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Sonntag, 29. April 2012, 12:11 Uhr

Teure Wahl

1998 wählte ich zum ersten und bisher einzigen Mal bei einer Bundestagswahl mit der Zweitstimme SPD. Gerhard Schröder mit seiner dynamischen, pragmatischen Art hatte mich überzeugt. Und Helmut Kohls bräsigen Regierungsstil konnte ich wie Millionen anderer Wähler nicht mehr ertragen.

Es sollte die teuerste Wahlentscheidung meines Lebens werden. Denn die rot-grüne Regierungskoalition schaffte den halben Steuersatz für Abfindungen ab, was mich 2001, als ich bei Springer unfreiwillig ausschied, ein hübsches Sümmchen kostete. Die Pläne von Rot-Grün waren mir zwar bekannt gewesen, nicht aber, dass ich ein Abfindungsfall würde.

Dennoch halte ich meine Wahlentscheidung von 1998 nach wie vor für richtig. So viel Abstand zum eigenen Portemonnaie muss sein.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

10 Kommentare

1) Diderot, Sonntag, 29. April 2012, 12:52 Uhr

Damit setzen Sie natürlich voraus, dass Ihre Stimme überhaupt einen Einfluss auf den Wahlausgang hatte ;)

2) nix, Sonntag, 29. April 2012, 13:41 Uhr

Gefällt mir.

3) Frank Reichelt, Sonntag, 29. April 2012, 18:05 Uhr

Muss man in der Medienbranche als leitender Angestellter eigentlich nicht immer damit rechnen, dass es plötzlich nicht mehr geht und man sich “einvernehmlich” trennt?

4) Dieter Carstensen, Sonntag, 29. April 2012, 20:37 Uhr

Lieber Michael Spreng,

irren ist mennschlich, aber Sie haben die Traute, zu Ihren Fehlern auch öffentlich zu stehen.

Für mich zeugt das von menschlicher Grösse. Ich war von 1974 bis 2001 Mitglied der SPD, bis der Boss der Bosse, nämlich Schröder kam. Ich kannte Gerhard Schröder von einem Jungsozialisten Bundeskongress 1974 und habe ihn, ehrlich gesagt, schon damals rein menschlich und persönlich nicht gemocht.

Aus unser kleinen Waldbröler Jungsozialisten Arbeitsgemeinschaft in Süd-NRW, deren Vorsitzender ich damlas war, kam damals sein Gegenkandidat auf dem Jugsozialisten Bundeskongress,, der heutige Professor Dr. jur. Ulrich Schöler, der unter Wolfgang Thierse das Präsidialbüro des Bundestages leitete. Leider gewann damals Gerhard Schröder die Wahl zum JUSO Bundesvorsitzenden und nicht unser Ulrich Schöler,

Siehe hier: http://archiv.hcwk.de/index.php?option=com_content&task=view&id=397&Itemid=214

Ich gebe zu, ich bin genau wie Sie auf Schröder reingefallen.

Wie sagte Inge Meysel, die grosse deutsche Volksschauspielerin einmal so passend:

“Alle vier Jahre machen die Wähler ihr Kreuz. Danach müssen sie es vier Jahre mit sich herum schleppen.”

M.f.G.

5) Horst Klohocker, Montag, 30. April 2012, 17:50 Uhr

Das Jahr 1998 – nach 16 Jahren wird Helmut Kohl, spöttisch oft nur „Birne“ genannt, abgewählt. Auch ich habe damals Schröder gewählt oder um ehrlich zu sein – auch ich habe Kohl abgewählt. 16 Jahre waren auch für mich genug und ich denke, dass nur durch die akquisitorische Übernahme unserer „Ossi-Freunde“ Kohl nach 1990 am Kanzlerstuhl gehalten wurde.
Heute würde ich behaupten, dass wir vom Regen in die Traufe kamen oder sollte ich besser in den Starkhagel sagen. Genosse Schröder machte alles was seiner Klientel schadet und machte damit für mich die SPD für alle Menschen mit sozialem Gewissen unwählbar. Die Grünen mit im Boot, wenn es unter Anderem um das Verarmungsprogramm Hartz IV oder den ersten Militäreinsatz der Bundeswehr nach 1945 ging, haben diese dilettantischen Operationen scheinbar schadlos überstanden. Mein Fazit: Schröder und Fischer – wir hätten die Beiden besser nie gehabt, aber 20 oder 24 Jahre Kohl wären sicher die noch größere Katastrophe gewesen.

6) Thomas Hillebrand, Dienstag, 01. Mai 2012, 10:45 Uhr

Mir ging es mit Schröder ähnlich wie Ihnen, wenn auch von der anderen Seite herkommend. Schröder empfand ich vom ganzen Habitus und seinen vergleichsweise hervorragenden rhetorischen Fähigkeiten her als schlichte Wohltat nach Kohl! Obschon es jeder beliebig Andere hätte sein können – Hauptsache die bleierne Kohl-Ära fände ihr Ende! Im Gegensatz zu mir finden Sie noch heute Ihre damalige Wahlentscheidung richtig. Das kann ich angesichts der fatalen Agenda 2010 für mich natürlich nicht in Anspruch nehmen, wobei die dann aber weit größere Enttäuschung für mich schließlich Herr Josef Fischer war. Aber das ist wieder eine andere Geschichte…
Allerdings musste ich meine Wahlentscheidung pekuniär natürlich nicht so schmerzlich büßen wie Sie! Doch das steckten Sie aufrecht weg – passt zu Ihnen.

@Dieter Carstensen

Sie haben Recht! Inge Meysel war in der Tat eine wirklich lebenskluge Frau: ihr Herz schlug ihr langes Leben lang immer links!

7) FF, Donnerstag, 03. Mai 2012, 13:59 Uhr

Die Wahl Schröder-Kohl war gar nicht mehr so entscheidend. Schröder oder Lafontaine – das war die Schicksalsfrage.

Die sPD hat’s natürlich mit traumwandlerischer Sicherheit vermasselt. Die Mitglieder (und erst recht die Klientel) dieser restlos abgemeierten Truppe tun mir mittlerweile nur noch leid.

Ich wünsche keinen (sozial-)demokratischen Bundeskanzler mehr zu erleben – aber das ist ja zum Glück auch rechnerisch gar nicht mehr drin.

Zu mehr als zum Schoßhündchen der CDU (die mopsgesichtigen Steinbrückgabriel bezeugen dies auch rein physiognomisch) wird’s für die ehemaligen Sozis eh nicht mehr reichen.

8) Steffen F., Donnerstag, 03. Mai 2012, 14:52 Uhr

Davon ausgehend, dass Sie zu den Besserverdienern gehören, dürften Sie allein durch die Absenkung des Spitzensteuersatzes und die Einführung der Abgeltungsteuer in den letzten Jahren erhebliche Steuern gespart haben.
Insofern hat sich Ihre Stimme für die SPD vermutlich finanziell ausgezahlt.

9) Thomas Hillebrand, Donnerstag, 03. Mai 2012, 22:32 Uhr

@) FF 7)

Diesen Satz verstehe ich nicht ganz: “Schröder oder Lafontaine – das war die Schicksalsfrage.” Wie meinen Sie das? Nach der gescheiterten Kandidatur 1990 von Lafontaine waren sich die “Männerfreunde” Gerhard und Oskar doch einig für die Wahl 1998. Im Gegenteil, Lafontaine hatte als SPD-Chef und Chef der Finanzen eine an sich superstarke Position. Dass ihm Schröder dann bald so knallhart in den Rücken fallen und Absprachen einfach aufkündigen würde, konnte selbst Lafontaine nicht wissen (ahnen vielleicht?).

Dem Rest Ihrer SPD-Analyse stimme ich – leider – vollumfänglich zu!

@m.spreng

Ich weiß jetzt nicht, ob das vorgesehen bzw. von Ihnen erwünscht ist, dass in Ihrer Rubrik “Anekdote der Woche” auch diskutiert werden kann? Wenn nicht, dann lasse ich es das nächste Mal natürlich.

10) vaujot, Montag, 07. Mai 2012, 10:38 Uhr

Manch einer scheint zu vergessen: Die Agenda 2010 mit Hartz IV usw. kam erst nach der Wahl 2002. Ob eine Regierung unter Führung von Stoiber für die Unterschicht besser gewesen wäre, kann man bezweifeln. Für die LINKE wäre ein Wahlsieg Stoibers wohl auf jeden Fall schlechter gewesen, weil dann der SPD die interne Auseinandersetzung um Hartz IV usw. erspart geblieben wäre. Auch interessant: Auf dem Parteitag am 1.6.2003 hat die SPD dem Leitantrag mit der Agenda 2010 mit 80% zugestimmt (siehe Wikipedia).

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