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Donnerstag, 22. Dezember 2011, 17:31 Uhr

Präsident auf Bewährung

Warum erst jetzt? Warum so spät? Christian Wulff hat die allerletzte Chance genutzt, um zu seinem dubiosen Kreditgeschäft mündlich und vor den Kameras Stellung zu nehmen. Einen Tag später wäre das Zeitfenster geschlossen gewesen, um ihm noch die Chance zu eröffnen, die Affäre zu überstehen. Es musste vor der offiziellen Weihnachtsansprache sein. Alles andere hätte die TV-Ansprache lächerlich und heuchlerisch wirken lassen.

Jetzt gibt es zwei Weihnachtsansprachen Christian Wullfs: eine als Bundespräsident, eine in eigener Sache. Die in eigener Sache ist in diesem Jahr die wichtigere – und wahrscheinlich auch die spannendere. Er bescheinigte sich selbst mangelnde Gradlinigkeit und das tue ihm leid.

Diese Worte hätte Wulff schon vor einer Woche finden müssen. So aber verschlechterte sein katastrophales Krisenmanagement von Tag zu Tag seine Lage. Zwischen seinen Beratern muss es, wie meist in solchen Fällen, zu erbittertem Streit darüber gekommen sein, was das richtige Krisenmanagement ist. Nur so ist die Entlassung (oder der Rücktritt) seines engsten Vertrauten, des Pressesprechers Olaf Glaesecker, zu erklären. Wulffs Salami-Taktik, immer nur das zuzugeben, was die Medien jeweils enthüllten, war verheerend.

Aber auch jetzt gilt: Vorhang zu und viele Fragen offen. Das Kreditgeschäft mit dem Ehepaar Geerkens bleibt dubios, seine extremen Vorzugszinsen der BW-Bank ( 0,9 bis 2,1 Prozent auf 25 Jahre) sind merkwürdig und erklärungsbedürftig, seine Urlaube bei befreundeten Unternehmern zweifelhaft. Und bei der Werbespende des umstrittenen Carsten Maschmeyer für sein Buch “Besser die Wahrheit” muss geklärt werden, ob es sich um verdeckte Wahlkampffinanzierung gehandelt hat.

Bundespräsident Christian Wulff  hat mit Mühe und Not noch die Feiertage erreicht und er kann jetzt die Hoffnung haben, dass die Medien Januar neue Themen in den Vordergrund stellen. Mehr nicht.

Seine Bitte, ihm auch künftig zu vertrauen, hätte korrekt lauten müssen, ihm wieder zu vertrauen. Denn er ist ein angeschlagener Präsident, dessen Integrität verletzt und dessen moralische Autorität beschädigt ist. Er muss sie neu erwerben. Wulff ist ein Präsident auf Bewährung. Werden neue Verfehlungen aufgedeckt, droht die Höchststrafe: Rücktritt.

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67 Kommentare

1) Thorsten Schäfer, Donnerstag, 22. Dezember 2011, 17:48 Uhr

Sicher, es war seine letzte Chance, die Thematik persönlich (und nicht über Anwälte oder Sprecher) zu erklären. Aber im Endeffekt hat er nur das gesagt, was zu erwarten war: Er bedauert es, er wirbt um Vertrauen, er erklärt, dass Recht nicht immer richtig ist (wobei die juristische Situation ungeklärt bleibt).

Die Vorwürfe stehen grundsätzlich weiterhin im Raum. Sie erscheinen einem “normalen” Bürger immer noch undurchsichtig. Und der Eindruck, dass Politiker sich aufgrund ihres Amtes Vorteile verschaffen, bleibt bestehen. Was Wulff mit seinem Statement erreicht hat? Er wird aller Voraussicht nach im Amt verbleiben können. Mehr nicht!

2) CitizenK, Donnerstag, 22. Dezember 2011, 18:07 Uhr

Alles richtig, Herr Spreng. Die Frage “warum erst jetzt” gilt aber nach wie vor auch für BILD und SPIEGEL.

3) brummi, Donnerstag, 22. Dezember 2011, 18:20 Uhr

Das wirklich Irre an der Causa Wulff ist doch, daß es ja nicht mehr zu erklären gibt. Ich bleibe dabei: es war und ist eine Privatangelegenheit, letztlich von wem und zu welchen Konditionen ist zwar spannend zu diskutieren, hat aber mit dem die Diskussion auslösenden Grund nix zu tun. Keiner – außer manch wohl übermotivierte Blogger – hat ihn der offensichtlichen Lüge bezichtigt. Seit wann ist der Verzicht auf die ganze Wahrheit per se Lüge ?? Unredlich in Ordnung, das hat Wulff ja noch auch eingesehen. Ich stimme all denen zu, die bei Wulff ein nicht sehr ausgeprägtes Gefühl für die moralische Verantwortung und Außenwirkungen (Urlaube) in seinen politischen Ämtern verorten – das wird ihm hoffentlich für die Zukunft eine wichtige Lehre sein.

Im Ürigen: Pharisäer und Heuchler vieler Medien vereinigt Euch -ihr habt es geschafft unter Hintanstellung aller journalistischer Verantwortung und Sorgfalt ein Null-Thema für jetzt zehn Tage zur Überlebensfrage einer Volkswirtschaft von 80 Millionen Menschen hoch zu stilisieren. Respekt !!!

4) Gregor Keuschnig, Donnerstag, 22. Dezember 2011, 18:47 Uhr

Eine versüßte Höchststrafe: 200.000 Euro/Jahr + Sekretärin + Chauffeur.

5) Sabine Zielke-Esser, Donnerstag, 22. Dezember 2011, 18:53 Uhr

Nein, nein. Es geht nicht um einen „falschen Eindruck“, um „Irritation“. Selbst wenn jene, die den Vorteil gewährten, keine Gegenleistung vom Ministerpräsidenten erhalten haben sollten – darauf angelegt hatten sie es allemal. Sie wollten sich den Politiker Wulff „warm halten“. Letztlich geht es knallhart ums Geschäft. Begreift Herr Wulff das noch immer nicht?

Da gab es den Fall, dass der damalige Vorstandsvorsitzende der Commerzbank Bundeskanzler Helmut Kohl bat, die fleißigen hessischen Steuerfahnder zurückzupfeifen. Sie waren ihm zu dicht auf den Pelz gerückt. Die Beamten wurden suspendiert und sogar in einem psychiatrischen Gutachten als „notorische Querulanten“ bezeichnet. Zu weit hergeholt? Nein, so laufen die Dinge. Lassen wir uns nicht für dumm verkaufen.

6) Michael A. Nueckel, Donnerstag, 22. Dezember 2011, 19:19 Uhr

Komisch, aber das hat bereits am 20.12. zwei Tage vor der Rede mit gleichlautenden Worten H. Prantl mit … http://www.sueddeutsche.de/politik/praesident-unter-bewaehrung-wie-wulff-den-weihnachtsfrieden-finden-kann-1.1239812 … von sich gegeben. Wie lange soll die Bewährung laufen? Kurzum, der präsidiale Auftritt überzeugte heute nicht: Wulff hat weder die Herrschaft über diese Vertrauenskrise zurück erlangt, noch erhält er die Deutungshoheit über seine (Bank-) Geschäfte zurück. Ich weiß nicht, wie das in 2012 (anders) weiter gehen soll? Auf diese Weise ist die Affäre nicht ausgestanden, allenfalls hat er eine Vertagung erreicht. Es sieht daher so aus, als wenn er sich einen spekulativen Wechsel auf die Zukunft ausgestellt hat, und hofft, es möge ihn ein “glückliches” Ereignis retten, welches im Falle zu Guttenberg mit dem Tsunami und Fukushima gut eine Woche zu spät kam. Ich sage nur, wahrhaft erbärmlich.

7) Chris Kurbjuhn, Donnerstag, 22. Dezember 2011, 19:28 Uhr

Natürlich wahr es eine verdeckte Wahlkampffinanzierung. Werbung in dieser Größenordnung für ein solches Buch ist vollkommen unsinnig.

8) Dieter Carstensen, Donnerstag, 22. Dezember 2011, 19:30 Uhr

Lieber Michael Spreng,

die Taktik Wulffs ist so offenkundig wie klar:

AUSSITZEN

wie es weiland Helmut Kohl 16 Jahre lang dieser Republik vor gemacht hat.

Jetzt kommt Weihnachten, dann Sylvester, viele Menschen sind im Winterurlaub und danach, so scheinen Wulff und seine Anwälte zu glauben, hat das “dumme” Volk alles vergessen, dann wird es neue Skandalthemen und Politaffären geben und bei Wullf heisst es dann, so das Kalkül, “Schwamm drüber.”

Ich wage zu bezweifeln, dass diese Rechnung auf geht, zumal Wulff ja heute seinen Pressesprecher nach über zehn Jahren, sozusagen als “Bauernopfer”, um mal einen Begriff aus dem Schachspiel zu nehmen, entlassen hat.

Kennen wir das nicht schon alles zur Genüge?

Wulff, wenn er tatsächlich der ehrbare Demokrat ist, als der er sich darstellt, kann eigentlich nur noch zurücktreten, wenn er weiteren schweren Schaden von unserem höchsten Staat abwenden will.

“Bewährung” wie Sie schreiben?

Nein, da widerspreche ich Ihnen ganz eindeutig!

Wer sich auf das höchste Staatsamt einlässt, sollte wissen was er tut und wenn er nicht absolut integer ist, gar nicht erst kandidieren.

Wullffs private Finanzprobleme sind nicht das Problem dieser Nation, Wulff selber ist das Problem.

M.f.G.

9) marcpool, Donnerstag, 22. Dezember 2011, 19:45 Uhr

Herr Wulff hat sich alles selbst zugefügt !
“Wer zur Elite eines Landes gehören will, muss auch Vorbildfunktion und Verantwortung übernehmen – ohne Wenn und Aber“. — und
“Das Versagen von Eliten bedroht langfristig den Zusammenhalt in der Gemeinschaft, in der Gesellschaft. Wer sich zur Elite zählt und Verantwortung trägt, darf sich eben auch nicht in eine eigene abgehobene Parallelwelt verabschieden.“
Seine gesprochenen Worte im Jahr 2011
- wir wussten nur noch nicht , das es eine Selbstbeschreibung war /ist !
Es ist Angelas Präsident – meiner war er von Anfang an nicht – er ist nicht Volkes Stimme!

10) Roger Gerhold, Donnerstag, 22. Dezember 2011, 20:57 Uhr

Neue Verfehlungen?
Die Kollegen von der ZEIT berichten, dass Großmann und die CDU die Hälfte der Buchauflage gekauft haben. Wusste Wulff natürlich auch nicht.
Und die Vorzugszinsen sind parallel zur Erklärung veröffentlicht worden.
Auch dazu konnten so schnell die Anwälte nicht Stellung nehmen.
Haben sie aber nachträglich. Waren nur 2,nochwas%. Ja dann!
Bewährung?
Soll er doch im Amt bleiben.
Bei jedem öffentlichen Auftritt wird gefeixt und getuschelt werden.
Und die Glamour-Freunde ziehen sich auch vorübergehend zurück.
Diese 10 Tage bleiben hängen.
Und das ist die Höchststrafe für die restliche Amtszeit von Wulff und seiner Pretty Woman.

11) FF, Donnerstag, 22. Dezember 2011, 21:15 Uhr

Dieser Auftritt erinnerte in Form und Inhalt fatal an Guttenbergs erste “Erklärung” in eigener Sache. (“Könn’ wir nochmal? War das live? War nicht live, oder?”)

Unser Held Wulff ist genauso tragbar, wie es Guttenberg Ende Februar/Anfang März diesen Jahres war.

Die Uhr tickt. Im Januar wird er zurücktreten müssen.

12) Bastian Himberger, Donnerstag, 22. Dezember 2011, 22:50 Uhr

Es interessiert mich nicht die Bohne, wie Ministerpräsidenten oder Journalisten ihre Häuser finanzieren, auch nicht, ob sie bei Freunden Urlaub machen.

13) Michael A. Nueckel, Donnerstag, 22. Dezember 2011, 23:57 Uhr

@ CitizenK, 2)
Sie fragen in Richtung Bild und Spiegel: “Warum erst jetzt?” … weil zuvor im Nachgang zu der Anfrage der Grünen im niedersächsischen Parlament der Einblick in das Grundbuch gem. IFG erst höchstrichterlich erkämpft werden mußte. Und daher sofort nach obsiegendem Urteil.

@ Brummi, 3)
Sie sagen: “Ich bleibe dabei: es war und ist eine Privatangelegenheit, letztlich von wem und zu welchen Konditionen” … das ist nicht Ihr Ernst, andernfalls haben Sie das Thema nicht verstanden. Politik als Selbstbedienungsladen? Niedersächsisches Ministergesetz, wonach bereits der Anschein zu vermeiden ist, galt nicht für den MP Wulff? Sensibilität bei der Annahme? Vorbildfunktion? Verdacht politischer Erpressbarkeit? Einzelfall?

Sie sagen: “Seit wann ist der Verzicht auf die ganze Wahrheit per se Lüge?” … weil man geschickt auch eine Lüge durch Unterlassungen begehen kann.

Sie schreiben: “Im Ürigen: Pharisäer und Heuchler vieler Medien vereinigt Euch …” … das lassen wir hier einfach mal so stehen.

14) M.M., Freitag, 23. Dezember 2011, 00:37 Uhr

Für mich ist dieser “Hauskauf” nur ein Synonym für etwas ganz anderes was die Medien bisher der Öffentlichkeit verschweigen. Was könnte das sein? – Denn normalerweise ist es doch was tolles wenn einem der Freund in einer Notlage behillflich ist.
BP Wulff muss also hoffen, dass andere Themen in den Vordergrund treten.
Wie soll BP Wulff bei dieser Perspektive wieder in die aktive, agierende Rolle kommen?

15) Bernd, Freitag, 23. Dezember 2011, 01:31 Uhr

Herr Spreng, sie fragen: „Warum erst jetzt? Warum so spät?“. Meine Antwort lautet: Herr Wulff kann es nicht besser. Er ist und bleibt ein in der Wolle gefärbter Politiker, der kann tricksen, täuschen und taktieren. Als höchster Repräsentant unseres Staates ist er nur peinlich.
Die Veröffentlichung der Urlaubsliste sollte ein Befreiungsschlag in der Kreditaffäre werden, der belegt, daß Herr Wulff keine Vorteilsnahme begangen hat. Statt dessen ist es ein Rohrkrepierer geworden und die Öffentlichkeit erfährt, daß Herr Wulff ein gewöhnlicher Schnorrer ist, der gern und oft Urlaub für Lau macht. Und dann der zugehörige Aufwand. Jeder Normalbürger könnte wohl seine Urlaube der letzten Jahre aus dem Gedächtnis aufschreiben. Herr Wulff, der selbst von Beruf Rechtsanwalt ist, benötigt dafür den Beistand einer Kanzlei.
Es bleibt ein schwerer Zwiespalt, denn das Amt des Bundespräsidenten soll keinen Schaden nehmen. Aber wer beschädigt das Amt derzeit mehr, die Kritiker von Herrn Wulff oder der Inhaber?
Ich schäme mich vor meinen tschechischen Freunden dafür, daß dieser Präsident unser Land, heute in Prag beim Staatsakt für Václav Havel vertreten wird.

16) sol1, Freitag, 23. Dezember 2011, 01:45 Uhr

@ Chris Kurbjuhn

“Natürlich wahr es eine verdeckte Wahlkampffinanzierung. Werbung in dieser Größenordnung für ein solches Buch ist vollkommen unsinnig.”

Vor allem weil die Hälfte der Auflage ohnehin schon von seiner Partei und einem weiteren “Freund” (Jürgen Großmann via Georgsmarienhütte Holding GmbH) aufgekauft worden war.

Ein Leser bei der ZEIT macht die Rechnung auf:

“Eine Anzeige von € 42.000 für ein Buch, vom dem nur noch 7.000 Stück im freien Handel befindlich waren bedeutet 6,- pro Buch.”

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-12/christian-wulff-buch-finanzierung/komplettansicht?commentstart=25#comments

17) sol1, Freitag, 23. Dezember 2011, 01:46 Uhr

Auf Youtube gibt es übrigens eine vorweggenommene Weihnachtsansprache:

http://www.youtube.com/watch?v=h3CluLc_r9A

*g*

18) Hans H, Freitag, 23. Dezember 2011, 09:18 Uhr

Passt doch,

Houston, wir haben ein Problem:
Finanzkrise weltweit,
Politiker die mehr mit sich selbst beschäftigt sind als zum Wohle des Volkes
eine FDP in selbst verschuldeter Auflösung,
eine Marionette als Bundespräsident und
eine Staatsratsvorsitzende statt einer Bundeskanzlerin. (Mich in meinem Lauf hält weder Wulff noch Euro auf…).

Apollo 13 hatte Experten am anderen Ende der Verbindung, die alles in ihrer Macht stehende unternahmen, um die drei Astronauten wohlbehalten auf die Erde zurück zu bringen.
Und wen haben wir??????

19) Mark, Freitag, 23. Dezember 2011, 09:43 Uhr

Herr Wulff irrt, wenn er glaubt, die Menschen im Lande würden sich an seiner Kommunikationsstrategie stoßen. Der Rausschmiß seines Sprechers ist daher auch grundfalsch, denn der hat nicht den Fehler begangen.

Nein, die Menschen stört, dass WIEDER ein Politiker bewiesen hat, dass Vorteilsnahmen offensichtlich das ultimative Ziel der meisten Berufspolitiker sind: Eine kostenlose Luxusreise hier, ein Billigkredit da, mit dem Dienstwagen in den Urlaub, Logenplätze bei Top-Events, und so weiter, und so fort.

Die Menschen SIND ES LEID, ständig etwas von Aufrichtigkeit, Ehre, Anstand aus den Mündern der Politiker hervorquellen zu hören, nur um dann -sobald man genauer hinschaut- nur festzustellen, dass die saubere Fassade eben genau das ist: eine Fassade. Wie in einer Westernstadt befindet sich hinter dem imposanten Äußeren – nichts. Oder zumindest sehr, sehr wenig.

Deshalb konnte die gestrige Erklärung von Herrn Wulff nur enttäuschen. Ein Rücktritt wäre angemessen gewesen. Ein “sorry, meine Kommunikation war nicht gradlinig” ist eben nicht genug.

Aber gut, jetzt wird solange im Dreck gesucht werden, bis auch Herr Wulff im neuen Jahr den Guttenberg macht. Wie gesagt: Die normalen Menschen, von denen jeder erwartet, dass sie pünktlich ihre Steuern bezahlen, dass sie ganz normal zur Bank laufen, wenn sie einen Kredit benötigen, diese normalen Menschen haben die Nase voll von den selbstherrlichen Leuten, die uns da regieren.

20) Maren P., Freitag, 23. Dezember 2011, 09:57 Uhr

@ 15) Bernd @ all

Ihr letzter Satz macht deutlich, wann Bundespräsident Wulff künftig als ‘lame duck’ repräsentiert: immer dann, wenn er integren Persönlichkeiten begegnet oder an ihrem Sarg steht. Und erst dann wird auffallen, dass es davon doch noch einige in Europa und der Welt gibt. Ohne größeres Fremdschämen können wir ihn künftig nur noch zu afrikanischen Potentaten oder nach Russland senden.

21) Ferrisias, Freitag, 23. Dezember 2011, 10:20 Uhr

Hauptproblem ist: Wulff scheint nach dem Abgang Köhlers und unter Hinblick auf den Zustand der Koalition einfach “to big to fail”. Er darf nicht stürzen und kann sich deshalb sogar ein deratiges Schauspiel leisten. Denn daß die Sache eigentlich untragbar ist, weiß natürlich jeder, auch in den Regierungsparteien. Die katastrophale Konsequenz: Seine Hauptfunktion, würdige Repräsentation und moralisches Gewissen der Bundesrepublik, hat sich erledigt. Wenigstens für Ihn. Wenn es ganz schlimm kommt, was ich allerdings nicht glaube, teilweise und temporär auch für das Amt selbst. Und warum? Des lieben Geld, Geld, Geldes wegen. Paßt zwar in die Zeit, ist aber im höchsten Maße ärgerlich.

22) Krissi, Freitag, 23. Dezember 2011, 10:55 Uhr

Politiker sind nur auf Ihre Vorteile bedacht, das scheint ein Grundsatz zu sein! alles andere wäre Lüge! ich finde es sind Kriminelle in Nadelstreifenanzügen, die auch noch vom Staat gut bezahlt werden und viele Vorteile haben und alles nehmen was sie kriegen können! von Moral keine Spur aber über andere herziehen? von wegen Berlusconi Bunga Bunga – vielleicht nur Neid und keinen Mut dazu aber eigentlich würde sie gerne. Warten wir es ab was noch kommt? es wird spannend bleiben; die da oben mit allem drum und dran und wir sollen der Gürtel enger schnallen bis uns die Luft weg bleibt!

p. s. ich bewundere Ihre Schreibe und die knappen und prägnanten Zusammenfassungen/Kommentare, alle Achtung und weiter so!

23) Cato, Freitag, 23. Dezember 2011, 11:07 Uhr

Früher oder später holt die Realität alle Schaumschläger sowieso ein! Da ist dann der Hr. Wulff dabei!

24) Albanese, Freitag, 23. Dezember 2011, 12:18 Uhr

Gibt es eigentliche eine Parallelwelt mit eigenen medialen Gesetzmäßigkeiten? Lezte, allerletzte, allerallerlezte Chance…Was hat sich denn nun geändert, da sich Herr Wulff kurz wiederholt hat, was alle schon wussten?

25) romeias47, Freitag, 23. Dezember 2011, 13:42 Uhr

Mit Rücktrittsforderungen bin ich deshalb zurückhaltend, weil ich nicht wirklich einschätzen kann, wofür man eventuell bei einem Nachfolger Steigerungsmöglichkeiten brauchen könnte. Immerhin ist Rücktritt das absolute berufliche Aus, zumindest im Bereich Politik.

Aber ich finde auch, dass das im Punkt “Kredit fürs Eigenheim-Verbeißen” nicht wirklich weiterführt. Die Feiertage sollten für eine “Feuerpause” genutzt werden. Reflexion – auch bei den Medien in eigener Sache – wäre angesagt. Allerdings frage ich mich nach der angeblich “unfreiwilligen” Trennung Wulffs von seinem langjährigen Sprecher und beruflichen Begleiter , inwieweit die “klimatische” Situtation in Schloss Bellevue eine Rolle spielt. Dass es damit schon zu Köhlers Zeiten bergab ging, wurde nach dessen Abgang offen diskutiert.

In Prag findet heute die Trauerfeier für Vaclav Havel statt. Havel war eine Ausnahmepersönlichkeit, Tschechien ist unser Nachbarland. Direktübertragung im ÖR-TV? Fehlanzeige!! Das ARD/ZEF-Programm ist dem EPG nach ein einziger Offenbarungseid.

Wenn man Information und Unterhaltung als Ernährung für Hirn (und auch Herz) sieht, dann kann man sagen: Du bist, was Du isst. Irgendwie scheinen mir die Phänomene FDP, Guttenberg und Wulff aus der gleichen Quelle gespeist.

26) EStz, Freitag, 23. Dezember 2011, 14:48 Uhr

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1418806/Wulff-kritisiert-Kurs-in-Euro-Krise#/beitrag/video/1418806/Wulff-kritisiert-Kurs-in-Euro-Krise

Wie schon an anderer Stelle geäußert: Christian Wulff WAR der schärfste und bedeutendste Kritiker von Merkels verschwenderischer Euro-Politik. Der farblose Nullinger ist er also nicht. Er fing gerade an, etwas aus seinem Amz zu machen. Durch die zeitlich und thematisch ungemein passende Enthüllung sind zukünftige kritische Äußerungen Wulffs zu Finanzen, Verschuldung etc ad absurdum geführt, entsprechend zahm im vergleich zu seinen früheren, überaus deutlichen Worten fiel auch die Weihnachtsansprache aus. Profiteure der BILDungsmaßnahme sind aus meiner Sicht Frau Merkel sowie die Banken.

Die hier geführte Diskussion geht doch nur um die Krümel, die die Mächtigen vom Tisch gefegt haben, damit sie in aller Ruhe den Kuchen verteilen können – unseren Kuchen! Ich glaube, dass dem Bundespräsidenten schlichtweg das Maul gestopft werden sollte – und wie man an Diskussionen wie diesen sieht, mit durchschlagendem Erfolg.

27) xpomul, Freitag, 23. Dezember 2011, 15:00 Uhr

@19 mark

danke. ich stimme ihnen vollinhaltlich zu.

28) der Herr Karl, Freitag, 23. Dezember 2011, 16:28 Uhr

@Bastian Himberger

“Es interessiert mich nicht die Bohne, wie Ministerpräsidenten oder Journalisten ihre Häuser finanzieren, auch nicht, ob sie bei Freunden Urlaub machen.”

Dann kannst du dich zu der Mehrheit der Angepassten zählen…

29) CitizenK, Freitag, 23. Dezember 2011, 16:52 Uhr

@ Michael A. Nueckel
Auch wenn das so war wie Sie sagen (was interessanterweise sonst nirgendwo zu lesen war) bleibt die Frage: Warum ausgerechnet BILD und WELT Merkels Präsidenten unbedingt sofort (vor der Weihnachtsansprache) beschädigen wollten.

Meine Vermutung geht auch eher dahin:
“dass dem Bundespräsidenten schlichtweg das Maul gestopft werden sollte”. Zumindest sollten kritische Äußerungen zur Finanzindustrie kein Gewicht mehr haben.

Nebeneffekt: Der Bundeskanzlerin die Folterinstrumente zeigen.

Anders kann ich mir die Attacke von Springer-Blättern nicht erklären. Übertriebene Sorge um das Gemeinwohl haben die ja sonst nicht so.

Andererseits: Wulff hätte mit dem Wissen um seine eigene Angreifbarkeit den Mund nicht so voll nehmen dürfen. Oder muss man von einer gespaltenen Persönlichkeit ausgehen?

30) The Bettinawoolffs, Freitag, 23. Dezember 2011, 19:15 Uhr

Bei aller Lust am Skandal: die Öffentlichkeit, also aus meiner Warte gesprochen, möchte belogen, zumindest etwas veräppelt werden. Sie erhält also das Personal, den BP: das Staatsoberhaupt (sic!), das es halt akzeptiert und das den derzeitigen moralischen Massstäben entspricht.
Heißt, man wusste, dass Herr Dr. h.c. Wulff ein etwas linkischer Vogel ist, mit schmierigen, geerbten Kontakten. Wer heute erstaunt und empört ist, der lebte in den letzten zehn Jahren im politischen Outback oder hat auch nach der geistig-moralischen Wende des Herrn Dr. Kohl schon bitterlich weinen müssen.
Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Wulff#Auszeichnungen, wo herausgestellt wird, dass Herr Dr. Wulff sich für einen christlich-konservativen Zeigefinger loben und dann aber scheiden ließ. Es gehört doch auch zu seinem/unserem allgemeinen Streben nach Glück, dass man den Wunsch nach einem schnuckeligen Klinkereigenheim sofort umsetzt, mit Freundeshilfe.
Fühlen wir uns jetzt alle ertappt, da unser Idol uns wirklich ganz nah ist, aus unserer Mitte entsprungen ist? Seid stark, rückt zusammen, rechtschaffende Mitte!

31) Riesenmaus, Freitag, 23. Dezember 2011, 19:18 Uhr

„Oh Du Fröhliche, Oh Du Seelige……“ und auch Familie Wulff wird sich morgen unter dem Christbaum versammeln. Was es da wohl geben mag? Hoffentlich nicht schon wieder Urlaubsreisen und günstige Kredite von gar so „guten Freunden“!?

Gut, Weihnachten ist auch das Fest der Vergebung und gerne möchten wir jetzt Herrn Wulff vergeben. Doch auch nach Weihnachten werden wir kritisch weiter beobachten. Einmal muss gut sein, meine Herren Reporter und besonders an Weihnachten gilt das mit dem ersten Stein, dessen der ohne Schuld. Es ist ja auch Weihnachten für Herrn Wulff!

Gleichwohl noch ein Wort zu Ihnen Herr Wulff! Auch für Olaf Glaeseker ist morgen Heiliger Abend. Also wenn sie schon den Zeitpunkt ihrer Entschuldigung so geschickt legen, dass sie auf eine Art Weihnachtsamnestie durch das Volk hoffen; auch Ihr bisher „treuster Knecht“ möchte ein schönes Fest verbringen und schließlich waren doch sie es …………..Frohe Weihnachten! :-)

32) Tiedgen, Freitag, 23. Dezember 2011, 19:45 Uhr

Ich wünsche mir zu Weihnachten eine Rede von Herrn Gauck zum Thema Anstand, persönliche Integrität oder Aufrichtigkeit. Er könnte sicher präziser als ich formulieren, dass diese hehren Werte nicht nur verkündet, sondern auch persönlich gelebt werden sollten. An diesem eigenen Anspruch kann man auch einmal scheitern, aber doch nicht so systematisch über Jahre hinweg.

Mir als ehemaliger Beamtin ist immer die Brisanz von sog. “Geschenken” und dem potentiellen Vorwurf der Vorteilsannahme bewußt gewesen. (Der korrumpierten Beamtin würde ja auch ein Disziplinarverfahren drohen.) Diese Problematik wird auch im Jurastudium und danach beim Referendariat diskutiert.

Da stellen sich mir ganz andere Fragen. War der Jurist Wulff zu dumm, um zu erkennen, dass die “Freundschaftsgaben” als Vorteilsnahme interpretiert werden könnten und sein Freund dachte für ihn mit (anonymer Scheck statt Überweisung)?
Oder war er so naiv zu glauben, dass kein politischer Gegner oder sorgfältiger Journalist es jemals entdecken würde (Murphys Law)?
Oder ist ihm seine Karriere zu Kopf gestiegen und er glaubt, dass er mehr Freiheiten geniesst als der Normalbürger (“Immunität” der Politiker)?

Da fällt mir die Geschichte der Titanic ein, dessen Kapitän felsenfest von der technischen Überlegenheit seines Schiffes überzeugt war und sich hartnäckig weigerte, seinen Kurs Richtung Süden zu korrigieren. Vielleicht hat sein treuer strategischer Berater schon längst die Dimension der drohenden Eisberge erkannt und ist jetzt “abgemustert”, um nicht in den Sog eines Unterganges zu geraten.

33) Winfried, Freitag, 23. Dezember 2011, 21:27 Uhr

Wer aus dem Affenzirkus will ihn weg haben?

Wer will auf den Sessel?

34) JG, Samstag, 24. Dezember 2011, 06:22 Uhr

In Niedersachen mag es anders gewesen sein, aber außerhalb dieses Bundeslandes wirkte Christian Wulff als Bläßling mit dem berühmten Charme eines Sparkassenfilialleiters aus der Provinz. Es gab nichts, das man spontan mit ihm verband. Er hatte also bislang gar kein nennenswertes Image. Nun hat er eins. Wie man beim Stichwort „Guttenberg“ bloß „kopieren“ rufen muß, funktioniert es bei Wulff mit „Kredit“ und „zu Gast bei reichen Freunden“. Wie das noch mal repariert werden soll, ist mir ein Rätsel. Aber für die schwarz-gelbe Krisentruppe stellt es zweifellos einen Vorteil dar: Von diesem Bundespräsidenten hat man nun endgültig keine Störungen des Politbetriebs mehr zu befürchten.

Ihnen, Herr Spreng, und allen Lesern angenehme Feiertage.

35) Berliner, Samstag, 24. Dezember 2011, 07:05 Uhr

Entschuldigung, aber ich finde auch folgenden Hintergrund des Bundespräsidenten immer wieder bemerkenswert unbeachtet:

http://mobil.zeit.de/politik/2010-06/erzchristlich

36) Mark, Samstag, 24. Dezember 2011, 07:38 Uhr

@ 26) EStz, Freitag, 23. Dezember 2011, 14:48 Uhr

Ja, das ist ein interessanter Aspekt. Tatsächlich waren die klaren Worte Wulff’s wie ein Blitz in dunkler Nacht, und ich dachte mir schon, dass er möglicherweise doch noch das Amt ut ausfüllen werden würde.

Allerdings hilft es nunmal nix: Einen Politiker, der sich angreifbar gemacht hat durch zweifelhafte Entscheidungen in der Vergangenheit, die jede Rede über “Verantwortung”, “Ehre”, “Vertrauen” zukünftig der Lächerlichkeit preisgeben, einen solchen Politiker brauchen wir nicht an der Spitze des Staates.

Wir brauchen einen, der eine weiße Weste hat, ein gutes Fingerspitzengefühl für die Strömungen im Volk und den Mut, Kritik an der Regierung wohlfeil zu formulieren. Ein klares Verständnis der Demokratie ehört wohl auch zu den gesuchten Eigenschaften. Mit ein wenig Glück macht er sogar optisch noch was her (ggf. auch durch Ehegattin). Solche Leute sind schwer zu finden, wenn sie auch noch der Bundeskanzlerin gefallen sollen.

37) EStz, Samstag, 24. Dezember 2011, 17:13 Uhr

@ 37) Mark, Samstag, 24. Dezember 2011, 07:38 Uhr

> Allerdings hilft es nunmal nix: Einen Politiker, der sich angreifbar
> gemacht hat durch zweifelhafte Entscheidungen in der Vergangenheit,
> die jede Rede über “Verantwortung”, “Ehre”, “Vertrauen”
> zukünftig der Lächerlichkeit preisgeben, einen solchen Politiker
> brauchen wir nicht an der Spitze des Staates.

Ich hab jetzt wirklich viel zu diesem Thema gelesen, und ich denke inzwischen, dass der Kredit als solcher in Ordnung geht. Wulffs Drumrum-Gerede im Landtag war absolute Panne (wenn auch nicht gelogen), und dafür gab es inzwischen eine glaubhaftere Entschuldigung als beispielsweise von Herrn zu Guttenberg. Und wer nur aufgrund von Fakten urteilt und nicht aufgrund seines Weltbildes, sollte die Situation korrekt einordnen können.

Ich war vor der Wahl ein heftiger Befürworter von Gauck und habe mich, hier nachlesbar, über Wulff lustig gemacht. Inzwischen habe ich zu den aktuellen Problemen Gauck und Wulff gehört, und meine Meinung drastisch geändert. Falls Herr Wulff mitlesen sollte: “SORRY!”

Mir kommt die aktuelle Situation so vor, dass ein Bankräuber mit einem Sack Geld aus der Bank rennt. Ein Falschparker, der Zeuge war, ruft “Überfall” und “Haltet den Dieb”. Ein Polizist kommt, schaut dem fliehenden Bankräuber hinterher, und schreibt einen Strafzettel fürs Falschparken.Und alle frisch beklauten Bankkunden, die herum stehen, nehmen den Bankraub nicht zur Kenntnis, regen sich aber mächtig über den Falschparker auf. Na, dann ist die Knete eben weg. Der Mann parkt bestimmt nicht mehr falsch, aber Alarm schreit er auch nicht mehr. Als Bundespräsident würde ich mich fragen, ob ich für dieses Volk noch einmal meine Rübe hinhalten sollte, und meine Antwort wäre “nein”.

Wie soll man als Politiker das Rückrat strammhalten, wenn solche Dinger abgehen? Und zur nächsten Wahl wird wieder fleißig krakeelt, dass es in der Politk keine Charakterdarsteller mehr gibt. Was da gerade passiert, und damit meine ich nicht das Verhalten von Herrn Wulff, widert mich nur noch an.

38) manni.baum, Samstag, 24. Dezember 2011, 18:02 Uhr

Arbeitgeber wissen welche Pateien/Politiker sie unterstützen müssen, Arbeitnehmer sind dazu -seit 1920- fast immer zu blöd.

39) Michael A. Nueckel, Sonntag, 25. Dezember 2011, 03:37 Uhr

@ CitizenK: 29), 2)

Spiegel und SZ haben über die prozessuale Vorgeschichte oder anders gesagt, die Schwierigkeiten, an die Akten zu gelangen, zu Beginn der Affäre in den Medien, so um den 15./16.12.2011 herum, berichtet. Siehe daher nur …http://www.sueddeutsche.de/politik/bundespraesident-in-der-kritik-wie-wulffs-kreditaffaere-bekannt-wurde-1.1236319 … zu mehr an Belegen habe ich keine Lust, das für Sie zu suchen. Und Ihre “neue” Frage, warum vor der Weihnachtsansprache, müßte eher heißen, warum kurz vor Ende der Auslandsreise? Aber das wirft die Frage auf, warum Wulff, der seit August 2011 aufgrund der direkten Fragen der Presse an ihn wußte, dass dieses Thema an ihn herankommt, nicht eher in dem Sinne geantwortet hat, wie er es am 22.12.2011 in der kurzen, 4-minütigen Ansprache bedauert hat. Kurzum: Ich fürchte, Sie verwechseln Ursache mit Wirkung.

40) Bellevueland after dark, Sonntag, 25. Dezember 2011, 13:07 Uhr

Denkt denn niemand hier an die armen Kinder?

41) PeterK, Sonntag, 25. Dezember 2011, 19:00 Uhr

Was bitte hat dieser Präsident bisher für Deutschland geleistet, außer schleimige Reden gehalten.

42) uni9, Sonntag, 25. Dezember 2011, 19:47 Uhr

Ich finde, es wäre langsam mal an der Zeit darüber zu diskutieren, ob wir eigentlich mittlerweile Maßstäbe anlegen, die keiner mehr erfüllen kann. Um nicht falsch verstanden zu werden, ich möchte das Verhalten unseres Bundespräsidenten in keiner Weise rechtfertigen. Aber jeder sollte mal nachdenken, ob er eigentlich “lupenrein” in seiner Vergangenheit ist. Wenn einer “von uns” mal ein hoher Politiker würde, würde auch jeder Stein umgedreht werden und wer weiß….
Wie gesagt, ich will Wulffs Verhalten nicht verteidigen, aber gerade wer eine Parteienkarriere hinter sich hat, dürfte meistens Leichen im Keller haben. Das bringt doch fast das System mit sich. Menschen, die aber keine Parteikarriere hinter sich haben, scheitern oft daran, dass ihn die Erfahrung im politischem Berlin fehlt (s. Köhler, Kirchhoff etc.).
Die Diskussion über die Gehälter der Spitzenpolitiker finde ich vor diesem Hintergrund aber auch geradezu abenteuerlich. Jeder Kreissparkassenchef oder Gewerkschaftssekretär der mittleren Ebene verdient mehr als unser Staatsoberhaupt. Die Pensionsregelungen sollten allerdings tatsächlich dringend überarbeitet werden, wie sich am Fall des Berliner Senators Braun gezeigt hat.

43) Dr. Dr. Joachim Seeger, Sonntag, 25. Dezember 2011, 21:46 Uhr

Christian Wulff, beliebter Bundespräsident, braucht sich keiner Schuld bewusst zu sein! Die Medien haben kein Recht, aus einer vermeintlichen Lappalie einen handfesten Skandal zu machen. Die Bundeskanzlerin ist gut beraten, auch weiterhin die schützende Hand über “ihren Kandidaten” zu halten. Christian Wulff hat bisher interessante Thesen in die deutsche Politik hineingeworfen. Besonders gut hat mir auch die diesjährige Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten gefallen. Die Presse sollte besser andere Probleme aufgreifen, die unbedingt einer Lösung zugeführt werden müssen.
Dr. Dr. Joachim Seeger, Recklinghausen

44) der Augsburger, Montag, 26. Dezember 2011, 09:55 Uhr

Seltsame Höchststrafe “droht:” – 200.000.- im Jahr plus Vergünstigungen.
Würde ich sofort antreten!. Sogar für die Hälfte.

45) Erzengel, Montag, 26. Dezember 2011, 15:35 Uhr

Wie lieb: Sigmar Gabriel steht dem BP bei. Ganz selbstlos, aus reinem Altruismus, ohne sich damit zum verfassungsmäßigen Moralrichter über dem Kanzleramt zu positionieren oder aber davon ablenken zu wollen, dass er einmal Spitzenpolitiker im Leinesumpf war. Wie lieb kann man nur an Weihnachten sein? Die PR-Maschine der SPD ist bereit, zur Kanzlerschaft zu rollen.

46) Winfried, Montag, 26. Dezember 2011, 20:00 Uhr

Der letzte Akt wird wohl das ex Privatleben seiner Frau sein, jedenfalls ist es über Kopp schon angerissen worden!

47) sk8erBLN, Dienstag, 27. Dezember 2011, 11:33 Uhr

@ 38) EStz, Samstag, 24. Dezember 2011, 17:13 Uhr

“Ich hab jetzt wirklich viel zu diesem Thema gelesen, und ich denke inzwischen, dass der Kredit als solcher in Ordnung geht.”

Ich wäre ja zurückhaltend mit dieser Feststellung bevor nicht alle Fakten dazu restlos aufgeklärt sind.
“Bank-Aufsichtsrat will Aufklärung über Wulffs 120% Schnäppchenkredit.
Schon mal versucht einen Hauskredit über 120% des Kaufpreises auch nur zu normalen Konditionen zu erhalten? Viel Erfolg!

@ all
Nein!
Ausgestanden ist die Kreditaffäre für Bundespräsident Christian Wulff längst nicht: Jetzt verlangt ein weiterer Aufsichtsrat der Stuttgarter BW-Bank Informationen über das Schnäppchen-Darlehen, das dem Politiker gewährt wird. Ein Verfassungsjurist rät Wulff zur Selbstanzeige.”
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,805840,00.html

Dass bei Wulffs Kredit(en) offensichtlich mehrfach einiges faul ist, belegt nicht nur die hektische Umstellung auf bankübliche Konditionen per 1.1.2012. “Kaum wurde das Darlehen zu Sonderkonditionen bekannt wird flugs das Darlehen in ein übliches Hypothekendarlehen umgewandelt. Herr CDU-Politiker Wulff reagieren offensichtlich nur scheibchenweise und dann auch nur anlaßbezogen.” wie ein SPON Forist zutreffend schreibt.

Dass wir vollends in einer Bananenrepublik angekommen sind beweist nicht nur die Opposition in Gestalt von Gabriel der eine “Staatskrise” herbeifaselt wegen eines zweiten Rücktritts eines BP unter Merkel. Ist er wirklich zu blöd zu erkennen dass eine Staatskrise nicht durch einen Rücktritt ausgelöst sondern durch Kungeleien, Vorteilsannahme, Bestechlichkeit und Amigowirtschaft?! Aber vielleicht hat Gabriel jja auch selbst eine passende Leiche im Keller?

Es scheint, ein BP ums Verrecken im Amt zu halten, obwohl dessen Amt bis zur Unkenntlichkeit beschädigt ist, hält er für besser. Zitat Gabriel:”Die Affäre Wulff berührt nicht nur die Glaubwürdigkeit des Bundespräsidenten. Sie trägt dazu bei, dass das Grundvertrauen in die Politik weiter abnimmt.” Dann sollte er sich für die komplette Abschaffung dieses Amtes einsetzen. Die “neue Ehrlichkeit” die er fordert kann er sich in die nicht gegelten Haare schmieren. Mit dem Freibrief der Opposition kann Wulff das Desaster nun erst recht bequem aussitzen, findet sich ja niemand, der diesen Ex-Obermoralapostel Wulff zurücktritt.

Selbst ein Autist besäße mehr Restanstand, könnte er morgens nicht mehr in den Spiegel im Bad schauen (von wegen “oberste moralische Instanz des Staates” )und wäre längst selbst zurückgetreten.

Widerlich dieser politisch mausetote “Geiz ist Geil” -Pattex-Präsident! Die Chance für einen halbwegs würdevollen Rücktritt hat er bereits meilenweit verpasst. Was Glück für ihn, dass die Staatsanwaltschaft weisungsgebunden funktioniert in diesem Land, das könnte ihn eventuell davor Retten als erstes vorbestraftes Staatsoberhaupt Deutschlands in die Geschichte einzugehen. Es reichte vermutlich den langjährigen Pressesprecher über die Klinge springen zu lassen und ein erzwungenes nur genuscheltes sehr leises “mea culpa” zu brabbeln.

@ 44) Dr. Dr. Joachim Seeger, Sonntag, 25. Dezember 2011, 21:46 Uhr
Glückwunsch auch zu so viel Realitätsferne. Das muss man erst mal schaffen. Aber sie könnten vermutlich auch gut damit leben von einer Klobürste repräsentiert zu werden. Vielleicht ein guter Vorschlag. Das wäre immerhin kostengünstiger und Vorteilsannahme kennt sie auch nicht.

48) EStz, Dienstag, 27. Dezember 2011, 11:37 Uhr

@ 46) Erzengel, Montag, 26. Dezember 2011, 15:35 Uhr

> Wie lieb: Sigmar Gabriel steht dem BP bei.

Nein, tut er nicht. Er versucht nur, die Fallhöhe zu vergrößern. :-)

Sigmar Gabriel geht davon aus, dass sich Christian Wulff nicht halten kann. Ein Bundespräsident, der aufgrund persönlicher Verfehlungen seinen Hut nehmen muss, ist der Kanzlerin lange nicht so gut anzuhängen wie eine durch Frau Merkel ausgelöste Staatskrise, wie sie die Welt seit Ende des zweiten Weltkriegs nicht mehr bei den Deutschen gesehen hat. Unsere Bundnistreue, unsere Verlässlichkeit ist in Gefahr. Und da am Deutschen Wesen Europa genesen soll, ist Europa in Gefahr. Und weil Europa so ungemein wichtig ist in der Welt (wer sollte sonst in Afghanistan die USA gegen den globalen T>error unterstützen), ist sogar der WELTFRIEDEN in Gefahr – und das zu Weihnachten…. Was soll man das dem Papst beibringen…

Sie haben recht, dass ist schon ein mehr als peinliches Manöver. Hab mich allerdings schon gefragt, warum man vom Dirk Bach der deutschen Politik so wenig hört.

49) riskro, Dienstag, 27. Dezember 2011, 11:44 Uhr

Dr.Dr. J. S., RE. Keine Angst vor Plagiatsuntersuchungen? Schön, dass Ihnen die Ansprache gefallen hat! Nur was hat das mit den Vorwürfen gegen W. zu tun. Vorteilsnahme im Amt stellen einen Gesetzesverstoss dar, der unabhängig von der Person, seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen, untersucht werden muss, wie es bei OTTO-NORMAL die Regel ist.
Von einem Akademiker, der Sie sein wollen, könnte man verlangen, nicht alles durch die Parteibrille zu sehen, sondern die Dimension dieser Verfehlungen zu erkennen.

50) der Herr Karl, Dienstag, 27. Dezember 2011, 12:39 Uhr

@44, Dr. Dr. Joachim Seeger
Nein, einen solchen BP hat Deutschland nicht verdient. Dieses Amt verlangt Menschen mit etwas anderen Charaktereigenschaften. Filz und Klüngelei dürfen nicht mit diesem Amt in Verbindung gebracht werden.
Oder war ihr Kommentar Satire?

51) wschira, Dienstag, 27. Dezember 2011, 16:14 Uhr

@44) Ihr Beitrag ist der schlagende Beweis dafür, dass auch ein zweifacher Doktortitel (so er denn echt ist) nicht davor schützt, absolut daneben zu liegen. Im Übrigen sind Ihre Kenntnisse in Verfassungsrecht gelinde gesagt etwas schütter. Die Bundeskanzlerin hat an keiner Stelle der Verfassung die Befugnis, ihre “schützende Hand” über ein anderes Verfassungsorgan zu halten. Dafür ist das andere Verfassungsorgan schon selbst verantwortlich. Es muss also den bösen Schein vermeiden und wenn doch etwas passiert, sauber aufklären, was in diesem Fall mitnichten geschehen ist, das Management dieser Krise durch Herrn Wulff und seine Berater war grottenschlecht.

Ich wünsche Herrn Spreng und allen Foristen ein erfolgreiches Neues Jahr und schliesse darin auch (in nachweihnachtlicher Milde) meinen Lieblingsneokon StefanP ein.

52) xpomul, Dienstag, 27. Dezember 2011, 16:20 Uhr

@43) Dr. Dr. Joachim Seeger, Sonntag, 25. Dezember 2011, 21:46 Uhr

seltsam wie sich ein weltbild liest, wenn man, wie sie offensichtlich, an den lippen eines bewundernden mannes hängt.
eine frage hätte ich dann dennoch an sie:
welche interessanten thesen hat denn der mann in die politik hineingeworfen ( das ist übrigens eine irritierende wortwahl in ihrem gesamtkunstwerk ).
erzählen sie doch mal, klären sie mich auf, lassen sie mich an ihrer weisheit teilhaben.
bitte !!!
mir ist bisher nur aufgefallen das der mann geld und nerven kostet.
sollte er doch etwas produktives in die politik hineingeworfen haben ?

53) jk, Dienstag, 27. Dezember 2011, 16:35 Uhr

@38:
“Ich hab jetzt wirklich viel zu diesem Thema gelesen, und ich denke inzwischen, dass der Kredit als solcher in Ordnung geht.”
Nay. Tut er definitiv nicht.

Erstens: Die absolute Höhe des Kredites (120% des Kaufpreises) ist schon merkwürdig genug.
Zweitens: Die Zinsen sind – in Anbetracht der Gesamtsituation (keine Sicherheiten etc) – ein schlechter Scherz.
Drittens: M.W.n. verbietet das niedersächsische Ministergesetz (das Ministerpräsidenten mit einschließt) grundsätzlich die Annahme von vergünstigen Krediten.

Ergo: Der Kredit war nach heutigem Kenntnisstand nicht nur höchstwahrscheinlich ein absolutes Schnäppchen (das Herr Geerkens wohl nicht aus lauter Altruismus gegeben hat, sondern wohl erwartet hat, dass Herr Wulff sich bei Gelegenheit revanchieren würde), sondern es spricht auch einiges dafür, dass Herr Wulff mit der Annahme des Kredits gegen das Gesetz verstoßen hat.
Dass er den Landtag somit höchstwahrscheinlich ganz bewusst getäuscht hat und in Absprache mit Herrn Geerkens über den Umweg Frau Geerkens auch noch die ganze Aktion vertuschen wollte, spricht dann ebenfalls für sich.

Aber vielleicht hat er auch einfach den Überblick über seine Finanzen verloren, die er auf paarundachtzig Disketten abgespeichert hatte. Und weil 500000 Euro ja Peanuts sind, hat er einfach vergessen, dem Landtag den Kredit mitzuteilen.
Kann ja mal passieren.

54) D. Lux, Dienstag, 27. Dezember 2011, 17:03 Uhr

Aus meiner Sicht ist die Frage “Was ist ein Bundespräsident heute” richtig zu klären. Ist der Bundespräsident eine Art Vater für sein Land? Ist er die geistige Leitung und der/die Bundeskanzler/in die weltliche Leitung (Prinzip dualer Führung)? Oder ist er eine “pouvoir neutre” mit rein repräsentativen Aufgaben?

Ich jedem der drei Fälle sollten seine Haltungen und sein Verhalten *sauber* sein.

lg
D. Lux
http://www.luxundpartner.at

55) EStz, Dienstag, 27. Dezember 2011, 17:26 Uhr

@ 47) sk8erBLN, Dienstag, 27. Dezember 2011, 11:33 Uhr

>>> “Ich hab jetzt wirklich viel zu diesem Thema gelesen,
>>> und ich denke inzwischen, dass der Kredit als solcher
>>> in Ordnung geht.”

> Ich wäre ja zurückhaltend mit dieser Feststellung,
> bevor nicht alle Fakten dazu restlos aufgeklärt sind.

Lieber Skater,

einmal mehr haben Sie Ihre Empfangsantenne abgebrochen und an die Sendeantenne geklebt: Ich habe nichts festgestellt außer meiner aktuellen Meinung zum aktuellen Kenntnisstand.

So, nun verlassen mal kurz meine Realitätsebene und begeben uns auf Ihre. Bitte gestatten Sie mir, dass ich Sie hier mit Ihrem Kampfnamen anspreche.

Lieber Jesus Marx,
ich teile Ihr Bedauern darüber, dass ausgerechnet das verkommenste Subjekt, dass je in Deutschland Politik betrieben hat, sich zum Bundespräsidenten aufschwingen konnte. Ein Mann, der sich von einer befreundeten Familie einen Kredit hat geben lassen – und das auch noch ohne Gegenleistung. Als er erkannte, dass das problematisch war, hat er versucht, den Kredit auf eine Bank umzubiegen. Und er hat das gute Angebot der Bank nicht abgelehnt, um freiwillig für weniger Geld mehr zu bezahlen. Solch ein kriminell-korrupter Volksschädling hat sich dann noch in Deutschlands höchstes Amt geschummelt, wo er fürs Nichtstun, für schöne Reisen und gutes Essen auf Staatskosten, auch noch Milliarden scheffelt. Und nun, da die GANZE WEITE WELT, die ja keine anderen Probleme hat, wie gebannt auf diesen unermesslichen Skandal starrt, wie es zuvor auf der GANZEN WEITEN WELT noch keinen gegeben hat, müssen alle Menschen in Deutschland, die bislang Ihr ganzes Leben lang dauernd immer stets absolut anständig, fehlerfrei, rechtschaffen und ehrlich waren, zusammenstehen bei ihren Bemühungen, dieses Scheusal-Ungeheuer vom okkupierten Thron zu stoßen.Und wer das nicht versteht, ist realitätsfern und würde sich wahrscheinlich sogar von einer Klobürste vertreten lassen (oder ist gar selber eine?).

Wieder runter von der rosa-roten Wolke….

Was mich an Leuten wie Ihnen wirklich und aufrichtig stört, ist nicht die andere Meinung. Sondern der stete Versuch, die Welt der eigenen Sicht anzupassen, und wer dabei nicht mitspielt, ist doof. Nehmen Sie endlich Ihre Scheuklappen ab: Wir haben keinen Berlusconi, keinen Sarkozy, keinen Putin, keinen George Bush. Das Herr Wulff nicht mit Ruhm bekleckert hat, steht ja außer Frage. Es geht doch darum, ob der Mist, den er gebaut hat, für einen Russchmiß angemessen groß ist. Und da sind die Meinungen der Leute geteilt – MEHR NICHT.

Und wenn Sie von Ihrem Selbstgerechtigkeits-Heuchel-Neid-Empör-Trip mal wieder runterkommen und sich mal ein bisschen bei Ihrer Familie, in Ihrer Straße, in Ihrem Ort oder in Ihrem Job umschauen, werden Sie feststellen, dass es keine absolute Gleichheit unter allen Menschen geben kann und wird.

Und wenn Sie bei all dem Dummkram, den Wulff sich geleistet hat (und den er auch nicht bestreitet), nicht wahrnehmen wollen, dass das ganze eine ziemlich abgekartete Sache ist, die direkt im Anschluss an seine Euro-Kritik-Rede losging, bin ich geneigt, Ihren Klobürsten-Bezug in eine andere Richtung herzustellen.

56) Frank, Dienstag, 27. Dezember 2011, 17:30 Uhr

@53 (jk): Geerkens hat ja tatsächlich Gegenleistungen erhalten – er war mehrfach Teilnehmer der Wirtschaftsdelegation des damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten. Ohne überhaupt noch in Niedersachsen zu wohnen. Schließlich spart es sich in der Schweiz steuerlich ganz trefflich.

57) Michael, Dienstag, 27. Dezember 2011, 18:46 Uhr

In welcher Folge finden Justus, Peter und Bob eine Leiche mit einem Einschussloch im Schädel und einer Uniform?
a) Die drei ??? und der sprechende Totenkopf
b) Die drei ??? und das Aztekenschwert
c) Die drei ??? und die gefährlichen Fässer
d) Die drei ??? und das Heilbronner Phantom
Sie können einen Sozialdemokraten anrufen, z. B. Jörg Ziercke. Die Nummer kennt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Bundespräsident (CDU).
E-Mail-Adresse: bundespraesidialamt@bpra.bund.de
In diesem Jahr würde ich den Bundespräsidenten nicht mehr kontaktieren. Es ist nicht auszuschließen, dass er Beruhigungstropfen nimmt, deren Nebenwirkungen (z. B. Verwirrtheit) erst nach 21 Tagen nachlassen. Verwirrt könnte der Bundespräsident die Nummer von Obama Ihnen per Einschreiben mit Rückschein mitteilen.

58) nurmalso, Dienstag, 27. Dezember 2011, 19:12 Uhr

der wulff kann oder darf sich momentan wohl noch nicht lösen (man hört, die kanzlerin hat den rücktritt – noch -untersagt).
damit ist er der präsident auf abruf. und das alles, ohne (bis jetzt) gegen ein gesetz verstossen zu haben. einfach aufgrund des moralischen anspruches, den er nicht mehr erfüllen kann.
wahrscheinlich hat man in der bild-zeitung ein persönliches interesse daran, dass gift langsam träufeldn einzuflössen.
und wenn es stimmt, was z.b. in der berliner zeitung stand, dann kann es noch unangenehmer für ihn und vor allem seine frau werden, wenn die redaktion den einsatz privater interna freigibt.

nurmalso

59) sk8erBLN, Dienstag, 27. Dezember 2011, 19:53 Uhr

Wes Geistes Kind dieser Wulff ist sollte spätestens mit seiner Einlassung vom 15. Dezember 2011 klar sein.

Einmal mehr unterschlägt er die Wahrheit um nicht deutlicher zu formulieren er lügt durch weglassen entscheidender Details:

In einer Erklärung vom 15. Dezember hatte der Bundespräsident mitgeteilt, der Vertrag sei in einen Hypothekenkredit mit üblichem Zins umgewandelt WORDEN. Dagegen berichtete die «Welt am Sonntag», der neue Vertrag gelte erst ab Januar 2012.

http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1254383

Überraschend? Nö!

60) Maren P., Dienstag, 27. Dezember 2011, 20:38 Uhr

Einen sehr guten Kommentar zu Wulff & Konsorten habe ich von Bettina Gaus gelesen. Leider auch wieder kein Rezept dabei, wie wir die Krähen erfolgreich vergrämen können.
http://www.taz.de/Kommentar-Wulff-und-seine-Geisteshaltung/!84382/

61) romeias47, Mittwoch, 28. Dezember 2011, 12:16 Uhr

Nur als Einwurf nebenbei sozusagen: An dieser Geschichte wundert mich ganz extrem, dass Wulff, der einer Partei angehört, die gerne von den geradezu heiligen Institutionen Ehe und Familie labert, sich darauf beruft, er habe den Vertrag mit Frau Geerkens gemacht – als handle es es sich um die ausgesourcte Finanz-Abteilung der Firma Geerkens, die sämtliche Kommunikationsverbindungen zur “Mutter” gekappt hat. .

Und bei den oben angesprochenen Vorteilen durch die Teilnahme an Reisen macht man Geerkens auch zu einer Art Sozial-Monade. Man kann auch im Auftrag anderer die Ohren offenhalten und den Präsidentenflüsterer geben. Die dadurch entstandenen Vorteile bei Dritten schlüssig nachzuweisen, dürfte auch die brillanteste Investigations-Redaktion überfordern. Dieser Bereich läuft vermutlich konsequent analog und beleglos- im trauten Gespräch in privaten Kaminzimmern oder Saunen.

Und zu Wulffs Weihnachtsansprache: Er sagt, es gebe in Deuetschland keinen Raum für rechtsextremes Gedankengut. Der Satz verrät, dass die Rede – von wem auch immer – in der Haltung eines Sechstklässlers beim Verfassen eines Schulaufsatzes geschrieben wurde. Die Rechtsextemen haben diesen Raum doch durch subversive Aktionen längst gekapert (zum Teil nie aufgegeben), in Ostdeutschland gab bzw. gibt es “national befreite Zonen”. Von einem Bundespräsidenten erwarte ich, dass er kraft eigener Reflexion an die Schichten rührt, die dazu führen, dass es den Raum eben tatsächlich gibt und wie die Mehrheitsgesellschaft ihn (zurück)holen kann. Die Politik zu nachhaltigem Handeln aufzufordern, gehört auch dazu (Wegen ein paar tausend Euros jahrelanges Engagement zu zerdeppern ist nun mal ebenso destruktiv wie dämlich).

Man könnte von einer solchen Ansprache auch Anregungen zum Alltagshandeln erwarten: woher wollen wir anständig bezahlte Jobs haben, wenn wir alles gratis oder als Schnäppchen haben wollen, wo machen wir in 25 Jahren unseren Schaufensterbummel, wenn wir alles online kaufen? Wie können wir Datensicherheit erwarten, wenn die Leute ihr Privatleben freiwillig asbreiten bzw. nicht darüber nachdenken, womit ein Werber/Verkäufer seine Kohle eigentlich verdient? (Geschäftsmodelle mit Datenverkauf als Kollateral-Gewinn).

Mein Neujahrswunsch?! Ein gehäufter Teelöffel Inspiration für die Spitze der Republik.

62) sk8erBLN, Mittwoch, 28. Dezember 2011, 18:05 Uhr

@ 55) EStz, Dienstag, 27. Dezember 2011, 17:26 Uhr

Liebe/r ESTz,

“Ich habe nichts festgestellt außer meiner aktuellen Meinung zum aktuellen Kenntnisstand.”
dito. Und speziell an Sie gerichtet war lediglich die Bemerkung dass jede Absolution in Punkto Kredit verfrüht erscheint, inkl. Begründung. Die Begründung lässt sich um einen weiteren Aspekt erweitern:

Es gibt Stoff für neue Zweifel an den Krediten von Christian Wulff. Der Bundespräsident wirkte als Koordinator für die Reform der Landesbanken und erhielt gleichzeitig Sonderkonditionen von einer Tochter der LBBW. Es stellt sich [einmal mehr] die Frage nach Interessenskollisionen.
..
Da Wulffs neuer Kreditgeber eine Tochter der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ist und Wulff attraktive Sonderkonditionen erhielt, stellt sich die Frage, ob der damalige niedersächsische Ministerpräsident alles getan hat, um den Anschein einer Interessenkollision zu vermeiden. Denn Wulff wirkte innerhalb der CDU als Koordinator für die Reform der Landesbanken, die für die öffentlich-rechtlichen Finanzinstitute von großer Bedeutung war. Von dieser neuen Aufgabe berichtete Wulff FTD-Redakteuren Ende 2007. Tatsächlich meldete sich der Landesvater in der Folge immer wieder zum Thema und dürfte auch Kontakt zu den Spitzen der LBBW gehabt haben. Bisher hat es Wulff mit einer Empfehlung der Kreditgeberfamilie Geerkens begründet, dass er als Hannoveraner Politiker eine Stuttgarter Förderbank als Kreditgeber wählte.
http://www.ftd.de/politik/deutschland/:privatkredit-wulffs-raetselhafte-umschuldungen/60147207.html
[] = Anmerkung von mir.

Ihre Geschichte war eher kleine Glanzleistung nach meiner Meinung. Zudem enthält sie Punkte die der Korrektur bedürfen. “…das verkommenste Subjekt, dass je in Deutschland Politik betrieben hat ” So weit wüde ich nicht gehen. Verkommen trifft es allerdings. Begriffe wie “Volksschädling” werden Sie in meinen Beiträgen niemals lesen können -es sei denn als Zitat wenn es um den Nationalsozialismus geht. Da reagiere ich überaus sensibel.

” Als er erkannte, dass das problematisch war, hat er versucht, den Kredit auf eine Bank umzubiegen.”

Falsch! Er hat den Kredit deshalb umgebogen, weil die Konditionen noch erheblich günstiger waren als bereits zuvor beim Geerkens-Kredit. Der Zinssatz fiel ja von 4 % auf für jedermann unerreichbare max. 0,3 % über dem Zinssatz zu dem sich Banken untereinander Geld leihen (EURIBOR) was 0,9 – 2,1 % entsprach. Zur Beurteilung des Kredites empfehle ich die Lektüre des Handelsblatt Artikels von Max Herbst. Er gilt als Deutschlands Baufinanzierungspapst.
http://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/nachrichten/christian-wulff-ist-ein-finanzgenie/5997346.html

Und dann ist da noch die Nervosität der BW Bank:
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.kredit-affaere-fall-wulff:-bw-bank-zeigt-sich-nervoes.b3c52617-604b-4839-8b88-e9f8e5634edb.html
Besonderes Augenmerk verdient auch der letzte Absatz.

In Punkto Kreditkonditionen/Vergabe könnte eine Korrektur ihrer Einschätzung liebe/r ESTz nicht schaden.

Ob mehrfach Teilnehmer einer Wirtschaftsdelegation eines MP sein zu dürfen keine Vorteilsgewährung ist, auch wenn Geerkens die Reisekosten selbst trug, ziehe ich in Zweifel. Aus Langeweile oder zur persönlichen Erbauung und Wulffs Pausenclow ist Geerkens ganz sicher nicht auf diese Reisen gegangen.

Zum Part “dass es keine absolute Gleichheit unter allen Menschen geben kann und wird.”:
Sie lesen meine Beiträge wie es scheint nicht gründlich genug. Ich hatte mehrfach geschrieben dass Wulffs verhalten bei einer Privatperson durchaus akzeptabel wäre. Ein MP oder gar BP ist aber gerade keine Privatperson und muss sich an anderen Maßstäben orientieren.

Und was ganz und gar nicht geht ist die Salamitaktik mit der Tag für Tag neue Absurditäten ans Licht der Öffentlichkeit geraten. Wie lange soll das noch konsequenzlos so weitergehen und was kommt da noch alles? Und ja, ich halte es für schädlich wenn die Welt in der Lage ist beißenden Spott à la ” Der Mann, der das Bundespräsidialamt in eine Kreditanstalt umgebaut hat,” und “Selbst bei der BW-Bank kann man sich nicht so richtig erklären, wie der Wulff-Kredit funktioniert. Seit wann zahlt eine Bank dem Schuldner Zinsen? Kann man als Bundespräsident auf das Schloss Bellevue eine Hypothek aufnehmen Und ist es tatsächlich möglich, als einzige Sicherheit „zwei Tattoos der Ehefrau“ anzugeben?”
http://www.welt.de/debatte/kolumnen/zippert_zappt/article13786535/Zwei-Tattoos-von-Bettina-Wulff-als-Sicherheit.html

Ja, die Welt hat natürlich weit größere Probleme, über die schreibt Herr Spreng aber nichts aktuell. Entsprechend macht wenig Sinn die im Kommentarbereich zu einem Artikel über den BP unterzubringen. Da sich hier die letzten 5 (!) Artikel mit nichts anderem als der Affaire Wulff befassen, fällt schwer an irgend einer passenden Stelle über die sonstigen Entwicklungen zu schreiben.

63) M.M., Freitag, 30. Dezember 2011, 09:40 Uhr

Wie will eigentlich Herr Gabriel diesen Mann im Amt halten? Der “Fall Wulff” ist ein Fass ohne Boden.

64) M. Fiermann, Freitag, 30. Dezember 2011, 16:46 Uhr

@ sk8erBLN 62)

Wenn Sie andere Leser (z.B. @ EStz, 55) mit den Worten angreifen,” Sie lesen meine Beiträge wie es scheint nicht gründlich genug”, dann sollten Sie tunlichst Ursache mit Wirkung nicht verwechseln, da Ihre Beiträge stets langatmige Wiederholungen bekannter Veröffentlichungen sind.

65) EStz, Freitag, 30. Dezember 2011, 18:59 Uhr

@ Skater

Immer so viele Wörter….

Gemeinsamkeit 1: Solch ein Privatkredit wäre bei einem normalen Menschen in der Form in Ordnung.
Gemeinsamkeit 2: Ein Ministerpräsident darf sich nicht durch Kungelgeschäfte in Abhängigkeiten bringen.
Gemeinsamkeit 3: Wulffs Verhalten auf Nachfragen bzw. in Sachen Aufklärung genügt, höflich gesagt, nicht ansatzweise den Ansprüchen, die er schon von anderen verlangt hat.
Unterschied 1: Ich halte es für möglich, dass der Kredit aufgrund der sehr langjährigen Beziehung einen quasi-familiären Hintergrund haben könnte, und stimme nur aufgrund dieser Möglichkeit im Zweifel für den “Angeklagten”.
Unterschied 2: Ich glaube, dass die Geschichte lanciert wurde, um Wulff zu stürzen, da dieser die Euro-Politik von Angela Merkel sehr heftig angegriffen hatte. Das halte ich für den viel größeren Skandal.
Gemeinsamkeit 4: Der Bundespräsident wird sich nicht halten können; wenn Frau Merkel einen passenden Kandidaten gefunden hat, kriegt er den Todesstoß.

So, und nun nehmen Sie ihren Zeigefinger mal wieder runter….

66) helmut mederle, Dienstag, 03. Januar 2012, 20:20 Uhr

Hallo, EStz,

unter Bezugnahme auf Ihren Beitrag Nr. 37 zu “Präsident auf Bewährung” und zu Nr. 119 zu “Merkels Präsidenten” zusammenfassend: Zwar habe ich bei weitem nicht Ihr Hintergrundwissen, habe aber ein paar Einblicke in Abgründe öffentlicher (ist bei weitem nicht immer gleich: “politischer “) Schlammschlachten und habe jetzt ein wenig in dieses “Thema” hineingelesen.

Sie haben unfassbar recht und Recht: Das “alles” ist an Widerwärtigkeit nicht mehr zu überbieten, – eigentlich.

Bis – wie Sie vorhersagen – zum nächsten Mal.

67) Dr. Dr. Joachim Seeger, Sonntag, 08. Januar 2012, 16:01 Uhr

@xpomul

Eine kurze Antwort: “Der Islam gehört zur Bundesrepublik Deutschland” (Christian Wulff).

Halten Sie die These von Wulff nicht für bemerkenswert? Und dann noch von einem Christdemokraten …?

Wie ist Ihre Meinung?

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