Samstag, 09. Juni 2012, 18:39 Uhr

Wowi-Dämmerung

Für ihn ist Berlin “arm, aber sexy”. Jetzt ist Klaus Wowereit selbst arm dran und sexy ist er schon lange nicht mehr. Er musste auf dem Landesparteitag der SPD eine bittere Niederlage hinnehmen: Sein engster Vertrauter, SPD-Chef Michael Müller, verlor den Landesvorsitz gegen Jan Stöß, einen Mann, der die SPD “nach links rücken” und “den Senat antreiben” will.

Alles Werben für Müller, alle Warnungen Wowereits vor Stöß und einer “inneren Zerstörung” der Berliner SPD nutzten nichts. Wowereit ist jetzt ein Bürgermeister ohne verlässliche Truppen. Am verlässlichsten ist für ihn noch der Koalitionspartner CDU.

Für Wowereit rächt sich jetzt, dass er die Partei behandelt hat wie die Stadt: hemdsärmelig, nachlässig,  ohne inneres Engagement. Er wirkte schon länger wie ein Bürgermeister auf Abruf, jetzt ist er einer. Das Spielerische, das lange Zeit an “Wowi” so sympathisch wirkte, war nur noch die Camouflage für seine Wurstigkeit und Lustlosigkeit.

Symptomatisch war die Art, wie er seinen Aufsichtsratsvorsitz beim neuen Berliner “Willy Brandt”-Flughafen ausübte. Er nahm den Job einfach nicht ernst – genausowenig wie sein Bürgermeisteramt.

“Schaut auf diese Stadt” hatte einst Willy Brandts legendärer Vorgänger Ernst Reuter gesagt. Wer heute schaut, blickt auf eine “Weltstadt”, in der jeder vierte von Hartz-IV lebt, die keinen Hauptstadtflughafen hinbekommt, in der die S-Bahn selten fährt, in der die Wirtschafts- und Industrieförderung vernachlässigt wird, in der im Winter nur ausnahmsweise das Eis von den Bürgersteigen gehackt wird. Und einen Bürgermeister, der darüber noch seine Witzchen macht.

Berlin ist trotz allem eine faszinierende, pulsierende Stadt. Der Bürgermeister fasziniert aber schon lange nur noch die Klatschspalten. Kaum zu glauben, dass viele in der SPD einmal meinten, er könne Kanzlerkandidat werden.

Jetzt wird Wowereit Mühe haben, seine Amtszeit als Bürgermeister über die Runden zu bringen. Die Wowi-Dämmerung hat begonnen. Mal sehen, wie er reagiert, wenn er “angetrieben” und getrieben wird. Und die Spekulationen, wer ihn beerben könnte, werden ab sofort die Zeitungsspalten beherrschen. Ob er dafür noch stabil genug ist?

Berlin bräuchte endlich einen Bürgermeister, der die Stadt und ihre Probleme ernst nimmt, einen Pflichtmenschen, keinen Spieler.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

68 Kommentare

1) Dieter Carstensen, Samstag, 09. Juni 2012, 18:59 Uhr

Lieber Michael Spreng,

mit Berlin ist das so eine Sache: Einerseits eine Weltstadt und andererseits ein preussisches Provinzdorf, zumindest was die dortige Politik angeht.

Was Herrn Wowereit angeht, von ihm habe ich noch nie etwas gehalten, ich halte ihn für einen Blender, der besser auf Partys als in der Politik aufgehoben ist.

Der Flughafen ist ja nichts die erste bauliche Katastrophe, die Wowereit zu verantworten hat. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie im Januar 2007 wegen des Jahrhundertsturms “Kyrill” der nagelneue Berliner Hauptbahnhof geschlossen werden musste, weil im Sturm damals Eisenträger herunterfielen und Menschenleben gefährdeten.

Und S-Bahn fahren ist ja in Berlin mittlerweile ein Lotteriespiel, man weiss nie, wann sie wieder mal komplett ausfällt. Es gibt viel an Herrn Wowereit zu kritisieren, ich hoffe, dass sein Rücktritt möglichst schnell kommt, aber wer soll ihn dann beerben?

In den Reihen der SPD sehe ich da zur Zeit keinen Nachfolger, welcher in der Lage wäre, “den Karren aus dem Sumpf zu ziehen”, die Berliner SPD steckt selber zu tief im Sumpf.

M.f.G.

2) rudow1, Samstag, 09. Juni 2012, 19:26 Uhr

Jaja, Herr Spreng
der Berliner hat´s schon nicht leicht ! Wie man an meinem Namensieht bin ich ja selber einer und muss zugeben das ich ein aktives CDU-Mitglied bin und allein schon deswegen sollte ich ja nun eigentlich ins gleiche Horn stossen, tue ich aber jetzt noch nicht.

Sicher, Ihre Bestandsaufnahme der Berliner Umstände und wahrscheinlich auch der Berliner SPD stimmt auffallend, aber was kann man schon dagegen tun wenn sich die SPD selbst zerreissen möchte (wie es die Linken typischerweise immer tun).

Wir (Berliner CDU und/oder Berlinerbüger) werden also warten müssen was nun im Senat in Zukunft passiert und ob sich die Aufrührer wieder fangen. Hoffung besteht, schliesslich fangen hier bald die Ferien an und dann gehts ja wieder ab in die Toskana, oder evtl. ja auch nach Griechenland (und dort so tun als sei man von der deutschen, konservativen Kanzlerin als guter Sozialist auch einfach nur angewiedert … nur um sich insgeheim wegen der fallenden Preise zu freuen). Nun haben die linken in der SPD also ein Zeichen gesetzt, jetzt kommt der Urlaub und danach sehen wir weiter.

Möglicherweise haben Sie nur ein bißchen weiter in die Zukunft geschaut..

3) Seen, Samstag, 09. Juni 2012, 19:27 Uhr

Was halten Sie von Heinz Buschkowsky? Wäre der nicht ein Kandidat für den Posten?

4) Baden-Baden, Samstag, 09. Juni 2012, 20:51 Uhr

…der Beitrag von errn Spreng ist interessant – er bringt sich ideologisch wieder in Stellung und bezieht die alten bekannten Schützengräben..

Schade um diese oft klugen und objektiv denkenden und schreibenden Journalisten

5) Gregor Keuschnig, Samstag, 09. Juni 2012, 21:47 Uhr

Wowereits Stil ist seit Jahren so. Sie sollten mal fragen, wer diesen Mann ohne Prinzipien (außer eines: seine Macht) eigentlich gewählt hat. Und ob das nicht mehr sagt, als man gemeinhin denkt.

6) Erika, Sonntag, 10. Juni 2012, 00:17 Uhr

Ihre Beschreibungen von SPD-Politikern sind meist sehr abfällig: “hemdsärmelig, nachlässig, ohne inneres Engagement, Wurstigkeit, Lustlosigkeit – naja – das machen Sie halt so. Wir leben in einem freien Land.

“Sympomatisch war die Art, wie er seinen Aufsichtsratsvorsitz beim neuen Berliner “Willy Brandt”-Flughafen ausübte. Er nahm den Job einfach nicht ernst –”

Der Flughafen gehört ja zu 37 % Berlin 37 % Brandenburg 26 % Bund

Jetzt konnte der Flughafen nicht eröffnet werden, weil etwas mit dem Brandschutz nicht funktioniert.
2 Aufsichtsräte Wowereit (Berlin) und Platzek (Brandenburg) haben die Eröffnungsverschiebung in einer Pressekonferenz bekanntgegeben. Wenn also der Aufsichtsrat Wowereit seinen “Job” nicht ernst nahm, wo war denn der Aufsichtsrat vom Bund?

Sind dem Bund der Anteil von 26 % egal? Wie war der Aufsichtsratsposten des Bundes besetzt? Hatte dieser Aufsichtsrat andere Informationen als der “Versager” Wowereit? Wowereit ist Aufsichtsrat nicht Geschäftsführer des Flughafens und wenn es einen 12 er Aufsichtsrat gibt, was machen dann eigentlich die anderen 11 Aufsichtsräte, die hätten doch dann ihren “Job” ernstnehmen können. Hat Wowerreit diese gehindert ihren Job ordentlich zu machen? Oder ist die Beteiligung des Bundes nur dafür, dass sich Angela Merkel bei der Eröffnung am besten plazieren kann?

Dass die S-Bahn nicht fährt liegt das an politischen Entscheidungen, wie zum Beispiel bei der Energiewende im Bund? Wie sieht denn die Hartz IV-Quote in anderen Großstädten aus?

Wenn Wowereit nicht mehr gewählt wird, gibt es eben einen Wechsel gemeinhin nennt man so etwas Demokratie.Trotzdem hat Berlin eine Verwaltung, die für die Reinigung der Straßen zuständig ist.

Das beste Beispiel war doch Hamburg – Ole von Beust, soll ja oft auf Sylt gewesen sein, trotzdem wurde er immer wieder von den Hamburgern gewählt, trotz seine Elbphilharomnie.

Pflichtmensch? Spieler?

7) Sabine Zielke-Esser, Sonntag, 10. Juni 2012, 07:25 Uhr

Bitte gestatten Sie eine grundsätzliche Bemerkung: Ich weiß, dass mit der Erfindung des Computers, der „elektronischen Schlampe“ (Wolf Schneider) das Korrekturlesen abgeschafft wurde. Es kann aber nicht Sache der Leser sein, durch den Text zu stolpern und zu ahnen, was der Autor mitteilen möchte. Tippfehler (früher fälschlich Druckfehler genannt) sind nervig und manchmal gar sinnentstellend. Also bitte noch mal drüberschauen und korrigieren und erst dann „abschicken“. Gilt übrigens generell, nicht nur für den Sprengmeister.

8) Minassian, Sonntag, 10. Juni 2012, 07:54 Uhr

Wo sind die Alternativen innerhalb der zerstrittenen SPD und der intriganten CDU ? Da wird’s wohl wieder einen Import brauchen. Aber wer tut sich die 62 Mrd. Schulden an ? Wer soll die längst fällige Fusion Berlin-Brandenburg schaffen ? Den Flughafen, die Hertha (lol) ? Wowereit ist ein bonvivant, der – ähnlich wie Ole von Beust in Hamburg – längst die Lust verloren hat. Berlin – quo vadis ?

9) Horst Klohocker, Sonntag, 10. Juni 2012, 09:01 Uhr

Berliner Luft riecht schon lange nicht mehr wie Kölnisch Wasser – sie hat bisweilen etwas von Landluft und die Berliner Probleme sind eher bodenständig. Einem großen Teil der Berliner geht es nicht gerade gut und der OB Wowereit entfernt sich immer mehr auf weltmännische Art von seinen Bürgern. Wowereit, was aus dem Litauischen stammt, bedeutet Eichhörnchen und Eichhörnchen sind bekanntlich Einzelgänger. Einen Oberbürgermeister, welcher sich immer mehr zum abgehobenen und extrahierten Einzelgänger entwickelt, dessen bedürfen die Berliner nicht und deshalb ist der basisdemokratische Denkzettel aus der eigenen Partei gerade zum richtigen Zeitpunkt gekommen.

Kein entfernter Wirtschaftslenker, sondern einer, der auch einmal eine Kneipe in Kreuzberg besucht, das benötigt Berlin jetzt mehr als nötig. Für Herrn Wowereit sollte Berlin nicht unbedingt Hauptstadt sein, sondern sein großes Dorf und er mehr Schultheiß als Herr Oberbürgermeister in welchem er sich um die kleinen Sorgen seiner Berliner kümmert – Weltpolitik wird ein paar Straßen weiter gemacht. Schon Konrad Adenauer soll einst bemerkt haben „Wer Berlin zur neuen Hauptstadt macht, schafft geistig ein neues Preußen.“ Und nun mal Hand aufs Herz Herr Wowereit: „Möchten sie sich wirklich zum Preußen entwickeln?“

10) riccardo borghese, Sonntag, 10. Juni 2012, 10:47 Uhr

Wowereit ist der Prototyp des verantwortungslosen Berliners, gewählt von Leuten, die bevorzugt vom Geld anderer Leute leben und trotzdem den ganzen Tag rummeckern. Deshalb muss der Glaube, dass ein Nachfolger Wowereits die allgegenwärtigen Probleme Berlins auch nur benennen, geschweige denn lösen könnte, ins Reich der Träume verwiesen werden.

11) Alexis, Sonntag, 10. Juni 2012, 10:52 Uhr

Weitgehend d’accord, Herr Spreng, insbesondere auch Ihr positives Urteil über Berlin selbst. Trotz allem Chaos (zynisch: vielleicht gerade deshalb! ) für mich derzeit die faszinierendste Stadt in good old Europe. Nur, was OB-Nachfolger betrifft, stimme ich 8) Minassian leider zu.

12) Peer Sylvester, Sonntag, 10. Juni 2012, 11:16 Uhr

Wowereit hat i Wahlkampf gezeigt, dass er immer noch die alten Stärken besitzt, wenn er sich anstrengt.
Leider muss er dies nun nicht mehr tun – statt den unbequemen Grünen, hat er jetzt mit der CDU wieder einen Partner, der aus Angst vor Abwahl alles macht, was die SPD diktiert (so wie die Linke nach ihrer Wiederwahl zuvor).

13) Erika, Sonntag, 10. Juni 2012, 12:24 Uhr

@) 1) Dieter Carstensen

“Der Flughafen ist ja nichts die erste bauliche Katastrophe, die Wowereit zu verantworten hat”

Wo genau liegt die Verantwortung von Herrn Wowereit, dass es diesen Jahrhundertsturm gab oder, dass er die Ingenieursleistung falsch erbracht hat?

14) Frank Reichelt, Sonntag, 10. Juni 2012, 12:36 Uhr

@ 9) Horst Klohocker

Adenauers rheinische Preußen-Phobie ist bekannt, für ihn begann östlich des Rheins bereits Sibirien, das sollte man nicht zu ernst nehmen.

Ihre Charakterisierung Wowereits hebt sich jedoch in ihrer Sachlichkeit wohltuend von der Herrn Sprengs ab, die kein gängiges und stereotypes Klischee auslässt, es geht scheinbar auch anders!

15) StefanP, Sonntag, 10. Juni 2012, 13:14 Uhr

Wowereit, einstmals als Hoffnungsträger für die Stadt gestartet, den Klüngel zu überwinden, der die Spree-Metropole bis heute in ihrer Entwicklung lähmt, konnte zu keiner Zeit den hochtrabenden Erwartungen gerecht werden. Er ist, wie die WELT vor kurzem schrieb, ein Kümmernis geblieben. Im Vergleich mit der Finanzmetropole London, regiert von dem Konservativen Boris Johnson, schneidet Wowereits Berlin blamabel ab.

Die Hauptstadt der Deutschen ist eine arme Stadt geblieben und das ist selbstgewählt. Die Hälfte seiner Bürger lebt wie gehabt von öffentlichen Transfers am Tropf des fleißigen Teils dieses Landes. Und so kommt die Energie für die Stadt von außerhalb. Berlin zieht das meiste Risikokapital im Land an, die meisten Start-ups werden folgerichtig in der 3,4-Millionen-Stadt gegründet. Berlin ist attraktiv für junge, gut ausgebildete Akademiker, die im Osten günstige Lebensbedingungen antreffen. Wowereit hat dazu wenig beigetragen. Zwar tauschte die Hauptstadt mit 1 Millionen Zuzüglern fast ein Drittel ihrer Bevölkerung aus, doch leider hatte das kaum Auswirkungen auf den prekären Teil.

Berlins Bürgermeister steht für die Stagnation einer Großstadtgesellschaft, die über ihren kulturellen Anspruch hinaus keine Kraft mehr entfaltet zu wirklicher Größe, gehandicapt wie sie ist durch das ihr von Wowereit eingebrannte Siegel “arm, aber sexy”.

Londons Bürgermeister dagegen, obwohl effektiv mit viel weniger Macht ausgestattet als der Berliner Regierungschef, ist ein Beleg dafür, wie in der politischen Moderne die profilierte Persönlichkeit entscheidend werden kann für das Maß des Ansehens von Politikern, wo der Durchschnitt dieser Spezies so kläglich hinter aller Respektabilität zurückzufallen droht.

Wowereit lag das Schicksal Berlins nie so am Herzen, dass er um eine prosperierende Zukunft gerungen hätte. Wie die von ihm Regierten hat er sich eingerichtet in den Verhältnissen und droht damit, das Rennen mit konkurrierenden Weltstädten zu verlieren. Die Wahl von Jan Stöß wird an dieser Perspektive nichts ändern, im Gegenteil: wieder kommt jemand in eine Spitzenposition, dem der große Blick und die Challenge fehlen, der sich lieber als erster Sozialarbeiter gerieren will.

16) Werner Berger, Sonntag, 10. Juni 2012, 14:08 Uhr

@ 7) Sabine Zielcke-Esser
Des Sprengmeisters Text enthält m. E. so gut wie keine Tippfehler.
In Satz 2 gehört ein Komma vor das Wort “und”, weil damit zwei selbständige Hauptsätze verbunden werden. Statt “Vertrauer” ist “Vertrauter” gemeint. Nach “Camouflage” müsste entweder das Wort “für” entfallen oder aber in “seiner” der Buchstabe “r” gestrichen werden. Das Reuter-Zitat (Imperativ) hätte mit einem Ausrufezeichen versehen werden müssen. In “Hartz-IV” ist der Bindestrich überflüssig. Wowereit ist nicht “Erster Bürgermeister”, sondern “Regierender Bürgermeister”.
Aus meiner Sicht ist an alledem nichts nervig oder gar sinnentstellend. Jedenfalls bin ich zuversichtlich, dass ich alles auch so verstanden habe, wie es gemeint war. Außerdem sollte man bei Texten, die dem Leser kostenlos geboten werden, solche Kleinigketen nicht aufbauschen.

17) Bernhard Paul, Sonntag, 10. Juni 2012, 14:54 Uhr

@#5 Gregor Keuschnig ist zuzustimmen. Berlin, die Frontstadt des Westens, war immer von einer gewissen Sorglosigkeit geprägt. Wowereits Slogan, Berlin ist arm, aber sexy, traf ins Schwarze und passte auch zu Wowi selbst: Wir haben nichts, aber wir wissen zu feiern. Schon morgen konnte damals die Welt untergehen oder zumindest der kalte in einen heißen Krieg münden, da wollte man heute noch unbeschwert sein.

Nach der Wende wurde Berlin zur Weltstadt, aber in vielen gesellschaftlichen Bereichen blieb es geprägt von größter Provinzialität, die es aus der ehemaligen Front- und Insellage mitgenommen hatte. Das hat sich bis heute nicht grundlegend geändert. Insofern hat Berlin mit dieser Mischung aus mondän und provinziell seinen eigenen Charme und ist höchst attraktiv für Promis aus aller Welt.

Die Frontstadtmentalität bedeutete immer auch Versorgungsmentalität. Die Milliarden flossen nach Berlin. Diese Vollkaskomentalität hat sich im wesentlichen bis heute gehalten und sie wird mindestens so lange andauern, wie Berlin Frontstadt war: mehr als vierzig Jahre also. Das kann jeder Kenner und Insider der Berliner (Finanz-)Politik und der gesellschaftlichen Mentalität bestätigen. Klingt zynisch angesichts des hohen Anteils Arbeitsloser und Hartz-IV-Empfänger der Hauptstadt, ist aber leider so.

Die Kombination aus bürgerlicher Unbeschwertheit und politisch-fiskalischem Versorgungsdenken erklärt auch die Figur Wowereit. Die harten äußeren Umstände des Kalten Krieges hätten einen wie ihn damals grundsätzlich verhindert.

P.S.: Berlin (FU) war bis Mitte der Achtzigerjahre meine Studienstadt. Insofern kenne ich mich auch als Süddeutscher immer noch ein wenig aus, meine ich jedenfalls.

18) Jack, Sonntag, 10. Juni 2012, 16:03 Uhr

Wowereit passt zu Berlin – “der Stadt, die alles kann, nur nichts richtig”. Ist nicht von mir, habe ich irgendwo gelesen, aber das Motto könnte treffender nicht gewählt sein, finde ich.

Und weil Wowi zu Berlin passt, ist er wiedergewählt worden. Nicht unbedingt, weil er einen besonders guten Job gemacht hätte. Die Blässe und Durchschnittlichkeit der Gegenkandidaten hat sicherlich auch geholfen. Der Politiker, der Berlin nach vorne bringt und zu einem gut verwalteten Gemeinwesen macht, ist nicht in Sicht.

Eine zuverlässige S-Bahn wäre jedenfalls schon einmal ein guter Anfang. Der Flughafen wird (irgendwann) eröffnet sein. Es bleibt aber noch viel mehr zu tun. Nur – wer soll es, wer kann es schaffen?

19) Satzzeichenfehler, Sonntag, 10. Juni 2012, 16:50 Uhr

@7) Sabine Zielke-Esser

Ich kann natürlich nicht für den Sprengmeister sprechen, aber vielleicht für den ein oder anderen ‘generell’, der sich hier so ab und an mal orthographisch oder grammatisch verstolpert.

Mein ganzes ( immerhin schon 46 Jahre währendes) Leben stehe ich nun schon mit den Regeln der deutschen Sprache auf Kriegsfuß. Als Schüler mit Legastheniestempel versehen ist dann doch noch ein ganz brauchbarer Bürger und Steuerzahler aus mir geworden. Als solcher habe ich eine Meinung. Muss ich die jetzt für mich behalten weil sich in meine Texte immer mal wieder der ein oder andere Fehler einschleicht ? Das wäre mir nicht recht.

Wenn ich also ehrlich bin, habe ich auch keine Ahnung was Sie als Autorin, mir als Leser Ihres Kommentars mitteilen wollten. Und wenn mich dann doch eine Ahnung beschleicht… dann ist mir die, ehrlich gesagt, auch nicht recht.

20) Marita, Sonntag, 10. Juni 2012, 16:51 Uhr

Herr Spreng, mir gingen in letzter Zeit und gerade auch bei der Meldung über Wowereits Niederlage auf dem Landesparteitag der SPD genau die gleichen Gedanken durch den Kopf.

21) fratzlaw, Sonntag, 10. Juni 2012, 17:06 Uhr

Word up Mr. Spreng! Stimmt, Wowi wurde mal wieder Bürgermeister des preußischen Provinzstädtchens Berlin, weil er dem Berliner Bären so ähnlich sieht – ein charismatischer Führer im Sinne Webers. Wie mir jedoch aus Quellen, die ich beim Eherenwort nicht nennen werde, zugetragen wurde, wurde er von den Berlinern und auch den Berlinerinnen gewählt. Die Geschichte Berlins ist eben auch eine der intelektuellen Austrocknung und moralischen Degeneration (Diepgen!) in der 40jährigen Einmauerung und Wowi in der Hinsicht schon eine Entwicklung. Kurz: Ich würde mit dem Aufbrechen des Eises auf den Bürgersteigen zumindest so lange warten, dass nicht die Hundescheisse vom Vorjahr noch halbwegs vital zum Vorschein kommt.

22) der Herr Karl, Sonntag, 10. Juni 2012, 17:36 Uhr

“Jetzt ist Klaus Wowereit selbst arm dran und sexy ist er schon lange nicht mehr.”

Ich habe schon bessere Wortspiele gelesen.
Wie Erika ausführlich beschreibt, müsste eine objektive Schuldzuweisung alle Verantwortlichen des Flughafendesasters benennen. Aber dann wäre dem Linken-Bashing der Boden entzogen worden. Dass in Berlin inzwischen jeder Vierte von Hartz-IV lebt, kann ja nicht der Politik der SPD alleine geschuldet sein. Wirtschafts- und Industrieförderung – wo bleibt da das Gesetz der freien Marktwirtschaft?
Habe ich da den Begriff des “Pflichtmenschen” gelesen? Hat so was Soldatisches, Preussisches, Unterwürfiges. Sehr unsexy.

23) Erika, Sonntag, 10. Juni 2012, 19:12 Uhr

Menschen machen Stimmen, schrieben Sie vor ein paar Wochen.

und Sie fanden Menschen, die diese These bestätigten. Darunter gab es einen von der FDP (Kubicki), einen Grünen (Habeck) eine von der CDU (Merkel, sie schwebt präsidial über den Parteiniederungen) und dann endet der Artikel so:

– “…….die SPD ist nur noch Zuschauer der Wahlentwicklungen. Für sie gilt: der anhaltende Wählerverdruss ist stärker als ihre Spitzenkandidaten. Hannelore Kraft wird es möglicherweise als nächste erfahren, wenn es für Rot-Grün in NRW nicht reichen sollte.” –

Frau Kraft hat aber dann nicht gewonnen, weil Menschen stimmen machen sondern: – “Ihr Gegenkandidat hat es ihr aber auch leicht gemacht. Wo Kraft ist, ist eben auch Schwäche. Sie hat einen Namen: Norbert Röttgen. ” –

Wowereit darf keine Witzchen? machen, aber wenn die Regierungschefin eines Rechtsstaates sich im Bundeskanzleramt vor die Kameras stellt und sagt: “Ich freue mich, dass es gelungen ist, Osama bin Laden zu töten”, schwebt sie präsidial über den Parteiniederungen.

24) Andreas, Sonntag, 10. Juni 2012, 21:19 Uhr

Die Analyse dürfte zutreffend sein, auch wenn sie wenig originell ist (was diesen Blog bisweilen auszeichnet). Originell wäre es gewesen zu beleuchten, wer Wowereit denn trotz der Mängel seiner Persönlichkeit – die ja schon immer vorhanden und sichtbar waren – hochgeschrieben hat: Die selben Medien und Journalisten, die ihn jetzt verdammen. Wann kommt mal ein Debatte über den Zustand des Journalismus in Deutschland zustande? Ist dringend nötig.

25) Ulrich, Sonntag, 10. Juni 2012, 21:21 Uhr

Die Spatzen haben es in Berlin in den letzten Monaten von den Dächern gepfiffen dass Klaus Wowereit amtsmüde war und deshalb nach einer Aus-Zeit in die Bundespolitik wechseln wollte. Michael Müller sah sich als “natürlichen Nachfolger” des aktuellen Regierenden Bürgermeisters. Er hat Wowereit über lange Jahre den Rücken frei gehalten und erwartete seine Belohnung. Auch deshalb war die gestrige Wahl so umkämpft.

Klaus Wowereit ist genau so wie andere Politiker ein Mensch mit Stärken und mit Schwächen. Seine größte Schwäche ist es wohl, in Sachfragen gerne die Dinge laufen zu lassen. Leider hat ihn Müller wenn er diese Tendenz zeigte sogar noch bestärkt, das dürfte deutlich dazu beigetragen haben dass Wowereits Ausstrahlung mittlerweile verflogen ist. Eventuell ist ja Jan Stöß sogar der bessere Partner?

Mittlerweile steht Wowereit aber wegen des BER-Skandals massiv unter Druck. Würde er jetzt zurücktreten dann ginge er als Verlierer. Deshalb spricht vieles dafür dass er plant, mindestens bis zur Flughafen-Eröffnung im Amt zu bleiben. Und Michael Müller dürfte die Chance ihm nachzufolgen gestern verspielt haben.

26) Cem Dursun, Sonntag, 10. Juni 2012, 22:40 Uhr

“[..]Erste Bürgermeister[..]”
?
Sie meinen: ‘Regierende Bürgermeister’, oder?

27) JG, Sonntag, 10. Juni 2012, 23:59 Uhr

Leider, verehrter Herr Spreng, scheinen Sie vergessen zu haben, wie Wowereit – der ja durchaus penetrant werden kann, wenn er sich mal etwas vorgenommen hat (wenn!) – seine eigene Partei hinsichtlich der Verlängerung der A 100 (des Autobahn-“Stadtrings”) erpreßte: Nachdem ein Parteitag sich dagegen ausgesprochen hatte, ließ Exzellenz verlauten, sie könne dann aber womöglich die Lust am – nun ja, niemand wird Wowereit ernsthaft unterstellen, er regiere; sagen wir: am Residieren verlieren. Nach entsprechender intensiver “Bearbeitung” der Delegierten stimmte der nächste Landesparteitag dann doch dem in vielerlei Hinsicht fragwürdigen Bauprojekt zu – wobei vermutlich nicht wenige Sozialdemokraten die stille Hoffnung hegten, nach den Wahlen werde ein grüner Koalitionspartner schon die ungeliebte Betonpiste verhindern.

Nun haben sich womöglich nicht wenige in der gedemütigten Partei gerächt – zumal der bisherige Landesvorsitzende Müller seit einigen Monaten Stadtentwicklungssenator spielen darf, also zuständig ist für den Autobahnbau.

Müller, der bislang – schon mangels Alternative – gern als Kronprinz gehandelt wurde, fiel übrigens auf seinem neuen, mächtigen Senatorenposten bisher kaum auf – insbesondere wenn es um Verkehrsfragen geht, schickt er gern seinen Staatssekretär Gaebler vor. Mir ist Herr Müller vor allem mit der Empfehlung in Erinnerung geblieben, wenn es bei der Berliner S-Bahn wieder mal eines jener Durcheinander gibt, die mittlerweile Alltag geworden sind – wegen der Züge, der Signale, der Stromversorgung, der Weichen… -, könnte sich doch ein Bediensteter mit einem Megaphon auf den Bahnsteig stellen und die Fahrgäste informieren. Herr Müller glaubt demzufolge allen Ernstes, auf den meisten Berliner S-Bahn-Stationen gäbe es noch Personal…

Er wäre wahrlich ein adäquater Nachfolger für Herrn Wowereit, der m.E. mit Sicherheit nicht bis zum Ende der Legislaturperiode als Regierender Bürgermeister amtieren wird. Wobei diese schon bald enden könnte – wenn deutlich wird, wieviele hundert Millionen das Flughafendebakel kostet, könnte sich die Situation von 2001 wiederholen. Und danach regieren dann im Land Berlin die Grünen und die Piraten.

28) Hutchinson, Montag, 11. Juni 2012, 00:49 Uhr

Dass die Wowereit-Dämmerung (O-Ton MS) schon begonnen hat, sieht und hört man bei der jährlichen Eröffnungsgala der Berlinale.
In den Anfangsjahren hörten die Leute gar nicht mehr auf zu klatschen und jaulen.
Mit den Jahren wurde der Applaus immer leiser und seit nunmehr 3 Jahren ist es, wenn überhaupt, nur
noch ein höflicher Applaus und dafür aber recht kurz.

Wo auch immer Wowereit hinschaut, brennt es.
Am BER-Flughafen klappte es mit dem Feuerschutz nicht und hauptsächtlich deshalb,
konnte der zweite Eröffnungstermin nicht eingehalten werden und die restliche Republik
sieht sich in ihren Urteilen über Berlin, im vollen Umfang bestätigt.
Auch bei ihm zu Hause im beschaulichen Wilmersdorf hat diese Woche gebrannt.
Sein Lebensgefährter entschloß sich die Zigarette (danach) noch im Bett zu rauchen.
Es fing Feuer an und er versucht das Feuer selbst zu löschen und verletzte sich.
Laut Mopo soll Wowereit die Feuerwehr selbst alarmiert haben und ich mußte denken, wie geht das?
Mann ruft an und sagt: Hier ist der Regierender Bürgermeister von Berlin, bitte kommen! lol (und wehe nicht!). Ich wette, viele “Wowereits” werden im Laufe dieser Woche bei der Feuerwehr angerufen haben….
Zur Sache:
Ich hoffe und sehne mich der Zeit entgegen, wenn Berlin von jemanden regiert wird, der nicht nur medienwirksame Sprüche von sich geben kann.

29) Hutchinson, Montag, 11. Juni 2012, 00:55 Uhr

Sexy fand ich den Wowereit nie !
Damit det klar ist !
Ich wünsche mir Anekdoten von Herrn Spreng im Zusammenhang mit seiner Erfahrung
mit dem aktuellen Regierenden Bürgermeister von Berlin….

30) egal, Montag, 11. Juni 2012, 07:49 Uhr

“Der Erste Bürgermeister”… den gibts nur in Hamburg, nicht in Berlin. Etwas schlampig gearbeitet, Herr Spreng. Hier Berlin nennt man ihn den Regierenden Bürgermeister, oder kurz: der Regierende.

Insgesamt ein recht lustloser Abgesang auf Wowereit. Angefangen von uralten Themen schafft der Artikel leider nicht den Sprung zur Gegenwart. Das Flughafen-Debakel interessiert den Berliner nicht, er fliegt eh lieber von Tegel und TXL funktioniert ja super, man hatte ja erst vor kurzem noch die Terminal-Kapazität erhöht.

Wenig Substanz enthält der Artikel zudem. Anstatt auf die spannende innerparteiliche Neuausrichtung zu sprechen zu kommen, zitieren sie zusammenhanglos Willy Brandt. Dabei ist doch der Schritt der SPD mit einem linken Parteivorsitzenden doch spektakulär, während auf der Bundesparteiebene immer noch die ganzen Schröderianer sitzen.
Die SPD bereitet sich ganz klar inhaltlich auf die nächste Berlin-Wahl und die Bundestagswahl vor. Wenn man sieht, was die Berliner SPD allerdings vorher mit Rot-Rot so alles an linker Politik verhindert hat (Wohnpolitik, Kommunalisierungen, usw.), dann ist das vermutlich eine 180 Grad-Wende. Die SPD hat wohl erkannt, dass man für die nächste Berlin-Wahl kämpfen muss, Wowereit alleine reicht da nicht mehr wie auch das Wahlergebnis gezeigt hat, denn Wowereit hat sich mit 30+x gesehen, raus kam aber 30-x. Die neue Stärke der CDU wird die SPD noch stärker zwingen Profil zu gewinnen.

Das sind nur wenige Themen, die man evtl. anschneiden hätte können. Offenbar haben Sie aber von Berliner Landespolitik zu wenig Wissen.

31) Alexander Kouril, Montag, 11. Juni 2012, 12:18 Uhr

@ 3.) Seen

Ja, ich halte Heinz Buschkowsky auch für einen guten Kandidaten. Er ist zumindest eine “ehrliche Haut”, die direkt Mißstände aufgreift und zu verändern versucht. Ich bin mir unsicher, ob er telegen oder medienkonform genug ist für den Massengeschmack der Boulevardpresse.

Ich weiß auch nicht, wie clever er machtpolitisch ist, um Intrigen und Machtspielereien überstehen zu können. Das scheint mir in der Berliner Provinzpolitik die wichtigste Voraussetzung und notwendige Qualität zu sein. Egal ob CDU, FDP oder SPD. Die Berliner Politik ist aus meiner Sicht eine Schlangengrube.

@ Herrn Spreng: Wie müsste sich denn ein Politiker wie Heinz Buschkowsky aufstellen, um in der Berliner Landespolitik eine Chance zu haben? Wie kann er sich mit Sachargumenten durchsetzen in einer Schlangengrube? Wäre das nicht eine schöne Aufgabe und Herausforderung für Sie?

32) m.spreng, Montag, 11. Juni 2012, 12:53 Uhr

@ 13) egal

Peinlich. Schon geändert.

33) Katja Neutze, Montag, 11. Juni 2012, 13:06 Uhr

Lieber Herr Spreng, kennen Sie einen Politiker, der seine Aufsichtsratsposten ernst nimmt? Dann wären vielleicht nicht die Landesbanken nicht reihenweise in Schieflage geraten…
Können Sie sich einen vernünftigen Menschen vorstellen, der die ohnehin linke Berliner SPD, wenn sie denn noch mehr nach links rückt, als “verlässliche Truppe” sozialisieren könnte?
Und wer schwebt Ihnen denn als “Pflichtmensch” vor? Frank Henkel (CDU) vermutlich? Na dann mal fröhliches “Schaut auf diese Stadt!”…

34) Thomas Dülberg, Montag, 11. Juni 2012, 17:00 Uhr

Lieber Michael Spreng,

Nagel auf den Kopf getroffen. Berlin – und die Politik insgesamt – braucht Frauen und Männer, die weniger in den Klatschspalten neben Stars und Sternchen lächeln, sondern pflichtbewusst, akribisch das tun, wofür sie gewählt wurden: ordentlich “Politik arbeiten”.
Viele Grüße

35) Frank Reichelt, Dienstag, 12. Juni 2012, 08:51 Uhr

Pflichtbewußtsein, ist das nicht eine von diesen Sekundärtugenden, mit denen man nach Aussage eines ehemaligen SPD-Vorsitzenden ganz schlimme Dinge anrichten kann?

36) StefanP, Dienstag, 12. Juni 2012, 08:54 Uhr

@34) Thomas Dülberg

Sie irren: Politiker werden nicht dafür gewählt, “ordentlich Politik zu arbeiten”. Sie werden dafür gewählt, uns ordentlich zu repräsentieren und gleichzeitig so normal wie wir zu sein (“Currywurst”). Wowereit erhielt doch nicht deswegen soviel Zustimmung, weil er die täglichen Probleme einer Stadt anging, weswegen er bisher auch geschickt jedes Missgeschick auf andere abschob. Das Desaster um den Berliner Zentralflughafen zieht nun Risse auf den Lack. Plötzlich ist da nicht der Herr Jedermann, der im Scheinwerferlicht glänzt (Menschen lieben Widersprüche!), sondern ein fachlicher Dilettant.

Knapp 50% der Amerikaner wollen über Politik nicht mehr diskutieren, in Kontinentaleuropa dürfte es ähnlich sein. Blogs sind eigentlich nur dazu da, die eigene Ansicht bestätigt zu bekommen (“sehe ich genauso”, wer die Dinge anders sieht, hat keine Ahnung). Politik soll dargestelllt werden und da hat Wowereit bisher hervorragend gepasst: gutes Aussehen, die Lockerheit bei George Clooney abgekupfert, soziale Einstellung, moralisch-einwandfreie Ansichten. Das reicht(e).

37) Erwin Gabriel, Dienstag, 12. Juni 2012, 11:46 Uhr

@ 22) der Herr Karl, Sonntag, 10. Juni 2012, 17:36 Uhr

>> Dass in Berlin inzwischen jeder Vierte von Hartz-IV lebt,
>> kann ja nicht der Politik der SPD alleine geschuldet sein.

Nicht allein – neben vielen anderen gründen trägt die Lage im Osten sicherlich auch einen Teil dazu bei. Dennoch: In München sah es früher düster aus und heute nicht mehr. Die Stadt im Süden lockt gezielt und bewußt andere Menschen an als Wowereit mit “arm, aber sexy”. Wobei man wohl ergänzen darf, dass vieles, was Berlin (wenn überhaupt) interessant und sexy macht, über den Länderfinanzausgleich maßgeblich von Bayern mitbezahlt wurde.

38) Erwin Gabriel, Dienstag, 12. Juni 2012, 11:58 Uhr

@ 36) StefanP, Dienstag, 12. Juni 2012, 08:54 Uhr

>> Sie irren: Politiker werden nicht dafür gewählt, “ordentlich Politik zu arbeiten”.
>> Sie werden dafür gewählt, uns ordentlich zu repräsentieren und gleichzeitig
>> so normal wie wir zu sein (“Currywurst”). Wowereit erhielt doch nicht
>> deswegen soviel Zustimmung, weil er die täglichen Probleme einer Stadt anging,
>> weswegen er bisher auch geschickt jedes Missgeschick auf andere abschob.
>> Das Desaster um den Berliner Zentralflughafen zieht nun Risse auf den Lack.
>> Plötzlich ist da nicht der Herr Jedermann, der im Scheinwerferlicht glänzt
>> (Menschen lieben Widersprüche!), sondern ein fachlicher Dilettant.

Sie irren: Ein Großteil der Politiker wird durchaus gewählt, um “zu arbeiten”, und der größte Teil der Wähler wählt Politiker genau deswegen. Wenn beispielsweise von den meisten Deutschen Steinbrück als SPD-Kanzlerkandidat bevorzugt wird, dann nicht deswegen, weil er cooler oder normaler als Steinmeier oder Gabriel im Scheinwerferlicht glänzt, sondern weil man ihm er Ergebnisse zutraut. Und wenn ein adretter, netter Jedermann-Typ wie FDP-Chef Rösler keine, falsche, zu schlechte oder zu wenig Ergebnisse liefert, finden auf einmal alle den Herrn Brüderle viel besser. Und das ist niemand, der im Scheinwerferlicht glänzt.

39) Erwin Gabriel, Dienstag, 12. Juni 2012, 12:04 Uhr

@ 36) StefanP, Dienstag, 12. Juni 2012, 08:54 Uhr

PS: Wer immer das Desaster um den Flughafen zu verantworten hat – Wowereit ist es jedenfalls nicht. In diesem Falle haben sich die Medien einmal mehr den Promi unter den Beteiligten herausgesucht. Die Wahl von Jan Stöß (“erster Sozialarbeiter” – nett formuliert) zeigt Wowereits Versagen viel deutlicher und wird wahrscheinlich größere Auswirkungen haben.

40) Fassmann, Dienstag, 12. Juni 2012, 13:26 Uhr

Gaehn….was regt man sich eigentlich noch ueber diese kompetenzlosen Selbstdarsteller auf, die Typen sind in der Mehrzahl auf solchen Posten und dann wundert man sich auch noch stets ueber die Politkerverdrossenheit…Leute, die Mehrheit des Volkes hat die innere Kuendigung vollzogen, spielt weiter euer Spiel, bis ihr Politclowns gemerkt habt, dass ihr in einer Parallelwelt lebt isses eh zu spaet, Gute Nacht!

41) Alexander Kouril, Dienstag, 12. Juni 2012, 14:07 Uhr

@ 36) StefanP

Ihr Kommentar richtet sich wohl nicht nur gegen die stromlinienförmigen Politiker, sondern auch gegen uns Wähler.

Bevorzugt wählen wir Wähler genau jede Politiker, die sympathisch sind, vielleicht auch kuschlig-angenehm und die von uns keine Anstrengungen oder gar Leistungen erwarten.

Politiker, die uns “reinen Wein” einschenken, vielleicht nicht ganz so telegen-stromlinienförmig daher kommen und die von uns Grausamkeiten wie etwa “den Gürtel enger schnallen”, mehr persönliche Anstrengungen für unsere eigen Zukunft (Altersversorgung etc.) fordern, werden definitiv nicht gewählt.

Mein provokantes Fazit: Wir Wähler sind allesamt verwöhnte, verhätschelte Wohlstandskinder, die alles wollen nur nicht die Veränderung!

Oder?

42) Erika, Dienstag, 12. Juni 2012, 14:15 Uhr

@37) Erwin Gabriel

Sie wissen schon, dass München seit Jahrzehnten, von kurzen Unterbrechungen abgesehen ,”rote” Bürgermeister hat?

In München gibt es dann auch noch die bayer. Landesbank, aber deren Aufsichtsrat war zu hohen Prozentsätzen von CSU-Politikern besetzt. Ich finde es immer sehr schwierig, wenn Edi Stoiber sich in den Talkshows selber lobt, dass er den ausgeglichenen Haushalt geschafft hat. Gleichzeitig wurde aber durch die Verluste bei der Landesbank die Gesamtverschuldung von Bayern über Nacht um 10 Mrd. €, sprich 50 % erhöht. Die CSU hat es immer geschafft durch ihre Sonderstellung im Bund, Vorteile für Bayern herauszuholen. Die Dinge sehen auf den ersten Blick immer so einfach aus. Interessant wäre zum Beispiel: Wieviel bayer. Studenten studieren in Berlin und sind daraufhin wieder in Bayern berufstätig? Dies zahlt dann z.B. Berlin. Wieviel Geld geht dank der Rüstungsindustrie nach Bayern? Der Transrapid sollte ja auch zu großen Teilen vom Bund finanziert werden und ich bin mir sicher meine Bayern, haben irgendeinen Ausgleich beim Wegfall des Projekt bekommen.

43) Oliver, Dienstag, 12. Juni 2012, 14:34 Uhr

“Pflichtbewußtsein, ist das nicht eine von diesen Sekundärtugenden, mit denen man nach Aussage eines ehemaligen SPD-Vorsitzenden ganz schlimme Dinge anrichten kann?”

Genau. Aber man braucht eine Regierung, die solche schlimmen Dinge nicht tun will. Mit einer, die es nicht hinbekäme, wenn sie wollte, ist keinem geholfen.

44) wschira, Dienstag, 12. Juni 2012, 14:38 Uhr

Sehr geehrter Herr Gabriel,
Sie haben natürlich recht mit dem Länderfinanzausgleich. Allerdings scheinen Sie zu vergessen, dass Bayern einstmals einer der Hauptnutznieser eben dieses Finanzausgleiches war.

45) Martin Meier, Mittwoch, 13. Juni 2012, 08:33 Uhr

@#1 Dieter Carstensen

“….Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie im Januar 2007 wegen des Jahrhundertsturms “Kyrill” der nagelneue Berliner Hauptbahnhof geschlossen werden musste, weil im Sturm damals Eisenträger herunterfielen und Menschenleben gefährdeten….”

Was hat dieser Sturm mit dem Berliner Regierenden BM zu tun?? In vielen deutschen Großstädten entstanden durch Kyrill schwere Schäden, sollen jetzt die entsprechenden BM dort auch zurücktreten?

“—-In den Reihen der SPD sehe ich da zur Zeit keinen Nachfolger, welcher in der Lage wäre, “den Karren aus dem Sumpf zu ziehen”, die Berliner SPD steckt selber zu tief im Sumpf….”

In welchem Sumpf, bitte? Haben Sie da nähere Erkenntnisse, die uns verborgen sind? 😉

Ihre Polemik ist mitunter unerträglich! Wann waren Sie das letzte Mal in Berlin?

46) StefanP, Mittwoch, 13. Juni 2012, 08:53 Uhr

@38) & 39) Erwin Gabriel

Steinmeier wäre von der fachlichen Kompetenz betrachtet sicher ein genauso guter Kanzler gewesen wie Angela Merkel. Er wirkt jedoch auf die Menschen zwar nett, aber auch distanziert, während sich die Leute bei “Mutti” aufgehoben fühlen. Und die Troika der SPD liegt derzeit deutlich hinter dem neuen Sternchen Hannelore Kraft zurück, eine weitere “Kümmerin” oder erste Sozialabeiterin des Landes.

Wowi war im Wahlkampf 2011 der Politiker, der am meisten als Kümmerer inszeniert wurde. Auf Wahlplakaten fand man ihn “unter den Menschen”, mit Babynahrung im Gesicht. Politische Aussage: Null. Ähnlich wird Merkel 2013 agieren, dazu hat sie während der Legislatur alle emotionalisierenden Themen geschickt abgeräumt.

47) StefanP, Mittwoch, 13. Juni 2012, 09:03 Uhr

@41) Alexander Kouril

Mein provokantes Fazit: Wir Wähler sind allesamt verwöhnte, verhätschelte Wohlstandskinder, die alles wollen nur nicht die Veränderung!
Oder?

Nein. Je weniger wir mit dem operativen Aushandeln von Lösungen zu tun haben, desto idealistischer stellen wir uns Lösungen vor. So wie mancher politisch argumentiert, würde er beruflich oder in der Partnerschaft nie vorgehen. Oder er bleibt Single (immer mehr, warum wohl?!) und ohne Job.

Politik soll uns weitgehend in Ruhe lassen, deswegen ist Merkel Kanzlerin, deswegen wird Berlin von Wowereit regiert, deswegen wählten die Griechen abwechselnd sie korrumpierende Parteien PASOK und Nea Democratia, deswegen können die Belgier ganz ohne Regierung auskommen. Dummerweise fressen sich Probleme, wenn sie nicht angegangen werden, immer ihren Weg. Wowereit hat das Flughafen-Desaster natürlich nicht selbst verursacht, er hat sich schlicht nicht um seine Aufsichtspflicht gekümmert und das Problem frühzeitig erkannt um es politisch zu managen. Aus dem Bild “Alles im Griff” ist das Bild der Schlafmütze geworden.

48) Erwin Gabriel, Mittwoch, 13. Juni 2012, 15:46 Uhr

42) Erika, Dienstag, 12. Juni 2012, 14:15 Uhr
>> Sie wissen schon, dass München seit Jahrzehnten,
>> von kurzen Unterbrechungen abgesehen ,”rote” Bürgermeister hat?

Na klar, hab lang genug da gewohnt. Ich habe ja auch nichts gegen “rote” Bürgermeister, sondern nur gegen inkompetente (unabhängig von der Parteizugehörigkeit).
Die von Ihnen geschilderten Situationen gibt es in jedem Bundesland, in jeder Stadt, in jedem Dorf. Nur schafft(e) Bayern gelegentlich etwas. Ob das nun an Strauß / Stoiber / Seehofer oder an Christian Ude liegt, ist mir herzlich egal. Berlin zieht dagegen keine Wurst vom Teller, und das liegt maßgeblich mit an Klaus Wowereit, der immerhin seit 2001 im Amt ist.

44) wschira, Dienstag, 12. Juni 2012, 14:38 Uhr
>> Sie haben natürlich recht mit dem Länderfinanzausgleich.
>> Allerdings scheinen Sie zu vergessen, dass Bayern einstmals einer
>> der Hauptnutznieser eben dieses Finanzausgleiches war.

Habe ich natürlich nicht. Aber das darf keine Entschuldigung für die Berliner Rumhudelei sein. Bayern hat das Geld hauptsächlich investiert, während Berlin es hauptsächlich konsumiert, teilweise sogar verschwendet. Bayern hat sich toll entwickelt und bezahlt inzwischen und schon recht lange gut die Hälfte des Länderfinanzausgleichs. Berlin dagegen hat sich inzwischen sehr bequem in dieser Mischung von kostspieligem Größenwahn und peinlicher “Arm-aber-sexy”-Attitüde eingerichtet. Das diese Stadt eine ähnliche Entwicklung nimmt wie München, ist auf Jahrzehnte hinaus utopisch.

49) Don Corleone, Mittwoch, 13. Juni 2012, 17:27 Uhr

Ist es nicht völlig egal, wer in Berlin den Bürgermeister spielen darf? Niemand wird die wildromantischen Verhältnisse und Misstände dort je in den Griff kriegen.
Alles, was außer der Verschuldung unaufhaltsam steigt, ist die unbewältigte Menge der Hundekacke auf den Straßen, sonst nix. (Von der Anzahl der Bordsteinschwalben (auch in den Lifts und an den Bars der besten Berliner Hotels) mal abgesehen …
Und so gut wie jeder Berliner, der irgendwas satthat oder nicht mehr benötigt, schmeißt es an den Straßenrand — vom gefüllten Kondom bis zum Kühlschrank. Gut, in Washington, D.C., schaut’s auch nicht erfreulicher aus, aber diese Stadt hat sich noch nie zum “Nabel der Kultur” ernannt wie Berlin.

Na ja, wer’s mag … Und wer gern dafür zahlt … Der soll’s halt mögen, in Gottes Namen; der Rest der Republik zahlt die Zeche eh, nicht anders als in Bremen, NRW oder im Saarland.
Ich nehme mir das Recht heraus, nach jährlichen fünf Wochen in Berlin schluchzend und heimwehkrank in den ICE nach Hamburg zu klettern, wo zwar auch die Sozen regieren. Aber es sind hanseatische Sozen, die ihre Stadt lieben und deren Wirtschaft nicht mit Füßen treten.

Moin, allseits!

50) Erika, Mittwoch, 13. Juni 2012, 18:09 Uhr

48) Erwin Gabriel, Mittwoch, 13. Juni 2012, 15:46 Uhr

Aber es gibt nur ein Land, das auch in der Bundesregierung sitzt.

Das Betreuungsgeld, das die CSU braucht um ihre Wählerschlaft zu locken (?), muss wahrscheinlich in Zukunft (man wird sehen, wie sich die CDU-Frauenunion entscheidet) in ganz Deutschland finanziert werden.

Diese Situation gibt es so in keinem anderen Bundesland.

51) Dieter Carstensen, Mittwoch, 13. Juni 2012, 19:06 Uhr

Lieber Michael Spreng,

wer googelt kann zu Partylöwe Wowereit, und den unter seiner Regierung passierten Baumägeln, für die natürlich immer der regierende Bürgermeister der Stadt Berlin die politische Verantwortung trägt, wie jeder andere Minsiterpräsident eines anderen Bundeslandes auch, eine Menge im Internet finden.

So schrieb die “Berliner Morgenpost” am 4.2.2007 z.B.:

“Während die durch den Sturm “Kyrill” offenbar gewordenen Baumängel am Berliner Hauptbahnhof sogar internationale Aufmerksamkeit erregt haben, geht fast unter, dass auch der ebenfalls erst im Mai vergangenen Jahres eröffnete zweitgrößte Fernbahnhof Berlins mit baulichen Mängeln zu kämpfen hat. Zwar müssen die Fahrgäste am Bahnhof Südkreuz nicht herabstürzenden Stahlträgern rechnen – mit einer ordentlichen Erkältung allerdings schon. Seit Monaten sind die Glastüren des Hauteingangs an der Naumannstraße defekt. Wind und Kälte fegen ungehindert durch die Bahnhofshalle, weil zu allem Überfluss auch noch die rückwärtigen Türen außer Funktion sind.”

Quelle: http://www.morgenpost.de/printarchiv/berlin/article184213/Glastueren-am-Bahnhof-Suedkreuz-defekt.html

So ist das eben, wenn ein “regierender” Bürgermeister, der für alle öffentlichen Bauprojekte in “seiner” Stadt natürlich die politische Verantwortung trägt, lieber auf Party macht, anstelle sich um das zu kümmern, wozu er gewählt und vor allem bezahlt wurde.

Wowereits Versäumnislist ist dermassen lang, dass sie hier garnicht aufzulisten ist. Nur Gläubige, Blinde und Taube sehen und hören Wowereits Versäumnisse nicht.

M.f.G.

52) Minassian, Donnerstag, 14. Juni 2012, 08:33 Uhr

Man muß kein Nostalgiker sein – aber die ‘Bonner Republik’ war dennoch eine andere. Es waren auch solidere Politiker (von Ausnahmen abgesehen !). Die künstliche Aufgeregtheit, die heute herrscht, danken wir mediengeilen Politik-Darstellern. Ein biederer Mann wie Buschkowsky hat da keine Chance – der wird immer auf Neukölln reduziert werden. Wowereit paßt perfekt zu Berlin – ein Blender wie so viele andere.
Es braucht einen, der dort aufräumt mit all dem Filz, dem Hinterzimmer-Geklüngel. Gauck wäre besser ‘Regierender’ geworden als BP, um diesen Filz zu zerschlagen. Merkel solllte sich mehr innenpolitische Gedanken machen als im europäischen Konzert zu ‘glänzen’. Wir agieren meh im europäischen , denn im nationalen Dillemma

53) Alexander Kouril, Donnerstag, 14. Juni 2012, 09:08 Uhr

@ 47) Stefan P

Ihre Argumentation ist klug. Natürlich denken wir Menschen immer idealistischer, je weiter wir von operativen Aufgaben und Entscheidungen entfernt sind. Da haben Sie Recht.

Gleichwohl ändert Ihre Argumentation nichts an dem Trend, dass die Baby-Boom-Generation sich sehr passiv verhält, sich wenig einbringt in die Politik und lieber zuschaut als handelt oder gar als Verantwortung zu übernehmen.

Eigentlich müssten wir- egal ob rechts oder links – angesichts der katastrophalen Rahmenbedingungen kräftig Kontra geben und uns in die Politik einmischen. Politikgestaltung findet schon lange nicht mehr statt.

Der wachsende Unmut äußert sich im Aufkeimen der Piratenpartei-Blase. Das ist doch eigentlich nur ein lauwarmer Pfurz, mehr nicht. Oder?

Apropos Wowi: Warum wählen Wowi? Weil er so kuschlig-schmuselig daherkommt mit seiner George-Clooney-Coolness, genauso wie Sie es in Ihrem wunderbaren Kommentar dargestellt haben.

Wirkliche, effektive Politikgestaltung will kein Wähler, weil schmerzhaft und unangenehm.

54) der Herr Karl, Donnerstag, 14. Juni 2012, 14:13 Uhr

@ 51) Dieter Carstensen

Diesen rechtfertigungstriefenden Kommentar hätten an 45) Martin Meier richten sollen, nicht an den “lieben Michael Spreng”! Das ist ja widerlich…

55) Erwin Gabriel, Donnerstag, 14. Juni 2012, 15:08 Uhr

@ 51) Dieter Carstensen, Mittwoch, 13. Juni 2012, 19:06 Uhr

>> So ist das eben, wenn ein “regierender” Bürgermeister,
>> der für alle öffentlichen Bauprojekte in “seiner” Stadt
>> natürlich die politische Verantwortung trägt, lieber auf
>> Party macht, anstelle sich um das zu kümmern, wozu
>> er gewählt und vor allem bezahlt wurde.

Quatsch. Ich kann Herrn Wowereit und seine “Arm-aber-Sexy”-Nummer nun wirklich nicht ausstehen, und schließe mich Ihrer Einschätzung zu Wowereits Arbeitsmoral gerne an.

Aber der Kerl hat nichts mit defekten Bahnhöfen oder Flughäfen zu tun. Da gibt es Architekten, Bauleiter, TÜV-Prüfer etc vor Ort, die das Ding ordentlich hinbauen und überprüfen müssen. Wenn dort Mist gebaut wird, kann man das bei aller Sorgfaltspflicht nicht vom Bürgermeister-Schreibtisch entdecken. (Zumal, zum einen, nicht nur Berlin verantwortlich zeichnet, und zum anderen Wowi diese Aufgabe sicherlich an einen fähigeren Beamten als ihn selbst überwiesen hat).

56) Erwin Gabriel, Donnerstag, 14. Juni 2012, 15:10 Uhr

@ 50) Erika, Mittwoch, 13. Juni 2012, 18:09 Uhr

Ich behaupte nicht, dass alles gut ist in Bayern. Ich sage nur, dass die es besser machen als in Berlin Stadt (was wiederum nicht sooo schwer ist). 🙂

57) Erwin Gabriel, Donnerstag, 14. Juni 2012, 15:13 Uhr

@ 46) StefanP, Mittwoch, 13. Juni 2012, 08:53 Uhr

“Kümmern” heißt ja nicht nur “Versorgen”, sondern auch “etwas voran bringen”. Und wenn dem “Kümmer-Versprechen” keine Taten folgen, wird abgewählt.

58) StefanP, Donnerstag, 14. Juni 2012, 16:44 Uhr

@53) Alexander Kouril

Gleichwohl ändert Ihre Argumentation nichts an dem Trend, dass die Baby-Boom-Generation sich sehr passiv verhält, sich wenig einbringt in die Politik und lieber zuschaut als handelt oder gar als Verantwortung zu übernehmen.

Diese Generation macht Karriere vorrangig in der Wirtschaft und in NGOs. Wir haben heute in der Breite so viele qualifizierte Leute in Unternehmen wie nie zuvor. Und die Besten gehen seit mehr als einem Jahrzehnt in die Finanzwirtschaft. Für Parteien bleibt da wenig, was viel mit dem dortigen Ausleseverfahren zu tun hat. Die Piraten sind eine Antwort darauf, Politik aus der Couchperspektive möglich zu machen.

Wowereit ist ein Karrierepolitiker, der über die Hinterzimmerdiplomatie nach oben gekommen ist. Es gibt in Europa nur noch einen zweiten Weg in den Regierungssessel, nämlich mit gezielten Provokationen Unmut zu kanalisieren und zur eigenen Popularität zu nutzen. Diesen Weg sind Peer Steinbrück, Silvio Berlusconi oder Sargozy gegangen. Die dritte, die amerikanische Methode sich mit viel Geld Resonanz zu kaufen, funktioniert in der Parteiendemokratie nicht und trägt auch nicht umbedingt bessere Ergebnisse.

Berlin liebt die Langsamkeit, das ist ziemlich unique und der einzigartigen Milieumischung aus Transferempfänger-Hauptstadt, Rentnerhochburg, Kiez und Studentengemeinde geschuldet. Mit dem Tempo moderner Metropolen wie Barcelona, Paris, London, Shanghai, Singapore oder New York möchte und kann man an der Spree nicht mithalten.

Es wäre so einfach, Berlin hat wunderbare, natürliche Voraussetzungen: attraktiv für junge Menschen in deren Folge Risikokapital mitzieht, touristischer Anziehungspunkt, Magnet für wohlhabende Ost-Europäer aus Russland und dem Baltikum besitzt es Möglichkeiten, von denen Köln oder inzwischen auch München nur träumen können. Aber wenn Wowereit-City das Entwicklungs- und Entscheidungstempo noch weiter reduziert, wird es das Potential verspielen. Auch Hamburg ist faszinierend.

59) Dieter Carstensen, Donnerstag, 14. Juni 2012, 20:40 Uhr

Lieber Michael Spreng,

liebe “Wowi” Fans,

“Lesen macht dumm und gewalttätig” wie Heinrich Böll einst spöttisch formulierte.

Heute las ich im “Tagesspiegel” zu Wowi folgendes, Zitat:

“Der Regierende Bürgermeister wird von der eigenen, von Machtkämpfen zerfressenen Partei zur lahmen Ente gemacht“, sagte die Grünen-Fraktionschefin Ramona Pop.

Sie konzentrierte sich in ihrer Rede auf die verschobene Eröffnung des Flughafens BER in Schönefeld. Wie weit sei der Kreditrahmen der Flughafengesellschaft ausgeschöpft und das Eigenkapital aufgezehrt? Spätestens zur Aufsichtsratssitzung am 22. Juni müssten konkrete Zahlen vorgelegt werden. Aber nicht nur der Airport sei ein großes finanzielles Risiko. Auch das ICC und die Opern, der Olympiapark und das Benjamin-Franklin-Klinikum, der Steglitzer Kreisel, die Tangentialverbindung Ost und die S-Bahn. Für eine Mieten dämpfende Wohnungspolitik sei ebenfalls kein Geld eingeplant, schimpfte Pop.”

Quelle: http://www.tagesspiegel.de/berlin/generaldebatte-zum-landeshaushalt-wowereit-wird-zur-lahmen-ente-gemacht/6751452.html

DANKE Frau Pop, dann muss ich bei Michael Spreng nicht soviel schreiben, zu Wowi, wenn Sie und der Tagesspiegel mir solch prima Steilvorlagen liefern, ggg 🙂

M,f.G.

60) Erwin Gabriel, Freitag, 15. Juni 2012, 10:56 Uhr

@ 59) Dieter Carstensen, Donnerstag, 14. Juni 2012, 20:40 Uhr

Nichts weiter zu ergänzen.

Hab mal einen netten Satz aufgeschnappt:

Die Älteren haben in ihrer Jugend oft gehört, dass das Geld nicht auf der Straße liegt. Das braucht man der heutigen Jugend nicht zu erzählen: Die weiß, es kommt aus der Wand.

Diese Einstellung haben auch allzu viele Politiker.

61) der Herr Karl, Freitag, 15. Juni 2012, 12:01 Uhr

@ 59) Dieter Carstensen

“…dann muss ich bei Michael Spreng nicht soviel schreiben…”

Unbeabsichtigte Komik oder unfreiwillige Einsicht?

62) Frank Reichelt, Freitag, 15. Juni 2012, 13:30 Uhr

@ 59) Dieter Carstensen

Was haben sie denn von einer Oppositionspolitikerin erwartet? Das sie Wowereit in den höchsten Tönen lobt?
Da hätten sie hier auch lang und breit ausbreiten können, dass Sigmar Gabriel die Politik der Bundeskanzlerin kritisiert, welche Sensation!

63) Günter Springer, Freitag, 15. Juni 2012, 18:22 Uhr

Der Versucht den reg. Bürgermeister für Bauschäden verantwortlich zu machen, wie es hier in einigen Beiträgen versucht wird ist geradezu lächerlich.
Für Mängel am Bau und für Verzögerungen im Bauablauf ist immer noch der bauausführende Baubetrieb mit all seinen Subunternehmen verantwortlich.. Diese Verantwortung nun auf den reg. Bürgermeister abzuwälzen ist billige Polemik und nichts anderes.
Wie @ Erika richtig nachfragt, wo bleiben den die anderen Mitglieder des Aufsichtsrates, gerade im Urlaub oder beim Geldzählen?

64) Dieter Carstensen, Samstag, 16. Juni 2012, 13:13 Uhr

@61 Der Herr Karl

Werter “Der Herr Karl”, was Ihre Aussage mit dem Thema “Wowi-Dämmerung” zu tun hat, ist mir rätselhaft. Wundert mich auch, dass Michael Spreng auf seinem Blog weiterhin solche unsachlichen Beiträge zu lässt, entgegen ander Ankündigung.

@63 Günter Springer

Lieber Günter Springer,

Sie haben recht darin, dass die politische Führungsebene bei öffentlichen Bauaufträgen die Ausführung derselben i.A. an Fachleute delegiert. Das entbindet die politische Führungsebene aber nicht von ihrer politischen Verantwortung, wenn dann mal ein Bauvorhaben in den Kosten explodiert oder einfach mangelhaft ausgeführt wurde.

Schliesslich lag die Beauftragung und Auswahl der Firmen für öffentliche Bauaufträge, die Auswahl der beauftragten Fachleute und vor allem die Prüfung einer sachgerechten Kostenkalkulation VOR Auftragsvergabe einzig und alleine bei der politischen Ebene.

Der Volksmund sagt: “Wer bestellt, der zahlt”.

Und wenn Poliiker von unseren Steuergeldern Murks bestellen, weil sie unfähig waren, die geplanten Bauvorhaben der öffentlichen Hand sachgerecht zu prüfen und vom Volke Schaden abzuwenden, wozu sie übrigens nach unserer Verfassung verpflichtet sind, dann müssen sie eben die Konsequenzen tragen.

Sie können dann nicht einfach, wie weiland schon Pontius Pilatus, einfach ihre Hände in Unschuld waschen.

M.f.G.

65) Der Doctor, Sonntag, 17. Juni 2012, 17:50 Uhr

@Dieter Carstensen

Ich bin nun wirklich kein Freund von Wowereit,ich halte ihn für einen Blender und Schaumschläger und Mist hat er reichlich gebaut,darüber brauchen wir nicht zu diskutieren,aber bei der Wahrheit muss man schon bleiben.Die Planungen für den berliner Hauptbahnhof erfolgten in den frühen 1990er Jahren ,sein Bau von 1995-2006,somit wäre für Fehlplanungen und Vergabe an falsche Unternehmen Wowereits Vorgänger Diepgen verantwortlich zu machen.Allerdings bin ich da bei Günther Springer,das man solche Pannen nicht allein an der Person des regierenden Bürgermeisters festmachen kann .Das ist in der Tat billige Polemik,zumal bei so einem Infrastrukturprojekt planungs-und abnahmetechnisch auch der Bund mit im Boot ist.
Auch bei der S-Bahn liegen sie daneben.Die berliner S-Bahn ging 1994 von der BVG in den Besitz der DB-AG über und wurde 1995 zur S-Bahn Berlin GmbH,einer 100 %igen Tochter der DB-Regio-AG.Um für den Börsengang möglichst hohe Renditen zu bekommen presste der damalige Bahnchef Mehdorn die S-Bahn Berlin aus wie eine Zitrone und sparte sie so kaputt.Der Hauptverantwortliche für den desaströsen Zustand der berliner s-Bahn heißt also nicht Wowereit,sondern Mehdorn.
Man sieht ,mit Fakten scheinen sie es nicht so zu haben.Wes Geistes Kind sie sind zeigt ihre Antwort auf den Post von “Der Herr Karl”.Bei einem Kommentar ,der ihnen nicht in den Kram passt, gleich nach dem Zensor schreien,aber sich als “überzeugten Demokraten” bezeichnen,ne,schon klar.

66) Dieter Carstensen, Montag, 18. Juni 2012, 09:46 Uhr

@65 Der Doktor

Werter der Herr Doktor,

auch wenn Sie es nicht wahrhaben wollen, die politische Verantwortung, auch für Bauplanungsfehler aus vergangenen Tagen, trägt immer der gerade aktuell gewählte Regierende, denn niemand hat ihn daran gehindert, die Fehlplanungen seiner Vorgänger zu stoppen, oder zu korrigieren, oder?

Recht haben Sie darin, dass der Hauptverantwortliche für das S-Bahn Desaster Mehdorn und nicht Wowereit heisst. Die S-Bahn ist heute zu 100 % in Besitz der Deutschen Bahn, das will ich garnicht in Abrede stellen.

Allerdings gibt es zwischen der Bahn und der Stadt Berlin einen sogenannten Verkehrsvertrag:

“Der von 2003 bis 2017 laufende Verkehrsvertrag zwischen der S-Bahn und dem Land Berlin sieht stetig steigende Betriebskostenzuschüsse und Kilometerentgelte vor. Das Kilometerentgelt steigt demnach von 7,27 Euro (2003) auf 9,14 Euro (2017). Zuzüglich Fahrgeldeinnahmen erhält die S-Bahn-Berlin rund 18 Euro je Zugkilometer. Kritiker halten dieses Niveau für zu hoch. Durch Wettbewerb könne der Zuschussbedarf auf höchstens fünf Euro je Zugkilometer beschränkt werden.”

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/S-Bahn_Berlin

Insofern sind die Stadt Berlin und somit der regierende Bürgermeister Herr Wowereit wieder voll im Spiel, wenn sie Leistungen aus öffentlichen Steuermitteln der Stadt Berlin bei einem S-Bahn Betreiber einkaufen, der zur ordentlichen Gegenleistung offensichtlich nicht imstande ist.

Spätestens bei nicht ornungsgemässer Erbringung des Verkehrsvertrages der Stadt Berlin mit der Bahn AG in Sachen S-Bahn hätte Herr Wowereit deutliche Grenzen setzen müssen und die Zahlungen an die Bahn AG einstellen müssen.

Vertragsrechtlich, aber auch aus der politischen Verantwortung heraus, eine eigentlich klare Sache.

Auf Ihre persönlichen Anwürfe gegen meine Person möchte ich nicht eingehen, ich argumentiere lieber in der Sache.

M.f.G.

67) Der Doctor, Donnerstag, 21. Juni 2012, 13:26 Uhr

@Dieter Carstensen

Werter Herr Cartsensen

“auch wenn Sie es nicht wahrhaben wollen, die politische Verantwortung, auch für Bauplanungsfehler aus vergangenen Tagen, trägt immer der gerade aktuell gewählte Regierende, denn niemand hat ihn daran gehindert, die Fehlplanungen seiner Vorgänger zu stoppen, oder zu korrigieren, oder?”

Hm,nach dieser Logik ist Angela Merkel allein verantwortlich für Hartz IV und Agenda 2010,weil sie es in ihrer Regierungszeit nicht korrigierte(Mehrheiten in Bundestag und Bundesrat hätte sie ja durchaus gehabt,und für die Bewerbung hätte schon ihre Freundin Friede Springer gesorgt) und SPD und Grüne sprechen wir da mal von jeder Verantwortung frei.Reichlich abstrus oder?
Davon abgesehen oblag die Bauplanung für den Bahnhof der Deutschen Bahn,somit lag es zuerst an ihr Planungs,bzw.Baumängel festzustellen und sie den berliner Behörden mitzuteilen.Wenn aber von dort nichts kommt und routinemäßige Kontrollen keine Anhaltspunkte für Fehlplanungen ergeben(Das Gegeteil ist nicht nachgewiesen) ,kann man auch nichts korrigieren oder?
Bei der S-Bahn kürzte die berliner Landesregierung 2009 die Zahlungen um 5 Millionen €,und zwar 2 Mill. für Verspätungen und 3 Mill.für Zugausfälle ,darüber hinaus wird der Vertrag nicht mehr verlängert ,sondern 2017 eine Neuvergabe durchgeführt.Das gar nichts getan wurde,wie von ihnen suggeriert,trifft also nicht zu .Ausserdem implizieren sie ,das bei Vertragsabschluß schon bekannt war,das die Bahn nicht imstande war,den Vertragspflichtungen zu genügen.Dies dürfte nicht nachzuweisen sein.
Wissen sie ,ich würde ihnen Zustimmen ,das man Wowereit nicht von jeder Verantwortung freisprechen kann,Er,bzw.seine Regierung ist natürlich mit verantwortlich ,darauf können wir uns einigen.Ihre These einzig nur die Person Wowereit allein für Dinge verantwortlich zu machen die andere Regierungen,wie auch Firmen ,wie die Bahn maßgeblich mit,bzw.mehr als er, verschuldet haben ,ist jedoch nicht haltbar.
Ihre Abneigung gegen Wowereit teile ich ja,aber so einfach sollte man es sich auch nicht machen.

68) Dieter Carstensen, Freitag, 22. Juni 2012, 05:35 Uhr

@67 Der Doktor

Werter der Herr Doktor,

freut mich, dass Sie zu einer sachlichen Ebene der Diskussion zurückgefunden haben und dass es auch Gemeinsamkeiten in den Inhalten des Themas zwischen uns gibt.

Sie haben völlig recht, nach meiner Logik ist Kanzlerin Merkel voll verantwortlich für den Hartz IV Wahnsinn und die Vereledung von fast 30 Prozent der Deutschen, auch wenn der Wahnsinn durch die Rot-Grüne Regierung in Gang gesetzt wurde, aber CDU/CSU und FDP haben bei allen Abstimmungen im Bundestag den Irrsinn mitgertragen.

Merkel hätte den Wahnsinn stoppen können, hat sie aber nicht, insofern trägt sie die heutige Verantwortung für die Folgen dieser menschenverachtenden Politik..

Ich hege übrigens keinerlei persönliche Abneigung gegen Herrn Wowereit, nur gegen seine Politik.

Sein Versagen beim Flughafen Berlin-Schönefeld hat gravierende Folgen. Allein die Deutsche Bahn AG bezifferte gestern ihren Schaden auf 20 Millionen Euro Minimum und wie die Medien gestern berichteten, wird sich der Eröffnungstermin noch weiter nach hinten verschieben.

Ich kenne mich besser aus in Berlin, als Sie vermuten. Eine enge Freundin von mir betreibt ein Buchantiquariat in Berlin Neukölln. Dieser Stadtteil ist garnicht so schlecht, wie viele meinen, er kämpft um sein Überleben und viele kleine Gewerbetreibende haben viel Geld dort investiert, da sie davon ausgingen, dass mit Schliessung des Flughafens Berlin Tempelhof, der ja drekt an Berlin Neukölln grenzt, der Stadtteil an Lebensqualität gewinnen könne, da man mit den frei werdenen Flächen viel sinnvolles hätte machen können.

Die Pläne liegen nun alle wieder auf Eis, nur weil Herr Wowereit seinen Pflichten als Aufsichstratsvorsitzender der Flughafen AG Berlin-Schönefeld nicht ausreichend nachgekommen ist.

Ich finde das sehr schlimm!

M.f.G.

Wie ist Ihre Meinung?

Kommentar schreiben


Ihr Kommentar *


* Pflichtfelder