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Mittwoch, 09. Mai 2012, 14:57 Uhr

Dummer August

Norbert Röttgen hat gemerkt, es wird eng für ihn. Nicht nur in Nordrhein-Westfalen, sondern auch in Berlin. Das drohende Wahl-Desaster kann ihn vom Merkel-Stellvertreter und potenziellen Nachfolger zum Verlierer des Jahres machen.

Nicht nur sein Landesvorsitz, sondern auch sein Berliner Amt ist in Gefahr. Deshalb versucht er mit der Taktik, die NRW-Wahl auch zur Volksabstimmung über Merkels Europa-Kurs zu erklären, die Kanzlerin in die Mitverantwortung für die erwartete Wahlniederlage zu zwingen.

Das ist dumm und selbstzerstörerisch zugleich. Es beweist, dass er zu den meistüberschätzten Politikern gehört. Denn Frau Merkel wird auf sein vergiftetes Angebot, ein Negativ-Bündnis mit ihm zu schließen, nicht nur nicht eingehen, sondern es ihm auch anschließend nicht vergessen.

Wenn Sie überhaupt in den letzten Jahren noch ihre schützende Hand über Röttgen gehalten hatte, dann ist dies ab Sonntag 18 Uhr vorbei. Röttgen ist ab diesem Zeitpunklt als Watschenmann für jedermann freigegeben. Auch in der eigenen Partei.

Er wird, wenn er Umweltminister bleiben sollte, nur ein Zombie sein, ein politisch Untoter. Mitleid ist nicht angebracht. Hochmut kommt bekanntermaßen vor dem Fall.

Intellekt ist in der Politik nur eine kleine Münze. Wichtiger sind soziale Kompetenz, also Umgang mit Menschen, Leidenschaft, Mut, Risikobereitschaft und Ziele, die über den eigenen Karrierehorizont hinausreichen. An allem mangelt es Röttgen.

Röttgen wollte oberschlau sein und endet als dummer August.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

84 Kommentare

1) Erik de Smidt, Mittwoch, 09. Mai 2012, 15:37 Uhr

Dann haben wir in NRW (endlich) Armin Laschet als Oppositionsführer.

2) Mark, Mittwoch, 09. Mai 2012, 15:43 Uhr

Haha, so ist das wohl. Gut beschrieben.

Dazu passt auch sein “Faux-Pas” in einer ZDF-Sendung:

http://www.youtube.com/watch?v=KHjraVrTmro

“Bedauerlicherweise entscheidet der Wähler darüber…”

Hahaha. Priceless.

3) Christian E., Mittwoch, 09. Mai 2012, 15:53 Uhr

Unglaublich, wie Frau Merkel scheinbar immer nur abwarten muss, bis sich ihre innerparteilichen Konkurrenten selbst erledigen.

4) Sabine Zielke-Esser, Mittwoch, 09. Mai 2012, 16:03 Uhr

Schade. Wieder einer, der sich selbst abschießt, ohne dass Mutti Hand anlegen muss.
Wirklich dramatisch erscheint mir aber, dass Röttgen derzeit die Jahrhundert-Aufgabe „Energiewende“ total vergeigt. Man stelle sich einmal vor, die Meyer-Werft würde ihre Ozeanriesen mit Röttgens Logistik bauen. Sein Organisationstalent reicht allenfalls für den Berliner Flughafen.

5) kurtiklaas, Mittwoch, 09. Mai 2012, 16:05 Uhr

Frau Kraft hat sicher schon die Sektkorken knallen lassen als Herr Röttgen seinen Hut in den Ring geworfen hat.
Denn schon bei den ersten Anzeichen seiner akuten Düsseldorf-Allergie, verbunden mit dem Unwillen Verantwortung für eine Niederlage zu tragen hat er sich in NRW unmöglich gemacht. Danach gibt er den Zahlenhuber im Fernsehduell und endet jetzt mit einer (blödsinnigen) bundespolitischen Frage bei einer Landtagswahl.
Herr Röttgen eignet sich sicher prima als Erbsenzähler in irgendeiner Behörde. Als Politiker ist er denkbar ungeeignet.

6) Dieter Carstensen, Mittwoch, 09. Mai 2012, 16:35 Uhr

Lieber Michael Spreng,

selten über einen Ihrer Kommentare so gelacht, wie über diesen :)

Sie haben sehr treffend und sehr süffisant analysiert, dem ist nichts hinzuzufügen. Falls ich nächste Woche unseren oberbergischen CDU Bundestagsabgeordneten treffe sollte, seine Frau war eine Klassenkameradin von mir, und wir drei kennen uns halt recht gut, werde ich fragen:

“Klaus-Peter, kennst Du eigentlich den August?” – ggg

Wird bestimmt lustig!

Röttgen hat hier in NRW nicht den Hauch einer Chance, wissen alle, ausser ihm.

M.f.G.

7) Jan, Mittwoch, 09. Mai 2012, 16:39 Uhr

nrw
niemals röttgen wählen

8) janosch, Mittwoch, 09. Mai 2012, 17:00 Uhr

@kutiklaas
Vorweg: Weder werde ich in NRW die CDU waehlen, noch habe ich es jemals getan. Mir ist der CDA und mit ihr Laschet auch lieber als der Rest dieser Partei.
Doch die Kritik an Roettgens “Unentschlossenheit” ist zwar auf den ersten Blick verstaendlich, bei genauerer Betrachtung allerdings nicht angebracht.
Roettgen wurde wohl von der Basis mehr oder weniger gegen den Willen der Parteispitze zum Frontmann gewaehlt, im Falle einer Niederlage wird letztere nicht zimperlich mit ihm sein. Da der Umweltminister darum weiss, wird er vor der Wahl nicht behaupten, dass er als Verlierer noch an der Spitze der NRW-CDU verbleiben kann. Deshalb antwortet Roettgen auf die Frage nach einer moeglichen Oppositionsfuehrerschaft stets nach dem Motto “Wir werden uns nach der Wahl gegebenenfalls zusammensetzen…”. Damit ueberspielt er letztlich nur, dass er auch keine Ahnung hat, wie mit ihm ab Sonntag 18h verfahren wird.
@Thema:
Roettgens neuerliche Taktik mag ein Himmelfahrtskommando sein, das nur der FDP nuetzt.
Mir ist sie auf jeden Fall lieber als der CDU-typische Wahlkampfendspurt: das Schueren von Auslaenderfeindlichkeit (sh. Koch oder aktuell de Jager).

9) rehse, Mittwoch, 09. Mai 2012, 17:32 Uhr

Ja, der gute H, Röttgen hat leider ein klassisches Eigentor geschossen, unbedrängt. Das war es wohl für ihn auf lange Zeit.

10) Michael A. Nueckel, Mittwoch, 09. Mai 2012, 19:08 Uhr

Gerade weil es so offensichtlich dumm ist, und die Häme nur folgerichtig erscheint, frage ich mich, ob nicht auch dieses Theater wiederum mit Billigung Anderer lediglich inszeniert ist. Röttgen hat sich einen schwierigen Wahlkreis ausgesucht, siehe nur http://www.sueddeutsche.de/politik/landtagswahl-nordrhein-westfalen-roettgen-allein-im-roten-wahlkreis-1.1314680. Mitunter spielt er ganz perfekt die Rolle als dummer Verlierer. Dann allerdings wird er den Lohn woanders kassieren.

11) Beate, Mittwoch, 09. Mai 2012, 19:40 Uhr

Wenn Frau Merkel dadurch gezwungen wird vorzeitig ihre Wirtschaftspolitik in einer Neuwahl zur Abstimmung zu stellen ist es gut für uns.

http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a08/anhoerungen/Fiskalpakt_und_ESM/Stellungnahmen/Prof__Dr__Andreas_Fisahn.pdf

12) Dierke, Mittwoch, 09. Mai 2012, 19:49 Uhr

Herr N. Roettgen war von Anfang an der falsche Kandidat für die CDU. Warum man trotzdem auf ihn gesetzt hat, weiß wohl nur die CDU in NRW.
Trotzdem halte ich es für symptomatisch, daß es den “Volks”Parteien zunehmend schwer fällt, gute Leute zu finden und aufzustellen. Sigmar Gabriel ist immer noch Vorsitzender der SPD, als Kanzlerkandidat mag ihn sich in den Reihen der SPD niemand vorstellen. Auch er ist – gerade im Moment – in Sachen Eurokrise so ungeschickt, daß er N. Roettgen beinahe noch in den Schatten stellt. Und das will etwas heißen !!

13) Maren P., Mittwoch, 09. Mai 2012, 20:02 Uhr

Na, hoffentlich lachen wir hier alle nicht zu früh! Was mich noch etwas zurückhaltend zweifeln lässt, nennt sich neudeutsch ‘Schwarmintelligenz’ und hat offensichtlich bereits bei der seinerzeitigen Besetzung des CDU-Landesvorstandes in NRW versagt. Weshalb sollte es jetzt bei der Masse der CDU-Wähler/innen anders sein? “Verstand ist stets bei wen’gen nur gewesen”, wusste schon Schiller. ;-)

Dennoch hoffe ich sehr, dass Norbert Röttgen, ein Mann ohne Rückgrat und *Cojones*, am kommenden Sonntag ab 18.00 Uhr einsehen muss, das wichtigste Kapital eines Politikers, seine Glaubwürdigkeit, aufgezehrt zu haben.
@ Nr. 8 Janosch
Wie darf ich den letzten Absatz verstehen? Kann die CDU im Wahlkampfendspurt nur für sich werben, indem sie entweder a) sich feige hinter Merkels breitem Kreuz verkriecht oder b) ganz üble Ressentiments gegen Ausländer oder andere Minderheiten schürt? Das lässt ja tief blicken – auf das Selbstverständnis der CDU. Das sollte in der Opposition in NRW noch einmal überdacht werden!

14) Oliver, Mittwoch, 09. Mai 2012, 22:11 Uhr

Unglaublich, wie Frau Merkel scheinbar immer nur abwarten muss, bis sich ihre innerparteilichen “Konkurrenten selbst erledigen.”

Das scheint eine Generationenfrage zu sein. Jene Generation hat es einfach nicht drauf. Sie ist in einem anderen Lande aufgewachsen.

15) Erika, Mittwoch, 09. Mai 2012, 23:02 Uhr

Lassen wir doch den “Dummen August” und wenden uns den wichtigen Dingen zu:

Was sagte Angela Merkel vor der letzten Wahl in NRW?

“Kein Geld für die Griechen” und zierte in voller Größe die Titelzeitung der Bildzeitung.
Dies war sehr populistisch, der Beginn der bis heute nicht enden wollenden Krise und trotzdem hatte Rüttgers die Wahl gewonnen. Frau Merkel hat in den letzten 2 Raten viele rote Linien überschritten. Einen vorübergehenden Rettungsschirm eingerichtet, einen permanenten Rettungsgipfel eingerichtet, den “Hebel” durchgesetzt und angeblich jetzt den Euro durch “ihren” Fiskalpakt gerettet.

Tatsache ist, diese ganzen erst ausgeschlossenen Maßnahmen und kurz darauf beschlossenen Maßnahmen haben in der Krise bisher nur´ Zeit gewonnen. Aber selbst dies hat ja nicht gereicht. Um die Finanzmärkte halbwegs zu beruhigen brauchte man noch die dicke Berta der EZB sprich ein Kreditvolumen über ca. 1 Bill. zu 1 % für 3 Jahre.

Seit der Wahl in NRW spielt Angela Merkel die “Beschützerin” der deutschen Steuergelder. In der Sache zahlen wir und derjenige, der das Wort “Eurobonds” nur in dem Mund nimmt, ist der böse Vernichter der deutschen Steuergelder. Und Angela Merkel kommt seit 2 Jahren dank einer überaus freundlichen Presse (leider muss ich dies schon wieder schreiben) mit ihrem Populismus durch,

Also kümmern wir uns nicht um den “Dummen August”, das ist vertane Zeit. Kümmern wir uns endlich um Frau Merkel!

16) Erika, Mittwoch, 09. Mai 2012, 23:05 Uhr

@ Nr. 9 Erika

das muss natürlich heißen, “hatte Rüttgers die Wahl verloren”

Aber es ärgert mich wirklich, wie wir an den Themen vorbei diskutieren.

Sorry

Erika

17) Erika, Mittwoch, 09. Mai 2012, 23:29 Uhr

Der “Dumme August” sind das vielleicht wir?

Robert von Heusinger hat am 28.4.2010 einen Artikel geschrieben (man beachte das Datum)

http://www.fr-online.de/schuldenkrise/leitartikel-zu-griechenland-merkel-verantwortet-die-euro-krise,1471908,2778592.html

Doch interessant wie Recht Herr Heusinger behalten hat und wer die Beliebteste und Retterin in Deutschland ist.

——–

“Denn Frau Merkel wird auf sein vergiftetes Angebot, ein Negativ-Bündnis mit ihm zu schließen, nicht nur nicht eingehen, sondern es ihm auch anschließend nicht vergessen.”

Ach Herr Spreng,

ich mag Sie ja, aber wer braucht in unserer Situation einen solchen Satz?

Viele liebe Grüße

und danke, dass man bei Ihnen offen diskutieren darf.

Erika

18) Erika, Donnerstag, 10. Mai 2012, 01:17 Uhr

Herr Bannas von der FAZ hat einen interessanten Artikel geschrieben.

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/merkel-und-die-landtagswahlen-alles-auslegungssache-11745360.html

Ausnahmsweise wird uns hierbei mal eine der Methoden von Frau Merkel aufgezeigt.

Schlimm ist trotzdem, dass sie seit Jahren mit “ihren” Methoden, ich denke da auch an ihre inszenierten Bilder mit Pinguinen und Papageien, ihren Küsschen auf dem roten Teppich, den Bildern im Fußballstadion bis in die Kabine neben dem halbnackten Ösil, durchkommt.

Naja Herr Bannas gibt mir jetzt zumindest etwas Hoffnung, dass dies nicht für immer so bleiben muss.

19) Mark, Donnerstag, 10. Mai 2012, 07:14 Uhr

@ 17) Erika, Mittwoch, 09. Mai 2012, 23:29 Uhr

Interessanter Artikel, den Sie da verlinkt haben.

Allerdings liegt auch Herr von Heusinger nicht ganz richtig, denn als er den Artikel schrieb (im April 2010) war die Euro-Krise schon zweieinhalb Jahre in vollem Gange. Unbemerkt von der Öffentlichkeit wurde nämlich seit dem Spätsommer 2007 der Target2-Mechanismus der EZB benutzt, um versiegende private Kapitalströme durch öffentliches Geld (im Falle Deutschlands von der Bundesbank) zu ersetzen. Darüber hat der Bundestag bis heute nicht abgestimmt.

Als Merkel und Steinbrück siich vor die Kameras stellten, lag der Saldo bei rund 100 Mrd Euro; zur Bundestagswahl 2009 immerhin schon bei rund 150 Mrd., im April 2010 bei knapp 200 Mrd. Heute liegt er bei 644 Mrd. Euro.

Glauben Sie wirklich, dass die Bundesbank die Bundesregierung nicht über das sich abzeichnende Desaster in ihren Bilanzen informiert hätte? Glauben Sie wirklich, die Bundesregierung war so ahnungslos, wie sie es bis Anfang 2010 behauptet hat? Nein, das ist unmöglich. Irgendwann MUSS die Bundesbank die Bundesregierung unterrichtet haben. Gut möglich, dass das schon bei 100 Mrd der Fall war, vielleicht etwas später.

Somit wusste schon die alte Bundesregierung (der großen Koalition) GENAU, welche Brisanz von der Bundesbankbilanz ausgeht. Deshalb ist die SPD ja auch uneingeschränkt für die Fortsetzung des Rettungskurses: Käme die Wahrheit heraus, würde sie vom Volkszorn mitgerissen und zusammen mit der Union hinfortgespült. Zu Recht, wie ich finde.

(Es gab übrigens schon Euro-Kritiker, die den Ablauf der Geschehnisse präzise vorhergesagt haben, aber durch die politisch korrekten Qualitätsmedien stets ignoriert wurden. Lesen Sie bitte “Die Euro-Lüge” von Prof. Wilhelm Hankel. Veröffentlicht im Jahr 2007. Wohl bekomm’s.)

20) Alexander, Donnerstag, 10. Mai 2012, 08:56 Uhr

Röttgen hat sich gerade in den letzten Monaten und insbesondere im NRW-Wahlkampf als politisch überfordert dargestellt.

Zuerst diese widerliche Rumeierei, ob er nun in Düsseldorf oder in Berlin bleibt nach der Wahl. Dann dieser langweilige Wahlkampf. Und dann noch solch billigen Argumente, dass die NRW-Wahl eine Volksabstimmung über Merkel ist.

Damit reiht sich Röttgen in die lange Reihe überforderter Politik-Schnösel á la Rösler, Bahr, Niebel, Nahles, Döring, Poffahl, Westerwelle, Homburger, Schröder und … ein. Das sind alles nur Kinderpiraten, die “Jugend Forscht” im Bundestag spielen.

Das sind Politiker, die nur die politische Intrige, das Taktieren gelernt haben, nach 20 Jahren in der Politik ein reichlich deformierte Psyche haben und vor allem eins sind: Sie sind zu feige, “Farbe” zu bekennen und Politik nicht nur in den Talkshows zu schwatzen, sondern auch mal Politik machen.

Es gibt leider sehr wenige, wohl viel zu wenige gute Vorbilder wie etwa de Maiziere, vielleich auch noch Steinmeier als Fachpolitiker. Und dann … . Ja und dann ist Ebbe, was politische Persönlichkeiten angeht.

21) cornholio, Donnerstag, 10. Mai 2012, 09:03 Uhr

jeder bekommt das, was er verdient…

22) Sünnerklaas, Donnerstag, 10. Mai 2012, 10:12 Uhr

Auch wenn Norbert Röttgen eine katastrophale Wahlniederlage in NRW einfahren wird, wird er aus meiner Sicht nicht zu den politisch Toten gehören: er hat sich schon einmal letztendlich gegen Angela Merkel durchgesetzt – nämlich in der Frage der Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke. Röttgen war bekanntlicher Maßen ein Gegner dieser CDU/CSU/FDP-Herzensangelegenheit und man hat ihn phasenweise komplett kalt gestellt: als zuständiger Bundesminister wurde ihm von seinen Kabinettskollegen jegliches Mitspracherecht weggenommen. Dann kam Fukoshima, die Landtagswahl in Baden-Württemberg – und die 180-Grad-Kehrtwende von Angela Merkel, die fürchtete, zukünftig gar keine Wahl mehr zu gewinnen. Röttgen ist in dieser Angelegenheit als Sieger hervorgegangen und ich glaube, man sollte ihn – langfristig gesehen – nicht unterschätzen.

Allerdings: was auf keinen Fall in Vergessenheit geraten sollte, ist seine Aussage, “bedauerlicherweise” bestimme der Wähler, wer die Regierung stellt… So etwas lässt tief blicken.

23) Oliver, Donnerstag, 10. Mai 2012, 10:19 Uhr

“Es beweist, dass er zu den meistüberschätzten Politikern gehört.”

Lieber Herr Spreng,

er wurde nicht überschätzt, sondern über den grünen Klee gelobt, weil er für schwarz-grün steht. Diese Kombination schätzen viele Journalisten einfach sehr. Seine persönlichen Qualitäten waren eher nebensächlich. Damit kann man gut Minister werden, aber eben schlecht Ministerpräsident oder gar Kanzler.

24) Ste, Donnerstag, 10. Mai 2012, 10:46 Uhr

Klasse wie eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird; dabei könnte man das gleiche auch einfach über Christian Lindner sagen, aber dieser hat ja eine größere Lobby als Röttgen.

25) janosch, Donnerstag, 10. Mai 2012, 11:00 Uhr

@ Maren, der CDU bliebe natuerlich noch c), endlich mal konkrete Plaene zum Schuldenabbau vorzulegen.
Dass sie sich stattdessen fuer a) oder b) entscheidet, laesst tatsaechlich tief blicken.

Erika hat uebrigens mit Merkels Griechen-Bashing ein weiteres Bsp. fuer das Schueren von Ressentiments im Wahlkampf gebracht, mir faellt spontan noch die unsaegliche “Kinder statt Inder”-Aussage Ruettgers’ ein.

Widerlich, aber leider immer wieder erfolgreich, wenn bestimmte Waehlergruppen aus ihren Hoehlen an die Wahlurne gelockt werden sollen.

26) Gregor Keuschnig, Donnerstag, 10. Mai 2012, 11:47 Uhr

Röttgen ist kein Wahlkämpfer. Aber Frau Kraft ist nicht einen Deut besser. Sie hat nur eben das Glück, im Mainstream zu schwimmen. Danach hängt dann NRW umso mehr am Tropf des Länderfinanzausgleichs.

27) Atalay, Donnerstag, 10. Mai 2012, 12:56 Uhr

@ spreng

Sie stellen sehr zutreffend fest: “Intellekt ist in der Politik nur eine kleine Münze. Wichtiger sind soziale Kompetenz, also Umgang mit Menschen, Leidenschaft, Mut, Risikobereitschaft und Ziele, die über den eigenen Karrierehorizont hinausreichen. An allem mangelt es Röttgen.”

Sehen Sie all diese Eigenschaften bei Frau Merkel?

Wenn Nein, warum thematisieren Sie das nicht?

28) Frank Reichelt, Donnerstag, 10. Mai 2012, 13:22 Uhr

@ 10) Michael A. Nueckel

Interessante These, die sie da aufstellen. Es scheint mir allerdings um eine Ecke zuviel gedacht!
Röttgen hat einfach den Fehler gemacht, zu sagen was er gedacht hat, der Anfang vom Ende jedes Politikers!

29) Erika, Donnerstag, 10. Mai 2012, 13:44 Uhr

Angela Merkel, habe ich gelesen, war ca. 10 mal zu Wahlkampfauftritten in NRW.
Dies ist für den kurzen Wahlkampf und dem engen Terminplan einer amtierenden Kanzlerin ziemlich viel.

Wozu war Angela Merkel da, um mit ihrer Politik, ihrer Person für ihre Partei zu werben, oder war sie einfach nur so eine Art “Deko-Geranie” für Herrn Röttgen.

Wenn sie also nicht nur die “Deko-Geranie” war, sondern die Bundeskanzlerin mit ihrer Beliebtheit und Politik und sich in dieser Funktion so oft vor Ort zeigt, dann sollte das Ergebnis auch ein Ergebnis für Frau Merkel sein.

Eine Deko-Geranie hätte man leicht durch eine Palme ersetzen können und dies hätte keinen Einfluss auf das Wahlergebnis – aber- eine Bundeskanzlerin?.

Frau Merkel hat sich entschlossen Herrn Röttgen massiv zu unterstützen, dass dieser sich dumm verhalten könnte, dieses Risiko ist Frau Merkel mit ihren Auftritten freiwillig eingegangen. Also hören wir auf Frau Merkel zu schonen.

30) Andreas, Donnerstag, 10. Mai 2012, 13:48 Uhr

Vom AKW-Befürworter (als ‘Umweltminister’??) schön populistisch über Nacht zum Antilobbyisten mutiert, dann sozusagen in den Puff NRW gegangen, wo er nur bei Orgasmus zahlen will…das TV-Duell hat er auch vergeigt und nun noch die Merkel-Rückversicherung plus die Bedauerlichkeitsnummer…sorry, an welcher Stelle hat er denn seinen Intellekt gezeigt? Ich sehe einen hölzernen Opportunisten mit ganz dummen und durchsichtigen Sprüchen, mehr nicht.

31) Erika, Donnerstag, 10. Mai 2012, 14:32 Uhr

@19) Mark, Donnerstag, 10. Mai 2012, 07:14 Uhr

Vor vielen Jahren habe ich zwar mal den alten ehrenwerten Beruf des Bankkaufmanns erlernt und auch viele Jahre eigenverantwortlich im Kreditgeschäft gearbeitet. Aber Ihrer Argumentation bin ich nicht gewachsen, ich verstehe sie nicht.

Was ich allerdings verstehe, ist wie wichtig Sicherheit für die Märkte ist. Ähnlich wie Herr von Heusinger ist dies auch die Meinung von dem Wirtschaftsweisen Bofinger (hatte vor nicht all zu langer Zeit, Gelegenheit ihn bei einem Vortrag zu hören). Herr Bofinger hatte gute Schaubilder, die für mich verschiedene Dinge erstmals sichtbar gemacht haben. Und auch die Aussagen von Herrn Bofinger haben sich für mich weitgehend bestätigt, dass man die Zukunft nicht 1 : 1 voraussagen kann, ist ja klar.

Allerdings bin auch ich der Meinung, dass der Euro gerettet werden muss, was mir Angst macht ist viel mehr die Wüste, die, die Politik von Frau Merkel hinterlässt (siehe Griechenland und ja, ich bin der Meinung, dass gespart werden muss). Den Vorschlag der Wirtschaftsweisen über den Euroschuldentilgungspakt sollte man meiner Meinung intensiv diskutieren, aber der liegt ja wohl in der Schublade von Frau Merkel. Und wenn Frau Merkel das nicht will, dann reden wir nicht darüber.

Und wenn Frau Merkel nicht will, dass in NRW auch über ihre Politik abgestimmt, dann stimmen wir in NRW eben nicht über die Politik von Frau Merkel ab. Über die Politik von Frau Merkel würden die Wähler nur abstimmen, wenn Herr Röttgen die Wahl gewinnen würde.

Wie war das noch in Frankreich mit Merkel und Sarkozy? Hätte Sarkozy gewonnen, in Deutschland wäre Frau Merkel mit Sicherheit “Wahlsiegerin” gewesen.

32) Michael A. Nueckel, Donnerstag, 10. Mai 2012, 14:51 Uhr

@ Frank Reichelt, 28)

Den Spruch als Ausrutscher will ich nicht in Abrede stellen, obgleich Röttgen privat schwierige Zeiten erlebt. Nur regen wir uns künstlich auf. Wer, wie viele von uns, mittlerweile schlecht über Politiker denkt und redet, darf sich nicht wundern, wenn der Politiker den Wähler mittlerweile als schweres Risiko ansieht. Sollte Röttgen so denken, wie gesprochen … er tut es nicht allein. Machen wir uns also bitte nichts vor. Röttgen hat als leidenschaftsloser, unkonzentrierter Wahlkämpfer allerdings eine unbequeme Wahrheit unbedachtermaßen ausgesprochen – mehr nicht. Nach meiner Einschätzung ist Röttgen ein Alibi-Kandidat, sein Engagement das einer Fake-Kandidatur, Röttgen muß wider Willen den Frontmann spielen, weil das NRW-Personal nicht reif ist, um als Spitzenkandidat aufgestellt zu werden. Die Wahl kam für diese CDU insoweit zu früh. Und Röttgen will nicht nach NRW, daher fiel die Wahl auf einen schwierigen Wahlkreis. In diesem Umstand erkenne ich eine allseits abgekartete Sache. Die CDU hat die Wahl von Anfang an verloren gegeben. Und Röttgen erspart sich die Entscheidung, ob er als Fraktionsvorsitzender nach D´dorf geht. Wenn am Sonntag kurz nach 18 h die Prognose veröffentlicht wird, muß die CDU nach vorne schauen, und sich einen neuen Landesvorsitzenden suchen. Damit ist für Röttgen das Thema NRW erledigt. Und er auch als Buhmann. Dann kann er sich wieder auf sein Ministeramt in Berlin konzentrieren. Zombie, warum? Er kann befreit aufspielen, und hat seiner Partei einen großen Dienst als Prügelknabe erwiesen. Auf mittlere Sicht sehe ich ihn ohnehin (wieder) bei einem Verband o.ä., so als Merz II.

33) Alexis, Donnerstag, 10. Mai 2012, 15:35 Uhr

@ 23) Oliver
“er wurde nicht überschätzt, sondern über den grünen Klee gelobt, weil er für schwarz-grün steht. Diese Kombination schätzen viele Journalisten einfach sehr. Seine persönlichen Qualitäten waren eher nebensächlich. Damit kann man gut Minister werden, aber eben schlecht Ministerpräsident oder gar Kanzler”

Sehe ich auch so. Wurde von den Medien hochgeschrieben, um Schwarz-Grün zu machen. Jetzt geht es ihm wie Wulff: wer mit dem Fahrstuhl rauffährt, fährt mit ihm auch wieder runter. Man lese nur mal allein heute die wichtigen Online-Portale und die Kommentare dazu. Vernichtender geht es nicht mehr. Aber ich weine diesem Karriere-Typ keine Träne nach, wenn er geht.

34) Thomas Hillebrand, Donnerstag, 10. Mai 2012, 15:47 Uhr

@ 24) Ste

Hallo Ste, ab heute sag’ ich wieder Sie zu dir! Der “Feind meines Feindes” ist schließlich nach alter Tradition mein Freund…

Also: Wie Recht Sie haben!

Dazu auch:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=13188

35) Dieter Carstensen, Donnerstag, 10. Mai 2012, 17:03 Uhr

Wir haben es schwer in NRW:

Besserwissi Röttgen gegen Mutti Kraft …

36) heinz, Donnerstag, 10. Mai 2012, 17:05 Uhr

CDU und Röttgen ; eigentlich wie immer,wie gewöhnlich ,(Röttgen verlangt,,,,,,,,,,blog)?
Unfair,schlechtigkeit,schmieren,treten,nachtreten,u.s.w.
sehr BEDAUERLICH-http://www.youtube.com/watch?v=KHjraVrTmro

37) S1, Donnerstag, 10. Mai 2012, 18:41 Uhr

Eher passt doch der Weißclown auf Röttgen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Dummer_August

Der weiß alles besser. Dem dummen August fliegen doch die Sympathien zu.

38) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 10. Mai 2012, 19:41 Uhr

@19)Mark
^^Heute liegt er bei 644 Mrd. Euro.^^
Bezieht sich dieser Saldo auf die bisherigen Gesamtkosten der Rettungsmaßnahmen, incl. der gegebenen Bürgschaften? Oder ist das der reine “Cash-Flow”? (Ohne Bürgschaften für den Eurorettungsfond)

39) FF, Donnerstag, 10. Mai 2012, 20:46 Uhr

Jawoll! Ich find’s schön, daß sich da mal wieder eine Politiker-Attrappe (Modell “seriöser konservativer Hoffnungsträger”, kurz SKH) selber zum Platzen gebracht hat – und quasi vor aller Augen implodiert ist.

Jetzt noch Frau Schröder – und die Welt ist zwar längst nicht in Ordnung, aber gleichwohl, um mit meiner derzeitigen Lieblingsband zu sprechen, “ein bißchen weniger Scheiße”.

Also liebe “Politiker”, bitte weiter so.

40) W.Herrmann, Freitag, 11. Mai 2012, 00:50 Uhr

Treffliche Analyse….ich hoffe Sie behalten am Sonntag Recht…ich hatte Herrn Röttgen bisher für einigermaßen intelligent gehalten…er belehrt mich zusehends eines Besseren…

Gruß Wolfgang

41) peterpan4670, Freitag, 11. Mai 2012, 01:36 Uhr

Mit Verlaub, Norbert Röttgen hat sich durch sein Gelaber höchstselbst ins Abseits gestellt; zuletzt noch einmal überdeutlich in der Talk-Sendung von “Günther Jauch” am Sonntag Abend, wo er per Einspieler mit seinen verworrenen Aussagen der letzten Woche zum Thema “Minister im Bund oder Oppositionsführer in NRW” konfrontiert wurde, und worauf er an der absurden und lächerlichen Lesart festgehalten hat, er würde über seine Entscheidung, ob er in NRW als Oppositions-Führer bleibt, erst nach der Wahl und im Team in NRW entscheiden. Mich erinnert Röttgen schon fast an Wullf, ala, ich habe keine Geschäfts-Kontakte mit Herrn Geerkens!

42) Frank Reichelt, Freitag, 11. Mai 2012, 10:05 Uhr

@ 32) Michael A. Nueckel

Was sie schreiben klingt nicht ganz unplausibel, allerdings muss Röttgen seine Partie und seine Bundeskanzlerin schon sehr lieben, um sich freiwillig von der Presse und der Bloggerszene am Nasenring durch die Manege ziehen zu lassen.

Sie sehen ja, wie schnell man sich das Etikett des “Dummen August” anheften lassen muss, das wird er nicht mehr los!

43) Mark, Freitag, 11. Mai 2012, 11:44 Uhr

38) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 10. Mai 2012, 19:41 Uhr

> ^^Heute liegt er bei 644 Mrd. Euro.^^
> Bezieht sich dieser Saldo auf die bisherigen Gesamtkosten
> der Rettungsmaßnahmen, incl. der gegebenen Bürgschaften?
> Oder ist das der reine “Cash-Flow”? (Ohne Bürgschaften
> für den Eurorettungsfond)

Dies sind die (immer noch weitgehend unbekannten) Target-Forderungen der Bundesbank. Dabei handelt es sich (lax formuliert) um Überziehungskredite, die die Bundesbank an andere Nationalbanken der Eurozone vergeben hat. Nach Verständnis des ifo-Institutes müssen hierzu noch die diversen offiziellen Rettungspakete addiert werden.

Prof. Sinn erklärt die Hintergründe des Mechanismus in diesem sehenswerten Vortrag:
http://www.youtube.com/watch?v=yI4g8Ti6eTM

Das aktuelle Paper von Prof. Sinn:
http://www.cesifo-group.de/DocDL/ifosd_Sonderausgabe_20120321-1.pdf

Die besten aktuellen Zahlen gibt’s bei Querschuesse:
http://www.querschuesse.de/target2-salden/

Ein Desaster, das geflissentlich von Politik und Medien verschwiegen wird.

44) manni.baum, Freitag, 11. Mai 2012, 13:39 Uhr

Ihr letzer Abschnitt : “Intellekt…” sehe ich bei Röttgen (den ich persönlich gut leiden kann) absolut nicht, wer sich als Umweltminister so von Merkel und Brüderle unterbuttern lässt ist eher Karrierist.

45) Erika, Freitag, 11. Mai 2012, 13:54 Uhr

@ 43) Mark, Freitag, 11. Mai 2012, 11:44 Uhr

ach Capt. Ahab, wie Urban Priol immer so despektierlich sagt

Wenn Sie den Artikel von Herrn Heusinger interessant fanden – vielleicht dann auch die Kolumne von Thomas Fricke:

http://wirtschaftswunder.ftd.de/2012/03/16/die-kolumne-huch-wir-sind-wirtschaftswunder/

Prof. Bofinger ist ja seit Jahren der Gegenspieler von Prof. Sinn. Bei der Veranstaltung von Bofinger, die ich besuchte (Einladung von KAB – eher konservativ) wurde Herr Bofinger auch mit Aussagen von Prof. Sinn konfrontiert und da sagte dieser ganz selbstbewusst: “ich bin der, der Recht behält.”

Allerdings, ich gebe zu, als ich auf Ihren Link tippte, eine Dauer von 2 Std. sah und dann Herrn Gottlieb vom BR , machte ich die Seite wieder zu und habe beschlossen mich damit nicht auseinanderzusetzen.

@ alle

Da manchmal im Forum die Präsenz einiger Teilnehmer kritisiert wird. Ich verspreche, dass ich mich jetzt wieder mehr zurückhalte, schließlich sind ja auch ein Rasen zu mähen, Kartoffeln zu schälen und die Hemden zu bügeln.

Viele Grüße

Erika

Also weiter viel

46) Christian Himberger, Freitag, 11. Mai 2012, 13:56 Uhr

13. Mai 2012: Landesmuttertag in NRW.

47) Peter Christian Nowak, Freitag, 11. Mai 2012, 19:35 Uhr

43) Mark,
Danke, Mark, für die umfassenden Infos!

48) karel, Freitag, 11. Mai 2012, 21:09 Uhr

43) Mark

Target2 wurde seinerzeit unter Eichel auf den Weg gebracht
und von den Bundesbank-Experten Starck und Weber abgesegnet.

Und wenn uns dieser 700 Mrd. aus Target2 dann mal “um die Ohren fliegen!”,
haben wir so schlicht und einfach wie immer “Mutti Merkel” längst als Schuldige ausgesucht.

Der 1. Euro-Schutzwall namens Stabilitätspakt wurde leichtfertig eingerissen
und den Schulden-Fluten grenzenlose Freiräume “erteilt”.
“Mutti Merkel” wars jedenfalls noch nicht.
Die Einhaltung des 2. Euro-Schutzwalls namens No-Bailout-Klausel hätte den
europäischen Finanzmarkt dann “absaufen” lassen, ja sogar der weltweite Finanzmarkt
wäre “baden” gegangen.

Die europäische Derivate-Markt wurde und wird auf ca. 50 Bio. Euro taxiert,
die weltweiten Derivate-Risiken dagegen auf ca. 500 Bio. Euro…. das ist eine Summe,
die dem 10-fachen des jährlichen Welt-Brutto-Sozialprodukts entspricht.

Wenn uns dies dann mal “um die Ohren fliegt”, haben wir so schlicht und einfach wie immer,
die “Mutti Merkel” längst als die Schuldige ausgemacht.

Reicht doch…… Oder?

49) Michael A Nueckel, Freitag, 11. Mai 2012, 21:23 Uhr

@ Frank Reichelt, 42)

Die verdammte Eigendynamik im Lauf der Dinge ist zuweilen schwer auszuhalten. Und: In diesen Zeiten fühlt sich Jeder zu Allem an Kritik berufen. Ich kann das nicht mehr alles für bare Münze nehmen. Es wird verdammt leicht auf den Einzelnen eingeprügelt, und alsbald die nächste Sau durch´s Dorf gejagt. Der “dumme August” hat eine Halbwertzeit von 10-14 Tagen. Das ist alsbald vergessen – auf Kosten des Nächsten. Circus Maximus?

50) karel, Freitag, 11. Mai 2012, 21:25 Uhr

43) Mark
Wir sollten eins nie vergessen:
Seit der Einführung des EURO herrschte noch politische Ernsthaftigkeit in Finanzfragen.
Alle beteiligten Länder hatten Erfolge in ihren Bemühungen um Finanzstabilität aufzuweisen:
ja sogar Griechenland…….nur Frankreich und Deutschland nicht.

Das war´s dann, “dank” der neue Signale bezüglich der “Ernsthaftigkeit”….

Dennoch:
“Mutti” hat ganz zweifellos, wenn man den “freien Medien” glauben darf, an allem “Schuld”…….

51) poilu, Freitag, 11. Mai 2012, 21:30 Uhr

Nette Dussel als idealtypische Politiker?

Dummheit gepaart mit sozialer Kompetenz?

Dann hockt an vielen Stammtischen ein Reservoir an qualifizierten Nachwuchs-Politikern.

52) Erwin Gabriel, Freitag, 11. Mai 2012, 21:51 Uhr

@ 43) Mark, Freitag, 11. Mai 2012, 11:44 Uhr

Die besten aktuellen Zahlen gibt’s bei Querschuesse:
http://www.querschuesse.de/target2-salden/
________________________________________

Was ich schom inner über Geld wissen wollte und mich nie traute, zu fragen – das ist mal wieder einer aus der Rubrik “Das geld ist nicht weg, das hat jetzt nur ein anderer!”

Danke für die Links, obwohl ich mich nach der Lektüre nicht besser fühle

53) M.M., Freitag, 11. Mai 2012, 23:30 Uhr

Oberschlau war auch Joschka Fischer und der hat es weit gebracht. Seine Windräder will zurecht bis heute keiner in Hessen aufstellen.
Es handelt sich in Zeiten dünner Kassen für alle Kandidaten doch in NRW mehr um ein GEFÜHL das sie verkörpern wollen.
Gefühl für etwas Kuscheliges, das Frau K. vielleicht verkörpert. Und die weiblichen Wähler stehen auf sowas. Und Herr Gabriel stampft nebenher und sonnt sich als “Wieder-Papa” für zukünftige Aufgaben. Ist das besser?
Ich empfinde die vom “Dummen August” formulierten Sätze und seine dazugehörige Mimik nicht passend für die heutige Krise. Das ist aber auch schon alles.

54) M.M., Samstag, 12. Mai 2012, 11:10 Uhr

@ Mark 43) zur Ergänzung:

Zitat:”Überfällige Target2-Konsequenz: Strafanzeige gegen “unbekannte” Banker
von Peter Boehringer 11.05.12 09:48:17
Zur Information der Leser und auch zur Dokumentation folgende Hinweise auf die gestern eingereichte Strafanzeige des Steuerzahlerbundes (BY) gegen Vorstände der Bundesbank, die inzwischen mehr als überfällig war, denn per April erreichten die faktisch uneinbringlichen Target2-Forderungen der Bundesbank unfassbare 644 Mrd Euro!
Die Strafanzeige ist sowohl ein Beitritt zur bereits im April von Strafrechtsprofessor Bernd Schünemann (LMU München) eingereichten – als auch erweitert sie diese inhaltlich.”

http://www.goldseitenblog.com/peter_boehringer/index.php/2012/05/11/ueberfaellige-target2-konsequenz-strafan

55) Politikverdruss, Samstag, 12. Mai 2012, 11:58 Uhr

@Erika 45),

„Prasst euch gesund“ von Herrn Krugman dürfte Ihnen vermutlich auch ganz gut gefallen. http://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/krugman-kritisiert-europaeer-prasst-euch-gesund/6620202.html

Besonders das „unschlagbare“ Argument von „Euro-Bond-Bofinger“, „Ich bin der, der Recht behält“, ist sehr sehr beeindruckend. Gut , dass Sie uns das nicht vorenthalten haben. Jetzt wissen wir endlich, dass Prof. Sinn falsch liegt.

56) Bernhard Paul, Samstag, 12. Mai 2012, 18:10 Uhr

Der dumme August spielt zwar denTölpel, aber er ist keiner. Smart boy Röttgen ist clever und jung genug, in ein paarJahren wieder durchzustarten. Er hat das im Zusammenhang mit seinem BDI-Desaster schon einmal glänzend bewiesen.

57) Fassmann, Samstag, 12. Mai 2012, 19:12 Uhr

Wen interessiert Röttgen? Wen interessiert noch die CDU? Eine Abstimmung über Merkel wird es so oder so, ob ihr das passt oder nicht und am Schluß bleibt sie übrig und darf ganz alleine die Verantwortung tragen…und da kommt noch ganz lustig was auf sie zu…hehe

58) Peter Christian Nowak, Samstag, 12. Mai 2012, 19:43 Uhr

@M.M @Mark
Hat jemand eine Erklärung dafür, warum die Target2-Salden nicht in den öffentlichen Medien thematisiert werden?
Worauf läuft diese ganze Europa-Politik hinaus? Wann werden diese 644 Milliarden fällig?

59) Erika, Samstag, 12. Mai 2012, 22:15 Uhr

@ 55 Politikverdruss:

Der Streit zwischen Bofinger und Sinn liegt in der Ursachenanalyse der Eurokrise.
Das Papier von Prof Sinn ist Stand .März 2012 und darin beklagt er die Auswirkungen der Eurokrise und befürwortet die Übernahme des US-Systems.

Prof. Sinn argumentiert die hohen Staatsverschuldungen seien, die Ursache
Prof. Bofinger sagt die Ursache ist die Finanzkrise (Lehmann).

dadurch ergeben sich unterschiedliche Lösungsvorschläge.

Herr von Heusinger hat dies in dem verlinkten Artikel sehr gut ausgeführt::

“Wann ist ein Land pleite? Bei einem Schuldenstand von 120 Prozent, wie ihn die Griechen haben? Japan hat fast 200 Prozent Staatsschulden, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, und gilt als Top-Schuldner. Bei einem Defizit von 13,6 Prozent wie in Griechenland? England und die USA haben eine genauso hohe Staatsverschuldung und sind noch obenauf. ”

Wenn die Dinge so sind wie sie sind (andere Länder haben keine Finanzierungsprobleme trotz höherer Verschuldung) ist zumindest die Argumentation von Herr Bofinger doch schlüssiger als die von Prof. Sinn, was die Ursache angeht. Herr Bofinger hatte den Schuldenanstieg weltweit nach Lehmann auf Schaubildern sehr übersichtlich dargestellt und das wichtigste für die Märkte sei, VERTRAUEN, dass die Kredite zurückgezahlt werden.

Zumindest bisher sind die Märkte vom Fiskalpakt noch nicht außerordentlich beeindruckt. Zudem haben wir den Maastrichtvertrag, der ja auch seine Richtlinien hatte. Ein Kriterium war u.a. dass die Gesamtverschuldung 60 % des Bruttoinlandsprodukts nicht überschritten werden darf.. Deutschland hat zur Zeit eine Gesamtverschuldung von über 80 %, und das ziemlich genau seit der Finanzkrise. Dieser hohe Schuldensatz verschafft uns im Moment grandiose Zinssätze. Also allein die Verschuldung kann es nicht sein.

Dass die Märkte sich zur Zeit etwas ruhiger verhalten und “schwache” Länder sich kurzfristig zu relativ guten Zinsen finanzieren können, liegt vor allem an der “dicken Berta”., (Kreditrahmen von 1 Bill. zu 1 % Zins für 3 Jahre). Dass auf Dauer gespart werden muss und zwar auch in Deutschland bestreitet auch Herr Bofinger nicht. Als langfristige Lösung hat der Sachverständigen den Europ. Schuldentilgungspakt vorgeschlagen.

Ist die Ursache die Finanzkrise (Lehmann) muss man zuallererst Vertrauen in die Märkte bringen, Und dieses Vertrauen hat Frau Merkel “Kein Geld für Griechenland.” massiv beschädigt. Diesen Mangel versucht sie seither mit Bürgschaften und Rettungsschirmen und Hebeln und dem Fiskalpakt zu bekämpfen. Wie schrieb Robert von Heusinger man beachte – am 28.04.2010:
“Ob diese irrationale Panik wieder in Vertrauen gekehrt werden kann, welche Worte und wie viele Billionen Euro an Garantien notwendig sein werden, das werden erst Historiker wissen. Wir Zeitgenossen wissen nur eines: Die Euro-Krise hat eine Hauptverantwortliche – Angela Merkel.”

Herr Sinn sieht in der Übernahme des “US-Systems “die Lösung der Eurokrise..

Dann sollten wir mal anfangen konkret darüber zu diskuttieren, damit nicht nur viel Geld für Zeitgewinn (nichts anderes ist die letzten 2 Jahre passiert) ausgegeben wird sondern auch Lösungswege gefunden werden.

Helfen würde, wenn es nicht Regierungserklärungen auf dem Niveau “Scheitert der Euro – scheitert Europa” oder “Wachstum auf Pump holt die Krise zurück” sondern eine ehrlich Bestandsaufnahme und Information der Bevölkerung gäbe.

Wer richtig liegt und wer falsch, dass werden wir später sehen , aber im Leben ist Humor immer besser als Verdruss.

60) Michael A. Nueckel, Sonntag, 13. Mai 2012, 10:25 Uhr

zuletzt @ Erika 59) und andere Teilnehmer: 58), 55) …. wohl zurück bis ab Erika 15)

Ich kann mich an den kürzlich ergangenen, mahnenden Hinweis von M. Spreng erinnern, das Thema des jeweiligen Beitrages nicht zu verwässern! Insoweit sehe ich keinen Zusammenhang zwischen Röttgen und Target 2 im Zusammenhang mit der europäischen Zahlungsbilanz- und Staatsschuldenkrise. Oder, um das Thema wieder einzufangen, ist Röttgen auch hierzu einen prägnanter Vorwurf zu machen? Freiwillige nach vorne …

61) Erika, Sonntag, 13. Mai 2012, 10:54 Uhr

@ 58)Peter Christian Nowak

http://www.ftd.de/politik/europa/:diskussion-ueber-target-salden-wie-sich-bundesbank-und-ifo-chef-in-der-sinn-frage-annaehern/70017201.html
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/target-salden-der-bundesbank-brisante-milliarden-1.1300848

Sehr gut beschrieben hat es meiner Meinung nach dieser:
http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/03/13/die-kehrtwende-die-keine-war-die-bundesbank-und-target2/

62) Maren P., Sonntag, 13. Mai 2012, 11:33 Uhr

@ Erika!!!
Wie war das noch mal mit den kurzen Erwiderungen zur Beförderung der Diskussion?! *grrrrrrr*

63) Mark, Sonntag, 13. Mai 2012, 11:35 Uhr

@ 58) Peter Christian Nowak, Samstag, 12. Mai 2012, 19:43 Uhr

> Wann werden diese 644 Milliarden fällig?

Also, die 644 Mrd. werden im Falle des Auseinanderbrechens der Eurozone fällig. Das ist dann der finanzpolitische Super-GAU für Deutschland. Denn hinter den Target-Forderungen stecken ja Bankguthaben, die deutschen Konten gutgeschrieben wurden (im Austausch für ein Zahlungsversprechen der EZB). Für die Gutschriften haben deutsche Unternehmen Waren und DIenstleistungen geliefert, haben Immobilien und Aktien den Besitzer gewechselt. Z.T. sind es aber auch einfach Gelder, die aus den Krisenländern in das (vermeintlich) sicherere Deutschland verlegt wurden, also: Kapitalflucht. (Man könnte solche Beträge von Ausländern natürlich einfrieren, aber da sieht man dann schon, dass das gewaltige Auswirkungen auf unser europäisches Miteinander haben wird.)

Wie dem auch sei – wenn der Euro zerbricht, dann wird es schwierig, diese Beträge einzufordern.

Treten “nur” einzelne Länder aus der Gemeinschaftswährung aus, so wird der Haftungsanteil unter den übrig gebliebenen EZB-Mitgliedern aufgeteilt, und alles bleibt so wie es ist (aber keineswegs besser).

Somit verstehe ich schon, weshalb Merkel und Schäuble und der Rest der Euro-Ideologen sich krampfhaft am Euro und an der Euro-Rettung festhalten. Wenn der Euro zerbricht, wird die FInanz-Katastrophe (am deutschen Vermögen) für jeden sichtbar. Wenn unsere Politiker auch sonst nicht viel verstehen: soviel verstehen sie, dass das nicht lustig ist. Dagegen sind die Wahrergebnisse in Griechenland noch harmlos.

> Hat jemand eine Erklärung dafür, warum die Target2-Salden
> nicht in den öffentlichen Medien thematisiert werden?

Somit wären wir auch schon bei der Frage, weshalb der Mainstream nach Kräften versucht, das Thema zu ignorieren und zu verharmlosen: Hinter den großen Verlagen stehen reiche Menschen, die viel zu verlieren haben; leiches gilt für die Konzerne, die Werbekunden der Verlage; und hinter den öffentlich-rechtlichen Sendern stehen Politiker, die auch viel zu verlieren haben.

Außerdem ist durch jahrezehntelange Selektion in deutschen Redaktionen eine überwiegend pro-europäische Journalistenmasse entstanden, die sich mit den Zielen der EU gut anfreunden konnte und kann und kein Problem damit hat, politisch korrekt zu berichten.

Ergo berichtet kaum jemand über die Target-Salden: Niemand will das System in Frage stellen, weil dies den eigenen Wohlstand gefährden könnte. Das zieht sich so durch bis zum einzelnen Journalisten. Die Bundesregierung versucht aktiv, die Meinungsbildung zu beeinflussen. Ruhe bleibt also erste Bürgerpflicht, und alle helfen mit bei der Beschwichtigung:

http://www.zeit.de/2009/06/Ratlosigkeit

Wenn auch nur ein größeres Land aus dem Euro austritt, dann ist Schluß mit lustig. Hierzu ein bemerkenswerter Artikel von Tyler Durden, der die Lage treffend analysiert:

http://www.zerohedge.com/news/ugly-truth-northern-europeans

Der Süden ist nicht wettbewerbsfähig und wird kurz- und mittelfristig nicht mit Deutschland mithalten können. Die so oft gefeierten “Exportüberschüsse” (also Waren, die auf Pump ins Ausland verkauft wurden) können somit niemals bezahlt werden. Irgendjemand wird aber irgendwann für diese Kosten aufkommen müssen, und es werden wohl die Deutschen (also wir alle, die Steuerzahler) sein. Das wird dann sehr unangenehm für die Politiker, die uns (a) immer vorgebetet haben, dass Exportüberschüsse (speziell in die Eurozone) positiv für Deutschland seien (sie sind es keineswegs, wie wir jetzt erkennen), (b) die Profiteure nicht zur Kasse gebeten haben (im Gegenteil!), und (c) es immer vermieden haben, unser Einverständnis für all diese Aktionen einzuholen. Somit haben die Politiker die Legitimation durch ihr Mandat mehr als überzogen! (Zum Zeitpunkt der letzten Bundestagswahl muss das Problem bereits bekannt gewesen sein; dennoch wurde es nicht thematisiert. Gleichwohl wurden später gigantische Rettungspakete verabschiedet unter Berufung auf das Wählermandat.)

Bis heute hat der Bundestag nicht über die Target-Salden und die daraus resultierenden gigantischen Haftungssummen debattiert. Die Abgeordneten glauben (oder wollen uns glauben machen), dass es immer noch um eine maximale Haftungssumme von 211 Mrd. Euro geht. Das ist lächerlich.

Dies erklärt auch, weshalb die SPD sich so einig ist mit der Bundesregierung, denn unter der großen Koalition begann Target2 faktisch aus dem Ruder zu laufen. (Beschlossen wurde die Änderung von Target allerdings früher, nämlich mit Billigung von der rot-grünen Regierung.) Da werden viele Bürger viele unangenehme Fragen stellen, wenn sich plötzlich die Target-Salden aus uneinbringbar herausstellen. Der Euro, ein Friedensprojekt?

Deshalb hat Tyler Durden von Zerohedge Recht, wenn er sagt, dass die einzige Möglichkeit darin besteht, jede plötzliche, ruckartige Bewegung zu vermeiden. Jede plötzliche Realisierung von Verlusten würde das Kartenhaus zum Einsturz bringen. Also wird die Inflation bis zum öffentlich erträglichen Maß raufgeschraubt (ggf. die Statistiken entsprechend hinbiegen), die Nehmerländer bis zum öffentlich erträglichen Maß mit Sparmaßnahmen geknechtet und “weitergerettet”, was das Zeug hält.

Wir müssen so oder so zahlen; das Geld ist weg. Die Frage ist nur, wie wir bezahlen werden: Durch einen plötzlichen Crash, der schlagartig große Vermögen vernichtet, oder durch einen Crash in Super-Zeitlupe, also durch schleichende Entwertung unseres Vermögens. Es ist offensichtlich, dass unsere Politiker an dem ersten Szenario kein Interesse haben, da dann ihre totale Inkompetenz ebenso schlagartig sichtbar würde und sich die Bürger in ihrer Wut an 1789 erinnern könnten. Da wurde kurzer Prozeß gemacht. Da ist es doch deutlich besser, die Bürger schleichend zu enteignen und das Problem späteren (Politiker-) Generationen aufzuhalsen. Nach mir die Sintflut.

Ich persönlich finde ein Crash-Szenario besser, denn dadurch werden wir wenigstens die Leute und Parteien los, die uns in ihrer selbstsüchtigen Hybris diesen Mist eingebrockt haben.

64) Erwin Gabriel, Sonntag, 13. Mai 2012, 11:48 Uhr

@ karel

“Mutti” hat nicht schuld an jedem Regenschauer, der niederkommt, das ist war. Und sie hat auch nicht schuld für jedes Gesetz und seine Auswirkungen, das seit 1949 (oder von mir aus 1989) verabschiedet wird.

Wiederum kann man Politikern wie Eichel, Steinbrück, Schröder, Kohl, Merkel, Schäuble etc. auch nicht abverlangen, dass sie die Konsequenzen eines jeden Gesetztes für jede sich in der Zukunft ergebende Situation richtig einschätzen können, wenn zum einen so viele verschiedene Experten verschiedene Meinungen haben, zum anderen die bestbezahlten Experten der Welt daran sitzen, jede noch so kleine Gesetzeslücke zur persönlichen Bereicherung auszunutzen.

Was man aber ganz klar sagen kann, ist Folgendes. Als Griechenland in die Bredouille rutschte, stellte sich sehr schnell die Frage: Helfen oder Hängen lassen.

Eine rasche Garantie hätte die Verträge verletzt, aber den Euro stabilisiert. Eine rasche Absage hätte eine Unruhe und den Austritt der Griechen, aber Vertragseinhaltung bedeutet. Beide Entscheidungen haben Vor- und Nachteile, beide wären mit durchaus nennenswerten Kosten verbunden gewesen.

Merkel hat in dieser Situation die einzige Entscheidung getroffen, die sie nie, unter keinen Umständen, hätte treffen dürfen: Sie hat sich entschieden, keine Entscheidung zu treffen. Das erst hat aus der griechischen Krise eine europäische Krise gemacht – mit zig Milliarden Kosten nicht nur für uns, sondern auch für andere Länder.

Außerdem hat sie zum Vertuschen ihres Versagens die gesamte griechische Bevölkerung für die Fehler ihrer Eliten an den Pranger gestellt. Wie wäre wohl die Reaktion gewesen, hätte der damalige griechische Ministerpräsident Aufbau-Ost-Zahlungen der EU mit dem gleichen Argument zu torpedieren versucht?

Konrad Adenauer, Willy Brandt, Helmut Schmidt, Helmut Kohl und Gerhard Schröder haben durch die Bank weg vor schwierigen Problemen gestanden und ohne genaue Kenntnisse der Umstände wichtige Entscheidungen treffen müssen. Sie haben diese Verantwortung übernommen. Keiner ihrer Vorgänger hat derart versagt.

Angela Merkel ist, wenn man nur auf Ihr Verhalten in diesen und anderen Situationen (etwa Atomkraft) schaut, ein konzept- und visionsfreier Apparatschik, der sich erst ein Dutzend mal vergewissern muss, woher der Wind weht, ehe sie entscheidet. Und wenn sie Entscheidungen trifft, sind diese getrieben von Argumenten des innerparteilichen und innerdeutschen Machterhalts. Dass es bei der 2008er-Bankenkrise gut ging, ist eher der Zielstrebigkeit von Entscheidern wie Schäuble und Steinbrück zu verdanken.

Es gibt letztendlich nur einen Grund für das gute Ansehen der Kanzlerin – die Schwäche der Konkurrenz. Verglichen mit ihren Vorgängern, ist Bundeskanzlerin Merkel einfach nur eine Niete.

65) Erika, Sonntag, 13. Mai 2012, 13:11 Uhr

62) Maren P., Sonntag, 13. Mai 2012, 11:33 Uhr

Diese Aufforderung kam nie von mir. Im Gegenteil ich finde es gut, wenn Menschen ihre Meinung begründen. Aber heute ist ja Muttertag:

“Ja, Mama ich werde mich für den Rest des Tages an die Aufforderung halten.”

Erika

66) Wolfgang v. Sulecki, Sonntag, 13. Mai 2012, 13:17 Uhr

” .. Intellekt ist in der Politik nur eine kleine Münze. Wichtiger sind soziale Kompetenz, also Umgang mit Menschen, Leidenschaft, Mut, Risikobereitschaft und Ziele, die über den eigenen Karrierehorizont hinausreichen .. ”

Intellekt ist ganz allgemein in unserem Land nicht mehr gefragt.
Nicht nur ‘der Ehrliche’ ist der Dumme, der ‘Intelligente’ ebenso.

Mit Verlaub:
Ich kann bei keinem der führenden politischen Köpfe Leidenschaft, Mut, Risikobereitschaft oder über den Tag hinausgehende Ziele erkennen.
Vielmehr sehe ich Gleichgültigkeit gegenüber dem Wahlvolk, Fassade statt Profil, Konfliktscheu, und nur solche Ziele, die die eigenen Pfründe zementieren sollen.

Es kommt mir so vor, als ob wir Beiden in unterschiedlichen Staatswesen leben.

67) Erika, Sonntag, 13. Mai 2012, 13:20 Uhr

@60) Sie sehen keinen Zusamnenhang?

“Nicht nur sein Landesvorsitz, sondern auch sein Berliner Amt ist in Gefahr. Deshalb versucht er mit der Taktik, die NRW-Wahl auch zur Volksabstimmung über Merkels Europa-Kurs zu erklären, die Kanzlerin in die Mitverantwortung für die erwartete Wahlniederlage zu zwingen.”

Da kann man doch mal die Frage stellen: “Wie gut ist denn der Europa-Kurs?

68) M.M., Sonntag, 13. Mai 2012, 13:42 Uhr

@Mark

Da nun auch noch ausgerechnet die EZB-Mitarbeiter, man kann das nicht glauben, die Unverschämtheit besitzen eine inflationsgeschützte Rente für sich einzuklagen, bin ich auch auch lieber für einen “Sudden Death” des Euro.

69) Bernhard Paul, Sonntag, 13. Mai 2012, 14:19 Uhr

Das Thema der Target-2-Salden ist ungeheuer kompliziert. Den Target-2-Saldo hat Werner Sinn ins Spiel gebracht. Der Bund der Steuerzahler versucht das Thema vorwärtszutreiben und öffentlich zu platzieren, auch in den Medien.
Tatsache ist aber, dass sich Prof. Sinn hier sehr wahrscheinlich vergaloppiert hat und dass die Option der 644 Milliarden möglicher Schulden in der Realität nicht existiert. Insofern ist es tatsächlich vernünftiger, dieses Thema in den Fachkreisen zu belassen als öffentliche Panik zu schüren, vor allem auch schon deshalb, weil es manche Finanzfachleute nicht einmal komplett durchschauen, geschweige denn, korrekt erklären können.

@ 63) Mark
Sie bauen zu Target 2 exakt das gleiche Horroszenario auf wie Werner Sinn oder die European Taxpayers Association unter ihrem Präsidenten Rolf von Hohenhau. Beider Rechengrundlagen gehen aber von Tatsachen aus, die es so gar nicht gibt.
Vergleiche dazu auch:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/streit-um-target-salden-ein-professor-der-aepfeln-birnen-und-bananen-addiert-1.1310221

70) Dieter Carstensen, Sonntag, 13. Mai 2012, 14:32 Uhr

Nur die Ruhe, heute abend wissen wir hier in NRW wer der dumme Agust ist!

71) Peter Christian Nowak, Sonntag, 13. Mai 2012, 15:07 Uhr

@63) Mark
Danke Mark und danke Erika für die Ergänzungen!
Mark, Ihr Artikel erkärt das Problem so prägnant, daß ich der Meinung bin, dass möglichst viele Leute ihren Beitrag lesen sollten. Sie haben mir diese dubiose Fianzkonstruktion sehr gut erklärt und auch den Grund, warum target2 nicht weiter kritisch und verständlich für die breite Öffentlichkeit betrachtet und erklärt wird.
Ich gehe wie Sie auch davon aus, daß man sich in der Politik für die “Inflationsvariante” entscheiden wird. Denn wie schon gesagt wurde: Irgendwann werden Staatsschulden so hoch, dass man sie einfach weginflationiert. Armes Deutschland!

72) Erwin Gabriel, Sonntag, 13. Mai 2012, 21:12 Uhr

@ 63) Mark

Die so oft gefeierten “Exportüberschüsse” (also Waren, die auf Pump ins Ausland verkauft wurden) können somit niemals bezahlt werden.

________________

Hmmm, ich dachte immer, ein Export-Überschuß entstehe dann, wenn ich mehr Waren und/oder DIenstleistungen ins Ausland liefere, als ich einführe.

So, wie Sie es schreiben, gehen nur die ins Ausland gelieferten Waren und Dienstleistungen in die Rechnung ein, die nicht bezahlt werden, unabhängig davon, wieviel wir selbst importieren.

kopfkratz…

73) Doktor Hong, Sonntag, 13. Mai 2012, 21:55 Uhr

@71) Peter Christian Nowak

Denn wie schon gesagt wurde: Irgendwann werden Staatsschulden so hoch, dass man sie einfach weginflationiert. Armes Deutschland!

Warum inflationieren denn dann die Griechen nicht einfach ihre Staatsschulden weg, wenn das so einfach ist?

74) Mark, Montag, 14. Mai 2012, 07:31 Uhr

@72) Erwin Gabriel, Sonntag, 13. Mai 2012, 21:12 Uhr

> ich dachte immer, ein Export-Überschuß entstehe dann,
> wenn ich mehr Waren und/oder DIenstleistungen ins
> Ausland liefere, als ich einführe.

Ja, das ist ja auch richtig, betrachtet aber nur einen Teilaspekt.

Denn beides (Import und Export) wird ja in Geld bewertet, d.h. wenn ich für mein Produkt Rohstoffe aus Griechenland einführe, dann bezahle ich den griechischen Lieferanten. Kauft der sich der dann für den von mir gezahlten Betrag einen deutschen Neuwagen, dann ist die Leistungsbilanz zwischen Griechenland und Deutschland ausgegilchen. Will mein griechischer Lieferant aber noch zusätzlich einen weiteren deutschen Neuwagen kaufen, z.B. für seine Ehefrau, dann hat er das Geld nicht. Er muss es sich leihen. Früher musste er in D-Mark bezahlen und sich das Geld bei jemandem leihen, der D-Mark hat; letztendlich kam das Geld von der Bundesbank und wurde von ihr verliehen. Heute -in der EWU- wird das Geld ebenfalls von der Bundesbank geliehen, allerdings via Target2.

In jedem Fall haben dann Waren im Wert von zwei Neuwagen verkauft, aber nur Waren im Wert von einem Neuwagen importiert. Der Bundeswirtschaftsminister frohlockt (“Exportüberschuß”), der Autohersteller berichtet von “außergewöhnlichen starkem Export”; nur der Steuerzahler, der guckt in die Röhre, weil er eben für den Exportüberschuß haftet.

@ 73) Doktor Hong, Sonntag, 13. Mai 2012, 21:55 Uhr

> Warum inflationieren denn dann die Griechen nicht einfach
> ihre Staatsschulden weg, wenn das so einfach ist?

Naja, einfach ist nichts in dieser Krise. Die Griechen würden gerne ihre Staatsschulden weginflationieren, so wie sie das Jahre und Jahrzehnte gemacht haben bzw. versucht haben zu machen. Denn mit einer eigenen Währung ist das tatsächlich denkbar. Der Staat druckt einfach so viel Geld, wie er braucht, um seine Schulden zu bezahlen. Allerdings bleibt die Gütermenge gleich, die dem gesamten Geldbestand gegenübersteht. Bei einer Erhöhung der Geldmenge und gleichbleibender Gütermenge steigt also der Preis, und der Wert des Geldes sinkt.

Wenn nun aber der Staat neue Kredite benötigt (und er braucht laufend neue Kredite, da ja die wenigsten Staaten tatsächlich die Kreidte tilgen), dann preisen die Geldgeber die voraussichtliche Inflation ein. Wenn ich einem Land mit 10% Inflation p.a. einen Betrag von 100 Euro leihe, dann muss ich schon mal 110 Euro nach Ablauf des Jahres zurückbekommen, um wertmäßig keinen Verlust zu machen. Darauf kommt dann noch der eigentliche Zins von, sagen wir, 5%, und schon liegt der verlangte Zinssatz eben bei 15% p.a. — Ergo: Der Staat kann sich nicht (oder nur für sehr, sehr kurze Zeit) mit der Inflation “helfen”. Es ist eben keine Lösung. (Im Extremfall setzt Hyperinflation ein. Das jüngste Beispiel hierfür ist Zimbabwe: http://de.wikipedia.org/wiki/Simbabwe-Dollar )

75) Doktor Hong, Montag, 14. Mai 2012, 15:01 Uhr

@ 72) Erwin Gabriel

Wenn Sie mehr importieren, als Sie einführen, müssen Sie im Ausland Geld leihen, um die Importe zu bezahlen.

Es mag ja sein, dass die Waren “bezahlt” sind, trotzdem hat das Ausland immer noch Forderungen gegen Sie.

Wenn Sie zahlungsunfähig werden, werden die Forderungen faul. Bei einem Schuldenschnitt hat das Ausland dann einen Teil der Waren quasi verschenkt.

Deswegen habe ich mir immer schon an den Kopf gepackt, wenn Politiker mit dem Exportweltmeistertitel herumprahlen.

Was glauben Sie denn, wie es den Chinesen mit ihren Dollar-Anleihen geht? Was haben denn die Amerikaner langfristig den Chinesen für die Dollars zu bieten? Wenn die Amerikaner zahlungsunfähig werden, dann haben die Chinesen Teile ihrer Exporte quasi verschenkt.

76) Erwin Gabriel, Dienstag, 15. Mai 2012, 09:10 Uhr

@ 73) Doktor Hong, Sonntag, 13. Mai 2012, 21:55 Uhr

Warum inflationieren denn dann die Griechen nicht einfach ihre Staatsschulden weg, wenn das so einfach ist?
______________________

Geht ja nur mit einer eigenen Währung, stimmt ja :-)

77) Günter Springer, Dienstag, 15. Mai 2012, 18:20 Uhr

@ 15) Erika
wenn ich Sie träfe, würde ich Sie umarmen wegen Ihres treffenden Beitrages, wohlgemerkt als Anerkennung und Dank!
Ich hoffe, ich erlebe noch den Tag, an dem mit Frau Merkel abgerechnet wird.
Für mich ist es ein Hohn, wie diese Frau in Schutz genommen wird von den Medien.
Es gibt massenhaft Probleme in unserem Land, um die sollte sich die Frau Merkel kümmern statt nichtssagende Reden zu halten.

78) Doktor Hong, Mittwoch, 16. Mai 2012, 17:48 Uhr

@ m.spreng

Du meine Güte, das ging aber fix mit Röttgens Karriereende in Berlin!

Respekt vor Ihrer sehr zutreffenden Analyse!

79) Doktor Hong, Mittwoch, 16. Mai 2012, 17:56 Uhr

@ 76) Erwin Gabriel

Und selbst mit eigener Währung kann man nur Inlandsschulden weginflationieren, nicht aber Auslandsschulden.

Wenn ein Land 1 Millarde Dollar Auslandsschulden hat, z.B. am Anfang zu einem Kurs von 1:5, dann wird durch die Inflation der Wechselkurs komplett abschmieren, meinetwegen auf 1:20 oder sonst irgend etwas. Also können Sie zwar im Inland Geld drucken, müssen davon aber auch viel mehr eintauschen, um Ihre Schulden zu bezahlen!

Die deutschen Nachkriegsinflationen haben nämlich keineswegs dazu geführt, dass die Auslandsschulden verschwunden sind. Wohl aber hat man im Londoner Abkommen Deutschland einige Schuldenschnitte zugestanden, wobei die letzten Raten, falls ich mich korrekt entsinne, in den 1980er Jahren gezahlt wurden.

Letztendlich ist eine Hyperinflation mit Währungsreform nichts weiter als ein Staatsbankrott. Allerdings klingt “Währungsreform” viel cooler und auch angenehmer.

80) freiwild, Mittwoch, 16. Mai 2012, 20:49 Uhr

Wollte gerade nachschauen, was Herr Spreng zum Röntgen-Rausschmiss schreibt. Aber Herr Spreng muss gar nichts mehr schreiben, er hat die Situation bereits im Vorfeld richtig interpretiert. Chapeau!

81) Torsten Liebig, Freitag, 18. Mai 2012, 01:53 Uhr

@m.spreng
Auch wenn ich an Ihrer Analyse alles in allem kaum etwas auszusetzen habe, vermisse ich doch ein kleines Wörtchen der Selbstkritik. Immerhin haben Sie sich damals in der Frage des Mitgliederentscheids in der NRW CDU klar hinter Röttgen gestellt. Sie haben gelobt, dass eine Lösung des Mittelmaßes mit Laumann und Laschet nicht zum Tragen kam und dass sich die Mitglieder der CDU für einen der begabtesten Nachwuchspolitiker entschieden hätten. Angesichts dieser Arien, hätte ich zumindest einen kleinen Verweis auf Ihren Irrtum für berechtigt gehalten.

82) m.spreng, Freitag, 18. Mai 2012, 08:51 Uhr

@81 Torsten Liebig

Strimmt, auch ich habe mich in Röttgen geirrt. und ihn überschätzt. Dass er einen so schlechten, mutlosen Wahlkampf macht, hatte ich ihm nicht zugetraut.

83) Frank Reichelt, Freitag, 18. Mai 2012, 08:57 Uhr

@ m.spreng

Das Eingeständnis eines Irrtums auf Zuruf! Souveräner wäre gewesen, wenn sie das in einem Nebensatz ihres aktuellen Artikels “Röttgen vom Schlitten” eingeflochten hätten.

84) Michael A. Nueckel, Samstag, 19. Mai 2012, 16:28 Uhr

@ M. Spreng 82)

Das hätte ich der CDU nicht zugetraut (!). Der für die Union desaströse Ausgang der NRW-Wahl ist nicht nur ein Fehler Röttgens. Der Fehler begann im Nachgang zur Wahl 2010, als man eine Minderheitsregierung hat gewähren lassen, und es für ausreichend erachtete, einen Bundesumweltminister den größten Landverband von Berlin aus quasi nebenbei führen zu lassen. Der lt. M. Spreng “schlechte, mutlose Wahlkampf” hat daher seine Vorgeschichte, er ist nicht Ereignis, er ist vielmehr Folge einer beispiellosen taktischen Fehleinschätzung der CDU-Verantwortlichen in Bund und Land ab Mai 2010. In dem Maße, wie man auf Neuwahlen 2 Jahre lang sich nicht vorbreiten konnte, obgleich es allen Beteilgten klar war, dass spätestens bei dem Haushalt die Minderheitsregierung scheitert, hatte man kein Konzept für einen erfolgreiche(re)n Wahlkampf. Auch der aus NRW stammende Generalsekretär Gröhe hat gepennt. Wird das bei der BT-Wahl 2013 besser? Oder deutet sich da ein größerer Niedergang an?

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