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Sonntag, 13. Mai 2012, 18:52 Uhr

Guten Abend, Frau Kanzlerkandidatin!

Regierungen werden abgewählt – oder auch nicht. Wenn die Wähler mit ihrer Regierung und dem Regierungschef zufrieden sind, ihm oder ihr vertrauen und deshalb eine zweite Chance geben wollen, dann hat die Opposition keine Chance.

So war das auch in Nordrhein-Westfalen. Die Wähler wollten ihre Kümmererin Hannelore Kraft mit ihrem Herz- und Mutti-Wahlkampf behalten. Da hätte Norbert Röttgen auch dann keine Chance gehabt, wenn er nicht einen von Anfang an so verkorksten Wahlkampf geführt hätte.

Die Wiederwahl und Stärkung Hannelore Krafts enthält aber auch ein fatales Signal. Die Bürger haben nach dem politischen Sankt-Florians-Prinzip gewählt: Natürlich soll gespart werden, aber nicht bei uns und nicht in unserem Land. Das Schuldenthema ist kein Wahlkampfhit – eine Lehre auch für künftige Wahlen.

Für die meisten Wähler gilt: Lieber die Kinder und Enkel belasten als selbst schmerzhafte Einschnitte erdulden.

Frau Kraft hat – das muss man leider konstatieren – mit ihrer merkwürdigen Argumentation Erfolg gehabt, heutige Schulden, gemacht für Bildung,  würden künftige Generationen besser befähigen, sie dann zurückzuzahlen.

Nichtsdestotrotz: Der Sieg von Hannelore Kraft ist so gewaltig, dass sie ab sofort als Favoritin  in den Kreis der Kanzlerkandidaten aufgestiegen ist. Guten Abend, Frau Kanzlerkandidatin!

Ihr Versprechen, auf jeden Fall in NRW zu bleiben, sollte man nicht überbewerten. Die NRW-Wähler würden ihr eine Kanzlerkandidatur nicht übel nehmen. NRW-Stolz wäre dann wichtiger als das Versprechen. Dann würde in Anlehnung an die Wahlanzeige für Gerhard Schröder gelten: Eine Frau aus Nordrhein-Westfalen muss Kanzlerin werden.

Ihr Gegenkandidat hat es ihr aber auch leicht gemacht. Wo Kraft ist, ist eben auch Schwäche. Sie hat einen Namen:  Norbert Röttgen. Er nahm als erstes zwei Sparbeschlüsse seiner Partei zurück und wollte aus taktischen Gründen keinen einzigen ernsthaften Sparvorschlag machen. So kann ein Wahlkampf gegen die immer weiter steigende Staatsverschuldung nur scheitern. Der geht, wenn überhaupt, nur ehrlich.

Röttgen scheiterte aber nicht nur daran. Er scheiterte rundum an sich selbst. Seinen Wahlkampf absolvierte er wie eine lästige Pflicht. Er hätte gerne darauf verzichtet. Denn sein Karriereziel lag in Berlin, nicht in NRW. Seine Kandidatur mit Rückfahrkarte wurde genauso bestraft wie die von Renate Künast in Berlin. Auch eine Lehre für künftige Landtagswahlen.

Hinzu kam Röttgens abgehobene, verkopfte Art, seine immer wieder durchschimmernde Arroganz, seine Attitüde, jeden spüren zu lassen, dass er sich für den Besten hält. Ihm fehlt das emotionale Gen, ohne das es keine erfolgreichen Wahlkämpfe gibt. Hier brannte keiner für Nordrhein-Westfalen, hier flackerte nur die Energiesparbirne eines Berliner Karrieristen.

Röttgens Wahlkampf gehört als Negativ-Beispiel in die Politik-Lehrbücher.

Und als er noch versuchte, Angela Merkel in die Verantwortung für das Desaster hinheinzuziehen, verlor er auch noch den Rückhalt der CDU. Das Desaster ist allerdings so groß, dass auch Angela Merkel einen Streifschuss abbekommen hat. Sie wird die Lehre daraus ziehen, noch mehr für ihre soziale Kompetenz zu tun – ein Problem für die schwarz-gelbe Koalition.

Röttgen steht vor dem Scherbenhaufen seiner Karriere. Wenn er Glück hat, bleibt er ein eunuchisierter Umweltminister. Wenn er Pech hat, verliert er auch diesen Job und nicht nur den Landesvorsitz seiner Partei.

Röttgen war auch der beste Wahlhelfer der FDP. Er hat CDU-Sympathisanten dem charismatischen FDP-Spitzenkandidaten zugetrieben. Die Wiederauferstehung der FDP in jetzt zwei Landtagswahlen heißt aber noch nicht, dass die Partei gerettet ist. Denn in NRW und in Schleswig-Holstein siegte nicht Philipp Röslers FDP, sondern die Wolfgang Kubicki- und Christian-Lindner-FDP.

Beide machten Wahlkampf gegen die Bundespartei, eine Rezept, das schonungslos die Schwäche der Rösler- und Döring-FDP offenlegt. Rösler, nur ohnmächtiger Zuschauer dieser Wahlkämpfe, ist nicht gerettet. Im Gegenteil: das Mobbing gegen ihn dürfte sich jetzt  noch verschärfen.

Dass die Piraten hinter Grünen und FDP liegen, ist ein wichtiges Signal. Die Bäume wachsen doch nicht in den Himmel. Und es sind trotz Piraten stabile Koalitionen möglich außer der großen Koalition. Die SPD und die Grünen können für 2013 wieder ein bisschen hoffen. Aber noch ist die Rechnung ohne die Kanzlerin gemacht.

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72 Kommentare

1) Horst, Sonntag, 13. Mai 2012, 19:02 Uhr

Den Vorwurf an die NRW-Wähler(mehrheit). keine finanziellen Einschnitte bei sich zu wollen. kann man auch Röttgen machen. Der wollte ja ebenfalls nicht seinen gut vergüteten Ministerposten riskieren.
Und dass die klassische FDP-Klientel Einschnitte bei sich befürwortet, das würde wohl nichtmal Lindner behaupten.

2) M. Weddler, Sonntag, 13. Mai 2012, 19:38 Uhr

Ich teile Ihre Einschätzung zur FDP. Mittelfristig könnten Kubicki und Lindner den alten sozialliberalen Flügel ihrer Partei wieder beleben, und damit den Weg für eine Ampel 2013 bereiten. Mit dieser Machtoption werden sie in den letzten 16 Monaten der Koalition die Union vor sich hertreiben und versuchen, sich auf ihre Kosten zu profilieren. Es stellt sich da nur die Frage ob eine, und wenn ja welche Rolle Rösler spielen wird. Ob er von Linders Gnaden auf seinem Posten bleiben darf, oder zu einer Marionette am Seitenrand degradiert wird. Es lässt zumindest hoffen, dass die FDP vor allem beim Thema Vorratsdatenspeicherung hart bleiben wird.

Als Mitglied der Piratenpartei bin ich sehr erleichtert, dass wir nicht in der Rolle der Verhinderer gefangen sind, und sich die Zustimmung bei den Wählern auf einem durchschnittlichen Wert von etwa 7 bis 8 Prozent einzupendeln scheint. Parteiintern wurden auf die Umfragen, die zwischenzeitlich 13 Prozent verkündeten, geradezu panisch reagiert. Die damit verknüpften Hoffnungen und Erwartungen können wir schlicht nicht erfüllen. Joachim Paul hat absolut Recht, wenn er die Oppositionsbank als Schulbank für eine zum ersten Mal in ein Parlament einziehende Partei bezeichnet. Grundsatztreue, Authenzität, Fleiß und Bescheidenheit sind für uns das Gebot der Stunde, wenn wir tatsächlich unseren bescheidenen Einfluss nutzen wollen, unsere Vorstellungen einer bürgernahen Politik Tag für Tag umzusetzen, und damit vielleicht für neues Denken bei den anderen Partein zu sorgen.

3) G. F. Kelling, Sonntag, 13. Mai 2012, 19:50 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng, ich mag Ihren Blog. Nur ich kann, auch Ihr, gewschwurbel über Schulden nicht mehr ertragen. Wie entsteht denn Geld? Doch nur durch Verschuldung, wobei nie die Zinsen mirgeschöpft werden. Diese System muss eines Tages, d.h. so nach 60 Jahren als Exponentialkurve durch die Decke gehen.
Nun wissen wir seit Thomas Münzer und der Einführung der Buchführung, das links und rechts in der Bilanz ausgeglichen sind. Das heisst, die Schulden stehen bei irgendwem auf dem Konto vor dem Komma.
Ich muss sagen, ich finde die Idee der Griechen nicht so schlecht, die Schulden nicht zurückzuzahlen. Was soll der Quatsch, mit Schulden die Schulden der Bankster zu bezahlen.
Die Politik hat sich das Recht nehmen lassen über die Finanzen selber zu bestimmen. Sollen die Rothschildschen Gehaltsempfänger doch sehen, wie sie aus dem Sumpf, in den sie Ihre Gier gebracht hat, selber herauskommen.

In Frankreich hat es vor etwas über 200 Jahrem prima geklappt. Und wir alle profitieren noch heute davon.

Mit freundlichen Grüssen

GF Kelling

4) der Herr Karl, Sonntag, 13. Mai 2012, 20:06 Uhr

Der nächste Bundeskanzler heisst Steinbrück- auch er ein lupenreiner Demokrat.

5) T. Tiger, Sonntag, 13. Mai 2012, 20:21 Uhr

Sparen, Sparen, Sparen. Ich kanns nicht mehr hören.

6) Erwin Gabriel, Sonntag, 13. Mai 2012, 21:20 Uhr

@ m.spreng

Frau Kraft jetzt schon zur Kanzlerkandidatin auszurufen ist aus meiner Sicht schon eine sehr eigenartige Vorstellung von seriösem Journalismus. Wollten Sie das vor der BILD drinhaben, oder warum gleich schon wieder die Schublade mit den ganz großen Buchstaben aufgerissen…?

7) mambo, Sonntag, 13. Mai 2012, 21:26 Uhr

zu guttenberg ,wulff und nun röttgen ,da gibt es ähnlichkeiten !
aalglatter habitus ,vorwiegend an der eigenen karriere interessiert,
politik – rhetorik und gestik wirkt einstudiert und nicht echt,
letztlich keine eigene persönlichkeit ,keine glaubwürdigkeit ,
defizite und mangelnde inhalte werden hinter einer wortreichen,inhaltslosen rhetorik versteckt.

zu schulden :
wir haben derzeit 2,2 billionen schulden( ohne Eurorisiken ), 600 milliarden davon gehen auf das konto von
frau merkel.
um diese schulden in 10 jahren abzubauen ,müßten wir jährlich 250 milliarden einsparen,
dies würde griechische verhältnisse hierzulande bedeuten.
auch wir werden nicht um einen schuldenschnitt vorbeikommen.

8) Howie Munson, Sonntag, 13. Mai 2012, 21:42 Uhr

Dass die Piraten hinter Grünen und FDP liegen, ist ein wichtiges Signal. (…)

[dafür,]
.

(…) dass die Ergebnisse im Medien- und Internet-Biotop Berlin auf Bundesebene übertragbar sind.

http://www.sprengsatz.de/?p=3730

Schade das sie nicht in der Lage sind, dies selbst in Worte zu fassen.

9) Dirk, Sonntag, 13. Mai 2012, 22:06 Uhr

Ich kann G.F.Kelling nur zum Teil zustimmen, aber Ihnen, Herr Spreng, muss ich deutlich wiedersprechen. Das Vererben von Schulden bedeutet – hier kommt das Plus in der Bilanz – auch das Vererben der Forderungen. Warum wird eigentlich in diesen Schuldendiskussionen immer wieder versucht, das bis heute immer noch unwiederlegte Mackenroth-Theorem zu ignorieren? Volkswirtschaftlich kann ich kein Geld irgendwelcher zukünftiger Generationen ausgeben. Das gilt – wie gesagt – volkswirtschaftlich. Das die Physikerin Merkel mit ihrer unsäglichen schwäbischen Hausfrau-Mentalität das nicht begreift, kann ich ja irgendwie verstehen. Das sie aber nicht in der Lage ist, sich Berater zu suchen, die von Volkswirtschaft – und vor allem zu den gravierenden Unterschieden zur Betriebswirtschaft – wenigstens etwas Ahnung haben, muss man ihr sehr übel nehmen. Und die gleichgeschaltete Presse plappert die Regierungsverlautbarungen ohne selbst zu denken einfach nach, sei es Schuldenkrise (statt richtig: Bankenkrise, faule Griechen, zu hohe Sozialausgaben usw.). Irgendwie erinnert mich das alles sehr an die DDR. Die Partei hatte immer recht und das Zentralorgan hat es veröffentlicht.

10) Andronico, Sonntag, 13. Mai 2012, 22:12 Uhr

Überraschung – keiner will dass bei ihm “gespart” wird! Wer hätte das gedacht! Eine materialistische Gesellschaft! Wo das nur herkommt? Wer hat uns das beigebracht? Es ist nicht zu glauben! Da wären doch mal “Eliten” (meist selbst ernannte) gefragt! Die meinen doch sonst auch immer zu wissen was für die anderen gut ist! Vielleicht können diese Eliten ja den kleinen, dummen, gierigen Normalos mal vorleben, wie man es besser macht! Wie wäre es mit Taten statt Worten, mit dem guten Beispiel?

Zeigt uns doch man, wie man bei sich selber anfängt und “schmerzhafte Einschnitte” freudig hinnimmt!

Aber das müssen die Einschnitte dann schon sein – schmerzhaft ! Was wohl für einen Investmenbanker oder Manager ein schmerzhafter Einschnitt wäre? Wenn er seine Jacht nicht mehr halten kann? Wenn er wirkich mal nach Leistung bezahlt würde? Genauso wie die Altenpflegerin, der Polizist, der Bauarbeiter, der Zeitarbeiter – die ja auch alle ganz streng nach Leistung bezahlt werden!

Aber da sind die Eliten leider gar nicht gut – uns schwachen Sündern und Gierhälsen ein gutes Beispiel zu sein! Schade!

Und die Partei der “Eliten”, die F.D.P. – diewill die schmerzhaften Einschnitte ja, wie man weiß, auch wirklich für alle, also auch für die Apotheker (freier Markt und Wettbewerb für alle! Jawohl!) und die Ärzte und die Banker und die Manager und die Unternehmensberater und die Rechtsanwälte und Notare.

11) Peter Christian Nowak, Sonntag, 13. Mai 2012, 22:25 Uhr

@m.spreng

^^Frau Kraft hat – das muss man leider konstatieren – mit ihrer merkwürdigen Argumentation Erfolg gehabt, heutige Schulden, gemacht für Bildung, würden künftige Generationen besser befähigen, sie dann zurückzuzahlen.^^
Es steht außer Frage Schulden nach Möglichkeit zu vermeiden. Nicht nur in Zeiten wie diese Nichtsdestoweniger sind Schulden per se nichts Schlechtes. Nicht nur in Zeiten wie diese. Haben wir Zeiten wie diese, bietet sich gerade deswegen als Alternative an, die Einnahmeseite zu optimieren: Rücknahme der Steuersenkungen für Konzerne und Spitzenverdiener, Rücknahme des Mövenpick-Bonus.
Vermögende, Unternehmen, Erben und hohe Einkommen müssen wieder stärker zur Finanzierung öffentlicher Aufgaben herangezogen werden. Dazu gehört die Bildung genauso, wie die Beteiligung von Millionären an den sozialen Sicherungssystemen. Warum sollte das absurd sein, außer in den Köpfen neoliberaler Strategieverfechter wie Lindner z.B. Und vor allem muss die Transaktionssteuer her.
Das Gerede von der Nichtmachbarkeit fehlenden europäischen Konsens´ wegen ist weitesgehend widerlegt. Viele Staaten wollen sie, nur GB und die Steueroasen nicht. Merkel will sie nicht, weil GB sie nicht will. Hier kann jeder zukünftige Kanzlerkandidat/in beweisen, ob er 2013 Kanzler kann. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Die Einführung wäre keine linke Politik, sondern finanzpolitische Notwendigkeit.

12) analogkäse, Sonntag, 13. Mai 2012, 23:01 Uhr

Naja, Röttgen war kein wirklicher Gegner für Kraft. Ob s i e fähig ist als Spitzenpolitikerin weiß ich nicht. Aber sie hat eine Ausstrahlung… Sympathie, Intelligenz, Charme und Schlagfertigkeit, Mütterlichkeit, Charisma, kühle Analytik, Stimme u.s.w. . Sie ist genau so ein Typ, welcher die Wähler in Scharen für sich einzunehmen weiß. Sie hat, wenn sie es nur will und das Glück ein wenig zur Seite steht, noch eine große Zukunft vor sich! ( In der Mediokratie entscheiden Personen, weniger Inhalte – Ein Zahnpasta-Lächeln wirkt mehr als Dutzende intelligente Programmpunkte !)

13) Erika, Sonntag, 13. Mai 2012, 23:39 Uhr

Guten Abend, Frau Ministerpräsidentin und au revoir, Frau Kanzlerin!

“Auch die SPD ist nur noch Zuschauer der Wahlentwicklungen. Für sie gilt: der anhaltende Wählerverdruss ist stärker als ihre Spitzenkandidaten. Hannelore Kraft wird es möglicherweise als nächste erfahren, wenn es für Rot-Grün in NRW nicht reichen sollte.”

Wo habe ich das nur vor kurzem gelesen?????

14) M.M., Montag, 14. Mai 2012, 00:37 Uhr

Nach Brandt nun Kraft: Mehr Demokratie wagen (mit den bekannten Folgen für die “Anderen”).

15) W.Herrmann, Montag, 14. Mai 2012, 00:57 Uhr

@ #3)G.F.Kelling

D’accord, Schulden sind einem zinsbasiertem Geldsystem inherent, d.h. nach einer gewissen Zeit ist ein Reset notwendig…unter Vernichtung von realem und virtuellem Kapital. Die Wohlhabenden leiden am Wenigstens darunter, haben Sie doch auch genügend Sachwerte kumuliert um einen Neustart gut zu bestehen, es trifft dann also überwiegend Unter- und Mittelschicht.

Insofern ist es sinnvoll die Schulden nicht voll zu begleichen (Griechenland) sondern den Gläubigern aufzubürden, haben sie doch trefflich von den Schuldzinsen profitiert. Leider verhindert die Bank-Lobby bisher erfolgreich entsprechende Schritte.

Leider hatten die Banken, Fonds etc. in den letzten zwei Jahren, dank der Politik, genügend Zeit ihre schlechten Anlagen umzuschichten…es landet also hauptsächlich beim gemeinen Steuerzahler.

Das nur ein rigoroser Sparkurs nicht zum Erfolg führt zeigen die Beispiele Griechenland und Spanien.

Die rot-grüne Politik in NRW ist daher durchaus sinnvoll…das ewige Geschwurbel von Sparen und Schuldenpolitik ist wirklich grauenhaft und bar jedes ökonomisch-wirtschaftlichen Sachverstands…..es sei denn man ist Banker….

Gruß Wolfgang

16) Minassian, Montag, 14. Mai 2012, 02:35 Uhr

Etwas voreilig, aber nicht abwegig. Gabriel (Dampfplauderer), Steinbrück (völlig humorlos und kein Wahlkämpfer) oder Steinmeier (farbloser Apparatschik) haben nicht die Strahlkraft, Merkel zu stürzen.
Kraft gegen Merkel – zwei Frauen gegeneinander, durchaus pikant. Die Welt ändert sich – ein schwarzer Präsident in den USA, zwei Politclowns (Berlusconi und Sarkozy) werden abgewählt bzw. gestürzt. Ein russischer Präsident wird offen attackiert, eine korrupte ukrainische Milliardärin wird plötzlich zum bedauerten Opfer…. Das wird noch spannend in den nächsten Jahren !

17) Dieter Carstensen, Montag, 14. Mai 2012, 02:59 Uhr

Lieber Michael Spreng,

für mich wäre das ein Albtraum, wenn bei der nächsten Bundestagswahl “Mutti” Angela und “Mutti” Hannelore als Kanzlerinnenkandidatinnen gegeneinander antreten.

Nennen wir uns dann in “Muttirepublik Deutschland” um?

M.f.G.

18) Dieter Carstensen, Montag, 14. Mai 2012, 05:40 Uhr

Lieber Michael Spreng,

aus meiner Sicht war die NRW-Wahl eine schallende Ohrfeige für unsere Demokratie

Wie bei jeder Wahl beginnen nun alle Parteien, welche Stimmen dazu gewonnen haben, zu jubeln. Die Linke West ist gescheitert, von diesem Schlag wird sie sich nicht mehr erholen können. Bedauerlich, da wir eine linke, soziale Kraft gebraucht hätten, aber wenn man es so vermasselt ist man selber schuld. Aber: Die Nichtwählerschaft!

Die allergrösste Fraktion in NRW, wie auch in Schleswig-Holstein war wieder einmal die Nichtwählerschaft. Über 40 Prozent der Wahlberechtigten haben an einer Wahl, welche im Vorfeld von ALLEN Parteien im bevölkerungsreichsten Bundesland der BRD zu “Schicksalswahl” erklärt worden war, nicht teilgenommen.

Exakt 40,4 % der Bevölkerung war es scheinbar vollkommen egal, was “die da oben machen”. Das ist alarmierend!

Die genauen Zahlen finden sich bei der ARD Tagesschau, siehe hier:

http://wahlarchiv.tagesschau.de/wahlen/2012-05-13-LT-DE-NW/index.shtml

Wenn man das Wahlergebnis einmal an der Gesamtwahlbevölkerung von 13,2 Millionen Stimmberechtigten in NRW berechnet, kommt man zu dem Ergebnis, dass nur 23,3 % aller Wahlberechtigten die SPD, 15,6 % die CDU, 6,7 % die Grünen, 4,6% die Piraten und nur 1.49 % Die Linke wählten.

Ist leicht auszurechnen, man ziehe einfach von den 100 % der Wahlberechtigten den exakten Nichtwählerschaftprozentsatz in Höhe von 40,4 % ab, nehme dann das entgültige Wahlergebnis der jeweiligen Partei, teile es duch 100 und multipliziere es dann mit 59,6, also dem Anteil aller, welche an der Wahl teilgenommen haben.

Und dann kommt die wahre Realität des Wahlergebnisses zu Tage und sie ist ein SCHALLENDE OHRFEIGE für alle Parteien und für unsere Demokratie!

Richtig gerechnet hat die neue rot/grüne NRW Landesregierung somit gerade einmal 27,9 % aller in NRW wahlberechtigten Menschen hinter sich.

Eine Partei, egal welche, die da noch von irgendwelchen Erfolgen quasselt, hat wohl irgendwas nicht mitbekommen. KEINER Partei ist es gelungen, massiv neue eigene Wähler aus dem Berecih der Nichtwählerschaft zu mobilisieren.

2010 betrug der Anteil der Nichtwähler in NRW 40,7 %, 2012 40,4 %. Immerhin: Den Parteien ist es gelungen, den Anteil der Nichtwähler um 0,3 % zu verringern. Und das bei einer “Schicksalswahl” … Welch ein Erfolg!

Eine vernünftige Wahlananlyse wird immer auch die Nichtwählerschaft berücksichtigen müssen, sonst ist sie nur Blendwerk.

Nehmen wir z.B. mal Die Linke:

Sie war ja angetreten, um die sozial in diesem entrechteten und enttäuschten Menschen zu vertreten. Da ca. 30 % der Menschen in diesem Lande mittlerweile unter der Armutsgrenze leben, also 30 % der Wahlbevölkerung, wäre das bei vernünftiger linker Politik für diese Menschen eigentlich ein Riesenwählerpotential gewesen.

Aber diese Menschen wurden nicht erreicht.

Das Projekt Die Linke West ist gescheitert, da beisst die Maus keinen Faden ab, selber schuld. Stattdessen konnte die FDP punkten, die Mövenpick und Hotelier Partei, sowie die Piratenpartei die der Sänger der “Toten Hosen” Campino in einem Interview letze Woche als “chaotisierte Form der FDP” bezeichnete.

Quelle: https://www.rp-online.de/politik/deutschland/campino-piraten-sind-chaotisierte-form-der-fdp-1.2816042

So sehe ich das auch.

Unterm Strich bleibt für mich als Ergebnis der NRW Wahl festzuhalten:

Ein paar Parteien haben “gewonnen”, aber unsere Demokratie insgesamt hat verloren. Das ist das tatsächliche, nüchtern betrachtete reale Ergebnis der Landtagswahl in NRW.

M.f.G.

19) Michael A. Nueckel, Montag, 14. Mai 2012, 06:30 Uhr

Ihre Einschätzung, es seien stabile Koalitionen außer der großen Koalition möglich, übersieht den Sonderfaktor NRW, wo die SPD immer noch traditionell sehr stark ist. Das können Sie auf den Bund nicht 1:1 übertragen. 2009 hat die SPD bei der BT-Wahl 23% geholt – wie soll das also gehen? Hierin erkenne ich eine Fehlinterpretation der NRW-Wahl.

Ich würde mir wünschen, Sie haben mit Ihrer KK-Vorhersage Unrecht. Dem Lande NRW täte ein höheres Maß an Kontinuität gut, nach Rau (1978-98) waren Clement (4 J.), Steinbrück (3 J.), Rüttgers (5 J.) als MP jeweils nur kurze Zeit im Amt. Und wo wäre ein geeigneter Kraft-Nachfolger? Frau Kraft hat eventuell die verlängerte Probezeit bestanden, das befähigt noch lange nicht für eine Beförderung (in Richtung Bund). Sie täte sich damit auch keinen Gefallen.

Daher möchte ich den Wahlsieg nicht überbewerten. Obgleich dieser Minderheitsregierung seit 2010 ein vorzeitiges Ende gewiß war, hat es zu einem Zeitpunkt geknallt, auf den die CDU denkbar schlecht vorbereitet war. Für mich gibt es weniger einen Sieger, als denn den Verlierer schlechthin. Es ist mehr als nur Röttgen, die gesamte CDU, egal ob Bund oder Land, hat dieses NRW-Desaster zu verantworten. Man hat die Chance ab Mai 2010 verpaßt, auf den Tag X hinzuarbeiten und programmatisch und personalpolitisch gut aufgestellt zu sein. Aus einer (vorhersehbaren) Neuwahl mit Ankündigung wurde für die CDU ein Überraschungsspiel. Man hat sich als Schlafmützenverein disqualifiziert. Die Auswirkungen, binnen von 7 Jahren fast 20%-Punkte zu verlieren, muß die CDU in NRW erst einmal verkraften. Und die Bundes-CDU darf sich von diesem Virus nicht anstecken lassen. Diese Wahl muß daher als deutliche Mahnung an Frau Merkel mit Blick auf die Bundestagswahl 2013 gelten. Warum soll Röttgen sein Amt im Bund verlieren? Unterstellt, er ist ab sofort handzahm, dann würde das Angela Merkel nur gefallen. Noch einer weniger.

Wen interessiert Rösler? Und das am Wahlabend oder Tag danach? Warum mobben? Ein schwacher Vorsitzender hat in einem föderalen System mit Blick auf starke Landesverbände so seine Vorteile. Vorausgesetzt, er schaut nicht in den Spiegel und kann die Schmerzen aushalten. Er wird wissen, das er hier durch muß, andernfalls geht er als erfolgloser Parteivorsitzender mit nur kurzer Amtszeit in die Geschichtsbücher ein. Will er das?

Interessanter ist das versteckte (Wähler-) Potenzial der FDP. Sie kann zur Wahl die Masse X aktivieren. Die FDP gehört zur parteipolitischen Grundausstattung dieses Landes mehr denn je. Man will diese Partei nicht untergehen lassen. Das Stahlbad der Erfahrungen 2009/2010-2012 wird die Partei immunisieren. Es gibt daher keine liberale Kernschmelze. Ganz im Gegenteil.

Die CDU schwächelt und schmilzt … und das ohne verbindliche Aussicht auf einen regierungsbildenden Koalitionspartner. Ich sehe aktuell eher ein wenig schwarz gerade für die CDU.

20) Erwin Gabriel, Montag, 14. Mai 2012, 07:45 Uhr

18) Dieter Carstensen, Montag, 14. Mai 2012, 05:40 Uhr

Exakt 40,4 % der Bevölkerung war es scheinbar vollkommen egal, was “die da oben machen”. Das ist alarmierend!
___________________________

Es ist den 40,4 Prozent nicht nicht egal, was die da oben machen. Aber da in den Parlamenten nicht von Sachfrage zu Sachfrage entschieden wird, sondern nach Parteizugehörigkeit, macht es für die meisten von Ihnen keinen Unterschied.

Die menschen sind nicht Politik- sondern Partei-Verdrossen.

21) Erika, Montag, 14. Mai 2012, 08:53 Uhr

@19 Michael A Nueckel

“2009 hat die SPD bei der BT-Wahl 23% geholt – wie soll das also gehen?”

Die Wahl 2009 ging meiner Meinung nach so aus, wie sie ausging, weil

- die SPD keine Machtperspektive hatte, wenn man SPD wählte, konnte man im besten Fall eine große Koaltion gewinnen, die keiner mehr wollte und Merkel hatte eine “Pause” bei den Reformen eingelegt,

hinzu kam die Presse. Ich behaupte, die einseitige Hetze gegen Ulla Schmidt (Diebstahl des Dienstwagens) hat die SPD bei der Wahl einige Prozente (Wahl der CDU, Linke, Nichtwähler) gekostet.

Gleichzeitig wurde Frau Merkel von Anfang an “schön” geschrieben. Das begann mit dem Duell Schröder : Merkel. Bereits da versuchten Journalisten sie als “Siegerin” durchzusetzen mit dem Argument: “Besser als gedacht.”
Schröders Auftritt am Wahlabend 2005 war für Merkel überaus hilfreich.
Als Schröder nach Abwahl zum Aufsichtsrat der Pipeline-Firma (51%Gazprom) wechselte, habe ich nach 18 vernichtenden Artikeln allein in meiner Tageszeitung, aufgehört diese Artikel zu zählen. (nur zur Erinnerung: Koch wechselte aus dem MP-Amt zu Bilfinger und Berger – Flughafenbau in den aktiven Vorstand – wenig bis mäßige Aufregung).
Dann kam der EU-Finanzgipfel 2005 in Brüssel. Schröder hatte die Finanzierung der EU von 2007 -2013 blockiert. Jetzt kam Merkel winkte in Europa die Planung durch mit einigen weiteren Zugeständnissen. Meine Tageszeitung titelte: “Triumph der Kanzlerin auf EU-Gipfel” und mit ihr die gesamte Medienlandschaft. MISS EUROPA Einige Tage später konnte man in der FAZ lesen: “Andere Regierungschefs hingegen haben für ihre Länder besser verhandelt.” Aber da war das Meinungsbild in Deutschland schon gesetzt.

Ob die Menschen in Deutschland weiter dieser Propaganda glauben (diese wird ja permanent fortgesetzt – z.B. verliert die CDU dauernd Wahlen – aber die CDU-Vorsitzende hat mit diesen Wahlverlusten immer nichts zu tun) das wird die eine Frage.

Und natürlich wie positiionieren sich die anderen Parteien. Gelingt der Linken ein Comeback? Mit wem tritt die FDP an? Wie entwickeln sich bis dahin die Piraten und nicht zu vergessen, wie kommt die SPD zu ihrem Kanzlerkandidaten.

Und über all diesem schwebt Europa.

Wahrlich spannende Zeiten!

22) Doktor Hong, Montag, 14. Mai 2012, 09:16 Uhr

@ 3) G.F. Kelling

Nun wissen wir seit Thomas Münzer und der Einführung der Buchführung, das links und rechts in der Bilanz ausgeglichen sind. Das heisst, die Schulden stehen bei irgendwem auf dem Konto vor dem Komma.

Naja, ganz so einfach ist es dann doch nicht. Im wirklichen Leben vergeht nämlich Zeit, und Forderungen werden fällig gestellt. Wenn der Schuldner nicht zahlen kann, werden die Forderungen faul. Dann kann aber u.U. der Gläubiger seine Verbindlichkeiten nicht bedienen und wird selber insolvent. Fragen Sie mal Lehman Brothers oder die Barings Bank.

Oder fragen Sie den Handwerkermeister, der ausstehende Forderungen hat, die aber nicht einzubringen sind. Er geht dann auch pleite.

Dass in den Büchern die Bilanzen sich ausgleichen, sagt überhaupt nichts.

Es stimmt auch nicht, dass die Zinsen nicht mitgeschöpft werden. In dem Augenblick, wo man Zinsen mit neuen Krediten bezahlt, schöpft man alte Zinsen zu Geld.

Der von Ihnen erwähnte exponentielle Mechanismus greift mithin nur, wenn Zinsen mit Krediten bezahlt werden. Dann schlägt der Zinseszinseffekt voll zu. Es liegt also mitnichten eine “zwangsläufige” Dynamik vor.

Gegen Verschuldung ist per se nichts zu sagen, solange man Zinsen nicht mit neuen Krediten bezahlt. Schließlich kauft man mit Verschuldung Zeit, Zeit, in der sich die Umstände erholen können.

23) A.R., Montag, 14. Mai 2012, 09:28 Uhr

Man könnte auch schreiben, dass Röttgen bzw. die CDU-NRW nicht aus den Fehlern gelernt hat, die die schleswig-holsteinische CDU bzw. deren damaliger Kandidat Volker Rühe 2000 gemacht haben.

Auch Volker Rühe war ein Bundes- und kein Landespolitiker. Übrigens kommt es niemals beim Bürger gut an, wenn ein Spitzenkandidat von vornherein die Rolle als Oppositionspolitiker ausschließt und stattdessen die Rückfahrkarte für Berlin in der Tasche hat. Das musste Rühe damals lernen und auch Röttgen hat diese Erfahrung machen müssen.

Im Gegensatz zu Rühe muss sich Röttgen jedoch die Frage stelle, ob es für ihn in Berlin, nach diesem politischen Fiasko, überhaupt noch eine Zukunft gibt…

24) Doktor Hong, Montag, 14. Mai 2012, 09:29 Uhr

Was den Erfolg der Piraten angeht: Viele Menschen sind frustriert über die etablierten Parteien und seufzen: “Was soll man denn wählen?”

Nazis wollen sie nicht wählen, ehemalige Kommunisten auch nicht.

Mit den Piraten haben sie endlich eine Alternative. Endlich eine Möglichkeit, die etablierten Parteien abzustrafen, ohne Extremisten ins Parlament zu hieven.

Dieses ganze Gelaber der Etablierten über Urheberrechte und Internet geht am Kern vorbei. Um es salopp zu formulieren: Ihr geht den Wählern mit Eurem Gemauschel auf den Sack!

25) Gregor Keuschnig, Montag, 14. Mai 2012, 09:37 Uhr

Möge einem doch wenigstens Frau Kraft im Bund erspart bleiben. Allerdings: Schulden machen ist nach wie vor sexy, weil dann der Apparat so weiterlaufen kann. Das ist übrigens nicht nur eine Domäne der SPD.

26) Claus Drullmann, Montag, 14. Mai 2012, 10:02 Uhr

Warum bloß sind Schulden, Fiskalpakt, Sparen usw. DAS Thema?

Seit Jahrzehnten sparen doch alle Regierungen wie verrückt – an der Neuverschuldung.

Es ist, wie beim Teppichhändler, nur umgekehrt. Der sagt “eigentlich hat dieser Teppich ja früher vieeel mehr gekostet. Jetzt kannst Du ihn aber mit 70% Rabatt haben.”

Solange die Mehrheit der Wähler SPD, Grüne, CDU/CSU und FDP wählen WIRD SICH REIN GARNICHTS ÄNDERN. Die sind die Profiteure der Lobbykratie. Wir erinnern uns: “Du brauchst sie nicht überzeugen. Sie zu kaufen reicht vollkommen”.

Und so wird auch das Dumme Volk gekauft. Z.B. mit ein paar Cent mehr bei der Pendlerpauschale. Noch billiger geht es natürlich mit ein paar fotogenen Hackkressen. Ich gehe JEDE WETTE ein. So etwas wird direkt vor den Bundestagswahlen kommen. Und danach wird’s aus der anderen Tasche wieder rausgeholt. Mit Zinsen. Keine Regierung hat was zu verschenken, außer an…

Dabei ist Geld mehr als genug da. Es braucht nicht gespart werden. A) Besser Verdienende müssten bloß prozentual vom Einkommen genauso viel Steuern zahlen, wie jeder “einfache” Angestellte und Arbeiter. B) Kontraproduktive Subventionen und Steiervergünstigungen wie für Massentierhaltung, konventionelle Landwirtschaft, Flutlichtanlagen für jeden Sportverein usw. usf. nur um 1/3 streichen ohne Ersatz.

Und, was kostet uns noch einmal der “Einsatz” der Bundeswehr in Afganistan pro Kalendertag? Alleine das wäre ein riesiges Konjunkturprogramm.

27) C. Setzer, Montag, 14. Mai 2012, 10:12 Uhr

Die Wähler von Frau Kraft und ihren Mitstreitern haben sie nicht gewählt, weil ihnen die Schuldenbelastung ihrer Kinder und Enkel egal sind. Den meisten ist sicher klar, dass Investitionen in Bildung eine Schlüsselfunktion bei der Frage, wie unsere Zukunft aussieht, zukommt.

28) Horst Klohocker, Montag, 14. Mai 2012, 11:04 Uhr

„Sie sind ein freier Bürger in einem freien Land!“ ist ein Satz, welcher gerne von einigen meiner Universitätsprofessoren verwendet wurde. Freiheit, für welche unsere Ur-Großeltern teilweise mit Blut bezahlten und den Kaiser zum Teufel jagten wurde 1918 erkämpft. Die Wahlfreiheit und Demokratie war geboren – das Volk regierte und nicht mehr eine Person.

Zwei Dinge kann ich daher nicht verstehen. Zum einen werden Köpfe gewählt und nicht Inhalte! Jüngstes Beispiel war und ist Frau Kraft in NRW. Zum Anderen scheint es zwei von fünf dieser mündigen Bürger völlig egal zu sein, wie und von wem sie regiert werden. Eine Wahlbeteiligung von 60 % spricht Bände.

Was ist also los mit Deutschland und seiner Demokratie? Gut die Demokratie ist in Deutschland nicht gewachsen, sondern wurde nach dem verlorenen 2. Weltkrieg implementiert. Aber sollten wir nicht trotzdem inzwischen soviel Demokraten sein, dass wir zur Wahl gehen und Inhalte statt Personen wählen. Vielleicht sollte darüber nachgedacht werden, die Wahlpflicht einzuführen. Griechenland, die Wiege der Demokratie hat schließlich auch die Wahlpflicht und fährt sehr gut damit!

29) StefanP, Montag, 14. Mai 2012, 11:35 Uhr

@9) Dirk

Das Vererben von Schulden bedeutet – hier kommt das Plus in der Bilanz – auch das Vererben der Forderungen. (..) Volkswirtschaftlich kann ich kein Geld irgendwelcher zukünftiger Generationen ausgeben.

Ach ja, tatsächlich? Sie vergessen, dass auch Forderungen volatil sind. Frankreich hat eine weit höhere Auslandsverschuldung als Deutschland, entweder die Franzosen zahlen in 10, 20 Jahren die Schuldscheine an amerikanische Investoren, oder sie melden Staatspleite an. Und diese Schulden werden aus den Steuereinnahmen des französischen Staates im Jahre 2032 beglichen. Linke machen nunmal den grundsätzlichen Fehler, dass sie im Denken der Nationalökonomie verhaftet sind. Es gibt aber keine geschlossenen Nationalökonomien mehr.

@15) W.Herrmann

Schulden sind einem zinsbasiertem Geldsystem inherent, d.h. nach einer gewissen Zeit ist ein Reset notwendig…unter Vernichtung von realem und virtuellem Kapital. Die Wohlhabenden leiden am Wenigstens darunter, haben Sie doch auch genügend Sachwerte kumuliert um einen Neustart gut zu bestehen, es trifft dann also überwiegend Unter- und Mittelschicht.

Insofern ist es sinnvoll die Schulden nicht voll zu begleichen (Griechenland) sondern den Gläubigern aufzubürden, haben sie doch trefflich von den Schuldzinsen profitiert.

Ihre Argumentation ist da reichlich verworren. Wenn Sie meinen, in regelmäßigen Abständen sei ein “Reset” von Forderungen und Verbindlichkeiten notwendig, so werden das zukünftige Geldgeber entsprechend einpreisen. Also: muss ich als Anleihen-Käufer mit einer Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent einen Zahlungsausfall (“Reset”) befürchten, so würde ich einen Zinssatz von 20% plus Kosten des Kapitals (5-10 Prozent) fordern. Tatsächlich meinen Sie etwas anderes: der Staat möge doch bitte seine Gläubiger – böse Vermögende – “clever” austricksen. In der Geschichte waren immer Private cleverer.

Wenn Schulden auf der anderen Seite Forderungen begründen, so sind auch die Guthaben lediglich Zahlungsversprechen. Deren Wert richtet sich nach der Bonität des Schuldners, nichts anderes. Forderungen können nur in andere Sachwerte umgewandet werden, in dem sie veräußert werden. Dann hat aber jemand anders den Schuldschein und keinen Sachwert. Das Streichen von Schulden trifft also immer denjenigen, der vertraut hat – nicht gerade eine humane Einstellung, die Sie da haben.

30) horst scharnhorst, Montag, 14. Mai 2012, 13:09 Uhr

Das Volk will Spaß haben im Wahlkampf. Will wilde Tiere, Skandale, Bier. Das Volk will Geschenke: wir senken die Steuern, wir garantieren mehr Einkommen, Sicherheit, Zukunft. Doch aber nicht Sparen.
Dann will das Volk kämpfende Politiker: Blood, sweat and tears. Das war schon immer so!
Yes, we can. Das Volk will Volksmusik: die Räuber, Höher, Remmidemmi.

Aber doch nicht sparen. Haushaltskonsolidierung und Frank Sinatra. Was für ein Quatsch.

31) W. Zimmer, Montag, 14. Mai 2012, 13:34 Uhr

Hallo Herr Spreng,
Sie schreiben in Ihrer Analyse unter anderem….

“Sie wird die Lehre daraus ziehen, noch mehr für ihre soziale Kompetenz zu tun – ein Problem für die schwarz-gelbe Koalition.”

Sie – damit ist Angela Merkel gemeint – verfügt nicht über die notwendige Empathie, um noch mehr soziale Kompetenz zu erlangen. Sie ist eine kühle-fast schon unterkühlte – Machtpolitikerin, die alles ihrem Machtanspruch unterordnet, sogar das Wohlergehen aller Deutschen. Ihr wird es eines Tages so ergehen wie jetzt Norbert Röttgen.

32) Meyer, Montag, 14. Mai 2012, 15:17 Uhr

Ich hab zwar die Piraten gewählt, aber SPD und Grüne jetzt nur noch auf das Schuldenmachen reduzieren? Die CDU steht dem ja in nichts nach, haben in NRW aus einen ausgeglichenen Haushalt einen Schuldenhaushalt der SPD vor 2 Jahren hinterlassen. Und auf Bundesebene höre ich von der CDU eher neue Schulden machen als diese abzubauen. Ich bin zufrieden, die Piraten haben 6% zugelget und jeder weiß, auch mit Aktionen von Tatorautoren und Künstlern ist diese Partei nicht zu stoppen. Ich frage mich heute, wann unsere tollen Künstler endlich auch anfangen, den Mächtigen von CDU, SPD und FDP auf die Füße zu treten. Ich wette, diese Künstler werden den Schwa… einziehen. Deutscher Künstler maschieren doch nur noch im Gleichschritt mit den großen Parteien, schade, das sagt schon alles über die da Oben aus. PS: Wenn die Grünen beim Euro ehrlicher und härter werden würden, würde ich die wieder wählen, mich stört nur das Eurothema!

33) wschira, Montag, 14. Mai 2012, 16:08 Uhr

@ 19) Michael A. Nueckel

Sie schreiben: “Die FDP gehört zur parteipolitischen Grundausstattung dieses Landes mehr denn je.” Dem kann ich nicht zustimmen. Zur parteipolitischen Grundausstattung gehört eine liberale Partei. Die gegenwärtige FDP ist keine liberale Partei. Sie ist eine neoliberale bzw marktradikale Klientel- und Abzockerpartei.
Sie schreiben: “Man will diese Partei nicht untergehen lassen.” Wer ist “man”? Wer will diese Partei nicht untergehen lassen? Sie bestätigen durch diese Aussage die These, dass interessierte Kreise (wer sind die wohl?) eine Medienkampagne zur Unterstützung der FDP gefahren haben. Die FDP -Stand heute- hat sich ja um keinen Deut gegenüber der FDP mit Umfragewerten von 2% von vor 6 Wochen geändert. Bitte nicht solche Jünger-Vokabeln wie Stahlbad verwenden. Und ob es eine liberale Kernschmelze gibt oder nicht, bleibt abzuwarten. Der nächste Fettopf wartet schon :-)

34) CitizenK, Montag, 14. Mai 2012, 18:05 Uhr

Nervig, diese ewige K-Fragerei schon am Wahlabend in einem Bundesland.

Haben Journalisten sonst nichts im Kopf?

35) Beate, Montag, 14. Mai 2012, 19:22 Uhr

“Für die meisten Wähler gilt: Lieber die Kinder und Enkel belasten als selbst schmerzhafte Einschnitte erdulden.!”

Analysieren wir den Satz mit dem gesunden Menschenverstand.

Zunächst eine Definition:

Wohlstand ist die Summe aller Waren und Dienstleistungen die in einer Periode hergestellt wurden.

Waren und Dienstleistungen die in dieser Periode nicht hergestellt wurden, sind in der nächsten Periode nicht NACHHOLBAR, sondern unwiederbringlich verloren.

Die jetzige Generation kann also die Enkelgeneration nur in dem Sinn belasten, dass sie ihr zu wenig Ressourcen, (verfügbare Rohstoffe), eine kaputte Umwelt, eine marode Infrastruktur, eine unausgebildete Jugend, … hinterläßt.

Um zu Sparen müssen sie wenn sie mehr produzieren als sie verbrauchen also zwingend jemanden finden der JETZT mehr verbraucht als er produziert.

Finden sie niemanden , dann landet allerdings ihr Sparversuch auf der Müllkippe.
Und belastet zukünftige Generationen.

Gesamtwirtschaftlich ist also sparen gar nicht möglich.

Jetzt behaupten manche wir sollten weniger konsumieren dafür mehr investieren.

Wissen Sie welche Konsumgüter dereinst ihre Enkelkinder in ihrem Alter präferieren werden?

Wenn Sie allerdings in Sorge sind über die Verteilung der Einkommen, dann reden sie nicht vom sparen.

Welche Folgen fehlgeschlagene Sparversuche haben zeigt dieser Artikel über fleissige Menschen:

http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/2012/05/13/die-kosten-des-sparens.aspx

Noch ein Wort zum Aussenbeitrag.

Aussenbeitrag = Exporte – Importe.

Dieser erhöht per Definition das Bruttoinlandsprodukt.

Senkt aber unseren Wohlstand, denn wir konsumieren weniger als wir produzieren.

Warum hat dereinst die SPD auf einem aussenwirtschaftlichen Gleichgewicht bestanden?

Also Exporte – Importe = 0.

Weil die kleinen Leute dann darben müssen, damit wenige Vermögenswerte im Ausland erwerben können.

Was passiert eigentlich wenn der Aussenbeitrag also das BIP sinkt.

Wie müssen die EInkommen verteilt werden , damit die Importe steigen und so kein Wohlstandsverlust für die kleinen Leute entsteht?

36) Brigitte Kaspereit-Ullmann, Montag, 14. Mai 2012, 19:50 Uhr

lesenswerter Artikel und lesenswerte Kommentare, bis auf Kommentar Nr. 18! Mal wieder ermüdend viele Worte ohne nennenswerten Sinn. Wäre es nicht von Vorteil, wenn Kommentare hier kurz gehalten und der Kommentarbereich nicht von Dauerschreibern zugespammt würde? Das macht es uns hier alle leichter und spannender! Dafür würd ich Ihnen danken, Herr Spreng.

37) Hutchinson, Montag, 14. Mai 2012, 21:01 Uhr

Neulich wurde Kubicki bei MY als “…die neue FDP- Lichtgestalt ” in der Runde angekündigt.
Ist die Frau Kraft jetzt auch die “….neue Lichtgestalt der SPD?” Gut wärs, denn wen sollte man von den 3 Männern der Partei zur Kandidatur auswählen ?

Steinmeier, der gut mit überteuerten Vorlesungen schon vorgesort hat und bei
der Initiative “Abgeordnetenwatch” bereits ganz weit oben auf einer schwarzen Liste steht ?

oder vielleicht Steinmeier, auch wenn ausgezeichneter Diplomat den Charisma eines Kanzlers nicht
besitzt und dies nie tun wird ?

oder den Sigmar Gabriel, der heute den Pokalsieg bei Borussia feiert und morgen gemütlich und feuchtfröhlich bei Arena auf Schalke sitzt ?
Nee….

Die Kraft soll der Ära Merkel ein Ende setzen.

38) Anonym, Dienstag, 15. Mai 2012, 06:05 Uhr

So besonders ist das Ergebnis eigentlich nicht. Natürlich kann in einem Parlament aus 5 Parteien, in dem die Piraten an die Stelle der Linken treten, weiterhin stabil regiert werden.

Was verheerend ist, ist, dass außer der FDP keine Partei sich offenbar ernsthaft dafür einsetzt, den Haushalt von NRW in den Griff zu kriegen. Da ist es auch egal, ob NRW derzeit Geber- oder Nehmerland im Länderfinanzausgleich ist; so oder so haben wir derzeit die schlechteste Sparbilanz unter den Ländern und das trotz Schuldenbremse. und wenn dann auch noch die hierfür maßgeblich verantwortliche Regierung mit einer satten Mehrheit belohnt wird, gestützt in erster Linie auf Linkspopulismus und einen sehr schwachen Gegner, dann ist das in der Tat äußerst gefährlich.

Trotzdem: Glückwunsch an Frau Kraft und Rot-Grün; hoffentlich werden sie bald in die Realpolitik zurückkehren und endlich mit der Konsolidierung anfangen.

39) Alexis, Dienstag, 15. Mai 2012, 08:59 Uhr

“Nichtsdestotrotz: Der Sieg von Hannelore Kraft ist so gewaltig, dass sie ab sofort als Favoritin in den Kreis der Kanzlerkandidaten aufgestiegen ist. Guten Abend, Frau Kanzlerkandidatin.”

Dann kann man nur sagen: Gute Nacht, Deutschland. Frau Kraft hat durchaus respektabel gekämpft und den Sieg auch verdient. Aber sie nun zur Gegen-Mutti von Frau Merkel hochzuschreiben, mag zwar journalistisch witzig sein, geht an der Sache aber vorbei. Mit einem “Lebensgefühl”-Wahlkampf (Gabriel) kann man NRW gewinnen, für ganz Deutschland reicht das niemals. Die Probleme sind im Bund von ganz anderem Kaliber. Frau Kraft muss jetzt erst mal beweisen, ob und wie sie die Schuldenbremse ernst nehmen will. Sorry, aber Frau Merkel – egal wie man zu ihr steht – ist aus ganz anderem Holz geschnitzt als die beliebte und nette NRW-Mama.

40) StefanP, Dienstag, 15. Mai 2012, 11:13 Uhr

Der gegenwärtige Trend ist europaweit eher uneinheitlich. In Frankreich hat zwar Hollande als zweiter Sozialist den Einzug in den Elysee-Palast geschafft, allerdings gegen einen enorm unpopulären Amtsinhaber. Spanien dagegen fiel an die Konservativen, die Niederlande sind zerstritten und unklar, Italien schwer zu prognostizieren. Unsichere Zeiten, auch für Parteien.

Klar dagegen scheint, dass der Typus des Polit-Managers einstweilen ausgedient hat. Die letzten Wahlen gingen allesamt an Kandidaten, die “menscheln”, Nestwärme und Verständnis gegen die Zeitläufe vermitteln. Kein Wunder, die Wählerschaft wird immer älter, Veränderungen wenig gefragt. Auf diese Linie hat sich auch Christian Lindner eingeschworen. Dezidiert betont er seine Seriösität und den Willen zu einer neuen politischen Kultur – am Besten zu einer die ohne nennenswerten Streit auskommt. Das gefällt vielen bürgerlich-liberalen Wählern, doch Demokratie bedeutet gerade auch Streit und Kampf um die besten Lösungen.

Spätestens seit gestern ist Philipp Rösler der Vorsitzender von der traurigen Gestalt. Weder strahlt er Kampfesmut noch den Habitus eines gestandenen Führers aus, seine Ablösung daher bei dieser streitbaren Partei nur eine Frage der Zeit.

Das ZDF-Politbarometer misst die Sonntagsfrage in einem Mix aus grundsätzlichen Überzeugungen und Stimmungen der Wähler. Bei den meisten Analyse wird jedoch der Stimmungsaspekt überbetont. Das Feld der Protestwähler liegt irgendwo bei 5-8 Prozent, dabei entscheidet dieser Wählertypus weit stärker nach Mode und Impuls. So stürzt die Linkspartei nach und nach ab und steigen die Piraten auf. Es bleibt jedoch unklar, wie die Piraten die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen wollen. Apropos: welche Erwartungen? Das Wesen von politischem Protest ist, dass er fast immer diffus bleibt, man projiziert einfach Erwartungen in etwas. Die Enttäuschung ist dann fast zwangsläufig. In Griechenland z.B. will die überwiegende Mehrheit der Hellenen im Euro bleiben, allerdings auch nicht mehr unter dem Finanzregime der Staatengemeinschaft bleiben. Es scheint den Erfindern der Demokratie nicht erklärbar, dass beides zusammen nicht geht.

Die Wahlsiegerin: sie verspricht den Wählern ein “Weiter so!”. Schulden sind gut, solange sie für etwas Sinnvolles ausgegeben werden, also einen Schnellen Brüter, .. – sorry, ich habe mich im Jahrzehnt vertan. Also, wenn wir in Bildung, äh, in Bildung, äh, in Bildung investieren, dann sind Schulden gut, weil dann schlüpfen ganz viele Kinder, die wiederum hohe Steuern bezahlen und so weiter. Die Linken lachen gerne über die Laffer-Kurve eines ehemaligen Beraters von Ronald Reagan. Sie haben ihre eigene Laffer-Kurve.

Tatsächlich hat dieses Konzept des Verschuldens um zu investieren in der demokratisch geprägten Politik noch nie funktioniert. Und auch Frau Kraft wird längst ihre Pension genießen, wenn eines Tages sich ihre Investitionen amortisieren sollten. Wahrscheinlich eher nicht. Ausgerechnet NRW hat, wie der Spiegel diese Woche enthüllt, einen hohen Anteil an Schulabbrechern und damit korrelierend viele Menschen ohne Job. In Hessen, Bayern und Baden-Württemberg sieht das anders aus. Pro Kopf haben diese Länder auch nicht mehr Steuern zur Verfügung, aber sie machen mehr aus dem Geld. Die angeblichen volkswirtschaftlichen Schäden zu verhindern ist daher eher eine Frage guter Politik als höherer Verschuldung – eine schallende Ohrfeige für ein Land, das die SPD wie kein anderes geprägt hat.

41) Black-Jack, Dienstag, 15. Mai 2012, 13:21 Uhr

Auch wenn man das Thema SPAREN nicht mehr hören kann; die Realität wird uns oder die Zukunft unserer Kinder (Jobperspektiven oder nur noch MacJobs, Aufstiegschanchen oder nur 2-Jahresverträgen, uvm.) nicht irgendwamm, sondern schon in den nächsten Jahren einholen.
Wenn allerdings SPAREN demnächst nur wie in Griechenland praktiziert wird (leider dann ohne Alternative ist), und so unmittelbar im hintergrund das geschäftliche Überleben (bzw. faktische Rückzahlungspflicht durch Steuerzahler mit Sicherung der exorbitanten Vorstandsgehälter und der Mitarbeiter in den Investmentabteilungen) der meisten der fast 30 weltweit größten Bankensichert, ist die Beerdigung der Demokratie als Staatsform vorgezeichnet (Profite privatisieren; Verluste sozialisieren!).
Allerdings auch, wenn Abgeordnete, von welcher Farbe auch immer, nur noch dem popolistischen Zeitgeist oder ihren spefifischen Wählerschichten hinterher laufen. SPAREN ja, aber keiner will diskutieren wo genau (dazu möglicherweise gesteigerte Staatseinnahmen direkt wieder an die eigenen Klientel verteilen) und wann konkret. Wenn immer mehr Abgeordnete (z.B. im neuen Landtag von NRW) von den erhöhten Diäten profitieren, allerdings überwiegend die parlamentarische Diskussion als Startbasis für die eigene Karriereentwicklung betrachtet; aber keine Themen wirklich mehr im sachlichen Diskurs abarbeitet; möchte ich mehr Volkplebiszite. Schlimmer kann es nicht mehr werden.
Die Piraten betrachte ich als direkte Konsequnz der Aussage; Wenn sich die Mehrheiten nicht angemessen auch um Minderheiten kümmern; suchen sich die Minderheiten neue Mehrheiten.
Je nach Grad der persönlichen Betroffenheit, ohne den gefühlten Eindruck von Fairnis und Gleichverteilung der Lasten, kommen danch nur noch politische Rattenfänger von ganz links oder rechts!!!

42) Günter Springer, Dienstag, 15. Mai 2012, 19:07 Uhr

@ 16) Minassian
Wenn Sie mal einen Dampfplauderer-rin hören wollen dann empfehle ich Ihnen den Dampf der Frau Merkel!

43) marcpool, Dienstag, 15. Mai 2012, 19:17 Uhr

Bedauerlicherweise haben sich die Wähler nun nicht für N. Röttgen entschieden . Wir weinen eine Runde mit ihm mit ! Das mal wieder alles an Merkel abprallt – ” über mich wurde nicht entschieden ” – emört mich mal wieder ! SIE ist die Kanzlerin – das hier war eine Landtagswahl . Aber sie ist auch die Vorsitzende dieser CDU . Also ist dies auch eine Niederlage für Frau Merkel ! – Ihr “Rezept” sich die Themen der Sozialdemokraten und der Grünen weg zu schnappen – zeigt nur wie ideenlos die CDU ist. Noch weiter – die Mitglieder fühlen sich veralbert – schliesslich sind sie Jahrelang treppauf treppab , gegen die Kernkraft , gegen die Abschaffung der Wehrpflicht, und und und gelaufen . Weil es Madame gefällt – ändert sie ihre Richtung wie sie will. Das ist nicht glaubhaft – überzeugend ! Die Basis wird nach diesem NRW – Desaster aufmucken – mindestens hinter den Türen ! Ab jetzt ist sie im Hamsterrad die gute Frau M. Ich gönn es ihr wirklich ! Und die FDP ist ja nach Lindner SEINE FDP- nicht die aus Berlin ! Auch interressant – Brüderle hält weiter seine “Büttenreden” – wer hats gemacht – wir habens gemacht – unverständlich das diese Partei so viel Stimmen ergattern konnte . Auch das liegt an der CDU und Röttgen . Ich wünsche mir das Frau Kraft in D´dorf bleibt – denn sie hat Berlin nicht ” verdient ” ! Röttgen allerdings hat dies auch nicht mehr verdient – und wenn Merkel nicht ständig wieder an diesen “schlimmen Muttertag 2012 ” erinnert wird , dann sollte sie ihn entfernen . Auch wenn er bisher ” Muttis liebster ” war ! Kabinett umbilden – Schröder am besten auch gleich weg – und Shavan auch – denn die steht im Verdacht des ” Gutti” Plagiats !
Ja wir sollten sparen – am besten bei den Ministern die nix zustande bringen !

44) Peter Christian Nowak, Dienstag, 15. Mai 2012, 21:22 Uhr

@9) Dirk

Ich kenne das Mackenroth-Theorem eigentlich nur im Kontext soziale Absicherung im Alter, hat aber mit Ihrer Darstellung Parallelen mit dem genannten Theorem. Es lautet in etwa so: Wie auch immer wir die Finanzierung der Altersvorsorge gestalten – über Kapitaldeckung oder Umlageverfahren – immer muss die arbeitsfähige Generation die Rentner- und die Kinder-/Jugendlichen-Generation versorgen.
Was nicht bedeutet, dass die Rentenformel nicht nach der höheren Produktivität einer Volkswirtschaft angepasst werden muss. Meines Wissens nach ist die in den letzten 20 Jahren um schicke 23% gestiegen. Auch etwas, was die herrschende Klasse nicht kapiert, sonst würden sie nicht ständig von Rente mit 67 sprechen. Das nur nebenbei.
Sie haben schon Recht. wenn Sie das Mackenroth-Theorem auch im Zusammenhang der “Schuldenkrise ” hier anführen.

45) HJS, Mittwoch, 16. Mai 2012, 06:53 Uhr

Meistens bin ich mit Ihren Beiträgen sehr einverstanden, aber diesmal muß ich Ihnen einmal
Folgendes entgegenhalten: Ihr ständiger Ruf nach “Sparbeschlüssen” ist ja “schön und gut”,
aber wie wär’s denn wenn Sie sich zunächst einmal der massiven Steuerhinterziehungen
annehmen würden? Der Bundesrechnungshof und Dieter Ondrazek von der “Deutsche Steuer-gewerkschaft” schätzen sie auf ca. 70 Milliarden €/ Jahr. Da sollte man doch wohl zuerst ran,
bevor man den angeblich “ausufernden” Sozialstaat demontiert!
Zum Schluß noch ein ganz besonderes Bonbon: Unser Bundestag beschließt die Piraten vor
Somalia zu bekämpfen. Es geht um die “Pötte” von Reedern, die diese bereits seit Jahren zu
den Steueroasen “ausgeflaggt” haben um sich hierzulande ihrer Steuerpflicht zu entziehen,
ganz nebenbei damit auch unser Arbeits- und Sozialrecht aushebeln. Solche Leute bedürfen
“natürlich” der Hilfe unserer Marine- Soldaten, stets nach dem Motto: Für die Einen die Profite,
für die Anderen die Zinksärge!
hjsbi-nrw

46) Frank Reichelt, Mittwoch, 16. Mai 2012, 11:10 Uhr

@ m. spreng

“Ihr Versprechen, auf jeden Fall in NRW zu bleiben, sollte man nicht überbewerten. Die NRW-Wähler würden ihr eine Kanzlerkandidatur nicht übel nehmen. NRW-Stolz wäre dann wichtiger als das Versprechen. Dann würde in Anlehnung an die Wahlanzeige für Gerhard Schröder gelten: Eine Frau aus Nordrhein-Westfalen muss Kanzlerin werden”.

Was wissen sie als Hesse eigentlich vom NRW-Stolz?

NRW ist ein typisches Bindestrich-Bundesland ohne landsmannschaftliche Geschlossenheit. Was habe ich als fröhlicher Rheinländer z.b. mit einem knorrigen Westfalen gemeinsam? Die Antwort ist einfach, nicht das geringste!
Als Chefredakteur des Express haben sie doch sicher die kölsche Mentalität ein wenig studiert und kennengelernt. Glauben sie wirklich, einen Kölner interessiert was ein Dortmunder, Paderborner oder gar ein Düsseldorfer denkt? Haben die einen gemeinsamen NRW-Stolz? Ich glaube kaum.

Immer wenn ein Spitzenkandidat bei einer Landtagswahl ein sehr gutes Ergebnis erzielt, wird er von den Medien in einem pawlowschen Reflex zum Kanzlerkandidaten hochgejazzt. Frau Kraft wird in NRW bleiben und die Vizekanzlerschaft in einer großen Koalition unter Merkel einem der drei Herren überlassen!

47) StefanP, Mittwoch, 16. Mai 2012, 11:14 Uhr

@22) Doktor Hong

Gegen Verschuldung ist per se nichts zu sagen, solange man Zinsen nicht mit neuen Krediten bezahlt.

Ich kann an Schulden nichts Positives erkennen – und meinem Professor in Finanzwirtschaft, wissenschaftlicher Beirat beim Bundesfinanzministerium, konnte das schon vor 20 Jahren ebenfalls kaum. Schulden blockieren dauerhaft Finanzmittel für die Erfüllung staatshoheitlicher Aufgaben. Derzeit zahlt der Bund bei extrem niedrigen Zinsniveau 33 Mrd. EUR von 280 Mrd. EUR Gesamtausgaben an Anleihenbesitzer – und das sind meist mittlere bis hohe Einkommensbezieher. Diese bekommen im Falle Deutschlands eine extrem sichere Anlage für ihr Kapital. Und zusätzlich tritt der Staat als Konkurrent für Unternehmen am Anleihenmarkt auf und treibt die Zinsen für Risikokapital in die Höhe.

Was bitte ist daran positiv?

48) der Herr Karl, Mittwoch, 16. Mai 2012, 13:05 Uhr

@ 47) StefanP

Ich glaube nicht, dass es Ihr ehemaliger VWL-Professor schätzt, von Ihnen mit einem Link auf seinen Namen, samt Adresse und Telefonnummer, als Kronzeuge für Ihr Studium missbraucht zu werden. Ob er Ihre Aussage, an Schulden gäbe es nichts Positives, so pauschal unterstützen würde, wage ich auch zu bezweifeln. Fragen Sie doch einfach einmal einen Handwerker, ob er die notwendigen Maschinen und Fahrzeuge bei seinem Start in die Selbständigkeit alle bar bezahlt habe.
Lesen Sie doch die Nachdenkseiten etwas sorgfältiger und unvoreingenommener. Sie könnten Sie dort bezüglich Vor- und Nachteile von Schulden noch Einiges lernen.

49) Robson Bottle, Mittwoch, 16. Mai 2012, 13:23 Uhr

Lieber Herr Spreng, sie schreiben:
“Ihr (Hannelore Krafts) Versprechen, auf jeden Fall in NRW zu bleiben, sollte man nicht überbewerten.”
Dieses augenzwinkernde, Wahlbetrug und Lüge akzeptierende Politik- und Politiker-Verständnis ist übrigens genau der Grund, warum die Piraten solchen Zulauf haben!

50) Robson Bottle, Mittwoch, 16. Mai 2012, 13:36 Uhr

Schon interessant, dass Rot-Grün-Regierungen jetzt zum Synonym für “Staatsschulden machen” werden sollen. (Wahlkampf 2013 lässt grüßen!) Schaut mal nach, unter welchen Regierungen die größten Schuldensteigerungen erzeugt wurden und vergesst bitte dabei nicht die 16jährige schwarze (“blühende Landschaften”) Kohl-Kanzlerschaft!

51) Gregor Keuschnig, Mittwoch, 16. Mai 2012, 13:37 Uhr

@18/Dieter Carstensen
Es wäre schon einiges gewonnen, wenn nicht nach jeder Wahl irgendwelche Schlaumeier ausrechnen würden, wieviel denn tatsächlich Partei X oder Y gewählt haben. tatsächlich hat die Legitimation eines Wahlergebnisses rein gar nichts mit dessen Wahlbeteiligung zu tun. Nichtwähler kann man aus unterschiedlichsten Gründen sein: Man ist zeitlich verhindert; sieht in den bestehenden Alternativen zu wenig Auswahl; fühlt sich nicht angesprochen, ist unschlüssig oder ist – auch das soll es ja geben – mit jedem Ergebnis zufrieden. In jedem Fall war es möglich zur Wahl zu gehen. Aus dem Kontingent der Nichtwähler eine homogene Haltung, gar eine Ablehnung der Demokratie zu schließen, ist unsinnig.

Im übrigen ist mir jeder Wahlberechtigte, der zu hause geblieben ist, lieber als wenn er einer wie auch immer gearteten “Protestpartei” aus Frustration seine Stimme zu geben. Hohe Beteiligungen sind nicht per se besser. Wohin eine Wahlpflicht führt, mag man beispielsweise in Belgien sehen.

52) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 16. Mai 2012, 15:43 Uhr

@46)HJS
Die Schätzung des Bundesrechnungshofes ist eher zu niedrig. Aber insgesamt beschreibt er richtig die Situation.

Wer das Geld hat, hat die Macht. Steuerhinterziehung ist Ausdruck von Einfluss und Macht der Wirtschafts- und Reicheneliten auf die Entscheidungen der politischen Klasse. Auch sie profitiert vom Wohlwollen und dem Kniefall, die die Politik ihnen entgegenbringt. Denn irgendwann einmal scheiden Abgeordnete und Minister aus der Politik aus. Und da ist es gut, sich einem Netzwerk von einflussreichen Förderern aus der Wirtschaft sicher zu sein.
Seit Jahren wird zwar von braven Finanzbeamten, wie Herrn Ondraczek, gefordert, die Finanzämter besser auszustatten und die Steuerfahndung personell zu verstärken. Es gab bundeseinheitliche Vorgaben für die Steuerverwaltungen, um einen gleichmäßigen und geordneten Steuervollzug zu gewährleisten. Sie wurden jedoch in kaum einem Land erfüllt. In Bayern etwa wurden diese Vorgaben nur zu 70 Prozent umgesetzt.
Und wenn die Steuerfahndung mal wirklich ungehindert durcharbeiten kann, dann kassierten die derzeit eingesetzten 13.500 Betriebsprüfer 2006 zusätzliche Steuern in Höhe von 14 Milliarden Euro ein. Jede Prüferin oder Prüfer brachte dem Fiskus also eine Zusatzeinnahme von einer satten Million Euro ein.
Es liegt also an der Politik selbst, warum es relativ einfach ist, große Vermögen am Fiskus vorbei zu lancieren. Der Staat lässt die Lücken und verhindert bewusst die systematische Jagd auf Steuerverbrecher.
Das jüngste Abkommen mit der Schweiz zeigt deutlich, dass Steuehinterziehung ein Privileg der wirklich Reichen im Land bleiben soll.

53) wschira, Mittwoch, 16. Mai 2012, 15:58 Uhr

@StefanP, 47

Ihr Professor für Finanzwirtschaft muss entweder eine extreme Pfeife gewesen sein oder gehört zu dem neoliberalen globalen Klüngel, der die Weltwirtschaft fast in den Abgrund bugsiert hätte.

54) Erika, Mittwoch, 16. Mai 2012, 16:07 Uhr

@39 Alexis

Hannelore Kraft: Banklehre, Wirtschaftsstudium mit Diplom, Unternehmensberaterin

Angela Merkel: Dr. Physikerin – ordnete an der Akademie für Wissenschaften Physikversuche an und war FdJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda bis sie fast 30 Jahre (!) alt war,

Falls jemand meint, es könnte nicht bewiesen werden, dass sie FdJ-Sekretärin war.Das ist wohl wahr und im Internet ist ebenfalls so gut wie kein Hinweis mehr zu finden (?)aber es gibt einen Artikel der SZ,

Zu ihrer Vergangenheit in der SED-Nachwuchsorganisation Freie Deutsche Jugend (FDJ) sagte Merkel: “Ich habe dazu oft genug Stellung genommen. Ich war selbstverständlich und viele Jahre in der FDJ.” Solche Vorhaltungen seien “nicht der deutschen Einheit dienlich”.

Als Angela Merkel noch Generalsekretärin war, gab es die Parteispendenaffäre der CDU. Als Strafe musste die CDU eine bestimmte Geldsumme zahlen. Angela Merkel stellte sich vor die Presse und sagte, die CDU werde dagegen klagen u. a. mit dem Argument: in etwa so: “In dem Gesetz würde zwar stehen, dass man einen Rechenschaftsbericht abgeben müsse, aber nicht, dass dieser auch stimmen müsse.” Die CDU hat den Prozess verloren.

Damals war ich total schockiert über diese Begründung, weil im Umkehrschluss würde das bedeuten. Du musst z.B, in deiner Steuerklärung keine korrekten Angaben machen, sondern nur pünktlich abgeben.

Seither beobachte ich das öffentliche “Tun” von Frau Merkel , Alexis, Sie haben recht – Frau Merkel ist aus einem ganz anderen Holz geschnitzt und wie sagte Bofinger bei seinem bereits in einem anderen Zusammenhang erwähnten Vortrag: “Es wäre hilfreich, wenn Frau Merkel zumindest volkswirtschaftliche Grundkenntnisse hätte.”

55) StefanP, Mittwoch, 16. Mai 2012, 17:29 Uhr

Boah, Mutti kann auch hart sein.

Laut Spiegel Online schmeißt Angela Merkel den Umweltminister Röttgen aus dem Kabinett. Die Art des Wie ist für politische Verhältnisse außerordentlich undiplomatisch. Der Minister a.D. darf nichts sagen und Worte des Bedauerns fallen auch nicht. Da hat die Kanzlerin zum Revanche-Foul gegriffen. Das Zerwürfnis muss sich im Zeitraffer vollzogen haben.

Es gab mal drei potentielle Nachfolgekandidaten für Angela Merkel: Norbert Röttgen, Theodor zu Guttenberg und Ursula von der Leyen. Zwei sind politisch vollständig erledigt und die Bundesarbeitsministerin ist seit dem gescheiterten Angriff aufs Schloss Bellevue einen Kopf kürzer. Von den Mitgliedern des Andenpakts ist kaum noch jemand in der Politik.

Eine ganz schöne Blutspur, dagegen war Kohl harmlos.

56) Doktor Hong, Mittwoch, 16. Mai 2012, 18:22 Uhr

@47) StefanP

Tja, das kommt immer darauf an, auf welcher Seite man sitzt. Sie haben einmal ausgeführt, wie Sie Teile Ihres Einkommens “beiseite legen”, um später komfortabel in den Ruhestand gehen zu können.

Vermutlich erwarten Sie auch noch eine Verzinsung. Vielleicht glauben Sie ja, die Fonds nehmen Ihr Geld und stopfen es unter ein Kopfkissen mit Ihrem Namen drauf, um es später wieder hervorzuholen und es Ihnen mit zusätzlichem Geld zurück zu geben.

Sie tun aber nichts weiter, als Forderungen gegen Ihre private Rentenversicherung aufzubauen – umgekehrt macht Ihr Fond bei Ihnen Schulden. (Das war die Geschichte mit den ausgeglichenen Bilanzen.)

Ja, was ist daran positiv? Erklären Sie es mir!

Witzig finde ich, dass es bei Ihnen so klingt, als wären Schulden dasselbe wie Staatsschulden. Tatsächlich gibt es aber auch Privatschulden. Wenn ein Unternehmen einen Kredit aufnimmt, um eine Fabrik in Polen oder China zu bauen, dann hat es auch Schulden!

Natürlich kann es sinnvoll sein, als Unternehmen ein paar Jahre lang zu sparen, um zuzusehen, wie ein Mitbewerber zuerst die Fabrik baut und mit dem Produkt riesige Marktanteile erobert, um dann verspätet in den Markt einzusteigen, Umsatzprobleme zu bekommen und dann das gesparte Geld komplett in den Sand zu setzen, weil die Marktanteile zu niedrig bleiben, um über hohe Stückzahlen rentabler zu werden.

Sie haben Recht, Schulden sind einfach per se schlecht!

57) Dieter Carstensen, Mittwoch, 16. Mai 2012, 19:35 Uhr

36) Brigitte Kaspereit-Ullmann

Für die dumm halten Sie die Leserschaft hier eigentlich? Unter immer neuen, wechselnden Nicknamen geht es hier nie um das Thema. sondern nur darum, mich als Person anzugreifen.

Ich setze mich micht jedem Menschen gerne fair und in der Sache auseinander, wenn man in einer Diskussion unterschiedliche Meinungen hat, aber was Sie hier gegen mich versuchen, ist lächerlich und primitiv.

M.f.G.

58) StefanP, Mittwoch, 16. Mai 2012, 21:46 Uhr

@56) Doktor Hong
@53) wschira
@48) der Herr Karl

Es ist schon erstaunlich, dass Leute wie Jens Berger, die angeblich Volkswirtschaftslehre studiert haben, das Einmal-Eins ihrer Zunft vergessen haben oder ihre Leserschaft gezielt verblöden. Theoretische Grundlage der Beziehung von Unternehmen und Haushalten ist I=S, also die Summe der Investitionen ist gleich der Summe der Spareinlagen. Von Schulden ist da keine Rede. Es ist völliger Blödsinn, dass Investitionen nur durch Verschuldung möglich seien. Das ist die Meinungsmache der Nachdenkseiten.

Wenn ich mein gespartes Kapital nehme und das als Risikokapital in ein Private-Equity geführtes Unternehmen oder ein Start-up als Einlage einbringe, was ist das dann? Auf Seiten des Unternehmens Eigenkapital (kein Fremdkapital und damit keine Verschuldung!) und auf meiner Seite eine Finanzanlage und keine unmittelbare Forderung. Sparen und Investieren. Wo war da nochmal die Verschuldung?!

Prof. Dr. Dr. h.c. Horst Zimmermann ist einer der angesehensten und renommiertesten Wissenschaftler dieses Landes in seiner Profession. Er ist alles andere als ein “Neoliberaler”, sondern ein angenehmer, ausgleichender alter Herr. Als Beirat der Bundesregierung ist er eine Person des öffentlichen Interesses.

59) W.Herrmann, Donnerstag, 17. Mai 2012, 02:25 Uhr

@29)StefanP als Antwort auf meine #15

Mein Hinweis auf die langfristigen Folgen eines zinsbasierten Geldsystems war allgemeiner Natur, ein “Reset” ist natürlich nicht jedes Jahr zwingend notwendig sondern evtl. alle 60 bis ? Jahre, d.h. wenn die weltweit existierende Geldmenge die reale Werschöpfung aller Volkswirtschaften um ein vielfaches übersteigt…ein derartiger Zustand ist z.Zt. gegeben.

Man kann nun fragen, warum ist die Geldmenge so enorm gestiegen ?….Nun kommen Zins und Ziseszins ins Spiel….um Wachstum zu generieren verleihen Banken Geld und Staaten geben Anleihen aus.

Die Rückzahlungen erfolgen also Schulden + Zinsen, d.h. die Geldmenge muss um den Zinsanteil erhöht werden…eine Firma erreicht das durch eine Wertschöpfung, also Gewinn, der die Zinslast übersteigt…ansonsten she. Schlecker…

Ein Staat (z.B. die EZB) druckt daher zwangsläufig neues Geld um zumindest den Zinsanteil zu minimieren und erhöht evtl. die Steuern…trotzdem steigen die Staatverschuldungen weltweit weil die Zinsbelastungen exponentiell wachsen, im Gegensatz zu realen Wertschöpfungen…fragen Sie mal ihren Prof.

Die Zinsgewinne landen nun aber zwangsläufig auf den Konten derer die Kapital verleihen können, also den Wohlhabenden…

Natürlich sind auch Guthaben erstmal nur Zahlungsversprechen, lassen sich aber leicht in Sachwerte wandeln…und auch da haben Sie Recht…der ” clevere” Vermögende/Private ist da jedem Sytem überlegen…dank der Schweiz etc…….

Was ist an dieser meiner verkürzten Darstellung reichlich verworren ????

Gruß Wolfgang

60) StefanP, Donnerstag, 17. Mai 2012, 09:45 Uhr

@59) W.Herrmann

Sie nehmen sich eine These, die Ihnen politisch passt und verfolgen diese dann, ohne das Gegenteil zu prüfen.

Nur Demokratien leiden unter expotentiell steigender Verschuldung, das fällt Ihnen nicht auf. Und dabei gibt es große Unterschiede, obwohl das Problem des Zins und Zinseszins doch z.B. bei Ökonomien wie Deutschland und Japan ähnlich sein müsste. Damit ist Ihre Theorie eigentlich schon in der Tonne. Auch die These, Wachstum entstände durch Verschuldung, wurde in der Nachkriegszeit und die meiste Zeit marktwirtschaftlicher Systeme widerlegt. Allein schon deswegen kommt Verschuldung in den klassischen VWL-Theorien gar nicht vor, erst Keynes machte das populär.

Viele deutsche Mittelständler wachsen ohne nennenswerte Bankverbindlichkeiten, durch Eigenkapital und geschicktes Nutzen des Cash Flow. Die meisten Linken wissen das nicht, weil sie von Wirtschaft keine Ahnung haben. Lafontaine beispielsweise hat fünf Jahre in einem staatseigenen Betrieb gearbeitet, bevor er in die Politik entschwunden ist.

Das Ziel von Banken ist nicht, Wachstum zu generieren, sondern mit der Zentralbank die Wirtschaft mit Geld zu versorgen. Die Geldmenge soll mit dem Wachstum ausgeweitet werden, nicht umgekehrt. Wo es umgekehrt gemacht wird, entstehen Blasen, Inflation und expotentielle Verschuldung. All das, was einen Steady State entgegen steht. Der Zins wird aus dem Wachstum bedient, nicht umgekehrt.

Ich sprach von Privaten, nicht Wohlhabenden. Linke glauben, der Staat sei cleverer als Gottvater. Der Bürger beweist stets das Gegenteil.

61) Erwin Gabriel, Donnerstag, 17. Mai 2012, 10:53 Uhr

@ 35) Beate

Die jetzige Generation kann also die Enkelgeneration nur in dem Sinn belasten, dass sie ihr zu wenig Ressourcen, (verfügbare Rohstoffe), eine kaputte Umwelt, eine marode Infrastruktur, eine unausgebildete Jugend, … hinterläßt….

Gesamtwirtschaftlich ist also sparen gar nicht möglich.

____________________________________________

Aua.

Wenn ich mich bei den Ausgaben mit dem begnüge, was reinkommt (mit einen KLEINEN Spielraum rauf oder runter), kann ich all das Geld, dass ich jetzt den Banken für die Zinslast der Staatsverschuldung zahle, in Bildung inverstieren.

62) Erwin Gabriel, Donnerstag, 17. Mai 2012, 10:57 Uhr

@ 57), Dieter Carstensen

nicht bös sein, Sie haben wirklich eine ausgesprochene Neigung zu überausführlichen Kommentaren. Zum Trost: Sie sind nicht der Einzige hier…

63) Dieter Carstensen, Donnerstag, 17. Mai 2012, 11:47 Uhr

Liebe Mitkommentatorinnen und Mitkommentartoren, lieber Michael Spreng,

für jede sachliche Diskussion bin ich zu haben, denn:

“Nicht Sieg sollte der Zweck der Diskussion sein – sondern Gewinn.” (Joseph Joubert , französischer Moralist, 1754 – 1824)

Womit ich nicht einverstanden bin, ist, wenn hier jemand ständig versucht, mich unsachlich, mit wechselnden Nicknamen zu diffamieren und unsachlich anzugreifen. Ich denke, alle hier Mitlesenden sind in der Lage, das Spiel, was hier mit mir versucht wird, zu durchschauen.

Der Schreibstil und die “Inhalte” der mich Angreifenden sind immer gleich, nur Pöbeleien, keine Argumente zur Sache, was die Auseinandersetzung mit meinen Beiträgen angeht.

Schlimm!

@51 Werter Herr Keuchnig,

auf Ihre Argumentation möchte ich aber in der Sache antworten:

Für mich gehört es zu einer gründlichen Wahlanalyse, nach der Wahl die genauen Zahlen zu betrachten, was übrigens alle seriösen Journalisten und auch die Parteien selber machen. Die Politikverdrossenheit der 40, 4 % Nichtwählerschaft haben die Meinungsforschungsinstitute in ihren Analysen klar zu Tage gebracht.

Das war schon 2011 so, kann man “googlen” wenn man z.B. unter “Politikverdrossenheit so hoch wie nie” sucht.

Siehe auch hier: http://www.focus.de/politik/deutschland/politik-politikverdrossenheit-so-hoch-wie-nie_aid_624058.html

Eine Wahlpflicht würde es zumindest verhindern, dass die Parteien sich mit dem Wetter oder ähnlichen rausreden könnten, wenn z.B. 40 % der Wählerschaft einfach ihre Stimmzettel durchstreichen, oder ungültig machen würden, ich denke, das hätte schon eine Wirkung.

M.f.G.

64) der Herr Karl, Donnerstag, 17. Mai 2012, 12:50 Uhr

@ 63) Dieter Carstensen

Sie unterstellen hier wiederholt mehreren Kommentierenden, Sie unter wechselnden Nicknamen ungerechtfertigt anzugreifen. Ihr modus operandi hat sich seit Jahren nicht geändert. Ich bin sicher, dass der Sprengmeister nicht zulassen würde, dass jemand mit der selben IP-Adresse unter verschiedenen Nicknamen kommentiert.
Ziehen Sie doch in Betracht, dass mehreren Personen gleichzeitig auffallen könnte, dass es sich bei Ihren Kommentaren oft um widersprüchliches Geschwurbel und langatmiges Selbstdarstellertum handelt.

65) wschira, Donnerstag, 17. Mai 2012, 17:22 Uhr

@StefanP, Nr.60

Sie werfen anderen vor, sich nur das herauszusuchen, was ihnen in den Kram passt und alles Andere unter den Tisch fallen zu lassen. Ich denke, umgekehrt wird ein Schuh daraus.
Sie schreiben: “Viele deutsche Mittelständler wachsen ohne nennenswerte Bankverbindlichkeiten…”
Es sind nicht sehr viele. Wieso jammern denn alle Mittelstandsvereinigungen unisono, dass es immer schwieriger wird, an Bankkredite (=Schulden machen) zu kommen? Wieso gibt es so viele Firmenpleiten, gerade im Mittelstand?
Sie schreiben: “Das Ziel von Banken ist nicht, Wachstum zu generieren, sondern mit der Zentralbank die Wirtschaft mit Geld zu versorgen.” Das ist mir neu. Das war vielleicht einmal in der Vergangenheit, heute ist es das Ziel der Banken, möglichst hohe Gewinne zu machen, siehe auch die Klagen des Mittelstandes, keine Kredite mehr zu bekommen. Dazu werden abenteuerliche Produkte von den sogenannten Finanzwissenschaftlern generiert und verhökert. Wenn dann dabei etwas schief geht, muss der Staat, der nach Ihrer Meinung davon weniger versteht als die Bürger, einspringen (Im Übrigen: Muss der Staat?). So mussten die Banken, als sie an die Wand gefahren waren und vor der Pleite standen, mit hunderten von Milliarden Euro gerettet werden. Steht das auch in der klassischen VWL?
Unsere gesamte Wirtschaft ist zum grossen Teil kreditfinanziert (=schuldengeneriert), das können auch intellektuelle Höchstflieger wie Sie nicht abstreiten. Aber auch die viel zitierte schwäbische Hausfrau kauft viele ihrer Neuanschaffungen auf Kredit, entweder über Bankkredit oder über Ratenzahlungen.
Ihr Beitrag ist wie immer von geschliffener Form (von kleinen sprachlichen Schnitzern abgesehen, aber wir wollen nicht beckmessern), stellt sich aber bei näherem Hinsehen als neoliberale heisse Luft heraus.

66) W.Herrmann, Freitag, 18. Mai 2012, 00:52 Uhr

@ 60 StefanP

1)Weshalb verorten sie mich ungefragt “Links” ?

2)Ich habe nicht von exponentieller Staatsverschuldung sondern von exponentiellen Zinserträgen geschrieben….diese kumulieren sich bekanntlich auf den Konten weniger…

3)Staatsverschuldung gibt es auch in der VR China

4)Was wollen Sie mit dem Japan-Deutschland Vergleich aussagen ?

5)Die Nachkriegsökonomie ähnelt einem Reset..kaum kapital, großes reales Wachstum

6)Ich habe nie behauptet Wachstum entstehe nur durch Verschuldung, she. Ihr Mittelstandsbeispiel, dennoch wird in der Wirtschaft auch Kapital, also Kredite, benötigt…diese generieren wiederum Zinsen….usw.

7)Was soll die sinnlose Bemerkung zu Lafontaine ? das diskreditiert Sie aus meiner Sicht als objektiver Kommentator….

8)Da haben Sie Recht, Ziel der Banken ist nicht Wachstum zu generieren sondern Zins- und
Spekulationsgewinne zu maximieren…

9) Sie schreiben “Der Zins wird aus dem Wachstum bedient, nicht umgekehrt.”…..scön wärs, dann müsste das Wachstum idealerweie über dem Zinsniveu liegen….das gilt aber nur für die Sparanlagen (Sparbuch) der breiten Masse….träumen Sie weiter…

Gruß Wolgang

67) StefanP, Freitag, 18. Mai 2012, 09:05 Uhr

@65) wschira
@66) W.Herrmann

Eine der Regeln von M. Spreng besagt, nicht beleidigend zu werden. Beim Thema bleibe ich selber nicht. ;-)

Seit der Agenda 2010 ist die Eigenkapitalquote der deutschen Wirtschaft wieder auf das Niveau der 1970er Jahre gestiegen. Was sagt uns das? Investitionen werden durch mehr EK finanziert. Das heißt nicht, Investitionen würden nicht (teil-) finanziert durch Kreditaufnahmen. Darüber hinaus hat das Instrument des Shareholder Loans deutlich zugenommen, was im Grunde de facto eine EK-Finanzierung ist.

Ihre Triaden gegen Banken sind in der Häufigkeit nervig. Ohne Bankenwesen geht es nicht, das sehen Sie jeden Tag. Sie haben offensichtlich eine ganz wichtige Funktion. Seit dem letzten Jahrzehnt haben neue Finanzierungsmöglichkeiten für die Wirtschaft genutzt werden können, insgesamt führt das dazu, dass das Wachstum wieder mehr Substanz bekommt.

Daher würde ich mir wünschen, Sie würden mehr Bezug nehmen auf das, was ich wirklich geschrieben habe.

68) wschira, Freitag, 18. Mai 2012, 13:53 Uhr

@StefanP, nr.67

Ich kann nicht sehen, wo ich Sie beleidigt hätte. Die Aussage, dass Ihre Beiträge in geschliffener Form daherkommen, aber tatsächlich heisse Luft enthalten, ist keine Beleidigung, sondern eine Tatsachenbehauptung, die nachzuweisen ist.
Lenken Sie nicht ab. Sie haben gesagt, dass ein grosser Teil des deutschen Mittelstandes ohne Bankverbindlichkeiten wächst. Das ist unrichtig. Es ist ein kleiner Teil. Bei den anderen ist die Nachfrage nach Bankkrediten nach wie vor gross, sie haben nur immense Schwierigkeiten, welche zu bekommen. Das sind allgemeine Tatsachen, die man auch ohne Studium der Wirtschafts- oder Finanzwissenschaften erkennen kann (wobei zu fragen ist, ob diese tatsächlich Wissenschaften oder nur Scharlatanerie sind, wie manche -auch ich- glauben).
Mit Triaden gegen Banken meinen Sie wohl Tiraden. Nun gut, Fremdworte sind Glückssache. Natürlich geht es nicht ohne Bankenwesen, das habe ich auch nie behauptet. Ich habe behauptet, dass der ursprüngliche Zweck der Banken, nämlich die Wirtschaft mit Kapital zu versorgen, zugunsten von Strukturvertrieb von sogenannten “Finanzprodukten” in den Hintergrund getreten ist. Als diese Zockerei dazu geführt hat, dass ein Grossteil der Banken krachend gegen die Wand gefahren ist, wurden diese Banken vom Staat, sprich den Stümpern um Frau Merkel, als “systemrelevant” bezeichnet und mit hunderten Milliarden Euro aufgefangen. Warum sagen Sie dazu nichts? Sie betonen gern, was klassische VWL ist und was nicht. Ist dieses Verhalten klassische VWL?
Ich habe absolut auf das Bezug genommen, was Sie geschrieben haben. Es ist nur so, dass wenn man Ihre Thesen, die Sie anerkanntermassen geschliffen vorbringen, einmal auf Fakten abklopft, nicht viel mehr als heisse Luft übrigbleibt. Auch das habe ich geschrieben und stehe dazu.

69) Peter Christian Nowak, Freitag, 18. Mai 2012, 20:33 Uhr

@67) StefanP

^^Seit der Agenda 2010 ist die Eigenkapitalquote der deutschen Wirtschaft wieder auf das Niveau der 1970er Jahre gestiegen. Was sagt uns das?^^

…dass das mit Gewinnen aus Börsengeschäften zu tun hat, die durch Lohndrückerei der Konzerne, niedrig bezahlte Leiharbeit, Sozialkürzungen und prekären Beschäftigungsverhältnissen generiert werden.. Will heissen: Lohnquote und das volle Programm der Sozialleistungen runter und rauf mit den Gewinnen für Konzerne und Sharholder. Anschliessend wird in verlängerten Werbänken produziert wo die Löhne noch vieeeeel billiger sind. Das Endprodukt wird dann zu “deutschen” Preisen vermarktet, was die “Eigenkapitalquote” wiederum zu fröhlichen Luftsprüngen animiert.So einfach geht Neoliberalismus. Müsste doch in Ihrer Bibel stehen, mein Freund!
Da das 1970 keineswegs so der Fall war wie heute, und von der Agenda 2010 noch keine Spurwar, die Finanzmärkte wesentlich weniger entwickelt waren als heute, kann eigentlich 1970 die Eigenkapitalquote nicht so hoch gewesen sein wie heute. Was sagt Ihnen das? (damals habe ich im Ferienjob mehr verdient, als heute manch gestandener Familienvater. Das nur nebenbei)
…dass es Geld gibt wie Dreck, generiert aus der Ausbeutung der wirklich arbeitenden Bevölkerung. Umverteilung von unten nach oben nennt man das. Schon mal was davon gehört?
Und dass dieser Dreck stets und immer wieder seine Anlagen sucht, suchen muss, weil die Gier eine `neverending story´ ist.

@68) wschira,
Versuchen Sie nicht einem Blinden erkären zu wollen, was Farbe ist.

70) StefanP, Freitag, 18. Mai 2012, 21:01 Uhr

@68) wschira

Sie:

Sie haben gesagt, dass ein grosser Teil des deutschen Mittelstandes ohne Bankverbindlichkeiten wächst.

Ich:

Viele deutsche Mittelständler wachsen ohne nennenswerte Bankverbindlichkeiten, durch Eigenkapital und geschicktes Nutzen des Cash Flow.

Wir wollen ja nicht beckmesserisch sein, aber “viele> ist keine relative Bezeichnung wie “großer Teil”. Wenn die Eigenkapitalquote steigt, wie offensichtlich als Teil der Agenda 2010 initiiert, so ist das ein besseres Programm für Wachstum als immer mehr leichtes Kreditgeld in den Markt zu geben.

Der übliche Grund, warum Unternehmen insolvent gehen, ist, dass die Verbindlichkeiten (Schulden) die Eigenmittel weit übersteigen. Meist steht dabei das Eigenkapital auf der “falschen”, der Aktivseite. Mehr Fremdkapital würde mittelfristig die Überschuldungssituation nicht beseitigen. Allein diese bilanzielle Betrachtung zeigt, dass eine Überschuldung, auch eine Staatsverschuldung, niemals durch noch mehr Kredite beseitigt werden kann. Die Theorie von Jens Berger & Co. basiert einzig und allein darauf, dass durch Schuldeninduziertes Wachstum die Wirtschaft schneller wächst als der Schuldenberg. Das hat aber in der Vergangenheit nicht funktioniert und vernachlässigt völlig die Voraussetzungen, die Wirtschaftswachstum erst möglich machen.

Zu den Banken: dass heute das Bankensystem in allen Krisenstaaten in Schieflage ist, hat ziemlich wenig mit Zockerei zu tun. Mit Staatsanleihen wird schließlich aus ganz anderen Gründen gehandelt. Die Zocker treten wie bei Griechenland auf den Plan, wenn die Bonität eines Schuldners längst in Zweifel steht. Die gegenwärtige Situation zeigt, dass keine noch so solide Bank überleben kann, wenn Staaten und / oder Ökonomien auf der Rutschbahn sind. Das ist offensichtlich eine Symbiose. Auf Hellas steht das ganze Bankwesen vor dem Exitus, Sie glauben nicht ernsthaft wegen Zockerei, oder?

P.S.: Ich schreibe oft von unterwegs mit dem iPhone oder im 10-Finger-System. Deswegen schaffe ich auch viel Text, an mir ist eine Sekretärin verloren gegangen. ;-) Wenn Sie unter solchen Bedingungen stets fehlerlos bleiben, sind Sie sicher Lehrer.

71) W.Herrmann, Freitag, 18. Mai 2012, 22:34 Uhr

@StefanP,#67

Also ich kann ebnenfalls keine Beleidigungen in meinem Beitrag #66 feststellen…

Wie @wschira zu Recht bemerkt kommen die Banken einer ihrer Aufgaben, der Kreditvergabe an den Mittelstand z.Zt. ungenügend nach…

Ihr offenbar Freudscher Fehlerl mit den “Triaden” war wohl nix, die gibts in Japan…hoffentlich nicht bei den Banken….oder doch ?

Gruß Wolfgang

72) StefanP, Samstag, 19. Mai 2012, 09:22 Uhr

@69) Peter Christian Nowak

Auch hier wieder: Sie spulen Ihr Mantra ab, ohne auf die Fakten zu achten. Nehmen wir ein Beispiel:

^^Seit der Agenda 2010 ist die Eigenkapitalquote der deutschen Wirtschaft wieder auf das Niveau der 1970er Jahre gestiegen. Was sagt uns das?^^

…dass das mit Gewinnen aus Börsengeschäften zu tun hat, die durch Lohndrückerei der Konzerne, niedrig bezahlte Leiharbeit, Sozialkürzungen und prekären Beschäftigungsverhältnissen generiert werden..

Abgesehen davon, dass heute fast jedes Unternehmen mit 1 Mio. EUR Umsatz und mehr zu einem Konzern gehört, ist daran nichts richtig. Ein Konzern ist eine Gruppe von Unternehmen, über die Größe sagt das nichts.

Der Volksbanken-Raiffeisenverband schreibt:
Der Mittelstand (..) hat in den letzten zehn Jahren seine durchschnittliche Eigenkapitalquote stetig verbessert – sogar im Rezessionswinter 2008/2009.

Eine Auswertung nach Umsatzgrößenklassen zeige, dass sich die Eigenkapitalquote von 2009 auf 2010 insbesondere bei Firmenkunden mit einem Umsatz unter 500.000 Euro erhöhte – um 4,2 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent.

Im Gegensatz dazu haben die großen Unternehmen ihre traditionell höhere Eigenkapitalausstattung zuletzt offenbar nicht weiter ausgebaut, sondern sogar leicht zurückgeführt: Die Eigenkapitalquote der Unternehmen mit Umsätzen von mehr als 50 Millionen Euro sei 2010 um 0,4 Prozentpunkte auf 30,8 Prozent gesunken.

Kleine und mittlere Geschäfte haben mit Börsengeschäften wenig zu tun und sie sind auch nicht die Hauptkunden von Adecco & Co. Wie kann es also zu so völlig falschen Ansichten Ihrerseits kommen?

Von Willy Brandt über Helmut Schmidt, Helmut Kohl bis in die Anfangszeit der Regierung Schröder setzte die deutsche Steuer- und Wirtschaftspolitik auf die Bevorzugung von einbehaltenen Gewinnen gegenüber der Ausschüttung. Den Jahresertrag zu thesaurieren galt als vornehm, wie falsch war diese These! Schröder hat damit Schluss gemacht, heute gibt es keine große Unterscheidung mehr. Das sind Fachspezifika, die aber viel bewirken.

@wschira / W. Herrmann: Ich habe mir Ihre Texte nochmal durchgelesen und gesehen, dass ich beim ersten Mal zuviel interpretiert habe. Sorry.

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