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Samstag, 25. Februar 2012, 13:14 Uhr

Gauck und der Shitstorm

Sechs Tage schon dauert der Shitstorm im Internet gegen Joachim Gauck und seine Urheber müssen verzweifelt sein. Denn nichts ist bisher an dem designierten Bundespräsidenten hängen geblieben, der Sturm prallt an seiner Integrität ab. Seine moralische Autorität ist ungebrochen.

Und was wurde nicht alles versucht: ihn zum Sarrazin-Freund, zum Holocaust-Relativierer, zum Gegner der deutsch-polnischen Aussöhnung, zum Feind der Anti-Hartz IV-Demonstrationen,  und – das war der Höhepunkt – zum IM der verbrecherischen Stasi zu machen. Das bespitzelte Stasi-Opfer “Larve” als “IM Larve” zu bezeichnen, das konnte nur fanatischen Ideologen oder Dummköpfen passieren.

Gaucks Lebenslauf wurde verfälscht, seine Zitate aus dem Kontext gerissen. Es war keine Sternstunde des Internets, sondern eine dunkle Episode. Aber es gab auch Lichtblicke: gegen den Shitstorm standen im Internet Männer auf wie Patrick Breitenbach oder Sascha Lobo. Und das nicht anonym. Und sorgfältig recherchierende Journalisten der “alten Medien”, die damit ihre unveränderte Notwendigkeit unter Beweis stellten. 

Der Fall Gauck war wieder einmal ein Lehrstück: Das Internet ist nicht nur ein Medium der Freiheit, der Kommunikation und der Aufklärung, sondern auch der Diffamierung, Verfälschung und Denunziation.

Es gibt kaum ein intransparenteres Medium als das angebliche Medium der Transparenz. Denn ein Großteil der Fälscher und Verdreher schoss aus dem Schutz der Anonymität. Wer steckt dahinter, welche Absichten verfolgt er, wo steht er? Diese Fragen müssen beantwortet werden können, um eine Meinungsäußerung ernsthaft würdigen zu können.

Anonymität im Internet ist (ich kann das auch einigen meiner Kommentatoren nicht ersparen) prinzipiell eine Charakterschwäche. Ausnahmen bestätigen die Regel. Und ausgenommen sind natürlich arabische Freiheitskämpfer und andere Blogger in autoritären Staaten.

Wie aber kann in einem freiheitlichen System sich ein Mensch anmaßen, den Charakter anderer Menschen zu beurteilen, wenn er selbst zu charakterschwach ist, sich dazu zu bekennen? Bei Sachbeiträgen sehe ich das zwar auch kritisch, aber etwas milder.

Offenbar glauben viele, das jahrhundertlang erkämpfte Recht auf Meinungsfreiheit sei ein Recht auf Anonymität. Was für ein Irrtum: Hier stehe ich und kann nicht anders, sagte(angeblich) schon Martin Luther.

Anonymität ist keine Frage der Gesinnung (dahinter verstecken sich Rechte wie Linke), sondern eine Frage der Haltung. Die Schwarmfeigheit ist die kleine häßliche Schwester der Schwarmintelligenz.

Wenn in “alten Medien” darüber berichtet wurde, war häufig die Rede vom “Aufstand der Netzgemeinde”. Ein großer Irrtum. Denn erstens gibt es keine Netzgemeinde. Ich zum Beispiel will ihr genauso wenig angehören wie einer religiösen oder politischen Gemeinde. Und zweitens gibt es im Internet immer wieder ehrbare Versuche, sich solchen Shit-Stürmen aufklärerisch entgegenzustellen.

Wenn aber ein Großteil der Internet-User auf der Anonoymität beharrt, dann be- und erhält das Internet als Forum der freien Meinungsäußerung einen zweifelhaften Ruf.

P.S. Damit kein Missverständnis aufkommt: Auch Gauck darf und muss kritisiert werden können. Ich finde zum Beispiel seine Qualifizierung Thilo Sarrazins als “mutig” verunglückt (trotz aller sonstigen Distanz und Differenziertheit Gaucks), denn Sarrazin ist überprüfbar Verfasser eines rassistischen Menschenbildes. Aber die Vorwürfe müssen stimmen, belegbar sein und nicht aus dem Zusammenhang gerissen. Und mit offenem Visier vorgetragen.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

166 Kommentare

1) 343max, Samstag, 25. Februar 2012, 13:27 Uhr

Mh. Aber wäre es nicht sinnvoll, den Kommentatoren hier überhaupt die Möglichkeit zu geben nicht anonym zu kommentieren? Oben meckern dass es zu viele anonyme Kommentare gibt, unten keinen Möglichkeit geben auf das eigene Blog, Twitter Profil, sprich: die Identität zu verlinken. Das ist ziemlich inkosequent.

2) Alberto Green, Samstag, 25. Februar 2012, 13:32 Uhr

So sehr ich Sascha Lobos und somit fast ihrer Meinung bin, so sehr muss ich Ihren undifferenzierenden Umgang mit dem Begriff Internet kritisieren. Was sie mit Internet meinen, sind die dämlichen Äußerungen einzelner Hohlbirnen via Twitter. Auf Blogs wie dem Sprachblog habe ich eher differenzierende Beiträge wie dem von Anatol Stefanowitsch gelesen, auch wenn ich ihm nicht zustimme.

Wenn ich in einer Kneipe bin und Einzelne am Stammtisch losgröhle, sage ich auch nicht, dass es ein Problem mit dem deutschen Kneipenwesen gibt. (Diese Leute sind für mich übrigens auch anonym, sie tragen selten Namensschilder. Dass die Menschen auf der Straße keine Namensschilder tragen, wäre demnach auch eher charakterschwach.)

Vermutlich finden Sie mich auch charakterschwach, weil ich mit einem Pseudonym poste. Aber wie sie der Emailadresse entnehmen können, würde ich mich mit meinem Allerweltsnamen eher in die Anonymität begeben, als mit meinem “Nickname”. Sollten Sie Interesse an meinem wahren Namen und meiner Anschrift haben, zögern Sie nicht. Sollte sich jemand von mir auf den Schlips getreten fühlen, können Sie ihm gerne die Mailadresse zukommen lassen.

Differenzieren ist beim Thema Gauck wie beim Thema Internet und seinen Facetten ein schönes Stichwort.

3) unverständnis, Samstag, 25. Februar 2012, 13:34 Uhr

Richtig, es gibt keine wirklich repräsentative Netzgemeinde. Aber es gibt durchaus viele überdurchschnittlich gebildete und informierte, junge kritische Bürger im Netz. Auch sog. Opinion Leader. Sie haben hinter die Kulissen geguckt, und einen Kandidaten gesehen, der in der Vergangenheit lebt und ständig in die neurechte Ecke blinkt. Seine Freiheit findet sich wohl bei der rechten Postille “Jungen Freiheit”, die dementsprechend gerade titelte “Wir sind Präsident”. Der Mythos vom Bürgerrechtler entpuppt sich ebenso weitenteils als Inszenierung. Übrig bleibt ein eitler, von sich selbst eingenommener Konservativer.

Ansonsten haben wir vielleicht ein Generationenproblem: Ich finde es in einer Demokratie das normalste von der Welt, dass man als Bürger einen Kandidaten mal näher unter Lupe nimmt, bevor er gewählt wird, und nicht nur abnickt. Was man entdeckte, gefiel eben nicht mehr so sehr. Besser, das gleich zu wissen, als dann, wenn er schon gewählt ist. Schlimmer fand ich zuvor die völlig kritik- und debattenlose Jubelstimmung in der Presse. Der Konsens zu Gauck war ein großer Schwindel, der “Präsident der Herzen” ein Produkt von Werbeagenturen. Aus dem Kontrast zwischen der Inszenierung einer Lichtgestalt, und der vorgefundenen Realität speist sich wohl das, was Sie nun shitstorm nennen. Man kann es aber drehen und wenden, der Lack bei Gauck ist schon ab, die Kulisse umgekippt, ein auf normales Format gestutzter, offensichtlich aus jeweiliger Parteientaktik heraus ausgewählter Kandidat ist übriggeblieben, und die Gläubigen und Fans reagieren nun beleidigt. Dabei kriegen sie doch ihren Gauck trotzdem, und wem er nicht gefällt, der wird im TV eben weiterzappen, wenn Gauck seine Plattitüden künftig präsidial aufgemotzt verbreitet.

4) Tobias Söchtig, Samstag, 25. Februar 2012, 13:41 Uhr

Lieber Herr Spreng,
heute mal Zustimmung mit Einschränkungen:

Eine der größten Errungenschaften des Internets ist doch, dass jeder anonym seine Meinung äußern kann. Dies ist selbst Bestandteil der Freiheit, die wir in diesem Land genießen dürfen. Diejenigen, die nun Herrn Gauck anonym kiritisierten einen schwachen Charakter vorzuwerfen, halte ich für übertrieben. Selbstverstänlich nur, wenn es sich um konstruktive Beiträge handelte. Da stimme ich ihnen wiederum zu, dass es von dieser Sorte eher weniger gab. Ein Beitrag kann nur konstruktiv sein, wenn Zitate nicht aus dem Zusammenhang gerissen und belegt werden.

Herr Gauck wird sich im Internet nicht an Diskussionen beteiligen, sollte er dies tun, gehört es selbstverständlich zum guten Ton, dass er seine Diskussionspartner ebenfalls mit Namen kennt.

P.S.: Es gab wohl leider mehrere “unglückliche” Formulierungen Gaucks. Sarrazin als mutig zu bezeichnen ist Ein Beispiel dafür.

5) Joachim Geyer, Samstag, 25. Februar 2012, 14:08 Uhr

Lieber Herr Spreng,

ich habe die negativen Nachrichten über Herrn Gauck im Internet verfolgt. Und ich muss sagen, dass man schon versucht ist, das Bild des integren Herrn Gauck zu revidieren. Es erweist sich manchmal als schwer, wahre von unwahren bzw. halbwahren Geschichten zu unterscheiden. Jede Zeitung, jeder Journalist, jeder Blogger und Meinungsmacher erhebt für sich den Anspruch, wahrhaftig zu sein. Bei soviel Wahrhaftigkeit wird es allerdings schwer für den “einfachen Leser”, herauszufinden was wirklich wahr ist.
Ich bin ich froh, dass die Attacken gegen Herrn Gauck bisher ins Leere liefen. Er ist ein Charakterkopf mit Rückgrat. Äußerst präsidiabel!

6) bee, Samstag, 25. Februar 2012, 14:10 Uhr

“Anonymität im Internet ist (ich kann das auch einigen meiner Kommentatoren nicht ersparen) prinzipiell eine Charakterschwäche.”

Schön, dass das Bundesverfassungsgericht vollkommen anderer Meinung ist. Bestimmt tröstet es Sie, dass dies Blog sich unter Juristen eines untadeligen Rufs erfreut. Wenngleich humoris causa.

7) Mark, Samstag, 25. Februar 2012, 14:24 Uhr

Herr Spreng, haben Sie den Artikel in der WELT vom 23. April 1991 gelesen? Ich (als im Westen sozialisierter Mensch) habe es gelesen, da es ja freundlicherweise in den Kommentaren zu Ihrem letzten Artikel verlinkt wurde. Ich lese aus diesem “Dossier” heraus, dass es zumindest berechtigte Zweifel an der “Integrität” von Herrn Gauck gibt. Das als einen “Shitstorm” von “Dummköpfen” zu bezeichnen, das ist unter der Gürtellinie und entspricht in keiner Weise ihrer sonstigen Haltung. (Haben Sie eine schlechte Woche gehabt?)

Auch der erneute Hinweis auf die Charakterschwäche von anonym kommentierenden Menschen zielt ins Leere. Wer eine Aufhebung der Anonymität fordert, der wird zwei Sachen auslösen: 1. Der “deutsche” Teil des Internet wird “sauberer”, und wir werden viel, viel weniger kritische Stimmen lesen. 2. Der kritische Teil der Diskussion wird weitgehend ins Ausland verlagert, bzw. auf ausländische Server. Gewonnen ist dadurch kaum etwas; vielleicht schaffen es diejenigen, die ein Interesse an einem weitgehend kritikfreien Internet haben, die Diskussion wieder etwas einzudämmen.

Ich erinnere mich gerne an eine große Firma, die lange Zeit anonyme Kommentare in ihrem Intranet zuließ. Da war die Hölle los! Propaganda von der Geschäftsführung wurde nahezu in Echtzeit zerpfückt von den frustrierten Mitarbeitern. Dann wurde es der GL doch zu bunt – man führte Klarnamenpflicht für Kommentare ein. Und siehe da: Wie durch ein Wunder verstummten die kritischen Stimmen über Nacht. Kritik wurde von Stund’ an wieder beim Mittagstisch und in der Kaffeeküche geäußert, natürlich gegenüber Gleichgesinnten.

Kurzum: Ihrem Kommentar kann ich diesmal ganz und gar nicht zustimmen, leider.

8) Nobbi, Samstag, 25. Februar 2012, 14:29 Uhr

Nur zwei Beispiele für substanzielle “nicht-anonyme” Kritik an Gaucks Ernennung zum Bundespräsident im Netz:

- die Analysen von Jakob Jung:

http://jacobjung.wordpress.com/2012/02/22/der-gauck-die-netzgemeinde-und-die-anderen/

- die Analyse von Anatol Stefanowitsch.

http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog/kultur/2012-02-21/der-boese-gauck-und-das-netz

Diese Argumentationen unterscheiden sich wohltuend von der Lobhuddelei sämtlicher Mainstream-Medien. Übrigens auch stark in der Qualität gegenüber den Artikeln von Lobo und Breitenbach. Wenn Sie – Herr Spreng – deren Beiträge so loben, ohne genau zu sagen, warum, dann darf man wohl auch gegenhalten, dass die Beträge dieser beiden PR-Profis flach und belanglos sind. Das zu glauben oder nicht, überlasse ich allen, die früher, wie ich, in Deutsch eine eins hatten und über entsprechendes Sprachgefühl und Sinn für gute Argumentation verfügen :-)

Im übrigen prallt die hochwertige Kritik im Netz – die sich wohltuend unterscheidet von der devoten Heiligsprechung à la “Präsident der Herzen” der Systemmedien – nicht einfach ab an Gauck. Man darf die Meinungsumfragen, bei denen überwiegend Leute antworten, die sich im Alltag kaum viel Gedanken um die Person Gauck machen und die überwiegend die gigantische PR “pro Gauck” der Systemmedien reflektieren, nicht verwechseln mit “überwiegender Zustimmung”. Die hatte ein Guttenberg auch – übrigens zeitgleich mit dem schielenden Opossum Heidi – und wie schnell man die verliert, hat man ja gesehen.

9) LX, Samstag, 25. Februar 2012, 14:30 Uhr

Der Lobgesang auf die “alten Medien” ist hier nicht angebracht. Die verkürzten und aus dem Kontext gerissenen Zitate wurden eben diesen bereits entnommen (z.B. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,792098,00.html) und lediglich weiter verbreitet. Man kann der “Netzgemeinde” anlasten, dass keine weitere Recherche nach den Hintergründen oder Zusammenhängen der Aussagen erfolgte. Doch hier nimmt sich der gemeine Netzbürger nichts mit dem gemeinen Zeitungsleser.

Stattdessen muss man hervorheben, dass diejenigen, die versuchten, dem falschen Eindruck von ein paar Tausend unreflektierten Retweets entgegenzuwirken, mit ihren über die “neuen Medien” verbreiteten Richtigstellungen wesentlich mehr Menschen in der Zielgruppe erreicht haben dürften, als es eine Gegenanzeige in einem vermeintlichen Qualitätsmedium jemals könnte.

10) FF, Samstag, 25. Februar 2012, 14:33 Uhr

Werter Herr Spreng,

ich weiß wirklich nicht, in welchem “Internet” Sie verkehren. Es gibt nämlich weder einen tagelang wütenden “shitstorm” gegen Herrn Gauck noch prallt dieser Sturm an “seiner Integrität” ab.

Was es gibt, sind (nach dem Wulff-Debakel mehr denn je) berechtigte Fragen zu Herrn Gaucks politischen Positionen und sehr berechtigte Fragen zu seiner glorreichen Vergangenheit. Man stellt sich diese Fragen auch im Internet. Ja, und? So what?

Was es bisher nicht gibt, sind Antworten von Herrn Gauck. Bis dato müssen wir uns mit den mehr oder weniger glühenden Bekenntnissen seiner Kritiker und seiner Verteidiger begnügen, die sich auf ihre jeweiligen “Fakten” berufen.

Ich etwa frage mich, wieso die “Staatssicherheit” mir als Otto-Normal-DDR-Bürger weder einen VW-Bus zur Verfügung stellte noch mich in den Westen reisen ließ – wie Herrn Gauck.

Ich war halt kein hinreichend kritischer “Regimekritiker” und wohl auch kein verdienter Bürgerrechtler des Volkes… :-)

Kinkerlitzchen seien das, finden Sie? Nun, ich finde, wer bei Herrn Wulff “Hauskredit” und “Bobbycar” gesagt hat, der muß bei Herr Gauck “Westreise-Erlaubnis” und “VW-Bus” sagen…

Ich jedenfalls wünsche keinen “DDR-Wulff” als Bundespräsident.

PS.: Im Grunde ist es natürlich völlig wurscht, wer in diesem seltsamen Schloß sitzt, die Kaninchenzüchter des Jahres prämiert und die Urkunden der Bundesjugendspiele unterschreibt.

11) Kai Bojens, Samstag, 25. Februar 2012, 14:34 Uhr

Sie schreiben: „Es gibt kaum ein intransparenteres Medium als das angebliche Medium der Transparenz. Denn ein Großteil der Fälscher und Verdreher schoss aus dem Schutz der Anonymität. Wer steckt dahinter, welche Absichten verfolgt er, wo steht er? Diese Fragen müssen beantwortet werden können, um eine Meinungsäußerung ernsthaft würdigen zu können.”

Butter bei die Fische, Herr Spreng: Wo haben in der Gauck Debatte „Fälscher und Verdreher (…) aus dem Schutz der Anonymität” geschossen? Ich habe diese Diskussion im Netz mit großer Anteilnahme verfolgt und auch viele Kritiken gelesen, die vielleicht zweifelhaft waren. Davon waren allerdings die allerwenigsten anonym oder sonstwie nicht verfolgbar. Ganz im Gegenteil. Die Debatten haben offen in Blogs stattgefunden, deren Autoren sich in der Regel namentlich zu erkennen geben.

Ich halte es für einen Mythos, dass es eine große anonyme Masse gebe, die da eine verdeckte Kampagne führe.

12) StefanP, Samstag, 25. Februar 2012, 14:56 Uhr

Daumen hoch! … schreibt Anonymimous StefanP (aus beruflichen Gründen).

Wenn zwei Autoren (Heisig, Sarrazin) mit etwas unterschiedlicher Stoßrichtung, aber ähnlichem Anliegen binnen Wochen Verkaufsrekorde erzielen, haben sie einen Nerv der Gesellschaft getroffen, der von der Politik verkleistert wurde. Das hat Gauck gelobt.

13) theo, Samstag, 25. Februar 2012, 15:13 Uhr

Lieber Herr Spreng,

ich hatte gedacht, dass Sie nach tagelangem Abwarten die Debatte etwas konstruktiver bereichern würden. So ist es von Ihnen ein Rundumschlag, dem leider etwas Tiefe fehlt.

Als Anregung ein Blogbeitrag:

http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog/kultur/2012-02-21/der-boese-gauck-und-das-netz

14) killswitch, Samstag, 25. Februar 2012, 15:18 Uhr

das liest sich etwas, als ob sie entsetzt wären, dass es schmutz im internet gibt. prinzipiell kann jedes medium ein medium “der Diffamierung, Verfälschung und Denunziation” sein. man schaue sich nur mal fox news oder diverse boulevardzeitungen (oder weitaus schlimmere wie zbspl el manar) an.

der große unterschied zwischen dem internet und anderen medien ist, dass hier amateure eine genauso große reichweite wie professionelle journalisten bekommen. während journalisten aber gerade wegen ihrer meinung einen job haben und bezahlt werden, kommt es beim normalen bürger häufiger vor, dass menschen, von denen man abhängig ist, eine gänzlich anderer meinung sind.

der normale schutzmechanismus, dass man auch als nicht-journalist im alltag trotzdem seine gedanken zum ausdruck bringen kann, ist die kontrolle der reichweite der meinungsäußerung; das heißt, ich weiß wem ich was erzähle, wer davon “wind bekommt” und wer eben nicht. dadurch kann man einigermaßen einschätzen, welche persönlcihen folgen eine aussage haben wird.

im internet kann ich die reichweite meiner meinungsäußerung aber nur in den seltensten fällen beschränken, der einzige schutz, der mir bleibt, ist folglich die anonymität. eine aufhebung dieser anonymität, zum beispiel mit zwangsweise veröffentlichten, festen ips und einem öffentlichen ip-register, hätte logischerweise ein ende der meisten öffentlichen diskussion im internet (und nicht nur der politischen!) zur folge.

ich denke, man sollte das internet eher als chance sehen: erstmals in der geschichte ist jedem bürger die möglichkeit gegeben, sich praktisch kostenlos und weder regional noch zeitlich beschränkt an jeder beliebigen diskussion zu beteiligen. dass das ganze dann sowohl auf sehr hohem als auch auf stammtischniveau stattfindet, sollte klar sein – andere bürger hat dieses land nunmal leider nicht.

für politiker sollte das meiner meinung nach vor allem zwei dinge bedeuten:
1. wer sich selbst in die öffentlichkeit stellt, kann nicht mehr davon ausgehen, dass öffentliche meinungsäußerungen nur einen begrenzten kreis erreichen und auch relativ schnell wieder vergessen sind. mit hilfe des internets kann jede aussage innerhalb von stunden aufgebauscht werden und das internet vergisst nichts.
2. man sollte die wirkung von politischen diskussionen im internet dennoch nicht überschätzen. der größte teil der wählerschaft beteiligt sich nicht daran und bezieht seine informationen nach wie vor aus den klassischen medien oder dem sozialen umfeld.

ps: willkommen in der meinungsanarchie

15) CitizenK, Samstag, 25. Februar 2012, 15:19 Uhr

Ist ein Argument weniger gütig, wenn man weiß, wer es vorbringt? Im Gegenteil. Sofort wird es mit möglichen Absichten unterlegt, die es – angeblich – entwerten oder stützen. Je nach eigenem Standpunkt.

So erklären Sie Herrn Gauck unkritisch zum “Stasi-Opfer”. Hat er in Bautzen gelitten? Hat die Stasi seine Familie “zersetzt”? Hat er seine Stellung verloren und musste in der Produktion oder im Heizungskeller arbeiten wie viele wirklicher Opfer der Stasi?

Was Sie den Gauck-Kritikern vorwerfen, trifft leider auch auf Sie zu: Sie differenzieren nicht.
Und: Irritiert es Sie gar nicht, wenn auch NPD-nahe Publikationsorgane übern Herrn Gauck jubeln
( “Wir (!) sind Präsident”?) Nur Beifall von der falschen Seite – den man nicht immer vermeiden kann- oder doch ein Hinweis auf bisher übersehene problematische Standpunkte von Herrn Gauck?

16) Bastian Himberger, Samstag, 25. Februar 2012, 15:26 Uhr

Warum lassen Sie denn Pseudonyme auf Ihrem Blog zu, Herr Spreng?

17) Politikverdruss, Samstag, 25. Februar 2012, 15:54 Uhr

Der „Shitstorm“ wird Ihre linke Anhängerschaft, Herr Spreng, aber erheblich verärgern. Zum Ausgleich dafür haben Sie aber immerhin Sarrazin ein rassistisches Menschenbild unterstellt. Ich gehe davon aus, dass die SPD das beim Parteiordnungsverfahren übersehen hat. Da kann man ja mit Spannung dem nächsten Parteiordnungsverfahren entgegensehen.

18) Pinto, Samstag, 25. Februar 2012, 16:06 Uhr

Was Herrn Gauck angeht: In der Erregungskultur, die in der Medienlandschaft allgemein herrscht, bedeutet sein abwägendes, ergebnisneutrales Analysieren strittiger Themen – erst recht die Ansprache unangenehmer Wahrheiten abseits vom Meinungsmainstream – zunächst mal, daß man in mehrere Fettnäpfe gleichzeitig tritt. Die notwendige Auseinandersetzung mit dem Thema findet erst statt, wenn die Gemüter abgekühlt sind und die Streithähne nach mehreren Argumentationsrunden zähneknirschend einräumen mussten, daß an den Argumenten der Gegenseite eventuell auch was dran ist.
In der Hinsicht wird Herr Gauck vermutlich ein sehr anstrengender Präsident werden. Gottseidank.

Zur Anonymität: rechts oben auf dieser Seite sehe ich den “toten Briefkasten” mit dem Hinweis: ” Werfen Sie hier vertrauliche Informationen anonym ein”. Nanu? Dann ist das also doch okay?
Ich selbst möchte bei Kommentare anonym bleiben, weil ich einfach vermeiden möchte, daß eine simple Suchabfrage meines Namens einen Rattenschwanz von Kommentaren in diversen Blog zum allen möglichen Themen offenbart und siche jeder in meinem privaten und beruflichen Umfeld ein Bild machen kann über Gedanken, die ihn nichts angehen.

Ich will mich einfach für das, was ich schreibe, niemandem gegenüber rechtfertigen. Wenn es grober unfug sein solte: Für Sie, Herr Spreng, bin ich gerne über die angegebene email-Adresse erreichbar. Aber ich bin Privatmann, kein Journalist. Eine Sammlung meiner in Kommentaren geäusserten Ansichten per Suchmaschine kann in meinem Privatleben einen gewaltigen Schaden anrichten. Ausserhalb des Journalismus gilt z.B. im Berufleben: je nachdenklicher, individueller und kreativer sich jemand äussert, desto gefährlicher ist er als Arbeitnehmer.

Und ich behalte mir vor, meine Meinung auch zu ändern – ich will nicht wie ein Politiker noch Jahre später in Diskussionen damit konfrontiert werden, daß ich mal etwas anderes geschrieben habe.

Zuguterletzt: die jenigen, die wirklich inkompetenten Unfug verzapfen, machen das (z.b. auf Facebook) auch ganz offen. Auch ein großer Teil der Anfeindungen gegen Herrn Gauck war eben NICHT anonym, sondern zieht sich quer durch die Blogger- und Medien-Prominenz.

19) sausi, Samstag, 25. Februar 2012, 16:09 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,
sie schreiben: “Wie aber kann in einem freiheitlichen System sich ein Mensch anmaßen, den Charakter anderer Menschen zu beurteilen, wenn er selbst zu charakterschwach ist, sich dazu zu bekennen?”

Ich finde es nicht ganz so problematisch, wenn Leute aus der Anonymität heraus kritisieren. Viele am Shitstorm Beteiligte sind ja gar nicht anonym. Wesentlich problematischer finde ich es, dazu gehören auch Leute in den “alten Medien” wenn sich Leute ein moralisches Urteil in einer Frage anmaßen, die sich mangels persönlicher Erfahrung gar nicht überblicken können. So schreibt Andreas Zielcke heute in der SZ, dass “Gaucks Gesinnung als Bürgerrechtler bis kurz vor dem Ende der DDR passiv, also innerlich gewesen” sei. Der Widerstand in der DDR ist unterschiedliche Wege gegangen. Er reichte von denen, die ausreisten bis zu denen, die wie Bohley und Wollenberger (Lengsfeld) ihre Existenz riskiert haben. Gauck hat keine Plakate entrollt, aber Freiräume geschaffen und Menschen ermutigt. Wer das als Passivität klein redet, weiß vermutlich wenig über Opposition und Widerstand in der DDR.
Es ist besonders pikant, wenn gerade jene Gauck Opportunismus vorwerfen, die es sich bis vor kurzem noch in den von der SED finanzierten DKP-Milieus gemütlich gemacht haben. Sie tun dies übrigens nicht aus der Anonymität heraus sondern mit Klarnamen.

20) Mag, Samstag, 25. Februar 2012, 16:18 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

schön geschrieben! :)

Allerdings: Es gibt auch Skeptiker (“Kritiker” wäre zu scharf) wie mich, die auf twitter zu ihrem Namen stehen. ;) Und: So zutreffend Ihr Blogbeitrag auch überwiegend ist, so sehr hätte ich ihn (auch von Seiten der beiden von Ihnen genannten Blogger) mir in der causa Guttenberg gewünscht! Die Hetze gegen IHN war (und ist) wahrlich ein unfairer -aus dem Zusammenhang gerissener- shitstorm. Die tweets gegen Gauck waren dagegen Wattebäuschchen. WENN, dann die identischen Maßstäbe auch an JENE Lieblinge des deutschen Volkes anlegen, die den Linken weit mehr ein Dorn im Auge sind als es (hinter den Kulissen) ein Gauck ist.

Ansonsten: Ihr Blog gefällt mir dermaßen, dass ich ihn in meine Blogroll aufnehmen und auf twitter öfter mal erwähnen werde.

Mit freundlichem Gruß! :-)

21) sk8erBLN, Samstag, 25. Februar 2012, 16:21 Uhr


@ m.spreng

“Anonymität im Internet ist (ich kann das auch einigen meiner Kommentatoren nicht ersparen) prinzipiell eine Charakterschwäche.”

Ohh sie können sich kaum vorstellen wie sehr mich diese Bemerkung aus der virtuellen Feder eines Ex-BAMS Chefredakteurs jetzt trifft. BAMS, ein Qualitätsmedium des deutschen Journalismus, dieser Leuchtturm der Fairness und Akkuratesse der Berichterstattung, Wem immer sie aus welchen Gründen auch immer zusammen mit ihrer Wochentags-Schwester Bild das Genick brechen wollte hat sie es gebrochen. Um sie zu zitieren ” die kleine hässliche Schwester ” des Qualitätsjournalismus. Und Ihnen als Chefredakteur kam die eher zweifelhafte Rolle zu, für Woche für Woche eine gut vermarktbare Aufmerksamkeit zu garantieren. Ich will lieber nicht wissen, wie oft bei Bild und BAMS eine Story -jetzt zitiere ich Lobo-” in den maximalen Wirkungskontext zusammengestaucht und zurechtgebogen” wurde.

Ausgerechnet SIE kommen jetzt also um die Ecke gebogen und erheben den moralischen Zeigefinger? Ahh ja. Das nenne ich mutig!

Ins Knie geschossen ,was ihre Thesen anbelangt, haben Sie sich im übrigen zudem mit dem Artikel. Das war ja auch schon bei den letzten Ihrer Missfallensbekundungen zur Anonymität im Web so und die damaligen Einwendungen sind offensichtlich spurlos an Ihnen vorübergegangen.

Es ist nämlich die selbe anonyme Schwarmintelligenz die im Fall Wulff, im Fall Guttenberg,Chatzimakakis, und ebenso bei Gauck für die Korrektur sorgt. Denn im selben bösen anonymen Internet gab es zugleich Richtigstellungen und Korrekturen, (wo genau, siehe die zahlreichen enthaltenen Links im Tagesspiegellink am Ende meines Beitrags) nicht nur von dem von Ihnen gepriesenen “Alpharüden (Zitat Tagesspiegel) Lobo. Die Korrektur funktioniert übrigens genauso gut anonym denn sie hängt von der verifizierbarkeit von Fakten ab. Man muss sich eben nur entsprechend nicht nur einseitig informieren. Da gilt dann wieder das selbe wie bei der Bild und BAMS. Die Wenigsten tun das, für Springer wäre fatal es wäre anders.

Und zu dem Herrn Gauck, der ja in Kürze mit großer Mehrheit von der Bundesversammlung gewählt werden dürfte in weniger Wahlgängen als sein Vorgänger.

Den erwartet der nächste Shitstorm in dem Augenblick, wenn “er in seinen Wortbeiträgen in den nächsten Wochen keine Sprache für Fragen der Integration und zu sozialen Bewegungen wie Occupy finden” sollte. So gesehen kann man der unerträglichen Causa Wulff tatsächlich etwas positives abgewinnen. Die Worte eine Bundespräsidenten und die Figur sind in Zukunft nicht mehr sakrosankt.

Das musste allerdings jeder wissen, der sich dieses Amt an die Backe bindet. Auch der im Taxi vom Anruf überrumpelte Gauck.

Leseempfehlung:
http://www.tagesspiegel.de/meinung/joachim-gauck-und-das-netz-sturm-auf-sturm/6242046.html

22) Mag, Samstag, 25. Februar 2012, 16:23 Uhr

p. s. Nachtrag (in einem 2. Kommentar, weil ich nicht weiss, ob der erste sonst veröffentlicht worden wäre): http://www.twitter.com/magnusbecker -es kommen natürlich auch PRO-Gauck-Zitate vor, die meisten re-tweets sind aber zugegebenermaßen Gauck-KRITISCH. ;) Zu viele Fragen wurden von ihm meines Erachtens noch nicht hinreichend beantwortet.

23) Martin Sinn, Samstag, 25. Februar 2012, 16:32 Uhr

https://www.youtube.com/watch?v=ajBJjcxTtk8

24) sk8erBLN, Samstag, 25. Februar 2012, 16:40 Uhr

zu Gauck noch:
Die beiden nachstehenden Tagesspiegellinks genügen mir schon bei der Frage ob ich Gauck für einen guten Kandidaten halte:

Stasi-Behörde
Falschaussagen überschatten Gauck-Kandidatur
http://www.tagesspiegel.de/politik/stasi-behoerde-falschaussagen-ueberschatten-gauck-kandidatur/6232840.html

Da interessiert mich dann doch sehr genau, was Gauck über die unterschlagenen 46 Hauptamtlichen Stasi Mitarbeiter in seiner Behörde wusste. Zumal diese Stasi Hauptamtlichen bis Heute in der Behörde beschäftigt sind.

Sowie die Einschätzung eines wirklichen Bürgerrechtlers:
Bürgerrechtler Hans-Jochen Tschiche
“Gauck ist die falsche Person”
Hans-Jochen Tschiche, einst Pfarrer in der DDR und 1989 Gründungsmitglied des Neuen Forums, übt scharfe Kritik an der Nominierung Joachim Gaucks zum Bundespräsidenten. Das Amt sei “eine Würdigung, die er nicht verdient”.

Die deutsche Öffentlichkeit tue nach der Nominierung Gaucks so, „als hätte sie nach einigen Nieten nun das große Los gezogen.

Sie behängt ihn mit Würdigungen, die er nicht verdient“, erklärte der 82-jährige Tschiche am Mittwoch in einer Stellungnahme. Gauck habe sich in München bei einer Preisverleihung mit den Geschwistern Scholl vergleichen lassen „und wurde noch nicht einmal schamrot. Er hat niemals zur DDR-Opposition gehört, deren Akteure man im heutigen Sprachgebrauch Bürgerrechtler nennt. Er verließ erst Ende 1989 die schützenden Mauern der Kirche und kam über das Neue Forum in die Volkskammer“, so Tschiche. Gauck reise „ohne Skrupel“ auf dem Ticket Bürgerrechtler durch die politische Landschaft. „Er ist kein Vater der protestantischen Revolution, sondern er gehört zu denen, die sie beendet haben.“

http://www.tagesspiegel.de/politik/buergerrechtler-hans-jochen-tschiche-gauck-ist-die-falsche-person/6242562.html

25) Privatperson1, Samstag, 25. Februar 2012, 16:40 Uhr

Zur Anonymität im Internet:
Ich beharre darauf, anonym im Netz zu schreiben, da ich keine Lust habe, dass alle Welt in alle Ewigkeit meine Äußerungen nachlesen kann. Das meiste, was ich schreibe, könnte ich auch namentlich unterschreiben. Manchmal rege ich mich auf und verrenne mich dann auch schon mal etwas.Ich möchte nicht, dass ein neue(r) Arbeitskollege/Arbeitgeber/Geschäftspartner/Zufallsbekanntschaft mal schauen kann, was ich in den ltzten Jahren alles geschrieben habe, auch auf diesem Blog. Google macht’s möglich.
Wichtiger ist es, dass Internetnutzer gegenüber Geschimpfe und haltlosen Anschuldigungen skeptischer bzw. gleichgültiger werden. Wenn ein irgendein Unbekannter behauptet, Helmut Kohl (“ohnehin der der deutschland in den ruuin getrieben hat!!!”) habe seine Kinder verprügelt, dann nimmt man den einfach nicht ernst. Meistens ist es noch nicht einmal der Mühe wert, denjenigen zurechtzuweisen. Das gilt für einzelne Meldungen, für einzelne, querulantische Benutzer(namen) oder für ganze Blogs und Foren wie zum Beispiel die Nutzerkommentare auf welt.de
Ich beteilige mich selbst an einer einer Handvoll Foren und Netzwerken. Wer da mit seinem Benutzernamen als Querulant bekannt ist oder als neuer Benutzer große Töne spuckt, der wird ignoriert oder lächerlich gemacht (ernste Maßregelungen stacheln solche Leute nur an).
Eigentlich funktionieren Internetgemeinschaften wie Kneipen. Wer da an der Theke rumkrakeelt, wird von den anderen Gästen geschnitten. Irgendwann schmeißt ihn der Wirt vielleicht raus und er versucht eine Theke weiter sein Glück.
Wichtig ist, dass querulantische Einzelpersonen oder Netzseiten keinen öffentlichen Widerhall finden.

26) i don’t care, Samstag, 25. Februar 2012, 16:45 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

Sie beklagen den “Shitstorm” der seit wenigen Tagen durch “das Internet” gegen Herrn Gauck gefahren wird, singen Lobeshymnen auf “die alten Medien” und haben doch in den letzten 12 Wochen bewiesen, dass Sie/diese kein Deut besser sind, als das Internet. Wo waren diejenigen, die gegen den Stil, mit dem gegen Herrn Wullf geschrieben wurde, protestiert haben. Schnell, angetrieben durch die Geilheit nach Auflagen, wurden Bobbycars zum Gipfel einer Korruptionsaffäre erhoben und drangen (total) unabsichtlich Gesprächsfetzen nach außen, die man natürlich ohne Einwilligung der beteiligten Person niemals veröffentlicht hätte. Das war eine Zeit in der Ihre Zunft ihrer moralisch und ethischen Verantwortung so Treu war, wie ein Ehemann, der es sich im Freudenhaus von der Hure ‘Geld’ besorgen lässt. Versteckt nicht hinter der Anonymität der Schwarmfeigheit, sondern hinter der kugelsicheren Scheibe ‘Pressefreiheit’ und ‘dem Aufklärungsauftrag’. Da fällt es schwer von Mut zu sprechen, dass mit offenen Visier geschrieben wird, wenn diese Scheibe doch um ein vielfaches mehr Schutz bietet als ein antiquiertes Stückchen Blech.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Ich bin auch der Meinung, dass dieses elende und falsche Niederschreiben von Herrn Gauck mindestens so verabscheuungswürdig ist wie ein korrupter Staatsbediensteter, aber ich hoffe, dass Sie auch solche Worte für Ihre Kollegen der realen Welt finden oder diese noch von selbst in eine Phase der Selbstreflektion stolpern.

es Grüßt.

27) Heiko Frömter, Samstag, 25. Februar 2012, 16:55 Uhr

Hallo Herr Spreng!

Zu diesem Thema möchte ich Ihnen den Blog-Eintrag von Jacob Jung ans Herz legen:

http://jacobjung.wordpress.com/2012/02/22/der-gauck-die-netzgemeinde-und-die-anderen/

28) Gunnar Fischer, Samstag, 25. Februar 2012, 17:20 Uhr

Aber Herr Spreng, ausgerechnet die überzogenen Stasi-Vorwürfe kamen doch von einem Mann, der seinen Namen nannte: Peter-Michael Diestel. Und gerade zu diesen Vorwürfen habe ich besonders häufig gelesen: Das sollte man nicht einfach für bare Münze nehmen, das ist immer komplizierter, mit solchen Vorwürfen muss man sehr vorsichtig sein.

Und zu den Zitaten, die angeblich aus dem Zusammenhang gerissen etwas anderes ergaben, hat sich doch u.a. Anatol Stefanowitsch geäußert, neben dessen Artikel auch ein Bild des Autors steht. http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog/kultur/2012-02-21/der-boese-gauck-und-das-netz Mehr offenes Visier geht nicht.

Kritiker wie die Autoren der Nachdenkseiten stehen immer mit ihren Namen für die Artikel ein. Also bitte nicht alle über einen Kamm scheren.

29) nona, Samstag, 25. Februar 2012, 17:23 Uhr

Es gibt nicht nur “Schwarmintelligenz” oder “Schwarmfeigheit”, sondern auch die negative Manifestation von ersterem: die Schwarmblödheit. Früher nannte man das ganz klassisch einen “Mob”, und ein Mob ist mit rationalen oder moderaten Tönen kurzfristig so gut wie nicht zu bändigen. Natürlich findet sich das auch im Internet. Wenn ein Vollpfosten schreit “Hängt ihn!”, dann nehmen das sofort etliche andere zum Anlass, mit “Jawoll, hängt ihn!” einzustimmen, ohne zu wissen wieso oder worum es überhaupt geht. Und selbst hätten sie ansonsten niemals einfach so den Mund aufgemacht. So mancher “Shitstorm” im Internet funktioniert nach solchen Mechanismen, wenn nicht gar jeder. Einzelne Menschen sind intelligent, aber als Masse sind sie dumm.

Aber davon abgesehen: man mag die Anonymität (oder eher Pseudonymität) gerade im Internet unangenehm finden, oder sie als “feige” titulieren, aber sie ist ein prinzipielles Recht genauso wie es ein Recht ist, sich in der Öffentlichkeit zu bewegen ohne dabei ein grosses Schild mit Name und Anschrift um den Hals tragen zu müssen. Was man aus anonymen Äusserungen jegweder Art macht ist letztlich eine Frage des inhaltlichen Diskurses. Sie abschätzig als “feige” zu klassifizieren wird dem Schutzgedanken des ethischen Rechts auf Anonymität nicht gerecht und tut all denen Unrecht, die mit gutem und nachvollziehbarem Grund sich bedeckt halten. Gerade ein Journalist sollte das wissen, der mit sowas wie “Quellenschutz” ja wohl bestens vertraut sein sollte. Und ob die Quelle sich nun via eines Journalisten öffenltich äussert oder ganz einfach direkt im Internet und dabei genauso anonym, ist letztlich komplett wurscht und im Ergebnis gleich. Wie gesagt, es kommt schlussendlich auf die inhaltliche Auseinandersetzung an.

30) Horst Schmidt, Samstag, 25. Februar 2012, 17:32 Uhr

Danke, aufrichtigen Dank michael spreng, welch ein Geschenk. Danke! Wofür?
Na dafür:
“P.S. Damit kein Missverständnis aufkommt: Auch Gauck darf und muss kritisiert werden können.”

Selbst im postdemokratischen Zeitalter gibt es Formen der Freiheit in der Größe und Leuchtkraft von Glühwürmchen! Danke! Dass ich das noch miterleben darf. Danke!

31) Alexis, Samstag, 25. Februar 2012, 17:35 Uhr

Im Prinzip ist Ihr Artikel und Ihre Anklage gegen die Anonymität im Netz ja schön und richtig. Obwohl ich ja auch anonym bleibe. Ich sage Ihnen aber auch warum: gerade wegen Ihres letzten Absatzes betreffend Sarrazin. Wie Herr Gauck finde auch ich Herrn Sarrazin „mutig“. Ich habe sein Buch nicht gelesen (bin selber Volkswirt, solche Zahlenfriedhöfe muss ich mir nicht mehr antun ). Aber er hat ein Thema angestoßen, das unendlich viele Menschen hier bewegt. Über eine Million verkaufter Bücher sagen mehr als noch so viele Klicks auf irgendeiner website. Sind das denn alles (neue) Nazis ? Statt sich nun ernsthaft mit seinen Thesen auseinanderzusetzen, wird er verteufelt und als „Rassist“ bezeichnet, mithin ist auch jeder, der ihn nicht gleich auch verteufelt, ebenfalls sofort Rassist. Genau diese dumme Masche („Shitstorm“) verteufeln Sie doch mit Recht in Sachen Gauck Da ich aber keinen Bock habe, mich von anderen ebenfalls „Rassisten-Freund“ nennen zu lassen, bleibe ich anonym. Das Problem ist der inzwischen grenzenlose Hass, der seit Köhlers Rücktritt eingerissen ist. Oder wie es die kleine Emdener Zeitung (das war mal das Haus- und Hofblatt von Henri Nannen) so treffend formulierte: „In der Bundespräsidentendebatte sind offenbar Dämme gebrochen.“ Sie, Herr Spreng, sagen ja zu dem Presseverhalten in Sachen Wulff „Chapeau“. Rolf Hochhuth sieht das ganz anders, wie er in der Wiener „Presse“ kürzlich dargelegt hat. Auch die Schweizer NZZ sieht das ganz anders. Selbst SPON-Schreiber Stefan Niggemeier hat jüngst in seinem Blog einen besonders schleimigen SZ-Artikel vorgeführt.
Statt also moralisierend auf das Netz einzudreschen, sollten auch Sie, lieber Herr Spreng, irgendwann einmal anfangen, der eigenen Zunft gegenüber selbstkritisch zu werden. Die ZEIT hat jüngst den Ex-Grimme-Mann und Medien-Experten Bernd Gäbler zu Wort kommen lassen. In seinem Aufsatz befindet sich der bemerkenswerte Satz: „Journalismus ist ein Beruf mit relativ viel Einfluss und wenig Verantwortung.“ Genau das ist das Problem! Jeder Busfahrer, der kleine Kinder zur Schule fährt und wieder abholt, hat unendlich mehr Verantwortung als der Chefredakteur einer Zeitung. Der kann schreiben und Leute fertig machen wie er will, er riskiert null. Deshalb muss er auch nicht anonym vorgehen. Er wird ja noch bejubelt dafür, „Chapeau“.
Irgendwas stimmt in diesem Land nicht mehr.

32) Sascha Lobo, Samstag, 25. Februar 2012, 17:39 Uhr

Lieber Michael Spreng, ich glaube, Sie schliessen hier fehl. Das hängt nicht an der Anonymität, die (nicht nur in Arabien) ein essentielles Grundrecht des Internetnutzers ist. Die schärfsten Schüsse gegen Gauck kamen nicht von anonymen Nutzern; die ganze Debatte um Gauck, die bei aller Schärfe und mich etwas überraschenden Aggression auch etwas Gutes hatte, hing und hängt in keiner Sekunde mit der Anonymität zusammen. Insofern ist die Verbindung zwischen Gauckkritik und Anonymität eine völlig konstruierte. Mehr noch: aus dem Stegreif könnte ich zehn, fünfzehn Beiträge zu Gauck in allen Schärfegraden präsentieren, quer durch das Netz – und kein einziger ist völlig anonym (obwohl das wie gesagt eigentlich kaum eine Rolle spielt).

33) hilti, Samstag, 25. Februar 2012, 17:57 Uhr

Es scheint mir, dass die Anonymität im Netz eins ihrer Lieblingsthemen ist. Das kam ja auch schon bei Gutenberg auf. Aber sie sollten schon Anonym und Pseudonym genauer unterscheiden. Ich benutze hier und auch überall sonst unter dem selben Spitznamen Und wenn man wollte könnte man dem hinterhergooglen und den Klarnamen zuordnen. Oder einen der Blogger nach der Emailadresse fragen.

Möglicherweise lesen wir unterschiedliche Teile des Netzes (Stichwort Filterbuble), aber was ich zum Thema Gauck gesehen habe war entweder gleich unter dem richtigen Namen oder unter Pseudonym (Fefe als prominentes Beispiel) wo man weiß oder herausfinden kann wer dahintersteckt.

Meine Meinnug trifft übrigens
Der „böse Gauck“ und das Netz am besten.

Davon abgesehen ist richtige Anonymität im Netz wichtig und notwendig.

PS: Wenn sie Breitenbach und Lobo schon erwähnen, dann wäre es ein guter Service für den Leser gewesen das zu verlinken. Es ist ja eine große Stäre des Netzes, dass die Quellen nur einen Link entfernt sind und der geneigte Leser sich selbst ein Bild machen kann. Für die, die die Texte noch nciht kennen:
Gauck in der Filterbubble oder wie wir lernten den Kontext zu ignorieren von Patrick Breitenbach
Gauck und die Stille Post im Netz von Sascha Lobo

34) Martin Sinn, Samstag, 25. Februar 2012, 18:23 Uhr

http://blog.karlshochschule.de/2012/02/20/gauck-in-der-filterbubble-oder-wie-wir-lernten-den-kontext-zu-ignorieren/

35) karel, Samstag, 25. Februar 2012, 18:26 Uhr

Begegnet uns hier nicht der Geist, der bei Wulff aus der Flasche gelassen wurde?
Ist es nicht auch der “eifernde” Journalismus, dem willig gefolgt wird?

Weisheit ist leise, Dummheit ist laut,
so ist diese Welt nun einmal “gebaut”…..

36) sk8erBLN, Samstag, 25. Februar 2012, 18:28 Uhr

Und all denjenigen die nicht so recht verstanden haben weshalb ich im vorherigen Posting auf dem Stasi Thema herumgeritten habe sei diese Lektüre empfohlen:

Damit ist dann auch klar, zu welcher Thematik der BP in Spe sich gerne ausführlichst äußern sollte.

Geheimdienste überwachten mehr als 37 Millionen E-Mails

Es reicht ein Wort wie “Bombe”: Bei der Fahndung nach Terroristen, Waffenschiebern oder Schleuserbanden hat der deutsche Geheimdienst im Jahr 2010 einem Bericht zufolge mehr als 37 Millionen E-Mails und Datenverbindungen überprüft. Das ist fünfmal mehr als je zuvor.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,817499,00.html

Heise Berichtet dann noch etwas präziser über die “Erfolgsquote” der Massenhaften Überwachung à la Stasi2.0: Insgesamt gab es nur in 213 Fällen verwertbare Hinweise für die Geheimdienste.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Geheimdienste-ueberwachten-37-Millionen-Netzverbindungen-1442867.html

Dazu heisst es im PKG Bericht:
Die PKG schreibt in ihrem Bericht (PDF), 2010 hätten die Behörden in E-Mail und anderen Kommunikationen nach rund 16400 Begriffen gesucht. Der größte Teil (rund 13.000) entfiel auf den Bereich des Waffenhandels, dort wurden auch mit 25 Millionen die meisten Gespräche und Mail-Konversationen erfasst. Davon wurden letztlich 180 ” als nachrichtendienstlich relevant eingestuft; hierbei handelte es sich um 12 E-Mail-, 94 Fax- und 74 Sprachverkehre”, heißt es in dem Bericht

Der Detailbericht des parlamentarischen Kontrollgremiums (PKG) ist hier als PDF abrufbar:
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/086/1708639.pdf

37) EStz, Samstag, 25. Februar 2012, 18:38 Uhr

@ m.spreng

Ich möchte Sie an dieser Stelle an Ihre eigenen Ausführungen zum Thema Wulff erinnern, wo – auch von Ihnen – das eine oder andere aus dem Zusammenhang gerissen, ohne Kontext dargestellt, und ohne genaue Kenntnisse der Fakten behauptet wurde. Selbst wenn sich durch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ergeben sollte, dass Sie in dem einen oder anderen Punkt Recht behalten, wäre das eher Glück als sorgfältiger Recherche oder präzisen Kenntnissen zuzuschreiben.

Und nun Joachim Gauck: Dass Methoden der Meinungsmache, die bei Herrn zu Guttenberg zumindest toleriert und bei Herrn Wulff positiv beurteilt wurden, bei Herrn Gauck schlecht, diffamierend, denunziatorisch etc sein sollen, wird auch nicht jeder verstehen wollen. Und letztendlich wird Sie bei Ihrer rabiaten Beurteilung (“fanatische Ideologen”, “Dummköpfe”, “Fälscher”, “Verdreher”) auch nicht jeder als letzte moralische Instanz anerkennen wollen.

Zumal Vieles ungeklärt ist. Ob und wie Herr Gauck beispielsweise im Detail mit dem MfS zusammengearbeitet hat, darüber gibt es unterschiedliche Aussagen. Genaues wissen wir also nicht, und wenn wir es wüßten, könnten wir es nach dieser Zeit, außerhalb des DDR-Systems aufgewachsen, nicht beurteilen. Würde man an Herrn Gauck Wulff’sche Maßstäbe anlegen, wäre schon die “unkontrollierte” Einsicht in die eigenen Stasi-Akten während seiner Zeit als Chef der entsprechenden Behörde (so sie denn erfolgt bzw. nachgewiesen ist) ein K.O.-Kriterium.

Von ein paar Ausreissern abgesehen, steht hier Annahme gegen Annahme, keinesfalls Wahrheit gegen Lüge. Meiner Meinung nach erliegen Sie mit Ihrem Kommentar dem gleichen Fehler wie die, deren Kommentare Sie thematisieren – nur unter umgedrehten Vorzeichen.

38) anonymusausdemnetz, Samstag, 25. Februar 2012, 18:51 Uhr

Ich finde Anonymität interessant, weil sie die Kraft des Arguments stärkt. Es zählt, was gesagt wird, und nicht wer es gesagt hat. Der Evolution der Ideen kann das nur förderlich sein. Man kann freier denken, hat aber auch natürlich keinen persönlichen Prestige-Gewinn durch die gute Idee als ihr Urheber. Sicher kann man auch anonym schön stänkern, aber überzeugender wird es dadurch auch nicht.

Auf facebook sind die meisten mit Realname angemeldet, sehr viel zivilisierter oder intelligenter geht es dort aber auch nicht zu. Wäre dieser Blog hier mit den selben Texten anonym, würde man sicher raten, wer da so hervorragende Kenntnisse und Einschätzungen bietet. Die Texte selbst würden dadurch aber nicht verlieren.

39) JMK, Samstag, 25. Februar 2012, 19:09 Uhr

Gleich mehrere Anmerkungen:
Das war nun alles aber kein Shitstorm, dafür waren die Meinungen viel zu heterogen und zu harmlos.
Im Gegensatz sehe ich die Rolle des “Internets” völlig anders, Gauck war doch ein Lehrstück für die Selbstreinigung des Netzes. Überwogen zu Beginn die undifferenzierten, polemischen und in der Tat dummen Kommentare, die Gaucks Aussagen verfälschten, wurden diese doch innerhalb eines Tages widerlegt und die Dummschwätzer in die Schranken gewiesen. Relevante Medien sprangen auf den Anti-Gauck-Zug doch gar nicht auf, diese Kommentare poppten doch nur sehr singulär auf den sozialen Netzwerken auf, wo sie auch gleich wieder relativiert wurden. So einfach es war Gaucks Stellungnahmen zu Occupy oder Hartz IV etc. als oberflächliche Kritik zu verwenden, so einfach war es diese wieder in den richtigen Kontext zu rücken. Wobei ich auf den Punkt zurückkomme, den Sie schon richtig benennen. Es gibt keine Netzgemeinde. Sowenig es das Internet gibt.
Zum Punkt Anonymität: Menschen die aus einer vermeintlichen Anonymität heraus denunzieren werden (inzwischen) dort nicht mehr ernst genommen. aus dem Nichts auftauchende Kommentatoren ide nun unbegründete Behauptungen aufstellen, werden ganz schnell als Trolle abqualifiziert, auch hier greifen die Kontrollmechanismen des Netzes. Aber diese Auseinandersetzung mit Gaucks Aussagen die man ja durchaus kritisch sehen kann, sei es inhaltlich oder weil Gauck schlich unpräzise formulierte war doch wichtig. Einerseits, da Gaucks diese nun präzisierte und ein differenzierteres Bild des Kandidaten zu bekommen.

40) Gerrit, Samstag, 25. Februar 2012, 19:31 Uhr

Sehr geschätzter Herr Spreng.

Die Seeligsprechung von Herrn Gauck haben Sie bereits übernommen.

Bitte besitzen Sie die Größe, die Heiligsprechung dem Papst zu überlassen.

Dazu bedarf es nämlich mindestens eines Wunders.

Sie haben als Mensch, so wie ich auch, das Recht auf freie Meinungsäußerung.

Als Journalist sollten Sie nicht dem Mainstream folgen.

Für Insider: “Friede” sei mit Ihnen :-)

41) Liberator, Samstag, 25. Februar 2012, 19:42 Uhr

Ich glaube, sie binden in ihrem Urteil über Anonymität im Internet Anonymität und Diffamierung zu eng zusammen. Dadurch entsteht der Eindruck, hier wird Anonymität mißbraucht um evtl straffrei zu bleiben(^^Diffamierung etc.). Grundsätzlich sollte es aber nichts ausmachen von wem eine Aussage kommt(außer bei oben genannten Dingen). Den um Wert einer Aussage einschätzen zu können, bedarf es nicht, dass jmd bekannt ist. Dies gilt nur, wenn man den Aussagen “persönliches Gewicht” zurechnet und nicht einfach auf die Aussage schaut.

42) Martin, Samstag, 25. Februar 2012, 19:43 Uhr

Danke Michael Spreng! Ein wohltuender Beitrag in dieser Zeit, in der die selbst ernannten Alleswisser, sprich Nörgler, alle wieder aus ihren Löchern kommen. Es ist einfach empörend, wie diese ewigen Kritikaster ohne Wissen über bestimmte Personen urteilen. Sie beziehen ihr “Wissen” aus stark links bzw. rechts orientierten Internetseiten und sind mangels eigenen Urteilsvermögens einfach nur lästig.

43) Robertdeecke.de, Samstag, 25. Februar 2012, 19:45 Uhr

Jeden Tag sprechen Menschen verkürzte Dummheiten am Stammtisch, reden dummes Zeug in der U-Bahn und lesen Verdrehungen in der Zeitung. Und das mal mehr oder weniger anonym. Und zwar auch für den einen so und den anderen so. Und wie im Netz sind mir Äußerungen von Bekannten näher als anonyme. Und wie im Netz kann ich in der Kneipe eine Scheisshausparole erkennen, wenn ich eine sehe.

Schilder eines Demonstrationszugs sind auch anonym. Autoaufkleber im Prinzip auch, außer für Strafverfolgung und die Freunde des Besitzers. Der große Unterschied ist in meinen Augen die Geschwindigkeit der Verbreitung. Aber wie beim Print gilt: große Auflage macht noch keine Wahrheit.

44) Sören, Samstag, 25. Februar 2012, 19:58 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

Sie trommeln ja unablässig für „den Kampf mit offenem Visier“ und prinzipiell haben Sie damit auch recht. Erdachte, verdrehte oder nur unzureichend untermauerte Anschuldigungen, die aus der Anonymität veröffentlicht werden nur um jemandem zu schaden, zeugen von Charakterschwäche. Daran gibt es nichts zu deuteln.
Aber es gibt eben auch Gründe, sich anonym zu äußern, denn auch in freien und demokratischen Gesellschaften sind Schwächere von Stärkeren abhängig, nicht nur in den arabischen Staaten des Umbruchs. Soll ich beispielsweise meinem Brötchengeber, auch wenn ich recht habe, wirklich öffentlich ans Bein pinkeln wenn mich das in ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten bringen kann? Wenn ich mich dann für Anonymität entscheide: Ist das dann Charakterschwäche oder spielt Verantwortung für meine Familie vielleicht auch eine entscheidende Rolle? Und es gibt sicher weitere Notwendigkeiten anonym zu bleiben. Bradley Manning würde das wahrscheinlich bestätigen.
Das letzte Mal, dass Sie vehement ein offenes Visier gefordert haben, war, so meine ich jedenfalls, in der Causa zu Guttenberg.
Blicken wir zurück: Die Vorwürfe wurden absurd und die anonymen Guttenplag-Leute und „die Blogger“ ganz allgemein als anonyme Schmutzwerfer gescholten. Die Vorwürfe ließen sich aber, auch von anonymen Leuten, BELEGEN und die Wahrheit kam ans Licht. Eine Aufhebung der Anonymität der Guttenplag-Leute war zur Beweisführung nicht zwingend erforderlich, wenn’s auch schön gewesen wäre. Die Beweisführung selbst war aber öffentlich und jeder, der wollte, konnte die Beweise für sich würdigen.
Bei Gauck werden nun auch wieder anonym schwere Vorwürfe erhoben. Diese werden durch mehrfache Veröffentlichung des Kontextes der kritisierten Äußerungen ins rechte Licht gerückt und – oh Wunder – es bleibt nichts an ihm hängen, denn jeder der will, kann die „Beweise“ für sich würdigen. Eine Aufhebung der Anonymität der Schmutzwerfer ist auch hier nicht zwingend erforderlich.
Idealer- und fairerweise kämpft man mit offenem Visier, aber offensichtlich geht’s auch ohne „richtig“ aus. Es scheint, als sei die (Schwarm-) Intelligenz der (Schwarm-) Feigheit überlegen.

45) Alexander Hartmann, Samstag, 25. Februar 2012, 20:11 Uhr

Die Schwarmintelligenz hat den “Shitstorm”
schnell als solchen entlarvt. Wo ist das Problem?

46) Bert Grönheim, Samstag, 25. Februar 2012, 20:15 Uhr

Ich schreibe in der Regel mit meinem echten Namen. Ein Umstand, der einen in die Anonymität treiben kann, ist die Art und Weise, wie in machen Foren oder Kommentarspalten eigentlich recht renommiert geltender Zeitungen miteinander umgegangen wird. Ich kann Kritik ertragen, auch wenn meine Meinung komplett in Frage gestellt wird. Mir fehlt die gute alte Gewohnheit, festzustellen, daß man nicht auf einer Linie liegt und wohl nie zusammenkommen wird und sich trotzdem gegenseitig zumindest neutral gegenüberstehen kann. Klappt im Alltag immer seltener, weshalb dann im Internet? Ich aale mich zudem in der Vorstellung, daß ich irgendwann im Netz der Ermittlungsbehörden lande, weil ich was von Bombenstimmung oder ähnliches geschrieben habe. Alles in den seligen 70ern/80ern schon mal da gewesen.

47) Olaf Jochens, Samstag, 25. Februar 2012, 20:30 Uhr

Ich schreibe hier grundsätzlich unter meinem richtigen Namen. Wenn man meinen Namen bei Google eingibt, findet man zuerst die Kommentare, die ich hier abgegeben habe. Das will ich aber eigentlich nicht. Diese Kommentare sind für die Leser dieser Seite gedacht und nicht für die ganze Welt.

Nun zu Herrn Gauck. Über ihn wurde tatsächlich viel geschrieben. Ich kann den Wahrheitsgehalt nicht prüfen. Damals, bei der Wulf-Wahl, erschien er mir als das kleinere Übel, ein Fan werde ich vermutlich nicht von ihm werden. Herrn Töpfer hätte ich bevorzugt. Warten wir es also ab.

Die Art und Weise, wie dieser neue Kandidat gekürt werden soll, gefällt mir überhaupt nicht. Grün/Rot wird sich sicherlich noch sehr wundern. Der FDP wird Gauck nicht helfen, über 3 % zu kommen. Frau Merkel ist natürlich die Gewinnerin dieses Poker-Spiels. Fehler des neuen Präsidenten hat sie nicht mehr zu verantworten. Und die werden kommen und die Netzgemeinde wird sie gnadenlos aufdecken. Wollen wir hoffen, dass Gauck bessere Nerven hat, als Alt-Präsident Köhler.

48) Frankilein66, Samstag, 25. Februar 2012, 20:50 Uhr

@ m.spreng

Wenn sie demnächst mal wieder mit stolzgeschwellter Brust ihre Statistik über die hohe Anzahl der Kommentare zu ihren Artikeln veröffentlichen, ziehen sie doch bitte die “anonymen” Beiträge vorher ab!
Ich möchte als Anonymus nicht zum Erfolg ihres Blogs beitragen!

Die ganze Diskussion hatten wir vor ein paar Monaten schon einmal als sie einen gleichlautenden Artikel verfassten, ich glaube es ging um Veronika Saß.
Insofern, nichts als alter Wein in neuen Schläuchen!

49) Frankilein66, Samstag, 25. Februar 2012, 21:20 Uhr

@ 26) i don´t care

Das Bild mit der kugelsicheren Scheibe “Pressefreiheit” gefällt mir!

50) Art Vanderley, Samstag, 25. Februar 2012, 21:23 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng ,

zunächst vorweg :
Sie gehören nicht zu jenen Bloggern oder Moderatoren , die es nötig haben , allzu scharfe Kritik zu löschen , klingt selbstverständlich , ist es aber nicht und somit respektabel.

Ich fürchte aber , daß Sie an dieser Stelle deutlich überreagieren .

Ich stimme vielen Kommentatoren zu , wir können heilfroh sein , daß es im Netz eine breite Kritik gibt , die den gleichförmigen Mainstream-Medien widerspricht , das ist demokratieerhaltend , eine Aufgabe , die die herkömmlichen Medien kaum noch effektiv erfüllen- das gilt keineswegs nur für dieses Thema.

Daß als “shitstorm” zu bezeichnen , ist unterirdisch und leider rücken Sie sich damit in die Nähe des Klischees vom stromlinienförmigen deutschen Journalisten , der nicht den Inhalt anderer Meinungen kritisiert , sondern die Kritik an sich.

Und das mit der Anonymität , naja , vieles Kluge wurde bereits gesagt , eins noch als Ergänzung;

Seltene Namenskombinationen könnten auch gleich Adresse und Telefonnummer veröffentlichen , und ich muß doch jetzt nicht wirklich dazusagen , wie heikel das wäre, da draußen laufen leider nicht nur verantwortungsbewußte Mitbürger herum….

Und auch bei häufigen Kombis finde ich es völlig legitim , anonym zu bleiben , die sinnvollen Gründe dafür wurden in vielen Kommentaren bereits genannt.

51) Maren P., Samstag, 25. Februar 2012, 21:37 Uhr

In der “Netzgemeinde” lassen sich Beispiele für justitiables Bashing von Gauck genauso finden wie unkritisches Geschleime in wilhelminischem Untertanengeist. Die Spanne ist groß und jede/r findet mit ihrer/seiner Meinung sein ihm genehmes Forum. Wer sich auf den Inhalt konzentriert und weniger auf den Schreiber, dem kann es doch völlig wurscht sein, welcher Name dort steht. Joachim Gauck hingegen ist eine Person des öffentlichen Lebens und muss sich kritische Fragen gefallen lassen. Immerhin schickt er sich an, das höchste Amt im Staate einzunehmen.
Wenn Links zu (kritischen) Medien eingestellt werden, welche Bedeutung haben dann obendrein noch die Klarnamen der Einsteller? Mich widern die hymnischen Lobpreisungen genauso an, wie die platten Unterstellungen auf RTL II-Niveau. Die sind im realen Leben genauso wenig mein Umgang wie im virtuellen. Genauso verfahren doch viele. Was also besorgt Sie tatsächlich, Herr Spreng? Ein ’shitstorm’ jedenfalls kann es nicht sein. Oder glauben Sie etwa den Wertungen des ZDF? Hoffentlich ist Ihr nächster Kommentar nicht betitelt: “Kann Gauck womöglich doch übers Wasser laufen?” ;-) Das wäre sehr schade, denn ich lese Sie gern, auch wenn ich Ihre Meinung nicht immer teile. Weil Sie authentisch sind.

52) Thomas Hillebrand, Samstag, 25. Februar 2012, 21:49 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

ein Nachlegen Ihrerseits, was den “shitstorm” über Herrn Gauck betrifft, war zu erwarten. Erwartbar waren selbstverständlich auch die Terminologie und Ihre gefärbte, leider sehr einseitige Sicht darauf. Das ist aber nicht zu kritisieren oder besser gesagt, ich kritisiere das nicht. Als Gauck-Begeisterter und als seit Jahrzehnten klarer Verfechter konservativ-(neo)liberaler Positionen soll niemand verwundert tun, wenn Sie in dieser Sache so schreiben wie Sie schreiben. Ein anderer, der (wie ich) völlig gegensätzliche, linke Positionen vertritt, schreibt genau so gefärbt und oft genug genau so einseitig. Wie man eben die Dinge wahrnimmt und anderes – auf derselben Realitätsachse – ausblendet. So ist das nunmal. Unter diesen Gegebenheiten halte ich Ihren Artikel dann wieder geradezu für differenziert.

Zackige, an den Duktus beim Kommiss erinnernde Stilblüten wie “…gegen den Shitstorm standen im Internet Männer auf wie Patrick Breitenbach oder Sascha Lobo” seien – schmunzelnd – dahin gestellt.

Aber ich teile uneingeschränkt Ihre Bewertung und Kurzanalyse der feigen Internet-Bashing-Subkultur im Schutz der Anonymität und die Ächtung der Versuche, Herrn Gauck in die Nähe eines Stasi-IM zu rücken (“Larve”). Unterste Schublade, selbstverständlich!

Doch nachdem Sie in Ihrem Artikel den – legitimen – Versuch unternehmen, so gut wie alle Kritik an Gauck als fälschend, verzerrend und aus dem Zusammenhang gerissen wegzubügeln, muss man diesem Versuch natürlich zwingend entgegnen.

Dringend sei deshalb auf diesen Artikel, der sich mit genau mit diesem Versuch Sprengs und jenen von ihm genannten Zeugen der Anklage Breitenbach und Lobe befasst – und flugs ergibt sich ein ganz anderes Bild. Wie seltsam! (Innerhalb des Artikels sind selbstverständlich auch die Blog-Botschaften selbst der genannten Autoren verlinkt) Aber Achtung: Auch dieser Artikel ist gefärbt!

http://www.nachdenkseiten.de/

53) Bernhard Paul, Samstag, 25. Februar 2012, 22:38 Uhr

Pseudonymität im Internet ist ein universelles Recht, insbesondere auf Meinungs- und Informationsfreiheit, das aber, und das ist die conditio sine qua non, die unerlässliche Voraussetzung, verantwortungsbewusst genutzt werden muss. In diesem Sinne urteilen auch Verfassungsgerichte und Menschenrechtshöfe.

Das ist auch der Unterschied zu den klassischen Medien, in denen Meinungsäußerungen von Redakteuren oder Lesern klarnamenspflichtig sind. Das bremst nicht nur den Shitstorm erheblich, das kann auch schnell zu strafrechtlichen Konsequenzen führen.

Was Spreng scharf anprangert, ist die Feigheit vieler Leute, mit Dreck aus dem dunklen Hinterhalt zu werfen, ohne befüchten zu müssen, ertappt zu werden (was natürlich eine Falscheinschätzung ist, aber so ticken viele User: pseudonym = anonym).

In diesem Blog geht es ja höchst gesittet und auf hohem Debattenniveau zu, dafür sorgt schon der Blogmaster. Wenn aber in einer Reihe von Beiträgen hier Sprengs Thesen nicht nur kritisiert, sondern als grundfalsch zurückgewiesen werden, dann ist man schon verwundert. Und es ist zu fragen, ob die Kritiker auch andere Blogs und Foren verfolgen. Da springt man manchmal gleich direkt in die Jauchegrube, wenn man sich einklinkt. Das war im Fall Gauck jetzt nicht anders. Soviel Müll, ja geradezu Hass auf den Mann (neben vielem Positiven natürlich auch), das lässt sich auch damit nicht mehr erklären, dass hier womöglich auch alte Seilschaften am Werk sind. Feinde hat sich Gauck als Leiter der nach ihm benannten Behörde ja genug gemacht.

Wie vieles im Leben, kann das Internet Segen und Fluch, produktiv und destruktiv zugleich sein. Das Böse ist das Zwillingsgeschwister des Guten und umgekehrt. Man kann die guten Seiten nutzen und man kann die bösen Seiten nutzen – eine Charakterfrage.

Ich kann Spreng, obwohl ich zwar weitgehend, aber nicht uneingeschränkt zustimme, nur gratulieren, dieses Thema in dieser scharfen, aber pointierten Form aufgegriffen zu haben. Eine rege und unterm Strich produktive Debatte zur Internetkultur schließt sich an.

54) Gregor Keuschnig, Samstag, 25. Februar 2012, 22:38 Uhr

Ihr Schluss, dass der shitsorm gegen Gauck von lauter anonymen Bloggern und Kommentatoren losgetreten wurde, ist nicht ganz richtig. Schauen Sie mal bei facebook, wieviele Leute sich mit ihrem richtigen Namen am fröhlichen Zitatefälschen beteiligen. Und lesen Sie mal scheinbar seriöse Zeitungen (wie die SZ; die taz und Frau Pohl nehme ich schon gar nicht in diese Reihe auf), die sich auch am entkontextualiseren lustig beteiligt hat.

55) Hilarius, Samstag, 25. Februar 2012, 23:20 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

eines vorweg: Ich finde Ihre Beiträge stets anregend und erhellend – insbesondere dann, wenn sie nicht unbedingt meiner Meinung entsprechen.

Zum Thema “Joachim Gauck” hätte ich jedoch einige Kritikpunkte anzubringen.

Sie haben sicherlich recht, wenn Sie sagen, dass einige Beiträge im Internet ziemlich unsachlich vorgetragen werden. Die Kritik an Herrn Gauck auf das Stichwort “Shitstorm” zu begrenzen, führt jedoch zu einer künstlichen Verengung der Debatte bzw. Delegitimierung einer angebrachten Kritik.

Es scheint so, als gäbe es eine ziemlich starke Pro-Gauck-Fraktion in den Printmedien (v.a. Bild, dann die FAZ, der Spiegel und die Süddeutsche), die für sich in Anspruch nimmt, die Mehrheit der Bevölkerung bezüglich Joachim Gauck zu vertreten. Kritiker werden in einem Rundumschlag als Tatsachenverdreher dargestellt, die nicht zitieren können und/oder Herrn Gauck beschädigen möchten. Dieser Konsens befremdet mich schon etwas und löst Unbehagen aus. Wird wieder an der Produktion einer Lichtgestalt wie damals bei Herrn zu Guttenberg gearbeitet?

Zitate sind naturgemäß immer aus dem Kontext gerissen und Herr Gauck dürfte nicht so naiv sein, um das nicht zu wissen. Er ist der Urheber seiner Aussagen und muss erwarten, dass diese auch anders verstanden werden können, als er es vielleicht gemeint hat.

Überhaupt wird Herr Gauck als der einzige DDR-Bürgerrechtler dargestellt. Kritische Stimmen eines Friedrich Schorlemmer, einer Daniela Dahn (siehe das Interview in der “jungen Welt”) lassen sich nicht unter dem Label anonymer “Shitstorm” fassen, ebenso die Beiträge zum Thema auf den NachDenkSeiten. Auch Heiner Geißlers Kritik an Herrn Gauck war ziemlich sachlich.

Noch wirkt Joachim Gauck zu sehr wie ein gnadenloser Rächer, der mit links von der Mitte gar nichts anfangen kann. Der Dreh- und Angelpunkt seiner Argumentation ist stets die eigene DDR-Vergangenheit, auch beim Formulieren seines Freiheitsbegriffs. Freiheit in der BRD ist zum Glück kein Gut, an dem es mangelt und welches wiederholt eingefordert werden muss.

Man sehnt sich inzwischen schon nach Horst Köhler, der mindestens zweimal den Mut hatte, zu sagen, was deregulierte Finanzmärkte wirklich sind (“Monster”) und warum Kriege vor allem geführt werden (“wirtschaftliche Interessen”).

Vielleicht wird Herr Gauck seinen Horizont doch um ein paar Aussagen erweitern und etwas weniger kryptische Worte von sich geben. Wenn nicht, dann haben wir demnächst einen Bundespräsidenten, dessen Hauptmerkmal die eigene Vergangenheitsbewältigung ist.

56) VerFASCHOschutz, Samstag, 25. Februar 2012, 23:24 Uhr

Ist denn ein Verein wie die Atlantik-Brücke offen? Haben nicht diese Herren (und Damen) im Hinterzimmer genau diese Annonymität, die Sie hier an den Pranger stellen?!?
Lenken Sie nicht von den Abgründen ab, die sich auftuen, wenn man sehenden Auges die Machtübernahme eines ‘demokratischen’ Landes durch eine Elite kritisiert. Sie geben den Gebildeten mit Moralanspruch. Mehr als Bild-Hetze betreiben sie nicht. Statt auf Argumente einzugehen, leisten sie der Unwahrheit vorschub. Behaupten sie nicht hinterher, Sie hätten nur ihre Arbeit getan.

57) Marita, Sonntag, 26. Februar 2012, 00:32 Uhr

In jeder Demokratie wird großer Aufwand getrieben, damit die Stimmabgabe bei Wahlen geheim bleibt. Sollen wir uns dann auch bei Wahlen in öffentliche Register eintragen, so dass jeder sehen kann, wer was bzw. wen gewählt hat?

58) theo, Sonntag, 26. Februar 2012, 00:52 Uhr

Zum Posting von FF (#10):

Die Sache mit dem angeblichen VW-Bus basiert bislang einzig auf der Aussage eines ehemaligen Stasi-Offiziers. Der Mensch mit dem Nick FF behauptet zwar, weitere Quellen dafür zu haben, konnte diese trotz Ankündigung bislang nicht vorlegen. Das hindert FF aber nicht daran, seine Behauptungen weiter zu verbreiten.

59) Doktor Hong, Sonntag, 26. Februar 2012, 01:47 Uhr

Lieber Herr Spreng,

hiermit stehe ich öffentlich zu meiner Charakterschwäche. :)

Übrigens: Ich habe an meinem Fahrzeug lediglich ein Autokennzeichen, aber keinen Klarnamen. Bin ich jetzt noch feiger?

Des weiteren trenne ich mein Privatleben von meinem beruflichen Leben. Ich habe einfach kein Interesse daran, dass Kunden unserer Firma, deren Projekte ich betreue, meine politischen Ansichten ergoogeln können. Politik gehört nicht ins Geschäftsleben, und ich werde das nicht konterkarieren, indem ich politische Ansichten unter meinem Klarnamen poste. Sie mögen das feige finden, aber ehrlich gesagt ficht mich das nicht an. Ich habe meine guten Gründe für mein Verhalten, und Ihre Wertung desselben interessiert mich schlichtweg nicht.

Ich habe unter anderem in meinen Kommentaren die Diffamierung Bettina Wulffs verurteilt. Habe ich in der Sache unrecht, nur weil ich das unter einem Pseudonym tat?

Sie haben schon recht: Das Internet wird auch für üble Diffamierungen genutzt. Hierzu Ihre ehemaligen Kollegen:

http://www.bild.de/digital/internet/internet/15-jaehrige-springt-wegen-cyber-mobbing-von-bruecke-9823778.bild.html

Ich bin gerne bereit, auf meine Kommentare hier zu verzichten, wenn Sie die Benutzung eines Pseudonyms stört. Lassen Sie es mich wissen! Ich werde fortan keine Kommentare mehr auf Ihrem Blog verfassen, wenn Sie es wünschen.

60) Doktor Hong, Sonntag, 26. Februar 2012, 01:59 Uhr

Und, Herr Spreng, was würden Sie Menschen mit jüdisch oder ausländisch klingendem Namen raten, die nach den Erfahrungen mit der Zwickauer Zelle fürchten, ins Visier rechtsradikaler Terroristen zu geraten, wenn sie “mit offenem Visier” Ansichten posten, die rechtsradikalen Mördern missliebig sein könnten?

61) Beate, Sonntag, 26. Februar 2012, 08:02 Uhr

Ist Gabriel schon das grinsen vergangen?

http://www1.wdr.de/themen/politik/gauck170.html

Solche Politiker sind einfach zu unfähig Wahlen zu gewinnen!

62) Frank Reichelt (Frankilein66), Sonntag, 26. Februar 2012, 08:28 Uhr

@ 12) StefanP.

Sie haben im laufe der Zeit soviel über sich erzählt, dass es nicht auffälliger gewesen wäre, wenn sie hier einen Lebenslauf eingestellt hätten.

Wenn das aus taktischen Gründen nicht alles gelogen war, was ich ihnen durchaus zutraue, muss jeder der sie privat oder beruflich kennt und diesen Blog liest erkannt haben wer sie sind!

PS: Das nächste Derby gewinnt der FC wieder, in der Aufstiegssaison 2013/14!

63) Minassian, Sonntag, 26. Februar 2012, 08:49 Uhr

Es beginnt schon wieder ein neuer hype – BILD ganz vorne ! Es wird im Privatleben geschnüffelt – die Ehefrau ‘ausgegraben’, die Lebensgefährtin unter die Lupe genommen. Hallooooo, der Mann wird erst am 18. März gewählt ! Kommt denn nie Ruhe in diese Republik ?
Berlusconi wird freigesprochen – nicht weil er unschuldig ist, sondern weil sich der Prozeß 15 Jahre hinzog und nun – oh Wunder – das Delikt verjährt ist. Sarkozy lebt wie der Sonnenkönig. Die Griechen werden sich einen Dreck um die Auflagen scheren, sondern die Milliarden aus Brüssel kassieren und wieder verbuddeln.
Und was machen wir ? Fangen schon wieder an, Dreck bei einem absolut integren Mann zu suchen, der – hoffentlich – endlich dieses Land würdig repräsentiert. Wir tun doch sonst so liberal – ein Schwuler als Außenminister, ein Migrant als Vizekanzler und Wirtschaftsminister, eine besoffene Kirchenfrau wird trotzdem bejubelt…….. Oh Gott, laß’ Hirn regnen !

64) Infoliner, Sonntag, 26. Februar 2012, 09:16 Uhr

Die Welt verändert sich. Zwar wird immer noch davon gesprochen, daß man Niemandem in den Kopf schauen könne, aber genau betrachtet ist das nicht mehr richtig. Wenn ich sehe, wie jemand geht, wie jemand lächelt und wie jemand spricht, so sehe ich den Ausdruck seines Wesens selbst und nicht nur das, was ein Mensch zeigen möchte. Ich brauche keine Beweise aus Archiven oder unterschriebene Erklärungen, es ist für mich viel einfacher. Vorurteilsfreies Schauen nenne ich es, Goethe nannte es Phoronomie.
Was ich spannend finde, ist die Unterschiedlichkeit, mit der die Schafsmedien die Kandidaten behandeln. Will ich verstehen, was hier gerade abläuft, so frage ich: Wer steuert die Medien auf diese Weise und warum? Wem nützt diese Angelegenheit?

Ein moralisch integerer Mensch würde übrigens schon die Kandidatur für so ein Amt ablehnen. Dafür gibt es Beispiele.

65) Jakob, Sonntag, 26. Februar 2012, 09:42 Uhr

Mit der gleichen Argumentation könnte man auch behaupten Wahlen sollten öffentlich sein. Jeder darf doch frei zu seiner Meinung stehen in Deutschland, warum also eine geheime Wahl? Genauso bietet das Internet – auch in freiheitlichen Staaten – die Möglichkeit eine Meinung zu äußern oder eine Information zu verbreiten ohne dass man hierfür seine Identität preisgeben muss.

Ich habe einen einzigartigen Namen, niemand trägt den gleichen. Würde ich jeden Beitrag im Klarnamen posten, könnte jeder auf der Welt meine Meinung zu diversen Themen innerhalb kürzester Zeit finden. Ich hätte kein Problem damit, wenn jemand zufällig meinen Klarnamen in diesem Blog liest, ich habe ein Problem damit, wenn Fremde oder Gegner sich ein Bild über mich machen können. Also Journalist mag das zum Geschäft gehören, für mich nicht. Die Alternative wäre meine Meinung gar nicht zu äußern.

Davon völlig unabhängig halte ich natürlich viele Meinungen und Kommentare im Internet auch für Unsinn und den designierten Bundespräsident für Erfolg versprechend.

66) Howie Munson, Sonntag, 26. Februar 2012, 09:54 Uhr

wenn man sich über kontextlosen Äusserungen beschwert, sollte man doch die Fundstellen verlinken…

67) Günter Springer, Sonntag, 26. Februar 2012, 09:57 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,
ich stimme Ihnen ohne Einschränkung zu!
Ich frage mich schon eine ganze Zeit , was Herr Gauck wohl schlimmes getan hat, daß man hinter vorgehaltener Hand oder offen so unsäglich gegen ihn zu Felde zieht.
Ich frage mich auch schon lange ob es in der Bundesrepublick nicht andere wirklich schwerwiegende Probleme gibt, mit denen man sich auseinandersetzen müßt, die den Bürgern an die Substanz gehen.
Im Gegensatz zur Kritik an Gauck, wird Frau Merkel in die Gottähnlichkeit gerückt, wofür eigentlich?

68) Mark, Sonntag, 26. Februar 2012, 10:07 Uhr

> Anonymität im Internet ist [...] eine Charakterschwäche.
> Ausnahmen bestätigen die Regel. Und ausgenommen sind
> natürlich arabische Freiheitskämpfer und andere Blogger
> in autoritären Staaten.

Es wundert mich, dass vielen Kommentatoren nicht aufgefallen ist, dass Sie hier mit zweierlei Maß messen. Warum sind “natürlich arabische Freiheitskämpfer und andere Blogger in autoritären Staaten” ausgenommen von Ihrer Forderung nach Klarnamen? Warum NATÜRLICH? Sind die etwa “besser” als wir, die wir ja in einem so friedlichen, so harmonischen, so wunderbaren und vor allem soooo demokratischen Staat leben?

Morgen wird der Deutsche Bundestag sich aller Wahrscheinlichkeit wieder einmal eindeutig gegen den klaren Mehrheitswillen der deutschen Bevölkerung entscheiden und mit der großen Mehrheit der Stimmen der neuen “Blockparteien” (CDU/CSU, FDP, SPD, Grüne) das Paket für Griechenlandhilfen “durchwinken”. Macht Sie das nicht stutzig? Finden Sie nicht, dass hier etwas aus dem Ruder läuft? Finden Sie DAS etwa demokratisch?

Ich nicht. Im Gegenteil: Ich glaube, wir in Deutschland sollten uns VIEL MEHR von jeden arabischen Freiheitskämpfern und den Bloggern in autoritären Staaten abgucken. Die haben es uns nämlich vorgemacht, wie man sich des undemokratischen Oberbaus entledigt – sehr zur (gespielten) Freude der westlichen Welt. In Wahrheit haben aber unsere Regierenden wohl die Hose voll. Wenn wir -der Souverän- nämlich dem ach so leuchtenden Vorbild aus der arabischen Welt folgten, dann hätten sie ein gewaltiges Problem.

69) Horst Klohocker, Sonntag, 26. Februar 2012, 10:47 Uhr

Joachim Gauck unser vermutlich neuer Bundespräsident und was wir daraus machen – ein neues Kapitel in der deutschen Geschichte. Ich denke wir sollten Herrn Gauck irgendwann einmal nach dem 18. März dieses Jahres beginnen lassen, seine Arbeit zu machen. Man kann sehr vieles über Herrn Gauck schreiben – Gutes und weniger Gutes – Eines aber fehlt im sicherlich nicht: Lebenserfahrung!

Es wäre also jetzt an der Zeit, dass wir wieder einen Bundespräsidenten bekommen, der die vollen fünf Jahren Amtszeit durchhält. Ein Appell an die Presse lautet daher, nicht partout ein Haar in der Suppe zu suchen. Relativ leicht ist es nämlich heute mit dem Internet ein solches Haar zu finden. Aber da gibt es noch was, was fast 2000 Jahre älter ist als das Internet – die Bibel. Und darin steht, dass nur derjenige den ersten Stein……

70) Bernhard Paul, Sonntag, 26. Februar 2012, 10:49 Uhr

Viele hier wollen Spreng (wieder einmal) nicht verstehen: Spreng moniert letztlich nichts anderes als den verantwortungslosen Gebrauch des Internets, den manche Leute unter der Tarnkappe der (vermeintlichen) Anonymität unter Preisgabe jeglicher Sitte, Moral und Anstandsregel an den Tag legen.

Andererseits hat auch dieses einen Erkenntnisgewinn insofern, als offenbar wird, wieviel versteckter Faschismus, Rassismus und Extremismus von links und rechts oder, ganz unpolitisch gesehen, auch grobe Unzivilisiertheit in dieser Gesellschaft steckt.

In jedem Fall anmaßend ist es, wenn Spreng auf seine journalistische Provenienz verkürzt oder gleich in eine gewisse Ecke gestellt wird. Motto: Ist ja klar, der Spreng, ist bekannt, kann ja nicht anders. Das ist ein der Politik entlehntes und erprobtes Kampfmittel, um einen Menschen und damit dessen Meinung zu unterminieren. Aber womöglich ist hier eine Reihe von Politikern unterwegs.

71) Thorsten Schäfer, Sonntag, 26. Februar 2012, 10:52 Uhr

@ m.spreng:
Auch ich kann Ihren Standpunkt, dass sich die Gauck-Kritiker hinter Pseudonymen verstecken, nicht nachvollziehen. Die Meisten, die Gauck kritisch unter die Lupe nehmen, kämpfen mit offenem Visier. Ich könnte Ihnen ohne groß zu suchen etwa ein Dutzend Beispiele nennen.

Zu Gauck: Auch ich sehe ihn kritisch. Er ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein Holocaust-Relativierer. Genauso wenig lässt sich für mich eine geistige Nähe zu Sarrazin erkennen. Aber er wurde in meinen Augen medial hochgeschrieben. Dazu kommen undurchsichtige / verklausulierte / zweideutige Aussagen, die vielleicht seiner Rhetorik geschuldet sind. Denn manche seiner Reden muss man zugegebenermaßen mehrmals lesen. Dass man sie genauer unter die Lupe nimmt ist nur richtig! Denn wir können uns nicht noch einen Reinfall im Amt des Präsidenten leisten. Wenn es sich am Ende ergibt, dass alle Kritik unberechtigt ist – umso besser.

72) Katja Neutze, Sonntag, 26. Februar 2012, 11:19 Uhr

Lieber Herr Spreng,

ich argumentiere mal von links:
Die grundgesetzliche Meinungsfreiheit ist ein Freiheitsrecht gegenüber dem STAAT. Doch was ist sie wert, wenn man sie faktisch nicht ausnutzen kann, weil einem ansonsten von PRIVATER Seite, z.B. dem Arbeitgeber, Nachteile drohen? (Stichwort: Durchbrechung der Schweigespirale nach Noelle-Neumann wenn, dann viel eher anonym machbar). Sie haben gut reden, als Selbständiger mit längst erarbeitetem Standing, der von gelegentlichen Abweichungen vom Mainstream sogar noch profitiert…

ich argumentiere mal von rechts:
Bei Sarrazin muss man zwei Aspekte differenzieren, 1) was er inhaltlich sagte und 2) dass er als erste bedeutende Stimme sich zu einem sehr heiklen Thema sehr abweichend vom Mainstream geäußert hat.
Zur Inhaltsfrage gibt es in der Wahrnehmung die hinreichend bekannten Differenzen. Hierzu, also zu 1) hat sich Gauck nicht geäußert und nicht Partei ergriffen. Mutig in Gaucks Sinne ist hingegen, dass sich überhaupt mal jemand in Deutschland zu solch einem Thema abweichend äußert, also 2). In anderen Ländern ist das hingegen vollkommen normal, dort gibt es inhaltlich deswegen keinesfalls mehr Zustimmung – aber es käme dort niemand auf die Idee, einem Sarrazin per se untersagen zu wollen, sich zu bestimmten Themen überhaupt abweichend zu äußern.

73) StefanP, Sonntag, 26. Februar 2012, 11:37 Uhr

62) Frankilein66

Ich habe keinerlei Problem damit, wenn mich bekannte Personen im Internet erkennen. Ab und zu weise ich in meinem Bekannten- und Freundeskreis sogar auf einen Kommentar von mir hin, das ist kein Geheimnis. Was ich nicht will, ist, dass mich Auftraggeber googlen können. Ich habe eine Homepage (Visitenkarte) im Netz und es gibt mit Sicherheit ein paar Leute, die mich dort belästigen würden. Glauben Sie nicht? Beim Spiegelfechter findet sich heute 31 Blaze der Kommentar:

Spreng hat ein grundsätzliches Problem mit anonymen Kommentaren. Dazu hat er sich früher schon ausgelassen und dafür sehr großes Unverständnis geerntet. Dazu kommt, dass er warum auch immer, viel von Gauck hält. Das hat er halt jetzt beides in einen Text gepackt. Letztlich also nichts Neues. “Propagandist” ist Spreng deshalb allerdings nicht. Das ist wenn – bezogen auf den Sprengsatz – allenfalls der Neoliberale, der da regemäßig in der Kommentarspalte mit seinen Ergüssen beglückt. Hier auch nicht ganz unbekannt, wie ich vernahm.

Ich nehme gerne Wetten an, wer mit dem “Neoliberalen” gemeint ist. ;-)

P.S.: Ich bin bei wenigen Sachen nachtragend, doch wenn man über “meinen” FC meint spotten zu müssen, so ist das sehr persönlich. :-)

74) alpha_bln, Sonntag, 26. Februar 2012, 11:42 Uhr

Wer die Vita Herrn Gaucks und auch die seiner Familie in Rostock kennt (denn es sind nicht nur seine „Ausstrahlung“, seine rhetorischen Fähigkeiten u.ä.), für den steht dieser Mann als Bundespräsident außer Frage, wenn man es denn ehrlich meint. Dass dies einigen Leuten nicht gefällt, nämlich den Verdrängern, Vertuschern und Relativierern, war zu erwarten.

Doch nun zur Anonymität. Es ist doch leider bei uns schon wieder so, dass man bei bestimmten Themen die man anspricht „vorsichtig“ sein muß, so sie vom vorgegebenen Mainstream abweichen.
Eine konservativ demokratische Einstellung wird heutzutage, hierzulande systematisch „niedergemacht“ und geächtet. Die Schere zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung geht immer mehr auseinander. Mir ist dies mittlerweile egal, ich äußere mich „öffentlich“ nur zu Themen die ich zu 100% begründen kann. Die immer wieder eingeforderte Zivilcourage verkommt doch zur Schimäre (sie ist nix weiter, als in meiner Kindheit in der DDR z.B. am 1.Mai mit der Masse „Hurra“ zu schreien).
Ich unterhalte mich oftmals mit 2 Studenten, da sie noch etwas erreichen wollen, sind sie genötigt mit 2 Zungen zu sprechen, wie war das noch in der DDR?

Zivilcourage benötigt unbedingte Charakterstärke, die Fähigkeit Verunglimpfungen und Benachteiligungen hinnehmen zu können. Diese Zivilcourage zeigte beispielsweise Herr Sarrazin mit seinem Buch. Dass es dann das meistverkaufte Buch seit Kriegsende wurde, ist ein angenehmer Begleitumstand (s.o., Kluft zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung).
Herr Gauck muß sich nix mehr beweisen, ist wirtschaftlich von niemandem abhängig. Das sind gute Voraussetzungen, dass auch er weiterhin seine brillant begründeten Standpunkte vertritt. Der Mehrheit der Bevölkerung kann er sich da 100%ig sicher sein.

75) Nobs, Sonntag, 26. Februar 2012, 12:08 Uhr

Herr Spreng,
zu den im Shitstorm aufgegriffenen Punkten bei Gauck nehmen Sie ja keine Stellung.
Aber was sagen Sie dann zu dem Jubelstorm, der durch die klassischen Medien geht? Daß er der Öffentlichkeit beispielsweise unkritisch als “Bürgerrechtler” zugeführt wird, obwohl Gauck in der DDR offenbar kaum als Oppositioneller in Erscheinung getreten ist?

76) anonymous, Sonntag, 26. Februar 2012, 12:41 Uhr

Wenn es ihnen hier im Internet nicht passt, dann schicken sie ihre Texte doch an irgendeine Zeitung.

77) FF, Sonntag, 26. Februar 2012, 12:52 Uhr

Je länger ich mich nolens volens mit unserem Helden Gauck beschäftige, desto größer werden meine Fragezeichen.

Allein wie er seinen Eltern – beide seit den frühen 30ern stramme NSdAP-Mitglieder – ohne weiteres harmlose Mitläuferschaft attestiert – und dagegen heute noch in jedem ehemaligen SED-Mitglied den kommunistischen Antichrist wittert.

Das paßt alles hinten und vorne nicht zusammen. Leider haben sich offenbar ein Dutzend “bedeutender” Redaktionen unseres schönes Landes vorrational darauf verständigt, uns vorab unisono die Ankunft einen neuen Messias kundzutun. (Erinnert sich noch wer an zu Guttenberg?)

Wahrscheinlich hebt es ungemein, daß es einer der ihren war, ein “bedeutender” Groß-Journalist, der Herrn Gauck überhaupt erst erfunden hat. Da will jetzt offenbar niemand zurückstehen…

Ich fürchte nur, der glorreiche Herr Gauck tut sich selber keinen Gefallen mit seiner unerschütterlichen Bundespräsidenten-Kandidatur.

Als Pensionär hätte er weiter ungetrübt das Hohelied der “Freiheit” singen und den neuen Salon-Rechten, wahlweise den Vollpfosten der “Jungen Freiheit” (“Wir sind Präsident!”), die Freudentränen ins stramme Auge treiben können.

Da hört eh keiner so genau hin.

Als Bundespräsident dagegen – im Brennglas der Medienwelt – läuft der famose Pfarrer Gefahr, sich um Kopf und Kragen zu reden. Seine (sprichwörtliche) Eitelkeit könnte ihm dabei den Hals brechen. Zu Guttenberg habe ich oben schon erwähnt? Zu schade, daß der kein Kommunist war…

Let’s wait and see. ;-)

78) EStz, Sonntag, 26. Februar 2012, 13:45 Uhr

@ 53) Bernhard Paul, Samstag, 25. Februar 2012, 22:38 Uhr

>> Ich kann Spreng, obwohl ich zwar weitgehend, aber nicht uneingeschränkt
>> zustimme, nur gratulieren, dieses Thema in dieser scharfen, aber pointierten
>> Form aufgegriffen zu haben.

Dazu habe ich eine ganz andere Meinung. Denn Herr Spreng schmeißt in seinem Beitrag zwei Themen zusammen:

* Ungeklärte Vorwürfe und Kritik an Herrn Gauck
* Anonymität im Internet.

Die Internet-Anonymität mag ihre Schattenseiten haben, ist aber in vielen Bereichen notwendig und förderlich. Das wurde in diesem Thread ja schon sehr kompetent ausgeführt.

Auch dass im Lebensweg des Herrn Gauck die eine oder andere Frage noch ungeklärt ist, wurde im Sprengsatz schon ausführlich behandelt, Äußerungen von Herrn Gauck kritisiert.

Nun schmeißt Herr Spreng beides in einen Topf, rührt kräftig um, und heraus kommt ein „Shitstorm“.
Die (weitgehend sachliche, nachvollziehbare) Kritik an Herrn Gauck und der Kandidatenfindung war teilweise anonym, teilweise mit Vollnamen vorgetragen. Gleiches gilt für die Befürworter Gaucks: Teilweise namentlich, teilweise anonym, und auch hier in der Regel begründet.

Und nun?

Durch die unglückselige Vermischung von Gauck-Kritik und Anonymität, verbunden mit einseitigen „Urteilen“ wie „fanatische Ideologen“, „Dummköpfe“ etc, werden pauschal alle Gauck-Kritiker (ob anonym oder nicht) verunglimpft. Keine sachliche Auseinandersetzung mit der Kritik, kein Hinweis darauf, dass auch viele Gauck-Befürworter aus der gleichen Anonymität argumentieren.

Das ist nicht scharf und pointiert, sondern oberflächlich und schlampig. Von einem gestandenen Journalisten der Kategorie Michael Spreng kann man durchaus mehr Substanz erwarten. Wirklich sehr enttäuschend.

79) sk8erBLN, Sonntag, 26. Februar 2012, 14:27 Uhr

@ 75) Nobs, Sonntag, 26. Februar 2012, 12:08 Uhr
“Herr Spreng,
zu den im Shitstorm aufgegriffenen Punkten bei Gauck nehmen Sie ja keine Stellung.”

Ich habe da was zur Meinungsabrundung für den Herrn Spreng. Vielleicht hilft es ihm ja seinen Beitrag neu einzuschätzen, auch aber nicht nur weil es Springers Welt schreibt. Zudem ist es ein hübscher Beleg dafür, dass die von ihm in Zweifel gezogene Schwarmintelligenz durchaus in der Lage und Willens ist Fakten zu recherchieren. ;) . Im Web nachzulesen war das im Detail schon Tage vor Sprengs Artikel.

siehe
http://www.larsschall.com/2012/02/21/erhellendes-zum-gauckschen-verstandnis-von-“freiheit“/

Erste Auszüge aus dem Gesprächsprotokoll, das “Die Welt“ veröffentlichte, finden sich auf der Website von Jens Blecker (mit dem Artikel / der Interpretation selbst habe ich ansonsten nichts zu tun):

http://iknews.de/2012/02/21/gauck-ministerium-fur-staatssicherheit-zu-uneffektiv/.

Ehe der komplette Scan publiziert werden kann, müssen noch ein paar rechtliche Fragen beim kompetenten Rechtsanwalt geklärt werden. Die Pressefreiheit hat auch in der BRD manche Grenzen…

Aktualisierung:

Die rechtlichen Fragen sind inzwischen geklärt, hier der ganze Scan, den ich beim Institut für Zeitungsforschung in Dortmund besorgte:

http://iknews.de/wp-content/uploads/2012/02/Die-Welt_Nr.94_23.04.1991_Seite-8.jpg.

Eine – persönlich gefärbte – Einordnung der mutmaßlichen “Demaskierung” von Herrn Gauck am 23. April 1991 via “Die Welt” lieferte übrigens Peter-Michael Diestel im Jahr 2000 unter diesem Link:

http://www.freitag.de/politik/0018-wiedersehen-herr-gauck.

Und hier eine Entgegnung von Wolfgang Ullmann:

http://www.freitag.de/politik/0019-verrutschtes-plaedoyer.

Möge der nun zur Verfügung stehende Scan die Debatte befruchten.

Und zu meiner weiteren Kritik an Gauck gleich noch ein Link, erneut aus Springers Welt.

Warum Gauck ehemalige Stasi-Offiziere einstellte
Bekannt wurde der designierte Bundespräsident Joachim Gauck als Leiter der Stasi-Unterlagen-Behörde. Dort war seine Tätigkeit nicht unumstritten.
http://www.welt.de/politik/deutschland/article13879984/Warum-Gauck-ehemalige-Stasi-Offiziere-einstellte.html


Immerhin elf dieser Personen stellte Joachim Gauck offenbar im vollen Wissen um ihre Vergangenheit ein. Darunter waren mit Oberst Gerd Bäcker und Oberstleutnant Bernd Hopfer zwei ranghohe Offiziere der „Zentralen Auswertungs- und Informationsgruppe“, intern „ZAIG“ genannt.

TROTZ (Versalienhervorhebung von mir) frühzeitiger Warnungen durften diese beiden und einige weitere teilweise mit Sonderausweisen der Behördenleitung unkontrolliert Stasi-Akten sichten und auswerten. Sie waren unter anderem mit Recherchen zu besonders brisanten Verdachtsfällen wie Lothar de Maizière, Gregor Gysi und Manfred Stolpe befasst.

Wir können auf ihre Spezialkenntnisse in bestimmten Abteilungen und im Archivwesen des MfS nicht verzichten.“
Das freilich sahen vor allem Mitarbeiter von Außenstellen der BStU ganz anders. Hier war die Dichte ehemaliger MfS-Hauptamtlicher viel geringer – und die Arbeit ging nicht langsamer, mitunter sogar schneller voran als in der Berliner Zentrale.
…”

Das ist für mich mehr als nur zweifelhaft! Wer dafür wissentlich sorgt, dass hochrangige Stasi Kader _unbeaufsichtigt_ mit Sonderausweis Zugang zu Akten haben hat offensichtlich den Zweck seiner Behörde entweder nicht verstanden oder aber er sabotiert selbigen. Bezeichnend auch, dass der Kommentarbereich zu dem Artikel von der Welt vorsichtshalber nach zehn Einträgen geschlossen wurde.

Als gänzlich anonymer Kommentator (der ich im Web rein technisch ja sowieso nie bin) erlaube ich mir durchaus die mir wichtige Essenz aus beiden Welt-Artikeln “mangelnde Effizienz der Stasi” und “vorsätzliche unbeaufsichtigte Aktensichtung durch hochrangige Stasi-Kader” als Grundlage der Bewertung des Präsidenten in Spe heranzuziehen. Die gänzlich daneben gegangene “Mut” Äußerung zu Sarrazin und der Occupy-Bewegung, die er als “lächerlich” bezeichnet hatte kommen da dann noch als Sahnehäubchen on Top.

80) Erbloggtes, Sonntag, 26. Februar 2012, 14:31 Uhr

Lieber Herr Spreng!
Passen Sie Ihre Meinung bitte dem Grundgesetz an. Sonst kommt der Verfassungsschutz. Das OLG Hamm urteilte, dass “eine Beschränkung der Meinungsfreiheit auf Äußerungen, die einem bestimmten Individuum zugerechnet werden, mit Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG nicht vereinbar” ist.
http://erbloggtes.wordpress.com/2011/09/28/grundrecht-auf-anonymitat-im-internet/
Ihre Anonymitätsforderung ist nach meiner pseudonymen Meinung nur eine Methode zur Denunziation missliebiger Meinungen. Anatol Stefanowitsch (http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog/kultur/2012-02-21/der-boese-gauck-und-das-netz) zum Beispiel ist ganz und gar nicht anonym, wie Sie unterstellen, wenn Sie gegen die düsteren Gauck-Kritiker die hehren unanonymen Apologeten stellen.
Ob die Vorwürfe stimmen, belegbar sind und nicht aus dem Zusammenhang gerissen, das entscheidet sich nicht daran, WER sie formuliert. Daher ist die “offenes-Visier”-Forderung ritterlicher Romantizismus. Die journalistische Gewöhnung an die Personalisierung von Politik führt wohl dazu, dass Argumente nicht mehr losgelöst von Personen abgewogen werden können. Das ist aber keine zu verteidigende Situation, sondern ein Missstand.

81) Minassian, Sonntag, 26. Februar 2012, 14:59 Uhr

Ich wundere mich schon über dieses gespaltene Volk, wie es sich in Diskussionsforen äußert. Hier wohltuend sachlich und argumentativ, in anderen von einer unsäglichen, dummdreisten, verleumderischen ‘Sprache’, die einen erschauern läßt (natürlich meist unter ebenso dümmlichen Pseudonymen).
Erinnert man sich an Veranstaltungen wie z.B. die WM 2006 glaubte man, daß das ein ganz anderes Volk als noch vor Jahrzehnten ist. Fröhlich, gastfreundlich, feiernd, weltoffen. Ich war zum ersten Mal stolz auf dieses Land, wie es sich der Welt präsentierte. Schaut man dann in den innerdeutschen Alltag,
fehlt von all diesem fast alles. Haßerfüllt, verleumderisch, voyeuristisch, neidisch, geifernd, opportunistisch. Für mich (65 Jahre) ein Phänomen !

82) m.spreng, Sonntag, 26. Februar 2012, 15:02 Uhr

@ 76) anonymous

Ach, wird man als Autor, der mit seinem Namen, Gesicht und Adresse für seine Meinungen gerade steht, jetzt schon von anonymen Schreibern des Platzes verwiesen? Danke für die Bestätigung meines Textes.

83) irgendeiner, Sonntag, 26. Februar 2012, 15:35 Uhr

Lieber Herr Spreng,
Der letzte Absatz dort: http://www.sprengsatz.de/?p=3815 hat mir eines ganz deutlich gesagt: da ist aber einer froh, dass zum Fall des exBPs das Netz keinen Beitrag geleistet hat.
Und jetzt: endlich mal wieder Gelegenheit, die Sau “Anonymität im Internet” durch’s Dorf (bzw. ihren Blog) zu treiben.

Mal im Ernst:
“Das Internet ist nicht nur ein Medium der Freiheit, der Kommunikation und der Aufklärung, sondern auch der Diffamierung, Verfälschung und Denunziation.” . Stimmt. Ist aber Diffamierung, Verfälschung und Denunziation z.B. durch eine Zeitung anders zu bewerten, nur weil dort ein Journalist gegen Geld tätig ist (nebenbei: dort gibt es auch Pseudonyme)? Sie kennen den Unterschied zwischen journalistischer/redaktioneller Arbeit und einer Meinungsäusserung (welche, da gebe Ich Ihnen Recht, öfters Mal die von Ihnen genannten Qualitäten hat)?

Nicht nur in repressiven Staaten ist Anonymität wichtig: auch hier in der EU. Es gibt nämlich nicht nur Freiberufler/Selbständige, sondern z.B. auch Angestellte und Chefs. Desweiteren können sich Meinungen auch mal ändern und nicht jeder möchte sich mit dem konfrontiert sehen, was vor 20 Jahren geäussert wurde. Aber wie schon bereits erwähnt: das BVG hat eine angemessenere Sicht hierzu. Meiner Meinung nach haben die Apologeten des Klarnamenzwangs einige Dinge bzgl. des Netzes nicht begriffen, aber das hatten wir ja schon.

Es wäre interessant zu wissen, wieviele Menschen sich *nicht* in der von Ihnen beschriebenen Weise äussern. Bildete man das Verhältnis von diffamierenden/verleumderischen Journalisten zu nicht-diffamierenden/diffamierenden/verleumderischen Journalisten-verleumderischen Journalisten
unde stellte dem gegenüber… doch halt, das ist Kinderkram.

Niemand hat Sie gezwungen, einen Blog zu betreiben, der anonymes Posten erlaubt. warum beleidigen Sie die Mehrzahl ihrer Leser?

vG
irgendein charakterschwaches Individuum

84) H.F., Sonntag, 26. Februar 2012, 15:52 Uhr

@82) m.spreng

#Ach, wird man als Autor, der mit seinem Namen, Gesicht und Adresse für seine Meinungen gerade steht, jetzt schon von anonymen Schreibern des Platzes verwiesen? Danke für die Bestätigung meines Textes.#

Was für eine Bestätigung? Ist das ein Rückschluss von einem auf ALLE anonymen Schreiber?

Vielleicht stammt der Text ja von Ihnen (?). Nur so mal als Verschwörungstheorie. Übrigens – warum die Larmoyanz?

Anonyme Argumente haben einen gewaltigen Vorteil: sie stehen für sich selbst. Das Argument und nur das Argument. Im positiven, wie im negativen. (klar – auf einen Shitstorm könnte man durchaus verzichten, aber es gibt auch genügend nicht-anonyme Beiträge, auf die man ebenfalls verzichten könnte)

Hinter einem anonymen Argument steht NICHT der Name. Kein M. Spreng – der kennt sich aus – dann wird das wohl stimmen. Oder: M. Spreng? Der hatte doch noch nie recht! Dann wird das wohl auch falsch sein. (Das les’ ich erst gar nicht.)

Nein, es wird kritisch überprüft und ansonsten verworfen. Jedenfalls von den kritischen Geistern.

Stammtischparolen gab es immer und wird es immer geben. Die bleiben sowieso außen vor.

Zweifellos sind Meinungsäußerungen mit Namen und Adresse respektabler als ohne. Aber wertlos sind anonyme Äußerungen durchaus nicht.

85) FF, Sonntag, 26. Februar 2012, 15:53 Uhr

Herr Spreng,

mit diesen “anonymen Schreibern”, so unerfreulich diese im Einzelfall auch sein mögen, haben Sie sich einen danbkbaren Watschenmann aufgebaut.

Ich halte das für einen Nebenkriegsschauplatz. Wenn überhaupt. Wer “anonym” mit Schmutz wirft oder schwach daherschreibselt, disqualifiziert sich doch sowieso.

Wenn ein Argument jedoch Hand und Fuß zu haben scheint, sollte es nicht von der Hand gewiesen, sondern inhaltlich geprüft werden – gleichgültig, ob nun “Kaiser von China”, “Yeti” oder “Franz Beckenbauer” druntersteht…

Schöne Grüße.

86) sausi, Sonntag, 26. Februar 2012, 15:56 Uhr

@FF
Sie sind widerlich. Und im Grunde bestätigen Sie mit Ihrem Post 10 zumindest einen Teil des Vorwurfs von Spreng. Auch wenn ich anders als Spreng nicht glaube, dass Gülle Anonymität voraussetzt.

87) Alberto Green, Sonntag, 26. Februar 2012, 16:31 Uhr

Sie sehen jetzt einen von 81 Kommentaren als Bestätigung für ihre These? Und kein Wort zu den anderen?

88) Bernhard Paul, Sonntag, 26. Februar 2012, 16:33 Uhr

@78) EStz und andere:

Einspruch. Spreng verquirlt nicht zwei unterschiedliche Themenblöcke (Gauck und Internet), nein, er erläutert konsequent Fluch und Segen des Internets, in diesem Fall den Shitstorm, am Beispiel Gauck.

Ich habe die Standardvorwürfe mancher Medienfachleute oder -politiker des Schmutzwerfens im (vermeintlichen) Schutz der Anonymität auch lange nicht geglaubt, bis ich angefangen habe, mich selbst und gründlich zu überzeugen. Das tue ich seit vielen Monaten in diversen Blogs und Foren.

Ich will nur ein Beispiel nennen, ein besonders bekanntes und renommiertes: ZDF-Medienblog. Was sich da abspielt, ist manchmal schier unsäglich. Die Redakteure des ZDF kommen mit dem Löschen von Kommentaren manchmal kaum noch mit. Was durchrutscht, ist oft genug immer noch eine Ansammlung von radikalen, rassistischen, fremdenfeindlichen, beleidigenden Inhalten und Standpunkten unter jedem Niveau. Die Frage bleibt offen. Warum sich das ZDF so etwas antut.

@79) sk8erBLN

Ganz schlau wird man nicht, worauf Sie in Ihrem umfangreichen Beitrag letztlich hinauswollen.

Sehr zu loben ist indes Ihr Fleiß, mit dem Sie hier diverse Quellen zusammengetragen haben. Es ist nur so, dass das alles alte Fakten sind, zum Teil sehr alte und vor allem bekannte Fakten, bis zur letzten Neige politisch aufgearbeitet, juristisch ausgefochten. Da gibt es nichts mehr zu tun.

Behauptungen, wonach diese Quellen nicht zugänglich gewesen seien, sind falsch. Sie waren im Internet jederzeit auffindbar und sie sind damals jeweils veröffentlicht worden.

Diese ganze Geschichte ist nichts anderes, wie herausgefunden werden konnte, ein Racheakt alter Seilschaften am “Stasijäger” Gauck, der vollständig verhunderte, weil da nichts war.

@76) anonymous

Präziser hätten Sie Sprengs Thesen nun wirklich nicht bestätigen können. Soweit zur Shitstorm-Intelligenz.

89) StefanP, Sonntag, 26. Februar 2012, 16:37 Uhr

Viele schießen nicht nur anonym aus der Deckung auf Menschen, die im Rampenlicht stehen, beleidigen, pöbeln. Sie betreiben im Orwellschen Sinne verwirrendes Neusprech. So schreiben hier und andernorts zahlreiche Blogger, sie ständen dem kommenden Bundespräsidenten Gauck kritisch gegenüber, wo sie meinen, sie lehnen den Kandidaten ab.

Kritisch ist etwas völlig anderes, nämlich eben nicht die Voreingenommenheit. Kritisch bezeichnet die Kunst der Beurteilung, des Auseinanderhaltens von Fakten, der Infragestellung. Mit Kunst haben holzschnittartige Vorurteile auf Basis verkürztem Hören-Sagen von überlieferten Kurzzitaten nichts zu tun, ebenso nicht mit unterscheidbaren Abwägen von Für und Wider. Die Benutzung des Wortes ist da nur die Beschönigung des eigenen Ichs als das, was man eben nicht ist: ein kritischer Geist.

Gleich verhält es sich mit dem Freiheitsterminus, den Linke, angestachelt von ihrem ideologischen Vormann Oskar Lafontaine, ins Gegenteil von dem verkehren, wofür Millionen von Menschen seit Jahrhunderten gekämpft haben, oft mit ihrem eigenen Blut. Mit Materialismus hat der traditionelle Freiheitsbegriff gar nichts zu tun.

So wählt Joachim Gauck für seine gerade erschienene Streitschrift “Freiheit” ein nahezu vergessenes Bonmot von Heinrich Heine in seinen “Englischen Fragmenten”:

Der Engländer liebt die Freiheit wie sein rechtmäßiges Weib. Er besitzt sie, und wenn er sie auch nicht mit absonderlicher Zärtlichkeit behandelt, so weiß er sie doch im Notfall wie ein Mann zu verteidigen. Der Franzose liebt die Freiheit wie seine erwählte Braut. Er wirft sich zu ihren Füßen mit den überspanntesten Beteuerungen. Er schlägt sich für sie auf Tod und Leben. Er begeht für sie tausenderlei Torheiten. Der Deutsche liebt die Freiheit wie seine Großmutter.

Und er urteilt über seine Landsleute:

Was die Deutschen betrifft, so bedürfen sie weder der Freiheit noch der Gleichheit.
Sie sind [...] Träumer, die nur in der Vergangenheit und Zukunft leben und keine
Gegenwart haben.

Viele linke Blogger als Verächter der Freiheit und Anbeter des Materialismus geben ihm postum Recht. Vielleicht bedarf es eines engagierten Freiheitsverfechters wie Gauck, dass diesem Volk ab und zu der Kopf gewaschen wird.

90) Christian Buggisch, Sonntag, 26. Februar 2012, 17:25 Uhr

Gauck-Zitate aus dem Zusammenhang zu reißen, um ihn zu demontieren, ist das eine. Den gesamten Kontext seiner Äußerungen außer acht zu lassen das andere. Gauck hat bislang in den unterschiedlichesten Kontexten gesprochen – aber nicht als Bundespräsident. Die meisten Kritiker legen aber ausschließlich den präsidialen Maßstab an. Wie kann er nur dies und das sagen, wo er doch bald Bundespräsident wird? Wie kann er sich nur so einseitig dauernd über die Freiheit äußern, wo er als Bundespräsident doch für eine viel größere Themenvielfalt stehen muss? Wie kann er nur immerzu über Stasi und SED reden, wo wir doch heute ganz andere Probleme haben?

Natürlich ist es legitim, Gauck anhand seiner Worte und Taten zu beurteilen und zu kritisieren (woran auch sonst), aber doch bitte unter Berücksichtigung des Kontextes. Nicht jede Äußerung auf einer Lesereise in der Provinz wird er daraufhin überprüft haben, ob er sie als Bundespräsident in einer fiktiven Zukunft auch noch getätigt hätte.

Angenommen, man wollte mich oder Herrn Spreng zum Bundespräsidenten wählen (muss nicht sein …) und würde dann alles unter die Lupe nehmen, was wir je gebloggt haben … Ich bin sicher, man würde fündig werden und uns irgendetwas vorwerfen können. Macht aber nichts, denn der Kontext unserer Äußerungen war ein ganz anderer: ein Blog, und keine Bundespräsidenten-Rede.

Mehr dazu: http://buggisch.wordpress.com/2012/02/26/breitschwert-statt-skalpell-gauck-und-die-internet-zyniker/

91) Meyer, Sonntag, 26. Februar 2012, 17:43 Uhr

Wie du mir, so ich dir. Die GR-Hilfen wandern direkt an die Bänker, wieder haften wir Bürger für die Zockerrei der Wall-Street. Die Arguemente der Elite sind nichr wahr, teilweise erfunden. Und dennoch meint man, den Euro nur MIT Griechenland erhalten zu können. Das ist gelogen, der Euro wird ohne GR weiter leben. Das miese Spiele im Bundestag ist wiederlich. Was die Elite kann, kann der kleine Bürger im Internet schon lange. Aber hey, das Internet ist ja eh böse, und die Poliitk ist immer nur ehrlich und hat natürlich nur das Wohl der Bürger und nicht das der Bänker im Kopf. Nochmals, wie du mir, so ich dir – gleiche Rechte und Regeln für alle ;)

92) Scuba, Sonntag, 26. Februar 2012, 18:12 Uhr

Nach dem ersten Absatz kurz erbrochen, dann weitergelesen. Übler Text. Für den Fall, das der Link noch nicht gepostet wurde, hier mal die (fundierte) Gegenposition.

http://www.nachdenkseiten.de/?p=12338

Das ich nun mit Ihnen inhaltliche Differnzen habe, war mir ja schon vorher klar, was mich allerdings zum wiederholten Male aufregt, ist Ihre Einstellung zur Anonymität. Was bilden sie sich eigentlich ein, mir vorschreiben zu wollen, in welcher Form ich meine Meinung kundzutun habe? Und Anonymität mit Charakterschwäche gleichzusetzen? Wie bereits von vorherigen Kommentatoren erwähnt, kommt es auf den Inhalt an, nicht auf das WER. Es ist mir unbegreiflich, wie man sich 2012 noch dagegen sperren kann.

93) Maren P., Sonntag, 26. Februar 2012, 19:01 Uhr

@ Nr. 89 ) Stefan P. @ all

Sie unterstellen (mal wieder) hier Ihren Mitbloggern, sie redeten von ‘kritischer Haltung’, meinten aber Ablehnung bzw. Vorverurteilung. Sie belegen das nicht. Stattdessen erläutern Sie, was Sie unter ‘Kritik’ verstehen, um gleich darauf völlig unkritisch und distanzlos (mal wieder) für Joachim Gauck zu werben. D.h. Sie machen genau das, was Sie den anderen vorwerfen.

Eine kritische Haltung zu haben, bedeutet mir in erster Linie, Distanz zu halten. Oder, wie es der unvergessene Journalist Hajo Friedrichs formuliert hat: “Ein guter Journalist darf sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten.” Gerade hier im Sprengsatz finde ich doch einige, denen dieser Satz Maxime zu sein scheint. Sie sind leider ausgenommen.

In Ihren Ausführungen wird so viel distanzlose Verehrung deutlich, dass es mich beunruhigt. Alle Kritiker kann Gauck im Amt eines Besseren belehren und gut ist es. Wie aber soll ein normaler Mann alle die Erwartungen seiner Verehrer jemals erfüllen können? Er ist Amtsträger eines Verfassungsorgans – nicht mehr, aber auch nicht weniger – und ganz gewiss kein Heilsbringer!

94) Bernhard Paul, Sonntag, 26. Februar 2012, 19:55 Uhr

@ 90) Christian Buggisch: Volle Zustimmung!

@ 92) Scuba: Niemand, wirklich niemand, schreibt Ihnen vor, wie oder wo Sie Ihre Meinung kundzutun haben. Sie haben Sprengs Text ganz offensichtlich nicht im richtigen Kontext verstanden.

@ 93) maren: Hier wird nicht für Gauck geworben, sondern gegen die Dreckwerferei im Internet unter der Tarnkappe des Pseudonyms geschossen, was nichts anderes als Unkultur ist. Und das ist der Unterschied.

95) Erster Karl, Sonntag, 26. Februar 2012, 20:05 Uhr

Hallo Herr Spreng,

Sie sollten schon die Kritiken an Herrn Gauck nicht so abtun.
Lesen Sie doch mal Einschätzungen von echten Bürgerrechtlern, wie zum Beispiel Pfarrer Schorlemmer und Pfarrer Tische.
Ich halte Ihnen vor, dass Sie mit diesem Beitrag sehr viele Menschen beleidigen, die 1989 tatsächlich ihren Kopf hingehalten haben.
Gewagt ist auch Ihre Einschätzung bezüglich IM Larve, trifft übrigens auch auf IM Erika zu.
Weder Sie noch ich kann den Beweis antreten , wie es tatsächlich war.
Wenn viele meine Freunde mich aus dem alten BL gerade danach fragen, antworte ich als gelernter DDR Bürger . „Wenn mich jemand fragen würde meine Stasiakte zu veröffentlichen, würde ich dem zustimmen, warum macht das Gauck, Merkel und damals zu Lebzeiten ihr Vater Kasner nicht?“
Mehr sage ich dazu nicht, habe aber meine eigene Meinung dazu.
Meinen großen Freundeskreis in Ost und West, die sich durch die Nachdenkseiten kennengelernt haben schrieb ich in meinen Beitrag zu Gauck folgendes.

Mit seiner sonoren ,pastoralen Stimme, ausgeprägten Rhetorik und einer Satzbildung, die „Lieschen
Müller“mit Sicherheit nicht versteht, wird er jede Grausamkeit den „ Untertanen“, besser gesagt
„Pöbel“ verkaufen.
Mal sehen, ob ich Recht behalte.

96) EStz, Sonntag, 26. Februar 2012, 20:13 Uhr

@ 88) Bernhard Paul, Sonntag, 26. Februar 2012, 16:33 Uhr

>> Einspruch. Spreng verquirlt nicht zwei unterschiedliche Themenblöcke
>> (Gauck und Internet), nein, er erläutert konsequent Fluch und Segen des
>> Internets, in diesem Fall den Shitstorm, am Beispiel Gauck.

Fluch und Segen des Internets, am Beispiel Gauck konsequent erläutert – ich bitte Sie.

Ein Journalist hat Fakten und Meinungen voneinander zu trennen – das hat Herr Spreng nicht gemacht. Ein Journalist sollte auch die andere Seite beleuchten – auch das hat Herr Spreng nicht gemacht. Die Kritik an Gauck wischt Herr Spreng einfach weg – nicht mit Argumenten, sondern durch heftige Beschimpfungen der Kritiker.

Dann gibt es diesen ausschließlich einseitigen „Shitstorm“ nicht. Die Meinungsäußerungen, Kommentare, Argumente zu Joachim Gauck werden (erfreulicherweise) deutlich sachlicher vorgetragen als in den Fällen zu Guttenberg oder Wulff (ein paar Ausreißer gibt es immer). Auf diese Situation geht Herr Spreng nicht ein. Nun die Gauck-Kritiker unter dem Sammelbegriff „Shitstorm“ zu katalogisieren, und Befürworter Gaucks als Widerstandskämpfer im bösen Internet darzustellen, ist nur (wie schrieb Herr Spreng) eine „Diffamierung“ und „Verfälschung“.

Wenn die viel besungenen alten Medien meist „Hü“ sagen und die neuen Medien stattdessen in erster Linie „Hott“ (es werden ja überall beide Richtungen vertreten), kann man sich sicherlich Gedanken darüber machen, woran das liegt. Aber da würde ich eher auf unterschiedliche Altersstrukturen oder andere Werte tippen als darauf, dass die einen eben Recht haben und die anderen zu dumm sind.

Zahlreiche Kritiker Gaucks agieren anonym, zahlreiche Befürworter auch. Zahlreiche Kritiker Gaucks schreiben unter ihrem Namen, zahlreiche Befürworter auch. Warum werden die anonymen Kritiker getadelt, die namentlich agierenden Befürworter gelobt? Ob man für oder gegen Gauck ist, ob man anonym oder mit Namen zeichnet, macht keinen Unterschied, solange man die dahinter liegenden Interessen nicht kennt. Und es sind nicht nur Meinungen, sondern auch handfeste Interessen im Spiel, wie man schon bei der Kandidatenkür erkennen konnte.

Zitat von M. Spreng:
>> Wie aber kann in einem freiheitlichen System sich
>> ein Mensch anmaßen, den Charakter anderer Menschen
>> zu beurteilen, wenn er selbst zu charakterschwach ist,
>> sich dazu zu bekennen? Bei Sachbeiträgen sehe ich das
>> zwar auch kritisch, aber etwas milder.

Aha, und wenn ich meinen Namen nenne, darf ich den Charakter andere Menschen („fanatische Ideologen“, Dummköpfe“) beurteilen, ohne sie zu kennen? Und jeder, der seinen Namen verschweigt, ist charakterschwach (mit dem indirekten Umkehrschluss, dass die Menschen wie Sie, die ihren Namen nennen, charakterstark sind)? Vielleicht noch daraus ableiten, wer Recht hat und Unrecht?

Zitat von M. Spreng:
>> Aber die Vorwürfe müssen stimmen, belegbar sein und
>> nicht aus dem Zusammenhang gerissen.

Da stimme ich zu. Aber jemand, der solch hehre Maßstäbe vorgibt, sollte sich auch selbst daran halten.

97) Alexis, Sonntag, 26. Februar 2012, 21:15 Uhr

Herr Spreng, was die Integrität von Herrn Gauck betrifft, bin ich ganz bei Ihnen. Aber offensichtlich wirkt sich die Penetranz des “shitstorm” doch aus. Ich habe den Eindruck, hier rudert ein anfangs 100%-von Gauck begeistertes Medium so ein klitezkleines Stück zurück. Lesen Sie mal:
http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/gauck-und-die-freiheit-risiken-und-nebenwirkungen-11662355.html
Ich fände es sehr schlimm, wenn wieder ein respektabler (nach Köhler) Mann abgeschossen werden würde … Na ja, noch ist es nicht soweit.

98) Gar Nix, Sonntag, 26. Februar 2012, 21:30 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

ich bin Blogger und schreibe über Themen wie Kinderpornographie, meine Privatinsolvenz und ähnliche wirklich harte Sachen was unter meinem richtigen Namen nicht möglich wäre weil meine Familie auch Schutz benötigt.
Natürlich findet man im Netz viele Trolle. Die hat man aber normalerweise schnell entlarvt und kann sie dann in die Tonne des Vergessen werfen. Man findet im übrigen auch im realen Leben Dummtrolle die auch noch an die Macht gewählt worden sind. Man muss nur an denjenigen denken der vor zwei Jahren eine gewaltige Hetzkampagne gegen die Unterschicht gefahren hat.
Herrn Gauck selbst kann ich noch nicht richtig beurteilen. Sein Verhalten an der Trauerveranstaltung zeugt von dem Respekt den ein Bundespräsident Menschen gegenüber zeigen sollte. Das er mit der Frau mit der er zusammenlebt nicht verheiratet ist interessiert mich nicht. Störend würde ich finden wenn er Amt und Religion verquicken würde da mein Standpunkt eine klare Trennung von Staat und Kirche fordert.

Grüsse
Gar Nix

99) Ste, Sonntag, 26. Februar 2012, 23:00 Uhr

@MarenP: laut kant und in der übersetzung foucaults, die es auf den punkt bringt ist “kritik”, “die kunst nicht dermaßen regiert zu werden”. das führt mich zu meiner meinung allgemein zum thema bundespräsidenten, nämlich keinen haben oder brauchen zu wollen, so leid es mir tut, es ist ein relikt aus alten zeiten, für obrigkeitsgläubige deutsche. ich könnte meine meinung ändern, wenn der/die präsident bzw. präsidentin es sich zur aufgabe macht die verschiedenen menschen mit ihren meinungen zusammenzubringen, dafür sorgt, die kanäle offen zu halten, für austausch zwischen wissenschaftlern, philosophen und künstlern, zwischen jung und alt sorgt…. aber diesen menschen müsse man nicht präsident nennen, sondern internet-user.

100) Thomas Hillebrand, Sonntag, 26. Februar 2012, 23:31 Uhr

@ Nr. 93) Maren P.

Vielen Dank für diesen konstruktiven Kommentar! Ich unterschreibe fast alles, was Sie da ausführen, vor allem Ihre Kritik an einigen hier vertretenen Kommentatoren, die leider wirklich nicht erkennen können, dass sie mit genau denselben uralten, ideologisch verblendeten Schubladen hantieren, die sie anderen dann vorwerfen. Gähn!

Widersprechen möchte ich Ihnen aber an der Stelle, an der Sie einen Politblog wie den Sprengsatz vielleicht mit Journalismus, gar einem neutralen Journalismus verwechseln. Ich bezweifle sogar, dass es einen neutralen Journalismus überhaupt geben könne, der das Adjektiv neutral ausfüllen kann. Auch Hajo Friedrichs war selbstverständlich nie ein – im Sinne des Begriffs – neutraler Journalist. Diese wünschte ich mir auch gar nicht. Ich finde, ein Politblog muss geradezu vor subjektiver und polarisierender Meinung nur so strotzen und vor allem einer der großen politischen Werteordnungen unserer Zeit zuzuordnen sein. Und das sind sie ja alle auch, jedenfalls die gut besuchten und daher relevanten. Das Polarisierende ist ja ihr Kick, ist die Butter aufs Brot. Guckt man in den Sprengsatz weiß man vorher, mit wem man es zu tun hat, guckt man zu Jakob Jung weiß man es genau so. Gute Polit-Blogger, und Spreng ist ein hervorragender, zeichnet eben aus, dass sie dann doch nicht so vorhersehbar sind, dass sie einen dann doch verblüffen mit einer Meinung und Gedanken, die man so nicht von ihnen erwartet hätte, sie zeigen Eigensinn und Leidenschaft, rennen gegen Mainstream und Zeitgeist. Und all das spiegelt sich selbstverständlich in den Kommentaren wider. Das müssen wir dann alle aushalten – “die” mit uns und wir mit “denen” und umgekehrt.

101) theo, Sonntag, 26. Februar 2012, 23:37 Uhr

@Alberto Green, #87:

Dein Kommentar ist unverständlich. #86 spricht explizit von einem Teil des Vorwurfs.

Dass “FF” mit seiner (unbewiesenen) VW-Bus-Nummer ein mieses Spiel betreibt, ist – nach Lage der Dinge – ja kaum zu bestreiten.

102) Cedrik Mayer, Sonntag, 26. Februar 2012, 23:45 Uhr

Warum man im Internet eine Meinung auch anonym posten kann, hat einen ganz einfachen Grund, Das Netz vergisst nichts. Wenn ich mich bei einer öffentlichen Diskussion zu Wort melde (mitunter auch mit Namensnennung) und meine Meinung sage, wird diese zur Kenntnis genommen und diskutiert aber nicht protokolliert (außer man wird ständig vom Geheimdienst überwacht). Äußert man sich aber regelmäßig im Internet, können die gesammelten Äußerungen von jedermann über Google zusammengestellt werden. Das wäre das Ende des Rechtes auf freie Meinungsäußerung, würde man doch so einer Sammlung seiner Äußerungen zustimmen.

103) StefanP, Montag, 27. Februar 2012, 08:41 Uhr

@93) Maren P.

Eigentlich bevorzuge ich die deduktive Arbeitsweise, aber wenn Sie gerne möchten, so können wir meine Behauptung an einem willkürlich ausgewählten Beispiel auseinander nehmen. Wählen wir gleich den ersten Kommentar, wo das Wort “kritisch” vorkommt:

@3) unverständnis

Aber es gibt durchaus viele überdurchschnittlich gebildete und informierte, junge kritische Bürger im Netz. (..)

Sie haben hinter die Kulissen geguckt, und einen Kandidaten gesehen, der in der Vergangenheit lebt und ständig in die neurechte Ecke blinkt. Seine Freiheit findet sich wohl bei der rechten Postille “Jungen Freiheit”, die dementsprechend gerade titelte “Wir sind Präsident”. Der Mythos vom Bürgerrechtler entpuppt sich ebenso weitenteils als Inszenierung. Übrig bleibt ein eitler, von sich selbst eingenommener Konservativer.

Ich habe hier nichts Abwägendes gefunden, es ist einfach eine (negative) Meinung rausgehauen. Gilt so etwas heute als kritisch? Nach meiner Beobachtung: leider ja. Nebenbei: solche Menschen teilen leider nie mit, welche negativen Eigenschaften sie bereit sind an anderen zu akzeptieren. Den diesjährigen Oscar haben ein Darsteller und ein Film gewonnen, wo es um einen eitlen, arroganten Filmschaffenden ging: The Artist. Einfach sympathisch. Ich selber bin eitel und arrogant, damit bin ich der einzige Blogger hier, der auch angeblich negative Eigenschaften hat. Ansonsten laufen hier ja nur 1a-Typen. ;-)

Missbrauchen Sie bitte nicht Hans-Joachim Friedrichs. Der meinte mit Distanziertheit nicht, das Negative zu sehen und zu suchen, sondern sich nicht gemein machen mit einer Sache. Wenn Linke sich nach Christian Wulff zurücksehnen statt eine Persönlichkeit wie Gauck mit einem Vertrauensvorschuss auszustatten, so hat das null, nada, nichts mit einer kritischen Haltung zu tun.

Ich lese von Personen, die mich sehr interessieren, ein für sie zentrales Buch. So habe ich das mit Oskar Lafontaine oder mit Peer Steinbrück gehalten. Ich will wissen, wie diese Leute “ticken”. Dafür muss und will ich nicht alle ihre Anschauungen kennen – und vor allem nicht allen zustimmen. Ich vergleiche dann deren grundsätzliche Werthaltungen mit meinen Überzeugungen und mache mir ein Bild. Das ist mein Verständnis von einer kritischen Haltung.

104) gott, Montag, 27. Februar 2012, 09:07 Uhr

gott, wer war den hier schon wieder anonym von den Gauck Kritikern?
Felix von Leitner? Patrick Gensing? Anatol Stefanowitsch? Jakob Jung?

wo sind denn die anonymouses hier?

105) Frankilein66, Montag, 27. Februar 2012, 09:38 Uhr

Nach langem suchen habe ich einen Kommentar zu Herrn Sprengs Beitrag “Die Jäger müssen sich stellen” gefunden. Da der Artikel fast wortgleich mit dem aktuellen ist, kopiere ich meinen wortgleichen Kommentar hier auch wieder ein.

73) Frankilein66, Mittwoch, 18. Mai 2011, 10:33 Uhr
Wenn Herr Spreng bei seiner im Artikel geäußerten Ansicht bleibt, müßte er konsequenterweise diesen Blog sofort schließen und sich aus der Internetnutzung zurückziehen, da das Internet ja scheinbar mit seinen moralischen und ethischen Grundsätzen nicht vereinbar ist!

106) Frank, Montag, 27. Februar 2012, 10:27 Uhr

Mit Verwunderung nehme ich zur Kenntnis, dass Kritik heute als “Shitstorm” bezeichnet wird.

Zur modisch-einfachen Erklärung, die Gauck-Zitate zu Sarrazin, zur angeblichen Überfremdung, zur Oder-Neiße-Grenze, zu Auschwitz, zu Hartz IV oder zur Atomkraft seien aus dem Zusammenhang gerissen, empfehle ich den Blog publkative.org, etwa diesen verdienstvollen Link:

http://www.publikative.org/2012/02/21/voll-im-kontext-gauck-und-die-uberfremdung/

107) aachen, Montag, 27. Februar 2012, 10:46 Uhr

Hallo Herr Spreng,

vorweg, sehen Sie es mir nach, sollte ich schon gemachte Äußerungen hier wiederholen, ich hatte weder die Zeit noch die Lust alle 100 schon geschriebenen Kommentare zu lesen.

Wenn gleich Ihre Ausführung zur Anonymität oder eben nicht Anonymität nachvollziehbar sind, muss ich Ihnen doch in der Form widersprechen, dass die Qualität der Kommentare weder linear noch potenzial zunehmen würde. Es wären so viele unsägliche Kommentare und Berichte zu benennen, worunter ein Name steht. Die Tatsache der Anonymität hat auch den Vorteil, dass sich eben Menschen äußern, die sich sonst, aus welcher Angst auch immer, nicht äußern würden und oft wäre es dann schade um diese nicht gemachten Kommentare.
Der hier oft angeführte Herr Sarazin ist ein Beispiel dessen, dass selbst mit Namensnennung ein völliger Quatsch bis hin zur Diffamierung und Rassismus verbreitet wird.
Nein, die Möglichkeit der freien Meinungsäußerung in anonymer Form, eben um sich vermeidlich oder in Wirklichkeit gefahrlos äußern zu können ist ein höheres Gut als die durch Namensnennung erreichte eventuelle formgerechtere Meinungsäußerung. Unsere Demokratie und auch Herr Gauck werden es aushalten, dass es immer wieder Idioten gibt, die lediglich verunglimpfen wollen anstatt konstruktive Kritik zu äußern. Und, es kommt auch immer noch auf den Leser dieser Kommentare und Berichte an, mit welchem Intellekt er die einen ins Töpfchen und die anderen in Kröpfchen aussortiert.
Bei einer klaren Namensnennung besteht auch die Gefahr, dass sich große Institutionen, ich vermeide mal Konzerne zu schreiben, sich dieser Adressdaten- bzw. Namensdaten bemächtigen und damit …
Dann lieber die Gefahr/Möglichkeit von charakterlosen und dummen Kommentare in Kauf nehmen.

108) FF, Montag, 27. Februar 2012, 11:05 Uhr

@101, theo

Die “unbewiesene VW-Bus-Nummer” scheint Ihnen ja schlaflose Nächte zu bereiten. Was wünschen Sie sich? Ein Foto, mit Herrn Gauck als stolzem Chauffeur hinterm Steuer?

Die Aussage des letzten Stasi-Bezirks-Chefs von Rostock, Artur Amthor: “Ferner kamen wir seinem [Gaucks] Wunsch nach, für seine privaten Zwecke den Import eines VW-Transportes zu ermöglichen”, sollte man nicht so einfach vom Tisch wischen.

Herr Gauck selbst maß den Aussagen (oder Notizen) ehemaliger Stasi-Leute ja bekanntlich die allerhöchste Glaubwürdigkeit bei.

Ein privilegienaffiner “DDR-Wulff” in Schloß Bellevue wäre doch keine schöne Vorstellung, oder? Außer natürlich, man sähe darin ein Stück realisierte Ost-West-Chancengleichheit. :-)

So, Herr theo, jetzt können Sie wieder vorrational vor sich hin schimpfen und die Heraufkunft Ihres neuen Messias bejubeln.

109) EStz, Montag, 27. Februar 2012, 11:19 Uhr

@ 103) StefanP, Montag, 27. Februar 2012, 08:41 Uhr

>> Wenn Linke sich nach Christian Wulff zurücksehnen
>> statt eine Persönlichkeit wie Gauck mit einem
>> Vertrauensvorschuss auszustatten, so hat das null,
>> nada, nichts mit einer kritischen Haltung zu tun.

Das ist nicht ganz falsch und nicht ganz richtig. Wenn ein “Linker” sich Christian Wulff zurück wünscht, weil er Joachim Gauck ablehnt, kurvt er sicherlich etwas neben der Ideallinie durch die Welt.

Ich würde mir Herrn Wulff zurückwünschen, weil er in Sachen Eurokrise ein paar Reden gehalten hat, die ich in dieser Deutlichkeit von Herrn Gauck nicht zu erwarten wage – wenn Sie so wollen, PRO-Wulff statt ANTI-Gauck. Ob ich deswegen unkritisch bin? Höchstens an dem Punkt, dass ich hoffe, dass sich Herr Gauck im Amt noch entwickelt.

PS: Auch ein Herr Gauck sollte die ihn betreffenden Fragen klar und eindeutig beantworten, bevor er in sein neues Amt gewählt wird. Das ist nicht nur sein gutes Recht, sondern auch seine Pflicht.

110) federkiel, Montag, 27. Februar 2012, 11:50 Uhr

Die Zeiten wo man wegen politisch freier Meinungsäußerungen weder vom Staat , Presse oder Arbeitgeber nicht maltraitiert wurde, die sind vorbei. Die Kommentare bei Herrn Spreng sind auch nicht anonym. Höchstens halbanonym. Herr Spreng weiß sehr genau wer hier was schreibt. Und man kann nur auf seine Charakterstärke hoffen, dass er soetwas nicht weiter gibt. In Zeitungen ist es durchaus üblich, den Namen des Lesebriefschreibers weg zu lassen, wenn ihm Verolgung droht. Der Redakteur weiß dann eben allein Name und Herkunft. Nicht anders verhält es sich hier. Das Problem von blogs wie diesem ist eben, dass man bei Zeitungen willkürlich alles wegschmeissen konnte, hier geht das nicht so einfach.

111) Maren P., Montag, 27. Februar 2012, 12:56 Uhr

Damit wir konzentriert geistige Haltung und politische Orientierung von Joachim Gauck hinterfragen und erörtern können, hier mal kurz die Sache mit dem Auto erklärt. Tz tz tz – das nenne ich kleinkarierten Neid.
Westliche Kirchengemeinden konnten ihren Amtsbrüdern im Osten ein Auto gegen Devisen schenken. Viele Gemeinden hatten eine Patenschaft mit einer Gemeinde im Osten. Meine z.B. eine in Mecklenburg. http://de.wikipedia.org/wiki/Genex Alles schon vergessen?
Wenn die Stasi nun behauptete, sie hätte das Auto möglich gemacht, hat sie es zumindest nicht bezahlt!
Ob meine Erklärung auch für Gauck zutreffend ist, weiß ich nicht. Schleswig-Holstein und MeckPomm hatten vielfältige Kontakte, Kiel und Rostock eine Städtepartnerschaft.

112) StefanP, Montag, 27. Februar 2012, 13:02 Uhr

@109) EStz

Wenn ein “Linker” sich Christian Wulff zurück wünscht, weil er Joachim Gauck ablehnt, kurvt er sicherlich etwas neben der Ideallinie durch die Welt.

Das ist ja das, was mich an diesen permanenten Neinsagern aufregt. Weil ich gegen das bin, was der eine sagt, bin ich für den anderen (weil der nix sagt). Das Amt des Bundespräsidenten verlangt Persönlichkeit und rhethorische Fähigkeiten, nicht jedoch politische Positionierung. Die Linken haben Christian Wulff gewählt, weil sie seine politischen Positionen ablehnen, nicht, weil sie ihm Redegewandtheit und Persönlichkeit in Abrede stellen. Linke lehnen Joachim Gauck deswegen ab, weil er einem klassischen Freiheitsgedanken folgt, was für eine Perversion für eine politische Richtung, die doch genau daraus hervorgegangen ist, dass ihre Urahnen persönliche Freiheit und Gleichheit für jedermann erkämpfen wollten.

Was ist der Unterschied zwischen einem Gefängnisinsassen und einem Hartz-IV-Empfänger? Nach Überzeugung eines Liberalen ein ganz Wesentlicher: der Gefangene ist dem Elementarsten beraubt, was Menschsein ausmacht, die persönliche Freiheit über sein Leben und seine Beschäftigung selbständig zu entscheiden. Nach Ansicht Linker gibt es keinen Unterschied, beide haben materiell nichts, um ihr Leben selbstbestimmt zu beeinflussen.

Kleine Rechtskunde: Artikel 54 Absatz 1 Satz 1 GG
Der Bundespräsident wird ohne Aussprache von der Bundesversammlung gewählt.

Warum? Weil einzig über die Persönlichkeit des bekannten Kandidaten abgestimmt werden soll. Allein deshalb mutet es abenteuerlich an, wenn Kandidaten vorgeschlagen werden, die praktisch nicht bekannt und deren Persönlichkeit nur von nahen Verwandten eingeschätzt werden kann.

113) Alberto Green, Montag, 27. Februar 2012, 13:24 Uhr

@ theo: Ich habe meinen Kommentar geschrieben, als ich den von Herrn Spreng gelesen hatte. Der Kram dazwischen wurde erst später freigeschaltet.

114) Bernhard Paul, Montag, 27. Februar 2012, 14:51 Uhr

Es ist wohl davon auszugehen, dass Spreng den Ausdruck shitstorm schon etwas härter meint als er gemeinhin ins Deutsche übersetzt wird, nicht nur als Empörungswelle oder Sturm der Entrüstung, sondern wirklich im Sinne von shit, Jauche, Gülle, Kacke oder zumindest im Sinne von Hinterhältigkeit und Heimtücke oder Rassismus, Faschismus, Extremismus.

115) theo, Montag, 27. Februar 2012, 16:45 Uhr

FF, #108:

Ein Stasi-Offizier als einzige Quelle – wenn das ein “Beweis” sein soll, dann hat sich für Sie als “DDR-Normalo” offenbar wenig geändert seit 1989.

Sie wollten doch in einem anderen Forum noch weitere Quellen nennen, so schrieben Sie. Aber da kam dann nichts (dabei wäre ich nicht überrascht, wenn Sie noch weitere Stasi-Typen kennen würden).

Zudem finde ich es auch verräterisch, dass man von Ihnen zum Gauck-Verehrer abgestempelt wird, nur weil man es ablehnt, auf die ihrige Weise andere Menschen mit Dreck zu bewerfen. Das, was Sie da machen, ist nichts anderes als Verleumdung.

116) gabriele, Montag, 27. Februar 2012, 18:33 Uhr

Ich habe die Verdrehungen und Verkürzungen als shitstorm betrachtet.
Habe jedoch heute in der Papier-SZ von einem Pfarrer gelesen, dem ich glaube.
Er sagt, als ehemaliger oppositioneller Pfarrer:
“Ich war von Anfang an dabei, aber von Gauck habe ich nie etwas gehört”

Deshalb sollten wir doch verschärft hingucken, BEVOR Gauck gewählt wird.
Nicht dass er dann als Präsident plötzlich SEINE Freiheit vermisst!

http://www.sueddeutsche.de/politik/ddr-vergangenheit-von-gauck-joachim-der-lokomotivfuehrer-1.1294021

117) ohno, Montag, 27. Februar 2012, 19:02 Uhr

1. Das war kein shitstorm.

2. Sie sollten zwischen Anonymität und Pseudonymität unterscheiden.

Bin ich mit Pseudonym jetzt nur ein bisschen “charakterschwach”?

118) Jörg Beckmann, Montag, 27. Februar 2012, 19:06 Uhr

Michael Spreng hat – was die Namen angeht, vollkommen recht. Ich fand “Jokus” recht gut, doch nun will ich mich nicht mehr dahinter verstecken….

119) EStz, Montag, 27. Februar 2012, 19:42 Uhr

@ 112) StefanP, Montag, 27. Februar 2012, 13:02 Uhr

>> Das Amt des Bundespräsidenten verlangt Persönlichkeit
>> und rhetorische Fähigkeiten, nicht jedoch politische Positionierung.

Rhetorisches Geschick und (zugegeben) eine Biographie, die härtere Runen ins Gesicht ritzt als bei Christian Wulff, wären wünschenswert – beides bringt der Kandidat Joachim Gauck mit. Auch beim Thema „Freiheit“ bin ich aus Prinzip dabei: Schön, wenn und mal jemand klarmacht, wie gut es uns geht.

Aber mehr nicht? Natürlich erwarte ich vom Bundespräsidenten politische Positionierung. Vielleicht nicht zur Neuregelung der Flensburger Punktekartei, aber zu elementaren Dingen wie Europa, Eurokrise, Fremdenfeindlichkeit, Immigrationsproblematik, Bildung erwarte ich natürlich Statements, die über Publikumsbeschimpfungen hinaus gehen.

>> Was ist der Unterschied zwischen einem Gefängnisinsassen
>> und einem Hartz-IV-Empfänger? …. Nach Ansicht Linker gibt
>> es keinen Unterschied, beide haben materiell nichts, um ihr
>> Leben selbstbestimmt zu beeinflussen.

Die Weltbilder einiger Linker (oder auch Rechter) mögen schlicht sein, aber so schlicht ist mir bislang noch kein „Linker“ untergekommen.

120) sinistram, Montag, 27. Februar 2012, 19:46 Uhr

“Ein nach Rampenlicht dürstender Egomane, der vor laufenden Kameras über drei Kinderköpfe streichelt, auch wenn nur einer da ist.”
So beschrieb dieser Tage ein Leserkommentar in Zeit-online den BP-Kandidaten Gauck.

Ich finde diese Charakterisierung des mutmaßlichen künftigen Bundespräsidenten Gauck grandios, weil dem ja der Stolz auf das eigene “ganz-klasse-sein” – zumindest in meiner Wahrnehmung – förmlich aus allen Knopflöchern springt.
Der 72-Jährige wird (und soll nach dem Willen der deutschen Einheitspartei CDU/CSU, FDP, SPD, Grüne sowie anscheinend der Mainstreammedien) ein Staatsoberhaupt sein, das alle kommenden neoliberalen Grausamkeiten, die auf das Volk zukommen werden, mit pastoraler Attitüde als “alternativlos” glorifiziert. Der Deutsche, so wird Gauck mit großem Gestus von der Kanzel in Bellevue verkünden, solle sich mal nicht so haben; schließlich sei in der DDR ja alles viel schlechter gewesen. Und dann wird Gauck wieder seine berüchtigte “Freiheitskeule” schwingen…

Das ist meine Meinung, die sich aus Informationen und Eindrücken sowie Menschenkenntnis speist. Mit “shitstorm” hat das rein gar nichts zu tun.

121) sk8erBLN, Montag, 27. Februar 2012, 20:00 Uhr

@ 88) Bernhard Paul, Sonntag, 26. Februar 2012, 16:33 Uhr

Mein Beitrag #79 diente insbesondere dazu, Herrns Sprengs Aussagen im 3. Absatz zu widerlegen.

Und ich stelle einmal mehr fest dass Herr Spreng so ganz im Internet trotz eigenen Blogs offensichtlich nicht angekommen ist. Er verwendet kaum Links (so als ob er noch immer für ein Printmedium schreibt, die Usability insgesamt ist eher mäßig, es ist noch immer nicht möglich auf andere Kommentare via Link zu referenzieren sei da beispielhaft genannt, immerhin gibt es jetzt nicht klickbare Nummern -wie in einem Printmedium die Fußnoten- um im Kommentarwust den Bezug schneller herstellen zu können.

Das ist aber wohl eine Frage der Generation, da stecke ich ihn auch mit Gauck oder einer Bärbel Höhn, jener Bundestagsabgeordneten der Grünen, die unlängst bei Moderatorin Anne Will bekannte: “Ich gucke jetzt mal Internet” in einen Sack. Warum bringt diese Artikel “Wir, die Netz-Kinder” sehr schön auf den Punkt.
http://www.zeit.de/digital/internet/2012-02/wir-die-netz-kinder/komplettansicht
Das schon mal hier durchgekaute Thema Anonymität und wie wenig Herr Spreng davon mitgenommen hat, machen mir deutlich, wie wenig er am Ende vermutlich davon versteht obwohl er sich hier redlich bemüht es zu “gebrauchen”. Das gilt auch für den shitstorm-Teil dieses Artikels.

122) sk8erBLN, Montag, 27. Februar 2012, 20:03 Uhr

@ 116) gabriele

Da Ihnen Bürgerrechtler Hans-Jochen Tschiche gut gefällt, ganz weit oben habe ich noch einen Artikel verlinkt in Beitrag 24)
“Gauck ist die falsche Person”

http://www.tagesspiegel.de/politik/buergerrechtler-hans-jochen-tschiche-gauck-ist-die-falsche-person/6242562.html

123) Maren P., Montag, 27. Februar 2012, 20:16 Uhr

@ Nr. 116 Gabriele

Danke für diesen erhellenden Link zu Pfarrer Tschiche. Es wird darin auch deutlich, dass mit Joachim Gauck ein exDDR-Pfarrer zum Bundespräsidenten gewählt werden wird, wie es ihn damals zahlreich gab. Opportunismus statt Opposition. Das ist per se nicht verwerflich, solange nicht versucht wird, nachträglich eine Vita zu überhöhen und zu schmücken. Das ist doch gerade das, was viele jetzt abstößt – nicht die ganz normale DDR-Vergangenheit.
Mir persönlich reicht es schon, wenn er einfach seine Arbeit macht, ohne groß unangenehm aufzufallen und ohne uns im Ausland (Polen!) zu blamieren. Vom Fremdschämen für unsere Staatsspitzen habe ich nämlich wirklich die Nase voll!
Andrea Nahles hofft ja darauf, dass er uns die Leviten liest. Wenn die “Tageslosung” wirklich eingeführt würde, kann ich ja wegzappen. Das ist meine “Freiheit”. *gniggel* ;-)

124) Doktor Hong, Montag, 27. Februar 2012, 20:26 Uhr

@ m.spreng

In der Wissenschaft gilt das Prinzip des “Peer Review”. Wenn ein Artikel zur Veröffentlichung eingereicht wird, wird er zuvor von sog. “Referees” begutachtet, die ebenfalls Fachleute auf dem Gebiet sind, eben “peers”.

Nun halten Sie sich fest: Die Referees bleiben anonym.

Es gibt gute Gründe dafür, das so zu halten. Vielleicht haben Sie ja genug Phantasie um sich auszumalen, warum man in der Wissenschaft gemeinhin glaubt, dass das “offene Visier” mehr Schaden anrichtete als es nützte.

Darüberhinaus verdient nicht jeder seinen Lebensunterhalt damit, charakterstark und namentlich seine Meinung zu politischen Vorgängen zu publizieren. Ich habe in einem Kommentar über Sarrazin ausgeführt, dass ein formales Recht zur freien Meinungsäußerung jemanden nicht vor sozialen Sanktionen schützt. Schauen Sie sich einmal das Interview mit Heiner Brand bei “Pelzig hält sich” an.

Ich gebe Ihnen mal ein Beispiel. Jemand kritisierte in einer Lokalzeitung in einem Leserbrief die Arbeit der Polizei. Daraufhin verfasste ein Polizist eine recht aggressive Replik, bat aber einen Bekannten, diese unter seinem Namen einzuschicken, da er dienstrechtliche Konsequenzen befürchtete. Darüberhinaus wurde der betreffende Leserbriefschreiber von den Polizisten identifiziert und wochenlang mit Verkehrskontrollen schikaniert, sodass er stets zu spät zur Arbeit kam. Ob ihm das eine Abmahnung einbrachte, ist mir nicht zugetragen worden, wohl aber alles andere, und zwar aus erster Hand – von jemandem, der an den willkürlichen Kontrollen beteiligt war.

So sieht’s aus. Das ist zwar recht harmlos im Vergleich zu dem, was einem zu Zeiten der Gestapo blühte. Und das beste: es war alles legal. Also ist es in Ordnung, oder nicht?

Sofern man sich hinterher nicht wie Kai Diekmann als großer Verfechter der Pressefreiheit aufspielen kann, oder wie Sarrazin hinterher ausgesorgt hat, hat Otto Normal nicht besonders viel zu gewinnen, wenn er Ihren hehren Ansprüchen an Charakterstärke gerecht werden will.

Wenn Sie diese Überlegungen bewusst aus Ihrem Denken ausblenden wollen, dann ist das Ihre Sache.

Sie haben nur in einer Sache recht. Es ist verwerflich, wenn sich jemand hinter der Anonymität versteckt, um andere zu beschimpfen und Dinge zu sagen, die er sich namentlich zu sagen nie trauen würde.

Aber solche Kommentare sind leicht erkennbar und haben für mich nicht mehr Gewicht als das Gegrunze eines Orang-Utans. Ich bin fest davon überzeugt, dass alle anderen, denen es ebenfalls um eine (hoffentlich erhellende) Debatte geht, das ganz genauso handhaben.

125) Bernhard Paul, Montag, 27. Februar 2012, 20:48 Uhr

@ 96) EStz

Ihr Zitat:
“Ein Journalist hat Fakten und Meinungen voneinander zu trennen – das hat Herr Spreng nicht gemacht. Ein Journalist sollte auch die andere Seite beleuchten – auch das hat Herr Spreng nicht gemacht.”

Darf ich Sie darauf aufmerksam machen, dass Spreng hier keinen Bericht geschrieben hat, sondern einen Kommentar.
Darf ich Sie ferner darauf hinweisen, dass ein Kommentar klar Position bezieht und nicht nach allen Seiten rundumsichert.

Ihr Zitat:
“Warum werden die anonymen Kritiker getadelt, die namentlich agierenden Befürworter gelobt?”

Darf ich Sie auch hier darauf hinweisen, dass Spreng weder die Befürworter lobt noch die Kritiker tadelt, sondern sich die pseudonym-anonymen Verleumder vorknöpft.
Die Verleumder sind im Netz zu Tausenden – natürlich unter Pseudonym – unterwegs, nicht nur im Fall Gauck.

Ich gehe nach wie vor davon aus, dass Spreng mit Shitstorm nicht nur einen Sturm der Entrüstung meint, sondern mehr: Hinterhältigkeit, Verleumdung, Heimtücke im Schutz der Anonymtät.
Sollte ich mich getäuscht haben, müsste ich mich zumindest in Teilen korrigieren.

126) Dieter Carstensen, Montag, 27. Februar 2012, 21:04 Uhr

Lieber Michael Spreng,

darin dass Kritik an Herrn Gauck sachlich bleiben sollte und nicht falsche Tatsachenbehauptungen aufstellen darf, stimme ich Ihnen zu. Wenn Kritik sachlich und fundiert ist hat sie ihre Berchtigung, sonst nicht, finde ich.

Ich werde nie verstehen, warum Leute in einer freien Demokratie, bei politischen Meinungsäusserungen meinen, sich hinter der Anonymtät des Internets mit Tarnnarmen verbergen zu müssen.

Das halte auch ich für eine persönliche Schwäche, der Leute, welche meinen, ihren Senf unter Tarnnamen ins Internet stellen zu sollen.

Ich schreibe weder bei unseren Oberbergischen Medien anonym, noch irgendwo anders, z.b. im Internet, wobei die Druckpresse eh keine anonymen Äusserungen veröffentlicht.

Zu meiner Meinung stehe ich, jeder kann über meinem Namen rausfinden, wer da schreibt und als Demokrat stelle ich mich jeder sachlichen Diskussion.

Ich habe übrigens in vielen Jahren, nicht einziges Mal böse Privatpost oder ähnliches wg. meiiner verffentlichten Meinung bekommen und selbst wenn das mal passieren sollte, so würde ich trotzdem weiter unter meinem richtigen Namen schreiben, denn wer schon zu feige ist, mit seinem richtigen Namen öffentlich zu seiner Meinung zu stehen, wird bei anderen politischen Verhätnissen erst recht kuschen.

Anonym im Internet rumzumachen hat nichts mit Internetfreiheit zu tun, sondern mit der Feigheit Vieler, nicht öfffentlich zu ihrer Meinung zu stehen. So deutlich und klar ist meine Meinung zu diesem Thema.

Anonyme Namen machen für mich im Internet nur Sinn, wenn z.B. ein Suchtkranker in einem Forum für Suchtkranke schreibt und bei ähnlich sensiblen Themen.

M.f.G.

127) Doktor Hong, Montag, 27. Februar 2012, 21:05 Uhr

@ 112) StefanP

Warum? Weil einzig über die Persönlichkeit des bekannten Kandidaten abgestimmt werden soll. Allein deshalb mutet es abenteuerlich an, wenn Kandidaten vorgeschlagen werden, die praktisch nicht bekannt und deren Persönlichkeit nur von nahen Verwandten eingeschätzt werden kann.

Das ist keine Rechtskunde, sondern Ihre Interpretation.

Nach den Berichten des Parlamentarischen Rates ging es bei dieser Bestimmung darum, die Würde des Bundespräsidentenamtes zu unterstreichen.

Schaut man auf Youtube alte Debatten zwischen Wehner und Strauß an, dann wird leicht verständlich, dass eine Aussprache in derartigem Stil der Würde des Anlasses Abbruch getan hätte, zumindest in den Augen der Mitglieder des Parlamentarischen Rats.

128) m.spreng, Montag, 27. Februar 2012, 22:32 Uhr

@ 117) Ohno

Pseudonym oder Anonymität – das ist reine Wortklauberei. Das Ergebnis ist dasselbe: der Autor ist unkenntlich, hat keinen Namen, kein Gesicht. Pseudonyme würden nur dann einen Unterschied zur Anonymität ausmachen, wenn sie allgemein bekannt wären – wie z.B. früher Rudolfs Augsteins “Daniel Doppler”.

129) Bernhard Paul, Montag, 27. Februar 2012, 22:32 Uhr

@119) Doktor Hong

Ihr Zitat:
“Sie haben nur in einer Sache recht. Es ist verwerflich, wenn sich jemand hinter der Anonymität versteckt, um andere zu beschimpfen und Dinge zu sagen, die er sich namentlich zu sagen nie trauen würde.”

Exakt darum geht es hier! Um nichts anderes! So jedenfalls habe ich Sprengs Einlassung von Anfang an verstanden.
Es geht um die Verleumdung, die sich feige versteckt.

130) Bernd, Dienstag, 28. Februar 2012, 00:09 Uhr

Herr Spreng, ich lese den Beitrag und verstehe ihre Absicht nicht. Wollen sie sich mit dem Gauck-Bashing in den Internet Foren auseinandersetzen, warum bleiben sie dann nicht im Thema? Aber zusätzlich eine Debatte über den von ihnen behaupteten Antagonismus von Anonymität und Charakter anzustoßen, das sind zwei grundverschiedene Themen, die sie da unter einer Überschrift zusammenführen wollen. (Konsens mit 78) Estz )
Schon die falsche Begrifflichkeit zeigt ihr fehlendes Verständnis. Anonymität im Internet ist eine Schimäre. Jeder Benutzer des Internets muß sich bei jedem Zugang anmelden und gibt dabei seine Anonymität auf. Mit dem entsprechenden Aufwand kann jeder gefunden werden. Es müßte in ihrem Beitrag besser Pseudonym heißen (53) Bernhard Paul argumentiert ebenso). Das ist aber ein Phänomen, das es schon viel länger gibt als das Internet. Ich nenne einmal beispielhaft ihren Berufsgenossen Kurt Tucholsky alias Theobald Tiger u.a.
Die Internetnutzer sind auch kein Schwarm, sondern das Abbild der Gesellschaft. Was in den Blogs steht, ist Teil der veröffentlichten Meinung. Eine Meinungsäußerung kann vielfältig sein, ob im Pausengespräch unter Kollegen, im Bierzelt, als Leserbrief oder eben zeitgemäß in einem selbst gewählten Internetforum. Es ist aber jeweils eine Einzelmeinung, die auch als solche erkennbar bleibt. Über jedem Beitrag in Foren steht ein Pseudonym, das der Autor für sich, als Erkennungsmerkmal, frei gewählt hat (kann auch manchmal der wahre Name sein) und damit steht hinter jedem Pseudonym eine Person.
Wenn sie, Herr Spreng, der Meinung sind, daß nur die richtige Identität zur Teilnahme am gesellschaftlichen Diskurs berechtigen soll (sie wollen nur wenige Ausnahmen erlauben), dann seien sie doch mutig und gehen mit eigenem Beispiel voran. Verlangen sie als Initiator des Sprengsatz von den Diskutanten eine vorherige Anmeldung unter richtigem Namen nebst amtlicher Verifikation und tragen sie tapfer an den Folgen.

131) Alexis, Dienstag, 28. Februar 2012, 08:46 Uhr

Lieber Herr Spreng, betreffend Ihre Gleichschaltung von Anonymität und Charakterschwäche bitte ich Sie, noch einmal darüber nachzudenken. Ich bin mir sicher, Sie wollten keinen Ihrer Foristen damit kränken, aber viele fassen es als ehrverletzend auf. Sie sehen es am Echo. Ich will es aus meiner subjektiven Sicht noch einmal erläutern, warum Sie mit diesem Vorwurf schlicht falsch liegen. Wie in meinem Betrag oben (Nr.31) schon gesagt, riskiert der professionelle Journalist mit seiner Schreibe null, Stichwort Pressefreiheit, dafür saß Augstein im Knast. Die meisten in Ihrem Forum – vermute ich einfach mal – sind aber keine Journalisten, sondern haben ganz normale Berufe. Und hier sieht es mit der offenen freien Meinungsäußerung ganz anders aus. Nehmen wir als Beispiel eine Lehrerin, sie argumentiert hier gegen Gauck. Was glauben Sie, was der Frau in ihrer Schule passieren würde? Die halbe Lehrer- – und viel schlimmer: die halber Elternschaft ! würde der Frau auf die Pelle rücken. (Wenn Sie mir das nicht glauben, hören Sie sich mal bei Lehrern um). Anderes Beispiel. Einer ist Verkaufsleiter in einem Öko-Unternehmen. Wie es der Deubel so will, ist der Mann für Gauck. Wenn der jetzt mit offenem Visier seine Meinung kundtut, verliert er mehr als die Hälfte seiner Kundschaft.
Die Folge wäre, viele Normalbürger würden sich an der öffentlichen Debatte nicht mehr beteiligen, eine Chance, die ja gerade das Netz bietet. Die Folge wiederum wäre eine Verarmung der Demokratie, ich weiß, dass Sie das auch nicht wollen. Aus diesem Grund gibt es die hier schon mehrfach zitierte Rechtsprechung zur freien Meinungsäußerung.
Ich mache jetzt seit einigen Wochen in Ihrem Forum mit, weil ich es im Vergleich mit vielen anderen (auch denen der sog. seriösen Medien) trotz einiger Ausrutscher für überdurchschnittlich fair halte. Die überwiegende Mehrheit hier argumentiert sachorientiert. Das ist ja vor allem Ihr Verdienst, Herr Spreng, und das dürfen Sie sich ruhig ans Revers heften, und ist viel besser als jeder Verdienstorden aus der Hand eines BP. Machen Sie Ihr Werk nicht kaputt. In diesem Fall können Sie von Frau Merkel lernen, dass das Abrücken von einer falschen Position kein Zeichen von Schwäche sondern gerade eines von Stärke ist, konkret von Charakterstärke.
Bestens

132) Gregor Keuschnig, Dienstag, 28. Februar 2012, 09:05 Uhr

#131/Alexis hat es perfekt auf den Punkt gebracht. Noch ein anderer Hinweis: Als ich den “Spiegel” noch von vorne bis hinten las, war dort der Großteil der Artikel ebenfalls ohne entsprechenden Autorennamen oder -kürzel versehen (freilich, es gab dann das Impressum, in dem die Namen der Redakteure insgesamt verzeichnet war). Hat dies der Qualität des damaligen “Spiegel” Abbruch getan?

133) Tharben, Dienstag, 28. Februar 2012, 09:18 Uhr

Ach du liebes bisschen! Es gibt viel zu Joachim Gauck zu sagen und viel an ihm zu kritisieren. Aber Sie, Herr Spreng, verweigern sich einigermaßen plump der Debatte, indem Sie einen unfassbar irrelevanten Nebenkriegsschauplatz aufmachen und darauf Ihre komplette Polemik abfeuern: Pseudonyme im Netz – ja, das ist aber auch wirklich schlimm.

Ich hatte Sie einmal als junggebliebenen Konservativen bezeichnet, weil Sie sich der Kulturtechnik Internet scheinbar mit wenigen Vorbehalten nähern. Was für ein Irrtum. Nachdem schon früher zigfach versucht wurde, Ihnen zu erklären, welche Mechanismen im Netz greifen und wie irrelevant deswegen Pseudonyme sind, muss man davon ausgehen, dass Sie es gar nicht verstehen wollen, sondern froh sind, ein Thema zu haben, mit dem sie ablenken können, sobald Ihnen die Argumente ausgehen.

Das wirklich Traurige daran ist, dass ich Ihnen zum Teil zustimmen möchte, aber Sie argumentieren wie die Axt im Walde. Das ist fadenscheinig und es zeigt, dass es Ihnen auch beim Thema Pseudonyme nicht um die Sache ansich geht.

134) Matthias Schwerdtfeger, Dienstag, 28. Februar 2012, 10:44 Uhr

Zunächst: Ich finde wir sollten die Anonymitätsdiskussion vom Thema “Ist Gauck geeignet?” trennen, weil sich hier zu viele Aspekte vermischen und es dadurch – finde ich – etwas unübersichtlich wird.

Zum Thema Anonymität: Ich glaube, wir brauchen eine politische Diskussionskultur, in der jeder mit seinem Namen zu dem steht, was er sagt. Ich glaube, es ist nicht hilfreich, im Netz etwas in die Runde zu werfen und danach nur dann noch etwas damit zu tun haben zu wollen, wenn es einem gerade passt.

Es mag im ersten Moment bequemer erscheinen, sich zu wichtigen Themen zu äußern und der Nachbar, der Freund, der Chef merkt nicht, wer da spricht. Ob es aber für die politische Kultur in unserem Land gut ist – ich bezweifle es. Wer sich äußern möchte, sollte dazu stehen (es mag Ausnahmen geben, aus meiner Sicht aber nur wenige). Es wird niemand gezwungen, im Netz seine Meinung zu sagen.

In vielen Fällen ist es durchaus hilfreich zu wissen, aus welcher Ecke ein Vorwurf/ein Kommentar kommt, z.B., wenn ein Pseudonym Wasser predigt, sein Besitzer aber Wein säuft.

Im Übrigen möchte Herr Spreng – wenn ich ihn richtig verstanden habe – gar keine Klarnamen-Pflicht. Das würde auch die Möglichkeit anonymer Kommentare hier im Blog erklären. Er fordert vielmehr dazu auf, selbst den Mumm zu haben und zu sagen: “Meine Meinung ist diese und jene und ich heiße so und so.”

135) joch, Dienstag, 28. Februar 2012, 10:50 Uhr

Es gibt immer Leute die irgendeinen Nutzen aus irgendeiner Situation ziehen wollen, wie man hier sieht: http://bit.ly/y5IqfL

136) Erster Karl, Dienstag, 28. Februar 2012, 11:15 Uhr

Nun möchte ich mich doch nochmal mit einen Beitrag zum Thema Gauck melden.
Anlass dafür ist der Eintrag von von #116 Gabriele und der Hinweis auf den Link
http://www.sueddeutsche.de/politik/ddr-vergangenheit-von-gauck-joachim-der-lokomotivfuehrer-1.1294021
Ich kann nur jeden Altbundesbürger empfehlen diesen Beitrag zu lesen und auszuwerten.
Aus eigenen Erfahrungen kann ich diesen Beitrag vom Pfarrer Tschiche nur zustimmen.
Ergänzend möchte ich jedoch mal was, über die Rolle Gaucks in der gleichnamigen Behörde, erfahren. Dabei wäre es doch interessant zu erfahren, warum er falsche Angaben bezüglich der Mitarbeiter mit Stasi Vergangenheit gemacht hat und warum?
Als Illusion betrachte ich es allerdings, über seine eigene Verbindung zur Stasi noch etwas zu erfahren. War er nur Opfer, was keinesfalls auszuschließen ist,allerdings keinerlei Konsequenzen, im Gegensatz zu echten Bürgerrechtlern, hatte, oder war es es auch anders?

Es ist bedauerlich, aber leider war, dass es einige Bürgerrechtler gibt, die sich als solche ausgeben, in Wahrheit lediglich die gleichen Menschen geblieben sind, die sie schon zu DDR Zeiten waren. Privilegien in Anspruch nahmen und dann auf den Zug aufgesprungen sind, um ja ihre Pfründe in der jetzigen Zeit zu sichern.

In der Beurteilung zur Person Gauck geht es mit Sicherheit nicht, um den hier immer wieder erwähnten VW Bus.Es sind ganz andere Dinge, nämlich die,die Pfarrer Tschiche im Beitrag für die SZ geschildert hat und darum sind die Menschen,die tatsächlich aktiv Veränderungen in der DDR wollten, stock sauer, wenn ein solcher Bürgerrechtler so hoch gejubelt wird.

Und deshalb wiederhole ich, wie in meinen Beitrag unter # 95 schon geäußert, vorsichtig mit Bewertungen des öffentlichen Mainstreams umzugehen.
Man sollte ruhig mal darüber nachdenken, warum nun gerade eine solche Hype um Gauck entfacht wurde.
Abschließend möchte ich bemerken, dass das drum und dran für die Kandidatur Gaucks, einfach nur beschämend war und ein Mann mit Charakter, nach meiner Auffassung, darauf verzichtet hätte.

137) m.spreng, Dienstag, 28. Februar 2012, 12:52 Uhr

@ 134) Matthias Schwerdtfeger

So ist es!

138) der Herr Karl, Dienstag, 28. Februar 2012, 13:34 Uhr

@ 133) Tharben

So ist es!

139) Bernhard Paul, Dienstag, 28. Februar 2012, 14:08 Uhr

Lieber @132) Gregor Keuschnig,

da werfen Sie aber – entgegen Ihrer sonstigen logischen Sichtweise – Äpfel und Birnen durcheinander, was den Spiegel betrifft. Kommentare (= Meinungsäußerungen) wurden auch damals beim Spiegel namentlich gezeichnet, Berichte und Reportagen nicht.

140) der Herr Karl, Dienstag, 28. Februar 2012, 14:20 Uhr

@ m.spreng

Sie mich auch…

141) der Herr Karl, Dienstag, 28. Februar 2012, 14:22 Uhr

@ m.spreng

http://www.spiegelfechter.com/wordpress/7983/kampf-um-die-deutungshoheit-der-gauck-zitate#comment-158745

142) EStz, Dienstag, 28. Februar 2012, 14:26 Uhr

@ 125) Bernhard Paul, Montag, 27. Februar 2012, 20:48 Uhr

>> Darf ich Sie darauf aufmerksam machen, dass Spreng hier keinen
>> Bericht geschrieben hat, sondern einen Kommentar. Darf ich Sie ferner
>> darauf hinweisen, dass ein Kommentar klar Position bezieht und nicht
>> nach allen Seiten rundumsichert.

Sie dürfen, sicherlich :-)
Eindeutige, klare Regel: Auch in einem Kommentar sind Meinungen und Fakten voneinander zu trennen.

>> Darf ich Sie auch hier darauf hinweisen, dass Spreng weder die Befürworter
>> lobt noch die Kritiker tadelt, sondern sich die pseudonym-anonymen Verleumder
>> vorknöpft.

Dann haben Sie einen anderen Kommentar gelesen als ich. Zitat von Herrn Spreng
– „Aber es gab auch Lichtblicke: gegen den Shitstorm standen
– im Internet Männer auf wie Patrick Breitenbach oder Sascha Lobo.

Es gab beispielsweise definitiv Kontakte zwischen Herrn Gauck und dem MfS – das war bei der Position Joachim Gaucks als Mann der Kirche unmöglich zu vermeiden. In welchem Rahmen das ablief – mit gebotener Distanz oder mit engerer Zusammenarbeit – ist meines Erachtens nicht geklärt. Ein Kritiker ist, wer auf diese ungeklärte Situation hinweist und auf Aufklärung drängt. Ein Verleumder ist, wer unbewiesene Behauptungen aufstellt und als Tatsache verkündet. Die beiden gehören nicht in den gleichen Sack gesteckt. (Dass Joachim Gauck ein IM war, halte ich weder für bewiesen noch für unbewiesen. DIejeingen, die das eine oder andere behaupoten, sollen es dann auch belegen können.)

143) EStz, Dienstag, 28. Februar 2012, 14:26 Uhr

@ 134) Matthias Schwerdtfeger, Dienstag, 28. Februar 2012, 10:44 Uhr
>> Im Übrigen möchte Herr Spreng – wenn ich ihn richtig verstanden habe –
>> gar keine Klarnamen-Pflicht. Das würde auch die Möglichkeit anonymer
>> Kommentare hier im Blog erklären. Er fordert vielmehr dazu auf, selbst den
>> Mumm zu haben und zu sagen: “Meine Meinung ist diese und jene und ich
>> heiße so und so.”

Wenn ich mit Ihnen von Angesicht zu Angesicht diskutiere, kenne ich den Adressaten meiner nicht gerade radikalen) Meinung. Im Internet ist das nicht der Fall. Da schütze ich mich in Kenntnis der Google-Mechanismen durch ein Pseudonym. Das hat nichts mit Charakterschwäche zu tun, sondern mit Klugheit, Wissen, Erfahrung.

@ 137) m.spreng
Ja, ja…..

144) ohno, Dienstag, 28. Februar 2012, 16:05 Uhr

@128 Nein, herr mspreng, das ist keine Wortklauberei. ich bin ohno(at)gmx.net, und daran bin ich jederzeit verifizierbar. Wenn Ihnen das nicht reicht, kann ich Ihnen auch nicht helfen. Aber ich bin wohl eher charakterschwach, das hatten wir ja schon.

@134 (M. Schwerdtfeger): “Es wird niemand gezwungen, im Netz seine Meinung zu sagen.” Bei solchen Sätzen wird mir immer leicht übel, ehrlich. Nein, gezwungen wird wirklich keiner, aber einige davon abzuhalten, finden Sie offenbar besser.

145) sk8erBLN, Dienstag, 28. Februar 2012, 19:08 Uhr

@ 137) m.spreng, Dienstag, 28. Februar 2012, 12:52 Uhr
“@ 134) Matthias Schwerdtfeger

So ist es!”

Na Herr spreng, wenn “es” so ist, dann tun sie sich doch einfang keinen Zwang an.

Die Zauberformel heisst Postident.
http://www.deutschepost.de/dpag?xmlFile=1015469
Sie -oder all jene, die sich auf Ihre neuen Spielregeln einlassen wollen, haben sogar die Möglichkeit zwischen basic und comfort Version des Postident zu wählen.
Und schwupps stellen Sie sicher dass hier noch mit geprüftem Klarnamen kommentiert werden kann.
Und darum scheint es ja zu gehen, denn wo kämen wir auch hin wenn sich ein jeder als irgendwer ausgeben kann.

Zumindest einmal noch würde Ihr Blog eine gewisse Berühmtheit im Web erlangen, bevor es dann -so meine Prognose- recht zeitnah und unvermittelt stirbt.

Alternativ bliebe noch den Kommentarbereich gleich komplett zu schließen.

It’s up to YOU! Ich hole derweil noch was Popcorn….

146) Werner Berger, Dienstag, 28. Februar 2012, 19:55 Uhr

Zählt das hier http://www.abendblatt.de/hamburg/article2199401/Praesident-bleibt-Praesident.html auch zum “Shitstorm”, oder ist es nur eine steife Brise von der Waterkant?

147) Dieter Carstensen, Dienstag, 28. Februar 2012, 20:08 Uhr

@128 Lieber Michael Spreng,

ein gutes Beispiel, das Alter Ego von Rudolf Augstein. Ich habe im Internet, z.B. bei twitter auch den Nicknamen “MeisterderO”, siehe hier http://twitter.com/#!/meisterdero aber es deutlich erkenntlich, dass ich es bin, der da schreibt und was viele nicht wissen:

Auch bei twitter besteht juristisch betrachtet eine Impressumpflicht, da ein twitter account aus Sicht der Justiz wie eine eigene Homepage zu betrachten ist. Aus diesem Grunde ist in meinem twitter account meine Hoempage angegeben, um dieser Verpflichtung nachzukommen.

Anfang der achtziger Jahre ahbe ich neben meinem Studium als Journalist für die Tageszeitung “Die Neue”, Berlin gearbeitet. Durch einen Informanten wurde mir damals die “Sinus Studie” zum Rechtsextremismus zugespielt, http://de.wikipedia.org/wiki/SINUS-Studie_zum_Rechtsextremismus und wir waren die erste Zeitung, welche sie veröffentlichte.

Helmut Schmidt wollte damals nicht, dass sie öffentlich wurde ud das Ganze war sehr brisant. Um mich zu schützen, haben wir es damals unter meinem Pseudonym “Rudolf Walkenbach” veröffentlicht, da es ja geheime Unterlagen direkt aus dem Kanzleramt waren.

Ist alles verjährt, daher kann ich es heute offen schreiben. Mein ganzseitiger Artikel wurde damals von allen namhaften Zeitungen übernommen, bzw. zitiert.

Meine Pflicht war es, meinen Informanten, der komplette Studie zugespielt hatte zu schützen, aber ich musste auch meine Partnerin und mich schützen.

In diesem speziellen Fall habe auch ich mal ein Pseudonym benutzt und die Redaktion der Tageszeitung “Die Neue” hat geschwiegen wie ein Grab, ihr Chefredakteur war Carl L. Guggemos, ein gewiefter Journalist, der jahrelang Chefredakteur der SPD Zeitung “Vorwärts” gewesen war, dann von Rudolf Augstein abgeworben wurde, da Augstein eine eigenständige Tageszeitung gegen das Springer Monopol in Berlin plante und er dafür einen fähigen Mann brauchte.

Leider wurde Rudolf Augstein damals die Sache zu heikel, er zog sich zurück aus dem Projekt, zahlte den angestellten Journalisten aber sehr gute Abfindungen und so gründeten diese Jahre später ihre eigene Tageszeitung.

Interessant ist es für mich zu sehen, dass Jakob Augstein, der Sohn von Rudolf Augstein, mit seiner Zeitung “Der Freitag” http://www.freitag.de/ nun versucht, ähnliche Wege zu gehen, wie seinerzeit “Die Neue”. “Die Neue” ging pleite, was Jakob Augstein bei seinem reichhaltigen Erbe wohl nicht befürchten muss.

Die meisten Journalisten haben auch ein Pseudonym, aber in der Regel weiss man, da gebe ich Ihnen völlig recht, wer dahinter steht.

In unserer Oberbergischen Volkszeitung (gehört zur Kölnischen Rundschau) gibt es immer Kommentare unter dem Pseudonym “Spinxer”.

Es geht immer um heikle Themen, spöttisch und satirisch aufbereitet, aber alle hier wissen, welcher Journalist unter dem Namen “Spinxer” schreibt.

Daher fand ich Ihren Vergleich sehr passend.

M.f.G.

148) m.spreng, Dienstag, 28. Februar 2012, 20:11 Uhr

@ 142) EStz

“Dass Joachim Gauck ein IM war, halte ich weder für bewiesen noch unbewiesen”, schreiben Sie. Damit betreten Sie das ganz dünne Eis der Diffamierung – vergleichbar mit dem von Ihnen sicher als diffamierend empfundenen Satz: “Dass EStz. ein linkskradikaler Verfassungsfeind ist, halte ich weder für bewiesen noch unbewiesen”.

Muss der – auch nach dem Urteil seiner heutigen kirchlichen Gegner – systemkritische Ex-Pfarrer Gauck, ohne dass es nur einen einzigen Grund für diese Annahme gibt, jetzt beweisen, dass er kein IM war?

149) Dieter Carstensen, Dienstag, 28. Februar 2012, 20:49 Uhr

@142 Leiber Michael Spreng,

genau darum geht es! Was @142 EStz hier versucht, ist nichts anderes, als Diffamierung nach dem Motto “Irgendwas belibt schon hängen”, Das ist unananständig!

Ich bin kein Freund von Joachim Gauck, aber ich setze mich mit ihm in der Sache auseinander, aber nicht über billige Polemik.

M.f.G.

150) Bernhard Paul, Dienstag, 28. Februar 2012, 22:08 Uhr

@ 142) EStz

Exakt das ist der Punkt, auf den @ 148) m.spreng hinweist. Ohne dass es Ihnen vermutlich bewusst ist, haben Sie sich in die Reihe der Verleumder eingeklinkt. Ist jetzt der Groschen gefallen?

Gauck mag kein Kämpfer gegen das Regime gewesen sein, ja womöglich nicht einmal ein überzeugter Regimegegner. Definitv erwiesen ist, dass er nicht mit der Stasi kooperierte.

151) EStz, Mittwoch, 29. Februar 2012, 10:15 Uhr

148) m.spreng, Dienstag, 28. Februar 2012, 20:11 Uhr

>> Damit betreten Sie das ganz dünne Eis der Diffamierung –
>> vergleichbar mit dem von Ihnen sicher als diffamierend
>> empfundenen Satz: “Dass EStz. ein linkskradikaler Verfassungsfeind
>> ist, halte ich weder für bewiesen noch unbewiesen”.

Solange es keinen Ansatz oder Grund gibt, mich für einen Linksradikalen zu halten, wäre dieser Satz eine Diffamierung. Gäbe es Hinweise, Äußerungen, Protokolle, wäre selbstverständlich eine Nachfrage gestattet, bevor man mich zum Bundespräsidenten wählt.

>> Muss der – auch nach dem Urteil seiner heutigen kirchlichen Gegner –
>> systemkritische Ex-Pfarrer Gauck, ohne dass es nur einen einzigen
>> Grund für diese Annahme gibt, jetzt beweisen, dass er kein IM war?

“Kein einziger Grund für die Annahme”? Das habe ich schon anders gehört bzw. gelesen.

Von mir hier schon mal klar geäußert: Es ist mir schon aufgrund meines Wessi-Lebenswegs nicht möglich, zu beurteilen, ob da was war und, wen ja, wie das zu bewerten wäre. Ein eigenes Urteil liegt mir daher fern. Nur, falls es offene Fragen gibt, sollten die diesmal vor der Wahl geklärt werden.
Von mir ebenfalls gegenüber einem anderen Gauck-Kritiker geäußert: Vielleicht macht Herr Gauck sich im Amt – er wäre nicht der Erste.

152) EStz, Mittwoch, 29. Februar 2012, 10:20 Uhr

@ 150) Bernhard Paul, Dienstag, 28. Februar 2012, 22:08 Uhr

>> Definitv erwiesen ist, dass er nicht mit der Stasi kooperierte.

Dieser Nachweis ist warum auch immer an mir vorbei gelaufen. Seien Sie so lieb und stellen Sie mir den einen oder anderen Link zur Verfügung, oder geben Sie mir einen Hinweis, wo ich suchen muss.

Merci im Voraus
EStz

153) der Herr Karl, Mittwoch, 29. Februar 2012, 12:08 Uhr

Mein Kommentar-Favorit ist die Nr. 21, wo sk8erBLN schreibt:

“Ohh sie können sich kaum vorstellen wie sehr mich diese Bemerkung aus der virtuellen Feder eines Ex-BAMS Chefredakteurs jetzt trifft. BAMS, ein Qualitätsmedium des deutschen Journalismus, dieser Leuchtturm der Fairness und Akkuratesse der Berichterstattung, Wem immer sie aus welchen Gründen auch immer zusammen mit ihrer Wochentags-Schwester Bild das Genick brechen wollte hat sie es gebrochen. Um sie zu zitieren ” die kleine hässliche Schwester ” des Qualitätsjournalismus. Und Ihnen als Chefredakteur kam die eher zweifelhafte Rolle zu, für Woche für Woche eine gut vermarktbare Aufmerksamkeit zu garantieren. Ich will lieber nicht wissen, wie oft bei Bild und BAMS eine Story -jetzt zitiere ich Lobo-” in den maximalen Wirkungskontext zusammengestaucht und zurechtgebogen” wurde.”

Ich möchte lieber nicht wissen, wie oft Drecksblätter wie Bild und BamS Charakterlumpen hochgelobt und Unschuldige in Elend und Verzweiflung getrieben haben. Wer wie Spreng für solchen Boulevard jahrelang verantwortlich war und von diesen unmenschlichen Manipulationen profitierte, sollte meines Erachtens die Begriffe “Anstand” und “Charakter” nicht mehr in den Mund nehmen dürfen.
Wer nun Gauck-Kritiker mit der Eröffnung eines Nebenkriegsschauplatzes namens “Anonymität im Netz” verunglimpfen will, handelt unseriös und ganz im Stil von Bild und BamS. Ich könnte den Spiess ja auch umdrehen und behaupten, wer mit Klarnamen kommentiert, sei ein unter Minderwertigkeitskomplexen Leidender, der versucht, sich mit Klarnamen-Kommentaren wichtig zu machen und zum Psychologen gehen sollte. Oder das Ganze wie Bild und BamS in eine Schlagzeile mit Fragezeichen verpacken: “Ist D.C. ein Psychopath?”
Es wäre angebracht, der Autor von “Gauck und der Shitstorm” würde sich für seinen hinterhältigen Arikel entschuldigen. Dies würde jedoch Einsicht, Anstand und Charakterstärke erfordern. Ich gebe jedem eine Chance. Der Ball liegt nun bei Ihnen, Herr Spreng…

154) m.spreng, Mittwoch, 29. Februar 2012, 12:10 Uhr

@ 149) und 150) EStz

Sie kapieren einfach nicht, was Sie anrichten. Dafür fehlt Ihnen offenbar der innere Kompaß.

155) m.spreng, Mittwoch, 29. Februar 2012, 12:14 Uhr

@153 der Herr Karl

Es gibt Kommentare, die richten sich einfach selbst. Ich empfehle Ihnen meinen Artikel vom 18. Mai 2011: “Schwarm-Intelligenz und Schwarm-Feigheit”. Vielleicht entschuldigen Sie sich dann.

156) der Herr Karl, Mittwoch, 29. Februar 2012, 12:28 Uhr

“…die richten sich… selbst.”
Interessanter Duktus, Herr Spreng, aus einer vergangenen Episode deutscher Geschichte.

Nicht dass ich eine andere Antwort von Ihnen erwartet hätte…

157) der Herr Karl, Mittwoch, 29. Februar 2012, 13:27 Uhr

@m.spreng
” Ich empfehle Ihnen meinen Artikel vom 18. Mai 2011: “Schwarm-Intelligenz und Schwarm-Feigheit”. Vielleicht entschuldigen Sie sich dann.”

Herr Spreng, ich habe den von Ihnen anempfohlenen Artikel und die Kommentare gelesen. Auch in diesem Artikel vermengten Sie, wie bei “Gauck und der Shitstorm” zwei Dinge, die nicht zusammengehören. Mit bewusst manipulativer Absicht. Sie können wohl nicht anders. Folgende Kommentare (Ausschnitte) sprechen das Problem an:

” Der Artikel auf dieser Seite nun besteht größtenteils aus prosaischer Ausgestaltung Ihrer Vita, wir kommen dabei aber dem Kern nicht näher. Es lenkt ab. Sie verwirren hier eher. Tun Sie das nicht.
So wie ich es hier aus den Kommentaren hier lesen, sind Sie ein Mann eines anderen Formats.
Sie können sich auch mal einen Mist eingestehen.” ( 13) Dr. Martin Klicken, Mittwoch, 18. Mai 2011, 15:19 Uhr)

” Wie einige Kommentatoren vor mir bereits festgestellt haben, werden hier einfach zwei verschiedene Dinge miteinander verglichen. Die Überprüfung von Doktorarbeiten auf Plagiate hat herzlich wenig mit Meinungsfreiheit zu tun. Dabei geht es um recherchierte Fakten, nicht um Meinung.” (19) prengel, Mittwoch, 18. Mai 2011, 15:51 Uhr)

“Sie argumentieren hier also klar am Thema vorbei. Meinungsfreiheit und “VroniPlag” haben nichts iteinander zu tun und Meinungsfreiheit und Anonymität schließen sich auch nicht aus. Gerade Meinungsfreiheit und Anonymität benötigen oft genug einander.” (20) Melebert, Mittwoch, 18. Mai 2011, 15:55 Uhr)

“Niemand will ihre Lebensleistung in Abrede stellen, aber ich weiß jetzt wirklich nicht mehr was die Debatte mit “Vroniplag” zu tun hat.” (29) Eddiecho, Mittwoch, 18. Mai 2011, 16:33 Uhr)

“Herr Spreng,
in meinen Augen haben Sie ihren Artikel vom gestrigen Tage verschlimmbessert. Sich mit persönlichen Erfahrungen zu rechtfertigen, anstatt aufgrund der vielen sachlich richtigen Einwände einen Fehler einzugestehen, schadet Ihrem Ansehen.” (62) Nofate, Mittwoch, 18. Mai 2011, 21:46 Uhr)

undsofort…

158) Thomas Hillebrand, Mittwoch, 29. Februar 2012, 13:47 Uhr

@153), 155), 156) der Herr Karl vs. m.spreng

Mein Gott, Ihr habt Euch aber gar nicht lieb!

Ich kann Sie, lieber der Herr Karl, absolut gut verstehen und wüsste auch nicht mal so spontan, an welcher Stelle Ihrer vernichtenden Kritik an BILD und BAMS ich Ihnen widersprechen könnte und wollte.

Ihrem Todesstoß Herrn Spreng gegenüber möchte ich dagegen aber unbedingt widersprechen. Als regelmäßiger Leser dieses Blogs müssten Sie erkennen, dass “unser eigentlich genuines Feindbild” (wenn ich Sie mal so vereinnahmen darf) oftmals sehr eigene, wache und verblüffende Positionen vertritt, die “wir” (die Guten) ihm nicht so ohne Weiteres zutrauen würden, zugetraut haben. Mit Gauck (und der Aversion gegen das anonyme Netz) ist das anders, aber das war und ist doch allen hoffentlich klar! Erwarten Sie von Herrn Spreng den weltanschaulichen Selbstmord?!? Das ist doch lächerlich!
Dass ich von der “anderen Seite” komme und gewiß kein Claqueur bin, können Sie übrigens in meinen Kommentaren zu diesem und dem letzten Artikel nachlesen.

159) EStz, Mittwoch, 29. Februar 2012, 14:20 Uhr

@ m.spreng

Ich verstehe langsam nicht mehr, worum es Ihnen hier eigentlich geht.

Als Joachim Gauck gegen Christian Wulff zur Wahl stand, habe ich mich in Ihrem Blog klar für Joachim Gauck ausgesprochen (selbst wenn mich die Reden Wulffs im Nachhinein sehr überzeugt haben).

Nun wurden zur erneut anstehenden BP-Wahl Fragen zum Verhalten Joachim Gaucks zu DDR-Zeiten aufgeworfen. Nicht von mir; ich muss gestehen, dass ich mich mit dem Leben Gaucks vor der Wende bis zu Ihrem Blog-Beitrag nicht sonderlich intensiv befasst habe. Ich habe auch erklärt, dass mir weder Fragen noch Antworten noch Urteile zustehen; aber die (von anderen) aufgeworfenen Fragen bedürften meiner Meinung nach einer Klärung vor der Wahl. Schon diese Meinung ist Ihrer Ansicht nach Verleumdung?

Ich bin kein “Kritiker” Gaucks in dem Sinne, dass ich sage, der Mann darf nicht gewählt werden. Höchstens, dass ich denke, dass es bei dem, was er bislang gesagt hat, etwas eng wird; verbunden mit der Hoffnung, dass er sich im Amte macht.

Wenn ich Sie (bzw. hier im Blog) nun frage: „Ist etwas dran an den Gerüchten?“, antworten Sie mir nicht mit „Nein, weil“ oder „Lässt sich nicht einwandfrei klären, weil“, sondern mit sehr persönlichen Angriffen und Beschimpfungen. Ich muss gestehen, dass ich zu diesem Thema von anderen schon souveränere Auftritte gesehen und überzeugendere Argumente vernommen habe.

Sie sind älter als ich, und ich schätze Sie sehr, deswegen sage ich das hier mit einem gewissen Unbehagen: Sie sollten die Maßstäbe, die Sie von anderen einfordern, zuerst selbst erfüllen. Denn was den Vorwurf des Verleumders angeht: Lesen Sie sich vielleicht nochmal Ihre Äußerungen zu Christian Wulff durch. Dem haben Sie mit Sicherheit mehr Unrecht zugefügt als (eventuell) ich Herrn Gauck.

160) Bernhard Paul, Mittwoch, 29. Februar 2012, 14:27 Uhr

@ 152) EStz

Sie dürfen gerne auch einmal selbst recherchieren!

@ 153) der Herr Karl

Ohne Worte!

161) nurmalso, Mittwoch, 29. Februar 2012, 16:40 Uhr

die ganze aufregung resultiert eher daraus, dass das deutsche volk (abgesehen von einer kleinen minderheit in größe der bundesversammlung) realisiert hat, dass es mit dem neuen bundesgrüßaugust nichts zu schaffen hat. wie auch schon nicht mit den zwei amtsflüchtigen davor. nun könnte man zwar einwenden, dass der herr oder die dame in bellevue außer kosten und spesen nicht weiter in das tagesgeschäft der brd eingreift, aber wie zur verhöhnung wird der jeweilige amtsträger als präsident des volkes oder der herzen (wie bei diesem unseligen herrn gauck) betitelt. ich kann die verärgerung mancher blogger und auch journalisten gut verstehen.

weiterhin ärgerlich ist, wenn wir uns schon an den gedanken eines bupräderherzen gewöhnen, dass wider aller beteuerungen, den präses dieses mal nicht als spielball der parteien auszukungeln – genau das passiert ist (die frosch-story des witzekanzlers war wirklich entlarvend). ob nun in einer wohnküche oder in einer präsidiumssitzung – was spielt das für eine rolle?

nebenbei, die wenigsten gauck-kritiker von denen ich gelesen habe, taten dies im schutze einer ominösen anonymität. sie taten es auch nicht erst jetzt. schon vor zwei jahren nachdem der pastor den platz des ersten verlierers erreichte, schwatzte ein spd’ler vom bitteren kelch, der nochmal an uns vorbeigegangen sei.

da sind sie nun schon eine gefühlte ewigkeit teil dieses furchterregenden “neuen mediums” internet – und haben scheinbar so gar nichts verstanden. anders kann ich mir diesen, entschuldigung, einfach nur dummen artikel nicht erklären.

162) m.spreng, Mittwoch, 29. Februar 2012, 18:47 Uhr

@ an alle Kommentatoren

Zu diesem Beitrag ist inzwischen alles (und noch viel mehr) von allen gesagt. Ich erlaube mir deshalb, die Diskussion dazu zu schließen.

Ich werde weiter inkonsequent sein (weil ich die in der Regel beeindruckende Sachdiskussion meiner Kommentatoren nicht missen möchte) und anonyme Kommentare zulassen, dabei allerdings noch sorgfältiger darauf achten, wann die Grenzen zur persönlichen Verunglimpfung überschritten werden.

Dies ist keine Rücknahme meiner Ansichten zum Thema Anonymität, sondern eine kompromißlerische Schwäche meinerseits.

163) Alexis, Donnerstag, 01. März 2012, 17:01 Uhr

Kleines P.S. zum Thema Intenet. Fand diesesn Artikel einer Ober-Piratin recht lesenswert.
Lassen Sie den Link noch zu, Herr Spreng ?
http://www.sueddeutsche.de/digital/beschimpfung-oeffentlicher-personen-im-internet-wer-sichtbar-ist-wird-niedergemacht-1.1296258

164) Mine, Montag, 05. März 2012, 12:13 Uhr

Teile und herrsche. Das geht auch mit Gauck sehr gut. Ich will gar nciht wissen was eigentlich “hinter den Kulissen” ausgeheckt wird, während sich alle streiten ob Gauck nun ein guter Mann ist oder nicht…

165) B.H.Forster, Donnerstag, 08. März 2012, 14:14 Uhr

Ob in den bisherigen Kommentaren alles gesagt wurde, möchte ich bezweifeln. Denn der neueste “Ausrutscher” von Herrn Gauck wurde bei seinem Besuch im Schweriner Landtag gemacht, wo er seine Kritiker im Osten als “Figuren” bezeichnet. Schaukelt sich der Herr Pfarrer schon zu Gott auf? Nachzulesen in der Ostseezeitung vom 07.März 2012 Seite 5.

166) VerFASCHOschutz, Freitag, 09. März 2012, 11:40 Uhr

Vulvuzelas für alle,
meckert den Grüssaugust nur aus und während ihr eure 5 Minuten Hass pro Tag auslebt,
eure Macht (hust) erlebt.

Alles unter Dach und Fach.
Wir sind da, hier und wach.
Du, der Pöbel halt dein Maul,
dumme, arme, fette Sau

Atlantikbrücke, cfr,
rockefeller, immer da .
Irgendeiner wird dich richten

du dich dann auch selbst vernichten.

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