Mittwoch, 01. Februar 2012, 12:42 Uhr

Aufgewulfft

Die Affäre um den Bundespräsidenten hat nicht nur die Besucherzahlen der großen Online-Portale, sondern auch die meines kleinen sprengsatzes kräftig aufgewulfft. Im Januar lasen so viele Menschen den sprengsatz wie noch nie zuvor in einem Monat seiner bescheidenen dreijährigen Geschichte. 234.000 Besucher (davon 110.000 der Abonnenten) sind ein neuer Rekord – ausgelöst durch das starke Interesse am Fall Wulff.

Und obwohl immer häufiger ein Ende der Debatte gefordert wird, ist das Interesse ungebrochen. Mehr als 900 Kommentare zum Fall Wulff (auch ein neuer Rekord) beweisen das.

Der bisherige Rekordmonat war der März 2011 (202.000 Besucher), als das Ende der Affäre Guttenberg, Fukushima, S 21 und die baden-württembergische Landtagswahl zeitlich zusammentrafen. Und das Schöne ist: von den neuen sprengsatz-Lesern sind viele hängengeblieben. Die Zahl der Abonnenten dürfte 8.000 inzwischen überschritten haben.

Wenn ich schon in eigener Sache schreibe: In letzter Zeit kommen immer häufiger Kommentare, die sich in ihrem Hass auf und in ihrer Wut über den Staat, das Parteiensystem und die gesamte “korrupte”  Politik im sprengsatz regelrecht erbrechen. Auch persönliche Anfeindungen unter den Kommentatoren mehren sich.

Das ist nicht der Sinn des sprengsatzes, der sich den Kommentatoren als Diskussionsforum zur sachlichen Auseinandersetzung anbietet. Ich werde mir erlauben, die schlimmsten davon in das Speibsackerl zu tun – ein wunderbares österreichisches Wort für die entsprechende Tüte, in Blogs auch Papierkorb genannt.

Ich danke allen Lesern und Kommentatoren und hoffe, sie mit meinen Beiträgen auch künftig nicht zu langweilen. Und ich danke für alle Empfehlungen über Twitter, Facebook und durch andere Blogs.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

71 Kommentare

1) daso, Mittwoch, 01. Februar 2012, 13:15 Uhr

Die “erbrochenen” Kommentare zeigen doch letztlich nur eine ohnmächtige Wut gegen das System.
Jeder sieht das da etwas grob falsch läuft, doch anscheinend sind alle die daran etwas kurzfristig ändern können zufrieden damit.

Demokratie in ihrem Endstadium. Meinungsfreiheit und Demonstrationsrecht, allerdings vollständig “wirkbefreit”.
Deutlich eleganter als jede Diktatur. Keine Unruhen, keine Toten, Ablenkung durch “Brot und Spiele” (aka Privatsender und Co), dafür Lobbyismus und es geht munter weiter.

Dieser Kommentar wurde fein säuberlich geschrieben und nicht ausgespien. 🙂

2) bee, Mittwoch, 01. Februar 2012, 13:37 Uhr

Gerade das demonstriert ja die Hilflosigkeit der Protagonisten: fordere das Ende einer Debatte, dann wird sie nur um so heftiger fortgeführt. Guttenbergs Rücktritt ist kein Jahr her, gelernt haben sie nichts.

3) Christoph Steffens, Mittwoch, 01. Februar 2012, 13:50 Uhr

Hallo,
wo gerade die Kommentare angesprochen werden eine Frage:
Ich habe den Blog abonniert und würde auch gerne die Kommentare abonnieren.
Diese Möglichkeit habe ich nicht gefunden, würde sie aber begrüßen!

MfG
CS

4) Mark, Mittwoch, 01. Februar 2012, 15:01 Uhr

Na, 234.000 Besucher – das ist ja schon was! Glückwunsch!

Bei der Überschrift aber spielte mir mein Kopf gleich wieder einen Streich, las ich doch, dass es sich ausgewulfft hätte… Naja, wird noch ein bisserl dauern.

5) Tilman, Mittwoch, 01. Februar 2012, 15:45 Uhr

Puh, hatte mich zuerst verlesen, “Ausgewulfft” gelesen, und dachte zuerst Sie wollten entweder ganz mit Bloggen aufhören, oder die Kommentarfunktion abschalten. Aber dann bemerkte ich meinen Irrtum 🙂
Möge die Besucherzahl weiter steigen, und machen Sie bitte weiter so, Herr Spreng 🙂

6) INeedMoney, Mittwoch, 01. Februar 2012, 17:38 Uhr

Danke für dieses Blog, Herr Spreng !

7) Grimlock, Mittwoch, 01. Februar 2012, 17:53 Uhr

Eigentlich ist das ein sehr trauriges Fazit. Die Verfehlungen von Einzelpersonen wiegen schwerer als die wirklich großen Probleme. Auf meinem eigenen Blog (hab Sie übrigens in der Blogroll Herr Spreng – und ich habe eine seeehr kleine Blogroll) hatte ich auch mit meinem Guttenberg Thread die größte Anzahl an Weiterleitungen von Google.

Es stimmt schon sehr nachdenklich, dass eine so große Anzahl an, höchstwahrscheinlich, intelligenten Menschen nichts besseres zu tun hat als sich über “Kleinigkeiten” aufzuregen und diese als den Untergang des Abendlandes hochzustilisieren. Bei der NRW Landtagswahl habe ich geholfen den Wahlkampf im Bezirk Köln zu organisieren und habe dabei Politiker von verschiedenen Parteien kennengelernt. Auch wenn ich gegen einige wenige eine persönliche Abneigung entwickelt habe, so muss ich doch jeder dieser Personen ein großes Engagement und einen gewissen Grad an Selbstlosigkeit unterstellen. Kurzum: Politiker zu sein ist ein scheiß Job. Auf kommunaler Ebene ist es am m.M.n. eine ziemliche Qual und ich frage mich ernsthaft ob der Großteil der Kommentatoren in Blogs und Foren jemals das Grauen einer Stadtratssitzung oder die Querelen die innerhalb einer Partei brodeln mitbekommen haben.

Den Frust der Menschen im allgemeinen kann ich verstehen; nicht jedoch die Ignoranz bzw. die massive Ablehnung gegenüber den vielen engagierten Politikern die versuchen ihren Job vernünftig zu machen.

8) nona, Mittwoch, 01. Februar 2012, 18:00 Uhr

Jaja, die Macht des Volkskommentariats. Damit hat jeder Blogger mal zu kämpfen. Ist aber ein gutes Zeichen, denn es heisst dass man wahrgenommen wird. “Schlimmer” wäre ein Ausbleiben von Kommentaren, erbrochen oder gemässigt.

9) Ste, Mittwoch, 01. Februar 2012, 18:03 Uhr

Den steigenden Hass kann ich mir gut vorstellen; immer alles besser wissen, aber von Tuten und Blasen keine Ahnung haben, besodners die kühlen Systemstrategen die glauben ein Staat müsse man führen und verwalten wie ein Unternehmen, Bullshit!

Aber: EIn großes Lob an Sie Herr Spreng, bisher noch (komischerweise) der einzige ernstzunehmende Politikblog. Weiter so.

10) Lars, Mittwoch, 01. Februar 2012, 18:34 Uhr

Ich habe auch auf den ersten Blick ausgewulfft gelesen, ein klassischer Freudscher Fehler.
Ich bin ein Leser und Kommentator der ersten Stunde und freue mich zu sehen, dass Ihr Block (zurecht) so großen Zulauf genießt. Scheuen Sie sich nicht einzelne Kommentare zu löschen, das ist bei allen großen Blogs gang und gäbe.
Ich freue mich auf weitere spannende Beiträge und Meinungen zu aktuellen Themen.

11) Peter Basse, Mittwoch, 01. Februar 2012, 18:58 Uhr

Ich habe in meinem letzten Beitrag auf diesem Blog meiner Verwunderung Ausdruck gegeben, dass in der Talkshow Maybrit Illner auf Ihren Kommentar, es dränge sich der Eindruck auf, die Kleinen hängst man und die Großen läßt man laufen, so gar keine Reaktion in der Runde und auch nicht im Publikum erfolgte.
Meine Verwunderung nimmt inzwischen ihr erfreuliches Ende, da ich in den letzten Tagen feststellen konnte, dass genau dieser Aspekt in diversen Fernsehbeiträgen thematisiert worden ist.
Na bitte, geht doch !

Der derzeitige Winterurlaub der Fam. Wulff ist m.E. schwierig zu kommentieren. Die Unterbrignung soll max. 42 € pro Nacht kosten in einer Pension mit 20 Zimmern.
In der Einschätzung bin ich da zwiespältig, denn einerseits – die Wahrheit unterstellt – fühle ich mich provoziert in dem Sinne eines Vorwurfs: Was wollt ihr eigentlich. Ich kann doch auch anders.
Andererseits könnte er einer Kritik begegnen mit den Worten: Erst kritisiert ihr mich und dann ist es auch wieder nicht gut.

12) Duke van Bosvelt, Mittwoch, 01. Februar 2012, 19:15 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

als Medienprofi- und Kenner ist Ihnen sicherlich nicht entgangen, dass die hochgeschätzten Mitarbeiter des ORF ein Protestvideo gegen die parteipolitisch motivierte Korruption ihrer Geschäftsführung online gestellt haben. http://www.youtube.com/watch?v=o6SzZmMNfNg

und erinnern Sie sich an die Worte von Nikolaus Brender: “Parteipolitische Methodik droht gerade den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu okkupieren” und “(es gibt ein) Spitzelsystem, das davon lebt, dass Redakteure den Parteien Senderinterna zutragen” – was mit dem Mann geschah, ist bekannt.

Zum Glück schwelt der Protest unter dem Namen “Freiheit für das Zweite” bereits auf den unteren Ebenen des ZDF. http://carta.info/40965/zdf-mitarbeiter-fordern-freiheit-fur-das-zweite

Wir Bürger müssen uns wehren, da die etablierte Politik mit ESM + ACTA unsere Zukunft und Freiheit verspielt. Ich möchte dazu nachdrücklich zu Demonstrationen dagegen auffordern! Es ist unser Recht!

… ein resigniertes Parteimitglied & Occupier

13) Michael A. Nueckel, Mittwoch, 01. Februar 2012, 19:17 Uhr

@ M. Spreng

“Ich werde mir erlauben, die schlimmsten davon in das Speibsackerl zu tun”

Ist das Ausdruck einer Strategieänderung? … Qualität vor Quantität?

14) Denkmit, Mittwoch, 01. Februar 2012, 20:24 Uhr

Auswulffen wäre nicht schlecht. Wenn dann auch das Resultat stimmt. Im vergangenen Jahr, als ich mit zugegeben diebischer Freude den langsamen Fall des Herrn von und zu verfolgt habe hatte ich vorausgesagt, dass er die Iden des März nicht überleben würde. Das liegt hier nun eigentlich auch wieder nahe. Die öffentliche Hinrichtung zieht sich zwar hin, aber die Nägel sitzen schon. Ich gehe davon aus, dass derjenige, dem wir dieses Schauspiel zu verdanken haben weiss was er tut. Der letzte Hieb fehlt noch….

15) Kottan, Mittwoch, 01. Februar 2012, 20:42 Uhr

Na ist doch schön, dass Sie und Ihr Blog auch ein Upgrade erhalten haben. Weiter so!.

16) Stephan, Mittwoch, 01. Februar 2012, 21:25 Uhr

Am Ball bleiben Herr Spreng. Primaten gibts überall. Wegen denen mag ich aber nicht auf Ihre Kommentare verzichten. Ich mag es mich über Ihre Kommentare und mit Ihnen aufzuregen.

17) raptor, Mittwoch, 01. Februar 2012, 21:38 Uhr

@Christoph Steffens: Im Sourcecode steht folgender Feed für die globalen Kommentare http://www.sprengsatz.de/?feed=comments-rss2

18) Werner Berger, Mittwoch, 01. Februar 2012, 22:46 Uhr

Eine Vorschau-Funktion und ein größeres Schriftbild wären ganz angenehm.

19) Don Corleone, Mittwoch, 01. Februar 2012, 22:54 Uhr

Lieber Herr Spreng,
zumal Sie das österreichische Speibsackerl so mögen, serviere ich Ihnen einen ebenso alpenländischen Schüttelreim, fürs erste zu verstehen aus dem Munde einer Mutter:

Ich weiß, es ist nicht deine Leibspeise;
doch sei so lieb und speib leise.

Olaf Glaesker allerdings könnte dies auch zu Christian “Schnulli” Wulff sagen, sobald er seinen Picknickkorb im Schloss Bellevue aufklappt.

20) Bollers, Mittwoch, 01. Februar 2012, 23:37 Uhr

Die vielen Besucher haben Sie redlich verdient, die meisten Artikel sind sehr interessant! Was die Hass-Komentare betrifft, gebe ich dem ersten Kommentator Recht: Wen wundert´s??? Und damit wären wir schon wieder beim Thema Wulff…

Letztes Jahr waren es die Banker und Schuldenmacher, nun ist er es, der die reiche, mächtige Polit- und Industrie-Schickeria repräsentiert. Ich bin maßlos enttäuscht. Andere sind evtl. eher zornig. Ich versteh das! Bitte solche Beiträge nicht vorschnell ins Kasterl. Es reicht doch, wenn Spiegel, Zeit, Welt, Focus usw. diesen Protest auf ihren Seiten weglöschen und verschweigen.

21) Bernhard Paul, Mittwoch, 01. Februar 2012, 23:46 Uhr

Glückwunsch, Herr Spreng. Ihr Blog ist nun wirklich nicht von schlechten Eltern. Speibsackerl ist putzig. Und wenn # 1) daso seinen Beitrag als Satire gebracht hätte, wärs gut. Leider meint er ihn real, und damit wird er idiotisch.

22) tseter, Donnerstag, 02. Februar 2012, 00:39 Uhr

Ach, gäbe es doch nur ein Speibsackerl für korrupte Präsidenten…

23) Dieter Carstensen, Donnerstag, 02. Februar 2012, 08:18 Uhr

Lieber Michael Spreng,

Sie bringen die Sache mal wieder auf den Punkt, finde ich.

Man mag über Herrn Wulff ja denken was man will, aber Hass und persönliche Beleidigungen sind nicht angemessen. Die sachlichen Argumente, die gegen diesen Mann sprechen, reichen doch völlig aus.

Es freut mich zu lesen, dass Ihr Blog eine so grosse Leserschaft hat.

Meine Meinung ist, dass er dies auch verdient hat, da sie die Dinge immer differenziert, sachlich und kritisch auf den Punkt bringen. Nicht ohne Grund habe ich Ihren Blog auf meiner Homepage verlinkt und schon oft weiter empfohlen, obwohl ich nicht immer Ihrer Meinung bin, aber eine Demokatie lebt nun einmal von der sachlichen Auseiandersetzung mit anderen Meinungen.

“„Nicht Sieg sollte der Sinn der Diskussion sein, sondern Gewinn.” (Joseph Joubert)

Man kann andere Menschen nicht mit Pöbeleien überzeugen, sondern nur im ehrlichen, fairen und offenen Umgang miteinander. Und da muss man eben auch andere Meinungen als die die eigene aushalten können, solange diese Meinungen nicht rassitisch, frauenfeindlich oder beleidigend sind, da hört auch bei mir der Spass auf.

Sie haben völlig recht, das alles hat mit einer demokratischen Diskussion nichts mehr zu tun, hasserfüllte Kommentare gegen andere Menschen sind einfach unanständig und dämlich, finde ich.

M.f.G.

24) Detlef Voß, Donnerstag, 02. Februar 2012, 09:21 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,
da zerreißt es mich.
Sehr Wahrscheinlich nicht zu unrecht mokieren Sie sich über Kommentare, die sich in ihrem Hass auf und in ihrer Wut über den Staat, das Parteiensystem und die gesamte “korrupte” Politik im sprengsatz regelrecht erbrechen.
Nur, was soll man denn sonst denken über „die da oben“, wenn sich unsere gewiss eh schon nicht schlecht bezahlten Politiker in NRW mitten in einer Zeit, in der nur von sparen, sparen, sparen, Entbehrungen und Gürtel enger schnallen die rede ist, eine kräftige Diätenerhöhung leisten?
Soll ich dann vor Freude in die Hände klatschen, oder vor ungebändigter Wut die Hände in den Taschen zu Fäusten ballen?
Glauben Sie mir, Sie werden, bei dieser selbstverliebten Machtelite, die uns sonnenkönigartig regiert, in Zukunft mehr und mehr zu löschen haben, denn unsere Wut auf diese widerwärtige Politikerzunft wird sich mehr und mehr steigern.
In Indianapolis haben sich letzte Woche der Besitzer der Indianapolis Colts und sein Quarterback entzweit, weil der Clubbesitzer seinen Spieler als Politiker bezeichnet hat. Der Quarterback war darüber nicht erfreut.
Auch ich würde es als ziemliche Beleidigung ansehen, wenn mich jemand als Politiker titulieren würde.
Arrogantes Arsc…, Drecksack, und was der Worte mehr waren, die man mir schon an den Kopf geworfen hat, Schwamm drüber.
Aber bei Politiker hört der Spaß auf!

25) Frankilein66, Donnerstag, 02. Februar 2012, 09:28 Uhr

Keine Witze mit Namen, bitte!

Und wenn, dann nur gute!

26) Saphira, Donnerstag, 02. Februar 2012, 09:39 Uhr

ich habe wohl zu dem Januar-Rekord beigetragen, denn ich gehöre seit dieser Zeit zu den regelmäßigen Lesern und bedauere es sehr, nicht schon vorher Kenntnis dieses Blogs gehabt zu haben. Es sind sowohl die Beiträge als natürlich auch die verschiedenen Sichtweisen in den Kommentaren, die mich auch über den Tellerrand hinaus blicken lassen.
Von mir auch ein ernst gemeintes und herzliches Danke dafür!
PS:
Ein neuer Beitrag von Ihnen in Form eines zusätzlich abonnierbaren newsletters wäre grandios 🙂

27) federkiel, Donnerstag, 02. Februar 2012, 09:59 Uhr

Lieber Herr Spreng, sie langweilen doch nicht, sie sind unterhaltsam. Aber auch bei ihnen ist die zunehmende Angst und Sorge zu verspüren, dass der deutsche Journalismus beim Bürger nicht mehr als Deutungs-und-Schuldeinweiser in öffentlichen Diskursen anerkannt ist. Und da handeln die Großmuftis der medial schwankenden Deutungshoheit wie es schon Tucholsky beschrieb. Man sitzt auf dem Sofa und nimmt übel. Und man keilt aus den Trutzburgen der Verlage und TV Anstalten zurück. Dass sie unerschrocken weiter an dem einzigartigen Skandal der deutschen Nachkriegsgeschichte, der causa Wulff, mit dranbleiben ehrt sie. Jedenfalls bei den Jagdkollegen.Ihre Idee, dass Bürger die sich gegen das Motto deutscher Medien : LÈtat, cèst nous! mit etwas unhöflichen Einwänden zu Wort melden, das zwingt sie leider,leider zu drastischen Maßnahmen. Wer den Staat, also sie und ihre Kollegen, kritisiert, der kommt in den Speisbackerl. Ein lecker gemütlicher Ausdruck für Internetzensur. Der Lordsiegelbewahrer der Neo-Deutschen Pressefreiheit, Kai Dieckmann, der macht es geschickter und gleich ein paar Nummern größer wie sie. Er schickt 41 Millionen Speisbackerl in Form der BILD Zeitung an alle deutschen Haushalte, da mag jeder Bürger dem sich bei der BILD Zeitung der Magen umdreht reinkotzen was er mag. Das schönste Geschenk an den BILD Jubilar durch Kollegen wie sie , wäre sicher die Lieferung der schönsten Schlagzeile für die Ausgabe. Natürlich zum Globusskandal Wulff: WE GOT HIM!

28) Alexander, Donnerstag, 02. Februar 2012, 10:04 Uhr

Und es geht wieder weiter mit dem WULFF-Theater, uns wird keine Verschnaufpause gegönnt!

Hallo Herr Spreng, ich finde Ihren Blog auch sehr interessant. Mir gefällt Ihre medien- und politikkritische Sichtweise. Gerade als Insider können Sie hier sehr interessante Hintergründe berichten aus dem politischen Bundestheater. Daher schließe ich mich den positiven Kommentaren in diesem Blog an.

Gerade lese ich in heute.de die neueste Schlagzeile aus dem Hause Wulff: “Wulff-Privatauto beschäftigt Staatsanwalt – Verdacht der Vorteilsnahme”.

So nervig diese ganze Affäre für uns Bürger ist, so hat diese Affäre doch eine Seite, die mir gefällt: Herr Wulff ignoriert einfach das Kasperle-Theater vieler Boulevardblätter, und er lässt sich nicht von derselbstgerechten Verlogenheit im Medienbetrieb irritieren.

29) m.spreng, Donnerstag, 02. Februar 2012, 10:11 Uhr

@27) federkiel

Internetzensur ist etwas anderes als das, was ich angekündig tund bekräftigt habe. Ich habe seit Bestehen des sprengsatzes immer wieder darauf hingewiesen, dass ich strafrechtlich relevante odert grob beleidigende Kommentare nicht zulasse. Insofern war die Geschäftsgrundlage immer eindeutig. Wer Hassmails oder Verunglimpfungen verbreiten will, muss sich andere Foren suchen.

Und zur Deutungshoheit: Ich überschätze die Wirkung meines sprengsatzes (und meiner sonstigen Auftritte) nicht. Ich bin nur ein Kleindarsteller auf der politisch-medialen Bühne.

30) Frank, Donnerstag, 02. Februar 2012, 10:13 Uhr

Sie haben einfach eine gute Schreibe und solide Weltsicht. So einfach ist das.

31) EStz, Donnerstag, 02. Februar 2012, 11:17 Uhr

@ 9) Ste, Mittwoch, 01. Februar 2012, 18:03 Uhr

>> ..besodners die kühlen Systemstrategen die glauben ein Staat müsse
>> man führen und verwalten wie ein Unternehmen, Bullshit!

Nur aus Neugier: Wie sonst?

32) federkiel, Donnerstag, 02. Februar 2012, 11:24 Uhr

“Falsche Bescheidenheit ist die schicklichste aller Lügen.”

Chamfort
französischer Schriftsteller (1741 – 1794)

33) Scuba, Donnerstag, 02. Februar 2012, 11:36 Uhr

Bis jetzt habe ich immer regelmäßig Ihre Seite quasi “manuell” auf neue Beiträge gecheckt, aber wenn Ihnen die Abozahlen so viel bedeuten, kann ich Sie auch gerne abonnieren 😉

Ansonsten lese ich Ihr Blog seit längerem, und obwohl ich nicht mit allem einverstanden bin, was sie sagen, schaffen sie es doch durch Ihre Professionalität und Ihre Fairness zu einem der wenigen Menschen zu werden, die mir zeigen, das “konservativ” auch etwas anderes als eine Beleidigung sein kann. Weiter so!

34) Grimlock, Donnerstag, 02. Februar 2012, 12:31 Uhr

Detlef Voß schrieb:
“Glauben Sie mir, Sie werden, bei dieser selbstverliebten Machtelite, die uns sonnenkönigartig regiert, in Zukunft mehr und mehr zu löschen haben, denn unsere Wut auf diese widerwärtige Politikerzunft wird sich mehr und mehr steigern.
In Indianapolis haben sich letzte Woche der Besitzer der Indianapolis Colts und sein Quarterback entzweit, weil der Clubbesitzer seinen Spieler als Politiker bezeichnet hat. Der Quarterback war darüber nicht erfreut.
Auch ich würde es als ziemliche Beleidigung ansehen, wenn mich jemand als Politiker titulieren würde.
Arrogantes Arsc…, Drecksack, und was der Worte mehr waren, die man mir schon an den Kopf geworfen hat, Schwamm drüber.
Aber bei Politiker hört der Spaß auf!”

Q.E.D.

@ Herr Voß:
Ohne Ihnen zu Nahe treten zu wollen unterstelle ich Ihnen einfach mal, dass diese Meinung nicht unbedingt fundiert ist. Sollten Sie mir 25 Namen von Bundestagsabgeordneten nennen können die uns “sonnenkönigartig” regiert, ziehe ich meine Behauptung gerne zurück.

35) Dieter Carstensen, Donnerstag, 02. Februar 2012, 12:39 Uhr

Lieber Michael Spreng,

@28 nun untertreiben Sie aber, wobei Bescheidenheit bekanntlich ein Zier ist. Es ehrt Sie sehr, als Mensch finde ich, dass Sie sich nichts auf Ihre mediale Bedeutung einbilden.

Sie heissen ja auch nicht Wulff und mussten sich auf Fotos drängeln, um überhaupt von der Öffentlichkeit wahr genommen zu werden.

Aber ich finde, diese Kritik sei erlaubt, Sie sollten sich auch nicht kleiner machen als Sie sind. Sie waren in Ihrem Leben u.a. Chefredakteur der Kölner Zeitung EXPRESS und der BILD AM SONNTAG und sind heute in vielen Fernsehtalkshows ein gern gesehener Geprächspartner.

Ein “Kleindarsteller”, wie Sie sie so lustig, selbstironisch formulierten “auf der politisch-medialen Bühne” sieht wohl eher etwas anders aus als Sie, aber über Ihre Ironie habe ich herzhaft gelacht, das hatte was! Respekt, ggg

M.f.G.

36) Mark, Donnerstag, 02. Februar 2012, 13:11 Uhr

@ 28) m.spreng, Donnerstag, 02. Februar 2012, 10:11 Uhr

Nana, nun stellen Sie mal ihr Licht nicht unter den Scheffel. Wer kann schon von sich behaupten, Chefredakteur bei einem Springerblatt gewesen zu sein, Berater von Stoiber, und inzwischen regelmäßiger Gast in politischen Talkshows? Eben. Sie werden gesehen. Sie werden gehört. Sie werden gelesen. Und sie scheinen sich davon nicht beeindrucken zu lassen! Gut so!

Schauen Sie sich nur einmal die Zensur in den verschiedenen Diskussionsbereichen von relevanten Internetmedien an: Die Tagesschau z.B. ist sehr, sehr wählerisch. Da darf man nicht einmal darauf hinweisen, dass Frau Merkel nicht etwa Europa eint (wie sie von sich behauptet und auch brav von der Tagesschau berichtet wird), sondern vielmehr ihr Festhalten am “europäischen Traum” zu einem undemokratischen Alptraum aller europäischen Bürger wird (mit Ausnahme der Profiteure in Brüssel, Berlin und anderswo). Zensiert.

Oder schauen Sie sich SPIEGEL Online an. Wenn ein Thema zu heiß ist, dann wird eine Diskussion gar nicht erst zugelassen (auch populär bei der FAZ und bei der Tagesschau). Da hat man in der Redaktion wohl das Höschen gestrichen voll. Das kommt gerne vor bei den Themen Europa, Integration, Klimaschutz, aber auch schon mal bei Euro und USA.

Für mich ist es immer ein klares Zeichen, dass ein Thema “heiss” ist (d.h. wenn die reale öffentliche Meinung stark von der veröffentlichten Meinung abweicht), dass versucht wird, die Diskussion im Keim zu ersticken. Darin sind die Redaktionen geübt.

Und DESHALB ist der Sprengsatz eine tolle Seite. Sie sind kritisch und lassen kritische Meinungen zu.

Im übrigen stimme ich den Mitkommentatoren zu, dass der Online-Protest in diesem Jahr neue Höhen (quantitativ, und wohl leider auch qualitative Tiefen) sehen wird. Immer mehr Menschen haben den Kanal voll. Sie glauben der Propaganda nicht mehr; sie können das Geschwafel vom “Aufschwung XXL” nicht mehr hören, den Unsinn von “Deutschland profitiert am meisten vom Euro”, die geschönten Arbeitslosenzahlen, und und und.

Gleichzeitig kämpfen die Printmedien einen einsamen Kampf gegen den Auflagenverlust. Den können sie nicht gewinnen, solange sie nicht endlich anfangen, journalistisch arbeiten. Warum sollte denn irgendjemand für eine Zeitung Geld ausgeben, wenn er darin eh nur Propaganda findet?

37) romeias47, Donnerstag, 02. Februar 2012, 14:38 Uhr

Also – frei nach Else Stratmann – eigentlich müssten die (Online-)-Kosten für Politik-Foren von folgenden Institutionen übernommen werden: Regierung, Versicherungen und Gesundheitssystem. Einfach als Anerkennung der Ventilfunktion und für die Einsparung von Kosten für Exekutive (Demos), Gesundheit (Unfälle unter Dampf) und Material (Fensterscheiben).
Schließlich konnte man sich als Bürger an manchen Regierungsklöpsen durchaus verschlucken – wenn man nicht zuweilen Dampf ablassen könnte, auch wenn das nur Nebeneffekt dieses Forums ist. Manchmal versuche ich mich als Gegenleistung fürs “Prolo-Gekläff” mit Barfuß-Psychologie oder Branstorming oder ich haue in die Tasten und lösche es dann, damit das “Speibsackerl ” des Sprengmeisters nicht überläuft.

Einstweilen vielen Dank für die anregende Lektüre und die Gelegenheit, sich dazu zu äußern.

Gerade eben frisch gewulfft (Audi)
Romeias47

38) m.g.t., Donnerstag, 02. Februar 2012, 15:11 Uhr

Nun, viele Leute “missbrauchen” Ihr Blog wohl, um die eigene jeweilige politische Forderung oder Position zum Besten zu geben, am besten mit Links zu obskuren anderen Blogs, die mit Recht viel weniger Nutzerzahlen haben.

Das fällt mir bei den anekdotischen “Sprengsätzen” auf, wenn gar nicht auf das Thema selbst eingegangen wird (z.B. Siamesische Zwillinge), sondern gleich mehr oder weniger geifernd der Rücktritt unseres zukünftigen Ehrensoldbeziehers gefordert wird. (btw: Wo bleiben eigentlich die Kommentare der bisherigen Bundespräsidenten? Ist das noch ene Ehre, mit so jemandem in einen Ehrentopf geworfen zu werden? Falsche Rücksicht auf einen Amtsnachfolger kann ehrlos wirken, die etwas Wohlhabenderen unter ihnen könnten doch den Ehrensoldbezg ruhen lassen, solange die Ehre des Amtes selbst noch ruht…. Und schon habe ich mich des selben Verbrechens schuldig gemacht).

Wie man allerdings mit dem Absolutheitsanspruch, der Ichbezogenheit und der Erwartungshaltung einiger Kommenatoren umgehen soll, hat wohl noch niemand im Internet herausgefunden. Mit den Päpsten und Diktatoren der wirklichen Welt klar zu kommen ist ja schon nicht leicht, aber in der flüchtigen Internetwelt der Wohnzimmer-Welterklärer ist gewisser Schall und Rauch noch schwerer zu fassen. Trotzdem viel Erfolg.

Und vielen Dank für Ihr Blog.

39) HuubSeeler, Donnerstag, 02. Februar 2012, 15:19 Uhr

Ich lese Ihren Block seitdem ich diesen hellen Satz gefunden habe:

“Die neue Weltfinanzkrise und die drohende Rezession haben für ganz kurze Zeit das Fenster geöffnet, der Finanzindustrie die Weltherrschaft noch zu entreißen.”

Die Frage stellt sich nur, wer das zu tun vermag? Die Politiker, die von der Finanzindustrie geschmiert werden und in Zwang und Abhängigkeit von der Presse leben, oder die wütend kotzenden Bürger, die den korrupten Politikern und den gleichgeschalteten verlogenen Medien, das Zepter gleich mit aus der Hand nehmen?!

Dieses System ist am Ende, wir werden systematisch belogen, betrogen, bedroht, vergiftet, verblödet und entrechtet. Es wachen immer mehr Menschen auf und begreifen was hier wirklich gespielt wird:
Ein Weltwirtschaftskrieg der Herrschenden gegen die eigenen Bevölkerungen.

40) Alexis, Donnerstag, 02. Februar 2012, 15:20 Uhr

„In letzter Zeit kommen immer häufiger Kommentare, die sich in ihrem Hass auf und in ihrer Wut über den Staat, das Parteiensystem und die gesamte “korrupte” Politik im sprengsatz regelrecht erbrechen. Auch persönliche Anfeindungen unter den Kommentatoren mehren sich.“
Herr Spreng, Sie haben sicher die aktuelle Ausgabe des CICERO (Februar 2012) gelesen. Hier wird die von Ihnen angesprochene Sorge ausführlich thematisiert. Auch wenn es viele nervt: der Verweis auf das Ende der Weimarer Demokratie wird zunehmend kommentiert (im CICERO z.B. vom Historiker H. A. Winkler). Das Verhalten des Herrn Wulff ist das eine, die völlig überzogene Medienkampagne (z.T. gar abartig, z.B. FAZ: krebskranke, ganz arme Familie bekommt von BW-Bank schlechtere Konditionen als Herr Wulff !!) ist mehr als nur ein Ärgernis. Im Gefolge dieser Kampagne schwimmen eben jetzt auch jene mit, denen dieser ganze Staat von Anfang an missfällt, und das in einem Ton, der vielfach unter der Gürtellinie liegt. Lesbar in allen Online-Foren. Deshalb wird es höchste Zeit, dass die Medien ihr eigenes Verhalten kritisch reflektieren. Missstände aufdecken ja, Moralrichter spielen NEIN! Und immer an die Folgen denken, die das ganze Theater auslöst. Unser Staat mag seine Macken haben wie jeder andere auch, aber er ist in der Geschichte der bisher beste, für Alle. Wir sollten nicht zulassen, dass Weimarer Verhältnisse Einzug halten. Journalisten haben auch Verantwortung bzw. sollten diese haben.

41) Meyer, Donnerstag, 02. Februar 2012, 17:23 Uhr

Sorry, aber die deutsche Politikelite ist nun mal nicht mehr gut. Selbst den Grünen muss man jegliches Interesse für die Bürger absprechen, Stichwort Griechenlandbeitritt und Euro-Bonds im Interesse der Bänker und Investoren.

Ich bin Ende 20 und bin für Demokratie, ECHTE Demokratie. Die sehe ich aber nicht, und ihr älteren Deutschen redet immer davon, wir hätten Demokratie. Ich verliere seit 2008 und Eurokrise das Vertrauen in diese “Demokratie”.

Verachtung und Wut machen sich breit. Ich kann mittlerweile schon nachvollziehen, warum diese Spinner von der RAF mit Gewalt ihre Ziele durchboxen wollten. Das schockiert mich zutiefst.

Was kriegen wir jungen Menchen immer zu hören? Geschichte dürfte sich auf keinen Fall wiederholen. Ach kommt schon, vor den Kriegen gab es Inflation und Co, aber das passiert natürlich nie wieder, weil, ja weil CDU, SPD und Grüne das sagen. Ja dann muss es ja stimmen.

Der Euro muss bleiben, nur so wie bisher, so wird das nichts. Ehrlichkeit, wo, in Europa, in Deutschland, ja ja is klar.

2013 geh ich noch mal wählen, ändert sich nix beim Thema Euro und Banken, ist mir Demokratie egal.

42) horst scharnhorst, Freitag, 03. Februar 2012, 06:44 Uhr

Die Politikmaschine ist schon seit langem im “Würgegriff” der Heerscharen von Lobbyisten aus der Öl-, Auto- oder Pharmaindustrie. Für und mit den Politikern werden Gesetze gestaltet und die Subventionen arrangiert. Aus diesem Grunde ist: a) das Gesundheitssystem so teuer, b) steigen die CO2 Emissionen laufend an, weil die notwendige Gesetzgebung ausgebremst wird, c) wird der konsequente Ausbau auf erneuerbare Energien eingebremst und uns die Geschichte der angeblich zu hohen Subventionen erzählt.

Die “Nord-Süd-Dialog” ist die Partyveranstaltung für diese Kungelei. Herr Schmidt ist der Manager der guten Laue. Herr Wulff und die vielen anderen Politiker sind Exekutoren der Lobbyisten. Wir haben sie gewählt. Wir brauchen sie aber nicht zu wählen. Herr Wulff ist nun das Opfer – das Lobbysystem ist gemeint.

43) Frankilein66, Freitag, 03. Februar 2012, 09:37 Uhr

@ m. Spreng

Wenn man in seinen Beiträgen selbst nie ein gutes Haar an den Parteien und ihren Vertretern läßt, muss man sich auch nicht wundern, wenn dies andere zum Anlass nehmen noch einen draufzusetzen und sich in unangemessener Weise “auskotzen”.

Es heißt zwar immer man könne sich nicht aussuchen von welcher Seite man Beifall bekommt aber das ist natürlich Quatsch, die User reagieren ja nur auf ihre Beiträge.

Schreiben sie doch zur Abwechslung mal was positives, die “Auskotzer” werden sich schnell in Foren trollen die ihre Vorurteile dann eher bestätigen!

Dann können sie auch ihr Speibsackerl zumachen!

44) federkiel, Freitag, 03. Februar 2012, 10:22 Uhr

Die Christianophobie der deutschen Medien wird zunehmend durchsichtiger. Warum sich nicht nur der Springer-Verlag einen Wulff läuft um endlich Das Volk zu mobilisieren liegt an einem Missverständnis. Die meisten Journalisten glauben noch dass ihre Leserschaft so einfach zu übertölpeln und zu manipulieren sei, wie bei unserer Elterngeneration. ” Aber es stand doch in der Zeitung”, das hatte früher in vielen deutschen Familien denselben Wert als würde es im Grundbuch stehen. In Punkto Wahrheit und Ansehensranking liegen aber mittlerweile Journalisten und Politiker gleichauf. Ganz weit hinten. Ich lese seit vierzig Jahren jeden Tag zwei Tageszeitungen, und bezahl die sogar selbst. Ca. ein Drittel aller Medienerzeugnisse werden schließlich gesponsort. Dieckmanns Speisbackerl gehörten noch nie zu meiner Lektüre, die WELT sehr wohl. Die kauf ich jetzt seit 14 Tagen nicht mehr wegen ihrer Wulfferei. Im Internet kann man sich sehr viel objektiver informieren. Kann man dann noch manierlich Englisch, dann kommt einem z.B so ein Thema wie “menschengemachter Klimawandel oder nicht” sehr viel differenzierter daher. Die Kaste der Medien möchte mit dem gepimpten Volksaufstand zu gerne der Kaste der Politiker zeigen wer hier wirklich die Gewalt hat. Über das Volk hoffentlich beide nie.

45) Sprengfan, Freitag, 03. Februar 2012, 14:44 Uhr

Weiter so Herr Spreng! Glückwunsch und viele Grüße!

46) Peter Christian Nowak, Freitag, 03. Februar 2012, 18:41 Uhr

12) Duke van Bosvelt

Die Einflussnahme der Politik auf das ZDF gab es schon seit ich das ZDF kenne. Schon immer von Konservativen geführt. Die Direktoren von Konservativen aus der Politik bestimmt. Man mag widersprechen, aber es war und ist bis heute so.
Wenn jetzt ein paar Jungredakteure, auch noch mit befristeten Verträgen, in ihrem Protest anonym bleiben wollen, dann ist das ein klares Indiz für die Hegemonen des ZDF.
Wie weit sie allerdings kommen, mag man bezweifeln. Der Arm der Mächtigen reicht weit, und manchmal auch über Anonymität hinaus.

47) Peter Christian Nowak, Freitag, 03. Februar 2012, 18:53 Uhr

@40) Alexis

^^Wir sollten nicht zulassen, dass Weimarer Verhältnisse Einzug halten. Journalisten haben auch Verantwortung bzw. sollten diese haben.^^
Niemand anders als wir haben es in der Hand. Denn wir haben die Politik gewählt, die jetzt über uns kommt. Weimarer Verhältnisse wären nicht vorbildlich. Aber wenn die Projektionsflächen keine besseren Beispiele folgen lassen, als die bisher bekannten, braucht man sich nicht über das zu wundern, was über die Leinwand öffentlicher Meinungsbildung flimmert.

48) EStz, Freitag, 03. Februar 2012, 19:34 Uhr

@ 43) Frankilein66, Freitag, 03. Februar 2012, 09:37 Uhr

>> Wenn man in seinen Beiträgen selbst nie ein gutes Haar
>> an den Parteien und ihren Vertretern läßt, muss man sich
>> auch nicht wundern, wenn dies andere zum Anlass nehmen
>> noch einen draufzusetzen und sich in unangemessener Weise
>> “auskotzen”.

>> Schreiben sie doch zur Abwechslung mal was positives,
>> die “Auskotzer” werden sich schnell in Foren trollen die ihre
>> Vorurteile dann eher bestätigen!

🙂

Da musste ich erst heftig schmunzeln, dann nachdenken, dann fühlte ich mich angesprochen: Ich lese im ersten Durchgang oft genug die Beiträge (nicht nur die von Herrn Spreng) unter der Prämisse “da hat er Recht” oder “da liegt er falsch”. Fürs Reflektieren brauche ich meist ein bisschen.

Aber Herr Spreng geht (soweit ich das beurteilen kann) schon recht parteineutral (gleichermaßen links- und rechtskonservativ) zur Sache. Ich muss erst lesen, was er geschrieben hat, um seine Meinung zu erfahren, dass ist bei anderen Kommentatoren in der Regel nicht nötig.

In jedem Falle meinen Dank für den Denkanstoß

49) EStz, Freitag, 03. Februar 2012, 19:40 Uhr

@ 44) federkiel, Freitag, 03. Februar 2012, 10:22 Uhr

Auf 3sat laufen gelgentlich die Nachrichten aus Österreich und der Schweiz. Im Lokalteil natürlich recht uninteressant für unsereinen, aber wie sie deutsche Probleme betrachten, hat was. Viel mehr Nachricht und deutlich weniger Meinung als bei inländischen Sendungen

50) m.spreng, Samstag, 04. Februar 2012, 08:46 Uhr

@ 40) Peter Christian Nowak

Vielleicht liegt’s an meinem Alter, aber ich kann mich an Zeiten erinnern (1972 bis 1982), in denen der damalige SPD-Sprecher Lothar Schwartz verantwortliche Redakteure des ZDF noch nachts telefonisch bis in ihre Privatwohnung verfolgt hat, um sie wegen einer unliebsamen Meldung übelst zusammenzustauchen.

51) Alexis, Samstag, 04. Februar 2012, 10:11 Uhr

@ 47) Peter Christian Nowak

“…braucht man sich nicht über das zu wundern, was über die Leinwand öffentlicher Meinungsbildung flimmert.”

Exakt ! Nur wer bestimmt, was da flimmert ? (übrigens das Wort “flimmern” halte ich i.d.Zshg. für gut getroffen)
Apropos: Fällt eigentlich niemand auf, dass urplötzlich – seit etwa 14 Tagen beginnend in SPON – Herr Westerwelle hochgeschrieben wird ? Ja richtig, “hoch”-geschrieben. Jeden Tag online ganz vorne drauf bzw. im print auf Seite 1. Jeder Artikel jetzt positiv assoziiert. So wesentlich hat sich aber die (deutsche) Außenpolitik in dieser Zeit nicht verändert. Sind schon lustig, unsere Medien…

52) die chris hier…, Samstag, 04. Februar 2012, 10:23 Uhr

…ich bin durch zufall auf diese seite gestoßen, hatte sie, michael spreng, in verschiedenen diskussionen gesehen und wollte wissen, wer ist dieser herr spreng? was macht frau da, ein bisschen googlen… seitdem ist ihr blog ein fester teil meiner online-lektüre… danke…

53) sk8erBLN, Samstag, 04. Februar 2012, 11:12 Uhr

@ m.spreng

“In letzter Zeit kommen immer häufiger Kommentare, die sich in ihrem Hass auf und in ihrer Wut über den Staat, das Parteiensystem und die gesamte “korrupte” Politik im sprengsatz regelrecht erbrechen.”

Ich gehöre ja zu denjenigen, die Sie immer mal wieder meinen “zensieren” zu müssen. Daran gewöhnt man sich, obschon mich das immer mal wieder wundert. Aber wahrscheinlich ist für Sie eben erträglicher dass ein Christian Wulff vor laufenden Kameras äußert es sei an der Zeit “Handgranaten in öffentlich rechtliche Sendeanstalten zu werfen” als dass das einer Ihrer Kommentatoren schreibt.

Ach glauben Sie nicht dass Musterschwiegersöhnchen und Permanentlügner Wulff sowas von sich gibt? Na lesen Sie selbst,dem Cicero werden Sie ja vertrauen: Seite 2: Wulff droht, „eine Handgranate auf das Funkhaus“ zu werfen
http://www.cicero.de/berliner-republik/christian-wulff-bundespraesident-moral-niedersachsen-wahrheit-ausgeblendet/48040?seite=1

Die eigentliche Frage sollte sein ob das nicht sehr gute Gründe hat?! Die Art zu formulieren mag sicher auch eine Generationsfrage sein und die eigenen Stils.

Aber als jemand der Jahrzehnte selbst Teil des Systems gewesen ist, tut das vermutlich doppelt weh wenn Sie sich anhören müssen dass dieses System der Sponsoring-Parteienfinanzierung, die Lobbykratie, Korruption, Vorteilsannahme und das Geseiher “Politiker seien auch nur Menschen und bald finde sich ja niemand mehr der Politiker werden wolle ob der überhöhten Ansprüche die an sie gestellt würden” zum Hals heraushängt.

Und fragen sollten Sie sich insbesondere ob es nicht weit mehr bedenklich ist wenn sich inzwischen eine weit größere Gruppe völlig aus der politischen Diskussion resigniert verabschiedet hat. Oder denken Sie wirklich diese um die 40% große Gruppe hat wirklich keinerlei Meinung und beteilligt sich deshalb nicht mehr an Wahlen? So lange hier nur -manchmal auch in sehr harscher Form Unmut geäußert wird, ist jedenfalls offensichtlich noch ein rudimentäres Interesse an diesem Staat und der betriebenen Politik vorhanden. Ich kann auch mit dem hier im Kommentarbereich geäußerten “der beste Staat den wir jemals hatten”, anderswo ist alles weit weit schlimmer nichts anfangen.a) weiß ich das selbst, sogar aus eigener Anschauung und b) ist die Maßstäbe tiefer zu legen und so über die Mißstände hinwegzusehen wohl kaum der richtige Weg.

Aber Sie haben recht, es ist IHR Blog, es steht ihnen frei diese manchmal grob formulierte Wahrheit auszublenden via Kommentarzensur,weil es nicht zu Ihrem “Stil” passt, weil Sie davor zurückschrecken damit identifiziert zu werden oder warum auch immer. Ich hätte einzig Verständnis für die Zensur wenn sie strafbar gewesen wäre, davon waren -zumindest meine Kommentare- jeweils weit entfernt.

Dass MEINE Kommentare nicht IHRE Meinung widerspiegeln ist ganz offensichtlich, da müssen Sie keine Sorge haben. Ich käme auch nicht auf die Schnapsidee je die FDP zu wählen oder CDU und tummle mich dennoch gerne hier weil mich die Kontroverse von Meinungen weit mehr interessiert als der “sich gegenseitig Bestätigen Brei”.

Ohh- und weiter erfolgreiches Schaffen 😉

54) sk8erBLN, Samstag, 04. Februar 2012, 12:21 Uhr

Und ein tagesaktuelles Beispiel weshalb ich das Fass für übergelaufen halte:

Von einem, der auszog, die Würde des Amtes zu schützen
Christian Wulff war Chefkritiker der Korruption – bis er Ministerpräsident wurde. Dann schuf seine Regierung eigenhändig die Regeln, mit denen er sich heute verteidigen lässt.

Ein Bundespräsident, der auf Marmelade ausrutscht? Aber nicht doch. Gernot Lehr, Christian Wulffs Anwalt, hatte jedenfalls die passende Antwort parat, als bekannt wurde, dass die Firma Zentis Wulff zum Münchner Filmball eingeladen hatte, inklusive Flug und Übernachtung im Luxushotel. Lehr schrieb auf Nachfragen: “Auf Grundlage der neuen Durchführungsregeln zum niedersächsischen Ministergesetz konnten die Gastgeber Reise- und Übernachtungskosten für Regierungsmitglieder übernehmen, sofern ausgeschlossen war, dass die Annahme einer unentgeltlichen Leistung das betreffende Regierungsmitglied in der Erfüllung seiner Amtsaufgaben beeinflusst oder behindert.”

Durchführungsregeln? Welche Durchführungsregeln? Wo kommen die plötzlich her, wer hat sie erlassen und was steht drin?

Neue Ermessensspielräume
Man muss sich schon ein wenig durch das Gestrüpp der niedersächsischen Gesetze kämpfen, um zu verstehen: Die “neuen Durchführungsregeln” sind eigentlich Verwaltungsvorschriften. Und erlassen hat sie die niedersächsische Landesregierung unter dem damaligen Ministerpräsidenten Christian Wulff höchstselbst. Damals im Jahr 2007.

Wie brisant diese harmlos bis verwirrend wirkenden Vorschriften sind, wird daran deutlich, wie die Regierung sie erklärt. Mit der selbst gebackenen Regelung will sie die zuvor “überzogenen” Regeln “zurückführen”. Denn die lockere Vorschrift entschärft das Gesetz und ermöglicht insbesondere das Sponsoring von Ministerreisen – je nachdem sei das “zur Haushaltsentlastung” sogar angebracht. Ob und wann das aber der Fall ist, hängt nicht mehr vom Gesetz, sondern vom Ermessen des Politikers ab.

Keiner hat’s gemerkt
Dass niemand empört aufschrie, als diese Vorschriften erlassen wurden, liegt auch daran, dass es eben “nur” Vorschriften sind. Im Gegensatz zu Gesetzen müssen sie nicht im Parlament diskutiert werden. Die Regierung kann sie nach eigenem Belieben formen – und später zwischen so spannenden Bekanntmachungen wie den “Ausführungsbestimmungen zum Niedersächsischen Wappengesetz” im Ministerialblatt veröffentlichen. Die Landtagsabgeordnete Renate Geuter, SPD, sagt zu stern.de: “Die damalige Regierung hat eine Lockerung der Sponsoring-Regeln bewusst gewollt. Die Opposition konnte dies nur bewerten, nicht aber verhindern, da die Verwaltungsregeln als rein regierungsinternes Handeln komplett am Parlament vorbeigehen.

Eine weitere Begründung, weshalb die Verwaltungsregeln geändert wurden, lieferte die Staatskanzlei gleich mit. Die “von Ängstlichkeit und überzogener Rigorosität bestimmten Regeln” der zuvor geltenden Rechtslage hätte vereinzelt zu Reaktionen wie Unverständnis – “bis hin zu Kopfschütteln” – geführt. Das sei Grund genug, die “mangelnde Flexibilität” des Regelwerks etwas aufzulockern und eine “lebensnahe und der Realität entsprechende Praxis” zu ermöglichen.

Der Treppenwitz der Geschichte: Wulff selbst hatte diese rigorosen Regeln eingefordert – als er noch Chef der Opposition war.”

http://www.stern.de/politik/deutschland/krise-des-bundespraesidenten-von-einem-der-auszog-die-wuerde-des-amtes-zu-schuetzen-1780960.html

55) Marvin, Samstag, 04. Februar 2012, 12:45 Uhr

Eine neue Form von “Wulffen” betreibt Focus Online-Korrespondentin Martina Fietz. Bei Wulff geht (fast) alles – sie verlangt Respekt vor dem Mann, es sei eine Hetzjagd, etc….. Im Kontext mit ihren anderen Beiträgen gesehen (“5:0 für die Staatsfrau”, Merkel gegen Gabriel im Bundestag) ergibt sich ein klares Bild – ich kenne keine “Journalistin” die so offensichtlich ihren Berufsstand verrät (der Neutralität voraussetzt!) – durch permanente Tendenzberichterstattung. Wulff, Schwarz-Gelb und Merkel müssten ihr einen Orden verleihen.

56) Frankilein66, Samstag, 04. Februar 2012, 13:11 Uhr

@ 54) sk8erBLN

Gähn!

57) Peter Christian Nowak, Samstag, 04. Februar 2012, 18:26 Uhr

@m.spreng

Vor einiger Zeit, ist schon ein paar Jahre her, kritisierten wir, eine befreundete Kollegin und ich, die Ausstrahlung der Dokumentation „Aufstand der Alten“. Der Film hatte einen rein fiktionalen Charakter. Kommunikationswissenschaftler haben darüber hinaus die Angst machende Komponente und deren Wirkung gerade auf ältere Menschen kritisiert. Das Ziel der Produktion war wohl eindeutig: die private Vorsorge zu protegieren. Für die werbewirksame Markierung dieses eindeutigen Zieles sorgte vorab durch gezielte Promotion des Films im Morgenmagazin des ZDF die Hauptdarstellerin Frau Zimmermann.
Im Vorfeld der Ausstrahlung waren meine Freundin und ich der Meinung, dass sich das öffentlich-rechtliche Fernsehen für eine derartige Sendung nicht hergeben dürfe. Offensichtlich hatte die Versicherungswirtschaft die indirekten bis direkten ( das Letztere als Vermutung) Einfluss auf Plot und Regie des Films.
„Aufstand der Alten“ hatte den Charakter einer Werbedauersendung, mit dem Ziel, die Bürger zum Abschluss einer privaten Rentenversicherung zu nötigen. Nötigen deshalb, weil unseres Erachtens mit den gängigen Manipulationsmöglichkeiten und hier insbesondere mit der Zukunftsangst gearbeitet wurde. Werbung arbeitet methodisch mit Manipulation, und das Einwirken auf Emotionen.

Nach unserer Kritik bekam unsere Filmproduktion vom ZDF keine Aufträge mehr.

58) sk8erBLN, Sonntag, 05. Februar 2012, 11:00 Uhr

@ 56) Frankilein66, Samstag, 04. Februar 2012, 13:11 Uhr

http://i44.tinypic.com/xdates.jpg

59) Wertkonservativliberaler, Mittwoch, 08. Februar 2012, 11:51 Uhr

Nichts hat sich ausgewulfft:

Man muss sich dieses Drehbuch einmal vorstellen:

Ein Filmunternehmer “organisiert” für den Ministerpräsidenten eines Bundeslandes, das auch Filmförderung betreibt, einen mehrtägigen Hotelaufenthalt. Angeblich erstattet der MP dies später “in bar”. Was den Filmunternehmer aber nicht daran hindert, Jahre später ins Hotel zu reisen, um sämtliche Belege an sich zu bringen.

Nun: der MP ist jetzt Bundespräsident. Ich frage mich: Gelten die Vorschriften der §§ 331, 332 StGB (Vorteilsannahme, Bestechlichkeit) nicht für ihn?

Gelten die §§ 333, 334 StGB (Vorteilsgewährung, Bestechung) nicht für den Filmunternehmer?

Bietet das, was der Filmunternehmer da mit den Hotelbelegen gemacht hat, nicht den U-Haftgrund der Verdunkelungsgefahr?

Warum ermittelt eigentlich keine Staatsanwaltschaft gegen den damaligen MP/ BP und den Filmunternehmer wg. des Anfangsverdachts nach §§ 331 – 334 StGB?

Besteht gegen die Staatsanwaltschaft nicht wegen dieser offensichtlichen Verfolgungsvereitelung ein Anfangsverdacht nach § 258 a StGB (Strafvereitelung im Amt)?

Warum ist es eigentlich immer nur der wackere Prof. von Arnim (Speyer), der gegen diese offensichtich korruptiven Umstände seine Stimme erhebt?

Wo sind all die ehrenwerten Strafrechtsprofessoren, die – unkündbar, unabhängig in Forschung und Lehre – gegen diesen Amts- und Machtmissbrauch eine Resolution verfassen?

Hat der Strafrechtsausschuss der Bundesrechtsanwaltskammer dazu auch eine Meinung?

Gegen jeden Beamten in einer Kfz-Zulassungsstelle, gegen jeden Dorfbürgermeister wäre schon längst ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Es ist unfassbar. Wer rümpft hier noch die Nase über das Italien Berlusconis?

Zum Drehbuch folgen Sie diesem Link:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,813975,00.html

60) Werner Berger, Mittwoch, 08. Februar 2012, 13:41 Uhr

@ 59:
Wulff hat selber bezahlt, so dass kein “Vorteil” im Sinne von § 331 StGB vorliegt.
An der Vergabe der Landesbürgschaft war Wulff nicht beteiligt, sondern allein das Wirtschaftsministerium, es fehlt daher auch am Tatbestandsmerkmal “für die Dienstausübung”.

61) Werner Berger, Mittwoch, 08. Februar 2012, 15:56 Uhr

@59:

Im übrigen prüft die Staatsanwaltschaft sehr wohl:

http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/wulff1121.html

Und wenn allein Prof. von Arnim seine Stimme erhebt, könnte es daran liegen, dass alle seine Kollegen anderer Auffassung sind.

Des Filmunternehmers Anwalt berichtet, dass der Unternehmer nicht die Unterlagen an sich bringen wollte, sondern nur Kopien der Unterlagen erbeten hat:

http://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/Vorwurf-ist-an-Haaren-herbeigezogen-article5441851.html

Von “Vertuschung” kann mithin keine Rede sein.
Und dass ein Hotel über seine Gäste Diskretion bewahrt, sollte wohl eine Selbstverständlichkeit sein. Wieso Journalisten Einblick in interne Unterlagen von Hotels, in E-Mails (“Schnulli” etc.) oder in Gerichtsakten (Landgericht Osnabrück) gewährt wird und ob das alles legal ist, sollte auch einmal erörtert werde.

Die BILD-Zeitung hat wieder einmal alle aufgescheucht.

“Am Tropf von BILD”: das gilt nicht nur für andere Blätter, sondern auch für etliche Kommentatoren.

62) Wertkonservativliberaler, Donnerstag, 09. Februar 2012, 10:23 Uhr

@ Werner Berger (60, 61):

Ich hänge nicht am “Tropf der BILD”; mir ist sie auch nicht sonderlich sympathisch. Allerdings kann ich die Funktion einer freien Presse in einem Rechtsstaat nicht hoch genug schätzen.

– Zur Behauptung Wulffs, er habe den Hotelbetrag im Nachhinein “in bar” bezahlt: Dass er dies – als Ministerpräsident und Volljurist – getan haben will, ohne sich das quittieren zu lassen, kann jedem Strafrichter, Staatsanwaltschaft oder Steuerfahnder nur ein müdes Lächeln entlocken.Derlei Schutzbehauptungen hören Strafrechtler jeden Tag. Das dürfte für die Beweiswürdigung interessant werden.

– Für das Tatbestandsmerkmal der “Dienstausübung” (§ 331 StGB) – eben in Abgrenzung zur konkreten “Diensthandlung” (§ 332 StGB) – genügt im Übrigen eine abstrakte Zuständigkeit des Amtsträgers, eine konkrete Zuständigkeit des Amtsträgers ist nicht erforderlich (Fischer, StGB, 56. Aufl. 2009, § 331, Rn. 6). Vorteilsannahme/Vorteilsgewährung (§§ 331, 333 StGB) sollen ja – im Gegensatz zu Bestechlichkeit/Bestechung (§§ 332, 334 StGB) – genau die Einflussnahme auf Amtsträger sanktionieren, die sich auf die Dienstausübung, nicht auf eine konkrete Diensthandlung bezieht:

In unserem Fall war Wulff Ministerpräsident einer Landesregierung, die über Förderung/Unterstützung der heimischen Filmindustrie entscheidet. Es wurde eine Landesbürgschaft bewilligt. Irgendwann um 2007 floss die Zuständigkeit für die Filmförderung überdies noch vom Wirtschaftsministerium in die Staatskanzlei. Der Filmunternehmer “organisiert” für den Ministerpräsidenten einen Hotelaufenthalt (neben anderen Hotel-Upgrades, Oktoberfestbesuchen etc.). Die Kosten (ca. 800 EUR) erstattet der MP angeblich “in bar” noch im Hotel – ohne Quittung, obwohl er doch über die Praxis seiner Landesbediensteten/ um die Existenz des Ministergesetzes wissen müsste – noch dazu als MP und Volljurist!

Ein klassischer Lehrbuchfall der §§ 331 ff. StGB.

Herr Berger, Sie mögen all´ das unproblematisch finden, ich nicht.

Es ist ein nicht zu unterschätzender “Standortvorteil” unseres Staates, dass seine Verwaltung und Rechtsprechung doch – jedenfalls dem Anschein nach – ohne nennenswerte Korruption auskommen. Jeder städtische Beamte in der Finanz- oder Ordnungsamtverwaltung weiß genau um die Fallstricke der §§ 331 ff. StGB – und wird dementsprechend geschult. Umso mehr gilt das für einen MP und jetzigen BP.

Wulff kann einen demokratischen Rechtsstaat nicht repräsentieren. Er hat bereits den Anschein nicht-korruptiven Verhaltens nicht vermieden. Und seine Barzahlungs-Schutzbehauptung mögen Sie, Herr Berger, glauben. Ich tue es nicht.

63) Wertkonservativliberaler, Donnerstag, 09. Februar 2012, 10:39 Uhr

@ Werner Berger (61) Zitat “Und wenn allein Prof. von Arnim seine Stimme erhebt, könnte es daran liegen, dass alle seine Kollegen anderer Auffassung sind.”

Es haben sich unterdessen noch ein paar andere – zu wenige! – Strafrechtsprofessoren gemeldet.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,813600,00.html

Dennoch beschämt es mich, dass es nicht mehr Strafrechtsprofessoren tun. Obwohl ja gerade in Deutschland Professoren einen (auch materiell) geschützten Status genießen.

Das mag auch mit Fördergeldern für die Wissenschaft u.a. zusammenhängen. Ich denke mir, da spielt auch die “Rücksichtnahme” auf das “Amt” des Bundespräsidenten eine Rolle.

Wie Sie sich denken können, habe ich berufshalber mit den §§ 331 ff. StGB zu tun. Es kann in einem Rechtsstaat keine falsche Rücksichtnahme auf ein “Amt” geben. Die strafrechtlichen und strafprozessualen Standards müssen für Berufspolitiker genauso gelten, wie für die einfachen Bürger, Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst.

– Wulff sollte zurücktreten – ohne Ehrensold.

– Dann arbeitet er ein paar Jahre als Rechtsanwalt (Netzwerk hat er ja).

– Ab dem 60. Lebensjahr bekäme er seine Ministerpräsidenten-Pension.

Das wäre ein mutiger Schritt für die politische Kultur in unserem Land, und im Übrigen auch für Wulff selbst!

Das würde mich als Staatsbürger, Juristen und CDU-Mitglied sehr, sehr freuen.

64) TW, Donnerstag, 09. Februar 2012, 10:53 Uhr

this wulff is too bad. mann. mann. mann. wie kann man die gesellschaft so offensichtlich belügen? er kann auch sagen, ups – auf einmal habe ich gold geschissen und das dann dem film-kollegen übergeben. das ist nicht weniger unglaubwürdiger. so ein kleinkarierter piffer aus oldenburg hat maximal 24,37 im portemonnaie. bar? na klaro. jeder politiker der so etwas bar ausgleicht ist schon aus kompetenz-gründen keines platzwartjobs an einem öffentlichen spielplatz würdig. mich würde jetzt die abhebung von wulffs konto interessieren. viel dürfte ja nicht drauf gewesen sein. und wenn man dann 800 bar ausgleicht, dann dürfte dies ja beweisbar sein … 

65) Wertkonservativliberaler, Donnerstag, 09. Februar 2012, 11:09 Uhr

Und jenseits aller juristischen Argumente sei mir bitte noch erlaubt, hier aus einem Welt-Artikel von Thomas Schmid zu zitieren (Link unten), der eben das politische No-Go auf den Punkt bringt::

“(…) Ob das nun stimmt oder nicht – ein Ministerpräsident muss wissen, dass das nicht geht. Selbst wenn die Darstellung seines Anwaltes stimmen sollte – es bliebe die Tatsache, dass dieser Mann die Schwüle der Grauzonen offensichtlich nicht zu meiden versteht.

Einmal unterstellt, Christian Wulff habe sich ohne Arg und ohne Schielen auf Vorteile so verhalten: Er erschiene dann als ein Ministerpräsident, der ernsthaft der Überzeugung war, er könne sich wie ein Privatmann verhalten (wodurch er manchem Bürger durchaus sympathisch wird).

Verhielte es sich aber so, dann ginge Christian Wulff das Vermögen ab, zwischen der privaten und der amtlichen Rolle, zwischen Bürger und Repräsentant klar zu scheiden. Das aber muss ein Bundespräsident, der Bürger- und Staatspräsident sein will, können. (…)”
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13857671/Der-Bundespraesident-in-der-Schwuele-der-Grauzonen.html

66) The Bad Inawolffs, Donnerstag, 09. Februar 2012, 12:46 Uhr

Nun wollte ich zum Kleinbürger aus Großburgwedel nichts mehr schreiben
Aber es ist doch wichtig, wie man hier sieht: http://www.faz.net/aktuell/politik/wulff-und-kein-ende-lummerland-11642864.html
Hat jemand gestern den stotternden, verlegen lügenden Anwalt Groenewolds im TV gesehen? Da schreien wir nicht laut auf?
Filmfondsmanager, das ist schon ein Skandal für sich, dass es Kulturschaffende zur Steuerverkürzung anstatt zum Wachstum beitragen sollen.
HSH heißt also das Hotel (sic!). Na, das passt ja thematisch besser als ein guter Dietl-Film.
War gestern schon die Steuerfahndung im HSH und bei Groenewold?
Es wird Zeit…oder muss ich erst Anzeige erstatten, auch gegen die zuständige Finanzbehörde?

Apropos: der wahre Skandal läuft gerade unter aller Augen am Nürburgring ab: Wetten, dass es keine juristischen Sanktionen geben wird, dass jeder Beteiligte mit einigen der unterschlagenen Millionen beruhigt nach Hause geht?

67) Wertkonservativliberaler, Samstag, 11. Februar 2012, 12:09 Uhr

Neues von Wulff; der arme Mann musste sich als Ministerpräsident das Firmenhandy seines Film-Buddy leihen. Meine Güte! Hätte es ein eigenes Prepaid-Handy nicht auch getan (wenn es wegen Schufa-Einträgen [?] mit einem eigenen Handy-Vertrag nicht klappen sollte?).

Es ist sooooo peinlich, ich fasse es einfach nicht:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,814593,00.html

68) Wertkonservativliberaler, Samstag, 11. Februar 2012, 12:17 Uhr

Nachtrag:

Es ist im Übrigen – neben steuerlichen Gründen – auch interessant, dass bei einer Firmenhandy-Ausleihe des Film-Buddy G. an MP Wulff, ersterer als Handy-Vertragsnehmer weiterhin Auskunft über Einzelverbindungsnachweise und via Master-Pin über die Mailbox etc. hat:

Macht sich ein MP da nicht erpressbar? Und der Mann ist jetzt BuPrä, und seine “Freunde” haben “Herrschaftswissen” über ihn?

Was geht da eigentlich vor?

69) Jürgen S., Samstag, 11. Februar 2012, 16:50 Uhr

Es wulfft und wulfft und wullft und hört nimmermehr auf. Jede Woche eine neue Sau durchs Bellevue. Jetzt das Handy, und morgen? Quousque tandem? Es ist wirklich schwer zu ertragen; man schämt sich und antwortet mit Politikverdrossenheit. Es wundert mich nur, daß Frau Merkel so unbeirrt an dem einst von ihr ins Amt Gehievten festhält. Muss sie nicht fürchten, hierfür vom Wähler bei der Bundestagswahl 2013 abgestraft zu werden? Sie sollte vielleicht das Langzeitgedächtnis des Souveräns nicht unterschätzen.

70) Denkmit, Donnerstag, 16. Februar 2012, 20:04 Uhr

Gotcha! Der letzte Akt hat wohl begonnen.

71) Charles Tunes, Mittwoch, 22. Februar 2012, 12:39 Uhr

Sorry, zu diesem Mann fällt mir wirklich nichts mehr ein. Nicht einmal Ganovenehre besitz er.

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