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Sonntag, 01. April 2012, 12:50 Uhr

Die Gummiwand-Partei

Der eine tobt mit Schaum vorm Mund, er könne den “Schnickschnack” nicht mehr hören, der andere sieht keine Inhalte und wirft ihnen vor, “eine Antwort, wie man verantwortungsvolle Politik macht, haben sie nicht”. Die Piraten lassen etablierte Politiker wie Kurt Beck ausrasten und Jürgen Trittin verzweifeln.

Diese Vorwürfe, so richtig und berechtigt sie sind, laufen ins Leere. Denn gerade die Inhalts- und Ahnungslosigkeit ist die Stärke der Piratenpartei. “Mut zur Lücke” nennen sie das. Wer nichts weiß und auch nicht viel  wissen will, schon gar nicht Belehrungen von den anderen, ist kaum angreifbar.

Und die Wähler der Piraten lieben geradezu diese Ahnungslosigkeit. Sie gilt ihnen als bester Beweis, dass ihre neue Partei wirklich ganz anders ist als CDU/CSU, SPD, FDP, Grüne und Linkspartei. Den Piraten kann keiner den berühmten Vorwurf von Fritz J. Raddatz machen: “Sie weichen ins Konkrete aus”.

Die Piraten sind mit den klassischen Methoden politischer Auseinandersetzung nicht greifbar und nicht angreifbar. Ihr Standardsatz (“Dazu haben wir noch keine Position”) lässt alles wie an einer Gummiwand abprallen. Im Gegenteil: je heftiger die etablierten Politiker auf die Piraten einschlagen, umso populärer werden sie. Wer zeigt, dass ihm die Piraten weh tun, bestätigt das Hauptmotiv, sie zu wählen – nämlich, den etablierten Parteien eins auszuwischen, ihnen die rote Karte zu zeigen.

Die Piraten nehmen allen Parteien Stimmen weg, besonders den Parteien des linken Spektrums. Und sie aktivieren Nichtwähler, was auf jeden Fall ein Verdienst ist, Menschen, die mit dem Wählen schon abgeschlossen hatten. Und sie werden sie weiter wählen, unabhängig davon, wieviele Piraten sich noch in Talkshows zu ihrer Ahnungslosigkeit bekennen. Den Boden für eine Partei der sympathischen Ahnungslosigkeit haben die etablierten Parteien seit Jahren bereitet.

Die etablierten Parteien müssen sich darauf einstellen, dass der Erfolg der Piraten bis zum Einzug in den Bundestag anhält. Und SPD und Grüne müssen einsehen, dass deshalb Rot-Grün ein gestriger Traum bleiben wird. Da können sie noch so viel hyperventilieren oder Schaum vorm Mund tragen. Am ruhigsten können CDU und CSU bleiben, was sie auch tun. Ihnen arbeiten die Erfolge der Piraten in die Hände. Sie sind Teil ihrer Wahlstrategie.

Erst dann, wenn die Piraten im Bundestag sitzen, gibt es eine Chance auf ihre Entzauberung. Länderbühnen sind dafür zu klein, die Themen überregional uninteressant. Erst dann, wenn die Piraten auf der großen Bühne nationaler Politik agieren und abstimmen müssen, wird ihre politische Ahnungslosigkeit, ihre Kulturfeindlichkeit, ihre eigene mangelnde Transparenz, ihre Arroganz zum nationalen Thema. Bis dahin aber treibt jeder Kurt Beck, jeder Jürgen Trittin ihnen neue Wähler zu.

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157 Kommentare

1) Lars, Sonntag, 01. April 2012, 13:08 Uhr

Mit welcher Begründung schreiben sie der Piratenpartei folgende Attribute zu:”…ihre Kulturfeindlichkeit, ihre eigene mangelnde Transparenz, ihre Arroganz zum nationalen Thema.”?

2) m.spreng, Sonntag, 01. April 2012, 13:15 Uhr

@ !) Lars

Kulturfeindlich ist ihre Haltung zum Urheberrecht, eigene mangelnde Transparenz ist die erlaubte Anonymität ihrer Programm- und Parteidiskussion (neudeutsch Pseudonym genannt) und arrogant ist häufig das Auftreten ihrer Protagonisten (siehe Lauer bei Illner).

3) Milan, Sonntag, 01. April 2012, 13:32 Uhr

Kulturfeindlichkeit?
Absurder geht es wohl nicht?
Das muss wohl eine Bildlogik sein.

4) M. Weddler, Sonntag, 01. April 2012, 13:36 Uhr

@ m.spreng

Eine Anpassung des Urheberrechts an die technische und kulturelle Realität des 21. Jahrhunderts würde ich nicht gerade mit dem Attribut “kulturfeindlich” umschreiben. Im Gegenteil, ich habe mir das Programm diesbezüglich mal etwas genauer angeschaut, und bei allen Fehlern und Lücken festgestellt, dass die Ideen zumindest grob in die richtige Richtung weisen. Und das sage ich als freischaffender Künstler, der bittere Erfahrungen mit den großen Verwertungsgesellschaften sammeln musste. Es reicht mir noch nicht, um diese Partei zu wählen, aber ich komme nicht umhin festzustellen, dass sie zumindest einige sehr wichtige und aktuelle Fragen aufgeworfen hat, auch gerade was den Schutz von Bürgerrechten anbelangt.

Ich stimme Ihnen dahingehend zu, dass einzelne Vertreter wie Herr Lauer eine unerträgliche Arroganz an den Tag legen. Ich finde es aber unredlich, diese charakterliche Schwäche auf die gesamte Partei zu übertragen, auch wenn das natürlich sehr bequem ist.

5) janosch, Sonntag, 01. April 2012, 13:40 Uhr

@ Master Spreng:

Haben Sie Stuckrad-Barre gesehen, am Donnerstag?
Da konnte man ganz gut erkennen, wie viel Show dahintersteckt, wenn Lauer in der Oeffentlichkeit auftaucht.
Kette rauchen, dass einem beim Zuschaun schlecht wird, coole Sprueche raushaun und Fragen ins Leere laufen, das machen so einige etablierte Politiker mit der gleichen Hingabe.
Ich finde jedoch nicht, dass man “den Piraten” pauschal Arroganz anlasten kann. Denn erstens hat Lauer auch deshalb noch bei jeder innerparteilichen Wahl verloren (die er gerne alle aufzaehlt) und zweitens spricht es doch eher gegen Arroganz, wenn man sich zu Luecken im Programm bekennt, die noch mit basisdemokratischen Abstimmungen gefuellt werden muessen.
Ob das jetzige Urheberrecht so sakral behandelt werden sollte, dass man noch einen ACTA-Zaun drumherum aufstellt, und wie genau Parteiprogramme zustande kommen – das ist Stoff fuer mindestens zwei weitere Blogeintraege.

6) Milan, Sonntag, 01. April 2012, 13:42 Uhr

Warum ist es Kulturfeindlich ein anderes Urheberrecht zu fordern. Das hat nichts mit Kulturfeindlichkeit zu tun. Viele Künstler setzen sich für eine Änderung des Urheberrechts ein. Dies nicht zu ändern ist Kulturfeindlich!
Was ist das Problem an Anonymität? Es gibt im Berliner Regierungsviertel viel Intransparenz und auch einige Anonyme Abstimmungen. Bei den Piraten ist das anscheinend für sie ein Problem aber beim Rest der Welt nicht…
Arroganz kann man bei anderen Parteien ebenso feststellen.

7) Frank Reichelt, Sonntag, 01. April 2012, 13:48 Uhr

Hier ein kleiner Beitrag zum immer aktuellen Thema “Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern”?

1) Constantin, Sonntag, 22. August 2010, 12:49 Uhr
Das “Projekt” Piratenpartei ist gescheitert? Wo haben Sie das denn her?
Gerade wurde eines der bedeutensten Demokratieneuerungen der letzten Jahre eingeführt und Sie reden von einem scheitern?
Welches Ziel haben oder hatten Sie denn für die Piraten im Auge, denn für die meisten Piraten ist noch nichts gescheitert. Scheitern kann man nur dann, wenn man sich zu hohe Ziele setzt…

2) Georg, Sonntag, 22. August 2010, 13:05 Uhr
Da schließe ich mich Constantin an, hätte großes Interesse an näheren Ausführungen zur Piratenpartei von Ihnen.

3) m.spreng, Sonntag, 22. August 2010, 13:15 Uhr
@Constantin und Georg

Oh, Gott, hätte ich den Schlenker zur Piratenpartei nur sein gelassen.Jetzt kommt es statt zu einer Diskussion über die FDP zum Streit über die Piratenpartei. Aber ich bin tatsächlich der Meinung, dass die Piratenpartei gescheitert ist: der Anfangselan ist verpufft, die nötige thematische Verbreiterung fehlt, es gibt keine Identifikationsfiguren (Herr Tauss war wohl kein gelungener Werbeträger), das Ergebnis in NRW (1,5%) war ernüchternd. Mir ist rätselhaft, wie ein zweiter Anlauf gelingen soll.

8) StefanP, Sonntag, 01. April 2012, 14:12 Uhr

Guter Kommentar und gute Replik. Dennoch bleibt Raum zur Ergänzung.

Ob die Piraten letztendlich so überzeugend den Einzug in den Bundestag schaffen, wie es die heutigen Umfragewerte suggerieren, steht noch in den Sternen. Es wäre zumindest unüblich. Bis zum nächsten regulären Termin im Herbst 2013 sind es noch 1 1/2 Jahre, in einem solchen Zeitraum wurden schon absolute Mehrheiten um 15%-Punkte reduziert (Angela Merkel) und abhalfterten Kanzlern zur überzeugenden Bestätigung im Amt verholfen (Helmut Kohl).

Derzeit finden sich bei den demoskopischen Veröffentlichungen viele Frustgeplagte, doch Protestwähler findet man in früheren Bundestagswahlergebnissen nur in Spurenelementen. Weder NPD noch Republikaner noch Schill-Partei noch linke Protestgruppierungen schafften den Sprung ins nationale Parlament. Wer sind eigentlich die Nicht-Wähler, die jetzt “zurückkommen”? Den Nichtwähler gibt es kaum, nämlich Bürger, die sich permanent Wahlen verweigern. Der Großteil derjenigen, die zuletzt am Wahltag etwas anderes zu tun hatten, sind zuvor wählen gegangen und werden es mit hoher Wahrscheinlichkeit 2013 wieder tun. Bei der letzten Bundestagswahl sorgten die Abgänge der SPD ins Lager der Nichtwähler für eine konservativ-liberale Koalition. Ein wesentlicher Teil davon wird nächstes Jahr zurückkehren und zu einem hohen Prozentsatz erneut die Sozialdemokraten oder Grüne und Piraten wählen. Dagegen werden möglicherweise viele derjenigen, die der FDP ihr Rekordergebnis bescherten, diesmal ratlos der Urne fern bleiben.

Doch selbst wenn man annimmt, dass die Piraten demnächst echte Volksvertreter werden, so machen sie damit eine linke Regierung, wie bereits im Kommentar von Michael Spreng angeführt, unwahrscheinlicher bis unmöglich. Kein Kanzler der Bundesrepublik Deutschland kann sich bei seiner Regierungspolitik von dem Zufallsvotum eines Internet-Parteitages abhängig machen. Gerade das würde dann die FDP trotz vorhersehbar schlechtem Wahlergebnis in eine komfortable Situation bringen. Bei einem Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück wäre ein Eintritt in ein Regierungsbündnis mit den Sozialdemokraten außerordentlich interessant und vielleicht sogar lukrativer als unter der gefühlten großkoalitionären Regierungschefin Angela Merkel.

9) Tex, Sonntag, 01. April 2012, 14:15 Uhr

Tja, Herr Spreng, vielleicht wird das Konzept der “Liquid Democracy” aber auch so erfolgreich sein, dass es irgendwann Berufspolitiker und Politik-“Experten” wie sie überflüssig macht – vielleicht daher ihre (oben von Lars bereits in Frage gestellte) etwas feindselige Charakterisierung der Piraten…? ; )

10) irgendeiner, Sonntag, 01. April 2012, 14:22 Uhr

ach ja, der 1. April…

11) suizidWookie, Sonntag, 01. April 2012, 14:23 Uhr

Lauer ist furchtbar, dem gebe ich recht. Ich bin Pirat und finde Lauer ist ein Polit-Urtyp der in die Alt-Parteien passt. Ich kann sehr gut vertehen, wenn Leute keinen Bock mehr auf die Piraten wegen Lauer haben. Der Mann vernichtet viel Vertrauen und Arbeit sobald er seinen Flegel-Mund öffnet, Vertauen dass 1000 von Piraten schwerst erarbeitet haben.

Eine Urheberrechtsreform hat mit Kulturfeindlichkeit überhaupt nichts zu tun. Ich zahle als Pirat ja auch noch wenn ich ins Museum gehe, wobei in London alle Museen gratis sind – es geht also auch so. Wenn 250 Millionen Menschen uTorrent nutzen, dann kann man Sie nicht alle ins Gefängnis stecken, aber genau das ist es was der Amerikaner machen will – ACTA wirds schon richten. 6,5 Millionen US Amerikaner sitzen bereits im Gefängnis, mehr als in Brasilien und prozentual mehr als in Indien oder China und mehr als die 5 folgenden Staaten zusammen in der Weltrangliste. Ihr lacht – bald lacht ihr im Gefängnis weiter, weil ihr diesen Satz übers Netz abgerufen habt: “I love it!” Der Satz gehört McDonalds.

Anonymität ist wichtig – vor allem – im politischen Willensbildungsprozess – ja denken Sie doch mal Nach Herr Spreng, warum bitte sind Wahlen in Deutschland hinterm Vorhang – denken Sie bitte einmal scharf nach.

Danke.

12) karl, Sonntag, 01. April 2012, 14:27 Uhr

Die Haltung der Piraten zum Urheberrecht ist nicht “kulturfeindlich”, im Gegenteil – von Fair Use und Remixen angefangen bis hin zu neuen Geschäftsmodellen/Anätzen, die kleineren Künstlern helfen und nur den Großverdienern schaden gibt’s da eher das Gegenteil. Aber dazu müsste man sich ernsthaft mit dem Programm und den dahinterliegenden Ideen auseinander setzen :) Transparenz bezieht sich übrigens auf den transparenten Politiker, nicht auf die Bevölkerung. Wie das mit Liquid Democracy genau funktionieren soll, weiß ich zwar auch noch nicht so genau, aber ich beobachte die Piraten da sehr aufmerksam :)

13) René, Sonntag, 01. April 2012, 14:27 Uhr

@Spreng: Kennst du den Beschluss der Piraten vom letzten Bundesparteitag? Erst dann macht es Sinn, darüber weiter zu reden.

Die mangelnde eigene Transparenz: am Ende gibt es einen Parteitage, auf denen jeder abstimmen kann…

Und Lauer ist bei den Piraten nicht unumstritten. Deshalb reichte es beispielsweise nicht für Ihn, Bundesvorsitzender zu werden oder war auf der Berliner Landesliste erst in der hinteren Hälfte.

14) Reizzentrum, Sonntag, 01. April 2012, 14:31 Uhr

Ich denke, der Charme der Piratenpartei liegt nicht in den Programmen, sondern in der Offenheit.

Was nutzen Wahlprogramme, wenn diese nach der Wahl nicht mehr Wert haben, als das Altpapier auf welchem sie veröffentlicht wurden. Es geht also nicht vorrangig um Programme, sondern um die Art mit Problemen umzugehen. Zu oft hörte der Wähler: “Wählt uns, wir haben den Stein der Weisen im Reisegepäck” um dann nach der Wahl festzustellen, dass dieser Stein gewöhnlicher Blaubasalt war. Der Wähler sucht – m.E. – vor allem eine Vertretung der er gewillt ist zu vertrauen.

15) Wolfgang Wabersky, Sonntag, 01. April 2012, 14:42 Uhr

Der grandiose Aufstieg einer Partei, die von Anfang an nicht gerade als Volkspartei konstruiert ist und nicht mal ansatzweise konsensfähige Inhalte vertritt, zeigt, wo die großen Defizite in unserer „Scheindemokratie“ liegen. Immer mehr Bürger sind es leid, dass die etablierten Parteien – eine Differenzierung ist unnötig, da sie in allen bedeutsamen Fragen 100-%ig übereinstimmen – jahrelang diametral gegen ihre Interessen vorbeiregiert haben. Sollten die Piraten gegen Korruption und die gigantischen Rettungsschirme Politik machen, wären das schon zwei Gründe, weshalb ich sie wählen würde. Ich habe mehr davon, wenn politische Greenhorns meine Interessen vertreten als selbsternannte „Experten“, die permanent gegen meine Interessen arbeiten. Wobei: betreffs Ahnungslosigkeit und Dummschwätzerei sind auch die etablierten Parteien hervorragend aufgestellt!

16) Wolfgang, Sonntag, 01. April 2012, 14:43 Uhr

Als es in Deutschland kein wirksames Urheberrecht gab, hatten wir Goethe und Schiller. Heute haben wir Stuckrad Barre.. Beim Thema Urheberrecht sind Journalisten verständlicherweise höchst parteiisch. Ein Politiker, der das Fernmeldegeheimnis höher gewichtet als das Urheberrecht, riskiert dafür von Journalisten abgestraft zu werden. In zehn Jahren werden wir viele Debatten von heute so betrachten, wie die Vorschrift einen Mann mit roter Warnfahne vor Automobilen herlaufen lassen zu müssen. Der Erfolg der Piraten ist ein Anzeichen dafür.

17) Ste, Sonntag, 01. April 2012, 14:44 Uhr

Also hier muss ich Ihnen, Herr Spreng, auch widersprechen. Man kann es auch anders sehen, siehe dazu:

http://www.heise.de/tp/artikel/36/36660/1.html

Sie sprechen von “Ahnungslosigkeit” Herr Spreng, man könnte das auch ein “kontemplatives Sich-Heraushalten aus den gängigen Meinungsmarkt” nennen.

Und ihre Anonymität-im-Internet-These ist fast shcon ein Running-Gag. Ich würde Ihnen die Mediatheke des Bundestages empfehlen; und zwar die letzte Sitzung der Internet-Enquette-Kommission, die eine öffentliche Sitzung zum Thema “Strukturwandel der politischen Kommunikation und Partizipation” war:

http://www.bundestag.de/internetenquete/index.jsp

Auch lesen Sie doch einmal diese Auseinandersetzung mit den 7 Thesen von Joachim Gauck, die fast von Ihnen stammen könnten. So leid es mir tut, die Thesen sind für mich einfach nur aus einer bestimmten Sichtweise auf das Internet gefasst:

http://www.heise.de/tp/artikel/36/36496/1.html

Viel Erfolg bei Erkenntnisgenerierung.

18) Maren P., Sonntag, 01. April 2012, 14:52 Uhr

Glückwunsch, Herr Spreng, zu dieser deutlichen Analyse. Versuchen Sie mal, einen Pudding an die Wand zu nageln. Wer will, dass die Entzauberung der Piratenpartei zügig voran kommt, sollte den Lauer einmal täglich in eine Talkshow einladen. ;-)

Allerdings trifft Ihr Satz: >>Denn gerade die Inhalts- und Ahnungslosigkeit ist die Stärke der Piratenpartei.<< mMn nicht zu. Es ist keine "Stärke", sondern lediglich das "Neue" der Piratenpartei. Keine "etablierte" Partei hätte es gewagt, im Zustand völliger Ahnungslosigkeit für die Legislative eines Bundeslandes zur Wahl anzutreten und dann monatlich 10.000 Euro Diäten für's Schmarotzen rechts und links zu kassieren. Sobald ein Pirat zum zehnten Mal den "Mut zur Lücke" für sich reklamiert, werden selbst die Gutwilligsten nervös, denn Zeit ist Geld. Und wenn der propagierten "Transparenz", das ist ja nur die Methode, keine Inhalte folgen, war's das.

Solange die anderen Parteien nicht meinen, sie müssten nun auch der neuen Beliebigkeit folgen, sehe ich keine Gefahr. Spätestens bei der übernächsten Wahl hat sich das Thema erledigt. Bei den Grünen bin ich mir nicht so sicher … Ich bin da sehr angstfrei, weil ich gelernt habe, dass die besten und gemeinwohldienlichsten Ideen ihre Zeit brauchen und die wichtigste Eigenschaft als Politikerin meine Ausdauer über jeweils fünf Jahre ist. Bezogen auf Ideen, nicht auf den Sessel. :-) Einige Piraten sollen ja schon nach fünf Wochen erschöpft sein. … *feix*

Und Denkzettel-Wahlen helfen immer nur der Partei, die man auf keinen Fall wollte. Ihr Kommentar, Herr Spreng, hätte auch überschrieben werden können mit "Die Versprengten der letzten W-LAN-Party gründen eine Partei und wissen damit nix anzufangen, weil der Plenarsaal keinen Button zum liken hat". ;-)

19) R.F., Sonntag, 01. April 2012, 14:53 Uhr

Also, mich können nichteinmal mehr die Piraten zum Wählen bewegen! Und was die Zukunft der Piraten betrifft, wenn sie mal auf Bundesebene “reagieren” sollten, da mache ich mir keine Sorgen. Es werden bald genügend etablierte (und erfahrene) Berufspolitiker frei sein, die – um ihr Brot weiter in der Politik zu verdienen – hier aushelfen könnten! Es bleibt allerdings dahingestellt wer dann
“ahnungsloser”, “arroganter” oder “intransparenter” ist: die Alten oder die Neuen.

20) matthias, Sonntag, 01. April 2012, 14:56 Uhr

zu ihrem artikel habe ich noch keine position. ;)

21) Blub, Sonntag, 01. April 2012, 14:58 Uhr

Hihi, netter Rant, nur gibt es ein Problem lieber Herr Spreng. Die Politiker der Etablierten parteien haben auch keine Ahnung. Sie tun nur so. Und oft genug kommt Schwachsinn dabei heraus. Aber da die Reporter sich nicht trauen kritisch weiter zu fragen merkt es keiner.

22) H.F., Sonntag, 01. April 2012, 15:04 Uhr

Tja, da machen sie es wohl wie es Angela Merkel erfolgreich durchzieht.

Aber andererseits ist wohl eine erfrischende Ahnungslosigkeit für die Gemeinschaft nützlicher als die “Kompetenz” der Alt-Parteien, wenn man sich anschaut, wohin sie uns geführt hat. Überschuldung, systemische Risiken, Finanzkrise, scheiterndes Rentensystem, Niedriglohnsektor, usw. usf.

@m.spreng
übrigens fand ich bei Illner die Arroganz und das Schulmeistern auf Seiten von Beck. So unterschiedlich kann man die Situation wahrnehmen.

23) Thomas Hillebrand, Sonntag, 01. April 2012, 15:13 Uhr

Es wird zwar eine stille Feier werden, aber ich feiere trotzdem: Dies ist der erste Artikel von Ihnen seit einigen Wochen, den ich komplett unterschreiben möchte! Ich geb’s zu, jetzt habe ich mir doch gerade ein verstohlenes Tränchen aus dem Auge gewischt…

Sie wissen gar nicht, wie sehr Sie genau das ausdrücken, was mich verstärkt seit Berlin im Zusammenhang mit der Piratenpartei immer wieder beschleicht. Das muss ich nicht wiederholen, Sie bringen es in vielen wunderbaren Formulierungen besser auf den Punkt, als ich es je könnte. Und es ist wirklich gar nicht einfach, diese Partei zu beschreiben! Aber Dank Ihrer Analyse – auch der Gesamtsituation der Parteien in Bezug auf die Piraten – kann jeder jetzt etwas mehr wissen.

Als Ergänzung vielleicht noch: Die Piraten wildern zwar vor allem im linken Spektrum, aber sie sind keineswegs links! Das sollte jeder wissen, der sie wählt. Der Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge hat schon Recht und verweist dabei auf Untersuchungen: Wer sich nicht einordnen lassen will, nicht zu rechts, nicht zu links, nicht liberal, wer meint, alles das seinen Kategorien von gestern oder vorgestern – der ist im Zweifelsfall dann immer eher rechts zu finden. “Ich bin links, liberal und konservativ” hatte Joachim Gauck nach seiner Nominierung gesagt. Das war/ist – bei aller Verschiedenheit – die gleiche Nebelkerze.

Der arme Beck hat mir bei Illner übrigens richtig leid getan! Das ändert freilich nichts daran, dass solche Ausfälle wie von Beck den Piraten nur nützen, wie Sie völlig richtig schreiben. Aber es kann doch andererseits auch nicht sein, dass so ein…(oh Herr, gib’ mir bitte einen der Netiquette entsprechenden Begriff!),…dass also so ein Spezialist im Bohren von extrem dünnen und durchlöcherten Brettern wie Herr Christopher Lauer nicht auch jedem wackeren Piraten die grell-leuchtende Fremdschamröte ins Gesicht treiben muss! Ich sah, im Gegensatz zu Ihnen Herr Spreng, von (echter, überlegener) Arroganz eigentlich wenig, dafür aber zu viel von schier unglaublichem hilflosen Nichts in die Gesichtszüge jenes, äh, Politikers gemeißelt.

24) Seen, Sonntag, 01. April 2012, 15:14 Uhr

Nunja, bei allem anderen mag ich Ihnen zustimmen. Aber die Haltung der Piraten zum Urheberrecht kulturfeindlich zu nennen, zeigt meiner Meinung nach nur, dass Sie sich nicht mit deren Argumenten zum Thema auseinandergesetzt haben.
Kulturfeindlich ist das Urheberrecht in seiner jetzigen Form. Auch schädlich den Künstlern gegenüber.

Dazu einmal “die Lücke des 20. JH.”:
http://netzpolitik.org/2012/die-lucke-des-20-jahrhunderts-visualisierung-des-schutzfristenproblems-im-urheberrecht/

Und zum Beispiel der Brief des CCC als Antwort an die 51 Tatort Autoren:
http://ccc.de/updates/2012/drehbuchautoren

25) lars b., Sonntag, 01. April 2012, 15:16 Uhr

die haltung der piraten, das urheberrecht zwischen nutzern, urhebern und verwertern auszugleichen, ist also kulturfeindlich? aha. die infornation, dass die piraten das urheberrecht abschaffen wollen ist auch 2012 nicht mehr als hanebüchener quatsch. aber das passt wahrscheinlich nicht ins eigene weltbild. alternativ wäre es zu anstrengend, sich wirklich mit den piraten zu beschäftigen. aber schön, die arbeit bei bild prägt wohl ein leben lang.

die transparenz der piraten ist höher als bei allen anderen parteien zusammen. sie haben ihr ziel der vollständigen transparenz noch nicht erreicht; das ist richtig. aber der wille ist da und der weg wird gegangen. wo hier der mangel sein soll, kann ich wahrscheinlich in nächster zeit in der hochinformativen bild lesen.
das argument mit der anonymität bei parteitagen ist sinnfrei. gegenbeispiel: in der aktuellen enquête-kommission sitzt padeluun. hat sich über das pseudonym jemand aufgeregt? nö.
ich glaube, Sie haben die piratenunterscheidung zwischen anonymität der personen und transparenz der partei(führung) nicht verstanden. bitte nachrecherchieren.

das auftreten der leute ist teilweise wirklich problematisch. aber das wird noch, keine sorge. die brauchen erfahrungen. woher sollen die sie jetzt auch nehmen?!

ich finde es immer wieder köstlich, wenn den piraten ahnungslosigkeit vorgeworfen wird. machen Sie das im hinblick auf netzpolitik und bürgerrechte auch mit den etablierten parteien? oder dreschen Sie nur gern auf relativ schwache ein?

sry für den bösen unterton. aber ich kann dieses uninformierte gepaste von ewiggestrigen nicht mehr hören.

trotzdem einen schönen sonntag noch.

lars b.

26) lars b., Sonntag, 01. April 2012, 15:29 Uhr

kleiner nachtrag: wieso wird eigentlich überall was von “den anderen parteien eins auswischen” geschrieben? die wahlanalysen zeigen da eindeutig in die andere richtung (naja, zumindest die vom zdf).

außerdem: haben Sie schonmal daran gedacht, dass sich viele leute einfach von den piraten besser vertreten fühlen als vom rest? warum sprechen Sie vielen bürgern ihre möglichkeit der freien wahl ab und stellen sie in eine dreckige ecke?

haben Sie über die grünen damals auch so geschimpft und sie runtergemacht?

27) Martin Thomas Peinemann, Sonntag, 01. April 2012, 15:33 Uhr

Ihr Bild von den Piraten ist eine Momentaufnahme. Das war’s. Ihre Idee, die Piraten wären zur Bundestagswahl 2013 dieselben wie im Frühjahr 2012, finde ich mutig.

28) Dierk, Sonntag, 01. April 2012, 15:39 Uhr

Vielleicht ist es nicht die Ahnungslosigkeit an sich, die zelebriert wird und so manchen [Nicht]Wähler aus dem Hause zur Urne lockt? Es ist ja nicht so, als hätten die etablierten Parteien die Weisheit mit Löffeln gefressen – sie tun nur so, als hätte sie zu allem und jedem eine Antwort. Das machen die PIRATEN nicht. Ich erinnere mich auch an Zeiten, in denen die GRÜNEN damit kokettierten, eine 1-Themen-Partei zu sein und sich eben nicht in Dinge einzumischen, die über ihr Verständnis gingen.

Ja, ich bin alt genug, mich an Zeiten zu erinnern, in denen jeder der Parteien – erst 3, dann ab 1980 4 – eine Kompetenz zugesprochen wurde. Die SPD war für das Soziale da, die FDP für die Wirtschaft, die CDU für die Finanzen, dann die GRÜNEN für Sonnenblumen auf Feld und in Gewehrläufen. Die waren alle stolz drauf!

29) andré, Sonntag, 01. April 2012, 15:41 Uhr

ich stimme ihnen in folgendem punkt zu: die piraten nehmen etablierten parteien stimmen ab und aktivieren nichtwähler. allerdings aktivieren sie nicht jeden nichtwähler. ich bin einer von denen auch wenn mir die piraten sympathisch sind. letztlich werden auch die piraten ihre ziele verraten und sich etablieren sobald eine kritische masse erreicht ist – was u.u. geschieht wenn sie in den bundestag einziehen. das fände ich sehr schade. im moment jedoch freue ich mich für die piraten und das ‘eins auswischen’ gegenüber dem berufspolitikertum – es ist einfach schön zu sehen wie menschen nicht wissen wie sie mit einem phänomen umgehen sollen was sie aus arroganz und ignoranz bisher nicht auf ihrer agenda hatten.

30) ffoldar, Sonntag, 01. April 2012, 16:01 Uhr

Naja der Blogeintrag ist gefüllt mit Vorurteil. Ich kenne kaum Piratenwähler die anderen eins “auswischen” wollen. Vielmehr folgt der Waherfolg der PP einer gesunden Logik eines gezielten Aufbaus einer neueren Politikkultur. Ehrlichkeit und Eingeständnis eines Nichtwissens gehört dazu eher als das Kompetenzgeheuchel. Eigentlich hat sich schon 1989 lange vor der Nutzung des Internets gezeigt dass die (west) deutsche Politikkultur mit der Überbewertung des Repräsentativen in der Politik von Vorgestern ist. Ich sehe noch das mitleidige Lächeln von westdeutschen Anzugträgern über die Freaks vom “Neuen Forum” in grünen Parkern mit Vollbärten. Ich kann den Piraten nur weiterhin viele Wänler wünschen. Ich selbst habe nach 20 Jahren wieder eine politische Heimat gefunden

31) Gregor Keuschnig, Sonntag, 01. April 2012, 16:23 Uhr

Interessante Diagnose. Ich glaube ja, dass sich die Piraten noch vor der BTW “entzaubern”. Dass sie Nichtwähler zurückholen ist nur dann ein Verdienst, wenn es sich um eine Partei handelt, die voll integriert im demokratischen Spektrum agiert. Da kann man bei einigen Protagonisten so seine Zweifel haben.

32) i don’t care, Sonntag, 01. April 2012, 16:26 Uhr

Herr Spreng! Jetzt verabschieden sie sich doch bitte von der antiquierten Vorstellung, dass Anonymität mit Pseudonym gleichzusetzen ist.

Analoges Beispiel: Sie möchten unserer Bundeskanzlerin einen Brief schreiben. Damit dieser ankommt, müssen Sie selbstverständlich die Adresse der Kanzlerin auf den Briefumschlag schreiben. Jetzt wurde die Post aber von Mathematikern übernommen und die haben jeder Person eine bestimmte Nummer zugewiesen. Also schreiben Sie als Empfangsadresse die Nummer der Kanzlerin auf den Brief. Da Sie fürchten, dass die Kanzlerin Ihren Brief nicht so toll finden und Ihnen den Verfassungsschutz auf den Hals hetzen könnte, benutzen Sie im Brief das Pseudonym “ms”.

Sie denken nun, “ha, da habe der Kanzlerin meine Meinung gegeigt und sie wird nie wissen, dass der Brief von mir ist”. Mit dem Gedanken gehen Sie nun zur Post und zeigen dem Mathematiker Ihre Kundenkarte (damit dieser Ihnen die Kosten des Briefes später vom Konto abziehen kann). Nun nimmt der Mathematiker Ihren Brief, schreibt noch die Nummer (damit er ihnen bestätigen kann, dass der Brief angekommen ist), die Ihnen zugeordnet wurde, drauf und schon ist der Brief unterwegs.

Angekommen im Kanzleramt freut sich Frau Merkel, dass sie einen Brief bekommen hat. Nachdem sie ihn gelesen hat, ist die Freude verflogen und sie ist wütend. Zum einen, weil ihr der Inhalt nicht gefällt, zum anderen, weil der Schreiber ein Pseudonym verwendet hat und sie den Verfassungsschutz nicht auf den Schreiber ansetzen kann. Ein junger Mathematikstudent, der ein Praktikum bei der Kanzlerin macht, bekommt ihren Ärger mit und weist sie darauf hin, dass sie doch lediglich zur Post gehen müsse und fragen, wem die Nummer auf den Brief gehört. Gesagt getan, auf dem Postamt erfährt Frau Merkel dann, dass die Nummer einem gewissen Michael H. Spreng gehört, der in Berlin wohnt, dessen Kontodaten XY sind und vieles mehr.

33) Horst Schmidt, Sonntag, 01. April 2012, 16:39 Uhr

Na wenn ich ganz ehrlich, dann treibt einem dieses Kokettieren mit der Ahnungslosigkeit, dieses Spielen mit der eigenen Blödheit die Tränen oder den Schaum dort hin, wo /sie/er aufzutauchen pflegt, wenn er/sie verlangt sind.

Danke für ihren Beitrag michael spreng, so sehe ich das auch.
Es soll ja mal eine Zeit gegeben haben, vor nicht allzu langer Zeit, wo der “Besitz” einer umfassenden Allgemeinbildung ein Wert darstellte. Ohne dass jemand davon etwas ableiten, einkassieren wollte.
Gerade aus diesem Grunde finde ich wieder diesen Video-Kommentar von Frank A. Meyer auf “Cicero” erwähnenswert.
http://www.cicero.de/videos/meyers-monolog-die-piraten-sind-die-lobbypartei-toxischer-kraefte

Insbesondere das Ansprechen der Gefahren, die da lauern, lauern könnten, verdient es verbreitet zu werden. Soll niemand sagen, er hätte dieses Spiel mit dem “Feuer” nicht erkannt, erkennen können, nicht gewollt.

Eines scheint mir schon jetzt sicher, dieses Phänomen werden sich über kurz oder lang andere zu Nutze machen.

Diese jungen Menschen befinden sich seit längerer Zeit in einem geistigen Ausnahmezustand, einer nicht enden wollenden Partystimmung, einem Eventismus, der/dem wir mehr Aufmerksamkeit, vor allem Wachsamkeit widmen sollten, als damals dem Aufkommen der programmatisch unterfütterten Grünen.

Warum wird immer dieses Land von einer politischen Irrationalität heimgesucht?

34) Rudi, Sonntag, 01. April 2012, 16:48 Uhr

Natürlich hat die junge Piratenpartei nicht auf allen Feldern Expertenwissen abrufbar, ist sie doch gerade dabei sich über Ihre Kernthemen hinaus aufzustellen. Die Grundidee der Piraten ist allerdings dabei eine stärkere Beteiligung der Bevölkerung an der Politik und an einzelnen Entscheidungen. Dazu wollen die Piraten mit Hilfe der modernen Kommunikationsmittel die Möglichkeiten schaffen. Was ist daran so falsch? Diese Forderung könnte eigentlich von der FDP kommen, was aber leider nicht Lobby-Politik-Konform ist. Die Partei für Hoteliers und Apotheker hat sich im Gegensatz zu den Piraten aufgrund ihrer schlechten Arbeit in der Regierung selbst “entzaubert” und wird wohl zukünftig zu Recht unter den Sonstigen gelistet.
Entzaubert sind auch schon lange CDU und SPD, die mittlerweile inhaltlich zum Verwechseln ähnlich sind.
Entzaubert ist schon lange Frau Merkel, die konzeptlos regiert und zwar im Sinne Ihres eigenen Machterhalts statt im Sinne des Deutschen Volkes!
Entzaubert ist auch die Glaubhaftigkeit der Politik überhaupt, nachdem Guttenberg, Koch-Mehrin und Wulff sich als Beispiele verlogen-dreister Politiker entpuppten, die dazu noch Merkels volle Rückendeckung hatten.
Die Piraten haben hingegen noch viel Potential. Sie kann jahrelang-frustrierte Nichtwähler überzeugen und mit motivierten unvorbelasteten Leuten frischen Wind in den Bundestag zu bringen. Ich wünsche den Piraten viel Erfolg dabei.
SPD und Grüne sollten die neuen Gegebenheiten realisieren und über neue Bündnisse nachdenken, anstatt Merkel wieder zur Macht zu verhelfen.

35) Seth, Sonntag, 01. April 2012, 16:55 Uhr

…2) Aua…man merkt wie Sie den aktuellen Diskusionstand in der Piratenpartei vollkommen ignorieren….schreiben Sie doch mal einen E-Mail an den Herrn Lauer.

36) Sven, Sonntag, 01. April 2012, 17:00 Uhr

Und woher wollen Sie wissen das die Haltung der Piraten zum Urheberrecht Kulturfeindlich ist? Das ist doch nur Ihre eigene Meinung und kein Fakt, der bewiesen ist. Vielleicht sollten Sie einmal dazu schreiben, dass es sich um IHRE Meinung handelt und nicht um etwas, was Allgemeingültig ist.

37) JG, Sonntag, 01. April 2012, 17:09 Uhr

Nun, verehrter Herr Spreng, man könnte darüber diskutieren, wie kulturfreundlich Konzerne sind, die mit enormer Lobbyarbeit daran basteln, das Urheberrecht ihren Bedürfnissen und vor allem Profitinteressen gemäß umzugestalten, sich entgegen ihres permanenten Gejammers immer noch eine goldene Nase verdienen, davon aber immer weniger an die Produzenten des von ihnen verwerteten “Content” (und damit die eigentlichen Urheber) weiterreichen, sondern diese regelrecht verhungern lassen.

Wollen wir einmal reden über ausgedünnte Redaktionen, über Honorare, die entweder halbiert wurden oder seit den (frühen) Neunzigern nicht mehr erhöht, über den Ersatz von Festangestellten durch (natürlich unbezahlte) Praktikanten, über Vielfachverwertung ohne zusätzliche Honorierung und und und? Oder wie es bei der Musikindustrie aussieht, in der Filmbranche, in der Literaturszene…

Wir können auch gern darüber sprechen, wie “kulturfreundlich” die fetten Gewinne verwendet werden – jedenfalls in der Regel nicht für irgendwelche Unternehmungen, die auch nur irgendein größeres Risiko bergen und nicht möglichst schnell möglichst problemlos möglichst großen Profit versprechen. Wobei zu dieser Profitmaximierungsstrategie offenbar auch gehört, auch noch aus dem letzten Rentner, der aus Schusseligkeit irgendetwas Illegales heruntergeladen hat, einige Hunderter herauszuquetschen. Zur Not schickt man ihm erstmal Drohbriefe und wartet ab, ob er die Nerven hat (und/oder das Geld), daraufhin nicht sofort zu zahlen, sondern den Rechtsweg zu beschreiten.

Wenn solche Dinge wenigstens thematisiert werden und es mal jemand wagt, zu widersprechen, statt daß der Demokratische Block der BRD aus CDUCSUSPDFDPGrünen geräuschlos Gesetze durchwinkt, die ihm womöglich mal wieder von Lobbyisten geschrieben wurden, haben die “Piraten” sich bereits verdient gemacht.

38) Jan Lolling, Sonntag, 01. April 2012, 17:55 Uhr

Den Piraten mangelnde Transparenz vorzuwerfen ist nicht richtig. Die Piraten sind wenn man weiss wo man suchen muss sehr viel transparenter als alle anderen Parteien. Siehe:
http://www.stern.de/politik/deutschland/arbeitswerkzeuge-der-piraten-murmeln-ueber-neue-politik-1807264.html#utm_source=sternde&utm_medium=zhp&utm_campaign=politik&utm_content=snippet-aufmacher
Es stellt sich mir auch die Frage ob es denn überhaupt notwendig ist zu allen Themen immer eine Position zu haben!

39) bebecito, Sonntag, 01. April 2012, 18:04 Uhr

Es ist schon bemerkenswert,dass eine Partei,die zu entscheidenden Themen durch Ignoranz und Ahnungslosigkeit glänzt dermassen Sympathien geniesst.Es ist vor allen Dingen ein Hinweis darauf.dass die viele Wähler den etablierten Parteien kein Vertrauen mehr schenken.Dies ist auch den jüngsten Skandalen wie zum Beispiel der Causa Wulff.der es glänzend verstanden hat,hinter der Maske des Biedermannes die Öffentlichkeit hinters Licht zu führen.Er ist das Paradebeispiel für die Selbstbedienungsmentalität mancherr Politiker deren oberste Handlungsmaxine darin zu bestehen scheint die Politik dazu zu benutzen,um persönliche Vorteile aus dem Amt zu ziehen. Vorbei scheinen die Zeiten,in denen Politiker zum Wohldes Staates und aus persönlcher Überzeugung ihr Amt bekleideten.Als einziger Ausweg erscheint dem Wähler dann nur noch die Flucht in die unbelastete,unangepasste neue Partei ,selbst wenn diese durch Inhaltlosigkeit und Dilettantismus glänzt getreu dem Motto:Schlimmer als die Anderen können die auch nicht sein.Aber wehe,es kommt die Zeit.in der die Piraten einmal Regierungsverantwortung übernehmen müssen.Denn dann verkommt die politische Kultur endgültig zu der einer Bananenrepublik.Solange dies nicht der Fall ist, darf sie sich weiter in der Gunst der Bürger sonnen und man verzeiht ihr auch die Naivität und Ahnungslosigkeit.

40) Dieter Carstensen, Sonntag, 01. April 2012, 18:13 Uhr

Lieber Michael Spreng,

meinerseits würde ich das Phänomen der sogenannten “Piratenpartei” mit anderen Worten beschreiben als Sie.

Ich persönlich halte diese Leute für geradezu gemeingegfährlich, da sie politische Beliebigkeit zu ihrem Ziel gemacht haben. Ich denke, diese Leute sind nichts anderes als eine verkappte Internet FDP, ihre Aussagen zu sozialen Problemen sind haarsträubend, diese Leute wollen allen Ernstes die Sozialleistungen um 30 % kürzen, für alle die nicht arbeiten gehen und den, welche dann Arbeit finden, wollen die Piraten den Lohn aufstocken auf den Hartz IV Satz!

Selten habe ich einen solchen Schwachsinn gelesen, wie den Unsinn der Piraten zu allen sozialen Themen.

Scheinbar toben sich da ein paar durchgeknallte Internetjunkies aus, die von Politik in etwa so viel Ahnung haben, wie unsere oberbergischen Kühe vom Motorradfahren.

Es ist an der Zeit, diese Chaotentruppe zu entlarven, bevor sie noch wirklich Unheil anrichten kann.

M.f.G.

41) Nobbi, Sonntag, 01. April 2012, 18:16 Uhr

Es gibt einen Unterschied zwischen Kulturfeindlichkeit und Kulturindustriefeindlichkeit.

Was machen da eigentlich gerade die Tatort-Drehbuchschreiber?

Ich versteht gar nicht, was die überhaupt wollen. Irgendwie gegen Internet und Umsonst-Kultur und Grüne, Piraten ebenso. Und der Herres erzählt irgendwas, man könne sich den Tatort nicht mehr leisten und stelle den deshalb heute nicht als Stream ins Internet.

http://blog.die-linke.de/digitalelinke/ard-setzt-tatort-livestream-aus/

Und bei dem Statement kann man ihn gleichzeitig zitieren mit:

“….Wir haben zwar noch für etwa 60 Folgen Drehbücher auf Halde, bei denen die Autoren keinerlei Mitspracherechte mehr bei der Nutzung haben. ….”

Ich lach mich schlapp. Genau um sowas geht’s ja wohl beim Thema “Kulturfeindlichkeit”. Autoren haben keinerlei Mitspracherechte mehr bei der Nutzung der von ihnen produzierten Inhalte. So ist die Situation jetzt. Und das sollte man ändern.

Die Piraten wollen das verbessern. Oder hab ich das jetzt falsch verstanden? Das ist so schwierig zu sagen bei soviel bekennender Ahnungslosigkeit.

42) Peer Sylvester, Sonntag, 01. April 2012, 18:27 Uhr

Das Hauptproblem ist doch: Wer reagiert, muss entscheidungen treffen, ob er Ahnung hat oder nicht. Wer am Hebel sitzt, kann sich nicht rausdrücken. DAFÜR werden Politiker bezahlt.
Wenn die Piraten sich aus allem ausser ihren Kernthemen, heraushalten wollen, können sie nicht regieren. Und wer nur Opposition macht, macht es sich einfach.

43) Boomel, Sonntag, 01. April 2012, 19:10 Uhr

Original-Blogpost inkl Links und Bilder: http://boomel.lhwclan.de/?p=1511

Sehr geehrter Herr Spreng,

eine sehr förmliche Anrede, aber vielleicht erreiche ich so Ihre Aufmerksamkeit für meine Antwort auf Ihren Text von heute.

Grundsätzlich reden hier zwei vollkommen verschiedene Welten miteinander. Die gleiche Diskussion hatte ich bereits mit Dr. Stephan Eisel (KAS) und wir haben das ungelöst abbrechen müssen. Die griffigste Deutung dieses Phänomens bietet bisher der Professor Kruse – zu finden auf youtube.

Zu Ihrem Text:

Leute wie Beck und Trittin unterschätzen und minderschätzen die Piratenpartei, ebenso wie der große Rest der alten machtpolitischen Eliten und ihrer Gefolgschaft, weil sie es immer noch nicht verstanden haben woher und besonders warum die Piratenpartei überhaupt auftritt.

Die Piratenpartei kommt aus der Metaebene unseres Lebens, der faktischen Transzendenz, dem Internet. Ausdrücklich nicht als feindlich gesinnte Macht, sondern als ordnungspolitischer Leviathan einer Welt im 21. Jahrhundert. (Überspitzt kann man behaupten das unsere Gesellschaftsvertrag modernisiert wird)

Man provoziert das Wachstum der Piraten immer noch mit allen Mitteln, nicht nur durch die Medien als Verstärker, sondern allgemeine politische Vorgänge und eben auch ihr Text.Er provoziert mehr Menschen aktiv die Piratenpartei zu unterstützen, ob gewollt oder ungewollt – ich gehe von letzterem aus. Die Begründung hierfür ist die falsche Kategorisierung dieser weltweiten Bewegung “Piratenpartei”.

Der Versuch das Internet unter Kontrolle zu bekommen, entstammt dem epischen Kampf zwischen Sicherheit und Freiheit. Das Pendel der analogen Politik steht bekanntermaßen voll im Anschlag auf Sicherheit.

Diese Entwicklung wurde von einigen Menschen bereits vor bald 20 Jahren gesehen und sie fingen an sich zu wehren. Es wurde die Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace verfasst – falls Sie diese noch nie zur Kenntnis genommen haben, wird es höchste Zeit!

Das Internet beschreibt annähernd den gesamten Wissensfundus der Menschheit. Das Scheinargument “Inhalts- und Ahnungslosigkeit” greift angesichts der Themen in der Pipeline der Piratenpartei viel zu kurz, bitte schauen sie sich einzelne Initiativen in Liquid Feedback an. Arbeiten Sie sich daran ab, was Ihnen inhaltlich tatsächlich nicht passt! Aber die ständige Pauschalisierungen bringen uns alle nicht weiter…

Verarbeiten Sie doch mal das gehaltvolle Wahlprogramm der Piraten in Schleswig-Holstein oder die Vorbereitungen der Landtagswahl 2013 in Bayern. Darüber hinaus, warum sollte sich ein Christopher Lauer genau wie alle anderen Politiker in diese Talkshows setzen und schauspielerisch Lösungen simulieren , obwohl man keine hat (Eurokrise als Beispiel). Geschweige denn das er als simpler Pirat aus Berlin keine Befugnis hat hier die Richtung für Piraten vorzugeben? Der Abstand zwischen dem Christopher und einem anderen Basispiraten ist marginal und nur in Ihrem Kopf.

Die Wähler der Piratenpartei sind übrigens nicht scharf auf Ahnungslosigkeit sondern auf EHRLICHKEIT. Das wird noch das eigentliche Problem werden für die Altparteien, denn raten Sie mal wo das Wissen, Vertrauen und Zukunft somit sitzt.

Allein ob der Tatsache das es mehrere Dutzend Positionen und Programmpunkte gibt, findet man anscheinend keinen Punkt wo man angreifen kann, richtig? Also die angebliche Gummiwand der Piraten ist mittlerweile wohl eher eine Betonwand gegen die viele Holzköpfe anlaufen werden.

Ja wir Piraten wollen in den Bundestag. Aber immer noch gibt es keine Anzeichen, dass die Politik – ob der bekannten und offensiv angebotenen Anleitungen unsererseits – die Piratenpartei obsolet machen will. Überlegen Sie doch mal: Es wird seit Jahren eine Anleitung gegeben wie man uns stoppen kann, aber keiner ist fähig dazu.

Nicht nur für Rot/Grün sondern allgemein für alle Parteien wird es schwierig ihre von oben beschloßenen Drehbücher durchzuziehen. Und wenn Sie der Meinung sind das die Piraten ausschließlich Stimmen aus dem linken Spektrum der Parteienlandschaft nehmen, täuschen Sie sich gewaltig. Die Union kann nur froh sein, dass viele der Mitglieder einfach den technischen Hintergrund einer Vorratsdatenspeicherung und eines Staatstrojaner nicht kennen. Das hat nichts mit Dummheit zu tun sondern mit Aufklärung. Wir Piraten werden jedem einzelnen Bürger die Frage stellen ob er diesen Weg der Überwachung sicher mitgehen will. Und ich verspreche Ihnen 3/4 wollen es nicht auch nicht einfache Mitglieder der Union.

Die Behauptung die Piratenpartei wäre Teil einer Wahlstrategie der Union ist der einzig brauchbare Versuch Ihrerseits der Piratenpartei etwas ans Leder zu flicken – Respekt für dieses Stilmittel.

Erst dann, wenn die Piraten zweistellig im Bundestag sitzen, gibt es eine Chance auf eine Veränderung, gibt es die Chance die Betonmauer in den etablierten Parteien zu überwinden. Vorarbeit werden Länderbühnen wie Berlin leisten um vorzuleben, dass es durchaus möglich ist jederzeit mit dem Bürger anstatt fern von ihm Entscheidungen zu treffen.

Das wahre Potential der Piratenpartei liegt in ihrer Eigenschaft als weltweite Bewegung, angelehnt an die Infrastruktur des Netzes. Rechnen Sie den Impact der Piratenpartei Deutschland um auf die aktuell stattfindende Gründung einer EU Division der Piraten und den weltweiten Ansatz. Gremien wie die NATO, APEC, G8 und G25 werden in die Mühlen der Mitbestimmung, Transparenz und Ehrlichkeit geraten. Und das ist längst überfällig diesen Club der scheintoten Sicherheitspolitiker aufzuwecken und zur Raison zu rufen. Deren Überwachungsphantasien wie Alliance Ground Surveillance sind nicht sehr kompatibel mit den Ansprüchen von Bürgern.

Jedweder Versuch von Staaten, wie zuletzt in Kanada mit deren Variante der Vorratsdatenspeicherung, diesen Drang nach Mitsprache mit technischen Mitteln zu unterbinden, ist Auslöser für die nächsten Gegenmaßnahmen unsererseits: “Encrypt Everything”

Unsererseits meint die Piratenparteien weltweit.

Wir verschlüsseln und anonymisieren härter, umso härter Überwachung und Präventivstaat auf die Agenda gesetzt werden. Je mehr Uhls und Wiefelspütz man der Piratenpartei entgegen schleudert umso mehr werden wir uns wehren.

Nehmen Sie die Aussage nicht als Drohung sondern als Feststellung.

Ihr kultureller Vorwurf beschränkt sich auf die analoge Welt. Die großartigen Dinge die Künstler und Kreative in der digitalen Welt schaffen sind Ihnen größtenteils verborgen. Auch hier werden wir uns einigen müssen bzw. dürfen. Zumindest ist die Piratenpartei in der Lage überhaupt einen Vorschlag über das Urheberrecht im digitalen Zeitalter zu machen. Parteien die Sie bisher beraten haben stehen dort unbewaffnet unter der Kandare von Contentfirmen und Verlagen bspw. beim Leistungsschutzrecht und sind somit als Volksvertretung in der falschen Rolle. Das wird sich selbst bei den eingefleischten Stammwählern bemerkbar machen wenn die Abmahnungen für die Verwandtschaft und Kinder ins Haus flattern.

Eine mangelnde Transparenz bei Piraten , analog zum Vorwurf von Stephan Eisel kann höchstens in der Unfähigkeit der Bedienung der Arbeitsmittel bestehen. Daran wird aber noch massiv gearbeitet werden.

Die Arroganz der Piratenpartei ist eine Gefahr und da bin ich ausnahmsweise bei Ihnen. Überheblichkeit kommt vor dem Fall. Das gilt für die Altparteien ebenso wie für die Piratenpartei.

Mein Vorschlag ist es, dass Sie sich inhaltlich mit der Lebenswelt und den Zielen der Piratenpartei direkt auseinandersetzen. Ein Stammtisch oder ein Treffen in Ihrer Nähe sollte ein guter erster Anlaufpunkt sein. Hoffentlich sind Sie sich nicht zu schade dafür!

Herr Spreng, lassen Sie uns die Gummiwände und jede Betonwand niederreißen, die in diesen Umbruchzeiten im Weg stehen, davon hätte jeder etwas!

44) Politikverdruss, Sonntag, 01. April 2012, 19:51 Uhr

Die Piratenpartei eröffnet dem deutschen Parteienspektrum den Zugang zu politischen Sichtweisen der jüngeren Generation. Da die deutschen Parteien einander immer mehr ähneln, können neue Politik-Perspektiven nur von Nutzen sein. Erkennbar wird der aktuelle Parteieneinheitsbrei beispielsweise an der „Vergrünung“ der Union(Bildungs-und Energiepolitik). Aber auch in der Europa-Politik stimmt das Parlament schon seit Jahren parteiübergreifend ab. Diese politische Einseitigkeit wird durch die überwiegend rot-grüne Sichtweise der Journalisten noch verstärkt. (http://www.dfjv.de/fileadmin/user_upload/pdf/Politikjournalistinnen_und_Journalisten.pdf)

Auf diesem Hintergrund wäre eigentlich das Auftreten extremer Parteien an den Rändern zu erwarten. Doch ein zahlenmäßig spürbarer Aufwuchs rechts-oder linksextremer Parteien ist erstaunlicherweise nicht feststellbar. Das rechte Spektrum bietet eben kein Parteienprofil, das über die eigene enge Anhängerschaft hinaus politische Akzeptanz entfalten könnte. Und auf der anderen Seite bietet das linke politische Spektrum zwar eine breite Parteienvielfalt, aber offensichtlich nicht mehr die Identifikationspotentiale, die von der jüngeren Generation akzeptiert werden. Und aus dieser politischen Lage heraus „treibt jeder Kurt Beck, jeder Jürgen Trittin ihnen neue Wähler zu“. Das stimmt, M. Spreng, und ist gut so!

45) dmmä, Sonntag, 01. April 2012, 20:35 Uhr

Ja, wer kennt das nicht. DIe großen Patente von Girechenland. Die Patente auf das Rad, Eisenschmerlezen, Akkerbau, Bauarchitekturen, Bildmalerei und Patente auf Volkslieder und Märchen.
Und auch in Deutschland hat die Kultur auch seit… 1877 also haben wir gerade mal etwas über 130 Jahren Kultur.
Alles was davor war, war Barbarei. Niemand hat gesungen. Keine Bücher. Keine Skulpturen und keine Technologie. Erst seit der GEMA kann sich freie Kunst so richtig entfalten.
Herzlichen Glückwunsch.

46) H.F., Sonntag, 01. April 2012, 20:59 Uhr

@m.spreng

Nach den (gefühlten) endlosen Blogeinträgen über Wulff kommt endlich wieder ein wichtiges Thema zum Zug. Viele Kommentatoren zeigen, dass gerade das Urheberrecht Diskussionsbedarf hat. Bitte schreiben Sie einen Beitrag darüber. Ich sage voraus, dass die Anzahl der Kommentare das bisherige Maximum toppen wird. :)

47) theo, Sonntag, 01. April 2012, 21:25 Uhr

Einer der wichtigsten Punkte für die Piraten ist die Sache mit dem Urheberrecht. Klar: die Nerds wollen möglichst für lau und unbehelligt saugen. Begründet wird das mit

a) Kulturgut ist Allgemeingut (so wird Nassauertum zur Moral verklärt)
b) massenhafte Rechtsverstöße könne man nicht massenhaft bestrafen (demnächst dann wohl Wegfall aller Knöllchen im Verkehr).

Dann versucht man zu unterscheiden zwischen den Urhebern, denen man was gönne und denen, “die eh schon genug haben”. Man könnte ja mal mit gleicher Unverschämtheit diesen Leuten einen Teil ihrer Einkünfte wegnehmen.

Für mich ist die Piraten-Partei alles andere als ein Hoffnungsträger. Das ist mehr eine Ansammlung von Leuten, die vor allem an ihren eigenen Vorteil denken. Da ist es dann auch konsequent, dass bei der Frage nach Finanzierung von Piraten-Ideen ein Achselzucken kommt.

Natürlich will keiner Gefängnisstrafen für illegalie Downloads. Und die Sache mit den Abmahnungen muss sich ändern, man müsste ja nur finanzielle Obergrenzen setzen.

Vielleicht gehen die Piraten und ihre Freunde ja morgen mal in den Apple-Store und erklären dort, sie wollten gerne einige Angebote umsonst mitnehmen – da der Apple-Konzern sowieso Milliardengewinne erziele, bräuchten sie dann ja auch nicht bezahlen.

48) theo, Sonntag, 01. April 2012, 22:22 Uhr

Jan Lolling:

Wenn ich mich in ein Parlament wählen lasse, dann bedeutet das auch: Politik gestalten. Die Tagesordnung umfasst aber mehr als nur Datenschutz und Urheberrecht. Die Piraten könnten sich natürlich dann dauerend enthalten. Eines könnten sie aber keinesfalls: mitregieren.

Politik ist keine Art Gaming. Politik kann man auch nicht nur mit dem “Like”-Button betreiben.

Diese betonte Unbekümmertheit, besser Unkenntnis der Piraten in vielen Politikfeldern ist ja einmal mehr Ausdruck von Egozentrismus, nach dem Motto: wir kümmern uns vorwiegend um die Dinge, die uns (!) wichtig sind. Alles andere, aber eben auch ALLE anderen spielen eine untergeordnete Rolle. Das kann natürlich keine linke Politik sein. Es erinnert frappierend an die Klientel-Politik der FDP.

Dass die Piraten damit dann noch die Macht der Law-and-order-CDU/CSU festigen, ist ja ein besonderer Treppenwitz.

49) Ostpirat, Sonntag, 01. April 2012, 23:03 Uhr

Tja, Herr Spreng,

gern habe ich Ihre Kommentare bisher gelesen. Aber dieser Kommentar greift auf Grund seiner eingeschränkten Sichtweise zu kurz. Meine Position in Länge finden Sie hier http://ostpirat.tumblr.com/post/20307527006/60-jahre-und-kein-bisschen-weise-so-jedenfalls-fasst .

Und ganz am Rande, schön daß auch Sie begreifen, die Piraten sind bis zum Bundestag nicht mehr zu stoppen. Wie sagte einmal ein Mitpirat? UNser rfolg fußt nicht darauf daß wir – die Piraten – so glänzend gut sind, sondern darauf daß die anderen Parteien so grottenschlecht sind.

50) bla, Sonntag, 01. April 2012, 23:20 Uhr

http://www.youtube.com/watch?v=3fQK2AV4gd8 ;)

51) plumtree, Sonntag, 01. April 2012, 23:27 Uhr

Sehr viele Internetuser fühlen sich von der bisherigen Politik nicht vertreten.
DIe etablierten Parteien haben bisher überhaupt nicht begriffen was sie mit diesem Medium anstellen können und welche Auswirkungen es auf unser aller Leben hat (jedenfalls auf das aller unter 50).
Wir erleben gerade eine fundamentale Umstellung der Kommunikation und der Wirtschaft auf ein globales und (noch) relativ freies Medium.
Glechzeitig wird das Internet immer stärker von wirtschaftlichen Interessen missbraucht. Dazu gehört z.B. auch das altertümliche Urheberrecht, aber auch der Abmahnwahn mancher Rechtsanwälte, kein Wort darüber von den Etablierten.
Auch eine Strafrechtsverfolgung für im Netz begangene Taten (Stichwort: Mobbing und Stalking) fehlen in den Konzepten der bisherigen Parteien völlig.
Versuchen Sie mal eine im Netz losgetretene Beleidigungswelle bei der Polizei anzuzeigen. EIn müdes Lächeln wird das beste sein, was sie erhalten. Erst bei echtem oder vorgetäuschtem Kindersex (ja, auch der Besitz von Pornos mit Frauen, die nach Minderjährigen aussehen ist u.U. strafbar) werden sofort alle hellwach.
Aber auch da versucht die Politik mit steinzeitlichen Methoden Einhalt zu gebieten. Dazu gehört die potentielle Zensur weiter Bereiche des Netzes mit Hilfe in Hinterzimmern ausgeklüngelter Verträge.

Es ist einfach Zeit für eine Partei, die sich der Anliegen der Netzgemeinde annimmt und wenn irgend wer glaubt, dass sei ein Minderheitenthema hat er/sie einfach nicht verstanden mit welcher Macht das Internet schon jetzt alles verändert hat.

52) Lars, Montag, 02. April 2012, 00:49 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,
zum Auftritt Lauers bei Illner kann ich mich nicht äussern da ich die Sendung nicht gesehen habe und was den Punkt der Kulturfeindlichkeit betrifft, so ist dies eine Diskussion die in den letzten Wochen an anderer Stelle ausführlicher und umfassender diskutiert wurde. Zum Punkt der Transparenz muss ich jedoch sagen das ich ihre Sichtweise nicht nachvollziehen kann. Inwieweit ist es bei der Verfassung eines Parteiprogramms wichtig ist von wem die Vorschläge stammen? Schlussendlich sind es die Standpunkte, Inhalte und Richtlinien die letzten Endes sich als Programmatik ergeben die Punkte die man als Gradmesser für die Bewertung einer Partei kann. Oder wissen sie von wem welcher Vorschlag aus den aktuellen Programmen der etablierten Parteien stammt?
Leider haben sie auch nicht die Frage nach der “Arroganz zum nationalen Thema” erläutert. Deswegen möchte ich dies an dieser Stelle präzisieren. Was ist für dieses nationale Thema und inwiefern verhält sich die Piratenpartei arrogant in Bezug darauf?

53) Keno Schulte, Montag, 02. April 2012, 01:05 Uhr

Wir von der Partei Die PARTEI sind sympathischer und haben fast genau so wenig Ahnung wie diese Piraten. Außerdem haben wir das berühmte Plakatmotiv “Inhalte überwinden”, das auch Jürgen Trittin gerne im Bundestag erwähnt. Wir toppen alles Bitte entzaubern sie uns!

Die nächste Gelegenheit gibt es auf der immerhin mittelgroßen NRW-Bühne, wo wir am 13. Mai mit dem Spitzenkandidaten Dr. Mark Benecke antreten werden.

Für ein kraftloses NRW!

Mit freundlichen Grüßen

Keno Schulte
Generalsekretär
Die PARTEI NRW
http://www.die-partei-nrw.de

54) Don Camillo, Montag, 02. April 2012, 02:12 Uhr

“Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn! Verstand ist stets bei wenigen nur gewesen.”

Friedrich Schiller (1759 – 1805)

Wenn Schiller recht haben sollte und Sie Herr Spreng Widerspruch ertragen, dann liegt der Verstand nicht bei der Mehrheit, sondern bei der Minderheit und dann würde es Zeit, dass sich Minderheiten äußern. ….. es könnte sich demzufolge noch als grosser Unsinn erweisen, dass wir den AgentInnen der Mehrheit unsere Sorge um unser Altern, unsere Gesundheit, unsere Bildung, unser Geld überlassen haben….Die Bremsspuren im Feinripp dieser AgentInnen werden deutlich sichtbar, nicht nur am Nürburgring, …Wulff musste es am eigenen Leib erfahren.

55) Don Camillo, Montag, 02. April 2012, 02:43 Uhr

Herr Spreng, ich hab meine Formel gefunden:

an geraden Tagen heisst es –

– “weiter, wie bisher”

an ungeraden –

– “ich will Veränderungen, aber am liebsten ohne Risiken und Nebenwirkungen”. … die Packungsbeilage gibt´s nebenan, fragen sie ihren Arzt oder Apotheker.

und in Schaltjahren, stelle ich mir die Grundsatzfragen:

1. Wo stehen wir?

– am Abgrund

2. Wo wollen wir hin?

– einen Schritt weiter

3. Wie gehen wir vor?

– wir machen weiter wie bisher

++++++

Einer Mehrheits-Meinungsdiktatur sind wir verfallen. Horden von Experten die uns tag täglich überfallen. “Rechthabenwollen” ist zum Zeitgeist geworden, ein regelrechter “Bewusstseinimperialusmus” (Walser) entstanden.

Weiter wie bisher ? Ach du Dicke Bertha, …. Herr Spreng, hast´e mir mal ´ne Billion?

56) Burkhard Lensing, Montag, 02. April 2012, 08:26 Uhr

Man kann über Chistopher Lauer sagen was man will. Aber er erfüllt seine Aufgabe in unserer Talkshowdemokratie hervorragend.
Er entlastet seine Fraktion , nicht alle seiner Mitstreiter können oder wollen mit der Presse sprechen.
Auch legt er die Hand in die offenen Wunden mancher Grosskopferten. Politik ist oft nur ein großes Theater, und die Bühne will bespielt werden.

57) Kirkd, Montag, 02. April 2012, 09:03 Uhr

Zur Piratenpartei fallen mir zurzeit zwei Dinge auf. Nachdem Journalisten sie zunächst regelrecht hochgejazzt haben, hört man nu vor allem eine erhebliche Gehässigkeit, als hätten Ihnen die Piraten etwas getan.

Zum zweiten ist es natürlich nicht richtig, dass die Piraten vor allem dem linken Lager Stimmen nehmen. Wenn dem so wäre, dann wäre das linke Lager in Deutschland inzwischen bei 60%. Da geht schon auch einiges von FDP und CDU rüber. Was die nächste Bundestagswahl angeht: zunächst ist ja nciht ausgeschlossen, dass mit den Piraten gegen Schwarz regiert wird. Zum anderen würde ich auch eher von einer Metareaktiona usgehen, wenn die Wähler wirklich einen Wechsel wollen (wenn!): dann werden sie vor der Wahl auch zu rot-grün einschwenken, weil sie eben nciht Merkel hefeln wollen. Für Progrnosen für nächstes Jahr ist es ohenhin viel zu früh.

58) Thorsten Schäfer, Montag, 02. April 2012, 09:03 Uhr

Faszinierend… Die gesamte politische Landschaft in Deutschland muss ja sowas von Angst vor den Piraten haben, so dass man sie sofort zerredet und ihnen die “Entzauberung” prophezeit. Dabei sind es doch die Piraten, die die etablierten Parteien entzaubern. Die Piraten haben kein Programm? Das ist schon einmal falsch – sie haben nicht zu jedem Thema eine Position – das ist ein Unterschied. Wie verhält es sich aber mit den anderen Parteien? Die haben Programme – die aber oftmals das Papier nicht wert sind, auf dem sie stehen. Der Erfolg der Piraten ist somit auch das Resultat des Versagens der etablierten Parteien.

Ich kann es nicht verstehen, dass man einer neuen politischen Kraft in so einer frühen Phase bereits indirekt die Existenzberechtigung abspricht. Wir alle sollten doch dankbar sein, dass sich abseits der extremen Ränder “etwas Neues” bildet. Die Reaktivierung vieler Nichtwähler ist ein gutes Zeichen. Auch die Piraten werden sich irgendwann programmatisch positionieren. Und dann werden sich noch viele Beobachter umschauen.

59) Guido Hartmann, Montag, 02. April 2012, 09:31 Uhr

Lieber Herr Spreng,

ach ja, wieder einmal die Piraten – die kein Programm haben, die von der politischen Journaille je nach Laune und persönlicher Ausrichtung mal als “links” (Spiegel & Co.) mal als “neoliberal” (Cicero) eingestuft werden und die nun auch noch arrogant und kulturfeindlich sind.
Es gibt ein Moment, dass in der journalistischen Auseinandersetzung mit der Piratenpartei heraussticht: das Unvermögen der politischen Journalisten, außerhalb der Logik der Altparteien zu denken. Unsere Demokratie hat viele Stärken und Schwächen – zu ihren Stärken allerdings gehört es, lernfähig zu sein. Das Grundgesetz wurde seit seiner Ausfertigung am 23. Mai 1949 57 Mal verändert. Wann immer durch gesellschaftliche oder globale Änderungen eine Neufestlegung des demokratischen Spielraumes notwendig wurde, erwies sich das Grundgesetz zugleich als anpassungsfähig, wie auch dank der Ewigkeitsklausel in seiner Festlegung auf die fundamentalen Werte stabil. Das gilt erst recht für das Parteiensystem. Die Grünen waren bislang das beste Beispiel dafür, wie ein großer Teil der BürgerInnen mit der Politik versöhnt werden konnte – und sie mussten am Anfang schlimmere Anwürfe aushalten, als heute die Piraten.
Eine Institution allerdings weigert sich beständig, dazulernen zu wollen – es scheint sogar, als nähme ihre Lernfähigkeit ab. Vielleicht, weil unter dem Druck der Ökonomisierung Journalisten immer weniger Zeit bleibt, sich angemessen mit den Themen zu beschäftigen, über die sie schreiben, vielleicht, weil ihre politische Ausrichtung eine differenzierte Berichterstattung nicht zulässt.
So wird den Piraten von Anfang an ihre Programmlosigkeit vorgeworfen, obwohl es nicht nur ausgesprochen lebendige, effiziente und basisdemokratische Programmdiskussionen gibt, die jeweiligen Landesverbände teilweise sehr ansehnliche Programme aufgestellt haben und etwaige Lücken durchaus gerechtfertigt mit dem sehr jugendlichen Alter der Partei entschuldigt werden können. In der Verbohrtheit wird also den Piraten Arroganz vorgeworfen, weil einer ihrer Talkshow-Repräsentanten etwas frech auftritt. Ein Glück, dass man so etwas einem Peer Steinbrück oder einem Wolfgang Schäuble nicht vorwerfen kann. Ach ja: Natürlich vernachlässigen die Piraten jene Bürger, die bar eines Internetanschlusses und des technischen Wissens sich nicht an Online – Diskussionen beteiligen können (dass die Piraten realweltliche Treffen veranstalten und insgesamt sehr hilfsbereit sind, wenn jemand technische Probleme hat, wird meist verschwiegen). Natürlich käme niemand auf die Idee, mal bei der CDU anzufragen, wie die es mit der Basisnähe halten, und es schaffen, sämtliche Abspaltungen von Arbeitnehmern zu Unternehmern mit in die Diskussion einzubeziehen.
Für so etwas eignet sich eine neue Partei, mit der sich bislang noch niemand ernsthaft auseinandergesetzt hat, viel besser.
Das ist Bullshit-Journalismus!
Mit freundlichen Grüßen
Guido Hartmann

60) Alexis, Montag, 02. April 2012, 10:12 Uhr

“Kulturfeindlichkeit der Piraten”
Herr Spreng, stimme Ihnen zu 100 Prozent zu. Das (geistige) Urheberrecht ist eines der größten Errungenschaften unserer Kultur, die es Künstlern und sonstigen Kreativen ermöglicht, selbstständig arbeiten und leben zu können. Zum Nutzen von uns allen. Wer dieses hohe Gut infrage stellt, gibt zu erkennen, wes Geistes Kind er ist.
Aus diesem Grund glaube ich auch nicht an einen längerfristigen Erfolg der Piraten im Gegensatz zu den Anfängen der Grünen. Die hatten von Anfang an ein wirkliches Konzept: Atomausstieg und ökologisches Wirtschaften. Das ist heute Mainstream.

61) marcpool, Montag, 02. April 2012, 10:14 Uhr

Wenn Lauer das Bild der Piraten spiegelt, und die es zulassen, das er diese Partei so vertritt wie er es im zdf geschen ist – dann würgt man sich das gerade gegessene wieder hoch ! Keine Position haben, ” darüber muessen wir noch nachdenken ” haben wir noch keine Meinung gefunden ” – warum soll ich diese Partei wählen – wenn sie keine Antworten auf meine Fragen hat??
Wegen dieser unerträglichen Arroganz – solcher Lauer´s ?? – nur Potenzgehabe nix weiter !
Es gibt bestimmt redliche und aufrichtige Kämpfer ihrer Ideen bei den Piraten- aber dann lasst doch bitte nicht zu das solche ” Hinterbänkler bei Euch ” in die Öffenlichkeit treten – bestimmt nicht um noch mehr Stimmen zu ” werben ” – bei dem Mann kann man sich nur noch der Kotztüte aus dem letzten Flieger bedienen – von “solchen” haben schon genug im Lande !

62) M.M., Montag, 02. April 2012, 10:34 Uhr

Besser “Anonym diskutiert” als “Gar nicht mehr diskutiert”, wie es bei der CDU unter Frau Dr. Merkel der Fall ist.

63) Olaf Tietze, Montag, 02. April 2012, 10:56 Uhr

Wir stehen kulturell im Westen bald so isoliert da, wie damals die DDR: Deutsche Künstler finden – jedenfalls dort wo relevante Zielgruppen sich treffen – nicht mehr statt,. Und das vor allem weil die Künstler selbst – vertreten durch die GEMA – völlig absurde Forderungen aufstellen. Entschuldigen Sie bitte, wenn ich entgegen dem Cliché, konkret werde: Die GEMA verlangt von Streaming-Services hierzulande das 50-fache dessen, was Künstler in Großbritannien erhalten.

Wir stellen eigentlich nur wenige Forderungen in den Raum:
1. Deutschland braucht ein Urheberrecht, dass die Verbreitung von Werken – und den Zugriff darauf – fördert, und nicht verhindert.
2. In erster Linie sollen Urheber dabei angemessen entlohnt werden, im Gegensatz zum Status Quo die erwirtschafteten Gewinne nicht mehr primär von Verwertern abgeschöpft werden.

Aber selbstverständlich sind wir die Kulturfeinde.

64) Michael H., Montag, 02. April 2012, 12:28 Uhr

Mir fehlt bei den Piraten einfach die Ernsthaftigkeit. Ihre lockere Art und dieses Kokettieren mit der eigenen Ahnungslosigkeit sind ja ganz spaßig, aber Politik hat eben nicht sehr viel mit Spaß zu tun. Demnächst gründet sich eine Partei, die jedem Bürger 4 Tage Wochenende pro Woche, ein süßes Tigerbaby pro Haushalt und eine Gute-Laune-Pille pro Tag verspricht – wird die dann auch gewählt (und sei es nur aus Protest gegen die Etablierten)? Und sind sich die Leute, die die Piraten wählen, eigentlich bewusst, dass sie damit Frau MERKEL unterstützen? Manchmal könnte einem fast Angst werden bei der Dummheit mancher Wähler…

65) johannes klein, Montag, 02. April 2012, 12:38 Uhr

Lieber Herr Spreng, so interessant und zutreffend Ihre politischen Analysen im Allgemeinen sind, so vorurteilsbehaftet und tw oberflächlich ist Ihre Wahrnehmung der Piraten in diesem Beitrag.

Den Begriff der Kulturfeindlichkeit derart auszulegen, ist schlichtweg billig, denn das Thema wird innerhalb der Piraten durchaus differenziert und auch kontrovers diskutiert. Dass Sie sich hier aber durch Ihren Duktus mit der Contentmafia gemein machen, ist schade – und das sage ich als jemand, der als Urheber nicht unerheblich vom gegenwärtigen Rechteverwertungsmodell der GEMA profitiert. Trotzdem bin ich durchaus in der Lage, die Kriminalisierung von “Raubkopierern” (was soll das – juristisch gelesen – überhaupt sein ?), das Entstehen einer regelrechten Abmahnindustrie, die unverhohlenen Versuche, mittels völlig untransparenter und demokratisch nicht legitimierter Hinterzimmerdeals die Freiheit im Internet zum alleinigen Nutzen einiger weniger Unterhaltungsmultis und Patenttrolle auszuhöhlen, als Schaden für die Gesellschaft und die Freiheit wahrzunehmen. Ihnen fällt da leider nur “Kulturfeindlichkeit” ein. Das ist eher schlicht, wenn man sich vergegenwärtigt, dass in den letzten 5 Jahren lediglich ausserparlamentarische Opposition vermochte, die totalitären Begehrlichkeiten der Volksvertreter zu stoppen. Vorratsdatenspeicherung, ACTA, Internetsperren – klingelt´s ? Aber, geschenkt, das ist offensichtlich die neue Sprachregelung der in der Ablehnung der Piraten vereinten Etablierten, man hört förmlich das Zähneklappern, stellen die Piraten doch nicht weniger in Frage als den bestehenden Parteienstaat.

Um den grundsätzlichen Unterschied zu verstehen, lohnt sich dieser Beitrag :

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/pirat-christopher-lauer-schlecker-und-illner-meine-tage-im-fernsehen-11704990.html

Den Piraten geht es offenbar um Mündigkeit, Ermächtigung und Verantwortungsübernahme ganz im Sinne Gaucks. Ein Glücksfall für unser Land, ein Albtraum für die Bevormunder in Politik und Presse.

66) Frank Reichelt, Montag, 02. April 2012, 12:48 Uhr

@ 64) Michael H.

Die von ihnen beschriebene Partei gibt es bereits, sie nennt sich momentan DIE LINKE!

67) Michael A. Nueckel, Montag, 02. April 2012, 12:58 Uhr

@ Lars, 52), @ plumtree, 51),
Den eingeforderten Beleg für die von M. Spreng behauptete Arroganz liefert der “Kollege” 51) plumtree:

“Die etablierten Parteien haben bisher überhaupt nicht begriffen was sie mit diesem Medium anstellen können und welche Auswirkungen es auf unser aller Leben hat (jedenfalls auf das aller unter 50).”

Diesen charmanten Ansatz kann man natürlich auch Altersdiskriminierung nennen. Demnach blenden die Piraten viele Themen (Nicht-Netzgemeinde-Themen) und anscheinend “alle ab 50″ aus. Dieser so gar nicht vermutete Ansatz ist nicht nur arrogant, das ist ausgesprochen mutig, um nicht zu sagen, schlichtweg ignorant und dumm. Im übrigen bezieht sich M. Spreng`s Satzende “zum nationalen Thema” sozusagen auf alles vor der Klammer stehend , m.a.W. es soll für alle Attribute (und nicht nur für das der Arroganz) gelten.

Es für diese Partei höchste Zeit, über den Tellerrand “Anliegen der Netzgemeinde” hinaus zu schauen. Der Online-Traum erfährt immer noch seinen Lackmustest in der ungleich umfassenderen Offline-Welt, hierzu gehört auch und ganz besonders das Parlament bzw. die Arbeit im Parlament. Das Alleinstellungsmerkmal “Internetkompetenz” ist mir hierfür zu wenig. Es scheint insoweit ein weiteres Zeichen von Arroganz zu sein, Nicht-Netzthemen links liegen zu lassen.

Im Parlament ist das zu wenig, da ist eine Partei thematisch umfassend gefordert, m.a.W. die Piraten sind bis heute auf Ihre Art nur beschränkt politisch geschäftsfähig.

68) m.spreng, Montag, 02. April 2012, 13:10 Uhr

@ 65 johannes klein

Das ganz Gerede von “Content-Mafia” und ähnlichem verschleiert nur den zentralen Satz aus dem Programm der Piratenpartei: “Unserer Meinung nach gibt es kein geistiges Eigentum, denn es setzt voraus, dass Ideen einer Person gehören”. Noch Fragen?

69) Mark, Montag, 02. April 2012, 13:54 Uhr

Nun ja.

Die Piraten sind eine Alternative, soviel steht fest. Durch ihr nicht-existentes Profil (mal ausgenommen die leidige Content-Debatte) erscheinen sie vielen Wählern als attraktive und weitgehend unbekannte Alternative! Kann man’s dem Wähler verdenken, der von Union, SPD, FDP und Grünen regelmäßig veräppelt wird. Diesen gleichgeschalteten Haufen kann man doch nicht mehr wirklich wählen.

Sind die Piraten für mich eine Wahlalternative? Eher nicht. Ich möchte nicht die Katze im Sack wählen (wo sich erst hinterher, bei realen Abstimmungen in realen Parlamenten, eien Überraschung auftut). Ich warte daher ab. Sollten aber die Piraten eine Euro-feindliche Politik anstreben, dann hätten sie meine Stimme. Die Partei, die am glaubhaftesten gegen Rettungsschirme aller Art ist und für den Austritt aus der Euro-Zone, die bekommt meine Stimme bei der nächsten Wahl. Ganz einfach ist das.

(Als jemand, der im weitesten Sinne mit “Content” sein Geld verdient, muss ich zugeben, dass die Piraten wirklich gruselige Vorstellungen von einer Urheberrechtsnovelle haben. Da schüttelts mich wirklich. Da ich davon ausgehe, dass die Piraten auch pro-europäisch sind bzw. sein werden, bin ich froh, sie nicht wählen zu müssen.)

70) M.M., Montag, 02. April 2012, 13:59 Uhr

@65
Die Piratenpartei sagt damit:

Zitat:”Euer Kram ist eigentlich nichts wert.”

http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/regener_interview100.html

“Man pinkelt uns ins Gesicht!”, sagt der Autor und Element of Crime-Sänger.

71) H.F., Montag, 02. April 2012, 14:05 Uhr

@68) m.spreng

Hallo Herr Spreng,

#den zentralen Satz aus dem Programm der Piratenpartei: “Unserer Meinung nach gibt es kein geistiges Eigentum, denn es setzt voraus, dass Ideen einer Person gehören”.#

ist das nicht etwas billig von Ihnen? Das ist nicht aus dem Programm der Piratenpartei, sondern aus dem Piratenwiki. Im Programm steht das:

http://wiki.piratenpartei.de/Parteiprogramm#Urheberrecht_und_nicht-kommerzielle_Vervielf.C3.A4ltigung

#Wir erkennen die Persönlichkeitsrechte der Urheber an ihrem Werk in vollem Umfang an. Die heutige Regelung der Verwertungsrechte wird einem fairen Ausgleich zwischen den berechtigten wirtschaftlichen Interessen der Urheber und dem öffentlichen Interesse an Zugang zu Wissen und Kultur jedoch nicht gerecht. Im Allgemeinen wird für die Schaffung eines Werkes in erheblichem Maße auf den öffentlichen Schatz an Schöpfungen zurückgegriffen. Die Rückführung von Werken in den öffentlichen Raum ist daher nicht nur berechtigt, sondern im Sinne der Nachhaltigkeit der menschlichen Schöpfungsfähigkeiten von essentieller Wichtigkeit. #

Hier steht, dass viele Urheber selbst Anleihen woanders machen, die sie KOSTENLOS übernehmen. Für ihr Werk wollen sie aber einen kompletten Schutz. Warum zahlen eigentlich Urheber für den Schutz keine Gebühr, wie das bei Patenten der Fall ist?

72) Bernhard Uhrmann, Montag, 02. April 2012, 14:12 Uhr

@ m.spreng

Ist doch auch so? Nennen Sie mir doch bitte den ursprung einer Idee, deren Quelle orginär einer Person zuzuordnen ist, die nicht auf die Inspiration durch Interaktion eines Wesens mit seiner Umwelt zurückzuführen wäre.

Das Rad wurde erfunden, weil vermutlich irgendwer rollenden Felsen zugesehen hat. Die Eisenzeit ein Produkt von heißen Steinen und ihren Überresten.
Würde Mona Lisa ähnlich argumentieren, wie manche Befürworter des geistigen Eigentums, wäre ihr Gemälde vielleicht nie so berühmt geworden.

Es sind nie die Urheber, die an einer Idee über einen Zeitraum von 70 bis 100 Jahren verdienen, sondern immer Firmen. Wessen Interesse hier vertreten wird sollte klar sein.

Die Eigennützigkeit mit der hier geistiges Eigentum generiert wird schadet der Gesellschaft und bringt nur monetäre Vorteile für einzelne.

– Medikamente werden teurer, auch wenn ihre Erfindung schon Jahrzehnte zurückliegt.

– Biologische Prozesse patentiert und für die Allgemeintheit unnutzbar

– etc.

Die Debatte wird nur unnötig verkürzt, wenn man sie auf Musikindustrie und Film runter bricht. Zwei Branchen, die übrigens weit weniger wertvoll sind, wie uns alle Nase lang weiß gemacht wird. Das sieht man schon allein, wie hier mit industriellen Standards der Massenfertigung und Niedriglöhnerei gearbeitet wird in Zeiten von DSDS und Co.

Noch leben wir in einer Welt, in der die westlichen Staaten sich alle Medikamente leisten können. Wenn wir mal so weit sind wie Indien, werden wir bereuen, was wir heute anrichten.

73) Karsten Lucke, Montag, 02. April 2012, 14:19 Uhr

Ich glaube , dass die Analyse zu kurz greift. Es geht nicht darum, dass sich die Piraten eines Tages selbst abschaffen, was nicht ausgeschlossen ist. Es geht viel mehr darum, das Signal der Bürger/innen, einen anderen, neuen Politikstil zu realisieren, zu erkennen und in alle Parteien der deutschen Demokratie zu übernehmen. Die Piraten als Partei müssen sich beweisen, sonst werden sie wieder so schnell von der Bildfläche verschwinden, wie sie aufgetaucht sind. Hierin nur Protest zu sehen, wäre fatal. Politik muss in Deutschland endlich (wieder) anders gelebt und kommuniziert werden.

Mehr dazu: http://kielspratineurope.eu/?p=573

74) U.K., Montag, 02. April 2012, 14:39 Uhr

Ich geb zu, die Diskussion ums Urheberrecht haben die Piraten sicher halbwegs verloren,
weil sie es nicht schaffen, den Gedanken * die Nerds wollen nur unbehelligt downloaden *,
zu entkräften.

Filesharing hat nun mal eine viel größere Dimension als das Tauschen früher untereinander.
Das da unter Umständen Umsätze verloren gehen, will ich gar nicht ausschliessen.
Das es die Dimensionen hat, die die Industrie verbreitet, schon.
Vieles, was runtergeladen wird, wird geladen, weil es geht, nicht, weil man das Zeug wirklch haben will.
Oder glaubt man wirklich, die Leut, die zigtausend Musikstücke runtergeladen haben,
hätten diese sonst gekauft ? Die meisten haben sie nicht mal gehört.

Das Urheberrecht und auch das Patentrecht gehören reformiert.
Es hat unerträgliche Auswüchse angenommen.
Schaun sie nur mal an, auf was man alles Urheberschaft und Patent beantragt und auch durchbekommt.

Aber darum gehts es mir auch gar nicht.

Den Piraten wird Unwissenheit vorgeworfen, eine gewisse Koketterie damit.

Wenn ich mir aber nun anschaue, was diese Welt unter der Fuchtel der ach so Wissenden anderen
Politiker geworden ist, begrüße ich etwas eingestandene Unwissenheit schon.

Da werden Gesetze mit Lug und Trug durchgepeitscht, von denen niemand weiss, wem sie überhaupt nützen.
Da gibt es eine Ex- Familienministerin, die entgegen dem Zahlenmaterial ihrer eigenen Behörde behauptet, ihre Politik hätte Erfolge gezeigt.
Da werden Grundrechte und Grundgesetz mit Füssen getreten, ohne das irgendwelcher Nutzen ersichtlich wäre.
Da werden Milliarden, fast schon Billionen der Finanzindustrie in den Rachen geworfen,
um angeblich überschuldete Länder zu retten, die an den Rettungsmaßnahmen zugrunde gehn.

Da wird bejubelt, das die Arbeitslosenzahlen zurückgehen, aber verschwiegen, das die, die von ihrer Hände arbeit nicht mehr leben können, immer mehr werden.

Leistungsschutzrecht .. ohne Worte.
Von Guttenberg, Wulff und ähnlichem will ich gar nicht erst anfangen.

Wenn irgendwo ein Unglück passiert, kommt sofort ein Hinterbänkler und schreit,
wir brauchen die Vorratsdatenspeicherung, obwohl sie noch nie ein Verbrechen verhindert hat.
Norwegen hat sie …

Wenn irgendwo eine Gewalttat passiert, schreit einer, die Killerspiele ( früher wären es Comics, Bravo oder Rock Musik gewesen) sind schuld.

Und DAS sind dann die Leut, die Ahnung haben ?

Gott behüte uns davor !

Gebt uns mehr Ahnungslose.. die Wissenden haben uns schon genug angetan.

75) romeias47, Montag, 02. April 2012, 15:00 Uhr

“Und die Wähler der Piraten lieben geradezu diese Ahnungslosigkeit” – vielleicht eine Reaktion darauf, dass sie seit 2008 mit dem unterschwelliigen Vorwurf konfrontiert werden, finanzpolitisch unterbelichtet zu sein. Kann sich noch jeman an die Panorama-Sendung erinnern, in der gewählte und bestallte Bundestagsabgeordnete nach Summe, Bedeutung und Tragweite des EFSF befragt wurden und die Interviewer vor allem eines hörten – Baaahhhhnnnhhhoooof!! Da ziehe ich die provokative “Ich-weiß- dass- ich-nichts-weiß-Offensive” der Piraten vor.

Die andere Frage ist die Wertigkeit von IT und Web. Ich würde sagen, wir sollten sie mal mit Anderesens Augen betrachten (“Des Kaisers neue Kleider”) – 40 Prozent nützlich, 20 fragwürdig in den Konsequenzen, 20 Prozent albern, 20 Prozent kriminell. Wir sind zu leicht bereit, alles hinzunehmen, was aus dieser technisch berauchten Ecke kommt. Jedenfals habe ich heftiges “analoges Heimweh”. Jedenfalls gab es früher keine Primaner, die – aus purer Vorsorge und Nächstenliebe – kontrolliert haben, ob man seine Haustüre abgeschlossen hat, man konnte sein Klavier spielen solange man es hören mochte und mit einem Schnitzmesser so vertraut werden, als wäre es eine verlängerte Hand und kein Schreiner stand vor der Tür um mir mitzuteilen, dass meine Möbelversion statisch nicht mehr aktuell sei.

IT ist für mirch Synonym für Übergriff in die persönliche Sphäre – wenn die Piraten die Forderung nach eHausecht aufstellen, werde ich mich mit ihrem Programm befassen.

76) StefanP, Montag, 02. April 2012, 15:13 Uhr

@72) Bernhard Uhrmann

Nennen Sie mir doch bitte den ursprung einer Idee, deren Quelle orginär einer Person zuzuordnen ist, die nicht auf die Inspiration durch Interaktion eines Wesens mit seiner Umwelt zurückzuführen wäre.

Das bedeutet nichts anderes, als es kein individuelles Einkommen geben kann. Die Quelle allen ist die Gemeinschaft. Dabei könnten Sie wissen, dass das eine unsinnige Annahme ist. Die heutigen Wohlstandsländer erwarben ihren Wohlstand, als die den Bürgern Eigentum ermöglichten und hierauf Rechtsschutz gewährten. Dagegen verharren gemeinschaftsorientierte Gesellschaften, bei denen individuelles Eigentum nachrangig behandelt wird – islamische Staaten, Sippschaften in Afrika, Ureinwohner in Südamerika oder Australien – in nach unseren westlichen Maßstäben Armut.

Können Sie im Detail die Relativitätstheorie erklären? Sind Sie in der Lage, Ihr Smartphone zu zerlegen, die einzelnen Teile und ihre Funktion zu erläutern und das Ganze wieder zusammenzusetzen? Wenn nein, wie kommen sie nur auf den absurden Gedanken, solches Know-how könne Gemeinschaftseigentum sein? Die meisten verstehen es ja nicht mal, obwohl dieses Wissen relativ alt und überall nachgelesen werden kann.

Es geht um etwas anderes: Wer den Urheberrechtschutz aushebeln will, dem geht es um die Erträge an Wissen, zu dem er nichts beigetragen hat. Das zerstört Wohlstand, da derjenige, der Neues schafft, nicht mehr sicher sein kann, dass ihm die Erträge seiner Anstrengung gehören.

77) Michael H., Montag, 02. April 2012, 15:20 Uhr

@66 Frank Reichelt
Etwas überspitzt, aber nicht falsch – und schlimmer noch: nicht nur jede Stimme für die Piraten, sondern auch jede Stimme für Die Linke ist eine Stimme für Frau Merkel. Es ist fast tragisch…

78) Thomas Hillebrand, Montag, 02. April 2012, 15:42 Uhr

@ all)

Denkangestoßen…

Ich muss offen gestehen, dass ich nach Lektüre aller bisherigen Kommentare sowie des Studiums aller zusätzlich eingefügten Links meine Anfangsposition nicht mehr in vollem Umfang aufrecht erhalten kann. Ich möchte und kann vor allem natürlich noch nichts annähernd Abschließendes sagen, aber ich glaube zumindest, etwas mehr ein Gefühl dafür zu bekommen, um was es (bei) den Piraten eigentlich geht, was das vielleicht wirklich, dann auch spannend Neue ist und warum ich bisher so negativ auf diese Partei reagiere. Da geht es dann auch darum, die möglichen Begrenzungen der eigenen Wahrnehmungswelt eines No-digital-Native zu überprüfen. Jedenfalls bin ich klassisch (positiv) verunsichert.
An meiner Aversion, was das formale Auftreten dieser Bewegung als Partei betrifft, wird sich wahrscheinlich noch einige Zeit nichts ändern, noch weniger an meiner Meinung zu Herrn Lauer!
Aber, wie gesagt, ich habe hier Kommentare gelesen, die mich in ihrer Argumentation doch beeindruckt haben – und dafür danke ich an dieser Stelle!

79) Bernhard Uhrmann, Montag, 02. April 2012, 15:53 Uhr

@76: Sie verkennen aber den Unterschied zwischen Eigentum an einer Sache und einer Idee! Ideen sind immateriell und nur dank betriebswirtschaftlichem Denken als Güter bewertet. Hätten Kant, Hegel, Marx, Goethe und viele andere Schöpfer unserer Vergangenheit genauso gedacht, wo wären wir dann!?

Stellen Sie sich vor, Aristoteles Werke würden nicht allgemein zugänglich sondern als geistiges Eigentum verwertet, dann könnten sie sich Demokratie nur kaufen, wenn sie sich das leisten könnten!

Es ist schön, dass hier nur Beispiele genannt werden, die ihre These unterstützen. Es gibt jedoch auch passende Gegenstücke.

Nehmen Sie nur mal das Betriebssystem Linux. Dort waren viele Menschen schöpferisch tätig, die z. T. davon leben können.

Es soll ja sogar quelloffene und damit frei zugängliche Cola geben inzwischen.

Das alles auf Basis einer westlichen Welt. Was hier gefordert wird ist nicht die Verarmung von Leuten die schöpferisch tätig sind, sondern der Wucher der mit Ideen anderer betrieben wird.

Wir sind doch inzwischen so weit, dass Landwirte nicht mehr die Wahl haben, welche Kartoffel sie anpflanzen, nur weil eine Firma sich das “geistige Eigentum” an einer Sorte gekauft hat. Dabei sind solche Züchtungen seit es diese Kulturpflanze gibt von vielen Generationen gemeinfrei durchgeführt worden!

Einigen Pflanzen wurde sogar die Keimung genetisch untersagt, damit diese Eigentum noch längere Früchte trägt!

Wenn man sich das ganze Problem mal holistisch betrachtet, dass ist geistiges Eigentum nur der Versuch gewinnorientieres Denken in Bereiche zu tragen, in denen es nichts verloren hat. Nämlich in unsere Kultur, unsere Lebensweise und unsere Art zu interagieren.

Wir profitieren so massiv von Ideen, die nicht unter einer Copyright-Glocke vor sich hin dümpeln, dass es nicht schaden kann, das Experiment zu wagen diese zu heben.
Und dann wird sich auch zeigen, ob die Ideengeber damit so schlecht leben, wie die Verwertungsindustrie uns glauben machen will.

80) H.F., Montag, 02. April 2012, 16:03 Uhr

@76) StefanP

#Es geht um etwas anderes: Wer den Urheberrechtschutz aushebeln will, dem geht es um die Erträge an Wissen, zu dem er nichts beigetragen hat. Das zerstört Wohlstand, da derjenige, der Neues schafft, nicht mehr sicher sein kann, dass ihm die Erträge seiner Anstrengung gehören.#

Das Gegenteil ist richtig. Das Patentrecht zeigt, dass trotz (lediglich) 20-jähriger Schutzfrist und trotz Patentgebühren die Industrie zum technischen Fortschritt bereit ist.

Und da sollen für Urheber 70 kostenlose Jahre post mortem zu wenig sein? Welches Geschäftsmodell geht denn so lange?

81) Maren P., Montag, 02. April 2012, 16:57 Uhr

@ Nr. 71) H.F.
>>Im Allgemeinen wird für die Schaffung eines Werkes in erheblichem Maße auf den öffentlichen Schatz an Schöpfungen zurückgegriffen.<>Nennen Sie mir doch bitte den ursprung einer Idee, deren Quelle orginär einer Person zuzuordnen ist, die nicht auf die Inspiration durch Interaktion eines Wesens mit seiner Umwelt zurückzuführen wäre.<>Wer den Urheberrechtschutz aushebeln will, dem geht es um die Erträge an Wissen, zu dem er nichts beigetragen hat.<<

82) johannes klein, Montag, 02. April 2012, 17:12 Uhr

Lieber Herr Spreng,

das vermeintliche Zitat aus dem Piratenprogramm ist doch wieder so ein verkürzendes rhetorisches Manöver wie eingangs die Belegung der Partei mit dem Kampfbegriff “kulturfeindlich”. Mit solcherart lagerbildender und vorurteilskonstituierender Schwarzweiss-Malerei soll bloss die Lufthoheit über den Stammtischen wiederhergestellt werden (wie damals in der unsäglichen Kinderpornografiedebatte), weil der Meinungsbildendungsindustrie und den etablierten Parteien die Deutungshoheit abhanden kommt. Schade, dass Sie sich da schön ins Glied einreihen. Und ja, ich hab durchaus noch Fragen :

-wie stehen Sie z.B. zur Patentierung von Tieren und Pflanzen oder zu Trivialpatenten ? Ist das kulturrelevant ?
-wie stehen Sie zur Datensammelwut, zu Bundestrojaner , Internetsperren und VDS ? Kultur ?
-wie stehen Sie dazu, dass man zwar in den USA und anderswo (China vielleicht ausgenommen) Musikvideos im Internet anschauen kann (welche ja eigentlich zu Marketingzwecken entstehen), hier hingegen ein Verein wie die GEMA das Recht hat, diese sperren zu lassen ? Kulturbewahrung ?
-wie stehen Sie dazu, dass unsere Parlamentarier Abkommen wie z.B. ACTA UNGELESEN oder unverstanden durchwinken wollten, obwohl diese Abkommen der Mehrheit der Bevölkerung schadet ? Kulturförderlich ?

Abschliessend : eine Industrie, die wie die Musikindustrie erst 15 Jahre lang das Geschäftsmodell Internet verschläft, dann irgendwann fehlerhafte Ware (“kopiergeschützte” Tonträger) verkauft, Jugendliche, die (wie wir früher, Musikcassetten – übrigens auch mit GEMAabgabe) Musik tauschen, als Raubkopierer kriminalisiert und jagt, Studien zur Musiknutzung unter Verschluss hält und das alles noch mit dem Schutz der Künstler begründet, verdient m-E. die Zuschreibung Contentmafia. Ein alter Furz wie Sven Regener, dessen Musik sowieso nur von 50jährigen gehört wird – welche bekanntermassen so gut wie nicht filesharen, ist da nicht das Mass der Dinge. Fragen Sie mal Bands wie Radiohead, was die von Filesharing halten.

Zuguterletzt gehe ich davon aus, dass Sie selbst noch nie fotokopiert oder Musik/Bild auf Cassetten o.ä. überspielt haben, ohne vorher den Urheber dafür zu bezahlen. Denn das wäre ja kulturfeindlich.

83) Peter Christian Nowak, Montag, 02. April 2012, 19:37 Uhr

Ja, Herr Spreng, da haben Sie Recht. Der Auftritt des Herrn Lauer bei Illner war in gewisser Weise kurios anzuschauen. Da verdrehte einer den Kopf, quatschte dummes Zeug, rollte die Augen, als sei er kurz vor einem epileptischen Anfall…und ihm gegenüber mein Landesvater Kurt Beck, sichtlich genervt von einem offensichtlich arroganten Bürschlein, der politisch nichts auf der Pfanne hat. Auf Dauer werden die Piraten ihre Strategie des Nonsens nicht durchhalten können. Im Übrigen: Mit solchen Leuten sollte man sich nicht bei Illner und Co. einfinden. Das hat ein Herr Beck, der mir diesmal gut gefallen hat, gar nicht nötig.
Allerdings gebe ich Ihnen auch Recht, daß diese Partei aus dem linken Wählerspektrum massenweise Stimmen abgreifen werden. Aber dann…wenn sie Farbe bekennen müssen…dann…
Bis dahin spielt man weiter am Laptop.

84) Erwin Gabriel, Montag, 02. April 2012, 19:42 Uhr

@ M. Spreng

Kulturfeindlich ist ihre Haltung zum Urheberrecht,
eigene mangelnde Transparenz ist die erlaubte
Anonymität ihrer Programm- und Parteidiskussion
(neudeutsch Pseudonym genannt) und arrogant ist
häufig das Auftreten ihrer Protagonisten (siehe Lauer bei Illner).

Herrjemine, Sie verstehen ja garnix.

Wenn ich beim Bäcker Brötchen kaufe, und mir reißt die Tüte, gehören die Brötchen immer noch mir. Das Urheber-“recht” ist jahrzehntelang so interpretiert worden, dass mit einem Defekt der Tüte (Datenträger) auch der Inhalt verloren ging. Das hemmungslose Klauen von Wort, Bild und Ton ist sicher Diebstahl. Aber das, was GEZ und Urheber bislang abziehen, ist das eben auch. Da ist, wie vielfach angesprochen, eine andere Lösung angebracht als die von den Produzenten geforderten.

Zur Anonymität: Wenn im Bundestag oder in Europa Gesetze entstehen und Maßnahmen entschieden werden, kann ich weder die Gestalter (Lobbyisten) noch die Entscheider (die Strippenzieher) klar ausmachen. Fest steht jedenfalls, dass die meisten Leute, die zur Abstimmung die Hand heben, in der Regel keine Ahnung über Inhalte und Auswirkungen der verabschiedeten Gesetze haben. Nebenverdienste werden nicht offen gelegt, so dass auch hier keine Einblicke in Interessenskonflikte möglich sind. Und dass es erst ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts braucht, um die Entscheidung über Milliardenausgaben im Bundestag zu belassen, spricht für sich. Im Vergleich dazu ist die “mangelnde Transparenz” der Piraten doch nix.

Zur Arroganz: Ich empfinde die in der Öffentlichkeit zur Schau gestellte Aggressivität eines Herrn Kauder als arrogant, ebenso die Scheißegal- bzw. Arm-aber-Sexy-Haltung eines Herrn Wowereit für arrogant (ist ja nicht sein Geld).

Sie haben sicherlich recht damit, dass die Piraten eine Art Nicht-Wähler-Partei sind. Dann müssen sich die “Etablierten” fragen lassen, warum sie diese Wähler verloren haben. Und Sie haben recht damit, dass die Piraten ahnungslos sind. Aber das sind die meisten anderen Politiker auch. Unterschied: Die Piraten geben es zu (was nicht arrogant ist), die anderen lügen, sabbeln drumrum oder vertreten ohne eigene Ahnung die Linie der Parteiführung. Dass sich konkurrierende Politiker echauffieren, kann ich verstehen – die sind inzwischen für Vieles zu weltfremd. Dass sich Journalisten echauffieren, kann ich nicht verstehen – es sei den, sie merken selbst nicht mehr, wie abgehoben und albern die Mätzchen der meisten etablierten Politiker sind.

85) Peter Christian Nowak, Montag, 02. April 2012, 19:45 Uhr

@ 76)Stefan P.

^^Es geht um etwas anderes: Wer den Urheberrechtschutz aushebeln will, dem geht es um die Erträge an Wissen, zu dem er nichts beigetragen hat. Das zerstört Wohlstand, da derjenige, der Neues schafft, nicht mehr sicher sein kann, dass ihm die Erträge seiner Anstrengung gehören.^^

Wo Sie Recht haben, haben Sie Recht!

86) H.F., Montag, 02. April 2012, 20:54 Uhr

@85) Peter Christian Nowak

Behauptungen scheinen Ihnen zu reichen. Haben Sie auch ein paar Trivialpatente angemeldet? Das schafft Wohlstand bei wohldosierter Anstrengung.

87) Maren P., Montag, 02. April 2012, 21:12 Uhr

Schade, dass mein Beitrag Nr. 81) nur verstümmelt zu lesen ist. Mein eigener Kommentar zu den Zitaten Nr. 71) und Nr. 76) hat sich aber mittlerweile erledigt durch andere Beiträge.

88) Bernhard Paul, Dienstag, 03. April 2012, 00:41 Uhr

@84 Erwin Gabriel

“Herrjemine, Sie verstehen ja garnix.”

Stimmt und passt exakt auf Sie. Ihre Definition des Urheberrechts ist einfach nur klasse!

89) Bernhard Paul, Dienstag, 03. April 2012, 01:25 Uhr

@ 79) Bernhard Uhrmann

Widerspruch! Die Ideen und geistigen Leistungen von Aristoteles, Goethe, Hegel, Kant und Co sind frei zugänglich, natürlich, aber doch auf ewig mit ihren Namen verbunden. Das Urheberrecht ist insofern lückenlos und vollständig gewahrt.
Was Sie meinen, ist die ökonomische Komponente des Urheberrechts, die wirtschaftliche Verwertbarkeit einer Leistung zu Lebenszeit zur eigenen Reproduktion. Kant, Goethe ,Hegel und andere haben ihre Leistungen zu ihrer Zeit selbstverständlich auch ökonomisch verwertet. Das Verwertungsrecht erlischt, nicht aber das Copyright.

90) StefanP, Dienstag, 03. April 2012, 08:51 Uhr

@80) H.F.

Wenn ich ein Buch geschrieben habe, dann gehört es mir. Es kann sein, dass es einen wirtschaftlichen oder kulturellen Wert besitzen kann. Privates geistiges Eigentum schließt ja die öffentliche Nutzung nicht aus. Nur ist es eben nicht Allgemeingut wie Luft.

Selbst die Nutzung von Naturparks wird mit einem Preis belegt, ohne dass jemand auf den Gedanken käme, die Öffentlichkeit würde von einem wichtigen Gut ausgeschlossen. Und den Piraten geht es nicht um den freien Zugang zu hochgeistigen Werken moderner Literatur oder Musik, sondern den kostenlosen Erwerb von Wegwerf-Ware.

91) StefanP, Dienstag, 03. April 2012, 09:02 Uhr

@79) Bernhard Uhrmann

Ich widerspreche Ihnen vehement, sie werden nur schwerlich Gegenbeispiele finden. Linux z.B. hat eine sehr geringe Verbreitung, in für den Anwender wichtigen Bereichen kann es gegen relativ kostenintensive Betriebssysteme nicht punkten. Das mag man subjektiv anders sehen und IT-affine werden dies bestreiten, doch es hat Gründe, warum Menschen lieber Geld ausgeben als auf ein kostenloses Produkt zuzugreifen.

Ihre Denkweise machen sie die Chinesen zu eigen, sie können da sehen, wozu die Abschaffung des Urheberrechtsschutzes führt. Chinesische Unternehmen missachten mit staatlicher Billigung internationale Patent- und Urheberrechte, um den wirtschaftlichen Aufholprozess zu vertretbaren volkswirtschaftlichen Kosten zu beschleunigen. Das hat Vorteile für das Land, aber die Erträge, die sie da zum eigenen Vorteil vereinahmen, wurden im Westen geschaffen. Das immaterielle Vermögen unserer Volkswirtschaften wird damit entwertet, was zu stagnierenden Einkommen hier und wachsendem Wohlstand in Asien führt.

Ich weiß nicht, ob ich eine solche Entwicklung gut finden soll.

92) H.F., Dienstag, 03. April 2012, 09:31 Uhr

@ 90) StefanP

#Selbst die Nutzung von Naturparks wird mit einem Preis belegt, ohne dass jemand auf den Gedanken käme, die Öffentlichkeit würde von einem wichtigen Gut ausgeschlossen. Und den Piraten geht es nicht um den freien Zugang zu hochgeistigen Werken moderner Literatur oder Musik, sondern den kostenlosen Erwerb von Wegwerf-Ware.#

Für die Instandhaltung von Naturparks fallen übrigens laufende Kosten an. Das Geistige Eigentum ist glücklicherweise wartungsfrei und verursacht keine laufenden Kosten.

Warum haben die Urheber eigentlich diese Kostenlos-Mentalität und wollen irre lange Schutzfristen ohne auch nur einen Cent dafür an den Staat zu bezahlen? Andere Eigentumsgarantien des Staates müssen schließlich auch bezahlt werden. Patente, zum Beispiel, Grundeigentum …

93) Dieter Carstensen, Dienstag, 03. April 2012, 09:32 Uhr

Piraten, dass kann man in den Asterix und Obelix Filmen sehen, gehen immer unter!

94) H.F., Dienstag, 03. April 2012, 09:37 Uhr

@83) Peter Christian Nowak

#Auf Dauer werden die Piraten ihre Strategie des Nonsens nicht durchhalten können. Im Übrigen: Mit solchen Leuten sollte man sich nicht bei Illner und Co. einfinden. #

Dann sollte Sie sich gar nicht mit solchen Themen befassen. Wie Sie selbst schreiben, erledigt sich das Ganze in Kürze von selbst. Jeglicher Aufwand Ihrerseits ist somit überflüssig.

95) Frank Reichelt, Dienstag, 03. April 2012, 09:45 Uhr

@ 91) StefanP.

Wie ich lese sind sie ein Anhänger der bekannten kölschen Weisheit:

“Wat nix koss, dat es och nix”!

96) H.F., Dienstag, 03. April 2012, 10:14 Uhr

@91) StefanP

#Ihre Denkweise machen sie die Chinesen zu eigen, sie können da sehen, wozu die Abschaffung des Urheberrechtsschutzes führt. Chinesische Unternehmen missachten mit staatlicher Billigung internationale Patent- und Urheberrechte, um den wirtschaftlichen Aufholprozess zu vertretbaren volkswirtschaftlichen Kosten zu beschleunigen. #

Wieder einmal ist das genaue Gegenteil von dem, was Sie schreiben, der Fall. Aus ihrer Sicht werden sich die Chinesen zu Recht fragen, warum sie Patent- und Urheberrechte anderer Staaten für ihr eigenes Territorium übernehmen sollen, und ihre eigenen Gesetze radikal anpassen sollen, damit die Verwertung dessen, was bislang kostenlos möglich war, plötzlich teurer wird.

Aber bald werden die Chinesen Patent und Urheberrechte ebenfalls achten und was für einen Ausstoß 1,3 Milliarden Chinesen dann produzieren, kann man bereits jetzt befürchten. Sie werden dann auch sicherlich einen Weg finden, von unseren Verwertungsgesellschaften zu profitieren.

Da wir schon unsere Waren von dort beziehen – womit wollen wir dann bezahlen … ?

97) Erwin Gabriel, Dienstag, 03. April 2012, 10:25 Uhr

88) Bernhard Paul, Dienstag, 03. April 2012, 00:41 Uhr

>>Ihre Definition des Urheberrechts ist einfach nur klasse!
Wenn ich eine Musik-CD kaufe, kostet die in der Herstellung nur ein paar Cent. Was sie so teuer macht, ist der Inhalt (die Brötchen, wenn Sie so wollen).

Datenträger: Das, was eine CD oder DVD so teuer macht, ist der Inhalt, die Musik (bzw. das Nutzungsrecht an der Musik). Wird meine CD nun zerkratzt, etwa durch den Betrieb im Auto, ist sie nicht mehr abspielbar. Das Nutzungsrecht an der Musik habe ich dennoch erworben. Kann ich die kaputte CD nun einschicken und bekomme gegen einen geringen Unkostenbeitrag für den Datenträger eine neue CD? Nein, ich muss das Nutzungsrecht ein weiteres Mal bezahlen. Darf ich aus Sicherheitsgründen eine Kopie machen? Nicht, wenn ich dabei einen Kopierschutz umgehe etc. Gilt übrigens auch für Filme und Spiele.

Obwohl ich für ein Nutzungsrecht bezahlt habe, kann ich es nicht uneingeschränkt nutzen. Ist es in Ordnung, wenn “Rechte” einseitig gefordert und dem Geschäftspartner gewaltsam verweigert werden.

Internet: Nun kann ich Musik aus dem Radio aufnehmen und auf meinem MP3-Spieler abspielen. Ich kann Musik aus dem Internet-radio herunterladen und auf meinem MP3-Spieler abspielen. Ich kann Musik von einem Youtube-Clip herunterladen und auf meinem MP3-Spieler abspielen – alles legal, alles erlaubt (und abgegolten durch eine Gebühr aufs Abspielgerät). Aber statt auf Youtube auf die Seite XY zu gehen ist verboten? Wer soll das verstehen?

Videothek: Leihe ich mir eine DVD, um einen Fim zu schauen, ist alles gut. Lade ich dazu Freunde ein, ist immer noch alles gut. Bringen die eine Flasche Wein oder Chips mit, wird es kritisch. Bringen die das „freiwillig“ mit, ist OK. Wenn ich sage „ich besorge den Film und Ihr die Chips“, lässt sich das als kommerzielle Vorführung einstufen und ist verboten.

GEZ: Ich zahle Radio- und TV-Gebühren für meinen Haushalt. Fahre ich im Auto zur Arbeit und höre Autoradio, ist immer noch alles gut. Bittet mich mein Chef, während meiner Arbeitszeit mit meinem Privat-PKW einen irgendwo liegengebliebenen Kollegen abzuholen, und zahlt dafür den Sprit, müsste ich GEZ bezahlen. Nicht nachweisbar, macht keiner, aber so sind die Vorschriften. Auch schon passiert: Die GEZ-Jungs rennen in einen MediaMarkt und wollen für jeden in der Ausstellung laufenden Fernseher Gebühren kassieren.
Dass ARD und ZDF eigene Seiten im Internet haben, ist OK. Dass dort über Mediatheken Sendungen abrufbar sind, auch (es zwingt sie aber keiner). Dass deswegen jeder PC GEZ-pflichtig wird (weil man schauen KÖNNTE, wenn man wollte), ist schon seit langem das Ziel aller Beteiligten. Ausschlaggebend ist nicht, dass man schaut oder hört, sondern dass man es könnte, wenn man wollte. Die inzwischen angestrebte Haushaltsgebühr ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung (wenn man bei der Festsetzung der Höhe realistisch bleibt).

Alle genannten Beispiele habe ich mir nicht aus den Fingern gesaugt, sondern sind mir von Vertretern der Film- und Musik-Industrie genannt bzw. bestätigt worden, in der Regel in größeren Gesprächskreisen bzw. Podiumsdiskussionen (auch mein Brötchen-Beispiel stammt von daher und wurde entsprechend bestätigt). Kommentar: Das ist vielleicht nicht fair, aber das ist eben so.
Es geht, wie in so vielen anderen Bereichen, ums reine Geldmachen, nicht um einen fairen Umgang mit Urheber- oder Kundenrechten. Solange man das durchsetzen konnte, hat man das getan. Jetzt setzt die “Gegenseite” genauso rücksichtslos ihre Möglichkeiten um.

Wie ich das finde, habe ich ja schon oben beschrieben.

Der Weg über Apple / iTune ist schon ein richtiger

98) Erwin Gabriel, Dienstag, 03. April 2012, 10:33 Uhr

@ 64) Michael H., Montag, 02. April 2012, 12:28 Uhr

>> Und sind sich die Leute, die die Piraten wählen, eigentlich bewusst, dass sie damit Frau MERKEL unterstützen? Manchmal könnte einem fast Angst werden bei der Dummheit mancher Wähler…

Also:
* CDU: Geht nicht, wg. Politik
* FDP: geht nicht, weil unter 5 % (Stimme verschenkt)
* SPD: geht nicht, wg. Politik (gleiche wie bei Merkel)
* Grüne: geht nicht (Atomkraft ist schon weg, Politik wie Merkel)
* Linke: geht nicht, weil keiner koaliert (Stimme verschenkt)
* Piraten: gehen nicht, weil nicht ernsthaft genug.

Was wählt dann der kluge Mann? :-)

99) der Herr Karl, Dienstag, 03. April 2012, 11:15 Uhr

@ 91) StefanP

Gut, dass Sie die Chinesen anprechen. In China gilt das Kopieren von Vorbildern als Ehrenbezeugung und ist wurzelt tief in ihrer dem Gemeinwohl ausgerichteten Kultur, was für uns Westler schwer nachvollziehbar ist. Diese chinesische Mentalität prallt nun auf die westlich-amerikanische, welche möglichst viel unter gebührenpflichtigen Patentschutz stellen will. Es sind also zwei total verschiedene Welten. Die eine Kultur fördert, wie gesagt, das Gemeinwohl, während die andere einzelne Firmeninhaber innert wenigen Jahren zu den reichsten Menschen der Welt machen kann, welche dann, um Steuern für die Allgemeintheit zu vermeiden, irgendwelche wohlklingenden Stiftungen gründen. Dass diese Patentiererei (Monsanto) noch andere seltsamen Blüten treibt, wurde in einem Kommentar weiter oben bereits angedeutet.Ich habe mich bei den Meldungen über Milliardenschäden bei der Prouktepiraterie schon gefragt, ob diese Zahlen gutem Lobbyismus zu verdanken sind. Wenn ein und der selbe Turnschuh aus der selben Maschine aus China im Original rund 200 Euro und in der Kopie rund 10 Euro kostet, ist etwas aus den Fugen geraten, erklärt meines Erachtens aber die hohen und fiktiven Schadensummen.

100) OttoKrüja, Dienstag, 03. April 2012, 11:46 Uhr

@90:
»Selbst die Nutzung von Naturparks wird mit einem Preis belegt, ohne dass jemand auf den Gedanken käme, die Öffentlichkeit würde von einem wichtigen Gut ausgeschlossen.«

Das stimmt so nicht, was Debatten um Nachnutzungskonzepte für Flächen, die der Kommune gehören auch immer wieder zeigen. Siehe beispielsweise Tempelhof oder BuGa-Areale. Die Idee, für öffentliche Flächen in Kommunenbesitz Eintritt zu verlangen, ist alles andere als unumstritten, mittlerweile aber Gang und Gäbe, da den Gemeinden schlicht und einfach das Geld fehlt, diese Flächen zu bewirtschaften.

@91:
»Linux z.B. hat eine sehr geringe Verbreitung, in für den Anwender wichtigen Bereichen kann es gegen relativ kostenintensive Betriebssysteme nicht punkten.«

Das gilt sicher für den privaten Desktop-Markt. Wobei auch hier die ‘Zwangs’bündelung von Hard- und Software durch den Hardware-Distributor einen nicht unerheblichen Faktor darstellt (das ist aber eine andere Diskussion). In anderen Consumer-Bereichen (Tablet, Telefon, Embedded) sieht das schon anders aus und gerade viele kommerzielle Firmen profitieren davon.

Im Serverbereich spielen Linux und BSD und freie Software im Allgemeinen (bspw. WordPress) jedoch eine entscheidende Rolle und das Internet in seiner jetzigen Form wäre wohl undenkbar – und die Rolle des Internets für frei verfügbares Wissen und Informationen, für den Ideen- und Gedankenaustausch ist wohl kaum abzustreiten.
Wieviele Menschen wären wohl bereit, für ihr kleines unbedeutendes Blog laufende Lizenkosten abzudrücken, nur um ihre kleine unbedeutende Meinug kundzutun? Wieviele große Projekte wären schon in der Anfangsphase zum Scheitern verdammt gewesen?

Da diese Philosophie schon einmal im Kleinen gut funktioniert hat, wird jetzt versucht, ähnliche Ideen auf andere Geschäftsfelder auszuweiten. Inwiefern das zielführend ist, wird sich zeigen, ich kann es mir auch nicht überall vorstellen.
Die Idee dahinter ist wohl der krasse Ansatz einer Dienstleistungsgesellschaft – das Produkt ist frei verfügbar. Ich kann es zusammenbauen oder von einem Profi zusammenbauen lassen. Ich kann es verändern oder von einem Profi verändern lassen usw. usf.

101) Ste, Dienstag, 03. April 2012, 13:07 Uhr

WIe unheimlich zu lesen was alte Männer und Frauen über problematische Themenfelde schreiben zu denen es mittlerweile, jedoch sehr zögerlich ganze Forschungsprogramme ausgeschrieben werden, in denen Themen wie kulturelles Gedächtnis, Archivierung in der digitalen Kunst, ökonomische Transformationsprozesse usw. usf. behandelt werden, und wie borniert man noch mit der Sprache des 19. Jahrhunderts spricht oder auch sich auf festegschriebe Rechte beruft die für immer und ewig stehen. Und das immer mal wieder hier.

Ich bin raus.

102) StefanP, Dienstag, 03. April 2012, 14:31 Uhr

Ich wollte mir gerade den Spass machen und mich mit den Vorschlägen der Piraten zum Urheberrecht auseinandersetzen. Leider funktioniert das nichts. Erstens offenbaren die Piraten selbst bei ihrer Kernkompetenz ein erschreckendes Defizit an Wissen und Begriffsbedeutung. Zweitens steht über allem ohnehin der Kernsatz: was privat erdacht ist, gehört allen.

Schon der erste Satz hat es in sich:
Systeme, welche auf einer technischen Ebene die Vervielfältigung von Werken be- oder verhindern (“Kopierschutz”, “DRM”, usw.), verknappen künstlich deren Verfügbarkeit, um aus einem freien Gut ein wirtschaftliches zu machen. Die Schaffung von künstlichem Mangel aus rein wirtschaftlichen Interessen erscheint uns unmoralisch, daher lehnen wir diese Verfahren ab.

Kopierschutz verhindert nicht die Vervielfältigung, sondern kontrolliert sie unter dem Regime des Rechteinhabers. Originell ist die Behauptung, durch DRM würde ein Miley Cyrus-Song künstlich verknappt und das Liedgut, ursprünglich frei (man frage mal Miley Cyrus) wirtschaftlich. Die Piraten sind offenbar überzeugt, Madonna würde singen um ein paar Dösbaddel in Ostfriesland zu erheitern. Na ja, und die vielen verzweifelten DSDS-Kandidaten setzen sich auch nur deswegen der Gefahr der Lächerlichkeit aus, damit sich andere an ihnen erfreuen. Und nicht, damit sie ausbildungslos vielleicht doch mal an den schnellen Porsche und scharfe Girls kommen.

Zusätzlich stehen die gesamtwirtschaftlichen Kosten für die Etablierung einer lückenlosen und dauerhaft sicheren Kopierschutzinfrastruktur im Vergleich zu ihrem gesamtwirtschaftlichen Nutzen in einem extremen Missverhältnis. Die indirekten Folgekosten durch erschwerte Interoperabilität bei Abspielsystemen und Software erhöhen diese Kosten weiter.

Schön, dass sich die Piraten Sorgen um die Kosten der Plattenriesen machen. Auch hier ersetzt Originalität Substanz in der Argumentation.

Wir erkennen die Persönlichkeitsrechte der Urheber an ihrem Werk in vollem Umfang an.

Davon ist kein Wort wahr, denn dazu findet sich im Folgenden nichts. Dafür wissen die Piraten genau, wie die Urheber um das gebracht werden sollen, was diese und niemand anderes geschaffen haben:

Es sind daher Rahmenbedingungen zu schaffen, welche eine faire Rückführung in den öffentlichen Raum ermöglichen.

Zur “Modernisierung” des Patentrechts:
Generell sind ein zunehmender Abbau von Monopolen und eine Öffnung der Märkte erklärtes politisches Ziel unserer Partei. Patente als staatlich garantierte privatwirtschaftliche Monopole stellen grundsätzlich eine künstliche Einschränkung der allgemeinen Wohlfahrt dar, die einer ständigen Rechtfertigung und Überprüfung bedarf.

Der Pharmakonzern Pfizer hat Ende der 1990er Jahre mit dem Lifestyle-Produkt Viagra einen dauerhaften, patentgeschützten Sales-Blockbuster geschaffen. Der stikte amerikanische Patentschutz hat nicht verhindert, dass binnen weniger Jahre verbesserte und Nachahmerprodukte in dem gleichen Segment den Markt aufrollten.

Marktbeobachtung ist nicht die gerade von den Piraten gepflegte eigene Nabelschau.

103) StefanP, Dienstag, 03. April 2012, 14:58 Uhr

@92) H.F.

Das Geistige Eigentum ist glücklicherweise wartungsfrei und verursacht keine laufenden Kosten.

Ich kann natürlich nur für mich sprechen, da ist das Gegenteil der Fall. Aktualisiere ich nicht ständig mein Wissen und schaffe damit neue Ansätze, bin ich binnen 1-3 Jahren aus dem Geschäft. Für die Hidden Champions im deutschen Mittelstand gilt das analog. Auf diesen Ebenen ist das geistige Eigentum eben nicht wartungs- und kostenfrei.

104) StefanP, Dienstag, 03. April 2012, 15:05 Uhr

@100) OttoKrüja

Ich hab’s befürchtet. Ich wollte Linux nicht schlecht reden und es ging einzig darum, dass OpenSource-Anwendungen nur eine Alternative sein können.

Ich urlaube oft in Ländern, die ihre riesigen Naturparks mittels Parkgebühren finanzieren. Das ist so lukrativ, dass sogar die Ureinwohner von den Erträgen etwas abbekommen. Im kulturellen Bereich funktioniert das auch, ohne das in diesen Staaten dsa Kulturwesen mit hohen Subventionen unterhalten werden muss. In den angelsächsischen Ländern ist das nicht eine Frage der Knappheit der Kommunen, sondern eine Geisteshaltung.

105) StefanP, Dienstag, 03. April 2012, 15:15 Uhr

@99) der Herr Karl

Ich hatte es bereits geschrieben: die Chinesen begannen ihren wirtschaftlichen Aufstieg, als sie das westliche Modell des Kapitalismus und damit des Individualismus im Wirtschaftsleben übernahmen. Gewährung und Sicherung von Eigentumsrechten ist da eine Grundvoraussetzung. Die Chinesen sind ja bei Urheberrechten nur soweit großzügig, solange es sich um fremdländisches Wissen handelt. Das ist staatlich geschützter Diebstahl.

Ohne diesen Raub liefe der Aufholungsprozess in China etwas langsamer und die weltweite Angleichung der Lebensverhältnisse auch.

Wenn ein und der selbe Turnschuh aus der selben Maschine aus China im Original rund 200 Euro und in der Kopie rund 10 Euro kostet, ist etwas aus den Fugen geraten

Tja, da haben sie Recht, aber anders, als Sie es meinen. Der chinesische Produzent braucht sich nicht mehr um den Entwurf des Designs, teure Produkttests, weltweites Marketing und Pflege der Marke (Schaffen von Begehrlichkeit), Marktforschung und -pflege und ähnlichen teuren Schnickschnack zu kümmern, womit in Europa und Nordamerika viele Millionen Menschen beschäftigt werden und hohe Löhne und Gehälter kassieren.

106) peterpan4670, Dienstag, 03. April 2012, 17:20 Uhr

Echte Sachkompetenz erwerben sich viele Politiker doch seit jeher erst in Ausübung ihrer Ämter, und auch dann bleiben sie oft abhängig von ihren Ministerien und Referaten, ohne deren Unterstützung sie völlig aufgeschmissen wären: Sie sind allenfalls Meister im Verpacken, z.B. von Initiativen, Gesetzesvorhaben und Wahlprogrammen!

Politiker etablierter Parteien sind es gewohnt, auf jede Frage, die an sie gerichtet wird, eine Antwort zu wissen – egal welches Thema aufgerufen wird, waschechte Politiker sind nie um eine Antwort verlegen. Insofern empfinde ich die Piraten als einen wohltuenden Kontrast, zumindest für den Augenblick.

107) H.F., Dienstag, 03. April 2012, 17:35 Uhr

@102) StefanP

#Zweitens steht über allem ohnehin der Kernsatz: was privat erdacht ist, gehört allen.#

Find ich nicht auf der Seite. wo steht das?

#Kopierschutz verhindert nicht die Vervielfältigung, sondern kontrolliert sie unter dem Regime des Rechteinhabers. Originell ist die Behauptung, durch DRM würde ein Miley Cyrus-Song künstlich verknappt und das Liedgut, ursprünglich frei (man frage mal Miley Cyrus) wirtschaftlich. #

Weiss nicht, wo da was über Miley Cyrus steht. Übrigens schon mal das hier gelesen?

http://www.heise.de/tp/artikel/33/33092/1.html

#Zu ganz anderen Ergebnissen kommt jetzt der Wirtschaftsjurist Eckhard Höffner in seiner Untersuchung zu “Geschichte und Wesen des Urheberrechts”#

Er hat den Zusammenhang zwischen der Einführung des Urheberrechts in England und Deutschland und der Entwicklung des Büchermarkts untersucht. Und er kam zum Ergebnis, dass das restriktivere Urheberrecht in England mehr den Erfolgsautoren zugute kam, in Deutschland hingegen einer breiteren Masse.

Er sagt sogar:

“Das Urheberrecht wirkte sich nachteilig auf die Autoreneinkommen aus”

Vielleicht sollten Sie weniger Polemik schreiben, sondern mehr Substanz.

Haben Sie auch eine Meinung zur Gebühren für den Urheberrechtsschutz? Oder sind Sie auch für die Kostenlos-Gesellschaft?

108) Winfried, Dienstag, 03. April 2012, 19:18 Uhr

Die Piraten werden von den Elitären nicht verstanden und das ist gut so. Sie sollen sein wie die bisherigen Parteien, die langsam aber sicher sterben, aber sie sind anderes und können zu vielen Themen auch noch keine Meinung bilden, das ist gut so!

109) Thorsten Schäfer, Dienstag, 03. April 2012, 19:26 Uhr

64) Michael H., Montag, 02. April 2012, 12:28 Uhr
Zitat: (…) Und sind sich die Leute, die die Piraten wählen, eigentlich bewusst, dass sie damit Frau MERKEL unterstützen? Manchmal könnte einem fast Angst werden bei der Dummheit mancher Wähler…(…)

Mir wird eher bei solchen Kommentaren Angst…
Wer Merkel verhindern will, der muss SPD oder Grüne wählen.

Zum Thema an sich: Jeder sollte sich einmal grundsätzlich die Frage stellen, ob er eigentlich objektiv betrachtet noch gute Argumente findet, die etablierten Parteien zu wählen. Alle hacken auf den Piraten rum – aber wo sind die Rezepte der anderen Parteien? Viele reden von Ahnungslosigkeit – ein Attribut, welches ich ganz vielen Politikern zuschreiben könnte. Ein aktuelles Beispiel: das Betreuungsgeld, welches vollkommen an der Realität vorbeigeht bzw. einfach überflüssig ist (Nachteile durch Untersuchungen belegt). Wenn ich mir dieses Thema beispielhaft ansehe, dann kann ich die CSU ebenso wenig ernst nehmen wie die Piraten.

110) Raymond Martinek, Dienstag, 03. April 2012, 19:48 Uhr

Michael Spreng schreibt:

> Das ganz Gerede von “Content-Mafia” und ähnlichem verschleiert nur den
> zentralen Satz aus dem Programm der Piratenpartei: “Unserer Meinung nach
> gibt es kein geistiges Eigentum, denn es setzt voraus, dass Ideen einer
> Person gehören”. Noch Fragen?

Lieber Herr Spreng,

das haben Sie wohl aus der »Zeit«, aber den Kontext falsch memoriert:

> »Unsere Positionen zum Urheberrecht sind doch klar, die stehen im
> Piratenwiki«, sagt Fabio Reinhardt. Im Piratenwiki, der
> Informationsplattform der Partei, finden sich dazu Sätze wie: »Unserer
> Meinung nach gibt es kein geistiges Eigentum, denn es setzt voraus, dass
> Ideen einer Person gehören.« Dahinter steht in Klammern: »Argumentation
> fehlt noch.« Selbst bei ihrem zentralen Thema haben die Piraten vor allem
> Forderungen zu bieten, aber wenig Konzeptionelles, das der Dimension der
> Probleme gerecht wird. Ist deshalb so wenig von ihnen in der aktuellen
> Debatte zu hören?

http://www.zeit.de/2012/06/Piratenpartei/seite-2

Steht nicht im Parteiprogarmm der Piraten. Im Wiki hab’ ich’s nicht gefunden (offenbar keine Volltextsuche). Nur zum Verständnis: Mir scheint, das Wiki ist im wesentlichen eine Sammlung von Einzelmeinungen, sie sind auch als solche gekennzeichnet. Verbindlich ist das Parteiprogramm, dem Sie den inkriminierten Satz fälschlich zueignen.

Im übrigen scheint sich der Satz eher auf das Patententwesen denn auf die (laut Parteiprogramm der Piraten schützenswerten) Urheberrechte von Künstlern und anderen Kreativen zu beziehen. Mit sogenannten Ideenrechten wird zumal in den USA Schindluder getrieben, der ganze Kladderadatsch schwappt auch nach Europa. Derzeit befaßt sich deshalb die EU-Kommission ausführlich mit dem Thema:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,825572,00.html

Lesen SIe das mal, dann wird Ihnen vermutlich klar, worum es geht und was da faul ist.

Zur Vertiefung vielleicht auch noch dies:

http://de.wikipedia.org/wiki/Patent

Als Erganzung zu Ihren Verkürzungen zum Thema Urheberrechte gibt’s auch noch was Längeres:

http://www.drehbuchautoren.de/nachrichten/2012/03/offener-brief-von-51-tatort-autoren-0
http://www.ccc.de/de/updates/2012/drehbuchautoren

111) Thomas Hillebrand, Dienstag, 03. April 2012, 21:18 Uhr

@ 101) Ste

Na, dann sollte dir aber auch jemand höflich Tschüss sagen, liebe/r Ste!
Ob Bub oder Maid, duzen werde ich dich als Erwachsener ja dürfen, wenn du solch eine monströse Kluft zwischen “alten Männern und Frauen”, Sprache des 19. Jahrhunderts usw. in deinem pubertär-überheblichen Gefasel herbeischreibst. Freilich, diese arrogante Tonlage und Besserwisserei gehören zur Jugend; dem sollte man natürlich auch bei dir mit mildem und wissendem Lächeln begegnen. Aber bitte nicht die Illusion haben, mit dieser uralten Alt-Ist-Doof-Und-Jung-Ist-Superschlau-Attitüde irgendwie ernst genommen zu werden! Außer, dass diese Attitüde einen völlig normalen und wichtigen Entwicklungsschritt in Richtung Erwachsenwerden darstellt.
Und noch etwas: Was unterscheidet denn eigentlich dein Geblubber vom Mainstream, der alles jenseits der werberelevanten Zielgruppe, also ab 50 Jahre aufwärts, in der Geriatrie verortet? Ich sag’s dir: nichts! Deine – natürlich abgeschriebenen – aufgepumpten tollen Fragestellungen des 21. Jahrhunderts taugen als Feigenblatt überhaupt nichts, wenn dahinter deine integrativen Fähigkeiten einfach bloß aus aufsteigenden Blasen im Tümpel dumpfer Durchschnittlichkeit zu bestehen scheinen. Aber, andererseits, das wird schon noch mit dem Erwachsenwerden. Bleib tapfer!
(Man gönnt sich ja sonst nichts…)

112) Rudi Albrecht, Mittwoch, 04. April 2012, 07:59 Uhr

Wir Europäer haben die unselige Tendenz, die Welt ideologisch klassifizieren zu wollen. Monarchistisch, “national”, “sozialistisch”, kommunistisch, konservativ, “fortschrittlich”, “reaktionär”, populistisch, “grün”. Um diese Inhalte bilden sich Interessensgruppen, Parteien, und die zwingen dann die reale Welt in ihre Ideologoismen. Wenn sie nicht gerade untereinander streiten. Das heisst dann “Politik machen”.

Und dann kommt eine neue Gruppe, die sagt: wir stellen in der realen Welt konkrete Defezite fest: Umgang mit neuen Medien, partizipatorische Demokratie, Transparenz. Zu einigen dieser Themen haben wir Meinungen und Standpunkte, zu anderen (noch) nicht. Ansonsten sind wir weder links noch rechts noch oben noch unten. Aber wir wollen nachdenken und versuchen, gute Lösungen für die anstehenden Probleme aufzuzeigen und zur Diskussion zu stellen. Was Marx oder Reagan oder Adenauer oder Kaynes dazu sagen interessiert uns nur periphär, deren Welt war eine andere. Wir wollen ein optimales Hier-und-Jetzt, mit den technischen und kulturellen Möglichkeiten des Hier-und-Jetzt.

Was ist daran so schlecht? Dass der Eine oder Andere aus der Gruppe “arrogant” ist? Wenns danach ginge, müsste man alle Parteien unter Generalverdacht stellen.

Gebt ihnen doch eine Chance.

113) StefanP, Mittwoch, 04. April 2012, 08:56 Uhr

Auf faz.net findet sich ein Kommentar, der dazu die rechtliche Entwicklung des Begriffs “Geistiges Eigentum” beschreibt. Das geistige Eigentum steht seit der Französischen Revolution gleichberechtigt neben dem Sachenrecht und nur, weil das Internet die massenweise Verletzung ermöglicht, kann dies ja kaum bedeuten, dass das Recht zurückzutreten habe.

Es tut in diesen aufgeregten Zeiten gut, sich auf die Ursprünge des Urheberrechts zu besinnen. Gewiss: Vor der Französischen Revolution war der Schutz geistigen Eigentums so nicht bekannt. Geniale Künstler konnten nicht von ihren Schöpfungen leben. Um Nachdrucke zu verhindern, musste man sich von der Obrigkeit Sonderrechte erbetteln. Der absolute Herrscher räumte den Schaffenden Privilegien ein, Pfründe. Wollen wir dahin zurück? Die Vorstellung, dass die schöpferische Leistung zur Persönlichkeit gehört, ist eine Errungenschaft, die nicht ohne Grund Eingang in die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 fand.

Aber womöglich sind wir nicht so weit vom Absolutismus entfernt. Während die Kleinen sich streiten, freut sich der Weltfürst Google. Der Monopolist saugt alles auf und entscheidet darüber, ob und wie eine künstlerische Leistung belohnt wird. Massive Umsatzeinbußen einer Branche sind für sich genommen noch kein Skandal. Doch handelt es sich hier um die massenweise Verletzung individueller Rechte. Der Begriff „Plagiat“ stammt von dem römischen Dichter Martialis, der seine Schriften mit freigelassenen Sklaven verglich. Denjenigen, der sich seine Gedichte zu eigen machte, nannte der Autor Plagiarius: Seelenverkäufer, Menschenräuber. Vielleicht würde er heute sagen: Ich glaube, es hackt.

114) StefanP, Mittwoch, 04. April 2012, 09:18 Uhr

@107) H.F.

Können Sie mir vielleicht erklären, warum ich in einem Blog ein Interview lesen soll, wenn ich etwas über die Position der Piraten zum Urheberrecht wissen will? Dort sollte doch die Substanz sein, oder?

Meine Position zum Nutzen des Urheber- und Patentrechts hat sich während meines Studiums herausgebildet, aufgrund meines Wertesystems und der gelernten wirtschaftshistorischen Erfahrungen. Im Gegensatz zu den Anhängern der faktischen Aufhebung des Urheberrechts wüsste ich nicht, warum allein eine technische Innovation ein Rechts- und Wertesystem aushebeln sollte.

115) H.F., Mittwoch, 04. April 2012, 10:06 Uhr

@103) StefanP

#Aktualisiere ich nicht ständig mein Wissen und schaffe damit neue Ansätze, bin ich binnen 1-3 Jahren aus dem Geschäft. Für die Hidden Champions im deutschen Mittelstand gilt das analog. Auf diesen Ebenen ist das geistige Eigentum eben nicht wartungs- und kostenfrei.#

Tut mir leid, das habe ich nicht verstanden. Gings beim Urheberrecht nicht um das Schaffen eines Werks, das 70 Jahre post mortem geschützt ist? Wie kann man das Werk anschließend verändern? Oder meinen Sie, dass Ihr Geschäftsmodell auch nur 1-3 Jahre hält und längerer Schutz Ihnen gar nichts bringt?

#die Chinesen begannen ihren wirtschaftlichen Aufstieg, als sie das westliche Modell des Kapitalismus und damit des Individualismus im Wirtschaftsleben übernahmen. #

Ich bin mir sicher, da würden die Chinesen HEFTIGST widersprechen. Ich las kürzlich einen Artikel

http://www.spiegel.de/schulspiegel/ausland/0,1518,824355,00.html

das stellt Ihren vermuteten Individualismus deutlich in Frage.

#Auf faz.net findet sich ein Kommentar, der dazu die rechtliche Entwicklung des Begriffs “Geistiges Eigentum” beschreibt.#

#51 Hacker halten dagegen – womit? Mit Ignoranz! #

Kann man nur zustimmen. Oder dagegen stimmen. Aufgegriffen wurden die Positionen nicht. Eigentlich steht da gar nix. Bloß, dass einem durch internationale Abkommen die Hände gebunden sind. Das ist in der Tat richtig. Also ist alles alternativlos und wir können die Piraten von der Welt streichen, denn die stehen den internationalen Abkommen im Weg herum.

Und hier findet sich ebenfalls etwas zu den längeren oder kürzeren Schutzfristen

http://www.heise.de/tp/artikel/33/33092/1.html

mit gegenteiligem Ergebnis.

116) Ste, Mittwoch, 04. April 2012, 10:48 Uhr

@111, Thomas Hildebrand: Sie sind unverschämt. Und: Was ist Ihr Problem?

117) Frank Reichelt, Mittwoch, 04. April 2012, 10:59 Uhr

Vielleicht noch ein Wort zu Kurt Becks “Schaum vor dem Mund”!

Kurt Beck hatte mit Sicherheit einen schweren Tag in Berlin. Ministerpräsidentenkonferenz, letzlich erfolglose Verhandlungen über die Schlecker-Transfergesellschaft, abends dann noch zu Illner, statt sich bei einem Gläschen Wein zu erholen. Zu allem Überfluss dann auch noch der Piraten-“Schnösel”.

Er hat einfach mal die Nerven verloren, das sollte man ihm doch zugestehen, zumal wir doch den Politikern ihre professionelle Kühle immer vorwerfen. Ich habe die Sendung nur in Ausschnitten gesehen, da ich grundsätzlich keine Talkshows mehr gucke, auch nicht wenn Michael Spreng zu Gast ist!

Ich fand Beck sympathisch und das sage ich nicht oft über Politiker!

118) H.F., Mittwoch, 04. April 2012, 14:26 Uhr

@114) StefanP

#Können Sie mir vielleicht erklären, warum ich in einem Blog ein Interview lesen soll, wenn ich etwas über die Position der Piraten zum Urheberrecht wissen will? Dort sollte doch die Substanz sein, oder?#

Sie haben recht. Die Position der Piraten zum Urheberrecht ist schlecht durch Argumente unterfüttert. Ihre eigenen Argumente sind leider auch nicht durch Substanz unterfüttert. Aber da Sie nunmal ein Haar in der Suppe gefunden haben, können Sie zurecht gegen jegliche Art anderer Speisen meckern.

119) Thomas Hillebrand, Mittwoch, 04. April 2012, 14:28 Uhr

@ 116) Ste

Was dein (!) Problem ist, hatte ich doch ziemlich genau beschrieben.

Und noch ein Unterschied zwischen uns: Mein Text ist klar erkennbar eine Polemik (“unverschämt”), in deinem speziellen Fall eine sog. argumentatio ad hominem. Dein Text hingegen beschreibt deine verallgemeinernde diskriminierende Haltung. Verstehst du den kleinen Unterschied?

120) der Herr Karl, Mittwoch, 04. April 2012, 14:43 Uhr

@ 105) StefanP

„Das ist staatlich geschützter Diebstahl. Ohne diesen Raub…“

Das ist mir neu, dass das Kopieren den Tatbestand des Diebstahls erfüllen würde. Oder gar den Tatbestand des Raubes, bei welchem noch Gewalt im Spiel wäre. Es dürfte sich meines Wissens mehr um Urheberrechtsverletzungen handeln.
Mir ist nicht ganz klar, welches Studium Sie absolviert haben wollen, die Juristerei kann es jedenfalls nicht gewesen sein…

121) Michael A. Nueckel, Mittwoch, 04. April 2012, 16:25 Uhr

@ 115) H.F.,
“…Gings beim Urheberrecht nicht um das Schaffen eines Werks, das 70 Jahre post mortem geschützt ist? Wie kann man das Werk anschließend verändern?”

Ohne persönlich werden zu wollen – in mir drängt sich der Eindruck auf, Sie bzw. die Piratenauffassung zum Urheberrecht, hier zur Werkqualität iSd § 2 UrhG und deren Auswirkungen in den §§ 11 UrhG (u.a. Urheberpersönlichkeitsrecht, Verwertungsrechte) mißachten den schlichten Umstand der geistigen Schaffung; ich nehme hierbei Bezug auf die mich überzeugenden Darstellungen von StefanP. Wenn ich z.B. ein Lehrbuch zum Thema X geschrieben habe, warum soll ein Anderer (juristisch: Dritter) das Werk verändern (dürfen)? Ihm bleibt es unbenommen, auch ein Buch zu diesem Thema zu schreiben – wie dies zu geschehen hat, um kein Plagiat zu sein, hat die jüngste Zeit nochmals klar gestellt. Wo ist also das Problem? Ich nenne Ihren Ansatz, das Werk eines Anderen verändern zu wollen, Trittbrettfahrerei. Das werden Sie anders sehen wollen, doch müssen Sie mir erklären, warum Sie das Werk eines anderen Autors verändern wollen, OHNE ein eigenes Buch schreiben zu wollen. Ist Ihnen der Aufwand zu hoch? Oder was?

Wird es noch Werke und den dem (Ergebnis) vorausgehenden Aufwand geben, wenn man diese so leicht abändern darf? Im Bereich der Möbelprodukte muß heute schon jeder junge Designer befürchten, “je besser die Idee, umso eher von IKEA abgekupfert”. Insoweit kann zuweilen der Schutz nicht hoch genug sein. Es soll nur einen Designer geben (N. H. Moormann), der sich erfolgreich gegen IKEA durch alles Instanzen gewehrt hat. Also auch marktstarke Unternehmen könnten die Vorleistungen nutzen, um das abgeänderte Werk profitabler zu vermarkten.

Unterscheidet uns eventuell “nur” der Zeitgeist? Ich nehme mal J. S. Bach als Beispiel. Wenn man fast all´ seine Werke kennt, sucht man neue CD´s, spätestens dann kommt man auf Transkriptionen. Also Abwandlungen Bach´scher Werke durch Dritte. Das ist doch Ihre “Veränderung”, oder? Heute (noch) undenkbar, früher wohl erwünscht, weil Kompliment an den Komponisten. Heute droht dagegen maximal Gefängnis?

Sollen wir -um das Beispiel der Musik zu nutzen- dorthin zurück?

Andererseits hat Bach auch Auftragsarbeiten erstellt, bei denen er bei sich selbst abgekupfert hat, und zuweilen z.B. das Cembalo durch eine Oboe und einige leichte Veränderungen in der Melodie (sorry, ich höre nur Musik) vornahm. Früher ging das durch, heute würde der Auftraggeber im Quadrat springen, oder?

Die spannende Frage ist, kann man sich darauf einigen, diese Aufweichung des Urheberrechts in einem Teil-/Produktmarkt einmal zu versuchen? Also einen Systemwettbewerb zuzulassen – dafür müßten wir doch alle die Größe haben (können).

122) Petra, Mittwoch, 04. April 2012, 16:38 Uhr

„Mehr Transparenz“ und „mehr Mitbestimmung“ das ist das, was mir vor allem wichtig ist. Für beides ist die Zeit überreif. (für die dichotomen Denker: „mehr“ bedeutet nicht „total“.). Dies sind zentrale Anliegen der Piratenpartei, deshalb wünsche ich mir, dass sie auch den Bundestag erobern.

SPON schreibt, die Piraten stehen für Transparenz im Internet. Wenn ich richtig verstanden habe, ist für sie das Internet eher das Werkzeug, um Transparenz herzustellen (z.B.als Partei öffentlich nachvollziehbar zu arbeiten).
Jörg Schönenborn, ZDF, verlautbarte nach der Wahl, die Piraten stünden für mehr Transparenz in der Verwaltung. Sonst hätten Sie ja kaum ein Programm. (Als er das zum dritten Mal sagte, dachte ich, dass er nicht aus Unwissenheit verkürzt, sondern mutwillig. Die Meinungsmacher am Werk.).

Es geht nicht um Transparenz im Internet oder allein in der Verwaltung, es geht vor allem um Transparenz in der Politik. Bitte schauen Sie sich diese Serie aus der SZ von gestern an und erfahren Sie aus erster Hand, wie in Deutschland Gesetzesentscheidungen zustande kommen.
Die Informationen gelangten versehentlich an die Öffentlichkeit.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/geleakte-unterlagen-wie-lobbyisten-gesetze-aendern-wollen-1.1324871

Ich werde mich gegen solche Machenschaften jetzt auch aktiv engagieren. Politiker müssen offen legen, wie ihre Entscheidungen zustande kommen. Wer hat gespendet (auch indirekt durch das Zahlen riesiger Summen für Anzeigen). Wer bezieht von wem Nebeneinkünfte? Wodurch wurde von wem versucht, auf eine Gesetzesentscheidung Einfluss zu nehmen? Wer steckt wirklich hinter einer Kampagne?

Dank der Informationsmöglichkeiten im Internet werden immer mehr Bürger diese Transparenz fordern. Die Mauscheleien im Hinterzimmer werden schwieriger werden. Götterdämmerung.

Ich wähle nicht taktisch. Dazu ist mir meine Stimme zu kostbar. Sie soll eine Stimme der Überzeugung sein, nicht eine Stimme der Verhinderung von unerwünschten Regierungen oder Koalitionen. Dann dauert es eben länger bis Veränderungen sich durchsetzen. Aber immer nur das kleinere Übel zu wählen bedeutet Stillstand. Den Kommentar hierzu von 49)ostpirat fand ich sehr treffend:

http://ostpirat.tumblr.com/post/20307527006/60-jahre-und-kein-bisschen-weise-so-jedenfalls-fasst. In Ihren Ausführungen wird auch deutlich, dass Arroganz nicht nur durch Mimik und Worte sichtbar werden kann – sie ist hier nur unmittelbarer erkennbar, weil augenscheinlich. Sie kann sich aber genauso auch – indirekt – im Verhalten zeigen, z.B. durch Entscheidungen die man trifft oder Kooperation, die man verweigert. Angesichts der Arroganz mancher Machthaber erscheint die von Herrn Lauer dann doch eher wie ein Pirat aus Lego neben einem aus Somalia.

Ich werde die Piraten aus Überzeugung wählen, weil ich möchte, dass sie die Möglichkeit bekommen, sich und Ihre Ideen weiter zu entwickeln. Je mehr ich von Ihnen erfahre, desto mehr erkenne ich, dass da gewaltige gesellschaftliche Umwälzungen im Gange sind. Sie werden neue Maßstäbe setzen, denen sich die Etablierten nicht werden verschließen können. Bei meiner Wahl werde ich wahrscheinlich auch ein paar Kröten schlucken müssen. Ich erinnere mich aber an keine Wahl, bei der das nicht der Fall war. Die ideale Partei – und dann auch noch für jeden von uns, die gibt’s leider noch nicht.

http://www.transparency.de/
http://www.lobbycontrol.de/blog/

123) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 04. April 2012, 19:40 Uhr

@102)Stefan P.

^^Systeme, welche auf einer technischen Ebene die Vervielfältigung von Werken be- oder verhindern (“Kopierschutz”, “DRM”, usw.), verknappen künstlich deren Verfügbarkeit, um aus einem freien Gut ein wirtschaftliches zu machen. Die Schaffung von künstlichem Mangel aus rein wirtschaftlichen Interessen erscheint uns unmoralisch, daher lehnen wir diese Verfahren ab.^^

Mich würde mal interessieren, ob die Buben und Mädels von den Freibeutern so einen Hauch von einer Ahnung haben, was eine Minute fertigen Kinofilms kostet, oder eine Minute Musik auf einer CD. Was es bedeutet, eine Disstertation zu schreiben und welche Kosten mitunter dahinter stecken…

Die sind doch einfach nur zum Lachen, diese Freibeuter! Dennoch bin ich der Meinung…so Leute brauchen wir…die mischen mit ihrem Hang zur “Transparenz” in jeder Hinsicht die Politik gewaltig auf. Und für manche sind sie der einzige Grund, warum gefrustete Wähler überhaupt wieder ein Wahllokal aufsuchen, und das seit vielen Jahren.
Ob sie dann aber wirklich die versprochene Transparenz und Ehrlichkeit durchsetzen und für ihre gloriosen Ideale fürderhin eintreten werden, wie sie es versprochen haben, mag ich angesichts der Erfahrungen mit den Grünen noch bezweifeln. Wie sie angesichts ihrer Realitätsferne “Moral” buchstabieren, ist mir allerdings ein Rätsel. Aber im Kindergartenmillieu hat man solche Anforderungen an die Weiterbildung zunächst nicht. Hier ist Spielen angesagt.

124) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 04. April 2012, 20:01 Uhr

122) Petra,
Gehe mit Ihnen d´accord. Nur nicht, was die Piraten betrifft. Was würde sich ändern? Lobbycontrol .z.B. ist schon seit vielen Jahren im Netz unterwegs, klärt auf. Aber wo bleibt der Widerhall in der Bevölkerung? Wo die Proteste?
Ja, Gesetze werden oft in den Hinterzimmern der Lobbyisten geschrieben, und manchmal auch direkt auf den Schreibtischen der Abgeordneten. Oder man beauftragt Anwaltskanzleien, die eng mit den Interessengruppen verbandelt sind. Leben wir in eine Lobbykratie?
Laufen viele Aktionen nicht oft ins Leere (Occupy-Movement)? Ist es nicht eher eine Frage des Know-How, wie Entrüstung aus der Bevölkerung sich in bare Politik umsetzt?
Darum geht es doch: Wir (viele von uns) wollen etwas verändern. Wir wollen nicht, daß die Starken des Finanz- und Börsenkapitalismus uns regieren zum Beispiel, sich in unser Leben so weit hinein trauen, dass Menschen nicht mehr über ihre Lebensentwürfe selbst entscheiden können, sondern entschieden werden. All das wollen wir nicht. Denn das ist es nicht, was die meisten Menschen unter “Freiheit” verstehen. Nur, wir die Masse, wir der Souverän, wir wissen nicht, wie wir es anstellen können.
Es gibt so viele Baustellen. Wo fangen wir an? Mit einer Partei, die sich irgendwo zwischen Unzufriedenheit mit den Verhältnissen und der Befindlichkeit einer digitalen Boheme´entwickerlt hat? Wo sind die Signale einer solchen Partei, und wenn ja, wie sehen die aus?
Wenn Parteien etwas ändern könnten, wären sie verboten. Ein uralter Spruch. Ob die Piraten die richtigen Rezepte hätten? Steckt in dieser Frage da nicht mehr Hoffnung als Gewissheit?
Aber sie haben schon Recht: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wählen Sie die Piraten. Falsch machen können Sie nichts.

125) theo, Mittwoch, 04. April 2012, 20:01 Uhr

@11, SuizidWookie:

(“Eine Urheberrechtsreform hat mit Kulturfeindlichkeit überhaupt nichts zu tun. Ich zahle als Pirat ja auch noch wenn ich ins Museum gehe, wobei in London alle Museen gratis sind – es geht also auch so.”)

Sie erwarten auch, dass Apple-Programme demnächst als freeware durchs Netz laufen, ja? Oder zahlen Sie etwa dafür, ohne zu murren?

126) Maren P., Mittwoch, 04. April 2012, 20:18 Uhr

@ Nr. 122) Petra

Jörg Schönenborn ist Chefredakteur des WDR, also der ARD und nicht des ZDF. So viel Klarheit muss sein. ;-)

Mir ist trotz Ihrer vielen Worte nicht klar geworden, weshalb ich mit den Informationen z.B. von LobbyControl oder auch Transparency International nicht direkt politisch agieren kann – mit anderen gemeinsam – sondern den Umweg über die Piratenpartei benötige? Beide Institutionen gab es vor den Piraten. …

127) StefanP, Mittwoch, 04. April 2012, 20:25 Uhr

@120) der Herr Karl

Ich habe nicht auf den (deutschen) juristischen Begriff des Diebstahls referenziert. Ich schreibe hier auch nicht in einer ökonomischen oder naturwissenschaftlichen Sprache, sondern den Themen angemessen in einer politisch-analytischen Form.

Umgangssprachlich bezeichnet man als Diebstahl, wenn der eine dem anderen etwas wegnimmt, was ihm nicht gehört. Das gilt auch für Immaterielle Vermögensgegenstände, weswegen wir von Raubkopien sprechen, selbst wenn diese nicht mit Waffengewalt angeeignet werden. Das deutsche Recht ziseliert sehr feinsinnig im Straf-, Schadens-, Privat- und Handelsrecht zwischen Sachen- und immateriellen Rechten. Das hat seinen Ursprung im Römischen Recht, das immer noch die Grundlage für unsere Rechtsbegriffe bildet. Im Römischen Recht gab es keinen immateriellen Wertbegriff.

Diese Unterscheidung ist im angelsächsichen Raum weit weniger ausgeprägt – belegbar im Handelsrecht (US-GAAP) und Zivilrecht. Nach allgemeinem Rechtsverständnis in den Nordamerika und Westeuropa ist das Kopieren eines Werkes ohne Genehmigung des Urhebers illegal. Die Piraten argumentieren gegen ein allgemeines Rechtsempfinden aus Klientelinteressen.

128) StefanP, Mittwoch, 04. April 2012, 20:29 Uhr

@ 118) H.F., Mittwoch, 04. April 2012, 14:26 Uhr @114) StefanP

Sie haben recht. Die Position der Piraten zum Urheberrecht ist schlecht durch Argumente unterfüttert.

Das ist schlecht, schließlich handelt es sich bei dem Thema um die Kernkompetenz der Piraten.

Ihre eigenen Argumente sind leider auch nicht durch Substanz unterfüttert.

Mag sein, Urheber- und Patentrecht ist nicht meine Kernkompetenz. ;-)

129) StefanP, Mittwoch, 04. April 2012, 20:37 Uhr

@115) H.F.

Sie haben behauptet, geistiges Eigentum sei wartungsfrei und verursache keine Kosten. Um dieses jedoch schaffen zu können, müssen sie oft erhebliche Kosten aufwenden.

Nehmen wir doch ein einfaches Beispiel: Ich schreibe ein Buch, nichts Weltbewegendes, vielleicht irgendetwas Triviales und ein nicht sehr substanziertes Sachbuch. Singen kann ich nicht, also bleiben wir dabei. Wegen der polemischen Sprache lieben es viele und landet auf der Bestsellerliste. Dieses Buch habe ich erdacht und wäre es jetzt kein Buch, sondern ein kleines Haus, dass ich gebaut hätte, würde niemand auf den Gedanken kommen, selbst nach meinem Tod das Eigentum an diesem Haus zu bestreiten (Erbrecht nehmen wir hier aus). Doch es ist ein triviales Buch und deswegen sehen Sie die Sache anders. Das ist der Punkt, den Sie bisher nicht wirklich erklären konnten.

130) StefanP, Donnerstag, 05. April 2012, 08:33 Uhr

Vielleicht bietet sich an, wieder über reale Sachpolitik zu kommentieren statt wie die letzten Monate in abwechselnder Folge über Parteien und Bundespräsidenten. Momentan gewinnt der Steuerstreit mit der Schweiz kroteske Züge, die Hardliner auf beiden Seiten, zuletzt Sigmar Gabriel mit seinem Ruf nach dem Generalbundesanwalt, heizen ein Thema an, das eigentlich zum Vorteil beider Seiten längst hätte abgearbeitet sein können.

Looking forward…

131) Michael A. Nueckel, Donnerstag, 05. April 2012, 09:02 Uhr

@ 127) StefanP,
“Die Piraten argumentieren gegen ein allgemeines Rechtsempfinden aus Klientelinteressen.”

Schön auf den Punkt gebracht.

@ 124) Peter Christian Nowak,
“Ja, Gesetze werden oft in den Hinterzimmern der Lobbyisten geschrieben, und manchmal auch direkt auf den Schreibtischen der Abgeordneten. Oder man beauftragt Anwaltskanzleien, die eng mit den Interessengruppen verbandelt sind.”

Richtig, geht aber noch besser, so nach dem Motto, der Abgeordnete als Lobbyist in eigener Sache, siehe FTD v. 3.4.2012 (ganz am Ende des Beitrages “Hengelers bester Mann, dem CDU-Bundestagsabgeordneten Jan-Marco Luczak”)
http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:insolventer-solarkonzern-wie-q-cells-sich-in-die-pleite-beraten-liess/70018377.html, oder hier:

“Auf seiner Website tut der CDU-Bundestagsabgeordnete Jan-Marco Luczak kund, dass er nebenbei “als Rechtsanwalt in einer international ausgerichteten Sozietät” arbeitet. Dies “verschafft ihm die notwendige Freiheit im Denken und Handeln”. Als Mitglied des Rechtsausschusses macht sich Luczak gerade für eine Änderung des Schuldverschreibungsgesetzes stark. Sie soll es Gläubigern von pleitebedrohten Firmen erschweren, sich gegen einen Schuldenschnitt und damit einen Vermögensverlust zu stemmen. Einer der größten Profiteure wäre die international ausgerichtete Sozietät Hengeler Mueller. Sie berät neben Q-Cells den Holzverarbeiter Pfleiderer, der ebenfalls jüngst Insolvenz anmelden musste, weil einige Gläubiger gegen einen Schuldenschnitt geklagt hatten. Für Hengeler eine geschäftsschädigende Angelegenheit. Was Luczak auf seiner Website verschweigt: Die “international ausgerichtete Sozietät”, für die er nebenbei arbeitet, um “Freiheit im Denken und Handeln” zu sichern, ist: Hengeler Mueller. Luczak teilte auf Anfrage mit, dass er keinen Interessenkonflikt sehe.” [Sven Clausen, Kathrin Werner]

132) H.F., Donnerstag, 05. April 2012, 10:15 Uhr

@129) StefanP

#Sie haben behauptet, geistiges Eigentum sei wartungsfrei und verursache keine Kosten. Um dieses jedoch schaffen zu können, müssen sie oft erhebliche Kosten aufwenden.#

Das behaupten Sie. Wenn Sie Bildhauer sind, dann sind die Rohstoffe recht günstig. Wenn Sie Filmproduzent sind, dann sind die benötigten Geräte recht teuer, aber auch das ist nur relativ. Müssten Sie alles von Grund auf entwickeln, dann kämen Sie gar nicht so weit. Die Geräte entsprechen dem “Stand der Technik”, den die Gesellschaft in der Vergangenheit entwickelt hat, und an dem Sie sich jetzt für (relativ) kleines Geld bedienen.

#Wegen der polemischen Sprache lieben es viele und landet auf der Bestsellerliste. Dieses Buch habe ich erdacht und wäre es jetzt kein Buch, sondern ein kleines Haus, dass ich gebaut hätte, würde niemand auf den Gedanken kommen, selbst nach meinem Tod das Eigentum an diesem Haus zu bestreiten (Erbrecht nehmen wir hier aus). Doch es ist ein triviales Buch und deswegen sehen Sie die Sache anders. Das ist der Punkt, den Sie bisher nicht wirklich erklären konnten.#

Sie haben recht. Das Haus würde Ihnen niemand bestreiten. Sie würden klaglos Grunderwerbsteuer zahlen, monatliche Grundsteuer und wenn Ihre Nachkommen das Haus 70 Jahre post mortem noch bewohnen würden, ohne dass sie etwas hineingesteckt hätten, dann wäre es sicherlich abrissreif und hätte einen negativen Wert. Ach ja – Sie müssten natürlich vor dem Haus kehren und Winterdienst machen.

Aus genau diesem Grund bin ich der Meinung, dass geistiges Eigentum nichts wert ist. Was nichts kostet, ist nichts wert. Und wenn der Schutz des geistigen Eigentums nichts kostet, dann ist der Schutz offensichtlich nichts wert da es offensichtlich nichts schützenswertes gibt. Bei Patenten ist das anders, da zahlen die Geschützten.

@123) Peter Christian Nowak

#Mich würde mal interessieren, ob die Buben und Mädels von den Freibeutern so einen Hauch von einer Ahnung haben, was eine Minute fertigen Kinofilms kostet, oder eine Minute Musik auf einer CD. Was es bedeutet, eine Disstertation zu schreiben und welche Kosten mitunter dahinter stecken…#

Das ist eine sehr gute Bemerkung! Ich denke, das wird die nicht interessieren. Zum Thema Film, da kann ich mir nur schwer vorstellen, dass Hollywood nur dann profitabel ist, wenn die Filme bis 70 Jahre post mortem geschützt sind. Wenn die nach wenigen Jahren das Geld nicht wieder eingespielt haben, dann bleiben die im Minus. Die Investoren denken nicht über Jahrhunderte. Die wollen direkt was davon haben. Und bei den Dissertationen ist es so, dass bekanntlich die Promotion nicht über das gedruckte Werk finanziert wird. Wäre das, was Sie wollen?

@121) Michael A. Nueckel

Bei meiner Bemerkung ging es darum, dass StefanP 70 Jahre post mortem gut fand, aber behauptete, er müsse sein Wissen alle 1-3 Jahre aktualisieren, sonst wäre er aus dem Geschäft. Ja was denn nun? Ist das Geschäftsmodell nur dann rentabel, wenn es über 70 Jahre geht? Das passt mit dem aktualisieren nicht zusammen. Aber ich bleibe bei meinem Statement von oben: Geistiges Eigentum ist nichts wert.

133) StefanP, Donnerstag, 05. April 2012, 11:02 Uhr

@123) Peter Christian Nowak

Mich würde mal interessieren, ob die Buben und Mädels von den Freibeutern so einen Hauch von einer Ahnung haben, was eine Minute fertigen Kinofilms kostet, oder eine Minute Musik auf einer CD.

Das ist es. Seit mindestens zwei Jahrzehnten ist in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft Konsens, dass der Westen sein vergleichsweise hohes Einkommens-, Lohn- und Lebensniveau wird nur verteidigen können, wenn es gelingt, den Vorsprung in Wissen und Know-how nicht zu schnell gegenüber den Schwellenländern schrumpfen zu lassen. In der Schaffung von Know-how und damit Innovation, Produktivität und gehobenen Lifestyle-Produkten, die sich billig nachahmen lassen, sind längst die meisten Menschen beschäftigt. Schränken wir Urheber- und Patentrechte international stark ein, legen wir die Axt an unseren Wohlstand.

Ich hätte nicht umbedingt vermutet, bei diesem Thema mit Ihnen zu schlagen. Doch wir werden uns schon wieder streiten. ;-)

134) federkiel, Donnerstag, 05. April 2012, 12:01 Uhr

Man muß sich nur mal in Zeitungsarchiven die wütenden Kommentare und Artikel über die ersten Parlamentszeit der Grünen durchlesen. Fast wortwörtlich diesselben Unterstellungen, Häme, Vorverurteilungen und Hetze. Die von Herrn Spreng avisierte “Entzauberung” oder die Wandlung der Piraten zu “Realpolitikern, das wird noch auf sich warten lassen. Bis die Piraten beim Masschneider einkaufen, ihre Kinder in den Berliner Bonzenkindergarten oder Privatschulen schicken, in Villengegenden ziehen, mit Potentaten Waffenlieferungen vereinbaren, Couponschneider in den Subventionsbranchen der Energie, Vertragspartner russischer Gasabhängigkeit mit anschließendem Managerposten oder im Aufsichtsrat einer führenden Automarke werden, all dies dauert seine Zeit. Diese normale Lebenskorruptheit die geht nicht von heute auf morgen. Und mir sind Piraten ohne politischen festen Plan lieber, als dieses planvolle Ruinieren der nationalen Staatskassen um ein großes Schuldeneuropa ohne Nationalstaaten auf das soziale Niveau nach 1928 runter zu fahren. Da werden wir bei diesen finsteren Ränkeschmieden in Berlin und Brüssel nämlich landen!

135) der Herr Karl, Donnerstag, 05. April 2012, 12:04 Uhr

@ 127) StefanP

Wie ich schon weiter oben anmerkte, prallen bei den Diskussionen um den Schutz von immateriellen Werten zwei grundverschiedene Mentalitäten aufeinander. Auf die von mir hingewiesenen Folgen des angelsächsisch geprägten Rechtes, welches zu riesigen sozialen Spannungen und Umverteilungen in der Welt führt und auf Gier anstatt auf Gemeinwohl gebaut ist und immer mehr unser römisches Rechtsverständnis wegdrängt und aushöhlt, sind Sie leider nicht eingegangen. Das wäre nützlicher gewesen, als in jeder zweiten Zeile Ihre akademische Bildung und ihr auf Leistung ausgerichtetes Wertesystem zu proklamieren.
Genau diese Infragestellung dieser vermeintlich unumstösslichen Werte scheint aber der Erfolg der Piraten zu sein.

136) H.F., Donnerstag, 05. April 2012, 14:42 Uhr

#Wegen der polemischen Sprache lieben es viele und landet auf der Bestsellerliste. Dieses Buch habe ich erdacht und wäre es jetzt kein Buch, sondern ein kleines Haus, dass ich gebaut hätte, würde niemand auf den Gedanken kommen, selbst nach meinem Tod das Eigentum an diesem Haus zu bestreiten (Erbrecht nehmen wir hier aus). Doch es ist ein triviales Buch und deswegen sehen Sie die Sache anders.#

Ich habs mir nochmal überlegt, weil ich selbst ein erfolgreicher Autor von polemischen Büchern bin. Und meine Recherche hat ergeben, dass das erste polemische Buch von meinem Großvater verfasst wurde. Es ist DAS POLEMISCHE BUCH schlechthin. Deshalb ist natürlich das Urheberrecht am polemischen Buch auf mich übergegangen und jedes weitere polemische Buch ist eine Bearbeitung meiners urheberrechtlich geschützten Werks. Sie sagten ja selbst, dass ein abhandenkommen des Urheberrechts für Sie nicht in Frage kommt.

Sie glauben, das ist an den Haaren herbei gezogen? Nicht so ganz. Klaus Kauker analysiert u.a. DSDS Songs. Zb. hier: Komponieren wie Bohlen!

http://www.youtube.com/watch?v=8j3ICZTlX48&list=UUAXAtQN3WqV9Tir_xlgGIyw&index=10&feature=plcp

Zb. ab 8:45 sagt er: “Ich glaube, er möchte damit irgendwelche Plagiatsvorwürfe aus der Welt schaffen, weil solche unmusikalischen Melodien schreibt sonst kein Mensch. Die Akkorde sind so ausgelutscht, dass es wirklich nicht leicht ist, neue Melodien dazu zu schreiben.”

Je kürzer und kleiner die schutzfähigen Teile sind, desto schwieriger ist es, durch das geschützte Gebiet durchzukommen und etwas Neues, bzw. überhaupt etwas Eigenes zu machen. Wenn die Werke 100 Jahre geschützt werden, dann müsste man über 100 Jahre Recherche betreiben, was ein kleiner Künstler wohl kaum hinkriegt. Und wenn alles geschützt ist, dann kann kein weiterer kleiner Künstler mehr kreativ sein.

Ein Großer, wie Dieter Bohlen, der schafft das schon. Zb. “Dreistestes Bohlen Plagiat EVER”

http://www.youtube.com/watch?v=X0q1eA3cUF0&list=UUAXAtQN3WqV9Tir_xlgGIyw&index=2&feature=plcp

Der hat was gefunden und plagiiert einfach und dreist, sagt Klaus Kauker. Warum er damit durchkommt, das begründet er ebenfalls dort. Ich finde, wer sich das anschaut, für den relativiert sich das mit der reinen Lehre zum Urheberrecht.

Und ja, ich weiß, die Clips sind lang, aber ich find, sehenswert.

137) Petra, Donnerstag, 05. April 2012, 15:24 Uhr

Vor Ostern gibt’s noch viel vorzubereiten, deshalb nur kurz: danke für Ihre Antworten
und frohe, erholsame Feiertage

den Piraten:
http://lachhaft.blogspot.de/2009/04/cartoon-no-372_09.html

den Etablierten:
http://www.karikatur-cartoon.de/ostern/ostereier.htm

allen, die mit mir hier im Sprengsatz Feuer und Flamme sind:
http://www.toonsup.de/comics/ostern/ostern_maescot_77?sid=2556218

und dem Rest der Welt!
http://www.hna.de/nachrichten/schwalm-eder-kreis/schwalmstadt/ein-nest-miniklein-2265371.html

138) Don Corleone, Donnerstag, 05. April 2012, 16:19 Uhr

@130) StefanP.

Wieder einmal teile ich Ihre Meinung. Kaffeesatzleserei und parteiliches Bretterbohren mögen recht vergnüglich sein, sind aber großteils Zeitverschwendung aufgrund ihrer mangelnden Relevanz für die wahren Probleme unserer Zeit. Das sind nach wie vor die weltweite, ungebremste Verschuldung, die durch die kalte Küche eingeführte EU-Transferunion, die einem Ermächtigungsgesetz aus unseligen Zeiten gleicht, leistungsfeindliche Steuerpolitik, staatliche und EU-Bevormundung bis in privateste Bereiche der Bürger, politisch korrekte Sprachregelungen und Einschränkungen der Denk- und Meinungsfreiheit — schlicht eine flagrante Enteignung und Entrechtung, die einst als heilig erklärte EU-Verträge ungeniert mit Füßen tritt, aber bisweilen auch das Grundgesetz.
Und so gut wie niemand muckt dagegen auf, weil es ja angeblich “alternativlos” ist.

139) Frank Reichelt, Donnerstag, 05. April 2012, 19:14 Uhr

@ 137) Petra

Sehr schön, vielen Dank!

140) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 05. April 2012, 19:19 Uhr

@132)H.F.
^^Das ist eine sehr gute Bemerkung! Ich denke, das wird die nicht interessieren. Zum Thema Film, da kann ich mir nur schwer vorstellen, dass Hollywood nur dann profitabel ist, wenn die Filme bis 70 Jahre post mortem geschützt sind.^^
Innerhalb eines Jahres sollten die Kosten plus Gewinnmarge drin sein. Da haben Sie völlig Recht. Es geht hierbei auch nicht um die “alten Schinken”, sondern um neue Produktionen. Die sollten halt nicht im Netz verfügbar sein.

@ 133)Stefan P.
Klar werden wir uns wieder streiten. Aber hallo…!
Zu ehrlichen Auseinandersetzungen gehört aber auch, dass man beim “Gegner” Gutes und Richtiges anerkennt, ohne Rechthaberei und polemischem Gefasel. Schließlich geht es um die Qualität der Argumente. Ein Mindestmaß an gepflegter Streitkultur ist ein Muss. Ich denke, da sind wir beide uns einig.

141) Michael A. Nueckel, Donnerstag, 05. April 2012, 19:38 Uhr

132) H.F.: “Geistiges Eigentum ist nichts wert”

Meinen Sie nicht vielmehr, “geistige Schöpfung sei für jedermann frei”? Sie wollen fremde Werke ungeschützt lassen, um diese abändern und, und, und zu können. Also billigen Sie den Werken doch einen Wert zu. Das Problem ist nur, Sie wollen dem Schöpfer “kein Eigentum” (lt. UrhG: Urheberpersönlichkeitsrecht) zubilligen, sprich der “Urheber” soll keinen Schutz vor Verwendung und Veränderung haben? … wer soll dann derart schutzlos noch etwas herstellen? Welcher Schöpfer soll sehenden Auges in seine Enteignung hineinlaufen? Das nenne ich Sozialismus, doch hat das Modell nicht funktioniert – allmählich frage ich mich, welche Mogelpackung die Piraten darstellen.

Nochmals meine moderate, vermittelnde Frage: Ab wann frei?

142) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 05. April 2012, 19:42 Uhr

@131) Michael Nueckel

Die Beispiele, die Sie anführen, zeigen das Dilemma auf. Die Politik wird mehr und mehr in Abhängigkeit solcher Lobbystrukturen gebracht. Das hat schon was von einer routiniert durchgeführten Systematik. Die Dinge, mit denen sie, die Politik, es zu tun hat, sind offenbar zu komplex. Andererseits sind die Ministerien voll mit Fachleuten, die dafür nicht schlecht bezahlt werden, damit sie beratend der Politik zur Seite stehen. Aber genau das ist es meiner Meinung nach: Es fehlt weniger an Fachwissen, sondern am Willen, dem System “Lobby” oder soll ich besser “Korruption” sagen, entgegen zu wirken.
Allein das Beispiel, das Sie aus der FTD angeführt haben, zeigt doch deutlich, wie vernetzt die Lobbykratie mit der Legislative ist, wie Abgeordnete sich kaum dessen bewusst sind, worüber sie eigentlich z.B. heute abstimmen.
Diese Vermischung zwischen den Interessengruppen, mit reichlich Geld und daher Macht ausgestattet, und den Verantwortlichen in der Politik, die eigentlich im Sinne des Gemeinwohls entscheiden sollten, dieser Mix ist die Brisanz, die Sprengkraft für eine gesunde Demokratie.

143) Heiko G., Freitag, 06. April 2012, 08:47 Uhr

“Inhalts- und Ahnungslosigkeit ist die Stärke der Piratenpartei.”

Aber das war doch bisher immer die Stärke von Angela Merkel. Vielleicht wurde hier ein Erfolgsrezept kopiert? Das Durchwurschteln und Durchmurkseln kommt doch von der. Warum beschwert sich Spreng jetzt ausgerechnet darüber? Die verantwortungslosen Richtungsentscheidungen der (noch) inoffiziellen großen Koalition (CDU/SPD) sind doch für den Niedergang der bundesrepublikanischen Politik verantwortlich. Nicht die Piratenpartei. Deren Aufstieg ist dabei nur ein Symptom der völlig pervertierten herrschenden Zustände.

144) Maren P., Freitag, 06. April 2012, 10:36 Uhr

So langsam wird klar, was die Piraten unter “Freiheit” verstehen. Die Freiheit des Andersdenkenden kann es jedenfalls nicht sein! Dieser totalitäre Ansatz ist UNWÄHLBAR!
http://www.derwesten.de/​panorama/​piraten-wollen-wegen-tanzverbot​-am-karfreitag-vors-verfassung​sgericht-id6532922.html

145) H.F., Freitag, 06. April 2012, 10:36 Uhr

@141) Michael A. Nueckel

#Welcher Schöpfer soll sehenden Auges in seine Enteignung hineinlaufen? Das nenne ich Sozialismus, doch hat das Modell nicht funktioniert – allmählich frage ich mich, welche Mogelpackung die Piraten darstellen.

Nochmals meine moderate, vermittelnde Frage: Ab wann frei?#

Sie haben recht. Allerdings bin ich kein Pirat, kann also nur meine eigene Meinung darstellen. Selbstverständlich ist eine Schöpfung NICHT wertlos, Sie hat einen idellen Wert. Bei meinen Bemerkungen ging es lediglich um die kommerzielle Verwertbarkeit. Und da legte ich dar, was nichts kostet, ist nichts wert.

Also ist die Frage, ob die Leute bereit sind für geistiges Eigentum zu zahlen. Generell natürlich, dass einige (zu wenige) dafür bereit ist, reicht nicht. Generell sehe ich diese Bereitschaft nicht und deshalb ist meine Schlussfolgerung: Geistiges Eigentum hat zwar einen ideellen Wert, aber eine kommerzielle Schutzbedürftigkeit sehe ich nicht. Ausnahme: Patente.

146) Thomas Hillebrand, Freitag, 06. April 2012, 13:11 Uhr

@ Michael A. Nueckel

In Ihrer Funktion als Kassenwart des “Sprengsatz” darf ich doch sehr bitten, dass Sie Gleichbehandlung allenthalben walten lassen mögen! Sie hatten ja aus der “Sprengsatz”-Satzung den entsprechenden Paragraphen völlig korrekt zitiert:

“3 Beiträge hintereinander kosten 5 € in die “Kaffeekasse”.”

Demgemäß sollten Sie selbstverständlich auch von @ StefanP. 103) – 105) denselben Betrag einfordern. Gerade als Kassenwart müssten Sie strengste Maßstäbe ansetzen! :-)

Vielen Dank und Frohe Ostern

147) Erwin Gabriel, Freitag, 06. April 2012, 16:14 Uhr

135) der Herr Karl, Donnerstag, 05. April 2012, 12:04 Uhr

Es läuft dochg darauf hinaus: Wenn jeder jedem alles wegnehmen kann, wird keiner mehr etwas schaffen, aus Angst, dass es ihm genommen wird. Er wird aber im Gegenzug versuchen, anderen etwas wegzunehmen. Wenn das Wegnehmen verboten / nicht zulässig ist, muss er selbst etwas schaffen, um auf einen grünen Zweig zu kommen. Letzteres bringt alle weiter bis auf die, die nichts schaffen können oder wollen (gilt allgemein, nicht nur für Wort, Bild oder Ton)

Ansonsten ist die Art, diese ganze Urheberrechtsdiskussion zu führen, etwas weltfremd bzw. einseitig. Jeder, der den anderen ausnehmen kann, tut das, so gut es ihm möglich ist. Denn die Diskussion geht nicht nur um Künstler, Musiker, Maler, Autoren, Regisseure auf der einen und Verbraucher auf der anderen Seite. Dazwischen stecken die Vermarkter, und auch die beuten aus (“idealerweise” beide Seiten).

Die Zeiten, wo ein Problem nur zwei Seiten hatte, sind schon lange vorbei.

148) Günter Springer, Samstag, 07. April 2012, 09:07 Uhr

Die Piratenpartei hat in ihrem Programm vieles aufgenommen, was die sogenannten Volksparteien vor den Wahlen versprechen und danach sofort wieder vergessen. Der Erfolg der PP beruht meiner Meinung einmal aus einem Protest gegen die Regierenden und am unerschütterlichen Glauben daran, das es noch Ehrlichkeit geben könnte.
Im höchsten Maß ist aber bedenklich, oder auch nicht, daß die zur Zeit an den Machthebeln hängenden Verantwortlichen aus Dummheit, Überheblichkeit und Arroganz es nicht sehen wollen, daß sich das Wahlvolk immer mehr von ihnen abwendet.
Mit Verlaub, um ein Wort von Volker Pispers zu gebrauchen: Das Volk ist nicht politikverdrossen nein es ist Politikerverdrossen! Kann man es noch treffender sagen? Ich glaube nicht.

149) M.M., Samstag, 07. April 2012, 11:35 Uhr

@144)
Ich war gestern bei der kroatischen katholischen Karfreitagsprozession in Frankfurt am Main. Sie lief dieses Jahr ohne Störer(“sog. Tänzer”) ab. Etwa 700 Gläubige beteiligten sich in einem Rundkurs vom Römerberg ueber die Zeil bis zum Mainufer und zum Batholomäus-Dom. Es nehmen dort auch Katholiken aus anderen Nationen teil.

http://www.kathnews.de/piraten-tanz-demo-in-frankfurt-verboten

Zitat:”Das Frankfurter Ordnungsamt hat die Demonstration der Piraten-Partei, die an Karfreitag stattfinden sollte, verboten. Bei der Protestveranstaltung sollte laute Musik gespielt werden, „die zum Tanzen einlade“, so die Piraten. Der Sprecher der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau bezeichnete das Vorhaben der Piraten-Partei als „respektlos“.”

150) Hanns Binder, Samstag, 07. April 2012, 15:46 Uhr

Ich bin vielleicht nicht mehr jung genug und von den Überzeugungen her -was soll der Staat? Was soll der Bürger? lupenreiner Liberaler. Wer sich einen solchen Namen gibt, kann und will vielleicht nicht eine Partei sein. Es sind “Räuber” – Stimmenräuber. Sympathisch ist mir, dass sie aus diesem viel zu groß gewordenen Topf der Nichtwähler auch Stimmen fischen. Bei den prognostizierten Zahlen – sofern es Wahlergebnisse werden – werden plötzlich Hunderte überwiegend junger Leute erstmals in ihrem Leben ein berechenbares festes Einkommen und eine 60-Stunden-Woche (mindestens) kennenlernen. Vorurteil?

Viel Spass dabei.

151) Jörg Rowohlt, Samstag, 07. April 2012, 17:47 Uhr

Christopher Lauer wird hier – soweit ich sehe – durchwegs abgelehnt. Deswegen eine Gegenstimme von mir: Ich halte ihn für einen der talentiertesten Piraten, von dem wir noch einiges hören werden, wenn die Piratenpartei es schafft ihre hinlänglich beschriebenen Defizite zu füllen.

Aber Rauchen ist sicher ungesund.

152) Dr. Dr. Joachim Seeger, Sonntag, 08. April 2012, 16:14 Uhr

CDU/CSU kann von den Piraten profitieren!

Eigentlich gibt es eine “linke Mehrheit” in Deutschland: SPD, Linkspartei, Grüne und Piraten. Diese Parteien sind untereinander so zerstritten, dass letztlich die CDU/CSU davon profitieren kann. Die Piraten demonstrieren mangelnde Kompetenz in vielen Bereichen und sind für die “übrigen Linksparteien” nicht koalitionsfähig. Die CDU/CSU kann sich zukünftig ihren Koalitionspartner aussuchen: SPD oder Grüne!

153) Zbig, Montag, 09. April 2012, 17:14 Uhr

Das war kein Sprengsatz, sondern eine müde Nassverpuffung

154) Pirat MW2, Dienstag, 10. April 2012, 18:09 Uhr

Wenn man ihren Beitrag im Zusammenhang mit den anderen Piraten-Beiträgen liest, ergibt sich das Bild eines analytisch geschulten Medienprofis (für das auch ihre Biographie spricht), der allerdings weder ausreichend informiert noch up-todate zu sein scheint, da die Vorhersagen der Septemberblogeinträge nicht wirklich der Realität entsprachen und das Programm schon weiterentwickelter ist, als sie es darzustellen versuchen. Also, wird die Hürde halt höher gehängt: “Jetzt scheiter sie sicher bei der BTW2013″,etc. – “Kulturfeindlich” ist wohl ihr Dankeschön an die Lobby, woher sie die “Arroganz” und die Verweigerung sich neues Wissen anzueignen, weiß niemand und ist billige Polemik, aber dazu ist es ja ein Blog, oder? ;) http://600piecesof8.wordpress.com/2012/03/29/geheimnis-des-erfolges/

155) Fassmann, Mittwoch, 11. April 2012, 00:42 Uhr

Die Blockparteien sind längst entzaubert, da können Piraten auch nichts verschlimmern, also was soll der Aufstand? Bisher haben die Piraten weder ihre Wähler, Mitglieder noch sonstwen verraten, das ist doch schon was und für die horrenden Schulden zeichnen sie auch nicht verantwortlich, so what?

156) Art Vanderley, Donnerstag, 12. April 2012, 13:27 Uhr

Über ihren einseitigen Transparenz – Gedanken hinaus versuchen die Piraten , die linksliberale Lücke zu füllen , ein Feld , das die FDP geräumt hat und die Grünen nicht ausreichend ausfüllen.

Gelingt ihnen das , haben sie eine Chance auf dauerhafte Etablierung, allerdings unter Verlust eines Teils der jetzigen Wähler , die die Partei in der Tat gegen die Etablierten wählen.
Nicht jeder dieser Wähler sympathisiert mit linksliberalen Positionen , trotzdem bleibt der Partei nichts übrig , als irgendwann klarere Konturen zu entwickeln , so sympathisch das momentane “Drauflos-Machen” auch sein mag.

Die Piraten müssen schon aufpassen , daß sie sich nicht zu sicher sind , in ihrem Herkunftsland Schweden sind sie im Moment zurückgefallen auf das Niveau einer Partei , die unter “Sonstige” firmiert.

157) Thomas Hillebrand, Donnerstag, 12. April 2012, 19:36 Uhr

Falls Sie, lieber Herr Spreng, dieses wirklich schöne Selbstgespräch aus dem Standard.at von Robert Misik über die Piraten noch nicht kennen sollten:

http://derstandard.at/1333528708789/Videocast-von-Robert-Misik—Folge-228-Wer-braucht-die-Piratenpartei

Ich denke, es/er kommt Ihrer Meinung doch recht nahe…

Wie ist Ihre Meinung?

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