Mittwoch, 09. Mai 2012, 14:57 Uhr

Dummer August

Norbert Röttgen hat gemerkt, es wird eng für ihn. Nicht nur in Nordrhein-Westfalen, sondern auch in Berlin. Das drohende Wahl-Desaster kann ihn vom Merkel-Stellvertreter und potenziellen Nachfolger zum Verlierer des Jahres machen.

Nicht nur sein Landesvorsitz, sondern auch sein Berliner Amt ist in Gefahr. Deshalb versucht er mit der Taktik, die NRW-Wahl auch zur Volksabstimmung über Merkels Europa-Kurs zu erklären, die Kanzlerin in die Mitverantwortung für die erwartete Wahlniederlage zu zwingen.

Das ist dumm und selbstzerstörerisch zugleich. Es beweist, dass er zu den meistüberschätzten Politikern gehört. Denn Frau Merkel wird auf sein vergiftetes Angebot, ein Negativ-Bündnis mit ihm zu schließen, nicht nur nicht eingehen, sondern es ihm auch anschließend nicht vergessen.

Wenn Sie überhaupt in den letzten Jahren noch ihre schützende Hand über Röttgen gehalten hatte, dann ist dies ab Sonntag 18 Uhr vorbei. Röttgen ist ab diesem Zeitpunklt als Watschenmann für jedermann freigegeben. Auch in der eigenen Partei.

Er wird, wenn er Umweltminister bleiben sollte, nur ein Zombie sein, ein politisch Untoter. Mitleid ist nicht angebracht. Hochmut kommt bekanntermaßen vor dem Fall.

Intellekt ist in der Politik nur eine kleine Münze. Wichtiger sind soziale Kompetenz, also Umgang mit Menschen, Leidenschaft, Mut, Risikobereitschaft und Ziele, die über den eigenen Karrierehorizont hinausreichen. An allem mangelt es Röttgen.

Röttgen wollte oberschlau sein und endet als dummer August.

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84 Kommentare

1) karel, Freitag, 11. Mai 2012, 21:25 Uhr

43) Mark
Wir sollten eins nie vergessen:
Seit der Einführung des EURO herrschte noch politische Ernsthaftigkeit in Finanzfragen.
Alle beteiligten Länder hatten Erfolge in ihren Bemühungen um Finanzstabilität aufzuweisen:
ja sogar Griechenland…….nur Frankreich und Deutschland nicht.

Das war´s dann, „dank“ der neue Signale bezüglich der „Ernsthaftigkeit“….

Dennoch:
„Mutti“ hat ganz zweifellos, wenn man den „freien Medien“ glauben darf, an allem „Schuld“…….

2) poilu, Freitag, 11. Mai 2012, 21:30 Uhr

Nette Dussel als idealtypische Politiker?

Dummheit gepaart mit sozialer Kompetenz?

Dann hockt an vielen Stammtischen ein Reservoir an qualifizierten Nachwuchs-Politikern.

3) Erwin Gabriel, Freitag, 11. Mai 2012, 21:51 Uhr

@ 43) Mark, Freitag, 11. Mai 2012, 11:44 Uhr

Die besten aktuellen Zahlen gibt’s bei Querschuesse:
http://www.querschuesse.de/target2-salden/
________________________________________

Was ich schom inner über Geld wissen wollte und mich nie traute, zu fragen – das ist mal wieder einer aus der Rubrik „Das geld ist nicht weg, das hat jetzt nur ein anderer!“

Danke für die Links, obwohl ich mich nach der Lektüre nicht besser fühle

4) M.M., Freitag, 11. Mai 2012, 23:30 Uhr

Oberschlau war auch Joschka Fischer und der hat es weit gebracht. Seine Windräder will zurecht bis heute keiner in Hessen aufstellen.
Es handelt sich in Zeiten dünner Kassen für alle Kandidaten doch in NRW mehr um ein GEFÜHL das sie verkörpern wollen.
Gefühl für etwas Kuscheliges, das Frau K. vielleicht verkörpert. Und die weiblichen Wähler stehen auf sowas. Und Herr Gabriel stampft nebenher und sonnt sich als „Wieder-Papa“ für zukünftige Aufgaben. Ist das besser?
Ich empfinde die vom „Dummen August“ formulierten Sätze und seine dazugehörige Mimik nicht passend für die heutige Krise. Das ist aber auch schon alles.

5) M.M., Samstag, 12. Mai 2012, 11:10 Uhr

@ Mark 43) zur Ergänzung:

Zitat:“Überfällige Target2-Konsequenz: Strafanzeige gegen „unbekannte“ Banker
von Peter Boehringer 11.05.12 09:48:17
Zur Information der Leser und auch zur Dokumentation folgende Hinweise auf die gestern eingereichte Strafanzeige des Steuerzahlerbundes (BY) gegen Vorstände der Bundesbank, die inzwischen mehr als überfällig war, denn per April erreichten die faktisch uneinbringlichen Target2-Forderungen der Bundesbank unfassbare 644 Mrd Euro!
Die Strafanzeige ist sowohl ein Beitritt zur bereits im April von Strafrechtsprofessor Bernd Schünemann (LMU München) eingereichten – als auch erweitert sie diese inhaltlich.“

http://www.goldseitenblog.com/peter_boehringer/index.php/2012/05/11/ueberfaellige-target2-konsequenz-strafan

6) Politikverdruss, Samstag, 12. Mai 2012, 11:58 Uhr

@Erika 45),

„Prasst euch gesund“ von Herrn Krugman dürfte Ihnen vermutlich auch ganz gut gefallen. http://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/krugman-kritisiert-europaeer-prasst-euch-gesund/6620202.html

Besonders das „unschlagbare“ Argument von „Euro-Bond-Bofinger“, „Ich bin der, der Recht behält“, ist sehr sehr beeindruckend. Gut , dass Sie uns das nicht vorenthalten haben. Jetzt wissen wir endlich, dass Prof. Sinn falsch liegt.

7) Bernhard Paul, Samstag, 12. Mai 2012, 18:10 Uhr

Der dumme August spielt zwar denTölpel, aber er ist keiner. Smart boy Röttgen ist clever und jung genug, in ein paarJahren wieder durchzustarten. Er hat das im Zusammenhang mit seinem BDI-Desaster schon einmal glänzend bewiesen.

8) Fassmann, Samstag, 12. Mai 2012, 19:12 Uhr

Wen interessiert Röttgen? Wen interessiert noch die CDU? Eine Abstimmung über Merkel wird es so oder so, ob ihr das passt oder nicht und am Schluß bleibt sie übrig und darf ganz alleine die Verantwortung tragen…und da kommt noch ganz lustig was auf sie zu…hehe

9) Peter Christian Nowak, Samstag, 12. Mai 2012, 19:43 Uhr

@M.M @Mark
Hat jemand eine Erklärung dafür, warum die Target2-Salden nicht in den öffentlichen Medien thematisiert werden?
Worauf läuft diese ganze Europa-Politik hinaus? Wann werden diese 644 Milliarden fällig?

10) Erika, Samstag, 12. Mai 2012, 22:15 Uhr

@ 55 Politikverdruss:

Der Streit zwischen Bofinger und Sinn liegt in der Ursachenanalyse der Eurokrise.
Das Papier von Prof Sinn ist Stand .März 2012 und darin beklagt er die Auswirkungen der Eurokrise und befürwortet die Übernahme des US-Systems.

Prof. Sinn argumentiert die hohen Staatsverschuldungen seien, die Ursache
Prof. Bofinger sagt die Ursache ist die Finanzkrise (Lehmann).

dadurch ergeben sich unterschiedliche Lösungsvorschläge.

Herr von Heusinger hat dies in dem verlinkten Artikel sehr gut ausgeführt::

„Wann ist ein Land pleite? Bei einem Schuldenstand von 120 Prozent, wie ihn die Griechen haben? Japan hat fast 200 Prozent Staatsschulden, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, und gilt als Top-Schuldner. Bei einem Defizit von 13,6 Prozent wie in Griechenland? England und die USA haben eine genauso hohe Staatsverschuldung und sind noch obenauf. “

Wenn die Dinge so sind wie sie sind (andere Länder haben keine Finanzierungsprobleme trotz höherer Verschuldung) ist zumindest die Argumentation von Herr Bofinger doch schlüssiger als die von Prof. Sinn, was die Ursache angeht. Herr Bofinger hatte den Schuldenanstieg weltweit nach Lehmann auf Schaubildern sehr übersichtlich dargestellt und das wichtigste für die Märkte sei, VERTRAUEN, dass die Kredite zurückgezahlt werden.

Zumindest bisher sind die Märkte vom Fiskalpakt noch nicht außerordentlich beeindruckt. Zudem haben wir den Maastrichtvertrag, der ja auch seine Richtlinien hatte. Ein Kriterium war u.a. dass die Gesamtverschuldung 60 % des Bruttoinlandsprodukts nicht überschritten werden darf.. Deutschland hat zur Zeit eine Gesamtverschuldung von über 80 %, und das ziemlich genau seit der Finanzkrise. Dieser hohe Schuldensatz verschafft uns im Moment grandiose Zinssätze. Also allein die Verschuldung kann es nicht sein.

Dass die Märkte sich zur Zeit etwas ruhiger verhalten und „schwache“ Länder sich kurzfristig zu relativ guten Zinsen finanzieren können, liegt vor allem an der „dicken Berta“., (Kreditrahmen von 1 Bill. zu 1 % Zins für 3 Jahre). Dass auf Dauer gespart werden muss und zwar auch in Deutschland bestreitet auch Herr Bofinger nicht. Als langfristige Lösung hat der Sachverständigen den Europ. Schuldentilgungspakt vorgeschlagen.

Ist die Ursache die Finanzkrise (Lehmann) muss man zuallererst Vertrauen in die Märkte bringen, Und dieses Vertrauen hat Frau Merkel „Kein Geld für Griechenland.“ massiv beschädigt. Diesen Mangel versucht sie seither mit Bürgschaften und Rettungsschirmen und Hebeln und dem Fiskalpakt zu bekämpfen. Wie schrieb Robert von Heusinger man beachte – am 28.04.2010:
„Ob diese irrationale Panik wieder in Vertrauen gekehrt werden kann, welche Worte und wie viele Billionen Euro an Garantien notwendig sein werden, das werden erst Historiker wissen. Wir Zeitgenossen wissen nur eines: Die Euro-Krise hat eine Hauptverantwortliche – Angela Merkel.“

Herr Sinn sieht in der Übernahme des „US-Systems „die Lösung der Eurokrise..

Dann sollten wir mal anfangen konkret darüber zu diskuttieren, damit nicht nur viel Geld für Zeitgewinn (nichts anderes ist die letzten 2 Jahre passiert) ausgegeben wird sondern auch Lösungswege gefunden werden.

Helfen würde, wenn es nicht Regierungserklärungen auf dem Niveau „Scheitert der Euro – scheitert Europa“ oder „Wachstum auf Pump holt die Krise zurück“ sondern eine ehrlich Bestandsaufnahme und Information der Bevölkerung gäbe.

Wer richtig liegt und wer falsch, dass werden wir später sehen , aber im Leben ist Humor immer besser als Verdruss.

11) Michael A. Nueckel, Sonntag, 13. Mai 2012, 10:25 Uhr

zuletzt @ Erika 59) und andere Teilnehmer: 58), 55) …. wohl zurück bis ab Erika 15)

Ich kann mich an den kürzlich ergangenen, mahnenden Hinweis von M. Spreng erinnern, das Thema des jeweiligen Beitrages nicht zu verwässern! Insoweit sehe ich keinen Zusammenhang zwischen Röttgen und Target 2 im Zusammenhang mit der europäischen Zahlungsbilanz- und Staatsschuldenkrise. Oder, um das Thema wieder einzufangen, ist Röttgen auch hierzu einen prägnanter Vorwurf zu machen? Freiwillige nach vorne …

12) Erika, Sonntag, 13. Mai 2012, 10:54 Uhr

@ 58)Peter Christian Nowak

http://www.ftd.de/politik/europa/:diskussion-ueber-target-salden-wie-sich-bundesbank-und-ifo-chef-in-der-sinn-frage-annaehern/70017201.html
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/target-salden-der-bundesbank-brisante-milliarden-1.1300848

Sehr gut beschrieben hat es meiner Meinung nach dieser:
http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/03/13/die-kehrtwende-die-keine-war-die-bundesbank-und-target2/

13) Maren P., Sonntag, 13. Mai 2012, 11:33 Uhr

@ Erika!!!
Wie war das noch mal mit den kurzen Erwiderungen zur Beförderung der Diskussion?! *grrrrrrr*

14) Mark, Sonntag, 13. Mai 2012, 11:35 Uhr

@ 58) Peter Christian Nowak, Samstag, 12. Mai 2012, 19:43 Uhr

> Wann werden diese 644 Milliarden fällig?

Also, die 644 Mrd. werden im Falle des Auseinanderbrechens der Eurozone fällig. Das ist dann der finanzpolitische Super-GAU für Deutschland. Denn hinter den Target-Forderungen stecken ja Bankguthaben, die deutschen Konten gutgeschrieben wurden (im Austausch für ein Zahlungsversprechen der EZB). Für die Gutschriften haben deutsche Unternehmen Waren und DIenstleistungen geliefert, haben Immobilien und Aktien den Besitzer gewechselt. Z.T. sind es aber auch einfach Gelder, die aus den Krisenländern in das (vermeintlich) sicherere Deutschland verlegt wurden, also: Kapitalflucht. (Man könnte solche Beträge von Ausländern natürlich einfrieren, aber da sieht man dann schon, dass das gewaltige Auswirkungen auf unser europäisches Miteinander haben wird.)

Wie dem auch sei – wenn der Euro zerbricht, dann wird es schwierig, diese Beträge einzufordern.

Treten „nur“ einzelne Länder aus der Gemeinschaftswährung aus, so wird der Haftungsanteil unter den übrig gebliebenen EZB-Mitgliedern aufgeteilt, und alles bleibt so wie es ist (aber keineswegs besser).

Somit verstehe ich schon, weshalb Merkel und Schäuble und der Rest der Euro-Ideologen sich krampfhaft am Euro und an der Euro-Rettung festhalten. Wenn der Euro zerbricht, wird die FInanz-Katastrophe (am deutschen Vermögen) für jeden sichtbar. Wenn unsere Politiker auch sonst nicht viel verstehen: soviel verstehen sie, dass das nicht lustig ist. Dagegen sind die Wahrergebnisse in Griechenland noch harmlos.

> Hat jemand eine Erklärung dafür, warum die Target2-Salden
> nicht in den öffentlichen Medien thematisiert werden?

Somit wären wir auch schon bei der Frage, weshalb der Mainstream nach Kräften versucht, das Thema zu ignorieren und zu verharmlosen: Hinter den großen Verlagen stehen reiche Menschen, die viel zu verlieren haben; leiches gilt für die Konzerne, die Werbekunden der Verlage; und hinter den öffentlich-rechtlichen Sendern stehen Politiker, die auch viel zu verlieren haben.

Außerdem ist durch jahrezehntelange Selektion in deutschen Redaktionen eine überwiegend pro-europäische Journalistenmasse entstanden, die sich mit den Zielen der EU gut anfreunden konnte und kann und kein Problem damit hat, politisch korrekt zu berichten.

Ergo berichtet kaum jemand über die Target-Salden: Niemand will das System in Frage stellen, weil dies den eigenen Wohlstand gefährden könnte. Das zieht sich so durch bis zum einzelnen Journalisten. Die Bundesregierung versucht aktiv, die Meinungsbildung zu beeinflussen. Ruhe bleibt also erste Bürgerpflicht, und alle helfen mit bei der Beschwichtigung:

http://www.zeit.de/2009/06/Ratlosigkeit

Wenn auch nur ein größeres Land aus dem Euro austritt, dann ist Schluß mit lustig. Hierzu ein bemerkenswerter Artikel von Tyler Durden, der die Lage treffend analysiert:

http://www.zerohedge.com/news/ugly-truth-northern-europeans

Der Süden ist nicht wettbewerbsfähig und wird kurz- und mittelfristig nicht mit Deutschland mithalten können. Die so oft gefeierten „Exportüberschüsse“ (also Waren, die auf Pump ins Ausland verkauft wurden) können somit niemals bezahlt werden. Irgendjemand wird aber irgendwann für diese Kosten aufkommen müssen, und es werden wohl die Deutschen (also wir alle, die Steuerzahler) sein. Das wird dann sehr unangenehm für die Politiker, die uns (a) immer vorgebetet haben, dass Exportüberschüsse (speziell in die Eurozone) positiv für Deutschland seien (sie sind es keineswegs, wie wir jetzt erkennen), (b) die Profiteure nicht zur Kasse gebeten haben (im Gegenteil!), und (c) es immer vermieden haben, unser Einverständnis für all diese Aktionen einzuholen. Somit haben die Politiker die Legitimation durch ihr Mandat mehr als überzogen! (Zum Zeitpunkt der letzten Bundestagswahl muss das Problem bereits bekannt gewesen sein; dennoch wurde es nicht thematisiert. Gleichwohl wurden später gigantische Rettungspakete verabschiedet unter Berufung auf das Wählermandat.)

Bis heute hat der Bundestag nicht über die Target-Salden und die daraus resultierenden gigantischen Haftungssummen debattiert. Die Abgeordneten glauben (oder wollen uns glauben machen), dass es immer noch um eine maximale Haftungssumme von 211 Mrd. Euro geht. Das ist lächerlich.

Dies erklärt auch, weshalb die SPD sich so einig ist mit der Bundesregierung, denn unter der großen Koalition begann Target2 faktisch aus dem Ruder zu laufen. (Beschlossen wurde die Änderung von Target allerdings früher, nämlich mit Billigung von der rot-grünen Regierung.) Da werden viele Bürger viele unangenehme Fragen stellen, wenn sich plötzlich die Target-Salden aus uneinbringbar herausstellen. Der Euro, ein Friedensprojekt?

Deshalb hat Tyler Durden von Zerohedge Recht, wenn er sagt, dass die einzige Möglichkeit darin besteht, jede plötzliche, ruckartige Bewegung zu vermeiden. Jede plötzliche Realisierung von Verlusten würde das Kartenhaus zum Einsturz bringen. Also wird die Inflation bis zum öffentlich erträglichen Maß raufgeschraubt (ggf. die Statistiken entsprechend hinbiegen), die Nehmerländer bis zum öffentlich erträglichen Maß mit Sparmaßnahmen geknechtet und „weitergerettet“, was das Zeug hält.

Wir müssen so oder so zahlen; das Geld ist weg. Die Frage ist nur, wie wir bezahlen werden: Durch einen plötzlichen Crash, der schlagartig große Vermögen vernichtet, oder durch einen Crash in Super-Zeitlupe, also durch schleichende Entwertung unseres Vermögens. Es ist offensichtlich, dass unsere Politiker an dem ersten Szenario kein Interesse haben, da dann ihre totale Inkompetenz ebenso schlagartig sichtbar würde und sich die Bürger in ihrer Wut an 1789 erinnern könnten. Da wurde kurzer Prozeß gemacht. Da ist es doch deutlich besser, die Bürger schleichend zu enteignen und das Problem späteren (Politiker-) Generationen aufzuhalsen. Nach mir die Sintflut.

Ich persönlich finde ein Crash-Szenario besser, denn dadurch werden wir wenigstens die Leute und Parteien los, die uns in ihrer selbstsüchtigen Hybris diesen Mist eingebrockt haben.

15) Erwin Gabriel, Sonntag, 13. Mai 2012, 11:48 Uhr

@ karel

„Mutti“ hat nicht schuld an jedem Regenschauer, der niederkommt, das ist war. Und sie hat auch nicht schuld für jedes Gesetz und seine Auswirkungen, das seit 1949 (oder von mir aus 1989) verabschiedet wird.

Wiederum kann man Politikern wie Eichel, Steinbrück, Schröder, Kohl, Merkel, Schäuble etc. auch nicht abverlangen, dass sie die Konsequenzen eines jeden Gesetztes für jede sich in der Zukunft ergebende Situation richtig einschätzen können, wenn zum einen so viele verschiedene Experten verschiedene Meinungen haben, zum anderen die bestbezahlten Experten der Welt daran sitzen, jede noch so kleine Gesetzeslücke zur persönlichen Bereicherung auszunutzen.

Was man aber ganz klar sagen kann, ist Folgendes. Als Griechenland in die Bredouille rutschte, stellte sich sehr schnell die Frage: Helfen oder Hängen lassen.

Eine rasche Garantie hätte die Verträge verletzt, aber den Euro stabilisiert. Eine rasche Absage hätte eine Unruhe und den Austritt der Griechen, aber Vertragseinhaltung bedeutet. Beide Entscheidungen haben Vor- und Nachteile, beide wären mit durchaus nennenswerten Kosten verbunden gewesen.

Merkel hat in dieser Situation die einzige Entscheidung getroffen, die sie nie, unter keinen Umständen, hätte treffen dürfen: Sie hat sich entschieden, keine Entscheidung zu treffen. Das erst hat aus der griechischen Krise eine europäische Krise gemacht – mit zig Milliarden Kosten nicht nur für uns, sondern auch für andere Länder.

Außerdem hat sie zum Vertuschen ihres Versagens die gesamte griechische Bevölkerung für die Fehler ihrer Eliten an den Pranger gestellt. Wie wäre wohl die Reaktion gewesen, hätte der damalige griechische Ministerpräsident Aufbau-Ost-Zahlungen der EU mit dem gleichen Argument zu torpedieren versucht?

Konrad Adenauer, Willy Brandt, Helmut Schmidt, Helmut Kohl und Gerhard Schröder haben durch die Bank weg vor schwierigen Problemen gestanden und ohne genaue Kenntnisse der Umstände wichtige Entscheidungen treffen müssen. Sie haben diese Verantwortung übernommen. Keiner ihrer Vorgänger hat derart versagt.

Angela Merkel ist, wenn man nur auf Ihr Verhalten in diesen und anderen Situationen (etwa Atomkraft) schaut, ein konzept- und visionsfreier Apparatschik, der sich erst ein Dutzend mal vergewissern muss, woher der Wind weht, ehe sie entscheidet. Und wenn sie Entscheidungen trifft, sind diese getrieben von Argumenten des innerparteilichen und innerdeutschen Machterhalts. Dass es bei der 2008er-Bankenkrise gut ging, ist eher der Zielstrebigkeit von Entscheidern wie Schäuble und Steinbrück zu verdanken.

Es gibt letztendlich nur einen Grund für das gute Ansehen der Kanzlerin – die Schwäche der Konkurrenz. Verglichen mit ihren Vorgängern, ist Bundeskanzlerin Merkel einfach nur eine Niete.

16) Erika, Sonntag, 13. Mai 2012, 13:11 Uhr

62) Maren P., Sonntag, 13. Mai 2012, 11:33 Uhr

Diese Aufforderung kam nie von mir. Im Gegenteil ich finde es gut, wenn Menschen ihre Meinung begründen. Aber heute ist ja Muttertag:

„Ja, Mama ich werde mich für den Rest des Tages an die Aufforderung halten.“

Erika

17) Wolfgang v. Sulecki, Sonntag, 13. Mai 2012, 13:17 Uhr

“ .. Intellekt ist in der Politik nur eine kleine Münze. Wichtiger sind soziale Kompetenz, also Umgang mit Menschen, Leidenschaft, Mut, Risikobereitschaft und Ziele, die über den eigenen Karrierehorizont hinausreichen .. “

Intellekt ist ganz allgemein in unserem Land nicht mehr gefragt.
Nicht nur ‚der Ehrliche‘ ist der Dumme, der ‚Intelligente‘ ebenso.

Mit Verlaub:
Ich kann bei keinem der führenden politischen Köpfe Leidenschaft, Mut, Risikobereitschaft oder über den Tag hinausgehende Ziele erkennen.
Vielmehr sehe ich Gleichgültigkeit gegenüber dem Wahlvolk, Fassade statt Profil, Konfliktscheu, und nur solche Ziele, die die eigenen Pfründe zementieren sollen.

Es kommt mir so vor, als ob wir Beiden in unterschiedlichen Staatswesen leben.

18) Erika, Sonntag, 13. Mai 2012, 13:20 Uhr

@60) Sie sehen keinen Zusamnenhang?

„Nicht nur sein Landesvorsitz, sondern auch sein Berliner Amt ist in Gefahr. Deshalb versucht er mit der Taktik, die NRW-Wahl auch zur Volksabstimmung über Merkels Europa-Kurs zu erklären, die Kanzlerin in die Mitverantwortung für die erwartete Wahlniederlage zu zwingen.“

Da kann man doch mal die Frage stellen: „Wie gut ist denn der Europa-Kurs?

19) M.M., Sonntag, 13. Mai 2012, 13:42 Uhr

@Mark

Da nun auch noch ausgerechnet die EZB-Mitarbeiter, man kann das nicht glauben, die Unverschämtheit besitzen eine inflationsgeschützte Rente für sich einzuklagen, bin ich auch auch lieber für einen „Sudden Death“ des Euro.

20) Bernhard Paul, Sonntag, 13. Mai 2012, 14:19 Uhr

Das Thema der Target-2-Salden ist ungeheuer kompliziert. Den Target-2-Saldo hat Werner Sinn ins Spiel gebracht. Der Bund der Steuerzahler versucht das Thema vorwärtszutreiben und öffentlich zu platzieren, auch in den Medien.
Tatsache ist aber, dass sich Prof. Sinn hier sehr wahrscheinlich vergaloppiert hat und dass die Option der 644 Milliarden möglicher Schulden in der Realität nicht existiert. Insofern ist es tatsächlich vernünftiger, dieses Thema in den Fachkreisen zu belassen als öffentliche Panik zu schüren, vor allem auch schon deshalb, weil es manche Finanzfachleute nicht einmal komplett durchschauen, geschweige denn, korrekt erklären können.

@ 63) Mark
Sie bauen zu Target 2 exakt das gleiche Horroszenario auf wie Werner Sinn oder die European Taxpayers Association unter ihrem Präsidenten Rolf von Hohenhau. Beider Rechengrundlagen gehen aber von Tatsachen aus, die es so gar nicht gibt.
Vergleiche dazu auch:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/streit-um-target-salden-ein-professor-der-aepfeln-birnen-und-bananen-addiert-1.1310221

21) Dieter Carstensen, Sonntag, 13. Mai 2012, 14:32 Uhr

Nur die Ruhe, heute abend wissen wir hier in NRW wer der dumme Agust ist!

22) Peter Christian Nowak, Sonntag, 13. Mai 2012, 15:07 Uhr

@63) Mark
Danke Mark und danke Erika für die Ergänzungen!
Mark, Ihr Artikel erkärt das Problem so prägnant, daß ich der Meinung bin, dass möglichst viele Leute ihren Beitrag lesen sollten. Sie haben mir diese dubiose Fianzkonstruktion sehr gut erklärt und auch den Grund, warum target2 nicht weiter kritisch und verständlich für die breite Öffentlichkeit betrachtet und erklärt wird.
Ich gehe wie Sie auch davon aus, daß man sich in der Politik für die „Inflationsvariante“ entscheiden wird. Denn wie schon gesagt wurde: Irgendwann werden Staatsschulden so hoch, dass man sie einfach weginflationiert. Armes Deutschland!

23) Erwin Gabriel, Sonntag, 13. Mai 2012, 21:12 Uhr

@ 63) Mark

Die so oft gefeierten “Exportüberschüsse” (also Waren, die auf Pump ins Ausland verkauft wurden) können somit niemals bezahlt werden.

________________

Hmmm, ich dachte immer, ein Export-Überschuß entstehe dann, wenn ich mehr Waren und/oder DIenstleistungen ins Ausland liefere, als ich einführe.

So, wie Sie es schreiben, gehen nur die ins Ausland gelieferten Waren und Dienstleistungen in die Rechnung ein, die nicht bezahlt werden, unabhängig davon, wieviel wir selbst importieren.

kopfkratz…

24) Doktor Hong, Sonntag, 13. Mai 2012, 21:55 Uhr

@71) Peter Christian Nowak

Denn wie schon gesagt wurde: Irgendwann werden Staatsschulden so hoch, dass man sie einfach weginflationiert. Armes Deutschland!

Warum inflationieren denn dann die Griechen nicht einfach ihre Staatsschulden weg, wenn das so einfach ist?

25) Mark, Montag, 14. Mai 2012, 07:31 Uhr

@72) Erwin Gabriel, Sonntag, 13. Mai 2012, 21:12 Uhr

> ich dachte immer, ein Export-Überschuß entstehe dann,
> wenn ich mehr Waren und/oder DIenstleistungen ins
> Ausland liefere, als ich einführe.

Ja, das ist ja auch richtig, betrachtet aber nur einen Teilaspekt.

Denn beides (Import und Export) wird ja in Geld bewertet, d.h. wenn ich für mein Produkt Rohstoffe aus Griechenland einführe, dann bezahle ich den griechischen Lieferanten. Kauft der sich der dann für den von mir gezahlten Betrag einen deutschen Neuwagen, dann ist die Leistungsbilanz zwischen Griechenland und Deutschland ausgegilchen. Will mein griechischer Lieferant aber noch zusätzlich einen weiteren deutschen Neuwagen kaufen, z.B. für seine Ehefrau, dann hat er das Geld nicht. Er muss es sich leihen. Früher musste er in D-Mark bezahlen und sich das Geld bei jemandem leihen, der D-Mark hat; letztendlich kam das Geld von der Bundesbank und wurde von ihr verliehen. Heute -in der EWU- wird das Geld ebenfalls von der Bundesbank geliehen, allerdings via Target2.

In jedem Fall haben dann Waren im Wert von zwei Neuwagen verkauft, aber nur Waren im Wert von einem Neuwagen importiert. Der Bundeswirtschaftsminister frohlockt („Exportüberschuß“), der Autohersteller berichtet von „außergewöhnlichen starkem Export“; nur der Steuerzahler, der guckt in die Röhre, weil er eben für den Exportüberschuß haftet.

@ 73) Doktor Hong, Sonntag, 13. Mai 2012, 21:55 Uhr

> Warum inflationieren denn dann die Griechen nicht einfach
> ihre Staatsschulden weg, wenn das so einfach ist?

Naja, einfach ist nichts in dieser Krise. Die Griechen würden gerne ihre Staatsschulden weginflationieren, so wie sie das Jahre und Jahrzehnte gemacht haben bzw. versucht haben zu machen. Denn mit einer eigenen Währung ist das tatsächlich denkbar. Der Staat druckt einfach so viel Geld, wie er braucht, um seine Schulden zu bezahlen. Allerdings bleibt die Gütermenge gleich, die dem gesamten Geldbestand gegenübersteht. Bei einer Erhöhung der Geldmenge und gleichbleibender Gütermenge steigt also der Preis, und der Wert des Geldes sinkt.

Wenn nun aber der Staat neue Kredite benötigt (und er braucht laufend neue Kredite, da ja die wenigsten Staaten tatsächlich die Kreidte tilgen), dann preisen die Geldgeber die voraussichtliche Inflation ein. Wenn ich einem Land mit 10% Inflation p.a. einen Betrag von 100 Euro leihe, dann muss ich schon mal 110 Euro nach Ablauf des Jahres zurückbekommen, um wertmäßig keinen Verlust zu machen. Darauf kommt dann noch der eigentliche Zins von, sagen wir, 5%, und schon liegt der verlangte Zinssatz eben bei 15% p.a. — Ergo: Der Staat kann sich nicht (oder nur für sehr, sehr kurze Zeit) mit der Inflation „helfen“. Es ist eben keine Lösung. (Im Extremfall setzt Hyperinflation ein. Das jüngste Beispiel hierfür ist Zimbabwe: http://de.wikipedia.org/wiki/Simbabwe-Dollar )

26) Doktor Hong, Montag, 14. Mai 2012, 15:01 Uhr

@ 72) Erwin Gabriel

Wenn Sie mehr importieren, als Sie einführen, müssen Sie im Ausland Geld leihen, um die Importe zu bezahlen.

Es mag ja sein, dass die Waren „bezahlt“ sind, trotzdem hat das Ausland immer noch Forderungen gegen Sie.

Wenn Sie zahlungsunfähig werden, werden die Forderungen faul. Bei einem Schuldenschnitt hat das Ausland dann einen Teil der Waren quasi verschenkt.

Deswegen habe ich mir immer schon an den Kopf gepackt, wenn Politiker mit dem Exportweltmeistertitel herumprahlen.

Was glauben Sie denn, wie es den Chinesen mit ihren Dollar-Anleihen geht? Was haben denn die Amerikaner langfristig den Chinesen für die Dollars zu bieten? Wenn die Amerikaner zahlungsunfähig werden, dann haben die Chinesen Teile ihrer Exporte quasi verschenkt.

27) Erwin Gabriel, Dienstag, 15. Mai 2012, 09:10 Uhr

@ 73) Doktor Hong, Sonntag, 13. Mai 2012, 21:55 Uhr

Warum inflationieren denn dann die Griechen nicht einfach ihre Staatsschulden weg, wenn das so einfach ist?
______________________

Geht ja nur mit einer eigenen Währung, stimmt ja 🙂

28) Günter Springer, Dienstag, 15. Mai 2012, 18:20 Uhr

@ 15) Erika
wenn ich Sie träfe, würde ich Sie umarmen wegen Ihres treffenden Beitrages, wohlgemerkt als Anerkennung und Dank!
Ich hoffe, ich erlebe noch den Tag, an dem mit Frau Merkel abgerechnet wird.
Für mich ist es ein Hohn, wie diese Frau in Schutz genommen wird von den Medien.
Es gibt massenhaft Probleme in unserem Land, um die sollte sich die Frau Merkel kümmern statt nichtssagende Reden zu halten.

29) Doktor Hong, Mittwoch, 16. Mai 2012, 17:48 Uhr

@ m.spreng

Du meine Güte, das ging aber fix mit Röttgens Karriereende in Berlin!

Respekt vor Ihrer sehr zutreffenden Analyse!

30) Doktor Hong, Mittwoch, 16. Mai 2012, 17:56 Uhr

@ 76) Erwin Gabriel

Und selbst mit eigener Währung kann man nur Inlandsschulden weginflationieren, nicht aber Auslandsschulden.

Wenn ein Land 1 Millarde Dollar Auslandsschulden hat, z.B. am Anfang zu einem Kurs von 1:5, dann wird durch die Inflation der Wechselkurs komplett abschmieren, meinetwegen auf 1:20 oder sonst irgend etwas. Also können Sie zwar im Inland Geld drucken, müssen davon aber auch viel mehr eintauschen, um Ihre Schulden zu bezahlen!

Die deutschen Nachkriegsinflationen haben nämlich keineswegs dazu geführt, dass die Auslandsschulden verschwunden sind. Wohl aber hat man im Londoner Abkommen Deutschland einige Schuldenschnitte zugestanden, wobei die letzten Raten, falls ich mich korrekt entsinne, in den 1980er Jahren gezahlt wurden.

Letztendlich ist eine Hyperinflation mit Währungsreform nichts weiter als ein Staatsbankrott. Allerdings klingt „Währungsreform“ viel cooler und auch angenehmer.

31) freiwild, Mittwoch, 16. Mai 2012, 20:49 Uhr

Wollte gerade nachschauen, was Herr Spreng zum Röntgen-Rausschmiss schreibt. Aber Herr Spreng muss gar nichts mehr schreiben, er hat die Situation bereits im Vorfeld richtig interpretiert. Chapeau!

32) Torsten Liebig, Freitag, 18. Mai 2012, 01:53 Uhr

@m.spreng
Auch wenn ich an Ihrer Analyse alles in allem kaum etwas auszusetzen habe, vermisse ich doch ein kleines Wörtchen der Selbstkritik. Immerhin haben Sie sich damals in der Frage des Mitgliederentscheids in der NRW CDU klar hinter Röttgen gestellt. Sie haben gelobt, dass eine Lösung des Mittelmaßes mit Laumann und Laschet nicht zum Tragen kam und dass sich die Mitglieder der CDU für einen der begabtesten Nachwuchspolitiker entschieden hätten. Angesichts dieser Arien, hätte ich zumindest einen kleinen Verweis auf Ihren Irrtum für berechtigt gehalten.

33) m.spreng, Freitag, 18. Mai 2012, 08:51 Uhr

@81 Torsten Liebig

Strimmt, auch ich habe mich in Röttgen geirrt. und ihn überschätzt. Dass er einen so schlechten, mutlosen Wahlkampf macht, hatte ich ihm nicht zugetraut.

34) Frank Reichelt, Freitag, 18. Mai 2012, 08:57 Uhr

@ m.spreng

Das Eingeständnis eines Irrtums auf Zuruf! Souveräner wäre gewesen, wenn sie das in einem Nebensatz ihres aktuellen Artikels „Röttgen vom Schlitten“ eingeflochten hätten.

35) Michael A. Nueckel, Samstag, 19. Mai 2012, 16:28 Uhr

@ M. Spreng 82)

Das hätte ich der CDU nicht zugetraut (!). Der für die Union desaströse Ausgang der NRW-Wahl ist nicht nur ein Fehler Röttgens. Der Fehler begann im Nachgang zur Wahl 2010, als man eine Minderheitsregierung hat gewähren lassen, und es für ausreichend erachtete, einen Bundesumweltminister den größten Landverband von Berlin aus quasi nebenbei führen zu lassen. Der lt. M. Spreng „schlechte, mutlose Wahlkampf“ hat daher seine Vorgeschichte, er ist nicht Ereignis, er ist vielmehr Folge einer beispiellosen taktischen Fehleinschätzung der CDU-Verantwortlichen in Bund und Land ab Mai 2010. In dem Maße, wie man auf Neuwahlen 2 Jahre lang sich nicht vorbreiten konnte, obgleich es allen Beteilgten klar war, dass spätestens bei dem Haushalt die Minderheitsregierung scheitert, hatte man kein Konzept für einen erfolgreiche(re)n Wahlkampf. Auch der aus NRW stammende Generalsekretär Gröhe hat gepennt. Wird das bei der BT-Wahl 2013 besser? Oder deutet sich da ein größerer Niedergang an?

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