Samstag, 02. Juni 2012, 23:31 Uhr

„Die Linke“ wickelt sich ab

Diese „Linke“ muss keiner mehr fürchten. Kein Spekulant, kein Banker – auch nicht die demokratischen Mitbewerber. „Die Linke“ muss nur noch „Die Linke“ fürchten. Sie muss nach den hasserfüllten Auseinandersetzungen der vergangenen Wochen und nach diesem Parteitag Angst vor sich selber haben.

Als Faktor der deutschen Politik scheidet „Die Linke“ aus. Ihre Rolle als Protestpartei hat sie an die Piraten abgegeben, Inhalte wie Mindestlohn oder Finanztransaktionssteuer sind inzwischen Gemeingut bis hin zur CDU.

Im Osten wird sie als DDR-Nostalgiepartei noch eine Zeit lang Stimmen holen, wenn auch weniger als bisher. Ob sie aber wieder in den Bundestag kommt, das ist jetzt mehr als fraglich.

An der Stirnwand des Parteitages stand das verlogenendste Motto, das seit langem auf einer solchen Veranstaltung zu lesen war: „Solidarisch, gerecht, demokratisch, friedlich“.

Die Linkspartei ist weder solidarisch noch friedlich und mit demokratischem Wettbewerb haben einige, allen voran Oskar Lafontaine, auch ihre Probleme. Dass sich Delegierten nicht geschämt haben, unter einem solchen Motto zu tagen. Ihre Wähler müssen sich verhöhnt fühlen.

Ausgerechnet die Partei, die den Menschen eine solidarische, friedliche und gerechte Welt verheißt, ist so intrigant, unsoldarisch, unfriedlich, und so voller Hass wie keine andere Partei. Dagegen war die Röttgen-Entlassung wirklich Kindergeburtstag.

So ist das eben mit den vermeintlich besseren Menschen.  So hassen können nur Linke untereinander. Seit dem Revisionismus-Streit vor mehr als 100 Jahren ist die Geschichte der Linken eine Geschichte der Unversöhnlichkeit, der Spaltung, der erbitterten Auseinandersetzung. An diese unselige Tradition hat auch „Die Linke“ angeknüpft.

„Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten“. Dieser Kampfruf der KPD in der Weimarer Zeit prägt auch heute noch das Welt- und Feindbild vieler in der Linkspartei. Die Kampf gegen die Reformer in den eigenen Reihen und gegen potenzielle Verbündete für eine gerechtere Welt war und ist vielen wichtiger als der Kampf gegen den eigentlichen politischen Gegner.

Deshalb ist es jetzt auch schon fast egal, wie die beiden Vorsitzenden heißen. Katja Kipping und Bernd Riexinger sind nur noch die Abwickler.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

93 Kommentare

1) Venjan, Samstag, 02. Juni 2012, 23:38 Uhr

Schade dass Sie bei diesem Thema immer in unsachliche Polemik verfallen. Verlogenheit ist nun wirklich kein Alleinszellungsmerkmal der Linkspartei, und andere Argumente kann ich in dem Beitrag nicht entdecken.

2) Friddi, Sonntag, 03. Juni 2012, 02:09 Uhr

Leider wahr. Damit können maximal die Piraten noch linke Positionen besetzen. Vielleicht deren Chance Partizipation damit zu verbinden. Die SPD halte ich schlicht für unfähig derlei Positionen zu besetzen. Die Parteispitze ist sowieso im Grunde ein Witz in meinen Augen, da sie von den stärkeren Kräften wie Wagenknecht mundtot gemacht werden kann. Es ist zum Jammern. Deutschlands Linke so schwach wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

3) Georg, Sonntag, 03. Juni 2012, 05:07 Uhr

Herr Spreng, geben Sie’s zu: Sie hatten den Artikel schon lange vor dem Parteitag geschrieben und heute abend nur noch die Namen der Gewählten eingefügt, stimmt’s? 😉

4) Ekkehard von Weiher, Sonntag, 03. Juni 2012, 06:03 Uhr

Niemand hat die Absicht
Realpolitik für Menschen zu machen
solange nur Ideologie als Hauptziel verbleibt
um eine sozialdemokratische „Clique“ vorzuführen …

5) Carsten Blöcker, Sonntag, 03. Juni 2012, 06:05 Uhr

Herr Spreng, Sie haben die Situation dieser Partei auf den Punkt gebracht. Der Frust bei Gregor Gysi über das undemokratische und arrogante Verhalten eines Oskar Lafontaine muss extrem tief sitzen. Was für ein dummer und trauriger Abgang von Lafontaine, er hat enormen Schaden für „Die Linke“ angerichtet. Bartsch hätte der Partei gut getan.

6) Minassian, Sonntag, 03. Juni 2012, 06:53 Uhr

Der kleine Napoleon aus dem Saarland war immer nur dort ‚erfolgreich‘. Ansonsten ein Spalter und Intrigant (siehe Scharping). Es ist wohl das Lebenstrauma dieses Mannes, in entscheidenden Positionen immer nur der Zweite geworden zu sein. Im Zweifelsfall warf er halt hin und hinterließ verbrannte Erde. Meine Oma sagte immer :’Hüte Dich vor kleinen Männern und denen, die in der Kirche in der ersten Reihe sitzen !‘ Der Typus ist immer der gleiche : Berlusconi, Sarkozy, Ahmadinechad usw. usw. Auch hohe Schuhabsätze helfen diesem Minderwertigkeitskomplex offensichtlich nicht ab….

7) Dieter Carstensen, Sonntag, 03. Juni 2012, 07:50 Uhr

Lieber Michael Spreng,

leider muss ich ihrer Analyse der Die Linke inhaltlich voll und ganz zustimmen. Ich persönlich würde mir zwar eine starke links-demokratische Partei als Alternative zu den anderen, überwiiegend liberal, kleinbprgerlich oder bürgerlich ausgerichteten Parteien wünschen, allesamt Parteien, welche für den Sozialabbau, den Abbau von demokratischen Grundsätzen und Kriegseinsätzen der Bundeswehr waren.

Allerdings diese „Linke“ ist für mich nicht die erhoffte Alternative. Sie haben völlig recht mit Ihrer Aussage „Der Kampf gegen die Reformer in den eigenen Reihen und gegen potenzielle Verbündete für eine gerechtere Welt war und ist vielen wichtiger als der Kampf gegen den eigentlichen politischen Gegner.“

Bei uns hier in Oberberg z.B. hat man von den Linken in den Medien eigentlich immer nur dann was gehört, wenn sie sich mal wieder untereinander bis auf das Messer bekämpften. Da ich hier mit einigen Journalisten befreundet bin, weiss ich, dass die regionale Presse auch anderes über Die Linke Oberberg berichtet hätte, es wäre nicht verschwiegen worden, wie manche „Linke“ den Medien pauschal unterstellen, nur, es kam einfach nichts anderes von den Linken in unserem Kreis.

Stimmt, für das Parteitagsmotto „Solidarisch, gerecht, demokratisch, friedlich“ hätte sich Die Linke schämen sollen, die Erfahrung der Menschen mit dieser Partei sind ganz andere.

Passend als Slogan für den Die Linke Parteitag hätte ich die Steigerung gefunden:

„Gegner, Feind, Parteifreund,“

Diese Linke hat sich selber ad absurdum geführt, sie wird sich nicht mehr erholen, sie hat ihre Chance gründlich verspielt. Ich habe die Berichte zum Parteitag verfolgt. Unübersehbar war die Kluft zwischen Gysi und Lafontaine, die Kluft zwischen Ost und West, der weltfremden illusionistischen West-Linke und den realitisch.reformistischen Ost-Linken.

Diese Kluft zementierte sich in der Wahl des Vorsitzenden Duos erneut, welches gegensätzlicher nicht sein könnte, der Streit in der Die Linke wird weitergehen, der Absturz in die Bedeutungslosigkeit ist vorprogrammiert.

Die einzige Frage die sich mir bei dieser Partei nocht stellt ist, wer als Letzter das Licht ausmacht.

M.f.G.

8) m.spreng, Sonntag, 03. Juni 2012, 08:49 Uhr

@ 3) Georg

Nein. Das Parteitagsmotto fiel mir als Kommentaridee allerdings schon im Laufe des Tages auf.

9) Horst Klohocker, Sonntag, 03. Juni 2012, 09:10 Uhr

Ich habe den Kommentar aufmerksam gelesen und ich muss sagen: „Leider haben sie Recht, Herr Spreng!“ Dabei wäre es gerade jetzt notwendig, dass die Ärmsten in unserer Gesellschaft ein starkes Sprachrohr hätten.

Hartz IV, immer mehr Leiharbeiter und Ausweitung des Niedriglohnsektor lassen immer größere Teile der Bevölkerung verarmen, während Spekulanten nach Lust und Laune kaputt spekulieren dürfen. Eine linke Kraft müsste jetzt normalerweise bei jeder Wahl mindestens bei 25% liegen – jedoch nicht so die Partei, welche sich in Deutschland „die Linke“ nennt.

Schade! Aber nicht Schade um „die Linke“, sondern um die Menschen, welche eine starke linke Kraft mehr als nötig hätten. Denkt ich an Deutschland und seine Linke in der Nacht…….

10) StefanP, Sonntag, 03. Juni 2012, 10:25 Uhr

Leider gibt es wenig hinzuzufügen. Es ist ein Phänomen von „links-gesinnten“ Menschen, mit einem Erlöserhabitus durch die Welt zu ziehen. Zur Weltenrettung gibt es nunmal nur einen Weg und da man selber den richtigen kennt, sind alle anderen auf dem Holzweg.

Diese Linke braucht niemand. Voller Haß auf die Parteifreunde genießt man vor den Fernsehkameras den Triumpf über das andere Lager und demütigt die andersdenkenden Genossen mit dem Anstimmen der Internationalen. Das kommt tatsächlich bei anderen Parteien nicht vor. Es geht nicht darum, dass die Ziele der Linkspartei nicht legitim seien, schließlich empfindet immer noch eine große Minderheit der Bevölkerung Hartz-IV als ungerecht und einen sofortigen Abzug aus Afghanistan für richtig. Und genauso ist unsere alternde Gesellschaft mit der Erhöhung des Renteneintrittsalters noch nicht durch.

Es ist nur eine Aufgabe von Parteien, die nach dem Grundgesetz an der politischen Willensbildung mitwirken, den Bürgern politische Zwänge zu erklären. Genauso wichtig ist, Einstellungen der Gesellschaft aufzunehmen und ihnen eine Stimme zu verleihen. Gut 6 Millionen Menschen in diesem Land leben vom Arbeitslosengeld 2, davon sind über 4,5 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter und damit wahlberechtigt. Es ist eine Unterschicht, die sich gebildet hat und der der Weg aus der eigenen Misere weitgehend verschlossen ist. Hinzu kommen ein paar Millionen, die im Niedriglohnbereich arbeiten. Eine Partei wie die SPD, die strukturell mehrheitsfähig bleiben will, kann deren Partikularinteressen nur noch begrenzt einbinden, wenn sie nicht gleichzeitig den zahlenmäßig weit größeren Teil in der Mitte der Bevölkerung abschrecken will.

So gesehen hatten die WASG und Oskar Lafontaine schon den richtigen Ansatz. Dieses Prekariat ist weitgehend politisch desinteressiert und wütend. Da interessieren solch Grabenkämpfe und Grundsatzdebatten wie über Wege zum Kommunismus herzlich wenig. Die Linkspartei hat sich jedoch abgewendet von ihrer Kernklientel, Lobbyist zu sein für Gruppen, die sich prinzipiell sehr schwer politisch einbinden lassen, weil sie sich bei Wahlen aus Desinteresse verweigern.

Dabei ist genau das notwendig in einer demokratischen und pluralistischen Gesellschaft, nämlich dass alle relevanten Gruppen ihre Vertretung finden. Das ist ja auch der unbestrittene Vorteil des Verhältnis- über das Mehrheitswahlrecht. Und es ist der Grund, weshalb weitgehende Elemente der direkten Demokratie abzulehnen sind. Hier siegt das Recht desjenigen, der sich besser organisieren kann und das sind sicher nicht die schon materiell Benachteiligten der Gesellschaft.

11) JG, Sonntag, 03. Juni 2012, 10:31 Uhr

Vornehmlich sich selbst zu bekämpfen, so könnte man hinzufügen, ist allerdings auch eine Spezialität der Akteure am anderen Ende des politischen Spektrums.

Das ungeschickte, oft kopflose Benehmen verstärkt dabei noch die Wirkung einer „Berichterstattung“, die lehrbuchreif zeigt, wie man Stimmung macht: Wird diskutiert, ist von „Zerstrittenheit“ die Rede, würde nicht diskutiert, lautete der Befund vermutlich „autoritär geführte Kaderpartei“. Möchte jemand eine Leitungsfunktion nur übernehmen, wenn ihm dazu ein Umfeld geboten wird, das ihn auf erfolgreiches Wirken hoffen läßt, ist das Verdikt: „Undemokratisch!“ Erst wurde ausgiebig darüber spekuliert, wann Lafontaine sich denn nun endlich um den Parteivorsitz bewerben könnte, als er Interesse zeigte, wurde er als Buhmann dargestellt, und als er verzichtete, hieß es von den gleichen Medien, er kneife.

Natürlich waren nicht gewisse Kreise sehr froh, daß Lafontaine letztlich doch nicht kandidierte. Kreise, die der „Linken“ dringend Herrn Bartsch als Vorsitzenden ans Herz legten – einen Mann, der ungefähr soviel Charisma besitzt wie ein Rudolf Scharping. Kreise, die auch rein zufällig stets zwischen „Radikalen“ und „Reformern“ in der „Linken“ zu unterscheiden wissen, wobei „Reformer“ jene Leute sind, die nach Regierungsbeteiligungen in Mecklenburg-Vorpommern oder Berlin wahrlich bemerkenswerte Wahlergebnisse vorweisen können (Berlin 2001: 22,6 %, 2006: 13,4 %, 2011: 11,7 %). Von bestimmten Journalisten hörte man, nachdem der von ihnen favorisierte Bartsch nicht gewählt worden ist, auch schon die Drohung, damit sei die Sache aber nicht erledigt. Man muß sich eben einmal vorstellen, wie schockiert das Establishment gewesen sein dürfte, als die „Linke“ 2009 das beste deutschlandweite Ergebnis einer Partei links von der SPD seit 1932 erzielte.

Last but not least: Nach hundert Jahren glorreichen Wirkens der SPD, gekrönt von der „Reformpolitik“ der Herren Schröder, Steinbrück oder Steinmeier, haben selbst weite Teile der einstigen Stammwählerschaft dieser Partei endlich verstanden, was von ihr zu erwarten ist. Ich jedenfalls weiß nicht, wofür ich mich mehr schämen soll: Daß ich damals allen Ernstes Rot-Grün (und damit letztendlich diesen Putin-Spezi) gewählt habe. Oder daß ich mich mittlerweile nach den Zeiten Helmut Kohls zurücksehne, als die Bundesrepublik noch eine soziale Marktwirtschaft war und man eher danach strebte, die nivellierte Mittelstandsgesellschaft zu schaffen, statt die Mittelschicht möglichst stark zu dezimieren und immer größere Teile der Bevölkerung zu proletarisieren.

12) peterpan4670, Sonntag, 03. Juni 2012, 10:52 Uhr

Spontan würde ich ihrer Analyse zustimmen! Ich denke auch, dass es die LINKE künftg sehr schwer haben wird, noch mit ihren politischen Zielen zu punkten, nach so einer Nummer beim Parteitag.

Aber könnte es auf den zweiten Blick in Wahrheit nicht so sein, dass die LINKE ihren innerparteilichen Hass aufeinander nur schlechter verbergen kann, als andere Parteien?!

Ich denke, die LINKE ist heute v.a. deshalb in so einer schlechten Situation, weil sehr viele ihrer Abgeordneten überhautpt nicht auf andere Parteien zugehen. Sie gefallen sich in der Rolle derer, die gegen ALLES sind, die immer schon alles besser gewusst haben: So sitzen sie da im Plenum, griesgrämig, versteinerte Mienen, verschränkte Arme!

Klar, unter Oskar Lafontaine war es wohl kaum möglich, stärker auf die SPD zuzugehen; aber was will die LINKE denn erreichen, so ganz allein?! Sie brauchen Verbündete, oder besser gesagt, „hätten welche gebraucht“.

13) PeterK, Sonntag, 03. Juni 2012, 11:01 Uhr

Ich oute mich mal als Linkswähler und habe mir mal den Parteitag im Webstream auf ihrer Internetseite angesehen. Erst dachte ich mein Monitor ist kaputt, nein es war Bernd Riexinger der da permanent mit dem Kopf hin und her wackelte. Was für eine (Witz)Figur an der Spitze der Linken. Was will der dem Volk da draußen vermitteln? Das hat man doch im Bauch, das das nicht funktioniert.
Gysi hat recht, Ost und West passen hier einfach nicht zusammen. Die Ossis haben aus ihrer Vergangenheit gelernt (die meisten jedenfalls) während die Wessis diese Lebenserfahrung (Diktatur) nicht gemacht haben und deshalb völlig andere Ideale haben.
Das geht den Bach runter.

14) Beate, Sonntag, 03. Juni 2012, 11:18 Uhr

Ist irgendjemandem bekannt welche politischen inhaltlichen Herr Bartsch verfolgt?

Sind die gegensätzlichen Positionen in den Medien diskutiert worden?

Und damit einem breiteren Wählerkreis bekannt geworden?

Nein, die inhaltlichen Positionen dürfen gar nicht bekannt werden.

Auf solche Medien kann ich verzichten.

Ich habe kein Fernsehen.

Die Protestmöglichkeit gegen das schlechte Fernsehprogramm der öffentlich rechtlichen Sender, die ihrem Verfassungsauftrag nicht nachkommen, durch Abschaffung dieses Mediums ist mir genommen worden.

Es ist bitter wenn dies durch unsere Verfassung gedeckt würde.

Der Mindestlohn.

Es wäre immerhin ein Anfang.

Die Ursache der Finanzkrise ist eine Verteilungskrise.

Wer die Staatsschulden abbauen will, muß uns auch ein Konzept zur Reduzierung der privaten Vermögen präsentieren.

Welche privaten Vermögen sollen reduziert werden?

Die bescheidenen Ersparnisse meiner Großmutter?

Oder das Vermögen des Herrn Spreng.

SCHULDEN – GUTHABEN = 0.

15) der Herr Karl, Sonntag, 03. Juni 2012, 12:55 Uhr

Schadenfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Die Konservativen freuen sich über die Verluste der Linken, die Linken freuen sich über die Verluste bei der FDP und CDU/CSU. Dass der Bürger jedoch, wie richtig bemerkt, lieber eine Protestpartei wählt, sollte den Konservativen und den Linken zu denken geben. Die Partei Die Linke hat sich mittels peinlichen Grabenkämpfen und schlechter Presse zu einer unbedeutenden Splitterpartei gamacht. Die FDP hat sich mittel unfähigen Emporkömmlingen und trotz wohlwollender Presse ebenfalls zu einer unbedeutenden Splitterpartei gemacht. Die CDU/CSU und die SPD fahren immer wieder Negativrekordergebisse ein. Dies ist eine gefährliche Situation wie Ende der Zwanziger Jahre. Zur Politik Berufene sollten die Piratenpartei als Chance sehen und aktiv mitgestalten oder eine eigene Partei gründen. Mir ist keine demokratischere Parteienstruktur bekannt, als jene der Piraten. Die etablierten Parteien haben fertig.

Welche Partei hält sich schon an ihr eigenes Motto.

16) Mark, Sonntag, 03. Juni 2012, 13:06 Uhr

Tja, also, was soll man dazu noch sagen?

Die Linke wird prinzipiell schon benötigt, da sie als einzige Partei heute schon im Bundestag eine Alternative darstellt und eine andere Politik vertritt als die restlichen Einheitsparteien, die sich zwar in wortreichen Gefechten gefallen aber letztlich einmütig die gleiche Politik machen. (Ich persönlich mag die Herangehensweise der Linken an die Euro-Rettung nicht, deshalb habe ich da meine Zweifel.)

Allerdings hat die Ankunft der Piraten die Positionierung der Linken als Protestpartei umgeworfen. Bei den Piraten weiß man zwar immer noch nicht so genau, wie man sie bewerten/einordnen soll, aber wenigstens scheinen sie „frisch“ zu sein. Etwas, was man von den Linken nicht mehr sagen kann. Und den Piraten klebt nicht das (m.E. ungerechtfertigte, aber durch die Mainstream-Medien stets wiederholte) Label „Ex-SED“ an.

Aber wo bleiben die charismatischen Personen der Linken, die auch einen Wiedererkennungswert haben? Und überhaupt: Wann hört endlich der Streit über Personen auf? Das ist alles nicht mehr zu ertragen und wird letztlich die Partei auf den Ursprungszustand -als Ostalgiepartei- zurückdrängen.

Das ist bitter, zumal mit Lafontaine und Gysi ein bewährtes Team zur Verfügung gestanden hätte, um die Partei in den Wahlkampf 2013 zu führen. Am bittersten aber ist, dass sie niemanden als sich selbst dafür verantwortlich machen können.

17) Thomas Hillebrand, Sonntag, 03. Juni 2012, 13:36 Uhr

Dieser ist wieder einer dieser Artikel von Ihnen, die ich wirklich wertschätze! Das sage ich ohne ein Fünkchen Ironie. Denn Sie bleiben sich treu und versuchen deshalb auch nicht im Mindesten, Ihre Schadenfreude über den Niedergang der DIE LINKE. zu verbergen oder gar zu verbrämen. Das ist zumindest viel ehrlicher als so einiges andere Geschwafel im großen Blätterwald. Sie sind weltanschaulich-ideologisch zuverlässig wie stets – und das soll Sie ehren.

Ich stimme Ihrer Analyse in vielen Teilen zu! Ehrlich gesagt gehört aber nun auch nicht zwingend viel Analytikerverstand dazu, diese Partei bis dato Ihrem Parteitag dieses Wochenende so zu beschreiben, wie Sie es tun. Deutlicher kann man sich selbst ja nicht vorführen. Selbstverständlich aber komme ich – weltanschaulich-ideologisch zuverlässig – zu völlig anderen Schlussfolgerungen wie Sie. Diese mögen aber bitte andere Kommentatoren mit Buchstaben füllen, ich bin einfach zu mürbe nach diesem Parteitag!

18) johannes klein, Sonntag, 03. Juni 2012, 13:38 Uhr

Verehrter Herr Spreng,

das war gar nichts. Ich hätte mich nach dem Gleichklang der Qualitätsmedien – nichts weiter als Krododilstränenvergiesserei – über eine tiefergehende Betrachtung Ihrerseits gefreut, aber was Sie da verzapfen, ist oberflächlicher Quark aus der Phrasenmaschine, unsolide unterfüttert durch einen preudohistorisches Bogenschluss zur Weimarer Republik – Fazit : Linke sind so, die können gar nicht anders, und Bartsch wäre besser gewesen (warum eigentlich ?).

Was lernen wir daraus: nichts Neues – wenn Konservative streiten, ist das beispielhaft demokratisch, wenn Linke streiten, ist das Chaos pur, unsolidarisch, unfriedlich und undemokratisch. Ich glaube, ich brauch erstmal eine Spreng-Pause. Nix gegen konservativ, aber es ist mir zu kindisch und platt, was Sie hier zum Besten geben. Und Ihr Blick in die Kristallkugel ist schon ein Hammer. Hätte nicht geglaubt, dass Sie sich zu derart unseriösen Prognosen hinreissen lassen. Aber vielleicht war ja der Wunsch Vater des Gedanken…

19) Martin, Sonntag, 03. Juni 2012, 14:06 Uhr

Auf Bundesebene mag das ja alles Stimmen. Nur ist es schade, dass damit die gute Arbeit auf Landes- und vorallem der Kommunalebene bspw. in Berlin damit vollkommen überdeckt wird. Den Kampf zwischen Reformern (Ost) und Fundamentalisten (West) und damit auch diese Handlungsunfähigkeit findet man, logisch, nur auf Bundesebene. Dass das nicht überall so ist, interessiert ansonsten wohl keinen..

20) Erwin Gabriel, Sonntag, 03. Juni 2012, 14:40 Uhr

18) johannes klein, Sonntag, 03. Juni 2012, 13:38 Uhr

das war gar nichts. Ich hätte mich nach dem Gleichklang der Qualitätsmedien – nichts weiter als Krododilstränenvergiesserei – über eine tiefergehende Betrachtung Ihrerseits gefreut, aber was Sie da verzapfen, ist oberflächlicher Quark aus der Phrasenmaschine, unsolide unterfüttert durch einen preudohistorisches Bogenschluss zur Weimarer Republik – Fazit : Linke sind so, die können gar nicht anders, und Bartsch wäre besser gewesen (warum eigentlich ?).
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Naja, den oberflächlichen Quark aus der Phrasenmaschine konnte man auch vom Rednerpult auf dem Parteitag der Linken nur allzu reichlich vernehmen.

Und ja, Linke sind so. Ob Bolschewiki oder Menschewiki, ob Stalinisten oder Trotzkisten, ob DKP oder KPD/ML, oder die LINKE (PDS oder WASG) – stets und zu allen Zeiten gab es heftige, Theorie-basierte Richtungskämpfe um Nuancen, die sich für Aussenstehende nicht erschließen.

(zum Vergleich: Für einen Protestanten mag der Katholizismus etwas Falsches, Fremdes sein und umgekehrt; schaut man mit etwas größerem Abstand auf die Weltreligionen, sind Judentum, Christentum und Islam nur leichte Variationen des gleichen Themas, im Gegensatz etwa zum Buddhismus).

21) Gregor Keuschnig, Sonntag, 03. Juni 2012, 16:58 Uhr

Die Rede von Gysi wird einmal ein Zeitdokument werden, wenn es um die Geschichte der „Linken“ geht. Das hat mir imponiert (die versteinerten Gesichter von Wagenknecht et.al.). Konsequenzen wird es wohl keine haben. Man fragt sich nur: Wann schmeisst er hin?

22) Don Corleone, Sonntag, 03. Juni 2012, 16:59 Uhr

Mir wird Die Linke schmerzlich fehlen — als unerschöpfliche Quelle unfreiwilligen Humors, als Souvenir der „guten alten“ DDR, deren unbarmherzige Menschenverachtung nostalgisch zu Solidarität hochgejazzt wurde. Und als Sprachrohr absurder Forderungen, die weder finanzierbar noch annähernd vernünftig waren.

Grabenkämpfe, Intrigen, Schlammschlachten, Wangenkratzromanzen, ein Platz am Futtertrog des Steuerzahlers … mehr Motivation drang nicht aus diesen diffusen Reihen. Wenn verknöcherte Ideologie, persönliche Karriere und alte Rechnungen an die Stelle lebendiger Ideen treten, liegt eine Partei alsbald zwei Klafter tiefer (six feet under, wie angloamerikanische Leichenbestatter sagen).

Bei den vielgeliebten Piraten zeichnet sich übrigens eine ähnliche Entwicklung ab. (Falls sich jemand fragt, weshalb deren einst so modisch provokante Öffentlichkeitsarbeit abrupt eingeschlummert ist: Es rumort gewaltig in dieser Partei, schon ehe sie wirklich eine geworden ist.)

Das Maul weit aufzureißen ist leicht. Glaubwürdigkeit zu etablieren ist schwer.

23) ForenBoy, Sonntag, 03. Juni 2012, 18:14 Uhr

@Michael,
Hochmut kommt vor dem Fall, und der kommt nun bei der Partei DIE LINKE. noch schneller, als ich es schon vor über einem Jahre prognostizierte: vor der Bundestagswahl 2013.
In den Bundestag wird diese Partei ohnehin nicht mehr, die ich sowieso als Mogelpackung sehe, da in ihr weniger als 20% von dem drin ist, was drauf steht.
Den menschen verachtenden Umgang kennt man zwar von den Brüdern und Schwestern im Stasi-Geiste eher, ausgeübt wurde er aber in skrupelloser Härte von dem westlichen Interessen-Klüngel der Partei.

Wer das eigentliche Wesen eines echten Linken verleugnet, das darin besteht, die eigene Bedeutung hinter die Interessen der Anderen zu stellen, verdient dies Wertstellung nicht. Insofern muss man dem Untergang dieser Partei nicht nachtrauern. 🙂
Der eigentliche funktionierende Teil der Partei DIE LINKE. wurde geentert jedoch nicht von den Piraten, sondern von den LAFOSisten.
Wenn sogar Gysi die Bergpredigt bemühen musste, um der feindlichen Übernahme des Westens ins Gewissen zu reden, dann weiß man doch, dass der Zug nach Pankow schon längst abgefahren war.

Das war hervorragend Gregor, aber leider zu spät……..

24) Lars, Sonntag, 03. Juni 2012, 18:26 Uhr

„Ihre Rolle als Protestpartei hat sie an die Piraten abgegeben, Inhalte wie Mindestlohn oder Finanztransaktionssteuer sind inzwischen Gemeingut bis hin zur CDU.“
Die Piraten haben nur überhaupt keine Inhalte. Sie werden nur gewählt, weil sie nicht die anderen Parteien sind. Und zB Mindestlohn Gemeingut? Merkels Vorschlag zielt nur darauf ab so zu tun, als ob es einen Mindestlohn gäbe, um einen richtigen zu verhindern und dem Gegner ein Thema zu nehmen. Man braucht auch keine Fantasie, um zu wissen, was die SPD als erstes opfern wird, wenn das Wahlziel der Troika, Vizekanzlerschaft, erreicht wurde: der gesetzliche Mindestlohn.

„mit demokratischem Wettbewerb haben einige, allen voran Oskar Lafontaine, auch ihre Probleme“
Ja, da natürlich fehlt die demokratische Tradition. Im Gegensatz zu CDU, FDP, SPD, etc, wo der Spitzenkandidat ohne Gegenkandidat mit 99 % der Stimmen gewählt wird.

25) Christian Himberger, Sonntag, 03. Juni 2012, 19:43 Uhr

Ob die Linkspartei überlebt, entscheiden die Wähler. Ich habe sie noch nie gebraucht.

26) Winfried, Sonntag, 03. Juni 2012, 19:59 Uhr

Die CSU ist auch eine Nostalgiepartei aber die Linke geht krachen, weil sie sich nicht von ihrer Dialektik trennen kann, die Piraten sind da schon eher Systemiker, außerdem haben die Linken keine Antwort auf die heutige ökonomische Frage, Marx hat da versagt oder gelogen. Wenn sie es aber schaffen würden sich den Silvio Gesell ein zuverleiben dann stünden sie an der Seite des Marktes, hätten eine Lösung parat und würden die soziale Frage auch noch lösen.

27) Doktor Hong, Sonntag, 03. Juni 2012, 20:17 Uhr

Wenn sich die Linke selbst abwickeln sollte, dann sollte das den Konservativen die Sorgenfalten auf die Stirn treiben, denn die Linken knabberten an den Stimmen der SPD, während die Piraten an allen Parteien knabbern.

Siehe Ypsilanti oder Kraft 2010. Ohne Linke im Parlament hätten beide eine eigene Mehrheit gehabt.

28) Dirk, Sonntag, 03. Juni 2012, 22:31 Uhr

Überall liest und hört man von Bartsch und den Reformern. Wen oder was wollen diese Leute denn wohin reformieren? Linke Politik in Richtung Neoliberalismus, wie es Schröder, Steinmeier & Co. mit der SPD getan haben? Nach allem, was man – so man denn will – über Bartsch und seine Rolle innerhalb der (Ost-)Linken erfähret, ist das Bild eines machtgeilen Intriganten. Dazu passen auch die Aussagen seines früheren Mitarbeiters und jetzigen MeckPomm-Linken-Chefs Bockhahn. Dumm wie Brot, aber die Klappe weit aufreissen. Was haben denn diese „Reformer“ vorzuweisen? Ausser verkackten Wahlen nichts.. Insofern passen sie eigentlich auch gut zur „reformierten“ SPD – da haben auch die Wahlverlierer Steinbrück, Steinmeier usw. die größte Klappe.

29) politropolis.de, Sonntag, 03. Juni 2012, 23:35 Uhr

DAS PARLAMENT

Ob die Sozialisten in den Reichstag ziehn –
is ja janz ejal!

Ob der Vater Wirth will nach links entfliehn,
oder ob er kuscht wegen Disziplin –
is ja janz ejal!

Ob die Volkspartei mit den Schiele-Augen
einen hinmacht mitten ins Lokal
und den Demokraten auf die Hühneraugen …
is ja janz ejal!
is ja janz ejal!
is ja janz ejal!

Die Plakate kleben an den Mauern –
is ja janz ejal!

mit dem Schmus für Städter und für Bauern:
»Zwölfte Stunde!« – »Soll die Schande dauern?«
Is ja janz ejal!

Kennt ihr jene, die dahinter sitzen
und die Schnüre ziehn bei jeder Wahl?

Ob im Bockbiersaal die Propagandafritzen
sich halb heiser brüllen und dabei Bäche schwitzen –:
is ja janz ejal!
is ja janz ejal!
is ja janz ejal!

Ob die Funktionäre ganz und gar verrosten –
is ja janz ejal!

Ob der schöne Rudi den Ministerposten
endlich kriegt – (das wird nicht billig kosten):
is ja janz ejal!

Dein Geschick, Deutschland, machen Industrien,
Banken und die Schiffahrtskompanien –
welch ein Bumstheater ist die Wahl!
Reg dich auf und reg dich ab im Grimme!
Wähle, wähle! Doch des Volkes Stimme

is ja janz ejal!
is ja janz ejal!
is ja janz ejal –!

Kurt Tucholsky, Die Weltbühne 10/1928

30) Peter Christian Nowak, Montag, 04. Juni 2012, 00:18 Uhr

@17) Herr Hillebrand

Ich versuchs mal, Herr Hillebrand. Vielleicht schickte sich die Partei DIE LINKE gerade an, mit Dietmar Bartsch das zu werden, was z.B. heute die Grünen sind: angepasst am Mainstream, etabliert wie saturiert, nicht abgeneigt, auch den neoliberalen Kurs mit einer Angela Merkel fortzusetzen – mit vielleicht marginalen Änderungen.Das wollte Lafontaine verhindern.

Lafontaine wäre Stratege einer Wende in der derzeitigen Politik gewesen und war der Urstachel nicht nur im Fleisch der SPD, sondern auch der reichen Minderheit an der Spitze dieser Gesellschaft. Diese reiche Minderheit wird hervorragend nicht nur aus der Regierung heraus, sondern auch aus dem Berichtsportfolio der Medien bedient, Während man bei der Linkspartei keine Gelegenheit ausnutzte, diese irgendwie entweder ins Lächerliche zu ziehen, oder, wenn es gar nicht mehr anders ging, den Stallgeruch ihrer angeblich kommunistischen Vergangenheit reaktivierte. Ich kenne kaum eine Partei, mit der man so unsanft in den Medien umgegangen ist. Von „Fundamentalismus“ ist immer dann die Rede, wenn es darum geht, Spekulanten und Verursachern des ganzen Krisendesasters das Handwerk zu legen. Oder auch, wenn man sagt, dass Krieg niemals eine Alternative politischen Handelns sein kann. Das Tragische ist, dass selbst die CDU Positionen der Linkspartei übernimmt (wenn auch nur vordergründig), die Linkspartei aber selbst durch eben solche Thesen gescheitert ist: Mindestlohn (in der taktischen Verpackung „Lohnuntergrenze), Regulierung des Finanzsystems, Mindesteigenkapital für Banken usw. Alles Forderungen, die noch vor nicht langer Zeit verpönt waren, weil sie aus der Hexenküche linker Ideologen stammten. Nun sind sie allgeläufig, haben Einzug gefunden auch bei den neokapitalistisch Verbortesten aller Verborten, der FDP. Wenn die derzeitige Regierung auch nur Scheingefechte auf all den genannten Baustellen führt, so wird mehr und mehr deutlich, dass das Versagen der Regierung auf ziemlich allen Feldern für eine erhebliche Gefahr für ein gedeihliches Fortbestehen der Demokratie in Deutschland wie auch in ganz Europa führen wird.
Und die Energiewende führt, so wie sie gehanhabt wird, zu einem „Energiedarwinismus“, wo Menschen sich den Strom nicht mehr leisten können. Hier spielen die Grünen eine ganz erhebliche Rolle. Denen ist das völlig wurscht!
So schliesst sich denn auch der Kreis mit dem heutigen Datum: Alle Parteien sind wieder unter sichl. Können weiter in Ruhe der neoliberalen Umverteilungsbande handlangern. Die Gefahr einer grundsätzlichen Wende zu mehr Gerechtigkeit ist vorbei!

31) Maren P., Montag, 04. Juni 2012, 07:40 Uhr

Leider haben Sie mal wieder völlig Recht, Herr Spreng! Leider – denn im herrschenden Parteienspektrum wird Die Linke fehlen. Wenn 30% der Bevölkerung von prekären Verhältnissen betroffen oder bedroht sind, wird ein Sprachrohr dafür überlebensnotwendig für uns alle!
Die Piraten sind nicht annähernd Ersatz, da ihnen programmatische Grundlagen fehlen. Die greifen beliebig das eine oder andere Stichwort bei anderen Parteien auf, ansonsten kümmern sie sich um die Kommunikationswege. Das ist zu wenig.
Die Linke hat nur noch eine Chance: Schickt Lafontaine zur Trauma-Therapie nach Tonga! Emanzipiert Euch von den Spaltern!

32) Thomas Hillebrand, Montag, 04. Juni 2012, 08:59 Uhr

@ 30) Peter Christian Nowak

Lieber Herr Nowak,

herzlichen Dank, dass Sie meinen temporär erschlafften Stimmbändern mit Ihrer Stimme ausgeholfen haben! In Ihrer 360˚-Umschau ist komprimiert das gesagt, was es zu sagen gibt. Vor allem auch, was Lafontaine vs. Bartsch betrifft und die von den Mainstreammedien erfundene künstliche „Reformer“-Diskussion. Wie das alles an die Grünen erinnert, nicht wahr? Andererseits muss man aber natürlich sagen, dass sich DIE LINKE. bitte niemals so entwickeln möge wie die Grünen! Schreckliche Vorstellung.

Deutschland ist ein „militaristisches antikommunistisches“ Land, sagte Gysi in Göttingen. Antikommunismus steht hier natürlich für diese typische neurotische Angst und Abwehr allem auch nur annähernd „Linken“ gegenüber. Wir erinnern uns natürlich, dass sich selbst die SPD diesem stereotypen, selbstverständlich gelegentlich sogar pathologischen Kommunismus-Vorwurf aus der Ecke strammer Konservativer immer wieder ausgesetzt sah. Nun, das waren immerhin Zeiten, da war der Neoliberalismus zwar theoretisch längst zwischen viele Buchdeckel gepresst, aber noch nicht bei uns angekommen. Gysi wollte damit nur darauf hinweisen, wie schwer es eine Linke in Deutschland per se habe und wie potenziert katastrophal deshalb diese innerparteiliche Selbstzerfleischung wirken muss. Herr Sprengs Artikel zeigt in seiner unverblümten Schadenfreude exemplarisch genau die Frucht dieser Wirkung. Aber das alles war und ist vorhersehbar.
Tja, wäre DIE LINKE. die FDP, dann könnte sie den nächsten Wahlen natürlich deutlich gelassener entgegensehen. Bekäme sie dieselbe unkritische, uneingeschränkte und massive mediale Unterstützung in Print, Funk und Fernsehen wie die FDP in Schleswig-Holstein und NRW und würde sie/sich Lafontaine und/oder Gysi jeweils ins Rennen schicken, dann wäre das eine ganz andere Geschichte. Das soll diese gegenwärtige Selbstzerlegung keineswegs relativieren, schon gar nicht die Unfähigkeit aller linken Bewegungen, zu einer konstruktiven Kooperation auf Dauer zu finden. Und es ist auch nicht das verheulte Gesicht des Kindes im Sandkasten, das mit dem Finger auf andere zeigt, die seine Förmchen kaputt gemacht haben. Denn es bleibt nun einmal eine Tatsache, wie Sie richtig anmerken, dass DIE LINKE. in dieser Medienlandschaft nie (in Worten: NIE) eine Chance hatte und haben wird! Wer dies leugnet, der muss sich den klaren Vorwurf der bewussten Faktenfälschung gefallen lassen.

Was aus der DIE LINKE. wird, weiß ich natürlich nicht. Ich traue ihr trotz allem zu, dass sie sich erholt, auch wenn Vieles gegenwärtig dagegen spricht. Das wirklich Schlimme jedoch ist, dass es offenbar nur wenige in diesem Land interessiert, wenn DIE LINKE. immer wieder in aller Schlichtheit auf das Wort „Δημοκρατία“ (Demokratie) und seine ursprüngliche Bedeutung verweist: Dass die Interessen der Mehrheit durchgesetzt werden. Um das zu verstehen, ist wirklich keine besondere intellektuelle Leistung erforderlich! Und auch nicht dafür, um zu erkennen, dass der Neoliberalismus dieses demokratische Urprinzip und damit die Demokratie bei uns und in Europa aushebelt und uns die Interessen einer Minderheit aufoktroyiert werden.

33) StefanP, Montag, 04. Juni 2012, 10:00 Uhr

@27) Doktor Hong

Auch die Piraten knabbern vornehmlich an den linken Parteien, denn der Wähler ordnet sie diesem Spektrum zu. Zudem wäre Roland Koch 2008 im Amt bestätigt worden, wenn die Linke den Einzug in den Landtag verpasst hätte. Gleiches gilt für Hannelore Kraft anno 2010.

Die Linkspartei hat schließlich das Gros jener Stimmen aufgesogen, die früher eine der kommunistischen Splitterparteien gewählt haben, sie haben also diese 2% gebündelt mit abtrünnigen SPD-Stammwählern.

34) riskro, Montag, 04. Juni 2012, 10:35 Uhr

Totgesagte leben länger!
Ich befürchte, Sie irren wie bei der FDP, deren Untergang Sie ebenfalls voraus gesagt, schon wieder!
Bisher war ich der Meinung, dass Sie die Parteitage aller Parteien verfolgen. Mir jedenfalls ist keine Partei bekannt, die bisher auf ihren Veranstaltungen die Wahrheit plakatiert, proklamiert oder geschrieben haben.
Den Gipfel der Verlogenheit werden Sie heute erleben, wenn das Korophäen-Dreigestirn im Kanzleramt zur Märchenstunde zusammenkommt.
Mir ist es egal ob die Linke überlebt oder nicht, wenn viele Inhalte, die sie in ihrem Programm haben von anderen umgesetzt werden würden.
Hier irren Sie schon wieder. Die CDU greift zwar angebliche Forderungen von den Linken auf. Hier liegt eine weitere Verhöhnung des Volkes. Forderungen kannman viel. Machen sich in der Öffenlichkeit auch gut, sind aber dann der Gipfel der Verlogenheit, wenn den Forderungen „keine Taten“ folgen und wer anderes als die Reg. könnte diese realisieren. Was aber machen die, streiten streiten und streiten.
Nein , wir brauchen in unserer Parteilandschaft Parteien, die den Finger immer und immer wieder in die Wunde legen. Die Piraten brauchen noch jahrelang -sie müssen sich erst noch finden- um diese Lücke , wenn sie entstehen würde, ausfüllen zu können.
Heute wird im Kanzleramt, dem Volk wieder eine nicht existierende Einigkeit der Koalition vorgegauckel, die nur der „Machterhaltung“ der beteiligten Parteien dient. Das Michael Spreng ist „Verlogenheit und Verhöhnung des Souveräns in höchster Vollendung“.

35) Andronico, Montag, 04. Juni 2012, 11:02 Uhr

Lassen Sie mal die Sektkorken nicht zu früh knallen! Kann sein, dass Sie recht haben was DIE LINKE betrifft. Aber die Gefahr kommt doch nicht von Links. Ich meine die Gefahr für unser Wirtschafts- und Finanzsystem, in dem sich einige wenige Nutznieser auf Kosten der Mehrheit der Weltbevölkerung so wunderbar eingerichtet haben. Nein, es sind die Nutznieser und strammen Ideologen dieses Systems, die den Karren gegen die Wand fahren und die hoffen, dass ein immer mehr und ein noch bornierteres „Weiter-So“ retten kann, was nicht zu retten ist. Und da brauchen sie gar keine LINKE dazu (dabei wären deren Ideen vielleicht sogar hilfreich den Untergang hinauszuzögern oder etwas abzufedern). Vermutlich kann sich diese System nicht reformieren, und wird wie so viele andere Systeme vor ihm erst den totalen Zusammennbruch erleiden müssen bis etwas Neues entstehen kann. Und die Borniertheit wird wieder mit dem Leid von hunderten Millionen wenn nicht MIlliarden Menschen bezahlt werden.

36) Erwin Gabriel, Montag, 04. Juni 2012, 11:17 Uhr

@ 30) Peter Christian Novak, 32) Thomas Hillebrand

Ich sehe das mit der LINKEN ähnlich wie mit der FDP: Die Idee hinter der Partei ist wichtig, aber die Umsetzung durch das Personal mangelhaft.

Mit Gregor Gysi und Oskar Lafontaine haben die Linken zwei brilliante Denker und Köpfe an der Spitze, deren Intelligenz und Eloquenz man sie in anderen Parteien leider vergeblich sucht. Da haben CDU, SPD, FDP und Grüne nichts Gleichwertiges zu bieten. Das eine qualitativ so hochwertig bestückte Partei nur so schwache Ergebnisse erzielt, liegt nicht an der Grundeinstellung der Deutschen, sondern am erfolgreich nach außen präsentierten zerrissenen Zustand. Die Rede Gregor Gysis hat es schon auf den Punkt gebracht: „Mit zwei Dingen können Linke nicht umgehen: Mit Erfolg und mit Mißerfolg“.

PS:
>> Das wirklich Schlimme jedoch ist, dass es offenbar nur wenige in diesem Land
>> interessiert, wenn DIE LINKE. immer wieder in aller Schlichtheit auf das Wort
>> “Δημοκρατία” (Demokratie) und seine ursprüngliche Bedeutung verweist:
>> Dass die Interessen der Mehrheit durchgesetzt werden.

Das allein sorgt nicht für Gerechtigkeit, wenn sich viele zusammentun, um wenigen etwas wegzunehmen. Wobei ich gerne zustimme, dass wir von einer Demokratie weit entfernt sind, und die Regeln in unserer Gesellschaft das Geld bevorzugen, statt Tatkraft, Eigeninitiative etc zu fördern.

37) riskro, Montag, 04. Juni 2012, 11:55 Uhr

Zum Beitrag 22) Don Corleone

Zitat: Und als Sprachrohr absurder Forderungen, die weder finanzierbar noch annähernd vernünftig waren. Ende

So so, nicht finanzierbar. Heiner Geisler, CDU, hat richtigerweise, daraufhin gewiesen, das Geld genug vorhanden ist, es wird nur im großen Stil z.B. zur Befriedigung von Lobbyisten verbraten. Der öffentl. Dienst verschleudert Mrd. – Don lesen Sie das jährlich erscheinende Weißbuch. Angst haben zu müssen, zur Rechenschaft gezogen zu werden, braucht Keiner zu haben. Das Buch ist das Papier nicht wert auf dem es geschrieben ist. Der Bund der Steuerzahler mahnt regelmäßig, die Verschleuderung von Steuermittel in vielen weiteren anderen Bereichen an, ohne das von den Regierenden –dazu zählen, die Linken wie Sie zugeben müssen nicht. Deshalb können Sie das denen nicht anlasten. Aber ich bin sicher Sie finden einen Ihnen genehmen Sündenbock- effektive Maßnahmen ergriffen werden.
Kapital wird in unvorstellbarer Höhe (000 000 000 000 000) auf krimineller Art und Weise –aber nur von Bürgern (Verbrechern), die dazu in der Lage sind- dem Fiskus entzogen.
Don C. haben Sie eine Vorstellung, was der Krieg –der nach einer mir vorliegenden schriftlichen Auskunft des „Bundestagspräsidenten Lammert keiner ist- in Afghanistan den deutschen Steuerzahler gekostet hat und noch bis endgültigen Abzug kosten wird? Was unvernünftige Forderungen der Linken:
– deutsche Soldaten aus Afghanistan abzuziehen. Die weitere billige Inkaufnahme weiterer
Toter/Verletzte Soldaten ist unverantwortlich.
– Verursacher der Finanzkrise an den entstandenen Kosten mit zu beteiligen
– Nach einem Mindestlohn zu schreien. Absurd zu fordern, dass jemand der Vollzeit arbeitet auch
von dem erzielten Einkommen seine Mindestbedürfnisse decken will. Wozu gibt es die
Aufstockung. Kostet wohl nach Don C. nichts
– Und und und

Die Koalition begegnet solchen Forderungen mit dem Slogan:

Wer soll das bezahlen, nicht finanzierbar!

Der dumme deutsche Michel plappert dies nach. Ich verrate ihnen mal was:

Ich weiß, wer das bezahlen soll! Aber nicht weitersagen: „WIR“!!
Wir bezahlen nämlich alles! Ich erspare mir die Aufzählung der wichtigsten Felder.

Was eine dumme Frage bezw. Aussage.

Zitat von Don C. Grabenkämpfe, Intrigen, Schlammschlachten, Wangenkratzromanzen, ein Platz am Futtertrog des Steuerzahlers Das Maul weit aufzureißen ist leicht. Glaubwürdigkeit zu etablieren ist schwer. Ende

Gibt es bei den Don C nahestehenden Partei (en) nicht.

„Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen“

„Festhalten an einer gescheiterten Koalition, um den Platz am Futtertrog des Steuerzahlers nicht zu verlieren“
Sie Don C. messen mit zweierlei Mass

Ich/sie habe(n) verstanden. Don C., Sie nicht!

38) Lars Günter, Montag, 04. Juni 2012, 12:51 Uhr

Verglichen mit der FDP ist die Linke doch in einem Top-Zustand. Jedenfalls ist sie in der Lebenswirklichkeit der Bevölkerung, während beispielsweise „Hoffnungsträger“ Lindner (in zwei Jahren Generalsekretär von 15 auf 2%) von soliden Finanzen faselt, während man Hotelbesitzern nach wie vor jedes Jahr eine Milliarde schenkt.

Was ich nie verstanden habe, ist, warum die SPD eine Koalition im Bund mit der Linken ausschließt, gleichzeitig aber Hintergrundgespräche mit Kubicki und Lindner führt. Angeblich wegen „Regierungsunfähigkeit“ der Linken. Wenn „Regierungsunfähigkeit“ ein Ausschlußkriterium wäre, warum werden dann eine große Koalition und eine Ampel nicht ausgeschlossen?? Regierungsunfähiger als Schwarz-Gelb war in 60 Jahren Bundesrepublik niemand.

Fürchtet die SPD eine Koalition mit den Linken, weil sie dann sozialdemokratische Politik machen müsste?

39) StefanP, Montag, 04. Juni 2012, 13:44 Uhr

Der rabiate Umgang in der Partei Die Linke mit Andersdenkenden ist zwar erschreckend, aber der dort zu Markte getragene Hass auf Parteiopponenten nur die Spitze. Dabei leiden die Linksextremen unter einer dramatischen personellen Auszehrung. Katja Kipping ist eines der letzten Talente, die an die auf den Vorsitz gespühlt wurde, als besonders durchsetzungsstark hat man sie bisher nicht bezeichnet. Für ihren Co-Vorsitzenden Bernd Riexinger lässt sich noch nicht mal das behaupten.

Die vom Standing betrachtet talentiertesten Politiker Bartsch, Wagenknecht und Ramelow können nicht miteinander, nur im Untergang der Partei können sie noch etwas werden. Oskar Lafontaine hat bei seinem Abgang von der großen politischen Bühne noch ein letztes Mal seine große destruktive Kraft gezeigt, denn der große Vorwurf an Bartsch ist nicht wie an seine Vorgänger Unfähigkeit, sondern seine strategischen Fähigkeiten.

Doch der Verschleiß an Talent und Können zeigt sich auch bei anderen Parteien. Die Piraten verbrennen ihre Spitzenleute in einem Tempo, dass man sich kaum vorstellen kann, dass sie über ein ausreichendes Reservoir an geeigneten Kandidaten verfügen, solche Verluste zu kompensieren. Die Liberalen haben einen schwachen Vorsitzenden, damit die dahinter stehenden Leute um Bahr und Lindner in Ruhe reifen können. Immerhin, bei der Partei ist noch Hoffnung, hat sie doch außerordentlich viele junge Parteimitglieder. Für die meisten Konkurrenten gilt das nicht, dort bestimmen alte Renegaten das Erscheinungsbild. Die Grünen, ebenfalls mit einigen Talenten in der 2. Reihe, zeichnen sich durch Mutlosigkeit aus. Klar, wer aus der Reihe tanzt, wird mit Farbbeuteln beworfen.

Wer scheitet, ist meist dauerhaft aus dem Rennen. Zu Guttenberg, Röttgen, Bartsch mögen Fehler gemacht haben. Sie damit dauerhaft aus dem Zirkus auszuschließen zeigt eine Brutalität, die sich gegen die Demokratie wendet. Die Klage über zuviele Lakaien auf der Bühne sind die Strafe dafür.

40) Thomas Hillebrand, Montag, 04. Juni 2012, 13:46 Uhr

@ 32)

Ergänzung:

Zu dieser neurotisch antikommunistischen Agitation, die ja wie gesagt selten einen so genannten „echten“ Kommunisten im Visier hatte, sondern alles, was überhaupt nur „links“ an der Ampel abbog, zählten medial herausragend natürlich Axel Springer und sein TV-Arm Gerhard Löwenthal. Dies darf angesichts der journalistischen Herkunft des Blogbetreibers und Artikelverfassers, denke ich, nebenbei auch erwähnt sein. Was natürlich nichts an meiner Wertschätzung Ihrer Ehrlichkeit gegenüber ändert, Herr Spreng.

(PS. Die RAF wurde dann selbstverständlich von jedem Demokraten und jeder demokrtischen Partei bekämpft!)

41) horst scharnhorst, Montag, 04. Juni 2012, 14:27 Uhr

Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Die Linke ist ein Politik-Museum. Ohne Ideen und Antworten auf die Zukunft: neuer Wachstumsbegriff, Energiewende, neuer Sozialstaat, neue globale Wirtschaft.

42) Hook, Montag, 04. Juni 2012, 14:38 Uhr

Die Linke ist so oft und so schnell links abgebogen, da sie sich ins Dauer-Vertigo gefahren haben.
Das Gleichgewichtsorgan für Ost/West ist irreparabel beschädigt.

UNWÄHLBAR

ahoi

43) Steve, Montag, 04. Juni 2012, 18:43 Uhr

Wenn Hr. Spreng über die LlNKE herzieht, ist es so, als würde jemand, der Heavy Metal nicht leiden kann, das neue Album von Metallica rezensieren.

44) Günter Springer, Montag, 04. Juni 2012, 19:21 Uhr

@26) Winfried
Wenn die Linke nach ihrer Meinung keine Antwort auf die heutige ökonomische Fragen und sozialen Probleme hat, dann erzählen Sie mir doch bitte welche der anderen Parteien diese Fragen beantworten kann. Karl Marx hat weder versagt noch gelogen. Er hat genau vorausgesagt, wie sich der heutige Kapitalismus bewegt. Er hat seine Voraussage noch viel zu human getan,wenn man sich das hinterhältige Grinsen der heutig Besitzenden und Regierenden vergegenwärtigt.
Wie die Piraten in das System passen sollen, warten wir lieber erst einmal ab.

45) miwalla, Montag, 04. Juni 2012, 19:25 Uhr

@39 Lieber StefanP.

Sie behaupten, dass Dietmar Bartsch ein talentierter Politiker wäre. Mich würde mal interessieren, woran Sie das 1. festmachen und er es 2. gezeigt hat. Ist er ein strategischer Politiker, wie Frau Wagenknecht, die ihre Aufgabe im theoretischen Überbau der Partei sieht, oder ein pragmatischer Politiker, der wie Herr Ramelow Wahlen gewonnen hat. Dieser hat ja immerhin seine Partei in die Nähe des ersten linken Ministerpräsidenten gebracht. Herr Bartsch neigt dazu Wahlen in der Regel zu verlieren, so wie die jetzige zum Parteivorsitzenden. Als Berliner kann ich nur sagen, dass der von Bartsch (in Person von Klaus Lederer, einem seiner wichtigsten Stützen) vertretene Kurs, den Linken in Berlin die Hälfte der Wähler und die Regierungsbeteiligung gekostet hat. In Brandenburg wird das gleiche passieren, obwohl man auch dort den Regierungskurs entsprechend Bartsch fährt. Wenn man die Linke als Wahlpartei sieht, so wie Dietmar Bartsch, dann ist er ein Totengräber für seine Partei und keineswegs in diesem Sinne talentiert. Kann er in anderen Parteien etwas werden? Bestimmt, aber das sind ja ebend die anderen Parteien (CDUSPDFDPGrüne), die dieses Land vor die Wand fahren werden. Weimar läßt grüßen. Und wie schnell alles kippen kann, sieht man gerade in Griechenland. Innerhalb eines Jahres ist dort das gesamte politische System gekippt.

46) Martha Mumenschanz, Montag, 04. Juni 2012, 19:32 Uhr

„Inhalte wie Mindestlohn oder Finanztransaktionssteuer sind inzwischen Gemeingut bis hin zur CDU“

Ach ja, und warum existiert weder das eine noch das andere, wo doch angeblich die gesamte deutsche Politik unbedingt den Mindestlohn will? Stattdessen schuften Millionen (auch gut ausgebildeter) Menschen für Löhne unter oder knapp über der Armutsgrenze. Jeder 3. junge Erwachsene ist heute Geringverdiener. Das alles ist aber den großen Analysten der Politik egal, denn „unserer“ Wirtschaft geht es ja super und die Arbeitslosenzahlen sinken. Zu welchem Preis? Egal.

Und sorry, aber wer die von der Union angestrebte „tarifoffenen, allgemein verbindlichen Lohnuntergrenze“ einfach mal so mit einem echten Mindestlohn gleichsetzt, der betreibt einfach nur Propaganda.

47) Erwin Gabriel, Montag, 04. Juni 2012, 19:47 Uhr

42) Steve, Montag, 04. Juni 2012, 18:43 Uhr
>> Wenn Hr. Spreng über die LlNKE herzieht, ist es so, als würde jemand,
>> der Heavy Metal nicht leiden kann, das neue Album von Metallica rezensieren

Ich verstehe die Leute nicht, die direkte Worte über politische Gegner laut beklatschen und teilweise süffisant kommentieren, aber hochgradig empfindlich reagieren, wenn es die eigene Partei trifft.

Man konnte Herrn Spreng sicherlich beim einen oder anderen Kommentar zu den Piraten vorwerfen, dass er das Thema (noch) nicht ganz verstanden hat. Im oben stehenden Kommentar zur Linkspartei schlägt Michael Spreng aber sehr sachliche Töne an. Was ein Gregor Gysi seiner Partei um die Ohren gehauen hat (eine große Rede, hörenswert auch für Nicht-Parteimitglieder), war deutlich heftiger.

48) Thomas Hillebrand, Montag, 04. Juni 2012, 20:03 Uhr

@ 35) Andronico

Leider sind Ihre düsteren Prognosen nicht von der Hand zu weisen! Gut, dass Sie sie aufgeschrieben haben!

49) Thomas B., Montag, 04. Juni 2012, 20:06 Uhr

Die Rede von Gregor Gysi hat mich berührt. Keine Ahnung ob das der richtige Begriff ist. Die Rede vom kleinen Napoleon eher nicht.

Lafontaine sprach davon, die Idee nicht scheitern zu lassen. Leider tut er aus meiner Sicht nicht genug dafür.

50) Don Corleone, Montag, 04. Juni 2012, 20:41 Uhr

37) riskro, Montag, 04. Juni 2012, 11:55 Uhr

Warum so böse, riskro?

Wenn ich „absurd“ und „unfinanzierbar“ sage, dann angesichts der Lasten, die Deutschland tagtäglich neu aufgebürdet werden und die ich als bekannt voraussetze: ESFS, ESM, Bailouts, Eurobonds, Fiskalunion, etc. … das ganze unselige Theater der Rettung einer aus zahllosen Gründen zum Scheitern verurteilten Währnung namens Euro. (Dass Die Linke gegen diese immens überteuerte Hühneraugenoperation an einem Krebskranken ist, finde ich ausgesprochen klug und sympathisch.)

Nicht anders als Sie lehne ich die unnötigen Subventionen ab, die das Dilemma verstärken; aber die werden wir dank starker Lobbies und gewachsener Klientelpolitik aller Parteien wohl nie loswerden. (Von den Linken war kein Wort dagegen zu vernehmen.)
Unvernünftig finde ich den Grundlohn, da er in allen Ländern, in denen er eingeführt wurde, die Arbeitslosigkeit von Menschen geringeren Ausbildungsstands perpetuiert hat. Ihnen ist damit nicht geholfen. — Hier sollte man aus der Praxis lernen.

Auch Die Linke weiß, dass mittelfristig Hunderte von Milliarden für Beamtenpensionen fällig werden, für die kein Cent an Rücklagen gebildet wurde und die in keiner Schuldenstatistik auftauchen, aber die eh schon riesigen Staatsschulden einigermaßen verdoppeln. Dies (wie durch die Bank alle Parteien) ausklammernd, kann man gut Forderungen stellen.

Ebenfalls teile ich Ihre Meinung über alle Afghanistans der Welt. Kein Drittstaat hat dort was verloren; und wenn ich jetzt höre, dass irgendwelche Hirnis hierzulande nach einem Eingreifen in Syrien schreien, wird mir schlecht.

Wenn ich Ihr Posting nochmals lese: So weit liegen wir gar nicht auseinander. Und die mir „nahestehenden“ Parteien, die Sie bei mir vermuten, gibt’s nicht. Ich gehöre keiner einzigen Partei an und wahre zu allen eine gleichmäßige Entfernung. Die klassische liberale Weltanschauung, die ich bevorzuge — weil sie allein (ganz ohne zweierlei Maß) auf einen freien, selbstverantwortlichen Bürger baut —, finde ich bei keiner einzigen.
Und alle verbraten die Steuern unserer ungeborenen Urenkel schon heute für die Schulden anderer Staaten, die uns schon jetzt dafür hassen. Das bereitet mir Sorgen. Denn was können unsere Nachkommen für die Hybris der überhasteten Euro-Einführung?

Seien Sie gegrüßt!

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