Samstag, 09. Juni 2012, 18:39 Uhr

Wowi-Dämmerung

Für ihn ist Berlin „arm, aber sexy“. Jetzt ist Klaus Wowereit selbst arm dran und sexy ist er schon lange nicht mehr. Er musste auf dem Landesparteitag der SPD eine bittere Niederlage hinnehmen: Sein engster Vertrauter, SPD-Chef Michael Müller, verlor den Landesvorsitz gegen Jan Stöß, einen Mann, der die SPD „nach links rücken“ und „den Senat antreiben“ will.

Alles Werben für Müller, alle Warnungen Wowereits vor Stöß und einer „inneren Zerstörung“ der Berliner SPD nutzten nichts. Wowereit ist jetzt ein Bürgermeister ohne verlässliche Truppen. Am verlässlichsten ist für ihn noch der Koalitionspartner CDU.

Für Wowereit rächt sich jetzt, dass er die Partei behandelt hat wie die Stadt: hemdsärmelig, nachlässig,  ohne inneres Engagement. Er wirkte schon länger wie ein Bürgermeister auf Abruf, jetzt ist er einer. Das Spielerische, das lange Zeit an „Wowi“ so sympathisch wirkte, war nur noch die Camouflage für seine Wurstigkeit und Lustlosigkeit.

Symptomatisch war die Art, wie er seinen Aufsichtsratsvorsitz beim neuen Berliner „Willy Brandt“-Flughafen ausübte. Er nahm den Job einfach nicht ernst – genausowenig wie sein Bürgermeisteramt.

„Schaut auf diese Stadt“ hatte einst Willy Brandts legendärer Vorgänger Ernst Reuter gesagt. Wer heute schaut, blickt auf eine „Weltstadt“, in der jeder vierte von Hartz-IV lebt, die keinen Hauptstadtflughafen hinbekommt, in der die S-Bahn selten fährt, in der die Wirtschafts- und Industrieförderung vernachlässigt wird, in der im Winter nur ausnahmsweise das Eis von den Bürgersteigen gehackt wird. Und einen Bürgermeister, der darüber noch seine Witzchen macht.

Berlin ist trotz allem eine faszinierende, pulsierende Stadt. Der Bürgermeister fasziniert aber schon lange nur noch die Klatschspalten. Kaum zu glauben, dass viele in der SPD einmal meinten, er könne Kanzlerkandidat werden.

Jetzt wird Wowereit Mühe haben, seine Amtszeit als Bürgermeister über die Runden zu bringen. Die Wowi-Dämmerung hat begonnen. Mal sehen, wie er reagiert, wenn er „angetrieben“ und getrieben wird. Und die Spekulationen, wer ihn beerben könnte, werden ab sofort die Zeitungsspalten beherrschen. Ob er dafür noch stabil genug ist?

Berlin bräuchte endlich einen Bürgermeister, der die Stadt und ihre Probleme ernst nimmt, einen Pflichtmenschen, keinen Spieler.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

68 Kommentare

1) Dieter Carstensen, Mittwoch, 13. Juni 2012, 19:06 Uhr

Lieber Michael Spreng,

wer googelt kann zu Partylöwe Wowereit, und den unter seiner Regierung passierten Baumägeln, für die natürlich immer der regierende Bürgermeister der Stadt Berlin die politische Verantwortung trägt, wie jeder andere Minsiterpräsident eines anderen Bundeslandes auch, eine Menge im Internet finden.

So schrieb die „Berliner Morgenpost“ am 4.2.2007 z.B.:

„Während die durch den Sturm „Kyrill“ offenbar gewordenen Baumängel am Berliner Hauptbahnhof sogar internationale Aufmerksamkeit erregt haben, geht fast unter, dass auch der ebenfalls erst im Mai vergangenen Jahres eröffnete zweitgrößte Fernbahnhof Berlins mit baulichen Mängeln zu kämpfen hat. Zwar müssen die Fahrgäste am Bahnhof Südkreuz nicht herabstürzenden Stahlträgern rechnen – mit einer ordentlichen Erkältung allerdings schon. Seit Monaten sind die Glastüren des Hauteingangs an der Naumannstraße defekt. Wind und Kälte fegen ungehindert durch die Bahnhofshalle, weil zu allem Überfluss auch noch die rückwärtigen Türen außer Funktion sind.“

Quelle: http://www.morgenpost.de/printarchiv/berlin/article184213/Glastueren-am-Bahnhof-Suedkreuz-defekt.html

So ist das eben, wenn ein „regierender“ Bürgermeister, der für alle öffentlichen Bauprojekte in „seiner“ Stadt natürlich die politische Verantwortung trägt, lieber auf Party macht, anstelle sich um das zu kümmern, wozu er gewählt und vor allem bezahlt wurde.

Wowereits Versäumnislist ist dermassen lang, dass sie hier garnicht aufzulisten ist. Nur Gläubige, Blinde und Taube sehen und hören Wowereits Versäumnisse nicht.

M.f.G.

2) Minassian, Donnerstag, 14. Juni 2012, 08:33 Uhr

Man muß kein Nostalgiker sein – aber die ‚Bonner Republik‘ war dennoch eine andere. Es waren auch solidere Politiker (von Ausnahmen abgesehen !). Die künstliche Aufgeregtheit, die heute herrscht, danken wir mediengeilen Politik-Darstellern. Ein biederer Mann wie Buschkowsky hat da keine Chance – der wird immer auf Neukölln reduziert werden. Wowereit paßt perfekt zu Berlin – ein Blender wie so viele andere.
Es braucht einen, der dort aufräumt mit all dem Filz, dem Hinterzimmer-Geklüngel. Gauck wäre besser ‚Regierender‘ geworden als BP, um diesen Filz zu zerschlagen. Merkel solllte sich mehr innenpolitische Gedanken machen als im europäischen Konzert zu ‚glänzen‘. Wir agieren meh im europäischen , denn im nationalen Dillemma

3) Alexander Kouril, Donnerstag, 14. Juni 2012, 09:08 Uhr

@ 47) Stefan P

Ihre Argumentation ist klug. Natürlich denken wir Menschen immer idealistischer, je weiter wir von operativen Aufgaben und Entscheidungen entfernt sind. Da haben Sie Recht.

Gleichwohl ändert Ihre Argumentation nichts an dem Trend, dass die Baby-Boom-Generation sich sehr passiv verhält, sich wenig einbringt in die Politik und lieber zuschaut als handelt oder gar als Verantwortung zu übernehmen.

Eigentlich müssten wir- egal ob rechts oder links – angesichts der katastrophalen Rahmenbedingungen kräftig Kontra geben und uns in die Politik einmischen. Politikgestaltung findet schon lange nicht mehr statt.

Der wachsende Unmut äußert sich im Aufkeimen der Piratenpartei-Blase. Das ist doch eigentlich nur ein lauwarmer Pfurz, mehr nicht. Oder?

Apropos Wowi: Warum wählen Wowi? Weil er so kuschlig-schmuselig daherkommt mit seiner George-Clooney-Coolness, genauso wie Sie es in Ihrem wunderbaren Kommentar dargestellt haben.

Wirkliche, effektive Politikgestaltung will kein Wähler, weil schmerzhaft und unangenehm.

4) der Herr Karl, Donnerstag, 14. Juni 2012, 14:13 Uhr

@ 51) Dieter Carstensen

Diesen rechtfertigungstriefenden Kommentar hätten an 45) Martin Meier richten sollen, nicht an den „lieben Michael Spreng“! Das ist ja widerlich…

5) Erwin Gabriel, Donnerstag, 14. Juni 2012, 15:08 Uhr

@ 51) Dieter Carstensen, Mittwoch, 13. Juni 2012, 19:06 Uhr

>> So ist das eben, wenn ein “regierender” Bürgermeister,
>> der für alle öffentlichen Bauprojekte in “seiner” Stadt
>> natürlich die politische Verantwortung trägt, lieber auf
>> Party macht, anstelle sich um das zu kümmern, wozu
>> er gewählt und vor allem bezahlt wurde.

Quatsch. Ich kann Herrn Wowereit und seine „Arm-aber-Sexy“-Nummer nun wirklich nicht ausstehen, und schließe mich Ihrer Einschätzung zu Wowereits Arbeitsmoral gerne an.

Aber der Kerl hat nichts mit defekten Bahnhöfen oder Flughäfen zu tun. Da gibt es Architekten, Bauleiter, TÜV-Prüfer etc vor Ort, die das Ding ordentlich hinbauen und überprüfen müssen. Wenn dort Mist gebaut wird, kann man das bei aller Sorgfaltspflicht nicht vom Bürgermeister-Schreibtisch entdecken. (Zumal, zum einen, nicht nur Berlin verantwortlich zeichnet, und zum anderen Wowi diese Aufgabe sicherlich an einen fähigeren Beamten als ihn selbst überwiesen hat).

6) Erwin Gabriel, Donnerstag, 14. Juni 2012, 15:10 Uhr

@ 50) Erika, Mittwoch, 13. Juni 2012, 18:09 Uhr

Ich behaupte nicht, dass alles gut ist in Bayern. Ich sage nur, dass die es besser machen als in Berlin Stadt (was wiederum nicht sooo schwer ist). 🙂

7) Erwin Gabriel, Donnerstag, 14. Juni 2012, 15:13 Uhr

@ 46) StefanP, Mittwoch, 13. Juni 2012, 08:53 Uhr

„Kümmern“ heißt ja nicht nur „Versorgen“, sondern auch „etwas voran bringen“. Und wenn dem „Kümmer-Versprechen“ keine Taten folgen, wird abgewählt.

8) StefanP, Donnerstag, 14. Juni 2012, 16:44 Uhr

@53) Alexander Kouril

Gleichwohl ändert Ihre Argumentation nichts an dem Trend, dass die Baby-Boom-Generation sich sehr passiv verhält, sich wenig einbringt in die Politik und lieber zuschaut als handelt oder gar als Verantwortung zu übernehmen.

Diese Generation macht Karriere vorrangig in der Wirtschaft und in NGOs. Wir haben heute in der Breite so viele qualifizierte Leute in Unternehmen wie nie zuvor. Und die Besten gehen seit mehr als einem Jahrzehnt in die Finanzwirtschaft. Für Parteien bleibt da wenig, was viel mit dem dortigen Ausleseverfahren zu tun hat. Die Piraten sind eine Antwort darauf, Politik aus der Couchperspektive möglich zu machen.

Wowereit ist ein Karrierepolitiker, der über die Hinterzimmerdiplomatie nach oben gekommen ist. Es gibt in Europa nur noch einen zweiten Weg in den Regierungssessel, nämlich mit gezielten Provokationen Unmut zu kanalisieren und zur eigenen Popularität zu nutzen. Diesen Weg sind Peer Steinbrück, Silvio Berlusconi oder Sargozy gegangen. Die dritte, die amerikanische Methode sich mit viel Geld Resonanz zu kaufen, funktioniert in der Parteiendemokratie nicht und trägt auch nicht umbedingt bessere Ergebnisse.

Berlin liebt die Langsamkeit, das ist ziemlich unique und der einzigartigen Milieumischung aus Transferempfänger-Hauptstadt, Rentnerhochburg, Kiez und Studentengemeinde geschuldet. Mit dem Tempo moderner Metropolen wie Barcelona, Paris, London, Shanghai, Singapore oder New York möchte und kann man an der Spree nicht mithalten.

Es wäre so einfach, Berlin hat wunderbare, natürliche Voraussetzungen: attraktiv für junge Menschen in deren Folge Risikokapital mitzieht, touristischer Anziehungspunkt, Magnet für wohlhabende Ost-Europäer aus Russland und dem Baltikum besitzt es Möglichkeiten, von denen Köln oder inzwischen auch München nur träumen können. Aber wenn Wowereit-City das Entwicklungs- und Entscheidungstempo noch weiter reduziert, wird es das Potential verspielen. Auch Hamburg ist faszinierend.

9) Dieter Carstensen, Donnerstag, 14. Juni 2012, 20:40 Uhr

Lieber Michael Spreng,

liebe „Wowi“ Fans,

„Lesen macht dumm und gewalttätig“ wie Heinrich Böll einst spöttisch formulierte.

Heute las ich im „Tagesspiegel“ zu Wowi folgendes, Zitat:

„Der Regierende Bürgermeister wird von der eigenen, von Machtkämpfen zerfressenen Partei zur lahmen Ente gemacht“, sagte die Grünen-Fraktionschefin Ramona Pop.

Sie konzentrierte sich in ihrer Rede auf die verschobene Eröffnung des Flughafens BER in Schönefeld. Wie weit sei der Kreditrahmen der Flughafengesellschaft ausgeschöpft und das Eigenkapital aufgezehrt? Spätestens zur Aufsichtsratssitzung am 22. Juni müssten konkrete Zahlen vorgelegt werden. Aber nicht nur der Airport sei ein großes finanzielles Risiko. Auch das ICC und die Opern, der Olympiapark und das Benjamin-Franklin-Klinikum, der Steglitzer Kreisel, die Tangentialverbindung Ost und die S-Bahn. Für eine Mieten dämpfende Wohnungspolitik sei ebenfalls kein Geld eingeplant, schimpfte Pop.“

Quelle: http://www.tagesspiegel.de/berlin/generaldebatte-zum-landeshaushalt-wowereit-wird-zur-lahmen-ente-gemacht/6751452.html

DANKE Frau Pop, dann muss ich bei Michael Spreng nicht soviel schreiben, zu Wowi, wenn Sie und der Tagesspiegel mir solch prima Steilvorlagen liefern, ggg 🙂

M,f.G.

10) Erwin Gabriel, Freitag, 15. Juni 2012, 10:56 Uhr

@ 59) Dieter Carstensen, Donnerstag, 14. Juni 2012, 20:40 Uhr

Nichts weiter zu ergänzen.

Hab mal einen netten Satz aufgeschnappt:

Die Älteren haben in ihrer Jugend oft gehört, dass das Geld nicht auf der Straße liegt. Das braucht man der heutigen Jugend nicht zu erzählen: Die weiß, es kommt aus der Wand.

Diese Einstellung haben auch allzu viele Politiker.

11) der Herr Karl, Freitag, 15. Juni 2012, 12:01 Uhr

@ 59) Dieter Carstensen

„…dann muss ich bei Michael Spreng nicht soviel schreiben…“

Unbeabsichtigte Komik oder unfreiwillige Einsicht?

12) Frank Reichelt, Freitag, 15. Juni 2012, 13:30 Uhr

@ 59) Dieter Carstensen

Was haben sie denn von einer Oppositionspolitikerin erwartet? Das sie Wowereit in den höchsten Tönen lobt?
Da hätten sie hier auch lang und breit ausbreiten können, dass Sigmar Gabriel die Politik der Bundeskanzlerin kritisiert, welche Sensation!

13) Günter Springer, Freitag, 15. Juni 2012, 18:22 Uhr

Der Versucht den reg. Bürgermeister für Bauschäden verantwortlich zu machen, wie es hier in einigen Beiträgen versucht wird ist geradezu lächerlich.
Für Mängel am Bau und für Verzögerungen im Bauablauf ist immer noch der bauausführende Baubetrieb mit all seinen Subunternehmen verantwortlich.. Diese Verantwortung nun auf den reg. Bürgermeister abzuwälzen ist billige Polemik und nichts anderes.
Wie @ Erika richtig nachfragt, wo bleiben den die anderen Mitglieder des Aufsichtsrates, gerade im Urlaub oder beim Geldzählen?

14) Dieter Carstensen, Samstag, 16. Juni 2012, 13:13 Uhr

@61 Der Herr Karl

Werter „Der Herr Karl“, was Ihre Aussage mit dem Thema „Wowi-Dämmerung“ zu tun hat, ist mir rätselhaft. Wundert mich auch, dass Michael Spreng auf seinem Blog weiterhin solche unsachlichen Beiträge zu lässt, entgegen ander Ankündigung.

@63 Günter Springer

Lieber Günter Springer,

Sie haben recht darin, dass die politische Führungsebene bei öffentlichen Bauaufträgen die Ausführung derselben i.A. an Fachleute delegiert. Das entbindet die politische Führungsebene aber nicht von ihrer politischen Verantwortung, wenn dann mal ein Bauvorhaben in den Kosten explodiert oder einfach mangelhaft ausgeführt wurde.

Schliesslich lag die Beauftragung und Auswahl der Firmen für öffentliche Bauaufträge, die Auswahl der beauftragten Fachleute und vor allem die Prüfung einer sachgerechten Kostenkalkulation VOR Auftragsvergabe einzig und alleine bei der politischen Ebene.

Der Volksmund sagt: „Wer bestellt, der zahlt“.

Und wenn Poliiker von unseren Steuergeldern Murks bestellen, weil sie unfähig waren, die geplanten Bauvorhaben der öffentlichen Hand sachgerecht zu prüfen und vom Volke Schaden abzuwenden, wozu sie übrigens nach unserer Verfassung verpflichtet sind, dann müssen sie eben die Konsequenzen tragen.

Sie können dann nicht einfach, wie weiland schon Pontius Pilatus, einfach ihre Hände in Unschuld waschen.

M.f.G.

15) Der Doctor, Sonntag, 17. Juni 2012, 17:50 Uhr

@Dieter Carstensen

Ich bin nun wirklich kein Freund von Wowereit,ich halte ihn für einen Blender und Schaumschläger und Mist hat er reichlich gebaut,darüber brauchen wir nicht zu diskutieren,aber bei der Wahrheit muss man schon bleiben.Die Planungen für den berliner Hauptbahnhof erfolgten in den frühen 1990er Jahren ,sein Bau von 1995-2006,somit wäre für Fehlplanungen und Vergabe an falsche Unternehmen Wowereits Vorgänger Diepgen verantwortlich zu machen.Allerdings bin ich da bei Günther Springer,das man solche Pannen nicht allein an der Person des regierenden Bürgermeisters festmachen kann .Das ist in der Tat billige Polemik,zumal bei so einem Infrastrukturprojekt planungs-und abnahmetechnisch auch der Bund mit im Boot ist.
Auch bei der S-Bahn liegen sie daneben.Die berliner S-Bahn ging 1994 von der BVG in den Besitz der DB-AG über und wurde 1995 zur S-Bahn Berlin GmbH,einer 100 %igen Tochter der DB-Regio-AG.Um für den Börsengang möglichst hohe Renditen zu bekommen presste der damalige Bahnchef Mehdorn die S-Bahn Berlin aus wie eine Zitrone und sparte sie so kaputt.Der Hauptverantwortliche für den desaströsen Zustand der berliner s-Bahn heißt also nicht Wowereit,sondern Mehdorn.
Man sieht ,mit Fakten scheinen sie es nicht so zu haben.Wes Geistes Kind sie sind zeigt ihre Antwort auf den Post von „Der Herr Karl“.Bei einem Kommentar ,der ihnen nicht in den Kram passt, gleich nach dem Zensor schreien,aber sich als „überzeugten Demokraten“ bezeichnen,ne,schon klar.

16) Dieter Carstensen, Montag, 18. Juni 2012, 09:46 Uhr

@65 Der Doktor

Werter der Herr Doktor,

auch wenn Sie es nicht wahrhaben wollen, die politische Verantwortung, auch für Bauplanungsfehler aus vergangenen Tagen, trägt immer der gerade aktuell gewählte Regierende, denn niemand hat ihn daran gehindert, die Fehlplanungen seiner Vorgänger zu stoppen, oder zu korrigieren, oder?

Recht haben Sie darin, dass der Hauptverantwortliche für das S-Bahn Desaster Mehdorn und nicht Wowereit heisst. Die S-Bahn ist heute zu 100 % in Besitz der Deutschen Bahn, das will ich garnicht in Abrede stellen.

Allerdings gibt es zwischen der Bahn und der Stadt Berlin einen sogenannten Verkehrsvertrag:

„Der von 2003 bis 2017 laufende Verkehrsvertrag zwischen der S-Bahn und dem Land Berlin sieht stetig steigende Betriebskostenzuschüsse und Kilometerentgelte vor. Das Kilometerentgelt steigt demnach von 7,27 Euro (2003) auf 9,14 Euro (2017). Zuzüglich Fahrgeldeinnahmen erhält die S-Bahn-Berlin rund 18 Euro je Zugkilometer. Kritiker halten dieses Niveau für zu hoch. Durch Wettbewerb könne der Zuschussbedarf auf höchstens fünf Euro je Zugkilometer beschränkt werden.“

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/S-Bahn_Berlin

Insofern sind die Stadt Berlin und somit der regierende Bürgermeister Herr Wowereit wieder voll im Spiel, wenn sie Leistungen aus öffentlichen Steuermitteln der Stadt Berlin bei einem S-Bahn Betreiber einkaufen, der zur ordentlichen Gegenleistung offensichtlich nicht imstande ist.

Spätestens bei nicht ornungsgemässer Erbringung des Verkehrsvertrages der Stadt Berlin mit der Bahn AG in Sachen S-Bahn hätte Herr Wowereit deutliche Grenzen setzen müssen und die Zahlungen an die Bahn AG einstellen müssen.

Vertragsrechtlich, aber auch aus der politischen Verantwortung heraus, eine eigentlich klare Sache.

Auf Ihre persönlichen Anwürfe gegen meine Person möchte ich nicht eingehen, ich argumentiere lieber in der Sache.

M.f.G.

17) Der Doctor, Donnerstag, 21. Juni 2012, 13:26 Uhr

@Dieter Carstensen

Werter Herr Cartsensen

„auch wenn Sie es nicht wahrhaben wollen, die politische Verantwortung, auch für Bauplanungsfehler aus vergangenen Tagen, trägt immer der gerade aktuell gewählte Regierende, denn niemand hat ihn daran gehindert, die Fehlplanungen seiner Vorgänger zu stoppen, oder zu korrigieren, oder?“

Hm,nach dieser Logik ist Angela Merkel allein verantwortlich für Hartz IV und Agenda 2010,weil sie es in ihrer Regierungszeit nicht korrigierte(Mehrheiten in Bundestag und Bundesrat hätte sie ja durchaus gehabt,und für die Bewerbung hätte schon ihre Freundin Friede Springer gesorgt) und SPD und Grüne sprechen wir da mal von jeder Verantwortung frei.Reichlich abstrus oder?
Davon abgesehen oblag die Bauplanung für den Bahnhof der Deutschen Bahn,somit lag es zuerst an ihr Planungs,bzw.Baumängel festzustellen und sie den berliner Behörden mitzuteilen.Wenn aber von dort nichts kommt und routinemäßige Kontrollen keine Anhaltspunkte für Fehlplanungen ergeben(Das Gegeteil ist nicht nachgewiesen) ,kann man auch nichts korrigieren oder?
Bei der S-Bahn kürzte die berliner Landesregierung 2009 die Zahlungen um 5 Millionen €,und zwar 2 Mill. für Verspätungen und 3 Mill.für Zugausfälle ,darüber hinaus wird der Vertrag nicht mehr verlängert ,sondern 2017 eine Neuvergabe durchgeführt.Das gar nichts getan wurde,wie von ihnen suggeriert,trifft also nicht zu .Ausserdem implizieren sie ,das bei Vertragsabschluß schon bekannt war,das die Bahn nicht imstande war,den Vertragspflichtungen zu genügen.Dies dürfte nicht nachzuweisen sein.
Wissen sie ,ich würde ihnen Zustimmen ,das man Wowereit nicht von jeder Verantwortung freisprechen kann,Er,bzw.seine Regierung ist natürlich mit verantwortlich ,darauf können wir uns einigen.Ihre These einzig nur die Person Wowereit allein für Dinge verantwortlich zu machen die andere Regierungen,wie auch Firmen ,wie die Bahn maßgeblich mit,bzw.mehr als er, verschuldet haben ,ist jedoch nicht haltbar.
Ihre Abneigung gegen Wowereit teile ich ja,aber so einfach sollte man es sich auch nicht machen.

18) Dieter Carstensen, Freitag, 22. Juni 2012, 05:35 Uhr

@67 Der Doktor

Werter der Herr Doktor,

freut mich, dass Sie zu einer sachlichen Ebene der Diskussion zurückgefunden haben und dass es auch Gemeinsamkeiten in den Inhalten des Themas zwischen uns gibt.

Sie haben völlig recht, nach meiner Logik ist Kanzlerin Merkel voll verantwortlich für den Hartz IV Wahnsinn und die Vereledung von fast 30 Prozent der Deutschen, auch wenn der Wahnsinn durch die Rot-Grüne Regierung in Gang gesetzt wurde, aber CDU/CSU und FDP haben bei allen Abstimmungen im Bundestag den Irrsinn mitgertragen.

Merkel hätte den Wahnsinn stoppen können, hat sie aber nicht, insofern trägt sie die heutige Verantwortung für die Folgen dieser menschenverachtenden Politik..

Ich hege übrigens keinerlei persönliche Abneigung gegen Herrn Wowereit, nur gegen seine Politik.

Sein Versagen beim Flughafen Berlin-Schönefeld hat gravierende Folgen. Allein die Deutsche Bahn AG bezifferte gestern ihren Schaden auf 20 Millionen Euro Minimum und wie die Medien gestern berichteten, wird sich der Eröffnungstermin noch weiter nach hinten verschieben.

Ich kenne mich besser aus in Berlin, als Sie vermuten. Eine enge Freundin von mir betreibt ein Buchantiquariat in Berlin Neukölln. Dieser Stadtteil ist garnicht so schlecht, wie viele meinen, er kämpft um sein Überleben und viele kleine Gewerbetreibende haben viel Geld dort investiert, da sie davon ausgingen, dass mit Schliessung des Flughafens Berlin Tempelhof, der ja drekt an Berlin Neukölln grenzt, der Stadtteil an Lebensqualität gewinnen könne, da man mit den frei werdenen Flächen viel sinnvolles hätte machen können.

Die Pläne liegen nun alle wieder auf Eis, nur weil Herr Wowereit seinen Pflichten als Aufsichstratsvorsitzender der Flughafen AG Berlin-Schönefeld nicht ausreichend nachgekommen ist.

Ich finde das sehr schlimm!

M.f.G.

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