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Mittwoch, 04. Januar 2012, 20:48 Uhr

Wulff verzeiht sich

Nach dem TV-Auftritt des Bundespräsidenten stellen sich zwei einfache, aber schwerwiegende Fragen: Will man einen solchen Bundespräsidenten? Braucht Deutschland einen solchen Bundespräsdidenten?

Wollen wir von einem Mann als Staatsoberhaupt repräsentiert werden, der jetzt schon zum zweitenmal gezwungen war, sich in eigener Sache zu rechtfertigen und zu entschuldigen? Ist ein Mann, der demütig zu Kreuze kriechen muss, weil er die Pressefreiheit als Leerformel enttarnte, eine moralische Autorität? Ist ein Mann, der sich in dubiose Kredite verstrickte und eine merkwürdige Freundeswirtschaft pflegt, das Vorbild eines demokratischen Gemeinwesens? Kann ein solcher Präsident durch sein Handeln und Reden den Deutschen den Weg weisen?

Wer alle Fragen mit Ja beantworten kann, ist mit diesem Präsidenten adäquat bedient. Alle anderen nicht.

Beim Zuschauen des TV-Interviews stellte sich ein ungutes Gefühl ein, eine Mischung aus Mitleid und Fremdschämen, aus ungebrochener Empörung  und dem Wunsch: Hoffentlich ist bald Schluss. Besonders an der Stelle, als er sagte, er habe sich “als Opfer gesehen” und als er “Menschenrechte auch für Bundespräsidenten” einforderte.

Sein Amt mache ihm “Freude”, sagte Wulff. Er ist mit sich wieder im Reinen. Er hat sich verziehen. So einfach ist das. Präsident auf Bewährung? Das sei “völlig daneben”.

Wenn man daran denkt, wer an seiner Stelle im Schloss Bellevue hätte präsidieren können, dann verstärkt sich dieses ungute Gefühl. Musste ein solcher Mann nach von Weizsäcker, Herzog und dem untadeligen Köhler kommen? Hätte uns nicht Angela Merkel davor bewahren können? 

Aber wir werden mit ihm weiter leben müssen. Wulff hat sich entschieden: er will uns nicht von sich befreien. Er will seine fünf Jahre “erfolgreich” zu Ende führen. Absitzen ist wahrscheinlich das bessere Wort. Es ist rätselhaft, wie Wulff seine moralische Autorität zurückgewinnen will. Seine bisherige Amtszeit gibt keine Hinweise darauf, dass ihm das gelingen kann. Wenn überhaupt, dann ist es ein langer Prozess. “Lernfortschritte” nennt er das.

Und dieser Prozess wird begleitet von weiter offenen Fragen: Hat er das niedersächsische Ministergesetz verletzt? Wie kam es zu dem zinsgünstigen Darlehen der BW-Bank? Warum wurde der Kredit von Frau Geerkens überhaupt in das BW-Darlehen umgewandelt? Warum kamen alle Kreditänderungen erst, nachdem sich die Medien dafür interessierten? Wie glaubhaft ist seine Entschuldigung für seinen Drohanruf bei dem BILD-Chef, nachdem sich herausgestellt hat, dass er gewissermaßen ein Serientäter ist? Er balanciert weiter am Abgrund.

Die Regierungskoalition wird jetzt Schluss der Debatte fordern, die Opposition die offenen Fragen betonen. Und die Bürger? Die meisten werden sich mit Wulffs Auftritt zufriedengeben. So wichtig ist ihnen der Präsident dann doch nicht. Es gibt doch noch wichtigere Fragen. 

Immerhin hinterlässt Christian Wulff jetzt eine historische Spur: er ist der erste Präsident, der sich in eigener Sache zur besten Sendezeit gleich in zwei Fernsehanstalten rechtfertigen musste. Das bleibt.

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182 Kommentare

1) RM, Mittwoch, 04. Januar 2012, 21:07 Uhr

Mir fällt Berthold Brecht ein:

Die Lösung

Nach dem Aufstand des 17. Juni
Ließ der Sekretär des Schriftstellerverbands

In der Stalinallee Flugblätter verteilen

Auf denen zu lesen war, daß das Volk

Das Vertrauen der Regierung verscherzt habe

Und es nur durch verdoppelte Arbeit

zurückerobern könne. Wäre es da

Nicht doch einfacher, die Regierung (der Bundespräsident)

Löste das Volk auf und

Wählte ein anderes?

2) 68er, Mittwoch, 04. Januar 2012, 21:07 Uhr

Lieber Herr Spreng,

nicht die Flinte ins Korn werfen. Egal wie derzeit noch die Umfragewerte für den Herrn stehen. Die Internetöffentlichkeit und die Medienvertreter sind sich wie bei Herrn Gutttenberg ziemlich einig, dass der Herr fehl am Platze ist. In den nächsten Tagen oder Wochen wird es weitergehen mit Schuhzeigdemos

http://www.facebook.com/events/265735003480723/

zunächst in Berlin, dann vielleicht in der einen oder anderen Provinzstadt und wenn wir Glück haben, sind die “5 Jahre” schon Mitte Januar vorbei.

Kopf hoch!

Ihr 68er

3) Hans Röcknagel, Mittwoch, 04. Januar 2012, 21:13 Uhr

Nach der ersten Frage von Bettina Schausten, ob er mal an Rücktritt gedacht hatte, kam das “Nein”! Da habe ich abgeschaltet. Die Tagesschau hatte ja schon 7 Minuten vorweg verbraten. Kein Selbstzweifel. “Unterstützung von Freunden”! Welche denn? Die Koalition schweigt sich tot. Schade, dass das Interview nicht an Neujahr war. Dann hätten wir den besten Rohrkrepierer dieses neuen Jahres erlebt.
Und am meisten ärgert mich, dass Sprengs Ansicht, dass die Menschen sich mit diesem Auftritt zufrieden geben, wahrscheinlich richtig ist…

H.R.

4) TW, Mittwoch, 04. Januar 2012, 21:20 Uhr

Klasse Artikel Herr Spreng!
Mit einer Ausnahme: Den meisten Bürgern war dieser TV Auftritt peinlich. Ständiges Fremdschämen ist nicht gut für das höchste Amt im Staate.
Bitte keine 5 Jahre draus machen! Dranbleiben und vor allem Merkels Rolle dabei kritisch betrachten. Dann muss er weg.

5) Benjamin, Mittwoch, 04. Januar 2012, 21:20 Uhr

Ich bin wie Herr Spreng etwas fassungslos über Wulffs Selbststilisierung als Opfer. Mir sind fast die Tränen gekommen und man hatte beinahe den Eindruck, dass es eine Hetzjagd auf den Wulff ohne jeden Anlass war und dass man ihm körperlich Schmerzen zugefügt habe. Aber vielleicht empfindet er das tatsächlich so – wie war das noch mal, als er damals bei Raus Affärchen (denn insgesamt betrachtet war es das) “gelitten” hat? Dann muss er an seiner eigenen Dummheit und Uneinsichtigkeit ja geradezu am Boden liegen vor Schmerzen.

Es war ein lächerlicher Auftritt und ARD sowie ZDF haben sich instrumentalisieren lassen – fast schon als braves Staatsfernsehen. Das verrät auch einiges über Wulffs Selbstverständnis, sich hinter dem Amt zu verstecken und es sich somit fast zur Beute zu machen. Dass Wulff nicht mal im Ansatz mehrere der offenen Fragen beantwortete, sondern immer wieder das Opferlamm spielte, ist grotesk, wie das das Wulffchen im Schafspelz. Er wird also weiter machen wie bisher – allerdings ohne auctoritas, potestas besaß er ja noch nie. Und nach seiner bisherigen Performance darf man bezweifeln, dass er noch große Denkimpulse vermitteln kann. Nicht nur inhaltlich, sondern auch moralisch hat er keinen Kredit mehr. Merkel wird es nicht stören, aber es ist schon beschämend, dass dies ausreicht, um BP in dieser Republik bleiben zu können.

Man kann nur mit SPON sagen: das wird vermutlich leider reichen, aber inhaltlich war es nix…
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,807236,00.html

6) Mark, Mittwoch, 04. Januar 2012, 21:21 Uhr

Gut geschrieben, wie immer, und so zeitnah! :-)

Zu diesem Interview gibt es viele, viele Fragen, die bisher nicht oder nur rudimentär beantwortet wurden.

1. Weshalb eine Aufzeichnung? Herr Wulff hätte sich live der Bundespressekonferenz stellen sollen. Eine Aufzeichnung hat immer einen negativen Beigeschmack. Wurde geschnitten? Wenn ja, wo? Und weshalb? Ich erwarte von einem fürstlich bezahlten Politiker, dass er sich wenigstens problemlos vor laufenden Kameras äußern kann.

2. Weshalb ein Exklusiv-Interview mit ARD und ZDF? Deppendorf und Schausten sind nicht bekannt dafür, immer die härteste Gangart zu wählen. Sie repräsentieren meiner Meinung nach jenen pseudo-kritischen Journalismus im öffentlich-rechtlichen System, der eben immer “artig” ist. Und weil Wulff eben diesen Kommunikationskanal gewählt hat, ist klar, dass er nicht hart angefasst werden wollte.

3. Wozu all das? Hatte er so viel Furcht vor der versammelten Presse? Vor allem die Print-Medien schäumen nun zu Recht, und man wird sich auf die nächste große Enthüllung freuen dürfen, die ihn dann endgültig abschießen wird. So wird unnötig weiter im Dreck gewühlt werden, und wo gewühlt wird, ja da wird in der Regel auch gefunden. Das wird schlimm, vor allem für die Wulffs. Aber gut, das ist ja nun seine persönliche Wahl gewesen.

Zu den sachlichen Fragen ist alles gesagt.

Ich wundere mich über das völlig abhanden gekommene Fingerspitzengefühl von Herrn Wulff. Ist er wirklich so abgehoben, dass er das alles glaubt, was er da von sich gibt? Wenn ja, dann wär’s einfach peinlich, und er wäre untragbar. Glaubt er hingegen das alles nicht, dann wär’s ja nur eine billige Show gewesen – und folglich ebenso peinlich und untragbar! DAS ist der Grund, weshalb der Rücktritt letztlich unausweislich war (und bleiben wird).

Ein Bundespräsident, der sich bei öffentlichen Auftritten zukünftig “Buh”-Rufe anhören muss, der wird sich abschotten und nur noch handverlesene Claqueure zulassen. Oder sich wie ein Despot verschanzen und aus anonymen Bunkern irgendwelche Weihnachtsansprachen versenden.

Er ist mit dem heutigen Tag zur Lachnummer geworden. Selbstverschuldet. Mein Mitleid hält sich in Grenzen.

7) Thomas Maier, Mittwoch, 04. Januar 2012, 21:24 Uhr

Impliziert “Wenn man daran denkt, wer an seiner Stelle im Schloss Bellevue hätte präsidieren können”, dass Sie lieber den Sarrazin-Fan Gauck dort gehabt hätten? Wirklich? Was glauben sie, warum sich die Grünen und die SPD von ihm distanzieren und mit ihren Rücktritts-Forderungen mehr als bedeckt bleiben? Weil Wulff leider leider das einzige ist was ganz okay ist. Der Rest zumindest inst eindeutig schlimmer. Wir müssen schon den Preis “Friedrich” für Guttenberg zahlen – aber der hat zumindest eine waschechte Straftat begangen und hat ansonsten eine echt miserable Figur als Politiker abgegeben. Lieber einen mausgrauen Wulff mit seltsamen Seilschaften als Rechtspopulisten.

8) Benjamin, Mittwoch, 04. Januar 2012, 21:40 Uhr

@7 Thomas Maier:

Ich bin ganz sicher kein Sarrazin-Fan (man kann aber froh sein, dass er so gar kein Charisma hat, sondern wäre er eine Galionsfigur für das braun angehauchte Biotop im bürgerlichen Gepräge) und habe nichts übrig für Gaucks Haltung zu Punkten wie Occupy und Sozialstaat (der größte Anhänger des sozialen Ausgleichs ist er nicht gerade), aber diese Schlussfolgerung von ihnen kann ich nicht teilen. Gauck mag manches sein, aber sicher kein Rechtspopulist, da gehören eher andere in diese Ecke. Und wenn nun Wulff das beste zu erwartende Elend sei, na dann viel Vergnügen. Man hat doch hier ein Paradebeispiel dafür, wie Parteipolitik und Klüngel politische Institutionen aushöhlen, da sollte man nicht Beifall spenden. Zumal Wulff inhaltlich das Amt so ausgefüllt hat wie Luft einen Ballon: man muss nur rein stechen, dann ist nix übrig.

9) tanne, Mittwoch, 04. Januar 2012, 21:44 Uhr

Der Auftritt und diese Uneinsichtigkeit und Argumentation immer direkt am Punkt vorbei hat mich in fataler Weise an Guttenberg erinnert. Diese Bezüge aufs Mensch-sein, Opfer-sein, Familie-schützen und diese Verharmlosung (wenn man Freunde bei sich übernachten lässt, stellt man ja auch keine Rechnung) laufen doch auffällig parallel zu 400 Dateien, 8 Computern, junger Familienvater, mühevollste Kleinarbeit?! – Zum Davonlaufen!

Schade, dass ich nicht in Berlin bin. – Diese Schuh-zeige-Aktion käme mir jetzt arg zupass…

10) Gioconda, Mittwoch, 04. Januar 2012, 21:45 Uhr

Danke, Herr Spreng, dass Sie heute den Namen Gauck nicht erwähnt haben :-) )

Ich habe soeben singemaß an den Bundespräsidenten geschrieben mit der Bitte um Antwort:

Die Geschichte mit Geerkens, seit seinem 14. Lebensjahr, alter väterlicher Freund (Tränendrüse) usw. usf. sei eine rein private Sache. Ich würde gerne wissen, was dieser höchst private Freund dann auf seinen MP-Reisen verloren hat. Ich glaube, die Frage haben Schausten/Deppendorf verschlafen.

11) Karin Kammann, Mittwoch, 04. Januar 2012, 21:52 Uhr

Der Mann ist nie im Amt angekommen. Wer sich bei Diekmann entschuldigt und damit die Sache für aus der Welt betrachtet, bleibt der Welt der Freunde dermaßen verhaftet, dass es schon weh tut. Wulff erinnert damit zugleich an ein trotziges kleines Kind, das in zu großen Schuhe vor dem Spiegel steht. Sei es im Kreis seiner Freunde, wo man das noch lustig finden kann, aber auch in seinem Amt.

Das Interview war vor allem ein Selbstgespräch mit einem, der sich selber von seiner eigenen Bedeutung umzingelt sieht. Lamouyant bis widerlich, wie er – statt zum Volk zu sprechen und Kontakt zu suchen – sich selber entschuldigte und eine gute Arbeit beschied.

Der Mann kann ab sofort nur weiter stolpern, oder vor dem Spiegel stehen bleiben, denn da ist er Merkel eigentlich ganz recht.

12) mambo, Mittwoch, 04. Januar 2012, 21:54 Uhr

Dem armen Wulffi steht doch das Wasser bis zum Hals,
vor allem finanziell ;500000 euro müssen auch irgendwann zurückgezahlt werden,
zwei anspruchsvolle Frauen ( die Ex und die jetzige),
er braucht diesen job mit lebenslanger gehaltsgarantie dringend,was soll er denn sonst noch
machen,frühstücksdirektor bei Maschi oder Pressefreiheitsbeauftragter bei Putin ?
Es bleibt nicht mehr viel übrig !
Ich kann mir gut vorstellen ,wie er sich an Muttis Busen ausgeweint hat .
Seien wir gnädig , sozial mit ihm ,die dreieinhalb Jahre werden wir ihn noch ertragen können,
viel falsch kann er in diesem überflüssigen job nicht machen.
aber immer schnell den fernseher ausmachen ,wenn er spricht,
denn wir könnten an diesem öligen Gefasel ersticken.

13) Florian W., Mittwoch, 04. Januar 2012, 21:55 Uhr

Ich gestehe, ich kann Stefan Raab nicht ausstehen – und Patrick Lindner ebenfalls nicht. Wenn nun Patrick Lindner bei Tv Total zu Besuch ist, bringt mich diese Situation in die Zwickmühle, wenn von beiden ich mehr weniger mag.
An diese Situation musste ich gerade denken; Es gibt sicher ehrenhafte Politiker und ehrenhafte Journalisten. Aber nicht an der Spitze. Wenn man den Chefred. der Bildzeitung zusammenstaucht hat man auf jeden Fall nicht den falschen getroffen – und wenn ich so sehe, welche Privilegien gewisse Menschen genissen, wenn sie mit einem Presseausweis winken, habe ich ernsthaft Zweifel an deren Objektivität.
Ich habe mich jedenfalls dazu entschieden, dass ich Herrn Wulff mehr mag, als die Leute, die gerade eine Hetzkampanie veranstalten.

14) M.M., Mittwoch, 04. Januar 2012, 21:57 Uhr

Herr Wulff stellt fest,dass es das Internet gibt in dem mit seiner Duldung Phantasien ueber seine Frau verbreitet werden. – Das deutsche Volk verhält sich ansonsten wie die chinesische Regierung, deshalb fordert er, wie Frau Merkel es immer in Peking tut, auch für sich die Einhaltung der Menschenrechte.

15) Duke van Bosvelt, Mittwoch, 04. Januar 2012, 22:02 Uhr

Unter “normalen” Umständen wäre ich für einen Rücktritt von Wulff. Aber im Angesicht der absehbaren Eurokalypse mit ihren Bankenbailouts durch Steuerzahlergeld, den Inflationsgefahren durch die EZB-Politik und der Spaltung der europäischen Völker erscheint mir ein moralisch zweifelhafter Bundespräsident als das kleinere Übel, sofern er im Augenblick der Wahrheit die entscheidenden Gesetze (z.B. den ESM-Vertrag) nicht unterschreibt. Schon Albert Camus wusste: “Seine Grundsätze sollte man sich für die großen Gelegenheiten aufheben”. Darauf setze ich. Schäuble und Gauck wären Merkelsche Erfüllungsgehilfen in die Katastrophe – und vermutlich ist Wulff daher zum Abschuss freigegeben. Den Konflikt Bundespräsident Bundeskanzlerin macht folgender ZDF-Bericht gut deutlich. Bosbach weiss schliesslich genau, was es bedeutet, wenn das Kanzleramt “seine Fresse nicht mehr sehen kann”. http://www.youtube.com/watch?v=zaNkGACNVOU

16) Karin Kammann, Mittwoch, 04. Januar 2012, 22:04 Uhr

Kleiner, aber notwendiger Nachtrag: (sorry, aber ich muss mir mal Luft machen)
Man muss sich auf der Zunge zergehen lassen, was er da so nebenbei gesagt hat.

Der Anruf auf die Mailbox – Lappalie und verständlich, weil er doch nur EINEN TAG AUSCHUB bei der BILD haben wollte, weswegen er Herrn Diekmann den KRIEG ERKLÄREN musste. Das muss man doch auch verstehen, weil er hat ja nur ANDERE BESCHÜTZEN wollte. Der gute Christian. Puh !!

- Luft holen bitte

Und dann der Kredit. Das einfache Hypothekendarlehen, das Hinz und Kunz ja auch bekommen würde und das dann im Grundbuch eingetragen werden muss. Habe ich das richtig gehört? Das bekommt er jetzt erst am 16. Januar 2012?

Der Herr Wulff hat die Öffentlichkeit schon seit langem verar***t oder wer von uns bekommt bei uns schon einen Immobilienfinanzierung per Handschlag bei der Bank ausgefertigt? Und das am 25. November, so dass die Umstellung jetzt eigentlich nicht mehr der Rede wert ist.

- Luft holen: Welches Thema ist hier erledigt?

Denn da war er wieder, der stets besser-wisserische Jurist, der alles fein schon in trockene Tücher gebracht hat, die er bei Freunden im Gästezimmer geborgt hat. Der immer eine vermeidlich kluge Nase voraus ist, wenn es um die Wahrheit geht. Da schadet es nicht, ein paar Winkel zu schlagen. Und zu lächeln oder zu büßen dabei.

Egal. Die SIgnale sind damit gesetzt: IHR kriegt mich nicht.
Ich habe VHS Grundkurs Jura gemacht.

Peinlich nur noch …
Unerträglich der Mann.
Wirklich.

17) willwasmitteilen, Mittwoch, 04. Januar 2012, 22:07 Uhr

Wissen Sie was? Das Ganze dient doch wohl auch der Selbsterhaltung des ewig gleichen Journalistengeschwätzes.
Von wegen Kontrollfunktion. Wulff war nie mein BP Kandidat aber vom Politiklamauk gefütterte Journalisten, die sich als vierte Gewalt aufspielen habe ich als Bürger auch nicht gewählt. Sie bedienen sich alle aus dem Säckel des Denkmalbauens und Abreißens, betreiben Agitation und lassen sich vom System füttern. Drum möchten Sie es auch erhalten. Mal sehen, wer der nächste auf Ihrer Liste ist.

18) jk, Mittwoch, 04. Januar 2012, 22:12 Uhr

Herr Gauck hat in der letzten Zeit einige dicke Klöpse geliefert, die ihn auch nicht wirklich fürs Schloss Bellevue qualifizieren. So viel erst mal dazu. Seit seinen Äußerungen zu Occupy bin ich auch nicht mehr wirklich davon überzeugt, dass Herr Gauck ein herausragender Bundespräsident werden könnte.

Aber völlig unabhängig davon, wer nach Wulff kommt:
Wulff ist als Bundespräsident seit heute abend noch untragbarer geworden als er es schon vorher war.

Dieser Mann hat – nach einer relativen Lappalie, denn aus der Kreditsache hätte er vermutlich relativ elegant herauskommen können – gelogen, getäuscht, vertuscht und in die Irre geführt… und jetzt macht er einen auf Mitleidstour und tut so, als wäre er das hilflose Opfer einer bösartigen Medienkampagne?

Was für ein mieser, erbärmlicher, rückgratloser Auftritt!
Wenn Herr Wulff auch nur einen Funken Anstand im Leib hätte, müsste er zurücktreten.
Er tritt nicht zurück.

Die ehrliche Aussage im Interview wäre gewesen “Ich bin ein Spitzenpolitiker, und aus meinem Amt persönliche Vorteile herauszuschlagen steht mir ja wohl zu!”. Gesagt hat er es zwar nicht, aber die entsprechende Geisteshaltung hat er perfekt gezeigt.

Jeder weitere Kommentar zu Wulff erübrigt sich, der Mann hat ganz genau gezeigt, welche Sorte Mensch er ist.

19) rainer, Mittwoch, 04. Januar 2012, 22:12 Uhr

….ein Rücktritt wäre fatal gewesen….denn wir hätten dann diesen Gauck(ler) bekommen…ein Mensch, der sich als “Widerstandkämpfer” selbst hochstilisiert….aber in Wahrheit schön sauber stromlinienförmig bis zur Wende durchgekommen ist……………

20) IANAL, Mittwoch, 04. Januar 2012, 22:13 Uhr

Lieber Herr Spreng,

zu Ihren Prüfungsfragen:

ad 1: Es gibt Schlimmeres. Die Repräsentationsfunktion des Staatsoberhauptes ist überbewertet. Im Ausland weiß kein Mensch, wer in Deutschland Bundespräsident ist; das war auch bei allen Vorgängern im Amt so. Und jetzt hat halb Europa Angst vor Mekrle, aber Christian Wulff? Christian who?

ad 2: Nein. Und darüber bin ich heilfroh. Die Vorstellung, dass an der Staatsspitze oder sonstwo eine Einzelperson bestimmt, was Moral ist und was nicht, macht mir Angst.

ad 3: Nein. Aber braucht es das? Haben die Amtsvorgänger, über die keine derartigen Slkandale bekannt geworden sind, Staat und Politik in Deutschland besser gemacht? Wenn ja, woran lässt sich das konkret belegen?

ad 4: Nein. Aber das soll er auch nicht. Eine Demokratie braucht keinen Ersatzkaiser.

Wulff ist vom Stamme Nimm, so wie geschätzt 98% unserer Landsleute. So what? Ein bisschen tut er mir leid, weil er sich und seine Fähigkeiten, seine Darstellung in der Öffentlichkeit zu steuern, schlicht überschätzt hat. Er wirkt wie ein amer Provinztrottel, der den Intrigen der Berliner Republik nicht gewachsen war. Kurt Beck lässt grüßen.

Aber auch ein im Ansehen geschwächter Bundespräsident kann die verfassungsrechtlichen Funktionen des Amtes problemlos ausüben, und mehr braucht es nicht – von “moralischer Autorität”, “Vorbild” und “Weg weisen” steht im Grundgesetz aus guten Gründen nichts. Und diese Variante ist mir hundertmal lieber als ein Präsident, der mit großem moralischen Gestus Volk und Parlament sagt, wo es langgeht. Aber die Sehnsucht danach ist in Deutschland offenbar nicht totzukriegen…

Übrigens, Herr Spreng: Denken Sie bitte noch einmal über die Formulierung “weil er die Pressefreiheit als Leerformel enttarnte” nach. Ihnen ist doch hoffentlich klar, dass zwischen dem erfolglosen (!) Versuch eines Politikers, die Berichterstattung einer Zeitung zu beeinflussen, hier und Zensur, Gefängnisstrafen und Auftragsmorden anderswo ein erheblicher Unterschied besteht, oder? Wie wäre es mit “seine Bekenntnisse zur Pressefreiheit als Leerformel enttarnte”?

21) Namensvetter, Mittwoch, 04. Januar 2012, 22:20 Uhr

Also ich bin zwar am Auftritt eines Bundespräsidenten interessiert, will aber auch nicht zu viel Zeit darauf verschwenden, mich den ganzen Werdegang Wulffs einzuarbeiten. Mit dieser etwas lückenhaften Kenntnis also hat mich an dem Interview verwirrt, dass er die Beziehung zu Geerkens von seinem Vater in die Wiege gelegt bekommen haben will. Allerdings sei Wulff doch bei seiner Mutter aufgewachsen, mit eher mäßigem Kontakt zum Vater. Ein Aspekt der schwierigen Kindheit, mit dem er mal hausieren ging, die ein andermal die WamS nicht selbständig thematisieren hätte sollen.
Auch die Andeutung von “Phantasien im Internet” bezüglich seiner Frau lässt vermutlich die meisten Menschen, die neben Christian Wulff noch sinnvollere Interessen haben, etwas ratlos zurück. Sie ist jünger als er, tätowiert und erzielt einen Google-Treffer auf rentner-news.de. Nun ja.
Es gab aus meiner Sicht starke, fast glaubwürdige Stellen in dem Interview. Wenn man aber so ein weinerliches Geschwafel über Aspekte, in denen er sich (und seine Familie) “als Opfer sieht”, dem Zuhörer nicht sauber zerlegt, konkretisiert und begründet, dann vermischt sich diese bloße Metainformation in dubioser Weise mit den harten Problemkernen der Affäre. Es bleibt der Eindruck, dass eben dies gewollt war, denn dass hiervon wiederum alles so pauschal “rechtens” und “privat” gewesen sei, bleibt nun mal ein Märchen.

22) Kante, Mittwoch, 04. Januar 2012, 22:28 Uhr

Naja, Herr Spreng – fünf Artikel über das Wülffchen, gibt es nicht wesentlichere Themen ?

23) Frank, Mittwoch, 04. Januar 2012, 22:29 Uhr

Erinnert sich noch jemand an Kurt Waldheim und seine Zeit als Präsident der Republik Österreich? Persona non grata in den USA. Könnte spannend werden, ob Wulff künftig überall im Lande willkommen sein wird…

Zu Gauck: Na, dieser selbstgerechte Mann wäre meines Erachtens in der Tat noch weit unerträglicher als dieser inhaltsleere Mann aus Osnabrück. Lieber nix im Kopf als das Falsche.

24) grisogono, Mittwoch, 04. Januar 2012, 22:33 Uhr

Nein, die klugen Wähler werden sich nicht zufriedengeben und alles vergessen! Wir leiden, nicht der Täter! Der Bundespresident ist eine groteske Fehlbesetzung. Je schneller er ersetzt wird desto besser fur deutsche Demokratie.

25) xpomul, Mittwoch, 04. Januar 2012, 22:54 Uhr

es wird sich doch eine integere seriöse person in einem volk von mehr als 82 millionen einwohnern finden lassen, als dieser mann der alle anderen nur nicht sich selbst als schuld an seiner selbst verschuldeten misere sieht und betrachtet.
das kann doch nicht angehen das unser land nun über mehr als noch wenigstens 3 jahre von einem herrn wulff repräsentiert wird.
das propagandafernsehen heute abend war absolut unwürdig für unser volk.
so dumm ist das volk nicht; ein rest hirn ist weiterhin vorhanden, trotz aller versuche der verblödung und verdummung.

26) m.spreng, Mittwoch, 04. Januar 2012, 23:03 Uhr

@20 Ianal

Sie haben recht, aber der Zusammenhang lässt wohl keinen anderen Schluss als den von mir beabsichtigten. Besser wäre allerdings der Zusatz gewesen: für sich persönlich

27) Helgoo, Mittwoch, 04. Januar 2012, 23:07 Uhr

Jeder politisch Interessierte sollte sich in Erinnerung rufen, wem wir diesen Präsidenten verdanken. Das zarte Pflänzchen der Begeisterung der Deutschen für ihr Gemeinwesen, das sich in der Kandidatur Joachim Gaucks gezeigt hat, hat diese Kanzlerin umgepflügt, die Bevölkerung störte nur bei ihren Machtspielchen, sogar bei einem Amt ohne echte Macht. Wenn nun der Pattex-Präsident nicht freiwillig geht, wird die Beziehung der Deutschen zu ihrer Politik weiter Schaden nehmen. Vielen Dank, Frau Merkel!

28) Michael A. Nueckel, Mittwoch, 04. Januar 2012, 23:11 Uhr

Ich will weder von Wulff, noch von dem Thema aktuell etwas hören … bitte eine andere Platte auflegen, auch wenn das weder Vorwurf, noch Kritik an M. Spreng ist. Wir wär´s mal wieder mit einem Beitrag zur FDP. (gibt´s die noch?) oder zu … ach was, lassen Sie sich was nettes einfallen!

29) Papfl, Mittwoch, 04. Januar 2012, 23:21 Uhr

Irgendwie erinnert mich Christian Wulff in diesem Interview an einen Verkehrssünder bei der MPU, der nur eines im Kopf hat: Möglichst schnell seinen Führerschein zurück zu bekommen und dafür den beiden TÜV-Gutachtern Deppendorf und Schausten (respektive den Bürgern) eben alles erzählt, was die an dieser Stelle nun mal so hören wollen…von Einsicht keine Spur! Wäre ich Verkehrspsychologe, von mir bekäme er den Schein nicht zurück!

30) IANAL, Mittwoch, 04. Januar 2012, 23:26 Uhr

@ 26) m.spreng

Ich habe den Satz beim ersten Lesen tatsächlich falsch verstanden und war entsprechend irritiert. Nach ein paar Minuten haben ich ihn noch einmal gelesen, dann erst wurde mir klar, dass man ihn auch so verstehen kann, wie Sie ihn gemeint haben. Aber jetzt bin ich definitiv beruhigt. Der Rest ist Ihre Sache.

31) so-gehts, Mittwoch, 04. Januar 2012, 23:31 Uhr

http://www.kenfm.de/wordpress/

http://www.youtube.com/watch?v=bd7KIEPImK4

Hier wird das Thema gut zusammengefasst.

32) horst scharnhorst, Mittwoch, 04. Januar 2012, 23:37 Uhr

Was bleibt ist, daß recherchewütige Journalisten, in auflagenhungrige Verlagen, deren Titel immer weniger Menschen lesen, zur Unzeit eine an Lächerlichkeit nicht zu überbietende Debatte lostreten und damit das ganze Land in der schwersten Finanzkrise seit den 1930iger Jahren zum Narren halten. Das ist Unverantwortlich. Nicht das Verhalten von Christian Wulff. Das wußte man alles vorher. Man hätte ihn nicht wählen müssen. Zu der Rolle der Bild fällt mir nur ein: Murdoch ante portas. Widerwärtig. Das ist demokratieschädigend – nicht Herr Wulff. Was ist das bloß für ein Land, in dem wir gerade leben. Wie heißt das Kinderbuch “Greggs Tagebuch”: Von Idioten umzingelt.

33) Robin, Donnerstag, 05. Januar 2012, 00:20 Uhr

“Wollen wir von einem Mann als Staatsoberhaupt repräsentiert werden, der jetzt schon zum zweitenmal gezwungen war, sich in eigener Sache zu rechtfertigen und zu entschuldigen?”

Es sind Medien und Öffentlichkeit, die Wulff dazu zwingen – ob zurecht oder zu unrecht sei dahingestellt. Daraus aber nun einen Vorwurf abzuleiten ist schlicht ein Zirkelschluss und also ohne Inhalt.

“Ist ein Mann, der sich in dubiose Kredite verstrickte und eine merkwürdige Freundeswirtschaft pflegt, das Vorbild eines demokratischen Gemeinwesens?”

Diese Kritik bleibt gänzlich im Ungefähren. Dass kein konkreter Vorwurf formuliert werden kann, wird auch von der massiv suggestiven Wortwahl nicht verdeckt.

Man kann es runterbrechen auf die Frage, ob man Wulff die Sache mit dem Kredit durchgehen lässt oder nicht. Alles andere ist selbstreferenzielles Blabla. Will man einen solchen Journalismus? Braucht man einen solchen Journalismus?

34) JG, Donnerstag, 05. Januar 2012, 00:29 Uhr

Es war der gleiche Tenor wie bei Guttenberg: Ich habe nichts Unrechtes getan, die anderen sind schuld, aber wenn diese denn meinen, irgendeine meiner Handlungen wäre moralisch nicht ganz in Ordnung gewesen, so tut mir das leid, und sicher stimmen Sie mir zu, daß ich mich doch wirklich toll entschuldige. Außerdem möchte ich noch, in aller Bescheidenheit, betonen, wie toll ich mein Amt ausfülle und mich für unser Land aufopfere, was wieder mal kein Schwein bemerkt. (Und Sie wollen in Ihrer Engstirnigkeit noch nicht mal, daß ich Freunde habe. Pfui, schämen sollten Sie sich!)

Unfaßbar.

Aber auch lustig: Mit diesem Auftritt, der zeigte, daß Herr Wulff entweder sehr schlechte Berater hat oder aber weitgehend beratungsresistent ist, dürfte er die Frist bis zu seinem – ohnehin unausweichlichen – Rücktritt noch einmal verkürzt haben. Denn keine Sorge: Was “die Menschen” wollen, ist – wie meist – nebensächlich. Offenkundig ist sich die politische Klasse und sind sich allen voran die Medien weitgehend einig: Der Mann ist untragbar geworden. Und wer die Kommentare liest, die Karikaturen anschaut, die Kabarettisten anhört, kann längst merken: Dieser Herr hat es in Rekordtempo geschafft, das Ansehen des Bundespräsidenten zu ruinieren und jeglichen Respekt vor diesem Amt zu zerstören.

35) kleinErna, Donnerstag, 05. Januar 2012, 00:53 Uhr

Ich gebe dem Sprengmeister völlig Recht und doch fehlt mir die rechte Aufrichtigkeit, die uns selbst, das Deutsche Volk beschreibt und ein wenig mit ins Boot nimmt:

Haben wir nicht (fast) Alle Dreck am Stecken? Tun wir nicht im Kleinen Ähnliches wie Wulff, nämlich ein bisschen bei der Steuer tricksen, ein wenig zu viel, oder anders unsere Kosten abrechnen, uns gelegentlich (beruflich) zum Essen einladen lassen oder Andere einladen und das bei der Steuer absetzen, oder auch mal unsere Versicherung ein bisschen “betrügen”?

Alles Dinge am Rande der Legalität, oder darüber hinaus. Es ist die Gesellschaft, die sich in den letzten 30-40 Jahren immer mehr negativ verändert hat und Wulff ist ein Produkt dieser Gesellschaft. Und natürlich ist er auch in der politischen Gesellschaft kein Einzelfall, egal über welche Partei wir auch sprechen (könnten). Ein Einzelfall wird das hier erst durch seine Stellung, besser gesagt sein Amt und ein Einzelfall bleibt auch sein geradezu beklopptes Krisenmanagement; sein persönliches, aber auch das in seinem Umfeld. So dumm kann man doch eigentlich gar nicht sein!

Wulff muss aus meiner Sicht den Hut nehmen, weil man davon ausgehen muss, dass er für das höchste Staatsamt nicht taugt. Wenn er schon nicht in der Lage ist seine persönlichen Belange nachvollziehbar und korrekt zu managen, wie will er dann Verantwortung für unser gesamtes Volk und dessen Wohlergehen übernehmen und tragen? Diese meine Einschätzung bleibt auch nach seiner heutigen TV-Erklärung (dem ARD-/ZDF-Interview) weiterhin so. Den Zeitpunkt einer rechtzeitigen, glaubhaften und akzeptablen Rechtfertigung und Entschuldigung hat er längst verpasst! Sein Rücktritt ist überfällig! Viele Begründungen dafür wurden im Detail dazu hier schon geschrieben.

Für das Amt des Bundespräsidenten in Zukunft bleibt eigentlich nur, ähnlich wie beim Abschluss einer Lebens- oder Krankenversicherung schon im Vorfeld Gewissenserforschung zu betreiben und offensiv alles Bisherige in die Waagschale der Öffentlichkeit zu werfen, auch das, was diesem Kandidaten / der Kandidatin vielleicht mom. gar nicht einfällt, damit er/sie später nicht von den eigenen Dummheiten (und Kindereien) auf dem Weg nach oben eingeholt wird.

Denken Sie an Wowereit, der im Vorfeld seiner Kandidatur zum Berliner Bürgermeister gesagt hat: “Ich bin schwul und das ist gut so”. Das war damals eine Sensation und doch hat er damit allen schon in den Startlöchern stehenden Gegnern und Kritikern den Wind aus den Segeln genommen (auf für ggf. ganz andere Vorwürfe und Angriffe).

Entweder man hat also bis zur Kandidatur zum Bundespräsidenten keinen Fehler gemacht (so jemand Langweiligen und Farblosen möchte ich in keinem politischen Amt sehen!), oder man deckt schon vorher Alles auf, auch wenn es die Öffentlichkeit, vor Allem aber die berufspolitischen Partei-Heuchler erst einmal entsetzt. Das gibt sich wieder.

36) Wolfgang Frommann, Donnerstag, 05. Januar 2012, 00:58 Uhr

Was kann uns ein solcher Präsident noch bringen? “Nichts”! Schon seine plötzlich staatstragend ge-
dämpfte Stimme und seine halbherzigen Entschuldigungen, müssten eigentlich aufhorchen lassen, dass
wir den falschen Präsidenten haben. Sicher waren die Fragen abgesprochen. Peinlich war auch sein
langes Verharren beim Beantworten des allgemeinen Teils wie etwa:….Was haben Sie zuletzt gelesen?
oder Was haben Sie für ein Hobby? Meine Familie! “Ist das nicht süß”?
Soll man da stolz auf Deutschland sein? Merkel wusste schon, warum Sie Wulff unterstützte. Er wird nie
kritisch sein und kein Fels in der Brandung. Armes Deutschland.

37) Bastian Himberger, Donnerstag, 05. Januar 2012, 01:10 Uhr

Was für eine abgrundtiefe Heuchelei der Medienmafia.

38) Robert Zimmermann (Berlin), Donnerstag, 05. Januar 2012, 01:15 Uhr

Der Nagel ist am Kopf getroffen! Was gestern abend dem Publikum in der ersten und zweiten Reihe des gebührenpflichtigen Fernsehens geboten wurde, war die Präsentation der allobwaltenden Abwesenheit von Würde und Souveranität auf dem politischen Parkett der Republik. Offensichtlich sollte nun endlich auch über das “systemische Versagen der politischen Kultur” nachgedacht werden. Da gibt sich ein herumschlingender Sünder die Absolution gleich selbst, verkennend, dass man sich begriffslogisch nicht selbst “entschuldigen” kann. Diese Demut überzeugt nicht, denn ihr scheint jegliches Problembewußtsein zu fehlen.
Die evidente Beschädigung des Amtes des Bundespräsidenten liegt in der Beschädigung der Integrität des Herrn W., welche vorallem durch diesen unwürdigen TV-Auftritt irreparabel ruiniert ist.
Denn mangels Integrität fehlt es an der notwendigen Autorität, die für eine verfassungskonforme Wahrnehmung der Amtspflichten unabdingbar ist.
So aber reduziert sich – nach den Affairen des letzten Jahres, nach dem peinlichen Guttenberg und dem fatalen Bild so mancher Partei – die Selbstwahrnehmung des Präsidentenamtes durch Herrn W. vermutlich auf die bloße Repräsentanz des desaströsen Zustandes unserer politischen Kultur. Das mag pragmatisch gedacht sein, bleibt aber ungenügend. Mit einem Rücktritt ist da wohl keine Abhilfe zu schaffen. Aber es wäre ein symbolträchtiger Anfang!

39) Bernd, Donnerstag, 05. Januar 2012, 01:15 Uhr

Herr Spreng, sie beziehen in ihrem Beitrag die Bundeskanzlerin zu Recht ein. Im Tennis würde man sagen, Aufschlag BILD, Spiel und Satz Merkel. Nach dem Fiasko mit Köhler hat Frau Merkel gezielt einen aktiven CDU Politiker vorgeschlagen (und durchgesetzt), der nicht einfach so nach eigenem Ermessen zurücktritt, sondern auf das „go“ aus dem Kanzleramt wartet und das ist nicht gekommen. Statt dessen hat ein SEK von Politikberatern Herrn Wulff in einem eintägigen Crashkurs fit gemacht für das heutige Interview.

40) axaneco, Donnerstag, 05. Januar 2012, 02:13 Uhr

Dieser Präsident ist eine arme Wurst. Wer sich im höchsten Amt, das dieser Staat zu vergeben hat, gehalten sieht, zur besten Sendezeit im öffentlich-rechtlichen Rundfunk unter der Überschrift “…stellt sich” Details zu seiner privaten Hausfinanzierung und zu bizarren Anrufen bei der BILD Stellung zu nehmen, der hat das Amt in einer Weise beschädigt, die gar nicht mehr hinterfragt werden muss. Wer von “Auch Bundespräsidenten haben Menschenrechte” faselt, der macht sich kleiner, als es für ein Staatsoberhaupt verträglich ist. Und wer den Unterschied zwischen “Urlaub bei Freunden” und “Urlaub bei Freunden aus der Wirtschaft, zu denen man sich als in den Öffentlichkeit stehender Politiker einladen lässt” nicht versteht, dem ist nicht mehr zu helfen.
Armer Wulff. Armes Deutschland.
Man kann nur hoffen, dass Herrn Diekmann zufällig ein Mitschnitt dieses AB-Textes abhanden kommt, auf dass sich das Volk ein eigenes Bild darüber machen kann, ob der Präsident die Berichterstattung wirklich nur “um einen Tag verschieben” wollte.

41) EStz, Donnerstag, 05. Januar 2012, 03:00 Uhr

@ M. Spreng
Ich bin schon recht enttäuscht, dass Sie sich so gar nicht um Hintergründe bemühen bzw. fleißig drumherum schreiben. Nicht dass ich Herrn Wulff für die Krone der politischen Schöpfung halte. Aber Sie finden in Deutschland keinen einzigen Menschen, der nicht irgendwie mal irgend etwas falsch gemacht hat im Leben, über das man sich genüßlich ausbreiten könnte – gescheige denn einen Politiker mit Erfahrung, Würde, Persönlichkeit, auf den das zutrifft. Das träfe doch nicht mal auf Jesus zu. Der müsste erst mal in einen unverfänglichen Anzug und würde gebasht, weil er in der Jugend mal Hausfriedensbruch beging.

@20) IANAL, Mittwoch, 04. Januar 2012, 22:13 Uhr

>> Wulff ist vom Stamme Nimm, so wie geschätzt 98%
>> unserer Landsleute.

Ja (und sicherlich genau so selbstgerecht und heuchlerisch). Eben auch nur ein Mensch, wie wir alle. In jedem Falle vielen Dank für Ihren Beitrag!

@ 32) horst scharnhorst, Mittwoch, 04. Januar 2012, 23:37 Uhr

>> Was bleibt ist, daß … Journalisten … eine an Lächerlichkeit
>> nicht zu überbietende Debatte lostreten und damit das ganze
>> Land in der schwersten Finanzkrise seit den 1930iger Jahren
>> zum Narren halten. Das ist Unverantwortlich. Nicht das Verhalten
>> von Christian Wulff.

>> Zu der Rolle der Bild fällt mir nur ein: Murdoch ante portas.
>> Widerwärtig. Das ist demokratieschädigend – nicht Herr Wulff.
>> Was ist das bloß für ein Land, in dem wir gerade leben.

Vielen Dank für die klaren Worte. Ich sehe das genauso.Das frage ich mich auch die Ganze Zeit. Ob zu Guttenberg, ob Wulff – kleine eitle Egoisten in einer eitlen, egoistischen Welt. Aber keine Mörder, Totschläger, Kinderschänder, Kriegsverbrecher, Drogendealer oder sonst etwas. Heuchlerische, selbstgerechte, eingeBILDete “Bürger”, die sich mit masochistischem Wahn in dem Elend suhlen, von solch schäbigen “Versagern” regiert zu werden. Lenkt von der eigenen Schäbigkeit und Kleinheit ab, da ist sich’s leicht, aufrecht, groß und gut zu tun.

Wer gibt denn Geld zurück, dass die Supermarkt-Kassiererin versehentlich zu wenig berechnete, oder zahlt Parkgebühren nach, oder hat noch nie Steuern oder Versicherung beschummelt, ist noch nie mit einem Glas Wein doer Bier zuviel am Steuer gesessen etc. Und wie reagiert jeder von uns, wenn dann die Polizei fragt, ob man ein Gläschen zuviel getrunken habe? “Aber klar, Herr Wachtmeister, sogar deren zwei, nehmen Sie mich ruhig mit”?

Ich schäme mich. Nicht für Herrn Wulff, obwohl ich sein Verhalten durchaus als ziemlich “unpassend” empfinde. Aber für die meisten meiner Mitbürger, die (wie mir scheint) mit großen Gesten und kleinem Verstand Urteile fällen, ohne wirklich zu wissen bzw. zu verstehen, was da gerade hinter den Kulissen passiert.

Im Nachbarland Italien kann man seit Jahrzehnten einen Silvio Berlusconi beobachten, der seinen Reichtum nicht erklärt, weil er sich damit selbst belasten würde, gegen den wegen Beamten- und Richterbestechung, Meineid, Bilanzfälschung etc von der Staatsanwaltschaft ermittelt wurde, der sich, um auf Wahlplakaten besser auszusehen, kosmetisch operieren und Haare verpflanzen ließ, der auch mal mit (teilweise) minderjährigen Mädchen schläft (und diese zum Dank dafür mit der Macht seines Amtes aus Polizeigewahrsam rauspaukt oder als Abgeordnete ins Europa-Parlament steckt. Und während das Wullfsche Rauschen im Blätterwald das Rascheln der Euro-Scheine übertönt, die Merkel gerade alternativlos in Europa verteilt, glaubt die Mehrheit der Deutschen, wir hätten einen “untragbaren” Präsidenten. Na dann …

42) Cala Canta Molinar, Donnerstag, 05. Januar 2012, 04:00 Uhr

Der sich immer mehr ins Peinliche treiben lassende Wulff ist doch nur das Spiegelbild eines heute leider vorherrschenden Politikers. Nur, hat unsere Gesellschaft nicht wichtigere Probleme, über die Medien Auflage und Einschaltquote gewinnen sollten?

Spätestens seit Köhler wurde das Amt des Bundespräsidenten auf wohl dosierte Niveaulosigkeit gepolt. Schwan oder Gauk-Versuche bloß nicht noch mal, falls das Beil trotz allem doch noch fallen sollte. Wulff hat unwiderruflich seinen Nachfolger mit dem gestrigen ARD-ZDF Auftritt zum eigentlichen Problem unserer Parteibananen-Republik gemacht.

43) frieda, Donnerstag, 05. Januar 2012, 07:01 Uhr

Zum Glück gibt es Kabarettisten, sonst könnte man das alles nicht ertragen.
Kürzlich entdeckt:
–> http://youtu.be/y_YzFGWI31s (Video auf Youtube, eine “Ansprache” von “Chistian Wulff”, wirklich göttlich…

44) Dieter Carstensen, Donnerstag, 05. Januar 2012, 07:48 Uhr

Lieber Michael Spreng,

das Presseecho auf das Wulff Interview heute Morgen ist geradezu vernichtend. Interessant z.B. auch auf dem Fernsehsender “ntv” die Analysen zur Körpersprache und dem Sprachstil von Wulff.

Wulff sprach selten in der “Ich” Form, er nutzte meist das Wort “man”, obwohl es um ihn selber ging. Nach 30 Jahren Sozialarbeit werde ich prinzipiell misstrauisch, wenn jemand, wenn er sich selber meint, das Wort “man” benutzt.

Das war das erste, was mir in dem gestrigen Interview auf fiel, die häufige Verwendung des Wortes “man”, das nutzen Menschen in der Regel, um von sich selber abzulenken, wenn sie Schuldgefühle haben.

Noch negativer erschien mir Wulff durch seine Körpersprache, Mimik und Gestik.

Er konnte keinen Blickkontakt mit den befragenden Journalisten halten, guckt sonst wo hin, aber selten in die Augen seiner Gesprächspartner. Auch das ein Zeichen, dass etwas nicht stimmt.

Interessant fand ich dann heute Morgen, dass auch der TV-Sender “ntv” zu ähnlichen Einschätzungen des Interviews wie ich selber gelangte.

Und scheinbar hat Wulff wieder einmal nicht die ganze Wahrheit gesagt, denn die BILD bestritt umgehend seine Aussage, er habe das Interview nur um einen Tag verschieben lassen wollen, mit seinen Anrufen.

Man kann ja über die BILD denken was man will, aber auch diese Zeitung hat zum Teil hochqualifizierte Journalisten und die werden nicht so dumm sein, gerade jetzt etwas zu behaupten, was sie nicht belegen können, das wäre Harakiri.

Nach dem jetzigen Stand der Dinge sieht es so aus:

Wulff hat sich die Dinge wieder einmal schön geredet und nicht die ganze Wahrheit gesagt, um es vorsichtig aus zu drücken.

Der “Schuss” scheint nach hinten los zu gehen.

Adieu Wulff …

M.f.G.

45) Gregor Keuschnig, Donnerstag, 05. Januar 2012, 08:48 Uhr

Nein, Wulff soll bleiben. Die ganzen fünf Jahre. Und niemand soll sich um ihn kümmern. Niemand ihm zuhören. Man sollte ihn ignorieren. Das ist schlimmer für ihn als ein Rücktritt.

46) Dietmar M.-nds-, Donnerstag, 05. Januar 2012, 09:19 Uhr

Wulff – da wurde eine Niete zum Bundespräsidenten gewählt
Köhler – auch er war mehr eine Niete als ein Glückslos in seinem Amt als Bundespräsident
…und auf wessen Empfehlung und “Druck” wurden sie zur Wahl vorgeschlagen?
…von unserer Haupt-Niete, Frau Merkel
Das Wulff-Problem ist auch ihr Problem

47) Frankilein66, Donnerstag, 05. Januar 2012, 09:21 Uhr

Wenn ich jetzt böse wäre, müsste ich folgendes schreiben:

Wer in seiner Zeit als Chefredakteur des Kölner Express die Schlagzeile “Biolek beschimpft die Deutschen” zu verantworten hat, sollte mit dem Wort “Moral” vorsichtig zu Werke gehen. Zumal er sich in seiner lustigen Anekdote nach der Antwort von Herrn Biolek auch noch als Opfer stilisiert.

Aber ich bin nicht böse, deswegen schreibe ich es nicht!

48) helmut mederle, Donnerstag, 05. Januar 2012, 09:25 Uhr

Hallo EStz, zu Ihrem Beitrag Nr. 41 kann ich zustimmend ergänzen:

Daß politische Mandatsträger aller Ebenen, von der Kommune bis zum Bundestag, permanent in Redaktionen anrufen, um Berichterstattung zu beeinflussen und / oder zu verhindern, ist selbstverständlicher Alltag. Aber da rufen nicht “nur” Politiker an, sondern z. B. (eine Auswahl): Unternehmer, Verbandsfunktionäre aller Art, Vereinsfürsten, Schuldirektoren, Kindergartenjubiläumsveranstalterinnen, Eventmanager….
(Herr Spreng könnte diese Liste ins Unendliche verlängern, viele seiner Anekdoten handeln ja von einschlägigen Erfahrungen).

Aber offensichtlich ist Herr Wulff der einzige Mensch hierzulande, der Derartiges wagt und das auch noch beim Hort der superseriösen Presse- und Meinungsfreiheit…

Da kommt mir jetzt doch der Karl Valentin in den Sinn: Am besten ned amoi ignorier´n!

49) Köhler, Donnerstag, 05. Januar 2012, 09:43 Uhr

Die Betrachtungsweise, beim Zuschauen stellte sich eine Mischung aus Mitleid und Fremdschämen ein, entspricht hundert prozentig meiner eigenen Empfindung beim Zuschauen. Das war mehr als uanangenehm. Der höchste Mann im Staat muss sich öffentlich so rechtfertigen, wie ein Kind vor seinen Eltern nach einem schwerwiegendem Vergehen. So weit ist es gekommen.
Ich glaube ihm auch nicht, dass er die Pressefreiheit schätzt; in seiner Ansprache im Schloss Bellevue (der erste Rechtfertigungsversuch) sagte er irgendwas wie “Grundsätzlich sei die Pressefreiheit ein hohes Gut”, na da hört man schon die Ausnahmetatbestände heraus.
Ich sehe die Sache widersprüchlich – einerseits sollte er unbedingt zurücktreten angesichts der scheinbar oft wiederholten und selbstverständlichen Annahme von Vorteilen, die nicht laut Interview gestern, alle als Privatperson empfangen wurden, sondern sehr viele natürlich ihm zugedacht wurden aufgrund seiner Position als höchstrangiger Politiker mit Entscheidungskreisen. Nach seiner Beziehung zu Herrn Maschmeyer wurde gestern gar nichts gefragt.

Er hat sich gestern einfach nur halbherzig, auswendig gelernt entschuldigt und dabei ging es ihm offensichtlich nur um ihn selber und nicht um Fairness – oder Demokratiegedanken. Das ist meine eigene Einschätzung – deshalb müsste er abtreten.

Auf der anderen Seite ist für die Republik bestimmt nicht förderlich, wenn nach solch kurzer Amtszeit der Bundespräsident abtritt, nachdem der Amtsvorgänger ebenfalls schon zurückgetreten ist.

50) IANAL, Donnerstag, 05. Januar 2012, 09:48 Uhr

Noch eine kleine Fußnote zu gestern: Bettina Schausten hat mich noch nie überzeugt, mit Grausen denke ich an Ihre Moderation nach dem NPD-Wahlerfolg in Sachsen 2004 zurück. Und gestern wirkte sie neben Deppendorf auch ziemlich unsouverän. Aber dass sie jedes Mal 150 Euro zahlt, wenn sie bei Freunden übernachtet, glaubt ihr doch wohl hoffentlich niemand. Ein schönes Beispiel dafür, dass die moralischen Ansprüche an Politker manchmal selbst maßlos zu werden drohen, und dass manche Journalisten gerne an andere Maßstäbe anlegen, denen sie selbst auch nicht gerecht werden.

Ich jedenfalls werde in zehn Tagen Freunde in der Schweiz (jawohl, das Steuer- und Schwarzgeldparadies!) besuchen und bei ihnen auf dem Gästesofa übernachten. Ich werde natürlich ein Gastgeschenk mitbringen, aber ich werde sicher keine Rechnung für die Übernachtung verlangen.

51) HaO, Donnerstag, 05. Januar 2012, 09:49 Uhr

dekadent, echt spätrömisch

52) Mark, Donnerstag, 05. Januar 2012, 10:05 Uhr

Ah, und dann unser Staatsfernsehen! Da traut man sich mal bei tagesschau.de, einen kritischen Kommentar vom Altmeister Christoph Lütgert zu veröffentlichen…

http://www.tagesschau.de/ausland/kommentarwulff100.html

…dem eigentlich kaum etwas hinzuzufügen ist, außer vielleicht ein: “Chapeau, Herr Lütgert!”, aber dann, oh, dann verläßt unsere treuen Staatsschreiber sogleich der Mut, und man schließt die Kommentare. Veröffentlicht wurde der Kommentar um 09:39 Uhr, aber jetzt, um 10:05 Uhr, ist die Kommentarfunktion schon wieder zu. Nur DREI Kommentare haben es durch die Kontrollkommission geschafft, bevor der Stecker gezogen wurde.

Na, da hat wohl wieder einer Angst gehabt, dass es noch mehr Kritik am Staatsfernsehen oder am Bundespräsidenten (oder an beiden, die offenbar doch gut Hand in Hand arbeiten!) hagelt?

Ach, in was für einer tollen Schein-Demokratie wir doch leben!

53) Robson Bottle, Donnerstag, 05. Januar 2012, 10:18 Uhr

Ausdrücklich und auf Nachfrage wiederholt, habe er mit seinem Anruf bei Bild-Diekmann die Veröffentlichung nicht verhindern, sondern nur “einen Tag verschieben” wollen! Mittlerweile hat Bild-Blome dem deutlich widersprochen … und … wieso wäre dies, wenn es wahr wäre, dann ein “schwerer Fehler” gewesen?

54) Ralf, Donnerstag, 05. Januar 2012, 10:31 Uhr

@41 EStz

Ein Fehlverhalten durch ein anderes zu rechtfertigen oder gar zu legitimieren halte ich für äußerst fragwürdig.

55) Der Bochumer, Donnerstag, 05. Januar 2012, 10:42 Uhr

Das TV-Duell: desperated housewives (pro7) vs. desperated housewulff (ARD/ZDF) ;-)

Bis dato dachte ich, die SPD hielte sich deshalb relativ zurück, weil sie sich als neuer, alter großer Koalitionspartner empfehlen wollte; seit gestern denke ich, sie macht es, weil die causa Wulff inzwischen auch das System Merkel diskreditiert.

56) Volker BW, Donnerstag, 05. Januar 2012, 10:44 Uhr

Hallo,
ich fände es gut, wenn es wie beim Bundestag auch beim Bundespräsidenten eine “Online-Petition” gäbe. Denn dann würde ich damit dafür eintreten, den jetzigen Bundespräsidenten zu bitten zurückzutreten. Vielleicht könnte jemand etwas vergleichbares für alle im Netz einrichten. Es gibt verschiedene Sites, auf denen man abstimmen kann, aber das wird ja nicht zusammengeführt und geht deshalb als Bürgermeinung unter, obwohl meist die Rücktrittsforderung bei 70 und mehr Prozent liegen.
Allein der Versuch die Presse einzuschüchtern und das noch verharmlosend darzustellen (laut Spiegel-Onleine hat “Bild” heute Wulffs Darstellung widersprochen) reicht meiner Meinung nach aus, sich als Bundespräsident zu disqualifizieren. Das nachträgliche Hochhalten der Pressefreiheit und deren Bedeutung für die Demokratie ist doch nur PR oder ein Lippenbekenntnis.

57) Riesenmaus, Donnerstag, 05. Januar 2012, 11:02 Uhr

Wulff im TV – das hatten wir noch nie! Er will alles offen legen – auch das hatten wir noch nie! Jetzt sollte also gut sein oder stimmt das etwa mit der „Sauren Gurken Zeit“ der Presse? Würde, wenn jetzt etwas anderes Bedeutendes in dieser Welt geschehen würde, endlich Ruhe um unseren Bundespräsidenten einkehren?

Vieles wurde über Herrn Wulff in den letzten Tagen geschrieben und was er so alles sei. Ich finde etwas ganz Elementares wurde vergessen und deshalb möchte ich einen immens wichtigen Satz hier hinzufügen: Christian Wulff ist ein Mensch!

Die Pressefreiheit ist wichtig! Allerdings regelt Art. 1 unseres Grundgesetzes etwas, was eben so wichtig ist, auch für Amtsträger! Falls sich hier jemand nicht daran erinnert, hier der Wortlaut: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Meine Herren der Presse und andere …… eine Bitte:

Bevor Ihr das nächste Mal Eure eigene Pressefreiheit gefährdet seht, lest doch diesen für unsere Demokratie immens wichtigen Satz mindestens fünf Mal durch und dann denke werdet auch ihr begreifen, dass die Zeit gekommen ist, Herrn Wulff jetzt in Ruhe zu lassen auch wenn es momentan keine andere „TOP-STORY“ gibt!

58) Hook, Donnerstag, 05. Januar 2012, 11:05 Uhr

Ich habe mir das Interview nicht angeschaut und auch bei Erscheinen der Wulff’schen Sprechblasenbreitseite in der Tageschau sowie im Heutejournal weggeschaltet.

Frei nach Poffala: “Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen.”

59) tobin, Donnerstag, 05. Januar 2012, 11:19 Uhr

Wull will bleiben, aber kann er das?
Herr Spreng, was denken Sie als Medienprofi: akzeptiert die BILD das, oder haben die noch einen finalen Pfeil im Köcher, um ihn aus dem Schloss zu schießen?

60) EStz, Donnerstag, 05. Januar 2012, 11:39 Uhr

@ 16) Karin Kammann, Mittwoch, 04. Januar 2012, 22:04 Uhr

> Der Anruf auf die Mailbox – Lappalie und verständlich, weil er doch nur
> EINEN TAG AUSCHUB bei der BILD haben wollte, weswegen er Herrn
> Diekmann den KRIEG ERKLÄREN musste. Das muss man doch auch
> verstehen, weil er hat ja nur ANDERE BESCHÜTZEN wollte.
> Der gute Christian. Puh !!

> – Luft holen bitte

Ja, bitte Luft holen….

Herr Wulff ist sicher nicht die Idealbesetzung für den Job, und er ist sicher auch kein fehlerfreier Mensch. Was können Sie im sonst noch vorwerfen?

Nicht vergessen: Es ging mal um einen Privatkredit von einer langjährig befreundeten Familie (aus meiner Sicht problem- und harmlos) und seinen Äußerungen dazu vor dem niedersächsichen Landtag (juristisch korrekt, aber nicht ganz ehrlich). Zugegeben dilettantische Versuche, die Situation geradezubiegen, ohne dass jemand etwas merkt. Alles andere ist konstruiert, aufgeblasen, Medien-Hype, Menschenhatz á la BILD & Co.

Ihnen ist vielleicht auch entgangen, dass Herr Wulff mit einer Enthüllungsgeschichte über das angebliche Vorleben seiner Frau bedroht wurde, wenn auch durch ein BILD-Dementi: “Nein, wir doch nicht, so etwas tun wir nicht, wo hat die Berliner Zeitung das nur her?” Die hat das wohl aus den gleichen Quellen, wie andere Zeitungen Infos über die Sprachbox von Kai Diekmann haben – oder wird der etwa abgehört? Mit seinem Handy soll er ja nicht immer so geschickt sein…
http://www.taz.de/!54362/

Was geht es wen auch immer an? Wer ohne Fehl ist, der werfe den ersten Stein

Wenn man derart massiv in Ihrem Leben herumwühlt, Sie damit bedroht, Ihre Existenz und die Existenz der Ihren zu vernichten, jede Aussage, jedes Zucken der Augenbraue, jeden lauten Ton (“er sieht seine Schuld nicht ein”), jeden leisen Ton (“er ist sich seiner Schuld bewußt”), jeden gar keinen Ton (“er verschweigt seine Schuld”) zu Ihren Lasten auslegt – dann bleiben Sie ruhig, erzählen freiherzig alle Details, und warten ab, was die so genannte “freie” Presse diesmal draus hinbiegt? Und lassen sich Stück für Stück in den Dreck ziehen von einem Boulevard-Blatt, dass genau davon lebt? Dass genüßlich, fast sadistisch, angeblich jeden Tag ein anderes Detail neu ausgräbt, und dass für weite Teile der Drecksarbeit auch noch die Konkurrenz einspannt?

Und dieses Thema soll zufällig der BILD in die Hände gefallen sein, gerade dann, als der Bundespräsident die Kanzlerin heftig wegen deren Euro-Politik kritisierte? Und die gleiche BILD, die Verständnis für Helmut Kohl hatte, als dieser mit “Spenden” in Millionenhöhe seine Wiederwahl sicherte und aufgrund eines “Ehren”-Worts die Spender nicht nennen wollte – die gleiche BILD kämpft nun für saubere Politik? Wer’s glauben mag….

61) nurmalso, Donnerstag, 05. Januar 2012, 11:49 Uhr

@ 45)

danke. genauso sollte man verfahren.

und wenn ich noch einmal dieses selbstgerechte “wer von uns hat nicht schon einmal [wahlweise missetat einsetzen] …” hören!
ich weiss nicht, wieviele deutsche bürger schon mal ein bier zuviel getrunken und dann noch ins auto gestiegen sind – gehe aber davon aus, dass die wenigsten davon bundespräsidenten oder ekd-ratsvorsitzende sind.

62) romeias47, Donnerstag, 05. Januar 2012, 12:09 Uhr

Mir erscheint das Interview als Beispiel für ein bei Politikern besonders häufig auftretendes Syndrom – eine Art mentaler Querschnittsschädigung. Während die Realität schön oder passend geredet wird (Kopf), macht der Rest sein “Ding” (Haltung/Handeln).

Wulff sagte auf Schaustens Frage, dass er “keinen Augenblick” über Rücktritt nachgedacht habe. Immerhin hat seine Causa fast zu monothematischen Auswüchsen in den Medien geführt und da ist er er doch das eine oder andere Mal mit dem Wort “Rücktritt “ konfrontiert worden. Kein Nachdenken im “stillen Kämmerlein”? Nein?!

Er hat auch auf die umfassende Unterstützung aus seiner Umgebung verwiesen. Hat er in seiner Zeit als “Landesfürst” so wenig über die Menschen gelernt? Was erwartet er? Dass Nachbarn oder Adjutanten im 3. Glied ihn im Schloss Bellevue mit “Nu mach endlich die Fliege” begrüßen?

Das mit dem Aufschub um einen Tag erscheint mir – wie vielen anderen hier – extrem konstruiert. Er scheint übrigens keine tragfähigen Kontakte mit Mitgliedern der Parteispitze oder zu seinen früheren MP-Kollegen zu haben, die dieses Argument sozusagen in einem Halbsatz in den zahlreichen Interviews postwendend hätten einbringen können. Dazu hätte es (wohl auch ihm selber) bekannt sein müssen.

Er hat in seiner vorangehenden Erklärung zur Sache etwas über den Unterschied zwischen “rechtlich korrekt und richtig” gesagt.. Inzwischen hat sich so viel in dieser Grauzone angesammelt, dass der brave Bürger nur noch hoffen kann, dass die BILD-Chefredaktion die Themen mit den Auslandsreisen im Schloss Bellevue abstimmt.

Mich hat er im Interview an die russischen Matruschkas (die Puppen in der Puppe) erinnert : die äußerste wäre für mich das Amt, die innerste Ch. Wulff – dazwischen wäre noch Platz für Gauck, Schwan und vielleicht für jemanden aus dem Bereich des Verfassungsrechts, sozusagen als Demokratie-Frühwarnsystem für unsere durchregierende Regentin.

63) Jens, Donnerstag, 05. Januar 2012, 12:12 Uhr

Herr Maschmeyer und Herr Wulff sind Freunde.

Wenn ein Bundespräsident solche Freunde hat ist das vielleicht Privat macht mir aber Bauchschmerzen.
http://www.youtube.com/watch?v=EGv0eWfpx7M

64) Frankilein66, Donnerstag, 05. Januar 2012, 12:17 Uhr

Man sollte darüber nachdenken, ob das Mindestalter für das Amt des Bundespräsidenten nicht von vierzig auf sechzig Jahre angehoben werden muss.

65) Maren P., Donnerstag, 05. Januar 2012, 12:19 Uhr

Der Bundespräsident hat in seinem Amtseid geschworen, das Grundgesetz zu wahren und zu verteidigen. Wenn er diese Kernkompetenz, z.B. bei der Pressefreiheit, egozentrisch beschädigt, fehlt ihm künftig ein wichtiger Teil seiner Legitimation.

Allerdings fürchte ich, dass ihn dieser schlichte Gedanke bereits überfordert. Das ist ja die eigentliche, peinliche, Erkenntnis: Bundespräsident Wulff hat nix kapiert! Sein Amtsverständnis ist nicht größer als das derjenigen, die jetzt als seinen Nachfolger den Potsdamer Lobbyisten Günter Jauch fordern.

Wollen wir wirklich zulassen, dass unser Staatswesen auf das Niveau von BILD, Bunte und Glotze banalisiert wird?

66) Der Bochumer, Donnerstag, 05. Januar 2012, 12:51 Uhr

Es passiert, was gestern abend nach dem Interview und dem heutigen “Widerspruch” der BILD passiert. BILD fragt den BP an, den Wortlaut der AB-Nachricht veröffentlichen zu dürfen. Damit dürfte klar sein: Er hat offenbar nicht nur einen Aufschub verlangt.

http://www.bild.de/politik/inland/wulff-kredit-affaere/bild-bittet-wulff-um-transparenz-21916856.bild.html

67) Tier, Donnerstag, 05. Januar 2012, 12:54 Uhr

Für mich klar: Rücktritt erforderlich. Wäre da nicht ein riesengroßer Haken: Was bekommt er denn alles bis ans Lebensende… ob im Amt oder nicht… Gehalt, Wagen, Sekretärin? So etwas sollte mal überdacht werden. Sollten solche Leistungen in solchen Fällen nicht vielleicht gestrichen werden??

68) marcpool, Donnerstag, 05. Januar 2012, 13:05 Uhr

Herr Wullf ist auch ein ” Wegmoderierer” wie Herr Rösler ! Liebes Deutsches Volk, gehasste Medien – ich habe euch verziehen – grossherzig vergebe ich euch , und präsidiere weiter ! Gerne doch !

@ 41) EStz:
lese ihre Kommentare gerne , aber hier verrühren sie einiges …. Sicher können Sie so argumentieren , nach dem Motto : ” Machen doch alle ” – nur wenn jemand erwischt wird bei der Unwahrheit , schlimmer noch bei einem Regelverstoss ( Steuererklärung – Versicherungsbetrug etc ) wird jeder Mensch in diesem Land bestraft .
Herr Wulff vergibt sich ! “Ich habe alles richtig gemacht gegen kein Gesetz verstossen ” – er fühlte sich beim BP Rauh ” physisch leidvoll ” – so einen BP zu haben . – Sein hoher Anspruch fällt ihm daher jetzt auf den Fuss.
Er – Wulff hat sich doch mit der Bild immer schön geeinigt – in der Vergangenheit . Sollen doch die Politiker endlich mal lernen das man dieser Zeitung nicht (ver) trauen kann…. im Notfall eben – wie Spreng sagte – lieber die Geschichte als den Freund … alles nur schäbig !

69) W. Kreuz, Donnerstag, 05. Januar 2012, 14:11 Uhr

Bitte, Bitte kein Rücktritt
Die Rücktrittsbefürworter kennen anscheinend das Gesetz über die Ruhebezüge des BP nicht!
Der BP erhält danach einen lebenslangen Ehrensold in Höhe seiner Amtsbezüge (ohne Aufwandsentschädigung) das sind Euro 199.000,- p. a. !

Wir haben doch schon genug Investitionsruinen wie-Hypo Real Estate, stille Beteiligung an der Commerzbank, seinen Vorgänger u.s.w, u.s.w.
Wer soll das alles bezahlen.
Deshalb meine Bitte, auch an Sie Herr Spreng, keine Rücktrittsforderung- überlegen Sie es sich doch nochmal!

70) Andronico, Donnerstag, 05. Januar 2012, 14:13 Uhr

Warum schreiben SIe zur Abwechslung nicht mal was über Herrn Wullf? Oder über die FDP? ;)

Das ist immer eine so schöne Erinnerung daran, dass wir keine echten Probleme haben!

71) Frank Weber, Donnerstag, 05. Januar 2012, 14:26 Uhr

Herrn Spreng ist für seinen Artikel zu danken. Leider wird er Recht behalten, dass sich das Thema in der Bewertung der Bevölkerung verlaufen wird. Am Ende wird es den Bürgern egal haben, dass ein „Sauerland“ an der Spitze des Staates steht. Sie haben wahrscheinlich wirklich andere Probleme.

Es sollte die „Intelligenz“ des Volkes aber nicht davon abhalten sich weiter zu empören und sich weiter kritisch mit der „Causa Wulff“ zu beschäftigen und nicht Ruhe zu geben, bis er sein Amt niederlegt.

Das wäre ein klares Signal in die Richtung all derer, die meinen sie könnten sich aalglatt die Dinge biegen, wie es ihnen gerade passend ist.

Lassen wir uns es einmal auf der Zunge zergehen. Der Präsident ist das Staatsoberhaupt unseres Landes! Da steckt das Wort „Oberhaupt“ drin. Damit schließt es sich per se aus, dass dieses Amt von einer peinlichen Figur mit fragwürdiger Gesinnung und Motiven ausgeübt wird.

Gebt keine Ruhe Freunde. Wir haben Guttenberg weg bekommen und bei Wulff wird es auch gelingen. Lasst uns nur bitte eine Runde weiterdenken:

Mit seinem Amtsverzicht MUSS auch der Verzicht auf die lebenslangen Apanagen in Höhe von 200.000 Euro jährlich verbunden sein. Wer sein Amt so schlecht ausübt, der hat kein Recht auf ein präsidiales Ruhegehalt!

72) F.Krogner, Donnerstag, 05. Januar 2012, 14:52 Uhr

Lügen haben kurze Beine! Es ist nicht verwunderlich, dass kaum noch jemand wählen geht!
Das hat nichts mehr mit einer Demokratie zu tun, außer die Freiehit zur Narrenfreiheit

http://www.einfachfinanzen.de/wulff-die-opferfigur/

73) C. Körner, Donnerstag, 05. Januar 2012, 14:55 Uhr

Heute mittag haben meine Kollegen und ich sich über den Fall Wulff unterhalten und sind übereingekommen, das dieser Tage die Medien vor allem eines wollen: Wulffs Kopf (also seinen Rücktritt). Die nächste logische Eskalationsstufe sei, dass Bild die Mailbox-Sequenz veröffentlicht. Eine Stunde später wurde vermeldet, dass die Bild die Transkription – Wulffs Erlaubnis vorausgesetzt – veröffentlichen will. Und ich kann Ihnen prophezeien: Wenn Wulff das nicht macht, wird die Originalsequenz bald irgendwie auf wundersame Weise im Netz auftauchen.
Interessant, mit welchem Pathos ARD, ZDF, FAZ und Süddeutsche bei dieser Springer-Kampagne mitmachen.
Ich bin nicht unbedingt ein Freund von Wulff (Gauck wäre mir lieber gewesen), aber in dieser Sache hatte Wulff von Anfang an kaum eine Chance in der veröffentlichten Meinung. Ich bin mittlerweile dafür, dass Wulff im Amt verbleibt, schon um der maßlos gewordenen vierten Gewalt ihre Grenzen aufzuzeigen.

74) Dieter Carstensen, Donnerstag, 05. Januar 2012, 15:05 Uhr

Lieber Michael Spreng,

was wir mit diesem unsäglichen und untragbaren Bundespräsidenten erleben, würde ich

den “Merkel/Wulff Effekt”

nennen.

Es geht um viel mehr, als diesen unfähigen Bundespräsidenten!

Worum geht es bei der “Wulff-Affäre” wirklich und bei seinem peinlichen Fernsehinterview, was keinerlei Aufklärung gab, aber einmal mehr belegte, wie unsere “Spitzenpolitiker” mit unserer Demokratie wirklich umgehen. Noch gestern Abend widersprach die BILD Wulffs Aussage, er habe nur um die Verschiebung der Berichte über ihn um einen Tag gebeten. Und auch die BILD ist nicht so dumm, das zu behaupten, wenn sie es nicht belegen kann. Der Fall Wulff ist der Fall Merkel und der Fall Merkel ist der Verfall unserer europäischen Demokratien. Das ist der Merkel/Wulff Effekt, Machterhalt um jeden Preis, Hauptsache man bleibt in der Regierung.

Es wird durch die Politikerkaste in Europa dermaßen gelogen, betrogen und alles schön geredet, dass ich mir schon die Frage stelle, wie lange kann der Irrsinn noch gut gehen?

Da werden in Deutschland die Arbeitslosenstatistiken gefälscht und beschönigt, da hat es diese Politmafia mit ihren Bankerfreunden fertig gebracht, dass ca. 25 % der Bevölkerung verarmt sind, in den letzten 20 Jahren, dass 1,5 Millionen Kinder in diesem Staat in absoluter Armut aufwachsen, dass die Regelsätze bei Hartz IV und der Sozialhilfe nicht einmal die Inflation ausgeglichen haben, aber so ein niedersächsischer Wulff hält es für ganz selbstverständlich, dass er für seinen Häuslebau Kreditkonditionen bekommt, von denen andere nur träumen können.

Die Ärmsten der Armen müssen z.B. seit 1. Januar 2012 bei ihren Banken und Sparkassen extra Pfändungsschutzkonten beantragen, damit ihnen nicht die überlebensnotwendigen Sozialleistungen durch eventuelle Gläubiger gepfändet werden können, was mit Zusatzkosten für die Betroffenen verbunden ist und schicken Zusatzeinnahmen für die Geldinstitute. Wie sagt der Volksmund? “Die Masse macht’s” und “Kleinvieh macht auch Mist.”

Die Arbeitslosenzahlen der Regierung glaubt doch kein vernünftig denkender Mensch mehr und was hat man von Jobs, wo man Vollzeit arbeiten geht, aber ohne Aufstockung des Minilohns durch die ARGE seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten kann? Wie bitte will man den Betroffenen erklären, dass ein Bundespräsident Sonderkonditionen bei Krediten bekommt, sie aber, wenn sie mal ihr Konto überziehen müssen, weil das Sozialgeld mal wieder zu spät kam, dafür ein vielfaches an Zinsen bezahlen müssen?

Nimmt hier in Deutschland überhaupt noch jemand wahr, mit welch verlogener Politikernomenklatura wir es überhaupt zu tun haben?

SPD Chef Gabriel verstieg sich jüngst ja zu der merkwürdigen Äußerung, dass wir eine Staatskrise hätten, wenn binnen zweier Jahre nunmehr der zweite Bundespräsident zurücktreten müsse.

Komisch, da hat der Mann wohl irgendwas nicht mit bekommen!

Ein Staat, der Massenarmut produziert, Massen von prekären Arbeitsverhältnissen, wo die Schere zwischen reich und arm immer weiter auf geht, wo die Nettokaufkraft der Löhne und Gehälter seit Jahren sinkt, die Sozialleistungen wie Renten, Hartz IV und Sozialhilfe teilweise in den letzten Jahren bis zu dreißig Prozent an Nettokaufkraft verloren haben, wo zig Menschen weder ihre Energiekosten bezahlen können, noch ihre Wohnungsmieten, und das in einem der reichsten Länder der Erde, ein solcher Staat hat NOCH keine STAATSKRISE?

Man gucke sich doch an, wohin der deutsche Weg Europa treibt:

In Griechenland hungern wieder Menschen, weil die deutsche Wirtschaftspolitik in der EU immer zu Lasten der anderen geht und nur unsere Banken und Großaktionäre davon profitieren, der Rest des Volkes aber geht leer aus. Wer hat denn, die Gesetze geschaffen, die all das möglich machten?

Gemeinsames Europa? Am deutschen Wesen soll die Welt genesen?

Dieses Deutschland, das sage ich als Deutscher, ist für die meisten anderen Staaten in der EU wie die Heimsuchung von Pest und Cholera in Einem.

Wer war denn die treibende Kraft, bei der endlosen, vorschnellen und unüberlegten EU Erweiterung? Es waren die deutschen Regierungen, nicht die deutsche Bevölkerung und genau so war es mit dem Euro. Von wegen der wäre kein Teuro gewesen, das spüren die Leute in ihren Portemonnaies ganz anders und wer den sogenannten Wirtschaftsweisen oder Wirtschaftsforschungsinstituten zu all diesen Fragen auch nur noch ein Wort glaubt, muss krank im Hirn sein, man weiß doch, von wem die bezahlt werden und dass all ihre Gutachten erstunken und erlogen sind.

Nehmen wir mal den Fall Ungarn: Fast unbemerkt von unserer Öffentlichkeit wird in diesem “EU-Mitgliedsstaat” durch eine rechtsradikale Regierung die Demokratie täglich weiter zerstört. Ungarn würde ich zur Zeit nicht mehr als freien und demokratischen Staat bezeichnen, aber von unseren Politikern höre ich kaum Proteste, gegen das, was da an Verfolgung von Minderheiten und Andersdenkenden passiert.

Dass sich in Portugal mittlerweile Frauen prostituieren müssen, um ihre Familien durchzubringen, die Kriminalitätsrate aus lauter Armut explodiert ist, all das sind Fakten, die jeder leicht bei Google nachrecherchieren kann, ich verzichte bewusst auf ausführliche Quellenangaben.

Und genau darin besteht der Merkel/Wulff Effekt:

Die Politikernomenklatura der BRD beutet nicht nur diesen Staat mit Hilfe ihrer Bankerfreunde etc. aus, nein, sie zerstört die Demokratie in GANZ Europa und deswegen sind alle Demokratien in Europa in der schwersten Krise seit ihrem Bestehen.

Das ist es, was hinter der ganzen Affäre wirklich steht!

M.f.G.

75) Andronico, Donnerstag, 05. Januar 2012, 15:09 Uhr

Wir wollen also einen Bundespräsidenten, der eine “!moralische Autorität” ist? Ist das wirklich ernst gemeint? Oder wollen wir nur einen, der geschliffene Reden hält wie Richard von Weizäcker? War der ein moralische Autorität? Weil er so weihevoll auftreten konnte? Weil er den Eindrück vermitteln konnte, er sei ohne Fehl und Tadel? Und dann erst die NSDAP-Mitglieder Carstens und vermutlich auch Scheel? Waren sie “moralische Autoritäten”? Und Rau, Herzog, Köhler? Kein Prädsident und keine Politker war jemals eine “moralische Autorität”. Aber wir wollen natürlich eine solche! So ruft es jeder Journalist und Politiker ins Land hinaus!

Wie würde so eine Bundespäsident wohl reden? Würde er die Unmorak der Politik, der Kirchen, der Verbände, die Verlogenheit jedes einzelnen von uns Normalbürgern gleißeln? Würde er uns jeden Tag daran erinnern, wie viele Menschen auch heute wieder verhungert sind auf der Welt? Wie viele Kinder? Was AIDA in Afrika anrichtet, und welche unrühmliche Rolle unsere Politik und die unserer “amerikanischen Freunde” dabei spielt? Würde er ohne Kompromiss für Minderheiten eintreten (z.B. auch für die Muslime in Deutschland, die derzeit genauso pauschal diffamiert werden wie früher die Juden), für die Menschenrechte (auch in Guantanamo), für eine gerechte Verteilung der Ressourcen in der Welt, für Liebe und Wahrhaftigkeit, und gegen auch nur kleinsten Kompromiss, wenn Wirtschaftsinteressen gegen Menschenrechte stehen? Für die Rettung Umwelt, auch wenn es uns Komfort und Luxus kostet, für den Klimaschutz, auch wenn die Autohersteller Sturm laufen? Für eine bedingungslos moralische und pazifistische Politik? Und der die Partei der Schwachen ergreifen und mutig gegen die Mächtigen sprechen wird?

Ja, ich würde mir so einen Präsidenten wünschen! Ja, das wäre wunderbar! Er würde oft reden wie Georg Schramm! Er würde uns alle erinnern, wie verlogen wir unser Leben leben! Es würde weh tun, ihm zuzuhören! Jeden Tag! So eine Präsidenten möchte ich haben! Aber natürlich werden wir so einen nicht bekommen.

Stattdessen werden wir wieder einen haben, der uns auf noch viel mehr Sozialabbau vorbereitet, der Wirtschaftsinteressen für wichtiger als Menschlichkeit erachtet. Der uns die Alternativlosigkeit der neoliberalen Politik verklickern wird. Und der den Reichen und Mächtigen nicht ans Bein pinkeln wird. Aber, wenn er dann am 8. Mai ein “große Rede” halten wird, dann wird er eine moralischen Autorität sein.

76) Klaus Schulze, Donnerstag, 05. Januar 2012, 15:18 Uhr

Pressefreieit

könnte es nicht sein, dass Wulff eine ganz andere Story von Springer fürchtete?

Eine ungeheure Story über die Vergangenheit seiner Frau im Hinterkopf würden diese wutentbrannten Anrufe Wulffs erklären und gäben der Geschichte eine Dimension:

Die der Erpressbarkeit unseres Staatsoberhaupts!

77) Klaus Schulze, Donnerstag, 05. Januar 2012, 15:26 Uhr

Ich denke Wulff ist einer Intrige aufgesessen:
Man hat ihm in Dubai gesteckt, die Bild würde am nächsten Tag eine skandalöse Story zum Vorleben seiner Frau bringen – worauf er ausgerastet ist und zum Handy griff, um den Skandal zu verhindern.
Bild jedoch brachte die andere Geschichte.
Wulff war in die Falle getappt.

http://meedia.de/print/der-bettina-wulff-komplex-der-medien/2012/01/04.html

78) Der Bochumer, Donnerstag, 05. Januar 2012, 15:28 Uhr

In Sachen “Recht auf irgendetwas” möchte ich unseren aktuellen Bundespräsidenten zitieren: “Nicht alles was Recht ist, muss auch richtig sein.” Wenn er sich in seiner bürgerlichen Lebenswelt nicht gänzlich verunmöglichen will, wäre es gut beraten, aus freien Stücken auf eine Altersversorgung zu verzichten. Stichwort: Berater. Wer berät ihn eigentlich in Kommunikationsanlegenheiten?

79) Ufpasser, Donnerstag, 05. Januar 2012, 15:30 Uhr

und schwupps ….

Wulff verweigert Veröffentlichung seines Anrufs

Bundespräsident Christian Wulff lehnt die Veröffentlichung des umstrittenen Telefon-Anrufs bei “Bild”-Chefredakteur Kai Diekmann ab. “Die in einer außergewöhnlich emotionalen Situation gesprochenen Worte waren ausschließlich für Sie und für sonst niemanden bestimmt”, schreibt er in einem Brief an Diekmann, der auf der Internetseite des Bundespräsidenten veröffentlicht wird. Und weiter: “Es erstaunt mich, dass Teile meiner Nachricht auf Ihrer Mailbox nach unserem klärenden Telefongespräch über andere Presseorgane den Weg in die Öffentlichkeit gefunden haben.”

80) Johannes B. S., Donnerstag, 05. Januar 2012, 15:45 Uhr

Ich finde die Hetzkampagne gegen Wulff widerlich und sie stösst mich ab. Die Argumente mit dem Kredit sind teilweise an den Haaren herbeigezogen und Schwachsinn. Diejenigen, die sich darüber echauffieren haben vielleicht noch nie einen Kredit aufgenommen oder haben relativ wenig Ahnung von Finanzangelegenheiten, jedenfalls finde ich ist esnicht verwerflich, sich Geld von Freunden zu leihen und die Konditionen waren angemessen. Im Übrigen konnten die “Hetzredakteure” U. Deppendorf und Bettina Schausten (die ja teilweise Aussetzer hat – bei einer Einladung unter Freunden revanchiert man sich doch nicht mit Geld!
) mehr als zwanzig Minuten alle ihre Fragen stellen. Hinterher wird so getan als ob nur ein Teil der Fragen geklärt sei, wieso haben denn dann die beiden “Profis” die entsprechenden Fragen nicht gestellt?
Offentsichtlich geht es Hr.Spreng um was ganz anderes: er ist auf die linke Seite gewechselt und versucht der Regierung permanent zu schaden, da kommt die Affäre mit Wulff gerade recht,den er sowieso nicht leiden kann, der aber meiner Ansicht nach ein ganz anderes Niveau hat als Hr. Spreng, der mal Chefredakteur der Bild am Sonntag war und mit Verlaub, man sieht ja was die Zeitung für ein Niveau hat.
Da finde ich das Statenent aus dem NT (Bibel) passend, wo es heisst, wer keine Schuld hat werfe den ersten Stein, es hat keiner geworfen. Diese Affäre ist eine Paradigma an Heuchelei, Wichtigtuerei und politische Schlammschlacht.
Ich finde Hr. Wulff hat die Sache bisher gut genacht als Präsident und ich hoffe, dass er im Amt bleibt.

81) gerre, Donnerstag, 05. Januar 2012, 15:45 Uhr

Der Bundespräsident Heinrich Lübke war noch viel komischer…
Braucht Deutschland überhaupt einen Bundespräsidenten?

82) Daniel, Donnerstag, 05. Januar 2012, 15:46 Uhr

Ich verstehe überhaupt nicht, warum so viele Leser der Meinung sind, das unser Bundespräsident zurücktreten muss. Er repräsentiert Deutschland, die deutsche Politik und den Zustand unserer Demokratie doch in geradezu idealer Weise!

Nein, Herr Wulff soll mal schön im Amt bleiben, da tut er wenigstens noch ein wenig was für sein Geld: Bei jedem Auftritt erinnert er uns Wähler daran, was los ist im Staate Deutschland. So alle halbe Jahr könnte man die Affäre noch mal aufkochen und neue Details verbreiten. Es ist wichtig, das es weh tut und wir uns tüchtig schämen, mindestens bis zur nächsten Wahl! Wir haben noch lange nicht genug gelitten.

Wie sagte meine Oma gerne: “Niemand ist nutzlos. Man kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen.”

83) Mark, Donnerstag, 05. Januar 2012, 15:53 Uhr

Und nun kneift unser (Noch-) Bundespräsident erneut und tappt so in die von BILD so meisterhaft aufgestellte Falle: Er stimmt einer Veröffentlichung des Wortlautes seines Diekmann-Anrufes nicht zu. Damit komplettiert sich das Bild eines verschreckten Bundespräsidenten, der nicht einsehen will, wann seine Party zuende ist, der völlig die Bodenhaftung verloren hat.

Und watt nu?

Möglicherweise entscheidet sich der Springer-Verlag, den Anruf dennoch zu veröffentlichen. Als Argument könnte man anführen, dass man Klarheit schaffen wolle über die Situation und den (implizierten) Vorwurf, BILD habe die Unwahrheit gesagt. Allerdings kann es natürlich für Diekmann und seine Mitarbeiter (die evtl. Zugriff auf die Mailbox hatten) brenzlig werden, wenn sie das Fernmeldegeheimnis verletzen. Andererseits müsste dann erstmal gerichtlich geklärt werden, was stärker wiegt: Die Pressefreiheit oder das Fernmeldegeheimnis. Und: Gilt das auch in diesem Maße für Anrufe von Bundespräsidenten bei Chefredakteuren? Vor allem Wulff musste als erfahrener Politiker ja wissen, bei wem er da anruft, und warum.

Also, liebe BILD-Zeitung: Walten Sie Ihres Amtes!

84) xantana, Donnerstag, 05. Januar 2012, 15:56 Uhr

Was für ein armseliges Deutschland das von noch armseligeren, macht- und geldgierigen Politikern
regiert wird, die zudem wehement an ihren Stühlen kleben.
Ein bischen Gejammer, ein bischen Schämen und dann kann man getrost zur Tagesordnung
übergehen.
Pfui

85) karel, Donnerstag, 05. Januar 2012, 16:01 Uhr

Bei keinem unserer Systemmedien fand ich einen Link zur kompletten öffentlichen Rede des Bundespräsidenten vom 24.08.2011 in Lindau. Warum?
Hier ist der Link:

http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Christian-Wulff/Reden/2011/08/110824-Wirtschaftsnobelpreistraeger.html;jsessionid=78E29D5924F84DD877CA239C01B886D9

Eine Rede vor 17 Nobelpreisträgern und hunderten junger Wirtschaftswissenschaftler aus Ländern rund um den Globus.

Sorry, Herr Wulff hat meine Symphatien, nicht unser “dienendes Mainstream”-System

86) Benjamin, Donnerstag, 05. Januar 2012, 16:11 Uhr

Na, das mit der Transparenz war wohl wieder nix – Wulff lehnt die Veröffentlichung des Bild-Anrufs ab. Eine Abschrift könnte Bild aber so oder so bringen, ohne rechtliche Konsequenzen zu befürchten; es ist aber wohl fraglich, ob sie das jetzt noch tun.

ps: Presseecho zum Interview: http://www.sueddeutsche.de/politik/presse-echo-auf-wulff-interview-das-ist-allzu-glitschig-das-ist-aalglatt-1.1251219

87) EStz, Donnerstag, 05. Januar 2012, 16:18 Uhr

68) marcpool, Donnerstag, 05. Januar 2012, 13:05 Uhr
>> Sicher können Sie so argumentieren , nach dem Motto :
>> ”Machen doch alle ” – nur wenn jemand erwischt wird bei der
>> Unwahrheit , schlimmer noch bei einem Regelverstoss
>> (Steuererklärung – Versicherungsbetrug etc )
>> wird jeder Mensch in diesem Land bestraft .

Was ist denn nun sein justiziables Vergehen?

88) EStz, Donnerstag, 05. Januar 2012, 16:22 Uhr

@ 65) Maren P., Donnerstag, 05. Januar 2012, 12:19 Uhr
>> Der Bundespräsident hat in seinem Amtseid geschworen,
>> das Grundgesetz zu wahren und zu verteidigen.
>> Wenn er diese Kernkompetenz, z.B. bei der Pressefreiheit,
>> egozentrisch beschädigt, fehlt ihm künftig ein wichtiger Teil
>> seiner Legitimation.
Nur aus Trotz gefragt:
Was ist Pressefreiheit?
Wo hat Wulff gegen die Pressefreiheit verstossen?
Wie lautet §1 des Grundgesetzes?

89) logopunto, Donnerstag, 05. Januar 2012, 16:48 Uhr

Wieso kommt eigentlich dieses unsägliche Jesus-Zitat über den ersten Stein nicht vor in den Kritiken des gestrigen Interviews? Ist es schon so weit, dass er Christus selbst benötigt, um sich zu exkulpieren? Das Zitat zeigt Maß- und Maßstabslosigkeit zugleich! Ich bin bestürzt.

90) Karin Kammann, Donnerstag, 05. Januar 2012, 18:02 Uhr

WULFF VERWEIGERT VERÖFFENTLICHUNG

Zum ersten Mal macht er etwas richtig indem er die Vertraulichkeit des gesprochenen Wortes und das Telefongeheimnis ernst nimmt. Offensichtlich hat die BILD keinen anderen Pfeil mehr im Köcher, was ihn aufatmen lassen kann.

Sollte die jetzt dennoch veröffentlichen, kann er sich getrost als Opfer der BILD darstellen und wird auch – zu recht – Sympathien erreichen. Denn: Niemand will einen von der BILD geschlachteten Wulff sehen. Da wird der Beschützerinstikt nur noch geweckt.

Dass er zwar Transparenz andauernd sagt, aber nicht meint, war schon an seinem Hypthekendarlehen zu sehen, der ja am 16.Jan 2012 erst (sic!) in Kraft treten wird. Das hat er früher schon anders gesagt und nun redete er sich mal wieder fadenscheinig fachjuristisch heraus, dass er das mündlich schon am 25. Nov. abgeschlossen hat (Auch ein mündlicher Vertrag hat Gültigkeit). Bitte, wer macht von uns einen mündlichen Vertrag zur Immobilenfinanzierung plus Hypothekeneintrag im Grundbuch ?

Genau das sitzt der wirkliche Wulff, der dann auch wohlfeil unterscheiden will zwischen Herr und Frau Geerkens und sich immer einen Durchschlupf fachjuristisch sich offenhalten will – mit katatstrophalen Auswirkungen auf das Amt.

Seine Botschaft ist dabei klar:
IHR kriegt mich nicht!
Ich habe VHS Grundkurs Jura gemacht.

Dazu passt dann auch sein Verständnis von Bewährung, dass er moralisch und ethisch gar nicht erst erfassen kann, sondern für ihn nur fachjuristisch: Bewährung nach Straftat bedeutet, – eben, dass man zuvor etwas Unrechtes getan haben muss. Dann ist die Antwort einfach: “Ich habe nichts unrechtes getan.”

DA und genau DA liegt die gänzliche Unbedarftheit dieses Präsidenten.
Wir werden davon noch mehr erleben können – glaubt mir.

91) nona, Donnerstag, 05. Januar 2012, 18:02 Uhr

Mich verblüffen zunehmend die immer wieder auftauchenden Kommentatorenstimmen, er habe “ja nur einen Fehler gemacht”, und wo kämen wir denn hin wenn jeder daraufhin seinen Job verlöre, und er sei ja “vom Stamme Nimm” so wie X% der Bevölkerung auch, und ähnlichen Apologetenwirrsing. Das mag ja alles sein, wenn man alles und jedem mit gleichem Maßstab misst. Aber Wulff ist nicht irgendwer, in irgendeinem Job, sondern ehemaliger Ministerpräsident, der jetzt das Amt des Bundespräsidenten bekleidet. Menschlich mag man ihm Fehler zugestehen können, aber er begeht zunehmend “Fehler”, die dem moralisch-ethischen Anspruch und der Vorbildfunktion dieser exklusiven Position innerhalb unserer Gesellschaft nichtmal entfernt gerecht werden. Selbst während er Fehler zugibt druckst er noch herum und verbiegt die Wahrheit so zu seinen Gunsten, dass er Verständnis heischen und Mitleid erregen können will. Er ist ganz einfach menschlich-charakterlich nicht zum Bundespräsidenten geeignet. Gewogen und für zu leicht befunden.

92) S109, Donnerstag, 05. Januar 2012, 18:12 Uhr

Die Chuzpe, die Wulff hat, die hätte ich auch gerne.

Er werde “alles offen legen. Wann hat es schon einmal so viel Transparenz gegeben”? Diese, seine Krise, werde “Maßstäbe im Umgang mit den Medien und ganz neugewonnener Transparenz setzen!”

Sensationell. Er hat Deutschland gedieht, indem er erst einmal alles verschleiert hat um so auf die Defizite aufmerksam zu machen, dass man ja grundsätzlich in diesem Staate verschleiern kann!

93) Jablonski, Donnerstag, 05. Januar 2012, 18:18 Uhr

Langsam wird es unerträglich peinlich. Aber nicht allein für den Bundespräsidenten, sondern für uns alle. Will ich nun wirklich einen Briefwechsel zwischen dem Bundespräsidenten und dem Chefredakteur einer Boulevard-Zeitung lesen? Die eine macht ihn öffentlich mit Verweis auf das Wulff’sche Versprechen von Transparenz und der andere sieht sich genötigt, ebenso öffentlich zu antworten mit Verweis darauf. Erinnert mich irgendwie an die Mailwechsel in meiner Firma mit Intrigen, Machdemonstrationen und Schuldzuweisungen im cc-bcc-Stil.

Im Grunde kann doch jetzt nur eines erfolgen: “Um Schaden vom Amt abzuwenden, erkläre ich hiermit…” Das allerdings wäre nach dem zweiten Mal in Serie eine Bankrotterklärung an dieses Staatsamt!

Daher meine Meinung: Schluss mit dem Weiterbohren. Lassen wir ihn weiter sein Amt ausüben. Am Ende steht entweder eine Präsidentenfigur, die nach einer Krise über sich selbst hinausgewachsen ist und zur politischen Lichtgestalt aufstieg (eher unglaubwürdig) oder eine Präsidentenfigur, die nach einer Krise, über die in Jahren kaum einer mehr sprechen wird (à la Johannes Rau “Stimmt, da war ja auhc mal was”), zum Grußonkel verkümmerte und von dem nicht mehr übrig blieb, als ein Porträt in der Ahnenreihe im Bundespräsidialamt.

Wir mögen einen guten Präsidenten haben oder schlechten, einen herausragenden oder einen Stümper, das ist mir relativ egal und DAS ist menschlich – aber wir sollten zumindest einen haben.

94) Politikverdruss, Donnerstag, 05. Januar 2012, 19:04 Uhr

Ich freue mich schon auf den nächsten Wulff-Artikel von Herrn Spreng.

95) sk8erBLN, Donnerstag, 05. Januar 2012, 19:43 Uhr

Wie sich die Demokratie Wulff unterwerfen muss

Unwürdig und ohne Format? Egal! Sollen Medien und Politiker doch sagen, was sie wollen: Bundespräsident Christian Wulff bleibt im Amt. Und nicht nur das – er setzt damit ganz neue Maßstäbe für unsere Demokratie.
….
Der Deutsche Bundestag möge beschließen

Nehmen wir den Bundespräsidenten, der Bundespräsident bleiben will um jeden Preis, also beim Wort. Ändern wir unser System nach seinem gelebten Demokratieverständnis. Dafür bräuchte es nur einige kleine Gesetzesänderungen. Der Deutsche Bundestag möge bei nächster Gelegenheit beschließen:

• Artikel 1, Absatz 2 des Grundgesetzes (Bekenntnis zu den Menschenrechten) wird erweitert um den Satz: “Diese Menschenrechte gelten ausdrücklich auch für den Bundespräsidenten.”

• Artikel 5, Absatz 1 des Grundgesetzes (“Eine Zensur findet nicht statt”) wird erweitert um die Sätze: “Zensur ist jedoch menschlich verständlich und vertretbar, wenn der Bundespräsident
a. sich in seiner Privatsphäre verletzt sieht,
b. gleich zum Emir muss,
c. sich für den Zensurversuch hinterher entschuldigt oder
d. der Rubikon als überschritten zu betrachten ist.”

• Paragraph 90, Absatz 4 des Strafgesetzbuches (“Verunglimpfung des Bundespräsidenten”) wird erweitert um den Satz: “Der Bundespräsident kann die Verfolgung des Deliktes nach eigenem Ermessen auch selbst in die Hand nehmen.”

• Artikel 54 des Grundgesetzes, der erste, der sich mit dem obersten Staatsrepräsentanten beschäftigt, wird erweitert um zwei neue Absätze:
“(1) Der Bundespräsident ist auch nur ein Mensch.
(2) Entschuldigungen des Bundespräsidenten sind zu akzeptieren und stellen die Befähigung des Bundespräsidenten zur fehlerlosen Amtsführung unverzüglich wieder her.”

• Artikel 55, der bisher vorschreibt, der Präsident dürfe keine weitere Tätigkeit ausüben als sein Amt, wird ergänzt durch den neuen Absatz 3:
“Der Bundespräsident darf jedoch unentgeltlich bei Freunden im Gästezimmer übernachten und diese auch bei sich übernachten lassen, ohne Ansehen von Alter, Geschlecht, sozialer Stellung oder Einkommensverhältnissen seiner Freunde und/oder deren Ehepartner.”

• Schließlich wird ein neuer Artikel 61b erlassen:
“(1) Der Bundespräsident hat beim Aufkommen von Vorwürfen gegen seine Person eine Frist zur Aufklärung dieser Vorwürfe einzuhalten.
(2) Die Dauer dieser Frist bestimmt der Bundespräsident nach eigenem Ermessen.
(3) Den Umfang der Aufklärung bestimmt der Bundespräsident nach eigenem Ermessen.
(4) Aufklärung im Sinne dieses Gesetzes kann auch ein Interview mit ausgewählten Medienvertretern sein.”

Mit diesen kleinen Änderungen wäre die Gesetzeslage auf den aktuellen Stand gebracht und der realen Amtsführung des Christian Wulff angepasst.

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,807407,00.html

96) Olaf Jochens, Donnerstag, 05. Januar 2012, 19:53 Uhr

Wir wussten alle, dass Christian Wulff der falsche Mann für die Position ist. Ob Joachim Gauck wirklich die Idealbesetzung gewesen wäre, sei dahingestellt. Er hätte für einen Bundespräsidenten zumindest das richtige Alter gehabt. Nun stürzt sich die Öffentlichkeit gierig auf die Verfehlungen des Herrn Wulff und er selbst lässt keine Chance aus, sich dumm, ja eigentlich schon dämlich zu verhalten.
Jede seiner Verfehlungen würde reichen, ihn zum Rücktritt zu bewegen. Besonders bedenklich finde ich die Nähe zu Herrn Maschmeyer. Der Hamburger würde sagen: “das tut man nicht”. Schon als Ministerpräsident sind viele Dinge tabu, die für den Normalbürger noch akzeptabel wären. Als Bundespräsident geht das alles aber gar nicht. Dieses Amt hätte er nie anstreben dürfen. Egal wer ihn dazu getrieben hat, wir wollen nicht von einer Puppe sondern von einem mündigen Präsidenten regiert werden. Das Gefühl, er macht, was Frau Merkel will, sorgt für Unbehagen. Dazu passt natürlich auch seine Weigerung, über einen Rücktritt nachzudenken. Wir bleiben aber am Ball. /Gruss

97) sk8erBLN, Donnerstag, 05. Januar 2012, 20:07 Uhr

Noch zur Posse mit dem Mailboxinhalt des Bild Chefs Diekmann und der Weigerung Wulffs einer Veröffentlichung der dort hinterlassenen Peinlichkeiten zuzustimmen.

Und lange dauern, bis der O-Ton Wulff von der Mailbox geleakt wird und uns erheitert dürfte es auch nicht mehr. So dämlich wie Wulff muss man sich erst mal anstellen können. Zu recht stellt Lukas Heinser fest:


Der präsidiale Ausraster auf seiner Mailbox dürfte kaum Diekmanns letzter Trumpf gewesen sein. Wahrscheinlich ging er fest davon aus, dass Wulff seine Bitte zur Veröffentlichung negativ bescheiden würde, und hat die Anfrage deshalb gleich öffentlich gemacht. Diekmann konnte zwei Mal “im Sinne der von Ihnen angesprochenen Transparenz” argumentieren und hat den Präsidenten damit faktisch schachmatt gesetzt: Setzt man voraus, dass Diekmanns Version der Geschichte stimmt, wäre Wulff der Lüge überführt gewesen und damit endgültig untragbar. Setzt man voraus, dass Wulffs Version stimmt, hat er jetzt immer noch das Problem, nicht “im Sinne der Transparenz” gehandelt zu haben. Er konnte nur noch verlieren.

Egal, was jetzt noch rauskommt: Der größte Fehler, den Christian Wulff in meinen Augen gemacht hat, war der, “Bild” und Kai Diekmann die Gelegenheit zu geben, sich als seriöse, moralische Journalisten inszenieren zu können, was ihnen die Menschen vielleicht mehr abkaufen als Wulff seine Rolle als reuiger Sünder. Wulff hat “Bild” die Macht zurückgegeben, die die Zeitung eigentlich nicht mehr hatte.

http://www.coffeeandtv.de/2012/01/05/der-groste-fehler-des-christian-wulff/

Es ist offensichtlich dass die Wulffsche Version eine Lüge ist und natürlich mehr geschehen sollte als die Veröffentlichung nur ein oder auch 2 Tage nach hinten zu schieben.
Die Antwort warum Wulff lügt, findet sich beim Hessischen Rundfunk. Wer nur einen Tag Aufschub wünscht bis zur Veröffentlichung braucht wohl keine Drohung juristischen Schritte einzuleiten und auch keine Kriegserklärung.:
http://www.hr-online.de/website/derhr/home/presse_meldung_einzel.jsp?rubrik=54989&key=presse_lang_43613915

Der Bild-Kolumnist und Talkshow-Moderator Hugo Müller-Vogg hat in hr1 bestätigt, dass Bundespräsident Christian Wulff in seinem umstrittenen Anruf bei der Bild-Zeitung um Aufschub in der Berichterstattung über seinen Privatkredit gebeten hat. Er, so Müller-Vogg im Hörfunkgespräch, kenne den Wortlaut der aufgezeichneten Nachricht Wulffs genau: „Er hat um einen Tag Aufschub gebeten, mit dem Ziel, dass man noch mal drüber spricht.“ Allerdings, so Müller-Vogg weiter, sei es „sicherlich nicht“ das alleinige Ziel gewesen, „dass der Artikel dann nur einen Tag später erscheint“, denn: „Auf der Mailbox war ja auch die Drohung mit juristischen Schritten gegen die Kollegen, die das recherchiert haben.“

Dann passst das ja wenn ausgerechnet Hugo Müller-Vogg das klarstellt:

“Der frühere FAZ-Mitherausgeber Hugo Müller-Vogg hatte vor fünf Jahren ein Gespräch mit Christian Wulff als Buch unter dem Titel „Besser die Wahrheit“ herausgegeben.”

So, ich habe jetzt nen Termin beim Emir! Schönen Abend

98) Tiedgen, Donnerstag, 05. Januar 2012, 20:11 Uhr

Auch mich hat gestern die Fremdscham ereilt. Den guten Fragen der Interviewern standen (einstudierte?) verständnisheischende Erwiderungen des Bundespräsidenten gegenüber, die irgendwie immer “daneben” waren. Das betrachte ich als rhetorische Manöver, um unliebsamen Fragen auszuweichen.

Aber besonders fremdschamwürdig fand ich die Erklärung des Bundespräsidenten, dass es ja eine große Umstellung vom Ministerpräsidenten zum symbolischen? Amt des Bundespräsidentin gewesen wäre und er da noch Schwierigkeiten gehalbt hätte (die genaue Formulierung habe ich nicht parat). Aber da stempelt er sich ja selbst zum AZUBI ab, “der das Amt noch lernen müssse”. Und das formuliert ein Berufspolitiker in der Mitte seines Lebens.

Da müssen sich ja einige meiner Vorfahren, die in Hamburg im vergleichbaren Alter Verantwortung als Senator oder Kapitän der Bügerwehr übernommen haben, im Grabe umgedreht haben. Die wären mit einer vergleichbaren Rede sozial und politisch erledigt gewesen. Das waren gestandene Männer, die NACH einer Karriere als Unternehmer, Makler o.ä. politische Ämter übernommen haben.

Ich bin ebenfalls für die Heraufsetzung des Mindestalters und für den Nachweis einer persönlichen Reife bzw. Realititätstüchtigkeit in Form einer mindestens 20-jährigen Berufstätigkeit außerhalb der Politik.

Ich kann nachvollziehen, dass Herrn Wulff auf Grund seiner Biographie die Wertschätzung, die dem Amtsinhaber entgegengebracht wird, gefällt und dass er das nicht aufgeben möchte. Aber sein privates Selbstbild ist weit von dem Bild entfernt, das seine (ausländischen) Besucher von ihm haben werden (vermutlich), wenn er in seinem eigenen Land bereits zur Witzfigur wird. Wenn er sich mal eine Weile von seinen persönlichen Bedürfnissen lösen würde, um das Gemeinwohl zu betrachten ,würde auch ihm dämmern, dass er für sein Land eine Belastung ist.

An dieser Stelle noch einmal ein Lob an die Politilker, die die Herausforderung annehmen, ein Fehlverhalten/Irrtum/Mißverständnis offen und zügig zuzugeben, auch wenn dann die Medien berichten, die “Volksseele” sich empört und manche Tomaten fliegen. Frau Kässmann hatte das begriffen. Und danach gibt es vielleicht auch wieder eine 2. Chance auf einer soliden, realitätsgerechten Basis.

99) Andreas Fischer, Donnerstag, 05. Januar 2012, 20:14 Uhr

Ohne die ganzen Beiträge gelesen zu haben, muss ich hier einfach mal sagen das die Perversion der menschlichen Psyche keine Grenzen kennt, und gerade in der Stimmung gegen Wulf sehr gut offensichtlich wird.
Mich würde gern mal interessieren was alles in Hernn Dieckmann sein Leben sich abgespielt hat oder sich abspielt. Dabei weiß doch ein jeder normal denkende Bürger, dass Reporter zu sehr miesen und unverschämten, bis fast hin zu kriminellen Mitteln greifen, um “IHRE STORY” ÜBER DIE TAGESZEITUNGEN zu Verkaufen. Wir wissen doch alle, wie sehr wir durch Medien manipuliert werden. Und sehr zutreffend war und ist der Hinweis von Herrn Wulf für mich – Wer da ohne Sünde ist, der hebe den ersten Stein! Dazu ist es wieder einmal ebenso offensichtlich, dass wir Menschen uns nach über 2000 Jahren nicht weiter entwickelt haben, in unserer menschlichen Reife. Heute wie früher, bildet sich ein Mop – ein Pöbbel – und es wird Stimmung gemacht, bis der Feind besiegt ist.

Erbämlich, was hier so öffentlich mit hilfe der Medien gemacht wird.
Schade.
Was gibt es, dass Herr Wulf getan hat, dass so eine Hetze rechtfertigt?

100) Hans-Peter Vogels, Donnerstag, 05. Januar 2012, 20:41 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

gerade von Ihnen bin ich enttäuscht, dass bei den wenigen Fakten vor allem Mutmaßungen geäußert werden. Dieses ist wenig sachdienlich und nicht dau geeignet einen fairen Ausweg aus dem Dilemma zu zeigen. Aber wahrscheinlich geht es darum auch schon nicht mehr.
Besonders erschreckend finde ich Ihre Formulierungen wie ‘Merkwürdige Freundeswirtschaft’ und ‘Serientäter’. Dieses Vokabular ist m.E. nicht für eine sachliche Auseinandersetzung geeignet, sondern dient nur der Polemisierung. Ja, ich finde auch unser Bundespräsident hat Menschenrechte und darf nicht durch unangemessene Äußerungen von Journalisten in eine kriminelle Ecke gedrängt werden.
Wer von den vielen Journalisten und Anti-Wulff-Äußerern hat sich denn bis heute für seine Wortwahl entschuldigt? Ich kenne keinen.
Wenn Herrn Wulff kein Verstoß nachgewiesen werden kann und er trotzdem das Bundeskanzleramt räumen muss, weil der politische und mediale Druck zu groß geworden sind, finde ich dies erschütternd im Hinblick auf unsere demokratische Ordnung und einem falsch verstandenem überschießendem Maß an Pressefreiheit.

Mit freundlichem Gruß

Hans-Peter Vogels

101) Onra, Donnerstag, 05. Januar 2012, 20:46 Uhr

Hoffentlich kommen am SA, zur Rücktrittsdemo mehr als 50 Menschen. Wulff sollte die Empörung der Menschen nicht nur lesen, sondern erleben. Der Werteverlust an der Spitze unseres Staates ist unerträglich.
Ich bin dabei und werfe “alte Schuhe” als Ausdruck der Verachtung.

102) sk8erBLN, Donnerstag, 05. Januar 2012, 20:50 Uhr

wie es aussieht muss der Wutanruf nicht mal gelakt werden sondern könnte auch so veröffentlicht werden, zumindest Teile davon nach Einschätzung des Justitiars des Deutschen Journalistenverbands…
weiter lesen auf FOCUS Online:
http://www.focus.de/politik/deutschland/deutscher-journalistenverband-veroeffentlichung-von-wulff-anruf-rechtlich-umstritten_aid_699801.html

103) mehrwertsteuerrad, Donnerstag, 05. Januar 2012, 21:36 Uhr

“Ich mag Herrn Wulff mehr als Herrn Diekmann und damit wird alles gut” schrieb hier ein User.
Medienkampa, Hetzjagt, Opfer sein.

So einfach kann die Sicht der Dinge sein.

Doch ich sehe folgende:

Einer der gerne Anstand und Würde von Amtsträgern eingefordert hat.
Leistet sich auch ein paar kleine feine Dinge, die halt ein Geschmäckel haben.
Nicht schlimm, wenn man die Zeitungsmeldung nicht zur Kenntnis genommen hätte würde es heute keinen mehr interessieren.
Die Geschichte in der Welt mit seiner Halbschwester habe ich erst jetzt gelesen, also war das doch ein unwichtiges Randthema, das ein Politiker in der ersten Reihe locker weg stecken sollte.

Doch nun dies, Anruf bei meinem Freund Kai und anschließend bricht alles über Ihn her rein, MAN hat mich nicht mehr lieb und ich habe doch nicht böses gemacht. Alles legal kann man online nach schauen.

Wenn ein Mensch so das Amt des BP meint ausfüllen zu müssen ist er ungeeignet und hätte diesen Posten nie antreten dürfen. nun will er 5 Jahre ausharren und eine BP Lehre machen.
Geben wir Ihm die Chance; nur sollte er Sie so geräuschlos wie möglich machen, damit wir nicht belästigt werden. Meine nicht vorhandenen Erwartungen an Herrn Wulff hat er mit dieser ganzen Aktion zur Gänze bestätigt, man könnt sogar sagen er ist über das Ziel hinaus geschossen.

Sein Rücktritt kommt uns nicht Billiger als sein Verbleib. Das Amt des BP kann er nicht beschädigen da er ja nur der Lehrling ist. Gut ein ungewohntes Modell, aber auch daran werden wir uns in 3 Jahren gewöhnt haben. Verlierer ist hier nur Herr Wulff, er konnt SEINEN Anspruch nicht erfüllen und wird nun gehänselt.

Angie sitzt das Ding aus, Sie weiß es geht für Sie endgültig Bergab und Sie hofft auf ein Hochwasser 14 Tage vor der nächsten Bundestagswahl, dafür hat Sie sich schon ein paar schwarze Gummistiefel mit gelber Sohle gekauft.

104) ManniPuliert, Donnerstag, 05. Januar 2012, 23:16 Uhr

@ 63) Jens:

Das müssen Sie verstehen, wer in Hannover was werden will, kann sich seine Freunde nicht aussuchen! Im übertragenden Sinn ist Hannover nichts anderes als ein kleines, abgelegenes Dorf in den Bergen: über allem ein Hauch von Inzucht. Schröder, Gabriel, Wulff und Steinmeier alles die besten Kumpels vom Herrn Maschmeyer. Ich fordere (frei nach Maschi): Der nächste der in Deutschland was zu sagen hat, darf kein Niedersachse sein!

105) JG, Donnerstag, 05. Januar 2012, 23:25 Uhr

Liebe verbliebene Wulff-Freunde (oder einfach eifrige Parteigänger von CDU, CSU, FDP): Beabsichtigen Sie sich eigentlich mit den verbliebenen Anhängern der anderen großen verfolgten Unschuld der letzten zwölf Monate – Motto: “Daß der massenhaft und schamlos abgeschrieben hat, ist ja noch lange nicht bewiesen, und wenn es doch mal bewiesen werden sollte, interessiert mich das nicht, denn er ist doch so nett und sicher nur das Opfer einer widerwärtigen Verschwörung und Hetzkampagne jenes Systems, gegen das er bisher so heldenhaft gekämpft hat” – zusammenzutun? Oder sind Sie womöglich mit diesen weitgehend identisch?

Es soll ja auch Leute geben, die bei wolkenlosem Himmel steif und fest behaupten, daß es gerade regnet, nur um sich nicht der Mehrheitsmeinung anschließen zu müssen.

P.S.: Ja, die Pressefreiheit schießt über. Es muß ein Gesetz kommen. Oder wenigstens eine Bundespressekammer. Damit nicht jeder einfach berichten kann, was er für wahr hält. Und mal wieder ordentlich Berufsverbote erteilt werden können. Als erster Schritt zu einer stärkeren Lenkung unserer Demokratie, gell?

106) Flüchtling, Donnerstag, 05. Januar 2012, 23:26 Uhr

nun ja,ich habe das land ende 2009 endgültig verlassen.
tröpfchen für tröpfchen hatte sich das faß gefüllt,bis es übergelaufen ist. leute der sorte wulff haben eifrig mitgetropft………ich wünsche dem verbleibenden deutschen volk auch in zukunft viel vergnügen mit derartig widerlicher bande,und kann selbst jetzt nicht soviel essen,wie ich speien muß…..
richtig schlecht wird mir,wenn ich angie,mit rotbepinselten backen inmitten von sternsingenden kindern sehe…deren zukunft mit aller kraft ruiniert wird….hauptsache,die eigenen taschen sind erstmal voll!bravo,weiter so!

107) Namensvetter, Donnerstag, 05. Januar 2012, 23:30 Uhr

@50) IANAL, Donnerstag, 05. Januar 2012, 09:48 Uhr

Und noch eine Fußnote zu der Interview-Passage um die Übernachtung bei Freunden: Herr Wulff hat wieder einmal gelogen bzw. Wahrheit gefärbt.
Er hat in keinem der entscheidenden Fälle “im Gästezimmer” (so Wulff wörtlich) oder bei Freunden auf dem Sofa (worauf die 150€-Aussage von Frau Schausten sinngemäß bezogen wurde) übernachtet, sondern fremde Immobilien – Appartements oder ganze Liegenschaften – mit seiner Familie alleine genutzt. Solche Objekte werden in der betreffenden Vermögenskategorie auch nicht erworben, um als eines von fünf Familienhäuschen zehn Monate im Jahr leer zu stehen, sondern um damit bewusste Zuwendungen an Geschäftspartner und eben auch “Freunde” in der Politik leisten zu können. Aber ein Ministerpräsident soll sie als unbedarfter Couchsurfer besucht haben? Weil der liebenswerte Christian zufällig mit so vielen Vermögenden auf einer Wellenlänge ist oder schon in seiner Kindheit auf ihrem Schoß sitzen durfte? Und die Außenwirkung konnte der piratige Jungpolitiker gar nicht abschätzen, als er so in das höchste Staatsamt schlitterte? Man kann ja der Meinung sein, dass er seine Amtszeit absitzen soll, aber bitte nicht so naiv.

Im Übrigen ist die Sache keine Gefahr für Merkel. Nach einem Rücktritt schiebt sie Thomas de Maizière nach und ist damit den einzigen inzwischen aufgetauchten Konkurrenten los, der zugleich das Format für das Amt hätte. Bis 2013 ist das eh vergessen und auch ein Bundespräsident der Gegenseite wäre für die Kanzlerin einer großen Koalition kein Schaden.

108) Michael A. Nueckel, Donnerstag, 05. Januar 2012, 23:44 Uhr

@ 77) Klaus Schulze,

Genau diesen Verdacht habe ich gestern auch inmir verspürt, ohne die Tagesschau-Ausgabe v. 2.1., 15 h zu kennen. Ja, ja … da ist/da war noch etwas anderes mit im Anmarsch. Die Befürchtung, diese privaten Geschehnisse werden nun ebenfalls gegen ihn benutzt, hat zu der Reaktion (Anruf auf den AB) wohl mitbeigetragen. Da wollte ein “Privatmann” in “privaten” Angelegenheiten einschreiten.

Kurzum: Wir wissen (wieder) nicht alles, bekommen von jeder Seite nur die ihnen scheinbar günstigen Halbwahrheiten präsentiert, entsprechend hybrid verläuft auch hier die nicht enden wollende Diskussion.

Was hinter unserem Rücken, oder vor unseren geschlossenen Augen abläuft, ist sicherlich mittlerweile ein Kampf vor Gericht – ich könnte mir vorstellen, dass bereits eine einstweilige Verfügung des BPräs. gegen die geplante BILD-Veröffentlichung im Anmarsch ist. Ich bin mir sicher, er findet als BPräs vor einem staatstragenden Richter passendes Gehör. Ob das ausreicht, den Deckel drauf zu machen, I don´t know. Aber es reicht, so oder so.

109) theo, Freitag, 06. Januar 2012, 00:52 Uhr

Wulffs Auftritte sind in der Tat beschämend und beschädigen die Würde des Amtes. Aber, auch das muss erlaubt sein zu sagen: die Berichterstattung der Presse ist kein Ruhmesblatt. Spiegel Online vermeldet alle Stunde eine neue Fassung von “Skandal!”, wobei es sich meist nur um leichtes Umschreiben bereits bestehender Geschichten handelt. Und alle zusammen gehen “Bild”-Diekmann auf den Leim.

Was faselt denn die Bild-Chefredaktion von Bedrohung der Pressefreiheit, wenn sie selbst erst nach einigen Wochen merkt, dass man die Sache mit dem Anruf an andere durchstechen kann? Und wie absurd ist es dann, dass seriöse Blätter wie SZ und FAZ so etwas unkritisch übernehmen?

Man muss also unterscheiden zwischen dem, was man Wulff an Verfehlungen im Amt vorwirft – und dem, wie er sich selbst verkauft. Dann sieht man schon klarer.

Mein Eindruck vom Ganzen ist: “Bild”-Diekmann wollte endlich mal wieder herausfinden, wie mächtig eigentlich sein Blatt ist. Dass alle anderen Blätter, besonders die seriösen, hinter ihm wie Lämmer hertraben, muss für ihn – den medialen Paria – ein Genuss sondergleichen gewesen sein.

Wenn er aber das Feuerchen nicht durch neue Nahrung hochhalten kann, war es das wohl bald auch. Neueste ARD-Umfragen zeigen, dass die Leute eine Kampagne wittern. Dass Diekmann nun selbst in einem Kommentar davon spricht, es handle sich nicht um ein Duell Bild-Wulff, ist bezeichnend. Übrigens ein krasser Fehler des “Bild”-Chefs, es selbst zu thematisieren.

110) EStz, Freitag, 06. Januar 2012, 05:04 Uhr

@ 85) karel, Donnerstag, 05. Januar 2012, 16:01 Uhr

> Bei keinem unserer Systemmedien fand ich einen Link
> zur kompletten öffentlichen Rede des Bundespräsidenten
> vom 24.08.2011 in Lindau. Warum?

http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Christian-Wulff/Reden/2011/08/110824-Wirtschaftsnobelpreistraeger.html;jsessionid=78E29D5924F84DD877CA239C01B886D9

Vielen Dank! Ja, die Rede meinte ich. Im Anschluss daran begann “zufällig” die Aufklärung der angeblichen Affäre Wulff.

111) EStz, Freitag, 06. Januar 2012, 05:12 Uhr

77) Klaus Schulze, Donnerstag, 05. Januar 2012, 15:26 Uhr
>> Ich denke Wulff ist einer Intrige aufgesessen:
>> Man hat ihm in Dubai gesteckt, die Bild würde am nächsten Tag
>> eine skandalöse Story zum Vorleben seiner Frau bringen –
> > worauf er ausgerastet ist und zum Handy griff,
>> um den Skandal zu verhindern.
> > Bild jedoch brachte die andere Geschichte. Wulff war in die Falle getappt.

79) Ufpasser, Donnerstag, 05. Januar 2012, 15:30 Uhr
>> Bundespräsident Christian Wulff lehnt die Veröffentlichung
>> des umstrittenen Telefon-Anrufs bei “Bild”-Chefredakteur
>> Kai Diekmann ab. “Die in einer außergewöhnlich emotionalen
>> Situation gesprochenen Worte waren ausschließlich für Sie
>> und für sonst niemanden bestimmt”, schreibt er in einem Brief
>> an Diekmann, der auf der Internetseite des Bundespräsidenten
>> veröffentlicht wird. Und weiter: “Es erstaunt mich, dass Teile
>> meiner Nachricht auf Ihrer Mailbox nach unserem klärenden
>> Telefongespräch über andere Presseorgane den Weg
>> in die Öffentlichkeit gefunden haben.”

1 + 1 = 2

Wenn es stimmt, was die Berliner Zeitung behauptete, und BILD noch eine wie auch immer ehrenrührige Geschichte über Frau Wulff im Köcher hat, die aber auf “Weisung von ganz oben” nicht drucken darf, und Wulff bezieht sich im Telefonat auf diese Geschichte – dann könnte BILD großäugig eine Veröffentlichung fordern, weil dann Wulff das Thema aufgebracht hätte.

112) Gregor Samsa, Freitag, 06. Januar 2012, 05:16 Uhr

‘Man muß nicht alles für wahr halten, man muß es nur für notwendig halten,’ [...] sagte der Geistliche. ‘Trübselige Meinung’, sagte K. ‘Die Lüge wird also zur Weltordnung gemacht.’ K. sagte das abschließend, aber sein Endurteil war es nicht.” (Aus: Franz Kafka, Der Process)

113) EStz, Freitag, 06. Januar 2012, 05:23 Uhr

@ 105) JG, Donnerstag, 05. Januar 2012, 23:25 Uhr
>> Liebe verbliebene Wulff-Freunde…
>> Es soll ja auch Leute geben, die bei wolkenlosem Himmel
>> steif und fest behaupten, daß es gerade regnet, nur um sich
>> nicht der Mehrheitsmeinung anschließen zu müssen.

Christian Wulff war weißgott (und hier nachlesbar) nicht “meiner”, aber er wird es gerade.

Ansonsten setze ich lieber auf meinen Verstand und auf Fakten (“es regnet”) als auf Mehrheits”meinungen”. Die liegen mir dann doch allzu oft und allzu grob daneben.

114) Marc Schnau, Freitag, 06. Januar 2012, 07:12 Uhr

Zwei einfache Fragen? Ja, einfach und elementar. Zwei ähnlich einfache Antworten:

1. Nein, Menschen die so handeln möchte ich nicht in irgendeiner verantwortlichen Position sehen. Auf gar keinen Fall in einer politischen Position.

2. Nein, Deutschland braucht so einen Bundespräsidenten nicht. Oder anders: Das hat Deutschland nicht verdient.

Beste Grüße
M. Schnau

115) Sabine Zielke-Esser, Freitag, 06. Januar 2012, 07:58 Uhr

Also, mir reicht’s jetzt – aus drei Gründen:

1. Der Fahrschüler Wulff hat beim Einparken so viele Autos demoliert, dass es nix mehr wird mit dem Führerschein.
2. Da liegt einer am Boden und windet sich. Weiter nachzutreten ist unanständig. Wir wissen jetzt, mit wem wir es zu tun haben, ersparen wir uns weitere Details. Wir ertragen eine schwarz-gelbe Chaos-Regierung, da kommt es auf einen Präsidenten-Darsteller mehr oder weniger nicht an.
3. BILD insistiert weiter, will die ganze Wahrheit. Ausgerechnet BILD. Wann stand in diesem Blatt je die Wahrheit?

116) Günter Springer, Freitag, 06. Januar 2012, 08:35 Uhr

,q Sabine Zieleke- Esser
Ihre Einschätzung völlig richtig, könnte ich auch nicht besser.
Aber!: Solange hier für diesen völlig überflüssigen Posten des BP, für diesen völlig unfähigen BP, der sich Wulff nennt, riesige Gelder verschwendet werden, die für den Erhalt von Schulen, Kindergärten, Krankenhausbetten viel dringender und besser verwendet werden könnten, muß man den Rücktritt dieses Herren und seiner Gönnerin verlangen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

117) Mark, Freitag, 06. Januar 2012, 08:42 Uhr

@ 99) Andreas Fischer, Donnerstag, 05. Januar 2012, 20:14 Uhr

> Was gibt es, dass Herr Wulf getan hat, dass so eine Hetze rechtfertigt?

Drehen wir die Frage doch mal um: Was ist denn Ihrer Meinung nach noch akzeptabel für das strahlende Vorbild der Deutschen, für das politisch-moralische Gewissen Deutschlands?

Parkticket einmal versehentlich nicht bezahlt?
Geschenke oder Bargeld im Wert von 100 Euro angenommen von einem “Freund”?
Parktickets regelmäßig und mit Vorsatz nicht bezahlt?
Geschenke oder Bargeld im Wert von 1000 Euro angenommen von einem “Freund”?
Geschenke oder Bargeld im Wert von 10000 Euro angenommen von einem “Freund”?
Geschenke oder Bargeld im Wert von 100000 Euro angenommen von einem “Freund”?
Geschenke oder Bargeld im Wert von 1 Mio. Euro angenommen von einem “Freund”?
Fahrerflucht bei kleinem Sachschaden?
Fahrerflucht bei großem Sachschaden?
Fahrerflucht bei kleinem Personenschaden?
Fahrerflucht bei großem Personenschaden?
Drohung der Körperverletzung in betrunkendem Zustand?
Drohung der Körperverletzung in nüchternem Zustand?
Morddrohung in betrunkenem Zustand?
Morddrohung in nüchternem Zustand?
Mord in betrunkenem Zustand?
Mord in nüchternem Zustand?

Also: Wo ist Ihrer Meinung nach die Grenze? Wo sagen Sie: “ach, das geht noch in Ordnung”?

Sehen Sie, so hat jeder Bürger sein eigenes Wertesystem. Ich stelle anhand der Kommentare hier und anderswo, aber auch im realen Leben, fest, dass sich die meisten Mitbürger einen Bundespräsidenten wünschen, der “eine saubere Weste” hat. Die meisten würden wohl nur die ersten beiden Punkte durchgehen lassen -”kann ja mal passieren”. Alle anderen Punkte gehen gar nicht.

Nun reden wir aber bei Herrn Wulff über keines der o.g. Delikte, die ich mir auch nur grad ausgedacht habe, um den Punkt zu illustrieren. Wir reden bei Herrn Wulff über jemanden, der sich unehrenhaft verhalten hat. Die meisten Bürger verstehen nicht, weshalb der fürstlich bezahlte MP eines Bundeslandes Geld zu (für sie unerreichbaren!) günstigen Konditionen leiht, während sie selbst vor der Bank wie ein Bittsteller auftreten müssen? Es geht gar nicht um die paar tausend Euro, die Herr Wulff dabei “Gewinn” gemacht hat. Es geht um den Vorgang an sich.

Das passt nämlich alles sehr gut zusammen: Die Vorstellung, dass Politiker zunächst einmal ihr eigenes Wohl im Kopf haben und somit absolut bestechlich sind. Und solche Leute sollen uns sagen, was wir zu tun haben? Pfffft.

Politiker müssen endlich einsehen, dass die Zeiten der anstrengungslosen Arbeit für sie vorbei sind! Seit KTzG ist klar, dass sich die Bürger immer weniger blenden lassen von diesen eingebildeten, selbst ernannten Eliten, die nur laut lachend unser Geld nehmen und dann auch noch gegen unsere Interessen regieren! In allen wichtigen Fragen wird der “Souverän” doch mittlerweile ignoriert oder übergangen. Euro-Rettung? Afghanistan? Bundeswehr-Reform?

KTzG und die anderen falschen Doktoren waren erst der Anfang. Wulff ist der nächste. Er ist untragbar und bleibt untragbar, und er wird zu Fall gebracht werden. Er hat sich das selbst zuzuschreiben, denn er hat weder erkannt, dass sich die Zeiten geändert haben, noch hat er einen eleganten Weg gefunden, mit den Vorwürfen umzugehen. Eines von beidem wollen die Menschen aber sehen, wenigstens. Entweder ECHTE Einsicht (ist nicht zu erkennen, s.a. “Transparenz” bezüglich des Anrufes) oder ECHTE Eloquenz.

Viele meinen, dass die BILD-Zeitung durch diese Story an Glaubwürdigkeit hinzugewonnen habe. Ich glaube eher, dass die Berufspolitiker durch die Causa Wulff erneut einen Schritt nach unten getan haben, denn sie bestätigt nur das Bild, das der Normalbürger schon immer von Politikern gehabt hat: Es SIND fürstlich bezahlte, eitle, bestechliche, ignorante, dumme Leute, die an ihrem Sessel kleben und wohlfeile Worte absödern. Sie schreiben uns nur zu gerne vor, Wasser zu saufen, während sie selbst -sobald die Kameras ausgeschaltet sind- den teuren Wein rausholen und über die bescheuerten Bürger lauthals lachen. Und das zieht sich quer durch fast alle Ebenen und Parteien. (Auf kommunaler Ebene mag es Ausnahmen geben.)

Nochmal: Wulff bestätigt dieses Bild durch seine Haltung und durch seine Taten. Er ist das PERFEKTE Abbild eines Berufspolitikers. Deswegen mögen die Leute ihn nicht (mehr), und deshalb muss er (schnell) weg. Ein Bundespräsident muss jemand sein, der den Menschen ein bischen Hoffnung gibt, dass nicht alles schlecht ist in diesem Land, dass nicht jeder Politiker nur an Machterhalt denkt.

Die Staatskrise ist da, und Herr Wulff ist der Auslöser. Er hat’s verbockt.

118) Gregor Keuschnig, Freitag, 06. Januar 2012, 09:25 Uhr

@77/Klaus Schulze
Der Link von Meedia zeigt, wie der Autor, Herr Winterbauer, dem “Bettina-Wulff-Komplex” selber erlegen ist. Er zitiert Günther Jauch mit den Andeutungen über ein Vorleben von Frau Wulff, verschweigt jedoch, dass der anwesende stellvertretende Chefredakteur von “Bild”, Nikolaus Blome, diesen Gerüchten vehement widersprochen hatte. Ich bezeichne eine solche Berichterstattung als tendenziös und schäbig.

119) Karin Kammann, Freitag, 06. Januar 2012, 09:47 Uhr

This man has permanent fatal errors – oder: Das System Wulff

Es muss die Frage erlaubt sein, ob und inwiefern das „System Wulff” sich mit dem Amt des Bundespräsidenten vereinbart. Wulff steht von Anfang an für eine Vertuschung von Tatsachen, die er dann Transparenz nennt. Von Anfang an hat er nur Halbwahrheiten zum Besten gegeben und sich wie ein Oberseminarist diebisch über seine juristische Spitzfinderei gefreut.

Herr Geerkens? Nein, hat nichts mit mir zu tun. Heute wissen wir, der Mann hat bei ihm Geld angelegt, dessen Herkunft bis heute ungeklärt ist. Er hat auch den Folgekredit der BW Bank vermittelt, der für Christian Wulff noch bessere Konditionen beinhaltet und immer noch gültig ist.

Die Wahrheit ist bei Wulff immer die halbe oder die ihm passende Wahrheit. Den Kredit bei der BW Bank? Ja, den hat er selbstverständlich schon im November abgelöst und zwar per Handschlag. „Das ist in Deutschland möglich!“ Dass das nicht geht, weiß er bis heute nicht. Es passt eben gut in sein Bild.

Sein Anruf beim BILD Chefredakteur? Ja das war ein „schwerer Fehler“, aber er habe ja „nur“ um eine Terminverschiebung gebeten und sich entschuldigt. Und auch ja, er war bei “Freunden zu Gast” – aber das nur aus persönlicher Verbundenheit aus Schultagen und nicht als Vorteilsnahme zu verstehen.

Christian Wulff kann nicht wahrnehmen, dass seine privat-juristische Rechtfertigungsstrategie für das Amt des Bundespräsidenten tödlich ist. Und so ist es nicht verwunderlich, dass die angekündigten Dokumente nicht auf der Seite des Bundespräsidialamtes erscheinen, sondern als sechsseitiges Statement auf den Seiten seiner Anwaltskanzlei, die schon so viele Anfragen bis aufs Akribische abgearbeitet hat. Dies wesentlichen Fragen bleiben jedoch unbeantwortet.

Wulff kann auch nicht einsehen, dass er ein Bundespräsident “auf Bewährung” sei, denn das würde für ihn als Juristen ja voraussetzen, vorher verurteilt worden zu sein. Deswegen erfolgt seine Replik systemkonform: “Ich habe ja nichts Unrechtes getan!” Die ethisch-moralische Seite kann er gar nicht begreifen. Sie ist ihm total wesensfremd.

Auch wenn er nun beteuert, dass er Lernerfahrungen gemacht hat, so ist doch offensichtlich, dass in seinem System Ethik und Moral nicht vorkommen. Dieses System Wulff ist mit dem Amt des Bundespräsidenten komplett unvereinbar, will er jemals moralische Autorität für sich beanspruchen.

Was Christian Wulff jetzt noch maximal schaffen kann, ist eine kurzfristige Opfersolidarisierung gerade dann, wenn die BILD auf ihn losgehen sollte. “Wir sind jetzt alle Wulff!” – wird man schreiben, ohne zu ahnen wie wenig Substanz dahinter steht. Dem Menschen Wulff wird man seine Art vielleicht verzeihen können, dem Amt aber schadet er auch weiterhin und zwar von Grund auf.

120) aachen, Freitag, 06. Januar 2012, 09:57 Uhr

Vorweg, mein erster Kommentar hier, bitte um Verständige, wenn ich noch nicht alle Geflogenheiten hier beherrsche. Dieser Blog ist schon sehr lange Gegenstand unserer wöchentlichen Debattierrunden zu Wisk… und Zigarre

Herr Spreng, auch wenn ich mich Ihrem Kommentar gerne anschließe, ähnliche Meinungen zu den einzelnen Punkten habe – war und ist es denn so eine Überraschung, wie sich Herr Wulff verhält? Mein Nein dazu.

Er führt eine Art fort, die nicht erst mit KTzGuttenberg begonnen hat, sondern auch schon davor gerne praktiziert wurde – nur, und das ist der entscheidende Unterschied, intelligenter und mehr im verborgenen. Im Grunde geht man doch von der politischen Elite (ha ha) aus, dass das Volk mittlerweile so dumm ist, dass es eh nicht bemerkt, wie es hintergangen wird. (Siehe tagesschau.de – DeutschlandTrend – […60% wollen Wulff eine 2. Chance geben…]). Mindestens die 3. wenn nicht schon die 4. Chance wurde verspielt.

Nun aber Herr Spreng, besinnen Sie sich auf Ihre aktive Zeit in den entsprechenden Medien. Ist es auch nicht so, Sie schildern dies kurz in Ihrem Bericht, dass auch die “großen” “ernsten” Medien sich instrumentalisieren lassen, sich an diesem Theater in Berlin kräftig beteiligen, gerade zu sich suhlen an der Macht zumindest mitspielen zu können? Vergisst die Presse nicht auch, dass sie im Grunde ein Garant für Demokratie sein sollte. Anstatt dass sie sich an der Demontage mit taktischen Spielchen beteiligt, Immer dann, wenn es noch nicht zum Sturz reicht noch ein wenig nach legt? Warum nicht alle Fakten sofort auf den Tisch und Ruhe ist!
Auch in dem Interviewe, nein, so kann man die Sendung nicht bezeichnen, in der Posse die dort ablief, war klar zu erkennen, journalistische Qualitäten traten nicht hervor. Ich habe mich ein wenig länger gequält und zugeschaut, bis zum Ende habe ich es auch nicht ausgehalten. Die Presse, auch als Garant für unsere Demokratie existiert so nicht mehr. Die Presse selbst, hat sich durch ihren Schulterschluss mit der Politik und/oder Wirtschaft selbst der Pressefreiheit entledigt.
Um so mehr sind solche Blogs wichtig!

121) Frankilein66, Freitag, 06. Januar 2012, 10:48 Uhr

@EStz

John F. Kennedy wurde das Opfer einer Verschwörung und von der CIA ermordet!

Die Mondlandung hat nie stattgefunden und wurde von der NASA in der Wüste inszeniert!

Die Anschläge vom 11. September 2001 wurden von der Bush-Regierung in Auftrag gegeben um
Osama-Bin-Laden zu verteufeln und einen Kriegsgrund gegen Afghanistan zu haben!

Michael Jackson ist gar nicht tot und lebt unbehelligt von Presse und Justiz irgendwo in den USA!

Christian Wulff ist das Opfer einer großangelegten Verschwörung von Presse und anderen interessierten Kreisen, weil er als Bundespräsident eine Gefahr für die Demokratie und den Bestand unseres Gemeinwesen ist!

122) Andronico, Freitag, 06. Januar 2012, 12:10 Uhr

@karel, @EStz:
VIelen Dank für den Link zu dieser Rede. Ich war nie ein Anhänger von Wulff und stehe schon gar nicht der Union oder der FDP nahe. Aber diese Rede verdient großen Respekt und passt auch gar nicht ins öffentliche Bild vom schwachen Christian Wulff, der kein Thema hat und dem Amt nicht gewachsen ist. Scheint eher so, als hätte er sein Thema gefunden. Es ist ja auch intressant, dass ihn eher das konservative Lager zu jagen scheint und ihn LInke eher verhalten in Schutz nehmen. SIehe auch hier:

http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/ansatze-einer-annehmbaren.html

123) Maren P., Freitag, 06. Januar 2012, 12:36 Uhr

@ 88) EStz, Donnerstag, 05. Januar 2012, 16:22 Uhr

Zitat: “Nur aus Trotz gefragt:
Was ist Pressefreiheit?
Wo hat Wulff gegen die Pressefreiheit verstossen?
Wie lautet §1 des Grundgesetzes?”

Die Freiheit der Presse, ihr bekannt gewordene Umstände öffentlich zu machen, wenn sie von allgemeinem Interesse sind. Dagegen stehen andere Rechte, wie etwa das auf informationelle Selbstbestimmung. Aber ein eigenes Presserecht für Bundespräsidenten gibt es nicht. Übrigens, ich sprach nicht von einem Verstoß (ist u.U. justitiabel), sondern von einer Beschädigung. Wulff hat in völliger Überschätzung seiner eigenen Einflussmöglichkeiten versucht, eine Berichterstattung zu unterbinden. Ob nur für Tage oder dauerhaft, ist dabei irrelevant.
Das Grundgesetz führt Artikel, keine Paragraphen. Aber egal, für Bundespräsidenten gibt es keine spezielle Menschenwürde. Es gibt nur eine, universelle.
Ich schaffe es seit fast 50 Jahren, die BILD nicht zu lesen – die Gründe dafür lassen sich dort täglich nachlesen. Aber ich werde mich immer dafür stark machen, dass die freie Entscheidung, dort etwas zu veröffentlichen, nicht von Staats wegen oder von Amtsträgern eingeschränkt wird.
Natürlich kann man trefflich darüber streiten, wo die eigene Freiheit die Rechte der anderen verletzt. Und darüber wird ja auch ständig gestritten. Vor dem Presserat, vor Gericht. So weit, so gut. Aber der “Verteidiger unseres Grundgesetzes”, der Bundespräsident, hat dabei eben eine besondere Verantwortung.
Christian Wulff, ich kann es nicht anders sagen, hat absolut nix kapiert oder – im übertragenen Sinne – verinnerlicht. Er ist, wie hier auch schon gesagt wurde, ein Präsidenten-DARSTELLER. Das wurde in dem TV-Gespräch auch deutlich, als er präsidiale Eigenschaften wie aus dem Schulbuch zitierte, z.B. Besonnenheit. Ogottogottogott! WÄRE er besonnen GEWESEN, hätte er uns das erspart! Satire darüber gibt es ja inzwischen en masse …

124) Dieter Carstensen, Freitag, 06. Januar 2012, 12:37 Uhr

Lieber Michael Spreng,

übrigens, wenn man auf einen Anrufbeantworter quasselt, der mehreren Menschen zugänglich ist, gilt das “geschützte Wort” nicht, so urteilen in der Regel alle unsere Gerichte.

Da liegen viele Kommentatoren hier falsch.

Ist mir selber auch schon passiert, da war ich mal auf jemand sauer, habe meinen Frust an seinem Anrufbeantorter abgelassen, weil er mich beleidigt und verletzt hatte, und er hat das Gespräch auszugsweise im Internet veröffentlicht.

Juristisch kam ich dagegen nicht an. Half alles nichts, weil die Gerichte das als “öffentlich gesprochenes Wort” sahen und warum sollte es bei Wulff anders sein, als bei mir?

Nach dem Grundgesetz sind wir alle hier gleich, aber dieser unerträgliche Wulff hält sich wohl für GLEICHER!

Wenn die BILD Chuzpe hat, veröffentlicht sie endlich, was Wulff wirklich gesagt hat!

Dann ist endlich wieder Ruhe, wir haben dann zwar einen neuen Bundesgrüßonklel zu wählen, aber dieses Täuschungsspiel von Wulff hat dann ein Ende.

Und die BILD, deren Freund ich nicht bin, hat auch sehr gute Journalisten, wie den Leiter des Berliner Büros, Nikolaus Blome, den ich bei häufig unterschiedlichen Ansichten aber schätze, weil er kein Blatt vor den Mund nimmt, so wie es gute Journalisten halt tun sollten.

Jetzt ist die BILD gefordert, damit dieser Spuk mit dem Wulff endlich ein Ende hat.

Das ist meine Meinung!

M.f.G.

125) EStz, Freitag, 06. Januar 2012, 12:46 Uhr

115) Sabine Zielke-Esser, Freitag, 06. Januar 2012, 07:58 Uhr

Also, mir reicht’s jetzt – aus drei Gründen:

>> 1. Der Fahrschüler Wulff hat beim Einparken so viele Autos demoliert,
>> dass es nix mehr wird mit dem Führerschein.
>> 2. Da liegt einer am Boden und windet sich. Weiter nachzutreten ist unanständig.
>> Wir wissen jetzt, mit wem wir es zu tun haben, ersparen wir uns weitere Details.
>> Wir ertragen eine schwarz-gelbe Chaos-Regierung, da kommt es auf einen
>> Präsidenten-Darsteller mehr oder weniger nicht an.
>> 3. BILD insistiert weiter, will die ganze Wahrheit. Ausgerechnet BILD.
>> Wann stand in diesem Blatt je die Wahrheit?

zu 1: Wir stehen nur daneben und sehen die zerbeulten Autos, wissen aber nicht, was im Wagen passierte.
zu 2: Meiner Meinung nach war er seit Sommer 2011 ein besserer Präsident als viele Vorgänger.
zu 3: Jedesmal dann, wenn es der verkauften Auflage oder dem Anzeigenaufkommen diente. Wenn für diese beiden Erfolgskriterien die Halbwahrheit, die Lüge oder eine Erfindung besser war….

126) marcpool, Freitag, 06. Januar 2012, 12:46 Uhr

87) EStz Ihre Frage ” Was ist denn nun sein justiziables Vergehen?
Die Frage ob er gegen ein niedersächsisches Landtagsrecht o.ä. verstossen hat oder nicht – ist für mich weniger entscheidend bei der Beurteilung von Herrn Wulff – von Anfang an nicht . Am Anfang stand da der Kredit von Freunden . Auch das ist ok und ich gönne Herrn Wulff auch solche Freunde die ihm zu Seite stehen – als Privatperson . Aber was mich stört – ist der Umgang mit der Wahrheit von Herrn Wulff. Ein Bundes-Präsident mit mangelndem Wahrheitsverständnis ist eben kein Vorbild für Anstand . Denkt man es ein wenig weiter – wenn er in diesem Jahr dazu aufgefordert sein sollte – dem Bürger zu erklären das er ” seinen Gürtel enger schnallen muss ” – wird er dann als der wahr genommen der uns das vorgelebt hat ? Da nützen seine Entschuldigungen , seine Eingeständnisse von schweren Fehlern – auch wenn ich das respektiere – nicht viel.
Schändlich ist das Bild-bashing – aber auch hier war Herr Wulff selbst zu nah am Boulevard . Wer sich einlässt muss auch damit rechnen – das der Fahrstuhl plötzlich auf ” ground zero” geschaltet wird . Nicht zu vergessen , das Herr Wulff in der Betrachtung bei anderen Menschen in diesem- seinem jetzigen Amt , nicht so zimperlich umgegangen ist, wie er es jetzt für sich eigentlich nicht nur erwartet sondern geradezu einfordert. Selbstbild vs. Fremdbild .

127) EStz, Freitag, 06. Januar 2012, 12:48 Uhr

@ 114) Marc Schnau, Freitag, 06. Januar 2012, 07:12 Uhr

>> 1. Nein, Menschen die so handeln möchte ich nicht in irgendeiner
>> verantwortlichen Position sehen. Auf gar keinen Fall in einer politischen Position.

Vielleicht mag Ihnen meine Frage dumm vorkommen, sie hat schon ihren Grund – wie hat er denn gehandelt, dass Sie diese Meinung haben?

128) sk8erBLN, Freitag, 06. Januar 2012, 13:16 Uhr

Nachträge
Das die oben Erwähnte Stellungnahme Leyendeckers von der SZ ist online abrufbar unter
http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video1039728.html

Und zur Abrundung bezüglich Transparenz und Richtigkeit der von Wulff im Interview getroffenen Aussagen noch die Ergänzung dass die BW Bank die Darstellung des gelernten Volljuristen Wulfs bezüglich des Kreditvertrags zurückweist. Wulff hatte das Datum des Kredits in den November datiert und O-Ton “”Es gilt auch Handschlagqualität in diesem Bereich, wenn man sich mit einer Bank verständigt.” behauptet. Das ist jedoch unmöglich da Verbraucherkedite zwingend der Schriftform bedürfen (§492 BGB). Entsprechend lautet die BW Stellungnahme. Abschluss des Vertrages war der Zeitpunkt 21.12.2011. Damit lag der Termin bereits ca. eine Woche _NACH_ den ersten Medienberichten und gerade noch einen Tag vor Wulffs erster öffentlicher Stellungnahme vor Weihnachten.
Wie Leyendecker sagte: “Wulff hat ein taktisches Verhältnis zur Wahrheit” und wenn er denkt damit durchzukommen “vergisst er auch elementarste Grundsätze im Vertragsrecht als Volljurist.

Ebenso lohnt eine genauere Sprachanalyse der Einlassungen Wulffs. Die lässt tiefer blicken als ihm lieb sein dürfte. Es geht nicht nur um die massive Verwendung des Indefinitpronomens “man” wo “ich” angebracht gewesen wäre:
Martin Haase
http://www.maha-online.de/blog/2012/01/04/das-wulff-interview/

Das nur zur Abrundung des Gesamtbildes über noch-Präsident Wulff.

129) sk8erBLN, Freitag, 06. Januar 2012, 13:25 Uhr

Cui bono? die hier ja des öfteren gestellte Frage beantwortet die heute die Welt so. Interessant:
WAHRES STAATSOBERHAUPT
Wie Kanzlerin Merkel vom Wulff-Desaster profitiert
http://www.welt.de/politik/deutschland/article13800445/Wie-Kanzlerin-Merkel-vom-Wulff-Desaster-profitiert.html

Ohh und der SPON sekundiert:
Das Amt ist überflüssig geworden
Das Drama um Christian Wulff zeigt: Wir brauchen keine moralische Autorität mehr, die ihre Position dem Parteiengeklüngel verdankt. Diese Funktion des Bundespräsidenten passte in die Ära der Einbahnstraßendemokratie – doch die ist vorbei. Zeit, über eine neue Republik nachzudenken.

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,807486,00.html

130) Politikverdruss, Freitag, 06. Januar 2012, 13:57 Uhr

“Die Darstellung, dass der Bundespräsident mit seiner Mailbox-Nachricht an Bild-Chefredakteur Kai Diekmann das Erscheinen eines Berichtes verschieben wollte, erhärtet sich.” http://www.zeit.de/politik/deutschland/2012-01/wulff-mailbox-nachricht

131) romeias47, Freitag, 06. Januar 2012, 14:36 Uhr

Da ich die Vorgänge und Diskussionen zum Thema Wulff/BILD eigentlich auch nicht mehr aushalte, halte ich mich ans Interview des Deutschlandfunks mit Friedrich Nowottny (Bericht aus Bonn/ARD-Intendant) vom 5.1.2012 im Mittagsjournal: Angenehm abgeklärt.

http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=1&broadcast=196841&datum=20111219&playtime=1324279361&fileid=6324ceb5&sendung=57967&beitrag=1645292&/

Vielleicht sollte BP Wulff den Aufwand für den Rest seiner Amtszeit herunterfahren – nur noch unvermeidliche Reisen – und das Eingesparte einem soialen Zweck – spenden. Gerne für die sozialen Projekte der Gattinnenn seiner Vorgänger (Mucoviszidose, Achse z.B.) Aber vermutlich geht das auch wieder nicht, weil irgendwo ein Paragraph dagegensteht.

Im übrigen zeigen sich ja neue Aufreger am Horizont: Zerbrechen der Jamaica-Koalition im Saarland, Dreikönigstreffen der FDP in Stuttgart mit viel Gepfeife im 2-Prozent-Keller und Trommeln von Silberrücken-Aspiranten auf der Lichtung …. FDP-Leute geht in euch und vielleicht erst mal ins Stille Kämmerlein, bevor ihr rumtönt.

113) EStz, Freitag, 06. Januar 2012, 05:23 Uhr
Meine Reisetipp “Ungarn” an Wulff im vorigen Beitrag ist aus einer ähnlichen Anwandlung von Mediennutzer-Unwillen entstanden … Aber Sie haben natoürlich recht: er war “daneben”.

132) Mark, Freitag, 06. Januar 2012, 14:51 Uhr

@ 120) aachen, Freitag, 06. Januar 2012, 09:57 Uhr

> DeutschlandTrend – […60% wollen Wulff eine 2. Chance geben…

Ja, das kommt einem schon komisch vor. Ich denke, diese Umfragewerte können nur drei Ursachen haben:

1. Eine klar manipulierte Fragestellung, z.B. “Sollte Bundespräsident Christian Wulff eine zweite Chance bekommen und im Amt bleiben?” — Auf eine solche Fragestellung würden wohl viele Menschen mit “Ja” antworten, denn welcher Mensch hat nicht “eine zweite Chance” verdient?

-oder-

2. Eine klare Diskrepanz zwischen den im Internet (z.B. hier) Diskutierenden und Abstimmenden und den “repräsentativ” ausgesuchten Personen. Da ja offenbar die Meinungsforschungsinstitute ausschließlich per Festnetzanruf erheben und wohl auch eher tagsüber, verzerrt dies die abgefragte Meinung z.T. ganz erheblich. Wer hat denn einen Festnetzanschluß UND ist tagsüber zuhause? Eben.

-oder-

3. Die Wahrheit in Deutschland ist ganz anders als von uns hier gefühlt. Draussen im Land gibt es viele, viele Menschen, die noch nicht einmal wissen, was die Aufgaben eines Bundespräsidenten sind. Immer wieder gibt es so kleine Straßenumfragen im Fernsehen zu verwandten Themen. Wenn jemand noch nicht mal das Bundesland Schleswig-Holstein auf der Landkarte zuordnen kann, wie um Himmels willen soll er dann begreifen, was Herr Wulff getan hat oder tun sollte? Ich fürchte, ganz ehrlich, dass wir hier von vielen, vielen Bürgern reden. (Und das ist übrigens kein hochnäsiger Vorwurf, nur eine nüchterne Feststellung.)

Vorstellbar ist natürlich auch eine Kombination aus den drei Effekten.

Erstaunlich bleibt, dass besonders das Staatsfernsehen sich klar an der Manipulation beteiligt, in dem nicht einfach die Umfrageergebnisse “so wie sie sind” bereitgestellt werden, sondern diese IMMER auch mit einer Interpretation (bei der ARD durch Herrn Schönenborn) daher kommen. Das ist Meinungsmache par excellence. Und DAS ist natürlich so gewollt.

Dafür sind natürlich auch die Strukturen in der staatlichen Fernsehlandschaft verantwortlich, die nunmal maßgeblich von den Parteien getragen werden. Und so kontrollieren die Kontrollierten die Kontrolleure. Eine völlig absurde Situation.

Vermutlich hat irgendwer “hoch oben” entschieden, dass es nun genug sei mit dem Wulff-Bashing. Nun müssen positive Meinungen her. Und siehe da, da sind sie, die positiven Meinungen aus dem Volk. Und diese werden gierig von anderen Publikationen (z.B. Spiegel Online) aufgesogen, um eine möglichst breite Zustimmung zu Wulff zu suggerieren. Andere, beliebte Methoden sind: Das Zensieren kritischer Kommentare, das gar-nicht-erst zulassen irgendwelcher Kommentare, das “Verstecken” kritischer Umfrageergebnisse, und so weiter und so fort.

Willkommen in der Realität unserer Medienlandschaft. Orwell läßt grüßen.

133) sk8erBLN, Freitag, 06. Januar 2012, 15:55 Uhr

Lieber Herr Spreng,

schon merkwürdig was Sie hier glauben zensieren zu müssen.

Dann lasse ich die Details und den Link zu dem Hinweis dass die zweite Story, die die Bild evtl. noch in der Hinterhand hatte ,von einem bekannten deutschen Satiremagazin bereits “verarbeitet” wurde weg und weise darauf hin:

. Auch bei der “Tagesschau” vom 2. Januar 15-Uhr-Ausgabe war das Thema, sehen/hören Sie dazu den stellvertretenden Chefredakteur des ARD Hauptstadtstudios, Rainald Becker ab der 2:26.min. Er machte reichlich nebulöse Andeutungen, dass der Droh-Anruf des Bundespräsidenten bei Bild-Chefredakteur Kai Diekmann einen ganz anderen Hintergrund, als den seiner Kredit-Affäre haben könnte.:

Der ARD-Mann im O-Ton: “Ging es dem Bundespräsidenten darum, wirklich die Berichterstattung über seinen Hauskredit und alles was damit zusammenhängt zu verhindern oder – und diese Variante wird inzwischen auch durchaus hier gehandelt – ging es darum, Berichterstattung über seine Frau, also Bettina Wulff, und eine mögliche Vergangenheit zu verhindern?” Dafür spreche, so der ARD Hauptstadt-Vize weiter, dass Wulff bei dem Telefonanruf sehr aufgebracht gewesen sein soll.
Wie auch immer…
Ich halte speziell die seriöseren Medien für so fair in der Sache dass diese Mutmaßung R. Beckers bestätigt worden worden wäre da der Präsident dann sicher zu Unrecht ausfallend geworden wäre.

Daher nehme ich noch immer an, dass es bei dem Mailboxinhalt ausschließlich um die Kreditgeschichte ging die von Wulff zu Unrecht als seine Privatangelegenheit eingestuft wurde.

Vielleicht stellen Sie den alten Beitrag noch freundlichst ein, dann ergibt sich der Bezug zum Nachtragsartikel, jetzt 128) sk8erBLN, Freitag, 06. Januar 2012, 13:16 Uhr auch wieder.
Herzlichen Dank.
Ich schrieb

@ EStz, Freitag, 06. Januar 2012, 05:12 Uhr

“Wenn es stimmt, was die Berliner Zeitung behauptete, und BILD noch eine wie auch immer ehrenrührige Geschichte über Frau Wulff im Köcher hat, die aber auf “Weisung von ganz oben” nicht drucken darf, …”

….dann gibt es andere, die die Katze längst schon aus dem Sack gelassen haben.

*Zensierte Passage, jetzt ersetzt durch den Link zur Tagesschau*

Doch scheint es darum nicht zu gehen, sondern der Sprachboxinhalt von Diekmanns Mobiltelefon dreht sich “nur um die Kreditgeschichte”, ist ob der anzunehmenden verbalen Totalentgleisung für Wulff so oder so allerdings hochnotpeinlich. So jedenfalls interpretiere ich die Infos von Herrn Leyendecker im MoMa von heute früh dem der Inhalt offensichtlich bereits bekannt ist. Nach dessen Einschätzung ist auch so oder so noch mit der Veröffentlichung des Mailboxinhaltes zu rechnen.

Das in meinen Augen schlimmste ist, dass man inzwischen mehr auf den Wahrheitsgehalt einer höchst zweifelhaften Boulevardzeitung vertrauen kann, nein MUSS als auf die Aussagen des Bundespräsidenten! Wie bitter ist denn das? Die Bild berichtet wahrhaftiger als der Staatspräsident und das auch noch mehrfach?! Das wird Wulff im Leben nicht mehr heilen können und der Schaden reicht weit über das persönliche Ansehen Wulffs hinaus in die gesamte politische Landschaft hinein. Nur ein sehr rascher Rücktritt könnte ihn eventuell noch davor bewahren dass der Inhalt der Mailbox öffentlich wird. Denn dann gäbe es keinen Grund mehr weiter nachzutreten.

Ein letztes Wort noch zur Bild: Wer wie “PräsidentenAZUBI” Wulff mit ihr “ins Bett steigt” über einen längeren Zeitraum -weil er das als nutzbringend erachtet- kann und muss vorher wissen was Springer Vorstandschef Döpfner so schön umschrieb mit den Worten “Wer mit Bild im Aufzug nach oben fährt, fährt auch mit ihr wieder runter”. Mitleid mit Wulff halte ich in diesem Zusammenhang für vollkommen unangebracht.

134) sk8erBLN, Freitag, 06. Januar 2012, 16:23 Uhr

@ 130) Politikverdruss, Freitag, 06. Januar 2012, 13:57 Uhr

Dass ist von allen Seiten ja unbestritten, es geht darum was über die Forderung den Erscheinungstermin zu verschieben (dem Bild ja bereits um einen Tag nachgekommen war) noch alles gefordert wurde. Dazu gibt der Artikel leider keine Auskunft, weist aber schon in der Einleitung deutlich darauf hin dass es um mehr ging. “Demnach ging es ihm _auch_ darum, die Veröffentlichung eines Artikels aufzuschieben. ”

Der Zeit Artikel macht also noch kein Stück schlauer sondern belegt die Diskrepanz zwischen den Aussagen.

Frage:
Hätten Sie denn eine halbwegs logische Erklärung weshalb Wulff, wo es ihm angeblich nur um die Verschiebung des Erscheinungstermins um einen Tag geht, von “Krieg”, “überschrittenem Rubikon” und “strafrechtlichen Konsequenzen” in der gleichen Nachricht sprach?

An diesem Punkt würde ich Wulff sogar zugestehen dass er nicht mehr den genauen Wortlaut weiß, den er vor 14 Tagen in scheinbar äußerster Rage dem Diekmann auf die Box sprach. Da verdrängt oder vergisst man evtl. den genauen Wortlaut wenn man auf dem Weg zum Emir ist. Um so gefährlicher war von Wulff zu sagen “Ich habe doch nur um Verschiebung um einen Tag gebeten”. Klar dass dieser Schuss schnell nach hinten losgehen musste. Entsprechend beisst sich Wulff vermutlich auf die Zunge für den kleinen Satz.

135) sk8erBLN, Freitag, 06. Januar 2012, 16:31 Uhr

@ 130) Politikverdruss, Freitag, 06. Januar 2012, 13:57 Uhr

Ergänzung:
Beim Stern erfährt man etwas mehr zum Wortlaut, insoweit informativer:
“Entscheiden, wie wir den Krieg führen”
timmt Christian Wulffs Version, es sei ihm darum gegangen, “der Bild-Zeitung meine Sicht darzulegen, bevor sie über eine Veröffentlichung entscheidet”? Oder stimmt, was verschiedene Medien aus dem Gespräch zitiert haben – wonach Wulff dem Springer-Verlag handfest droht und die Berichterstattung verhindern will?

Die Antwort fällt nach stern.de-Informationen einfach aus: Beides ist richtig – was es für Wulff nicht besser macht.

Wulff spricht von sich in der 3. Person
Und tatsächlich, Wulff fragt im Laufe der Bandansage, ob die “Bild” mit der Veröffentlichung nicht warten könne, “bis das Staatsoberhaupt von der Auslandsreise” zurück sei. Der Präsident spricht hier über sich selbst in der 3. Person.

Allerdings: Dabei belässt es Wulff nicht. Er schlägt vor, dass man sich direkt nach seiner Rückkehr zusammensetzen könne, und dann lädt er verbal durch: “Dann können wir entscheiden, wie wir Krieg führen wollen.” Er droht mit Strafantrag, seine Anwälte seien “bereits beauftragt”. Er werde am Mittwochmorgen – also zwei Tage nach dem Anruf, dann wieder in Berlin – mit seiner Frau eine Pressekonferenz machen, dort werde es um die Methoden der “Bild”-Zeitung gehen. Wie bekannt, fallen dann noch die Worte “Rubikon überschritten” und “endgültiger Bruch mit dem Springer-Verlag”.
….
http://www.stern.de/politik/deutschland/wulffs-anruf-bei-bild-entscheiden-wie-wir-den-krieg-fuehren-1770568.html

136) Günter Springer, Freitag, 06. Januar 2012, 17:00 Uhr

@117 Mark
Danke für ihren Beitrag!

137) EStz, Freitag, 06. Januar 2012, 17:38 Uhr

128) sk8erBLN, Freitag, 06. Januar 2012, 13:16 Uhr

Sie kriegen das irgendwann auch noch mit.

Wulff hat nicht nur ohne zu bezahlen geparkt, sondern von mir aus auch ohne Not auf einem Behindertenparkplatz. Jetzt fragt man, wie lange, er sagt 1 Stunde, es waren aber nachweisbar 5 Minuten mehr – was BILD (und Leute wie Sie) daraus machen, ist Hausfriedensbruch, Meineid und Widerstand gegen die Staatsgewalt.

Und unabhängig, wie Panne sich Christian Wulff verhalten hat und sich teilweise verhält – das, was da im Moment gegen ihn abgeht, hat doch überhaupt nichts mehr mit der eigentlichen Sache zu tun. DAs geht nicht mehr darum, einen Politiker zur Rechenschaft zu ziehen für ein (noch genau zu klärendes) Vergehen. Das ist eine mediale Menschenjagd á la Kachelmann, wo nur danach gesucht wird, wie man den Bundespräsidenten fertig machen kann, anstatt zu schauen, was da passiert ist. Und Sie suhlen sich freudig in jeder noch so kleinen Negativ-Interpretation, erledigen nebenbei das perfide Geschäft der BILD-Zeitung, und halten sich dabei wahrscheinlich auch noch für einen aufrechten Demokraten, der seiner staatsbürgerlichen Pflicht nachkommt. Meinen Glückwunsch zu so viel Selbstständigkeit.

Es ist offenkundig, dass auch BILD nur einen Teil der Wahrheit veröffentlicht (also genau das tut, was man Wulff negativ auslegt). Es ist nachweisbar und bekannt, wie teilweise lügnerisch, grob, verleumderisch, wahrheitsverdrehend sie mit “politischen” Gegenern umspringt – spätestens seit Wallraff. Und ppolitische Gegner hat BILD ja nur, weil die Zeitung selbst Politik macht, statt wie anständige Journalisten darüber zu berichten.

Das alles tut die BILD-Zeitung (bzw. der Axel-Springer-Verlag) nicht zu Ihrem oder meinem Wohle, nicht für den Staat, die Wahrheit etc, sondern nur fürs eigene Interesse. Und es spricht einiges dafür, dass Frau Merkel entweder diese Nummer angeschoben hat, mit unter der Decke steckt, oder zumindest toleriert; dagegen sprechen Timing, Nutzen, Geld.

Und nun? Die BILD zersägt den letzten parteiinternen Merkel-Kritiker, die WELT lobt Merkel. Man nennt so etwas Push-Pull-Prinzip. Benutzen Sie doch mal Ihren eigenen Verstand, statt bei dem einen Springer-Titel nachzulesen, was der andere bewirkt.

138) m.spreng, Freitag, 06. Januar 2012, 18:00 Uhr

@ 133) Sk8erBLN

Ich habe Ihren Kommentar aus demselben Grund nicht zugelassen wie eine Reihe anderer, die glauben, spezielle Hinweise zu Frau Wulff geben zu müssen. Für die Verbreitung solche Gerüchte stelle ich den sprengsatz nicht zur Verfügung.

139) sk8erBLN, Freitag, 06. Januar 2012, 19:38 Uhr

135) EStz, Freitag, 06. Januar 2012, 17:38 Uhr
“Benutzen Sie doch mal Ihren eigenen Verstand, statt bei dem einen Springer-Titel nachzulesen, was der andere bewirkt.”

Das tue ich ständig und zumeist jenseits der Springer Presse. Offensichtlich komme ich zu anderen Ergebnissen als Sie und ehrlich gestanden finde ich das gut so! Ich habe aber Trost und Balsam für ihr offensichtlich angekratzes Seelchen und Gerechtigkeitsempfinden.

Kleines Highlight vorab:
“Vom Täter zum Opfer der Medien
Das Ergebnis ist beachtlich. Binnen zwei Tagen verwandelt sich so der politische Missetäter Wulff in ein Opfer einer geifernden Medienkameradschaft, deren vermeintlich moralisch hochmütige Argumente als verlogen wahrgenommen werden.”

Ähnlich wie beim Copy & Paste König KT zu Guttenberg steht das Volk auf einmal hinter seinem gefallenen Helden. Das müsste Sie glücklich machen und dazu führen, demnächst wieder weniger ad hominem zu schreiben, Sie können das!

Bundespräsident mit Volkes Segen
Das Volk hat gesprochen: Wulff ist “peinlich”, “unglaubwürdig”, soll aber im Amt bleiben. Geschickt hat er das Misstrauen gegenüber den Medien ausgenutzt – und einem neuen Politikstil den Weg geebnet. Ein Kommentar von Florian Güßgen
http://www.stern.de/politik/deutschland/christian-wulff-die-medien-und-die-umfragen-bundespraesident-mit-volkes-segen-1770666.html

Angenehme Lektüre, in Ihren Augen wird ja jetzt alles wieder gut.

Ich erlaube mir festzustellen jedes Volk hat die Repräsentanten die es verdient. Wulff ist nichts mehr weiter als eine leere Hülle so lange er dieses Amt besetzt hält. Es wäre besser, das Amt komplett abzuschaffen.
Und zum Beweis dass ich durchaus nicht nur Springerpresseerzeugnisse gouttiere:

http://www.wdr2.de/politik/leyendecker102.html

Wulffs Erklärung
Die Fiktion
06.01.2012 · Weil eine falsche Prämisse alles falsch macht, war das Interview des Präsidenten so fatal. Wulffs Erklärung mutet zu viele Fiktionen zu, um sie noch für glaubwürdig zu halten. Sie ist Zeichen eines Politikstils, der nicht mit Fehlern umgehen kann.
Von FRANK SCHIRRMACHER
http://www.faz.net/aktuell/wulffs-erklaerung-die-fiktion-11594310.html

An Schirrmachers Artikel hat mich besonders gefreut dass ihm das nicht entgangen ist:
“Symptom eines postdemokratischen Zeitalters
Die Art und Weise, wie das Amt des Präsidenten von den Parteien in der Krise behandelt wird, bestärkt den Verdacht, dass die Regenerationsfähigkeit der Politik immer kleiner wird. Es ist deshalb kein Zufall, dass einer der schnellsten und hellsichtigsten Sätze, gleich zu Beginn der Krise, von der Bundesgeschäftsführerin der Piraten Marina Weisband stammt. Sie twitterte, ohne jede Empörung, dass Wulff kein Bösewicht sei, sondern ein Symptom, „das Symptom einer Politikkultur, die keinen Umgang mit Fehlern kennt“.

Die Affäre um Wulff ist ein weiteres Symptom jener postdemokratischen Zustände, die neue Partizipationsbewegungen entstehen lassen – womöglich auch viel unsanftere, als es die „Piraten“ heute sind.”

Das Unvorstellbare
05.01.2012 · Wulff schürt mit seinen Versuchen, sich zu rechtfertigen, die Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit. Das führt zu einem verheerenden Befund.
Von BERTHOLD KOHLER
http://www.faz.net/aktuell/politik/bundespraesident-unter-druck-das-unvorstellbare-11593990.html

Dass die hochverehrte irgendwie verarmte Präsidentengattin trotz Doppelverdienerstatus in geliehenen und gesponserten Kleidchen herumlaufen muss ist in Anbetracht sonstiger präsidialer Verfehlungen ja keinen eigenen Link mehr wert und nur Petitesse am Rande. Schön dass Sie wenigstens nicht die jeweiligen Label im Ausschnitt eingestickt tragen muss und das Perlenkettchen besser zur Geltung kommt.

140) Peter Christian Nowak, Freitag, 06. Januar 2012, 19:47 Uhr

@137)EStz

Man könnte den Eindruck haben, Sie und ich befänden uns mit unserer Meinung auf verlassenen Wegen, wenn man sich die Allgemeinmeinung hier und anderswo ansieht. Dem ist aber nicht so. Da gibt es eine Reihe von klugen Köpfen, die die ganze Sache um Wulff ganz anders sehen.
Zugegeben, auf den ersten Blick steht man bei diesem Negativ-Hype um Wulff etwas ratlos da. Man weiß so recht nichts damit anzufangen. Bei näherem Hinsehen aber eröffnen sich ganz andere Blickwinkel als die, die die Bildzeitung und ihren Anhängern gerne aufdrücken möchte.
Wenn man nämlich den Focus in diesem Zusammenhang auf Frau Merkel und die Politik lenkt, die bisher mehr durch Versagen als durch Erfolg gekennzeichnet ist, dann ergibt sich folgendes Bild:
Seit der Bankenkrise wird zunehmend im Land die Frage nach den Ursachen des Desasters lauter, wird auch der neoliberale Kurs infrage gestellt. Eine Entwicklung, die man sich im Kanzleramt am wenigsten wünscht. Und so ist das Kampagnenblatt Bild für die Neoliberalen hier klar gefordert – als meinungsbildende Medium für den Rest der Gesellschaft.
Angela Merkel profitiert von der „Skandalfigur“ Wulff. Er liefert das Aufregerthema quasi in letzter Sekunde, an dem sich die bundesrepublikanische Bevölkerung reiben darf. Es ist nicht die neoliberale Ideologie, nein, es ist dieser „schnöde Wulff“, der die Demokratie ins Wanken bringt!. Stein des Anstoßes ist nicht die desaströse Lage in Deutschland und Europa, die durch Angela Merkel verursacht wurde. Denn noch immer geistern solche Sprüche wie, „wir müssen sparen“, oder „wir brauchen verschärft Reformen in den Sozialsystemen u.ä. Die BILD räumt und planiert sozusagen in Richtung dieser hässlichen Propaganda den Weg frei für Merkel, während vergleichsweise Wulff´s Nichtigkeiten zur Staatsaffäre stilisiert werden!

Es macht mich zuversichtlich: Der dicke Hammer des Erwachens wird für das Volk noch kommen…aber dann wird es zu spät sein!

141) Doktor Hong, Freitag, 06. Januar 2012, 19:49 Uhr

Bettina Schausten zahlt also für jede Übernachtung bei Freunden 150 Euro.

Ich rufe hiermit jede Person, bei der Bettina Schausten je übernachtet hat, dazu auf, diese ihre Behauptung hier zu bestätigen.

Schließlich wollen wir Transparenz, oder?

Wie glaubwürdig ist denn ein Reporter, der kein Geld für Übernachtungen bei Freunden zahlt, und eben dies anderen zum Vorwurf macht?

142) sk8erBLN, Freitag, 06. Januar 2012, 20:00 Uhr

@ 138 m.spreng

Nun, ich hoffe Ihre Aussage “spezielle Hinweise zu Frau Wulff geben zu müssen” bezieht sich nur auf das bereits verwurstete Vorleben der Präsidentengattin. Dass sie als “First Lady” in gesponsorten Kleidchen über die roten Teppiche huscht auch wenn sie nicht aussieht wie eine Litfassäule ähnlich unseren Sportlern finde ich ehrlich gestanden durchaus erwähnenswert. Der nicht verlinkte Artikel dazu findet sich bei “Focus”.

@ alle

Aber weg von den Petitessen, unser demontierter Präsident hat gerade ein neues weit gößeres Problem an der Backe. So viele Freunde dürfte er auch nicht besitzen aber seine Anwälte werden entzückt sein ob des Streitwertes:

Volkswagen
Was wusste Wulff?

von Martin Seiwert
Banken, Versicherungen und Fonds fordern 1,8 Milliarden Euro Schadensersatz von Bundespräsident Christian Wulff wegen vermeintlicher Versäumnisse als VW-Aufsichtsrat.

Als niedersächsischer Ministerpräsident war Christian Wulff stolz auf seine Nähe zur Wirtschaft. So sehr, dass er sich „Vorstandsvorsitzender von Niedersachsen“ nannte. Jene Nähe wird für Wulff immer mehr zum Problem. 67 Banken, Versicherungen, Pensions-, Staats- und Hedgefonds behaupten, Wulff habe in seiner Zeit als VW-Aufsichtsrat Pflichten verletzt und den Porsche-Eignern, den Familien Porsche und Piëch, in die Hände gespielt.

Wulff, so der Vorwurf der Investoren, habe es aber versäumt, dafür zu sorgen, dass die anderen VW-Aktionäre und Marktteilnehmer rechtzeitig darüber informiert worden seien. Die Geldhäuser fordern deshalb von Wulff 1,79 Milliarden Euro Schadensersatz, wie aus einem Antrag auf Einleitung eines außergerichtlichen Gütetermins hervorgeht, der der WirtschaftsWoche vorliegt.

http://www.wiwo.de/politik/deutschland/volkswagen-was-wusste-wulff/6021414.html

143) Doktor Hong, Freitag, 06. Januar 2012, 20:05 Uhr

Sparen wir uns unsere hysterische und gespielte Empörung doch für wirklich schwerwiegende Dinge auf.

Helmut Kohl hat einst nach Artikel 56 GG folgenden Eid geschworen:

“Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.”

In Artikel 21 GG steht:

(1) Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit. Ihre Gründung ist frei. Ihre innere Ordnung muß demokratischen Grundsätzen entsprechen. Sie müssen über die Herkunft und Verwendung ihrer Mittel sowie über ihr Vermögen öffentlich Rechenschaft geben.

Wenn also Helmut Kohl sein persönliches Ehrenwort, Spender nicht zu nennen, nicht brechen will, dann bricht er seinen Amtseid, den er dem deutschen Volk geschworen hat, und das Grundgesetz noch dazu.

Das aber schien keinerlei Aufregung wert gewesen zu sein, anno dazumal.

Als “anständiger”, “christlich-konservativer” hätte er seinen Spendern erklären müssen, dass er aufgrund eines früheren Schwures ein solches Ehrenwort nicht geben durfte.

Vielleicht wiegt man diesen Vorgang mal gegen die heutigen ab und kommt eventuell mal wieder auf den Boden zurück. Nur ein Vorschlag.

“Unterdrückung der Pressefreiheit” – sowas zu behaupten, während in Russland den Journalisten die Hände zertrümmert werden, ist sicher etwas übertrieben.

Wie gesagt, ich bin kein Fan von Wulff, aber dieser geifernden Hysterie kann ich noch viel weniger abgewinnen.

144) sk8erBLN, Freitag, 06. Januar 2012, 20:07 Uhr

@ EStz

mit meinem Vorbeitrag zur WiWo Exklusivstory habe ich Ihnen sogar frei Haus ein echtes Motiv für die Bemühungen um den Wulff Rücktritt geliefert, ich bitte um Beachtung des Antrags-Datums 28.12.2011. Da war, so ich richtig erinnere, schon absehbar dass der Präsident an seinem Stuhl auf jeden fall kleben bleiben wollte.
Daraus lässt sich jetzt wenigstens eine plausible Story basteln in Richtung “böse Mächte im Hintergrund wollten Wulff stürzen. “

145) karel, Freitag, 06. Januar 2012, 20:15 Uhr

Zum Thea “Gratismut” in den Medien,
und wie ich meine, auch in den Foren:

http://www.cicero.de/%3Fauf-die-regierung-einpr%C3%BCgeln-ist-gratismut%3F/25857

Vielfältig anwendbar: auch beim Thema Wuff.

146) MD, Freitag, 06. Januar 2012, 23:21 Uhr

Hape Kerkeling äußert sich zur Wulff-Affäre:

http://meedia.de/fernsehen/hape-kerkeling-bin-eindeutig-fuer-wulff/2012/01/06.html

“WULFF oder BILD? Was wollen wir?

Von keinem anderen Präsidenten haben wir je mehr verlangt als von Herrn Wulff!
Einer mit zweifelhaftem Ruf schreit ihm laut zu: Los, Hosen runterlassen!
Alle schreien: Ja!

Der Bundespräsident hat in beispielloser Weise die Hosen herunter gelassen oder besser… lassen müssen!

Der angebliche Skandal um unseren Präsidenten ist viel mehr ein Skandal unserer maroden und degenerierten Presse und Mediengesellschaft.

Und dieser hochgejubelte und herbeigeredete Skandal kann unsere Demokratie nichts weniger als den Kopf kosten !

Mal ehrlich, nimmt irgendwer der BILD Zeitung ernsthaft ab sie sei an Wahrheit, Anstand und ehrlicher oder gar lupenreiner Aufklärung interessiert?

Seit wann, bitte?

Der Bild geht es nur um so viel Auflage und Skandal wie eben möglich. Ausgerechnet die Bild mutiert nun zum obersten Moralhüter und zum reinen Gewissen der Nation!?!?

Armes, ganz armes Deutschland!

Die Frage, die sich hier stellt, lautet nicht :Wulff oder ein Neuer? sondern vielmehr :

Wulff oder BILD? Wie soll Deutschland in Zukunft aussehen?

Ich bin eindeutig für Wulff!!!

Was hat dieser arme Präsident eigentlich verbrochen? Er hat sich Geld geliehen, nicht etwa geklaut, veruntreut oder unterschlagen. Nein, geliehen! Um sich ein Haus zu kaufen, keine Jacht oder einen Jet. Ein normales-nach meinem Geschmack- eher langweiliges Haus in Hannover!

Zu einem günstigen Zinssatz, ja so ein übler Kerl!

Dann hat er ein Upgrade einer Fluggesellschaft für einen Urlaubsflug akzeptiert? Wie masslos kann einer sein !

Er soll gefälligst Holzklasse fliegen und seine Thrombose-Strümpfe anziehen! Was glaubt er wer ist, der Herr Wulff,… der Kaiser von China oder gar der 1. Mann in unserem Staate?

Und dann brüllt er auch noch einen grossartigen, verdienten und gradlinigen Journalisten wie den Kai von der BILD am Telefon an und will ihm verbieten kritisch und aufrichtig zu berichten!

Hallo????? Geht es noch?

Das kann unser Präsident gar nicht verbieten und das weiss er auch denn er ist nämlich schon volljährig auch wenn die Medien uns glauben machen wollen, er sei es nicht….. aber der Kai weiss das anscheinend nicht und heult sich bei seinen eigenen Redakteuren aus und berichtet tapfer gegen den Bundesdiktator Wulff an!!!

Aber darf ein Praesident in diesem Land sauer sein auf boulevardesken Enthüllungsjournalismus und unappetitliche Schnüffelei in seinem Privatleben? Darf er das oder nicht?Darf er Mensch bleiben angesichts einer unmenschlichen und gnadenlosen Presse? An seiner Stelle haette ich dem Kai nachts vor seiner Haustür aufgelauert und dem mal die Meinung gegeigt, was ich von so viel mangelnder Fairness und Gnadenlosigkeit halte.
Gut, seine Urlaubsreisen mit oder bei Herrn Maschmeyer hätte er sich sparen können. Da hätte er auch gleich mit oder beim Chefredakteur der BILD Urlaub machen können.

Zugegeben der Bundespräsident hat Fehler gemacht aber hat er sich strafbar gemacht oder unmenschlich gehandelt? Er hat seine Fehler eingeräumt und sich dafür öffentlich entschuldigt. So und nun? Kohl hat einen Demonstranten vor der Weltoeffentlichkeit zusammengeschlagen, Schroeder hat sich im Fernsehen hackevoll und live um Kopf und Kanzlerschaft geredet, Kiesinger war in der NSDAP.TJA, das waren anscheinend noch Staatsmaenner!Wenn der Bundespraesident jetzt geht dann geht der demokratische Konsens! Jedem potentiellen Nachfolger des Bundespräsidenten muss angesichts dieser hysterischen Debatte die Lust auf das Amt vergehen. Der Präsident muss unfehlbar sein. Gut, dann bleibt nur noch der Ratzinger und der kriegt sicher keinen Aerger mit dem Kai von der BILD seitdem die beiden ja nun Papst sind.

Herr Präsident, bleiben Sie im Amt und vor allem bleiben Sie Mensch! Hape Kerkeling”

147) Michael A. Nueckel, Samstag, 07. Januar 2012, 01:47 Uhr

@ Dieter Carstensen, 124)

Sie stellen sich den Anrufbeantworter als ein (großes?, häßliches?) Gerät irgendwo auf dem Schreibtisch vor, so als eine Art “vergemeinschaftetes” Büro-Modell??? …. war das nicht vielmehr die Mailbox des Diekmann´schen Mobilfunkanschlusses,der in N.Y. weilte? Ihre Schlußfolgerungen “… Anrufbeantworter quasselt, der mehreren Menschen zugänglich ist, gilt das “geschützte Wort” nicht, so urteilen in der Regel alle unsere Gerichte” betrifft dann einen anderen Sachverhalt.

Ich denke, Bild wird die Veröffentlichung nicht wagen. Für diese Machtprobe haben sie nicht die “Eier zwischen den Beinen”. Und das nährt die Spekulationen.

Mitunter hat Wulff mit seinem Anruf doch (s) ein Ziel erreicht. Im wette, dass im Hintergrund Döpfner und Springer doch agieren und ihren Einfluß ausüben

@ m. spreng, 138)

Richtig so, mir gehen hier auch die langatmigen, selbstverliebten presseschauartigen Beiträge von Sk8erBLN ohnehin mächtig auf die Nerven.

148) gabriele, Samstag, 07. Januar 2012, 07:18 Uhr

Wer traut sich eine Akteneinsicht zu fordern?
Ich bekenne- ich habe Bammel – dass “die” einen mit finanziellen
Forderungen quälen können.
https://fragdenstaat.de/anfrage/abschrift-eines-telefonanrufes/
Aber nach dem ich las, dass man AUFSTEHEN muss, wenn der BuPrä den Raum betritt,
muss ich heute auch AUFSTEHEN und demonstrieren gehen.(Schuh zeigen)
Dass da einer hockt hockt, der sich durchmogelt – verletzt meine “bürgerliche” Ehre.

149) Frankilein66, Samstag, 07. Januar 2012, 09:43 Uhr

@ Michael A. Nueckel, 147)

Wulff hat in seiner Antwort auf die Anfrage der “Bild” die Veröffentlichung des Mailbox-Mitschnitts ja nicht ausdrücklich verboten und damit geschickt den Ball wieder der “BILD” zurückgespielt. Sie könnten den Mitschnitt veröffentlichen ohne juristische Konsequenzen befürchten zu müssen. Ich bin ihrer Meinung, sie werden es nicht tun.

Ihre Meinung zu Sk8erBLN teile ich ausdrücklich. Jemandem, der scheinbar den ganzen Tag nichts anderes zu tun hat, als das Internet nach “Beweisen” für sein bizarres Weltbild zu durchsuchen, gehört mein ganzes Mitleid!

150) EStz, Samstag, 07. Januar 2012, 10:15 Uhr

@ 144) sk8erBLN, Freitag, 06. Januar 2012, 20:07 Uhr

Ich sage ja nun wirklich nicht, dass Herr Wulff der perfekte Präsident ist, dass er stets offen und ehrlich mit der Wahrheit umging etc. Sondern nur, dass der lässliche Privatkredit und seine recht eigenartigen Urlaube für einen kurzen, deftigen Ohrenzieher langen, für mehr aber nicht.

Ein Großteil der dummen, teilweise peinlichen Situationen sind (meiner Vermutung nach) auch schon öffentlich verbreiteten, unterschwelligen, Drohungen zu verdanken. Ein jeder normale Mensch hat das Recht, sich nicht selbst belasten zu brauchen. Wulff hat ein Amt, also muss er in einem gesunden Rahmen aufklären und offenlegen. Aber genauso wenig, wie in die Medien aufgrund seines Amtes ihn selbst bei Fehlern in das bestmögliche Licht rücken müssen, genauso wenig muss er sich selbst in das schlechtmöglichste Licht rücken.

* Da gibt es den Kredit von einer langjährig befreundeten Familie – das geht in Ordnung, dadurch sind keine neuen zu engen Beziehungen entstanden, die nicht schon vorher dagewesen wären.
* Da gibt es die vertuschende Wahrheit vor dem Landtag (Fehler) – naja, man weiß, wie Politiker sind in solchen Fällen, und wie die Opposition verdrehen würde, falls er alles offenlegt; aber einmal entschuldigen, ein Ohrenzupfer – gut ist.
* Dann kommen die Bestrebungen, den Kredit umzuwandeln (was eigentlich OK wäre)
* Das wird leider nicht von ihm selbst verhandelt (Grosser Fehler).
* Dazu die Aussagen vor der Öffentlichkeit (naja, “Hab ich fertig” statt “Dauert noch ein bisschen, aber ich sitze dran” hab ich auch schon gelegentlich meinem Chef erzählt – dummer Fehler).
* Ach ja, die Urlaube. Nicht wirklich toll, nicht wirklich schlimm, da bekannt und selbst bezahlt. Aber: Dummer Fehler, aufgrund seiner eigenen moral-haltigen Einlassungen zu anderen. Eine große Torte Häme dem Herrn Wulff mitten ins Gesicht, aufrichtig verdient.

Und nun schauen Sie auf das BILD-gewaltige Schauspiel, was da vor unseren Augen abgeht.

Ich fand “damals” den Herrn zu Guttenberg richtig toll, ein neues Gesicht, viele richtige Einstellungen, und er kann zwei, drei Sätze sagen, ohne dabei dem politischen Gegner zwischen die Beine zu treten. Als ich erkannte, dass er ein Betrüger war, habe ich meine Meinung zu ihm geändert.

Bei Wulff geht es gerade umgekehrt. Ich hätte ihn schon in Niedersachen nie gewählt, wollte ihn nicht als Bundespräsident etc. Aber er hat zur Euro-Krise zwei gute Reden gehalten. Die letzte fand den Weg ins Fernsehen. Direkt im Anschluss geht die Hatz los. Wulff mag ein kleiner Sünder, vielleicht sogar ein kleiner Politiker sein. Jetzt wird er als Verbrecher dargestellt, der er nicht ist.

und die

Die aktuelle Medienhetze hat System, es wird zu viel mit Andeutungen gearbeitet, und zu viele nehmen Andeutungenals erbrachten Beweis.

151) EStz, Samstag, 07. Januar 2012, 10:43 Uhr

@ 121) Frankilein66, Freitag, 06. Januar 2012, 10:48 Uhr

Die von Christian Wulff begangenen Fehler werden instrumentalisiert, um ihn abzuschießen oder ruhig zu stellen, aufgrund Aussagen und Forderungen wie dieser:

* Erst haben einzelne Banken andere Banken gerettet, dann haben Staaten vor allem ihre Banken gerettet, jetzt rettet die Staatengemeinschaft einzelne Staaten. Da ist die Frage nicht unbillig: Wer rettet aber am Ende die Retter? Wann werden aufgelaufene Defizite auf wen verteilt beziehungsweise von wem getragen?
* Nach Europäischem Recht sind alle europäischen Staaten verpflichtet, die öffentlichen Schulden unter 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zurückzuführen. In mehr als der Hälfte der Mitgliedsstaaten lag die Schuldenquote im letzten Jahr über dieser Marke – allen voran in Griechenland, Italien, Belgien, Irland und in Portugal. Und dann folgt schon Deutschland mit über 83 Prozent. Wir Deutsche sollten nicht zulassen, dass ein geschöntes Bild der Kräfte des geforderten Retters gezeichnet wird, auch wenn es unsere eigene Eitelkeit pflegen mag.
* Wer heute die Folgen geplatzter Spekulationsblasen, sogar jahrzehntelanger Misswirtschaft allein mit Geld und Garantien zu mildern versucht, verschiebt die Lasten zur jungen Generation und erschwert ihr die Zukunft. All diejenigen, die das propagieren, machen sich im Kern „einen schlanken Fuß“ und handeln nach dem Motto: „Nach uns die Sintflut.“

152) EStz, Samstag, 07. Januar 2012, 11:15 Uhr

@ 138) m.spreng, Freitag, 06. Januar 2012, 18:00 Uhr

Aufrichtigen Dank!

153) Thomas, Samstag, 07. Januar 2012, 11:15 Uhr

Sehr verkehrter Herr Präsident,
Sie denken wohl:
“Eine Hand wäscht die andere
in Unschuld”
Sie Wulff im Schafspelz.

154) sk8erBLN, Samstag, 07. Januar 2012, 11:51 Uhr

@ 132) Mark, Freitag, 06. Januar 2012, 14:51 Uhr

Ihr Beitrag gefällt mir. Ich wundere mich da auch immer wieder wie diese Diskrepanzen zwischen online und offline zustande kommen.

Neben dem Klassiker “Traue keiner Umfrage die Du nicht selbst gefälscht /manipuliert hast halte ich Ihre Überlegungen für zutreffend.

@146) MD, Freitag, 06. Januar 2012, 23:21 Uhr
zu Kohl und Kiesinger: ja, wirklich erstaunlich was im Offlinezeitalter alles noch möglich war. Ich denke nicht dass die beiden damit in der heutigen Zeit nur den Hauch einer Chance gehabt hätten ihre Skandale zu überleben. Die Gnade der Frühgeborenen, glücklicherweise heute eben nicht mehr vorstellbar und das gefällt mir.

Zu Hape Kerkeling fällt mir ansonsten nur ein dass er ja selbst sehr schlechte Erfahrungen mit Boulevardjournalismus machen musste. Insoweit auch ein Stück weit Traumabewälltigung für sein damaliges Zwangsouting bei Explosiv durch Rosa von Praunheim (was ihm ja seinerzeit gerade nicht geschadet hat). Kerkeling übersieht allerdings dass Wulff höchstselbst sich ins Netz des von ihm zu recht skandalisierten Medium Bild begab und bis heute selbst verantworten muss dass er sich weiterhin ausliefert durch eigenes unterirdisches Krisenmanagement. Leider verkennt Kerkeling zudem was sich Wulff im Zusammenhang mit dem Kredit geleistet hat und wem gegenüber er dazu sehr wohl rechenschaftspflichtig gewesen wäre. Die von ihm erteilte Absolution halte ich für zu früh erteilt.

Recht hat er natürlich dass es bitter ist dass ausgerechnet dieses Gossenmedium dass ich sehr regelmäßig nur mit BLÖD statt BILD bezeichne an der Aufdeckung des Wulff-Skandals federführend beteilligt war und bis heute ist. Glücklicherweise allerdings lange schon nicht mehr federführend.

@ 147) Michael A. Nueckel, Samstag, 07. Januar 2012, 01:47 Uhr in Richtung Spreng

Prima dass Sie sich zu Dingen äußern die Sie rein gar nicht beurteilen können.

Ansonsten erkläre ich Ihnen jetzt mal -so ähnlich wie sie glaubten @ Dieter Carstensen, 124) “langatmig” die Funktion einer Mailbox erklären zu müssen- den Funktionsumfang Ihres Browsers.
Das ist das Ding mit dem Sie “Internet gucken”.

Wenden Sie Ihren Blick gen rechte Seite des Fensters und sie entdecken einen Scrollbalken. Durch verschieben der mit der Maus ” anfassbaren” Markierung können Sie Beiträge nach oben oder eben unten verschieben. Versuchen Sie es einfach, es gelingt spielend leicht so meine Ihnen langweilig anmutenden Beiträge einfach zu überspringen.
Das steht Ihnen jederzeit frei und mit Ihrer Nichtbeachtung kann ich schon deshalb gut leben, weil die Beiträge i.d.R. nicht für Sie verfasst wurden.

@ 148) gabriele, Samstag, 07. Januar 2012, 07:18 Uhr
Schöne Idee, Wulff wird das natürlich nur erneut ablehnen. Es gäbe einen sehr einfachen Weg die Anrufinhalte zu klären, ich vermute allerdings die Bild bevorzugt es perfide weiter mit ihrer “Geisel” Wulff zu spielen. Genüsslich berichtet Bild dass sie Wulff seinen O-Ton zur Verfügung gestellt haben, weitere Updates dazu sind -wohldosiert auf maximale Einschlagswirkung hin- absehbar.

Der schnellste und einfachste Weg wäre nämlich dem Deutschen Presserat Wulfs Nötigungsversuch der Presse zur Prüfung/Stellungnahme zu übergeben, wie mit dem ausgeübten Druck durch die Presse zu verfahren ist und wie genau die wahrheitsliebende Presse sich dagegen zur Wehr setzen darf… Der Presserat könnte dann -ohne den O-Ton zu veröffentlichen- das Ergebnis dieser Überprüfung publizieren und es wäre umgehend klar inwieweit unzulässiger Druck durch ein Verfassungsorgan auf die freie Presse ausgeübt worden ist. Dass die Worte eines Staatspräsidenten höchst unwürdig sindund über das behauptete hinausgingen ist ja bereits hinreichend bekannt, der weitere Gesichtverlust bliebe Wulff aber dennoch wunschgemäß erspart.

Denn Aufgabe des Deutschen Presserats ist es u.a.

“Entwicklungen entgegenzutreten, die die freie Information und Meinungsbildung des Bürgers gefährden könnten” siehe http://www.presserat.info/

Genau genommen sehe ich die Bild-Verlagsleitung sogar in der Pflicht diesen Weg jetzt zu wählen zur Klärung des Sachverhalts.

Dieser Weg dürfte erfolgreicher sein als einmal mehr Wulffs Standpunkt der Inhalt von Telefonaten des Präsidenten sei immer vertraulich” wiederholt zu bekommen als Ergebnis der Anfrage nach Informationsfreiheitsgesetz. Trotzdem ist die Aktion prima.

155) sk8erBLN, Samstag, 07. Januar 2012, 12:24 Uhr

Als weiteres und krönendes Beispiel wurde nun auch bekannt wie sehr Wulff den Geerkens Privatkredit zu verschleiern suchte. Mehr Intransparenz ließ sich nicht schaffen, kein Wunder dass der niedersächsische Landtag bislang chancenlos war.:
“….
Fügt man bekannte und neue Details zu Wulffs Immobilienkredit zusammen, ergibt sich ein ziemlich unschönes Bild. So berichtet die “Frankfurter Rundschau”, Wulff habe bei seinem Hauskauf stärker verschleiert als bislang bekannt – und er habe dabei Experten zufolge ungewöhnliche Mittel angewandt:

• So machte Wulff keinen notariellen Vertrag,

• nannte im Grundbucheintrag seine Kreditgeber nicht

• und legte bislang keinen Beleg für Tilgungen auf das Darlehen vor,

sagte der Fraktionschef der niedersächsischen Grünen, Stefan Wenzel, der Zeitung. “Hier tun sich Abgründe auf, die ich nicht für denkbar gehalten habe”.

“Verbergung der Finanzierungsabläufe”

Nicht alles davon ist neu, aber es sieht schon sehr nach Verschleierung aus, dass sich Wulff das Darlehen der Unternehmersgattin Edith Geerkens über 500.000 Euro mittels eines anonymen Bundesbank-Schecks auszahlen ließ – “absolut unüblich bei einem Hauskauf”, sagte der Baufinanzierungsexperte Max Herbst, Chef der FMH-Finanzberatung in Frankfurt am Main, der Zeitung. Derartige Bundesbankschecks bekomme kein normaler Kunde, sie seien für absolute Ausnahmegeschäfte mit großen Beträgen vorgesehen wie etwa bei Auktionen und Zwangsversteigerungen. Das Besondere an dieser Zahlungsweise sei die Verschleierung der Geldquelle, denn bei diesen Schecks erfahre “auch bei der Einlösung keiner, wer der Geldgeber ist”. Es gehe “um das Verbergen der Finanzierungsabläufe”.
….”
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,807685,00.html

Da beruhigt mich doch dass Merkel hinter den Kulissen selbst damit rechnet dass er sich nicht halten kann und konkrete Pläne für Wulffs Nachfolge bereits in Ausarbeitung sind.:

Die Parteichefs der schwarz-gelben Koalition, Angela Merkel (CDU), Philipp Rösler (FDP) und Horst Seehofer (CSU), haben sich nach Informationen unserer Redaktion aus Regierungskreisen vor wenigen Tagen bereits auf ein Verfahren zur Nominierung eines neuen Kandidaten für das Bundespräsidentenamt geeinigt.

Sollte Bundespräsident Christian Wulff überführt werden, die Unwahrheit gesagt zu haben, wollen Merkel, Seehofer und Rösler die Unterstützung für Wulff beenden und nach einem Rücktritt in einer gemeinsamen Pressekonferenz einen Kandidaten vorschlagen, der auch vom rot-grünen Lager akzeptiert werden könnte.
http://www.rp-online.de/politik/deutschland/bundespraesident/debatte-um-wulff-nachfolge-hat-begonnen-1.2664696

Dass Wulff sich die Wahrheit regelmäßig zurechtbiegt wurde punktuell ja schon deutlich. Die Frankfurter Rundschau hat dazu einen hübschen Faktencheck aufbereitet und erklärt auf ganzen 8 Seiten was nur in seinem TV Interview bizarr daneben ist.
http://www.fr-online.de/politik/wulff-skandal-wie-der-bundespraesident-die-wahrheit-biegt-,1472596,11400130.html

156) Frankilein66, Samstag, 07. Januar 2012, 12:33 Uhr

@EStz, 151)

Ich respektiere, wie Sie den Bundespräsidenten in diesem Blog vehement und mit berechtigten Nachfragen gegen die Rücktrittsforderer verteidigen. Auch ich habe hier schon kundgetan, dass die
“Kreditaffäre” alleine nicht für einen Rücktritt ausreicht.

Allerdings zeugt sein Anruf bei Diekmann und seine bizarren Äußerungen im Fernsehinterview von einer gewissen Unreife für das Amt des Bundespräsidenten. Er ist den Anforderungen die ein solch hohes Staatsamt an einen Menschen stellt meiner Meinung nach nicht gewachsen.

Den von ihnen hier des öfteren hergestellten Zusammenhang zwischen einer Rede und der sich daran anschließenden Hatz halte ich für zu weit hergeholt. Schon oft haben Bundespräsidenten sogenannte “Ruckreden” gehalten ohne das sich langfristig etwas geändert hätte. Im allgemeinen werden solche Reden von den Mühen der Tagespolitik geschluckt und geraten schnell in Vergessenheit. Ausnahme: Richard von Weizsäckers Rede vom 08.05.1985.
Es gibt keine “Verschwörung”, höchstens zufällig zeitlich zusammenfallende Ereignisse.

Christian Wulff sollte möglichst bald zurücktreten, als Nachfolger kommt für mich nur Bundestagspräsident Norbert Lammert in Betracht, er kann dem Amt die notwendige Gravität, gepaart mit einer ordentlichen Portion Humor, verleihen.

157) Dieter Carstensen, Samstag, 07. Januar 2012, 13:28 Uhr

@ Michael A. Nueckel 147 @ 154 sk8erBLN,

Es liegt mir fern, hier irgend jemand belehren zu wollen, aber man sollte, werter Herr Nueckel, erst googlen und dann seine Meinung kund tun, finde ich.

Hier ein Zitat:

“Die “Bild”-Zeitung könnte die Mailboxnachricht von Christian Wulff ohne dessen Zustimmung veröffentlichen, sagt der Berliner Medienanwalt Butz Peters. Der Straftatbestand des § 201, Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes, sei nicht erfüllt. Er geht davon aus, dass der Text demnächst anderswo im Internet zu lesen sei.”

Die Quelle ist beim “Deutschlandfunk” zu finden. hier der Link:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1645859/

Welche Taktik die BILD bei ihrer Salamischeibchen weisen Veröffentlichung verfolgt, weiß ich nicht, aber Eines weiß ich vom Gefühl her, Wulff sollte zurück treten, den Mann wird hier nie wieder jemand ernst nehmen, es sei denn er wäre masochistich veranlagt!

158) Kall Hainz, Samstag, 07. Januar 2012, 15:58 Uhr

Das ist schon peinlich, so einen BuPrä zu haben.
Ich habe ihn windelweich erlebt im Interview, kein Format, keine Vision tausendfache Entschuldigungen und – so denke ich – Falschaussagen, sonst würden Bild und BW-Bank nicht nachkarten.

Ich möchte von so einem BuPrä nicht repräsentiert werden.

Aber der WDR hat recht: Für die Millionen, die er nach Abtritt beanspruchen könnte, soll er noch eine zweite Amtszeit (verm. mit Peinlichkeiten) zulegen.

Jeder baut jeden Tag an seiner Reputation – gewollt oder ungewollt, dieser BuPrä auch.
Es gibt leider nichts Peinlicheres, als sich selbst vorzuführen.

159) EStz, Samstag, 07. Januar 2012, 19:40 Uhr

@ 156) Frankilein66, Samstag, 07. Januar 2012, 12:33 Uhr
>> Er ist den Anforderungen, die ein solch hohes Staatsamt
>> an einen Menschen stellt meiner Meinung nach nicht gewachsen.
DIe Anforderungen sind einerseits politisch, andererseits menschlich / charakterlich zu sehen. Politisch erfüllt er, das zeigen seine letzten Reden, die Ansprüche mit Bravour. Ihre Zweifel an der charakterlichen Eignung kann ich nachvollziehen und teile sie teilweise selbst.

>> Es gibt keine “Verschwörung”, höchstens zufällig zeitlich
>> zusammenfallende Ereignisse.
Wenn es um die große Politik oder um das große Geld geht, glaube ich nicht an Zufälle. Aus meiner Sicht spricht viel für eine gezielte Kampagne (“Verschwörung” ist so ein großes Wort).
* BILD-Zeitung und Springer-Verlag haben eine sehr ausgeprägte Freund-Feind-Kennung. Wulff würde schon aus Gründen der Parteizugehörigkeit, aber auch aufgrund des Geschichten-Potentials (Homestories aus Schloß Bellevue) eindeutig in die Freund-Ecke fallen.
* Würde es bei dieser Geschichte um einen “politischen Gegner” der BILD gehen (Linke, Grüne, SPD, Piraten), bräuchte man sich über Sachen wie Timing keinen Kopf machen. Da gilt für BILD: Feuer frei. Aber bei einem Bundespräsidenten, der auch noch von der CDU stammt, mal eben planlos draufgehalten? Nie im Leben!
* Die einzige Person in der CDU mit mehr Einfluss ist Angela Merkel. Sie wurde vom Bundespräsidenten sehr direkt angegriffen:
– In freiheitlichen Demokratien müssen die Entscheidungen
im Übrigen immer von den Parlamenten getroffen werden.
Denn dort liegt die Legitimation.
(und nicht in dem von Merkel und Schäuble gewünschte Geheim-Gremium);
– Seit Jahren verletzen die Mitgliedsstaaten,
Deutschland eingeschlossen, die einst in Maastricht
beschlossenen Stabilitätskriterien.
– Selbst der Bürge kann sich unmoralisch verhalten,
wenn er die Insolvenz nur hinauszögert.
– Ich halte den massiven Aufkauf von Anleihen einzelner Staaten
durch die Europäische Zentralbank für politisch und rechtlich bedenklich.
Artikel 123 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union
verbietet der EZB den unmittelbaren Erwerb von Schuldtiteln,
um ihre Unabhängigkeit zu sichern.
* Üblicherweise gibt es bei solchen Fällen eine heftige, gestaffelte Retourkutsche, Herr Kauder spielt sich auf, Herr Pofalla spielt sich auf etc, ehe sich Frau Merkel sachlich, aber sehr bestimmt äußert. Gab es nicht. Still ruht seitdem der See. Nicht mal eine Zurechtweisung von Schäuble, der sonst Freund und Feind nicht schont.
* Die BILD-Zeitung würde, wenn sie “nur” wegen der Auflage hinter der Geschichte her wäre, diese nicht teilen. Aber andere Medien werden mit eingebunden, etwa indem Informationen über Wulffs Sprachbox-Nachricht durchgesteckt werden. Man will so bewußt den Eindruck erwecken, dass Wulff “Dreck am Stecken” hat, weil ja alle das behaupten.
* Wann haben Sie das letzte Mal etwas Relevantes zur Euro-Krise gelesen? Gibt es die nicht mehr, oder läuft das jetzt alles an uns vorbei, weil sich die Medien für andere Themen erwärmen?

Wulffs Reaktionen (wenn sie ausschließlich durch die Kreditgeschichte ausgelöst worden wären), wären in der Tat eines Bundespräsidenten nicht würdig. Aber wenn, wie ich vermute, doch mehr dahintersteckt, als derzeit bekannt ist, für mich durchaus verständlich.

160) helmut mederle, Samstag, 07. Januar 2012, 20:31 Uhr

Hallo, EStz,

“Cui bono?” – Das könnte man inzwischen variieren, weil das “bono” evtl. gar keinen bestimmten Zweck mehr hat und zum Selbstzweck von Jägern geworden sein könnte. Dabei sollte man zwar massiv, aber nicht nur an “die Medien” denken: Wer hat sich denn inzwischen n o c h – aus welchen Motiven auch immer – schon so weit aus dem Fenster gelehnt, daß er glaubt, nicht mehr zurück zu können?

Die Alternative dazu würde immer noch unglaublicher: Wenn das alles kein Selbstläufer sein sollte, – hat das tatsächlich jemand ins Laufen gebracht?

161) sk8erBLN, Sonntag, 08. Januar 2012, 11:07 Uhr

@ 157) Dieter Carstensen, Samstag, 07. Januar 2012, 13:28 Uhr

Ihr Beitrag war in keinster Weise gemeint, das “belehren” bezog sich ausschließlich auf den 147).

Die Taktik der Bild erschließt sich durchaus, wie ich finde.
Dem Cleverle im Berliner Schloss so oft und so massiv und o langfristig wie möglich eins reinzuwürgen.

Das kann ich insoweit verstehen und darauf bezieht sich auch mein “Cleverle” dass Wulff “auf dem Weg zum Emir” tatsächlich fertig gebracht zu hat Mailbox um Mailbox im Verlag zuzuquatschen mit seiner Wüsten Droherei.

Neueste SPON Schlagzeile:
neue Vorwürfe in der Anruf-Affäre: Nach SPIEGEL-Informationen rief Wulff auch bei Springer-Chef Mathias Döpfner an und drohte mit “Krieg”.

Wie bei “Bild”-Chef Kai Diekmann gelang es Wulff aber nicht, Döpfner direkt an den Apparat zu bekommen. Also hinterließ er auch in diesem Fall eine Nachricht auf dessen Mailbox.

Die Wortwahl des Präsidenten fiel dabei ähnlich aus wie gegenüber Diekmann: Von Empörung über die “Bild”-Zeitung soll die Rede gewesen sein, von einer Kampagne und ungerechtfertigter Skandalisierung, heißt es im Springer-Verlag.

….”
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,807779,00.html

Das dürfte Tag um Tag so weiter gehen bis dieser Pattexpräsident endlich den Stuhl räumt auf den Ihn Merkel erst gesetzt und dann geklebt hat. Was mir persönlich übrigens fehlt ist der häufigere Bogenschlag zu Merkel selbst. Dann erst könnte sie das nicht mehr länger so gekonnt aussitzen (lassen durch ihren Wunschkandidaten).

Wulff selbst hat gegenüber Mitarbeiter gesagt dass er glaubt das einfach aussitzen zu können.
Christian Wulff setzt aufs Vergessen
http://www.sueddeutsche.de/politik/trotz-ruecktrittsspekulationen-wulff-glaubt-affaere-bald-ueberstanden-zu-haben-1.1252534

162) sk8erBLN, Sonntag, 08. Januar 2012, 11:09 Uhr

Urlaub bei Aufsichtsrat
Wulff rühmte sich seiner Verdienste um
die Versicherungs-
wirtschaft
Der Gratisurlaub von Bundespräsident Christian Wulff beim Aufsichtsratschef eines Versicherungskonzerns wirft neue Fragen auf: Laut Informationen des SPIEGEL soll sich Wulff als niedersächsischer Ministerpräsident massiv für die Interessen der Versicherer eingesetzt haben.
Auf einer internen Veranstaltung des Konzerns, der HDI-Versicherungen des Talanx-Konzerns, hatte sich Wulff im Jahr 2005 dieser Verdienste für die Branche sogar selbst gerühmt. “Sofern es im Einflussbereich der Niedersächsischen Landesregierung lag, ist sie für die Beibehaltung des Privilegs der Steuerfreiheit der Erträge eingetreten”, führte Wulff in einer Rede vor dem Gesamtbeirat der HDI-Versicherungen aus.

“Lediglich langjährige Freunde besucht”

Drei Jahre später verbrachte Wulff zusammen mit seiner Frau Bettina seinen Urlaub in Baumgartls Villa in der Toskana, ohne dafür zu zahlen. Wulff hatte seine Gratis-Urlaube damit verteidigt, dass er lediglich langjährige Freunde besucht habe. Eine Verbindung zwischen seinen politischen Ämtern und den wirtschaftlichen Interessen dieser Freunde habe es dagegen nicht gegeben.
…”

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,807773,00.html

163) sk8erBLN, Sonntag, 08. Januar 2012, 11:14 Uhr

@ 159) EStz, Samstag, 07. Januar 2012, 19:40 Uhr

Es gäbe noch einen sehr interessanten anderen Ansatz. Die FAZ verfolgt den gerade und kehrt zur Ursprungsfrage zurück. War das überhaupt wirklich ein Kredit oder nicht eine (verdeckte) Schenkung die aufflog und dann erst zu einem Kredit umerklärt wurde. Dafür spricht einiges. Lesten Sie selbst, das entwickelt sich gerade zu einem veritablen Krimi und im Zentrum dieser Frage steht zunehmend woher Wulff die 500K wirklich erhalten hatte, die überaus merkwürdige Verschleierung via Bundesbakcheque, fehlenden Grundbucheinträgen und noch anderen Unüblichkeiten legen nahe, dass es da ursprünglich nie um einen echten Kredit ging sondern eben eine Schenkung.
Die nicht grade total unseriöse FAZ dazu:

Im Präsidentenpelz
07.01.2012 · Hinter den Kulissen: Nimmt man Christian Wulffs Verhalten in den letzten Wochen unter die Lupe, sind es die nichtöffentlichen Reaktionen, die wirklich auffallen.
http://www.faz.net/aktuell/politik/wulff-affaere-im-praesidentenpelz-11596855.html

164) sk8erBLN, Sonntag, 08. Januar 2012, 11:20 Uhr

Nachtrag zum Vorbeitrag:
Wesentlich ist, es gibt weder Tilgungsbelege noch wurden Sicherheiten Verlangt. Darüber muss man nachdenken. Und vielleicht Forensiker mal das Erstellungsdatum der angeblichen Vereinbarungen mit Geerkens untersuchen lassen….

165) sk8erBLN, Sonntag, 08. Januar 2012, 11:57 Uhr

BAMS berichtet über das nächste brisante Detail des angeblichen Kredits der vielleicht gar keiner war- Wulffs Umgang mit dem erhaltenen Scheck.:

“Noch brisanter als bislang bekannt war auch die Sache mit dem anonymen Bundesbankscheck über 500 000 Euro, den Unternehmergattin Edith Geerkens dem damaligen Ministerpräsidenten übergeben hatte. Aus einer Antwort der Wulff-Anwälte an BILD am SONNTAG geht nämlich hervor, dass Wulff den Scheck nicht etwa auf sein Konto eingezahlt und dann den Kaufpreis an den Notar des Hausverkäufers überwiesen hat, sondern direkt mit dem Scheck bezahlt hat.”
http://www.bild.de/politik/inland/christian-wulff/wulff-zuversichtliche-rede-in-bellevue-21956976.bild.html

Zastrow hat bekanntlich gefragt, ob es einen Kredit überhaupt gegeben hat im oben verlinkten FAZ Artikel. Und man erinnere sich bitte daran dass der selbe Geerkens mit seiner eigenen Ehefrau Kredite ausschließlich notariell beglaubigt abwickelt!(Geerkens selbst im Spiegel). Und das Staatsoberhaupt bezahlt bar ein Häusschen mit einem nicht rückverfolgbaren Scheck? Und der Verkäufer der Burgwedeler Immobilie gibt das “Wechselgeld i.H. von 80.000 EUR in bar an Wulff? Was für eine merkwürdige und unübliche Transaktion!

Ich kann mich inzwischen des Eindrucks nicht erwehren dass Wulff evtl. selbst gezielt Spuren auslegt die von den eigentlich wichtigen Dingen ablenken sollen.

Weshalb zur Hölle berichtet Wullff zum Beispiel ohne jede Not im Interview von ARD und ZDF das hier:

“… auch im Internet, wenn sie da sehn, was alles über meine Frau alles verbreitet wird an Fantasien, dann kann ich nur sagen, da müssen wir doch auch sehen, dass die Menschen auch noch bereit sind sich der Öffentlichkeit zu stellen, in die Öffentlichkeit zu gehen, in sofern ist das ein schwieriges Feld, aber ich sage, ich habe ein Fehler gemacht, aus innerer Überzeugung, … ”
https://netzpolitik.org/2012/preview-das-wulff-interview-als-audio/

Dadurch bringt er Millionen von Zuschauern mit der Nase auf einen Vorgang, ohne im Entferntesten danach gefragt worden zu sein, und schickt sie los, im Internet danach zu recherchieren. Ich war mehr als überrascht als er das Fass “Bettina Wulff” so vollkommen ohne Zusammenhang und Notwendigkeit aufgemacht hat. War das einfach nur dumm oder eine bewusst geworfene Nebelgranate bei der Wulff sogar die Reputation seiner Frau als das geringere Gut ansah?

166) Reinhard Rätzel, Sonntag, 08. Januar 2012, 12:25 Uhr

Wer es jetzt noch nicht glaubt, dem ist nicht mehr zu Helfen, selbst wenn es sich um den Bundespräsidenten persönlich handelt;
aus, aus aus…..nur Weltmeister sind wir bei diesen Worten diesmal nicht geworden…..

Im Besonderen die in direktem Zusammenhang involvierten Medien erwecken den Eindruck an akutem ADHS zu leiden. Ständig gibt es neue Mikrostatements zum Gesamtkomplex des offiziell nicht zur Veröffentlichung stehenden Wortlautes von Herrn Wulffs Mailbox-Exkursion. Personen wie Herr Döpfer, der ganz am Anfang mal eben Erwähnung fand,meldet sich nun nachkartend, gewichtig zu Wort. Wir sind hier und jetzt in der Informationsgesellschaft angekommen – Wikileaks kann Jeder jederzeit sein, und wird es auch. Der kompromittierende Wortlaut eines Bundespräsidenten, aufgezeichnet im Verfügungsbereich eines Journalisten, was will der Mensch Mehr, besser geht´s nicht.
„Wie hat es offenbar Herr Wulff selbst gesagt, „der Rubikon ist überschritten“…nur wer hat ihn eigentlich überschritten?
Daher schließe ich hier vorerst mit Marcel Reich-Ranickis Brecht Zitat: „Und so sehen wir betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen.“,

167) Michael A. Nueckel, Sonntag, 08. Januar 2012, 18:42 Uhr

@ Dieter Carstensen, 157)

Das sag´ich Ihnen nur einmal, dafür umso deutlicher: Ein Jurist muß nicht googlen, Herr Carstensen. Bitte merken Sie sich das! Ganz abgesehen davon, dass googlen auch eine Art intellektueller Armutserklärung sein kann, kennen Sie keine anderen Quellenzugänge? Das mag für Sie in Person ein probates Medium sein, um sich als Laie versuchsweise rechtlich sachkundiger zu machen. Aber es hilft nicht in jedem Falle – das zeigt Ihre Antwort: Denn Sie können leider zivilrechtliche Fragen mit denen des Strafrechts nicht auseinander halten. Ihr Verweis auf einen RA, der § 201 StGB zitiert hat nichts mit meinem Beitrag zu Nr. 108) + 147) zu tun, wo ich das zivilrechtliche Institut der einstweiligen Verfügung wegen des zivilrechtlichen Anspruchs auf Wahrung des Persönlichkeitsrechts erwähne. Dieses Nichtwissen werden Sie aber auch mit googlen nicht revidieren können, es ist eher so, wie beim demjenigen, “der sich anhand medizinischer Ratgeber kurieren will, und dann auch durch Druckfehler gar sterben kann” ;-)

@ Frankilein66, 147)

Hallo, Sie legen eventuell zuviel Wert auf Wulffs öffentliche Äußerungen – ich denke, dass hinter den Kulissen ein hartes juristisches Ringen abgeht, und Wulff über seine Anwälte sehr wohl versucht, BILD zivilrechtlich zu bändigen, mindestens in Schach zu halten. M.a.W., er hat BILD nicht den Ball zurück gespielt, sondern geht ganz bestimmt (rechtlich) offensiv vor.

@ sk8erBLN 154)

.. danke für Ihre Ratschläge – um es mit Frankilein66`s Worten, 147) zu sagen, der es nicht anders sieht, Sie offenbaren so schon Ihr Weltbild, wenn Sie meinen, mich so belehren zu müssen. Ist das dann auch Ihre Intention für Ihre lang-langweiligen Beiträge?Sie trauen uns nicht zu, diese Kenntnisse sich anderweitig anzulesen? Wissen Sie eigentlich, wieviele Leser Ihre Beiträge hier übersehen? Im übrigen bleibe ich dabei, Sie sollten sich quantitativ mäßigen und qualitativ verbessern. Sie verhalten sich als Vielschreiber (bekannter Inhalte) hier wie ein Vielsprecher im Team, und den würde ein Teamleiter zwecks Wahrung der Ausgewogenheit im Team bremsen.

Mitunter kommt der Tag eines irgendwie gearteten Limits.

168) riskro, Sonntag, 08. Januar 2012, 19:37 Uhr

Wir haben keine Causa Wulff, auch keine Causa Merkel. Die Causa heißt „Politikverdrossenheit“! Hervor gerufen durch plan- und zielloses Agieren unser sich selbst überschätzenden Politikerelite ALLER PARTEIEN. Die Affäre Wulff ist nur ein Ventil, Luft dieser Verdrossenheit abzulassen, weil man ihr scheinbar machtlos gegenübersteht. Wie sind aber nicht machtlos. Dies gilt es endlich zu begreifen.

Wenn man Stimmen zum Wahlverhalten verfolgt, heißt es oftmals:
- man hat doch nur die Wahl zwischen Pest und Cholera
-es ändert sich eh nichts
- und und………………….
Nur wie soll sich was ändern wenn -ich behaupte- 80% der zur Wahl gehenden Bürger nach Sympathie, Erziehung (in unserer Familie wurde seit gedenken so gewählt) ect. wählen. Lesen Sie zur Untermauerung meiner Aussage den Kommentar von Florian W. vom 4.1. 21:55 hier im Blog, letzter Satz ich zitiere:
Ich habe mich jedenfalls dazu entschieden, dass ich Herrn Wulff mehr mag, als die
Leute, die gerade eine Hetzkampanie veranstalten.
Zitat Ende

ER MAG IHN! Das alleine rechtfertigt für F. Wulffs Handeln. Ob dieses Handeln “richtig oder falsch” war, ist für ihn nebensächlich. Das gilt analog für das Wahlverhalten vieler, vieler Bürger. Parteiprogramme interessieren nicht, werden nicht zur Kenntnis genommen. Es zählt nur, ist mir Partei und ihre Personen sympathisch. Anschließend wird sich über die Politikgestaltung aufgeregt. Die Schuld sucht man aber, weil es nicht sein kann, dass man unter Umständen die falsche Partei gewählt hat, beim politischen Gegner, wie es einen demagogisch von den Parteifreunden suggeriert wird. Es muss richtig sein, da sie mir sympathischer sind als die anderen.
Liebe Mitbürger(innen) Beantworten Sie mir folgende Fragen. Sind Sie aber bitte sich selbst gegenüber ehrlich, da fängt nämlich Ehrlichkeit (und die vermisse ich bei unseren BP) an.

- Sind Sie der Meinung, dass Jemand, der 160 Std. im Monat für einen Anderen arbeitet, von dem Einkommen das ihm gezahlt wird, zu mindestens, die Grundbedürfnisse bestreiten können muss und ihn damit der ehrabschneidende Aufstockungsweg zum Sozialamt erspart bleibt?
- Sind Sie dafür, dass die Finanzwirtschaft mit einer Transaktionssteuer belegt wird und damit aufgehört wird, das Gewinne kapitalisiert und Verluste sozialisiert werden.
- Sind Sie dafür, dass die Bundeswehr sofort aus Afghanistan abgezogen wird? Die
Politikern aller Parteien und das Ausland sind sich einig, dass das Unternehmen
Afghanistan ein Fehler war und gescheitert ist (wie schon vorher, die Engländer und
Russen schmerzhaft feststellen mussten). Trotzdem wird der Fehler aus Angst vor
Globalen politischen Verwicklungen nicht korrigiert auf die Gefahr hin, dass weitere
Deutsche Soldaten verwundet oder getötet werden. Damit nehmen unsere Politiker
billigend in Kauf“, dass weiterer Schäden für Deutsche Staatsbürger auftreten
könnten. Dies ist mit ihrem Eid „Schaden vom Deutschen Volk abzuwenden“, nicht
vereinbar.
– Sind Sie der Meinung, das ab einer gewissen Einkommenshöhe eine höhere
Steuer erhoben werden sollte? Benötigt jemand, der z.B. 200.000,–€ und mehr im
Monat verdient, noch Kindergeld aus dem Steuersäckl? Ich halte Einkommen im 6-
stelligen Bereich (Bundesligaspieler, Manager ect so wie so für asozial. (Aber dass ist
meine Meinung)

Es könnten hier weitere Felder, die endlich einer politischen Regelung bedürfen angeführt werden
- Bildung
- Kranken- Pflege- und Rentenversicherung
- Justiz (der Polizistenmörder von Augsburg hat schon früher einen P. getötet. Wie so läuft der frei herum. Weitere Beispiele können angeführt werden
- Und, und.
Was macht unsere Politikelite: Sie streiten nur. Die drei Koalitionsparteien sind heillos untereinander zerstritten und nurr mit Fragen der Machterhaltung und Parteipersonalquerelen beschäftig.

Haben Sie die Fragen beantwortetet? Ich behaupte, dass Jeder, schon bedingt durch die Fragestellung, nur mit Ja antworten konnte. Wissen Sie was das bedeutet, das alles steht im Parteiprogramm der Linken. Aber die Mehrzahl von uns –ich schließe mich ein- wählen, die Linken nicht. Warum nicht, ist für mich klar: Die demagogischen Fähigkeiten und Diffamierungen durch CDU/CSU, SPD; GRÜNEN –FDP lasse ich weg- tragen Früchte. Es werden Schreckgespenster artikuliert – es sind Kommunisten, sie wollen DDR-Verhältnisse hier einführen ect.- und die westdeutschen Michels springen sofort drauf an, reden sich die Köpfe in Diskussionen heiß und erkennen nicht, dass alles nur Ablenkungsmanöver sind und die eigentlichen Probleme darin liegen, dass unsere Reg. sich nicht gegen die „Wirtschafts- und Finanzlobbyisten“ durchsetzen können. Die haben nämlich kein Interesse, dass die in meinen Fragen aufgeführten Lösungen, gesetzlich umgesetzt werden. Das darf man aber den Wähler nicht sagen. Die Wahrheit ist in der Politik wegen der Angst des Machtverlustes nicht gefragt. Da sind wir wieder bei Wulff. Egal, erstmal abstreiten und ein weiteres Schlachtfeld öffnen, worauf sich der Deutsche Michel mit 100 % -tiger Sicherheit stürzen wird. Dann redet in einem viertel Jahr nur noch eine verschwindende Minderheit von einer Causa Wulff. Ich behaupte auch Merkel hat dem DDR- Regime positiv gegenüber gestanden. Man wurde wenn dem nicht linientreu war keine FDJ-Funktionärin oder bekam mal so ein Stipendium in Moskau. Ich verurteile das nicht, wenn ich dort gelebt hätte, hätte ich auch vielleicht Wege gesucht, um das Beste daraus zu machen. Damit billige ich nicht die Stasi-Methoden. Kati Witt war Volkskammerabgeordnete, darüber redet Keiner (mehr). Ist Olympiabotschafterin, das macht sie nicht umsonst.
Wir müssen uns nur einig sein, dann würden wir alles erreichen können. Leipzig, Tunesien, Ägypten, Libyen haben vorgemacht, was dann erreicht werden kann. Mir ist es wurscht welche Partei oder Farbkonstellation regiert, wenn die Politik zum Wohle des Volkes erfolgt. Besonders sympathisch brauchen sie mir auch nicht sein. Ich will mit denen ja nicht den Rest meines Lebens verbringen. Wobei die Führung der Linken, mit einigen Ausnahmen, ist mir unsympathisch. Das ist aber auch wieder subjektiv.
Was wir brauchen ist mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten. Insbesondere während der Legislaturperioden. Schaut Euch doch mal unsere Minister an. Der reinste Kindergarten:
Schröder 33-Jahre, Bahr 34-Jahre, Rösler 38-Jahre, die leiten Oberste Bundesbehörden. Das erfordert in erster Linie neben der fachlichen Qualifikation ein gewisses Maß an Lebenserfahrung. Oder Ramsauer, Niebel, Aigner, von der Leyen sind auf Grund von Verdiensten in der Partei zu Ministerehren gekommen, nicht weil sie sich durch besondere Qualitäten auszeichnen. In ihrem erlernten Beruf mögen einige ja durch aus erfolgreich sein, Lebenserfahrung ersetzt Fachwissen nicht. Rösler, der an Peinlichkeit nicht zu überbieten ist, hat als Mediziner über Nacht die Qualifikation erworben, vom Gesundheitsministerium ins Wirtschaftsministerium zu wechseln, was ihn einen Stuhlwechsel mit Westerwelle beschert hat. Er darf jetzt rechts von Mutti sitzen. Was ein Kindergarten. Merkel spielt da mit, aber nur damit die Koalition nicht platz und wir schauen tatenlos zu. Wie dumm kann ein Volk noch sein. Vergessen habe ich, dass sie sich durchaus einig sein können, wenn es um ihre Diäten und um ihre Versorgung nach ende ihrer politischen Laufbahn geht. Da langen sie richtig zu. Der Fairness halber muss hier angeführt werden, dass die LINKEN immer gegen Diätenerhöhungen gestimmt haben. Dieses Verhalten führte zu folgenden Kommentaren der anderen Bundestagsparteien. Die LINKEN stimmen ja nur dagegen, weil sie genau wissen, es nicht verhindern zu können. Kann stimmen, aber vielleicht auch nicht. Fakt ist, sie haben dagegen gestimmt. Ich hab den Traum, dass die FDP-Minister vor Ablauf der Legislaturperiode aus den Ämtern entfernt werden. Wir machen uns ja im Ausland lächerlich. Die Schaden uns mehr als Wulff, wenn er im Amt bleiben würde.
Wir müssen tätig werden. Wir sind der Souverän und die nur unsere Vertreter. Sie haben sich danach zu richten was wir wollen.

169) karola, Sonntag, 08. Januar 2012, 20:35 Uhr

Wulff ist jetzt ein gejagter. Im Amt nach Merkels Willen. Merkel bezeichnete sich selbst einmal als höchste Instanz des Staates, worauf ein Journalist ihr sagte, dass sie das nicht sei, sondern der BP.

Das muss verdaut werden.
Köhler wurde von ihr vorgeschlagen und durchgeboxt, genau wie Wulff. Der eine wurde auch von der Presse gejagt und er trat – mit seiner Frau – zurück. Die Pressehatz konnte und wollte er nicht ertragen, Merkel unterstützte ihn – auch intern – nicht.
Sein Fehlverhalten: Die Wahrheit über künftige Kriege, auch um Handelswege offen zu halten und Ressourcen anderer Länder kriegerisch zu vereinnahmen in einem Flug von Afgh. nach D, bei Übermüdung offen gesagt zu haben. Das war zuviel!

Zur gleichen Zeit Guttenberg mit seiner Kriegsverherrlichichungs-Kampagnen, ohne die Wahrheit zu sagen.

Wulff hat Wesentliches nie gesagt, aber sich so verhalten, wie es wohl “branchenüblich” ist. Er hat Vorteile durch und über sein Amt wahrgenommen, angenommen. Warum das Geschrei, wo es doch alle tun?

Ein Amt ist eine leere Hülle, die vom Amtsinhaber mit seinen Idealen gefüllt werden muss. Er hat keine – warum auch. Das Amt ist wie der “Hut vom schweizer Tell”. Heilig und eine Projektionsfläche für alle, die ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen auf ihn projizieren können.

Auch Merkel profitiert ungemein von ihren Beziehungen zu Friede Springer und Liz Mohn. Alle großen Zeitungen singen uni-sono ihr Lied. Egal wie schlecht, wie verlogen und falsch singt, zu sehen an ihrer Europa-Politik und der Berichterstattung darüber.

Widerstand ist zwecklos oder die Widerständler werden in eine linke Ecke gestellt und dort diffamiert.

Merkel, Bild und Wulff. Das ist der 1. Teil der Geschichte, der 2. wird Bild, Guttenberg und Merkel sein. Denn mit ihm als BP ist sie einen Konkurrenten für lange Zeit los.
Gleichzeitig hat sie jedem BP gezeigt, wer den mächtigsten Posten hat: Sie.

Daher wünsche ich, dass er bleibt. Zum Ärger von Merkel, von Bild und Guttenberg, der sich schon warm läuft.

170) EStz, Montag, 09. Januar 2012, 11:10 Uhr

@ 168) riskro, Sonntag, 08. Januar 2012, 19:37 Uhr

>> ER MAG IHN! Das alleine rechtfertigt für F. Wulffs Handeln.

Da möchte ich widersprechen. Auch für mich trifft zu, dass ich Christian Wulff mehr mag als die, die ihn hetzen. Das bedeutet nicht, dass ich Christian Wulff überhaupt sympathisch finde, ein Fan seiner Politik bin, sein Fehlverhalten rechtfertige oder gar für gut heiße. Ich denke, Wulff sagt nicht die ganze Wahrheit, BILD sagt nicht die ganze Wahrheit. Wulff traue ich nicht besonders weit, BILD gar nicht. Es ist also eine ausschließlich relative Einordnung.

>> Sind Sie der Meinung, dass Jemand, der 160 Std. im Monat
>> für einen Anderen arbeitet, von dem Einkommen das ihm gezahlt
>> wird, zu mindestens, die Grundbedürfnisse bestreiten können
>> muss und ihn damit der ehrabschneidende Aufstockungsweg zum
>> Sozialamt erspart bleibt?

Wenn Sie in eine Laden gehen und irgend etwas kaufen, schauen Sie auf den Preis. Bei vergleichbaren Produkten kaufen Sie das Günstigere. Sie bezahlen nicht mehr für ein Produkt, “nur” weil dessen Fabrikant mehr Kinder hat, für Afrika spendet etc.

Genau so hält es jedes Unternehmen. Lohn und Gehalt werden nicht gezahlt, um den Arbeiter oder Angestellten zu versorgen, sondern als Ausgleich für eine wie auch immer geartete Leistung. Und bei vergleichbarem Angebot “kauft” der Arbeitgeber die Leistung beim günstigsten Anbieter.

>> Sind Sie dafür, dass die Finanzwirtschaft mit einer
>> Transaktionssteuer belegt wird und damit aufgehört wird,
>> das Gewinne kapitalisiert und Verluste sozialisiert werden.

Ber Bezug ist falsch. Das Gewinn-/Verlust-Problem hat mit einer Transaktionssteuer genau so wenig zu tun wie die Sauberkeit von Spazierwegen mit der Hundesteuer.

>> Sind Sie dafür, dass die Bundeswehr sofort aus Afghanistan
>> abgezogen wird?

Ich weiß es nicht. Man hätte unter keinen Umständen hingehen dürfen. Nun ist man da. Was bedeutet es, wenn man jetzt rausgeht, für uns; was bedeutet es für die Menschen in Afghanistan? Ich wünsche es mir sehr, mag aber auch nicht auf unserer Kappe haben, dass das Land anschließend in Blut und Anarchie versinkt wie der Irak. Ich weiß es nicht…

>> Sind Sie der Meinung, das ab einer gewissen Einkommenshöhe
>> eine höhere Steuer erhoben werden sollte?

Ja, sollte. Wird auch, selbst wenn ich der Meinung bin, dass unten ein wenig zu viel, oben ein wenig zu wenig abgegriffen wird (ich meine auch “wenig”).

>> Benötigt jemand, der z.B. 200.000,–€ und mehr im Monat
>> verdient, noch Kindergeld aus dem Steuersäckl?

Klare Antwort, braucht er nicht. Aber das ist nicht der Punkt. Es geht da eher um Gleichbehandlung. Das heißt nicht, dass alle das Gleiche haben, sondern dass die gleichen Regeln für alle Gelten. So jemand zahlt, wenn er denn angestellt ist, auch knapp 100 000 Euro Steuern im Monat; wenn er davon 184 Euro als Kindergeld zurück bekommt, ist das wirklich sooo schlimm?

>> Ich halte Einkommen im 6-stelligen Bereich (Bundesligaspieler,
>> Manager ect so wie so für asozial. (Aber dass ist meine Meinung).

Das sehe ich deutlich differenzierter.

>> Haben Sie die Fragen beantwortetet? Ich behaupte, dass Jeder,
>> schon bedingt durch die Fragestellung, nur mit Ja antworten konnte.

Das ist dann ja wohl ein klassisches Eigentor. Wenn die Antwort durch die Frage vorgegeben ist, bzw. die Frage so gestellt wird, dass eine bestimmte Antwort “erzwungen” werden soll, geht es nicht um Antworten, sondern nur um die Bestätigung einer vorgefassten Meinung.

>> Mir ist es wurscht welche Partei oder Farbkonstellation regiert,
>> wenn die Politik zum Wohle des Volkes erfolgt.

Zustimmung. Nur: Wer legt das Wohl des Volkes fest, und nach welchen Regeln?

Ansonsten: Vielem, was Sie über unsere aktuelle Politikergarde sagen, kann ich zustimmen

171) helmut mederle, Montag, 09. Januar 2012, 12:48 Uhr

@ EStz

Das spricht sehr für Ihre These:
http://www.faz.net/aktuell/politik/staat-und-recht/60-jahre-bundesverfassungsgericht-wulff-regierung-schwaecht-parlament-11372425.html

172) riskro, Montag, 09. Januar 2012, 14:05 Uhr

EStz

Beantworten Sie doch einfach die Frage(n) und interpretieren sie nichts hinein was nicht gefragt wurde. Beispiel Frage 1 enthielt keinen Bezug zu Afrika

Zustimmung: Nur: Wer legt das Wohl des Volkes fest, und nach welchen Regeln?

Da ich vermute, dass Sie über eine gewisse Intelligenz verfügen, überlasse ich die Beantwortung de Frage Ihrer Phantasie

Sie haben überlesen, dass die Ausführungen zu bestimmten Einkommenshöhe meine subjekive Meinung ist.

Das Eigentor wurde bewusst geschossen. Warum! Ihre Phantasie ist wieder gefragt

173) riskro, Dienstag, 10. Januar 2012, 15:05 Uhr

170) EStz, Montag, 09. Januar 2012, 11:10 Uhr

<Da möchte ich widersprechen. Auch für mich trifft zu, dass ich Christian Wulff <<<>>Wenn Sie in eine Laden gehen und irgend etwas kaufen, schauen Sie auf den Preis. Bei vergleichbaren Produkten kaufen Sie das Günstigere. Sie bezahlen nicht mehr für ein Produkt, “nur” weil dessen Fabrikant mehr Kinder hat, für Afrika spendet etc. <<>>>……..Ber Bezug ist falsch.<<<<<<> Sind Sie dafür, dass die Bundeswehr sofort aus Afghanistan
abgezogen wird?
Ich weiß es nicht. Man hätte unter keinen Umständen hingehen dürfen……………………………………….<<<<<
<<<<<wenn man jetzt rausgeht, für uns; was bedeutet es für die Menschen in Afghanistan? Z-Ende

EStz, die „Bundeswehr“ soll abgezogen werden, weil ein weiteres Verbleiben DEUTSCHER SOLDATEN, für diese ein unkalkulierbares Risiko für Leib und Leben darstellt. Mir liegt ein Schreiben des Bundestagspräsidenten vor, in dem mir dass auf meine Anfrage hin bestätigt wurde. So hart es sich vielleicht anhört, Aufgabe der DEUTSCHEN Politik ist es „SCHADEN VOM DEUTSCHEN VOLK“ abzuwenden. Abzug der Bundeswehr heißt nicht Einstellung der Humanitären Aktivitäten. Die sollten vielleicht noch erhöht werden. Damit ist der „Bevölkerung“ mehr gedient, wie Herr Todenhöfer -der dürfte Ihnen ja bekannt sein -ein Kenner der Probleme der „AFGHANISCHEN BEVÖLKERUNG“ immer wieder angemahnt hat. Das überhört man, weil es nicht in die politische Landschaft passt. Fakt ist nun mal: „Gewalt erzeugt Gegengewalt“. Genau wie meine Ausführungen bei Ihnen eine Gegen-Reaktion ausgelöst haben.

Laut Medienberichten sollen 70 % der Deutschen für einen Abzug sein. Das hat die Abgeordneten des Deutschen Bundestages –UNSERE VERTRETER- nicht davon abgehalten, den Druck der Regierung nachzugeben und einer Mandatsverlängerung zu zustimmen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Sicherheitslage in Af sich Jahr für Jahr erheblich verschlechtert hatte.
Der zurückgelegte 8-jährige bewaffnete Einsatz hat also nicht wie man hätte annehmen können, zu einer Verbesserung der Sicherheitslage geführt sondern im Gegenteil zu einer nachweislich verschlechterten. Dies war unseren Volksvertretern bekannt war. Es wurde somit wissentlich ignoriert. Mit dem traurigen Ergebnis:
4 weitere Tote deutsche Soldaten, von den Verletzten ganz zu schweigen, im Februar 2010.

Es ehrt Sie, wenn Ihnen das Wohl der afgh. Bevölkerung am Herzen liegt. Genau so müssten Ihnen dann aber auch die der syrischen, kongolesischen, angolanischen, -ich bin nicht in der Lage ALLE aufzuzählen- am Herzen liegen.
Übrigens habe ich zu Abzug der Bw eine Petition im Februar 2010 eingereicht.
Stand Dez. 2010, der Petitionsausschuss berät noch. Wohl ein schwieriges Problem, dass man aussitzen will. Angie lässt grüssen.

Meine immer wieder aufgestellte Forderung, wir brauchen mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten.
Alle 4 Jahre zwischen Pest und Cholera wählen zu können, wird dem Verfassungsgrundsatz:

Alle Macht geht vom Volke aus

nicht gerecht.
Das liegt natürlich auch nicht im Interesse unserer Politiker. Würde es ihnen das regieren doch erheblich erschweren. Man hält uns auch einfach für zu dumm. Klaus von Dohnanyi hat dies wortwörtlich in einer Talkschau gesagt – ich glaube bei Anne Will.

174) riskro, Mittwoch, 11. Januar 2012, 11:03 Uhr

Richtigstellung meines Beitrages 173) riskro, . Dienstag, 10. Januar 2012, 15:05 Uhr

Zitat aus 170) EStz, Montag, 09. Januar 2012, 11:10 Uhr
<<>Wenn Sie in eine Laden gehen und irgend etwas kaufen, schauen Sie auf den Preis. Bei vergleichbaren Produkten kaufen Sie das Günstigere. Sie bezahlen nicht mehr für ein Produkt, “nur” weil dessen Fabrikant mehr Kinder hat, für Afrika spendet etc. <>>Zitat Ende

Woher kennen Sie mein Kaufverhalten? Bitte unterlassen Sie spekulative Unterstellungen!

175) EStz, Mittwoch, 11. Januar 2012, 22:13 Uhr

172) 173) 174) riskro, Montag, 09. Januar 2012, 14:05 Uhr

>> Beantworten Sie doch einfach die Frage(n) und
>> interpretieren sie nichts hinein was nicht gefragt wurde.

>> Woher kennen Sie mein Kaufverhalten? Bitte
>> unterlassen Sie spekulative Unterstellungen!

Meine Güte, bloß keine Paranoia (Sicherheitshinweis: Das soll keine Unterstellung sein, sondern ich verleihe einer Hoffnung Ausdruck).
Nicht bös sein, aber Ihr Ton wirkt auf mich etwas flegelhaft. Ich nehme SIe doch auch ernst und gehe auf Ihre Kommentare ein, ohne Ihnen Vorschriften zu machen. Ich habe nichts hinein interpretiert, und habe auch kein Kaufverhalten unterstellt, sondern ein Beispiel aufgeführt.

>> Beispiel Frage 1 enthielt keinen Bezug zu Afrika
Es geht mir auch an dieser Stelle nicht um Afrika (es stand ja “etc” dahinter, um klarzumachen, dass es sich um beliebige Beispiel handelt). Falls ich mich nicht klar genug ausgedrückt habe, hier ein neuer Versuch:

Wenn Sie sich wünschen, dass jeder von seiner Arbeit (so er sie denn ordentlich macht) halbwegs ordentlich leben kann, teile ich diesen Wunsch. Ich sehe nur die von mir bereits genannte Problematik (= aktuelle Situation): Beim Entgelt, dass ein Arbeitgeber überweist, geht es nicht danach, wie gut es der Arbeitnehmer mit dem Lohn zurecht kommt.

Wenn ein Arbeitgeber eine Reinigungskraft sucht, und von zwei Bewerbern fordert einer 6 Euro Stundenlohn, und der nächste 8 oder 10 Euro Stundenlohn, wird der Arbeitgeber der Mitarbeiter für 6 Euro / Stunde einstellen. So spart der Arbeitgeber Geld, was ihm beispielsweise ermöglicht, ein günstigeres Angebot für einen Auftrag abzugeben. So sichert er sich dann einen Auftrag, den er bei einem Mitarbeiter, der 10 Euro die Stunde kostet, nicht hat sichern können (dies ist jetzt ein selbst beobachtetes Beispiel aus meiner mittelbaren Umgebung).

Ob fair oder unfair – das sind die Regeln. Auch wir leben danach: Wenn Otto Normalverbraucher einen Liter Milch braucht, und er findet diese Milch beispielsweise für 1,00 Euro bei Tante Emma und für 0,70 Euro bei Aldi, wird er seine Milch bei Aldi kaufen. Und genauso, wie der Arbeitgeber bei seiner Einstellung an seine Situation denkt und nicht an die seines Mitarbeiters, genauso denken wir an uns und nicht an die Situation der Bauern (das ist wieder nur ein Beispiel; ich weiß, dass Sie nichts von Bauern gesagt haben).

Zum Mindestlohn verstehe ich einen groben Zusammenhang (mehr nicht): Je höher der Mindestlohn ausfällt, umso mehr Jobs, die derzeit darunter liegen, werden wegfallen. Und umso besser wird es denjenigen gehen, die ihre Jobs behalten. Wie da der beste Weg aussieht, kann ich nicht beurteilen. Ich sehe, dass es in Ländern mit Mindestlohn (die Situation in Frankreich bzw. Paris kenne ich ein bisschen) nicht wirklich besser läuft. Die Leute, die nicht für die besseren Jobs qualifiziert sind, machen die Drecksarbeit statt für 6 Euro offiziell dann für 4,50 Euro auf die Kralle inoffiziell, tragen das Risiko von Krankheit, haben keinen Urlaub, sind bei Unfällen nicht versichert, und müssen sich vor der Polizei in acht nehmen. Keine gute Situation, wie man es auch dreht und wendet, aber wie gesagt, die optimale Lösung kenne ich nicht.

>> >> Zustimmung: Nur: Wer legt das Wohl des Volkes fest,
>> >> und nach welchen Regeln?
>> Da ich vermute, dass Sie über eine gewisse Intelligenz verfügen, ….
Warum so überheblich?

>> Sie haben überlesen, dass die Ausführungen zu bestimmten
>> Einkommenshöhe meine subjekive Meinung ist.
Nein, habe ich nicht; ich habe Ihre Aussage sogar extra mitzitiert. Ich habe nur geschrieben, dass ich Ihre Meinung nicht teile.

>> Das Eigentor wurde bewusst geschossen.
>> Warum! Ihre Phantasie ist wieder gefragt
Oh Mann, echt keine Ahnung, warum Sie ihre eigenen Ausführungen diskreditieren.

zu Afghanistan:
Ich war selbst bei der Bundeswehr (lange her) und leide mit jedem Sarg, der zurück kommt. Die Soldaten müssen (wie oft auch die Polizei) für irgendwelche Politiker-Entscheidungen die Rübe hinhalten. Ich bin der festen Überzeugung, dass unsere Truppe da nichts zu suchen hat. Ich weiß natürlich auch, dass die Abzugs-Forderung im Parteiprogramm der Linken steht (steht übrigens auch bei der NPD).

Meine Einschränkung war so gemeint: Wenn sich beispieslweise zwei Beduinenstämme da drüben gegenseitig auf die Mütze geben, finde ich das bedauerlich, aber es geht mich nichts an. Wenn nun durch das Eingreifen auch unserer Truppen in Afghansitan eine instabile Situation entsteht, die bei Abzug der Truppen nicht in eine stabile Situation überführt wäre, gäbe es einensehr blutigen Bürgerkrieg. Daran würden wir (“Deutschland”, wenn Sie so wollen) eine erhebliche Mitverantwortung tragen. Das schreckt mich schon.

176) Fro Tinnappel, Donnerstag, 12. Januar 2012, 15:41 Uhr

Zu Nr. 75, Andronico: Wow!!!

177) riskro, Donnerstag, 12. Januar 2012, 17:33 Uhr

Nochmalige Berichtigung der Kommentare 176,177

>>>>……… So spart der Arbeitgeber Geld, was ihm beispielsweise ermöglicht, ein günstigeres Angebot für einen Auftrag abzugeben. So sichert er sich dann einen Auftrag, den er bei einem Mitarbeiter, der 10 Euro die Stunde kostet, nicht hat sichern können (dies ist jetzt ein selbst beobachtetes Beispiel aus meiner mittelbaren Umgebung)<<<>>>….. Je höher der Mindestlohn ausfällt, umso mehr Jobs, die derzeit darunter liegen, werden wegfallen……<<<<<>>> Meine Güte, bloß keine Paranoia (Sicherheitshinweis: Das soll keine Unterstellung sein, sondern ich verleihe einer Hoffnung Ausdruck).
Nicht bös sein, aber Ihr Ton wirkt auf mich etwas flegelhaft. Ich nehme Sie doch auch ernst und gehe auf Ihre Kommentare ein, ohne Ihnen Vorschriften zu machen. Ich habe nichts hinein interpretiert, und habe auch kein Kaufverhalten unterstellt, sondern ein Beispiel aufgeführt.<<<<>> ……..habe auch kein Kaufverhalten unterstellt<<<<>>>>ch weiß natürlich auch, dass die Abzugs-Forderung im Parteiprogramm der Linken steht (steht übrigens auch bei der NPD).<<<<<<

Da das Parteiprogramm der NPD nicht zu meinen Lektüren gehört und auch nie gehören wird, kann ich da nicht mitreden.

Sie sind doch wohl nicht ein verkappter Brauner.
Programme der im Bundestag vertretenen Parteien lese ich selbstverständlich.

Auszug aus Ihren Kommentar: 170) EStz, Montag, 09. Januar 2012, 11:10 Uhr
<<<<>>>>>>>

Auszug aus Ihren Kommentar: 21) EStz, Montag, 09. Januar 2012, 16:35 Uhr
<<<<<>>>>>>>

Was ein Eigentor: Sie sind also nur FÜR WULFF, weil Sie eine BILD-, SPIEGEL-, FAZ-PHOBIE haben.

Bestätigt meine Theorie: Wahlverhalten und die Beurteilungen von Handlungen bestimmen sich nach Sympathie/Antipathie.

Es widerstrebt mir eigentlich Ihnen einen Rat zu geben, anderseits brauchen Sie ihn ja nicht zu beherzigen:

Das Lesen von Kommentaren heißt nicht, dass man sie auch sofort verstanden hat. Hier hilft oftmals nochmaliges lesen.

178) EStz, Donnerstag, 12. Januar 2012, 18:44 Uhr

@ 177) riskro, Donnerstag, 12. Januar 2012, 17:33 Uhr
>> Da das Parteiprogramm der NPD nicht zu meinen Lektüren
>> gehört und auch nie gehören wird, kann ich da nicht mitreden.
>> Sie sind doch wohl nicht ein verkappter Brauner.

Wie intolerant. Sie sollten kennen, was Sie ablehnen, und nicht nur nach Sympathie/Antipathie urteilen. :-)

Spaß beiseite – nein weder verkappt noch unverkappt, und das Wahlprogramm der NPD habe ich mir auch nicht gegeben. Diese o.g. Info hat mir vor der letzten Wahl der Wahl-O-Mat gesteckt, als ich angab, dass ich gegen eine Deutsche Teilnahme am Krieg in Afghanistan bin (punkt als besonders wichtig markiert). Hab natürlich auch die anderen Punkte ausgefüllt. Mir wurden die Linke und die NPD empfohlen. Da war ich dann etwas perplex.

>> Was ein Eigentor: Sie sind also nur FÜR WULFF,
>> weil Sie eine BILD-, SPIEGEL-, FAZ-PHOBIE haben.

Kein Eigentor, sondern eher “ich sehe was, was Sie nicht sehen”.

Ja, ich bin (bislang, muss man sagen, aber seine Peinlichkeiten machen inzwischen selbst mich mürbe) NUR und AUSSCHLIESSLICH deshalb für einen Verbleib von Wulff im Amt, weil ich Gebahren, Machtanspruch und manipulatives Verhalten der BILD-Zeitung für sehr gefährlich halte.

>> Bestätigt meine Theorie: Wahlverhalten und die
>> Beurteilungen von Handlungen bestimmen sich nach Sympathie/Antipathie.

Wieder mal den Zusammenhang nicht verstanden. Herr Wulff ist mir keinesfalls sympathisch. Des weiteren halte ich ihn auch durchaus nicht für einen besonders fähigen Politiker. Er ist für mich, wenn Sie so wolle, das kleinere Übel.

Zitat aus meinem Beitrag 170):
“Das bedeutet nicht, dass ich Christian Wulff überhaupt sympathisch finde, ein Fan seiner Politik bin, sein Fehlverhalten rechtfertige oder gar für gut heiße.”

An dieser Stelle gebe ich Ihnen Ihren eigenen Kommentar

>> Das Lesen von Kommentaren heißt nicht, dass man sie auch
>> sofort verstanden hat. Hier hilft oftmals nochmaliges lesen.

gerne zur nochmaligen Lektüre zurück.

Mit freundlichem Gruß
EStz

179) riskro, Donnerstag, 12. Januar 2012, 20:12 Uhr

175) EStz Mittwoch, 11.Januar 2012. 14:05 Uhr

<<>>>

Einsparungen beim Lohn des Arbeitnehmers gehen in so einen Fall zu Lasten der Steuerzahler. Der Gewinn des AG´s bleibt konstant. Das hatte zur Folge, dass laut Agentur für Arbeit der Bundeshaushalt mit 2 Mrd. Euro für Aufstocker aus Steuermittel belastet wurde.

<<>>

Da nicht davon auszugehen ist, um bei Ihrem Beispiel zu bleiben, dass der Reingungsbedarf sich ändert, könnte es höchstens dazu kommen, das Kunden die Reinigungsfirma wechseln. Da in diesem Bereich alle Firmen ein Mindestlohn zahlen müssen, kann es aber nicht am Lohngefüge liegen. Es ist Aufgabe eines Arbeitgebers diese Gründe heraus zu finden. Darüberhinaus betreiben Firmen, die Dumpinglöhne zahlen bei ihrer Angebotsabgabe Wettbewerbsverzerrung zu Lasten der Steuerzahler. Diese Firmen werden auf Dauer auf dem Arbeitsmarkt keine Chance haben, da bei ihren Arbeitnehmern eine hohe Fluktation herrscht und diese nicht motiviert sind und keine gute Arbeit abliefern werden. Frage, welcher AN ist motivierter?

>>>Meine Güte bloß keine Parnoia. Nicht bös sein abr ihr Ton wirkt auf mich etwas flegelhaft. Ich nehme SIe doch auch ernst und gehe auf Ihre Kommentare ein, ohne Ihnen Vorschriften zu machen. Ich habe nichts hinein interpretiert, und habe auch kein Kaufverhalten unterstellt, sondern ein Beispiel aufgeführt.>>>>

Das ist dreist. Ihr Problem ist ja gerade, dass Sie andere Meinungen nicht respektieren. Warum sonst kommentieren Sie laufend Kommentare, die Ihrer Meinung konträr laufen und verwenden Redewendungen wie z.B. “der Bezug ist falsch”. Umkehrschluß, nur Ihrer ist richtig.
Beispiele für von Ihnen kommentierte Beiträge: Im Themenblog ” Am Tropf von Bild” die Kommentare 21,52. Im Themenblog:Wulff verzeiht sich: die Kommentare 41. 60,88,113,125,127,137. Akzeptieren tun sie die Kommentare: 20, 32, 70.

eine Frechheit Ihrerseits ist die Behauptung;
<<<..habe auch kein Kaufverhalten unterstellt…<<<

Wie kann man Ihre folgende Formulierungen sonst verstehen, ich zitiere: Wenn "Sie" in einen Laden gehen, schauen "Sie" auf den Preis, kaufen "Sie" das Günstigere,"Sie" bezahlen nicht mehr für ein Produkt, "nur" weil dessen Fabrikant mehr Kinder hat, für Afrika spendet etc.

<<<…ich war selbst bei der Bw<<<.

Lag im Falle der Wehrdienstfähigkeit an der Allgemeinen Wehrpflicht. Hat aber mit dem Afgh.-Einsatz und den Abzug unsere Soldaten so wenig zu tun, wie die Sauberkeit von Spazierwegen mit der Hundesteuer, um mit Ihren Worten zu reden.

<<>>

Da das Parteiprogramm der NPD nicht zu meinen Lektüren gehört und nie gehören wird, kann ich da nicht mitreden.
Sie sind mir doch kein verkappter Brauner!
Programme, der im BT vertretenen Partei lese ich selbstverständlich.

Was sagen Sie zu Ihrem folgenden Eigentor:
Zitat aus Ihrem Beitrag 170) Montag, 09.Januar 201211:10 Uhr
<<<Da möchte ich widersprechen . Auch für mich trifft zu. dass ich Christian Wulff mehr mag als die, die ihn hetzen…..(Sie widersorechen wieder mal)

Zitat aus Ihrem Beitrag 21)Montag 09. Januar 2012, 16:35 Uhr
<<>>

Sie sind also nur für Wulff weil Sie eine BILD-,SPIEGEL-,FAZ-Phobie haben.

Bestätigt meine Theorie Wahlverhalten und die Beurteilungen von Handlungen bestimmen sich bei VIELEN nach Sympathie/Anitpathie auch bei Ihnen, dem haben Sie widersprochen.

Es widerstrebt mir Ihnen einen Rat zu geben. Anderseits brauchen Sie ihn ja nicht zu beherzigen.

Das Lesen von Kommentaren heißt nicht, dass man ihn sofort verstanden hat. Hier hilft nochmaliges lesen.

180) EStz, Freitag, 13. Januar 2012, 16:20 Uhr

@ riskro

>> Wie kann man Ihre folgende Formulierungen sonst
>> verstehen, ich zitiere: Wenn “Sie” in einen Laden gehen,
>> schauen “Sie” auf den Preis, kaufen “Sie” das Günstigere,
>> “Sie” bezahlen nicht mehr für ein Produkt, “nur” weil
>> dessen Fabrikant mehr Kinder hat, für Afrika spendet etc.
Falls ich irgendwann schreibe “wenn Sie in den Regen gehen, werden Sie nass”, dann unterstelle ich weder, das Sie nass geworden sind, noch, dass Sie in den Regen gegangen sind, noch fordere ich Sie auf, das zu tun etc. Ich hätte genau so gut “man” schreiben können. Man muss sich schon viel Mühe geben, um das trotz meiner Erklärung böswillig zu verstehen (“Frechheit ihrerseits…”)

>> <<<…ich war selbst bei der Bw<<> Lag im Falle der Wehrdienstfähigkeit an der Allgemeinen
>> Wehrpflicht. Hat aber mit dem Afgh.-Einsatz und den Abzug
>> unsere Soldaten so wenig zu tun, wie die Sauberkeit von
>> Spazierwegen mit der Hundesteuer, um mit Ihren Worten zu reden.

Wer trifft hier Unterstellungen? Zum einen war ich nicht nur über die Dauer der Wehrpflicht bei der Bundeswehr, sondern für vier Jahre, wenn auch mit nur sehr kurzem Auslandseinsatz. Zum anderen habe ich keinen direkten Bezug zwischen mir und dem Afghanistan-Einsatz hergestellt, sondern nur erwähnt, dass es mir das Thema aufgrund meiner eigenen Bundeswehrzeit am Herzen liegt.

>> Ihr Problem ist ja gerade, dass Sie andere Meinungen nicht
>> respektieren. Warum sonst kommentieren Sie laufend Kommentare,
>> die Ihrer Meinung konträr laufen und verwenden Redewendungen
>> wie z.B. “der Bezug ist falsch”.

Zum einen: Wenn jemand eine andere Meinung vertritt als ich, stelle ich im Rahmen der hier geführten Diskussionen meine anderslautende Meinung dagegen. Wenn beispielsweise jemand sagt “Wulff muss weg”, kann ich doch schreiben “meiner Meinung nach soll er im Amt bleiben”, ohne dass ich respektlos bin oder die andere Meinung nicht akzeptiere. Ich habe auch Ihnen zu einzelnen Punkten geschrieben, das ich eine andere Meinung habe oder das ich das anderes sehe, und nicht behauptet, dass Sie Unrecht haben. Sie dagegen erklären mir, was mein “Problem” ist….

Die Aussage “Der Bezug ist falsch” habe ich getroffen, weil der Bezug falsch war (hat mit Fakten, nichts mit Meinung zu tun). Ihre Aussage war folgende:

>> – Sind Sie dafür, dass die Finanzwirtschaft mit einer Transaktionssteuer belegt wird und damit aufgehört wird, das Gewinne kapitalisiert und Verluste sozialisiert werden.>>

Wenn Banken und Anleger eine Transaktionssteuer zahlen, heißt das zwar, dass der Staat an dieser Stelle Steuereinnahmen hat (die vielleicht sogar durch die Auslagerung derartiger Geschäfte etwa nach London zu Steuerausfällen an anderer Stelle führen). Wenn aber eine der sogenannten “wichtigen” Banken in die Bredouille gerät, wird der Steuerzahler wie bisher einspringen, werden die Verluste auch weiterhin sozialisiert. Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Bezahlung der Transaktionssteuer und Rettungsmaßnahmen.

Auf die anderen Themen gehe ich lieber nicht mehr ein, da Sie mir sonst vielleicht wieder alle möglichen Unterstellungen unterstellen (soll keine Unterstellung sein, sondern nur die Äußerung einer in meiner Persönlichkeit veranlagten Befürchtung). Und damit das hier nicht ausartet, wird das mein letzter Kommentar in diesem Thema sein.

181) riskro, Samstag, 14. Januar 2012, 16:51 Uhr

Letzte Antwort: “Sie” groß = direkte Ansprache, die Person ist gemeint, sie = klein = Allgemeinheit gemeint. Stoff in der Grundschule

Das Eigentor war unvollständig, hier das vollständige:
Zitat aus 170) EStz, Montag, 09. Januar 2012, 11:10 Uhr
Da möchte ich widersprechen . Auch für mich trifft zu. dass ich Christian Wulff mehr mag als die, die ihn hetzen….

Zitat aus Ihrem Beitrag 21)Montag 09. Januar 2012, 16:35 Uhr
Gäbe es nicht diese zeitliche Nähe von Merkel-Kritik und Wulff-Hatz, und nicht dieses schleimige Miteinander vom BILD, SPIEGEL, FAZ etc, wäre ich wohl gegen ihn.

182) Kall Hainz, Sonntag, 22. Januar 2012, 11:17 Uhr

so wie im Sport die großen Stadien oder Hallen nach den Sponsoren benannt werden, könnte das Wulff’sche Haus in Großburgwedel ja jetzt auch “Geerkens-Hall” oder “Maschmeyer-Hall” benannt werden. Dann weiß jeder was los ist.

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