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Sonntag, 12. Februar 2012, 18:06 Uhr

Das Märchen vom Politiker im Glück

Nehmen wir einmal an, Sie sind Politiker und haben kein Geld. Sie verdienen zwar gut (etwa 8.000 Euro netto im Monat), aber Sie haben Familie und eine anspruchsvolle Freundin, später müssen Sie davon zwei Familien ernähren.

Da bleibt nichts für Urlaube in Florida, Italien, Mallorca und nicht einmal auf Norderney, kein Geld für Designerkleider ihrer jungen Frau, kein Geld für teure Filmbälle, kein Geld für die Business-Class. Und wohnen müssen Sie zur Miete.

Sie können Ihrer jungen Frau nicht viel mehr bieten als sich selbst. 

Und nehmen wir einmal an, sie haben Minderwertigkeitskomplexe, ihr Selbstwertgefühl war jahrelang großen Belastungsproben ausgesetzt, weil Sie als der ewige Verlierer galten. Und die Menschen, denen Sie die Hand gaben, wischten ihre Hand anschließend an der Hose ab. Sie sind wer (nehmen wir einmal an, Sie sind Ministerpräsident), aber irgendwie sind Sie doch keiner.

Sie lechzen nach Anerkennung, Sie wollen endlich einer sein, der von den oberen Zehntausend respektiert und gemocht wird. Sie wollen dazugehören, auf dem großen Partykarussell mitfahren, und nicht nur auf den hinteren Politikseiten, sondern auch in den bunten Hochglanzblättern auftauchen.

Sie sind unzufrieden. Sie wollen strahlen wie eine 100-Watt-Birne, obwohl Sie doch nur ein relativ kleines Licht sind. Soll das schon alles gewesen sein, was Ihnen das Leben zu bieten hat? Sie fühlen sich immer noch zurückgesetzt, ihre Chefin (bezeichnenderweise “Mutti” genannt) nimmt sie nicht so richtig ernst, traut Ihnen aber nicht über den Weg. Sie weiß: Unzufriedene sind auf Dauer gefährlich. Auch harmlose Schafe können zum “Wilden Schaf” werden. 

Aber Sie sagen in gespielter Bescheidenheit, Sie seien kein “Alphatier”, obwohl Sie genau das gerne wären und sich heimlich sogar dafür halten.

Wenn Sie andere treffen (nehmen wir einmal an, Journalisten), dann reden Sie sich den Frust von der Seele, lästern über und hetzen gegen jedermann (vornehmlich Parteifreunde) und mokieren sich (natürlich ganz vertraulich) über Kollegen, die getrennt von ihrer Frau leben, aber sich öffentlich mit ihrer Freundin zeigen.

Sie schieben Frust. Deshalb reden Sie auch immer häufiger öffentlich von Moral, verfolgen gnadenlos jeden, der in eine Affäre verstrickt ist, und verlangen von allen Kollegen, sich nicht einmal den Anschein der Korrumpierbarkeit (genannt Vorteilsnahme) zu geben.

Plötzlich aber wächst die Zahl ihrer bis dahin raren Freunde. Denn Sie sind ja endlich Ministerpräsident, davon gibt es nur 16 in Deutschland. Die Freunde ihres großen Angstgegners, der Sie jahrelang zum Verlierer gestempelt hat, sind plötzlich auch Ihre Freunde, laden Sie in ihre Sterne-Restaurants ein, umschmeicheln Sie. Reiche, mächtige Männer, Rock- und Filmstars suchen plötzlich Ihre Nähe, wischen sich nicht mehr die Hände an der Hose oder am Kleid ab.

Neue Freunde tauchen auf, ein alter Freund bietet seine finanzielle Hilfe an. Und plötzlich finden Sie wie Hans im Glück den Goldklumpen. Nicht nur einen, sondern viele. Plötzlich können Sie ein Haus kaufen, obwohl Sie kein Geld haben, den Kredit jemals zurückzuzahlen, denn Ihre Bonität ist immer noch CC. Das politische Amt könnte ja schon in wenigen Jahren wieder futsch sein.

Der eine Freund zahlt das Haus und stellt seine Traumwohnung für die Zweithochzeit zur Verfügung, der andere seine italienische Villa für die Hochzeitsreise. Der nächste seine Villa auf Mallorca, der alte Freund sein Haus in Florida.

Der eine Freund von der Fluggesellschaft besorgt das Uprade, der zweite lädt zum Filmball, der dritte zum Oktoberfest. Der eine gibt einem Autor, der ein unverkäufliches Buch über Sie schreibt, 10.000 Euro und zahlt 20.000 Euro für eine Anzeige für einem Freak-Film ausgerechnet in Ihrem biederen Parteiblättchen. Und Modefirmen stellen Ihrer schönen Frau die Abendkleider.

Und schon kommt das nächste Buch, das Sie “Besser die Wahrheit” nennen. weil Sie zeigen wollen, dass Sie besser, anständiger sind als die anderen. Weil das aber auch keiner kaufen will, nimmt ein Freund 2.500 Exemplare ab (der, der Sie auch bei den Großen der Industrie einführt), die Partei kauft 5.000 und ein anderer Freund bezahlt die 20.000 Euro für die Buch-Werbung, lässt sich aber eine Rechnung über “Beratungsleistungen” ausstellen.

Und der Freund mit Freak-Film lässt Sie in Nobelhotels upgraden, finanziert ihre Sylt-Urlaube. Er gibt Ihnen zu Zeiten, als Sie noch zwischen zwei Frauen pendelten, ein unauffälliges Zweithandy auf den Namen seiner Firma. Natürlich haben Sie das immer sofort bezahlt (spätestens beim Auschecken), denn, obwohl Sie ein armer Schlucker sind, tragen Sie für solche Fälle  immer bündelweise Bargeld mit sich herum.

Jetzt sind Sie endlich einer, einer, der oben angekommen ist. Reiche Freunde, Glamour, Macht. Partys ohne Ende, schließlich ist auch Deutschlands Party-König Ihr Freund. Kann das Leben schön sein. Und “Mutti” macht sich langsam so große Sorgen, dass sie Sie in ein richtiges Schloss befördert, wo man zwar keine Macht hat, aber noch mehr Freunde und die Aussicht auf lebenslang 200.000 Euro im Jahr. Endlich ist auch ihre soziale Frage gelöst. Sie sind jetzt Triple-A, nicht nur für die Banken.

Aber dann kommen die bösen Neider, jagdtrunkene Journalisten, die Ihnen alles wieder wegnehmen wollen. Die Ihnen vorwerfen, es mit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen. Die keinen Respekt vor wahrer Freundschaft haben, die Ihnen Korruption unterstellen, weil Sie einen Freund mit auf offizielle Reisen nahmen, einem anderen die Mitreise anboten.

Und die Neider verfolgen ihre Freunde, weil Sie den einen Freund (der mit der Villa auf Mallorca) bei der erkauften Honorar-Professur gepriesen haben, und weil ein anderer Freund Sie dafür lobt, dass Ihr armes Land ihm eine Bürgschaft für eine Briefkastenfirma angeboten hat, die nie einen Film produzierte. Und für den Party-König sollen Sie Geld bei Ihren reichen Freunden eingeworben haben.

Und plötzlich bricht Ihr ganzes schönes Leben zusammen. Sie stehen vor dem Abgrund, den Sie lange hinter sich glaubten. Sie verheddern sich in Widersprüche, täuschen und tricksen, erzählen Sachen, die den gesunden Menschenverstand beleidigen. Das alte Ego pocht wieder an: der Verlierer mit den Minderwertigkeitskomplexen. Keiner glaubt Ihnen mehr, keiner liebt Sie, die Freunde werden wieder rarer, viele wenden sich ganz ab. Die Angst wird Ihr täglicher Begleiter.

Der Goldklumpen war nur Talmi. Ein trauriges Märchen. Ich glaube nicht, dass Sie es erleben wollen.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

165 Kommentare

1) StefanP, Sonntag, 12. Februar 2012, 18:30 Uhr

Lieber Herr Spreng, da haben Sie aber beim Spiegel deutlich abgekupfert oder sich zumindest stark von Dirk Kurbjuweits “Der Rabattkönig” inspirieren lassen. Ist Solches nur verwerflich, wenn es Politiker tun? ;-)

2) Ste, Sonntag, 12. Februar 2012, 18:44 Uhr

Naja, dafür gibs aber als Trost Bundespräsidentengehalt bis Lebensende, plus Anspruch auf Büro und Sekretär/In.

3) m.spreng, Sonntag, 12. Februar 2012, 18:50 Uhr

@ 1) StefanP

Wenn Sie das glauben, dann schicken Sie bitte den Link zu dem angeführten Artikel, damit sich die Leser selbst ein Urteil bilden können. Mir ist der Artikel leider nicht mehr präsent.

4) ma, Sonntag, 12. Februar 2012, 18:51 Uhr

Danke.
Hier ist alles einmal auf dem Punkt gebracht.
Vielleicht kommen noch weitere Kapitel dazu? Aber möchten wir das noch erfahren?
Mir würde ein Ende reichen, “der Abgang”.

5) Mark, Sonntag, 12. Februar 2012, 18:56 Uhr

Was für ein großartiger Artikel!

Damit ist alles zu dem Fall jenes Mannes mit “Minderwertigkeitskomplexen” gesagt, denn HAARGENAU SO wird’s (gewesen) sein.

Normalerweise enden solche Tragödien mit dem Freitod des Protagonisten, der mit seinem verpfuschten Leben eben nicht klarkommt. Hoffen wir, dass es soweit nicht kommt! Stattdessen sollte unser Protagonist durch eine plötzliche Einsicht erkennen, dass ein Rücktritt ihn stärken würde.

6) albertus28, Sonntag, 12. Februar 2012, 19:00 Uhr

gemein,bösartig und geschmacklos !!!!!!!

7) Lutz, Sonntag, 12. Februar 2012, 19:00 Uhr

Wobei dem Politiker, den Sie da beschreiben, nach seiner Demission immer noch ein erklecklicher Ehrensold zustehen würde. Insofern gibt es für das arme Schwein doch noch ein happy End und für den Steuerzahler — aber lassen wir das.

8) Gregor Keuschnig, Sonntag, 12. Februar 2012, 19:26 Uhr

Sie wollen endlich einer sein, der von den oberen Zehntausend respektiert und gemocht wird.
Das bedeutet: Sie sollten besser kein Politiker werden…

9) StefanP, Sonntag, 12. Februar 2012, 20:06 Uhr

@3) m.spreng

Der SPIEGEL erscheint in den meisten Regionen erst morgen, ich wohne jedoch in einem Gebiet, wo ich bereits sonntags Zugriff auf das Nachrichtenmagazin habe. Daher kann der Artikel auch nicht verlinkt werden.
http://www.spiegel.de/spiegel/

Dirk Kurbjuweit wählt die gleiche Grundidee, die um den Charakter des Bundespräsidenten kreist: Vergünstigung, Aufwertung, Selbsterniedrigung eines unter Minderwertigkeitskomplexen leidenen Politikers. Die zentralen Stichworte sind die Gleichen wie bei Ihnen, wenn auch anders aufgebaut. Die Originalität gebürt also Kurbjuweit, lesenswert ist Ihr Kommentar natürlich dennoch.

10) denkbonus, Sonntag, 12. Februar 2012, 20:11 Uhr

Ein Amt erfordert eben auch charakterliche Reife, sonst bleibt man angreifbar

11) RM, Sonntag, 12. Februar 2012, 20:15 Uhr

Lieber Herr Spreng, Glückwunsch zu einer mutigen, kurzweiligen und wahren Analyse. Gefällt mit ausgezeichnet, dass Sie am Ball bleiben. Sie werden auch viel Schelte bekommen, ergo schreiben Sie die für manche, speziell in Berlin unbequeme Wahrheit – die systematisch aufgebauten Privilegien unserer “erhabenen Staatsdiener“ und deren Herrschaftsgetue wird zu einer nagenden Gefahr unserer Demokratie. Nicht nur Ihr Beispiel, sondern die auf allen Ebenen erschaffenen Privilegien und das teilweise Verprassen unserer Steuergelder müssen endlich auf den Prüfstand und vom Bürger besser kontrolliert werden. Diese paradiesische Parallelgesellschaft muss ein Ende finden, damit eine gewisse Glaubwürdigkeit zurückkehrt. Dabei helfen Sie vielleicht auch ein wenig. Es gibt viel zu tun.

12) EStz, Sonntag, 12. Februar 2012, 20:25 Uhr

Hallo Herr Spreng,

ich hab mich hier im Blog nun des Öfteren weit aus dem Fenster gelehnt, von wegen böse BILD und (zumindest halbwegs) braver Christian Wulff, deswegen schreibe ich das hier nicht ganz so gerne.

Ich glaube zwar immer noch, dass der Anlass bzw. der Auslöser für die Rotkäppchens Jagd auf den bösen Wulff noch nicht offen liegt, und ich halte Wulffs Einlassungen zur Euro-Krise immer noch für richtig und wichtig. Aber meine Einschätzung zur Person des Bundespräsidenten muss ich dennoch revidieren, und mich dem oben gezeichneten Bild anschließen. Schweren Herzens, wie gesagt, aber wenn’s halt wahr ist …

13) JG, Sonntag, 12. Februar 2012, 20:36 Uhr

Mir, verehrter Herr Spreng, kommt da Ihr Bericht in den Sinn, wie Sie Helmut Schmidt für ein Interview an seinem Urlaubsort besucht haben. Die Schmidts fuhren ja wohl immer in ihr Häuschen in Holstein, heute könnten sie das als Hamburger mit dem Regionalzug tun, und Loki servierte, wie Sie zu erzählen wußten, zum Tee mitten im Sommer bröseligen alten Spekulatius aus dem letzten Advent.

Kann man sich als Politiker (-Ehepaar) nicht auch so benehmen?

14) mambo, Sonntag, 12. Februar 2012, 20:37 Uhr

Bravo Herr Spreng ,ein wirklich gelungenes Psychogramm unseres “Herrn Bundespräsidenten ” !

Herr Wulff sagte ,er werde nicht zurücktreten ,weil er weiterhin für uns “Verantwortung tragen
möchte “(was heißt das eigentlich konkret ?),
doch sagen wollte er eigentlich :
“Es ist mir völlig egal ,was ihr über micht denkt ,ich bleibe im Amt,
denn dieses Amt mit seinem lebenslangen Ehrensold ist meine soziale Absicherung ,
würde ich es verlieren ,würde ich abstürzen,schließlich bin ich finanziell chronisch klamm”.

15) Erbloggtes, Sonntag, 12. Februar 2012, 20:47 Uhr

Wie StefanP (Kommentar 1) schon festgestellt hat, ähnelt das Märchen Dirk Kurbjuweits “Der Rabattkönig”. Morgen im Spiegel. Frank Schirrmacher hat das heute morgen empfohlen. Ich habe mich im zweiten Teil meines Artikels “Was macht Wulff eigentlich falsch? Eine schmutzige und eine bürgerliche Antwort” http://erbloggtes.wordpress.com/2012/02/12/was-macht-wulff-eigentlich-falsch-eine-schmutzige-und-eine-burgerliche-antwort/ damit auseinandergesetzt und daraus zitiert.

Der Clou ist meiner Ansicht nach, dass der Ursprung der “Minderwertigkeitskomplexe” unseres Märchenprinzen nicht in der Zeit als Ministerpräsidentenkandidat zu suchen ist, sondern in der Kindheit. Soziale Aufsteiger haben es sehr schwer in Deutschland, selbst wenn sie erster Mann im Staat sind.

16) Kopfschüttel, Sonntag, 12. Februar 2012, 20:50 Uhr

100 Watt Leuchten sind seit zwei Jahren in der Eu verboten. Sicher, alte dürfen noch abbrennen. Aber wer hat sich vor zwei Jahren noch mit 100 Watt begnügt wenn er 500 Watt schon haben konnte?

17) Lutz, Sonntag, 12. Februar 2012, 21:19 Uhr

@StefanP: Habe den Artikel gelesen, wo sehen Sie da Parallelen? Sprengs Artikel ist ohnehin um Längen besser.

18) vaujot, Sonntag, 12. Februar 2012, 21:20 Uhr

Der Artikel von Kurbjuweit “Der Rabbattkönig” ist im SPIEGEL 7/2012, der offiziell morgen in den Handel geht. Manche haben das Heft schon gestern oder heute bekommen. Ob Herr Spreng das Heft schon erhalten und gelesen hat, wird er selbst am besten wissen.

19) Bebe, Sonntag, 12. Februar 2012, 21:29 Uhr

Lieber Herr Spreng, herzlichen Dank für diese schöne Geschichte, ich freue mich so sehr auf eine Fortsetzung Ihrer schönen Erzählungen und bin sehr gespannt, was wir als nächstes in dieser Soap zu hören bekommen. Wir hatten Haus, Auto, Reisen, Kleider, Feste und und…aber eigentlich nur Banalitäten in dieser Kaste, wann kommt der Knall und was ist es ?

20) wolfgang, Sonntag, 12. Februar 2012, 21:45 Uhr

Einfach nur genial. Christian, geh nach Hause.

21) Wertkonservativliberaler, Sonntag, 12. Februar 2012, 22:09 Uhr

Auch sehr interessanter Artikel heute in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung v. 12.02.2012, S. 23, von Peter Körte/Claudius Seidl über Groenewold: “Ein Freund, ein guter Freund”: Auszug aus Papierausgabe, Link liegt mir nicht vor:

“…. und das war die Zeit, da David Groenewold kurze Gespräche oder freundlichen Smalltalk mit diesem Satz abzuschließen pflegte: `Ich sehe jetzt den Ministerpräsidenten. Soll ich etwas platzieren´?´”. (….) Dass es dafür Gegenleistungen gab, leugnen alle Beteiligten – und die Landesbürgschaft in Höhe von vier Millionen Euro, welche Niedersachsen einer Firma Groenewolds gewährte, sei ja nie in Anspruch genommen worden, sagen jetzt die Anwälte. Was sie nicht sagen: Allein die Tatsache, dass das Land bürgte, überzeugte potentielle Anleger von der Seriosität des Unternehmens.”

Interessant auch zu googlen zum Filmfonds GFP III:
http://www.wallstreet-online.de/diskussion/1008289-361-370/gfp-iii

Gerdae schaue ich “Jauch” (ARD): Peter Hintze ist so peinlich.

Ich bin CDU-Mitglied. Welche konservative Partei bleibt mir eigentlich? Jeden Tag überlege ich, auszutreten, warum gibt es keine wertkonservative Partei in Deutschland, der ich guten Gewissens angehören kann?

Wulff ist als Bundespräsident nicht tragbar.

§§ 331 ff. StGB!

22) FF, Sonntag, 12. Februar 2012, 22:17 Uhr

Das hat ja nachgerade literarische Wucht! From zero to hero and back. Was ich mich allerdings gelegentlich frage: wie konnte ein charakterlich derart indisponierter – man muß schon sagen: ich-schwacher, verführbarer und rückgratloser Mensch – zum Ministerpräsidenten aufsteigen?

Anders als etwa Guttenberg krallt sich unser Held an seinem Posten fest – weil er weiß, daß er den Höllensturz ins gesellschaftliche Nichts niemals verkraften wird.

PS.: Ich vermute, daß sich selbst Guttenberg heute die bittersten Vorwürfe macht, überhaupt zurückgetreten zu sein. Wenn ich nur bis Fukushima durchgehalten hätte – ich wäre heute noch im Amt. Wird er sich wieder und wieder und wieder denken…

Guttenberg hat sein “trauriges Märchen” vom Talmi-Goldklumpen zwar hinter sich, sieht dabei aber absolut, pardon, Scheiße aus. Übergewichtig, depressiv, gezeichnet, geächtet.

Ich weiß wirklich nicht, was besser ist.

23) noName, Sonntag, 12. Februar 2012, 22:23 Uhr

Mh, ich glaub es geht um WULFF! :)

Bei der Psyche kann der Mann einem noch leidtun.

24) Ralph, Sonntag, 12. Februar 2012, 22:28 Uhr

Hervorragend geschrieben Herr Spreng, nur heute abend bei Jauch poltert Hinze daher, er hat aber auch noch nichts gesagt seit “Beginn der Unruhen” um die Wulffschanze.

25) Wertkonservativliberaler, Sonntag, 12. Februar 2012, 22:38 Uhr

Und Peter Hintze (gerade ARD, “Jauch”, 22:35 h) macht sich gerade lustig über Alt-Bundespräsident Walter Scheel (“aufgefallen mit einem großen Lied”) – wer “Berater” wie Hintze hat, braucht keine Feinde mehr. (Mehr sage ich jetzt nicht zu Hintze, ich will hier ja nicht gelöscht werden.)

26) Johannes, Sonntag, 12. Februar 2012, 22:41 Uhr

Herr Spreng,
ist das nicht alles ein bißchen arg klischeehaft? Klingt wie der Plot einer Daily Soap. Läßt sich das Verhalten des Herrn Wulff wirklich so einfach erklären? So küchenpsychologisch?

Ich gebe zu, ich schreibe dies in der Hoffnung, daß es nicht so ist, wie von Ihnen beschrieben. Eine Stimme in mir sagt aber, daß Sie vermutlich nah an der Wahrheit sind.

27) m.spreng, Sonntag, 12. Februar 2012, 22:58 Uhr

@ vaujot und StefanP

Um das Thema jetzt abzuschließen und Sie von einer Fehlspur abzubringen: Ich bin zurzeit auf Mallorca, wo es garantiert noch keinen “Spiegel” gibt. Ich werde aber mit Interesse morgen den “Spiegel ” kaufen und lesen. Und jetzt: zur Sache bitte!

28) Marek Schneidereit, Sonntag, 12. Februar 2012, 23:08 Uhr

Lieber Herr Spreng,

hier ein kleiner satirischer Beitrag zum Thema: http://www.eine-zeitung.net/politik_wulffs-anstand55211.html

Viele Grüße und noch viel Vergnügen auf Mallorca,

Marek

29) Erika, Sonntag, 12. Februar 2012, 23:43 Uhr

Ist es der Minderwertigkeitskomplex (mangelndes Selbstwertgefühl) oder die anspruchsvolle Freundin?
Diese Frage ist für mich noch nicht entschieden. Wäre ihm dieses Dilemma auch mit seiner ersten Frau passiert? Ministerpräsident also einer von nur 16, wäre ja auch schon etwas für das Selbstbewusstsein gewesen. Sind die Probleme nicht erst mit der Frau gekommen?

30) Ste, Sonntag, 12. Februar 2012, 23:47 Uhr

Mich würde ja mal das Märchen von Prinz Guido Westerwelles interessieren, und zwar bis zu dem Punkt wo er über die so genannte spätromischen Dekadenz wütete. Kurzum: Man findet sicher bei vielen Politikern, insbesondere Männern, Schrullen und Wunschmaschinen die ihre Haltung und Stil als Politiker prägen.

31) MM, Sonntag, 12. Februar 2012, 23:55 Uhr

Fantastischer Artikel !

32) Alter Nativlos, Sonntag, 12. Februar 2012, 23:56 Uhr

Sie kennen sich als ehemaliger BamS-Chefredakteur und Gast bei Manfred-Schmidt-Events ja aus.
Von daher halte ich ihr “Psychogramm” unseres Bundespräsidenten für äußerst nachvollziehbar und auch glaubwürdig.

http://www.swr.de/zur-sache-rheinland-pfalz/-/id=7446566/did=9222638/pv=video/nid=7446566/o58aa7/index.html

Wulff @ 5:19
Spreng @ 7:20

33) Bastian Himberger, Montag, 13. Februar 2012, 00:04 Uhr

Wer bezahlt morgen Ihren Flug von Mallorca nach Berlin zur hundertsten Talkshow zum Thema Wulff?

34) Christian, Montag, 13. Februar 2012, 00:09 Uhr

Das Drama der Psyche des Christian Wullf liegt in der Antwort auf diese Frage: Warum hatte er nicht einfach die Kaltschnäuzigkeit, zu den vielen mittelkleinen bis halbgroßen Gefälligkeiten zu stehen???

Er hätte…
- weniger Fürsprecher aus der Welt der oberen Zehntausend verloren, die finden das nämlich geil
- die spendablen “Freunde” nicht so arg vor den Kopf gestoßen, denen passiert eh nichts
- bei schlichten Gemütern aus dem Volk eine Mischung aus Ehrfurcht und Neid hervor gerufen (was viel besser ist als Hohn und Spott)
- die lautesten unter seinen Kritikern noch leichter erpressbar gemacht, als sie es eh schon sind, und damit mundtot
- noch stärker die Assoziationen an Typen wie Putin, Berlusconi und… HEUREKA! …seinen ehemaligen Demütiger aus Hannover wach gerufen, neben denen er IMMER noch super bieder aussieht…
- auch freudianisch gesehen viel besser da gestanden, vielleicht sogar endlich die Vermeidung aus dem Verhalten eliminiert
- etc. pp.

Als er Diekmann auf die Mailbox gewulfft hatte, war´s natürlich vorbei, da war er erledigt… Pardon: seitdem befindet er sich im Dauerzustand des Erledigtseins in spe.

Juhu, Herr Wulff, holen Sie jetzt unbedingt die Machiavelli-Lektüre nach!

35) De Winter, Montag, 13. Februar 2012, 03:19 Uhr

Herr Spreng, Sie haben Cojones. Dank und Respekt für diesen Beitrag. Ein Klaus Mann hätte hieraus vermutlich ein schwarzbitteres Buch über verführbare Menschen gemacht, aber heute trifft ein solcher Blogeintrag eher das Ziel.

Ich war als Wähler immer geneigt, mich an Sachfragen und glaubwürdigen Köpfen zu orientieren, nicht an der Farbe des Parteibuchs. Nun ist der Tag gekommen, an dem ich (wie “RM” in Beitrag 11) eine Parallelgesellschaft sehe, die sich einen feuchten Kehricht um die Belange des Fußvolks schert. Es scheint zunehmend gleich, wo ich nun mein Kreuzchen mache, denn schulterklopfend, männerbündnerisch nützliche Kumpels durchwinken, das können auch die anderen ganz gut.

“Mutti” hat mit dem Verführbaren einen Cheerleader dieser Neuen Oberen Zehntausend auf den plötzlich verwaisten Schild gehoben, auf dass er ihr Tagesgeschäft nicht störe (was ihr, so ironisch könnte die Geschichte enden, politisch das Genick brechen mag – denn alle als Ersatz in Frage kommenden Provinzfürsten hat sie ja schon lange beiseite geschafft). Das Gift des Zynismus macht es schwer, überhaupt noch ohne brodelnde Ressentiments an Berlin-Mitte zu denken.

Wenn der kleine Mann mit den vielen Anwälten damit durchkommt, wird dies sowohl die Politikverdrossenheit junger Zyniker wie auch die Drift zum Rand des politischen Spektrums bei allen anderen beschleunigen. Wie will ein Vater seinem Sohn erklären, dass sich bestimmte “Deals” nicht gehören, wenn der jeden Tag in der Zeitung nachlesen kann, dass das Staatsoberhaupt es doch auch so macht? Wer will denn doch zu einer behaupteten Mitte der Gesellschaft gehören, in der “Freundschaft” augenzwinkernd zur Chiffre für kleine Vorauszahlungen, Gefälligkeiten, Durchstechereien wird?

Der kleine Mann im viel zu großen Amt beschädigt nicht nur dieses, sondern auch Ideen, die ich als Fundament einer freien demokratischen Gesellschaft betrachte. Manch einer schreibt scheinheilige Bücher über diese Werte – andere leben sie.

Herr Spreng; bitte bleiben Sie im Geschäft des Märchenerzählens. Lieber ein Äsop als hundert watteweiche Wölfchenversteher.

36) HeikoG, Montag, 13. Februar 2012, 05:08 Uhr

Warum schreiben Sie nicht etwas über die Milliardenbeträge die in die Banken- und Versicherungsbranche verschoben werden? Wenn Sie unbedingt etwas über Korruption schreiben wollen, dann wäre das wohl das Thema unserer Zeit. Wulff ist eine ganz kleine Nummer. Absolut nicht erwähnenswert. Korruption in wirklich großem Maßstab wird heutzutage von ganz anderen Leute betrieben. Schreiben Sie doch darüber. Oder obsiegt da etwa die Feigheit?
Wulff totzutreten ist schließlich viel einfacher. Man muß sich ja nur dem Mob anschließen.

37) Janissary, Montag, 13. Februar 2012, 07:30 Uhr

Herr Spreng,

ich finde es armselig wenn Sie immer wieder auf Hexenjagd gehen da Ihnen vielleicht die Themen ausgehen. Es ist gut, die Bevölkerung hat eh die Nase voll von den Berichten über Wulff. Es interessiert niemanden mehr.

38) Michi, Montag, 13. Februar 2012, 08:14 Uhr

Hallo lieber Herr Spreng,

das Märchen vom bösen Wulf, äääh Wolf, hatte ich selbst ja auch schon verfasst. Wiederholungen machen es nicht spannender. :)

http://planexi.de/marchenstunde-auf-planexi-die-mar-vom-bosen-wolf/

Visueller Gruß

MIchi

39) gabriele, Montag, 13. Februar 2012, 08:45 Uhr

Herr Spreng, Sie schenken uns eine weitere Adaption das Märchens:
Der Fischer und seine Frau .
Es wird/muss weitergehen!

> Denn wie Volksweisheit sagt, dass Maßlosigkeit damit bestraft wird, alles zu
verlieren, muss diese Weisheit auch immer wieder neu unter das Volk gebracht
werden. Nur wer liest schon alte Märchen?

Dagegen Ihr Märchen vom Politiker im Glück … [Rechte sichern! :-) ]
- werden Schulklassen im Ethikunterricht lesen.
- Es wird eine Neuauflage der Augsburger Puppenkiste für dieses Spiel geben.
- Günter Grass könnte ein weiteres Buch schreiben.
- Doris Dörie könnte sich inspirieren lassen…oder gar Quentin Tarrantino?
… mit Veronika Ferres und Bully Herbig….
- Denkbar wäre auch eine Oper…

Man müsste allerdings noch den Gedanken verfolgen, ob es wie bei den Gebrüdern Grimm ist, dass der Wulff eigentlich – wie der Fischer – das OPFER der schönen Frau geworden ist.
aus wikipedia:
SIE drängt ihren Mann, den Butt erneut zu rufen, um sich eine kleine Hütte
zu wünschen. Diesen Wunsch erfüllt ihm der Zauberfisch.
Doch schon bald ist Ilsebill damit nicht mehr zufrieden.
Erneut verlangt sie von ihrem Mann, den Butt an Land zu rufen und
einen größeren Wunsch vorzutragen.
Der Fischer teilt die Wünsche seiner Frau (im Innersten) nicht, beugt sich aber trotz wachsender Angst ihrem Willen. Je maßloser Ilsebills Wünsche werden, desto mehr verschlechtert sich das Wetter….

40) m.spreng, Montag, 13. Februar 2012, 08:47 Uhr

@ 33) Bastian Himberger

Natürlich “hart aber fair”. Es ist übrigens das vierte Mal, dass ich an einer Talkshow zu diesem Thema teilnehme. Die Themen bestimme nicht ich, sondern die seit zwei Monaten andauernde Affäre Wulff und die Redaktionen.

@ 1) StefanP

Sie haben mir “abkupfern” und “verwerfliches” Verhalten vorgeworfen. Das ist ehrenrührig. Bei einem Mann, der so austeilen kann wie Sie, erwarte ich eine Entschuldigung.

41) Michael A. Nueckel, Montag, 13. Februar 2012, 09:01 Uhr

@ Mark, 5)
Ich schließe mich Ihrem Urteil an: Eine lesenwerte, schön geschriebene Geschichte mit einem Spannungsbogen, der alles enthält, fast alles, da fehlt nur noch die Klassifikation nach ICD-10 F.60…?

@ Erika, 29)
Beides (Minderwertigkeitskomplex + anspruchsvolle Freundin) zusammen, das macht doch erst den Cocktail so richtig aus (!). Im übrigen gebe ich Ihnen recht. Ich frage mich seit längerem, verlöre er ohne Amt auch seine Frau?

@ Bastian Himberger, 33)
Wer die Musik bestellt, bezahlt sie auch – wo ist das Problem? Das nenne ich erbärmlich. Ich hoffe vielmehr, M. Spreng durfte 1. Klasse fliegen.

@ Michi ,38)
Worauf wollen Sie hinaus? M. Spreng´s Beitrag ist keine Wiederholung, das wissen Sie selbst nur zu genau, auch kein …, wie Sie wohl eher andeuten wollen, m.a.W. Sie verkleiden versteckte Werbung für sich selbst als Kritik an M. Spreng, um auf sich aufmerksam zu machen? Das ist nicht die feine Art.

42) informelles.de, Montag, 13. Februar 2012, 09:08 Uhr

…und wenn sie nicht gestorben sind, sitzen sie immer noch im Bellevue.

43) Sabine Zielke-Esser, Montag, 13. Februar 2012, 09:15 Uhr

Lang, aber herrlich gut – bis auf den letzten Satz. Es sind Ihnen schon brillantere Schlusspunkte eingefallen. Und nun bitte endgültig Feierabend mit diesem Thema. Versprochen?

44) Alexis, Montag, 13. Februar 2012, 09:30 Uhr

Sorry, Herr Spreng, Pulitzer-Preis verdächtig war das ja nun nicht gerade. Es wird immer alberner, siehe auch das “Gedicht” des FAZ-Herausgebers Kohler. Aber solange Ihr Eure Blog-Fans damit begeistern könnt, sei ’s drum. Jeder soll den Spaß haben, den er verdient. Nur: wenn deutsche Journalisten in einem Augenblick, wo ein EU-Land in der Anarchie versinkt, keine anderen Sorgen haben als sich jeden Tag an dieser armseligen Figur in Bellevue “abzuarbeiten”, deren poltische Bedeutung ohnehin an Null grenzt, tut Ihr mir alle irgendwo leid. Würdet Ihr Euch wirklich relevanten Themen widmen, würde sich das W-Thema von allein erledigen nach dem Motto: Stell Dir vor, W hält eine Rede und keiner geht hin/keiner hört zu/keine Zeitung berichtet darüber.
Liebe Journalisten, nun kommt mal endlich wieder auf den Teppich.

45) Günter Springer, Montag, 13. Februar 2012, 09:40 Uhr

Weiter so Herr Spreng, großen dank!
Gerade weil es einige wenige, auch hier in den Kommentaren, gibt, die blindlinks alles, aber auch alles zu entschuldigen versuchen, was dieser Mann im höchsten Amt auf dem Kerbholz hat.
Leider kann nicht jede Blindheit gesundet werden.

46) daso, Montag, 13. Februar 2012, 09:47 Uhr

Danke für den amüsanten Start in die Woche.
Was? Nee? Moment Mal, mein Kollege meint gerade das wäre alles echt!
Oh, wie traurig.

47) StefanP, Montag, 13. Februar 2012, 10:01 Uhr

@40) m.spreng

Ich hatte zuvor das Wort inspirieren verwandt (ohne Anführungszeichen), denn auch ich lasse mich durchaus von Artikeln zu Kommentaren verführen. Zum Schluss habe ich bewusst den Smily gesetzt, den ich sehr selten verwende, um die Lockerheit zu unterstreichen. Da es mir fern lag, Sie in irgendeiner Weise herabzusetzen, zu beleidigen oder nur unlauteres Verhalten zu unterstellen (soweit das mancher so aufgefasst haben mag), so tut mir das aufrichtig leid. Das war niemals meine Absicht und ich bitte das mir nachzusehen.

StefanP

48) Ulrike Grunow, Montag, 13. Februar 2012, 11:11 Uhr

Sehr geehter Herr Spreng! Sie sprechen mir und meinem Mann in Ihrem Blog, den ich leider erst im Zusammenhang mit der Wulff-Affäre entdeckt habe, immer wieder aus der Seele. Ihre Charakterisierung des derzeitigen unsäglichen Amtsinhabers trifft den Kern! Ich hoffe, es finden sich endlich Sachverhalte, die es Mutti dann doch unmöglich machen, ihn weiter im Amt zu belassen.

49) Michi, Montag, 13. Februar 2012, 11:14 Uhr

@ Michael A. Nueckel
Oh, eine wirkliche Kritik sollte es garnicht sein, ich schätze Herrn M.Spreng zu sehr um Ihn zu kritisieren. Und an dieser Stelle werbung für einen Fotoblog machen zu wollen ist doch wirklich der falsch Ort. Ich wollte nur sagen, alles nichts neues :)

50) Dieter Carstensen, Montag, 13. Februar 2012, 11:14 Uhr

Lieber Michael Spreng,

ein mit mir seit Jahren befreundeter Lehrer hatte mich neulich zu einer Diskussion mit 67 jungen Gymnastianinnen und Gymnasten eingeladen, er bat mich in die Diskussion die sozialarbeiterische Sichtweise einzbringen.

War interessant die Diskussion.

Auf ihren Beitrag bezogen, war es spannend, dass die Jugendlichen untereinander heute als Schimpfwort benutzen “Du Politiker”. So sehr könne man niemand in der Klasse auf die Palme bringen, wie mit der Aussage “DU POLITIKER” erklärten die jungen Leute mir äusserst glaubhaft, sie waren alle zwischen 16 und 17 Jahren.

Wohlgemerkt, es waren Gymasiasten, aber sie hatten noch einen intereressanten Spruch. In der Jugendsprache hiess es ja lange, wenn jemand nervte, “Du kekst”. Neuerdings heisst es “DU WULFFST”.

Dies sind natürlich keine represäntativen Aussagen, dieser 3 Schulklassen, aber zumindest mir haben sie zu denken gegeben.

M.f.G.

51) gabriele, Montag, 13. Februar 2012, 11:23 Uhr

Nachtrag zu 39)
weswegen das Märchen für den Ethikunterricht für alle taugt,
ist ja auch der Ich-Bezug in dem Märchen. (scheint einigen zu entgehen)
Sie schreiben sehr klug:
Stellen Sie sich vor…SIE sind der Präsident…
Da wirken negativ gemeinte Aussagen
wie PFUI …erheiternd positiv!
Deswegen nochmal:
sehr lehrreich das Ganze…

52) Bernd J. Nink, Montag, 13. Februar 2012, 11:27 Uhr

@albertus28
“gemein,bösartig und geschmacklos !!!!!!!” ?

… wie es für den großen (?) bösen (?) geziemt.

53) Wertkonservativliberaler, Montag, 13. Februar 2012, 11:30 Uhr

Herr Spreng,

wenn Sie das noch vor der “Hart aber fair”-Sendung lesen sollten:

Bei bisherigen Sendungen zum Thema ist m.E. immer zu kurz gekommen, dass ein BuPrä eben nicht über den Gesetzen schwebt, sondern für ihn das Gesetz eben so gilt wie für jeden Bauamtsleiter, Kfz-Zulassungsstellenmitarbeiter oder Arbeiter auf einem städtischen Bauhof.

In der heutigen Printausgabe des Spiegels las ich, die StA Hannover würde von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen Wulff Abstand nehmen, da seine Karriere beendet wäre, wenn das Ermittlungsverfahren später eingestellt würde.

Das ist ein Verstoß gegen den Amtsermittlungsgrundsatz und das Legalitätsprinzip!

Der rechtsstaatliche Weg müsste dieser sein:

- Antrag der StA Hannover auf Aufhebung der Immunität des BuPrä wegen eines Anfangsverdachts gegen Wulff nach § 331 ff. StGB.

- Nüchterne Durchführung eines Ermittlungsverfahrens.

- Einstellung oder Fortführung des Verfahrens.

Ganz emotionslos, so wie dies bei jedem anderen Staatsbürger/Amtsträger auch geschähe.

Es ist schade, dass offenbar auch bei der heutigen “Hart aber fair”-Runde kein Strafrechtler (egal, ob Strafrechtsprofessor, Staatsanwalt, Strafverteidiger) anwesend ist.

Bitte Herr Spreng, es wäre schön wenn Sie diesen Gedanken – vor dem Gesetz müssten alle gleich sein – einbringen könnten.

Danke schön.

54) Wertkonservativliberaler, Montag, 13. Februar 2012, 11:44 Uhr

Nachtrag zu meinem vorigen Beitrag::

Sehe gerade, dass neben Oppermann auch ein ehemaliger Steuerfahnder Gast der Sendung ist; das dürfte spannend werden.

55) H.F., Montag, 13. Februar 2012, 11:59 Uhr

Hallo Herr Spreng,

das, was Sie da schildern, mag die eine Seite der Geschichte sein. Die kennen wir inzwischen zur Genüge. Aber vielleicht gibt es noch eine andere Seite. Eine, die sich nicht aus der Sicht des Politikers im Glück darstellt, der aber leider keine besondere Gestaltungsfähigkeit besitzt und den man vielleicht mal irgendwo hinschieben kann. Vielleicht, damit eine unbequemere Person verhindert wird. Manchmal soll es ja ganz gut sein, wenn die Alpha-Position nicht so offensichtlich ist. Und wenn der Stuhl mit dem Schild:

-> Hier sitzt das Alphatier <-

mit jemandem besetzt wird, der dem wirklichen Alphatier einen gewissen Schutz durch Desinformation bietet.

Natürlich gehört es dazu, dass man Betatieren oder Gammatieren nicht das Gefühl gibt, dass sie komplett fehl am Platz sind. Zumal man solche Personen im Fall der politischen Notwendigkeit auch leicht wieder abschießen kann. Alles in allem sind nützliche Idioten, wie das Wort schon sagt, recht nützlich, wenn man sie geschickt einsetzt. Gestaltungsspielraum für Gestalter.

So eine Geschichte würde ich auch gerne mal lesen.

56) Werner Berger, Montag, 13. Februar 2012, 12:10 Uhr

Hallo, Herr Spreng,

lassen Sie sich nicht vom Vorwurf des “Abkupferns” irritieren.
Das Urheberrecht kennt so etwas wie eine “Doppelschöpfung”, wobei dann beide Verfasser an ihrem eigenen Werk das Urheberrecht haben. Dass zu einer tagesaktuellen Angelegenheit verschiedene Autoren zu inhaltlich ähnlichen Ausführungen kommen, ist ja nichts Ungewöhnliches, zumal die zugrundeliegenden Fakten sattsam bekannt sind.

Gefallen hat mir Ihr Artikel deswegen aber nicht.

Und zu Ihrem Auftritt bei Lanz:
Mag sein, dass ein Politiker, der immer viele Leute um sich herum hat, nie mehr als 50 EUR Bargeld dabei hat. Im Urlaub, wo er wohl auch ohne Leibwächter unterwegs war, kann etwas ganz anderes gelten. Der Umstand, dass Groenewolds Kreditkarte schon bei Buchung belastet wurde, Wulff selbst also gar nicht an das Hotel zahlen konnte (bar oder per Karte), fiel bei Ihnen “leider” unter den Tisch. Man wird sehen, ob Wulff die Nebenkosten im Hotel tatsächlich selber bezahlt hat.
Der Vorwurf der “Vertuschung” ist die typische Skandalisierung: es ging Groenewold nur darum, Kopien der Belege zu erhalten. Dauerhaft “vertuschen” ging doch überhaupt nicht. Das Hotel hat dazu ja auch Stellung genommen.
Mit der Behauptung einer offensichtlichen Schutzbehauptung ist bei Gericht kein Blumentopf zu gewinnen, zumal abzusehen ist, dass Wulffs Ehefrau die Barzahlung bestätigen wird.

Viel Spaß bei Plasberg.
Peter Hintze hat mir bei Jauch übrigens sehr gut gefallen. Fakten statt diffuser Vorwürfe.

57) Jan, Montag, 13. Februar 2012, 12:15 Uhr

zu 53) wenn folgender absatz wirklich stimmt:

“In der heutigen Printausgabe des Spiegels las ich, die StA Hannover würde von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen Wulff Abstand nehmen, da seine Karriere beendet wäre, wenn das Ermittlungsverfahren später eingestellt würde.”

dann können wir nur froh sein, dass herr wulff nicht wegen größerer vergehen verdächtigt wird. für mich ist das der absolut falsche ansatz. wenn ein verdacht besteht MUSS ermittelt werden – so wie bei jedem kleinen bürger auch.

ansonsten haben wir hier bald italienische verhältnisse…

will die jemand??? (außer dem leckeren essen und dem schöneren wetter)

58) ThomasS, Montag, 13. Februar 2012, 12:15 Uhr

Hoffentlich, liest Hr.Wulff diesen Artikel auch,das kann ihm nur gut tun.
Sein Berater ist Peter Hintze,der katholische CDU-Dummschwätzer? Ich glaube es einfach nicht.

59) m.spreng, Montag, 13. Februar 2012, 12:26 Uhr

@ 58) ThomasS

“Dummschwätzer” halte ich für eine Grenzverletzung. Und katholisch ist Herr Hintze auch nicht.

60) sk8erBLN, Montag, 13. Februar 2012, 12:29 Uhr

Grandioser Artikel Herr Spreng, vielen Dank!
Das bleibt wohl mein kürzester Kommentar in Ihrem Blog, denn es gibt dem rein gar nichts weiter hinzuzufügen!

61) Wertkonservativliberaler, Montag, 13. Februar 2012, 12:35 Uhr

Nachtrag zu Nr. 21:

Hier noch der Link zu dem FAS-Artikel, aus dem ich – aus der Printausgabe – zitierte, zum kompletten Nachlesen:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/david-groenewold-ein-freund-ein-guter-freund-11646110.html

62) Wertkonservativliberaler, Montag, 13. Februar 2012, 12:38 Uhr

Nachtrag zu meinem Beitrag Nr. 21:

Hier noch der Link zu dem FAS-Artikel, aus dem ich – aus der Printausgabe – zitierte, zum kompletten Nachlesen:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/david-groenewold-ein-freund-ein-guter-freund-11646110.html

63) M.W., Montag, 13. Februar 2012, 12:41 Uhr

Lieber H. Spreng,
wenn Sie heute bei H. Plasberg wieder mittalken, sollten Sie bezüglich der Handyleihe und der Hotelbezahlung durch H. Gronewold 2005/2006 die Frage aufwerfen, ob H. Wulf nicht zu diesem Zeitpunkt – noch “glücklich” mit seiner damaligen Frau verheiratet – das Handy sich von H. Gronewold nur darum verschaffte, um sein gleichzeitiges “Fremdgehen” mit Fr. Bettina – jetzige Wulf – nicht seiner damaligen Frau offenbar werden zu lassen. Er konnte zusätzlich schlechterdings keine Hotelrechnung über einen Flitteraufenthalt mit Fr. Bettina zufällig von seiner Frau (z.B. auf seiner monatlichen Kreditcard-Abrechnung) entdecken lassen und hat deshalb die Hotelkosten von H. Gronewold vorstrecken lassen!
Sollte sich diese Einschätzung bewahrheiten, so taugen jedenfalls diese beiden Sachverhalte nicht, dass “Freundschaftsverhältnis” zu H. Gronewald zu diskreditieren! Diskreditiert hat sich dadurch allerdings H. Wulf ein weiteres mal hinsichtlich seiner von ihm selbst öffentlich immer wieder verkündeten Moralvorstellungen bezüglich anderer Politiker!
Was sagt H. Pfarrer Hinze heute abend zu diesem Verhalten?

64) Wertkonservativliberaler, Montag, 13. Februar 2012, 12:56 Uhr

Bei anderen wird ermittelt:

“Hamburg – Nach einem Bericht des “Hamburger Abendblatts” hat die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Ersten Bürgermeister Hamburgs, Christoph Ahlhaus, eingeleitet. Demnach wird Ahlhaus Vorteilsannahme vorgeworfen. Er soll für sein Haus in einem Elbvorort keine Courtage gezahlt haben.”
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,814855,00.html

65) UDI, Montag, 13. Februar 2012, 13:37 Uhr

Die tragische Figur geht nicht von der Bühne, bemerkt dabei nicht dass die Zuschauer sein schlechtes Schauspiel nicht länger sehen möchten. Die Buhrufe sind schon längst verhallt und die Mehrheit des Publikums hat lange schon den Saal verlassen.
Einige die sich ihm noch verpflichtet fühlen, vereinzelte Grüppchen die sich nicht getrauen den Saal zu verlassen schauen seinem Laienspiel noch zu.
Schon leicht genervt versuchen sie sich nichts anmerken zu lassen.
Die spärlichen Beifallsbekundungen für den Akteur kommen aus der ersten Reihe und werden von dem Umstand getragen das die Erstbänkler die anfallenden Kosten nicht übernehmen wollen wenn das ganze schöne Stück floppt.
Dem leeren Saal ist es allerdings egal wer sich hier zum Kasper macht.

66) Katharina Sartoris, Montag, 13. Februar 2012, 13:42 Uhr

Kann Ihnen wiederum nur zustimmen lieber Herr Spreng. Habe mich der Mühe unterzogen und alle Kommentare zu Ihrem Bericht gelesen. Die sind zumindest so interessant wie Ihre Geschichte. HeikoG regt an, Sie sollten einmal etwas über die “Machenschaften” der Banken etc. schreiben. Das wäre wirklich gut und würde aus Ihrer Feder bestimmt viele Interessieren. Aber der Meinung, dann würde die Wulferzählung sich erübrigen, kann man natürlich nicht zustimmen. W.C. ist eben – wie HeikoG schreibt – keine kleine Nummer, sondern repräsentiert unseren Staat im In- und Ausland. Es genügt eben nicht zu sagen, er ist ein Mensch wie alle anderen, wie das von seinen Verteidigern ständig angeführt wird.
Ich habe da noch eine Überlegung anzumerken. Wie wäre es gewesen, er hätte sich das Bild eines großen Herrschers auf den Schreibtisch gestellt (anstelle der Bilder seiner Frauen und Kinder vermutlich) – vielleicht Alexander, Karl der Große, Friedrich II etc. um daraus Inspiration zu gewinnen? Wie ich darauf komme? Hat nicht “Mutti” ein Bild von Katharina der Großen auf dem Schreibtisch? Wieviel Anregung bezieht sie daraus, wenn Sie wieder einmal einen Widersacher entsorgt oder durch die Welt reist als bedeutende Gestalt der Geschichte? Solche “Vor-Bilder” können also durchaus ihren Nutzen haben.

67) Gregor Keuschnig, Montag, 13. Februar 2012, 13:51 Uhr

Hintze und Oppermann vermag ich nicht zu ertragen. Neulich übrigens ein schöner Artikel in der FAZ, in der vier Angehörige von Berufsgruppen über Vorteilsnahme und Geschenke sprachen: Ein Soldat, eine Krankenschwester, ein Müllmann und ein Lehrer. Im Gedächtnis geblieben ist mir die Aussage des Müllmanns. Er darf nur 5 Euro Geldgeschenk annehmen. Wenn der dreiköpfigen Mannschaft also ein 20er zugesteckt wird, müssen die 5 Euro zurückgeben. Es ist geradezu eine Verhöhnung in diesem Kontext immer neues über den Bundes-Sauerland Wulff zu vernehmen.

68) Maren P., Montag, 13. Februar 2012, 14:06 Uhr

Jeder Mensch, der sich in der Wulff-Affäre die Frage nach dem ‘Warum’ stellt, stößt früher oder später auf seine Psyche, seine Sozialisation und das Gleiche noch einmal bei seiner zweiten Frau. Deshalb ist Ihr modernes Märchen, Herr Spreng, sehr treffsicher und unterhaltsam, aber noch nicht ganz rund. Es fehlt die Erzählung über die Frau mit der Fähigkeit, einen Mann stark zu machen. :-)

Das fünfte W kommt ja bei Journalisten seriöserweise zwangsläufig. Deshalb ist es auch nur eine Gleichzeitigkeit, mit bekannten Fakten eine Geschichte zu erzählen, die Sie und Kurbjuweit verbindet. Ich gratuliere Ihnen dazu – obwohl ich das Thema nicht mehr hören kann. Sie haben es mir wieder interessant gemacht.

69) Olaf Jochens, Montag, 13. Februar 2012, 15:00 Uhr

alles was Sie geschrieben haben, hat Peter Hintze gestern bei Jauch indirekt bestätigt. Vermutlich will er sich selbst als Wulff-Nachfolger empfehlen.

Vielen Dank für den kurzweiligen Artikel, der sich 100 %ig mit meinen Beobachtungen deckt.

70) Frankilein66, Montag, 13. Februar 2012, 15:06 Uhr

@ m.spreng

Wirklich ein starkes Stück von ihnen!

Das der Kommentar von Kurbjuweit eine gewisse Ähnlichkeit mit ihrem Märchen aufweist, liegt am Verhalten von Herrn Wulff, es fordert diese publizistische Aufbereitung geradezu heraus! Ich bin aber auch der Meinung, dass es damit nun mal gut sein muss, irgendwann machen sich die Kommenatoren dann noch lächerlicher als Wulff, selbst wenn das schwer möglich ist.

71) Roger Gerhold, Montag, 13. Februar 2012, 15:11 Uhr

Statt vieler Worte – Klasse, Herr Spreng.

72) wschira, Montag, 13. Februar 2012, 15:25 Uhr

@59) m.Spreng

Sehr geehrter Herr Spreng, ich bin auch schon einmal wegen dieses Begriffes in Ihre Kritik geraten und bemühe mich seitdem, ihn in Ihrem Blog nicht mehr zu benutzen. Ich muss aber ehrlich sagen, bei den Tiraden des Herrn Hintze sind mir noch ganz andere Begriffe in den Sinn gekommen.

@58) ThomasS

Wie Herr Spreng schon sagte, ist Herr Hintze nicht katholisch, kann er nicht sein, denn er ist evangelischer Pfarrer. Aber insofern vergeht er sich ständig an seinem Glauben :-)

73) peterpan4670, Montag, 13. Februar 2012, 15:39 Uhr

Sehr schöne Geschichte! Auch im Vorgriff auf die Sendung am Mittwoch mit dem Thema: Ist Wulff eine Zumutung?!

Es geht m.E. nicht darum, ob Christian Wullf eine Zumutung ist, oder nicht. Es geht auch nicht um Stil-Fragen, Schnorrerei oder Ungeschicklichkeiten. Sondern es geht um vorgeworfene Rechtsverstöße, die staatsanwaltlich zu untersuchen wären. Dass solche Untersuchungen unterbleiben, das ist der Skandal.

Warum ermittelt die Staatsanwaltschaft in Niedersachsen denn gegen Olaf Glaeseker, nicht jedoch gegen Christian Wullf? Wir leben in einem Rechtsstaat und es gilt “Gleichheit vor dem Gesetz”.

Insofern stimme ich dem o.g. Beitrag der Nummer 53 zu. Wenn es stimmt, was aus dem SPIEGEL zitiert wird, dass die Staatsanwaltsschaft DESHALB nicht gegen Wulff ermittelt, weil diese Ermittlungen Wulff das Amt kosten könnten, egal ob an den Vorwürfen etwas dran ist oder nicht, dann wäre das ein Skandal. Mit dem Argument könnte Wulff ja jedweder Strafverfolgung entgehen, egal welche Vorwürfe im Raum stehen.

74) Thorsten, Montag, 13. Februar 2012, 15:59 Uhr

Hallo Herr Spreng,

falls Herr Hintze heute abend bei Plasberg wieder behauptet „Alle diese Vorwürfe sind bisher widerlegt.“ fragen Sie ihn doch bitte einmal, warum denn Herr Wulff – trotz seiner vollmundigen Ankündigung („ … jede Bürgerin, jeder Bürger jedes Detail …“) im TV-Interview im Dezember und entsprechender konkreter Anfragen von einigen Journalisten – noch nicht einmal den für die Bewertung entscheidenden Zinsaufschlag beim Geldmarktdarlehen der BW-Bank offen gelegt hat.

75) Quante, Montag, 13. Februar 2012, 18:18 Uhr

sehr geehrter Herr Spreng,
das hier ist kein Kommentar, sondern eine Bitte!
Können Sie nicht helfen oder beratend tätig werden, um eine solche Aktion wie in Duisburg ins Leben zu rufen? Ein moralischer Aufstand gegen Herrn Wulff!!
Es darf doch nicht sein, dass so ein Charakter das Höchste Amt im Staate bekleidet.

Übrigens hat Herr Wulf als Bundespräsident bei der Trauerfeier für die Loveparade in Duisburg dem O.B. aus moralischen Gründen nicht die Hand gegeben und seinen Parteifreund Sauerland geschnitten. Viel Duisburger Bürger fanden das unverschämt.

mfG

H.J. Quante

76) marcpool, Montag, 13. Februar 2012, 18:51 Uhr

@ 57 Jan ” ansonsten haben wir hier bald italienische verhältnisse… ”

Ja weil das so ist, fährt ( besser er upgradet sich – fliegt ) unser BuPrä auch jetzt erst mal – auf Kosten unserer Rechnung – nach Italien .
Und weil das so schön ist – wird er jetzt wohl nur noch verreisen , da muss er sich das deutsche
” Gequängel ” nicht mehr antun . Nach seiner und Peter Hintze´s Einstellung darf dann sowieso kein Journalist etwas ( anrüchiges ) schreiben – weil er ja im Ausland weilt !

Eine Abwahl – wie bei seinem Parteikollegen Sauerland geht ja nun nicht !

Aber was sagte Herr Wulff -da war er ja schon Präsident ” in einer anderen Liga ” :

” Bundespräsident Christian Wulff hat sich nach der Katastrophe bei der Duisburger Loveparade indirekt für einen Rücktritt des Oberbürgermeisters Adolf Sauerland ausgesprochen. Zwar gelte jeder als unschuldig, dessen Schuld nicht bewiesen sei, sagte Wulff der „Bild am Sonntag“.
„Doch unabhängig von konkreter persönlicher Schuld gibt es auch eine politische Verantwortung.“ Das werde der Bürgermeister abwägen müssen.” – Tolle Partei die CDU !
Man beachte auch – da war das Verhältnis auch zur BamS noch vorzüglich !

77) fh, Montag, 13. Februar 2012, 19:56 Uhr

Wunderbarer Artikel! Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass Schwiegermuttis Liebling sicherheitshalber ja erst als Ministerpräsident zurück getreten ist, nachdem er gewählt war. Ach, was für ein heldenhaftes kleines Licht.

78) Gregor Samsa, Montag, 13. Februar 2012, 19:59 Uhr

Getroffen – und versenkt!

P.S. Auch das Zweithandy passt ins Mosaik. Da muss man erst mal drauf kommen!

79) Joachim Geyer, Montag, 13. Februar 2012, 20:22 Uhr

Lieber Herr Spreng,

wie die meisten ihrer Artikel, auf die ich immer gespannt bin, sehr kurzweilig und im Kern wahrhaftig. Auch wenn mir der Christian Wulff in gewisser Weise leid tut. Auf der anderen Seite hat er in der Vergangenheit gegen politische Gegner auch kräftig ausgeteilt, d.h. , dass er das natürlich tun kann und tun soll, aber andererseits braucht er sich dann auch nicht wundern, wenn er auf der Seite der Geschmähten steht. Es ist schwer für ihn, die richtige Entscheidung zu treffen. Die moralisch Gute wäre zurückzutreten. Die finanziell Bessere wäre, abzuwarten und auszuharren. Irgendwann wird doch die Presse müde werden, bzw. ein medialer Knaller à la Fukushima kommt auf die Tagesordnung und lässt die Causa Wulff mit einem Schlag in Vergessenheit geraten. Mich würde die gefühlslage von Frau Wulff interessieren. Hält sie noch rückhaltlos zu ihm, oder zeichnet sie mittlerweile auch so ein Bild, wie von ihnen im Leitartikel beschrieben? Sie ist ja auch nicht von gestern!

Mit besten Grüßen,

Joachim Geyer

80) Andronico, Montag, 13. Februar 2012, 20:27 Uhr

Ein Artikel, der ebenso viel über den Autor verrät wie über den Beschriebenen.

81) Madga, Montag, 13. Februar 2012, 21:28 Uhr

Ach Gott, machts Spaß? So auf der Jagd und ganz ohne Risiko. Wo alle draufpinkeln was ist daran noch mutig zu enttarnen, außer “persönlich” zu werden.
Sie sind auch nur die Meute, Herr Spreng und ich nehme stark an, dass das auch was bringt.

82) Wertkonservativliberaler, Montag, 13. Februar 2012, 22:27 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

ich danke Ihnen für Ihre heutigen Bemühungen bei der heutigen “Hart aber fair”-Sendung.

Ich bin dennoch sehr enntäuscht, auch von diesem ARD-Forma, welches doch den Blick auf das Wesentliche gar nicht leistet: §§ 331, 258 a StGB, § 152 Abs. 2 StPO.:

Der heute Vormittag auf der “Hart aber fair”-Homepage anvisierte ehemalige Steuerfahnder war in der Sendung nicht anwesend; die Causa “Filmfondsmanager Groenewold – Landesbürgschaft” wurde kaum erwähnt, geschweige denn ausgeleuchtet.

Künftiger moralischer und anti-korruptiver Standard sind also Aussagen wie die von Hintze und Daimagüler?

Die Krux ist: es müsste eben überhaupt ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen Wulff wg. Anfangsverdachts nach § 331 StGB geben, wie es gegen jeden anderen Amtsträger Usus wäre.

Ich bin völlig frustriert. Ich werde noch heute abend per Fax meinen Austritt aus der CDU erklären.

Dieses Land ist nicht weniger korrupt als Griechenland oder Italien. Es ekelt mich an.

83) Bernhard Paul, Montag, 13. Februar 2012, 23:31 Uhr

Lieber Märchenonkel Michael Spreng,

Sie sollten öfter Märchen erzählen. Warum haben die Menschen früher Märchen erzählt? Um die Wahrheit unters Volk zu streuen.

Das ist übrigens auch klasse Journalismus. Diese Bilder-Sprache – kann jeder nachvollziehen. So ähnlich, wie in Ihrem Märchen, ist mir die Geschichte des Wulff auch schon durch den Kopf gewabert: Armer Junge aus kleinen Verhältnissen entdeckt die große Glitzerwelt und niemand warnt ihn, dass er darin nur verlieren kann, wenn er sich mit ihr einlässt.

Zudem gibt #29 Erika einen wichtigen Hinweis, denke ich: Erst mit der zweiten Frau nahm Wulff die Fahrt ins Ungewisse auf.

84) HaJo 46, Montag, 13. Februar 2012, 23:38 Uhr

Gute und treffende Analyse.
Aber der Goldklumpen nur Talmi?
§ 1 des Gestzes über die Ruhebezüge des Bundespräsidenten lautet:
“Scheidet der Bundespräsident mit Ablauf seiner Amtszeit oder vorher aus politischen oder gesundheitlichen Gründen aus seinem Amt aus, so erhält er einen Ehrensold in Höhe der Amtsbezüge mit Ausnahme der Aufwandsgelder.”

Ein gesundheitlicher Grund (“vegetative Dystonie, Schwindelgefühl”) lässt sich als Folge der “Treibjagd” sicher finden. Am besten noch sehr deutlich vor den Wahlen in Schleswig-Holstein und dem Saarland, dann gelten noch die alten Mehrheiten.
Unbeschadet dessen bestehen auch noch gegen das Land Niedersachsen Versorgungsansprüche, die aufzurechnen wären.

85) romeias47, Montag, 13. Februar 2012, 23:41 Uhr

Danke Herr Spreng, dass Sie heute bei Hart aber fair daran erinnert haben, dass ein Politiker, der ernst genommen werden möchte, auch den Souverän Bürger ernst nehmen sollte. Die Bargeld-Story ist an Fadenscheinigkeit wirklich nicht zu überbieten.

Mich wundert jetzt schon, wen Frau Merkel – im Falle seines Falles – aus dem nicht vorhandenen Hut zaubert. Dass ihr die Bellevue-Malaise nicht stärker angelastet wird (nur Stuckrad-Barre hat das angesprochen) wundert mich sehr. Wohl ein Teil des Teflon-Phänomens.

Mit dem anderen Medien-Dauerbrenner – Eurokrise/Griechenland – hat die Causa Wulff gemeinsam, dass die gesetzlichen Grundlagen nach dem Motto “Kein Weg zurück” verfertigt wurden. Hoffentlich lernt man daraus: Was schief gehen kann, geht schief – irgendwann.

Einige Kommentare hier haben auch bei mir die Erinnerung an Wulffs Reaktion auf Sauerlands Haltung zum Thema Verantwortung wachgerufen. Das sollte von den Medien aus aktuellem Anlass noch ein paar mal eingespielt werden – vielleicht fällt noch der eine oder andere Groschen.

Hinze muss ich für seine “Unbeirrbarkeit” schon fast bewundern. Trotzdem finde ich, dass ein Ministerpräsident bzw. Bundespräsident einen Sicherheitsabstand zu den kritischen Polen bürgerlicher Freiheit halten und nicht ständig substanzmindernde Reibung in Kauf nehmen sollte – ganz unabhängig, ob ein Vorgang justitiabel werden könnte. Manche haben dieses Bauchgefühl, Wulff hat’s ganz offensichtlich nicht.

86) Thor, Dienstag, 14. Februar 2012, 00:12 Uhr

Ich finde diese “jetzt muss aber langsam mal gut sein”-Bemerkungen einiger Kommentatoren hier reichlich ärgerlich, ja geradezu dumm. Unsere Demokratie befindet sich – zumindest was die Wahlbeteiligung angeht – in einem steten Sinkflug. Grund dafür ist (unter anderem) eine echte Politikerverdrossenheit, die natürlich auf Geschichten wie dieser hier fußt (und Schröder/Gazprom, betrügerischen Möchtegern-Dottores, Duisburger-OBs, Hotelsteuersenkungen und vielen, vielen mehr).
Wer dagegegen nicht anschrei(b)t, sondern schweigend oder achselzuckend erträgt, fördert nur eines: Dass es die NPD wegen mangelnder Wahlbeteiligung Jahr für Jahr leichter hat, in Parlamente zu kommen.
Wie sagte schon Erich Kästner: „An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern.” (via Dresdner Staatstheater)

87) Wertkonservativliberaler, Dienstag, 14. Februar 2012, 00:33 Uhr

Nachtrag 82: Ich melde Vollzug. Austritt aus der CDU.

88) peterpan4670, Dienstag, 14. Februar 2012, 00:44 Uhr

Der “Sauerland-Vergleich” ist nicht schlecht, bei aller Unterschiedlichkeit, zumal in Duisburg Menschen ums Leben gekommen sind. Aber auch damals war der öffentliche Druck – m.E. zu recht – sehr groß, so dass kaum jemand damit gerechnet hat, dass sich Sauerland noch ans Amt klammert. Inzwischen wurde Sauerland von den Bürgern abgesetzt – durch einen ungewöhnlichen Kunstgriff.

Der Skandal im Falle von Wulff ist, in meinen Augen, dass der Grundsatz der “Gleichheit vor dem Gesetz” verletzt wird. Die Staatsanwaltschaft in Niedersachsen ermittelt (hart) gegen Olaf Glaeseker in einem ähnlichen Fall, nicht jedoch gegen Christian Wulff. Selbst wohlgesonnene Juristen von Gewicht haben den Eindruck, dass der Diener hingehängt werden soll, damit der Herr noch einmal entkommt.

Inzwischen könnte Christian Wulff im Schloss Bellevue wohl mit einem rauchenden Revolver in der Hand vor einer Leiche mit frischer Schusswunde angetroffen werden, keine Staatsanwaltschaft würde sich – vor dem Hintergrund dieser Medien-Kampagne – mehr trauen, Ermittlungen anzustellen.

89) horst scharnhorst, Dienstag, 14. Februar 2012, 07:14 Uhr

Diese Hetze auf Wulff ist unerträglich. Das Interesse an seinem “Alltags-Skandal” liegt offenkundig daran, daß das ganze Volk wie ihr Präsident handelt. Hier die Bonus-Meile, dort der 50% Vorteilskauf, die Jagd um die Abwrackprämie. Aldi und Media Markt haben das Volk im Griff und der geschiedene Familienvater macht lustig mit. Jeder der Nörgler hätte gerne selbst die 200.000 Euro pro Jahr fürs Nichtstun eingestrichen. Und jeder der Nörgler kämpft selbst ums tägliche Überleben im Turbokapitalismus.

Das zur Luxusherberge stilisierte Hotel Stadt Hamburg in Westerland ist – wer es kennt – ein ordentliches Jedermann Haus, das üblicherweise vom Metzger aus Herne bevölkert wird. Wo nichts ist, kann nichts sein.

Also: Halte durch, Christian! Denke nur an Dich, wie die von Dir repräsentierten Bürger ebenfalls nur an sich denken! Mach es wie die Bundeskanzlerin, die auch nur an sich denkt. Mach es wie Dein Volk. Das Volk der Schnäppchen-Jäger. Der Fall Wulff ist kein Fall für Staatsanwälte sondern für Soziologen.

90) Mark, Dienstag, 14. Februar 2012, 07:21 Uhr

@ 84) HaJo 46, Montag, 13. Februar 2012, 23:38 Uhr

> Aber der Goldklumpen nur Talmi?

Nun ja, nicht in physikalischer Hinsicht, aber eben in moralischer. Die in dem “Märchen” skizzierte Person strebte ja nicht einfach nur nach dem Reichtum – dann hätte der Protagonist ja auch Investmentbanker oder erfolgreicher Anwalt werden können. Nein, er wollte mehr: Er wollte breite Anerkennung, Liebe, Achtung.

Nun mag er zwar am Ende mit einem überaus fürstlichen (und unverdienten!) Salär von 200.000 Euronen pro Jahr nach Hause gehen (und ich halte es durchaus für möglich, dass er noch andere Ruhebezüge einklagt, weil er den Hals nicht vollbekommen kann), aber eines hat er eben NICHT bekommen: Breite Anerkennung, Liebe, Achtung. Das hat er für lange Zeit verspielt.

Nicht umsonst wird in diesem Zusammenhang immer auch der Fall KTzG genannt, der sich ebenfalls für lange Zeit für unantastbar hielt. Wir wissen, was geschah.

91) StefanP, Dienstag, 14. Februar 2012, 09:25 Uhr

Nach der gestrigen Sendung von “Hart aber fair” gewinne ich zunehmend den Eindruck, dass sich die Parteien verheddern. Insbesondere die Verteidiger von Christian Wulff, von denen es ja nicht mehr sehr viele gibt, haben daran ein großes Interesse. Tatsächlich handelt es sich bei der Causa Wulff um eine Aufsummierung kleiner und kleinster Affären, bei denen der Beschuldigte meint, sich mit arg verquorenen Spitzfindigkeiten herauslavieren zu können. Das ist fast immer die falsche Taktik.

Tatsächlich hat der Bundespräsident von sich somit das Bild eines kleingeistigen, kleinbürgerlichen Schnäppchenjägers und Schlitzohrs erzeugt. Das macht ihn in den Augen seiner Mitbürger weiterhin sympathisch. Gleichzeitig wissen die Bürger jedoch auch, wie sie damit ihr Staatsoberhaupt zu nehmen haben, nämlich ihm nichts mehr zu glauben.

Christian Wulff, das wurde leider in den letzten Wochen nur allzu deutlich, ist einzig ein Interessent seiner selbst. Man erinnere sich, wie geradezu verzweifelt er 2003 darum gekämpft hat, ein drittes Mal nach zwei vergeblichen Anläufen CDU-Kandidat für das Ministerpräsidentenamt in Hannover zu werden. Ungefähr ein halbes Jahr vor der Wahl lag er deutlich hinter dem Amtsinhaber Sigmar Gabriel zurück, es sprach wenig dafür, den Osnabrücker erneut zu nomminieren. Christian Wulff hatte Glück, er gewann dank der Zerstrittenheit der SPD (“1% Vermögensteuer für 100% Bildung”)und sinkender bundesweiter Umfragewerte für die Kanzlerpartei ein eigentlich aussichtsloses Rennen ohne Programm.

Damit hatte der Niedersachse viel für sein Selbstwertgefühl getan, das er mit einem neuen Luxusweibchen an seiner Seite weiter hob. Bettina Wulff hat viel Klasse und Austrahlung, und das ist nicht politisch gemeint. Ob Wulff an so eine Frau gekommen wäre ohne Titel, eine Frau, die viel Wert auf Stil, Exklusivität und Etikette legt, darf bezweifelt werden.

Doch damit hatte der CDU-Politiker ein entscheidendes Problem, nämlich sein Einkommen. Wie Jan Fleischhauer auflistet, dürfte dieses nach Abzug der Unterhaltskosten lediglich noch bei 3.000 EUR netto gelegen haben, zu wenig, um große Sprünge zu machen und nur ausreichend, sich davon ein Haus zu leisten, wenn man auf alle sonstigen Ansprüche verzichtet. Dazu war, dazu konnte Wulff mit der schönen, aufregenden Bettina an seiner Seite nicht bereit sein.

So entstand der Rabattjäger Wulff, der Moral den Großen predigt, weil er selber klein ist.

92) sk8erBLN, Dienstag, 14. Februar 2012, 09:51 Uhr

In der FAZ gibt es heute eine sehr wichtige Nachkritik zu “Hart aber fair”.

FAZ.NET-Frühkritik
Wulffs Zeremonienmeister
14.02.2012 · Von Peter Hintze ist Christian Wulff gut beraten. Bei „Plasberg“ verteidigt er ihn so geschickt wie unverfroren. Die Debatte zeigt, wie Wulff die Medien zur systematischen Irreführung benutzt.
Von FRANK LÜBBERDING

Sehr beachtenswert und auf den Punkt gebracht.
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/faz-net-fruehkritik-wulffs-zeremonienmeister-11648770.html

93) HaWe, Dienstag, 14. Februar 2012, 10:18 Uhr

Lieber Herr Spreng,

ich habe beide Artikel gelesen und finde beide sehr treffend. Ihrer ist noch etwas humorvoller, satirischer und bissiger als der von Herrn Kurbjuweit.

Mich treiben folgende Gedanken um:
Bei meiner Hausbank, bei der ich seit über 40 Jahren Kunde bin, habe ich 2 Kredite laufen: einen über 25 Jahre mit variablem Zinssatz, z. Zt. 5,38%, einen über 5 Jahre mit festem Zinssatz von 9,0%. Auch hin- und wieder eingeholte Vergleichsangebote ergaben das meine Bank für mich immer die günstigsten Konditionen bot.
Da es sich bei dem Kredit unseres BP (0,9 – 2,1%) um normale Konditionen handeln sollte habe ich mich und meine Hausbank gefragt ob ich nicht zu viel bezahle.
Das Ergebnis können Sie sich vorstellen: wir haben gemeinsam schallend gelacht.

Mit freundlichem Gruss
HaWe

94) Quante, Dienstag, 14. Februar 2012, 10:28 Uhr

Der Rücktritt von Herrn Wulff ist doch nur noch eine Frage der Zeit, und das ist gut so!
Ein Bundespräsident, der aus eigenem Verschulden in der Öffentlichkeit so als charakterlose Witzfigur dasteht, ist untragbar.
Das sollten auch die CDU Granden langsam erkennen.

95) Christian Erhart, Dienstag, 14. Februar 2012, 10:33 Uhr

Ich als Schweizer, habe da ja einheitlich nichts zu kommentierend, uneigentlich muss ich immer wieder lachen wie sich bei der aktuellen Diskussion immer wieder Leute auf die Seite von Wulff stellen und sich so schusselig anstellen. Genau so schusselig wie Wulf selbst. Wulff hat ja im eigentlichen Sinn kein Dreck am Stecken, es sind allerdings so viele kleine Dreckelein das es reicht.

96) HaWe, Dienstag, 14. Februar 2012, 10:40 Uhr

Nachtrag zu Kommentar 91:

Gibt es denn keine couragierten Staatsanwälte mehr?

97) EStz, Dienstag, 14. Februar 2012, 11:08 Uhr

86) Thor, Dienstag, 14. Februar 2012, 00:12 Uhr

>> Ich finde diese “jetzt muss aber langsam mal gut sein”-
>> Bemerkungen einiger Kommentatoren hier reichlich ärgerlich,
>> ja geradezu dumm.

Dass Sie Leute mit einer anderen Meinung für dumm halten, spricht nicht unbedingt für Ihre eigene Intelligenz.

>> Unsere Demokratie befindet sich – zumindest was die
>> Wahlbeteiligung angeht – in einem steten Sinkflug. Grund
>> dafür ist (unter anderem) eine echte Politikerverdrossenheit,
>> die natürlich auf Geschichten wie dieser hier fußt (und
>> Schröder/Gazprom, betrügerischen Möchtegern-Dottores,
>> Duisburger-OBs, Hotelsteuersenkungen und vielen, vielen mehr).

Mal losgelöst von meiner eigenen Meinung, ein paar Gegenthesen, nur um zu provozieren.
* Stehen verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl, entscheidet Mensch in der Regel nicht zwischen “richtig” oder “falsch” (=”richtig”), sondern lediglich zwischen “einfach” und “schwierig” (=”einfach”).
* Verurteilen ist leichter als Verstehen.
* Unschuldsvermutungen zählen nicht für die Medien, wenn es der Auflage schadet.
* Menschen kommen besser mit problematischen Situationen klar, wenn Sie jemanden haben, der dafür verantwortlich gemacht werden kann.
* Ob eine Person des öffentlichen Lebens sympathisch oder fähig rüberkommt oder nicht, wird in der Regel mehr durch die Berichterstattung der Medien über deren Handeln bestimmt als über das Handeln der Personen selbst.
* 90 Prozent des Fernsehens machen dumm (auch gestrige die Plasberg-Sendung).
* 90 Prozent der Medienkonsumenten wissen zwar, dass “die Medien” manipulieren, glauben aber irrigerweise, dass das gerade bei ihnen nicht greift.
* 90 Prozent der Bevölkerung verlangen von anderen ein so vorbildliches Verhalten, wie sie es selbst nicht liefern.

Die Katastrophe von Duisburg wurde ausgelöst durch falsche Vor-Ort-Entscheidungen der Polizei aufgrund mangelnder bzw. gestörter Kommunikation. Warum soll ein OB Sauerland freiwillig dafür die Rübe hinhalten, wenn es ihn und seine Familie seine finanzielle Existenz kostet? Warum gibt es Idioten, die seine Familienmitglieder beschimpfen, die damit nun garnichts zu tun haben?

Zur Causa Wulff:
Nehmen Sie den unsäglich eitlen Stuckrad-Barre beim arroganten Plasberg. Er hat Herrn Hintze den Mund verbieten wollen, weil der schon in einer anderen Talkshow so viel geredet hat? Mit Verlaub, dafür muss man schon weit hoch droben auf einer ziemlich einsamen Wolke sitzen.

Auch Herr Oppermann: “Ich habe gelesen”, “Ich habe gehört”… Tolle Leistung für einen Politiker, den die Medien selbst schon durch den kakao gezogen ahben, erst recht für einen Juristen.

Auch Herr Spreng: Gegen Gläsecker wird ermittelt, und das ist doch der engste Mitarbeiter von…. Wie viele Ehemänner gehen fremd, ohne dass die engste Partnerin dass weiß? Das soll nicht heißen, dass die Unterstellung falsch ist, sondern nur, dass sie falsch sein kann. Deshalb taugt sie nicht zum Urteil.

Oder: Das, was man Christian Wulff vorwirft, lief während seiner Zeit als Ministerpräsident. Dennoch schreibt und sagt fast jeder: “Der Bundespräsident hat ” etc. Jeder, der das tut, manipuliert, und schreibt wider besseren Wissens die Unwahrheit. Diese Art von Berichterstattung schädigt den Ruf aller Politiker und das Amt des Bundespräsidenten.

Man mag Christian Wulff mögen oder nicht (ich mag diese glatte Art von Schwiegermutter-Typ eher nicht), und man darf mit einem Politiker seines Kalibers auch hart, aber fair ins Gericht gehen. Aber wenn irgendjemand Vorwürfe erhebt, soll er das doch bitte aufgrund von Fakten machen und diese ohne Vermutungen vortragen. Das wird dann von neutraler Stelle geprüft. Danach weiß man mehr. ALLES andere ist heiße Luft.

>> Wie sagte schon Erich Kästner: „An allem Unfug, der passiert,
>> sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die,
>> die ihn nicht verhindern.”

Das gilt ja wohl in beide Richtungen, meinen Sie nicht?

98) Wertkonservativliberaler, Dienstag, 14. Februar 2012, 11:52 Uhr

Lesenswert.

Zitat:

“(…) Aber es geht nicht nur um den Payback-Präsidenten, der im Falle des Hauskredits im Parlament Halbwahrheiten verbreiten ließ und bei der Finanzierung vom „Nord-Süd-Dialog“ log. Es geht auch darum, dass vom verschwiegenen öffentlichen Geld Bücher gekauft wurden, an denen die Frau vom Sprecher mitgeschrieben hatte. Und darum, dass diese Bücher dann auf einer Veranstaltung verschenkt wurden, die von der Bank gesponsert wurde, die später billig zur Hausfinanzierung beitrug.

Worum es geht, falls das noch jemand wissen will, lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Filz.”

aus:
http://ralfschuler.wordpress.com/2012/02/13/wieder-wulff-der-payback-prasident/

99) karel, Dienstag, 14. Februar 2012, 12:26 Uhr

Wie jede Affäre hat auch die Affäre um den Bundespräsidenten einen moralischen Mehrwert. Längst sind wir vom Zuschauer zum Richter geworden, das erklärt das große Interesse. Dabei übersehen viele nur zu gern, dass uns der Mensch Wulff viel näher steht, als uns das lieb sein kann.

Eine “Spiegel”-Betrachtung ….. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,814918,00.html

Artikel 1 GG …. “Die Würde des Menschen ist unantastbar”…….

Passt irgendwie.

100) Kids Top, Dienstag, 14. Februar 2012, 14:39 Uhr

Dieser Herr wurde in allen Medien bereits zur Genüge “durchgekaut.” Ich habe ihn immer mit Mißtrauen beobachtet, seine Körperhaltung, sein Blick und seine leeren Worthülsen. Ich habe für mich eine psychologische Analyse über ihn erstellt. Man könnte jetzt mit der “armen Kindheit” argumentieren, aber letztendlich haben wir Alle unser Leben selbst in der Hand. Nicht nur Politiker und Wirtschaftsbosse müssen m.E. “Werteorientiert” handeln, aber das ist das Problem unserer Zeit. Werte haben ihren Platz in unserer Gesellschaft – leider – verloren, es geht nur noch darum, schnell an das große Geld zu kommen, ohne Rücksicht auf Verluste. Die Problematik des “Wertewandels” ist vielschichtig und hat primär mit seinem eigenen Selbstwertgefühll zu tun. Anerkenne ich eine Person nur wegen ihres Geldes oder anerkenne ich sie wegen ihrer integren Charaktereigenschaften? Unser Bundespräsident hat diese Differenzierung leider nicht verstanden, aus diesem Grund schätze ich ihn auch nicht als sehr klug ein. Aber warten wir ab, ob es bald sichhaltige Beweise gibt, damit die causa W. endlich zum Wohle Deutschlands abgeschlossen ist.
Ihnen Herr Spreng wünsche ich alles Liebe, ich respektiere Sie sehr!

101) Olaf Jochens, Dienstag, 14. Februar 2012, 15:23 Uhr

@89) horst scharnhorst

ich halte diesen Rundumschlag für unangemessen. Bei Aldi, Mediamarkt etc. einzukaufen hat nichts ehrenrühriges. Gleiches gilt für die Abwrackprämie. Ich weiss nicht, wie Sie sich die Menschen wünschen.

Bei unserem Bundespräsidenten ist es anders. Natürlich gibt es Verhalten, welches für Politiker, besonders für Minister- und Bundespräsidenten, nicht akzeptabel ist. Ich muss die Beispiele hier nicht noch einmal aufführen. Herr Wulff muss sich an seinen eigenen Worten messen lassen. Wenn jeder Bundespräsident sein könnte, wäre dieses Amt beliebig und sollte abgeschafft werden. Wenn es allerdings mit herausragenden Persönlichkeiten besetzt wird, wird es weiterhin seine wichtige Funktion behalten. Die Kritik an Christian Wulff hängt auch damit zusammen, dass viele vorher wussten, wie er tickt und er es schon mit seiner ersten Reise zu Herrn Maschmeyer bestätigt hat. Einer der Gründe, warum er noch nicht zurückgetreten ist, ist vermutlich sein Ehrensold. Den hat er sich noch nicht verdient. Irgendwann wird er ihn erhalten, wir sollten ihn dann aber nicht mehr Ehrensold nennen. Ich schlage dafür das Wort “Rente” vor.

102) Wertkonservativliberaler, Dienstag, 14. Februar 2012, 15:40 Uhr

Das ist der Kern des Dilemmas. Und deswegen ist Wulff als Bundespräsident nicht tragbar. Es geht einfach nicht:

Zitat:
” (…) Die Wulff-Affäre ist das Thema in deutschen Behörden. Der deutsche Beamte, auch der Angestellte des Öffentlichen Dienstes, handelt, gemessen an der Praxis vieler Länder, weitestgehend korrekt. Klar, auch in Deutschland gibt es schwarze Schafe. Aber die Mehrheit der Beamten hält sich an die Spielregeln – und die sind streng.

Mit wachsender Empörung beobachten viele, wie die Justiz bislang mit dem Fall Wulff umgeht. Bis jetzt ist es nicht zu staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen den Bundespräsidenten gekommen, der gerade auf Staatsvisite in Italien ist. Das wundert etliche Staatsdiener. Denn kaum ein Beamter könnte sich im Amt halten, wenn er – wie Wulff einst als Ministerpräsident – sich von seinem Unternehmerfreund David Groenewold in ein Hotel auf Sylt einladen lässt und die Rechnung später dann in “bar” bei seinem Freund begleicht. Ein Diszplinarverfahren seitens der Behörde wäre wohl das Mindeste. “Wenn nun über Vorgänge aus der Politik berichtet wird, in der offenbar Betroffene andere Regeln für sich in Anspruch nehmen, haben viele Kollegen zu Recht den Eindruck, hier werde mit zweierlei Maß gemessen”, sagt der Bundesvorsitzende des Bundes deutscher Kriminalbeamter (BdK), André Schulz. (…)”

Quelle:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,815041,00.html

103) Wertkonservativliberaler, Dienstag, 14. Februar 2012, 15:51 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

ich vergaß, Ihnen noch eine Frage zu stellen:

Am gestrigen Vormittag war auf der ARD-Homepage von “Hart aber fair” als Gast für die abendliche Talkshow auch Frank Wehrheim, ehemaliger Steuerfahnder und Autor des Buches “Inside Steuerfahndung” angekündigt. Ich hatte mich darüber sehr gefreut, da es mich interessierte, wie ein ehemaliger Strafverfolger die Causa Wulffund die diversen Zahlungspraktiken bewertet.

Zu meiner Überraschung war Herr Wehrheim dann jedoch nicht in der Sendung.

Kennen Sie den Grund, und wenn ja, könnten Sie ihn hier benennen?

Vielen Dank im Voraus.

104) Wertkonservativliberaler, Dienstag, 14. Februar 2012, 16:32 Uhr

Mal was zum Lachen:

Oliver Kalkofe als Wulff, Deppendorf und Bettina Schausten:

http://www.bild.de/unterhaltung/leute/oliver-kalkofe/das-wahre-interview-mit-bundespraesident-wulff-22633212.bild.html

105) Hook, Dienstag, 14. Februar 2012, 16:58 Uhr

Pfarrer Hintze: er glaubt an Herrn Wulff. Hmmm, er glaubt als Prediger auch an die unbefleckte Empfängnis.

106) EStz, Dienstag, 14. Februar 2012, 17:03 Uhr

@ 45) Günter Springer, Montag, 13. Februar 2012, 09:40 Uhr

>> Gerade weil es einige wenige, auch hier in den Kommentaren,
>> gibt, die blindlinks alles, aber auch alles zu entschuldigen versuchen,
>> was dieser Mann im höchsten Amt auf dem Kerbholz hat.
>> Leider kann nicht jede Blindheit gesundet werden.

Dann machen Sie doch mal einen Blinden (=mich) sehend und legen los mit den Sachen, die er definitiv auf dem Kerbholz hat. Und um die Diskussionen abzukürzen, am besten gleich die Sachen weglassen, die da nur vermutet werden.

107) korrektor, Dienstag, 14. Februar 2012, 17:44 Uhr

Spendiere ein “en” (Frau-en) und ein “s” (.., dass). Ansonsten: Chapeau, wieder mal ein höchst gelungener Artikel, danke Herr Spreng!

108) riskro, Dienstag, 14. Februar 2012, 18:55 Uhr

75) Quante, Montag, 13. Februar 2012, 18:18 Uhr schrieb:
Zitat Anfang: sehr geehrter Herr Spreng,
das hier ist kein Kommentar, sondern eine Bitte!
Können Sie nicht helfen oder beratend tätig werden, um eine solche Aktion wie in Duisburg ins Leben zu rufen? Ein moralischer Aufstand gegen Herrn Wulff!!
Es darf doch nicht sein, dass so ein Charakter das Höchste Amt im Staate bekleidet. Zitat Ende

Ein Wunsch den wohl viele hegen auch ich. Nur was haben wir damit gewonnen, wenn Wulff zurückgetreten wird. Ich behaupte nichts. Man wird uns einen neuen Parteienpräsident präsentieren.

Der Unterschied zur Wulff-Wahl, liegt darin, dass der Kandidat diesmal nicht von Merkel, Seehofer und Westerwelle ausgehandelt wird sondern von Merkel, Gabriel ( wegen der breiten Mehrheit), Seehofer und den Clown Rösler, der immerhin eine zwei % Partei vertritt, ausgeklüngelt wird.
Qualifikation ist nicht wichtig. Breite Mehrheit umso wichtiger.

Bei dem Kandidaten wird es sich um einen abgewählten MP/Minister oder einen verdienten Parteisoldaten handeln, dem, da das Amt durch Wulff auf Dauer beschädigt, ein Gnadenbrot gewährt werden soll und wir zahlen ohne Einfluss auf die Wahl zu haben weiter.

Deshalb brauchen wir mehr direkte Demokratie. Nicht nur im Hinblick auf die Wahl des BP.

Vielleicht hat M. Spreng Einfluss darauf, dass in den entsprechenden Talkrunden solche Themen auf den Tisch kommen und Diskussionsteilnehmer Staats- und Verwaltungsrechtler sind und nicht laufend Parteimitglieder, die nur in den Runden Wahlkampf betreiben.

109) Peter Christian Nowak, Dienstag, 14. Februar 2012, 19:25 Uhr

36) HeikoG

Grundsätzlich stimme ich Ihrer Meinung zu, dass im Vergleich zu Wulff es Dinge gibt, die im Vergleich zu den Verdächtigungen im Kontext Wulff das Ausmaß an Widerlichkeit noch übertreffen.
Ein Thema nenne ich: Die systematische Begünstigung und Verdunklung von Steuerstraftaten seitens der hessischen Landesregierung und auch in anderen Bundesländern wie Bayern zum Beispiel. (Starnberger-See-Connection)
Solche Themen lassen sich auch innerhalb der Europakrise/Griechenland-Krise finden. Ganz sicher. 200 Milliarden griechischen Vermögens liegen schätzungsweise unversteuert in Steueroasen…und, und und.
Bei Wulff liegen die Dinge anders. Hier geht es um Amt und Würden. Und es geht darum, inwieweit für einen Bundespräsidenten die Unschuldsvermutung gelten kann, gelten darf, ohne dass er die Anwürfe beweiskräftig widerlegt. In der Tat, zwischen den Ereignissen Wulff und anderen sozusagen Krisen liegen Welten.
Die Vorwürfe an ihn gerichtet, sind Ausdruck seiner
Persönlichkeitsentwicklung. Zwar auch nur eine Vermutung. Aber davon gehe ich ebenso aus wie Herr Spreng.
Wulff suggeriert dem Volk, er sei einer von Ihnen, er habe Freunde, von denen er sich gerne auch mal Geld leiht, genau wie jedermann, sich einladen lässt, genau wie jedermann…usw.
Kurz, er ist einer, der genau wie alle anderen menschliche Schwächen zeigt, aber sich müht, sein Amt als Mensch und gleichzeitig guter Präsident auszuüben. Das macht ihn bei immerhin noch 50% so sympathisch, so menschlich, so authentisch.
Das könnte aber ein Trugschluss sein. Die Dinge liegen manchmal im Klein-Klein. Sie weisen auf Dinge hin, die auf den ersten Blick kein abschließendes Urteil erlauben, nicht die ganze Breitseite einer Persönlichkeit sichtbar machen, nicht die ganze Bandbreite erkennen lassen. Merkmale, die für das Ansehen eines politischen Amtes ausschlaggebend sind.
Kleine Häppchen von Vergehen, sie sind für viele irgendwie menschlich nachvollziehbar, entsprechen vielleicht eigenen Erfahrungen, und sie sind etwas, für die man zunächst annehmen möchte, so sei eben jeder. Irgendwie habe nun jeder seine „Leich´im Keller“.
Und nun stellt sich die Frage: Darf ein Bundespräsident sich diese Art der Attitude eines mit Fehlern behafteten Menschen leisten? Fehler, die anscheinend jeder machen könnte, wenn man ihn ließe?
Ist er einer, der, abgesehen von einigen Ungeraden, ansonsten ein toller Typ ist, wie es im Sprachjargon so trefflich heißt?
Wenn Vorwürfe sich aber zu einem Großen-Ganzen zusammenfügen, zu einem Großen und Ganzen werden, und das Große und Ganze sich nicht mehr mit dem Amt vereinbaren lässt, ob er nun Kanzler oder Abgeordneter, oder Minister, oder Bundespräsident ist, aus Banalitäten eine Lawine zu werden droht, dann wird auch das Klein-Klein zu einer Gefahr für Reputation, für Glaubwürdigkeit, und letztlich für das Amt selbst. Ein Bundespräsident, der Gefahr läuft aus Selbstüberschätzung und Selbstgerechtigkeit das Amt zu beschädigen, sei es aus Gründen der Scham oder der Angst vorm eigenen Absturz, sollte sich überlegen, was das für das Amt selbst, für die Zukunft des Amtes und dessen Nachfolge bedeutet.
Ein Bundespräsident muss sich gefallen lassen, mit anderen Maßstäben beurteilt zu werden. Seine Vergangenheit, seine Biographie spielen dabei eine wichtigere Rolle, als bei einem „normalen“ Bürger. Er ist halt nicht der Kumpel von Nebenan, nicht einer, der irgendwann mal beim Falschparken erwischt wurde, sondern einer, der möglicherweise im Laufe seiner politischen Karriere Dinge vertuscht, Verfehlungen begangen hat, die erst durch einen möglichen „dummen“ Zufall entdeckt werden. Wenn dem so sei, möge er zurücktreten. Und weil es dafür schon sehr spät ist, dann auch unter Gesichtsverlust.
Und wenn die Dinge aus dem Ruder zu laufen drohen, man selbst nicht mehr Herr seiner Argumente ist, weil die Beweislage sich zu verdichten droht, spätestens dann ist es vorbei mit der Authentizität. Und der nahen Bürgerlichkeit, mit all seinen menschlichen Facetten. Wenn Einreden anfangen, widersprüchlich zu werden, anfangen in skurriler Weise die Beweislage eher noch zu stützen als zu widerlegen, aus Vermutungen justitiable Beweise werden, spätestens dann ist Schluss mit Lustig. Und dann sollte es nunmehr um das Recht und der Gerechtigkeit gehen. Dann wäre der Anwalt des Staates gefragt.
Ich selbst war ein großer Skeptiker in der Causa Wulff. Ich hielt die Angriffe auf die Person hinlänglich übertrieben und vor allem, ich hielt sie nicht ausreichend genug. So wie viele hier und anderswo auch.
Das hat sich mittlerweile geändert. Noch warte ich ab, schließe auch journalistische Manipulation im Aspekt einer bestimmten Absicht ein.
Daher warte ich ab.

110) Alexander, Dienstag, 14. Februar 2012, 20:38 Uhr

@ Herr Spreng: Sehr scharfe Darstellung, die der bitteren Realität sehr nahe kommt. Inzwischen kommt mir die Causa Wullf aus den Ohren raus. Meine Frau schaut ab und zu diese schmierigen TV-Serien á la Rosamunde Pilcher etc., die ich nicht mag aber trotzdem mit ansehen “muss”. Und bei der Causa Wullf habe ich inzwischen ein ähnliches Bauchgefühl: Ich muss eine widerliche Seifenoper anschauen, ohne es zu wollen.

@ StefanP (91. Kommentar): Wie immer ein wunderbarer Beitrag von Ihnen!

Leider gibt es sehr viele Rabattjäger in der Politik. Wer mehrere Male in Berlin bei “parlamentarischen Abenden” anwesend war, die von Konzernen oder Lobbyisten-Agenturen haufenweise angeboten werden. der weiss, dass ein sehr hoher Anteil der Bundestagsabgeordneten solche Vergünstigungen wie etwa kostenlose Hotelübernachtungen, Informationsreisen etc. sehr freudig in Anspruch nehmen.

111) Alexander, Dienstag, 14. Februar 2012, 20:40 Uhr

Achja, gibt es eigentlich noch Politiker mit Format, Intelligenz und Standvermögen, die ihren Wähler auch einmal unangenehme Wahrheiten sagen? Und die nicht gleich beim ersten Windstoß im Blätterwald umfallen? Und die nicht auf kostenlose Hotelübernachtungen finanziert durch Konzerne stehen?

Ich bitte um Nennung geeigneter politischer Persönlichkeiten!

112) Katja Neutze, Dienstag, 14. Februar 2012, 22:23 Uhr

Die beste Kolumne, die sie jemals geschrieben haben. Nicht nur inhaltlich absolut treffend, sondern aufgrund von Sprache und Stil dermaßen gut zu lesen, das es trotz des für Deutschland traurigen Themas eine echte Freude ist. Herzlichen Glückwunsch!

113) Petra, Dienstag, 14. Februar 2012, 22:45 Uhr

Danke für das einleuchtende Märchen! … das eigentlich keins ist, denn nichts an ihm scheint frei erfunden.

Ich merke, wie es mir immer schwerer fällt, das Verharren des Präsidenten in seinem Amt noch zu ertragen. Ja, er hat es “in Geiselhaft genommen, er gibt es nicht mehr her” (Höhler). Wenn ich in dem Märchen lese, in welcher Form sich der Hans gegenüber Journalisten “den Frust von der Seele” geredet hat, überkommt mich eine neue Welle der Übelkeit.

Vorgestern hat Hinze bei Jauch gefühlte 90% der Sendezeit damit ausgefüllt, das unehrliche, eigennützige und gewissenlose Verhalten Wulffs zu verteidigen und die offensichtliche Vorteilsannahme einfach zu leugnen. Ungebremst und ohne Scham. Gestern bei Plasberg wiederholt er seine Wort-Inhaltshülsen ebenso ausufernd. (noch einmal kann ich mir den nicht anschauen!)

Die Staatsanwaltschaft verweigert die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens.
Das ist einfach empörend!

Ich hatte im Zusammenhang mit der Affäre echte Dejà-vu-Erlebnisse.

Erst bekundet Wulff die große Unterstützung, die er von seiten der Bürger erfahren habe (schon deretwegen kann er nicht einfach zurücktreten…) – und dann bekundet Sauerland seine große Überraschung über seine Abwahl trotz seiner politischen Erfolge. – Der Realtät entrückt…!

Erst stürzt Schettino ins Rettungsboot – und dann zahlt Wulff dem Groenewold die spendierten Hotelkosten zurück. – Der Wahrheit entrückt…! (und der Einschätzung unseres Blödheitsgrads)

Mir ist einfach nur noch schlecht.
Wenn Wulff die Amtszeit übersteht und damit auch noch den Ehrensold einstreichen darf, wird da bei mir viel Bitterkeit übrig bleiben.

114) m.spreng, Mittwoch, 15. Februar 2012, 08:41 Uhr

@ 103) Wertkonservativliberaler

Nein, leider nicht.

115) Rischeck, Mittwoch, 15. Februar 2012, 09:34 Uhr

Danke für dieses Psychogramm. Schreiben sie so etwas doch mal über “die Griechen”.

116) gabriele, Mittwoch, 15. Februar 2012, 09:38 Uhr

DRANBLEIBEN! Auf alle Fälle, dranbleiben!
… genau dem Moment, in dem die Medien nicht mehr über diese Machenschaften und
die Versuche uns für dumm zu erklären, berichten, Wulff mit dem Aussitzen durchkommt.

Sie erinnern sich an Wulff Sicherheitsspruch: Stahlgewitter..aussitzen!

Wulff -mit PR-Frau, demonstrieren ihre Sicherheit nun durch Späßle,
da sie ja mit Ex-Pfarrer Hintze glaubwürdigen “Kleriker” als Verteidiger haben!
Beispiel: (anläßlich der Italienreise des BP aus der SZ)
> Als einer der Reporter ohne jede Vorwarnung auf die Affäre zu sprechen
kommt und fragt, was es denn mit diesem und jenem Detail auf sich habe,
verziehen die Wulffs keine Miene. “Wenn es einer herausbekommt”, sagt der Bundespräsident, “dann Sie!”
Das Lächeln, das er dabei zeigt, ist das gleiche, das seine Frau wenige
Stunden später aufsetzen wird. Der von Hintze ins Spiel gebrachte Wulff-Vermerk lautet: “Bei allen Aktivitäten im Zusammenhang mit D. Groenewold bitte äußerste Zurückhaltung,
um jeglichen Anschein von Nähe zu vermeiden.” Dies hatte Wulff demnach handschriftlich auf einem Papier zu “Landesbürgschaften für die Filmbranche” geschrieben. “Hier müsste, wenn überhaupt, genau hingeschaut werden.”
Doch was bei Hintzes Beweisführung unter den Tisch fiel, ist das Datum.
Die Notiz findet sich auf einem Dokument vom 18. Mai 2009.
Sie entstand damit lange, NACHDEM eine Firma Groenewolds von einer Landesbürgschaft in Niedersachsen profitierte.
Bereits im Jahr 2006 gab es vom zuständigen Landeskreditausschuss eine Zusage über eine Bürgschaft in Höhe von vier Millionen Euro für eine Firma, an der Groenewold indirekt beteiligt war.<

117) Andy, Mittwoch, 15. Februar 2012, 09:43 Uhr

ZITAT…gibt es eigentlich noch Politiker mit Format, Intelligenz und Standvermögen, die ihren Wähler auch einmal unangenehme Wahrheiten sagen? Und die nicht gleich beim ersten Windstoß im Blätterwald umfallen? Und die nicht auf kostenlose Hotelübernachtungen finanziert durch Konzerne stehen?

Ich bitte um Nennung geeigneter politischer Persönlichkeiten!…ZITAT Ende

@Alexander:

es gab mal einen: Willy Brandt

118) EStz, Mittwoch, 15. Februar 2012, 10:27 Uhr

@ 91) Stefan P

So kenne ich Sie garnicht. In der Regel legen Sie mit sorgfältig zusammen getragenen Fakten die Phantasiewelten anderer in Schutt und Asche. Und auf einmal ein Kommentar von Beatesmund Wedefreud?

:-) Zeichen und Wunder, ich hoffe nicht, dass das Ende naht.

119) EStz, Mittwoch, 15. Februar 2012, 10:30 Uhr

105) Hook, Dienstag, 14. Februar 2012, 16:58 Uhr

>> Pfarrer Hintze: er glaubt an Herrn Wulff.

Der eine glaubt “für”, der andere glaubt “gegen”. Wer WEISS denn schon?

120) Frankilein66, Mittwoch, 15. Februar 2012, 10:42 Uhr

@ 111) Alexander

Wolfgang Kubicki!

121) Julius Census, Mittwoch, 15. Februar 2012, 10:48 Uhr

Was erwarten Sie Herr Spreng ?
Erst wird gefordert das der Staat nicht mehr regiert sondern wie ein Unternehmen “gemanagt” wird. Das mehr “dynamik” in die Wirtschaftsprozesse eingebracht wird. Man braucht “gut vernetzte” Entscheidungsträger. “Kürzere Entscheidungswege” war doch mal das Schlagwort.
Vorfahrt für jeden der “Wachstum” verspricht.
Und jetzt wird das als Korruption dargestellt ?
Ich mochte Herrn Wulff noch nie. Aber wenn ich mir die Vorwürfe an Ihn so anschaue so sind das wirklich Peanuts gegenüber das was man anderen politischen “Schwergewichten” nachsagt.
Ich glaube eher das Herr Wulff der Einen oder Anderen überzogenen Rückforderung von Gefallen eben nicht im erwarteten Masse nachgekommen ist. Und deshalb muss er jetzt (politisch) sterben.
Aus dem Grunde bin ich für die strikte Trennung von Kirche und Staat. Auch der Neoliberalen …

122) lebowski, Mittwoch, 15. Februar 2012, 10:49 Uhr

Bei der Gelegenheit sollte man mal darauf hinweisen, dass jemand wie der Ex-BP Walter Scheel niemals in einer Flugklasse Platz genommen hätte, die man noch hätte upgraden können.
Wulff hat seine kleinen Ausflüge ins Luxusleben immer so verschämt ins Werk gesetzt wie jemand, der genau weiß, dass er etwas Falsches tut, aber der Versuchung nicht widerstehen kann.
Scheel hat solchen Luxus einfach als sein naturgegebenes Recht angesehen und ihn sich direkt vom Staat finanzieren lassen.
Deswegen mag ich den Wulff nicht verurteilen.

123) TW, Mittwoch, 15. Februar 2012, 11:33 Uhr

Wenn es nicht täglich zum Fremdschämen einladen würde…
…könnte man glatt herzhaft lachen!
Wie lange werden wir noch von diesem Mann für dumm verkauft??

124) Kulissenschieber, Mittwoch, 15. Februar 2012, 11:52 Uhr

Danke für den amüsanten Artikel, Herr Spreng.

Ich stelle fest, dass auch hier wieder die Mär vom “aus kleinen Verhältnissen Kommenden” besteht.
Das hat Wulff auch recht geschickt lanciert. Die Wahrheit ist, dass seine Mutter Industriellentochter war und sein Vater auch nicht am Hungertuch nagte. Dass Kinder, deren Eltern geschieden sind, etwas mehr Probleme haben, sei dahingestellt. Aus kleinen Verhältnissen ist nurmehr eine weitere “wulffsche Wahrheit”.

Übrigens, gegen Rosamund Pilcher gibt es das Mittel eines Zweitfernsehers, gegen zweifelhafte Bundespräsidenten leider nicht. ;-)

125) Wölfchen, Mittwoch, 15. Februar 2012, 11:56 Uhr

Hallo,
vielleicht sollten wir Alle, die auf Grund der strengen Gesetzen gegen Vorteilsannahme im Amt verurteilt worden sind, auffordern, eine Wiederaufnahme ihres Verfahrens zu beantragen mit der Begründung, eine Gleichbehandlung mit Christian Wulff zu verlangen. Möglicherweise sieht sich die Justiz dann doch genötigt, diese Gleichbehandlung mit nur einem Verfahren zu erreichen – einem Verfahren gegen Christian Wulff

126) Werner Z., Mittwoch, 15. Februar 2012, 12:12 Uhr

Hallo Herr Spreng,

er gefällt mir…Ihr Artikel. So könnte es sich zugetragen haben, so könnte es im Inneren dieses Mannes aussehen. Doch wir sind leider nur auf Vermutungen angewiesen, da bisher kein Staatsanwalt “die Eier” hatte, Licht in das Dunkle zu bringen. Vom gesunden Menschenverstand her würde ich sagen: “schuldig, zumindestens im Sinne der eigenen Maßstäbe für Moral und Anstand” (man erinnere sich nur an seine Worte in der Affäre Glogowski), aber einen Richterspruch gibt es halt (noch?) nicht.

Eines ist aber sicher, für den Spott ist “er” selbst verantwortlich.

127) Frankilein66, Mittwoch, 15. Februar 2012, 12:23 Uhr

@ 105) Hook

Wie von Herrn Spreng weiter oben bereits mitgeteilt, ist Herr Hintze kein katholischer, sondern evangelischer Pfarrer und als solcher glaubt er wahrscheinlich nicht an die unbefleckte Empfängnis!

128) chi, Mittwoch, 15. Februar 2012, 12:51 Uhr

Das ist so köstlich, dass man garnicht aufhören möchte es immer wieder zu lesen! :-D

129) StefanP, Mittwoch, 15. Februar 2012, 12:56 Uhr

@118) EStz

Hm, den Einwand habe ich nicht verstanden. Zu Christian Wulff fallen mir, obwohl ich seine politische Laufbahn seit seiner ersten Kandidatur für das Ministerpräsidentenamt kenne, keine einzige politische Initiative ein. Zwei vergebliche Anläufe, Glück gehabt bei der Wahl (wie übrigens auch zum Bundespräsidenten, das spricht nicht gerade für einen Politiker, der so lange im Geschäft ist), leidliche Haushaltskonsolidierung in Niedersachsen. That’s it! Umso mehr ist mir der Moralist Wulff in Erinnerung – und ich kann Moralisten nicht leiden.

Nach Aufdeckung der ganzen Vorwürfe bleibt das Bild eines Mannes, der seinen Beruf einzig für für sich betreibt. Die schlechteste Motivation für jemanden, der der Öffentlichkeit dienen möchte. Da sind mir Idealisten noch lieber.

130) Silvio Tederahn, Mittwoch, 15. Februar 2012, 13:04 Uhr

Täusche ich mich oder weiß ein Politiker tatsächlich nicht worauf er sich da einlässt? So nach dem Motto “Huch – wie konnte das denn passieren – also damit hab ich ja wirklich nicht gerechnet” Sorry, das ist mir zu glatt. Ich will keine Teflon MPs und auch keine Teflonminister. Wir reden hier von Leuten von denen strategisches planbares Handeln verlangt wird, verlangt werden muss. Die sind schließlich für ein Bundesland – sogar für ein ganzes Land verantwortlich. Tauschen, mit denen? Warum nicht? Die Mitleidsschiene ist völlig deplatziert. Vor allem stehen die ja auch nicht alleine da. Die haben Anwälte, Referenten, Berater. Also bitte. Wenn man das nicht kann dann soll mans lassen.

131) Hook, Mittwoch, 15. Februar 2012, 13:14 Uhr

@ 127) Frankilein66

danke für das Schließen einer weiteren Bildungslücke. Ich bin katholisch erzogen und habe somit null Ahnung von evangelischen Riten :-)

Aber zu meinem Glück haben Sie ja das Wort “wahrscheinlich” eingefügt, somit vermute ich, dass Sie es auch nicht besser wissen. ;-) ist ja auch kein einfaches Thema mit dem “Glauben”.

132) der Bauer vom Hunsrück, Mittwoch, 15. Februar 2012, 14:13 Uhr

gibt´s wirklich nix wichtigeres als dummdümmlich die BILD-Kolumne zu erweitern?

133) Paul D., Mittwoch, 15. Februar 2012, 14:55 Uhr

Die Parallelen zu einem bekannten Politiker, sind deshalb nicht offensichtlich geschrieben, weil es eben auch gar nicht darum geht diesem irgendetwas zu unterstellen.

Genauso wie es nicht darum geht, irgendwelche Geheimnisse oder privaten Gemütszustände öffentlich zu machen.

Es geht bei diesem Text schlicht darum, dass es zu dem umschriebenem Politiker passen KÖNNTE.
Und genau das ist die Kritik.
WARUM hat Wulff noch nie klar machen können, dass er ‘ne ehrliche Haut ist? Das er ein Mensch ist, dem man solcherlei Geschichten niemals andichten könnte?

Es sind nicht die Verfehlungen des B.Präsidenten auf die gedeutet wird, es ist das Fehlen von authentischer ‘Gutherzigkeit’ Wullfs, welche im Kopf des Lesers widergespiegelt wird.

Von daher ist jede Kritik am Text und Autoren eine Kritik an Wulff, weil der Kritiker, den Text offensichtlich zu Lasten Wulffs verstanden hat ….. Weil auch der Kritiker weiss, wie unauthentisch Wulff als ‘guter Mensch’ wirkt.

So screw you h8ers xD

134) Wolf-Dieter, Mittwoch, 15. Februar 2012, 15:04 Uhr

Dickes fettes Kompliment für diesen Beitrag. Habe selten so gelacht!

135) Wertkonservativliberaler, Mittwoch, 15. Februar 2012, 17:52 Uhr

Lesenswert. Wegen geschenkter Hamburger wurde verdeckt observiert!

Natürlich müsste gegen Wulff ein Ermittlungsverfahren wg. des Anfangsverdachts nach § 331 StGB eingeleitet werden – das wäre doch auch keine Schande; anderenfalls macht sich unser Rechtsstaat unglaubwürdig:

Zitat:
” (…) Inzwischen wurde der Polizist auch befördert – mit mehren Jahren Verspätung”, berichtet Schilff von der GdP. Er habe dadurch einen Verdienstausfall in Höhe mehrerer tausend Euro erlitten. “Mir ist es wichtig festzuhalten, dass ich es richtig finde, dass es Ermittlungen gibt, wenn ein Verdacht der Vorteilsnahme besteht. Die Frage aber ist: Wie wird bei uns ermittelt – und wie wird bei Bundespräsident Wulff ermittelt? Warum wird wegen einer relativen Kleinigkeit wie einem Burger so erheblich ermittelt und beim Staatsoberhaupt so zurückhaltend?”, fragt sich Polizeigewerkschaftler Schilff. (…)”
Quelle:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,815374,00.html

Es ist dies eine Grundsatzfrage der Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetz, des auf alle Bundesbürger gleichermaßen angewendeten Amtsermittlungsgrundsatzes der Staatsanwaltschaft. So etwas zerreißt die Loyalität der Staatsbürger, warum verstehen das Parteikonservative nicht?

Meine entsprechende Anfrage an die CDU (an einen prominenten CDU-MdB) wurde beantwortet mit “Nun müssten die Reihen geschlossen bleiben.” Was für ein Quark! Ich war nicht Mitglied der CDU wegen eines Kadergehorsams und falsch verstandener Wasserburg-Mentalität! Sondern wegen glaubwürdigen Vertretens konservativer Werte.

Ein nicht-korrupter Staatsapparat mit einem in dieser Hinsicht makellosen Bundespräsidenten ist für mein konservatives Selbstbild und Selbstverständnis essentiell.

Deswegen bin ich vorgestern aus der CDU ausgetreten.

136) EStz, Mittwoch, 15. Februar 2012, 18:47 Uhr

@ 129) StefanP, Mittwoch, 15. Februar 2012, 12:56 Uhr

>> Nach Aufdeckung der ganzen Vorwürfe bleibt das Bild eines Mannes,
>> der seinen Beruf einzig für für sich betreibt. Die schlechteste Motivation
>> für jemanden, der der Öffentlichkeit dienen möchte. Da sind mir Idealisten noch lieber.

Ich mochte den Mann noch nie, hab mich hier ja auch zur Wahl des Bundespräsidenten pro Gauck geäußert. Wulff ist in meinen Augen einer, der nach oben flutscht, weil er glatt ist, ohne Ecken und Kanten, alles flutscht wie ein Zäpfchen. Das Möchtegern-Moralische hängt mir auch zum Halse raus.

Aber eben nicht nur bei ihm, sondern auch bei den anderen. Keiner von denen, die ihn verurteilen und mit denen ich sprach, konnten relevante Fakten nennen. Nur “er soll angeblich dies oder das Schlimme getan haben” oder “er hat dies und das getan, und vermutlich, weil es was Schlimmes war”. Oder: “Alle sagen, dass…”

Tschüss, Verstand.

Nehmen Sie aus der Debatte den Neid raus, dass da einer von oben auf lau ein Luxusleben geführt hat. Nehmen Sie die Süffisanz raus, dass ein alternder Politiker für eine junge, hübsche Frau seine Gattin verließ. Nehmen Sie das ganze scheinheilige Trompeten von denen Leuten raus, die sich Tag für Tag im Kleinen oder Großen genau so verhalten. Nehmen Sie die Leute weg, die nur gegen Wulff sind, weil die anderen auch gegen Wulff sind und weil es überall geschrieben steht, dass anständige Menschen gegen Wulff sein müssen.

Es mag ja alles stimmen, was über Wulff spekuliert wird (wie heißt es so schön: man traut den anderen nur die Sachen zu, zu denen man selbst fähig ist.). Ich kann weder seine Unschuld noch seine Schuld beweisen. Ich halte ihn deswegen auch weder für schuldig noch für unschuldig (so sehr mich mancher Aspekt des Ganzen doch verwundert).

Wer was hat, soll es beweisen. Wer nichts beweisen kann, soll seinen zeigefinger runter nehmen. Ist das wirklich zuviel verlangt?

137) Pharetra, Mittwoch, 15. Februar 2012, 18:57 Uhr

Ist das Journalismus? In welche Textsorte gehört der Text? Wie kann man darüber lachen? Wo ist der Erkenntniswert? Was ist die Intention des Textes? Was sagt er über seinen Autor?

Fragen über Fragen…

138) Bernhard Paul, Mittwoch, 15. Februar 2012, 20:05 Uhr

@111 Alexander

Guido Westerwelle!
Im Ernst – man muss nicht wie @117 Andy bis zu Willy Brandt zurückgehen, mir reichen auch Sachpolitiker wie Thomas de Maiziere, auch Wolfgang Schäuble (trotz eines dunklen Punktes in der Vergangenheit) oder Peer Steinbrück. Besonders letztgenannter ist zwar noch arroganter als kompetent, aber er hat Mumm und spricht auch die bittere Wahrheit aus.

139) Doktor Hong, Mittwoch, 15. Februar 2012, 21:32 Uhr

Jetzt ist es so weit gekommen, dass ich mir Horst Köhler zurück wünsche.

Im Kontrast zu Wulff wird mir klar, wie grundanständig Köhler ist. Mein Fehler ist es vielleicht gewesen, Köhler mit von Weizsäcker zu seiner aktiven Zeit zu vergleichen. In der Folge war ich wohl zu hart mit meinem Urteil über Köhler.

Auch wenn die Kolumne vielleicht sogar den Nagel auf den Kopf treffen mag, bleibt mir ein ungutes Gefühl dabei, jemanden so krass bloßzustellen, denn diese Ausführungen fahren voll auf der persönlichen Schiene.

Ich bin kein Fan von Wulff. Wenn aber diese Hetze erfolgreich verläuft, dann setzt sie ein gelungenes Beispiel dafür, jeden beliebigen Politiker fertig zu machen. Denn eine ganz weiße Weste wird niemand haben. Da wird in Zukunft vielleicht ein zu spät bezahlter Strafzettel reichen, der zu einem epischen Vergehen historischen Ausmaßes aufgeblasen werden wird.

Wie gesagt, ich sehe das ganze recht zwiespältig. Die meisten von uns werden nie in die Verlegenheit geraten, in dem Augenblick, da sie einflussreich und von reichen Leuten umschmeichelt werden, ihren wahren Charakter zeigen zu müssen. Reden ist billig.

Gleichzeitig ist es aber auch recht und billig, von jenen, die mit Angelegenheiten des öffentlichen Lebens betraut sind, zumindest Unbestechlichkeit zu verlangen.

Herr Spreng, Sie haben am meisten recht damit, wenn Sie darauf hinweisen, dass kleine Beamte bei kleinsten Vergehen rigoros bestraft werden, während man Wulff wegen der Annahme wesentlich größerer Annehmlichkeiten laufen lässt.

Darin liegt eben mein Zwiespalt. Ich meine, dass Wulff nur noch als schlechtes Beispiel dienen kann, was Integrität im Amt angeht. Gleichzeitig fühle ich mich unwohl dabei, wie hart er angegangen wird.

140) Werner Berger, Mittwoch, 15. Februar 2012, 22:03 Uhr

“Top-Juristen empört über Staatsanwaltschaft Hannover”

http://www.bild.de/politik/inland/wulff-kredit-affaere/keine-ermittlungen-gegen-christian-wulff-niedersachsen-juristen-empoert-ueber-staatsanwaltschaft-22649516.bild.html

Der “kleine Beamte”, der einen Kasten Wein annimmt, kann ein formelles Ermittlungsverfahren, das dann irgendwann eingestellt wird, unbeschadet überstehen. Nicht einmal sein Name wird in die Öffentlichkeit gelangen.

Ganz anders der Bundespräsident, der nach Aufhebung seiner Immunität wohl tatsächlich mehr oder weniger zum Rücktritt gezwungen sein wird. Wenn es in seinem Verfahren dann doch nicht zur Anklageerhebung kommt, kann er natürlich nicht mehr zurück ins Bellevue. Die Auswirkungen eines formellen Ermittlungsverfahren wiegen in diesem Fall ungleich schwerer als bei dem “kleinen Beamten”.

Der Gleichheitsgrundsatz gebietet, wesentlich Gleiches gleich, wesentlich Ungleiches seiner Eigenart entsprechend verschieden zu behandeln. Der Bundespräsident ist “wesentlich ungleich”, so dass ich den Gleichheitsgrundsatz nicht verletzt sehe, wenn die Staatsanwälte ihm gegenüber Zurückhaltung üben. “Einfach mal so drauf los ermitteln”, geht bei ihm nämlich nicht.

141) Wertkonservativliberaler, Mittwoch, 15. Februar 2012, 22:08 Uhr

@ EStz (Mittwoch, 15. Februar 2012, 18:47 Uhr):

Sie schreiben: “Wer was hat, soll es beweisen. Wer nichts beweisen kann, soll seinen zeigefinger runter nehmen. Ist das wirklich zuviel verlangt?”

So sagt es auch Pastor Hintze.

Verstehen Sie doch bitte:

Beweisen müsste es – von Amts wegen (!) – die Staatsanwaltschaft Hannover. Diese ist aber wie ein Jagdhund, der sich nicht zum Jagen tragen lässt.

Mein Kritikpunkt ist, dass es in Bezug auf Bundespräsident Wulff einen Anfangsverdacht gibt, der gegen jeden anderen Amtsträger schon längst zu einem Ermittlungsverfahren geführt hätte. Dieser Anfangsverdacht ist der der Vorteilsannahme nach § 331 StGB in Zusammenhang mit Groenewolds Zuwendungen an Wulff und der Zusage einer Landesbürgschaft für eine Groenewoldsche Briefkastenfirma, beides anno 2007.

Ich sage nicht, dass aus dem Anfangsverdacht ein hinreichender Tatverdacht erwachsen würde.

Aber in einem Rechtsstaat müsste die StA auch gegen Wulff ermittlen – so wie gegen jeden anderen Amtsträger auch. DAS (!) ist mein Kritikpunkt.

Durch Nicht-Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen Wulff – dessen Ausgang Wulff ja auch entlatsten könnte – gerät alles in Schieflage: jeder Polizeischüler, jeder Lehramtsreferendar wird sich in Zukunft fragen, warum an sein Verhalten strengere Maßstäbe gelegt werden als an einen ehemaligen Minister- und jetzigen Bundespräsidenten.

Verstehen Sie mein Problem? Es ist ein grundsätzliches Problem. Es geht um mein Ideal eines nicht-korruptiven Rechtsstaates, an dessen Spitze der Bundespräsident als Staatsoberhaupt (!) steht.

142) Pressen, Mittwoch, 15. Februar 2012, 22:36 Uhr

Mich versteht keiner, aber ich die andern auch nicht.
Woran liegt das bloß?
Hier mal nur ein Beispiel für einen ehrlich-self-made Pantoffel Kursus, der bei der Freiwilligenschule unter Nr. 5 ‘ESM Anfänger’ angeboten wurde.

Mittlerweile ist der Kurs bei Insidern garnicht mehr wegzudenken.
Ich erinnere mich an die ersten Anzeigen in der Zeitung:
Pantöffelkes für jederman, der auch richtig häkeln kann; Filztechnik-Aufbaukurs geplant; Wolle für Füß-Kolle – dann noch der Kneipp-Kurs: Beugen nur mit warmen Füßen (mit Empfehlung zum Sockenkurs) …

Jeden Tag wieder in der Zeitung und dann wollte ich auch hin: Erstens, um den nächsten Winter zu überstehen, der nach dem Wetterbericht ungewohnt hart werden würde. Zweitens waren alle aus den ganzen Vereinen da und da muß man sich auch unterhalten können.

Im Kurs traf ich nach ewiger Zeit Hackpresse wieder. Fast wäre mir’s rausgerutscht, weil wir den damals so genannt haben und ich den so lange nicht gesehen hatte.
Damals in der Schülerzeitung hatte der ja nun wirklich alles zerhackt, was ihm untergejubelt wurde, man, war der leicht zu überreden.
Hackpresse, also Heinzi mußte am Kurs teilnehmen, obwohl er sonst abends nicht arbeiten müßte.
Aber trotzdem mag er seinen Job, weil sein Chef gleichberechtigt auch nach Feierabend unterwegs sein müßte und Heinzi als Nachfolger gedacht ist.
Auf der letzten Betriebsfeier hat er Heinzi sogar gestanden, daß er keinen andern zum Pantoffelkurs als ihn schicken würde. Das hätte nämlich einen wichtigen Hintergrund und als Nachfolger dürfte er auch schonmal vorab in seine noch nicht öffentlichen Papiere blicken.
Hat Hackpresse natürlich, aber loyal verschwiegen wie – und ganz im Vertrauen stand da im Entwurf zur Einleitung drin:

Eingedenk … an den Pantoffelkurs, … untertage der Häkelkurs .. sowie folgende Filzkurse .. und alle anderen Folgekurse wird beabsichtigt, einen oder mehrere Juristen zwecks dem Anliegen, wasserdichte Pantoffeln herzustellen, welche ausschließlich vom Häkelkurs ernannt werden und ob der Wahrung seiner Authentität ebendar glaubhaft zwecks Vermeidung und wieder drum auch ebenda den Ausschluß eventueller Strickkurs-Teilnehmereinwände, zu beauftragen, entgegenstehende Grundgesetze zu durchleuchten und diese ausschließlich dem Häkelkursleiter bekannt zu geben.
Das Hono… (Heinzi wußte es nicht mehr so genau und das mit dem Latein war eh’ weg) … Honorar für die würde von der Stadt bezahlt, Bildungstopf.

UND dann hat Hackpresse tatsächlich Heinzelmännchen Bescheid gegeben, nur um bei seinem Chef zu punkten, daß er auch einen Juristen kennt.
Heinzelmännchen deswegen, weil Heinzi es damals im Internat immer schaffte, die Welt über Nacht für sich und seine Freunde in Ordnung zu bringen. Sogar beim Koch kam er damit durch, größere Portionen
als wir zu kriegen, weil sein Papa mal eine Erbsenportion gerecht durchzählen lassen hatte.

Weil Hackpresse ihm sein Urlaubsgeld persönlich drauflegte und wegen der alten Freundschaft, hätte er den Job übernommen.

Heinzis Entwurf sei aber wohl schon unterschrieben. Da würden nur noch Dinge fehlen, die er dem Kurs nach Fertigstellung der Pantoffeln für sich und seine Familie und seine Verwandten und Freunde und Bekannten nachliefern wird.

Im Moment hätte er das nach der Einleitung so entworfen:

§ 10
Abs. 1
Damit bei der Eiseskälte jeder laufen kann, wird einvernehmlich mit ??? nach (§19xx, Abs. ?) geregelt, daß nur der Häkelkursleiter aufgrund seiner Häkelerfahrung über herzustellende Pantoffeln ein Anhörungsrecht hat. siehe Abs. 79.

Abs. 2
Viele Topflappen können einen Pantoffel zusammen nähen.
Alle Mitbestimmer dieses Vertrages beschließen fürsorglich den Ausschluß dem Vertrag schädigender Topflappenhersteller. Siehe Abs. 40.

Abs. 3
Ohne Sohle ist ein Pantoffel nicht wasserfest.
Die Teilnahme an Kursen über Sohlenmaterialien wird durch den Häkelkursleiter oder seine Vertretung bestimmt und ist begrenzt.
Kann unter Abs. 7 (???, § 19xx) später geregelt werden.

Abs. 4
Der Häkelkursleiter entscheidet allein.

Abs. 40
Häkeln ist besser als Stricken. Verweis auf Abs. 78 und Abs. 85.

Abs. 41
Stricken ist verboten und Zuwiderhandlungen werden mindestens mit einer Freiheitsstrafe nicht unter 10 Jahren ohne Bewährung ausgeschlossen. (Man könnte sich hier zusätzlich auf die hessische Verfassung berufen, um dem Allgemeinanliegen mehr Nachhalt zu bieten).

Abs. 55
Gesetze herkömmlicher Varianten sind ab dem xx.xx.2012!!! mit und durch Treu und Glauben aufgehoben. siehe Abs. 56

Abs. 56
Die Entscheider unterliegen nicht anderen niederen Gesetzen.
Siehe Abs. 4

Abs. 67
Veranstalter unterliegen keiner Rechenschaft. siehe Abs. 195.

Abs. 78
Siehe Abs. 41.

Abs. 79
Entscheidungen obliegen allein dem Kursveranstalter.

Abs. 80
Der Kursveranstalter verpflichtet sich zur Zusammenarbeit mit dem Kursveranstalter der Wetterprognosen. Siehe Abs. 67

Abs. 85
Entscheider ist der Kursveranstalter.

Abs. 195
Rechenschaft wird nicht erteilt. siehe Abs. 55

Abs. 200
Mit Verweis auf Abs. 41 (Hessen, geltende Landesverfassung) ist das Zusammennähen von Schafgeschorenem nur Entscheidern erlaubt.

Mehr gab’s für das Urlaubsgeld erstmal nicht.

Obschon… Heinzi hätte noch Kontakt zu Wulffi. Hackpresse würde doch nicht wirklich glauben, daß seine Freundschaft für so einen lukrativen Deal ausgereicht hätte… Er sei doch immer schon der Dumme gewesen: Ein leicht zu beeindruckendes Klatschmaul eben, das auf Ansage nicht nach fragt.

Der Wulffi, der hätt’s dagegen drauf. Der hätte auch früher schon gewußt, was ihn erwartet.

Hackpresse, so blöd wie du sind noch nichtmal deine Leser …
Schreib’ mal, wie eine Kuh in Natur aussieht, bevor die im Zoo gesichtet wird; dann machste wenigstens etwas vernünftiges.

143) Philip, Mittwoch, 15. Februar 2012, 23:52 Uhr

Ein schöner Text, Herr Spreng. Ich lese immer sehr gerne Ihren Blog. Aber irgendwie tut mir Herr Wulff auch leid nach der Lektüre. Vielleicht war er ja auch einfach sehr naiv und hat gedacht, dass es sich tatsächlich um echte Freundschaften gehandelt hat. Vielleicht hat Herr Wulff ja nie Freundschaften kennengelernt, bei denen es keine Interessen gab und keinen Handel ? Freundschaften nämlich, die ohne Berechnung waren und lediglich ihm als Person jenseits aller Ämter gegolten haben? Dann wäre es auch eine Geschichte der Einsamkeit, die uns Herr Wulff mit seinem Leben erzählt.

144) Thor, Mittwoch, 15. Februar 2012, 23:54 Uhr

@Pharetra.
Nö.
Blogbeitrag.
Eher schwer. Das alles ist eher zum Weinen.
Vielleicht, dass Herr Spreng es versteht, aus den einzelnen Fäden der Causa Wulff einen Strick zu drehen.
Da möchte ich nicht spekulieren, das weiß nur der Autor.
Dass er gut schreiben kann und dass er nicht dem von manchem erhofften Mechanismus folgt, nach der x-ten Gefälligkeit den Leser lieber in Ruhe lassen zu wollen, sondern ihn eben mal auf neue Weise mit den Fakten, Interpretationen und Schlussfolgerungen konfrontiert.

145) EStz, Donnerstag, 16. Februar 2012, 05:50 Uhr

@ 120) Frankilein66, Mittwoch, 15. Februar 2012, 10:42 Uhr

>> Wolfgang Kubicki!

Da schließe ich mich an. Obwohl ich finde, dass jemand wie er nicht nur repräsentieren sollte. Der hat mehr drauf…

146) schreibtischhengst, Donnerstag, 16. Februar 2012, 07:37 Uhr

Klasse Märchen – viele träumen in diesem Land ihr persönliches Märchen – daher passiert so wenig! Aber wehe, die Realität schlägt zu!!!

147) Michael A. Nueckel, Donnerstag, 16. Februar 2012, 08:50 Uhr

@ Doktor Hong, 139)

“Denn eine ganz weiße Weste wird niemand haben.”

Auch wenn vieles & alles gesagt, der Satz regt noch einmal zum Nachdenken an: Wulff ist kein Einzelfall? Ist das übertragbar (nicht 1:1) auf – um einige Beispiele zu nennen-: Stoiber, Steinbrück, Gabriel, Wowereit, Müller, Rüttgers, Koch, Carstensen, van Beust, Beck, Seehofer, und, und, und? Und warum können wir uns das bei Angela Merkel nicht vorstellen? Ist das nur ein Ergebnis Ihrer “Image”pflege? Oder anders formuliert: Korruption mit all´ ihren Facetten und Graunzonen ist tief in dieser Gesellschaft verwurzelt? Und wird es solange geben, wie der Mensch schwach werden kann? Mitunter müssten wir das also institutionell zukünftig anders angehen: siehe USA, Anhörungen vor Ernennung? …oder belassen wir es, so wie es ist, und leben mit diesem Mißstand ebenso, wie es Strafgesetze gibt, derweil jeden Tag Kapitalverbrechen geschehen, gleichwohl wir uns ein gewisses Grundvertrauen in die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft erhalten müssen. Kurzum: Wir stürzen uns nur auf diejenigen, die sich erwischen lassen, und prügeln auf diese stellvertretend für alle Nichterwischten mitein?

148) cd, Donnerstag, 16. Februar 2012, 10:09 Uhr

Homo homini lupus!

Grossartiges, aber leider sehr reales “Märchen”!

Denk ich an Deutschland`s Politiker in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.

cd

149) StefanP, Donnerstag, 16. Februar 2012, 10:34 Uhr

@141) Wertkonservativliberaler

Mein Kritikpunkt ist, dass es in Bezug auf Bundespräsident Wulff einen Anfangsverdacht gibt, der gegen jeden anderen Amtsträger schon längst zu einem Ermittlungsverfahren geführt hätte.

Dem steht die Immunität des Bundespräsidenten entgegen. Die Immunität von Abgeordneten und Repräsentanten des Staates ist aus guten historischen Gründen geschaffen worden. Man wollte vermeiden, dass über den Rechtsweg mißliebige, aber gewählte Volksvertreter aus dem Verkehr gezogen werden können. Es sei denn, der Politiker hat tatsächlich gegen geltendes Recht verstoßen.

Das ist hier aber gar nicht bewiesen. Und das kann es auch nicht, solange die Staatsanwaltschaft nicht Einsicht in interne Unterlagen und Konten nehmen kann. Ein Dilemma, fürwahr. Sie argumentieren leider genau so, wie es nicht sein sollte. Der Bundespräsident ist ordnungsgemäß gewählt, nach juristischem Stand hat er derzeit als unschuldig zu gelten. Daher kann er nur nach dem verfassungsrechtlichem Weg nach Artikel 61 GG seines Amtes enthoben werden. Eine solche Klage ist nicht in Sicht.

Dass das Staatsoberhaupt einen Sonderstatus in juristischer Hinsicht genießt, macht auch §375 Abs. 2 ZPO deutlich, nach dem der Bundespräsident nicht als Zeuge vor Gericht aufzutreten braucht. Als Demokrat, so muss man abschließend sagen, kann es nicht Aufgabe der Justiz sein, die Aufgabe der Politik zu erledigen. Genau das verlangen Sie. Ein Antrag auf Aufhebung der Immunität des Bundespräsidenten wird nach den politischen Gepflogenheiten zum Rücktritt des selbigen führen – unabhängig, ob ihm tatsächlich ein Gesetzesbruch nachgewiesen werden kann oder nicht. Das gilt dagegen nicht für einen normalen Beamten.

150) Mark, Donnerstag, 16. Februar 2012, 10:37 Uhr

@ 142) Pressen, Mittwoch, 15. Februar 2012, 22:36 Uhr

Es ist ein Wunder, dass es Herrn Sprengs Qualitätskontrolle passiert hat. Soll DAS etwa lustig sein?

151) Ein Fan, Donnerstag, 16. Februar 2012, 12:32 Uhr

Lieder habe ich aus Zeitgründen nur bis ca. Nr. 100 alle Kommentare lesen können, Aber auch ich möchte Herrn Spreng bestärken, weiter auf seiner Linie zu bleiben, Es wird ihm schon bewusst sein, dass er langsam auch in die Kritik gerät,nicht mit der “Jagd” auf Herrn Wulff aufzuhören. Aber genau dafür schätze ich ihn sehr: wenn er an eine Sache glaubt, wenn er seine Werte verletzt sieht, bleibt er konsequent und nimmt evt. persönliche Nachteile in Kauf. So hat er konsequnent erst das Wahlkampfmanagement für Herrn Stoiber übernommen, als dieser ihm versprach, nicht auf Kosten von Ausländern und Minderheiten Stimmen holen zu wollen. Auch als Journalist hat er in diesem Sinne immer wieder Rückgrat bewiesen.

Ich teile die Sichtweise von Kids Top (Kommentar 100) zu den Werten, die leider immer weniger eine Rolle spielen gerade an vielen entscheidenden Stellen in unserer Gesellschaft. Nicht nur die Bürger, die immer verführbarer werden in dieser Geiz-ist-Geil-Konsumwelt müssen umdenken. Die Eliten müssen da vorangehen, und diese müssen wiederum von einem integren moralisch vorbildhaften Bundespräsidenten angetrieben werden. Bis es ihnen zu den Ohren raushängt. Aber dafür muss er eben selber integres Vorbild sein, was nicht heißt dass er nicht auch einmal einen gravierenden Fehler gemacht haben darf. Also Herr Spreng, lassen Sie sich nicht beirren.

@ Wertkonservativliberaler:

NIcht austreten aus der CDU, auch wenn ihr Frust verständlich ist. Beitrag reduzieren vielleicht, Aber nicht austreten. Das hilft nicht. Drin bleiben und wo Sie können, beteiligen und nerven. Es gibt viele, die so denken wie Sie in der CDU.

152) Michael A. Nueckel, Donnerstag, 16. Februar 2012, 14:10 Uhr

@ Ein Fan, 151)

“Ich teile die Sichtweise von Kids Top (Kommentar 100) zu den Werten, die leider immer weniger eine Rolle spielen gerade an vielen entscheidenden Stellen in unserer Gesellschaft.”

Und die Gnade der späteren Geburt hat keine Werte? Was sagen Sie denjenigen, die nach Ihnen, also 1990, 1995, 2000 geboren sind. Was werden die Ihnen in 20, 30 oder gar 40 Jahren sagen wollen? So wie meine Großmutter mir 1980: “Das hat es zu unserer Zeit nicht gegeben”.

Sie haben recht, doch es hilft uns nicht weiter.

153) Wertkonservativliberaler, Donnerstag, 16. Februar 2012, 14:44 Uhr

Hier der Link zu dem sehr interessanten Fachartikel von Prof. v. Arnim über die Frage der Vorteilsannahme durch Wulff in der NVwZ-Extra, Heft 3/2012 v. 15.02.2012, S. 1 – 9:

http://www.dhv-speyer.de/vonarnim/Aktuelles/2012/NVwZ-Extra_2012_03%5B1%5D.pdf

Weitere Artikel von v. Arnim zum Thema unter II. (Zeitungen und Magazine) und III (Fachveröffentlichungen).:

http://www.dhv-speyer.de/vonarnim/Aktuelles.htm

@ 151 Ein Fan: ich habe meinen Austritt schon am Dienstagabend erklärt.

154) Wertkonservativliberaler, Donnerstag, 16. Februar 2012, 14:51 Uhr

Nachtrag:

Und der zitierte Fachartikel von Prof. v. Arnim behandelt nur die Frage des Darlehens von Geerkens, nicht die relativ neue Causa Filmfondsmanager Groenewold:

http://www.dhv-speyer.de/vonarnim/Aktuelles/2012/NVwZ-Extra_2012_03%5B1%5D.pdf

155) Wertkonservativliberaler, Donnerstag, 16. Februar 2012, 14:55 Uhr

@ 149 – StefanP:

Es geht mir nicht um die Amtsenthebung.

Es geht mir um die Aufhebung der Immunität Wulffs, damit ein Ermittlungsverfahren gegen ihn wegen des Verdachts nach § 331 StGB (in Zusammenhang mit Causa Geerken; Causa Groenewold) eingeleitet werden kann.

Das eine (Amtsenthebung) hat doch mit dem anderen (Aufhebung der Immunität; Ermittlungsverfahren) gar nichts zu tun.

156) Doktor Hong, Donnerstag, 16. Februar 2012, 17:59 Uhr

@ 147) Michael A. Nueckel

Ich kann nur schwer beurteilen, wie tief die Korruption in Deutschland verankert ist oder nicht. Höchstwahrscheinlich ist es in anderen Ländern noch viel schlimmer, zumindest unterstelle ich das z.B. bei Italien oder China.

Niemand mag Wettbewerb, wenn er sich selbst im Wettbewerb behaupten muss. Wettbewerb ist nur für Konsumenten gut, nicht für Anbieter. Wenn also ein Anbieter Wettbewerb unterlaufen kann, sei es durch Lobbyismus, oder aber durch Korruption, dann wird er es tun, sofern er nicht von moralischen Skrupeln geplagt ist.

Korruption entsteht auch dann, wenn ein System der Willkürherrschaft herrscht, das einzelnen Bürokraten zuviel Macht einräumt.

Ich weiß nicht, ob Anhörungen wie in den USA einen wirksamen Effekt haben. In den USA herrscht ein System, das Kritiker “Crony Capitalism” nennen, also “Kapitalismus der Kumpel” – früher haben wir in Deutschland “Günstlingswirtschaft” gesagt. Mit großem Erfolg beeinflussen Lobbyisten die Gesetzgebung, und wir sehen das Ergebnis. Ich möchte das nicht für uns.

Ich habe explizit “Unbestechlichkeit” gefordert, denn nichts ist zerstörerischer für das Funktionieren eines sozialen Systems als Korruption.

Ich denke, der deutsche Medienbürger erwartet viel zu viel. Ehrlichkeit, Anstand, gut rüberkommen soll er, unabhängig, ein toller Familienvater, eine Supermutti, was weiß ich. Aber ob sich Ulla Schmidt ihr Dienstauto im Urlaub klauen lässt oder nicht, das interessiert mich nicht. Aber ob Daniel Bahr im Beirat der Ergo-Versicherung saß und Politik für seine Freunde aus den Versicherungen, statt für die Versicherten macht oder nicht – das geht mich sehr wohl etwas an!

Wann werden andere “Untugenden” relevant? Ob ein Politiker seine Frau betrügt, ist mir ehrlich gesagt gleichgültig. Ich würde das für mich selber nicht akzeptieren, aber seine Ehe geht mich nichts an. Wenn er aber dadurch erpressbar wird und daher nicht mehr unbestechlich bleibt, dann ist das ein Problem.

Gegen Korruption helfen zwei Dinge: Transparenz, und unerbittliches Durchgreifen bei erwiesener Korruption.

Wenn eine Gesellschaft Korruption duldet, zerstört sie damit den Leistungsgedanken und dadurch die Leistungsfähigkeit der ganzen Gesellschaft.

157) StefanP, Donnerstag, 16. Februar 2012, 19:26 Uhr

@155) Wertkonservativliberaler

Wenn die Staatsanwaltschaft die Aufhebung der Immunität beantragt, bleibt Wulff nur der Rücktritt. Bei einem Beamten ist das anders: er wird für die Dauer der Ermittlungen freigestellt und kehrt, so sich der Verdacht nicht erhärtet, an seinen Arbeitsplatz zurück. Beim Bundespräsidenten ist das nicht möglich.

Sie wollen den Rücktritt des Bundespräsidenten und schützen die angebliche Gleichbehandlung vor. Doch hier geht es nicht um Gleiches. Ein weiterer, wesentlicher Rechtsgrundsatz ist nämlich die Unschuldsvermutung. Dies schließt auch ein, dass einem Beschuldigten kein Nachteil aus Ermittlungen erwachsen darf, wenn diese sich am Ende nicht manifestieren. Beim Beamten kann man das trotz Ermittlungsverfahren gewährleisten, der Staat muss es sogar. Beim Staatsoberhaupt ist das anders.

Ich befürworte genauso wie Sie den Rücktritt des Bundespräsidenten. Doch angesichts der bisherigen Vorwürfe ist es eher eine politische denn juristische Frage. Das kann sich natürlich im weiteren Verlauf ändern. Aber es ist richtig, dass die Staatsanwaltschaft Hannover äußerst vorsichtig und sensibel vorgeht. Ich wäre nicht unglücklich, wenn ermittelt würde, doch dann muss am Ende eine Verurteilung stehen. Sonst hätte der Rechtsstaat ein Legitimationsproblem.

158) jan, Donnerstag, 16. Februar 2012, 19:46 Uhr

aufhebung von wulffs immunität beantragt!
http://www.tagesschau.de/inland/wulff924.html

159) Wertkonservativliberaler, Donnerstag, 16. Februar 2012, 19:47 Uhr

Ich bin happy!!!

Lebe ich tatsächlich in einem Rechtsstaat? Super!

http://www.faz.net/aktuell/politik/eilmeldung-staatsanwaltschaft-beantragt-aufhebung-von-wulffs-immunitaet-11652422.html

160) StefanP, Donnerstag, 16. Februar 2012, 20:28 Uhr

So wird man von der Realität eingeholt:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,815740,00.html

Die Staatsanwaltschaft Hannover beantragt die Aufhebung der Immunität von Christian Wulff.

161) Michael A. Nueckel, Freitag, 17. Februar 2012, 03:41 Uhr

@ Doktor Hong, 156)

.. leider muß ich mein indirektes Lob von gestern wieder ein kassieren. Sie haben meine hervorhebende Bezugnahme auf Ihre Feststellung für einen undifferenzierten Redeschwall genutzt -hier nur das Nötigste: Korruption ist nicht auf Bürokraten beschränkt, siehe nur Siemens und, und, und. Was haben Anhörung vor Ernennung in den USA mit “Crony Capitalism”, “Günstlingswirtschaft”, “Lobbyisten” zu tun? Korruption entsteht bei Willkürrherrschaft? Gegenfrage: In D haben wir keine Willkürherrschaft, also auch keine Korruption? Kurzum: Das sind undifferenzierte Statements. Und: Die Untugend des Fremdgehens gibt es so auch nicht mehr, da ist auch etwas ganz gehörig im Wandel, wir nennen und praktizieren das heute als polyamore Beziehungen, sprich -um eines Ihrer Wörter zu benutzen- ganz transparent, einige verstehen das gar als neue Ehrlichkeit ;-) ))

162) Doktor Hong, Freitag, 17. Februar 2012, 22:39 Uhr

@ 161) Michael A. Nueckel

Ich bin auf Ihr Lob nicht angewiesen.

Was haben Anhörung vor Ernennung in den USA mit “Crony Capitalism”, “Günstlingswirtschaft”, “Lobbyisten” zu tun?

Keine Ahnung, Sie haben das in Ihrem Kommentar ins Spiel gebracht?

Korruption mit all´ ihren Facetten und Graunzonen ist tief in dieser Gesellschaft verwurzelt? Und wird es solange geben, wie der Mensch schwach werden kann? Mitunter müssten wir das also institutionell zukünftig anders angehen: siehe USA, Anhörungen vor Ernennung?

Und: Die Untugend des Fremdgehens gibt es so auch nicht mehr, da ist auch etwas ganz gehörig im Wandel, wir nennen und praktizieren das heute als polyamore Beziehungen, sprich -um eines Ihrer Wörter zu benutzen- ganz transparent, einige verstehen das gar als neue Ehrlichkeit ;-) ))

Ja, und? Heißt das, dass alle Paare jetzt polygame Beziehungen haben? Ist das Ihre Vorstellung von einer “differenzierten” Aussage?

Korruption entsteht bei Willkürrherrschaft? Gegenfrage: In D haben wir keine Willkürherrschaft, also auch keine Korruption?

Das meinen Sie nicht ernst, oder?

163) Hanns Binder, Samstag, 18. Februar 2012, 12:32 Uhr

Herr Spreng, man kann nicht immer in Topform sein. Was sie hier zusammen getragen haben ist das Geschreibsel der letzten 2 Monate. Da verlasse ich mich lieber auf die Aussagen von Wulff’s echten Freunden, wie z.B. Rossmann bei Günther Jauch. Ansonsten haben jetzt Staatsanwälte das Wort. Sie
sind die Herren des Verfahrens. Es besteht ein Anfangsverdacht, sicher zurecht. Aber es gilt die
Unschuldsvermutung, auch bei einem ehemaligen Bundespräsiudenten. Mal sehen, was das Jahr 2012
in der Causa Wulff noch bringt? Anklage, ja oder nein?, Verurteilung, ja oder nein? Falls nein: Entschuldigungen der Medien? Sicher nein, wem nützt das schon?! Was man der Familie Wulff aufrichtig wünscht ist die Hoffnung, dass von den echten Freunden, welche übrig bleiben.
Sorry, jetzt erst die Kommentare nachgelesen und realisiert, dass ich mich zu ihrem “alten Kommentar” äußere. Aber eine interessante Erfahrung: wie kurzlebig ist doch das bloggen, schade um die Zeit!

164) Publikateur, Samstag, 18. Februar 2012, 17:01 Uhr

Was Christian Wulff nicht versteht, ist, dass ein Schuldiger sich nicht selber “entschuldigen” kann, sondern die Betroffenen um Entschuldigung bitten muss.
Siehe auch: http://publikateur.wordpress.com/

165) Dieter Klemke, Freitag, 07. Dezember 2012, 15:47 Uhr

9.Dezember ist Welt-Anti-Korruptions-Tag der UN

Obwohl deutsche Politiker in den vergangenen Wochen immer wieder laut darüber geredet haben, dass Transparenz ein hohes Gut in der Politik sei, gehört Deutschland nicht zu den 140 Staaten, die sich der UN-Konvention unterworfen haben. Und das nur, weil die Regelungen zum Straftatbestand der Abgeordnetenbestechung in Deutschland nicht den internationalen Vorgaben entsprechen. Die diesbezügliche Blockade-Haltung der schwarz-gelben Koalition verhindert bislang die erforderlichen Änderungen und damit die Ratifizierung der Konvention.

Am weltweiten Anti-Korruptions-Tag steht Deutschland damit auf einer Stufe mit Myanmar, Sudan, Saudi-Arabien, Nordkorea und Syrien. Herzlichen Glückwunsch Frau Merkel und Herr Rösler!

Mehr dazu auf http://www.diebuergerlobby.de mitmachen-einmischen-verändern

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