Sonntag, 19. Februar 2012, 22:42 Uhr

Merkel, die FDP und die Würde

Die Meisterin aller Kehrtwenden hat es diesmal nur in allerletzter Minute geschafft, die Kurve zu kriegen, und zwar erst dann, nachdem die schwarz-gelbe Koalition in ihre schwerste Krise seit der Wahl 2009 geraten war. Angela Merkels Fukushima, der Super-Gau der Kanzlerin war diesmal der Beschluss des FDP-Präsidiums, Joachim Gauck als ihren Kandidaten für das Bundespräsidentenamt zu nominieren.

Die Kanzlerin stand vor der Wahl zwischen ihrer Ablehnung Gaucks und dem drohenden Bruch der Koalition. Sie entschied sich für die Koalition und für Joachim Gauck. Das Gesetz  des Handelns war ihr entglitten, die europäische Führungsfigur wurde plötzlich zur innenpolitisch Getriebenen.

Sie wird diesen Tag nicht vergessen und ihn auch der FDP nicht vergessen. Da bleiben Narben. Diese Wende war ihre bisher persönlich schmerzhafteste. 

Respekt vor der FDP. Wenn man nichts mehr zu verlieren hat, kann man offenbar mutig sein. Zum ersten Mal seit der Wahl 2009 hat die FDP etwas uneingeschränkt Gutes bewirkt.

Die FDP hat mit ihrem Votum für Gauck das unwürdige parteipolitische Hickhack, bei dem sich CDU und SPD wechselseitig blockierten, beendet und einem Mann den Weg geebnet, der schon vor knapp zwei Jahren der bessere Präsident gewesen wäre. Manche brauchten für diese Erkenntnis ein bisschen länger, ein Präsidenten-Desaster und einige pädagogische Nackenschläge.

Die FDP hat zudem ihren politischen Spielraum erweitert. Die scheinbar babylonische Gefangenschaft, in die sie gegenüber der CDU geraten war, ist gelockert. Die FDP zeigte: Sie kann auch anders. Präsidenten-Wahlen waren häufig Weichenstellungen. Auch keine schöne Perspektive für Merkels CDU. Aber dafür muss die FDP erst einmal in den Umfragen wieder die Fünf-Prozent-Hürde überwinden. Vielleicht war das heute der Anfang.

Wichtiger als alle parteipolitischen Betrachtungen ist: Wir bekommen wieder einen Bundespräsidenten, der moralische Autorität ausstrahlt, der Respekt und Zuneigung verdient. Sein Wort ist etwas wert, es ist viel wert, weil es im Gegensatz zu seinem Vorgänger mit Integrität hinterlegt ist. Und mir einer vorbildhaften Lebensgeschichte. Was Sigmar Gabriel vor knapp zwei Jahren über Wulff und Gauck sagte, das stimmt: der eine hatte nur eine Laufbahn und der andere ein Leben vorzuweisen.

Gauck wird dem Amt wieder die verlorene Würde geben – als „reisender Politiklehrer“, wie er bescheiden sagte.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

177 Kommentare

1) Rudi Albrecht, Donnerstag, 23. Februar 2012, 09:03 Uhr

Das Ganze ist doch ein abgekartetes Spiel

– Merkel musste wissen, dass sich die Medien brutal auf den nächsten von ihr „gemachten“ BP einschiessen würden. Und wenn man genau genug schaut findet man doch bei jedem was- diese Leute wären nicht dort wo sie sind wenn sie alle Unschuldslämmer waren. Deswegen haben ja auch alle abgesagt, die auch nur periphär als Kandidaten erwähnt wurden.

– Blieb also nur Gauck, da der ja anscheinend von allen gewollt wurde. Natürlich konnte sie das nicht selbst vorschlagen, das hätte nur Adenauer gekonnt („was geht mich mein Unsinn von gestern an…“). Also durfte das Herr Röhsler machen, sie sozusagen zwingen, Herrn Gauck zu akzeptieren. Nebeneffekt: der waidwunde Koalitionspartner bekommt mal wieder etwas Aufwind.

– Ausserdem: was soll ihr eigentlich an Gauck so unangenehm sein? Ausser dass er eben nicht ihre Erfindung ist…

– Wahrscheinlich bereits jetzt verfolgt sie mit diebischer Freude die Angriffe auf Gauck: Stasi-Verbindungen, wilde Ehe (eines Pfarrers!), Sarrazin Kommentare, usw. Sie muss nur fürchten, dass der Gauck das Handtuch wirft, bevor er überhaupt BP wird.

– Und wenn dann Gauck BP ist und nach zwei Jahren weist jemand nach, dass er IM war, oder KGB oder CIA (was ich alles nicht hoffe), dann kann sie sich zurücklehnen und sagen: alles in allem wäre der kleine Schnäppchenjäger doch besser gewesen.

– Merkel ist eine würdige Schülerin von Helmut Kohl, das zeigt sich immer wieder.

2) Petra, Donnerstag, 23. Februar 2012, 09:16 Uhr

54) Bernhard Paul
http://www.sueddeutsche.de/politik/gauck-gespraech-von-die-leute-muessen-aus-der-haengematte-aufstehen-1.1288292

Vielen Dank für diesen Link, ein längeres, aufschlussreiches Gespräch mit Herrn Gauck.

Dieser Bundespräsident denkt eigenständig, er äußert seine Ansichten völlig unabhängig davon wie sie bei anderen ankommen. Er ist klug, seine Äußerungen sind berauschend interessant, man möchte am liebsten gleich los diskutieren.

Er wird uns Impulse geben, uns vor den Kopf stoßen oder aus der Seele sprechen, jedenfalls uns zu Diskussionen herausfordern. Und zu dem Mut unsere Meinung auch mutig zu sagen, egal ob ihr dann applaudiert wird oder nicht.

Und zu gegenseitiger Toleranz und Respekt vor dem Andersdenkenden.
(statt sich z.B. hier im sprensatz gegenseitig anzugiften)

Ich finde es wunderbar, dass wir jetzt einen solchen Bundespräsidenten bekommen!

Er wird uns gut tun.

3) EStz, Donnerstag, 23. Februar 2012, 09:35 Uhr

139) marcpool, Mittwoch, 22. Februar 2012, 16:58 Uhr

>> Ja Sie haben sicher Recht es klingt so. Aber Gauck ist ein
>> Heimatbesessener im positiven Sinne, auch heute noch – das
>> finde ich nicht verwerflich. Seine Sorge galt dem “ Ausbluten
>> des Staates – seiner Kinder “ auch seiner eigenen. Er konnte es
>> ja auch nicht schaffen ganz persönlich, seine Familie zu halten –
>> obwohl dies sein grösster Wunsch war. Verständlich aus der Sicht
>> eines Vaters.

Aber mir fällt zwar nicht bei allen, aber vielen auf, dass Fakten, Annahmen und Zitate mit eigener Bewertung und Interpretation hinterlegt und erst in diesem Paket zum Argument erklärt werden.

Mir als Vater, besonders als freiheitsliebender und nach Freiheit strebender Vater, wäre es sicher nicht ein Anliegen gewesen, meine Kinder in Unfreiheit aufwachsen zu sehen. Ich hätte vielleicht sogar gehofft, dass sie in einem freien System die dortigen deutlich besseren Chancen nutzen können, zumal dieses Land genauso Heimat gewesen wäre wie das eigene.

Aber da kann man als Vater durchaus anderer Meinung sein, denn mehr als eine Meinung ist das nicht, jedenfalls kein Argument pro oder contra.

Auch, ob es „normal“ war oder nicht, dass ein DDR-Pfarrer so reisen durfte, wie er es tat, ob es „normal“ war, dass ein DDR-Pfarrer sich einen VW-Bus besorgen konnte, ob Joachim Gaucks Aussagen laut MfS-Bericht (Dank an Beitrag 125 von lavolpe) systemfördernd oder systemkritisch zu betrachten sind, ob es akzeptabel ist, dass jemand wie Joachim Gauck allein an seine Stasi-Akten darf, da kann ich mir höchstens eine „Meinung“ bilden. „Beurteilen“ kann ich das als Wessi überhaupt nicht.

Was für mich aber feststeht, ist, dass ein Einschätzung von Peter Diestel nicht deswegen automatisch falsch sein muss, weil ein Wolf Biermann den Herrn Diestel Scheiße findet.
Und ob Herr Gauck ein „guter“ oder ein „schlechter“ Bundespräsident wird, entscheiden auch nicht die Leute, die ihn ausgekungelt haben, oder wir „Zuschauer“ im Vorfeld, sondern nur Herr Gauck selbst.

4) EStz, Donnerstag, 23. Februar 2012, 09:55 Uhr

@ 148) Rudi Albrecht, Donnerstag, 23. Februar 2012, 09:03 Uhr
>> Merkel ist eine würdige Schülerin von Helmut Kohl, das zeigt sich immer wieder.
Diese Einschätzung teile ich, wie auch das Urteil von Peter Christian Novak, dass Frau Merkel extrem gut taktieren kann (wenn vielleicht auch nicht so viel mehr).

Geht’s gut, hat sie alles richtig gemacht und ihren Willen als gute Demokratin hinter den Mehrheitswillen gestellt. Das kann sie jetzt mit Fug und Recht von anderen verlangen. Noch besser: Herr Gauck wird SPD und Grünen so manches Mal die Zornesröte ins Gesicht treiben, ohne dass die sich richtig wehren können. (Geschieht ihnen recht, möchte man meinen).

Geht es schief, hat sie alles richtig gemacht. Wieder die anderen, die blöd da stehen. Nur sie hat es vorher gewußt. Dazu hat der kleine Koalitionspartner seinen letzten Joker verzockt, man ist sich nichts mehr schuldig.

Außerdem: Brücken gebaut, theoretisch koalitionsfähig zu allen. Und Deutschland: Schlimmstenfalls wird alles wieder gut.

Chapeau, Frau Kanzlerin – Sie kriegen zwar nicht meine Stimme, aber ich ziehe tief den Hut.

5) StefanP, Donnerstag, 23. Februar 2012, 11:55 Uhr

@144) Maren P.

Das beweist nur, dass Sie einen anderen Humor als ich haben. Ich habe Ihnen demonstriert, wie das Netz mit der zentralen Rede und anderen Interviews von Joachim Gauck umgegangen ist. Das haben Sie noch in Nr. 130 verteidigt und sind plötzlich not amused wenn man das Gleiche bei Ihnen macht. Tsts – schon in der Lutherbibel steht: „Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg’ auch keinem anderen zu.“

6) Bernhard Paul, Donnerstag, 23. Februar 2012, 13:19 Uhr

@146) Thomas Hillebrand
Ihre Meinung in Ehren, aber der Post Nr. 99 (M. Spreng) hat sogar ein sehr erträgliches Nivau. Wenn Sie nur die guten Seiten des Netzes sehen und die unerträglichen ausblenden, dann darf man Ihnen von Herzen zu Ihrer fröhlichen Einstellung gratulieren.

@147) dito Hillebrand
Der von Ihnen verlinkte Beitrag ist durchschaubar instrumentalisierend. Die Schlussfolgerungen, die gezogen werden, lassen sich aus Gaucks Zitaten definitiv nicht herauslesen. Nochmals #99 (Spreng) und der Hinweise auf Zitateverdreher oder -nichtversteher oder -manipulierer.

7) FF, Donnerstag, 23. Februar 2012, 15:17 Uhr

@146, Thomas Hillebrand:

So ab und an regen sich bei Herrn Spreng eben doch – unbeschadet aller Reflexion – wieder die ganz alten Reflexe.

Oder aber wir haben es mit einem Alias-M.Spreng zu tun – was ich persönlich in diesem krassen Fall fast für wahrscheinlicher halte. 😉

8) Günter Springer, Donnerstag, 23. Februar 2012, 18:08 Uhr

q) 140 Dieter Carstensen
Freue mich über den >Gedankenaustausch im Sinne der Demokratie<. Ich habe nur entschiedenes dagegen, daß man einem Mann, der in seinem zukünftigen Aufgabenfeld noch garnicht angekommen ist, jede Kompetenz abspricht, im Gegenteil, in versucht mit fadenscheinigen Argumenten niederzumachen.
Insofern mögen Sie meine Kritik ruhig deftig finden.
Auch ich habe hier schon zum Ausdruck gebracht, das ich durchaus erwarte, daß Herr Gauck in seiner künftigen Eigenschaft als BP eventuell Dinge Anspricht, die mir nicht gefallen. dann höre ich sie mir erst einmal an und urteile dann.
Auch in der Demokratie sind Totschlagargumente= Totschlagargumente und durch sie wird die Demokratie nicht demokratischer.
Wenn ich an unsere gegenwärtige Demokratie denke, dann wird mir schon ein wenig bange.
Halten wir es doch mit einem Zitat eines Schriftstellers der zu den Lesern seines Buches meint:
Warten wir es ab liebe Leser!!!

9) EStz, Donnerstag, 23. Februar 2012, 18:29 Uhr

🙂

>> Der angebliche Proteststurm im Internet gegen Gauck beweist nicht
>> die Macht des Internets, sondern nur, dass auch linke Zitateverdreher
>> und Biographiefälscher das Internet zu benutzen wissen.

… und nicht nur rechte Biographiefälscher, Hetzer, Spinner oder Nazis…

(könnte man auch so verstehen, wenn man denn nur will)

Die Aussage dieses Spreng-Satzes entfaltet seine Spreng-Kraft erst durch die eigene Wertung.

10) Thomas Hillebrand, Donnerstag, 23. Februar 2012, 18:31 Uhr

@153

Lieber Herr Paul,

warum wundert es mich so gar nicht, dass Sie aus Ihrem erkennbaren Weltbild heraus die Dinge so sehen, wie Sie sie sehen? Es ist doch immer das uralte Spiel, gedankt unseren Wahrnehmungsbegrenzungen und den daraus geborenen Interessen. Diese habe ich, diese haben Sie. Sie werden doch sicher nicht behaupten wollen, dass irgendeine Seite wirklich nur Objektives zu berichten hätte!?! Gell, „instrumentalisierende“ journalistische Beiträge gibt es aus Ihrer politischen Verortung natürlich nicht? Oh weh, oh weh …

Spreng also spielt dieses Spiel in seinem Blog mitunter virtuos und vor allem eigensinnig, weshalb ich ihn sehr schätze und gerne lese. Und wenn man in einer Bemerkung „alte Reflexe“ vermutet, wie @FF in seinem Kommentar 154) so treffend schreibt, dann sollte ein freundlicher Hinweis darauf erlaubt sein.

11) mary, Donnerstag, 23. Februar 2012, 19:05 Uhr

fragen an gauck aus
http://17juni1953.wordpress.com/tag/stasi/

1. Ist die Meldung der Hamburger Zeitung DIE WELT vom 23.April 1991 richtig, wonach das ZDF verbreitete, „Gauck habe die vom MfS über ihn angelegten Akten mehrfach und über längere Zeit ohne Beisein anderer Personen eingesehen“? Wenn ja, welche Gründe führen Sie dafür an, im Gegensatz zu betroffenen Opfern der SED-Diktatur Ihre Akten ohne Aufsicht und allein eingesehen zu haben?

2. Am 19. September 1995 publizierte die Berliner Zeitung DER TAGESSPIEGEL einen Artikel von Regina Mönch, in dem u.a. ausgeführt wird: „Ein Exhauptmann von der Stasi brüstet sich im folgenden mit banalen Kenntnissen über den damaligen Pfarrer, und er bedauert, daß sie Leuten wie Gauck nicht auf die Sprünge gekommen sind.“ Ist es richtig, dass Sie Kontakte zu zumindest einem Hauptmann Terpe der Stasi hatten und sich mit diesem 1988 zu einem Gespräch oder Gesprächen in Ihrer Wohnung getroffen haben? Ist es richtig, dass Sie in diesem (behaupteten) Gespräch u.a. über den vorausgegangenen Kirchentag berichtet haben?

3. Ist es richtig, dass der Leiter des ZDF-Studios „Studio 1“, Bodo Hauser, 1991 Ihre Integrität als „Herr der Stasi-Akten“ bezweifelt hat und Sie, Herr Gauck, als Organisator des DDR-Kirchentages 1988 für den ›störungsfreien Ablauf‹ von der Staatssicherheit höchstselbst belobigt worden sind (DER SPIEGEL 17/1991)? Auch Hauser berichtete darüber, Sie hätten Ihre persönlichen Unterlagen im Rostocker Stasi-Bezirksarchiv stundenlang allein eingesehen; ist das richtig?

4. Ist es richtig, dass Peter Michael Diestel, damals Innenminister der Regierung de Maizière, den Vorgang der alleinigen Akteneinsicht als ›eindeutig illegal‹ und ›rechtswidrig‹ bezeichnet hat?

5. Ist die Behauptung richtig, dass Sie für Ihre angebliche Kooperation mit der Stasi mit einem VW- Bus entlohnt wurden, der für DDR-Normalbürger unerreichbar war?

6. Steht die Ausreise Ihrer Kinder aus der DDR in einem Zusammenhang mit Ihrer behaupteten Kooperationsbereitschaft zu Staatorganen der DDR? Wie erklären Sie sich die außergewöhnlich erscheinende Besuchsmöglichkeit Ihrer Kinder bei Ihnen in der DDR nach deren erfolgter Ausreise? Welche Erklärung haben Sie für die Ihnen eingeräumte Reisemöglichkeiten in das kapitalistische Ausland (BRD)?

7. Sie haben auf einer Veranstaltung der BStU anlässlich der Wiedereröffnung des Hauses 1 (ehem. Mielke-Haus)in der Ruschestraße zur Begründung der Integration von ehemaligen Stasi-Mitarbeitern in die Behörde durch Sie u.a. geäußert, Sie „könnten auf die Befindlichkeiten von Stasi-Opfern keine Rücksicht nehmen“? Wie begründen Sie diese unter Pfiffen und Buhrufen anwesender Opfer gemachte Äußerung nach einem gewissen zeitlichen Abstand?

12) marcpool, Donnerstag, 23. Februar 2012, 21:01 Uhr

@ 150) EStz

„Was für mich aber feststeht, ist, dass ein Einschätzung von Peter Diestel nicht deswegen automatisch falsch sein muss, weil ein Wolf Biermann den Herrn Diestel Scheiße findet.“

Sie beziehen sich damit auf die alte Auseinandersetzung Diestel vs. Biermann ?

Spiegel berichtete 2001
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-18257174.html

Wer den „Welt“ Artikel von 1991 gelesen hat, sollte auch wissen, das die Auseinandersetzung
von Diestel dann im Jahr 2000 angezettelt wurde in einem „Gastbeitrag “ des “ Freitag “
– äusserst abstrus !
In der selben Zeitung wurde dann Diestel ebenso vorgeführt ! Hier die Links dazu . Interessant.
Bei Verinnerlichung kann man sich einem Wolf Biermann nur anschliessen.

http://www.freitag.de/politik/0018-wiedersehen-herr-gauck
http://www.freitag.de/politik/0019-verrutschtes-plaedoyer

Ansonsten stimme ich ihrer Aussage :
“Beurteilen” kann ich das als Wessi überhaupt nicht. “ gerne zu .
Ich kann das auch nicht !

Ich grüsse Sie
marcpool

13) Art Vanderley, Donnerstag, 23. Februar 2012, 21:05 Uhr

“ Wir bekommen wieder einen Bundespräsidenten, der moralische Autorität ausstrahlt, der Respekt und Zuneigung verdient. Sein Wort ist etwas wert, es ist viel wert, weil es im Gegensatz zu seinem Vorgänger mit Integrität hinterlegt ist. “

Das Verhöhnen engagierter Demonstranten und das Bashen sozial Schwächerer ist nicht das Zeichen moralischer Stärke , sondern exorbitanter innerer Schwäche.
An jedem schlechten Stammtisch gibts so Einen , sein ganzes Leben lang damit beschäftigt , sein unterbelichtetes Ego aufzupolieren , indem er auf Leute losgeht , bei denen er sicher sein kann , daß er sich keine blutige Nase holen wird.

So jemanden als „moralische Autorität“ zu bezeichnen , fällt nicht mehr in den Bereich dessen , worüber man sich aufregen kann , es ist schlicht nicht mehr ernst zu nehmen.

14) manni.baum, Freitag, 24. Februar 2012, 10:06 Uhr

Sehr geehrter Sprengmeister,
etwas zu Thema „Würde“ – Aussage eines Kollegen etwa 1975 : wenn Arbeiter denken würden müssten wir arbeiten.Das trifft auf Wähler identisch zu.

15) Bernhard Paul, Freitag, 24. Februar 2012, 11:58 Uhr

Sehr geehrter Herr @157 Hillebrand,

Ihre Antwort verwundert mich, weil wir, was Sie zu Wahrnehmungsbegrenzung, Obkjektivität etc. schreiben, gleicher Meinung sind.

Was Spreng ausdrücken wollte und was auch mich massiv bis mittlerweile zur Empörung stört an der Causa Gauck, ist die Zitateverdrehung, Zitateverkürzung und Falschinterpretation. Das ist eine besonders perfide Form der Rufschädigung und im politischen Ränkespiel, wie sich auch jetzt wieder zeigt, eine besonders bewährte Methode, einen unliebsamen Menschen anderer Weltanschauung zu beschädigen. Im Internet geht dies aufgrund der weitgehenden Anonymität besonders leicht und gut.

Kein einziges der umlaufenden Zitate – man kann sie alle im Original nachlesen – hat Joachim Gauck in dieser einfachen Kürze oder im falsch interpretierten Sinnzusammenhang von sich gegeben. In den Social Networks und im Internet passiert genau dieses. Dann urteilen Sie: Ist das fair und angemessen?

Was sagen Sie, wenn Sie sich differenziert öffentlich äußern und dann bleibt genau ein (problematischer) Halbsatz seiner Brisanz wegen in der Öffentlichkeit hängen und Ihnen wird ein Etikett aufgeklebt, „Vorsicht, scharfer Hund“ oder welches auch immer, das Ihrer Persönlichkeit weder gerecht wird noch mit ihr das geringste zu tun hat.

Ich bitte um nichts anderes als um Fairness für den Kandidaten Gauck, für den Blogbetreiber Spreng und überhaupt für alle im öffentlichen Umgang miteinander.

16) EStz, Freitag, 24. Februar 2012, 12:12 Uhr

@ 160) Art Vanderley, Donnerstag, 23. Februar 2012, 21:05 Uhr

>> Das Verhöhnen engagierter Demonstranten und das Bashen sozial
>> Schwächerer ist nicht das Zeichen moralischer Stärke , sondern
>> exorbitanter innerer Schwäche.

>> So jemanden als “moralische Autorität” zu bezeichnen , fällt nicht
>> mehr in den Bereich dessen , worüber man sich aufregen kann,
>> es ist schlicht nicht mehr ernst zu nehmen.

Die Qualifikation eines zukünftigen Bundespräsidenten liegt sicherlich nicht darin, es in seinem bisherigen Leben allen recht gemacht zu haben.

Mein Vater, das als Beispiel, hatte im und nach dem Krieg eine sehr harte, sehr entbehrungsreiche Zeit zu überstehen. Heute kann er an keinem Kühlschrank vorbei gehen, ohne zu schauen, ob er noch voll ist. So ist mein Vater ziemlich kugelrund und irgendwie immer am Essen – nur verständlich, wenn man die Umstände seiner Jugend berücksichtigt.

Was immer man für oder gegen Joachim Gauck sagen kann: Der Mann hat einen Lebensweg, der ihn geprägt hat. Wer in der DDR gelebt hat, hatte andere Sorgen und Nöte als beispielsweise ich (wir?) im Westen. Er wird unter dem System gelitten haben (unabhängig davon, ob er sich zu arrangieren wußte oder nicht). Der laxe Umgang mit den Möglichkeiten der Demokratie (Wahlbeteiligung) mag ihm von daher ein Greuel sein.

Auch orientieren sich seine Maßstäbe von arm und reich sicherlich nicht am westdeutschen Schlaraffenland (relativ gemeint), wo die Forderungen und Zuteilungen über die eigentlich wichtigen Punkte Nahrung, Kleidung, Wohnung, Gesundheit oft hinaus gehen.

Bitte nicht falsch verstehen: Was mir an Ihrem Beitrag (und an vielen anderen Beiträgen) stark mißfällt, ist nicht die Meinung, die Sie äußern, sondern die Art, wie Sie das tun. Wenn Sie schreiben, dass Joachim Gauck FÜR SIE keine moralische Instanz ist, ist das selbstverständlich Ihr gutes Recht. Aber so sehen Sie das nicht. Sie fällen gleich wieder ein absolutes Urteil, als wäre das, was „nur“ Ihre Meinung ist, ein für alle gültiges Faktum, und als hätten ANdersdenkende nicht nur eine andere Meinung, sondern Unrecht.

Das ist so ziemlich die gleiche Kerbe, die Sie Herrn Gauck vorwerfen, meinen Sie nicht?

17) Bastian Himberger, Freitag, 24. Februar 2012, 16:02 Uhr

Die Kampagne gegen Gauck verpufft, ehe sie recht begonnen hat. Denn sie ist kleinlich, fast schon lächerlich. Die Mehrheit der Bevölkerung und der Medien will, dass Gauck Bundespräsident wird. Seine Reden von gestern sind ein Indiz für sein Denken, aber entscheidend ist, was er als Bundespräsident sagen und tun wird. Das Genörgel aus vorwiegend linken Randgebieten ist niederträchtig bis dumm.

18) Peter Christian Nowak, Freitag, 24. Februar 2012, 16:49 Uhr

40) Horst,

Gauck mag zwar evangelische Theologie studiert haben. Aber, ob sich seine neoliberale Ideologie mit der des Evangeliums vereinbaren lässt, darüber kann man geteilter Meinung sein.

Für mich lebt Gauck das Evangelium nicht. Bisher jedenfalls nicht. Seine Äußerungen deuten darauf hin. Auch dann, wenn man diese Äußerungen im Textzusammenhang liest. Gerade dann! Der Vorwurf, die meinungsbildende Textauswahl sei fragmentiert, sozusagen aus dem Zusammenhang gerissen, trifft nicht zu.
Er legt das Evangelium aus, wie Neoliberlae es auslegen. Gauck ist demnach ein fragwürdiger Theologe. Ich zähle ihn zu den Pharisäern und Schriftgelehrten, die vor über 2000 Jahren Jesus von Nazareth ans Kreuz schlugen.

19) Mark, Freitag, 24. Februar 2012, 17:35 Uhr

Also, ich bin ein vergleichsweise unvoreingenommener Zeitgenosse. Ich habe mir das „Terpe-Dossier“ in der WELT vom 23.04.1991 durchgelesen. Da gibt es einige Passagen, die -wenn sie denn die Realität einigermaßen korrekt wiedergeben- doch ganz erhebliche Zweifel aufkommen lassen.

Auch der (wahre) Bürgerrechtler Hans-Jochen Tschiche übt scharfe Kritik im Berliner Tagesspiegel:

http://www.tagesspiegel.de/politik/buergerrechtler-hans-jochen-tschiche-gauck-ist-die-falsche-person/6242562.html

Gauck IST die falsche Person für den Posten.

20) Frankilein66, Freitag, 24. Februar 2012, 17:49 Uhr

@ 165) Peter Christian Nowak

Ich bin ja auch ein Freund der Übertreibung als rhetorisches Mittel aber finden sie nicht, dass ihr letzter Satz ein wenig zu dick aufgetragen ist?

21) StefanP, Freitag, 24. Februar 2012, 18:57 Uhr

Wer mal wieder herrlich ablachen will über die „einzige Oppositionspartei im Deutschen Bundestag“, der hat beim Kommentar von Markus Deggerich Gelegenheit dazu (Auszüge):

Einen „Skandal“ nannte es Gregor Gysi, dass die Linke bei der Kandidatensuche für das Schloss Bellevue von allen Fraktionen missachtet wurde. Dummerweise liefern die Linken aber nachträglich selbst das beste Argument, warum mit ihnen kein Staat zu machen ist: Wie will sie eigentlich mit anderen verhandeln, wenn sie schon parteiintern nichts hinkriegt, außer alle möglichen Kandidaten zu beschädigen?

Die immer wiederkehrende Not, man erinnert sich noch belustigt an den Kabarettisten Peter Sodann, unfallfrei einen halbwegs passablen eigenen Kandidaten aufzustellen, verweist auf ein sehr viel ernsteres, tieferes Problem: Die Linke ist unattraktiv für kluge Köpfe. Sie hat ein Glaubwürdigkeitsproblem. Sie hat keinen Zugang zu neuen Eliten und damit keinen Zugang zu frischen Ideen.

SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte Unrecht, als er kürzlich sagte, die Linke sei nicht regierungsfähig. Es ist viel schlimmer: Sie ist nicht politikfähig.

LOL – so ist es! Warum wollte die Linke eigentlich erst einen Kabarettisten für das höchste Amt im Staate nominieren? Sie sind doch selber das beste Kabarett!

22) Politikverdruss, Freitag, 24. Februar 2012, 19:52 Uhr

Gaucks „Fan-Gruppe“ am linken Flügel formiert sich. Hier Auszüge des „Qualitätsjournalismus“ der taz:
„Ganz besonders eifrig empörte sich Trittin gegenüber Ines Pohl über einen Kommentar, der am Mittwoch in der „taz“ erschienen war. Deniz Yücel hatte darin dem designierten Bundespräsidenten eine „Verharmlosung des Holocausts“ vorgeworfen – und darin auch auf die Kritik reagiert, die Sascha Lobo in seiner SPIEGEL-ONLINE-Kolumne geübt hatte.“
„Das ist Schweinejournalismus, das kenne ich nur von der ‚Bild‘-Zeitung“, echauffierte sich der Grüne über den „taz“-Text und verwies darauf, dass Gauck doch Vorsitzender des Vereins „Gegen Vergessen – für Demokratie“ sei. Leider war die „taz“-Chefredakteurin schlecht vorbereitet auf die Attacke und wand sich halbgar heraus: Sie würde das so nie schreiben, aber es sei ja nun mal ein Kommentar gewesen.“ http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,817275,00.html

23) Art Vanderley, Freitag, 24. Februar 2012, 21:02 Uhr

@ 163 EStz

Zunächst : Daß es sich um meine Meinung handelt , was sonst?

Was die Maßstäbe angeht , ja , ich bin der Meinung , daß es eine Charkterfrage ist , ob ich mich nach oben hin andiene und nach unten trete , und ich denke schon , daß es sich da um allgemein gültige Werte handelt.
Ich denke auch nicht , daß es sich um Stärke handelt , wenn ( gerade ein BP) nur im Sinne einer gewissen Klientel spricht, was von vielen Deutschen allerdings mit Stärke verwechselt wird .

Eine andere Meinung steht Ihnen selbstredend zu , das ist ohnehin eine Banlität , Sie müssen es aber schon aushalten , daß ich diese Sichtweise (auch scharf) kritisiere und das dann mit allgemeinen Wertvorstellungen begründe , die ich als wichtig betrachte.

Ihrer differenzierten Sichtweise zu den Auswirkungen des Lebenswegs stimme ich z.T. zu , bei jedem wirkt die Biographie stark prägend.
Ob Einen das als BP qualifiziert , steht auf einem anderen Blatt, ich denke eher , daß Gauck einer dieser Typen ist , die auf einen Zug aufspringen , der schon recht langsam auf den Bahnhof zurollt und sich dann als die großen Lenker aufspielen oder kürzer gesagt , ich halte ihn für einen Blender.

„Das ist so ziemlich die gleiche Kerbe, die Sie Herrn Gauck vorwerfen, meinen Sie nicht?“

Diese Kritik ist , zugegeben , nicht ganz unberechtigt.
Ich hatte mich stark gewundert über die allzu positiven Aussagen Herrn Sprengs , da er vor kurzem eine sehr gute Analyse über Politiker gebracht hat , die sich gerne bei den „oberen Zehntausend“ anbiedern und dann selber einen Kandidaten hochlobt, der meines Erachtens ein Paradebeispiel dieser Spezies darstellt.
Dabei habe ich in der Formulierung übertrieben , besser wäre vielleicht die Bezeichnung „halte ich für überzogen “ gewesen.

@164 Bastian Himberger

Pöbeln gegen Leute , die sich kritisch äußern , aber das Recht auf freie Meinungsäußerung nutzen – das paßt nicht zusammen.
Sie sollten sich mal überlegen , ob es sich bei „kleinlich , niederträchtig und dumm“ nicht um einen klassischen Fall von Projektion handelt.
Wer im Glashaus sitzt…

24) Maren P., Samstag, 25. Februar 2012, 10:32 Uhr

Ich habe mich gerade zu erinnern versucht, wann ich überhaupt den jeweiligen Bundespräsidenten wahrgenommen habe. Also ohne Skandale, ohne Chichi, einfach positiv herausragend in der Amtsausübung. Mir fielen nur v. Weizsäckers Rede zum 8. Mai und Raus Schelte der Politik über einen Gesetzesentwurf ein. Sämtliche Reisen, so lobenswert sie auch gewesen sein mögen, Reden zu Jahrestagen usw. habe ich zwar registriert, aber als business as usual.
Könnte es nicht sein, dass der Job momentan total überbewertet wird? Um die Position der Bundeskanzlerin zu schwächen?
Mal ganz ehrlich, wer hat vor Bundespräsident Horst Köhler genau registriert, was er wo gesagt hat? Ja, wo er überhaupt genau gewesen ist?
Die interparteiliche Einigung auf Joachim Gauck ist doch jetzt eher ein Grund, sich die Bundesversammlung nicht mehr live anzutun, weil das Ergebnis schon bekannt ist. Insofern könnte das auch der Beginn größerer Distanz zur Politik und den sie tragenden Parteien sein, als gerade diesmal beabsichtigt.

25) EStz, Samstag, 25. Februar 2012, 11:56 Uhr

168) StefanP

Was soll denn so etwas? Das bringt doch niemanden voran und Sie eher nach hinten.

26) EStz, Samstag, 25. Februar 2012, 12:24 Uhr

170) Art Vanderley, Freitag, 24. Februar 2012, 21:02 Uhr

>> Zunächst : Daß es sich um meine Meinung handelt , was sonst?

Das höre ich von jedem, der zuerst vorgibt, statt seiner Meinung eine Wahrheit zu verkünden, und dabei „ertappt“ wird.

Wenn jemand der Meinung ist, dass die bisherige Vita, bisherige Reden und Äußerungen Joachim Gaucks ihn nicht als idealen BP-Kandidaten erscheinen lassen, finde ich das in Ordnung (im Übrigen eine Meinung, die ich teile).

Wenn jemand als Tatsache behauptet, Joachim Gauck „bashe“ sozial Schwächere, oder verhöhne Demonstranten, ist das schlichtweg falsch. In diesem Fall nehmen Sie eine Situation, bewerten sie aus Ihrer ganz persönlichen Sicht, und erheben diese ganz persönliche Sichtweise in den Rang einer Tatsache. Das machen viele Journalisten, was ich nicht leiden kann (es sei denn, sie schreiben „Kommentar“ drüber, dann ist es OK). Das machen Politiker, da kann ich es auch nicht leiden.

Ich denke mir gerne meinen Teil, und diskutiere gerne mit anderen, die sich ebenfalls ihren Teil denken. Das darf durchaus auch in deutlichen Worten geschehen. Aber ich sehe einen deutlichen Unterschied zwischen „Ich sehe dies positiv und verurteile jenes“ und „Ich habe recht, und das ist falsch“. Wer mir seine persönliche Vorverurteilung als Tatsache verkaufen will, muss damit rechnen, dass ich mich gegen derartige Vereinnahmungen wehre. Ich bitte um Entschuldigung, wenn ich da gelegentlich etwas knuffig werde. Es lag in Ihrem Ton begründet, nicht in Ihrer Meinung (die ich tendenziell teile) oder in Ihrer Person.

Ihr Beitrag 170) ist daerfreulicherweise deutlich differenzierter, auf dieser Ebene diskutiere ich viel lieber mit Ihnen und stimme Ihnen in der Sachfrage ja durchaus zu. Aber wie schon bei der Diskussion um Christian Wulff, den ich Unbelehrbarer lieber behalten hätte, würde ich auch hier erst einmal abwarten. So, wie sich die Parteichefs ins Zeug geschmissen haben, lässt es sich eh nicht mehr ändern. Vielleicht macht Herr Gauck sich im Amt – er wäre nicht der Erste.

27) Ralf S., Samstag, 25. Februar 2012, 12:44 Uhr

Es bedurfte seitens der FDP keines grossen Mutes – wer so mit dem Rücken an der Wand steht, der kann nicht mehr viele Fehler machen. Zudem brauchte der schleswig-holsteinische Spitzenkandidat, der
ohnehin keinen Respekt vor der Rösler-Chaostruppe hat und allenfalls Brüderle gegenüber noch etwas Zurückhaltung wahrt, endlich irgendeinen Grund warum man die FDP überhaupt noch zur Kenntnis, geschweige denn wählen kann. Die Gauck-Entscheidung ist gut für einen halben bis ganzen Prozentpunkt bei Umfragen, allerdings höchstens für 6 Wochen….

28) Peter Christian Nowak, Samstag, 25. Februar 2012, 18:39 Uhr

167) Frankilein66,

^^Ich bin ja auch ein Freund der Übertreibung als rhetorisches Mittel aber finden sie nicht, dass ihr letzter Satz ein wenig zu dick aufgetragen ist?^^

Gebe ich zu. Man könnte dieser Meinung sein, was den Schlußsatz betrifft. Vielleicht ist man manchmal eher dazu geneigt, mit dem Handwerkszeug lauter zu klappern, weil man durch Überspitzung eine Brücke zum besseren Verständnis bauen möchte.
Dennoch bleibe ich bei meiner These, daß sich die Ansichten Gaucks mit den Ansichten Jesu Christi nicht vereinbaren lassen. Insofern war sein Theologiestudium und das, was er von sich gibt – im Zusammenhang zu gewissen Themen – für die Katz´.
@Alle
Und noch etwas für alle, die nun anfangen werden, Das „Gauck-Bashing“ zu kritiisieren „Bashin´“ -was für ein hassliches Wort! Ja, das ist kritikwürdig! Weil es ein Totschlagswort ist. Man bedient sich Anglizismen, um eine moderne umgangssprachliche Form für alles zu finden, auch für die „Ausrutscher“, im schlimmsten Fall Diffamierungen.
Der Gerechtigkeit halber soll man aber auch sagen: Es geht vielen Menschen bei der Gauck-Diskussion in erster Linie nicht um Diffamierungen, sondern um die Frage, ob Herr Gauck der Bundespräsident sein und die Erwartungen erfüllen wird, die die mehrheitliche Öffentlichkeit erwartet.
Gauck wird sich auch in Zukunft an seinen Reden messen lassen müssen. Es werden dann in der Öffentlichkeit weitere Diskurse folgen. Und dann wird sich irgendwann herausstellen, ob alles nur hässliches Bashing war, oder vieles der Wahrheit entspricht. Daher warte ich ab. Ich warte ab, ob alles nur Übertreibungen, Überspitzungen waren, die hier und anderswo geäußert wurden. Grundsätzlich aber habe ich Verständnis für diejenigen, die sensibel geworden sind für Blendwerk, sei es aus den Medien oder der politischen Klasse. Das gilt für einen Bundespräsidenten allemal!

29) Art Vanderley, Samstag, 25. Februar 2012, 20:53 Uhr

@ E Stz

„Vielleicht macht Herr Gauck sich im Amt – er wäre nicht der Erste.“

Ich muß wohl nicht dazusagen , daß ich das eher nicht vermute , gegen eine positive Überraschung hätte ich aber nichts einzuwenden.

30) M. Boettcher, Sonntag, 26. Februar 2012, 17:29 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

lernen Sie bitte erst einmal den Unterschied zwischen Pseudonymität und Anonymität, bevor Sie sich in einem Medium, das Sie offenbar nicht richtig verstehen, erregen. Die wenigsten Teilnehmer im Internet sind anonym. Wer das glaubt und etwa zu Straftaten aufruft oder selbst welche begeht, kann durchaus erleben, wie schnell es vorbei ist mit der angeblichen Anonymität. Außerhalb des Internets gehören Pseudonymität und vermeintliche Anonymität zu den normalen Bestandteilen des öffentlichen Lebens. Künstler z. B. verwenden oft Pseudonyme. Kurt Tucholsky schrieb u. a. auch unter Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel. Sie werden wohl auch kaum annehmen, dass z. B. „Rex Gildo“ etwa wirklich so hiess, weil man den Mann ja schließlich real sehen und ggf. anfassen konnte. Falls doch, so hilft Ihnen das geschmähte Internet sicher weiter. Auch die von Ihnen m. E. ziemlich überbewerten Medien kennen und nutzen Pseudonyme. So findet sich gelegentlich unter Leserbriefen in Zeitungen und Zeitschriften den Redaktionshinweis: „Der Name ist der Redaktion bekannt“. Dass die lesende Öffentlichkeit dennoch nicht erfährt, wer hinter der geäußerten Meinung steht, hindert die Macher der Blätter offenbar nicht daran, diese zu publizieren. Selbst die Verwendung real aussehender Namen in Artikeln und Leserbriefen bedeutet nicht, dass der Verfasser tatsächlich Träger des verwendeten Namens ist. Oder glauben Sie, dass die früher in der HörZu schreibende Person der Rubrik „Fragen Sie Frau Irene“ wirklich Irene mit Vornamen hiess? Kleiner Tipp: dahinter steckte ein Mann. Von R. Augstein ist mir bekannt, dass er sich für seine Leserbriefe an das eigene Blatt gelegentlich Namen realer Personen auslieh. Ich habe mich immer gefragt, warum er die nicht einfach erfunden hat. Das muss eine besondere Marotte gewesen sein. Ob also jemand seine Meinung unter Donald Duck, abcfunk, DerMitDemWolfTanzt, Martin Müller, Sandra Petersen oder Michael Spreng veröffentlich, ist völlig egal. Es ist stets der Inhalt, der zählt.

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