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Sonntag, 29. Januar 2012, 13:42 Uhr

Bei Schmidt

Manfred Schmidt, der Partys zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell gemacht hat, kenne ich schon seit mehr als 25 Jahren. Damals war er noch Zuträger des Kölner “Express”, bei dem ich Chefredakteur war, und organisierte die Musikacts für den legendären WWF-Club von WDR 3.

Persönlich lernte ich ihn kennen, als er eine Band im Alten Wartesaal in Köln präsentierte. Fortan war ich häufiger zu Gast bei seinen Veranstaltungen, auch beim ersten inoffiziellen Medientreff, der Geburtstagsfeier für die SPD-Politikerin Annemarie Renger in seiner Wohnung.

In den folgenden Jahren besuchte ich wie viele Chefredakteure, Vorstände, Verleger, Politiker, Schauspieler und Sportler seine Medientreffs, die sich meist wegen der interessanten Gesprächspartner lohnten. Politische Dauergäste waren Rita Süssmuth, Guido Westerwelle, Horst Ehmke und Hans-Jürgen Wischnewski. Und ab Mitte der 90er Jahre auch Christian Wulff, der meist schüchtern und unbeachtet am Rand stand und froh war, wenn er sich auf ein Foto mogeln konnte.

Bei den Reemtsma-Treffs in der “Schönen Aussicht” in Hamburg traf man immer fast alle Vorstände der Hamburger Medienkonzerne und alle Hamburger Chefredakteure. Für die Präsenz sorgte Schmidt mit freundlicher Penetranz – mit bis zu fünf Anrufen. Und wenn einer – wie der Vorstandsvorsitzende eines Medienkonzerns – partout nicht kommen wollte, dann er lud er dessen Frau ein, die ihren Mann dann zum Mitkommen bewegte.

Schmidt ist ein sympathischer Mann mit einnehmendem Wesen. Als Freund würde ich ihn nicht bezeichnen, aber als guten Bekannten, mit dem ich per Du bin.

So kam es auch, dass ich vor etwa 16 Jahren am Ende eines Mallorca-Urlaubs einmal drei Tage in seinem 60-Quadratmeter- Appartement in Cala Llamp übernachtete – ein unvergessliches Erlebnis. Denn die Dusche war kaputt, so dass ich bei sehr kühler Witterung auf der zugigen und einsehbaren Dachterrasse duschen musste. Und er hat mich einmal in Rom zum Abendessen eingeladen.

Seit etwa 10 Jahren gehe ich nicht mehr zu seinen Veranstaltungen. Nicht deshalb, weil ich etwas gegen ihn habe, sondern weil mich der politisch-mediale Partybetrieb nicht mehr interessiert.

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11 Kommentare

1) Frankilein66, Sonntag, 29. Januar 2012, 14:09 Uhr

Es interessiert sie nicht mehr oder es nützt ihnen nichts mehr?

2) rainer, Sonntag, 29. Januar 2012, 15:47 Uhr

……und was will uns der Herr Spreng jetzt mit diesem Aufsatz sagen?…….

3) Tim Landscheidt, Montag, 30. Januar 2012, 04:12 Uhr

@rainer: Das ist die Langform der Schausten-Logik: Bei Freunden zahlt man € 150,-/Nacht. Da Schmidt kein Freund ist, kann man sich von ihm problemlos aushalten lassen.

4) Dieter Carstensen, Montag, 30. Januar 2012, 10:18 Uhr

Lieber Michael Spreng,

selten so gelacht wie über den Satz in Ihrem neuen Kommentar, dass auf den Partys auch das passierte:

“Christian Wulff, der meist schüchtern und unbeachtet am Rand stand und froh war, wenn er sich auf ein Foto mogeln konnte”

Genau so habe ich diesen Wulff immer eingschätzt, wie unsere Waldbröler und oberbergischen Kommunalpolitiker, die drängeln sich auch immer alle auf die Fotos, was unsere örtliche Presse immer stocksauer macht, ich bin privat hier mit zwei der Journalisten befreundet und wenn die erzählen…

Der Wulff ist ja auch heute noch schüchtern, sieht man ja an seiner Gestik und Artikulation, nur leider sieht er nicht ein, dass er besser Bürgermeister in seinem niedersächsichen Kuhdorf geworden wäre, anstelle von Bundespräsident.

M.f.G.

5) Ste, Montag, 30. Januar 2012, 13:57 Uhr

Salamitaktik! Rücktritt!

6) rudow1, Donnerstag, 02. Februar 2012, 20:58 Uhr

Im Spiegel wurde soeben darüber berichtet das Beck und Özdemir anscheinend auch “vom Stamme Nimm” sind. Aber auch dass sich (die sonst sehr nervige) Claudia Roth trotz größtmöglicher Heranschleimerei standhaft gewehrt hätte, was m.E. nach beweisst das man entweder gar nichts annehmen sollte (somit bewahrt man sich seine Intigrität), oder richtig zuschlagen muss (denn eine richtig große Dimension fördert bei allen Beteiligeten die nötige Angst um Haus oder Leben bei dieser Art von Geschäft).

In beiden Fällen hätte der Empfänger meinen Respekt aber diese unwürdige, kleinbürgerliche Art der Vorteilsnahme ist einfach lächerlich.!

7) Lacerda, Sonntag, 05. Februar 2012, 23:17 Uhr

“Christian Wulff, der meist schüchtern und unbeachtet am Rand stand und froh war, wenn er sich auf ein Foto mogeln konnte”

Genauso kennt man den Christian Wulff. Ein unscheinbarer Politiker, der sich vom Lottogewinn im Amt des Bundespräsidenten sooo blenden ließ und so überwältigt ist (endlich ist man wer”) . Jetzt haben die Bürger den Salat. Der unscheinbare gesandten von Frau Merkel klebt jetzt auf seinem Stuhl (Rubikon hier oder her).
Die Schäden für dieses – bisher – hohes Amt ist nicht abzuschätzen, höchstens kann darüber
spekulitert werden, bei Maybritt Illner oder bei Jauch.

Diese Anekdote spiegelt wie es sich lebt und handelt in den obereren Kreisen.
Die Strategie bei resistenten Politikern, dessen Ehefrauen einzuladen, die merke ich mir !
Die ist goldwert !

In diesem Sinne,

Wulff dem Schuhe zeigen!

8) Steve, Montag, 06. Februar 2012, 13:52 Uhr

Da drängt sich natürlich gleich die Frage auf, wieviel Sie Herrn Schmidt für Ihren dreitägigen Aufenthalt bezahlt haben. 150 Euro wie im Hotel Schausten werden es angesichts der kaputten Dusche hoffentlich nicht gewesen sein.

9) piotr, Dienstag, 21. Februar 2012, 11:00 Uhr

Immerhin ist der herr w. nicht mit sitz im vorstand bei einer wohlbekannten russischen Gasfirma und diktiert dem rest europas jetzt die Gaspreisepreise oder baut pipelines – wie andere.. onder sollte man sagen immerhin… noch nicht..

Mein Gasanbieter in Berlin wird mir wohl auch ende des Jahres wieder eine Erhöung schicken.. ob das der Fischer war oder der Schröder?

10) IANAL, Dienstag, 21. Februar 2012, 16:39 Uhr

@piotr: Wirklich Ahnung vom Gasmarkt haben sie nicht, oder? Abgesehen davon, dass der Schröder bei Gasprom eher Frühstücksdirektor und der Fischer bei RWE auch nur “Berater” ist: Der Gaspreis war früher mal an den Ölpreis gekoppelt. Heutzutage gibts für Gas eine Börse, wo je nach Angebot und Nachfrage frei gehandelt wird. Und übrigens ist Russland nur einer von mehreren Bezugsmärkten für die deutschen Versorger. Gazprom kann die Preise jedenfalls in Westeuropa nicht diktieren.

11) Jeeves, Dienstag, 28. August 2012, 10:12 Uhr

Ich wusste doch: den kenn’ ich.
Am 28. Februar 1973 gaben wir ein Konzert im Kölner “Weisshaus” (bevor es geschlossen wurde) und der Veranstalter hieß Manfred Schmidt. Der hat damals solch’ Konzerte für die noch junge deutsche Rock-Musikszene – also für uns – in Köln organisiert, und zwar schon damals recht professionell. Ich habe wenige aber gute Erinnerungen daran.
Der andere Manfred Schmidt den ich kenne, ist der von Nick Knatterton.

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