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Sonntag, 04. März 2012, 19:53 Uhr

Merkels erster Anruf

Meinen ersten Anruf von Angela Merkel erhielt ich im Frühjahr 1990. Merkel war damals stellvertretende Regierungssprecherin des letzten DDR-Ministerpräsidenten Lothar de Maizière, ich war Chefredakteur von “Bild am Sonntag”.

Sie lud mich zu einer Pressekonferenz ihres Chefs ein. Als ich sagte, ich würde einen Redakteur schicken, war sie erstaunt. Die Einladung sei an mich persönlich gerichtet. Meine Erklärung, ein Chefredakteur habe andere Aufgaben, überzeugte sie nicht. Sie war aber schließlich bereit, auch einen normalen Redakteur zuzulassen. Am Ende begnügten wir uns mit der Agenturmeldung.

Heute ist Angela Merkel im Umgang mit der Presse schon lange nicht mehr so naiv. Im Gegenteil: inzwischen scheut sie Pressekonferenzen (außer in Brüssel) und greift immer häufiger zu dem bei Journalisten unbeliebten Mittel des Statements. Auftritt, Abgang, keine Fragen. So wird heute in Berlin immer häufiger kommuniziert, wenn man sich kritische Fragen ersparen will. Und Chefredakteure lädt sie nicht mehr zu Pressekonferenzen, sondern höchstens noch zum vertraulichen Abendessen ein.

P.S. Meine Ankedoten können im vierten Jahr meines Blogs zwangsläufig nur noch unregelmäßig erscheinen.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

8 Kommentare

1) iMichi, Sonntag, 04. März 2012, 20:38 Uhr

Sue sind aber immer wieder eine willkommene Abwechslung und Auflockerung!

2) PeterK, Sonntag, 04. März 2012, 22:22 Uhr

Wahrscheinlich hat die Dame begriffen, dass sie bei einer Diskussion alternativlos schlechte Karten hat.

3) Andreas, Dienstag, 06. März 2012, 10:12 Uhr

Ich möchte kein Hauptstadtjournalist sein.

4) Kottenstede, Donnerstag, 08. März 2012, 02:23 Uhr

Öffnen Sie die Rubrik doch für Anekdoten Anderer – natürlich nur für solche vergleichbarer Qualität. Sie sind für Bürger außerhalb der Zirkel ein erhellender Blick hinter die Kulissen, nicht zuletzt auch mit aufklärerischer Wirkung.

5) m.g.t., Freitag, 09. März 2012, 22:50 Uhr

Sehr gehrter Herr Spreng,

vielleicht bin ich ja gehässig, aber was Sie den 84% der Soldaten beim Großen Zapfenstreich empfahlen, nämlich einfach das Gewehr unten zu lassen, könnten Sie doch auch Ihren Kollegen der Hauptstadt-Journalisten empfehlen:
Einfach bei jeder PK Herrn Seibert fragen, ob seine Chefin Angst hat vor fragenden Journalisten. Wenn in jeder Pressekonferenz des Regierungssprechers fünf Leute aufstehen und das fragen, wird das ganz schön peinlich…

Ah, zum Thema: Danke für all die Anekdoten. Schade, dass der Kommentarbereich dabei immer so leer bleibt. Gut, ein Vorteil hat es auch: Die Oberlehrer, die ihre eigene Meinung und dann auch noch Werbung für ein fremdes Blog laut herausschreien müssen vor lauter gefühlter Ungerechtigkeit, die bleiben weg und der Kommentarteil damit schön übersichtlich.

6) der Herr Karl, Samstag, 10. März 2012, 10:17 Uhr

@m.g.t.

Bin doch ganz bei dir…
“Übersichtlich” hat so was von Ordnung und Gründlichkeit.

7) m.g.t., Samstag, 10. März 2012, 20:38 Uhr

@der Herr Karl
Um es mit Marina Weisband zu sagen: “Habe Sie mich soeben mit Adfolf Hitler verglichen?”

Dieses Forum, ebenso wie der dazu gehörige blog, ist eine one-man-show. Dadurch ist eine zeitnahe Reaktion auf Beiträge anderer Kommentatoren nicht möglich. (Das erwartet man auch nicht) Also wird logischerweise mehr postuliert als diskutiert. Das Extrembeispiel dürfte eine Voyager oder Pioneer-Sonde sein, deren Nachricht ein paar Millionen Jahre unterwegs ist in der Hoffnung, beim Erhalt der Antwort noch da und in der Lage zu sein, sie zu erkennen.
Wenn dann auch noch mehr als hundert Beiträge zu einem Thema in verschiedenen Diskussionssträngen am Leser vorbei mäandern (daran ist wohl die Forensoftware schuld), verliert man schnell den Überblick über Zusammenhang, Relevanz oder Aktivität.
In sofern: Übersichtlich – ja, Ordnung und Gründlichkeit – nein. Wer Ahnung hat von Sprache, kennt den Unterschied oder lässt sich zumindest nicht blenden von Vorurteil/Idologie/Religion/etc.

Beste Grüße

m.g.t.

8) der Herr Karl, Sonntag, 11. März 2012, 10:20 Uhr

@m.g.t.
Entschuldigen Sie bitte, dass ich Sie vorher geduzt hatte; ich war dies von meinem “fremden Blog”, wo ich häufig mitkommentiere (Spiegelfechter und Öffinger Freidenker) gewohnt.

“Die Oberlehrer, die ihre eigene Meinung und dann auch noch Werbung für ein fremdes Blog laut herausschreien müssen vor lauter gefühlter Ungerechtigkeit, die bleiben weg und der Kommentarteil damit schön übersichtlich”
Ich wollte hier eigentlich keine Diskussion mit Ihnen beginnen, sondern nur einen kleinen Hinweis darauf geben, dass ich mich in Ihrer Beschreibung (unter Nr. 5) wiederfand, verbunden mit einem sanften und ironischen Seitenhieb auf Ihr “übersichtlich”, mit welchem ich das deutsche Wesen ein wenig auf den Arm nehmen wollte. Eine kleine, augenzwinkernde Stichelei auf ihre Sticheleien, mehr nicht.
Da sie mir nun massivere Sachen unterstellen – ob ich Sie mit Hilter vergleichen wollte – und einen Exkurs über Sinn und Unsinn von zeitnahen Freischaltungen unternahmen, fühle ich mich zu einer Erklärung genötigt, die Sie hoffentlich nicht als Dikussionssucht werten.

Niemand wollte sie mit Hilter vergleichen!
Zudem war es vielmehr der grosse deutsche empörte Volkskörper, der verblendet, einem Vorangeher und Aufwiegler folgend, die Tugenden “Ordnung” und “Gründlichkeit” zelebrierten.
Ähnlichkeiten mit einem empörten und aufgewiegelten Volk beim Fall Wulff sind rein zufällig.

Ich nehme es hier inkauf, mit einer zeitlichen Verzögerung zu antworten. Wenn Sie nur postulieren wollen, ist das Ihr gutes Recht. Wenn Sie jedoch von Leuten aus einem “fremden Blog, welche laut herausschreien müssen vor lauter gefühlter Ungerechtigkeit” sprechen, sollte Sie eine Antwort vom Gemeinten nicht erstaunen.
Als Schweizer erlaube ich mir noch eine kleine Anekdote über das deutsche Wesen (Ich behaupte hier nirgends, dass Sie Deutscher sind!):
Die Deutschen lieben die Franzosen, aber sie schätzen sie nicht.
Die Franzosen schätzen die Deutschen, aber sie lieben sie nicht.

Und noch was zum Fall und zum Ausscheiden Wulff’s:
Sowas wäre in Frankreich wohl nicht möglich gewesen…

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