentant einer moralisch intakten Gesellschaft – leider wird es dazu nie kommen. Ich freue mich auf die Aufregung und Aufschreie der arrivierten und angepassten Denker unserer ach so anständigen, gebildeten und gerechten Gesellschaft und Ihrer Protagonisten. Wer hat den je die Kraft und die Moral gehabt seine Überzeugungen so konsequent und radikal zu leben wie er?

128) Bernd C. Hohmann, Donnerstag, 05. Januar 2012, 00:14 Uhr

Angesichts der Vorgänge um das Amt des Bundespräsidenten erscheint es das Vertrauen von Herrn Seehofer oder Frau Merkel zu haben nicht als Entlastung, sondern als Bestätigung dessen, was dem Amt des Präsidenten dieses Landes nicht gebührt.

129) Bernd C. Hohmann, Donnerstag, 05. Januar 2012, 00:35 Uhr

da gab es ja schon einmal so ein Gebilde – ein deutscher Staat in dem das Denken und jeder Ansatz von Kritik betraft wurde – wer hat vor 20 Jahren eigentlich wen übernommen? Die geistigen Väter der verkrusteten Vergangenheit feiern fröhliche Urständ – die gleichen Hunde mit anderem Halsband – wie man auf spanisch sagt (los mismos perros con otro collar)

130) Pauli, Montag, 13. Februar 2012, 00:15 Uhr

Des Bürgers Traum und Hoffnung: Durch Bürgerentscheid Wullf abgewählt,
Merkel abgewählt, Rösler abgewählt, EURO abgewählt!

131) O.Mueller, Montag, 20. Februar 2012, 19:36 Uhr

Man will uns doch wohl keinen Mann als Repräsentanten unseres Staates vorstellen, zu dem man hochschauen kann, der noch nicht einmal seine privaten Verhältnisse in Ordnung bringen kann. Von seiner Frau getrennt, nicht geschieden, lebt es mit einer Geliebten, seiner jetzigen Partnerin zusammen. Zu solch einem Menschen kann kein wahrer Christ hochschauen und schon längst nicht repräsentieren lassen. Mit Christian Wulff hatten wir wenigstens eine intakte Familie. Ich kann und will es mir auch nicht vorstellen, dass dieser Mensch Staatsgäste empfängt und seine Geliebte als Firstlady fungiert. Hat man keine Lehren aus Italien und Silvio Berlusconi gezogen. Mit Joachim Gauck kann man wahrlich kein verlorenes Vertrauen in den Bundespräsidenten der BRD zurück gewinnen.

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