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Dienstag, 13. März 2012, 13:04 Uhr

Nur noch raus – aber wie?

Erst wurde der internationale Terrorismus bekämpft und Deutschlands Freiheit am Hindukusch verteidigt. Dann wurde der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan als eine Art Entwicklungshilfe mit bewaffnetem Begleitschutz dargestellt.

Dann ging es um das Recht islamischer Mädchen, eine Schule besuchen zu dürfen, und ein selbstbestimmtes Leben der Frauen. Und schließlich sollten die afghanische Polizei und die Militärs befähigt werden, aus eigener Kraft dem Terror der Taliban zu widerstehen.

Die Begründungen für den Einsatz deutscher Soldaten wechselten häufig, der Krieg (den Verteidigungsminister zu Guttenberg als erster so nannte) wurde immer wieder verharmlost, beschönigt. Erst dann, als immer mehr deutsche Soldaten starben (inzwischen 52), bekannte sich die deutsche Politik geschlossen dazu, dass sich Deutschland in einem mörderischen Krieg befindet.

Ein Krieg, der nie zu gewinnen war und nicht mehr zu gewinnen ist. Inzwischen geht es nicht mehr um die tatsächlichen oder angeblichen Kriegsziele, sondern nur noch darum, einigermaßen geordnet aus Afghanistan herauszukommen.

Dem muss sich auch das Wann unterordnen. So ist auch zu verstehen, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Truppenbesuch erklärte, sie könne nicht sagen, ob “wir das bis 2013/14 schaffen”. Das ist kein Rückzieher vom Rückzug, sondern entspringt der Erkenntnis, dass ein Rückzug schwieriger ist als der Beginn des Einsatzes.

Reingehen ist einfacher als Rausgehen. Das hat schon Vietnam gelehrt. Truppen auf dem Rückzug sind leichter verwundbar. Sie müssen die sicheren Lager verlassen, sich mit ihren Konvois den Angriffen der Taliban aussetzen.

Das will organisiert sein. Der Eigenschutz ist bis zu dem Tag, an dem der letzte deutsche Soldat Afghanistan verlassen hat, jetzt das wichtigste Ziel der Bundeswehr. Und dabei kommt es auf ein paar Monate mehr oder weniger nicht mehr an, wenn das Abzugsziel unverändert bleibt. Das meinte wohl die Kanzlerin mit ihrer etwas verwirrenden Äußerung.

Der Rückzug darf für die deutschen Soldaten nicht die tödlichste Phase werden. Besser das Kriegsgerät zerstören als dafür Menschenleben zu opfern.

Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere ist die bittere Erkenntnis, dass dieser Krieg, dass dieser Bundeswehreinsatz sinnlos war. Das Land ist nicht sicherer geworden, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind gescheitert, Warlords und Drogenbarone machen ungeahnte Geschäfte, die politische Führung ist weitgehend korrupt. Der internationale Terrorismus ist nicht besiegt, er hat nur andere Quartiere bezogen. Die westliche Welt und ihre Werte sind diskreditiert.

Und der Fortschritt, der für Mädchen und Frauen erreicht wurde, wird gerade vom afghanischen Präsidenten Hamid Karsai mit einem Erlass wieder zurückgedreht: Frauen dürfen wieder geschlagen werden, “wenn es einen Grund dafür gibt, der auf islamischem Recht beruht”, sie dürfen künftig nicht arbeiten oder einkaufen, wenn sie dabei von Männern umgeben sind, und sie dürfen nur mit einer männlichen Begleitperson reisen. Sie müssen sich vollkommen der Scharia unterwerfen, die nach wie vor die Todesstrafe durch Steinigung bei Ehebruch vorsieht.

Karsai macht seinen Kotau vor den Fundamentalisten, weil er hofft, so an der Macht bleiben zu können. Er kommt auf Kosten der wenigen – auch von westlichen Truppen erkämpften – Menschenrechte den Taliban entgegen, um mit ihnen nach dem ausländischen Truppenabzug gemeinsam zu regieren. Es wird ihm nicht gelingen. Solche Koalitionen haben noch nie funktioniert. Denn seine verkommene Clique hat der (subjektiv) idealistischen Motivation der Taliban keine Werte entgegenzusetzen.

Karsai wird die Macht verlieren und, wenn er Pech hat, auch das Leben.

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46 Kommentare

1) Maren P., Dienstag, 13. März 2012, 13:40 Uhr

Danke, Herr Spreng, dass Sie diese wichtige Frage aufgeworfen haben!
Leider habe ich Merkels Einlassungen ganz anders verstanden als Sie. Merkel will in Deutschland den Anschein erwecken, als würden dort unter hoher Eigensicherung noch Ausbildungsprogramme beendet, damit ihr niemand vorwerfen kann, sie hätte sich um Demokratie in Afghanistan nicht zumindest bemüht.

Und, was Merkel auch wichtig zu sein scheint: Die Bevölkerung, die von Anfang an gegen den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan war, darf nicht recht bekommen. Dabei weiß inzwischen wirklich jeder, dass mit den USA kein Krieg zu gewinnen ist, schon gar nicht in Afghanistan! Dabei geht es weniger um das passende Gerät als vielmehr um die jeweils fehlende moralische Legitimation.

Dabei halte ich Merkel zugute, dass sie den schwierigeren Part hat als seinerzeit Rot-Grün mit dem forschen Einmarsch. Dennoch bleibt meine Forderung: Raus aus Afghanistan – und zwar so schnell wie möglich, spätestens 2013! Wenn die zusätzliche Eigensicherung dabei noch einmal teuer wird, bitte sehr! Wir haben dort schon Milliarden verbrannt, da spielt eine mehr keine Rolle!

Was wäre die Alternative: dass die Soldaten in Camp Warehouse wie die hypnotisierten Karnickel auf die Taliban warten und darauf, dass es endlich 2014 werden möge? Doch wohl nicht ernsthaft!

2) Dieter Carstensen, Dienstag, 13. März 2012, 13:43 Uhr

Lieber Michael Spreng,

Ihr Kommentar ist aus meiner Sicht mal wieder eine äußerst zutreffende Analyse der brutalen Realität. Jeder in Afghanistan zu Tode gekommene deutscher Soldat war einer zu viel.

Es ging nie um Al Kaida und den Kampf gegen den Terror, es ging um die Bodenschätze Afghanistans und die Möglichkeit neuer Versorgungspiplines über afghanischen Boden aus Südostrussland hin zum schwarzen Meer.

Unsere Soldaten wurden in einen von vornherein sinnlosen Krieg geschickt. Zu Guttenberg hat wenigstens eines geleistet, er war der Erste, der offen von “Krieg” sprach. Deutschland befindet sich im Krieg in einem Land, wo wir nun wirklich nichts zu suchen haben.

Es ist absurd, dass deutsche Soldaten eine korrupte afghanische Regierung, riesige Opiumplantagen und afghanische Warlords beschützen.

Ich bin kein Gegner der USA, aber wie die US Politiker immer neue Kriegsgründe erfinden, wissen wir alle spätestens seit Vietnam. Es geht immer nur um das Wohl der US Konzerne und der US Rüstungslobby.

Ich stimme Ihnen zu, es kann jetzt nur noch darum gehen, für uns Deutsche, wie kriegen wir all unsere Soldaten heil und gesund zurück nachhause. Dieser Krieg ist verloren.

Der Westen hat auf Karsai gesetzt, ein krasser Fehler, dieser Mann geht über Leichen um an der Macht zu bleiben und wenn er nicht von hochbezahlten US Bodyguards beschützt würde, hätten ihn seine eigenen Landsleute schon längst massakriert.

In Afghanistan sind auch heute noch 85 % der Bevölkerung Analphabeten, herrschen mittelalterliche Strukturen mit Feudalherren und Stammesfürsten, ein solches Volk von demokratischen Werten zu überzeugen zu versuchen scheitert schon an diesen Gegebenheiten.

Die Niederländer waren mal wieder schlauer als wir Deutschen! Sie haben alle ihre Soldaten aus Afghanistan abgezogen, andere Staaten haben es ihnen gleich getan.

Nur die Deutschen sind mal wieder zu doof dazu, in ihrer “Niblungentreue” zu den USA. Wer hindert uns eigentlich daran, unsere deutschen Soldaten sofort nachhause zu holen?

Wenn wir ehrlich sind, doch eigentlich nur das Faktum, dass unsere Politiker, von SPD, CDU, FDP Grünen dann zugeben müssten, dass der Afghanistankrieg von Anfang an Wahnsinn war.

Und das trauen sich unsere Politiker nicht, zu ihren Fehlern zu stehen und so werden auch weiter deutsche Soldaten sinnlos sterben.

“Denke ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht” (Heinrich Heine)

M.f.G.

3) Magna, Dienstag, 13. März 2012, 14:01 Uhr

Für jeden logisch denkenden Menschen war das alles vorhersehbar. Das korrupte Regime funktioniert so lange bis es nicht weiterhin mit Geld zugeballert wird. Es war einfach nur verantwortungslos sich in Belange eines moslemischen Staates einzumischen und ihn nach europäischen Konzepten umbauen zu wollen. Die Drogenbarone mit ihrem Geld werden nach Abzug der Truppen wieder das politische geschehen steuern und das war es dann wieder. Umsonst gelitten und gestorben für unsere am Leben vorbei regierende Politikerkaste. Wäre es nach Merkel gegangen wären wir auch mit fliegenden Fahnen am Irakkrieg beteiligt gewesen.

4) R.F., Dienstag, 13. März 2012, 14:09 Uhr

Eigentlich müsste man das Afghanische Volk bewundern: zuerst haben die Russen sich die Zähne an ihm ausgebissen, und danach die ganze Welt. Hoffentlich kommt man endlich zur Schlussfolgerung dass es besser ist das Land in Ruhe zu lassen. Denen ist nicht zu helfen. Sie werden sich selbst als Staat abschaffen (ein ungewollter Vergleich mit einem modernen Buchtitel).

5) Doktor Hong, Dienstag, 13. März 2012, 14:24 Uhr

Ja, die Bundeswehr muss aus Afghanistan abgezogen werden, keine Frage.

Denn die Frage, ob wir dort viel in unserem Sinne bewirken können, muss man wohl leider verneinen. Die Truppenstärke reicht keinesfalls aus, um die Bevölkerung vor Strafaktionen der Taliban zu beschützen. Daher wird die Bevölkerung auch kaum mit den Besatzern zusammenarbeiten.

Die Truppen sind weitgehend machtlos gegen Sprengfallen. Dies ist eine sehr effektive Zermürbungsstrategie, und zieht schlimmste persönliche Schicksale von Soldaten nach sich, die durch diese Anschläge verstümmelt werden.

Es gibt keine moralische Berechtigung, unsere Soldaten solchen Gefahren auszusetzen, wenn nicht die Abwehr größter Gefahren für unser Land auf dem Spiel steht.

Wir haben in den letzten Jahren gesehen, dass eine effektive Terrorabwehr eine Frage von guter Polizeiarbeit ist, nicht aber eine Frage von Militäreinsätzen.

Aber auch hier müssen wir die Waage halten zwischen dem berechtigten Bedürfnis nach innerer Sicherheit und der uferlosen Ausweitung des Überwachungsstaates. Hier das richtige Maß zu halten, ist unsagbar schwierig, da ein einziger gelungener Anschlag massivste Medienwirkung und damit große psychologische Wirkung auf die Bevölkerung haben würde.

6) FF, Dienstag, 13. März 2012, 14:42 Uhr

“Sinnlos”. Sie sagen es. Das “Schöne” an unserer Politik ist, daß selbstverständlich niemand dafür wird gerade stehen müssen.

Die einen sind längst im mehr oder minder lukrativen Ruhestand (Schröder, Struck, Fischer und Konsorten). Die anderen werden auch morgen noch ihr “alternativlos” stammeln.

Nur die 52 Soldaten, die sind tot. Und einige tausend Zivilisten dazu. Hunderte Ex-Soldaten leiden den Rest ihres Lebens an PTBS.

Hat auch irgendjemand vom Afghanistan-Debakel profitiert? Die Rüstungsindustrie natürlich und private Sicherheitsfirmen – die haben heftig abkassiert.

Wenigstens sollten die Afghanistan-Befürworter im Bundestag, die das unsinnige Unternehmen stumpf und teilnahmslos immer wieder verlängert haben, vor die Fraktion der Linken hintreten und sagen: Ihr hattet als einzige von Anfang an recht. Sorry!

PS.: Schon sehr komisch: daß es eine Phalanx politisierender “Journalisten” immer wieder schafft, die “Linke” und deren politische Positionen – die an sich im Sinne der absoluten Mehrheit des deutschen Volkes wären – zu diskriminieren oder gleich ganz zu verschweigen.

7) Sabine Zielke-Esser, Dienstag, 13. März 2012, 15:02 Uhr

Eine erschreckend schonungslose Analyse. Doch es fehlt dieser Aspekt: Wir sind nur aus einem einzigen Grund in Afghanistan – als kleine Entschuldigung dafür, dass wir uns dem Irak-Krieg verweigert haben und nicht als treulose Tomaten dastehen wollten. Alles andere ist Politiker-Gewäsch. Deutschland wird nicht am Hindukusch, allenfalls in Hindelang verteidigt.

8) Michael Becher, Dienstag, 13. März 2012, 15:43 Uhr

“Reingehen ist einfacher als Rausgehen. Das hat schon Vietnam gelehrt”

Na so richtig hat man wohl diese Lektion nicht verstanden, sonst hätte man sich das Debakel in Afghanistan erspart. “Freiheit” und Demokratie läßt sich nunmal nicht mit Gewalt erzwingen. Wäre schön, wenn diese Lektion endlich mal verstanden würde. Natürlich sind die Zustände in vielen Teilen der Welt aus unserer Sicht schlecht. Aber so traurig es auch ist: die Erkenntnis, das Frauen gleichberechtigt sind, muss aus der afghanischen Bevölkerung SELBST erwachsen. Das kann weder ein Karsai, noch eine Nato erzwingen.

9) Horst Klohocker, Dienstag, 13. März 2012, 16:12 Uhr

Glaubt man den Worten des Herrn von Clausewitz, so ist dient ein Krieg lediglich der „Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln!“ Doch welche Art der Politik dient dann dieser Krieg? Ich würde es Ausdehnung des amerikanisch-westlichen Werte- und Machtraumes nennen oder einfacher Imperialismus.

Auch wir Deutschen dürfen seit ungefähr 1990, also 45 Jahre nach dem von uns begonnen Weltkrieg, welcher ca. 60 Millionen Menschen das Leben kostete wieder daran teilhaben. Deutsche Soldaten stehen wieder in vielen Ländern dieser Welt das sind neben Afghanistan auch noch Bosnien und Herzegowina, Sudan, Kongo, Uganda, Somalia und der Libanon. Auch diese Soldaten, egal wie sich ihr Einsatz auch nennen mag, sind deutsche Soldaten auf fremden Boden.

Will das aber das Volk von unseren Volksvertretern, dass sie Soldaten in aller Herren Länder entsenden? Ich glaube kaum und am Allerwenigsten die Mütter und Ehefrauen der Söhne und Gatten, die ebendiesen gerade im Einsatz für „Frieden und Freiheit“ verloren haben. Deshalb mein Appell an unsere Politik: macht eure Arbeit endlich so, dass sie nicht mehr mit dem Mittel des Krieges fortgesetzt werden muss und holt alle unsere Soldaten heim und zwar SOFORT!

10) Alexis, Dienstag, 13. März 2012, 16:29 Uhr

Gnadenlos das Desaster auf den Punkt gebracht.

11) Tobias Söchtig, Dienstag, 13. März 2012, 17:19 Uhr

Dito. Wären wir in dieser Frage mal lieber bei Willy Brandt geblieben:

“Krieg ist nicht mehr die Ultima ratio, sondern die Ultima irratio.”

12) riskro, Dienstag, 13. März 2012, 18:03 Uhr

Im Februar 2011 habe ich nachfolgende verkürzte wiedergegebene Einzelpetition eingereicht:

Der Deutsche Bundestag möge auf der Grundlage von Art. 38 Absatz 1 Satz 2 GG in namentlicher
Abstimmung beschließen, den Beschluss über die Entsendung Deutscher Soldaten nach Afghanistan mit
sofortiger Wirkung aufzuheben und die zuständigen Stellen aufzufordern, den umgehenden Abzug
deutscher Soldaten aus Afghanistan einzuleiten.

Außer vier Zwischennachrichten mit dem Tenor, die Petition wurde dem zuständigen Ausschuß zugeleitet und wird dort bearbeitet und ich möge mich in Geduld üben, hat sich bis heute nichts getan.
Nachfolgend mein letztes Schreiben vom 07.11.2011 an den Bundestag:

Pet 1-17-14-056-019742
Schreiben Deutscher Bundestag vom 15.07.2011

Sehr geehrte Damen und Herren,

meiner Meinung nach habe ich mich lange genug in Geduld geübt. Ich bitte Sie um konkrete Angaben über den Sachstand und wie sich die weitere Bearbeitung in der Zukunft darstellen soll.

Wie bereits von mir an anderer Stelle ausgeführt, ist die Inanspruchnahme eines Grundrechtes das Papier nicht wert auf dem es steht, wenn es durch Aussitzen der mit der Wahrnehmung der Angelegenheiten Beauftragten unterlaufen werden kann. Aber wahrscheinlich ist die Rettung von Banken derzeit wichtiger. Dahinter haben selbstverständlich Gefahren für Leib und Leben unserer Soldaten zurück zu stehen.

Morgen werde ich Lammert persönlich anschreiben. Auf die Antwort bin ich gespannt.

13) Günter Springer, Dienstag, 13. März 2012, 18:05 Uhr

Das erschreckende an dem Einsatz unserer Soldaten in Afghanistan ist für mich, daß weitere unserer Soldaten geopfert werden müssen damit die politisch Verantwortlichen nicht zugeben müssen, sich bei dem afghanischen Abenteuer wie auch bei vielen anderen Sachen gründlich geirrt zu haben.
Daran ändert auch der Besuch von Frau Merkel dort nichts , aber auch nichts, was zu berichten wäre.
Politiker, geht selber in solche Einsätze. in Uniform und als Schütze im letzten Glied, damit Ihr wißt, was in solchen Einsätzen los ist. Nicht solche hochtrabenden Besuche, wie zum Beispiel vom Herrn von und zu, nebst Gattin und Fernsehen.
Ihr werdet in Afghanistan nichts ändern, nichts erreichen, was länger als einen Monat nach Abzug aller ausländischen Krieger Bestand haben wird. Eines bleibt, das Opfer der dort gestorbenen Soldaten und das Leid der betroffenen Familien, das kann keine Regierung verantworten, also in Zukunft Finger weg von solchen Abenteur, oder Politiker geht selber hin!

14) Wikinger, Dienstag, 13. März 2012, 18:28 Uhr

@R.F.

In Afghanistan haben sich nicht die Russen zuerst die Zähne ausgebissen sondern die Briten im Anglo-Afghanischen Krieg deren es 3 gab. Kein Land hat es geschafft sich dort wirklich festzusetzen.

Das Problem in Afghanistan ist doch dass wir als westlich denkende Menschen uns anmaßen ihnen ein Werte- und Rechtssystem überstülpen zu wollen dass nicht gewünscht wird. Die Menschen dort leiden an ihrer fehlenden Bildung, ungebildete Menschen können vorgekaut Meinungen in der Regel nicht hinterfragen. Sie bekommen ein Weltbild vorgesetzt und man sagt ihnen das wäre das Beste was ihnen passieren kann. Wären die Menschen gebildeter könnten sie die Risse in den Systeme erkennen, hinterfragen und damit die Machthaber massiv ins straucheln bringen.

Aber wie geht der Witz so schön: “Treffen sich der Papst und der Kaiser, sagt der Papst: Halt du sie arm, ich halt sie dumm.” Zutreffender ist die Situation doch nicht zu beschreiben. Die radikalen Prediger halten die Menschen von Bildung fern da sie sie in den ländlichen Gebieten kontrollieren mit den Koranschulen. Dort wird nur unterrichtet was ins Weltbild passt. Und arm werden sie von den Milizen der Warlords gehalten durch Ausbeutung.

Das Problem der Amerikaner ist doch dass sie einen asymmetrischen Krieg wie in Afghanistan nicht mit ihren Taktiken gewinnen können. Bomber gegen Terroristen funktioniert nicht, seit dem ersten Weltkrieg, aber spätestens seit Vietnam, haben die Amerikaner ein Riesenproblem mit Verlusten ihrer Jungs. Wenn zu viele sterben revoltiert die Bevölkerung und will ihre Boys nach Hause holen. Darum setzen die USA auf einen solch massiven Technikansatz der aber auf solchen Schlachtfeldern wie Afghanistan nicht funktionieren kann. Dazu macht man sich noch unbeliebt in dem man seine Leute nicht unter Kontrolle hat und die Gefangenen behandelt wie den letzten Dreck.

15) Peter Christian Nowak, Dienstag, 13. März 2012, 19:10 Uhr

Der Krieg in Afghanistan ist nicht zu gewinnen. Etliche Milliarden, unnötige Verletzte und tote Solldaten hat er uns und die Alliierten gekostet. Und dann die posttraumatischen Verletzungen, mit denen Bundeswehrfamilien jetzt für Jahre umgehen müssen.
Stabilität im mittleren Osten durch diesen Krieg zu erreichen, der zudem auch noch ein asymmetrischer ist, ist einfach nur blanke Illusion. Krieg ist und war niemals ein Mittel und eine Alternative zur Diplomatie.
Afghanistan muß sich selbst helfen. Niemand kann das, außer die Bevölkerung selbst. Und wenn nicht, dann eben nicht.

16) rainer, Dienstag, 13. März 2012, 19:21 Uhr

“nichts ist schwieriger als der Rückzug aus einer unhaltbaren Position”

……sagte schon der alte Clausewitz…

17) Winfried, Dienstag, 13. März 2012, 20:01 Uhr

Der Grund des Krieges ist eine gar phantastische offizielle Verschwörungstheorie, die kein denkender Mensch mehr glaubt. Rein geht es nach Afghanistan leicht aber raus wird immer sehr blutig, was die Ziele des Westens darstellen, Frauenrechte, das interessiert doch keine Paschtunen, Wir sterben mit diesen Rechten aus, diese Kultur nicht! Die brauchen für ihre Rohstoffe auch den Westen nicht, China mischt sich nicht ein, es ist der bessere Partner.

Nach Clausewitz ist der Krieg erst zu ende wenn der Verlierer aufgibt, na denn warten wir mal!

Wenn weiter am Iran gezündelt wird dann werden die Stingermodelle auftauchen, wenn dann die Flieger vom Himmel fallen, dann ist der Krieg am Ende und beim ausmarschieren tropft das Blut nicht sondern es strömt!

Alles schon dagewesen!

http://freigeldpraktiker.de/weltenaufgang/blog/article/interview-136h-christoph-hoerstel-3ter-weltkrieg

18) hannes, Dienstag, 13. März 2012, 21:11 Uhr

entschuldigung, aber

“Reingehen ist einfacher als Rausgehen. Das hat schon Vietnam gelehrt. Truppen auf dem Rückzug sind leichter verwundbar. Sie müssen die sicheren Lager verlassen, sich mit ihren Konvois den Angriffen der Taliban aussetzen.”

das ist lächerlich. genauso wie das beklagen von 53 toten.

setzten sie diese zahl über den zeitraum des “krieges” den verkehrtoten derselben zeit gegenüber, und all die rhetorik ob der sinnlos gestorbenen soldaten ist der lächerlichkeit dargeboten.
dies ist kein rationales argument und von verletzlichen konvois zu reden ist einfach weit weg von der realität, aber “wir wissen ja: seit vietnam.:..”

stammtisch meine herren, stammtisch!

hannes

19) Gerrit, Dienstag, 13. März 2012, 21:22 Uhr

Es geht ausschließlich um:

Geld.

Waffen
= Geld.

Macht
= Geld.

Opium
= Geld

Rohstoffe in den Nachbarländern
= extrem viel Geld.

Alle anderen Erklärungen sind vorgeschobene Scheinargumente.

20) Alexander, Dienstag, 13. März 2012, 22:28 Uhr

Abzug ist keine politische Lösung des Konfliktes:

Auch ich stimme dem Abzug deutscher Truppen aus Afghanistan zu. Herr Spreng hat das Desaster trefflich beschrieben. Aus meiner Sicht wird aber nicht die ganze Wahrheit diskutiert.

Eine militärische Lösung der afghanischen Zustände war und ist nicht möglich. Eine Gesellschaft kann man nicht durch militärische Strategien aus dem Mittelalter oder aus der Steinzeit direkt in die moderne Zeit westlichen Zuschnitts bomben oder katapultieren.

Hierzu bedarf es eine politische Strategie, die von Anfang an fehlte. Die Ausgaben für die Entwicklungshilfe oder für die wirtschftliche Zusammenarbeit sind verschwindend gering im Vergleich zu den Militär-Ausgaben der NATO in Afghanistan. Man erinnere sich nur an das von deutschen Steuergeldern gebaute Wasserkraftwerk direkt an einem afghanischen Fluß gelegen, der aufgrund des trockenen Wüstenklimas nur wenige Wochen/Tage im Jahr ausreichend Wassermengen hat für den Betrieb eines Wasserkraftwerkes. Dieses Kraftwerk steht leider beispielhaft für die internationale Entwicklungspolitik in Afghanistan.

Und noch skandalöser ist die Ausstattung und Versorgung des afghanischen Militärs. Ein einfacher afghanischer Soldat verdient ungefähr ein Drittel dessen, was ein Taliban von seinem Warlord oder Drogenbaron als Sold erhält.

Die gesellschaftlichen, ökonomischen und politischen Randbedingungen treiben immer mehr Afghanen in die Reihen der Taliban, was sehr ärgerlich und für uns auch sehr gefährlich ist. Der fundamentalistisch geprägte Islam der Taliban verhindert jegliche Entwicklung in Richtung Frieden und Armutsbekämpfung. Es wird also alles nur noch schlimmer.

Langfristig werden auch wir Deutsche dieses Dilemma ausbaden müssen. Der islamistische Terror, angetrieben durch widerliche Minderwertigkeitskomplexe gegenüber dem Westen, angeheizt durch Drogengelder und forciert durch furchtbare Armut wird uns in Europa und in Deutschland wieder einholen. Hinzu kommen die pakistanischen Eigeninteressen, die konträr zu den amerikanischen und europäischen wirtschaftlichen und militärischen Initiativen stehen.

Leider wird also doch Deutschland am Hindukusch verteidigt, wenn auch nicht militärisch dann aber doch politisch. Der Terror kehrt irgendwann zu uns zurück!

Liebe Gutmenschen, macht Euch bitte kein Illusionen: Durch den militärischen Abzug aus Afghanistan ist nichts gewonnen. Und mit Eurer naiven und weltfremden Attitüde verhindert ihr wirksame politische Lösungen

21) Ralph Brenzel, Dienstag, 13. März 2012, 22:43 Uhr

Unser Mutter, Jahrgang 1929, hat immer gesagt:” Die Amerikaner können nicht verlieren und müssen die Welt regieren”.-
Gewisse Poltische Entscheidungen von der Zarin, oder Marketing bezogene Reisen, werden als politische und/oder weltpolitische Weichenstellungen uns vorgehalten. Die Umfragewerte, worauf die Zarin nur Wert legt, sind eh wichtiger für sie. Kriege dienen nur dazu, andere Völker oder Regierungen niederzuringen. Anschließend leistet Deutschland Aufbauhilfe. Die Magenta farbige Firma aus Bonn (Herr Dobermann), verlegt vielleicht die Telefonkabel, ein Energie

22) Ralph Brenzel, Dienstag, 13. März 2012, 22:46 Uhr

Ein Energieriese aus München liefert die Maschienen für Stromerzeugung. Und die deutsche Industrie hat wieder Aufträge. Kriege sind leider ein hintenrum ein gutes Geschäft.

23) saito, Dienstag, 13. März 2012, 22:47 Uhr

Ihre Einschätzung ist brilliant, aber es fehlt meines Erachtens der Hinweis, daß Merkel nicht weiß, wann die US-Truppen tatsächlich abgezogen werden. Daß am Ende die Bundeswehr allein in Afghanistan zurückbleiben wird, ist kaum vorstellbar, nachdem was alles dort vorgefallen ist.
Die anfängliche Beliebtheit der deutschen Soldaten bei den Afghanen ist ja längst in Haß umgeschlagen.

mit freundlichen Grüßen

24) Andreas, Dienstag, 13. März 2012, 23:37 Uhr

Nur einige Anmerkungen zu einem treffenden Artikel, da mich der leichtfertige Umgang mit dem Begriff scharia ärgert.
1. die Scharia gilt natürlich nicht nur für Frauen, sondern ebenso für Männer – denen bei Ehebruch die gleiche Strafe blüht.
2. “die” Scharia gibt es nicht (man vergleiche die Verfassungen “islamischer Länder”, die sich bei den größten Unterschieden alle mehr oder weniger auf die Scharia berufen). Man sollte nicht den Fehler machen die in Afghanistan übliche Praxis als mustergültig darzustellen.
3. Die Lage der Frauen ist auch deshalb so schlecht, weil der sogenannte Paschtunwali in Afghanistan immer noch große Geltung hat. Im Vergleich dazu würden einige traditionelle Regelungen der Scharia für Frauen geradezu eine Erleichterungen darstellen (aus westlicher Sicht natürlich immer noch viel zu wenig, das sei gleich dazu gesagt)
4. Die Strafe für Ehebruch liegt nach klassischem islamischen Recht bei 100 Peitschenhieben (NICHT: Steinigung!). Abgesehen davon verstehe ich nicht, wie dieser Aspekt zwar anscheinend ins Allgemeinwissen übergegangen ist, gleichzeitig aber nicht erwähnt wird, dass die Bedingungen zum Nachweis der Tat fast unerfüllbar sind (=in flagranti von vier Männern erwischt werden oder Geständnis). In diesem Sinne wäre die klassische Scharia im Vergleich zu den heutigen Regelungen in Afghanistan ebenfalls eine “Erleichterung” .

Um es kurz zu machen: Es ist vielleicht sinnvoller schlicht von “afghanischem (Un)Recht” zu sprechen (das es sich seinem Selbstverständnis nach auf die scharia beruft ist natürlich klar).

25) JG, Mittwoch, 14. März 2012, 01:24 Uhr

Nur mal nebenher bemerkt: In einer echten Demokratie könnte, wenn der Wunsch entsprechend stark wäre, das Volk über alle Fragen abstimmen. Zum Beispiel auch jene, ob wir Soldaten in alle möglichen Gegenden der Welt schicken und sie im Zweifelsfalle unsere Handelswege freischießen lassen.

Aber wir wissen ja, wie uns weite Teile der politischen Klasse nicht müde werden zu erzählen, daß das Volk zu doof ist, um über solche Fragen zu entscheiden. Nur seine Abgeordneten, die völlig frei und einzig ihrem Gewissen verpflichtet sind, können das.

Und dabei kommen dann so sinnvolle, erfolgreiche, da klug abgewogene Dinge wie der Krieg in Afghanistan heraus.

26) Oliver Hof, Mittwoch, 14. März 2012, 07:42 Uhr

… hat (u. a.) Herr Scholl-Latour nicht genau dieses Ende vorausgesagt?! Wer sollte also von dieser Entwicklung überrascht sein?

27) Rudi Albrecht, Mittwoch, 14. März 2012, 07:58 Uhr

Aha. Jetzt wissen es also alle besser. Genau die Journalisten, die sich nicht genug darüber ereifern können, dass “die Weltgemeinschaft” in Syrien nicht “eingreift”, genau die wollen es jetzt immer schon gewusst haben. Dass man in Afghanistan nämlich nie hätte eingreifen dürfen. Auch wenn dort im Namen Gottes die Bevölkerung terrorisiert wurde, inklusive öffentlicher Hinrichtungen wegen angeblicher Blasphemie. Auch wenn dort, nachgewiesenermassen, Al Kaida ein Rückzugsgebiet hatte.

52 tote Soldaten sind 52 zu viel, richtig. Aber könnte es nicht sein, dass diese 52 es erreicht haben, dass die Terrorserie New York-Madrid-London keine Fortsetzung fand? Dass sie damit indirekt wesentlich mehr als 52 Menschen das Leben gerettet haben? Sie haben für die wehrhafte Demokratie das ultimateive Opfer gebracht. Dafür sind wir ihnen, aber auch ihren überlebenden Kameraden, Dank und ehrendes Andenken schuldig.

Also raus aus Afghanistan. Was passiert dann? Die Taliban übernehmen. Sie unterwandern und destabilisieren Pakistan. Immerhin ein Atomstaat. Dann ist es nicht die Frage ob, sondern nur noch wann im Namen Allahs die islamische Bombe gezündet wird. Und dann werden wir uns wünschen, wir hätten damals in Afghanistan nicht gekleckert, sondern geklotzt.

28) Thomas Hillebrand, Mittwoch, 14. März 2012, 08:43 Uhr

@ 6) FF

Sie bringen es mit Ihrem Kommentar auf den Punkt und erweitern das Blickfeld zusätzlich um Ihre völlig korrekten und in der Regel tot geschwiegenen Feststellungen, was die “Linke” bzgl. dieses Themas betrifft!

29) H.F., Mittwoch, 14. März 2012, 11:30 Uhr

Hallo Herr Spreng,

danke für ein neues Thema. Ihren Argumenten ist nicht mehr viel hinzuzufügen.

#Die andere ist die bittere Erkenntnis, dass dieser Krieg, dass dieser Bundeswehreinsatz sinnlos war. #

Das sehe ich auch so. Trauer um jeden sinnlos gefallenen deutschen Soldaten.

30) Ste, Mittwoch, 14. März 2012, 11:35 Uhr

Bei Sätzen in manchen Kommentaren wie “von der Steinzeit in die Moderne” mit dem Zusatz wie es denn richtiger wäre die “Wilden” zu zivilisieren, da hör ich sofort auf zu lesen, sorry.

31) FF, Mittwoch, 14. März 2012, 11:36 Uhr

@Günter Springer, #13

Sie treffen den Nagel auf den Kopf. Der Umgang unserer “Politiker” mit der Bundeswehr ist absolut zynisch. Da schimmert Kissingers klassische Einschätzung von Soldaten als “dumme Tiere” durch…

Das wäre die richtige Therapie für die Berliner Schreibtischkrieger: wenn sie unbedingt Krieg wollen, bitte sehr: vier Monate als Maschinengewehrschütze am Hindukusch, danach: erneute Abstimmung über die Verlängerung des Mandats.

Dann würde den Herren ihr neokolonialistischer Kanonenboot-Stil sehr schnell vergehen. Die Bundeswehr wäre nächste Woche wieder zuhause!

PS.: Diese Therapie wäre auch einigen Historiker-Professoren aus der rechtskonservativen Salonecke zu empfehlen, die seit 1989 schneidig einen unbeschwerten Umgang mit “Deutschlands neuem Gewicht in der Weltpolitik” einfordern und gegen die “Angst vor der Macht” anschreiben…

Ab mit deren müden Knochen nach Afghanistan, zur Fußpatrouille im “Indianerland”. Es lebe Deutschlands neue Weltgeltung!

32) PeterK, Mittwoch, 14. März 2012, 12:06 Uhr

Man stelle sich vor, wir hätten das ganze Geld in Bildung investiert.
Und @FF richtig geschrieben: alle Fraktionen sollten bei der LINKEN Schlange stehen und um Verzeihung bitten.

33) karel, Mittwoch, 14. März 2012, 16:52 Uhr

Als Fr. Merkel wegen Lybien sich der Stimme enthielt,
wußten viele der heutigen Besserwisser es besser.
Schon vergessen?

Nach dem 2. Weltkrieg war es die “nie wieder Krieg”-Fraktion,
die glaubte, mal wieder “Krieg” spielen zu sollen, ja geradezu den Eindruck
hinterließ, dabei sein zu müssen.

Nachzulsesen in der Spiegel-Ausgabe 36
vom 5.9.11 mit dem Titel: Als Deutschland in den Krieg zog –
Afghanistan: die Geschichte eines Irrtums.

34) M.M., Mittwoch, 14. März 2012, 17:12 Uhr

Jetzt ist die Zeit, sofort beschämt “abzureisen”. Raus und weg dort.
Wie will man den Muslimen nach dem Amoklauf des US-Soldaten solches Verhalten denn noch erklären??? Das schafft nicht mal Frau Merkel. So kann es nicht mehr weitergehen.
Der letztmögliche Zeitpunkt ist nun gekommen die deutschen Soldaten heimzuholen.

35) Bernd F., Mittwoch, 14. März 2012, 17:19 Uhr

Nein, Herr Spreng, Guttenberg sprach nicht von Krieg (s.u. Links), denn Krieg müsste im Bundestag erklärt werden. Angriffskriege sind laut GG verboten, ausser es tritt der Verteidigungsfall ein.
Somit wären die Mitglieder unseres Parlaments, die dem Afghanistan-”Einsatz” zugestimmt haben, Verfassungsfeinde.
Das aber kann doch wohl nicht sein? :-)

Guttenberg spricht von “Krieg”
http://www.sueddeutsche.de/politik/afghanistan-guttenberg-spricht-von-krieg-1.6058

“Auch wenn es nicht jedem gefällt, so kann man angesichts dessen, was sich in Teilen Afghanistans abspielt, umgangssprachlich von Krieg reden”, sagte Guttenberg…

Guttenberg hatte bereits kurz nach seiner Vereidigung gesagt: “Ich will ganz offen sein: In Teilen Afghanistans gibt es fraglos kriegsähnliche Zustände” und hinzugefügt, er verstehe jeden Soldaten, der sage: “In Afghanistan ist Krieg, egal, ob ich nun von ausländischen Streitkräften oder von Taliban-Terroristen angegriffen, verwundet oder getötet werde”. Seine Vorgänger sprachen dagegen stets von “Kampfeinsatz”.

http://www.bild.de/politik/2010/kritik/spricht-verteidigungsminister-guttenberg-jetzt-von-krieg-12080796.bild.html
Für die „neuen Realitäten“ im Auslandseinsatz fand er deutliche Worte: „Auch wenn es nicht jedem gefällt, so kann man angesichts dessen, was sich in Teilen Afghanistans abspielt, umgangssprachlich von Krieg reden.“ Umgangssprachlich, weil er nicht die juristische Definition meint, die einen Konflikt zwischen Staaten bezeichnet.

(Bin ja mal gespannt, ob dieser Post furch die Zensur geht…)

36) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 14. März 2012, 19:12 Uhr

18) hannes

“Mein lieber Hannes”, da haben Sie man voll in die Pampe gegriffen. Ihr Text ist an Borniertheit kaum zu übertreffen! Einfach nur zum Lachen!

37) hannes, Mittwoch, 14. März 2012, 21:42 Uhr

möchten “Sie” vielleicht ein wenig ausführlicher werden?

hannes

38) nurmalso, Mittwoch, 14. März 2012, 22:07 Uhr

mal wieder ein artikel, dem ich in der grundhaltung bedingungslos zustimmen kann.
natürlich wird mit dem abzug nichts besser, aber viel schlechter kann es auch nicht mehr werden.
pakistan wird von den taliban unterwandert? irgendwie verkennt da jemand die historie der taliban …

aber nirgendwo trifft das clausewitz zitat besser zu.
und weil man der berückenden logik dieses zitats nicht entkommt, werden bis zum “geordneten” abzug noch weitere soldaten sterben oder verletzt werden.

39) Andreas, Donnerstag, 15. März 2012, 02:42 Uhr

Auch Karsai ist ein Idealist,
er ist 2001 einzig mit einem Funktelefon und Motorrad aus dem Pakistanische Exil rüber nach Afghanistan. Seine halbe Familie wurde von den Taliban ermordet. Aus dem wohlbehüteten Europe so flüchtig über jemanden mit so einer Biographie zu urteilen ist mir etwas zu billig.

40) Doktor Hong, Donnerstag, 15. März 2012, 10:01 Uhr

Wir erinnern uns alle an den 11. September 2001. Dieser Anschlag war ja nur die Kulmination einer ganzen Reihe von Anschlägen gegen Einrichtungen der USA, wir erinnern uns an die Anschläge auf die USS Cole und die Botschaften in Nairobi und Dar Es Salaam, wenn ich mich recht entsinne.

Nach Lesart von Richard Clarke, Autor des Buches “Against All Enemies”, wollte Bill Clinton bereits militärisch gegen Al-Qaida in Afghanistan vorgehen, jedoch blieb es bei Marschflugkörper-Attacken gegen vermutete Trainingslager.

Dass die Amerikaner nach einem Anschlag derartigen Ausmaßes militärisch reagieren würden, war absolut klar. Jeder US-Präsident hätte militärisch reagiert, nicht nur GW Bush.

Nachdem die NATO den Bündnisfall ausgerufen hat, war klar, dass Deutschland mit drinhing, denn Deutschland ist seit 1955 Mitglied der NATO.

Das Kalkül der rot-grünen Regierung ist nach Auffassung mancher folgendes gewesen. Dass mit GW Bush ein paar verrückte Neocons in Machtpositionen gelangten, die die Vorherrschaft der USA gewaltsam ausdehnen wollten, war in Berlin bekannt. Also dachte man sich: Machen wir bei Afghanistan mit, da ist ein relativ (!) begrenztes Risiko, und man kann es gut als humanitären Einsatz verkaufen. Mit Hinweis auf die Auslastung durch den Afghanistan-Einsatz könne man spätere Forderungen der USA ablehnen. Ich weiß nicht, ob das wirklich so diskutiert worden ist, aber diese Darstellung ist kolportiert worden.

Wir erinnern uns alle an die Auseinandersetzungen um den Irak-Krieg, in den uns die Amerikaner hineinziehen wollten. So gesehen ist das Kalkül von Schröder und Fischer aufgegangen. Man kann von Schröder halten, was man will, aber dass er unsere Soldaten aus dem Irak herausgehalten hat, rechne ich ihm sehr hoch an, und dass sich Fischer mit Rumsfeld angelegt hat (“I am not convinced!”), auch.

Es gab also eine gewisse Begründung dafür, sich am Afghanistan-Einsatz zu beteiligen. Wenn dieser dazu beigetragen hat, uns aus dem Irak herauszuhalten, dann lag er 2001 im deutschen Interesse.

Das ändert allerdings nichts daran, dass man inzwischen einsehen muss, dass das Ziel einer Demokratisierung Afghanistans durch die Truppenpräsenz vermutlich nicht erreicht werden kann. Die Taliban leben dort, sie haben quasi unendlich Zeit zu warten, bis die NATO mürbe wird. Und daher ist die Geschichte nicht zu gewinnen.

Wenn also auch gute Gründe bestanden haben, sich in Afghanistan zu engagieren, so gibt es heute ebenso gute Gründe, sich zurückzuziehen.

41) der Herr Karl, Donnerstag, 15. März 2012, 11:12 Uhr

Dieser Artikel lässt mich ein wenig ratlos zurück. Weshalb nochmals ist Krieg in Afghanistan? Das hatte doch irgendwas mit den Taliban und 9/11 zu tun.
Nachdem die USA ihren korrupten Karsai installiert hatten, der die Interessen der Drogenbarone, der CIA und der Turkmenistan-Afghanistan-Pakistan-Pipeline vertrat, respektive immer noch vertritt, scheint Karsai, dessen “verkommene Clique der (subjektiv) idealistischen Motivation der Taliban keine Werte entgegenzusetzen” hat, als grösseres Übel entlarvt worden zu sein.
Und in diesem Krieg befindet sich aus Loyalitätsgründen nun auch Deutschland. Und verteidigt seine Interessen zur Sicherung des deutschen Wohlstandes.
“Die westliche Welt und ihre Werte sind diskreditiert.”
Damit bin ich einverstanden.

42) C.Mayer, Donnerstag, 15. März 2012, 14:53 Uhr

@18-hannes
Muss mich Herrn Nowak anschließen. Tote Soldaten mit Verkehrstoten zu vergleichen ist einfach nur noch dümmerer Stammtisch, den Sie hier unterstellen. Die meisten Kommentatoren haben den Beitrag von Herrn Spreng um gute Sachargumente ergänzt. Leider hat eine ganz große Koalition aus CDU-CSU-FDP-SPD und Grüne die Lage völlig falsch eingeschätzt. Die Sowjetunion hat sich vor über 20 Jahren schon mit wesentlich mehr Soldaten und weniger Skrupeln eine Niederlage eingehandelt und dann will die Bundeswehr das reißen. Das ist einfach nur blanke Selbstüberschätzung. Die USA sind in diesem Teil der Welt nicht erwünscht und Deutschland riskiert durch seine Teilnahme an diesem Abenteuer leider auch sein Ansehen in der arabischen Welt. Die Nutznießer dieser Politik sind China und Russland, die ihre (wirtschaftliche) Einflussphäre erweitern. Im Gegensatz zur USA will China den Rest der Welt nämlich nicht von seinen “Werten” überzeugen sondern einfach n u r Geschäfte machen.
Und das gelingt ja immer besser.

43) Hanns Binder, Samstag, 17. März 2012, 10:30 Uhr

Den Entschluss, die Soldaten der Bundeswehr nach Afghanistan zu schicken muss aus 9/11 betrachtet werden. Die USA im Krieg (gegen den Terrorismus, nicht Afghanistan), also der Bündnisfall. Aber die Taliban waren innerhalb von Wochen entmachtet und vertrieben, der Verbleib braucht eine neue Begründung. Was ist da alles falsch gemacht worden, dass es nicht gelungen ist, die afghanische Armee und Polizei so auszubilden und auszurüsten, dass das Land nicht in der Lage war, die Verantwortung für seine Sicherheit zu übernehmen? War es Clausewitz? Nicht Kleckern, sondern klotzen!

44) nurmalso, Sonntag, 18. März 2012, 00:41 Uhr

“nicht kleckern sondern klotzen” war guderian. spielt aber auch keine rolle.
die ausrufung des bündnisfalles war schon nicht nachvollziehbar und das engagement am hindukusch ebenso. nichts, was die amerikaner dort nicht allein hätten bewältigen können. man darf sich natürlich fragen, was für eine souveränität die brd besitzt, wenn sie kriegseinsätze wie auf einem basar verhandeln muss. wenn wir nicht schon in den irak gehen, dann immerhin afghanistan. wie erheiternd.

45) Frank, Mittwoch, 21. März 2012, 14:12 Uhr

Am 3. August 1914 wurde die Grenze überschritten. Dumme verloren den Krieg.
Am 1. September 1939 wurde die Grenze überschritten. Dumme verloren den Krieg.
Am 11. September 2001 wurde die Grenze überschritten. Dumme verloren den Krieg.

46) Wendisch, Mittwoch, 22. Januar 2014, 17:24 Uhr

Hier ist ein Video zu sehen, was sich sehr gut mit dem Thema Menschenrechte auseinander setzt:

http://www.youtube.com/watch?v=tsmEPTWKK74&list=UUpYp9GcXspUXMjsKeVdmlvA&feature=share&index=11

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