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Samstag, 31. Dezember 2011, 09:55 Uhr

Vom Stamme Nimm

Der Fall Christian Wulff begleitet die deutsche Politik und Öffentlichkeit (leider) auch ins neue Jahr. Je mehr Einzelheiten über sein merkwürdiges Finanzverhalten herauskommen, desto mehr stellt sich die Charakterfrage. Bisher ist bekannt, dass Wulff immer nur das an Fehlverhalten zugibt, was die Medien gerade aufdecken. Salami-Taktik nennt man so etwas. Erfolgreich war sie noch nie.

Jetzt, nachdem die BW-Bank erstmals und der Bundespräsident erneut zum umstrittenen Supersonderkredit Stellung genommen haben, ergibt sich ein noch deprimierenderes Bild. Wulff hat seine merkwürdige Hausfinanzierung immer erst dann geändert, wenn Aufdeckung drohte.

Erst nach der Anfrage der Grünen über Verbindungen zu Unternehmern wandelte er den Kredit des Ehepaares Geerkens in einen Kredit der BW-Bank um. Und diesen Spezialkredit, der nur für Unternehmen zur Zwischenfinanzierung üblich ist, bekam er offenbar nur deshalb, weil sein Unternehmerfreund Egon Geerkens den Kontakt zur BW-Bank herstellte. Und erst dann, als “Stern”, “Spiegel” und BILD über seine Hausfinanzierung recherchierten, wandelte er den Supersonderkredit in ein normales Hypothekendarlehen um. 

Wulff versucht aber weiterhin, die Öffentlichkeit in die Irre zu führen. Weil jetzt die BW-Bank erklärte, der Supersonderkredit sei erst am 21. Dezember in ein Hypothekendarlehen umgewandelt worden, schoben seine Anwälte nach, aber schon im November, also vor Aufdeckung der Affäre, sei darüber verhandelt worden. Ja klar, denn seit November waren Wulff die bohrenden Fragen und intensiven Recherchen der Medien bekannt. 

Wulff will den Eindruck erwecken, er habe aus eigener Einsicht gehandelt und nicht erst unter dem Druck der Presseveröffentlichungen. Das ist falsch. 

Er hat in keiner seiner Finanz- und Freundesaffären aus eigener Einsicht und aus eigenem Antrieb gehandelt. Auch den Preis eines Upgrading in die Business-Class  bezahlte er erst nach Aufdeckung durch den “Spiegel” und den Preis für seinen Urlaub in der Mallorca-Villa des Unternehmers Carsten Maschmeyer bezahlte er offenbar nur deshalb, weil ihm Maschmeyer nach dessen Angaben dazu geraten hatte.

Ohne die Kontrollfunktion der Medien (und der niedersächsischen Grünen) hätte Wulff sein Finanzverhalten nie geändert. Er wäre immer noch Mitglied des Stammes Nimm.

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66 Kommentare

1) Wolf-Dieter, Samstag, 31. Dezember 2011, 10:04 Uhr

Herr Spreng, das Geld, das er genommen hat, ist mir Wurscht!

Er wäre immer noch Mitglied des Stammes Nimm.

Nicht, dass er genommen hat, ist relevant. Sondern, dass er sich im öffentlichen Amt in private (finanzielle) Abhängigkeit begeben hat, die seine öffentliche Funktion durch Interessenkollision schädigt.

2) spainX, Samstag, 31. Dezember 2011, 10:40 Uhr

Genau das ist auch mein Problem mit den Herrn Wulff.

3) Dieter Carstensen, Samstag, 31. Dezember 2011, 11:12 Uhr

Lieber Michael Spreng,

der Wulff hat wohl eine etwas eigensinnige Interpretation der Bibel, so scheint es.

Für ihn ist nehmen seliger denn geben. Das Schlimme an all diesen Leuten wie Wulff ist, dass sie durch ihr unmoralisches Handeln unsere Demokratie ad absurdum führen.

Wulff ist ja nur die Spitze des Eisbergs. Scheinbar meinen unsere Politiker, egal aus welcher Partei, wenn man einmal gewählt ist, wäre dieses Land nur zur eigenen finanziellen Selbstbedienung da.

Wulff degradiert als höchster Repräsentant unseres Staates diese Bundesrepublik, auf die einmal sehr stolz war, wie viele seiner Politikerkollegem zu einenr Bananenrepublik herunter.

Es ist doch mittlerweile so schlimm um unsere Demokratie bestellt, dass die meisten Menschen Politikern nicht mal mehr einen “Guten Morgen” Gruss glauben, weil man nie weiss, ob es ehrlich gemeint ist.

Ich weiss noch, wie seinerzeit, ich meine es war der Spiegel, für die Politikerkaste und ihren Machtmissbrauch in der DDR und UdSSR der Begriff “Nomenklatura” in unseren Sprachgebrauch eingeführt wurde.

Mittlerweile sehe ich es als überzeugter Demokrat so, dass wir auch in der BRD schon lange ein politische “Nomenklatura” haben, die sich, was das eigene Bereichern angeht, in keinster Weise anders verhält, als z.B. die ehemaligen DDR Bonzen.

Gazprom Schröder, RWE Müller usw., die Liste wäre endlos.

Dieser Republik drohen jede moralischen Werte abhanden zu gehen, mit unabsehbaren Folgen für unsere Demokratie, Anstand und Moral sind scheinbar nicht mehr unsere höchsten moralischen Werte für die Politnomenklatura.

Und wenn SPD Chef Gabriel dann noch rumfaselt, dass Wulff nicht zurücktreten solle, weil wir sonst eine “Staatkrise” hätten, wird mir schlecht. Wir HABEN schon längst eine Staatskrise!

M.f.G.

4) Bernd J. Nink, Samstag, 31. Dezember 2011, 12:08 Uhr

Hallo Herr Spreng,

Sie schreiben “Er wäre immer noch Mitglied des Stammes Nimm.”

Das ist meines Erachtens falsch. Er IST vom Stamme Nimm,

In meinem Berufsleben habe ich etliche mit dieser Einstelung erlebt. Es waren Kollegen, die zur Überzeugung gekommen waren, dass sie mehr verdienten als sie bekamen und sich die Differenz nahmen bis sie aufflogen.

Gruß

5) Th. Sacher, Samstag, 31. Dezember 2011, 12:25 Uhr

Zu diesem Stamm der Nimm gehören die allermeisten unserer Repräsentanten. Es wird ihnen aber auch so leicht gemacht. Wo sind die Journalisten die das aufklären? Ja jetzt bei Wulff weil der zum Abschuss von der Springerpresse freigegeben wurde. Nebenbei, es wäre immer noch zu klären warum ausgerechnet von dieser regierungsfreundlichen Presse die Impulse kommen. Sehr ungewöhnlich und entgegen ihrer sonstigen Gewohnheiten…
Ich bin deshalb immer noch Anhänger der Kehraus-Theorie.
http://kehraus.blogspot.com/2011/12/katholische-fundamentalisten-vs.html

6) manni.baum, Samstag, 31. Dezember 2011, 12:52 Uhr

Sehr geehrte Sprengmeister,
wissen Sie noch was auf dem Zettel stand,am Ende des Films “die fetten Jahre sind vorbei” ?
Wulff IST immer noch Mitglied des Stammes Nimm : Menschen ändern sich nie.

7) Klaus, Samstag, 31. Dezember 2011, 13:39 Uhr

So weit dem Tenor des Artikel zuzustimmen ist, so handelt es sich bei dem variablen Kredit weder um einen Kredit, der nur bei Unternehmen üblich ist, noch um einen Supersonderkredit. Die Kreditzinsen waren für variable Kredite für diese Zeit marktüblich, der Euribor lag bei Abschluss bei unglaublich niedrigen 0,1%. Eine Marge von grob 1% ist bei Banken normal. Variable Kredite werden und wurden auch schon immer an Privatpersonen vergeben. In Deutschland sind sie zwar eher ungewöhnlich, besonders kreditwürdige Personen wie ein Ministerpräsident, die das Risiko späterer Zinserhöhungen selber tragen wollen, können einen solchen Kredit jederzeit bei dutzenden Banken bekommen.

Bei Wulff gibt es genug zu kritisieren, da braucht man nicht noch solch herbeifantasierten Behauptungen.

8) H. Joppe, Samstag, 31. Dezember 2011, 13:46 Uhr

Meine Meinung zu der Affaire Wulff ist:

Die Öffentlichkeit kritisiert Herrn Wulff aus Respekt vor dem Amt und akzeptiert es nicht, dass sich ein nicht-integerer Mensch wie Hr. Wulff daran festklammert und es damit ad absurdum führt und beschädigt.

Es ist ein Zeichen der Reife unserer Gesellschaft, dass Herr Wulff seine Verfehlungen solange wie einen nassen Putzlappen um die Ohren gehauen bekommt, bis die Salami entweder ganz aufgeschnitten ist oder entsorgt wurde.

Auch für Herr Wulff gilt der alte Spruch: “Jeder ist für etwas gut, und wenn er nur als schlechtes Beispiel dient.”.

Besonders wirksam ist es, wenn es sich dabei um den Bundespräsidenten handelt.

Die Affaire wird sich ins Bewusstsein vieler Menschen und Funktionsträger einprägen und ihr Verhalten zum Besseren verändern. So trägt Herr Wulff – freilich ohne es zu wollen – ganz entscheidend zur Verbesserung der politischen Kultur in diesem Lange bei.

Mit freundlichen Grüssen,

Joppe

9) rainer, Samstag, 31. Dezember 2011, 13:50 Uhr

….nun denn, es ist verständlich…..Wulff entstammt ja kleinsten Verhältnissen, die auch noch zerrüttet waren (so stellt er sich ja dar)…..solche Leute haben eben ein Problem mit sich, wenn sie nach “oben” kommen (auch Schröder, Fischer u.v.a.m.)……das Niveau steigt bei solchen nicht mit dem sozialen Aufstieg…beileibe nicht………

10) Gregor Keuschnig, Samstag, 31. Dezember 2011, 13:59 Uhr

Er wäre immer noch Mitglied des Stammes Nimm.
Er ist es immer noch, will es nur camouflieren. Ein schändliches Unterfangen.

Trotzdem alles Gute für das neue Jahr.

11) Jens, Samstag, 31. Dezember 2011, 14:29 Uhr

Der letzte Satz muss lauten: „Er ist immer noch Mitglied des Stammes Nimm.“

12) sk8erBLN, Samstag, 31. Dezember 2011, 15:23 Uhr

“Und diesen Spezialkredit, der nur für Unternehmen zur Zwischenfinanzierung üblich ist, bekam er offenbar nur deshalb, weil sein Unternehmerfreund Egon Geerkens den Kontakt zur BW-Bank herstellte.”

Ja, so beschreibt es u.a. die Welt http://www.welt.de/politik/deutschland/article13790894/Bundespraesident-Wulff-soll-sich-selbst-anzeigen.html

Nur, ist das realistisch? Warum sollte das passiert sein?

Weil Geerkens auf einmal bemerkt hat dass der von 4,5% auf 4 % Zinsen von Wulff gekürzte Kredit nicht mehr lukrativ erschien? Abwägig.
Weil Wulff die fälligen Raten in dieser Höhe nicht tragen konnte? Unzutreffend nach dem was bekannt ist.
Weil Geerkens ein besseres Anlageangebot erhielt? Unwahrscheinlich. Geerkens selbst hat öffentlich betont dass es bei dem Kredit eine “Win Win Situation” gegeben habe.

Und diese “Win Win Situation” will er selbst zerstört haben zum Schaden seiner Frau? Obwohl Wulff zu jenem Zeitpunkt beste Kontakte mit der BW Bank pflegte? Für mich riecht es schwer danach dass der 520.000 EUR Kredit eine Art Gegengeschäft für den kurz zuvor eingefädelten Porsche Deal gewesen ist. Das würde auch die höchst ungewöhnlich günstigen Konditionen für Wulff erklären. In der “Mischkalkulation” für die BW Bank ein gutes Geschäft und so hat der Vorstand vermute ich auch den Deal intern verkauft an den Aufsichtsrat der offiziell natürlich von gar nichts weiß.

Na mal gucken wann unser geliebter Bundes-Pattex-Präsident in Liquidation in 2012 die Segel streicht.

13) kleinErna, Samstag, 31. Dezember 2011, 15:30 Uhr

Ich revidiere Alles, was ich zum Thema “Bundespräsident” in Zusammenhang mit Christian Wulff bisher geschrieben habe (vornehmlich meinen Beitrag-Nr. 15 unter “Merkels Präsidenten” hier im Forum).

Das, was man heute in der Öffentlichkeit über Christian Wulff weiß, sollte eigentlich genügen, ihm den Rücktritt mehr als nur nahe zu legen! Leider sind das Alles “nur” unmoralische Vergehen (der Kredit, die Urlaube, die Vetternwirtschaft), die man gerichtlich nicht einklagen kann. Noch vor zwanzig und mehr Jahren wäre eine solche “Person” aber schon von der eigenen Partei in die Wüste geschickt worden. Heute im Zeitalter des Werteverlustes und der nur noch schemenhaften Vorstellung von Moral sind sich offenbar nicht nur die Regierungsparteien einig darüber Christian Wulff, der wahrlich kein Vorbild mehr für die von ihm zu vertretende Nation ist, bis zur bitteren Neige zu stützen und im Amt zu halten. Schämt Euch, Ihr Volksparteien schwarz-gelb, rot und grün (die Linken scheinen eine etwas andere Strategie zu verfolgen?)!

Wie heißt es so schön, “man hat, was man verdient” und da wir, das Volk, auch nur noch aus einer wertverlustigen Ellenbogengesellschaft bestehen (man sehe sich nur einmal die Strukturen in allen nicht eigentümergeführten Betrieben an!), haben wir ebensolche Volksvertreter in den Landes- und Bundesparlamenten, als Ministerpräsidenten, Bundeskanzler(in) und Bundespräsidenten. Der Eine oder Andere, der als Ausnahmeerscheinung nicht in dieses Raster passt, hat eben Pech gehabt, wenn er hierzu mitgezählt wird. Tut mir leid.

Ich schäme mich nicht Deutsche zu sein, das wäre Quatsch, ich schäme mich aber dafür, mit dazu beigetragen zu haben, dass Deutschland und wir Deutschen so geworden sind, wir heute sind. Und ich habe Angst davor, dass es auch bei uns irgendwann einmal so etwas wie in Nordafrika geben könnte, einen Aufstand der Benachteiligten gegen “Die da oben”, die sich Alles leisten, alle Hürden umgehen, Alle belügen und sich alle Vorteile dieser Welt verschaffen um sich ganz persönlich zu . . . .
Ich wünsche Allen ein gutes neues Jahr 2012 !

14) Kottan, Samstag, 31. Dezember 2011, 21:30 Uhr

*Ein* guter Grund hier jeden Tag reinzuschauen: Sie schaffen es immer wieder die Sache auf den Punkt zu bringen. Ich stimme Ihnen nicht immer zu, aber oftmals schaffen es Ihre Kommentare, mein eigenes Meinungsbild klären zu helfen. Deshalb fällt es mir auch leicht, Ihre Artikel regelmäßig weiter zu verlinken.

Ich freue mich auf viele erhellende Blogbeiträge von Ihnen auch im kommenden Jahr.
Alles Gute für 2012!

15) Tilman, Sonntag, 01. Januar 2012, 02:03 Uhr

Positiv ist für mich, dass die Fälle Guttenberg und Wulff zeigten, dass die Medien eigentlich ganz gut arbeiten. Sieht man mal von der merkwürdigen Bild-Unterstützung für Guttenberg ab, dann haben die Zeitungen über die beiden Fälle recht objektiv berichtet, unabhängig von der sogenannten politischen Linie. Vor allem die FAZ hat sich dieses Jahr sehr positiv herausgehoben, mein persönlicher Gewinner des Jahres 2011.

16) M.M., Sonntag, 01. Januar 2012, 04:00 Uhr

Menschen “finden keinen Trost in einer Wahrheit, die für sie keine Wirklichkeit, sondern eine Meinung ist.”
John Henry Kardinal Newman (1801 – 1890)

17) m.g.t., Sonntag, 01. Januar 2012, 06:07 Uhr

“Er wäre immer noch Mitglied des Stammes Nimm.” ???
Leider weiß man ja nicht, was noch alles kommt. Deshalb IST Wulff villeicht immer noch vom Stamme Nimm.

Eigentlich könnte man ja froh sein über die deutschen Politiker: Nicht mal zu vernünftigen Skandalen sind sie zu gebrauchen.

Auf der anderen Seite: Wer nicht einmal solch einen relativ kleinen Skandal bewältigen kann (und sei es durch Rücktritt), der war wahrscheinlich schon als einfacher Landtagsabgeordneter der Opposition überfordert. Und das ist es, was mir bezüglich der eh schon schwachen Kompetenzen des Amtes des Bundespräsidenten etwas Bauchschmerzen macht. Ist Wulff jetzt endgültig am höchsten Punkt seiner geistigen Leistungsfähigkeit angekommen? Und fragt er zuerst seine Anwälte, was er zum Frühstück essen soll und welche Krawatte er bei welchem Anlass tragen kann?

Verglichen mit manchen eh schon schwachen Amtsvorgängern ist Wulff sogar noch der Liliputaner unter den Riesen. Und jede neue Entdeckung (hat er beim Metzger um die Ecke anschreiben lassen, weil noch nicht der Monatserste war?) wird ihn ein bißchen weiter fesseln… (okay, langsam hinkt die Metapher).

18) Baden-Baden, Sonntag, 01. Januar 2012, 07:26 Uhr

… Der geniale Lothar Späth ist wegen der Traumschiff-Affäre zurück getreten – der Mann hatte noch Charakter … aber Wulf ? Es ist wirklich eine Schande, wie er das Amt beschädigt …

19) Sabine Zielke-Esser, Sonntag, 01. Januar 2012, 11:25 Uhr

@7) Klaus

„…können einen solchen Kredit jederzeit bei dutzenden Banken bekommen.“

Warum dann von der BW-Bank im fernen Stuttgart? Warum nicht von der Volksbank Hannover-Bothfeld? Wenn es richtig ist, was Sie schreiben, wird die Sache ja immer schlimmer!

20) Oberhesse, Sonntag, 01. Januar 2012, 15:39 Uhr

Das schlimme am Fall Wulff gegenüber Guttenberg und Co ist das der Bundespräsident, der als eher moralische Instanz nur das Wort als Werkzeug hat, ist das er die Werte für die das Amt steht mit Füssen gertreten hat. Die Tradition eines Richard von Weizsäcker oder eines Roman Herzog, die den Regierenden immer ein paar Worte ins Stammbuch schrieben kann ein Christian Wulff nicht fortführen, da er die Moral nun in die Tonne getreten hat und damit das Amt der Unglaubwürdigkeit, ja sogar der Lächerlichkeit preisgegeben hat. Um das Amt zu rehabilitieren gibt es nur einen Weg: Besetzen mit einer integeren Persönlichkeit. Dafür kann Wulff nur eines tun: Zurücktreten.

21) Michael Schmaus, Sonntag, 01. Januar 2012, 19:22 Uhr

Ja, es stimmt, was hier zum variablen Kredit kommentiert wurde. Ich hatte in dieser Zeit selbst einen solchen, variablen Kredit. Mit einer halbwegs vernünftigen Bonität ist dies bei vielen Internetbanken kein Problem (auch die BW Bank wird teilweise über die entsprechenden Portale vermittelt). Ein Ministerpräsident dürfte die geforderte Bonität sehr locker erreichen. Ich habe Euribor plus 1% bezahlt, genau wie Klaus unter Nr. 7 schreibt.

Sicherlich ist der Umgang des Präsidenten mit der Angelegenhait nicht ideal.

Den Sachverhalt selbst, den halte ich allerdings nicht für geeignet, eine solche öffentliche Debatte zu führen.

Dieses Land hat andere Probleme!

Ich finde, auch die politischen Kommentatoren sollten sich langsam wieder den wichtigen Dingen stellen!

22) S109, Sonntag, 01. Januar 2012, 20:02 Uhr

Christian Wulff hatte wenige Monate vor seinem Privatkredit als Aufsichtsratsmitglied von VW dienstlich mit der BW-Bank zu tun. Er hat die Bank vor der Insolvenz ihres Kunden Porsche bewahrt. Ein Skandal!

23) Bernhard Paul, Sonntag, 01. Januar 2012, 20:55 Uhr

Die meisten Menschen beichten am liebsten die Sünden der anderen (Graham Greene) oder:
Die meisten betreiben gerne Gewissenserforschung bei den anderen, aber nicht bei sich.

Es ist hier sehr viel Doppelmoral unterwegs. Sind wir nicht alle vom Stamme Nimm? Es wird gerade so getan als ob nur “die da oben” mal die Hand aufhielten.

Der Unterschied ist: Wenn Hänschen Klein das tut, schert sich kein Teufel darum. Der Bundespräsident ist rücktrittsreif. Das ist auch gut so. Seine Vorbildfunktion ist beim Teufel.

Aber lasst ansonsten mal die Kirche im Dorf!

24) Klaus, Montag, 02. Januar 2012, 00:31 Uhr

@19

Dazu meine ich gelesen zu haben, dass Geerkens wohl Kunde der BW-Bank war und diese halt einfach empfohlen hat.

25) Frankilein66, Montag, 02. Januar 2012, 08:58 Uhr

Bisher war ich der Meinung, dass die ganze Angelegenheit nicht rücktrittswürdig ist.

Der heute bekanntgewordene Anruf beim Chefredakteur der “Bild”, bei mir übrigens wie die Namen anderer Medien mit Anführungszeichen, ist jedoch an politischer Naivität und Instinktlosigkeit nicht mehr zu überbieten. Sowas kann ich als Bundespräsident einfach nicht machen! Sollte in den nächsten Tagen, was ich befürchte, der Telefonmitschnitt ins Internet gelangen und wir einen erzürnten und mit unverhohlenen Drohungen um sich werfenden Bundespräsidenten zu hören bekommen, ist er erledigt.

Der Supergau ist eingetreten, das Schicksal von Christian Wulff liegt in den Händen von Matthias Döpfner und Kai Diekmann!

26) sk8erBLN, Montag, 02. Januar 2012, 09:19 Uhr

“Ohne die Kontrollfunktion der Medien (und der niedersächsischen Grünen) hätte Wulff sein Finanzverhalten nie geändert. Er wäre immer noch Mitglied des Stammes Nimm.”

Na das nenne ich ein schönes Neujahrsgeschenk für die geliebte Kanzlerin. Versuchter EINGRIFF in die Pressefreiheit inkl. massiver Drohung durch den Bundespräsidenten gen Chefredakteur auf dessen Mailbox.Wunderbar, dämlicher geht es nicht!

Das könnte dann auch die Sache sein, die die Bild in der Hinterhand hatte gegen Wulff. So wie Wulff selbst, hat auch der Springerverlag sich für Salamitaktik entschieden bei der Demontage und lag damit strategisch sehr gut. Die versuchte Unterdrückung der medialen Berichterstattung durch den Präsidenten, die eben genau jenen massiven Eingriff in die Pressefreiheit darstellt, dürfte ihm endlich vollends das Genick brechen.

In Kombination mit der sich ausweitenden Kreditaffaire -die längst nicht mehr nur den Privatkredit der Geerkens als Gegenstand hat- ist dieser Pattex-Präsident inzwischen klinisch vollends tot. Die Worte Merkels sie habe “vollstes Vertrauen” in diese von ihr selbst ausgesuchte Gestalt werden zu läutenden Totenglocken und ihr ein Jahr vor der BT Wahl heftig auf die Füße fallen.

Na denn, happy new year!

27) sk8erBLN, Montag, 02. Januar 2012, 09:50 Uhr

ch habe da noch was vergessen, den Satz bitte auf der Zunge zergehen lassen ;)
In seiner öffentlichen Erklärung vom 22. Dezember sagte die Gestalt Wulff wörtlich:
“”Ich weiß und finde es richtig, dass die Presse- und Informationsfreiheit ein hohes Gut ist in unserer freiheitlichen Gesellschaft.”
Wie hoch er dieses Gut einschätzt, hat er kurz zuvor deutlich gezeigt. Danke Herr Präsident und nun husch husch zurück nach Hannover unter den Stein unter dem Du hervorgekrochen bist.!!

28) Mark, Montag, 02. Januar 2012, 10:13 Uhr

@ 21) Michael Schmaus, Sonntag, 01. Januar 2012, 19:22 Uhr

Sicherlich ist der Umgang des Präsidenten mit der Angelegenhait nicht ideal. Den Sachverhalt selbst, den halte ich allerdings nicht für geeignet, eine solche öffentliche Debatte zu führen. Dieses Land hat andere Probleme! Ich finde, auch die politischen Kommentatoren sollten sich langsam wieder den wichtigen Dingen stellen!

———————————-

Pardon, was für ein Schwulst!

Mein Prof. hat mir immer gesagt, man müsse den Sprach-Schwulst so lange entfernen, bis am Ende die reine Information freiliegt in ihrer ganzen Häßlichkeit. Nur so könne man erkennen, worüber man überhaupt redet.

Wohlan denn, die Messer gewetzt!

“Sicherlich ist der Umgang des Präsidenten mit der Angelegenhait nicht ideal.”

Zunächst sollte man Roß und Reiter nennen: “Der Umgang des Präsidenten mit der Angelegenheit” – klingt für mich als hätte man ein Idol, einen überlebensgroßen Meister, einen Poptitan beim öffentlichen Urinieren erwischt. Ein peinlicher Vorfall, ein Aufreger, aber letztlich nicht weiter der Rede wert.

Dem ist aber nicht so. “Die Angelegenheit” ist Vorteilsnahme im Amt. Fragen, die sich automatisch stellen: Hätte Frau Geerkens Herrn Wulff das Geld auch geliehen, wenn er nicht MP von Niedersachsen gewesen wäre? Und woher hatte Frau Geerkens soviel Geld? Stammte das etwa von Herrn Geerkens? Und wenn es so war, versprach sich dieser etwa Vorteile von dem Kredit? Und wieviel genau hat Herr Wulff durch diesen Kredit gespart? Nur ein paar hundert Euro? Warum ist er dann nicht zu einer Bank gegangen, so wie jeder andere Bürger auch? Oder betrug der Vorteil doch eher ein paar tausend Euro? Warum hat Wulff dann aber nicht erkannt, dass ihn das eventuell in eine Abhängigkeit bringen konnte? Und überhaupt: Wieso muß eigentlich ein fürstlich bezahlter MP überhaupt eine “Geiz-ist-geil”-Mentalität an den Tag legen? Verdient er denn nicht genug?

“Nicht ideal” ist sicherlich die Untertreibung des Jahres! Wulff hätte den Kredit nicht bei Frau Geerkens suchen dürfen; er hätte ihn nicht annehmen dürfen; er hätte ordentlich darüber Rechenschaft ablegen müssen. Stattdessen lässt er die Wahrheit nur scheibchenweise heraus. Nein, so stelle ich mir den Umgang mit “der Angelegenheit” wirklich nicht vor.

“Den Sachverhalt selbst, den halte ich allerdings nicht für geeignet, eine solche öffentliche Debatte zu führen.”

Soso, und warum nicht? Der “Sachverhalt” (schon wieder diese Verharmlosung) ist sehr wohl dazu geeignet, eine öffentliche Debatte zu führen. Das, was Sie gerade durch die Medien rauschen sehen, ist eben genau die öffentliche Debatte, die dringend geführt werden MUSS. Wir brauchen weniger Korruption, weniger Vorteilsnahmen, weniger Klüngel, weniger Sumpf, weniger Seilschaften, weniger Günstlinge, weniger Bevorzugung von Politikern. Wir brauchen MEHR Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit. Die Politiker im Lande müssen endlich einsehen, dass wir -die zahlenden Bürger- sie NICHT dafür bezahlen (wollen), dass sie sich endlich mal so richtig hemmungslos selbst bedienen können. Wir bezahlen sie dafür, UNSERE INTERESSEN ordentlich zu vertreten, und zwar in unserem Sinne. Und wir bezahlen sie dafür, uns uneingeschränkt die Wahrheit zu sagen.

“Dieses Land hat andere Probleme!”

Das finde ich allerdings auch. Wir haben das Problem, dass die Bundesregierung immer noch schweigt zu Target-Krediten i.H.v. knapp 500 Mrd. Euro, ausgegeben von der Bundesbank, Tendenz steigend. Wir haben das Problem, das seit nunmehr zwei Jahren eine gigantische Finanzkrise über unser Land fegt und die Bundesregierung so tut, als wäre sie von den Bürgern legitimiert, hunderte von Milliarden Euro in das Faß ohne Boden (namens Euro) zu werfen. Aber als die jetzige Bundesregierung gewählt wurde, da gab es für die Bürger noch gar keine Anzeichen dieser Krise. Ich halte die Legitimation daher für nicht ausreichend, insbesondere wenn man an den Niedergang der FDP denkt. Wir haben weiterhin das Problem, dass die Bundesregierung liebend gerne einen europäischen Zentralstaat schaffen möchte und bereitwillig weitere Souveränitätsrechte an diesen abgeben möchte (was verfassungswidrig ist ohne Referendum).

Ja, wir haben vielleicht andere Probleme als die Immobilienfinanzierung eines Herrn Wulff. Andererseits ist eben das falsche Selbstverständnis vieler Politiker (vom Stamme Nimm) genau das Problem, das wir Bürger mit der Politik haben. Deshalb muß jeder einzelne Fall durchleuchtet werden, auch wenn’s dem Durchleuchteten weh tut. Augen auf bei der Berufswahl!

“Ich finde, auch die politischen Kommentatoren sollten sich langsam wieder den wichtigen Dingen stellen!”

Ja, nur lauert da leider noch mehr Unschönes, siehe oben. Gerne würde ich politische Kommentare zur Demokratie-Krise in Deutschland und Europa lesen, nur da trauen sich die Herren (Chef-) Redakteure dann doch nicht heran. Man will es sich ja nicht mit allen Politikern und Parteien verderben.

Außerdem ändert das eben gar nichts an den persönlichen Verfehlungen eines Herrn Wulff.

Daher frage ich mich: weshalb rufen Sie so vehement dazu auf, endlich die Debatte zu beenden? Wo liegt ihr Interesse?

29) Erika, Montag, 02. Januar 2012, 10:21 Uhr

@ Michael Schmaus

Behaupten kann ich auch viel. Bleiben Sie bei dieser Behauptung zeigen Sie uns den Kreditvertrag.

” Ein Ministerpräsident dürfte die geforderte Bonität sehr locker erreichen.”
Mit Verlaub, Wulff war Ministerpräsident und hatte über Jahre hinweg ein gutes Einkommen. Trotzdem musste er im Alter von ca. 50 Jahren für einen Hauskauf einen Kredit aufnehmen, den der Wert des Hauses weit überstieg. Er war offenbar noch nicht einmal in der Lage aus Eigenmittel die Nebenkosten oder Möbel zu bezahlen. Ich habe über 15 Jahre in verschiedenen Kreditabteilungen sowohl in der Sachbearbeitung wie in der Beratung gearbeitet und als Privatperson hätte Wulff diesen Kredit nicht bekommen. Also ist es ein Poitikum.

30) Dietmar M.-nds-, Montag, 02. Januar 2012, 10:34 Uhr

23) Bernhard Paul, Sonntag, 01. Januar 2012, 20:55 Uhr
Quote
Es ist hier sehr viel Doppelmoral unterwegs. Sind wir nicht alle vom Stamme Nimm? Es wird gerade so getan als ob nur “die da oben” mal die Hand aufhielten.
Der Unterschied ist: Wenn Hänschen Klein das tut, schert sich kein Teufel darum. Der Bundespräsident ist rücktrittsreif. Das ist auch gut so. Seine Vorbildfunktion ist beim Teufel.
Unquote

Wenn Sie sich dazu zählen, sozusagen als “Doppem-Moralist”, dann ist es ihr Problem, aber bitte keine Verallgemeinerungen. Was war denn mit der Frau, die den Flaschenpfand-Bon zu ihren Gunsten eingelöst hatte. Sie wurde wegen “Bereicherung” entlassen. Müsste das nicht auch nun auf unseren “Vorzeige-Apostel Wulff” zutreffen, nachdem jetzt auch bekannt wird, dass er so “dämlich” war, seine “Drohung” an die BILD auf einen Anrufbeantworter hinterlassen zu haben.
Übrigens, dieser Mann (Wulff) ist wirklich einer aus dem Stamme “NIMM”. Leider war die damalige Alternative GAUCK keine wirkliche Alternative.

31) FF, Montag, 02. Januar 2012, 10:43 Uhr

Wie ist es möglich, daß der Mann immer noch Bundespräsident ist?

Oder liegt der Sinn dieses Amtes neuerdings darin, daß eine Nulpe wie Wulff bei den Maschmeyers dieser Welt auch ein bißchen renommieren (und ferner seiner anspruchsvollen Neugattin luxuriöse Zerstreuung bieten) darf?

Unfaßbar.

32) EStz, Montag, 02. Januar 2012, 12:05 Uhr

@ 23) Bernhard Paul, Sonntag, 01. Januar 2012, 20:55 Uhr

> Es ist hier sehr viel Doppelmoral unterwegs. Sind wir nicht alle
> vom Stamme Nimm? Es wird gerade so getan als ob nur
> “die da oben” mal die Hand aufhielten.

Herzlichen Dank für Ihren Beitrag! Das sehe ich genauso!

@ 24) Klaus, Montag, 02. Januar 2012, 00:31 Uhr

> Dazu meine ich gelesen zu haben, dass Geerkens wohl Kunde
> der BW-Bank war und diese halt einfach empfohlen hat.

:-)

Es ist sicherlich schlimmer, als es sein sollte. So schlimm, wie teilweise fantasiert wird (“Staatskrise”), ist es aber auch nicht.

Wobei man sagen muss: Dass überhaupt so fantasiert wird, liegt an Christian Wulff selbst, bzw. der häppchenweisen Aufklärung. Schade eigentlich, etwas mehr Substanz als bei zu Guttenberg hätte ich ihm schon zugetraut.

Da er sich genauso verhält, wird er (zu meinem Bedauern) genauso enden – in dem Moment, in dem seine Chefin einen “würdigen” Nachfolger gefunden hat.

33) rudow1, Montag, 02. Januar 2012, 12:30 Uhr

Ab heute wird die Bild-Zeitung richtig auf den Zug aufspringen, ab da gebe ich ihm 14 Tage bis alle der Meinung sind das er gehen miss und nochmals 4 Tage bis er dann zurücktritt.

Einfach die falschen Freunde gehabt und selber nicht genung Rückrad für den Job, schade–

34) Maren P., Montag, 02. Januar 2012, 12:50 Uhr

@ Nr. 9) Rainer @ all

Meine Mutter sagte dazu immer verächtlich den Spruch: “Wenn Schiet wat ward.” Aber genau das ist alter Standesdünkel, den ich in einer Demokratie nicht (mehr) erleben möchte! Es gibt ja auch genügend Beispiele dafür, dass Menschen aus einfachen Verhältnissen keineswegs die Optik verrutscht, wenn sie in Führungspositionen gelangen. Entscheidend ist IMMER das Wertegerüst, mit dem sie sozialisiert wurden, ob zuhause, in der Kita oder Schule, spielt dabei keine Rolle. Bettina Gaus hat dazu einen bemerkenswerten Kommentar geliefert: http://www.taz.de/!84382/

Allen ein gesundes, erfolgreiches und fröhliches neues Jahr! Obwohl ich Wulffs Verhalten tadele, frage ich mich manchmal schon, ob die Berliner Republik nicht doch ein reichlich hysterischer Haufen ist. Deshalb hoffe ich auch weiterhin auf Ihre Statements aus dem Auge des Orkans, Herr Spreng! ;-)

35) Maren P., Montag, 02. Januar 2012, 12:54 Uhr

Sorry, dies ist der korrekte Link: http://www.taz.de/Kommentar-Wulff-und-seine-Geisteshaltung/!84382/

36) Rüdiger Dierke, Montag, 02. Januar 2012, 13:13 Uhr

Was soll man nun auch noch zu der Meldung über den Telefonanruf bei Herrn K. Dieckmann / Bild unter dem Stichwort “Rubikon” sagen? Er ist nicht nur mit der Handhabung einer vernünftigen Hausfinanzierung als auch – und das ist noch schlimmer – mit dem Amt des Bundespräsidenten überfordert.

37) romeias47, Montag, 02. Januar 2012, 13:29 Uhr

Montag, 02. Januar 2012 13:00 Uhr
Wulff soll versucht haben, Pressebericht über Kreditaffäre zu verhindern
In der Kreditaffäre von Bundespräsident Wulff gibt es neue Vorwürfe. Die “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” und die “Süddeutsche Zeitung” berichten, Wulff habe versucht, einen Bericht der Bild-Zeitung über seinen Immobilienkredit zu verhindern. Demnach habe Wulf ….
eiter:
http://www.dradio.de/nachrichten/201201021300/3

Ein Bundespräsident, der einem schillernden Presseorgan kostenlos zu Werbung und Imagepflege (-korrektur?) verhilft – hatten wir das schon mal? Für Wulff ist es inzwischen vier Minuten und 50 Sekunden nach Zwölf. Ob Frau Merkel diesmal eine “nachhaltige Lösung” findet?

38) Mitschi, Montag, 02. Januar 2012, 13:37 Uhr

Wer noch alle Sinne beisammen hat, konnte von Anfang an sehen, um was für eine scheinheilige, farblose Träne es sich bei Wulff handelt. Die jetzigen immer neuen Enthüllungen, jetzt sogar mit Einschüchterungsversuchen der freien Presse und Angriffen auf die Meinungs- und Pressefreiheit sind dann nur eine Bestätigung seiner Farb-, Charakter- und Instinktlosigkeit.

39) Benjamin, Montag, 02. Januar 2012, 15:18 Uhr

Das ist schon ein harter Schlag für unsere “konservativen” Politiker, die doch sonst oft genug bei privaten Verfehlungen auf Springer bauen konnten: nicht mehr auf die Bild als journalistischer Schutzwall ist noch Verlass (wie Guttenberg bereits bemerkte).

Ich frage mich ja, wie lange ein SPD-Kandidat sich so hätte halten können – Wulff wäre bestimmt zur Stelle gewesen um in Bild zu erklären, wie sehr er darunter leide, so einen BP zu haben. Tja…

Lesenswert: http://www.sueddeutsche.de/politik/bundespraesident-in-not-wulff-drohte-mit-strafanzeige-gegen-bild-journalisten-1.1248384

40) M.M., Montag, 02. Januar 2012, 15:39 Uhr

Um die Salamitaktik von Herrn Wulff zu durchkreuzen hilft nur folgendes:
Email an den Chef der Deutsche Bank J. Ackermann senden mit der Bitte um Veröffentlichung aller Auslandskonten deutscher Politiker und deren Begünstigten. Dann wird dem Volk klar um was es hier in Wirklichkeit geht!

41) Michael, Montag, 02. Januar 2012, 15:47 Uhr

Hat der Bundespräsident Herrn Diekmann mit einem empfindlichen Übel gedroht – dem Bruch mit der Bild-Zeitung? Hat Axel Springer bei der Staatsanwaltschaft Berlin, die gegen den Karlspreisträger 2012 keine Anklage wegen Datenhehlerei (Erwerb, Besitz und Verbreitung gestohlener Steuerdaten) erhob, Strafanzeige wegen Nötigung erstattet? In diesem Fall appelliere ich an Christian Wulff, nicht von seinem Amt zurückzutreten. Eine Staatskrise kann sich Deutschland nicht leisten. Es droht eine Herabstufung (C?). Kredite würden teurer (Zinsen für Staatsanleihen).

42) Ralf E. Hansen, Montag, 02. Januar 2012, 16:21 Uhr

inzwischen ekelt mir vor diesem Typ. Wäre er Rechtsaußen beim FC Niedersachsen, wäre es mir wurscht, aber nicht als Nr. 1 in der Republik. Ich vertrete die Auffassung, dass mit diesem Eigennutz Präsidenten unsere Republik ein Fahrwasser eingeschlagen hat, das nicht mehr rückgängig zu machen ist. So hat es einst auch in Griechenland angefangen…..
Mit verwunderten Grüßen

43) sk8erBLN, Montag, 02. Januar 2012, 17:27 Uhr

Neues vom Pattex-Präsidenten

“Bundespräsident Christian Wulff will sich nicht zu Berichten äußern, er habe mit einem Anruf bei “Bild” versucht, die Veröffentlichung über seine Kredit-Affäre zu verhindern. Über Vieraugengespräche gebe man “grundsätzlich keine Auskunft”, hieß es. ”
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,806701,00.html
Aha, ein “Vieraugengespräch mit der Mailbox. Das wird Karikaturisten wie Kabarettisten sicher erfreuen.

Was sollte er dazu auch sagen, außer das hier vielleicht, was den Einflussnahmeversuch und Anschlag auf die freie Presse einmal mehr unterstreicht. Nachdem Diekmann für Wulff nicht zu sprechen war setzte er ganz oben im Hause Springer an und versuchte es beim Vorstandsvorsitzenden Döpfner – der hatte allerdings keine Lust Wulff aus der Sch***e zu ziehen:

Noch bevor der Artikel erschien, versuchte Wulff nicht nur bei “Bild”-Chefredakteur Kai Diekmann zu intervenieren und darauf zu drängen, den Artikel zurückzuhalten. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE telefonierte Wulff auch mit dem Vorstandsvorsitzenden der Springer AG, Mathias Döpfner, um diesen zu bitten, bei Diekmann Einfluss zu nehmen. Doch der Konzernchef, in dessen Haus die “Bild” erscheint, soll ihm in knapper Form beschieden haben, sich nicht in die Belange der Redaktion einmischen zu wollen.
Der Springer-Verlag antwortete zunächst nicht auf eine Anfrage von SPIEGEL ONLINE, ob es ein Telefonat mit Döpfner gab. Am Nachmittag bestätigte dann der Verlag den Gesprächsversuch Wulffs mit dem Vorstandschef.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,806664,00.html

Eines wir immer deutlicher: Wulff wusste sehr gut dass seine Geiz ist geil Kredite ob via Geerkens oder die BW Bank jeder für sich alleine ein massives Problem darstellen.

Rücktritt in dieser Woche ?!
http://istchristianwulffnochimamt.de/

44) marcpool, Montag, 02. Januar 2012, 17:33 Uhr

“Nicht die Affäre ist zu klein für einen Präsidenten. Dieser Präsident ist zu klein für dieses Amt . ” Stephan Hebel —

Es wird langsam würdelos . Die Einlassungen des Herrn Wulff sind ein Rückspiegel seines Charakters. Das Volk – also wir – stellen dem Amt viele Privilegien zur Seite , um der betreffenden
Person die Repräsentanz für dieses Volk auch darstellbar zu machen . – Offensichtlich genügt es Herrn Wulff eben nicht . Es muss alles nach dem Sinne ” Für Lau ” in seine Hände fallen . Die ihn umgebenden Freunde scheinen dieses Spiel ja auch im besten Sinne zu beherrschen .

45) Ste, Montag, 02. Januar 2012, 17:52 Uhr

Schreibt niemand über die Art und Weise wie sich die BILD dabei profiliert? Merkwürdig.

46) horst scharnhorst, Montag, 02. Januar 2012, 17:58 Uhr

Der Stamm Nimm ist sehr groß. Wulff ist ein Tollpatsch aus der Provinz. Jetzt hat er den Salat. Das kann man alles besser machen. Früher wurden nur Reiche Präsidenten. Oder nur Alte. Da stellte ich die idiotische Frage nach einem billigen Haus in einem langweiligen Ort nicht. Deutschland ist Provinz. Schlimmer geht’s nimmer. Laßt den armen Tollpatsch in seinem Amt – er ist Deutschland. Einer von uns.

47) Erster Karl, Montag, 02. Januar 2012, 18:39 Uhr

Was ist Charakter bei vielen unsere Politiker?

Zu Wulffs Fehlverhalten und der wahrscheinlichen Vorteilsnahme ist genug berichtet wurden und müsste eigentlich für einen Rücktritt reichen. Da aber in dieser Republik das „Krähenprinzip“ herrscht und auch die sogenannte unabhängige Justiz gerne bei solchen Leuten Zugeständnisse macht ( siehe letztes Beispiel Guttenberg ) glaube ich nicht so recht daran, dass Wulff zurücktritt.
Auch einen gewissen Zwang zum Rücktritt schließe ich vorerst aus, denn die Opposition verhält sich ja auch sehr zurückhaltend ( komischerweise auch die Linken) und gequält interessiert.
Sollten allerdings Wulffs Aussagen zum Abschluss seiner Reise in die Golfstaaten stimmen,
- Zitat aus der taz
Zwar seien Presse- und Meinungsfreiheit “immer ein Stachel im Fleisch der Regierenden und der Herrschenden”, sagte Wulff laut Berichten von Nachrichtenagenturen, am Ende seien sie aber “die beste Grundlage für erfolgreiche gesellschaftliche Entwicklung”. Zitat Ende
wäre er nicht mehr zu halten, nämlich in Anbetracht der nun bestätigten Telefonate mit Diekmann und Döpfner.
Hier steht die Glaubwürdigkeit( egal wie man sie persönlich bewertet) Deutschlands auf dem Spiel und würde nach meiner Auffassung mehr Schaden anrichten, als ein zweiter Rücktritt eines BP in kurzer Zeit.

48) EStz, Montag, 02. Januar 2012, 19:16 Uhr

@ 38) Mitschi, Montag, 02. Januar 2012, 13:37 Uhr

> Wer noch alle Sinne beisammen hat, konnte von Anfang an sehen,
> um was für eine scheinheilige, farblose Träne es sich bei Wulff handelt.

m Nachhinein ist jeder schlau ;-)

49) Peter Christian Nowak, Montag, 02. Januar 2012, 19:53 Uhr

@28)Mark

(…)Ich halte die Legitimation daher für nicht ausreichend, insbesondere wenn man an den Niedergang der FDP denkt(…).

In der Tat.

Und was den Euro betrifft: Was wäre gewesen, wenn wir jetzt noch die DM hätten? Haben wir eine Eurokrise? Oder haben wir eine Schuldenkrise der Mitgliedsstaaten? Oder haben wir eine grundsätzliche Krise, die Europa dann infrage stellt, wenn es um Gemeinschaftung von Schulden, von Transfers im wahrsten Sinne geht – also eine Europakrise? Denn bis jetzt haben wir deutsche und ausländische Banken gestützt. Kein Cent floss in staatliche Förderung, weder nach Griechenland, noch nach Spanien oder Portugal usw.
Die Kanzlerin hat meiner Meinung nach den Begriff “Fiskalunion” bewusst missbraucht. Eine Fiskalunion im wahrsten Sinne heißt doch: die Starken unterstützen die Schwachen, wie wir es auch durch den Länderfinanzausgleich kennen.

Gemeint ist aber: Sparen bis der Arzt kommt – will heißen: was gut für Deutschland (Agenda 2010) ist, ist gut für den Rest der Welt.
Und damit spart man sich in die Rezession, was Deutschland noch teurer käme – meiner Meinung nach.

Ist diese ganze Krise nicht mit dem ungezügelten kapitalistischen System verbunden, wenn man an unregulierte Finanzprodukte, oder das deregulierte Finanzsystem denkt?
Ist das derzeitige System nicht so gestrickt, dass eine kleine Minderheit vom System profitiert, während das Gros das Risiko trägt? Und ist das ganze Gerede um Rettung des Euros nicht ein Ablenkungsmanöver von den wirklichen Ursachen der Krise? Ist es nicht das System, das die Ursache des Übels verantwortlich gemacht werden müsste? Und: Gefährdet das derzeitige System nicht die Demokratie – dieses System, das von allen Neos so hoch gelobt wird und als Markstein wirtschaftlicher wie demokratischer Freiheit gepriesen wird? Ist es in Wahrheit nicht DAS Krebsgeschwür, das einer Minderheit auch in Krisenzeiten großartige Renditen verschafft und sich über doofe Politiker und doofe Bürger köstlich amüsiert? Sind wir im Konzert mit der politischen Klasse nicht gerade dabei, – wenn auch unbeabsichtigt – die Demokratie abzuschaffen, weil ein jeder von uns sich mehr um sich selbst kümmert und wenig gewillt ist, über eigenen hedonistischen Tellerrand einen Blick zu werfen? schaffen wir uns nicht in dieser Richtung ab, und weniger in Richtung krudem Weltbild vererbbarer Dummheit? Da hätte Sarrazin mal drüber schwadronieren können!

Oder: Wenn Finanzmanager eine Vergütung für Kapitalrendite bekommen, die nicht an die Risiken angepasst wird, wenn Bankmanager gewinnen, wenn die Dinge gut laufen, und wenn die Dinge nicht so gut laufen, sie nichts verlieren? – sich gewissermaßen auf die Systemrelevanz berufen dürfen? Und tatsächlich: Die springen übers Stöckchen, dank der angeblich so kompetenten Berater aus der Finanzwelt, die das ganze Desaster zu verantworten haben.

50) Namensvetter, Montag, 02. Januar 2012, 20:06 Uhr

23) Bernhard Paul, Sonntag, 01. Januar 2012, 20:55 Uhr:
“Es ist hier sehr viel Doppelmoral unterwegs…”

Im Prinzip stimme ich Ihnen zu. Aber warum ist das so? Wie wird sich das zukünftig entwickeln?

Es gibt Ämter und Positionen, die als Rolle eines gesellschaftlichen Vorbildes angelegt sind. Das Bundespräsidentenamt gehört dazu. Man kann der Meinung sein, dass das Volk einen “Heiligen” als Präsident gar nicht verdient hätte. Das darf ruhig die Toleranz der Wählenden beeinflussen; die Konzeption und die Verpflichtungen für den Amtsträger sind damit aber nicht beiseite zu wischen. Wer sich auf das Amt einlässt, muss sich an dieser Rolle messen lassen und an seiner Integrität geprüft werden dürfen. Der Anspruch des Volkes auf diese Funktion ist für die Demokratie so wesentlich und selbstverständlich wie bspw. der eines Kriminellen auf einen fairen Prozess, auch wenn der Begünstigte dieses Anspruches das Recht mit Füßen getreten hat.

Dem wird Wulff nicht gerecht. Dass eine Doppelmoral in der Diskussion zu erkennen ist, liegt vielleicht daran, dass er nur mit einer Marginalie beispielhaft für viele andere steht, die ähnliche Verpflichtungen treffen. Es zählt das Gesamtbild. Nachlässigkeiten um harte politische Fakten wiegen aus meiner Sicht viel schwerer. Wulff vervollständigt diesbezüglich schlichtweg einen Eindruck und sät Zweifel. Ist z.B. die Eurorettung sachgerecht oder durch den Einfluss von Lobbygruppen geprägt? “Rettung” oder Untreue gegenüber dem Steuerzahler? Analog zur Antwort auf solche Fragen wird Steuerhinterziehung als asozial, Bagatelle oder Notwehr interpretiert. Amtsträger wie Wulff können die Antworten der Bürger langfristig wesentlich beeinflussen. Ein positives Beispiel dafür will mir nicht einfallen.

51) Michael A. Nueckel, Montag, 02. Januar 2012, 21:21 Uhr

Wie einige hier nicht zu Unrecht bemerken, sollten wir den Blick für die Verhältnisse wahren – und es gibt ja weitaus drängendere Probleme. Und dann wird bei dem Stamm Nimm nicht nur der Sprößling Wulff “belastet” sein. Doch es gibt keinen Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht, und nur weil es auch andere (unentdeckte) Nimm´s gibt, muß der Stammesbruder Wulff nicht ungeschoren davon kommen. Denn wir haben “nur” EINEN Bundespräsidenten, und der sollte zumindest den Anschein der Unverfänglichkeit, der Souveränität und der Seriösität wahren – und sei es, dass er mit den Vorwürfen wahrhaft präsidial umgehen kann, was die Frage miteinschließt, ob man dann nicht früher eine andere Linie gegen die bekanntermaßen “ermittelnde” Presse hätte fahren sollen. Das alles ist bei Wulff hoffnungslos in die Hose gegangen. Hier ist ein Emporkömmling aus bescheidenen Verhältnissen an seine Grenzen gestoßen, auch wenn er das nicht wahrhaben will, weil er sich wohl für überlegen und grandios hielt. Doch jetzt erfolgt gnadenlos der Rückstoß nach dem herben Aufprall an der Mauer, weshalb man allmählich sagen muß: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Wulff beschädigt das Amt, er ist eines Präsidenten nicht (mehr) würdig, dieser Anzug ist jetzt mehr als nur eine Nummer zu groß für ihn – erst recht, wo er jetzt so klein gemacht wird. Daher: @ Rüdiger Dierke 36), @ Mitschi 38), @ Michael 41), @ Ralf E. Hansen 42), @ marcpool, 45) u.a.: ich stimme Ihnen allen zu.

@ Ste, 45): Nein, eher welche Sau danach durch´s Dorf getrieben wird.

52) Reinhard Rätzel, Montag, 02. Januar 2012, 22:21 Uhr

Auf ein Neues – nur, wie lange noch? Der Titel des Wulff-Buches entbehrt jedenfalls nicht der ungesunden Selbstüberschätzung die nun, nach der Sprachaufzeichnung beim Bild-Chefredakteur, eine völlig neue Qualität erreicht hat.
Welche “Bodenhaftung” haben unsere “Würdenträger” eigentlich noch? -vermeintlich keine, denn wer sein Krisenmanagement so nachhaltig an die Wand fährt, lebt den präsidialen Stresstest bis er in allen Kasten zur persona non grata herabgestuft wird.
Es ist wirklich sehr bedauernswert. wie sich wieder einer selbst von der Gallionsfigur zum “wer bitteschön ist Christian Wulff ?” downgradet.
Hab´n wir jetzt auch dafür einen Rettungsschirm? – Arme Angie…………
Der “Bellevue-Countdown” in Berlin scheint schon wieder zu laufen…………..

53) JG, Montag, 02. Januar 2012, 22:38 Uhr

Nach den heute bekannt gewordenen neuen Vorwürfen, dem (ratlosen?) Schweigen aus Schloß Bellevue und dem (“lautstarken”) Schweigen der bisherigen Wulff-Freunde könnten wir doch eigentlich anfangen zu diskutieren, wer – im Februar oder März – Nachfolger werden dürfte?

Wird Mutti versuchen, ihren Fehler vergessen zu machen, gerade indem sie ihn eingesteht und reumütig probiert, Gauck zum Kandidaten zu machen, der sich einer großen Mehrheit in der Bundesversammlung sicher sein dürfte? Oder wird sie einen weiteren vermeintlich pflegeleichten Gruß-August aus dem Hut zaubern, obwohl Union und FDP nur noch ganz knapp die Mehrzahl der Mitglieder der Bundesversammlung bestimmen dürfen (siehe http://www.wahlrecht.de/lexikon/bundesversammlung.html)?

54) Wertkonservativliberaler, Montag, 02. Januar 2012, 22:57 Uhr

Welchen Affentanz musste ich vollführen, um als promovierter Volljurist ein Existenzgründerdarlehen (Rechtsanwalt) in Höhe von 18.000 EUR bei einer öffentlichrechtlichen Bank zu erhalten! Lebensversicherung abschließen und Abtretung derselben als Sicherheitsleistung. Zusätzlich Provisionen für eine öffentlichrechtliche Bürgschaftsbank.

Und diese Wullf-Dämlichkeit! Privatdarlehen als Ministerpräsident aufnehmen! So dämlich sein, gegenüberi einem Bild-Chefredakteur Drohungen auf Mailbox zu sprechen!

Er soll dennoch in Amt bleiben:

Neben Walter Scheel, Richard v. Weizsäcker, Roman Herzog und Horst Köhler möchte ich als Steuerzahler nicht noch einen weiteren (52-jährigen!!!) Alt-Bundespräsidenten mit Anspruch auf “Ehrensold” (volles Bundespräsidentensalär plus Büroleiter plus Sekretärin plus Fahrbereitschaft auf Lebenszeit!) durchfüttern!

Für den Job eines Bundespräsidenten sollte in Zukunft nur die Generation 70 + in Frage kommen! Mit Rücksicht auf den Steuerzahler.

55) Bernd, Dienstag, 03. Januar 2012, 00:09 Uhr

3.) @ Dieter Carstensen , @ alle
*Ich weiss noch, wie seinerzeit, ich meine es war der Spiegel, für die Politikerkaste und ihren *Machtmissbrauch in der DDR und UdSSR der Begriff “Nomenklatura” in unseren Sprachgebrauch *eingeführt wurde.

Also da tun Sie dem Spiegel zu viel Ehre an.
Das Wort Nomenklatur ist lateinischen Ursprungs und bedeutet Namensliste.
Bei der Übernahme ins Russische hat die Endung „a“ die grammatikalische Funktion des Genus Femininum. Auch auf Russisch bedeutet „Nomenklatura“ eigentlich nur Namensliste. Im engeren Sinn galt der Begriff für Namen von Personen, die aus Sicht der sowjetischen Staatspartei KPdSU, als von Jugend an förderungswürdig für Führungsaufgaben in Staat und Partei galten. Angehörige der Nomenklatura sind also nicht per se böse Menschen. Erst deren Entwicklung zeigt, ob sie der Verführung der Macht erliegen oder nicht. Auch Michail Gorbatschow und seine Frau Raissa gehörten zur Nomenklatura.
Wenn es, wie Sie Herr Carstensen meinen, der Spiegel war, der dieses Wort in den Sprachgebrauch eingeführt hat, so haben dessen Journalisten damals schludrig recherchiert und so zur Mißdeutung des Wortes beigetragen.

56) Maren P., Dienstag, 03. Januar 2012, 00:10 Uhr

Ob links, ob rechts, niemand kann ernsthaft wollen, dass eine fragwürdige Allianz aus Springer, Bertelsmann und Holtzbrinck Bundespräsidenten aus dem Amt und neue in das Amt schreiben. Nicht um der Bundesrepublik zu dienen, sondern nur, um Macht zu demonstrieren.
Wulff ist wirklich der passende Klapskalli an der Spitze der Bananenrepublik. Aber brauchen wir dazu die BLÖD, um das zu erkennen? Ein schmieriges Boulevardblatt, dass man sehr gut einfach ignorieren kann?
Wulff wird zurücktreten. Aber wen kriegen wir dann? Jemand von Friede Springers, Liz Mohns und Sabine Christiansens Gnaden, weil Angie Freundinnen braucht? zu Guttenberg, den ebenfalls gut geölten Blender?
Die Perspektiven werden mit dem Rücktritt einfach nicht besser!

57) Reinhard Rätzel, Dienstag, 03. Januar 2012, 01:49 Uhr

46/2
Es ist , wie es ist…….die köll´sche Variante erspare ich mir

Bisher war ich der Meinung, dass die Menschen in der Politik eine genetische Abweichung zur übrigen Bevölkerung aufweisen. Erst diese Tatsache ermöglicht ihnen im politischen Alltag ein Überleben. In den letzten Jahren jedoch hat die genetische Forschung große Fortschritte in der Entschlüsselung fundamentaler Zusammenhänge geliefert, es wurde sogar die vollständige Entschlüsselung des menschlichen Genoms verkündet.
Offensichtlich hat das aber alles nichts mit meiner wohl irrigen Annahme zu tun, dass Politiker an einer genetischen Abweichung auszumachen wären. Es handelt sich wohl doch nur um Zustände, die in der Herkunft, der frühkindlichen Einflüsse und dem gesamten entwicklungspsychologischen Portfolio begründet sind. Eine Nähe zu sarraziniereden Theorems weise ich an dieser Stelle ausdrücklich von mir.

Eigentlich Schade, hätte doch die Genetik viele der besonderen Verhaltensweisen mehr oder weniger nachvollzieh- und erklärbar erscheinen lassen.

So sind wir, als nicht „belastete“ Normal-Bürger nach wie vor in der schwierigen Situation eines Kreditgebers, unseren Repräsentanten den erweiterten Vertrauens- und Kreditrahmen für sein „Unternehmen“ zu gewähren, dessen Business-Plan uns nur in Fragmenten vorliegt, geschönt ist, bzw. einen anhaltenden, negativen, Cash-Flow ausweist.

58) Andreas, Dienstag, 03. Januar 2012, 07:56 Uhr

So, so, vom Stamme Nimm – mag sein, aber Herr Spreng: wie oft profitieren Sie und Ihre Journalistenkollegen von Sonderkonditionen für Journalisten? Beim Autokauf? Beim Telefonieren? Bei Urlaubsreisen?

Ich weiß aus sicherer Quelle, dass z.B. die Redakteurin einer großen überregionalen Tageszeitung sich gerne äußerst günstig in einer Fastenklinik entschlacken lässt und anschließend über das Haus auch wohlwollende Artikel schreibt.

Tut mir leid, Herr Spreng, aber für mich sind gerade Journalisten nicht weniger vom Stamme Nimm als Politiker – sie greifen vielmehr weitaus gedankenloser zu, denn wer sollte darüber berichten?

59) Günter Springer, Dienstag, 03. Januar 2012, 10:04 Uhr

Man muß sich für die Repräsentanten dieser Republik schämen.
Sie selber besitzen weder Scham noch Gewissen.
Um diesen Umstand zu beschreiben reicht das Wort “Schlimm” nicht mehr aus.
Herr Wulff, ich fordere Sie auf sofort zurückzutreten und auf alle Absicherungen zu verzichten.
Das Amt des Bundespräsidenten ist durch Sie, Herr Wulff, dermaßen beschädigt, das es abgeschafft gehöhrt.

60) Eine Juristin, Dienstag, 03. Januar 2012, 10:52 Uhr

Uhh la la.
Herr Spreng bringt es auf den Punkt.
Herr Wulff ist ein Mitglied des Stammes Nimm.
Gleichzeitig stammt er auch von den Stämmen Salamischnitt-Hanswurst, Pluster&Charakterlos und Dreist.

Demokratie wird langsam etwas, was sich bald nur noch im Museum betrachten lässt.
Kein Politiker brüllt, ob das Wülfilein im schlechtsitzenden Schafspelz noch ganz knusper ist.
Nein, es wird verdächtig laut geschwiegen.
Ein Schelm wer Böses dabei denkt…

Wie sagten schon mein Ausbilder (leider mit einem Augenzwinkern) und mein Bruder: Wer an öffentliche Aufträge kommen will schmiert die Amtsinhaber. Das sei ein Grundprinzip. Ob man da mitschwimmen will ist halt eine Charakterfrage. Seitdem ich viele solche Fälle immer wieder konkret gesehen habe, widert mich die politische Klasse an, wie kaum jemand anderes. Immer diesselben Staubsaugervertretertypen mit kleinem goldfarbenem Sondersäcklein im Vertreterkoffer.

Achja! Neulich im Nachbarort:
Bürgermeister X konnte sich überhaupt net erklären, wieso 3 Großunternehmen seit 10 Jahren keine Gewerbesteuer zahlen mussten.
Ausserdem habe er keine Zeit für ein Interview (trotz Staatsanwaltschaft um Rathaus), da er jetzt auf ein Rockkonzert nach Grossbritannien reisen müsse. Das sei sein Urlaub und schließlich wohl verdient. Halleluja!

Pfui!

61) Michael A. Nueckel, Dienstag, 03. Januar 2012, 11:12 Uhr

@ Andreas, 58)

Wieso stürzen Sie so auf die Sonderkonditionen für gerade die Journalisten??? Selbst ein kath. Pfarrer profitiert beim Autokauf von einem Rahmenvertrag, ebenso Mitarbeiter großer Unternehmen u.v.m. Was ist daran so schlimm, wenn Arbeitgeber, berufständische Ogranisationen u.a., ja z.T. sogar (Sport-) Vereine im Amateurbereich ihre Einkaufsmacht bündeln? Höre ich da Neid heraus?

62) karola, Dienstag, 03. Januar 2012, 13:18 Uhr

So viele Kommentare – auf Wulff – und die Frage bleibt – ist es diese Geschichte überhaupt wert ?
Richtig gesehen von Herrn Spreng – die Springer Presse steht gut da als Verfechter der Pressefreiheit und Wulff ist der ausgewiesene Verlierer.

Der war er aber von Anfang an. Nur durch Merkels Gnaden und Parteiräson in dieses Amt gekommen – warum eigentlich war gerade er der Auserwählte?

Gute Politikberater bemühen heutzutage Psychologen um zu psychologischen Erkenntnissen über einen Probanden zu kommen. Die Amerikaner tun es – denn dann wissen sie – wie sie jemanden manipulieren können, ob sie es können, wo Schwachpunkte sind etc.. Profiler können das.

Dass Wulff ein ideales “Opfer” für Profiler gewesen wäre, ist sicher. Hätte man also seine Biografie, seine Sozialisation, seine Identitätsfindung im Laufe der Jahre genauer untersucht, wäre man zu dem Schluss gekommen, dass er genau das ist, was er heute zeigt: Ein naiver Mann in mittleren Jahren, stolz auf das, was er geworden ist. Seine Identität ist der Stolz, das Amt, nicht seine Ideale, denn die hat er nicht. Sein Ideal ist die Macht, das Amt. Das Amt oder die Macht ansich, sind leer, Hülsen, die gefüllt werden müssen mit Idealen. Aber da er diese nicht hat – bleibt das Amt leer – welches er selbst beschädigt hat indem er diesem keinen Inhalt gegeben hat.

Viele Jäger sind des Hasen Tod. Ein Mensch ohne Ideale, in einem hohen Amt, muss zu Fall kommen, wenn Journalisten nur richtig recherchieren und arbeiteten wie Profiler arbeiten würden.

Zum Schutz für Wulff – fangen alle (Journalisten als Profiler) mal bei Merkel an, sie profilerisch auseinanderzunehmen und nach Unstimmigkeiten zu suchen und dann das ganze Prozedere auf die gesamte Bundesregierung ausweiten – dann können wir alle noch mal über Wulff reden.

Kurz gesagt: Wer ohne Schuld, der werfe den ersten Stein.

63) Andreas, Dienstag, 03. Januar 2012, 13:53 Uhr

@Michael, 61)

Wer sagt Ihnen denn, dass ich nicht ebenfalls von Sonderkonditionen profitiere? Der Neidverdacht ist unsachlich.

Versuchen Sie zu verstehen: Journalisten verfügen über etwas, was für viele interessant ist: Zugang zur veröffentlichten Meinung. Und da liegt es nahe, positiv auf die Berichterstattung Einfluss nehmen zu wollen. Das geschieht in vielfacher Art und Weise und ich bin sicher, Herr Spreng könnte seitenweise Versuche schildern, wie es bei ihm versucht wurde.

Es ist daher schlicht problematisch, dass viele Journalisten (nicht alle) sehr hohe Maßstäbe an andere anlegen, gerne auch unter Berufung auf die Meinungs- und Pressefreiheit, sie aber selbst nicht ansatzweise einhalten. Das Thema Vergünstigung für Journalisten ist im Übrigen selbst unter Journalisten ein heiß diskutiertes – denn der Verdacht liegt nahe, dass Gefälligkeiten durch positive Berichterstattung belohnt werden wollen.

64) Reinhard Rätzel, Dienstag, 03. Januar 2012, 14:27 Uhr

ich stelle fest ! die Luft wird zusehends dünner…….. daher eine kleine Metapher.
CH BIN DANN MAL WEG…………

das Wort Hape Kerkelings könnte ebenso für Christian Wulff zu gelebter Erfahrung werden. Das hieße nicht zwangsläufig, den Weg nach Santiago de Compostela zu gehen, aber „einen Gang“ wurde es schon erfordern – das Ziel muss jedoch klar erkannt worden sein.
Sind wir nicht alle Wanderer, die sich irgendwann schon einmal „verlaufen“ haben.Dann spätestens gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren, den Kompass zur Hilfe zu nehmen, oder sei es ein GPS Empfänger.
Hilfsmittel und Helfer gibt es so viele wie Sand am Meer – die Kunst des Managements besteht in der zielsicheren Auswahl und der Festlegung auf die Marschrichtung.
Was es letztendlich bedeutet eine falsche Richtung eingeschlagen zu haben, erfährt der Pilger spätestens am Abend nach des Tages Kräfte verzehrendem Marsch.
Nun wird mit der Erreichung des Ziels, bzw. der Herberge für die Nacht belohnt, oder :
er bleibt ungeschützt der Unbill der Natur ausgeliefert.

Hier wäre das „eli eli lama sabachthani“ als die letzten Worte des Herrn an seinen Vater angemessen, um das Verlassen des Schauplatzes der selbst erkannten Hybris, zu meistern

65) Michael A. Nueckel, Dienstag, 03. Januar 2012, 17:43 Uhr

@ Andeas, 63), 58)

Ihre Replik überzeugt mich nicht so ganz: Es ist -wenn überhaupt- ein Thema, das hierin nicht paßt. Denn es hat Totschlagsargumentcharakter. Sonderkonditionen, durch Kammern u.a. ausgehandelt (Telefon, Auto), wofür der Einzelne sodann in den Genuß kommen kann, sind derart institutionalisiert zustande gekommen, dass ich die Gefahr der Gefälligkeit ggü dem Einzelnen nicht erkennen kann. Was die Maßstäbe betrifft, naja, dann würden ca 30 % unserer Pfarrer, und x % unserer Richterschaft ebenfalls an den -wie Sie sagen- selbst gestellten Ansprüchen scheitern; hab´ ich jemanden vergessen? Nehmen wir also Ihren Satz (und verfremden ihn ein bißchen): “Es ist daher schlicht problematisch, dass viele … (nicht alle) sehr hohe Maßstäbe an andere anlegen, gerne auch unter Berufung auf …, sie aber selbst nicht ansatzweise einhalten.” Mit diesem Ansatz können Sie alle packen: Auch Polizisten, die sich nachts bei McDonalds das kostenlose Essen abholen, erst recht Ärzte bei Fachkongressen der Pharmaindustrie an malerischen Urlaubsorten und, und, und. Eine andere Sache ist die mißbräuchliche Verwendung des Presseausweises, und die von Ihnen genannte positive Berichterstattung für Gegenleistung (z.B. Ihr Beispiel). Das ist kein Problem der Vergünstigung, sondern müßte unter Bestechung laufen. Das ist eine ganz andere Nummer und kein Fall des Journalistenrabatts. Diese Doppelmoral haben viele, ich kenne einen mit Bundesverdienstkreuz u.a. ausstaffierten Prof. für Ethik aus D, der in seinem Nebenamt als GF einer Akademie Mitglieder der wiss. Projektgruppen ausbeutet. So sind die Menschen, die Journalisten wohl nicht besser, aber auch nicht schlechter. Ich muß mich dann immer an Erving Goffmann erinnern: “Wir alle spielen Theater.”

66) Reinhard Rätzel, Dienstag, 03. Januar 2012, 18:33 Uhr

nun denn – wie in wenigen Stunden die Großwetterlage derart umschlagen kann….
wie war das mit “in Gottes Hand sein”, auf dem Meer , vor Gericht und ?

Die “Affäre Wulff” wird wohl bald keine mehr sein. Stellt sich die Frage, woher eine Neue oder einen Neuen nehmen.
Joachim Gauck leidet m.E. nicht am “Schwan-Syndrom”, aber würde er´s jetzt noch wollen? – zu früh?
da gibt´s wohl demnächst erhöhten Bedarf an Kreativität bei der Ausschau nach unbelastetem “Material” – die Brainstorming – Vorrunden sind bereits konspirativ in Klausur, nur Ergebnisse darf keiner erwarten, zumindest nicht, solange in Großburgwedel oder wo auch immer, die weiße Fahne gehisst wird.
by the way: Ehrensold ist eine schöne Sache; hier sollte sich der Gestzgeber alsbald um eine sinnvolle Nachbesserung bemühen, i.B. ,wenn die Halbwertzeiten des BP weiter in den Keller gehen.

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