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Samstag, 02. Juni 2012, 15:11 Uhr

Die Anklatscher

Nicht-Politiker, Experten oder Journalisten, sind in Talkshows in einem Punkt immer im Nachteil: sie haben keine Anklatscher dabei. Sie müssen sich ihren Beifall mit einem guten Argument oder einer guten Pointe selbst erkämpfen.

Nicht so Politiker: sie haben ihre Pressesprecher und Referenten im Publikum sitzen, die regelmäßig die Worte oder Sprechblasen ihres Chefs beklatschen. Meist noch unterstützt von Parteiaktivisten, die sich zuvor Zuschauerkarten gesichert haben.

Am penetrantesten ist die Entourage von FDP-Minister Dirk Niebel. Er bringt meist vier oder fünf Leute mit, darunter seine Ehefrau, die jeden Satz des FDP-Lautsprechers beklatschen als sei politisches Manna vom Himmel gefallen.

Niebel selbst ist übrigens auch deshalb eine unangenehme Talkshow-Spezies, weil er Talkshows mit Hausbesetzungen verwechselt. Er glaubt offenbar, wer  am längsten, lautesten und häufigsten redet, wäre der Sieger der Show. Ein Irrtum: bei den Zuschauern bleibt ein guter Satz besser hängen als die längste Suada.

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16 Kommentare

1) Bert Grönheim, Samstag, 02. Juni 2012, 15:55 Uhr

Ihr Beitrag trifft ins Mark. Wobei ich da eigentlich nicht mehr mitreden kann, da mein Fernsehkonsum momentan gegen 0 geht. Spannend wäre, zu erfahren, ob Sie eine Positivliste von Politikern aufstellen könnten, die als sehenswert einzustufen sind. Wobei das Thema Anklatscher hin- und hergewälzt werden kann. Die Qualität der Beiträge kränkelt für mich schon länger, gefühlt 100 Jahre. Ich habe jedenfalls für mich schon länger keine Positivliste mehr.

2) Unklar, Samstag, 02. Juni 2012, 16:17 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

nach mehrmaligem Lesen des Textes können wir uns nicht einigen, was Sie meinen: Dass Hr. Niebel einen Diskussionsstil an den Tag legt wie Hausbesetzer oder dass er wie ein Hausbesetzer die Talkshow okkupiert?

MfG

U.

3) Gundi, Samstag, 02. Juni 2012, 17:47 Uhr

Leiden Politiker an Realitätsverlust? Brauchen wir überhaupt das Parteiensystem? Man könnte das Parlament auf 100 Abgeordnete begrenzen. Dadurch spart der Steuerzahler und vermutlich wurde sich an dem Zirkus eh nicht viel ändern.
Übrigens wozu diese talkshows? Man weiß eh vorher wer für was steht und oft ist das Niveau unterirdisch.

4) PeterK, Samstag, 02. Juni 2012, 21:08 Uhr

Niebel, wenn ich den Namen schon höhre und mir dann noch das Gesicht dazu vorstelle -
lieber Herr Spreng, sie können einem auch das ganze Wochenende versauen.
Dankeschön dafür ;-(

5) m.spreng, Sonntag, 03. Juni 2012, 08:50 Uhr

@ 2) Unklar

Dass er Talkshows wie ein Hausbesetzer okkupiert.

6) i don’t care, Sonntag, 03. Juni 2012, 10:32 Uhr

So schwer haben es die Nicht-Politiker, Experten und Journalisten nun auch nicht. Denn entweder sind sie Repräsentanten des Bösen an sich (Lobbyisten, welche, sobald sie als solche vorgestellt werden, auch mit 5 Anklatschern keine Chance mehr bekommen, da man hier in Deutschland Lobbyisten halt nicht mag) oder es sind Sympathieträger oder Betroffene oder Vertreter populärer Meinungen oder solche, die an unser soziales Gewissen appellieren. Diese vier Typen mag das Publikum (deshalb werden sie ja auch in die Talkshow eingeladen; QUOTEN!), weil sie das vermeintlich “Gute” repräsentieren und sie werden in Talkshows, auch mit schwächeren Argumenten, immer die Oberhand gegenüber Politikern haben.

So meine Erfahrung aus den letzten fünf Jahren Polittalkshows.

7) Doktor Hong, Sonntag, 03. Juni 2012, 11:51 Uhr

Mensch, letztens wollte ich in einem meiner Kommentare die Vermutung äußern, dass angesichts des Geredes, dass so manche Talkshowgäste an den Tag legen, und dessen Wertung ich mir hier erspare, es doch Anklatscher im Publikum geben müsse.

An manchen Stellen hört man das nämlich ganz genau. Ein Politiker sagt etwas, was überhaupt keinen Anklang findet, und ein reflexartiges, lautes, penetrantes Klatschen geht im Hintergrund los. Dann erst tröpfelt sich ein Applaus zusammen.

Da ich mich recht oft sehr darüber gewundert habe, was die Leute so alles beklatschen, kann ich von nun an die applaudierende Lobpreisungen offensichtlicher Dummheiten gelassener ertragen.

Danke!

8) Erwin Gabriel, Montag, 04. Juni 2012, 11:27 Uhr

Was will man von einem Mann erwarten, der einst das Entwicklungshilfe-Ministerium als sinnlos abschaffen wollte und dessen weltverbesserte Wirkung erst erkannte, als er selbst auf dem pensions-sichernden Ministerposten saß?

Dazu hat Herr Niebel eine sehr schlechte Kinderstube. Er ist stets laut und aggressiv, fällt Gästen gerne und oft ins Wort und versucht, sie zu übertönen, während er sich selbst immer wieder mal darüber beschwert, dass man ihn nicht ausreden lässt. Einer der größten Nieten der FDP.

Kein Wunder, dass er und seinesgleichen Mitklatscher mitbringen müssen….

9) Frank Reichelt, Dienstag, 05. Juni 2012, 10:02 Uhr

Das haben sie sich doch ausgedacht!

Schließlich hat Dirk Niebel so gute Sachargumente, dass er Anklatscher keinesfalls nötig hat.

10) claus Drullmann, Mittwoch, 06. Juni 2012, 11:34 Uhr

Völlig korrekt! Somit hat sich mein Eindruck zur Gewissheit verfestigt.

Daher verfolge ich ausschließlich noch Gesprächsrunden OHNE Studiopublikum. So was wie Scobel und vis-á-vis auf 3Sat, PHOENIX RUNDE oder der Presseclub auf ARD.

Allesamt finde ich sie viel enstpannender und doch informativer, kurzum unvergleichlich sehenswerter. Nicht zuletzt deswegen, weil dort unsere lieben Sprechblasenvern(i)ebelunsgskerzenhalter (Politiker) eben nicht auftreten. Oder, so gut, wie nie.

Wenn ich wirklich einmal wissen wollte, was Parteien gerade eben so zum Besten geben, gehe ich klurz auf deren HP und “zieh’” mir die entsprechenden Prersseerklärungen rein. Mehr braucht’s nicht!

11) Thomas Hillebrand, Donnerstag, 07. Juni 2012, 14:03 Uhr

Interessant! Das wusste ich so auch noch nicht, obschon es natürlich zu vermuten war. Besonders penetrant aufgefallen war mir diese – nie echt wirkende – Anklatscherei bei einigen Jauch-Sendungen. Nun gut, das mag natürlich damit zusammenhängen, dass Jauch das zahlenmäßig größte Publikum aller Talkshow-Gastgeber hat. Danke für den Einblick und für “den Niebel” sowieso!

12) Frank Reichelt, Freitag, 08. Juni 2012, 08:29 Uhr

Tja, und nun auch noch Nebels Affäre “fliegender Teppich”!

Ich kann mir ihr breites Grinsen lebhaft vorstellen, als sie die Nachricht gelesen haben, ich konnte mir ein solches jedenfalls nicht verkneifen.

Ehrlicherweise muss man sagen, das ganze ist kaum der Rede Wert und ein Sturm im Wasserglas.
Die auch von vilelen Kommentatoren in ihrem Blog vertretene Ansicht, die sogenannten Mainstreammedien würden Linkenbashing betreiben und die FDP hochschreiben, kann hiermit wohl ins Reich der Fabel verwiesen werden!

13) Michael A. Nueckel, Freitag, 08. Juni 2012, 13:53 Uhr

OK, wenn Sie es ansprechen – dieser Applaus kostet Zeit, die an anderer Stelle fehlt. Und dieses Getöse nervt, spätestens beim 3. Mal binnen von 5 Minuten. Das sind also unnötige time-outs. Oder sammelt sich in dieser Zeit der politische Gegner für das Gegenargument?

Was mich noch interessieren würde: Welche weiteren Geheimnisse der Inszenierung, absurder Rituale u.a. gibt es bei diesen Sendungen? Wie geht man auseinander? Noch auf ein Bier?

@ Frank Reichelt, 12): Vor 10-15 Jahren wäre das (Zollvergehen) eines Rücktrittsgrundes “würdig” gewesen, heute bin ich mir da nicht mehr so sicher. Aber: Schließt sich ein Hochschreiben (hier: der FDP) und der Bericht über diesen aktuellen Niebel-Fall denn wechselseitig aus? Ich denke nein, zumal man zwischen der Institution FDP als Partei und diesem Funktionsträger trennen muß, wenngleich das nicht in aller Konsequenz durchführbar ist. Denken Sie an Rösler, der unverändert nicht hochgeschrieben wird.

14) Günter Springer, Freitag, 08. Juni 2012, 17:15 Uhr

Herr Spreng, schön, daß Sie diese Unsitte und als solches möchte ich das bezeichnen hier mal aufgezeigt haben.
Auch möchte ich noch eines drausetzen.Schauen Sie sich mal die Bundestagsdebatten an in Bezug auf den vor allen Dingen von Frau Merkel praktizierten Stil an. Wenn sie spricht allenfalls noch die SPD, dann bleibt sie noch sitzen, wehe aber die Linken oder zum Teil auch die Grünen treten
an das Rednerpult, dann hält sie es nicht mehr auf ihrem Sitz. Sie muß zum Schwätzchen unter Ihresgleichen.
Ich finde das nicht nur unhöflich gegenüber den Bundestagsabgeordneten gleich welcher Fraktion sondern eine Mißachtung der von diesen vorgetragenen Fakten.
Gleiches habe ich in diesem Umfang bei ihren Vorgängern nicht bemerkt.

15) Frank Reichelt, Freitag, 08. Juni 2012, 20:38 Uhr

@ Michael A. Nueckel

Ihre Unterscheidung zwischen der Partei als solche und den handelnden Personen ist sicher richtig aber glauben sie, dass diese Niebel – “Affäre” der Partei als Institution nutzt?

16) Hutchinson, Montag, 11. Juni 2012, 00:56 Uhr

Wir erinnern uns:
Niebel sitzt in DEM Ministerium, welches es noch vor der Wahl (ein schwarzer Tag für die deutsche Demokratie) abschaffen wollte. Alles andere ist nur noch logisch und nicht verwunderlich…

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