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Die Anklatscher

Nicht-Politiker, Experten oder Journalisten, sind in Talkshows in einem Punkt immer im Nachteil: sie haben keine Anklatscher dabei. Sie müssen sich ihren Beifall mit einem guten Argument oder einer guten Pointe selbst erkämpfen.

Nicht so Politiker: sie haben ihre Pressesprecher und Referenten im Publikum sitzen, die regelmäßig die Worte oder Sprechblasen ihres Chefs beklatschen. Meist noch unterstützt von Parteiaktivisten, die sich zuvor Zuschauerkarten gesichert haben.

Am penetrantesten ist die Entourage von FDP-Minister Dirk Niebel. Er bringt meist vier oder fünf Leute mit, darunter seine Ehefrau, die jeden Satz des FDP-Lautsprechers beklatschen als sei politisches Manna vom Himmel gefallen.

Niebel selbst ist übrigens auch deshalb eine unangenehme Talkshow-Spezies, weil er Talkshows mit Hausbesetzungen verwechselt. Er glaubt offenbar, wer  am längsten, lautesten und häufigsten redet, wäre der Sieger der Show. Ein Irrtum: bei den Zuschauern bleibt ein guter Satz besser hängen als die längste Suada.