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Samstag, 24. Dezember 2011, 13:21 Uhr

Ein Besuch bei Wulff

Ende August 2010 klingelte mein Telefon. Am Apparat Olaf Glaesecker, inzwischen entlassener Sprecher des Bundespräsidenten. Der Präsident würde sich gerne mit mir treffen. Ich war überrascht – und auch nicht. Denn ich hatte gerade über das System der Erbfreundschaft in Niedersachsen geschrieben und zuvor andere kritische Beiträge über Wulff verfasst, darunter “Der Zuckerwatte-Präsident”.

Aber eine solche Einladung schlägt man nicht aus. Ich ging also ins Schloss Bellevue. Am Eingang bat mich ein Bediensteter, mich ins Gästebuch einzutragen. Letzter Gast vor mir war Sigmar Gabriel. Wulff empfing mich in seinem Amtszimmer, wir redeten etwa eine Stunde lang. Im Verlauf des Gespräches kam Glaesecker hinzu. Weil solche Gespräche vertraulich sind, kann ich über den Inhalt nicht berichten, aber ich verschweige keine Sensationen.

Das Gespräch war trotz meiner scharfen Kritiken freundlich und gespickt mit Komplimenten mir gegenüber - wie es Wulffs Art ist. Und es war positiv, was seine – bisher nicht realisierten –  Ideen für Bürgernähe betraf.

Ein solches Gespräch hinterlässt auch bei hartgesottenen Journalisten eine gewisse Wirkung. Möglicherweise auch unter diesem Eindruck schrieb ich am 19.Oktober 2010: “Wulff ist angekommen”. Diesem Beitrag war allerdings die Rede Wulffs zum 1. Oktober vorangegangen, in der er gesagt hatte, der Islam gehöre auch zu Deutschland, und ein guter Auftritt in der Türkei.

Dennoch mag das Gespräch einen gewissen Nachhall gefunden haben. Allerdings kommentierte ich Wulffs Weihnachtsansprache 2010 schon wieder kritisch unter der Überschrift: “Was sich Wulff nicht traut”. Bei anderen journalistischen Kritikern, die Wulff im Herbst 2010 in Serie empfing, dauerte der Nachhall bis zum Beginn seiner Kreditaffäre. So ist manche erste Kommentierung möglicherweise zu erklären.

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11 Kommentare

1) Klaus, Samstag, 24. Dezember 2011, 14:05 Uhr

Lieber Herr Spreng,

wieso verlinken Sie Texte eigentlich nie. Vielleicht kann Ihnen das mal jemand zeigen ;)

2) Th. Sacher, Samstag, 24. Dezember 2011, 14:48 Uhr

Ich glaube Sie sprechen da eine wichtige Sache an. Die Rede Wulffs zum 1. Oktober 2010. In diesem Zusammenhang sollte man auch die Rede anlässlich des Papst Besuches erwähnen, die Wulff erhebliche Kritik der katholischen Konservativen einbrachte. Wäre es nicht möglich, dass hierin ein Zusammenhang besteht, zu den derzeitigen Enthüllungen (federführend und angefeuert von konservativen Medien)?
http://kehraus.blogspot.com/2011/12/katholische-fundamentalisten-vs.html

3) Dieter Carstensen, Samstag, 24. Dezember 2011, 14:55 Uhr

Lieber Michael Spreng,

so ist das eben: “Wer sich mit den Wulffen einlässt, mus hinterher mit Ihnen heulen” …

Schöne Weihnachten, ggg,

M.f.G.

4) FF, Dienstag, 27. Dezember 2011, 19:11 Uhr

Danke für diesen Hinweis. So eine persönliche Audienz “hebt doch ganz ungemein”.

Wäre schön, wenn alle anderen Journalisten ähnlich freimütig die womögliche Herkunft ihrer mitunter überraschenden Sympathiebekundungen offenbaren würden…

5) Mutwill, Dienstag, 27. Dezember 2011, 23:10 Uhr

Oder soll Wulff deshalb demontiert werden ?

Wulff greift Euro-Retter an

“Wulff sagte, eines der Grundprinzipien der Marktwirtschaft sei “Risiko und Haftung gehen Hand in Hand”. Wer Risiken eingehe, könne auch scheitern. “Dieses Prinzip muss auch für den Finanzsektor gelten, für kleine Anleger wie für große Finanzinstitute.” Hier müsse Versäumtes dringend nachgeholt werden. ”
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,782066,00.html

6) Michael A. Nueckel, Donnerstag, 29. Dezember 2011, 18:37 Uhr

Endlich mal eine Anekdote, die keine alte Kamelle ist ;-) ))

Guten Rutsch und ein fortgesetzt glückliches Händchen für spannendes Gelingen in 2012

7) Riesenmaus, Freitag, 30. Dezember 2011, 16:57 Uhr

Herr Wulff kann sehr galant! Das erste Mal habe ich das im Farb-TV mitbekommen, als der Landesvater anno domini 2010 „unsere Lena“ nach dem gewonnenen Grand Prix vom Flugzeug abholte. Zwei Tage oder vielleicht war es auch nur Einer später, wurde der Begriff des „Leberwurst – Horst“ geboren und sein Vorgänger machte den Weg ins Präsidentenamt frei!

Ja, zu beeindrucken weiß der Niedersachse Wulff schon, aber das konnte auch der Niedersachse, welcher Vorgänger von Angela M. war. Eventuell sollten wir auch deshalb darüber hinweg sehen, dass ein dritter Niedersachse im Bunde – seines Zeichen eine Art Stammvater des Finanzoptimierens – den beiden Ersteren finanzielle Mittel zum Erreichen ihrer Ziele zur Verfügung stellte!?

Aber ein „Gschmäckle“ wie jetzt ausnahmsweise nicht die Niedersachsen sondern die Schwaben zu sagen pflegen, bleibt. Und deshalb ein bisschen weniger vom Niedersachsen Wulff und mehr dem Gesamtdeutschen, Europäer und Weltbürger Wulff wäre in Zukunft angebracht. Dazu gehört aber auch Offenheit und Ehrlichkeit in der Gesamtheit und kein provinzielles Getuschel im Kleinen.

8) Frankilein66, Montag, 02. Januar 2012, 10:33 Uhr

Tja, Herr Spreng, das ist der Unterschied. Bei ihnen ruft der Sprecher des Bundespräsidenten an, Kai Diekmann wird von Christian Wulff persönlich angerufen!

9) rudow1, Montag, 02. Januar 2012, 12:32 Uhr

na, solange er nicht auf die mailbox spricht ist doch alles gut … :-)

10) Olaf Jochens, Samstag, 07. Januar 2012, 12:47 Uhr

Ich habe den Artikel erst heute gelesen. Er gefiel mir gut. So hatte ich es noch nie gesehen. Für Journalisten kann die Nähe zur Politik durchaus ein großes Problem sein. Besonders wenn man engen Kontakt zu den “Menschenfängern” hat, wie ja z.B. Bill Clinton einer war. Auch bei Johannes Rau soll dieses zu seinen Stärken gehört haben. Also, Abstand halten und weiter kritisch berichten. /Gruß

11) Wulffweg, Donnerstag, 12. Januar 2012, 13:27 Uhr

Wenn man das unnötige Detailgeplänkel einfach mal wegläßt, und zusammenfassend untersucht, ob Herr Wulff sich bei seinen Taten und Erklärungen intelligent oder unintelligent, geschickt oder ungeschickt, dem Volks-Souverän gegenüber loyal oder unloyal verhalten hat, muß man
feststellen, dass ein seiner Position und seiner Entlohnung
entsprechendes intelligentes und geschicktes Handeln in Zukunft
ebenso wenig zu erwarten ist, wie jetzt. Das geht immer so weiter. Es wird
das nächste Problem geben, und das nächste, und so fort. Unablässig. Und
natürlich die zugehörigen überflüssigen Diskussionen.
– Menschen ändern sich nicht! -
Wenn er also im Amt bliebe, wäre er deshalb ja nicht plötzlich
seriöser. Er bleibt so wenig seriös, wie er es jetzt ist. Aus welchem
Himmel sollte denn eine Besserung herabfallen? Er ist nicht geradlinig.
Das hat er ausführlich öffentlich demonstriert. Freiwillig, ohne,dass er
darum gebeten wurde. Hat irgend jemand das etwa nicht gesehen?
Dazu kommt noch der Einfluß der Frauen Bettina und Merkel. Beide
sind mächtiger als er. Er unterliegt diesen Einflüssen. Und denen seiner
Rechtsanwälte auch noch!

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