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Sonntag, 08. April 2012, 13:36 Uhr

Tabubrech der dummen alten Männer

War das wieder eine Woche. Voller Hyperventilation. Über einen, von dem man zu Recht lange nichts gehört und gelesen hatte: Günter Grass. Über einen (politisch) dummen alten Mann, der mit einem anderen (politisch) dummen alten Mann endlich gleichziehen und ihn übertrumpfen wollte.

Grass kann zufrieden sein. Er hat es geschafft: er hat die “Auschwitz-Keule” von Martin Walser eindeutig getoppt. Er kann immer noch mehr Menschen aufregen als Walser.

Grass hat das Rennen der dummen alten Männer um den Pokal des unterschwelligen Antisemitismus gewonnen. Auf den letzten Metern der Zielgeraden. Oder, wie er schreibt, “mit letzter Tinte”. Hätte sein Tintenfass nicht so ausgetrocknet sein können wie sein lyrisches Talent?

Darauf kann er wahrlich stolz sein: auch mit 84 kann er die Feuilletons und den öffentlichen Diskurs noch in den Turbo-Modus treiben. Antisemitismus geht immer. Es ist ja auch einfach: man muss nur die Opfer zu Tätern erklären und ein paar unselige Analogien zwischen Juden und Nazis herstellen. Und das Ganze zum Tabubruch erklären.

Es war aber nur Tabubrech. Grass, und da wird es wirklich “ekelhaft” (Reich-Ranicki), behauptet, er sei gezwungen, sein Schweigen zu brechen, weil im Nazi-Deutschland zu lange geschwiegen wurde. Er, dessen Schweigen über seine eigene SS-Vergangenheit im neuen, freien Deutschland noch 60 Jahre anhielt.

Es ist wirklich so, wie Marieluise Beck von den Grünen den berühmten Satz des israelischen Psychoanalytikers Zvi Rex zitierte: “Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen”. Auch ein Grass verzeiht nicht. Wenn überhaupt, nur sich selbst. In Gedichtform. Versuchte Selbstentlastung auf Kosten der Juden.

Fehlt nur noch “Man wird doch mal sagen dürfen”. So wie bei seinem etwas jüngeren Bruder im Geiste, Thilo Sarrazin (bei ihm muss man nur Juden durch Muslime ersetzen). Bei dem einen wollen die Juden 80 Millionen Iraner mit einem atomaren Erstschlag “auslöschen”, bei dem anderen die Muslime die Deutschen durch ungebremste Kinderproduktion.

Beide haben Fans, auf die sie stolz sein können. Die Rechtsradikalen, die Dumpfköpfe von der NPD. Aber Grass, der Weltliterat toppt natürlich auch hier Sarrazin und Walser. Seine Fangemeinde reicht bis in den Iran, bis zu den Staatsverbrechern (Grass nennt ihren Führer fast liebevoll “Maulheld”), die das Werk der Nazis vollenden wollen.

Israel hat jetzt ein Einreiseverbot gegen Grass verhängt. Ein bisschen viel der Ehre. Dass aber  Grass das noch erleben durfte: Nobelpreis und Einreiseverbot – das hat noch keiner geschafft.

Gott schütze uns vor dummen alten Männern!

P.S. Leider gibt es noch eine Parallele am Rande: So, wie “Der Spiegel” Sarrazins Tiraden unkommentiert abdruckte, so verfuhr auch die von mir geschätzte “Süddeutsche Zeitung” mit dem sogenannten Gedicht von Grass. Journalistische Feigheit vor dem Feind – oder vor dem Freund? Oder Abdruckbedingung für die Exklusivität, für den Coup?

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

154 Kommentare

1) U.K., Sonntag, 08. April 2012, 14:00 Uhr

Wesentlich schlimmer finde ich die völlig überzogene und verlogene Art und Weise,
wie wir überhaupt mit unserer Vergangenheit umgehen.

Man darf bestimmte Sachen nicht mehr sagen / schreiben, weil das irgendwann irgendwo mal von den
Nazis gesagt wurde.
Beste Beispiel ist das unsägliche * Arbeit macht frei *, was einer ähm Moderatorin ( ok.. das ist eigentlich zu hoch gegriffen) den Job gekostet hat.
Wie unfrei Nichtarbeit macht, wissen Millionen Mitbürger zu genau.

Wir können Aussagen gegen Juden, Israelis oder andere Ausländer noch so sehr mit echten nicht polemischen Fakten unterlegen, trotzdem ist man dann automatisch ein Nazi.

Weil wir nicht in der Lage sind, mit unserer Vergangenheit abzuschliessen,
weil wir uns dieser nicht im wirklichen offenen Dialog stellen,
sind wir über diese Schiene ständig erpressbar,
können über diese Schiene jederzeit Karrieren zerstört werden.
Und natürlich kann sich über diese Schiene jederzeit jemand wie Sarazani oder jetzt Grass
auf die ein oder andere Art profilieren.

Sicher soll sich die Geschichte nicht wiederholen,
aber gerade unser hysterisch verkrampfter Umgang damit verhindert das .

Eine vorurteilsfreie Behandlung des Themas wäre der Sache wesentlich dienlicher.
Und die Erkenntnis, das wir keine Erbschuld in uns tragen, ebenso.

Ganz im Gegenteil, die vorherschende Einstellung verhindert Lösungen.
Wenn ich nicht sagen darf, ein überproportionaler Anteil an Mitbürgern ausländischer Herkunft
ist auf den Sozialstaat angewiesen und gleitet in die Kriminltät ab,
kann ich auch nicht nach Lösungen für das Problem suchen / suchen lassen.

Wenn sich die Welt in der Tonlage über ein Gedicht vom Grass aufregt, ihn niederschreit,
statt sich sachlich mit auseinander zu setzen, kommt ein Altnazi und erklärt seinen Anhängern :
seht ihr, die Juden unterdrücken uns noch immer.

Ich wünsche mir gerad bei diesem Thema Sachlichkeit, Ehrlichkeit und Offenheit.

2) Tobias Söchtig, Sonntag, 08. April 2012, 14:26 Uhr

Die Beweggründe von Günter Grass sollten uns weniger beschäftigten. Ob er wirklich antisemitische Neigungen hat, kann an dieser Stelle nicht belegt werden. Der Konflikt zwischen Israel und Iran hat derart ernste Ausmaße angenommen, dass vielmehr darüber gesprochen werden sollte.

Eine einseitige Betrachtung dieses Konflikts in Richtung Israel kann nicht zielführend sein. Ob der Iran tatsächlich einen Angriff auf Israel wagen würde ist, nach derzeitiger Ausgangslage, sehr unwarscheinlich. Zumal diese (bisher) nicht im Besitz von Atomwaffen sind. Auch ob der Iran Atomwaffen herstellt ist nicht eindeutig geklärt. Bevor dieses nicht einhundertprozentig erwiesen ist, darf kein Angriff erfolgen. Ich darf an dieser Stelle an die Beweggründe für den Beginn des verherrenden Irak-Krieges im Jahr 2003 erinnern.

Der in weiten Teilen der Politik sehr geschätzte Nahost-Experte und Politikberater Michael Lüders formulierte folgende These, die verdeutlicht, was ein (präventiver?) Angriff Israels auf Iran bedeuten würde:

“Ein Krieg gegen den Iran würde sich über Monate und Jahre erstrecken und er würde die gesamte Region zum Explodieren bringen. Das hätte verheerende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Es wäre ein Krieg, der politisch nicht mehr einzudämmen wäre, wie bei einer chemischen Kettenreaktion. Das ist ein ganz anderes Kaliber als der Krieg gegen den Irak oder Afghanistan. Ein solcher Angriff würde das Jahrhundert prägen, wie der erste Weltkrieg das vorige Jahrhundert geprägt hat.” (siehe: http://www.tagesschau.de/ausland/iraninterview104.html)

Des Weiteren sagte Lüders, wann genau erinnere ich mich leider nicht mehr, dass gegenüber Iran eine Art “neue Ost-Politik” geführt werden sollte. Dies würde “Wandel durch Annäherung” bedeuten.

Ob er damit gänzlich Recht hat, ist selbstverständlich umstritten. Dem Iran aber die Pistole auf die Brust zu setzen und keinerlei Spielräume zu lassen, führt letztlich zu einer Eskalation des Konflikts.

3) Thomas Hillebrand, Sonntag, 08. April 2012, 14:28 Uhr

Na endlich! Ich wartete schon auf Ihren Artikel dazu. Vielen Dank!

Um meine Gesundheit zu schonen, verweise ich einfach auf diesen Beitrag von Jakob Augstein, der die EINZIG (!!!) sinnvolle Antwort auf Grass hat! Zudem steht natürlich auch drin, wie so ein Artikel wie dieser hier von unserem manchmal so schrecklich vorhersehbaren Herrn Spreng zu bewerten ist:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,826163,00.html

Liebe eigenständig Denkende, lest diesen Artikel von Augstein! Alles andere habt ihr in den letzten Tagen in jedem Käseblatt landauf und landab und in jedem TV-Kanal und in diesem Blog schon gelesen und gesehen!

Es lebe der alte, eitle, narzisstische, kühl kalkulierende und hier auch literararisch miserable Günter Grass für seine WAHRHEITEN!

4) M. Schneid, Sonntag, 08. April 2012, 14:43 Uhr

Aber Günter ohne H, so korrekt muss man schon sein, wenn nan kommentieren will. Alter Lokalzeitungsspruch: Wenigstens die Namen müssen stimmen (aber ich stimme auch inhaltlich zu :-) )

5) rainer, Sonntag, 08. April 2012, 15:04 Uhr

…….es macht doch richtig Freude zu sehen wie sich die Deutschen im Staube wälzen vor dem Staate Israel….lach

6) Thomas Hillebrand, Sonntag, 08. April 2012, 15:16 Uhr

Nachtrag

Die triefende Polemik in Ihrem Artikel, Herr Spreng, will gerade ich nicht kritisieren; ich mag das grundsätzlich und schreibe selber so. Und wenn Sie dann manchmal auch gegen meine “Feinde” polemisieren (z.B. Guttenberg/Wulff), dann genieße ich es ja auch richtig. Deshalb: geschenkt!

Aber der von Ihnen (von mir weniger) geschätzten “Süddeutschen Zeitung” am Zeug zu flicken, hieße doch hochgerechnet, dass Ihrer Meinung nach Grass’ “Gedicht” hätte nirgendwo unkommentiert veröffentlicht werden sollen, oder? “Spiegel” wie “Süddeutsche” meinten ja offenbar, dass der mündige, selbstverantwortliche Leser sich vorerst selbst einen Reim auf das Gelesene machen solle – ohne Interpretationshilfe. Was ist daran zu kritisieren? Den Leser an die Hand nehmen und die eigene Meinung aufquatschen mag man in einigen Publikationen des Springer-Hauses so pflegen, doch das muss ja nicht zwingend Standard werden!

7) Horst Schmidt, Sonntag, 08. April 2012, 15:57 Uhr

Nun glaube ich michael spreng unterliegen einem gewaltigen Irrtum. Egal was Grass Sinnvolles oder Sinnloses, Erhellendes oder Vernebelndes geschrieben hat, die Reaktion auf sein Geschriebenes, dieses gewollte “Mundtotmachen” ist den Initiatoren, den ewig “Feuer-Rufenden” gründlich aus dem Ruder gelaufen. Der Geist, der jetzt aus der Flasche entweichen konnte, ist nicht mehr einzufangen.

Die israelische Regierung hat mit er Anwendung eines Gesetze aus dem Jahre 1952, welches die Einreise von NAZIS untersagt den Punkt aufgezeigt, den sie nie hätte überschreiten sollen.

Sie erklärt Günter Grass zum NAZI, weil sie ihm den unterstellten Antisemitismus nicht nachweisen kann. Das ist ein eigentlich nicht hinzunehmender Affront gegen die Bundesrepublik Deutschland und müßte eigentlich eine regierungsamtliche, diplomatische Reaktion nachsichziehen.

P.S. Sind Sie denn immer noch an das Schreiben gebunden, welches Sie unterzeichnen mußten? Das “Springersche Gesetz” der Meinungsfreiheit!

8) JM, Sonntag, 08. April 2012, 16:05 Uhr

100%ige Zustimmung, dem gibt es nichts hinzuzufügen! Ein gelungener Abschluss-Kommentar zu einem peinlichen Theater.

Zu Beginn dachte ich noch, dass die Antisemitismus-Vorwürfe seitens der Presse vllt etwas überzogen seien. Doch tatsächlich: Wer genauer hinschaut bzw. hört, muss leider feststellen, dass sich Grass in dem “Gedicht” nicht etwa nur gegen “die israelische Regierung” o.ä. gestellt hat, sondern sehr wohl in letzter Konsequenz das Existenzrecht Israels in Frage stellt.

Zugegeben, nicht in “klassischer” Manier a la “die Juden haben keinen eigenen Staat verdient”, sondern nach dem Motto: “Das hat kein Sinn mit dem Staat da unten, das bringt nur Ärger”.
Populistischer geht es kaum. Dass der einfache, oder gar direkt betroffene Mann (aber auch der gemeine Internet-Foren-User) angesichts agressiver Präventivschlag-Rhetorik, paranoidem Sicherheitsgebahren und überzogenem Festhalten an Landnahme als einzigem Mittel zur Erhaltung des Staates Israel (was zweifelsohne stets zu kritisieren ist) den Überblick verliert, wer hier Agressor, und wer Eingekreister war und bis heute ist – stattgegeben.

Aber einem Mann wie Grass, der selber den Anspruch hat, politisch und gesellschaftlich relevant zu sein, darf man bei solchen Aussagen (Israel als “atomarer (!) Erstschläger”, “Gefahr für die ganze Welt”, etc) und solcher (bewusster?) Geschichts-und Realitätsverdrehung durchaus unterstellen, andere Motive zu verfolgen. Nämlich die pseudo-psychologische Unterfütterung, dass es der Jude an sich sei, der nicht anders könne als dominant, besserwisserisch und authoritär (zb in der Region) zu sein.

Von der Feststellung, dass solches – natürlich auch oft existierende – paranoide Gebahren vor allem Ausdruck 2000jähriger Verfolgung ist, die sich bis heute in der Nichtanerkennung des Staates Israel (und zwar keineswegs nur aus politischen Gründen einer evt. Fremdbesatzung!) und wahnwitzigen iranischen Statements fortsetzt, felht jede Spur. Und das ist dann – per definitionem – populistische, weil verkürzende und verallgemeinernde, antisemitische Hetze.

Aber gut, vllt ist er doch nur ein alter, dummer Mann, der seine alten, vor linkem Realitätsverlust strotzende, Ressentiments pflegt.

9) sakia, Sonntag, 08. April 2012, 16:15 Uhr

Schade, dass Sie sich hier so oberflächlich mit dem Gedicht auseinandersetzen! Oder sind Sie etwa der Meinung, dass zwei zitierte Wörter (“auslöschen”,”Maulheld”) da ausreichen?

Das Gedicht ist politisch und meint die israelische Regierung. Es ist einfach nur beschämend, wie der Begriff “Antisemitismus” Mittel zum Zweck wird, um einer inhaltlichen und sachlichen Debatte möglichst fern zu bleiben. Grass’ Lösungsvorschlag im Konflikt mit dem Iran ist Diplomatie statt Krieg, was bei allen oberflächlichen Schreiberlingen neuerdings als “irre Poesie” und “antisemitisch” verklärt wird.

In dem Sinne würde ich Ihren Beitrag folgendermaßen beenden:
Bild schütze uns vor der inhaltlichen Debatte!

Und solange das so bleibt profitieren wir auch noch vom “Erstschlag”, ganz gleich wer ihn von welcher Seite verübt. Schließlich braucht der drittgrößte Waffenexporteur einen stabilen Absatzmarkt in instabilen Regionen.

10) Maren P., Sonntag, 08. April 2012, 16:38 Uhr

Vielleicht fühle ich mich bei Ihrem Beitrag so unbehaglich, Herr Spreng, weil Sie, ohne den inkriminierten Text zu verlinken, auf Grass als Person einschlagen. So entsteht der Eindruck, als hätten Sie selbst sich mit dem Text gar nicht eingehender befasst, sondern “blind” eine bestimmte Position dazu einfach übernommen. Dass es auch Zustimmung unter Gruppen gibt, die weder den deutschen Nazis noch den Jubelpersern zuzurechnen sind, unterschlagen Sie. Das bin ich bei Ihnen gar nicht gewohnt. Das Gedicht ist mMn schwach, Grass ist kein Lyriker. Er hätte eine andere literarische Ausdrucksform wählen müssen. Aber egal, eine Kunstform darf zuspitzen, überzeichnen und künstlerisch verfremden. Ohne, dass ihm nun sofort von vielen Seiten Anti-Semitismus, eine anti-israelische oder pro-iranische Haltung unterstellt wird. Und das allermeiste, was ich bisher von der Berliner Politikerkaste dazu gelesen habe, ist doch eher, ehrlich gesagt, als reflexhafte Betroffenheitslyrik abzuhaken. In Israel gibt es dazu durchaus eine differenzierte Sichtweise und ich bin froh, dass dort Netanjahus Sichtweise nicht blind übernommen wird. Genau wie hier unter Grass’ Kolleginnen und Kollegen auch nicht.

11) StefanP, Sonntag, 08. April 2012, 16:53 Uhr

Günter Grass geht mit der gespielten Naivität einer Schönheitsköniginanwärterin vor, sein Gedicht trieft vor Selbstgerechtigkeit (die man an ihm kennt) und egomanischer Eigenliebe. Er heuchelt Verbundenheit mit Israel und schreibt als wäre er nie dagewesen. Wie kommt dieser mit den Jahren erfolglos gewordene Schriftsteller darauf, dass seine politische Meinung irgendwie zählen könnte? Und wie kommt die Süddeutsche darauf, einem ewig Gestrigen ein prominentes Forum zu bieten? Das darf doch wohl mal gesagt sein!

Er schreibt von Heuchelei und vergisst sein eigenes geheucheltes Leben. Er redet von Gewaltverzicht und Atomkontrolle, meint damit jedoch nicht den Staat und dessen Präsidenten, der dem demokratischen, auf Gewaltenteilung beruhenden Staat Israel die völlige Vernichtung angedroht hat und dies möglicherweise mit einem geheimen Atomwaffenprogramm verfolgt.

Nein, Grass lohnt kein weiteres Wort mehr.

12) onli, Sonntag, 08. April 2012, 17:02 Uhr

Kritik an Isreal ist nicht automatisch Antisemitismus, Kritik an einem möglichen Atombombenangriff genausowenig, Kritik an Deutschland, wenn es dafür geeignete Waffen liefert am allerwenigsten.

Es wird sich nur darüber aufgeregt, weil es jemand wagt, Israel zu kritisieren, was ja nicht geht. Ich verstehe woher das kommt, aber es ist einfach nur feige. Ja, auch von Ihnen.

(Nebenbei: Gedichtsform? Ich finds interessant, dass das Gedicht nicht in Gedichtsform ist)

13) m.spreng, Sonntag, 08. April 2012, 17:05 Uhr

@ 4) M.Schneid

Peinlicher Schreibfehler. Schon korrigiert.

@ 7) Horst Schmidt

Sie werden es nicht glauben: Die Springer-Leitlinie über die Aussöhnung mit dem jüdischen Volk und das Existenzrecht Israels war für mich einer der Gründe, zu Springer zu gehen.

14) Horst Schmidt, Sonntag, 08. April 2012, 17:33 Uhr

Um für die Aussöhnung mit Israel zu sein und das Existenzrecht dieses Staates (ohne definierte Genzen!) zu sein, bedarf es einer Leitlinie, der auch Sie folgen wollten?

Habe immer geglaubt, dafür reiche gesunder Menschverstand aus und die Lehren aus der Geschichte zu beherzigen.
Nichts für ungut, aber etwas ratlos lassen Sie, michael spreng, mich mit diesem Geständnis schon zurück.

15) Minassian, Sonntag, 08. April 2012, 17:34 Uhr

Grass gelang eigentlich immer nur die grüblerische Pose eines Intellektuellen. Als Schriftsteller war er einer der meistüberschätzten mit einer verquasten und verschwurbelten Schreibweise. Die Verleihung des Nobelpreises habe ich nie verstanden. Er erhob sich zum moralisch mahnenden Zeigefinger der Nation, bequemte sich aber erst nach 60 Jahren zuzugeben, SS-Mitglied gewesen zu sein.
Was sind da Wulff, zu Guttenberg und Konsorten im Vergleich mit dieser Lebenslüge eines eitlen, Egozentrikers, der vor sich hinbrabbelt, zuviel Publikum bekommt und wahrscheinlich in Kürze in vielen talk-shows mit gefurchter Stirn seine kruden Thesen zu verteidigen versuchen wird.

16) m.spreng, Sonntag, 08. April 2012, 17:42 Uhr

@ 14)

Horst Schmidt

Das ist jetzt Verdrehung. Ich brauche keine Leitlinien, aber die Springer-Essentials entsprachen meiner Meinung.

17) Frank Reichelt, Sonntag, 08. April 2012, 17:48 Uhr

Der Einfachkeit halber wiederhole ich hier einen älteren Kommentar:

45) Frankilein66, Dienstag, 21. Juni 2011, 22:46 Uhr

Meiner Meinung nach war es ein schwerer, tödlicher Fehler das britische Mandatsgebiet in dieser Form in den Staat Israel umzuwandeln. Natürlich hatten die Juden nach dem Holocaust das Bedürfnis und auch das Recht endlich ihren eigenen Staat zu bekommen. Aber nicht dort, umgeben von unversöhnlichen Todfeinden.
Beim Schach nennt man so etwas einen Pfahl im Fleische! Ein weit vorgerückter Bauer des Gegners im eigenen Lager muss, solange es möglich ist, vernichtet werden.

Allein die Tatsache, dass Israel sportlich zu Europa gehört und nicht in der Lage ist, Sportwettkämpfe mit seinen Nachbarn auszutragen spricht doch Bände.

Als Resultat haben wir ein bis an die Zähne bewaffnetes Land, das jederzeit mit Bombenbeschuss und Anschlägen rechnen muss, was für ein Leben! Ein Volk, das die den größten Gewaltexzess der Geschichte über sich ergehen lassen musste, kann sich selbst nur durch die permanente Anwendung von Gewalt schützen, was für eine Ironie!

Ich habe keine Lösung für dieses Problem, aber diejenigen die sich beruflich damit beschäftigen auch nicht. Also werden weiterhin regelmäßig Palästinenser und Israelis sterben, die Spirale der Vergeltung!

Wenn ihr das für antisemitisch haltet, kann ich euch auch nicht helfen!

18) Horst Schmidt, Sonntag, 08. April 2012, 17:53 Uhr

@ michael spreng

Wollte nichts verdrehen! Nur darf ich mir doch die Frage stellen, warum soll ich mich schriftlich dazu verpflichten? Ich habe einen Eid geleistet, auf die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland und Berlin. Punkt!

19) Kuro Sawai, Sonntag, 08. April 2012, 18:14 Uhr

Si tacuisses! Ihr Blogbeitrag, Herr Spreng, hat mich enttäuscht. Ich hätte Ihnen mehr Substanz und Standfestigkeit zugetraut. Sich ausgerechnet an einer medialen Hexenjagd zu beteiligen. Bei anderen Gelegenheiten haben sie mehr Sachlichkeit und Scharfsinn gezeigt. (siehe auch Kommentar 10)
Sie haben schlecht oder gar nicht recherchiert bei der Frage nach Netanjahus Einreiseverbot gegen Grass. Herr Schmidt (Kommentar 7) wies zurecht darauf hin.

Mich hat dieser ganze kurzlebige Medien-Bohei um ein literarisch belangloses Gedicht und einen Hochbetagten, des sich zum Atomkriegswarner berufen fühlte, nur abgestoßen. Selbst wenn man seine Meinung nicht teilt, warum brüllt man ihn derart nieder? Sie haben – erkennbar ohne Not – mit den “tollwütigen” Wölfen geheult. Schämen Sie sich dafür!

Die einzige Frage, die sich zu diskutieren lohnt im Sachzusammenhang ist m.E. die staatlich genehmigte Lieferung eines atomraketenfähigen U-Boots in das brisante Krisengebiet Nahost. Das ist normalerweise gegen die deutschen Gesetze. Wird es eine verfassungsgerichtliche Aufarbeitung dazu geben?

20) Maren P., Sonntag, 08. April 2012, 18:23 Uhr

Richtig schlimm finde ich den Außenminister-Darsteller Guido Westerwelle (FDP), der sagte: “Iran treibt sein Nuklearprogramm ungeachtet aller internationaler Kritik voran. Es gibt glaubhafte Hinweise auf eine mögliche militärische Dimension. Iran verweigert völkerrechtswidrig seit Jahren umfassende Zusammenarbeit bei der Kontrolle seines Nuklearprogramms.” (Zitat aus SPON)
Das nenne ich verdruckstes Schweigen und, ja, irgendwie furchtbar verlogen! Immer im Interesse der Waffenindustrie!

Israel selbst verfügt über Atomsprengköpfe, hat den Atomwaffensperrvertrag jedoch bis heute nicht unterzeichnet – im Gegensatz zum Iran. Israel verweigert sich jedweder internationaler Kontrolle durch die IAEA! In diese Krisenregion will die Bundesregierung Israel ein weiteres U-Boot liefern, dass diese Raketen mit den atomaren Sprengköpfen verschießen könnte!

Meint Westerwelle (s.o.) mit den “glaubhaften Hinweisen auf eine mögliche militärische Dimension” etwa die Qualität der Hinweise, die die USA zum Einmarsch in den Irak vorgebracht haben?

Vor diesem Hintergrund war es allerhöchste Zeit, dass ein Prominenter wie etwa Grass das Thema anspricht. Auch auf die Gefahr hin, von den Springer-Medien gescholten und von der “falschen” Seite Beifall zu erhalten. Es ist doch nur noch peinlich, wenn alle nur noch reflexhaft hyperventilieren.

21) Marco, Sonntag, 08. April 2012, 18:43 Uhr

Eine Atommacht (Israel), die unter dem Schutz einer weiteren Atommacht steht (den USA), fühlt sich von einem Staat existenziell bedroht, dem man noch nicht einmal nachweisen kann, dass er tatsächlich Nuklearwaffen produziert. Ein Staat, der – sollte er tatsächlich versuchen, Israel anzugreifen, vernichtet werden würde (ich verweise hier u.a. auf das Zitat Jacques Chiracs: “Wenn der Iran eine Atomwaffe abfeuern würde, dann würde „diese Rakete automatisch zerstört, bevor sie auch nur iranischen Boden oder zumindest den iranischen Luftraum verlassen hätte“, sagte Chirac im zweiten Interview. „Wir haben die Mittel.” – Frankreich: Chirac verplaudert sich beim Thema Iran – weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/politik/ausland/irans-atomprogramm_aid_123828.html).
Aufgrund dieser Bedrohung hat Premier Netanjahu in Washington das Recht für sich reklamiert, den Iran anzugreifen, bevor dieser die Möglichkeit hat, Atmowaffen zu produzieren, sozusg, einen präventiven Präventivkrieg zu führen. Sollte dies geschehen, würde der Einsatz bunkerbrechender Waffen mit einem Kern aus abgereichertem Uran in Kombination mit Urananreicherungsanlagen als Ziel zu einer gewaltigen Menge von radioaktiven Kleinstpartikeln führen, die mittels Wind und Regen ganze Landstriche auf Dauer verseuchen können. Der Iran würde versuchen mit allem was er hat zurückzuschlagen, was dann spätestens die Amerikaner auf den Plan rufen würde. Der Zweitschlag der Israelis und die Reaktion der Amerikaner würden von den iranischen Industriezentren nicht viel übrig lassen.
Davon redet kein Mensch. Und anstatt den Grass, der darauf hingewiesen hat, in der Sache zu kritisieren – etwa für sein unnötiges kokettieren mit dem Tabubruch – diffamiert man ihn als Antisemiten. Die Kritik, der er geübt hat, wird in Israel, von Israelis wie dem früheren Mossadchef Meir Dagan ebenfalls geübt. Das sind dann alles “selbsthassende Juden” , oder wie?
Wenn man solche “Freunde” hat, wie Israel hier in Deutschland, in den USA und anderswo, braucht man wahrlich keine Feinde mehr. Ohne Nachzudenken wird auf jede Art von Kritik eingeprügelt – und wie! Antisemit, Alterstarrsinn, Demenz, jede Menge unflätige Beschimpfungen, anstatt sachlicher Kritik. Das ist erbärmlich und traurig – und es spricht Bände über deutsche “Diskussionskultur”. So, dass musste auch mal gesagt werden, danke!

22) Erika, Sonntag, 08. April 2012, 19:09 Uhr

Meinungsfreiheit nur, wenn einem die Meinung gefällt?

http://www.theintelligence.de/index.php/politik/international-int/4241-sagenmuessenduerfen-wirbel-um-grass-gedicht.html

23) JM, Sonntag, 08. April 2012, 19:32 Uhr

Lieber Herre Spreng, sich jetzt hier mit Horst Schmidt (7) und (14) über ihre Unterschrift bei den Springer-Essentials zu streiten, ist doch völlig sinnlos. Springer kommt da per se gleich nach dem Teufel, und noch vor der Kirche. Da wird sich nie was dran ändern. Alles Gleichgeschaltete Medien, inklusive SZ, FAZ, Kicker und Praline.

Und da nützt auch wichtigtuerisches (Wikipedia)-Wissen als “Untermauerung” von kruden Thesen (“das israelische Einreisegesetz von ‘52 besagt..”) nix dran: Komplete Realitätsverweigerung und Unverständnis jeglicher politischer Phänomene wie Staatsräson, diplomatischer Gewichtung, geschichtlicher Einordnung von Konflikten, sowie simpler Emphatie gegenüber politischen Sensibilitäten.

Fragen sie doch zb. nur mal ,wer hier auf der Seite unter den (wie immer auch zumeist erschreckend realitätsfernen, aber inzwischen leider im Netz gewohnten) Kommentatoren daran glaubt, dass der 11.September wirklich passiert ist bzw von ein paar Terroristen ausgeführt wurde! Unter der CIA oder dem Mossad läuft da gar nix. Und da wundert man sich noch, woher die ganzen Piratenwähler kommen..

P.S.: Meine Meiunug zu Grass habe ich unter (8) kund getan.

24) Dieter Carstensen, Sonntag, 08. April 2012, 19:44 Uhr

Lieber Michael Spreng,

Diesmal möchte ich Ihnen doch einmal vehement widersprechen.

Ihre Aussage zu Günther Grass “Über einen (politisch) dummen alten Mann, der mit einem anderen (politisch) dummen alten Mann endlich gleichziehen und ihn übertrumpfen wollte.” finde ich überzogen und unfair.

Es ist mir ein Rätsel, warum Sie sich auf dieses sprachliche Niveau herablassen. Haben Sie das wirklich nötig?

Ich sehe das Ganze etwas anders als Sie:

Was jetzt mit Herrn Grass passiert ist, bezeichne ich als mediale “Hetzjagd”.

Eigentlich hätte ich in den Medien etwas differenzierte Kommentare zu einem so komplexen Thema erwartet.

Natürlich schreit jetzt überall die Israel-Lobby auf und bezichtigt Günther Grass als “Antisemiten”.

Das ist immer so, wenn irgendjemand die Politik des Staates Israel kritisiert.

Israels agressive Politik gefährdet den Weltfrieden und das muss man sagen dürfen, finde ich.

Wenn man die gemeingefährliche Politik Israels kritisiert, heisst das doch noch lange nicht, dass man etwas gegen die jüdischen Menschen hat.

Da fehlt mir in der Auseinandersetzung mit den Aussagen von Günther Grass zur Zeit jede Differenzierung.

Henrik M. Broder ist als Scharfmacher bekannt, alles was gegen die israelische Politik geäussert wird, heisst bei ihm “Antisemitismus”. Wenn dieser Mann Günther Grass angreift, nehme ich ihn nicht ernst.

Diese Art der Argumentation finde ich primitiv.

Grass hat recht, der Staat Israel mit seiner agressiven Politik gefährdet den Weltfrieden.

Und trotzdem würde ich immer auf Seiten der jüdischen Menschen stehen, wenn ihnen jemand Böses antun wollte.

Aber “Freunde” müssen auch Kritik aushalten können, weil freundschaftliche Kritik vor Fehlern bewahren kann und die israelische Politiker- und Militärklasse macht Fehler nach Fehler.

Wenn die Israelis den Iran mit Atomwaffen angreifen würden, hätten wir eine Weltkatastrophe, mit unabsehbaren Folgen!

Und das muss man sagen dürfen!

Zum Glück ändert sich die Stimmung nun langsam, so waren am 5.4.12 auch im ARD Morgenmagazin kritische Stimmen zu der unsinnigen Hetzjagd gegen Günther Grass zu hören.

Das Blatt in den Medien wendet sich also, zugunsten von Günther Grass!

Mittlerweile geben auch viele Medien dem so schlimm diffamierten Günther Grass die Möglichkeit, die Dinge aus seiner Sicht richtig zu stellen.

Ich habe mir z.B. am 5.4.12 im Fernsehsender 3 SAT in der Sendung “Kulturzeit” das ausführliche Fernsehinterview mit Günther Grass zum Thema angesehen.

Das Video kann man unter diesem Link ansehen:
http://www.youtube.com/watch?v=hfaYLjc79MA

Dort sah ich keinen “Antisemiten” sondern einen nachdenklichen Mann, der sich Sorgen um den Weltfrieden macht und das der Nahe Osten ein Pulverfass ist, müsste eigentlich jedem denkenden Menschen klar sein.

Das ist es was Grass ausgesprochen hat und er hat eben auch die Atommacht Israel kritisiert, die nun wirklich nichts zum Frieden im Nahen Osten beiträgt, sondern wesentlich durch ihre Politik zur Instabilität der ganzen Region bei trägt.

Aber die Stimmung hat sich gegenüber Günther Grass in der Mehrzahl der Bevölkerung verändert.

Ich habe die Leserbriefe in zig Zeitungen zu Günther Grass verfolgt.

Dermassen viele kritische Leserbriefe zu einem Thema habe ich selten gesehen und zu ca. 90 % stimmten sie Günther Grass zu.

Mit dieser Empörung der eigenen Leserschaft hatten wohl viele Medien nicht gerechnet.

Man darf gespannt sein, wie sich diejenigen der Medienmacher, welche vorschnell und einseitig Günther Grass vorverurteilten, nun aus der Affäre ziehen werden …

M.f.G.

25) Udo, Sonntag, 08. April 2012, 19:45 Uhr

Ich glaube langsam, das sich das Gedicht niemand wirklich durchgelesen hat.

26) Dr. Karin Gerstel, Sonntag, 08. April 2012, 20:20 Uhr

Ihre Kritik am “GEdicht” von Grass teile ich. Dennoch mißfällt mir der Ton. Ihre kritische Anmerkung zur Süddeutschen Zeitung finde ich allerdings seltsam. Warum hätte die SZ das Gedicht denn nicht veröffentlichen sollen? Warum sollte sie Zensur ausüben? Es war und ist doch notwendig, sich mit solchen Themen auseinanderzusetzen.

27) Oliver Beck, Sonntag, 08. April 2012, 20:36 Uhr

Das Gedicht, das keines ist und die höchst schrägen Thesen die Grass aufwirft sind nichts weiter als ignorierenswert.
Infolgedessen halte ich, als absoluter Grass-Romancierfan, die ausgebrochene totale Grassverteufelungshysterie für vollständig albern.
Sie zeigt einzig und allein das hierzulande in Sachen Israel siebzig Jahre nach den verbrecherischen Taten der Nazis eine sachliche Debatte über die israelische Regierungspolitik aufgrund vorherrschender Verkrampfung nicht möglich ist.
Als regelmässiger höchst neugieriger Sprengsatzleser empfinde ich bei der Lektüre dieses Artikels (Reaktion auf eine völlig unmassgebliche Äusserung zu einem welt- und sicherheitspolitschen Thema eines 84 jähriger respektablen Schriftstellers) nur eines: Thema verfehlt.

28) Bernhard Paul, Sonntag, 08. April 2012, 21:42 Uhr

Tabubrech? Ein paar Anmerkungen dazu:

1.) Was darf Kunst? Alles!

2.) Es ist bekannt, dass Günter Grass gelegentlich Probleme hat(te), sich in der politisch-gesellschaftlichen Realität zurchtzufinden.

3.) Grass verkennt natürlich auch hier die Realität, als er die Drohungen aus Iran gen Israel für dummes Geschwurbel hält , das nicht ernst zu nehmen sei (weil Iran natürlich – noch – keine Möglichkeit. hat seine Drohungen wahrzumachen), hingegen ist Israel als Militär- und Atommacht seit Jahrzehnten eine Größe, die keine leeren Drohungen in die Welt setzt.

Wenn Grass ein “dummer alter Mann” ist, warum nehmen Sie ihn über Gebühr ernst, Herr Spreng?

29) BeBe, Sonntag, 08. April 2012, 22:16 Uhr

Guten Abend Herr Spreng, mein Vater Jg. 29 wurde aufgrund seiner jüdischen Herkunft, als Halbjude durch die NS-Herrscher verfolgt und entging nur mit knapper Not seinem Tod. Es kotzt mich an, daß der Herr Grass, der so unendlich intellektuell und schlau ist , sich nicht mal fragt wie es anderen seiner Generation ergangen ist. Vielleicht sollte Herr Grass auch mal den Kollegen Bernt Engelmann – Deutschland ohne Juden , eine Bilanz – lesen. Zum Glück liest mein Vater den literarischen Müll von Herr Grass erst gar nicht, er sagte das sei ihm viel zu dumm! Ein schlauer alter Mann, mein Vater !

30) Maren P., Sonntag, 08. April 2012, 22:29 Uhr

@ 23) JM
Offensichtlich sind Ihnen die Sachargumente ausgegangen. Anders ist nicht zu erklären, wieso Sie jetzt bräsig andere Kommentatoren als realitätsferne Verschwörungstheoretiker diskreditieren. Ihr Beitrag Nr. 8 hat auch nur Platituden und Unterstellungen geliefert. Und ne Menge Geschleime Herrn Spreng gegenüber. Das zieht das hier übliche Diskussions-Niveau diesmal leider nach unten. Weshalb lassen Sie uns nicht an Ihrem vorgeblich profunden Wissen teilhaben?
Einen meiner Meinung nach sehr guten Kommentar zu Grass liefert die israelische Zeitung Haaretz: .
http://www.haaretz.com/​opinion/​israelis-can-be-angry-with-gunt​er-grass-but-they-must-listen-​to-him-1.423194

31) Bastian Himberger, Montag, 09. April 2012, 00:08 Uhr

Grass und Sarrazin sprechen das aus, was Millionen Deutsche denken.

32) Daniel, Montag, 09. April 2012, 00:13 Uhr

Ich kann die Aufregung um diese paar Zeilen nicht verstehen. Wie Grass nachträglich in der SZ betonte, würde er heute statt Israel nun die aktuelle Regierung in seinen Zeilen nennen. Das kommt dem SInn und Zweck seines Aufrufs auch sicher näher.
Er betonte in dem Interview, dass er ein Freund Israels sei, das Land selbt schon mehrfach besuchte und ihm nichts mehr wünsche wie ein friedliches Zusammenleben mit seinen Nachbarn.
Ich kann nicht verstehen, wie man hier gleich Antisemitismus schreit. Ist es denn endgültig verboten, sich kritisch mit den aktuellen Geschehnissen im Nahen Osten auseinanderzusetzen, sobald ein Funken Kritik auch Israel betrifft? Muss man alle Kriegsrhetorik (Erstschlag) seitens Netanjahu ansatzlos gutheissen? Ich finde nicht! Mir wird Angst und Bange, wenn ich mir vorstelle was in der Region passieren könnte, wenn der atomare Krieg entfesselt würde. Steht Deutschland dann weiter bedingungslos an der Seite Israels?
Ich finde, dass Grass mit seinen Worten einen richtigen Denkanstoss gegeben hat. Letzen Endes ist sein Gedicht nichts anderes als ein Plädoyer für den Frieden im Nahen Osten. Und hierzu gehört alle Aspekte des derzeitigen Konflikts zu beleuchten. Unbequeme Fakten auszublenden, wird die Situation auf lange Sicht nicht besser machen.
Ihn deshalb zu diffamieren und zu einer Persona Non Grata zu machen halte ich in unserem angeblich freiheitlichen Land nur noch beschämend.
Insofern, werter Herr Spreng kann ich (im Gegensatz zu vielen anderen) diesem ihrem Beitrag leider nicht sehr viel Erhellendes abgewinnen. Da hätte ich mir speziell von Ihnen mehr erwartet. Aber Meinung bleibt eben Meinung und das sollte auch so bleiben…

33) JG, Montag, 09. April 2012, 00:37 Uhr

Das einzig Interessante an der Geschichte: Hat Herr Grass ein Buch in der Pipeline und sich deshalb – gut getimet zur erfahrungsgemäß nachrichtenarmen Zeit über Ostern – ins Gespräch gebracht oder wollte er einfach nur mal wieder in die Medien?

Ich kann leider meine Anerkennung für die von mir sonst nicht sehr geschätzte Kanzlerin nicht verhehlen, die erklären ließ, sie müsse sich nicht zu allem äußern. (Ihr Außenminister brachte diese Weisheit und Disziplin – welch Überraschung – nicht auf.)

Der Rest: Die üblichen Rituale der üblichen Akteure. Aber schön, daß dieses Theater noch jemanden zu interessieren scheint.

34) W.Herrmann, Montag, 09. April 2012, 00:55 Uhr

Lieber Herr Spreng,
lese Ihre Kommentate ganz gern, diesmal allerdings ist er m.E. grottenschlecht und offenbar nur der “political correctness” geschuldet. Grass hat nur auf die Verlogenheit der Politik und deren mögliche Folgen hingewiesen, er ist gewiss kein Antisemit genausowenig wie ich…und wahrscheinlich die Mehrheit der Deutschen.
Wer schwingt denn die verbalradikale Keule? Broder, Grassmann, Reich-Ranicki, Fleischmann, Sie, alle weiteren Kommentatoren und israelische Regierungsmitglieder….also sogenannte Funktionsträger.

Kaum jemand beschäftigt sich mit den im “Gedicht”, sicherlich angreifbaren, angedeuteten Fakten…ist ja auch analytisch schwere Kost…versteht das tumbe Simmvieh (glaubt wohl die Elite) eh nicht.

Fazit der Elite: Keine Diskussion der Fakten, Grass ist Nazi,Antisemit, ein alter Mann und Narzist, Basta!
Zürück zum Tagesgeschäft, läuft doch noch ganz gut…welch edle Moral…

Also nochmals Dank an Grass

35) Kawan, Montag, 09. April 2012, 01:17 Uhr

Was für eine niveau- und substanzlose Kritik Herr Spreng.
Es ist pervers Herrn Grass mit Herrn Sarrazin gleich zu stellen.

Als Kurde weiß ich was wozu das Verbrecher Regime im Iran in der Lage ist, doch wohl kann ich differenzieren und die Kritik von Herrn Grass gut verstehen. Es ist eher ein Armutszeugnis für Deutschland, das nicht in der Lage scheint Israel zu kritiksieren.

Sicher, Deutschland hat gegenüber dem jüdischen Volk Schuld auf sich geladen, doch Demut und Scharm darf nicht zu Lähmung führen. Ein Krieg gegen den Iran führt nicht dazu, dass ein Ahmadinejad oder ein Khamenei getroffen werden, als erstes sterben unschuldige Zivilisten.
Wie wollen Sie so etwas verantworten?

Dass Grass in seiner Jugend in der SS war ist kein Argument. Wer kann behaupten, in seiner Jugendzeit den klaren Blick für Recht und Unrecht gehabt zu haben?

Sie gehen mit dem Mainstream dieser Gesellschaft, weil sie gelähmt sind. Sie haben keinen Rückgrat eine eigene Meinung zu haben.

36) V.V., Montag, 09. April 2012, 02:58 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,
gerne lese ich Ihre Beiträge. Dieser jedoch hat mich insbesondere irritiert weil Sie einen Stil gefunden haben der mir bisher von Ihnen unbekannt war. Sie mögen mit der Art wie Herr Grass schreibt nicht übereistimmen und insofern diesen auch gerne kritisieren, aber bitte mit dem gebührenden Respekt. Ihr Beitrag war keine Kritik, sonder durchgängig Polemik niederster Stufe.
Wie sehr hätte ich es begrüßt, wenn Sie sich hingegen der Mühe unterzogen hätten den Inhalt des Gedichtes Punkt für Punkt sachlich zu kommentieren. Das wäre hilfreich und lesenswert gewesen, zumal Ihnen dazu alle Fakten bekannt sein dürften. Wir brauchen keine Polemik, sondern sachliche Auseinandersetzung mit dringenden Zeitfragen.
Schade um die verpasste Chance

37) Gundi, Montag, 09. April 2012, 02:59 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng, Ihr Beitrag ist ziemlich inhaltsleer und argumentslos. Ich dachte sie könnten besser differenzieren.

38) Ekkehard von Weiher, Montag, 09. April 2012, 03:37 Uhr

Georg Schramm
zu Ahmadinedschad
Quelle: “Neues aus der Anstalt”
2008 Dauer 3 Minuten …sehr aktuell !

http://www.youtube.com/watch?v=0UoAGUW0iPU

39) Baden-Baden, Montag, 09. April 2012, 07:14 Uhr

Hardlinerpolitik in Israel

Dass die Unterstützung von Israel zu der „deutschen Staatsraison“ gehört ist richtig und verständlich angesichts der deutschen Vergangenheit.

Es ist aber schade, dass man alles, was Israel macht, immer grundsätzlich gut und “alternativlos” finden muss.

Warum ist nicht offene Kritik an der praktizierten Sicherheitspolitik möglich, wie dies auch selbst im Land Israel möglich ist?

Warum sind die Israelis im Ausland konservativer und starrer als im Land selbst und warum fühlen sie sich bei jeder Kritik an Einzelmaßnahmen angegriffen, beleidigt, in Panik und tief verletzt?

Warum wirkt die berechtigte Kritik an den Äußerungen von Schriftstellern oder anderer Personen so überzogen und maßlos. So erstickt man jede politische Diskussion über Sachthemen im Keime – ist das der Sinn der Reaktionen? Wer hat Angst vor einer offenen Diskussion?

Ich verstehe nicht, dass ein Volk, das selbst so großen Hass erleben musste, nicht merkt, dass eine Hard-Liner-Politik nicht zum Frieden, sondern zu neuem Hass führt.

Israel könnte den Völkern des Nahen Ostens so vieles geben – Kenntnisse in der Bewässerung des kargen Bodens, moderne Kultur, Modernität, Frauenrechte, Meinungspluralität, Umweltschutz und vieles andere mehr.

Wann findet endlich ein Generationenwechsel in der israelischen Politik statt? Wann gibt es Ministerpräsidenten, die nicht Generäle waren und gewohnt sind, nur in den Kategorien von Sieg und Untergang zu denken, Politikerinnen und Politiker, die Zuhören und verstehen können?

Dann könnte Israel endlich in Frieden leben und die Welt auch.

40) Josch, Montag, 09. April 2012, 08:43 Uhr

Herr Spreng,

lassen Sie es doch einfach bleiben. Sie sind raus aus dem Rudel der Wölfe – Sein Sie froh

41) Fx, Montag, 09. April 2012, 08:53 Uhr

Mensch Herr Spreng, jetzt haben Sie mich aber enttäuscht. War das womöglich auch ihre letzte Tinte?

42) fwm, Montag, 09. April 2012, 09:01 Uhr

Sahen Sie erneut eine Gelegenheit, Herrn Sarrazin zu diffamieren?
Wann werden Sie begreifen, dass er im Gegensatz zu Grass mit Fakten argumentiert + keine tief verwurzelten Komplexe abarbeiten musste?
Im übrigen schliesse ich mich der Anregung JOSCH an……..

43) Minassian, Montag, 09. April 2012, 09:18 Uhr

Der alte SS-Mann versucht sich provokativ in Erinnerung zu bringen, vermutlich im Vorlauf eines neuen Buches. Man sollte ihm wirklich rückwirkend den Nobelpreis aberkennen. Seine hilflosen Versuche, das Geschriebene zu relativieren und nun zurückzurudern, muten schon etwas infantil an. Das Einreiseverbot nach Israel ist lächerlich, man tut ihm damit zuviel Ehre an. Die Weltliteratur wird ohne ihn auskommen. Grass hat sich selbst mit seiner Lebenslüge und seinen Moralkeulen genügend diskreditiert. RIP !

44) Nobby, Montag, 09. April 2012, 09:37 Uhr

Danke für die Richtigstellung:

……”Es ist wirklich so, wie Marieluise Beck von den Grünen den berühmten Satz des israelischen Psychoanalytikers Zvi Rex zitierte: “Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen”. ….

In einschlägigen Kreisen gilt ja Hendryk Broder als Urheber dieses ziemlich dummen Bonmonts und deshalb als Held.

Im übrigen sollte sich das Feuilleton bitte mal mit dem genauen Wortlaut des Gedichts auseinandersetzen und zwar so, wie man das in der Schule im Deutschunterricht gelernt hat. Das “schäumende” Feuilleton von “Kultur” (Reich-Ranicki, Karasek) bis “Bin-für-alles-zuständig” (Schirrmacher, Welt-Online, …) haben sich in der Angelegenheit Grass nämlich ziemlich blamiert, indem sie zwar keine plausible Textauslegung, dafür aber umso mehr Beleidigungen zu bieten hatten. Und die Rubriken in SpOn und anderswo nach dem Muster “Dort hat Grass Recht, dort hat er nicht Recht” waren handwerklich so grottenhaft schlecht, dass diese Analysen in aller Ruhe wiederholt werden müssen. Die Pseudo-Intelligenz in diesem Lande ist durchgefallen, Note sechs, sitzenbleiben!

45) Thomas Hillebrand, Montag, 09. April 2012, 09:38 Uhr

Um auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren und diese, natürlich auch von Herrn Spreng hier weiter befeuerte einseitige, natürlich triefend doppelmoralische, Fakten unterschlagende und denunzierende Kampagne gegen Günter Grass kurz zu unterbrechen, hier ein Radio-Interview mit dem angesehenen Nahost-Experten Michael Lüders, der in großer Sachlichkeit und Ruhe die Realitäten nach diesem erbärmlichen Geschrei wieder dahin schiebt, wo sie hingehören:

http://www.mdr.de/nachrichten/grass114.html

Zum Beispiel die, dass der Iran NIE mit der Vernichtung Israels gedroht hatte. Eine Erfindung, die ohne jede Substanz einfach mal so von interessierten Kreisen aufrecht erhalten wird – und alle glauben es! Ja, so einfach geht das! Das ist eben Medienmacht, wenn fast alles stromlinienförmig gefönt ist.

Glaubt aber bitte einem Experten mehr als allen diesen aufgeblähten, die Wahrheit immer nach dem entsprechenden Winde verdrehenden Gleichschreibern landauf, landab, die mit ihren übel riechenden, modrigen Wir-sind-die-Guten-Rülpsern, die sie über Grass auskotzen ein so erbärmliches Bild abgeben, dass man selbst eigentlich nur noch mit der griffbereiten K-Tüte Zeitung lesen kann! Pfui Teufel! Geradezu unerträglich! Entschuldigung, aber das musste mal gesagt werden. (Herrn Spreng nehme ich hier übrigens dezidiert aus! Er polemisiert ordentlich, aber nicht unter der Gürtellinie wie andere seiner Zunft.)

Lüders ist zurzeit komischerweise kaum zu sehen und zu lesen. An was das wohl liegen mag? Dafür klappen allenthalben die Gullideckel hoch und es entsteigen plötzlich wieder solche zu Zeiten beider Golfkriege im TV daueranwesenden Kriegstreiber wie der Historiker und Bundeswehr-Hochschulprofessor Michael Wolffsohn und darf sich über Günter Grass ergießen. Welcome back, Mr. Wolffsohn! Der nächste Krieg ist ja schon prima angekündigt, und wenn’s los geht dürfen Sie bestimmt wieder im Fernsehen Ihre unkaschiert einseitige Kriegs-Propaganda absondern. Mir wird schon wieder schlecht! Oh weh! Wolffsohn ist Jude! Bin ich jetzt Antisemit?

46) Horst Klohocker, Montag, 09. April 2012, 10:24 Uhr

Das Gedicht von Günther Grass erregt viel Aufregung in den letzten Tagen. Ich habe versucht es im Internet zu finden – viel wurde darüber geschrieben – das Gedicht in seinem Original zu finden war sehr schwer. Hier wurde ich fündig: http://www.sueddeutsche.de/kultur/gedicht-zum-konflikt-zwischen-israel-und-iran-was-gesagt-werden-muss-1.1325809

Bisweilen habe ich den Eindruck, dass es Viele, welche darüber schreiben überhaupt nicht gelesen haben. Das können wir jetzt ja ändern, so mir möchten oder es unsere politische Überzeugung überhaupt gestattet!

Das Verhältnis von uns Deutschen zu Israel ist zugegeben auf Grund des Holocaust, welcher in meinen Augen ein sehr schweres Verbrechen war, mehr als gespalten. Die Schuld, welcher auf unserer Seele lastet lässt uns zu Vielem schweigen, was das derzeitige Regierungssystem in Israel macht und wir lassen das lieber Andere tun. Bisher war das vermutlich auch richtig.

Die Regierung im Iran ist auch alles andere als friedlich und ihr erklärtes Ziel ist es Israel auszulöschen – so zumindest dürfen wir es in unserer Presse lesen. Wenn aber das Handeln Israels jetzt darauf hin zielt, mit einem möglichst schnellen Erstschlag gegen den Iran den Weltfrieden zu gefährden!? Dürfen wir dann nicht als Pazifisten mahnen? Und ist es dann nicht nebensächlich, welche Nationalität die Mahner haben?

Ich denke auch ich als Deutscher – vielleicht sogar mehr als jeder andere Weltbürger – habe die Aufgabe zu mahnen, wenn ich irgendwo auf der Welt den Weltfrieden gefährdet sehe. Weiter denke ich, dass Grass das mit seinem Gedicht ausdrücken wollte und deshalb verstehe ich die ganze Kritik an ihm überhaupt nicht!

47) Mark, Montag, 09. April 2012, 10:26 Uhr

Ich beobachte seit einiger Zeit, dass die wirklich kritischen Denkanstöße -gleich welcher Ausprägung- nahezu ausschließlich von alten Herren kommen, die materiell abgesichert sind und keine blitzartige Vernichtung ihres über ein langes Leben erarbeiteten Wohlstandes mehr zu befürchten haben.

Alle anderen -diejenigen, die sich noch um ihre “Karriere” sorgen müssen, darum, auch morgen noch einen Job zu haben- wählen den Weg des geringsten Widerstandes und berichten und kommentieren politisch korrekt. Beim Thema “Israel” fällt dies besonders leicht, da es (a) einigermassen weit weg ist und niemanden hierzulande wirkich interessiert (gewissenmaßen ein “Papiertiger”) und (b) es so überdeutlich ist, WIE man zu berichten hat – so klar, dass selbst die dümmsten “Journalisten” wissen, was von ihnen erwartet wird.

Als Ergebnis sehen wir die von Grass beklagte “Gleichschaltung der Medien”. Und er hat Recht. Diese Gleichschaltung gibt es längst nicht nur für das Thema “Israel”, sondern auch für viele, viele anderen Themen: 9/11 und “Terrorismus”, Euro und EU, XXL-Aufschwung, Fachkräftemangel, Ausländerpolitik, Afghanistan, die “Linke”, Klimawandel, und und und.

Dabei ist die Gleichschaltung nicht so realisiert, dass da irgendwo ein Reichspropaganda-Minister sitzt und Schreibregeln ausgibt. Nein, so plump läuft das nicht. Die Schere sitzt fest verankert im Kopf eines jeden Journalisten, der durch jahrelange Konditionierung in Redaktionssitzungen einfach genau WEISS, welche Richtung von ihm erwartet wird (und welche Linie zum sofortigen Ruin führt). Diejenigen, die gegen diese ungeschriebenen Regeln verstossen, werden zunächst “auf Linie” gebracht. Der Weg in das Batt findet ja nur mit Billigung des Ressorteiters und ggf. des Chefredakteurs statt, deren Aufgabe ja auch die Filterfunktion ist. Konkret: die Verhinderung der Veröffentlichung einer politisch inkorrekten Meinung ist. Beide -Ressortleiter und Chefredakteur- werden dies auch immer tun, sobald dies zur Wahrung eigener Interessen nötig ist.

In extremen Fällen werden widerspenstige Journalisten einfach aus dem Journalismusbetrieb ausgestossen und gewissermaßen zur journalistischen “Persona non grata” erklärt. Sie erhalten ein (natürlich ungeschriebenes) Beschäftigungsverbot. Beispiele gibt es auch hier; meist handelt es sich um als “zuverlässig” angesehene Journalisten, die plötzlich und unerwartet durch unangenehme Äußerungen auffallen, die nicht mehr eingefangen bzw. gestoppt werden können. Wer sich dann vor diese Mitarbeiter stellt, der riskiert seine eigene Karriere. Da wird dann schon lieber der “Dummkopf” geopfert, der es wagte, sich so kühn zu äußern.

Angesichts dieses Wissens gehört schon eine Menge Mut dazu, sich als Journalist bei “schwierigen” Themen gegen die gewünschte Meinung aufzulehnen. Welche realistischen Alternativen hat denn ein Journalist in einem schrumpfenden Zeitungsmarkt? Eben.

Und Grass ist noch nicht mal Journalist. Er ist Künstler! Und doch war er sich all die Jahre des Umfeldes schmerzlich bewußt, in dem er sich bewegte. Hätte er früher schon so geschrieben, dann wäre ihm der Nobelpreis natürlich nicht verliehen worden; vielleicht hätte man seine Werke von den Lehrplänen von Schulen entfernt (und damit wäre eine wichtige Einnahmequelle versiegt, er hätte keinen Verlag mehr für seine Werke gefunden, und er wäre in der Bedeutungslosigkeit versunken). Nein, für Grass wäre eine solche Erklärung zur “Persona non grata” nicht schön gewesen.

Aber jetzt hat Grass nicht mehr lange zu leben. 10 Jahre, 15 Jahre noch, wenn’s gut läuft. Das Einreiseverbot Israels kann ihm herzlich egal sein. Ärgerlich mag das für ihn sein, mehr nicht. Selbst die Verkaufszahen seiner Bücher können ihm heute egal sein. Endlich, so scheint es, kann er völlig unbeschwert von Sachzwängen und “mit letzter Tinte” schreiben und die Wahrheit sagen. Es wird seine letzte Möglichkeit sein, sich zu diesem Thema in dieser Form zu äußern. Ein weiteres Mal, und es wird heißen: “Seht ihr, und er ist doch ein Antisemit!” und möglicherweise wird sich niemand mehr finden, sein Werk zu drucken.

Es gebührt ihm also großer Dank, dass er getan hat was er getan hat. Klar wundern sich alle, weshalb die SZ das Gedicht gedruckt hat? Was, bitteschön, ist denn da passiert, dass da keine Warnlampen in der Chefredaktion angingen? Wie konnte das nur passieren?

(Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, dass die Kritiker von Grass es wirklich ernst meinen und wirklich glauben, was sie da schreiben. Das sei jedem unbenommen. Ich glaube aber, dass viele der Kritiker tatsächlich nur aus “politischer Correctness” so schreiben wie sie schreiben, weil sie einfach noch nicht die Unabhängigkeit, die Reife eines Grass haben und leider in den allermeisten Fällen auch niemals erreichen werden.)

48) Sabine Zielke-Esser, Montag, 09. April 2012, 10:28 Uhr

Konzentrieren wir uns auf zwei Kernsätze, ist die ganze heiße Luft raus:

Günter Grass schreibt: „…dass eine unbehinderte und permanente Kontrolle
des israelischen atomaren Potentials und der iranischen Atomanlagen durch eine internationale Instanz von den Regierungen beider Länder zugelassen wird.“

Jakob Augstein schreibt: „Hier geht es nämlich nicht um die Geschichte Deutschlands. Sondern um die Gegenwart der Welt.“

49) Alexis, Montag, 09. April 2012, 10:30 Uhr

Herr Spreng, Springers Leitsatz pro Israel in allen Ehren, aber Ihr Kommentar sagt leider mehr über Sie aus als über den völlig überschätzten „Dichter“ und Moralapostel Grass, der aber beileibe kein Antisemit ist. Bin ehrlich gesagt sehr enttäuscht. Das “Niveau” Ihres Kommentars ist ja fast noch schlimmer als das von Tilman Krause jüngst in der WELT. Sie monieren, dass die SZ den Text gedruckt hat, mein Gott, Herr Spreng! Glauben Sie allen Ernstes, Sie unterstützen durch eine derart blindwütige Attacke Israels schwierige Lage ? Sie sollten mal den klugen Kommentar des früheren israelischen Botschafter Avi Primor lesen. Aber wahrscheinlich wird jetzt die Liste „Sprenger außer Haus“ endlich wieder aktualisiert werden, die einschlägigen Talkshows sind schon vorgeheizt und warten auf ihre politisch korrekten Gäste. The same procedure as every time. Vielleicht diesmal an der Seite von Pfarrer Hinze.

50) hjg, Montag, 09. April 2012, 10:38 Uhr

#3
Augsteins Text und meine Einstellung = fast hundertprozentige Übereinstimmung, wobei eine gewisse Befangenheit bei Augstein unterstellt werden kann. Immerhin ist einer der Literaten, die hier im Kontext aufscheinen, sein biologischer Vater.

51) Frank Reichelt, Montag, 09. April 2012, 10:56 Uhr

@ 45) Thomas Hillebrand

Aha, endlich lassen sie mal die Maske des übertrieben freundlich-fröhlichen Dummschwätzers fallen, den sie bisher in diesem Blog immer gegeben haben und äußern sich in ehrlichem Zorn substanziell!

Ich stimme ihrem Beitrag ausdrücklich zu, der ja von “Mark, 47)” sogar noch präzisiert wird!

So schön wie sie beide hätte ich es niemals ausdrücken können!

52) CitizenK, Montag, 09. April 2012, 10:56 Uhr

In allen Kommentaren wird selbstverständlich davon ausgegangen, dass Israel eine Atommacht sei. Wenn dies nicht der Fall ist, wäre die ganze Debatte gegenstandslos.

Nach meinem Kenntnisstand braucht es für funktionsfähige Atomwaffen Tests. Alle Atommächte haben diese durchgeführt, erst ober-, dann unterirdisch. Von Israel sind solche Tests nicht bekannt. Seismographisch wären diese auf jeden Fall entdeckt worden.

Bekanntlich gibt es von Israel keine offizielle Aussage dazu. Worauf also stützt sich diese Gewissheit?

53) Dieter Carstensen, Montag, 09. April 2012, 11:04 Uhr

Lieber Michael Spreng, liebe Mitkommentatorinnen und Mitkommentatoren,

es ist bekannt, dass ich unseren Michael Spreng im Allgemeinen als Journalist sehr schätze.

Aber sein Kommentar zu Günther Grass stösst auf meinen Widerstand, ich kann ihn in keinster Weise teilen.

Ich habe mich zu dem Thema in zahlreichen Zeitungen per Leserbrief öffentlich geäussert.

U.A. in der WAZ, der Rheinischen Post, der Süddeutschen Zeitung und auch der TAZ.

In der WAZ titelte z.B. Chefredakteur Ulrich Reitz: “Günter Grass’ Ansichten sind skandalös und antisemitisch”!

Link zum Artikel:

http://www.derwesten.de/politik/guenter-grass-ansichten-sind-skandaloes-und-antisemitisch-id6529683.html

Ein Sturm der Entrüstung brandete danach über Herrn Reitz in den Leserkommentaren auf!

Kann man alles nachlesen, um zu meinem Beitrag in den kritischen Leserkommentaren zu kommen, muss man ein wenig blättern, auf der Seite.

Die “Rheinische Post” aus Düsseldorf ging differenzierter an das Thema heran und diese Zeitung ist bestimmt nicht “linkslastig”, aber nach meiner Meinung ausgewogen und sachlich.

Die Rheinsche Post titelte mit der Überschrift: “Eine Kritik an Israel ist nicht gleich Antisemitismus”

Link zum Artikel:

http://www.rp-online.de/politik/deutschland/eine-kritik-an-israel-ist-nicht-gleich-antisemitismus-1.2781610?commentview=true#commentsField-1976861

und setzte dann nach mit dem Artikel: “Literat wehrt sich gegen Antisemitismus Vorwürfe: Günther Grass fühlt sich verletzt”.

Link zum Artikel:

http://www.rp-online.de/politik/deutschland/guenter-grass-fuehlt-sich-verletzt-1.2783215

Auch dort habe ich meine Meinung in meinen Leserkommentaren klar zum Ausdruck gebracht. Kann man alles im Internet nachlesen und die meisten der Leserinnen und Leser, in dieser eher konservativ orientierten Zeitung stimmten mir zu, wie man dort an den “gefällt mir” Klicks zu meinen Leserbriefen sehen kann.

Lieber Michael Spreng, dieses Mal scheinen Sie mir mit Ihrer veröffentlichten Meinung mehr als etwas daneben zu liegen, wie ja auch die meisten Kommentare auf Ihrem eigenen Blog hier belegen.

Grass erhält ja mittlerweile auch viel Unterstützung aus Israeel, wie z.B. vom ehemaligen israelischen Botschafter in Israel und zahlreichen jüdischen Organisationen.

Das israelische Volk besteht eben nicht nur, aus verblendeten Betonköpfen wie Premier Netanjahu und genau diese Differenzierung habe ich bei Ihnen vermisst!

M.f.G.

54) Michael A. Nueckel, Montag, 09. April 2012, 11:11 Uhr

Kritik, erst recht aus Deutschland, an Israel ähnelt einem Drahtseilakt. Ein falsches Wort ist wie ein falscher Schritt.

Was aber ist mit berechtigter Kritik? Und hat Grass das getan? Israel zu Recht kritisiert?

Mit dem Vorwurf, Israel könnte das iranische Volk auslöschen (2. Absatz), hat er sich ohne Grund in große (Erklärungs-)Not gebracht. Das hätte mindestens eine Nummer kleiner artikuliert werden müssen. Mit dieser Übertreibung bringt er sich um mögliche Früchte seiner Arbeit. Das Thema atomarer Erst-/Gegenschlag eignet sich nicht für dramaturgische Inszenierungen.

Man kann von dem CDU-Politiker Polenz halten was man will, doch ist seine Kommentierung mit “Grass verwechselt Ursache und Wirkung” gut auf den Punkt gebracht.
http://www.welt.de/print/welt_kompakt/article106157512/Guenter-Grass-liegt-daneben.html

Das “Gedicht” aus gelinde ausgedrückt unausgewogen. Eine berechtigte Kritik ist das Gedicht daher nicht.

Aber ist das Gedicht deswegen antisemitisch? Ist es also judenfeindlich?

Mit der iranischen Drohung, Israel auszulöschen, wird das Existenzrecht Israels massiv bedroht.

Das Gedicht will, allerdings schlecht ausgedrückt, die aktuelle israelische Politik Netanjahu`s kritisieren. Und hier wird es heikel. Ein Kritik an Israel´s Politik wegen der iranischen Aggression zieht unweigerlich den Verdacht auf sich, man wolle an dem Existenzrecht ansetzen.

An diesem Punkt versteht Israel, zu Recht oder zu Unrecht, keinen Spaß. Der Verdacht des Antisemitismus folgt sodann unweigerlich, wie der Schatten dem Licht. Der Freund/Sympathisant meines Feindes ist auch mein Feind. Das muß man wissen, das mußte auch Grass wissen.

Grass hat sich daher wie ein Elefant im Porzellanladen benommen. Er hat in Bezug auf den Sonderfaktor Israel und dessen realpolitischer Lage wie ein politischer Dilettant gehandelt.

Das Gedicht war daher -bei allem Respekt gegenüber Grass-ein falscher Schritt. Und falsche deutsche Schritte dieser Güteklasse gegenüber Israel darf man Tabubruch nennen.

Und dennoch muß man jetzt nicht sein Œuvre durch den Kakao ziehen. Die Kritik an Grass bekommt auf ihre Art auch Vernichtungscharakter.

Schade.

55) Katja Neutze, Montag, 09. April 2012, 11:18 Uhr

Lieber Herr Spreng, haben Sie es sich bei Jörges abgeschaut, jeden möglichen Anlass zu benutzen, um auf Thilo Sarrazin einzudreschen?
Der Unterschied besteht darin, dass der eine für ein mäßiges Stück Lyrik nur die Meinungs- und Kunstfreiheit in Anspruch nehmen kann, der andere jedoch aufgrund exakter Recherche einfach die Tatsachen auf seiner Seite hat. Ich sehe da keine Gemeinsamkeiten.

56) theo, Montag, 09. April 2012, 11:33 Uhr

Mir fällt nur auf, dass Spreng und viele andere Grass als Antisemiten bezeichnen, aber ausgerechnet der ehemalige israelische Botschafter Avi Primor diese Einschätzung für maßlos überzogen hält.

Hyperventilation, schreibt Herr Spreng, und meint Grass. Ich meine, dass sowohl Grass wie auch einige seiner Kritiker zur Zeit unter Schnappatmung leiden (genauer: eigentlich leiden wir Leser darunter).

Ein ziemlich dämliches Werk hat Grass da geschrieben, fürwahr. Aber so sehr Grass´ Zeilen nichts mit der Realität im Nahen Osten gemein haben, so wenig kann man Grass und Sarrazin in einen Topf werfen. Und die Süddeutsche dafür zu schelten, das Grass-Werk unkommentiert veröffentlicht zu haben, ist lachhaft.

Ich mag ja meist das, was Michael Spreng schreibt. Aber was ihm – nach mehreren Tagen – zu diesem Thema einfällt, ist von erschreckend flachem Niveau.

57) H.F., Montag, 09. April 2012, 11:41 Uhr

Hallo Herr Spreng,

Ihre grundsätzliche Einschätzung zu den dummen alten Männern teile ich. Allerdings gibt es eine ganze Menge drumherum, das Ihnen keine Einschätzung wert ist. Da scheint die Welt voll von alten und nicht ganz so alten aber trotzdem dummen Männern zu sein, dass man sich eigentlich fragen muss, ob es überhaupt kluge Personen in diesem Zusammenhang gegeben hat.

Auch dumme Frauen passen ins Bild. Beate Klarsfeld – gestern noch Kandidatin als Bundespräsidentin, heute schon wieder mit einem Nazivergleich bei der Schlammschlacht dabei.

#Es ist ja auch einfach: man muss nur die Opfer zu Tätern erklären und ein paar unselige Analogien zwischen Juden und Nazis herstellen. Und das Ganze zum Tabubruch erklären.#

Genial geschrieben! Genau das ist der Kern der Diskussion, in nur zwei Sätzen. So machen es beide Seiten. Und berufen sich darauf, dass es jeweils die andere macht.

58) Jasper R., Montag, 09. April 2012, 11:52 Uhr

http://www.youtube.com/watch?v=m5TpBMORfT0
Zu diesem Thema ein vielleicht aufschlussreiches Video …!

59) gunter, Montag, 09. April 2012, 11:54 Uhr

Schön, dass Günter Grass eine Steilvorlage für jede Art von Satire geliefert hat:
Es wäre ja wirklich eine Ironie des Schicksals, wenn es den “Juden” (Israelis) gelänge, die ersten und letzten Arier dieser Welt (Iraner = “Arier”) mit Atombomben auszulöschen (oder umgekehrt: wenn die Iraner Hitler zu Ende führen würden).
Mein Gott, in was für einer primitiven Welt überall (mit Begriffen wie “Juden”, “Deutschen”, “Arier”, “Iraner”, etc.) muss ich denn überhaupt leben?
Schafft endlich alle Nationen und “Rassen” ab (sowie jegliches Denken, das mit Begriffen wie “Juden”, “Arier”, “Deutschen” etc. zu tun hat!).

Ich will endlich einmal in einer Welt leben ohne diesen jüdisch-christlich-muslimisch-kapitalistisch-kommunistischen Blödsinn und Schwachsinn überall!!!
Jede Religion (auch die jüdische als die älteste…) ist nicht Opfer, sondern Täter!!
Nehmt euch mal die Amazonas-Indianer (Pirahas) zum Vorbild: die kennen keine “Geschichte”, keine Mathematik und auch keine Ökonomie — und daher auch keine industriell organisierten Kriege und Genozide (etc.).
Diese Leute sind viel zivilisierter als alles, was ich mir anhören muss auf der (fast) ganzen Welt!

60) der Herr Karl, Montag, 09. April 2012, 12:13 Uhr

Lieber 53) Dieter Carstensen

Ja, wir wissen, dass Sie unseren geschätzten Michael Spreng sehr schätzen und dass Sie ein fleissiger und geltungssüchtiger Leserbriefschreiber sind. Sie müssen das hier nicht jedesmal auswalzen.
Ihr Kommentar hätte auf Ihren letzten Satz verkürzt werden können:
“Das israelische Volk besteht eben nicht nur, aus verblendeten Betonköpfen wie Premier Netanjahu und genau diese Differenzierung habe ich bei Ihnen vermisst!”, wobei Sie auch diesen lediglich irgendwo abgeschrieben haben.
Sie sind ein bedauernswerter Pausenclown.

61) Erster Karl, Montag, 09. April 2012, 12:27 Uhr

Grass ein dummer alter Mann? Wirklich?

Mit Interesse verfolge ich Ihren Blog , ihre Beiträge, aber vorallen die Kommentare zu den Beiträgen, ab und zu habe ich auch schon einen Beitrag in den Blog gestellt.
Diesmal möchte ich es wieder tun, es fordert einen ebenfalls alten Mann, der sich mit Sicherheit wehren würde als dumm bezeichnet zu werden, einfach heraus.
Was ist an den Gedicht zu beanstanden?
Grass hätte von vornherein die Regierung benennen sollen und nicht Israel.
Das wäre für mich das einzige kritikwürdige an den Gedicht.
Was ist den an seinen Gedanken und Feststellungen falsch?
Darf man nicht vermuten, dass Israel über geheimes nukleares Potential verfügt? Er unterstützt seine persönliche Meinung mit der Nichtratifizierung des Atomwaffensperrvertrags durch Israel.
Denken nicht viele Menschen auch so?
Was ist falsch, wenn Grass über Planspiele eines militärischen Erstschlags der israelischen Regierung gegen den Iran nachdenkt? Erfahrungen aus der jüngsten Vergangenheit liegen doch auf der Hand, man denke an den Irak.
Darf man Deutschland nicht wegen der Lieferung eines U- Boots, von den auch Atomraketen u.U. abgefeuert werden können, kritisieren?
Profitiert nicht der drittgrößte Waffenexporteur davon und sollte man das verschweigen?
Basierte die Begründung für den Irakkrieg nicht auf einer Lüge und warum sollte das Grass bezüglich des Irans zu mindestens als Denkprozess nicht anführen?
Welcher politisch interessiertere Mensch könnte bestreiten, dass ein Militärschlag Israels gegen den Iran den Weltfrieden gefährdet?
Wer kann abschätzen, wie sich die radikalisierten Islamisten im Fall der Fälle verhalten ?
Was ist an den Vorschlag von Grass den so falsch, wenn er das Atompotential Irans und Israels durch internationale Gremien überwachen lassen will?
Sollte man sich nicht viel lieber mit der Art der Entrüstung gegenüber Grass von bestimmten Politikern, auch hier in Deutschland, kritisch auseinandersetzen?
Wenn ich Debatten gewisser rechtspopulistischen Kreise verfolge, so vom Schlage eines Broders, wird es mir Angst und Bange.
Hier wird ein Literat beschimpft, der nichts anderes macht als US amerikanische Militärs und sogar Geheimdienste in Israel, nur wählt er die Methode eines Literaten und bedient sich der Gedichtform.

Vorrang, im Interesse des Weltfriedens,muss die Beeinflussung der israelischen Politiker sein, sie müssen zu einer friedlichen Lösung veranlasst werden und dabei steht das Völkerrecht im Vordergrund.

Ich bin beruhigt, dass die Meinungsmache in unseren gleichgeschalteten Medien, nicht wie gedacht funktioniert und die politisch interessierten Menschen das auch in den verschiedenen Foren und Blogs deutlich ausdrücken und immer mehr sich auf die Seite von Grass stellen.

Deshalb kann ich auch Ihren Beitrag so ins keiner Weise zustimmen.
Verehrter Herr Spreng, auch sie werden einmal ein alter Mann. Haben sie dann kein Recht mehr ihre Meinung zu äußern? Werden Sie sich dann einfach als dumm bezeichnen lassen, wenn sie eine eigene Meinung äußern und vorallen auch noch von vielen Menschen Recht bekommen, die der gleichen Meinung sind.
Dummer alter Mann ist kein Stil eines Journalisten und deshalb, bezogen auf ihre Person, für mich enttäuschend.
Ich würde zum Beispiel einen guten alten Bekannten von Ihnen aus gemeinsamen Talksendungen, Prof. Baring niemals als dumm bezeichnen, aber als Choleriker und narzisstische Person.

62) Thomas Hillebrand, Montag, 09. April 2012, 12:48 Uhr

@) 51) Frank Reichelt

Ach Gott, mein Freund Reichelt schon wieder: Ja, sag’ mal, du hängst ja immer noch wie eine Klette an mir. Langsam wird’s ein bisschen arg pathologisch, nicht wahr? Und vergreifst dich diesmal sogar so richtig satt im Ton. Du begreifst einfach nicht, dass Polemik nichts mit plumper Beleidigung zu tun hat. Zerlege mich gern mit guter Polemik in alle Einzelteile, höre aber auf, mich auf so blöd-dreiste Art von der Seite anzuquatschen, ok? Aber, seufz, irgendeinen von deiner Sorte gibt’s nunmal in jedem Blog. Gähn.
Ach ja: Wer das Niveau so in die Niederungen der eigenen Geisteswelt herunterzieht wie du, der wird natürlich auch mit dem an Stammtischen üblichen “du” angeredet.

63) Thomas Hillebrand, Montag, 09. April 2012, 13:01 Uhr

@ 47) Mark

Wie immer prima Analyse!

64) mambo, Montag, 09. April 2012, 13:25 Uhr

die reaktion auf das grass`gedicht zeigt überdeutlich ,
dass jede kritik an der israelischen politik hierzulande mit der antisemitismus -keule
niedergemacht wird.
ein besonders übler keulenschwinger ist henryk.m. broder.
seine repliken auf grass in der welt waren infam,hysterisch ,unsachlich und beleidigend.

was aber läßt sich an der israelischen politik kritisieren ?:

seit 3 jahren hat israel die gesamte bevölkerung des gazastreifens in
sippenhaft weggesperrt ,israel bestimmt,wer oder was dort reinkommt.
ein wahrhaft idealer nährboden für extremismus !

israel besiedelt systematisch das westjordanland ,obwohl dieses
laut uno -beschluss den palästinensern gehört.
was ist das ziel? eine kalte annexion des Westjordanlandes ohne rücksicht auf die palästinenser ?

das mullah -regime im iran ist wahrlich kein gutes ,
aber bisher waren es nur verbale attacken .
israel aber plant nun einen präventivschlag gegen den iran ,
ein abenteuer mit mit unabsehbaren folgen !
wir ,als waffenlieferanten, sässen automatisch mit im boot.

vor 100 jahren haben wir deutschen mit präventivschlägen und bedingungsloser
nibelungentreue nicht eben gute erfahrungen gemacht !

65) Frank Reichelt, Montag, 09. April 2012, 13:40 Uhr

@ 62) Thomas Hillebrand

Ich verspreche ihnen hiermit, dass ich mich zum letzten mal zu ihnen (über sie) geäußert habe!

Ihre heftige Reaktion auf meinen doch eigentlich wohlwollenden Beitrag genügt mir vollkommen!

Ich wünsche ihnen weiterhin viel intellektuelles Vergnügen an diesem Blog, den wir scheinbar beide so schätzen!

66) Dieter Carstensen, Montag, 09. April 2012, 14:06 Uhr

@60 Werter “DerHerrKarl” Das sie mich bei Ihren beleidigenden Äusserungen gegen mich mit “Lieber Herr Carstensen” ansprechen, empfinde ich als geradezu unverschämt.

Wie die meisten Ihrer Kommentare zu meinen Beiträgen kann ich auch in diesem Beitrag von Ihnen nichts als Neid und billige Polemik aus der untersten Schublade erkennen.

Ich verstehe nicht, warum der liebe Michael Spreng solche Kommentare aus der Gosse, wie die Ihren, auf seinem Blog zu lässt.

Suchen Sie sich ein anderes Opfer, werter “DerHerrKarl”, an mir werden Sie sich die Zähne ausbeissen.

Mit sehr unfreundlichen Grüßen,

DC

67) Dieter Carstensen, Montag, 09. April 2012, 14:20 Uhr

@60 Werter “DerHerrKarl”,

ich weiss wirklich nicht, was Sie von mir wollen! Wie Sie selber in einem Ihrer Beiträge bei “Sprengsatz” geschrieben haben, sind Sie Schweizer und haben von der Politik in Deutschland wenig Ahnung. Dem möchte ich nicht widersprechen.

Schreiben Sie doch in Jens Bergers merkwürdigem Blog “Der Spiegelfechter” oder sonstwo, z.B. in Schweizer Blogs, aber lassen Sie mich bitte in Ruhe!

68) Politikverdruss, Montag, 09. April 2012, 14:46 Uhr

@Thomas Hillebrand,
dass Sie uns den „Experten“ Michael Lüders so sehr „andienen“, ist natürlich völlig gerechtfertigt:

„Unvergessen sein Auftritt in der “Kulturzeit” auf 3sat während des Afghanistankrieges, als er gebeten wurde, die “Körper- und Zeichensprache” von Osama Bin Laden zu dechiffrieren. Gezeigt wurde der Chef der Al Kaida, wie er im Schneidersitz hockt und mit sanfter Stimme die wüstesten Morddrohungen ausspricht, die Kalaschnikow neben sich an die Wand gelehnt. Deswegen, so Lüders, weil Bin Laden die Waffe nicht in den Händen hielt, sei seine Rede eigentlich ein “Friedensangebot” gewesen.“

Schade, dass sein Expertentum so wenig gewürdigt wird. Machen Sie also weiter und trommeln sie für diese „Mutter aller Experten“.

Die Reaktion der deutschen Presse auf die Ode der „letzten Tinte“ ist erschreckend. Dazu lässt sich nur feststellen: „Deshalb weisen Skandale totalitäre Züge auf: Sie zielen auf die Gleichschaltung aller, weil die öffentliche Abweichung einiger den Machtanspruch der Skandalisierer und ihrer Anhänger in Frage stellen würde.“ (Prof. H.M.Kepplinger)

69) RCB, Montag, 09. April 2012, 15:03 Uhr

Verehrter Sprengmeister,

so gerne ich Ihnen bei vielen Ihrer Blogs recht gebe und mich darin wiederfinde, so haben Sie
diesmal nicht nur in der Sache gründlich danebengegriffen, Sie haben auch unverantwortlich, ja geradezu schamlos von anderen Kommentatoren, fast wörtlich abgeschrieben (Karl-Theodor lässt grüßen!). Ich vermute, Sie haben das vermeintliche Grass-Gedicht nicht einmal gelesen; oder es zumindest nicht verstanden?

Sie können weder belegen, dass oder an welcher Stelle das sogenannte “Gedicht” antisemitisch ist, noch können Sie all das, was Sie Grass mit Ihren o.g. Ausführungen unterstellerisch in den Mund legen, legitim nachweisen. Dass Sie dann auch noch, wie so viele Andere vor Ihnen, keinen Unterschied zwischen “den Juden” und dem Staate Israel und seiner Regierung(en) erkennen, macht Sie nicht nur unglaubwürdig, es degradiert Sie geradezu zu einem Unwissenden. Und um Grass noch zusätzlich Eins mitzugeben, dessen SS-Vergangenheit mit ins Spiel bringen, ist populistisch und ziemlich dumm (wer weiß, was Sie mit 17 alles angestellt haben, oder angestellt hätten wenn Sie zu dieser Zeit im 3.Reich gelebt hätten?).

Man muss Grass nicht mögen oder gut finden, um diesem Riesengeschrei um sein “Was gesagt werden muss – Gedicht” mit nüchternen Fakten zu widersprechen. Am Besten hat dies m.E. Avi Primor, der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland gestern in einem ARD-Interview getan. Mehr ist dem nicht hinzu zu fügen.

70) V.V., Montag, 09. April 2012, 15:06 Uhr

Herr Günter Grass hat etwas geäußert, was mich bereits seit Jahren bewegt, die Verlogenheit mit der wir alle völkerrechtlichen Vergehen Israels mit dem Mantel der historischen Verantwortung den Juden gegenüber zudecken, statt mit dieser Verantwortung nicht mit gekrümmtem Gang, sondern aufrecht Israel zur Seite stehen und auch Israel gegenüber Unrecht nennen was Unrecht ist. Auch, nein gerade unsere jüngste historische Vergangenheit verpflichtet unsere Nation ohne Unterschied allüberall auf der Welt Unrecht an den Völkern ohne Unterschied anzuprangern und Einfluss zu nehmen das zu ändern und da bildet auch Israel keine Ausnahme.
Setzt man sich mit dem Beitrag von Günter Grass Punkt für Punkt sachlich auseinander, so sind es diese Fragen:
1. Hat Israel nach dem Völkerrecht das Recht nach eigenem Gusto einen Erstschlag gegen Iran auszuführen, also einen Krieg vom Zaun zu brechen?
Antwort nein, genau so wenig wie Israel das Recht hatte 5 seiner 6 Kriege durch Erstschlag zu beginnen, weswegen Israel jeweils auch von der UNO verurteilt wurde
2. Ist der Iran im Besitz einer Atombombe oder ist bewiesen, dass der Iran an dem Bau einer Atombombe arbeitet? Nein, nur Vermutung und selbst die US Geheimdienste gehen nicht mehr davon aus.
3. Ist Israel im Besitz von Atomwaffen? Ja, die Welt weiss es (man schätzt bis zu 200 – 300 Sprengsätze) und ein ehemaliger Israelischer Armeeangehöriger hat vor Jahren diesen Verdacht auch bestätigt. Er sitzt dafür in Israel in Haft.
4. Wird von der Weltgemeinschaft verlangt, dass der Iran seine Nuklearaktivitäten transparent macht? Ja
5, Wird von der Weltgemeinschaft verlangt, dass Israel sein Atomwaffenpotential transparent macht? Nein
6. Ist es richtig, dass Günter Grass von beiden Staaten Transparenz über deren Nuklearbewaffnung fordert? Ja
7. Ist es richtig, dass diese Frage bisher tabuisiert wurde? Ja
8. Hat Günter Grass Recht mit seiner vorausschauenden Annahme, dass das Aussprechen dieser Frage als Antisemitismus ausgelegt wird? Ja, und zwar belegt durch die derzeitige überbordende Reaktion
9. Ist es richtig, dass Deutschland ein weiteres U-Boot an Israel liefert, welches die Fähigkeit hat atomare Sprengköpfe abzuschießen? Ja
10. Ist es richtig, dass das zu liefernde U-Boot zu einem Drittel aus deutschen Steuermitteln bezahlt wird, also als weiterer Beitrag der Wiedergutmachung? Ja
11. Ist es richtig, dass ein Krieg mit dem Iran in der Region und darüber hinaus ungeahnte Konsequenzen haben wird? Ja, davor warnen alle Personen die die Region kennen.
12. Ist es richtig, lieber vorher zu warnen, als sich der Heuchelei des Westens unterzuordnen? Ja, es hat in der Vergangenheit zu viele Schweiger gegeben und damit dem Unheil Vorschub geleistet.
13. Soll all’ das weiterhin totgeschwiegen werden, nur um der Gefahr zu entkommen, des Antisemitismus’s bezichtigt zu werden? Ja nach offizieller Ansicht, nein aus menschlich ethischen und verantwortlichen Gründen.
Und wo Günter Grass sich nicht zu äußerte, die Behandlung der Palästinenser im Westjordanland, deren Unterdrückung, Misshandlung, laufende Schikane und Demütigung, Freiheitsberaubung, Enteignung, Landnahme und Besiedelung durch radikale, gewalttätige arrogante Siedler mit teilweise kriminellem Verhalten, Mauerbau und Grenzübergangasschikanen, Verweigerung des Existenzrechtes in einem eigenen Staat u-v.m., kurzum schlimmste Art der Apartheit und zu Recht von H. Gabriel kürzlich so genannt, und auch zigmal von der Uno gerügt und auch z.T. verurteilt, doch es rührt den Staat Israel nicht im Geringsten und lässt auch seine Unterstützer wie z.B. insbesondere die deutsche Regierung schweigen. Muss der deutsche Bürger dem ebenso folgen? Nein er muss es nicht, er hat sogar die Pflicht mit Blick auf seine grauenhafte jüngere Historie mehr als andere Länder überall auf dem Globus dort zu intervenieren wo Menschenrechte mit Füßen getreten werden, und damit auch in einem Land wie Israel.
Die Welt applaudiert und unterstützt die Befreiungskämpfe in den arabischen Ländern und nennt die aufbegehrenden Menschen mit Recht Freiheitskämpfer. Haben die Palästinenser kein gleiches Recht auf Freiheit? Und wenn sie sich von dem erdrückenden diktatorischen Joch Israels befreien wollen, sind sie dann keine Freiheitskämpfer,sondern Terroristen?
Das sind ungelöste Probleme die es dringendst anzusprechen und mit Nachdruck zu lösen gilt. Sie schlagen ungelöst letztendlich auch auf uns zurück
Das gehört dazu wenn man sich mit dem Beitrag von Herrn Grass sachlich und inhaltlich auseinandersetzen will, statt oberflächliche Polemik über die Art seiner Gedichtsform mit abstruser Antisemitismus-Unterstellung zu üben (und möglicherweise noch nicht einmal den Wortlaut gelesen hat).

71) Godefre, Montag, 09. April 2012, 15:12 Uhr

Bei allem Respekt Herr Spreng, von Ihnen hätte ich mehr erwartet als eine Beschwerde über dumme alte Männer. Völlig undifferenziert geben Sie hier Ihre Meinung zum besten, das eigentliche Thema verfehlen Sie völlig. Vielmehr scheint es als stünden Sie selbst im Wettstreit mit Walser und Grass um den “dummen alten Mann” Award.
Ein solcher Text kann ja nur aus Springers Feder kommen. Schade wenn einen die Vergangenheit einholt und die Gegenwart ruiniert. Vielleicht (nein sogar bestimmt, ich weiß es ich kenne Sie) sind Sie ein guter Journalist/Analyst aber Unrecht verleugnen und Fakten verdrehen, so habe ich dass nicht von Ihnen gelernt. Ich hoffe, dass Sie genauso wie Grass nicht zu Ihren Wurzeln zurückkehren.

72) Godefre, Montag, 09. April 2012, 15:26 Uhr

Außerdem liebe Mitkommentatoren/innen: Israel ist ein Staat Iran ist ein Staat und Deutschland auch. In der Internationalen Politik spielt es keine Rolle welches Volk den Staat regiert. Es geht um Macht und die möglichkeit Macht zu nutzen. Grass kritisiert einzig und alleine die art und weise wie diese Staaten Ihre Macht nutzen. Man kann alle 3 akteure durch andere Staaten ersetzen, dann würde man der anti Semitismus Keule entgehen, aber dann hätte man gelogen. Denn das Problem ist eben eines zwischen israel und Iran. Aber nicht zwischen Juden Moslms und Christen. Hier wird einfach Apfelbrei mit Sägespähnen vermischt.

73) Günter Springer, Montag, 09. April 2012, 17:05 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng:
” Tabubruch der dummen alten Männer” ? Was soll das? Was bringt das?
Warum stellen Sie nicht mal die Frage was die Völkergemeinschaft über zig Jahre getan hat um in der Region um Israel auf diplomatischem Wege, wohl gemerkt auf ehrlichem Wege, Frieden und Aussöhnung zu schaffen?
Günter Grass in Deutschland niederzumachen ist schlicht heuchlerisch, voran die Medien, die ja überwiegend wieder mal die Weisheit mit Löffeln zu sich genommen haben.
Auch ich billige Israel mit Nachdruck seine Bereitschaft zur Verteidigung zu, mehr aber auch nicht.
Zum Schluß dem Günter Grass noch Antisemitismus vorzuwerfen ist wieder mal eine der billigsten Totschlagargumente, für die man sich entschuldigen sollte!
Nein, Gott sollte uns lieber vor überdimensionalen Waffenarsenalen schützen!

74) gabriele, Montag, 09. April 2012, 18:37 Uhr

Vor kurzem demonstrierte die Mittelschicht Israels gegen Netanjahu
und den ungezügelten Kapitalismus im Land.
Nun gibt Grass dem Premier mit so einem „Gedicht“ Gelegenheit ,
das Land wieder hinter sich zu versammeln.
Und somit sind Änderungen und Reformen erstmal vom Tisch.

Der politische Grass hätte wissen müssen was ihn erwartet.
Sein bestürztes Getue glaube ich nicht.
Anlässlich seines Bekenntnisses zur Waffen-SS gab es ja schon mal so einen Tumult.

Der eitle Grass wollte also etwas anderes.
Wie ein Kind:
lieber negative Aufmerksamkeit als gar keine.

@alle
Denken Sie gefälligst daran, weshalb die “restlichen” (Verzeihung )
Juden auswandern mussten.
Die aus den KZ Befreiten, wurden überall rumgeschoben – man nannte sie D.P. (displaced people) !
Lesen Sie über die Dreyfuss-Affaire
und googeln Sie mal “Theodor Herzl”

75) gabriele, Montag, 09. April 2012, 18:44 Uhr

Nachtrag zu 63
….und dass Jakob Augstein -
an der Haltung von Grass nichts auszusetzen hat,
ist nachvollziehbar,
denn Martin Walser,
der andere Tabubrecher,
ist schließlich sein Papa.

76) Jörg Rowohlt, Montag, 09. April 2012, 18:49 Uhr

Lieber Herr Spreng,
vollste Zustimmung zu dem Beitrag! Viele Kommentare hingegen finde ich ziemlich verräterisch. Am deutlichsten:
# 31 “Grass und Sarrazin sprechen das aus, was Millionen Deutsche denken.”
Das ist exakt das Probem, ob da nun noch ein abgehalfterter Großschriftsteller dabei ist oder nicht. Deswegen bin ich ja auch so vehement für “direkte Demokratie” (Ironiemodus aus)

77) Regina Hutchinson, Montag, 09. April 2012, 19:24 Uhr

@Horst Schmidt

Ich finde es sehr bezeichnend, daß es solche Reaktionen zu lesen sind, daß wegen dem Einreiseverbot
die BRD soll diplomatisch und politisch reagieren. Genau das Gegenteil ist der Fall.
Eine funktionierende diplomatische Beziehung zwischen Deutschland und Israel ist Beitrag von fähigen
Diplomaten wie z.B. Hans-Dietrich Genscher und Joschka Fischer, letzerer durfte sogar zw. den verfeindeten Parteien Israel und Palestina vermitteln und das als Deutscher. Diese sind Erfolge basiert auf eine lange Bahn vom Aufbau an Vertraeun und gegenseitige Achtung.
In keinster Weise sollte die Bundesregierung reagieren. Nicht wegen einem alten Mann hungrig nach Aufmerksamkeit, der nicht scheut ein Gedicht zu missbrauchen, um eine politische Botschaft in die Welt derart zu posauenen.
Günter Grass unterscheidet sich nicht von Martin Walser und auch nicht von Sarrazin und auch nicht
von der Kommunenpolitikerin, die eine Email mit homophobischen Inhalt an Volker Beck sendete.
Ob bei ihnen allen antisemitische Kräfte die Motivation war und ist, können wir nicht beweisen.
Ganz ausschliessen können wir es leider auch nicht.

Daß die Süddeutsche das sog. Gedicht kommentarlos abdruckte muß nicht heißen, daß das sonst
sehr respektvolle Blatt dem Inhalt zustimmt.
Sollte es dem Druck des Verlegers von Herrn Grass nachgegeben haben, wäre es ein schlechtes
Zeichen für diesen ehrenhaften Beruf des Journalisten.

Günter Grasss hatte alles erreicht, was ein Schriftsteller erreichen kann.
Warum nicht seinen Lebensabend im schönen Lübeck genießen ?
Eine kranke Eitelkeit macht von nichts halt. Auch nicht von einem mehr als sensiblen Thema
wie das Gefüge Deutschland /Israel.

78) Norbert, Montag, 09. April 2012, 19:30 Uhr

“Dumme alte Männer”, das trifft es wirklich. Besonders ärgert mich, dass die Öffentlichkeit (also voran die Presse) nicht das Gedicht zwischen Orangenschalen und Kaffeefilter entsorgt hat, wo es besser aufgehoben gewesen wäre als auf Titelseiten.

79) Thom, Montag, 09. April 2012, 20:16 Uhr

Steht bestimmt schon hier, aber ich kann das nicht alles lesen: Jedenfalls ist es sachlich unzutreffend, daß ein Nobelpreis und ein Einreiseverbot ein Unikat darstellen, Israel hat das bereits vorher hinbekommen. Und schön, daß mal alle einer Meinung sein können. Mit Attributen wie “dumm”, “alt”, “verwirrt” wird um sich geworfen, daß es an Adorno gemahnt: wer keinen degoût empfände, bei dem, was alle denken, der tauge eben zum Denken nicht.

80) Horst Schmidt, Montag, 09. April 2012, 20:59 Uhr

@ regina hutchinson

Mit Verlaub, wer sind “wir” in ihrem Beitrag und was an meinem Beitrag tendiert auch nur im Geringsten gen Antisemitismus?

Nicht repräsentativ, nein, aber aussagekräftig dieses Herumgedruckse. Eines demokratischen Gemeinwesens unwürdig.

http://www.focus.de/politik/videos/umfrage-zum-gedicht-von-guenter-grass-bei-kritik-an-israel-gibt-es-immer-einen-aufschrei_vid_30705.html

Sollte zum intensiven Nachdenken anregen, ob solch Verhalten erwünscht, begrüßenswert ist.

81) Thomas Hillebrand, Montag, 09. April 2012, 21:00 Uhr

@ 70) V.V.

Großartig! Einfach großartig! Ich bin fast blau angelaufen, weil ich beim Lesen einfach die Luft anhalten musste… Und nach Ihrer Lektüre konnte ich dann so tief wie selten in den letzten Tgen wieder einatmen! Vielen Dank.

82) Martin Schmitz, Montag, 09. April 2012, 22:37 Uhr

Der Artikel ist albern und eigentlich wertlos, weil Grass die Wahrheit sagt. Gut, es müssen sich gleich sogenannte Besserwisser melden, davon gibt es ja genug, aber Grass trifft genau den Punkt um den es geht.
Ich gebe hier zwei Beispiele:

http://www.youtube.com/watch?v=9WgSok815L8

http://www.youtube.com/watch?v=oVKXV1WgSlE

83) Robson Bottle, Montag, 09. April 2012, 23:28 Uhr

Jetzt lassen sie mal ihre Antisemitismus-Keule stecken, Herr Spreng! Ist ja lächerlich! Peter Zadek hat, wie sie sicher wissen auf einen ähnlich dummen Antisemitismus-Vorwurf mal so reagiert: „Solange die Deutschen nicht die schlechten Seiten von Juden aussprechen, haben sie nicht begonnen, sich mit ihrem Antisemitismus auseinanderzusetzen.“
Ich jedenfalls habe – wie Grass – auch keine Lust auf eine militärische Auseinandersetzung mit Nuklearwaffen auf diesem Planeten, egal wer sich angeblich gegen wen verteidigen zu müssen meint! Erinnern sie sich bitte mal wieder an das angebliche Waffenarsenal von Saddam Hussein!

84) Robson Bottle, Montag, 09. April 2012, 23:38 Uhr

… und haben sie noch nicht gemerkt, dass die “neuen” Rechtskonservativen, Rechtsradikalen und die NPD, die Sie in Ihrem völlig missglückten Text als “Fans” von Grass bezeichnen, längst nichts mehr gegen Israel haben und Israel sogar gegen Araber, Moslems und Islamisten unterstützen, um – ganz nebenbei – endlich den ärgerlichen Holocaust-Makel loszuwerden und gesellschaftsfähig werden zu können??

85) anthri, Montag, 09. April 2012, 23:51 Uhr

Zustimmung, ähnlich habe ich mich in den Threats der Zeit geäußert. Nun fällt es mir besonders leicht, den Herrn Grass zu kritisieren, weil ich ihn selbst dann nicht mochte, als er Willy Brandt unterstützt hat. Auch seine Literatur schätze ich nicht. Doch das sei nur nebenbei erwähnt. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung seines “Gedichtes” wurde perfide gewählt und er war sich seiner Wirkung total bewusst. Allerdings, ohne die unglaubliche Resonanz in der Presse und den latent vorhandenen Antisemitismus eines Teils der Deutschen, wäre die Wirkung verpufft. Ist sie aber nicht. Leider!

86) Gundi, Montag, 09. April 2012, 23:59 Uhr

Norbert haben Sie überhaupt das Gedicht gelesen? was passt Ihnen daran nicht? Beide Fragen kann gerne auch Herr Spreng beantworten .

87) Gast, Dienstag, 10. April 2012, 01:48 Uhr

Viele Kommentatoren sollten mal anfangen die Jahre 1946 bis 2011 in ihrer Beurteilung von Günter Grass’ Gedicht mit einspielen zu lassen. Auch wenn ein “vernünftig” denkender Mensch auch so keine antisemitische Zeile in dem “Gedicht” (naja, das ist es für mich nun wirklich nicht) finden sollte, sollte einem mit diesem geschichtlichen Hintergrundwissen klar werden, dass Grass sich Zeitlebens dem Existensrecht Israels und einer friedlichen und einvernehmlichen Koexistenz mit den arabischen Nachbarländern verschrieben hat.

88) Gregor, Dienstag, 10. April 2012, 10:01 Uhr

Es tut mit leid. Ich bin zu doof. Ich habe zuerst die Reaktionen auf das “Gedicht” gelesen bzw. gesehen und war über deren Häftigkeit sehr verwundert, so dass ich dann doch das Gedicht gelesen habe. Mich wundert das so viele Leute da was heraus lesen was ich beim besten Willen nicht finden kann. Für mich hat die ganze Diskussion eher etwas von Religion.

89) Frank Reichelt, Dienstag, 10. April 2012, 10:51 Uhr

Herr Spreng schreibt:

“Gott schütze uns vor dummen alten Männern!”

Das heißt dann doch wohl in journalistisch boulevardesker Subtextauslegung, dass er ein Befürworter des sozialverträglichen Frühablebens ist!

90) Wilfried Haselberger, Dienstag, 10. April 2012, 10:51 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,ich bin überwiegend mit Ihren Meinungen einverstanden.In diesem Fall bitte ich >Sie einmal zu überlegen,ob Sie sich nicht einfach irren.Der Staat Israel,und das ist dort genauso umstritten,will eventuell den Iran angreifen.Wenn ich es richtig verstehe,sollen dort Atomanlagen zerstört werden.Treten hier nicht Atomwolken aus und wen treffen diese.Dies können Sie doch nicht wollen.Oder?

91) Horst Klohocker, Dienstag, 10. April 2012, 11:08 Uhr

„Den Daumen in die Wunde legen“, das sehe ich als eine Aufgabe eines Dichters und Denkers. Das ist Grass mit seinem Gedicht gelungen. Ich persönlich habe das Gedicht jetzt mehrfach auf mich wirken lassen und desto öfters ich es lese, desto mehr komme ich zu der Auffassung, dass Grass Recht hat.

Jetzt wird diskutiert und ich hoffe, dass kein Antisemitismus hoch kocht. Was aber erwachen sollte ist die Sorge, dass die Regierung von Israel mit ihrer Politik gegen den Iran den Weltfrieden gefährdet. Ich denke diese Sorgen haben viele Menschen auf der Erde und nicht nur Deutsche, Franzosen, Amerikaner…….auch viele Israelis.

Jetzt aber noch was Heiteres, damit die Stimmung nicht gar so sehr hoch kocht: http://www.youtube.com/watch?v=XQ1HzlXJaLk

92) Marco, Dienstag, 10. April 2012, 11:21 Uhr

@ 76 Jörg Rowohlt

Grass und Sarrazin in einen “Assoziationstopf” zu werfen ist angesichts der jeweils vertretenen, sehr unterschiedlichen Standpunkte dann doch ziemlich billig, mit Verlaub. Und sich als vermeintlichen “Beleg” auf einen dann doch recht simplen Forumsbeitrag zu stützen umso mehr. Man sollte schon zwischen einem Friedensaufruf und rechtspopulistischer Demagogie unterscheiden können – oder wollen.

93) StefanP, Dienstag, 10. April 2012, 12:25 Uhr

@87) Gast

Viele Kommentatoren sollten mal anfangen die Jahre 1946 bis 2011 in ihrer Beurteilung von Günter Grass’ Gedicht mit einspielen zu lassen.

Genau das hat so mancher getan. Man sollte sich vor Augen halten, dass mit Ausnahme Ägyptens (praktisch gezwungener Maßen) kein arabisches Land ernsthafte Versuche unternommen hat, mit dem lazistischen Staat einen Friedensvertrag zu schliessen. Statt dessen hat man immer wieder dem Land mit der vollständigen Vernichtung gedroht und dies bekanntlich in einer konzertierten kriegerischen Aktion versucht. Wäre die israelische Armee nicht aufgrund ihrer militärischen Ausstattung den Feinden überlegen, wäre der Staat Israel längst Geschichte. Und das wäre vielen hier wohl auch am Liebsten.

Zu Beginn der 2. Intifada haben die Palästinenser den friedlichen Zustand mit permanentem Terror gegen die Zivilbevölkerung gebrochen. Kein Staat, auch kein demokratisch-rechtsstaatlich verfasster, hält dies ohne Radikalisierung der Bevölkerung und harte Gegenmaßnahmen aus. Die Palästinenser haben seit Jahren nicht mal eine handlungsfähige Regierung, die friedensstiftende Maßnahmen mit Israel vereinbaren könnte. Aber daran ist natürlich wieder der Judenstaat schuld.

94) M. Boettcher, Dienstag, 10. April 2012, 12:37 Uhr

Man sollte vorsichtig damit sein andere als alt und dumm zu zeihen. Alt wird man (hoffentlich) auch einmal, mit knapp 64 sind Sie selbst jedenfalls nicht jung, und Dummes lese ich in Ihrem Beitrag allemal. Z. B. den Vorwurf des Antisemitismus. Letzterer ist bekanntlich eine Form des Rassismus, der sich gegen Juden richtet. Nun mag man zu Grass und seinem Text, den Gedicht zu nenenn mir nicht einfiele, stehen wie man will, aber eine generelle Judenfeindlichkeit ist dem sicher nicht zu entnehmen. Es sei denn, man betrachtet Kritik an der Politik der derzeitigen israelischen Regierung generell als judenfeindlich. Ein Reflex, mit dem man hierzulande jeglicher Kritik an der Politik Israels regelmäßig begegnet und mit dem inhaltliche Debatten alsbald überdeckt werden. Viel breiter und vor allem lautstark diskutiert man die Ungeheuerlichkeit, dass jemand Kritik an Israel äußert. Ein Deutscher noch dazu, in den Augen vieler eh als Täter geboren. Diese Reaktion selbst ernannter Verteidiger Israels wurde vom Gescholtenen ja vorhergesehen und leider auch hier auf’s Trefflichste bestätigt. Dagegen kein Wort davon, dass Deutschland eine Krisenregion aufrüstet, entgegen geltenden Rechts. Und keine Silbe dazu, dass man vom Iran stets Kontrollen der Atomanlagen fordert, im Prinzip durchaus berechtigt, denn der Iran hat den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet, man aber über die Atombewaffung Israels kaum etwas liest; jedenfalls keine Kritik. Keine Bemerkung dazu, dass Israel, dass sich angeblich nur verteidigen will, einen Angriffskrieg plant und dass dieser ursächlich dafür ist, dass Grass sich überhaupt zu Wort meldet.

Ein Wort noch zur Nazi-Vergangenheit von Grass: als die Nazidiktatur etabliert wurde, war Grass nicht einmal 6 Jahre alt. Bei Kriegsbeginn ware er knapp 11, am Ende des Krieges noch 17. Was einen 15 Jährigen dazu bewogen haben mag sich freiwillig zur Wehrmacht zu melden und später in der Waffen SS tätig zu sein, verschließt sich mir. Aber ein gefestigter Charakter war er damals mit Sicherheit nicht. Ich stehe jedenfalls nicht an zu behaupten, ich wäre unter ähnlichen Bedingungen im nämlichen Alter zum Widerstand fest entschlossen gewesen. Da Sie wohl einen besseren Charakter für sich reklamieren, mögen Sie sich Recht wähnen auf der SS-Vergangenheit von Grass herum zu reiten. Ich halte das für töricht und einen Unfug, den man als “Schreibtischtäter” großmäulig sehr leicht herum posaunen kann. Wie gut also für Sie, dass Sie der Nagelprobe durch die Gnade der späten Geburt entkamen.

95) wschira, Dienstag, 10. April 2012, 13:09 Uhr

@52 CitizenK
Israel hat zusammen mit dem damaligen südafrikanischen Apartheitregime Atomwaffentests durchgeführt, die für das Jahr1979 belegt sind. Näheres darüber, mit ausführlichen Quellenangaben, und über das israelische Atomprogramm, insbesondere die militärischen Aspekte, siehe: “Stephanie Cooke- Atom, die Geschichte des nulearen Irrtums, Kapitel 13″, Verlag Kiepenheuer und Witsch.

96) der Herr Karl, Dienstag, 10. April 2012, 13:37 Uhr

Es ist vielleicht unglücklich, wenn sich ein ehemaliger Waffen-SS-Angehöriger auf diese Weise zur israelischen Politik äussert. Auch Ratzinger wäre eher ungeeignet gewesen – beide nicht wirklich weise, alte Männer. Aber “berechtigte Kritik” an der Politik Israels sollte man schön üben dürfen.
Interessant auch, wie die israelischen Medien reagieren:
“Auch die israelische Zeitung HAARETZ hat wenig Verständnis für die Reaktion des Innenministers:
“Der Literaturnobelpreisträger Grass hat nichts anderes als ein Gedicht geschrieben. Der israelische Staat, inbesondere der Innenminister, hat darauf hysterisch reagiert. Offenkundig handelt es sich bei dieser Angelegenheit nicht um eine unerwünschte Person, sondern um eine unerwünschte Politik“”
http://www.dradio.de/presseschau/

97) H.F., Dienstag, 10. April 2012, 13:39 Uhr

@94) M. Boettcher

#Was einen 15 Jährigen dazu bewogen haben mag sich freiwillig zur Wehrmacht zu melden und später in der Waffen SS tätig zu sein, verschließt sich mir. #

Ich befürchte – obwohl das schwer auszusprechen ist – aber man wird davon ausgehen müssen, dass er die Waffen SS mit 15 für die Guten hielt. Seine Erziehung dürfte Ihm kaum eine differenzierte Einstellung erlaubt habe.

@93) StefanP

#Aber daran ist natürlich wieder der Judenstaat schuld.#

Das oben eher harmlose Zitat bringt Sie zu einem polemischen Rundumschlag. Das gefällt mir gut. Vielleicht können Sie mal von polemischen Büchern leben. Obwohl Ihre Polemik eher sparsam ist. Insgesamt ist das Forum da schwach auf der Brust. Andere haben da mehr zu bieten.

Zb. Eli Jischai “Ich sehe es als Ehre an, ihm die Einreise ins Heilige Land zu verbieten”. (Der will gar nicht einreisen – aber das Verbot aussprechen zu dürfen ist eine Ehre). Und rechtlich wurde das Einreiseverbot wegen der damaligen SS-Mitgliedschaft ausgesprochen. Na ich hätte es als größere Ehre empfunden, man hätte den wichtigen Grund, nämlich das Terror(?)gedicht selbst als Begründung verwenden können, statt ein Delikt, das seit 6 Jahren bekannt ist.

Und Avigdor Lieberman ist auch klasse: “Seine Äußerungen sind ein Ausdruck des Zynismus eines Teils der westlichen Intellektuellen, die als Eigenwerbung und im Willen, noch ein paar Bücher zu verkaufen, dazu bereit sind, die Juden ein zweites Mal auf dem Altar verrückter Antisemiten zu opfern.”
Hallo, westliche Intellektuelle, die ihre bereit seid Juden ein zweites Mal auf dem Altar verrückter Antisemiten zu opfern, Meldet Euch! Durch Grass seid Ihr enttarnt worden. Und Liebermann hat Euch entdeckt! Ist die Bezeichnung”Terrorgedicht” womöglich noch eine Verharmlosung? Steigerung: Pogromgedicht?

Warum fällt mir jetzt gerade “Nordkorea” ein? Ich lese doch gar keine Reden von den dortigen göttlichen Führern …

98) Erwin Gabriel, Dienstag, 10. April 2012, 13:48 Uhr

Lieber Herr Spreng,

Wenn jemand Juden ablehnt, weil sie Juden sind, ist er ein Antisemit. Das ist klar zu verurteilen! Aber der Staat Israel und das Judentum sind nicht das Gleiche. Und, mit Verlaub, am Gebaren des Staates Israel, etwa am Umgang mit Palästinensern, gibt es ziemlich viel auszusetzen. Wenn jemand darauf hinweist, dass Israel eine aggressive Politik betreibt, die Atombombe besitzt und nicht gerade eine friedlich-beruhigende Wirkung auf die Nachbarstaaten ausübt, hat er nun mal Recht.

Wer sich glaubhaft bei Dritten für Israel einsetzen will, der sollte auch über solche Aspekte sprechen dürfen. Dass aber jeder, der das tut, gleich als Antisemit diffamiert wird, ist für mich der eigentliche Skandal. Auch die peinlich-heftigen Reaktionen des Staates Israel – vom überzogenen Einreiseverbot bis hin zur albernen Forderung, den Nobelpreis abzuerkennen – zeugt in meinen Augen eher von der abwimmelnden Arroganz eines Ertappten als von der Betroffenheit eines zu Unrecht Beschuldigten.

Außerdem: Der eigentliche Auslöser für Grass‘ Zeilen sind ja nicht Israels Atomwaffen; zu denen hat der Autor trotz Kenntnis bislang geschwiegen. Aber nun erlaubt die deutsche Regierung die Lieferung eines U-Boots, das eben diese israelischen Atom-Waffen in die Welt tragen kann, und erst jetzt äußert sich Grass. Diesen Zusammenhang (oder auch das bisherige Lebenswerk von Günter Grass) zu unterschlagen, ist billig, tendenziell und sehr unseriös.

99) Albanese, Dienstag, 10. April 2012, 13:49 Uhr

Meinungsäußerungen mit besonderem Verweis auf eine moralische Pflicht, die eine Überlegenheit impliziert “aus der Geschichte gelernt zu haben”, sind meistens problematisch, etwa Nie wieder…
…Auschwitz,
…Krieg,
…Tschernobyl,
…zweite Liga.
Grass und andere sollen sich ruhig zu allem äußern, aber bitte nicht aus einer “historischen Verantwortung”.

100) rudow1, Dienstag, 10. April 2012, 13:54 Uhr

Vieles in Isreal ist nicht rechtmässig und gleicht in abgeschwächter Form an der Vergangenheit Deutschlands (Menschen 2.er Klasse, ihre Vertreibung, Ghettobildung, gezielte Tötung, Mauerbau, Landraub). Nichts davon wird in der westlichen Welt wirklich sanktioniert ! Wir schauen, wie bei so vielen anderen Staaten auch, weg ! Tatsächlich versprechen wir noch bedingungslose Unterstützung ! Und das alles nur weil Israel (leider) das einzig demokratische Land in der Region ist, wobei Demokratie und Menschenrechte nur für Israelis gelten und wir als Deutsche “die Gnade der späten Geburt” nicht wirklich annehmen können.

Aber Versprechen von Politikern, die die Sicherheit eines fremden Staates betreffen, sind meist nur solange von Bestand bis Blut fliesst und das Volk die Mehrheitsmeinung für sich beansprucht (aktuell gibt die 4.Macht die Meinung vor).

Meiner Meinung nach ist Grass ein (alter) Wichtigtuer, der gerne eine “moralische Deutungshoheit” wäre und damit der aktuellen Deutungshoheit, namentlich den Meinungsmachern aus den Medien in die Quere kommt. Außerdem war er ja nun eine zeitlang nicht mehr in den Mediem und Alter schützt vor Medien-Geilheit nicht ! ….. mir fällt gerade so ein: Grass ist dann also die Micaela Schäfer der Literatur ……

Es wäre gut wenn man die Aussagen aller Seiten (deutsche Presse, westliche Medien, Pseudointelektuelle aus allen Religionen, usw. ) einfach mal nicht so wichtig nimmt.

Israel und die Palestina werden es schon untereinander ausmachen, der Gewinner (ich tippe auf Israel) wird danach seine Geschichte schreiben.
Israel und der Iran werden es mit Sicherheit nicht allein untereinander ausmachen, beide werden ihre jeweiligen “Freunde” mit hineinziehen und das könnte auch für uns blutig werden.

Aber bis dahin ist es völlig egal was dieser pseudo-intelektuelle-ex-SS-Scherge mit Nobelpreis so schreibt. Die Realität ist viel wichtiger.

101) Marco, Dienstag, 10. April 2012, 14:02 Uhr

@ StefanP.

Ihre Beschreibung der Umstände der 2. Intifada, ihrer Ursachen und Folgen, ist einseitig und irreführend. Die Radikalisierung von Teilen der israelischen Bevölkerung geht wesentlich länger zurück, oder was war mit Baruch Goldstein? Kach? Lehi? Irgun? Schonmal gehört?
Dem Beginn der Intifada ging übrigens das Scheitern des Friedensprozesses voraus, nicht zuletzt durch die Ermordung Itzak Rabins durch einen israelischen Extremisten.
Die Zersplitterung der Palästinenser war übrigens ein Ziel israelischer Politik. Man hat die Hamas als Gegengewicht zur PLO sogar unterstützt, etwa den Scheich Yassin, den man dann Jahre später exekutiert hat. Sie bspw. hier: “How Israel Helped to Spawn Hamas”
http://online.wsj.com/article/SB123275572295011847.html

102) Katja Neutze, Dienstag, 10. April 2012, 14:27 Uhr

@76, lieber Herr Rowohlt,
das eigentlich Problem sprechen sie an, anscheinend ohne es zu merken:
Wenn u.a. nur ein “abgehalfterter Großschriftsteller” aussprechen kann (und das auch nicht, ohne massivst angegriffen zu werden), was “Millionen Deutsche” denken, dann können sie über diese Millionen natürlich denken was sie wollen, aber dass diese Millionen sich offenbar in unserem System NICHT trauen offen auszusprechen, was sie denken, das ist der Skandal!
Nachdem, wie auf Grass reagiert wurde (inhaltlich kann man das ja wirklich kritisieren), müsste man einem Querdenker empfehlen, öffentlich den Mund zu halten und nur unter vorgehaltener Hand die wahre Meinung zu äußern – war es aber nicht das, was immer an der DDR kritisiert wird?
Wer gute Argumente hat, braucht den anderen nicht für seine Meinungsäußerung anzugreifen. Er kann ihn einfach im Diskurs widerlegen.

103) PeterK, Dienstag, 10. April 2012, 14:35 Uhr

@ 94 M. Boettcher
Der mit Abstand beste Kommentar zu diesem Thema und zusätzlich noch Jakob Augstein
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,826163,00.html

104) Ste, Dienstag, 10. April 2012, 16:03 Uhr

Ich möchte auf das erste Literarische Quartett von 1988 hinweisen, vielleicht verirren sich einige in die Archive.

105) Sabine Zielke-Esser, Dienstag, 10. April 2012, 16:09 Uhr

Ein wesentliches Problem – vielleicht das entscheidende – ist, dass Grass sein politisches Anliegen in eine Kunstform gepackt hat. Ein Künstler muss sich aber entscheiden, ob er ein Kunstwerk schaffen oder eine politische Aussage treffen will. Beides zu vermengen geht garantiert schief. Natürlich kann ein Kunstwerk auch eine politische Aussage haben, aber das ist dann eine andere Ebene.

In diesem Fall wäre es zielführender gewesen, die Sorge um den Weltfrieden und die daraus folgende Forderung nach internationaler Kontrolle auf beiden Seiten in einem offenen Brief zeitgleich an Netanjahu und Ahmadinedschad zu schicken. Dann wäre uns viel Hyperventilation erspart geblieben. Günter Grass hat seine Kritik an den beiden Hitzköpfen ungleich verteilt und dies auch noch schwülstig verpackt. Das ist eine subtile Art um Prügel zu bitten. Damit war er leider erfolgreich, seinem vorgeblichen Anliegen hat er eher geschadet.

106) StefanP, Dienstag, 10. April 2012, 17:08 Uhr

@101) Marco

Jitzchak Rabin wurde 1995 ermordet, die 2. Intifada begann mehr als 5 Jahre und drei Regierungen später. Auslöser war eine Provokation des damaligen Oppositionsführers Ariel Sharon. Die beiden Sachverhalte in einen direkten Kontext zu stellen ist historisch albern. Sharon hat durch seinen, von 1.000 Soldaten geschützten Besuch auf dem Jerusalemer Tempelberg die Terrorakte ausgelöst, die zu einer Verhärtung der innenpolitischen Stimmung in Israel führten. Ich selber war zu der Zeit mehrmals in dem Land.

Auch die These von der Zersplitterung der palästinensischen Führung als Staatsziel Israels ist albern. Zerstreiten können sich nur zwei Parteien selber, genauso wie sie sich aus eigenem Antrieb einigen müssen. Auch Deutschlands Staatsziel ist weder die Einigung noch die Zersplitterung der amerikanischen oder französischen Gesellschaft.

107) mkveits, Dienstag, 10. April 2012, 18:01 Uhr

Ergänzend zu V.V. (Beitrag 70)
- dort – Ziffer 11 –
Etwaige Folgen eines Angriffs (“ungeahnte Konsequenzen”)

Beitrag auf Arte u.a.
“Wird Israel den Iran angreifen?”
http://www.youtube.com/watch?v=vxVIuZDB-yU

Hinweis: Auch die strahlenmäßige Verseuchung als Folge eines konventionellen Angriffs wird dargestellt – 11 Minuten beste Aufklärung

108) Frank Reichelt, Dienstag, 10. April 2012, 20:13 Uhr

@ 105) Sabine Zielke-Esser

Völlig richtig, treffend auf den Punkt gebracht!

109) Winfried, Dienstag, 10. April 2012, 20:22 Uhr

Der alte Mann zeigt sehr genau auf, nicht er sondern die Reaktion, das es hier nicht um den alten Antisemitismus geht, wo man gegegen die Juden ist weil sie Juden sind, sondern um den Semitismus an sich, der öffendlich den dritten Weltkrieg progagiert und ihn wegen einem falschen Geldsystem auch führen wird. Da kannd er Ranitzki sich soviel ekeln wie er will, nach Israel werden dieses Jahr weniger Leute reisen. Die Weltmacht des 1% Volkes hat mal richtig durchgebrüllt und sich dabei selbst entlarvt, wegen einem Gedicht, wenn das keine Kunst ist?

110) Peter Christian Nowak, Dienstag, 10. April 2012, 20:51 Uhr

@64 mambo und an alle Leser.

^^die reaktion auf das grass`gedicht zeigt überdeutlich ,
dass jede kritik an der israelischen politik hierzulande mit der antisemitismus -keule
niedergemacht wird.^^

@64 mambo und an alle Leser.

@64 mambo und an alle Leser.

^^die reaktion auf das grass`gedicht zeigt überdeutlich ,
dass jede kritik an der israelischen politik hierzulande mit der antisemitismus -keule
niedergemacht wird.^^

Das ist sicherlich richtig. Kritik an Freunden, so sie denn wirklich echte Freunde sind, sollte Kritik ermutigende Wirkung haben, nicht einen bösartigen Hintergrund.
Was mir an Grass´s Gedicht nicht recht gefällt ist, dass er die Möglichkeit unterstellt, Israel sähe den Atomschlag gegen Iran als vernünftige politische Lösung. Ich glaube, dass dem nicht so ist.
Ich glaube auch nicht, dass man es im Iran als vernünftige Lösung ansieht, Israel durch einen Atomschlag auszulöschen.
Was steckt also dahinter, hinter dieser ganzen Aufregung? Sind es vielleicht nicht doch ganz handfeste politische Gründe, die Angst in den Bevölkerungen Irans und Israels am Leben zu erhalten? Die einen (im Iran) um des Machterhalts willen, nämlich ein despotisches Regime aufrecht zu erhalten? Und die anderen, deren Macht gerade innenpolitisch zerzaust wird, durch ebenso radikale religiöse Fundamentalisten wie im Iran? Die Bevölkerungen beider Seiten haben weiß Gott andere Probleme, als sich mit irren militärischen Lösungen eines Atomschlags zu beschäftigen. Für sie sind das keine Optionen. Sie sind vernünftiger als ihre politische Klasse. Von Krieg und Vernichtung haben die die Schnauze voll. Mit Recht!
Was wäre es schön, wenn die israelische Bevölkerung mehr gehört würde. Gehört von ihren Potentaten. Das Gleiche gilt für die Potentaten der anderen Seite.
Werden nicht Machtspiele auf beiden Seiten auf Kosten der Bevölkerungen ausgetragen?
Dabei sehnen sich Israelis wie Iraner nach Frieden in einigermaßen gesicherten Verhältnissen, mit Arbeitsplätzen, nicht so hoher Inflation und bezahlbaren Mieten. Das sind nämlich die Probleme, die nicht nur Iraner wie Israelis umtreiben, sondern auch – und die darf man nicht vergessen – die Palästinenser, die endlich in Rechtsstaatlichkeit und in gesicherten Grenzen leben wollen. Und zwar in ihrem eigenen Staat!
Wer sind die, die Interesse haben am Unfrieden, die an keiner plausiblen, für alle tragbaren Lösung interessiert sind, sie sogar nach Kräften verhindern?
Mann, man könnte zum Verschwörungstheoretiker werden. Bin ich aber nicht.
Pakistan hat die Atombombe. Sie könnte eines Tages in die Hände von irre gewordenen Terroristen werden.
Indien hat die Atombombe. Israel hat die Atombombe. Was hat das diesen Ländern gebracht? Mehr Sicherheit? Mehr Wohlstand? Ein Mehr an Zufriedenheit. Frieden?
Mit der Atombombe werden keine Probleme gelöst. Noch nicht einmal mit deren nutzbarer Energie, wie wir alle seit Kurzem erleben.

Man kann Grass kritisieren. Ich kritisiere nicht seine Kritik an Israel, sondern ich kritisiere das negativ wirkende Pathos gegen Israel, das jedem auffällt, der das Gedicht liest. Die Reaktionen hier und anderswo blieben ja auch im Großen und Ganzen nicht aus. Der Inhalt ist einseitig ausgerichtet und macht die einen zu Opfern, die anderen zu Tätern. Das geht gar nicht. Das ist nicht gerecht und schon lange nicht Vernunft geleitet.
Ich kritisiere Herrn Netanjahu, der sich von religiösen Fundamentalisten zu sehr in seiner politischen Richtung bestimmen lässt, Fundamentalisten, die kleine Mädchen anspucken, weil sie ihrer Meinung nach nicht korrekt gekleidet sind. Schlimm sind sie, die Radikalen, nicht religiös. Sie sind eine Beleidigung Gottes, dessen Namen sie unaufhörlich nennen. Pharisäer gab es schon vor über 2000 Jahren. Ûnd sie gibt es auch heute noch. Nicht nur in Israel und im Iran, sie gibt es in Pakistan, Evangelikale Schwadroneure in USA, auch hier bei uns…sie gibt es fast überall -die Friedensverhinderer. Sie sind gleichsam der Stachel im Fleisch der Vernunft und verhindern Frieden und Vertrauen.
Freunde müssen sich auseinandersetzen dürfen. Sie sollen es. Sie müssen es. Aber nicht, indem man das Messer liefert, das den vermeintlichen Feind beseitigt. Die Lieferung des U-Bootes war falsch.
Das Embargo gegen Iran war, es ist falsch. Die Besiedlung palästinensischen Territoriums durch Israel ist falsch. Der Rückzug aus diesen Gebieten ist überfällig. Das verlangen schon diverse UN-Resolutionen – und das seit Jahren. Die Rückgabe dieser Gebiete an ein zukünftiges Palästina ist Voraussetzung für eine dauerhafte friedliche Lösung im Nahen Osten. So ein Signal hätte auch eine positive, eine kettenreaktive Wirkung sozusagen auf andere Regionen, weit über Israel hinaus.
Itzhak Rabin war einem dauerhaften Frieden im Nahen Osten sehr nahe. Und sieht man sich heute die Politik in Israel an, so hat jener großartige Mensch deswegen sein Leben verloren. Diese Kritik an Israel nehme ich mir raus. Man brachte ihn durch die Hand eines Helfers einfach um.
Ich hätte mir gewünscht, Herr Grass hätte mehr auf die Menschen Israels und die Völker im Nahen Osten abgehoben, hätte die Probleme genannt, die beiderseits der Grenzen und darüber hinaus die Menschen beschäftigen: Es ist nicht die hohe Politik, sondern es sind die Dinge des täglichen Lebens. Und natürlich die Sehnsucht nach Frieden, nach einigermaßen Wohlstand, und die Hoffnung auf vernünftige Perspektiven für ihre Kinder.
So viel Unterschiede zwischen den Völkern gibt es nämlich gar nicht, so wie immer behauptet wird.

111) Johnny, Dienstag, 10. April 2012, 23:02 Uhr

Lieber Herr Spreng,
Mit einem dummen alten Mann auf politischer Ebene lässt sich das ganze wohl nicht erledigen Herr Spreng. Das zeigt mir sowohl verschiedene Medien als auch einige sehr gut Kommentare. Und die Beweggründe von Günther Grass sind mit Sicherheit auch nicht so einfach darzustellen. Also ich für meinen Teil hab schon tiefgründigere Artikel zu diesem Thema gelesen.

112) Roland F., Mittwoch, 11. April 2012, 00:09 Uhr

Herr Spreng, Sie müssen einen neuen Artikel schreiben. Sonst hört Das hier nicht auf!

113) Fassmann, Mittwoch, 11. April 2012, 00:35 Uhr

Bääh, da isser wieder, der politisch korrekte Schnappreflex der Gutmenschen-Schriftkammer….würg!

Vielleicht sollte man Grass´und Walsers Bücher, ach, das von Thilo auch noch, sicherheitshalber verbrennen?

Oh Herr Spreng, gib uns unsere Gedanken vor, leite uns als wir politisch korrekt und gut werden wollen!

Zwischenzeitlich wollen Sie sicher an dem sehr hilfreichen und edlen Werk “Wir kommen” etwas abarbeiten?

114) nurmalso, Mittwoch, 11. April 2012, 00:46 Uhr

Na dann … ist ja der Burgfrieden mit der Hilfe der vielen mutigen Schreiberlinge hergestellt. Mutti Merkel hat die bedingungslose Solidarität zu Israel auch zur Staatsräson erklärt, dann sehen wir uns alle im Kampf gegen den Iran wieder. Drum auf, zu den Waffen …

nurmalso

115) Regina Hutchinson, Mittwoch, 11. April 2012, 04:51 Uhr

Mit diesem falschen Signal von Günther Grass in Form und Inhalt, sind wir jetzt noch viel weiter davon entfernt den Tag zu erleben, daß jüdisches Leben in Deutschland so selbstverständlich ist,
daß Polizeischutz für jüdische Einrichtungen in diesem Lande nicht mehr benötigt werden.

Diese – zum Teil – unfurchtbare Diskussion hier im Blog zeigt, daß man sich bei dem Thema in nullkommanix zum Polarisieren verführen läßt.

In diesem Sinne,

116) Maren P., Mittwoch, 11. April 2012, 08:57 Uhr

Eigentlich ist hier alles gesagt – aber augenscheinlich noch nicht von allen. ;-)
Ganz zum Schluss bringt dann einer noch einen ellenlanges Referat als Fleißaufgabe. Aber sonst war’s wieder spannend und unausgewogen. ;-) Danke!

117) Erwin Gabriel, Mittwoch, 11. April 2012, 09:35 Uhr

@ 115) Regina Hutchinson, Mittwoch, 11. April 2012, 04:51 Uhr

…Mit diesem falschen Signal von Günther Grass in Form und Inhalt, sind wir jetzt noch viel weiter davon entfernt den Tag zu erleben, daß jüdisches Leben in Deutschland so selbstverständlich ist,
daß Polizeischutz für jüdische Einrichtungen in diesem Lande nicht mehr benötigt werden…
________________________

Ich bitte um Entschuldigung, aber das ist dummes Zeug. Wenn jüdische Einrichtungen Polizeischutz brauchen, hat dass eher mit fanatischen antisemitischen Hohlköpfen zu tun, als mit ein paar (faktisch zutreffenden) Zeilen des besorgten Schrifstellers. Diese Blödmänner haben einen Günter Grass sicherlich nicht auf ihrem intellektuellen Speiseplan.

Falls die wirklich etwas Gutes an Grass finden, dann höchstens in Form der fragwürdigen, klischeehaften Reaktionen eines Marcel Reich-Ranitzki, eines Michael Spreng, der kompletten Springer-Presse etc, die eine Kritik an einem deutsch-israelischen Waffengeschäft und mögliche Auswirkungen desselben plump und argumentationslos als Antisemitismus hochjubeln und so die eigene verworrene Weltsicht aufs trefflichste bestätigten. Diese aus Selbstgerechtigkeit (und teilweise aus Eitelkeit) gebastelten Steilvorlagen der Möchtegern-Medien-Eliten fördern den Antisemitismus viel stärker und effektiver, als es eine sachliche Kritik an (deutsch-)israelischer Politik je könnte.

Wirklich schlimm …

118) Tom Gonzo, Mittwoch, 11. April 2012, 10:20 Uhr

“Dumme alte Männer”
Schön gesagt und gar nicht unreflektiert.
Ich ziehe diese “dummen Männer” den neunmalklugen Bloggern hundertmal vor.
Ein kluger alter (dummer?) Mann hat mal gesagt: “…. Schweigen ist Gold”. Wenn sich der eine oder andere Blogger daran halten würde. Lies den Artikel von Moshe Zuckermann in der taz, vielleicht hilft dir das, das Thema besser zu verstehen, anstatt mit Begriffen zu hantieren, die fehl am Platze sind.

119) ungereimtes, Mittwoch, 11. April 2012, 10:30 Uhr

Herr Grass ist an keiner Stelle des Gedichts antisemitisch. Seine SS-Zugehörigkeit erwähnte er in den Entlassungspapieren aus der Gefangenschaft. Allerdings hat er sich mit dieser Mitgliedschaft nicht gebrüstet, sondern sich dafür geschämt. Was soll eigentlich “Selbstentlastung auf Kosten der Juden” ?
Von welchen Juden redet der Blog-Autor ? Inwiefern hat sich Herr Grass denn entlastet ?
“Gott schütze uns vor dummen alten Männern!”
Was für eine Bitte, ich kann nicht die geringste Bedrohung von irgendwem durch Herrn Grass erkennen.
http://ungereimtes-all-gemein.blogspot.com/

120) CitizenK, Mittwoch, 11. April 2012, 11:00 Uhr

Günter Krass hat es jedenfalls geschafft, die Positionen von Rinks und Lechts zum Thema Nahost-Konflikt komplett durcheinander zu wirbeln:

http://www.welt.de/kultur/article106168975/Was-Thilo-Sarrazin-und-Guenter-Grass-verbindet.html

121) H.F., Mittwoch, 11. April 2012, 11:47 Uhr

@112) Roland F

#Herr Spreng, Sie müssen einen neuen Artikel schreiben. Sonst hört Das hier nicht auf!#

Ist aber besser als Wulff zum fünften, Wullf zum sechsten, Wulff zum …

@110) Peter Christian Nowak

#Das ist sicherlich richtig. Kritik an Freunden, so sie denn wirklich echte Freunde sind, sollte Kritik ermutigende Wirkung haben, nicht einen bösartigen Hintergrund.#

“Unter Staaten gibt es keine Freundschaft, nur Partnerschaft.” Kann aber grad nicht sagen, wen ich zitiert habe.

#Was mir an Grass´s Gedicht nicht recht gefällt ist, dass er die Möglichkeit unterstellt, Israel sähe den Atomschlag gegen Iran als vernünftige politische Lösung. #

“Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.” Kann aber grad nicht sagen, wen ich zitiert habe.

#Was steckt also dahinter, hinter dieser ganzen Aufregung? Sind es vielleicht nicht doch ganz handfeste politische Gründe, die Angst in den Bevölkerungen Irans und Israels am Leben zu erhalten? #

Ich fürchte, das ist so. Mit Angst kann man Menschen leichter steuern. Und worum es geht ist ganz offensichtlich. Ein Machtkampf zwischen der wichtigsten regionalen Mittelmacht (Iran) und einer anderen Mittelmacht, Israel, das militärisch sehr hoch gerüstet ist, aber von der Bevölkerungszahl und Fläche deutlich unterlegen ist. Was denken Sie, wie man die Machtfrage im Sinne Israels lösen kann?

122) Marco, Mittwoch, 11. April 2012, 12:29 Uhr

@ StefanP.

Richtig, Auslöser war Sharons gezielte Provokation (im Wahlkampf, wenn ich mich richtig erinnere). Aber was markierte Rabins Tod? Das Scheitern einer Friedenslösung, die auf der Rückgabe besetzter Gebiete basierte (nicht der vergleichsweise unwichtige Gazastreifen, sondern substanzielle Territorien im Westjordanland). Rabins Tod signalisierte der israelischen Politik, was mit jenen passiert, die bereit sind als Preis für den Frieden einen Teil von Eretz Israel abzutreten.
Was nach Rabin kam, war der Versuch dieses Scheitern zu kaschieren, bspw. Camp David II. Sharon hat was ähnliches versucht, als er medienwirksam Gaza räumen ließ, um gleichzeitig die Präsenz im Westjordanland zu zementieren. Insofern besteht natürlich ein Zusammenhang zwischen zwei historischen Ereignissen, die gerade mal fünf Jahre auseinanderliegen. “Historisch albern” ist lediglich die Behauptung, es würde da keinerlei Zusammenhang bestehen.

Warum sie jetzt die israelische Politik ggü. den Palästinensern mit der deutschen Außenpolitik ggü. Frankreich oder USA gleichsetzen wollen, bleibt wohl ihr Geheimnis. Ich sehe da keinen Zusammenhang. Haben sie den von mir verlinkten Artikel überhaupt gelesen? Israel hat die Hamas in den 1980er Jahren direkt und indirekt unterstützt, um damit die Macht der PLO zu untergraben.
“Instead of trying to curb Gaza’s Islamists from the outset, says Mr. Cohen, Israel for years tolerated and, in some cases, encouraged them as a counterweight to the secular nationalists of the Palestine Liberation Organization and its dominant faction, Yasser Arafat’s Fatah. Israel cooperated with a crippled, half-blind cleric named Sheikh Ahmed Yassin, even as he was laying the foundations for what would become Hamas.” http://online.wsj.com/article/SB123275572295011847.html

123) nurmalso, Mittwoch, 11. April 2012, 13:18 Uhr

Herr Spreng, Sie müssen jetzt Ihre Liste der dummen alten Männer um ein weitere Mitglied erweitern: Egon Bahr.

124) Elliott, Mittwoch, 11. April 2012, 15:42 Uhr

(Vorab-das Gedicht habe ich nicht gelesen). Den Islam zu kritisieren ist unserer Gesellschaft fast vollkommen aktzeptiert, vom einfachen Bürger bis zum Politiker auf Bundesebene. Die kath. Kirche anzugreifen gehört beinahe schon zum “Guten Ton”. Wenn es aber um das Judentum oder Israel geht ist Kritk, egal wie sachlich, nicht möglich! Es ist nicht richtig, aus einem falschen Geschichtsverhältnis heraus, Zurückhaltung zu üben wo keine angebracht ist. Wenn uns die Vergangenheit eines gelehrt haben sollte, dann doch nicht zu schweigen. Was sich unsere Politik an Kritk zu äußern traut, steht in keinem Verhältnis zu dem was wir an anderen Nationen ansprechen. Das Ganze hält sich in den Grenzen eines “du-du-du-hör-doch-bitte-mal-auf -damit”. Und wer glaubt diese Meinung mache mich zu einem Anitsemiten… .

125) Thomas Hillebrand, Mittwoch, 11. April 2012, 16:25 Uhr

@ 117) Ewin Gabriel

Wie Recht Sie haben!

126) FF, Mittwoch, 11. April 2012, 16:44 Uhr

Was mich doch erstaunt: wie lange diese “Mitmacher-Kohorte”, diese Weltkriegs- und Flakhelfer-Generation um den größten Oberleutnant der Wehrmacht und größten Bundeskanzler aller Zeiten, durchhält. Wie eisern die sich am Leben festkrallen.

Walser, Grass, Harpprecht, Bahr, Ehmke, Scheel, Weizsäcker, Dieter Hildebrandt, Genscher, Walter Jens – ich vergesse immer vier oder fünf – die wollen einfach nicht abtreten. Ums Verrecken nicht. Hier ein Gedicht, da ein Buch, dort der fünfzehnte Memoiren-Aufguß.

Fast ein Wunder, daß Erich Mende nicht mehr lebt. ;-)

Es ist wohl wie mit den Bomben – es trifft meist die Falschen. (Sorry for that.)

127) H.F., Mittwoch, 11. April 2012, 17:09 Uhr

@123) nurmalso

#Herr Spreng, Sie müssen jetzt Ihre Liste der dummen alten Männer um ein weitere Mitglied erweitern: Egon Bahr.#

Und was war so dumm an Bahrs Gedicht?

128) Bastian Himberger, Mittwoch, 11. April 2012, 20:00 Uhr

Wer das neueste Grass-Werk bis hinunter auf Zeilenebene deuten möchte, kann es hier tun:
http://was-gesagt-werden-muss.de
Man kann es aber auch lassen, wenn man Herrn Grass nicht für so wichtig hält.
Herrn Spreng möchte ich widersprechen: Mit Alter oder Dummheit hat das nichts zu tun.

129) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 11. April 2012, 20:01 Uhr

@121)H.F.

Es wäre vermessen, wenn ich behauptete, ich hätte die Lösung.
Wenn Menschen ihre Macht mißbrauchen gewöhnen sie sich schnell daran. Es brauchte ein Sinneswandel in Bezug auf Ego, in Bezug auf Vertrauen, in Bezug auf die Wirksamkeit des Friedenswillens als unschlagbare Alternative. Das, was fehlt ist oft das Ideal, etwas in eine andere Richtung zu entwickeln. Verhärtete Fronten sind schwer aufzubrechen. Menschen mit Macht leiden dann oft an Entzugserscheinungen. Israel befindet sich seit seiner Gründung in der ständigen Angst sein territoriales Existenzrecht zu verlieren. Angst ist aber immer ein schlechter Ratgeber.
Im Grunde müssten die Schatten übersprungen werden, die ich im letzten Beitrag nannte. Die Rückgabe der anektierten Gebiete an Palästina wäre erst der Anfang. Aber natürlich müssen sich auch die Kontrahenten bewegen. Bei dem iranischen Ministerpräsidenten mache ich mir da die geringsten Hoffnungen. Ich bleibe aber bei meiner Meinung, daß die Atombombe weder Iran nützen würde, noch daß sie Israel nützt. Zu dieser Einsicht wird Ahmadinedschad aber nicht kommen. Aber ich bleibe auch bei meiner Meinung, daß der iranische Präsident, wenn er denn die Atombombe hätte, sie niemals einsetzen würde. Er weiß, daß ein Atomschlag gegen Israel sein Ende und das Ende Irans bedeuten würde.
Es kommt aber noch ein Zweites hinzu: die Zerstrittenheit innerhalb der Völker intern untereinander, was sowohl in Israel, als auch in Palästina zu beobachten ist. Dieser Nahostkonflikt ist mit einer Reihe von Unwägbarkeiten und Schwierigkeiten behaftet – gewachsen in Jahrzehnten.
In zunehmendem Maß sind es auch die geistig-moralischen und religiösen Legitimationsgrundlagen, aufgrund derer man glaubt, politische Macht ausüben zu dürfen und Schreckensszenarien wie die Auslöschung eines Volkes androhen zu müssen.
Es fehlt die Konsequenz auf allen Seiten den Weg des Friedens zu gehen. Und die Einsicht, daß es keinen anderen Weg als diesen gibt.

130) analogkäse, Mittwoch, 11. April 2012, 23:42 Uhr

Für mich hochgradig neurotisch die Gegenreaktionen, die auf einen Beitrag eines (zugegeben hochprämierten) Schriftstellers zum Thema Israel folgen. Ich erwarte mehr Gelassenheit. Wie will man denn reagieren, wenn w i r k l i c h e Konflikte eintreten? Eigentlich glücklich ein Land, was keine dringlicheren Probleme aus-zu-streiten hat…

131) Kawan, Donnerstag, 12. April 2012, 02:27 Uhr

*Achtung*

Wer ernsthaft dazu lernen will sollte den Text von Uri Avnery lesen.
Dies trifft besonders auf Sie zu Herr Spreng!

Die Überschrift des Textes ist: „Gieße aus Deinen Zorn!“

Hier zu lesen: http://zmag.de/artikel/201egiesse-aus-deinen-zorn-201c

„Uri Avnery ist Gründer der Bewegung Gush Shalom. Der Publizist und langjährige Knesset-Abgeordnete Avnery, 1923 in Beckum geboren und 1933 nach Palästina ausgewandert, gehört seit Jahrzehnten zu den profiliertesten Gestalten der israelischen Politik. Er ist durch seine kämpferisch-kritische Begleitung der offiziellen israelischen Regierungspolitik weit über die Grenzen seines Landes hinaus bekannt geworden.¬ Für sein Engagement für den Frieden im Nahen Osten sind ihm zahlreiche Auszeichnungen zuerkannt worden, unter anderen der Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück (1995), der Aachener Friedenspreis (1997), der Bruno Kreisk.“

Quelle: http://zmag.de/autoren/Uri-Avnery

132) Doktor Hong, Donnerstag, 12. April 2012, 11:00 Uhr

Es steht völlig außer Frage, dass Israel das Recht hat, seine Sicherheit und Bedrohungen seiner Existenz mit allen angemessenen Mitteln abzuwehren.

Dieses Recht hat jeder Staat, auch durch die UN-Charta ist das Recht auf nationale Selbstverteidigung garantiert. Darüber gibt es nichts, aber auch gar nichts zu diskutieren.

Dass die Israelis eine schwierige Geschichte haben, von feindlichen Staaten umgeben sind und sich daher sicherheitspolitisch in einer äußerst schwierigen Lage befinden, ist hinlänglich bekannt.

Auch in Deutschland weiß jeder, dass das historische Verhältnis zwischen Deutschland und Israel durch den Holocaust schwer belastet ist. Daher hält man sich als Deutscher mit Aussagen über Israel ganz einfach zurück. Punkt.

Die Causa Günter Grass ist ein Beispiel für diese einfache Regel. Man kann ja von ihm halten, was man will, ihn meinetwegen für seine Zugehörigkeit zur Waffen-SS verurteilen. Man kann seine Äußerungen als seniles Geschwafel verwerfen. Geschenkt.

Aber warum behauptet man, er sei ein Antisemit? Ich habe mir sein “Gedicht” mehrfach durchgelesen, und kann nicht so recht verstehen, was daran so spezifisch antisemitisch sein soll.

Beispiel Michael Spreng:

Grass, und da wird es wirklich “ekelhaft” (Reich-Ranicki), behauptet, er sei gezwungen, sein Schweigen zu brechen, weil im Nazi-Deutschland zu lange geschwiegen wurde.

Was meinen Sie denn? Wo steht das denn? Ich habe sein Gedicht so verstanden, dass er solange geschwiegen hat, weil das historische Verhältnis zwischen Deutschland und Israel, eben wegen der tiefen Schuld des Holocaust, so schwer belastet ist. S.o.

Warum aber schwieg ich bislang?
Weil ich meinte, meine Herkunft,
die von nie zu tilgendem Makel behaftet ist,
verbiete, diese Tatsache als ausgesprochene Wahrheit
dem Land Israel, dem ich verbunden bin
und bleiben will, zuzumuten.

Was bitte ist an dem Eingeständnis, der Holocaust sei eine schwere Schuld, die auf der deutschen Geschichte laste, antisemitisch?

Das einzige, was man Grass vorwerfen könnte, ist die Überspitzung. Er behauptet ja implizit, Israel sei bereit dazu, mit seinen Kernwaffen das iranische Volk auszulöschen. Das glaube ich beim besten Willen nicht, und die Andeutung dieser Bereitschaft kann man Grass ankreiden.

Angenommen, es gäbe ein fiktives Land, nennen wir es Taka-Tuka-Land, das über 300 Atomsprengköpfe verfügte, und dazu noch über land-,luft- und seegestützte Trägersysteme, die den Iran erreichen können. Angenommen, man benennt die Tatsache, dass Taka-Tuka-Land mit seinen Waffen die Iraner auslöschen könnte. Ist man dann anti-taka-tuka-mitisch?

Die Franzosen haben eine force de dissuasion, komplett mit U-Booten und Raketen. Sie könnten ihre Wasserstoffbomben einsetzen. Bin ich jetzt anti-französisch, weil ich diese Tatsache benannt habe? Was soll dieser Unsinn?

Es ist im berechtigten strategischen Interesse Israels, die einzige Atommacht in der Region zu bleiben. Daher hat Israel bereits Präventivschläge gegen den Irak und Syrien geführt, die die Zerstörung von Atomforschungsanlagen zum Ziel und zur Folge hatten.

Netanyahu hat selber bekräftigt, dass nur Israel selbst über alle Maßnahmen entscheiden werde, die es für notwendig erachte, um die eigene Sicherheit zu gewährleisten. Ich bin in diplomatischen Formulierungen nicht übermäßig bewandert, aber ich vermute, dass diese Äußerung Präventivschläge gegen den Iran mit einschließt. Ist man Antisemit, wenn man auf diese Tatsache hinweist?

Es steht mir nicht an zu beurteilen, was für Israel richtig und was falsch ist. Das werde ich mir als Deutscher auch niemals anmaßen.

Wenn man schon nichts sagen darf, darf man vielleicht noch fragen: In der heutigen, angespannten Lage, in der auch die USA militärisch überdehnt und finanziell ausgeblutet sind, mit anderen Worten, wenig konventionelle militärische Kapazität frei haben, um Präventivschläge ihrer Allierten militärisch abzusichern, mit dem Ziel, Vergeltungsmaßnahmen der getroffenen Länder abzuschrecken: wäre es da nicht ein mögliches, wenn auch extrem unwahrscheinliches Szenario, dass ein Militärschlag Israels gegen den Iran Vergeltungsmaßnahmen der Iraner nach sich ziehen könnten, die wiederum unabsehbare Konsequenzen haben könnten?

Und zweitens, wäre ein solches Szenario nicht Grundlage für eine mögliche Destabilisierung des Friedens in dieser Region?

Und drittens, warum ist jemand ein Antisemit, der auf diese Möglichkeit hinweist?

Ich habe mehrfach schriftlich erklärt, auf dem Boden des deutschen Grundgesetzes zu stehen, und stehe auch mit dem Herzen voll hinter unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung, bin also alles andere als ein Nazi. Ich habe vollstes Verständnis für die unglaublich schwierige Sicherheitslage in Israel, bin auch schon dort gewesen und habe mich viel mit Israelis unterhalten. Ich bin aber auch lange nach dem Zweiten Weltkrieg geboren, und während ich die historische Schuld Deutschlands voll anerkenne, so weise ich jede persönliche Verantwortung komplett von mir.

Aber trotz alledem sehe ich nicht nicht, warum Grass ein Antisemit sein oder “Selbstvergebung auf Kosten der Juden” üben soll.

Man kann auch als Israeli hinterfragen, ob ein militärischer Konflikt mit dem Iran in Israels eigenem Interesse ist. Ist das antisemitisch?

Im deutschen Fernsehen war ein Bericht zu sehen, wonach mutmaßlich gezielte Mordanschläge auf iranische Atomwissenschaftler durch die Israelis durchgeführt werden, um das Atomprojekt des Irans zu verzögern.

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/#/beitrag/video/1538906/Israels-geheimer-Krieg-gegen-den-Iran

Also ist das ZDF komplett antisemitisch, weil es über solche Vorgänge berichtet?

Wir haben wohl zu wenig Drama in unser aller Leben, also müssen wir vielleicht deswegen überschäumende Emotionen durch hysterisches Aufblasen von Nicht-Nachrichten erleben.

133) StefanP, Donnerstag, 12. April 2012, 11:08 Uhr

@122) Marco

Egal, was die Politik auf diesem Pulverfass Nahost macht, es ist immer brandgefährlich. Rabin ist durch einen indoktrinierten Einzeltäter ermordet worden – das trifft auf viele politische Morde zu. Auch Wolfgang Schäuble, Oskar Lafontaine oder Ronald Reagan sind von Einzeltätern angegriffen worden ohne dass man daraus ein politisches Statement gemacht hätte. Immerhin haben die Israelis zweimal Regierungen einen dezidierten Auftrag zu Friedensverhandlungen mit weitgehenden Konzessionen gewählt.

Mein Resumee aus den Gesprächen mit Israelis war: okay, wir haben es zweimal auf die entgegenkommende Tour probiert und dafür Terror bekommen. Das Beste ist, sich von den Palästinensern abzugrenzen. Gemessen an der Situation 2000 / 2001 lebt Israel, und das ist eine bittere Wahrheit, heute besser. Das ist für den Judenstaat die Lehre aus der Geschichte: sei so stark, dass Dir andere völlig unterlegen sind.

Das ist der Grund, weshalb die israelische Stimmung seit Jahren eher zu Hardliner-Politikern tendiert. Das ist für die Palästinenser nicht schön und mit vielen Repressionen verbunden. Es ist aber die Konsequenz auch aus dem eigenen Verhalten.

Ich habe vor Jahren mal in einem Focus-Blog geschrieben, die Palästinenser seien das dümmste Volk der Welt. Man wartet, bis einem alle Wünsche auf einem Silbertablett serviert werden, statt Kompromisse einzugehen. Gerade in der Politik gilt: wer alles will, bekommt am Ende meist gar nichts. So geht es seit Jahrzehnten. Man weiß Gelegenheiten nicht zu nutzen und radikalisiert sich lieber. So hat man seit ewigen Zeiten Führungen, die entweder korrupt oder wegen ihres terroristischen Hintergrundes als Verhandlungspartner nicht akzeptabel sind. Natürlich steht es jeden demokratischen Gesellschaft frei, sich ihre Vertretung selbst zu wählen. Aber genauso steht es den potentiellen Partnern frei, diese mehr oder weniger zu schätzen. Berlusconi war im EU-Rat geduldet, Mario Monti dagegen kann echte Verhandlungserfolge für Italien erzielen.

Nochmal: eine Regierung kann nicht die Führung eines anderen Staates destabilisieren, vor allem dann nicht, wenn es innerhalb des Staates einen gesellschaftlichen Konsens gibt. Deswegen, allein deswegen, kann man nicht die israelische Regierung verantwortlich machen, wenn die Palästinenser zerstritten sind. Es sei denn, man hält diese für Kinder oder … siehe oben.

134) Frank Reichelt, Donnerstag, 12. April 2012, 11:43 Uhr

“Er (Günter Grass) ist ein gefundenes Fressen für jene Medien, die zynisch oder womöglich ernsthaft glauben, dass ihr Dünnschiss, den sie nach dem Fressen haben, eine wichtige Nachricht in der Rubrik „Shit happens“ ist.”

Robert Menasse
“Clown der Medienindustrie”
http://www.news.at

135) der Herr Karl, Donnerstag, 12. April 2012, 12:52 Uhr

@ StefanP 133)

“Ich habe vor Jahren mal in einem Focus-Blog geschrieben, die Palästinenser seien das dümmste Volk der Welt.”

Mein Gott, sind Sie auch noch stolz darauf, einen solchen rassistischen Blödsinn geschrieben zu haben?

136) Dieter Carstensen, Donnerstag, 12. April 2012, 13:00 Uhr

Lieber Michael Spreng, liebe Mitkommentatoren und Mitkommentatoren,

betrachten wir es doch einmal positiv:

Unsere allerseits engagierte und meist sachliche Diskussion hier, bei allen unterschiedlichen Auffassungen, beweist für mich, dass unsere Demokratie sehr lebendig ist. Auch dass unser Michael Spreng, soviele kritische Meinungen auf seinem Blog zu seinem Kommentar zugelassen hat, verdient meinen Respekt. Dazu wäre nicht jeder in der Lage.

Wovon lebt eine Demokratie denn, wenn nicht vom fairen Austausch unterschiedlicher Meinungen?

Die ganze Diskussion in den Medien beweist für mich auch, dass unsere Demokratie noch nicht “scheintot” ist und das hat doch auch was, oder?

M.f.G.

137) StefanP, Donnerstag, 12. April 2012, 13:20 Uhr

@132) Doktor Hong

Lang zu lesen, aber ich kann dem durchaus zustimmen. Ich habe auch ein großes Problem mit dem Begriff “Antisemit”, allein weiß ich nicht so recht, was damit gemeint ist. Es ist zu einem inhaltsleeren Kampfwort verkommen. Wie übrigens auch der Begriff “Nazi”. Sich mit einem Sammelbegriff gemein machen, würde als ersten Schritt voraussetzen, über die Entstehung und die Geschichte Bescheid zu wissen. Genau das kann man jedoch fast jedem absprechen, der heute darunter subsummiert wird.

Es ist im berechtigten strategischen Interesse Israels, die einzige Atommacht in der Region zu bleiben. Daher hat Israel bereits Präventivschläge gegen den Irak und Syrien geführt, die die Zerstörung von Atomforschungsanlagen zum Ziel und zur Folge hatten.

Netanyahu hat selber bekräftigt, dass nur Israel selbst über alle Maßnahmen entscheiden werde, die es für notwendig erachte, um die eigene Sicherheit zu gewährleisten. Ich bin in diplomatischen Formulierungen nicht übermäßig bewandert, aber ich vermute, dass diese Äußerung Präventivschläge gegen den Iran mit einschließt. Ist man Antisemit, wenn man auf diese Tatsache hinweist?

Nein, es ist eine realistische Einschätzung. Man darf das durchaus kritisieren, doch zur Kritik gehört ein Mindestmaß an Ausgewogenheit, um ernst genommen zu werden. Leider kritisieren viele mit Hingabe den demokratischen Rechtsstaat Israel, sind jedoch nicht sichtbar, wenn dieser Staat von verfeindeten Mächten in seiner Existenz bedroht wird oder Normalos in Jerusalem willkürlich in die Luft gesprengt werden, allein, weil sie Israelis sind (wer das Land kennt, weiß, dass Israelis zu weniger als der Hälfte Juden sind).

Ich bin aber auch lange nach dem Zweiten Weltkrieg geboren, und während ich die historische Schuld Deutschlands voll anerkenne, so weise ich jede persönliche Verantwortung komplett von mir.

Sic! Das sieht übrigens auch die überwätligende Mehrheit der Israelis so.

138) H.F., Donnerstag, 12. April 2012, 13:37 Uhr

@129) Peter Christian Nowak

#Im Grunde müssten die Schatten übersprungen werden, die ich im letzten Beitrag nannte. #

Danach sieht es nicht aus.

#Bei dem iranischen Ministerpräsidenten mache ich mir da die geringsten Hoffnungen. #

Die andere Seite wird sich auch nicht bewegen.

#Aber ich bleibe auch bei meiner Meinung, daß der iranische Präsident, wenn er denn die Atombombe hätte, sie niemals einsetzen würde. Er weiß, daß ein Atomschlag gegen Israel sein Ende und das Ende Irans bedeuten würde.#

Als Zweitschlag schon. Und damit wäre der Erstschlag verhindert. Das war auch die Abschreckungsstrategie des kalten Kriegs. Und da lediglich zwei Kontrahenten waren, hat es (leidlich – mal abgesehen von den gefährlichen Situationen 1983) funktioniert. Und ohne Militärschlag läuft die Zeit für den Iran.

#In zunehmendem Maß sind es auch die geistig-moralischen und religiösen Legitimationsgrundlagen, aufgrund derer man glaubt, politische Macht ausüben zu dürfen und Schreckensszenarien wie die Auslöschung eines Volkes androhen zu müssen.#

Auslöschungsgefahren, sei es nun eine real existierende oder bloß in der Angst-Phantasie vorgestellte, setzen jegliche Verhandlungsmöglichkeit außer Kraft.

#Es fehlt die Konsequenz auf allen Seiten den Weg des Friedens zu gehen. Und die Einsicht, daß es keinen anderen Weg als diesen gibt.#

Erstens gibt es zwei Wege und zweitens halte ich Ihren weg für kaum gangbar. Dem steht die Angst im Weg und die Tatsache, dass die Zeit für den Iran läuft. Eigentlich ist nur der andere Weg “gangbar”.

139) Robson Bottle, Donnerstag, 12. April 2012, 13:54 Uhr

Herr Spreng, ich habe verstanden. Es gibt also gute und schlechte Staaten, genau wie es gute und schlechte Menschen gibt. Das haben sie bei Springer gelernt. Alles klar! Und wer mal über einen solchen guten Staat zum Nachdenken anregt, ist natürlich von den guten Menschen, die bei Springer gelernt haben, fertig zu machen, mit allen Mitteln, auch extrem unlauteren Bildzeitungsmethoden (schön gezeigt von Doktor Hong im Kommentar 132). Hier ein Zitat von dem gerade verstorbenen großen Ivan Nagel, der sich erlaubte Israel zu kritisieren, als er 2002 bei Beginn des ersten Palästinenserkrieges unter Ariel Sharon in die israelische Botschaft eingeladen wurde und diese Einladung mit folgenden Worten ausschlug:
“Ich schreibe Ihnen, Herr Botschafter, als Jude. Der Verfolgung der europäischen Juden durch Mord und Vernichtungskrieg, die die Gründung des Staates Israel rechtfertigt, war ich seit der frühen Kindheit ausgesetzt. Nicht trotz, sondern wegen dieser Erfahrung fühle ich mich außerstande, mich in Berlin bei Kaffee und Kuchen mit ihnen zusammenzusetzen, dem Vertreter eines Staates, der mit allen militärischen Mitteln einen ungerechten Krieg führt.”

140) H.F., Donnerstag, 12. April 2012, 15:35 Uhr

@133) StefanP

#Mein Resumee aus den Gesprächen mit Israelis war: okay, wir haben es zweimal auf die entgegenkommende Tour probiert und dafür Terror bekommen. Das Beste ist, sich von den Palästinensern abzugrenzen. Gemessen an der Situation 2000 / 2001 lebt Israel, und das ist eine bittere Wahrheit, heute besser. Das ist für den Judenstaat die Lehre aus der Geschichte: sei so stark, dass Dir andere völlig unterlegen sind.

Das ist der Grund, weshalb die israelische Stimmung seit Jahren eher zu Hardliner-Politikern tendiert. Das ist für die Palästinenser nicht schön und mit vielen Repressionen verbunden. Es ist aber die Konsequenz auch aus dem eigenen Verhalten.#

Wenn man einen unterlegenen Gegner härter behandelt und ihm weniger lässt, dann geht es einem besser. Diese Wahrheit ist nicht bitter, sondern das ist nichts neues und außerdem völlig natürlich.

141) StefanP, Donnerstag, 12. April 2012, 16:30 Uhr

@140) H.F.

Obwohl ich es bereits geschrieben habe, muss ich es anscheinend wiederholen: Die israelischen Bürger haben ihrer Regierung zweimal das Mandat gegeben, mit den Palästinensern als gleichberechtigter Partner zu verhandeln und weitgehende Zugeständnisse an die Gegenseite als Preis für Sicherheit und Frieden zu machen. Arafat als Idol des Volkes konnte oder wollte dieses Angebot nicht annehmen, er verkannte, das kann zumindest als unstreitig gelten, dass seine Partner nicht weitergehen konnten. Damit wurde eine historische Chance vertan. Das Wesen von historischen Chancen ist, dass sie nicht beliebig wiederkommen.

Die harte Reaktion Israels ist eine Konsequenz auf die ergebnislosen Verhandlungen und den Terror, nicht, wie Sie schreiben, ein natürliches Verhalten, das von Beginn an stand.

@135) der Herr Karl

Sie haben die Latte für sich sehr, sehr hoch gelegt. Sollten Sie demnächst über die Amerikaner oder die Deutschen schreiben, fliegt Ihnen von mir mit 100%iger Sicherheit die Rassismuskeule um die Ohren. Viel Spass bei zukünftigen Differenzierungen!

142) Doktor Hong, Donnerstag, 12. April 2012, 16:44 Uhr

@ 137) StefanP

Ja, ich gebe zu, dass mir der Kommentar etwas lang geraten ist, sogar für meine Verhältnisse, der stets etwas langatmiger schreibt.

Aber die Sensibilität des Themas machte es notwendig, sich sehr ausführlich dazu zu äußern.

Sic! Das sieht übrigens auch die überwätligende Mehrheit der Israelis so.

Das ist auch meine Erfahrung in den Gesprächen mit ca. gleichaltrigen Israelis.

Mein Eindruck war, dass die meisten Israelis auch lieber in Frieden mit den Palästinensern würden. Keiner stellte in Abrede, dass die Palästinenser unter den Reaktionen Israels mitunter auch zu leiden haben.

Nur: kann man Terroranschläge unbeantwortet lassen? Ja, man könnte. Nur: Dann zahlt die Regierung aber mit Glaubwürdigkeit und am Ende gar mit Legitimität, wenn sie nicht für die innere und äußere Sicherheit seiner Bürger garantiert, soweit es menschenmöglich ist. Kein Mensch braucht eine Regierung, die die Bevölkerung nicht vor äußeren und inneren Gefahren, so weit es geht, beschützt.

Das wissen die Israelis und handeln dementsprechend, auch wenn sie wissen, dass es eine Lose-Lose-Situation ist.

143) H.F., Donnerstag, 12. April 2012, 16:56 Uhr

@133) StefanP

#Obwohl ich es bereits geschrieben habe, muss ich es anscheinend wiederholen: Die israelischen Bürger haben ihrer Regierung zweimal das Mandat gegeben, …#

geschenkt.

Sie haben geschrieben, dass es eine bittere Wahrheit sei, dass Israel gemessen an der Situation 2000/2001 besser lebt. Ich habe geschrieben, dass man dann besser lebt, wenn man repressiver handelt und mehr für sich in Anspruch nimmt.

Sie haben geschrieben, dass das der Grund ist, weshalb die israelische Stimmung seit Jahren eher zu Hardliner-Politikern tendiert. Ich habe geschrieben, dass das nichts Neues ist.

Ihre Lobreden auf die israelische Politik vermag ich nicht zu beurteilen, Fakt ist, dass die israelische Politik der Hardliner völlig richtig war, wenn man – wie Sie – das eigene bessere Leben zum Maßstab nimmt. Und Fakt ist weiter, dass die palästinensische Politik falsch war, wenn man – wie Sie – deren nun schlechteres eigene Leben zum Maßstab nimmt.

Mehr habe ich nicht gesagt.

144) Marco, Donnerstag, 12. April 2012, 18:08 Uhr

@ StefanP.

Es ist natürlich recht geschickt die Geschichte des israelisch-palästinensischen Konfliktes zu einer Geschichte eines zweimaligen israelischen Entgegenkommens und der, um Sie zu zitieren, Dummheit der Palästinenser zurechtzubiegen. Genauso geschickt wie es ist, Extremismus auf israelischer Seite als reine Reaktion auf palästinensische Übergriffe darzustellen oder aus einem Ygal Amir einen verirrten Einzeltäter zu machen und dabei das extremistische Milieu aus dem er stammt zu ignorieren.
Die Reaktionen der israelischen Bevölkerung in Form einer zunehmenden Radikalisierung sind nachvollziehbar, die Radikalisierung der Palästinenser – die ungleich mehr erdulden mussten und müssen – ist hingegen ein Ausdruck von “Dummheit” und noch dazu geradezu freiwillig, denn man hätte ja die großzügigen Angebote der Israelis annehmen können. Diese ihre Argumentation ist, um es höflich auszudrücken, perfide und ich schätze mal dass sie das auch wissen.
Nun habe ich nicht die Absicht mit Ihnen hier die Geschichte dieses Konfliktes zu diskutieren, denn mein Eindruck ist es, dass wir uns da nicht annähern werden. Nur soviel: die Israelis haben genau ein einziges Mal ein gutes, also für die Palästinenser annehmbares Angebot gemacht, und das basiere nicht zuletzt auf der persönlichen Annäherung Rabins und Arafats. Wir wissen wie das endete – und erzählen sie mir nichts über vereinzelte Irre wie Amir, wir wissen beide dass es solche wie ihn in den Streitkräften, Geheimdiensten, Verwaltungen und natürlich in der Regierung gibt. Alles was danach an “Angeboten” kam zielte darauf ab, die Position der Sielder im Westjordanland zu zementieren und Ost-Jerusalem mit einem Ring von Siedlungen zu umgeben. Denn die Realität ist doch, dass Israel eine erstgemeinte Räumung substanzieller besetzter Gebiete innenpolitisch kaum überstehen würde und es zudem massive ökomomische Interessen gibt,die verhindern dass die Palästinenser jemals souverän werden (Bsp. Grundwasser). Ähnliches erzählen auch all diese “sel-hating jews” von Gush Shalom, courage to refuse usw. Schande über die Palästinenser, dass sie die Knochen die man ihnen hinwarf nicht nahmen, aber das sollen sie auch nicht, dazu eignen sie sich viel zu gut als Feindbild.
Ach und ja, der terroristische Hintergrund der für Demokraten nicht verhandelbar ist… ich nehme an sie kennen die Geschichte des Likud? Mit Terrorismus kennt man sich da ja aus.

145) der Herr Karl, Freitag, 13. April 2012, 09:55 Uhr

@ 141) StefanP

“Sie haben die Latte für sich sehr, sehr hoch gelegt. Sollten Sie demnächst über d i e Amerikaner oder d i e Deutschen schreiben…”

Mit diesem untauglichen Versuch, Ihren rassistischen Blödsinn (StefanP, 133, “Ich habe vor Jahren mal in einem Focus-Blog geschrieben, die Palästinenser seien das dümmste Volk der Welt.”) auf eine umgangssprachliche Unfeinheit zurechtzubiegen, haben Sie sich einmal mehr als windigen, uneinsichtigen und fest in seinem von Vorurteilen geprägten Denken verhafteten Menschen entblösst.
Ihrer etwas kindlich wirkenden Drohung sehe ich mit Gelassenheit entgegen…

146) StefanP, Freitag, 13. April 2012, 12:05 Uhr

@144) Marco

Sie haben das nicht richtig dargestellt, was ich geschrieben oder zumindest gemeint habe. Also neuer Versuch:

Unzweideutig waren im Jahr 2000 die Friedensverhandlungen zwischen Israel und der palästinensischen Autonomiebehörde über die Bildung einer Zwei-Staaten-Lösung gescheitert. Gutmenschen meinen bei einer solchen Kostellation, der moralisch niedrigere Teil (normalerweise die Israelis, allein, weil sie in der angeblich komfortableren Position sind) hätte einen neuen Versuch zu starten mit weitergehenden Angeboten an den moralisch höher stehenden Teil, damit dieser einer Lösung zustimmen können.

Damit mögen sich viele, auch hier, moralisch sehr wohl fühlen. Nur, so funktionieren Verhandlungen zwischen Menschen und auch Staaten nicht. Dabei geht es nicht um die Frage, wer nun für das Scheitern der Verhandlungen verantwortlich war. Die neutrale Antwort lautet: beide, da sie keine Schnittmenge gefunden haben. Ein guter Verhandler hat immer mindestens einen Plan B in der Tasche, den er ohne den Partner verwirklichen kann. Damit lassen sich Druckpositionen aufbauen, um das Beste für sich selber herauszuholen.

Beide Parteien hatten keinen solchen Plan B und standen daher am Ende ziemlich konsterniert da. Die Reaktion der Palästinenser war der Terror der 2. Intifada. Da Arafat keinen merklichen Einfluss nahm, diesen zu stoppen, kann man annehmen, dieser war ihm unter strategischen Gesichtspunkten willkommen, um Israel wieder an den Verhandlungstisch zu zwingen, um von dem bisherigen Angebot aus noch bessere Konditionen auszuhandeln. Das war seinerseits ein großer strategischer Fehler, da er nicht erkannte, dass seine Partner das für sie am weitestgehende Angebot bereits vorgelegt hatten (Dumm ist in diesem Sinne, solches nicht zu sehen).

Die israelische Regierung begann dagegen als Alternativlösung die Abgrenzung zum Partner voranzutreiben. Sichtbar konnte damit das Ziel weitgehend erreicht werden, dass eigentlich in Verhandlungen angestrebt worden war: Sicherheit. Den Preis dafür mussten die Palästinenser mitentrichten, ohne etwas zu bekommen. Auch das ist dumm im strategischen Sinne.

Heute hat die palästinensische Autonomiebehörde keine Strategie, wie man die wichtigsten Ziele des Volkes verwirklichen kann. Man ist, da der ehemalige Partner inzwischen andere Lösungen verfolgt, ohne realistischen Plan B in einer äußerst schwachen Position. Da man sich zudem kaum über strategische Vorgehensweisen einigen kann, schwächt man sich weiter. Und man ist unfähig, die Mittel, die man hat (Gaza ist der am meisten geförderte Landstreifen der Welt), effizient einzusetzen. Auch dies ist zusammen alles andere als klug und hat höchstens am Rande mit den Juden zu tun. Dass es darüber hinaus nicht geschickt ist, den potentiellen Verhandlungspartner vorab zu beschimpfen und mit Vernichtung zu drohen, ist nur ein zusätzlicher Aspekt.

Arafat hatte 2000 eine gute Verhandlungsposition und ein gutes Angebot vorliegen. Hieraus nichts gemacht zu machen ist im historischen Kontext, so wie ich es bezeichnet habe, dumm. Vernünftige Verhandler agieren anders.

P.S.: der Likud hatte einen terrroristischen (Palästinenser und Islamisten sprechen im eigenen Bezug dabei von Freiheitskämpfern) Arm. Die Hamas unterstützt selbstmörderische Terrorakte. Wenn Sie da keinen Unterschied sehen, haben Sie eigentlich ein Wahrnehmungsproblem.

147) H.F., Freitag, 13. April 2012, 14:09 Uhr

@146) StefanP

#Ein guter Verhandler hat immer mindestens einen Plan B in der Tasche, den er ohne den Partner verwirklichen kann. Damit lassen sich Druckpositionen aufbauen, um das Beste für sich selber herauszuholen.#

Hallo StefanP, ich würde mich gerne mit Ihnen treffen und Ihnen zur Aufgabe geben, mir ein Grundstück zum doppelten Marktpreis zu verkaufen. Wenn ich daran nicht interessiert sein sollte, dann müssten Sie einen Plan B in der Tasche haben, wie …

.. ja hmm, wie Sie das ohne Partner selbst verwirklichen können. Was auch immer das heißen mag. Verschärfte Bedingung: das Grundstück verkaufen, obwohl Sie gar keines zum Verkauf haben. Wie sieht Ihr Plan B aus?

Außer, Sie wären selbst gar kein guter Verhandler.

Egal. Ich fange auch mal an, ein paar Forderungen zu stellen:

Ein guter Staatschef bringt seinem Volk immer Frieden und Wohlstand. Ein guter Finanzminister macht die Bürger auf jeden Fall reich. Sollte das mal nicht möglich sein, dann muss der gute Staatschef und der gute Finanzminister einen Plan B in der Tasche haben, mit dem er das Ziel dennoch erreicht.

Ein guter Unternehmer macht (permanent) aus Dreck Gold. OOh, grad lauf ich mich warm …
Jeder Mensch, der sich ANSTRENGT, kann aus dem Stand 1,8 m überspringen. Und schafft die 100m in 10,5 Sekunden. Ein guter Bauer kann es regnen lassen (Plan B?). Ein guter Mensch hat immer die Taschen voller Geld und einen Haufen Freundinnen.

mehr demnächst …

Merke: auch wenn manche Aussage harmlos zu klingen scheint – nicht alles, was Herr Spreng auf seinem Blog freischaltet muss zwingend beweisbar wahr sein.

148) StefanP, Freitag, 13. April 2012, 19:21 Uhr

@H.F.

Eins wird aus Ihren Zeilen deutlich: Sie waren noch nie Verhandlungsführer. Jede erfolgreiche Verhandlung setzt eine realistische Einschätzung der eigenen Position, Möglichkeiten, als auch Kenntnis des Marktes und der rechtlicher Rahmenbedingungen sowie sonstiger Restriktionen voraus. Damit hätten Sie sich die vielen Zeilen sparen können.

Auf Arafat gewendet: Die Annahme, Israel würde einen unbegrenzten Nachzug von Palästinensern akzeptieren, war schon damals bestenfalls abenteuerlich zu nennen. Eine Forderung, die ich unter keinen Umständen materialisieren kann, taugt bestenfalls als taktischer Winkelzug, um an anderer Stelle eine nachgiebige Verhandlungsposition zu erreichen.

149) Marco, Freitag, 13. April 2012, 19:46 Uhr

@ StefanP.

Das alles hat wenig mit Moral zu tun und dafür umso mehr mit rationalem Denken. Sie mögen den Ansatz, dass die Israelis als diejenigen, die sich in der komfortableren Position befinden, den größeren Preis zahlen sollten, als, wie sie sich ausdrücken, “gutmenschliche” Naivität abtun. Ich sehe das anders. Die Israelis hatten eine Chance damit die Grundlage eines nachhaltigen Friedens zu schaffen. Da sie sich in der besseren Position befanden, verschiedene Interessengruppen großen Druck ausübten und man offenbar generell der Ansicht ist, die Palästinenser schon unter Kontrolle halten zu können, war man daran nicht interessiert. Sonst hätte man ein gutes Angebot gemacht, was es 2000 nicht gab.
All das wird sich noch rächen – und ich sage das nicht aus Gehässigkeit oder gar Freude. Ich kenne Israelis die ich sehr schätze und die übrigens ähnliche Ansichten haben. Den Preis für die Unfähigkeit und den Unwillen diesen Konflikt durch fraglos enorm schmerzhafte Zugeständnisse in eine andere Richtung zu lenken, wird irgendwann auch das israelische Volk zahlen müssen. Das mag noch einige Generationen dauern, aber so wird es kommen. Wobei, den Preis zahlen die Israelis jetzt schon zumindest teilweise. Das belegt die Militarisierung der Gesellschaft, das teils hasserfüllte Klima zwischen jüdischen Israelis mit unterschiedlichen politischen Standpunkten und all die “schönen” Sachen, die in israelischen Schul- und Kinderbüchern abgebildet und zu lesen sind.

P.s.: Der Unterschied zwischen Terroristen und Selbstmordterroristen dürfte den Opfern relativ egal sein. Wie übrigens auch der zwischen einer Bombe im Bus und einer Bombe, die vom Jet aus im Wohngebiet einschlägt. Ach ja, all diese “Kollateralschäden”, tut uns furchtbar leid. Oder waren es gar keine? “One shot, two kills”… Wenn sie das eine moralisch höher bewerten als das andere, dann liegt das wohl an ihren ideologisch gefärbten Perspektive.

150) Ste, Samstag, 14. April 2012, 09:45 Uhr

Quo vadis Gauck?

151) H.F., Samstag, 14. April 2012, 20:23 Uhr

@ StefanP

#Eins wird aus Ihren Zeilen deutlich: Sie waren noch nie Verhandlungsführer.#

Das ist in der Tat richtig. Ich habe – im vermutlichen Gegensatz zu Ihnen – noch nie eine internationale Delegation geleitet.

Trotzdem. Da erklärt es Ihnen ein Forist im Detail und Sie wollen es immer noch nicht verstehen. Haben Sie die folgenden Stellen überlesen? Kann grad nicht sagen, von wem die sind.

#Jede erfolgreiche Verhandlung setzt eine realistische Einschätzung der eigenen Position, Möglichkeiten, als auch Kenntnis des Marktes und der rechtlicher Rahmenbedingungen sowie sonstiger Restriktionen voraus. #

Schlecht, wenn man selbst in der schwächeren Verhandlungsposition ist. Je schwächer, desto Pech.

#Ein guter Verhandler hat immer mindestens einen Plan B in der Tasche, den er ohne den Partner verwirklichen kann. Damit lassen sich Druckpositionen aufbauen, um das Beste für sich selber herauszuholen.#

Wer nichts hat, um Druck zu machen, der muss nehmen, was er kriegen kann. Egal, wie wenig das ist. Wer das nicht tut, ist selbst schuld, wenn die Verhandlungen platzen. Dann wird er außerdem noch verhönt. Selbst schuld! Das ist die bittere Wahrheit.

#Die Annahme, Israel würde einen unbegrenzten Nachzug von Palästinensern akzeptieren, war schon damals bestenfalls abenteuerlich zu nennen. Eine Forderung, die ich unter keinen Umständen materialisieren kann, taugt bestenfalls als taktischer Winkelzug, um an anderer Stelle eine nachgiebige Verhandlungsposition zu erreichen.#

Wenn die eigene Position stark ist, dann kann man sich aussuchen, an welcher Forderung man es scheitern lässt.

#Gemessen an der Situation 2000 / 2001 lebt Israel, und das ist eine bittere Wahrheit, heute besser. #

Israel hätte sich auf gar nichts einlassen müssen, Beweis: sie haben sich auf nichts eingelassen und heute gehts ihnen besser.

Fragen Sie diesen Foristen, der kann es Ihnen erklären!

152) H.F., Samstag, 14. April 2012, 20:33 Uhr

@149) Marco

#Den Preis für die Unfähigkeit und den Unwillen diesen Konflikt durch fraglos enorm schmerzhafte Zugeständnisse in eine andere Richtung zu lenken, wird irgendwann auch das israelische Volk zahlen müssen. Das mag noch einige Generationen dauern, aber so wird es kommen. #

Ich glaub, den zahlen sie bereits seit etlichen Jahren, wenn nicht schon mehr als ein Jahrzehnt. Unter jedem Grashalm wird nachgeguckt, ob da nicht die Existenz des ganzen Staats bedroht ist. Das Volk lebt in existenzieller Angst. Dadurch erzeugt es Angst, die eigene Angst wird dadurch noch fundierter und aus dieser Spirale gibt es keinen Ausweg.

Die Lösung wäre angstfrei leben. Aber die Angst verhindert das Entstehen von Angstfreiheit.

153) Marco, Montag, 16. April 2012, 14:40 Uhr

@ H.F.

Wohl wahr, deswegen schrieb ich ja auch, dass gesellschaftl. Militarisierung u.v.a. Aspekte belegen, dass sie den Preis schon zahlen. Das traurige ist ja, dass ich die Angst der Israelis auf individueller Ebene durchaus verstehen kann. Umso schlimmer mit anzusehen, wie Politik und Medien damit umgehen.

Grüße, M.

154) Kollegah, Dienstag, 01. Mai 2012, 16:19 Uhr

Spreng: Sarrazin behaupte angeblich, Muslime wollen Deutschland durch ungebremste Kinderproduktion abschaffen??

Ärgerlicher als dumme alte Männer sind nur Männer, die sich zu Dingen äußern, von denen sie erkennbar nichts wissen.
Peinlicher geht’s wirklich nimmer.

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