Samstag, 25. Februar 2012, 13:14 Uhr

Gauck und der Shitstorm

Sechs Tage schon dauert der Shitstorm im Internet gegen Joachim Gauck und seine Urheber müssen verzweifelt sein. Denn nichts ist bisher an dem designierten Bundespräsidenten hängen geblieben, der Sturm prallt an seiner Integrität ab. Seine moralische Autorität ist ungebrochen.

Und was wurde nicht alles versucht: ihn zum Sarrazin-Freund, zum Holocaust-Relativierer, zum Gegner der deutsch-polnischen Aussöhnung, zum Feind der Anti-Hartz IV-Demonstrationen,  und – das war der Höhepunkt – zum IM der verbrecherischen Stasi zu machen. Das bespitzelte Stasi-Opfer „Larve“ als „IM Larve“ zu bezeichnen, das konnte nur fanatischen Ideologen oder Dummköpfen passieren.

Gaucks Lebenslauf wurde verfälscht, seine Zitate aus dem Kontext gerissen. Es war keine Sternstunde des Internets, sondern eine dunkle Episode. Aber es gab auch Lichtblicke: gegen den Shitstorm standen im Internet Männer auf wie Patrick Breitenbach oder Sascha Lobo. Und das nicht anonym. Und sorgfältig recherchierende Journalisten der „alten Medien“, die damit ihre unveränderte Notwendigkeit unter Beweis stellten. 

Der Fall Gauck war wieder einmal ein Lehrstück: Das Internet ist nicht nur ein Medium der Freiheit, der Kommunikation und der Aufklärung, sondern auch der Diffamierung, Verfälschung und Denunziation.

Es gibt kaum ein intransparenteres Medium als das angebliche Medium der Transparenz. Denn ein Großteil der Fälscher und Verdreher schoss aus dem Schutz der Anonymität. Wer steckt dahinter, welche Absichten verfolgt er, wo steht er? Diese Fragen müssen beantwortet werden können, um eine Meinungsäußerung ernsthaft würdigen zu können.

Anonymität im Internet ist (ich kann das auch einigen meiner Kommentatoren nicht ersparen) prinzipiell eine Charakterschwäche. Ausnahmen bestätigen die Regel. Und ausgenommen sind natürlich arabische Freiheitskämpfer und andere Blogger in autoritären Staaten.

Wie aber kann in einem freiheitlichen System sich ein Mensch anmaßen, den Charakter anderer Menschen zu beurteilen, wenn er selbst zu charakterschwach ist, sich dazu zu bekennen? Bei Sachbeiträgen sehe ich das zwar auch kritisch, aber etwas milder.

Offenbar glauben viele, das jahrhundertlang erkämpfte Recht auf Meinungsfreiheit sei ein Recht auf Anonymität. Was für ein Irrtum: Hier stehe ich und kann nicht anders, sagte(angeblich) schon Martin Luther.

Anonymität ist keine Frage der Gesinnung (dahinter verstecken sich Rechte wie Linke), sondern eine Frage der Haltung. Die Schwarmfeigheit ist die kleine häßliche Schwester der Schwarmintelligenz.

Wenn in „alten Medien“ darüber berichtet wurde, war häufig die Rede vom „Aufstand der Netzgemeinde“. Ein großer Irrtum. Denn erstens gibt es keine Netzgemeinde. Ich zum Beispiel will ihr genauso wenig angehören wie einer religiösen oder politischen Gemeinde. Und zweitens gibt es im Internet immer wieder ehrbare Versuche, sich solchen Shit-Stürmen aufklärerisch entgegenzustellen.

Wenn aber ein Großteil der Internet-User auf der Anonoymität beharrt, dann be- und erhält das Internet als Forum der freien Meinungsäußerung einen zweifelhaften Ruf.

P.S. Damit kein Missverständnis aufkommt: Auch Gauck darf und muss kritisiert werden können. Ich finde zum Beispiel seine Qualifizierung Thilo Sarrazins als „mutig“ verunglückt (trotz aller sonstigen Distanz und Differenziertheit Gaucks), denn Sarrazin ist überprüfbar Verfasser eines rassistischen Menschenbildes. Aber die Vorwürfe müssen stimmen, belegbar sein und nicht aus dem Zusammenhang gerissen. Und mit offenem Visier vorgetragen.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

166 Kommentare

1) m.spreng, Dienstag, 28. Februar 2012, 20:11 Uhr

@ 142) EStz

„Dass Joachim Gauck ein IM war, halte ich weder für bewiesen noch unbewiesen“, schreiben Sie. Damit betreten Sie das ganz dünne Eis der Diffamierung – vergleichbar mit dem von Ihnen sicher als diffamierend empfundenen Satz: „Dass EStz. ein linkskradikaler Verfassungsfeind ist, halte ich weder für bewiesen noch unbewiesen“.

Muss der – auch nach dem Urteil seiner heutigen kirchlichen Gegner – systemkritische Ex-Pfarrer Gauck, ohne dass es nur einen einzigen Grund für diese Annahme gibt, jetzt beweisen, dass er kein IM war?

2) Dieter Carstensen, Dienstag, 28. Februar 2012, 20:49 Uhr

@142 Leiber Michael Spreng,

genau darum geht es! Was @142 EStz hier versucht, ist nichts anderes, als Diffamierung nach dem Motto „Irgendwas belibt schon hängen“, Das ist unananständig!

Ich bin kein Freund von Joachim Gauck, aber ich setze mich mit ihm in der Sache auseinander, aber nicht über billige Polemik.

M.f.G.

3) Bernhard Paul, Dienstag, 28. Februar 2012, 22:08 Uhr

@ 142) EStz

Exakt das ist der Punkt, auf den @ 148) m.spreng hinweist. Ohne dass es Ihnen vermutlich bewusst ist, haben Sie sich in die Reihe der Verleumder eingeklinkt. Ist jetzt der Groschen gefallen?

Gauck mag kein Kämpfer gegen das Regime gewesen sein, ja womöglich nicht einmal ein überzeugter Regimegegner. Definitv erwiesen ist, dass er nicht mit der Stasi kooperierte.

4) EStz, Mittwoch, 29. Februar 2012, 10:15 Uhr

148) m.spreng, Dienstag, 28. Februar 2012, 20:11 Uhr

>> Damit betreten Sie das ganz dünne Eis der Diffamierung –
>> vergleichbar mit dem von Ihnen sicher als diffamierend
>> empfundenen Satz: “Dass EStz. ein linkskradikaler Verfassungsfeind
>> ist, halte ich weder für bewiesen noch unbewiesen”.

Solange es keinen Ansatz oder Grund gibt, mich für einen Linksradikalen zu halten, wäre dieser Satz eine Diffamierung. Gäbe es Hinweise, Äußerungen, Protokolle, wäre selbstverständlich eine Nachfrage gestattet, bevor man mich zum Bundespräsidenten wählt.

>> Muss der – auch nach dem Urteil seiner heutigen kirchlichen Gegner –
>> systemkritische Ex-Pfarrer Gauck, ohne dass es nur einen einzigen
>> Grund für diese Annahme gibt, jetzt beweisen, dass er kein IM war?

„Kein einziger Grund für die Annahme“? Das habe ich schon anders gehört bzw. gelesen.

Von mir hier schon mal klar geäußert: Es ist mir schon aufgrund meines Wessi-Lebenswegs nicht möglich, zu beurteilen, ob da was war und, wen ja, wie das zu bewerten wäre. Ein eigenes Urteil liegt mir daher fern. Nur, falls es offene Fragen gibt, sollten die diesmal vor der Wahl geklärt werden.
Von mir ebenfalls gegenüber einem anderen Gauck-Kritiker geäußert: Vielleicht macht Herr Gauck sich im Amt – er wäre nicht der Erste.

5) EStz, Mittwoch, 29. Februar 2012, 10:20 Uhr

@ 150) Bernhard Paul, Dienstag, 28. Februar 2012, 22:08 Uhr

>> Definitv erwiesen ist, dass er nicht mit der Stasi kooperierte.

Dieser Nachweis ist warum auch immer an mir vorbei gelaufen. Seien Sie so lieb und stellen Sie mir den einen oder anderen Link zur Verfügung, oder geben Sie mir einen Hinweis, wo ich suchen muss.

Merci im Voraus
EStz

6) der Herr Karl, Mittwoch, 29. Februar 2012, 12:08 Uhr

Mein Kommentar-Favorit ist die Nr. 21, wo sk8erBLN schreibt:

„Ohh sie können sich kaum vorstellen wie sehr mich diese Bemerkung aus der virtuellen Feder eines Ex-BAMS Chefredakteurs jetzt trifft. BAMS, ein Qualitätsmedium des deutschen Journalismus, dieser Leuchtturm der Fairness und Akkuratesse der Berichterstattung, Wem immer sie aus welchen Gründen auch immer zusammen mit ihrer Wochentags-Schwester Bild das Genick brechen wollte hat sie es gebrochen. Um sie zu zitieren ” die kleine hässliche Schwester ” des Qualitätsjournalismus. Und Ihnen als Chefredakteur kam die eher zweifelhafte Rolle zu, für Woche für Woche eine gut vermarktbare Aufmerksamkeit zu garantieren. Ich will lieber nicht wissen, wie oft bei Bild und BAMS eine Story -jetzt zitiere ich Lobo-” in den maximalen Wirkungskontext zusammengestaucht und zurechtgebogen” wurde.“

Ich möchte lieber nicht wissen, wie oft Drecksblätter wie Bild und BamS Charakterlumpen hochgelobt und Unschuldige in Elend und Verzweiflung getrieben haben. Wer wie Spreng für solchen Boulevard jahrelang verantwortlich war und von diesen unmenschlichen Manipulationen profitierte, sollte meines Erachtens die Begriffe „Anstand“ und „Charakter“ nicht mehr in den Mund nehmen dürfen.
Wer nun Gauck-Kritiker mit der Eröffnung eines Nebenkriegsschauplatzes namens „Anonymität im Netz“ verunglimpfen will, handelt unseriös und ganz im Stil von Bild und BamS. Ich könnte den Spiess ja auch umdrehen und behaupten, wer mit Klarnamen kommentiert, sei ein unter Minderwertigkeitskomplexen Leidender, der versucht, sich mit Klarnamen-Kommentaren wichtig zu machen und zum Psychologen gehen sollte. Oder das Ganze wie Bild und BamS in eine Schlagzeile mit Fragezeichen verpacken: „Ist D.C. ein Psychopath?“
Es wäre angebracht, der Autor von „Gauck und der Shitstorm“ würde sich für seinen hinterhältigen Arikel entschuldigen. Dies würde jedoch Einsicht, Anstand und Charakterstärke erfordern. Ich gebe jedem eine Chance. Der Ball liegt nun bei Ihnen, Herr Spreng…

7) m.spreng, Mittwoch, 29. Februar 2012, 12:10 Uhr

@ 149) und 150) EStz

Sie kapieren einfach nicht, was Sie anrichten. Dafür fehlt Ihnen offenbar der innere Kompaß.

8) m.spreng, Mittwoch, 29. Februar 2012, 12:14 Uhr

@153 der Herr Karl

Es gibt Kommentare, die richten sich einfach selbst. Ich empfehle Ihnen meinen Artikel vom 18. Mai 2011: „Schwarm-Intelligenz und Schwarm-Feigheit“. Vielleicht entschuldigen Sie sich dann.

9) der Herr Karl, Mittwoch, 29. Februar 2012, 12:28 Uhr

„…die richten sich… selbst.“
Interessanter Duktus, Herr Spreng, aus einer vergangenen Episode deutscher Geschichte.

Nicht dass ich eine andere Antwort von Ihnen erwartet hätte…

10) der Herr Karl, Mittwoch, 29. Februar 2012, 13:27 Uhr

@m.spreng
“ Ich empfehle Ihnen meinen Artikel vom 18. Mai 2011: “Schwarm-Intelligenz und Schwarm-Feigheit”. Vielleicht entschuldigen Sie sich dann.“

Herr Spreng, ich habe den von Ihnen anempfohlenen Artikel und die Kommentare gelesen. Auch in diesem Artikel vermengten Sie, wie bei „Gauck und der Shitstorm“ zwei Dinge, die nicht zusammengehören. Mit bewusst manipulativer Absicht. Sie können wohl nicht anders. Folgende Kommentare (Ausschnitte) sprechen das Problem an:

“ Der Artikel auf dieser Seite nun besteht größtenteils aus prosaischer Ausgestaltung Ihrer Vita, wir kommen dabei aber dem Kern nicht näher. Es lenkt ab. Sie verwirren hier eher. Tun Sie das nicht.
So wie ich es hier aus den Kommentaren hier lesen, sind Sie ein Mann eines anderen Formats.
Sie können sich auch mal einen Mist eingestehen.“ ( 13) Dr. Martin Klicken, Mittwoch, 18. Mai 2011, 15:19 Uhr)

“ Wie einige Kommentatoren vor mir bereits festgestellt haben, werden hier einfach zwei verschiedene Dinge miteinander verglichen. Die Überprüfung von Doktorarbeiten auf Plagiate hat herzlich wenig mit Meinungsfreiheit zu tun. Dabei geht es um recherchierte Fakten, nicht um Meinung.“ (19) prengel, Mittwoch, 18. Mai 2011, 15:51 Uhr)

„Sie argumentieren hier also klar am Thema vorbei. Meinungsfreiheit und “VroniPlag” haben nichts iteinander zu tun und Meinungsfreiheit und Anonymität schließen sich auch nicht aus. Gerade Meinungsfreiheit und Anonymität benötigen oft genug einander.“ (20) Melebert, Mittwoch, 18. Mai 2011, 15:55 Uhr)

„Niemand will ihre Lebensleistung in Abrede stellen, aber ich weiß jetzt wirklich nicht mehr was die Debatte mit “Vroniplag” zu tun hat.“ (29) Eddiecho, Mittwoch, 18. Mai 2011, 16:33 Uhr)

„Herr Spreng,
in meinen Augen haben Sie ihren Artikel vom gestrigen Tage verschlimmbessert. Sich mit persönlichen Erfahrungen zu rechtfertigen, anstatt aufgrund der vielen sachlich richtigen Einwände einen Fehler einzugestehen, schadet Ihrem Ansehen.“ (62) Nofate, Mittwoch, 18. Mai 2011, 21:46 Uhr)

undsofort…

11) Thomas Hillebrand, Mittwoch, 29. Februar 2012, 13:47 Uhr

@153), 155), 156) der Herr Karl vs. m.spreng

Mein Gott, Ihr habt Euch aber gar nicht lieb!

Ich kann Sie, lieber der Herr Karl, absolut gut verstehen und wüsste auch nicht mal so spontan, an welcher Stelle Ihrer vernichtenden Kritik an BILD und BAMS ich Ihnen widersprechen könnte und wollte.

Ihrem Todesstoß Herrn Spreng gegenüber möchte ich dagegen aber unbedingt widersprechen. Als regelmäßiger Leser dieses Blogs müssten Sie erkennen, dass „unser eigentlich genuines Feindbild“ (wenn ich Sie mal so vereinnahmen darf) oftmals sehr eigene, wache und verblüffende Positionen vertritt, die „wir“ (die Guten) ihm nicht so ohne Weiteres zutrauen würden, zugetraut haben. Mit Gauck (und der Aversion gegen das anonyme Netz) ist das anders, aber das war und ist doch allen hoffentlich klar! Erwarten Sie von Herrn Spreng den weltanschaulichen Selbstmord?!? Das ist doch lächerlich!
Dass ich von der „anderen Seite“ komme und gewiß kein Claqueur bin, können Sie übrigens in meinen Kommentaren zu diesem und dem letzten Artikel nachlesen.

12) EStz, Mittwoch, 29. Februar 2012, 14:20 Uhr

@ m.spreng

Ich verstehe langsam nicht mehr, worum es Ihnen hier eigentlich geht.

Als Joachim Gauck gegen Christian Wulff zur Wahl stand, habe ich mich in Ihrem Blog klar für Joachim Gauck ausgesprochen (selbst wenn mich die Reden Wulffs im Nachhinein sehr überzeugt haben).

Nun wurden zur erneut anstehenden BP-Wahl Fragen zum Verhalten Joachim Gaucks zu DDR-Zeiten aufgeworfen. Nicht von mir; ich muss gestehen, dass ich mich mit dem Leben Gaucks vor der Wende bis zu Ihrem Blog-Beitrag nicht sonderlich intensiv befasst habe. Ich habe auch erklärt, dass mir weder Fragen noch Antworten noch Urteile zustehen; aber die (von anderen) aufgeworfenen Fragen bedürften meiner Meinung nach einer Klärung vor der Wahl. Schon diese Meinung ist Ihrer Ansicht nach Verleumdung?

Ich bin kein „Kritiker“ Gaucks in dem Sinne, dass ich sage, der Mann darf nicht gewählt werden. Höchstens, dass ich denke, dass es bei dem, was er bislang gesagt hat, etwas eng wird; verbunden mit der Hoffnung, dass er sich im Amte macht.

Wenn ich Sie (bzw. hier im Blog) nun frage: „Ist etwas dran an den Gerüchten?“, antworten Sie mir nicht mit „Nein, weil“ oder „Lässt sich nicht einwandfrei klären, weil“, sondern mit sehr persönlichen Angriffen und Beschimpfungen. Ich muss gestehen, dass ich zu diesem Thema von anderen schon souveränere Auftritte gesehen und überzeugendere Argumente vernommen habe.

Sie sind älter als ich, und ich schätze Sie sehr, deswegen sage ich das hier mit einem gewissen Unbehagen: Sie sollten die Maßstäbe, die Sie von anderen einfordern, zuerst selbst erfüllen. Denn was den Vorwurf des Verleumders angeht: Lesen Sie sich vielleicht nochmal Ihre Äußerungen zu Christian Wulff durch. Dem haben Sie mit Sicherheit mehr Unrecht zugefügt als (eventuell) ich Herrn Gauck.

13) Bernhard Paul, Mittwoch, 29. Februar 2012, 14:27 Uhr

@ 152) EStz

Sie dürfen gerne auch einmal selbst recherchieren!

@ 153) der Herr Karl

Ohne Worte!

14) nurmalso, Mittwoch, 29. Februar 2012, 16:40 Uhr

die ganze aufregung resultiert eher daraus, dass das deutsche volk (abgesehen von einer kleinen minderheit in größe der bundesversammlung) realisiert hat, dass es mit dem neuen bundesgrüßaugust nichts zu schaffen hat. wie auch schon nicht mit den zwei amtsflüchtigen davor. nun könnte man zwar einwenden, dass der herr oder die dame in bellevue außer kosten und spesen nicht weiter in das tagesgeschäft der brd eingreift, aber wie zur verhöhnung wird der jeweilige amtsträger als präsident des volkes oder der herzen (wie bei diesem unseligen herrn gauck) betitelt. ich kann die verärgerung mancher blogger und auch journalisten gut verstehen.

weiterhin ärgerlich ist, wenn wir uns schon an den gedanken eines bupräderherzen gewöhnen, dass wider aller beteuerungen, den präses dieses mal nicht als spielball der parteien auszukungeln – genau das passiert ist (die frosch-story des witzekanzlers war wirklich entlarvend). ob nun in einer wohnküche oder in einer präsidiumssitzung – was spielt das für eine rolle?

nebenbei, die wenigsten gauck-kritiker von denen ich gelesen habe, taten dies im schutze einer ominösen anonymität. sie taten es auch nicht erst jetzt. schon vor zwei jahren nachdem der pastor den platz des ersten verlierers erreichte, schwatzte ein spd’ler vom bitteren kelch, der nochmal an uns vorbeigegangen sei.

da sind sie nun schon eine gefühlte ewigkeit teil dieses furchterregenden „neuen mediums“ internet – und haben scheinbar so gar nichts verstanden. anders kann ich mir diesen, entschuldigung, einfach nur dummen artikel nicht erklären.

15) m.spreng, Mittwoch, 29. Februar 2012, 18:47 Uhr

@ an alle Kommentatoren

Zu diesem Beitrag ist inzwischen alles (und noch viel mehr) von allen gesagt. Ich erlaube mir deshalb, die Diskussion dazu zu schließen.

Ich werde weiter inkonsequent sein (weil ich die in der Regel beeindruckende Sachdiskussion meiner Kommentatoren nicht missen möchte) und anonyme Kommentare zulassen, dabei allerdings noch sorgfältiger darauf achten, wann die Grenzen zur persönlichen Verunglimpfung überschritten werden.

Dies ist keine Rücknahme meiner Ansichten zum Thema Anonymität, sondern eine kompromißlerische Schwäche meinerseits.

16) Alexis, Donnerstag, 01. März 2012, 17:01 Uhr

Kleines P.S. zum Thema Intenet. Fand diesesn Artikel einer Ober-Piratin recht lesenswert.
Lassen Sie den Link noch zu, Herr Spreng ?
http://www.sueddeutsche.de/digital/beschimpfung-oeffentlicher-personen-im-internet-wer-sichtbar-ist-wird-niedergemacht-1.1296258

17) Mine, Montag, 05. März 2012, 12:13 Uhr

Teile und herrsche. Das geht auch mit Gauck sehr gut. Ich will gar nciht wissen was eigentlich „hinter den Kulissen“ ausgeheckt wird, während sich alle streiten ob Gauck nun ein guter Mann ist oder nicht…

18) B.H.Forster, Donnerstag, 08. März 2012, 14:14 Uhr

Ob in den bisherigen Kommentaren alles gesagt wurde, möchte ich bezweifeln. Denn der neueste „Ausrutscher“ von Herrn Gauck wurde bei seinem Besuch im Schweriner Landtag gemacht, wo er seine Kritiker im Osten als „Figuren“ bezeichnet. Schaukelt sich der Herr Pfarrer schon zu Gott auf? Nachzulesen in der Ostseezeitung vom 07.März 2012 Seite 5.

19) VerFASCHOschutz, Freitag, 09. März 2012, 11:40 Uhr

Vulvuzelas für alle,
meckert den Grüssaugust nur aus und während ihr eure 5 Minuten Hass pro Tag auslebt,
eure Macht (hust) erlebt.

Alles unter Dach und Fach.
Wir sind da, hier und wach.
Du, der Pöbel halt dein Maul,
dumme, arme, fette Sau

Atlantikbrücke, cfr,
rockefeller, immer da .
Irgendeiner wird dich richten

du dich dann auch selbst vernichten.

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