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Die zwei Seiten eines Top-Managers

Top-Manager haben wie Spitzenpolitiker häufig zwei Gesichter: Ein hartes – meist nach innen – und ein freundliches nach außen.

So ist es wohl auch bei Josef Ackermann, der jetzt mit seinem Rücktritt als Verwaltungsratspräsident des Versicherungskonzerns Zurich endgültig die erste Reihe verlässt. Dort, beim Selbstmord seines Finanzvorstandes, geht es offenbar um die harte Seite des Ex-Bankers – zumindest nach den Vowürfen der Familie des toten Finanzchefs.

Ich dagegen habe seine freundliche, verbindliche Seite kennengelernt. Ich sollte ihn vor einigen Jahren beraten, als der Chef der Deutschen-Bank mit massiven Image-Problemen kämpfte. Es war kurz nach dem Mannesmann-Victory-Desaster, als ich ihn in seinem Büro in den Banktürmen in Frankfurt besuchte.

Ackermann nahm sich viel Zeit (knapp eineinhalb Stunden), um zuzuhören, was ich ihm rate. Er war sehr freundlich, zurückhaltend, ohne jede Chef-Allüren. Während des Gesprächs holte er sich einen Block und Bleistift und schrieb mit. Danach waren wir uns einig, dass ich ihn künftig beraten solle.

Aus der Beratung ist über das einmalige Gespräch hinaus allerdings nichts geworden. Sein damaliger Pressesprecher und ein Vorstandsmitglied hintertrieben mein Engagement. Einige Ratschläge aber habe ich dennoch später wiederentdeckt.