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Freitag, 20. Januar 2012, 17:57 Uhr

Seehofer allein zu Haus

Na, wer sagt denn, dass Politiker nichts dazulernen. Karl Theodor zu Guttenberg hat dazugelernt. Er verzichtet auf eine Bundestagskandidatur 2013. Sein Comeback fällt aus.

Zu Guttenberg war auch zu dilettantisch vorgegangen. Zu früh, zu unüberlegt, zu anmaßend war zu Guttenbergs Comeback-Versuch im vergangenen Herbst. Das konnte nur schief gehen. Aus dem Buchtitel “Vorerst gescheitert” konnte das “vorerst” schnell gestrichen werden.

Jetzt also der Rückzug. Er habe aus seinen Fehlern gelernt. Nicht jede seiner Äußerungen sei klug gewesen. Späte Einsicht. Wahrscheinlich ist auch die Vermutung nicht abwegig, dass bei seinem Entschluss die Familie eine Rolle gespielt hat.

Seine Fans müssen jetzt bis nach 2013 auf ihr Idol warten. Wenn er überhaupt wiederkommt. Denn es wäre tatsächlich einmal klug von zu Guttenberg, wenn er den Versuch machen würde, auf einem anderem Gebiet als in der Politik zu reüssieren. In der Wirtschaft zum Beispiel. Er könnte sein US-Exil auch nutzen, um eine eigene Doktorarbeit zu verfassen.

Wenn ihm dies gelänge, dann könnte es tatsächlich irgendwann noch ein Comeback für den erst 40 Jahre alten Ex-Minister geben. Denn ein außérgewöhnliches Talent, ein Menschenfänger ist er immer noch.

Der Düpierte ist  jetzt CSU-Chef Horst Seehofer, der noch vor kurzem über eine wichtige und  herausragende Rolle für den gescheiterten Politiker schwadroniert hatte. 

Seehofer, der zu Recht Angst vor seiner Landtagswahl 2013 hat, wollte zu Guttenberg als Ass im Ärmel halten. Zu eng könnte es gegen den ersten ernsthaften SPD-Herausforderer, gegen den populären Christian Ude werden. Deshalb sollte zu Guttenberg an seiner Seite noch die letzten zwei, drei Prozent der Wähler mobilisieren, die ihm jetzt vielleicht für einen Wahlsieg fehlen.

Seehofer ist jetzt allein zu Haus. Er allein muss die Landtagswahl gewinnen – oder verlieren. Verliert er, dann könnte zu Guttenbergs Comeback nach 2013 schneller kommen, als alle Söders der CSU denken.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

32 Kommentare

1) bias90, Freitag, 20. Januar 2012, 18:38 Uhr

Ich gebe Ihnen Recht Herr Spreng, dass zu Guttenberg gut beraten war, sich noch ein paar Jahre aus der aktiven Politik zurück zu ziehen. Nach seinem gnadenlos gescheiterten Comebackversuch war dies die einzig richtige Entscheidung. Zu Guttenberg wird mit Sicherheit über kurz oder lang den deutschen Politikbetrieb wieder aufmischen. Denn die „Fans“ des ehemaligen „Popstar“ der deutschen Politik unterscheiden sich dabei nicht von denen der Stars aus der Musikwelt oder Schauspielerei. Sie sind treu und werden auf die Rückkehr ihres Lieblings warten. Und was Herrn Seehofer angeht, wird dieser vor der Landtagswahl in Bayern zittern. So könnte es in Bayern auf eine Koalition zwischen CSU und SPD hinauslaufen und damit die ehemals einflussreiche Stellung der CSU in Bayern und auch im Bund weiter sinken.

2) EStz, Freitag, 20. Januar 2012, 18:47 Uhr

@ M. Spreng

Ich denke, die CSU wird in Bayern dann die Wahl verlieren, wenn sie glaubt, dass sie verlieren kann. Je mehr Bammel Seehofer und Co haben, desto weniger Prozente fahren sie ein.

Im Übrigen hätte ich gerne Ihrem letzten Absatz widersprochen, weil ich das nicht für möglich halte. Aber ich traue mich nicht so richtig, der eine oder andere Draht in die CSU steht Ihnen ja sicherlich noch offen.
Wird aber sehr interessant, sich das aus der Ferne anzuschauen.

3) Der Untertan, Freitag, 20. Januar 2012, 18:56 Uhr

Erleichtert, und auch etwas überrascht nehme ich zur Kenntnis, dass dieser Führer erstmal auf sein Volk verzichtet.
“Menschenfänger” zu sein, ist leider auch das einzige, was er an Eigenschaften gezeigt hat in seinem politischen und medialen Wüten.
Wenn das ausreicht, um als politisches Talent zu gelten, dann haben wir eine demokratische Grundordnung nicht verdient.
Der wirre Herr Seehofer hat sich einmal wieder als übler Populist gezeigt. Der Mann ist eine Satire.
Er unterschätzt, dass es für ihn nicht ausreicht, seine Personalstrategie im Sinne Friede Springers zu gestalten, so lange es noch genug Intellekt und Anstand im Wahlvolk gibt.

4) Dieter Carstensen, Freitag, 20. Januar 2012, 22:19 Uhr

Lieber Michael Spreng,

manchmal geschehen in der Politik scheinbar noch “Zeichen und Wunder”.

Ich denke, dass Seehofer kalte Füsse bekommen hat, hängt auch mit dem “Wulff-Effekt” zusammen. Mit grossem Interesse habe ich Ihre Diskussionsbeiträge bei Maybrit Illner in der Sendung “Kann die Kanzlerin einfach weiter so regieren?” verfolgt.

Es sprach für Sie und unterstützte Ihre Glaubwürdigkeit für mich, dort offen zu sagen, dass Sie 2009 die FDP gewählt haben und dies heute als Fehler sehen.

Genau darum geht es, wie die junge Sprecherin der Piratenpartei in der Sendung, sagte, dass unsere Politik wieder glaubwürdig werden muss,

Ich stehe keinesfalls der “Piratenpartei” nahe, ich kann diese Leute nicht einschätzen, weiss nicht was sie wirklich wollen, ist mir noch alles zu nebulös, aber wer kann gegen die Forderung sein, dass unsere Politik für die Bevölkerung wieder ehrlicher und transparenter werden muss?

Seehofer hat wohl instinktiv im Fall “Guttenberg” die Notbremse gezogen, weil seine Rückkehr genau gegen die momentane Stimmung in der Mehrheit der Bevölkerung gewesen wäre.

M.f.G.

5) Bernhard Paul, Samstag, 21. Januar 2012, 01:10 Uhr

Nein, Herr Spreng, es ist anders. Weder ist Seehofer der Düpierte noch allein zuhaus. Horsti hat auf ganzer Linie gewonnen. Das war wieder einmal eines dieser abgefeimten Spiele, die der Horsti nur zu gerne und genial aus dem Bauch heraus inszeniert und die kein anderer beherrscht wie er.

Vor ein, zwei Jahren hatte Horsti gegen die überbordende Popularität Guttis keine Chance. Jetzt, nachdem dessen Lack ab ist, hat er ihn vorgeführt: Zuerst kritisiert wegen Guttis Kritik an der CSU, dann als wiedergeborenen Superstar der CSU eingeführt, um ihn nunmehr am ausgetreckten Arm spektakulär verhungern zu lassen. Für Horsti ist der Gutti zeit seines politischen Lebens keine Gefahr mehr.

Wie Seehofer tickt, hat seine Ankündigung in dieser Woche gezeigt, Bayern bis 2030 schuldenfrei machen zu wollen. Nichts als ein Knaller. Einlösen muss Seehofer diesen Wechsel auf die Zukunft ja nicht.

6) Frank, Samstag, 21. Januar 2012, 03:11 Uhr

Ich habe schon Christian Wulff abgeschrieben. Guttenberg kandidiert nicht. Ich bedaure das. Er würde noch mehr Munition für Kabarettisten liefern.

7) m.g.t., Samstag, 21. Januar 2012, 04:30 Uhr

Warum hat Seehofer wohl den Joker “Schulden bis 2030 abbauen” gezogen? Der wird dann noch getoppt durch “unser Steuergeld den SPD-regierten Ländern geben” mit einem augenzwinkernden “Wollt ihr so werden wie die?”.

Ich denke, Seehofer hat damit eine sehr starke Argumentationskette aufgebaut, die irgendwann darin gipfeln wird: “Bayern hat ein besseres Rating als [jedes andere Bundesland] / Deutschland 7 [jedes andere Euro-Land]”

Christian Ude kommt 5 Jahre zu spät. ich sehe nicht, wie er gegen diese Wand erfolgreich sein kann. Jedenfalls nicht mit der bayerischen SPD als Klotz am Bein mit Helden wie dem Vorsitzenden Florian Pronold, der fleißig seine 17-22% der Erststimmen einsammelt, aber dank Landesliste ein warmes Plätzchen im Bundestag gefunden hat. Und Pronold ist nicht mal der Schlimmste.

8) horst scharnhorst, Samstag, 21. Januar 2012, 09:06 Uhr

Fenster öffnen und neuen Wind hereinlassen. Bayern würde eine Frischzellenkur nach gefühlten 1000 Jahren CSU Autokratie bestimmt gut tun. Hamburg, NRW und jetzt Baden-Württemberg profitier(t)en auch vom Wechsel der Dauermachtinhaber (SPD bzw. CDU). Eine Regierung aus SPD, Grüne und Freie Wähler wäre doch interessant.

9) Fritz, Samstag, 21. Januar 2012, 09:09 Uhr

Sehr verehrter Herr Spreng,
Herrzu Guttenberg hat nicht gelernt. Er selber vermerkte in seinem Schreiben an die Partei ” er habe zu lernen”. Sein sich selbst überhöhender Sprachstil und die gespreizte Wortwahl gehören doch wohl eher in die Zeiten eines Metternich – dessen Sil sich allerdings schon zu seinen Lebzeiten überlebte. Interessant wäre hier wirklich eine Sprachanalyse. Seine Sprache verrät sich in seinen Wörtern.

10) Alexis, Samstag, 21. Januar 2012, 10:19 Uhr

Nachdem ich das Kult-Video Stoiber-Stromberg gesehen habe, glaube ich eher, die holen dann den Edmund wieder zurück. Zudem wird sein damaliger Sturz von den eigenen Leuten in Bayern heute überwiegend negativ gesehen. So alt wäre er dann auch noch nicht und fachlich ist er allen anderen ohnehin überlegen. Was ihn auf viele so abstoßend gemacht hat, war seine Verklemmtheit. Die hat er jetzt aber offenkundig abgelegt. Edi, schnür schon mal die Stiefel in Richtung Staatskanzlei. Viel Erfolg !

11) mehrwertsteuerrad, Samstag, 21. Januar 2012, 13:40 Uhr

UDE siegt und Seehofer zieht zu Guti nach Maryland oder anders wo, hauptsache weg.

PS.: Welcher Wähler vermisst den Guti?

12) FF, Samstag, 21. Januar 2012, 13:42 Uhr

Ich war immer bereit, Texte über Guttenberg zu lesen, aber jetzt habe die Grenzen meiner Kräfte… Nein, Spaß beiseite.

Guttenbergs Verzicht ist sein erster (!) kluger Schachzug seit mindestens einem Jahr. Muß ein Zufallstreffer sein…

Wenn die CSU 2013 absäuft, werden die Überlebenden des Schiffbruchs auf Knien nach Schloß Guttenberg kriechen.

13) Ste, Samstag, 21. Januar 2012, 14:01 Uhr

@FF: Naja, so klug war der nun auch nicht; erstmal musste dieses Experiment durchgeführt werden. So wie die Mutter ihrem Kind die Hand erst auf die heiße Herdplatte legen muss, bevor es begreift es demnächst nicht zu tun…. was ist daran also klug? Ich finde diesen Spreng-Beitrag irgendwie total belanglos, aber gut….

14) philipp johannes, Samstag, 21. Januar 2012, 14:15 Uhr

ich baue einen ihrer sätze ein wenig um herr spreng.

Denn ein außérgewöhnliches Talent ist er: ein Menschenfänger.

braucht das die politik wirklich ?
ich hoffe nein; ich hoffe er kommt nicht mehr retour.
jedenfalls nicht während meiner lebenszeit.

bayern wünsche ich eine gute wahl 2013.
bayern hat die chance drauf; und verdient hat es bayern eh.

15) RCB, Samstag, 21. Januar 2012, 16:34 Uhr

Lieber Sprengmeister,

diesmal liegen Sie gleich mehrfach ordentlich daneben.

Seehofer hat das ganze von vorn herein richtig eingefädelt. @5)Bernhard Paul hat völlig recht. So ist’s gewesen und Guttenberg hat nicht gelernt und “nicht gehört”, sondern “gefühlt”, Seehofer hat ihn nicht gelassen!

Zum Zweiten liegen Sie (wie viele Andere auch!) falsch, wenn Sie meinen, dass Christian Ude wirklich eine Chance hätte bei der Bayernwahl mit seinem Drei-Parteien-Verbund. Hat er nie und nimmer, bestenfalls die SPD als Juniorpartner der CSU in einer künftigen Landesregierung, mehr aber auch nicht!

Die Person Ude selbst hat sich in der letzten Legislatur als OB in München ziemlich verschlissen. Er war oft persönlich abwesend (Urlaube in Griechenland) er hat bei der schief gegangenen Olympiabewerbung Vieles falsch gemacht (z.B. im Umgang mit dem Partnerort Garmisch-Partenkirchen und bei der Auswahl des Standortes für die Langlaufbewerbe) und er hat bei vielen Entscheidungen nicht auf seine Bürger gehört und über deren Köpfe weg Entscheidungen getroffen oder zumindest forciert (z.B. bei dem Vorhaben München zur Fahrradstadt zu machen, oder bei der Erweiterung des Trambahnnetzes etc.) und sich so den Zorn vieler bisheriger SPD-Wähler in der Landeshauptstadt zugezogen. Viele seiner bisherigen Stadt-Wähler werden ihn bei der Landtagswahl nicht wählen und das wird sich im Vorfeld auch in die Regionen herumsprechen und seine Wahlchancen dort minimieren. Nein, einen Ministerpräsidenten Christian Ude wird es in Bayern nicht geben! Ergo, bleibt CSU-Chef Horst Seehofer Ministerpräsident; wer sonst?

16) Alexander, Samstag, 21. Januar 2012, 21:07 Uhr

Auch aus meiner Sicht ist die Absage von zu Guttenberg ein cleverer Schachzug. Denn ich bin sehr skeptisch, dass die CSU sich in den nächsten Landtags- und Bundestagswahlen erfolgreich durchsetzen wird. Die Talfahrt der CSU wird wohl weitergehen und bei den nächsten Landtagswahlen wird die CSU Ihre Regierungsmehrheit mit der FDP verlieren. Eine kleine Revolution bahnt sich in Bayern ihren Weg – hoffentlich. Das CSU-Führungspersonal ist verbraucht, die jüngeren aufstrebenden Politiker á la Söder sind taktisch/machtpolitisch clever aber politisch völlig überfordert. In dieser Gemengelage kann zu Guttenberg auch nur mit untergehen. Und dazu hat er wohl keine Lust.

Ich sehe es so wie FF (13. Kommentar) es auch sieht: Spätestens nach der verlorenen bayerischen Landtagswahl wird die CSU auf Knien um Guttenberg bitten!

17) Gioconda, Sonntag, 22. Januar 2012, 10:09 Uhr

“Denn ein außergewöhnliches Talent, ein Menschenfänger ist er immer noch.”

Das außergewöhnliche Talent seh ich allenfalls in seiner Fähigkeit, sich zu inszenieren. Politisch hat er nur Mist gebaut. Und Menschenfängerei als solche ist keine Tugend, da gibts genug schreckliche Beispiele. Das müsste schon mit einer Botschaft verbunden sein, die seh ich aber weit und breit nicht. Und wer am Ende noch behauptet, aber gut reden kann er, (wobei ich nicht verstehe, wie man auf dieses gedrechselte Geschwurbel reinfallen kann) der lese mal die hervorragenden Sprachanalysen im Buch “Inszenierung als Beruf. Der Fall Guttenberg”. Der Mann ist ein eitler Lügner, ein Plagiator, ein mieser Politiker. Warum muss man immer wieder lesen, dass er talentiert sei und er durchaus nach einer Weile wiederkommen soll? Den Mann braucht kein Mensch.

18) Gregor Keuschnig, Sonntag, 22. Januar 2012, 10:56 Uhr

Guttenberg hat auf eine CSU-Karriere verzichtet. Das bedeutet nicht, dass er 2013 ein politisches Neutrum sein wird. Vielleicht gründet er bis dahin eine eigene Partei? Die Kärrnerarbeit müssten natürlich andere machen. Hierfür dürfte der Baron ungeeignet sein.

19) romeias47, Sonntag, 22. Januar 2012, 14:10 Uhr

Steht nicht die Nachfolge für Everybodys Darling Thomas Gottschalk bei “Wetten-dass”noch offen?? Er müsste nur wieder seinen “Wie werde ich-wieder-gewichtig”-Speck abbauen …

Wenn von und zu Guttenberg ein politisches Naturtalent sein soll, dann sollten wir gleich Heidi Klum zur Kanzlerin und Dieter Bohlen zum Bundespräsidenten wählen Es macht mich immer noch fassungslos, dass man ihn – kaum im Amt – so widerstandslos hat die Bundeswehr-Reform machen lassen – jemand, der vor sich selbst eingestehen musste, dass er trotz komfortablem Umfeld mit etwas organisatorisch überfordert war, was alljährlich Tausende Nachwuchs-Juristen schaffen. Dafür braucht ein ehemaliger Ministerpräsident ein einjähriges Praktikum auf der Karriere-Geraden (bei vollen Bezügen, versteht sich).

Aber Deutschland ist ja eh ein Wurscht-Land: Extra-Wurst für Bayern, Salami im Bellevue. Oder wie man den Bürger zum Hanswurst macht.

20) karel, Sonntag, 22. Januar 2012, 16:21 Uhr

Die CSU hat mit F.J.Strauß und E. Stoiber aus dem “Acker- und Bauern-Land” Bayern ein wirtschaftlich prosperierendes Leistungszentrum gemacht.
Nun ist es wohl an der Zeit, mal wieder eine andere Richtung einzuschlagen…. :-(

21) Christian Tölken, Sonntag, 22. Januar 2012, 18:47 Uhr

Lieber Herr Spreng,

es gibt wirklich wichtigere Themen und Persönlichkeiten als der gefallene Baron aus Oberfranken. Es wirft ja auch kein gutes Bild auf den bayerischen MP, wenn er mittels zu Guttenberg versuchen wollte, noch die eine oder andere Stimme aus dem Trüben zu fischen. So deppert sind auch die Bayern nicht.
Nur: Zur bayerischen Landtagswahl sind die letzten Messen nicht gelesen. Ude und bayerische SPD – da darf man wirklich gespannt sein, ob das hält.

Beste Grüße.

22) wschira, Sonntag, 22. Januar 2012, 20:22 Uhr

@Karel 20

“Die CSU hat mit F.J.Strauß und E. Stoiber aus dem “Acker- und Bauern-Land” Bayern ein wirtschaftlich prosperierendes Leistungszentrum gemacht.”

Mit kräftiger Unterstützung der übrigen Bundesländer über den Länderfinanzausgleich. Das wollen wir mal nicht unter den Tisch kehren, wie es die CSU gerne macht.

23) Benedikt, Sonntag, 22. Januar 2012, 21:51 Uhr

Guttenberg könnte auch auf ein Landtagsmandat für die Wahl 2014 in Bayern schielen. Vielleicht will ihm auch der Heimische CSU Bezirk ihm nicht für die Bundestagswahl nominieren.

Mit seinen Beraterjobs bei der EU und bei der US Lobby Denkfabrik ist der bis dahin gut versorgt.

24) EStz, Sonntag, 22. Januar 2012, 23:09 Uhr

@ 15) RCB, Samstag, 21. Januar 2012, 16:34 Uhr

>> Zum Zweiten liegen Sie (wie viele Andere auch!) falsch,
>> wenn Sie meinen, dass Christian Ude wirklich eine Chance
>> hätte bei der Bayernwahl mit seinem Drei-Parteien-Verbund.
>> Hat er nie und nimmer, bestenfalls die SPD als Juniorpartner
>> der CSU in einer künftigen Landesregierung, mehr aber auch nicht!

Ich lebe nun schon eine ganze Weile nicht mehr in Bayern und kann vieles nur aus der Distanz betrachten. Aber ich schließe mich an. Wenn einer überhaupt die CSU schlagen kann, ist es nicht Christian Ude, sondern nur Horst Seehofer selbst. Und wenn die CSU sich darauf einlassen würde, Edmund Stoiber wieder zu aktivieren (ohne das es allzu peinlich aussieht), ist der Kittel geflickt.

Als Bundespolitiker kann ich Herrn Stoiber überhaupt nicht einschätzen. Als Landespolitiker gehört er sicherlich zu den erfolgreichsten Ministerpräsidenten der Nachkriegszeit.

25) Doktor Hong, Montag, 23. Januar 2012, 16:50 Uhr

@ 18) Gregor Keuschnig

Es sei denn, die Kärrnerarbeit bestehe im Zusammenkopieren fremder Textstellen. :)

26) karel, Montag, 23. Januar 2012, 17:33 Uhr

@ wschira – 22

Ihr Hinweis ist berechtigt. Damals trug Nordrhein-Westfalen die
Hauptlast des Länderfinanzausgleichs.

Anzuerkennen ist aber auch, daß die CSU diese Chance auch
aktiv genutzt hat. Die erhaltenen Mittel hat Bayern schon vor Jahren
längst mit Zins und Zinseszins über den Länderfinanzausgleich
zurückgezahlt.

Bleibt die Frage: warum dies bislang nur den Bayern gelang?
Und damit bin ich wieder bei meinem Beitrag # 20.

Für mich ist Bayern auch ein Beispiel dafür, welchen Nutzen eine stabile
Landesregierung, die nicht ständig Kompromisse eingehen muß, stiften kann
Kann, nicht muß.
Das muß dazugesagt sein.

27) Martha Mumenschanz, Montag, 23. Januar 2012, 18:06 Uhr

Den völlig missglückten Comeback-Versuch des Lügenbarons zum Lernerfolg zu deuten ist nun wirklich eine kreative Interpretation. Der Mann hat doch mit seinem peinlichen Buch und dem unglaublich schlechten Timing nur erneut bewiesen, dass er sich zwanghaft profilieren muss und selbst nach seiner Betrügerei nicht einmal 6 Monate die Füße still halten kann. Wahrscheinlich geht einer wie er einfach davon aus, dass ihm ein ein Spitzenamt eben qua Geburt zusteht aber da hat er sich wohl mal wieder verrechnet.

Dass der Mann selbst jetzt versucht seinen wiederholten Abgang mit dümmlichen Phrasen wie der “Verantwortung für die Familie” und geheuchelter Demut zur Tat eines Edelmannes zu verbrämen, zeigt nur erneut, wie wenig er zu jeder Form der kritischen Selbstreflektion fähig ist. Wenn ein solch abstoßendes Auftreten heute bei manchen schon reicht um als “außergewöhnliches Talent” zu gelten ist das einfach nur gruselig.

28) RCB, Montag, 23. Januar 2012, 18:18 Uhr

@24) EStz

Mit Ihrem letzten Absatz gehe ich überhaupt nicht konform. Zum Einen ist Stoiber völlig out und nicht reaktivierbar, zum Anderen war er auch nicht einer der Besten, ohne die Vorarbeit eines Ludwig Huber (langjähriger Fraktionsvositzender der CSU im Landtag und mehrfacher Staatsminister), eines MP Alfons Goppel und eines Franz-Josef Strauß (wie auch immer man über ihn denkt und ihn einschätzt) wäre Stoiber ein Nichts. Und er hätte in seiner Zeit auch Vieles besser machen können. Mehr war aber bei ihm nicht drin.
Es gibt Zeiten, da kann man gar nicht so viel falsch machen, ohne doch noch Erfolg dabei zu haben. In genau einer solchen Zeit wurde und war Stoiber Ministerpräsident. Da hätte man eine ganze Menge mehr machen können, wenn man nicht sein ganzes Augenmerk auf den eigenen Machterhalt gelegt hätte. Seehofer muss das “heute” ausbaden. Er hat es wesentlich schwerer als sein Vor-Vorgänger. Die Beiden sind überhaupt nicht zu vergleichn!

29) Maren P., Montag, 23. Januar 2012, 18:35 Uhr

Ich finde diesmal das Thema Guttenberg und die CSU reichlich randständig, Herr Spreng. Aber bitte sehr: Ihr Blog. :-)
Mir ist nach wie vor unverständlich, weshalb man in einer verschwurbelten Sprache und einer vermeintlichen moralischen Integrität (“er habe zu lernen” – preußische Disziplin) Voraussetzungen für einen demokratischen Politiker sehen kann. Statt die Behandlungsbedürftigkeit seines frühkindlichen Traumas zu erkennen, das Borderline vermuten lässt. Aus solchen Leuten werden, wenn man sie lässt, kleine Neros.
Immerhin hat es Seehofer mit der Meldung, dass zu Guttenberg NICHT antritt, bis in die Tagesschau geschafft. Soviel zu unserem Staatsfernsehen für die Untertanen …

30) EStz, Dienstag, 24. Januar 2012, 04:45 Uhr

28) RCB, Montag, 23. Januar 2012, 18:18 Uhr

Ich stimme zu, dass es Stoiber aus eigener Kraft, ohne Unterstützung von Strauß, wohl nicht geschafft hätte. Das gilt aber für viele andere auch. Nun hat sich Stoiber durchgesetzt. Das ist nicht jedem gelungen, der “aufgebaut” wurde.

>> Und er hätte in seiner Zeit auch Vieles besser machen können.
Gilt auch für jeden; im Nachhinein ist jeder klüger als vorweg

>> Es gibt Zeiten, da kann man gar nicht so viel falsch machen,
>> ohne doch noch Erfolg dabei zu haben. In genau einer solchen
>> Zeit wurde und war Stoiber Ministerpräsident.
:-)
Da kann ich nun wirklich nicht viel gegen sagen…

>> Da hätte man eine ganze Menge mehr machen können, wenn man
>> nicht sein ganzes Augenmerk auf den eigenen Machterhalt gelegt hätte.
Nun ja, es kann der Klügste nicht in Frieden regieren, wenn es dem bösen Parteigenossen nicht gefällt. Da haben immer einige mit den Hufen gescharrt, die es sich nach Max Streibl eingebildet haben und es doch nicht wurden. Lag sicher nicht nur an Stoiber.

>> Seehofer muss das “heute” ausbaden. Er hat es wesentlich schwerer
>> als sein Vor-Vorgänger. Die Beiden sind überhaupt nicht zu vergleichn!
Dass Seehofer und Stoiber nicht zu vergleichen sind – wer würde da widersprechen wollen. Das Seehofer die Fehler Stoibers ausbaden muss, dass sehe ich, mit Verlaub, anders. Sicherlich hat Stoiber auf sich anbahnende Entwicklungen nicht bzw zu spät und dann halbherzig reagiert, was sicherlich die Position der CSU im Lang geschwächt hat. Aber weder Max Streibl, Günter Beckstein, Erwin Huber noch Horst Seehofer haben was gerissen. Wo Stoiber den Kurs vielleicht zu zögerlich gesetzt hat, haben die anderen Genannten nur mit der Pinne gewackelt oder bestenfalls nach Kielwasser gesteuert. Speziell Seehofer scheint überhaupt keinen Plan und keine Linie zu haben.

Max Streibl wurde als Interimslösung geduldet, bis die Kronprinzen ihre Hackordnung ausgebissen hatten, der gilt irgendwie nicht so richtig. Stoiber anfangs wurde durchaus an Strauß gemessen, keine leichte Bürde. Erwin Huber (als Parteichef), Günter Beckstein und Horst Seehofer wurden dagegen nur an Stoiber gemessen, und fielen trotzdem durch.

Dass Stoiber “völlig out” ist, mag so sein; aus meinem Bekanntenkreis weinen ihm (inzwischen) einige heftig hinterher. Vielleicht ist das auch nur so eine “Gute, alte Zeit”-Nummer. Ich vermute, Sie leben in Bayern (ich seit 15 Jahren nicht mehr) und haben da den besseren Überblick.

31) Bernhard Paul, Dienstag, 24. Januar 2012, 22:26 Uhr

@28) RCB, Montag, 23. Januar 2012, 18:18 Uhr

Da schätzen Sie den Stoiber aber doch ziemlich falsch ein, wie überhaupt im nachhinein sein Bild relativ negativ ausfällt. Er hatte einen miserablen Abgang und die Monate davor ziemlich viel falsch gemacht. Das ist richtig und das und seine Verklemmtheit und mancher Versprecher sind hängengeblieben bei den Leuten. Das wird der Person Stoiber als Landespolitiker in keiner Weise gerecht.

Es ist unstrittig, dass Stoiber eine außerordentlich erfolgreicher und bedeutender Ministerpräsident der deutschen Nachkriegsgeschichte war. Deshalb war er auch Kanzlerkandidat – und das als CSU-Politiker! – und wäre auch Kanzler geworden, wenn nicht der Schröder so ein ausgebuffter Wahlkämpfer gewesen wäre.

Die Leistungsbilanz Stoibers ist von allen deutschen Ministerpräsidenten seit 1990 unerreicht. Sie hat dazu beigetragen, dass Bayern heute alleine die Hälfte des Länderfinanzausgleichs schultert. Könnte Bayern diese Summe, 3,6 Milliarden jährlich, für die Schuldentilgung verwenden, wäre es lange vor dem von Seehofer angekündigten Termin 2030 schuldenfrei.

32) RCB, Donnerstag, 26. Januar 2012, 04:47 Uhr

@31)Bernhard Paul
Wenn Sie meinen. Ich möchte Ihnen Ihren “Glauben” nicht nehmen und ich will dem guten Edmund Stoiber auch nichts abspenstig machen, aber alleine (d.h. als MP) ist er nun wirklich nicht für den Erfolg des Landes Bayern verantwortlich und ich bleibe auch dabei, dass er trotz seiner durchaus akzeptablen Leistung eine Menge hätte besser machen können. Im Übrigen hat er in seinem letzten halben Regierungsjahr eine Menge Fakten geschaffen, die nicht gut für sein(e) Nachfolger waren und noch sind. Daher bestehen einige Probleme, mit denen Seehofer jetzt zu kämpfen hat.
Belassen wir es dabei!

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